• Schlendert man den Bergpass entlang, vorbei an der Sternwarte und den schier unzähligen Obstbäumen erreicht man nach einem etwas längeren Fußmarsch schließlich eine stabile Holzbrücke. Von diesem baulichen Meisterwerk aus hat man einen wunderschönen Ausblick über ganz Trampoli. Das Plätschern des Wasserfalls, welchen man mit Hilfe der Brücke sorglos überqueren kann, rundet dieses scheinbar vollkommene Bild ab. Nach dem Überqueren der Brücke hat man es nicht mehr weit und man findet sich am Ufer des Polisees wieder in dessen Mitte zwei kleine Inseln aus dem Wasser herausragen. Auf einer der Beiden Inseln ragt eine Ranke hoch in den Himmel. Nimmt man allen Mut zusammen um diese zu erklimmen findet man sich nach einer anstrengenden und beschwerlichen Kletteraktion auf der Walinsel wieder. Der Turm, welchen die Einwohnerin Iris ihr Zuhause nennt, ist wohl das Erste was einem nach dem Betreten der Walinsel ins Auge sticht. Am Rande des hiesigen Sees hat man die Möglichkeit sich ein Ruderboot zu schnappen und damit in See zu stechen. Als Nichtschwimmer ist dies die einzige Möglichkeit die Inseln zu erreichen doch auch rudern will gelernt sein. Diejenige die lieber festen Boden unter den Füßen haben kommen natürlich auch auf ihre Kosten, denn der Polisee ist umgeben von idyllischem Grün. Bäume sorgen an sonnigen Tagen für den ersehnten Schatten und zahlreiche Blumen verleihen der Umgebung den letzten Schliff.



    Folgende Monster können auch bis zum Polisee vordringen:


    Flugfische - Fondschildkröte

  • » Iris & Tori kommen von der Taverne.


    Genauer: Iris schleppte, nein, entführte Tori aus der Taverne, die aufgrund ihres schwachen Willens erst gar nicht protestierte. Das einzige, was sie von sich gab, war ein überraschtes »Huch«, als die Fremde sie auf einmal packte und mitzog. Ehrlich gesagt wusste sie auch gar nicht wo es hinging, kannte sich immerhin überhaupt nicht aus. Doch auf die unbekannte Landschaft warf sie heute kein Augenmerk. Kaum schloss sich die Tür zur Taverne hinter ihnen, fielen Tori alle möglichen Horrorgeschichten ein, eine verwegener und unglaubwürdiger als die andere. Warum zog Iris sie mit? Hatte sie irgendetwas schreckliches geplant? WURDE SIE HIER OPFER EINES VERBRECHENS? F-Falls ja, bin ich w-wirklich eine leichte Beute!, schalt sie sich selbst, aber da war es auch schon zu spät. Auf dem Weg zum Polisee obliegte irgendwann die Logik: So gruselig Iris auf dem ersten Blick auch aussah, zeugte das noch lange nicht von ihrem Charakter. Außerdem würde sie falls sie so etwas wie eine Kriminelle war, mit Sicherheit nicht frei hier herumlaufen. Trotzdem wagte das Mädchen es nicht, die Vampirin direkt anzusehen. Hinzu kam, dass sich in all ihrer Zerschlissenheit ihre Unsicherheit noch verstärkte. Mehr denn je wurde ihr bewusst, dass sie langsam mal in die Pötte kommen und ein neues Leben aufbauen müsste. Doch kommt Zeit kommt Rat und noch war Tori nicht ganz bereit dazu.
    Die Schönheit des Polisees jedoch überwältigte sie. Hier war kein Stückchen von Zerstörtheit zu erkennen, keine Monster, kein Feuer, lediglich ein abgelegener Ort von Trampoli. Tori stand eine Weile einfach nur so da und betrachtete die Natur als Außenstehende, betrachtete sie, als würde sie ein Bild ansehen, wagte nicht mehr als nur Blicke, aus Angst diese Schönheit in irgendeiner Weise zu zerstören. War das albern? Tori dachte das noch nichtmal bewusst, sie verhielt sich nur unbewusst nach diesem Prinzip. In diesem Moment realisierte sie auch, wie froh sie war, dass Iris sie fortgeschleppt hatte. Die Taverne war nicht der richtige Ort für sie, es war laut, dort wurde getrunken, gelacht, abgezockt, man konnte sich nicht dem Frieden hingeben, unter all dem Pöbel, der sich dort rumtrieb. Tori atmete langsam aus. "Danke Iris.", meinte sie klar verständlich.

  • Bloss weit weg von der Menschenmasse. Dachte sich Iris, als sie sich die total eingschüchterte Tori geschnappt hatte. Eigentlich hätte sie es wissen müssen, dass sie wieder einmal eine Schock bei ihren Gegenübern auslösen würde. Doch auch wenn sie ein Vampir war, so war sie doch harmlos. Wer brauchte schon Blut, wenn es Tomaten in Hülle und Fülle gab? Keiner. Auf der Brücke am Polisee ließ Iris das blonde Mädchen los und lehnte sich ans Geländer. Der rauschende Wasserfall und das Wasser beruhigten Iris ein wenig. Langsam ging sie über die Brücke und starrte auf die Bohnenranke, die man deutlich erkennen konnte. Genau in dem Moment bedankte sich Tori.
    "Ach, papperlapapp." winkte die Grauhaarige ab. "Margarete hätte dir wahrscheinlich noch dein zerschlissenes Kleid abgenommen, wenn ich dich dort gelassen hätte." Kurz schaute sie zu Tori, ehe sie wieder den Blick zu einer der Inseln wendete. Dann deutete sie auf die Bohnenranke. "Schau mal, folge mit den Augen der Ranke." Ihr ausgestreckter Finger wanderte nach oben. "Wenn du es schaffst diese Ranke hochzukletter, kommst du zu meinem Turm. Also zu meinem zuhause auf der Walinsel." Iris blickte nach oben. Deutlich konnte man den Bauch der Walinsel sehen, der über ihnen schwebte. Allerdings nahm sie dem Polisee weder die Sonne noch schien sie irgendwie real zu sein. "Die Ranke solltest du nehmen, wenn du Monstern aus dem Weg gehen willst. Eine weitere Ranke findet man am Uhrenturm." klärte Iris ihre Begeleiterin auf. "Soll ich dir mehr von Trampoli zeigen, oder willst du hier noch ein wenig die Natur geniesen?" Die Vampirin konnte nicht anders, sie mochte dieses total verschüchterte Mädchen, dass sich bei jeder Kleinigkeit erschreckte, aber irgendwie eigentlich ein ziemlich gebildeten Eindruck machte, und sei es nur wegen der Brille, welche sie trug. Es würde ihr bestimmt gut tun, jemanden an ihrer Seite zu haben, der einfach mal durch ihr Auftreten und ihre Art die Leute zurückpfiff.

  • "Margerete?" Tori sagte der Name nichts, natürlich nicht. Es waren auch so viele Leute in der Taverne gewesen.. wer sah aus, als wäre er mit allen Wassern gewaschen? Tori war eine von grundauf ehrliche Person, würde sie von sich zumindest behaupten, daher kam sie nie auf solch niederträchtige Gedanken. Misstrauen zeigte sich bei ihr eher in Form von Unsicherheit, Ängstlichkeit. Noch ehe Tori einen weiteren Gedanken verwerfen konnte, sprach Iris schon weiter. "So hoch wohnst du oben?", das Mädchen staunte nicht schlecht, als sie dem Finger der Vampirin deutete. "Ist die Luft da oben nicht knapp? Ist es kalt da oben? Ich hab gelesen, dass die Luft dünner sowie kälter wird, je weiter nach oben wir gelangen.. allerdings ist mir eine Insel die in der Luft schwebt neu, die einzige Begründung wäre daher Magie.. daher könne es auch sein, dass mittels Magie die andersartigen Bedingungen ausgeglichen werden." Das Blondchen grübelte in sich hinein. Magie war eines der schwierigsten Begriffe überhaupt, schwer zu umfassen, sehr komplex. Tori war sie - wie so vieles - nicht ganz geheuer, bei ihr hatte sich auch nie ein Funken magischer Begabung gezeigt, was auch kein Wunder war, denn für so etwas benötigte man Disziplin und einen eisernen Willen. "M-Moment.. Monster? Hier? Oder was.. oben, bei dir? Auf der Insel? Ist das nicht gefährlich?" Tori wich unwillkürlich einen Schritt von der Bohnenranke zurück und warf Tori einen unsicheren Blick zu. Moment. Wenn Iris auf der Walinsel zusammen mit einem Haufen blutrünstiger Monster lebte - machte sie das nicht auch zu einen Monster? Also doch! Aber nein.. dafür schien sie viel zu lieb, doch was.. Unsicher schwiff ihr Blick abwechselnd von Iris zu der Walinsel und fragte sich, was der Wahrheit entsprach und wo ihr Verstand überreagierte. Erschöpft ließ sie sich auf den Boden fallen. Warum war nur alles so kompliziert? Oder machte sie es sich nur komplizierter? Aaaaahh...

  • "Die Elfe, die am Schluß in die Taverne kam, war Margarete." sagte Iris ruhig und schaute immer noch zur Insel. Dann brach ein Redeschwall bei Tori los, den Iris so nie erwartet hätte von dem schüchternden, ängstlichen Wesen. "Nein, die Luft ist dort oben nicht viel anders als hier unten. Und eigentlich ist es dort nicht kälter. Wobei dort, wo die Monster sich aufhalten schon. Es ist dort ziemlich eisig." Die Insel war magisch, von daher gab es vieles dort, was man so nicht erwarten würde. Dann sah sie das ängstliche Gesicht der Blonden. Iris seufzte. "Keine Angst, die Monster können nicht herunterkommen, außer du hast schon mal ein kletterndes Mammut gesehen." Kichernd schaute sie nach oben. "Silberwölfe gehören auch nicht zu den Kletterspezialisten, wenn ich mich richtig erinnere, oder?" Erneut blickte sie nach oben zur Insel ehe sie wieder zu Tori sah. "Und bevor du fragst, ich lebe da oben, um den aufdringlichen Fragen einiger Menschen zu entgehen, die meinen, ich sei kurios genug, um studiert zu werden. Wobei schon allein mein Aussehen, meist schon reicht um mehrere Leute in die Flucht zu treiben, wie du gesehen hast." Ein Blick auf das Kleid der neuen Bewohnerin sagte schon einiges aus. Doch die Gerüchte waren ihr nicht glaubwürdig erschienen. "Ist eure Stadt wirklich von Monstern zerstört worden?" fragte sie schließlich leise. Iris kannte kein anderes Leben, als das in der Nähe von Monstern. Denn diese flohen meist augenblicklich vor ihr und stellten keine unangenehmen fragen. Es stimmte sie auch traurig, wenn sie daran dachte, ihr Zuhause durch Monster zu verlieren.

  • Tori lauschte dem unbekannten Mädchen nur mit halben Ohr. Monster, Monster, wie konnte sie nur so gelassen von ihnen sprechen? Das Blondchen sah sich wieder inmitten des Feuers, spürte förmlich die Hitze auf sie einschlagen. Nein, nein, nein.. Tori spürte wieder die Panik in sich hochquellen, doch Iris sprach einfach weiter und im Grunde war es gut so, denn Tori lauschte ihr immer noch mit halben Ohr, auch wenn ihr nicht gefiel, was sie da hörte. Sie musterte die Silberhaarige nochmal genau, vorurteilsfrei. "B-Bist du ein Vampir?", rutschte es ihr heraus und bereute es noch im selben Moment. War die Frage nicht ungemein taktlos? Sowieso.. Vampire mitten in der Stadt.. mehr oder weniger jedenfalls, das war doch absurd. Wobei, einige Hinweise gab es da schon, zumindest rein auf Äußerlichkeiten beschränkt, wobei das mit dem Sonnenlicht dagegensprach und offenkundig stand ihr Gegenüber mehr auf Tomatensaft. Oder so. Tori las zwar fiel, das ist richtig, doch hieß das nicht gleichzeitig, dass sie sich in der Welt gut auskannte. Im Gegenteil. Hinzu kam, dass das Meiste, das Tori las, eher Romane waren, die sie in andere Welten entführten, Welten, die sie so nie betreten könnte. In Büchern schaffte es selbst jemand wie sie eine Heldin zu sein und das war einfach toll. Allerdings im Moment nicht das Thema.
    Tori stand wieder auf. Es gab keinen Grund mehr, Angst zu haben, die Monster waren für's Erste abgewehrt und suchten sie nur noch in ihren Albträumen heim. (Was schlimm genug war). "Ja, ist sie.", beantwortete sie Iris' letzte Frage mit zittriger Stimme. "A-Aber ich glaube nicht, dass es.. dass es dabei mit rechten Dingen zuging.. a-aber.. ach... ich weiß nicht, es ist alles so.. ver-verworren in meinem Kopf!" Sie gestikulierte unverständlich. "I-Ich habe nichts mehr außer diesem Kleid am Leibe und du, naja, wie du siehst ist es.. nicht mehr im.. a-allerbesten Zustand." Traurig blickte sie herab auf ihr Alltagskleidchen, dass mittlerweile nur noch einem seltsamen Flicken Stoff glich. "Außerdem wollte ich noch sagen.. also, es tut mir leid! A-Auch ich hatte anfangs Angst vor.. nun, naja, also.. vor deiner.. Erscheinung..." Tori wurde dabei immer leiser, Iris war eine unglaublich liebe Person und wenn nicht, tat sie zumindest unglaublich lieb. Wobei zugegeben.. dass Tori vor etwas Angst hatte, war im Grunde auch nichts ungewöhnliches, daher musste sich die Vampirin in diesem Fall keine großen Gedanken machen. "D-Dein Angebot würde ich übrigens sehr gerne annehmen! Würde es dir etwas ausmachen, mich ein wenig herumzuführen? D-Die.. Bohnenranke hochzuklettern würde ich allerdings anfangs lieber ver.. vermeiden.. a-auch wenn du sicherlich ein sehr schönes zu Hause hast! Da oben!" Für Tori's Geschmack zu weit oben. Ob es in Trampoli auch wieder eine Bibliothek gab? Ach, sicherlich! Allerdings würde Tori, einmal dort angekommen, schwer wieder wegzubewegen sein, von daher war es wohl nicht gut, sich direkt danach zu erkundigen und das Mädchen verkniff sich die Frage.

  • Irgendetwas war mit dem blonden Mädchen los. Iris bemerkte, dass sie nur teilweise zuhörte. Irgendetwas schien Tori in Panik zu versetzen und sie bewegungsunfähig zu machen. Mit ihren unterschiedlich farbigen Augen sah Iris sie an. Dann purzelte die Frage aus Toris Mund und Iris musste aufpassen nicht loszulachen. Es war nicht das erste Mal, das Halbwissen auf Erkenntnis traf. "Ja, bin ich." antwortete sie ehrlich. "Aber ich mag kein Blut, wie es so häufig in vielen Büchern geschrieben steht. Dafür sterbe ich für Tomaten und alles was damit zusammenhängt. Ich gehe im Sonnenschein spazieren und es macht nichts mit mir. Alles Unfug, was bestimmte Leute behaupten." Sie verschwieg lieber, dass es auch diese blutrünstigen Vampire gab, da Tori schon genug Angst hatte, und sie musste es nicht noch mehr reizen, dazu war Tori viel zu sympathisch.
    Iris nickte ruhig, als Tori von dem Erlebten und der Zerstörung Alvarnas erzählte. Selbst sie hatte solche Momente im Leben erlebt. Und es war nie einfach ein neues Leben anzufangen. "Hm, was Kleidungs anbelangt, ich denke da kann man etwas unternehmen. Hier wohnen zwar seit dem Angriff auf diese Stadt auch nicht mehr so viele Menschen, Elfen, Halbmonster und so, aber bestimmt findet man in dem einen oder anderen leerstehenden Haus noch irgendwelche Kleider." Kurz hielt der Vampir inne und schaute wieder nach oben zu Insel und dann wieder zu Tori. Tori war größer als sie, dah er brachte es gar nichts, wenn sie etwas von sich holte, das würde dem Mädchen nicht passen. "Eventuell finden wir auch im Rathaus Hilfe, du kannst ja nicht ewig in nur einem Kleid herumrennen. Bestimmt findet man hier noch etwas." Wenn sich nicht alles Doug unter den Nagel gerissen hat. schoß es Iris duch den Kopf. Als Tori ihr Angebot annahm, lachte Iris auf. "Keine Angst, ich hatte nicht vor, dich in die Monsterareale zu führen. Die sind zwar ganz interessant, aber ich glaube, da bräuchte ich noch mindestens einen Kämpfer an meiner Seite. Und wahrscheinlich hast du in den letzten Tagen genug Monster gesehen, für die nächsten Tage." Dann überlegte sie kurz. "Ich glaube, wir fangen mit den Orten an die wichtig sind. Sprich Badehaus, Runenarchiv, Sternwarte... oh warte, die Sternwarte sollten wir erst besuchen, wenn es dunkel ist, dort kann man dann richtig gut die Sterne beobachten. Fangen wir beim Badehaus an, oder?"


    ~gehen zum Badehaus~

  • ~Azel kommt an~


    Der Junge sah sich um. ''Wow ist das schön hier''dachte er. Azel ging ans Ufer des Polisees. ''Mann hier werd ich mich hinsetzen.''überlegte Azel fröhlich. Er breitete seine Decke aus und setzte sich drauf. ''Hey was ist das für eine Ranke'' fragte Azel sich. Er wollte nur zu gerne wissen, wo diese Ranke hinführte. Dann schaute der Junge nach oben, und sah eine schwebende Insel. ''Oh Gott! Was ist das? Eine schwebende Insel'' dachte Azel schockiert. Er wollte so gerne wissen was sich dort oben befand doch nun wollt er erstmal entspannen. Doch auch hier konnte er nicht lange bleiben. ''Wieso muss ich immerzu den Ort wechseln?'' fragte Azel sich lachend. Also packte er seine Sachen und verlies den Polisee.


    ~Azel geht~

  • ~Doug & Kohaku kommen an~
    Schweigend sind Doug und Kohaku den Weg zum Polisee gegangen. Der Elf hatte nicht wirklich eine Ahnung, was er sagen sollte und der Grünhaarigen schien es ähnlich zu ergehen. Seine braunen Augen sahen ihre Silhouette an. Ob er sie auf seine Eltern ansprechen sollte? Einerseits, irgendwann würde dieses Thema wohl sowieso aufkommen, andererseits hatte der Rothaarige auch Angst vor diesem Gespräch. Er wollte nicht, dass sich zwischen ihm und Kohaku irgendetwas veränderte. Der Rotschopf wollte wirklich nicht, dass sie deswegen auf ihn Rücksicht nahm. Noch einmal streiften seine Augen seine kleine Begleiterin, schließlich seufzte er.
    »Koha?«, fragte er sie und blieb unmittelbar vor dem See stehen. Langsam wurde es mittlerweile Abend - er hätte nicht gedacht, wie viel Zeit die Beiden beim Runenarchiv verplempert hatten. »Sag mal, was denkst du zum.. Tod meiner Eltern?« Es war nicht einfach, dies auszusprechen, denn immer noch erschien es ihm unbegreiflich. Dass seine Eltern einfach so aus dieser Welt gerissen wurden, nur weil sie zur falschen Zeit am falschen Ort waren, konnte der Ladenbesitzer immer noch nicht fassen.

    You got something I need
    In this world full of people
    there's one killing me
    And if we only die once
    I wanna die with you

  • Die Stimmung war ziemlich bedrückend als die Beiden ankamen. Während sie schweigend gegangen waren, dachte die Grünhaarige nach worüber sie reden konnten, doch ihr fiel nichts ein was nicht irgendwie bescheuert klang. Immer wieder sah der Elf sie kurz an, und jedes Mal verschlafte die Grünhaarige es ihm zuzulächeln. Er wirkte etwas ernst, ob er wohl über etwas Wichtiges nachdachte? Als sie vor dem See standen war Kohaku ziemlich beeindruckt. Hier war es wunderschön! Die Sonne spiegelte sich im Wasser, welches sich deshalb schon etwas orange färbte. Doug sah immer noch ernst aus, doch nun rückte er endlich damit heraus, was er ihr sagen wollte.
    Mit so einer Frage hatte Kohaku nun nicht gerechnet. Klar, irgenwann musste das Thema ja wieder aufkommen, doch sie wollte nicht gleich darüber reden. Sie fühlte sich etwas überrumpelt, da sie sich eigentlich vorgenommen hatte erstmal nichts zu dem Thema zu sagen. "Es war..sicher hart für dich." Das war erstmal das Einzige, was sie so heraus brachte. Spontan konnte sie auch nichts besseres sagen, ihr war klar, dass der Elf kein Mitleid wollte. Sie versuchte deshalb, das was sie sagte, nicht so klingen zu lassen. Sie hatte zwar nie Eltern gehabt, doch sie konnte sich gut vorstellen wie es war jemanden zu verlieren, der einem sehr wichtig war. "Aber ich denke es hat dich auch stark gemacht. Dank dem, bist du so geworden. Vielleicht hat es dich sogar zu einem Besserem Menschen gemacht.." Etwas leiser sagte sie dann noch: "Das Schicksal spielt nicht einfach nur mit den Menschen herum. Alles was passiert hat einen Grund, das denke ich." Kohaku erinnerte sich an vorhin. Sie hatte wirklich gespürt, wie sehr der Elf Monster verabscheute. Die Grünhaarige schauderte.

  • ›Es war sicher hart für dich.‹ Nun, er hatte nichts Besseres von Kohaku erwartet. Wahrscheinlich hätte Doug selbst etwas ähnliches gesagt, wenn ein Freund in dieser Situation wäre oder so. Es war schon fast niedlich mit anzusehen, wie sich die Grünhaarige bemühte, es nicht nach Mitleid klingen zu lassen. Der Rothaarige wuschelte der Kleinen durch die Haare. »Ich glaube nicht an das Schicksal«, erwiderte er. »Ich glaube nur an das, was real ist.« Wenn das Schicksal existierte, musste die Grauhaarige es ihm eben beweisen. Trotzdem wusste der Elf, dass er das lieb gemeint war und schenkte ihr ein Lächeln. Kurz darauf drehte der Rotschopf sich um und setzte sich auf einen Stein am Ufer. Er hatte absolut keine Lust, ein neues Thema anzufangen und so genoss er die Stille und sah zu, wie die Sonne versank und die Welt in Dunkelheit hüllte.

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  • ~
    Ein blutverschmierter junger Mann, mit offener Brust, erreichte den See und ließ sich ins Gras fallen. In seiner Brust klafften tiefe Spuren von einem einseitigen Kampf um ein Vergehen, dass er nicht begangen hatte. Kross blickte gen Himmel. Alles verschwamm vor seinen Augen. Er lächelte immer noch. Wenn er es überleben würde, dann wäre dies wohl ein gedenkwürdiger Tag. Wie ein Wahnsinniger stieß er ein kehliges Lachen hervor, bevor er ohnmächtig wurde. Oh du schöne Welt und sein Lächeln erstarb.

  • « Die Villa.


    Oh, ein Ausflug! Das hörte sich nach so einem anstrengenden Tag wie Musik in Vishnals Ohren an! Vielleicht nicht ganz so schön, aber es war nah dran. Nur leider lag es an dem Blauhaarigen sich ein Ziel für die Reise auszusuchen und er hatte wirklich keine Idee, wo er mit seiner Begleiterin hingehen sollte. Zögernd schritt er also voran und ging mit Chlorica zunächst verwirrt durch die Straßen, bis ihm plötzlich eine Idee kam.


    Wieso er den Polisee ausgewählt hatte? Nun, das war ganz einfach! Er hatte keine Ahnung! Aber dieser See machte doch einen schönen Anblick her, oder nicht? Die Lilahaarige wollte das bestimmt auch sehen und selbst wenn nicht, hatte sie jetzt keine Wahl mehr, denn sie waren schon angekommen. »Schon« müsste man hier allerdings in Anführungszeichen setzen, denn ganz so schnell ging diese kleine Wanderung dann doch nicht. Es war ein beschwerlicher Weg gewesen und zurückblickend fragte Vishnal sich auch, wieso sie nicht einfach am Gasthof Halt gemacht hatten. Aber genug davon! Jetzt sollten sie sich lieber darüber freuen, dass sie ihren Nachmittag weit weg von ihrer Arbeitsstelle an einem wunderschönen See verbringen konnten. »Da.. Da wären wir!«, informierte der Butler die Dame zu seiner Linken über das Offensichtliche. Leider hatte er aufgrund der vielen Arbeiten bei sich zuhause nicht so oft Zeit her zu kommen, aber vielleicht machte gerade das den See ja zu etwas Besonderen für ihn? »Warst du auch schon mal hier?«, fragte der Blauäugige die Frau, während sein Blick weiter über die schöne Landschaft schweifte. Auf der anderen Seite des Ufers konnte er einige Einwohner Trampolis ausmachen, aber abgesehen davon erschien ihm nichts ungewöhnlich. Nur ein friedliches Örtchen in einem friedlichen Dorf.

  • [Woah, so lange nicht gepostet. Da muss ich erst wieder warm werden. xD]


    Kohaku lächelteals Doug ihr durch's Haar wuschelte. Er war zwar nicht ganz ihrer Meinung, doch denoch schenkte er ihr ein Lächeln. Kohaku lächelte zurück. Sie hingegen glaubte schon an das Schicksal. Sicher hat es einen Grund, doch diesen werden sie wohl nie erfahren. Die Grünhaarige glaubte lieber an etwas Positives, als an etwas Negatives. Seufztend ließ sie sich neben Doug nieder. Mit dem Finger spielte sie ein wenig am Gras herum. Einen Moment lang genoss sie den Sonnenuntergang, doch dann fiel ihr ein dass sie noch etwas vor hatte. Erschrocken sprang sie auf. "Ohje, mir fällt gerade ein..ich müsste eigentlich nach Hause!" Die Sonne ging schon bald unter, und sie daß immer noch hier. Auch Doug stand nun auf. Er sah nicht gerade begeistert aus, aber er war ihr sicher nicht böse deshalb. "Gut dann..ich komme dich dann mal besuchen..", sagte sie etwas schüchtern. "Achso, ich bringe dir dann auch noch das Kleid vorbei!", sagte sie energisch, es klang nun ganz anders als zuvor. Nun hatte sie ja auch einen Grund ihn besuchen kommen zu können. Strahlend winkte sie ihm zu, dann lief sie zurück. Sie freute sich, sie mochte Doug wirklich gerne. Sie möchte bald wieder etwas mit ihm unternehmen.
    ~
    Kohaku wurde schnell wieder langsamer. Sie lief nun nicht mehr, sie spazierte über die Wiese. Ihr blick fiel auf einen Fleck im Gras, als sie genauer hinsah bemerkte sie dass es ein Mensch war der dort lag. War hier jemand eingeschlafen? Sie begann zu kichern, neugierirg kam sie näher. Dass sie eigentlich nach Hause wollte hatte sie ganz vergessen, ihre Neugier war einfach zu groß. Leise schlich sie sich an, in der Hoffnung der Mensch würde nicht aufwachen. Voller Vorfreude kam sie näher - und erstarrte. Dieser Mann, wie sie feststgellte, schlief nicht, nein. Er war hier zusammen gebrochen. Oh Mein Gott! Kohaku wurde panisch, sie wusste nicht was sie tun sollte. Schnell lief sich ein paar SChritte zur Seite, ihr Augen suchten den Ort nach Doug ab. Doch er war nicht hier.Was sollte die Grünhaarige nun tun? Sie lief wieder zurück, zum Verwundeten. Dieser hatte sich immer noch nicht bewegt, wie sollte er auch? Kohaku entschloss sich den Fremden erstmal an den See zu bringen, zum Ufer. Doch das war gar nicht so leicht wie gedacht, er wahr ihr viel zu schwer. Mühevoll zerrte sie an ihm, bis er dort lag wo sie wollte. Ihre Hände waren voller Blut. Ekel überkam sie, doch sie wollte nicht daran denken. Sie wusch sich schnell die Hände, ohne sich weiter darüber Gedanken zu machen. Eigentlich sollte sie ihn in die Klinik bringen, doch auf die Idee kam die Grünhaarige in ihrer Hysterie nicht. Er hatte eine große Wunde auf der Brust, sie blutete zwar nicht mehr, Kohaku versuchte einfach mal sie mit einem Tuch und etwas Wasser zu reinigen. Dann legte das Tuch auf die offene Wunde. Mit einem weiterem Tuch, welches das Letzte war was sie hat, wischte sie das Blut von seinem Körper, gleichzeitig tüpfelte sie ihm auch über die Stirn. Würde er nun nicht gleich aufwachen, wüsste sie wohl nicht was sie tun sollte. Auf die Idee den Verletzten zum Krankenhaus zu bringen kam die Grünhaarige immer noch nicht.

  • Hustend meldete sich Kross irgendwann aus seiner Ohnmacht zurück. Er spürte nicht viel, aber das was er spürte tat verdammt weh. Seine Lunge fühlte sich an als wäre sie nur mit dem feinsten und sandigstem Schmutz des Landes angereichert. Unwillkürlich fasste er an seine Brust nur um Festzustellen ob ihm das wirklich passiert war. Zu seiner Verwunderung befand sich dort wo die Klauen des Raptors tiefe Furchen hinterlassen hatten nun ein kühlendes Tuch. Er blinzelte und wollte sich eigentlich aufrichten, doch er hatte seine gebrochenen Rippen vergessen. Mit schmerzverzerrtem Gesicht sank er direkt auf die Erde nieder. Erst jetzt spürte er die Anwesenheit einer anderen Person. Kross war verwundert. Alles war so seltsam. Stück für Stück wurde es wieder etwas klarer um ihn herum. Die Erinnerung an seinen starken Überlebenswillen kam ebenfalls zurück und er hatte wieder den Drang weiterzugehen. Doch am Intensivsten nahm er die Dankbarkeit gegenüber diesem Mädchen war. Schließlich hatte Kross im Grunde gar kein Vertrauen zu Menschen und er hätte sich auch gut vorstellen können, dass sie ihn sahen, aber einfach weitergingen. Dem alten Kross, also dem der seinen Frieden erst an einem der gefährlichsten Orte in der Umgebung finden konnte, wäre das nur Recht gewesen. Er hasste es auch unglaublich angefasst zu werden. Doch dem blutenden, halb schwafenden, halb wachenden Kross war alles gut so wie es gerade war. Trotzdem war er verwirrt, immerhin schmiss Kohaku gerade sein Menschenbild über Bord und das gab ihm das Gefühl von Unsicherheit. Kross versuchte wieder sich aufzurichten. Ihm gelang es schon Mal mit dem Oberkörper, auch wenn er ein allesdurchdringedes Schwindelgefühl warnahm und die Schwelle zum Erbrechen hin schwindend gering war. Er schaute zu dem Mädchen und murmelte ein "Danke.." ehe er sich weiter aufraffte und schwankend auf den Beinen stand. Kross drehte dann vorsichtig den Kopf und versuchte sich an den Weg zur Klinik zu erinnern.

  • Kohaku erschrak als der Fremde plötzlich zu husten begann. Im nächsten Moment war sie aber gleich unheimlich erleichtert. Das, was sie getan hatte, war also nicht umsonst gewesen. Die Grünhaarige sah zu, wie der verwundete Mann versuchte sich aufzurichten. Gerade wollte sie ihm helfen, da sank er auch schon wieder zu Boden. Sein Gesicht zeigte dass er Schmerzen hatte, Kohaku konnte ihm aber nicht helfen. Dann sah er sie auf einmal an. Er sah sie an, als hätte er noch nie ein anderes Lebewesen außer ihm gesehen. Kohaku fragte sich, was er wohl gerade dachte. Er kam ihr äußerst merkwürdig vor, sie hatte ein seltsames Gefühl im Magen. Wieder versuchte er aufzustehen, und dieses Mal gelang es ihm sogar. Sie wollte ihm helfen, ihn stützen, doch dazu kam es nicht. Er sah sie an und murmelte etwas. Sie konnte nicht verstehen was er sagte, doch sie wollte nicht weiter nachfragen. Sie hatte gerade andere Sorgen, denn der Fremde richtete sich auf und sah sich um. Kohaku starrte ihn einen Moment lang einfach nur an, doch dann sprang auch sie auf. "Warte!", rief sie. Er sah nicht gerade stark aus, er sah eher aus als würde er gleich wieder zusammenbrechen. Deshalb versuchte die Grünhaarige ihn so gut wie möglich zu stüzten. Sie hatte den Mann zwar noch nie gesehen, aber sie wollte auf keinen Fall ihn einfach so gehen lassen. "Was willst du jetzt tun?", fragte sie und sah ihn sein Gesicht.

  • Kross hustete erneut und blickte stirnrunzelnd auf seinen Handrücken auf dem sich ein paar Spritzer Blut befanden. Er kannte sich nur bedingt mit Medizin aus, aber er wusste, dass das kein gutes Zeichen war. Einige Momente starrte er nur sein Blut an, dann wendeten sich seine klaren, blauen Augen wieder dem Mädchen zu. Etwas später drang auch ihre Frage zu ihm durch. Er hustete wieder und zuckte dabei zusammen. Das Husten schmerzte mehr, als das es half. "Klinik...", brachte er hervor und ging ein paar Schritte. Verdammt, wie hatte er es in diesem Zustand eigentlich von diesem Berg geschafft? Der Gedanken gab ihm dennoch Kraft weiterzugehen und er riss sich zusammen. Das Mädchen schien ihm folgen zu wollen. Sollte sie. Wenn er wieder zusammenbrechen würde, könnte sie ihn dann einfach immer wieder in die Realität zurückholen. 'Realität.', dachte Kross. 'Was ist schon Realität. Vielleicht bin ich ja schon tot und weiß es einfach noch nicht? Das Bewusstsein erfährt es immer zuletzt...' Es war schon ein Wunder, dass er trotz der Schmerzen noch genug Energie für sinnlose, melancholische und leicht philosophische Gedanken aufbringen konnte.

  • Der Fremde bagann schrecklich zu husten, Kohaku befürchtete schon das Schlimmste. Es klang wirklich nicht gut, was er da von sich gab. Er selbst wiederum starrte nur auf seinen Handrücken, wieso konnte die Grünhaarige nicht erkennen. Hatte er eine Wunde? Nun sah er sie wieder an, als würde er ihr gleich antworten, doch stattdessen begann er wieder zu husten. Kohaku spürte wie er immer schwächer wurde, doch sie konnte ihm auch nicht helfen. Nun schien der Mann es endlich geschafft zu haben, dass er ihr auch antworten könnte. Seine Stimme klang nicht gut, als würde er gleich..sterben.. Konnte es sein dass gerade das jetzt geschah? Aber sie konnte verstehen was er ihr versuchte mitzuteilen. >Klinik.. < Er wollte also in..die Klinik. "Klinik?", brachte sie verwirrt hervor. Sie sah aus als hätte sie noch nie etwas davon gehört. Während sich ihrem Kopf wild ihre Gedanken kreisten, entwand sich der Fremde aus ihrer Stütze indem er weiter ging. Erst dann machte es in Kohaku's Kopf >Klick< und sie verstand. "Ja, in die Klinik! Warte, ich komme mit!" Das >Alleine schaffst du es wahrscheinlich nicht.< schluckte sie dabei hinunter, er sah aus wie ein Typ Mensch, welcher ziemlich viel Ehrgefühl besaß. Deshalb wollte sie seinen Stolz nicht verletzten und dachte sich das nur. "ich bringe dich hin.." Nun war sie ganz konzentriert darauf, den Mann, dessen Namen sie nicht wusste, in die Klinik zu bringen. Sie achtete auf ihn, versuchte ihn so gut wie möglich zu stützen. Kohaku bringt Kross in die Klinik. ~


    (Lässt du sie ankommen? ^_^)

  • #10 - {Chlorica & Vishnal}
    » Die Villa


    Nichtssagend, schweigend folgte die Hellhaarige ihrem Mitbewohner, verschloss jedwede Gedanken über ein eventuell beabsichtigtes Ziel, um eine winzige Spannung aufbauen zu können - Schlecht konnte man dieses Anliegen jedoch erfüllen, immerhin trampelte man einen Pfad entlang, der einzig zu zwei Orten hätte führen können: Das trockenste und wärmste aller Monsterareale, die Terrano-Wüste, zum einen und zum anderen der wohl einzige geschlossene Bereich in der Natur, in dem sich Süßwasser - handelte es sich dabei überhaupt um Süßwasser? - sammelte, der Polisee. Ob Vishnal eine unglaublich kraftverzehrende Wüste zum Entspannungsort erklärte? Nein, wohl eher nicht. Ein ungläubiger, an sich selbst gerichteter Blick zeichnete sich in dem Gesicht der Dame ab. Nein, jener Tollpatsch hätte sich wohl kaum in ein derart gefährliches Areal gewagt und das auch noch in Begleitung einer Person, die ihn bei einem falschen Wort an den Kragen gesprungen wäre? Nein. Nein, so war dem sicherlich nicht! Und dementsprechend, die andere Möglichkeit ausgeschlossen, blieb lediglich die Wandertour zu benanntem See - Ein langweiliger Ort, der in aller Stille ruhte, schließlich verschlug es nur die Wenigsten... "Touristen" an dieses Plätzchen, aber wer wusste schon, ob er nicht doch riesiges Potenzial vor den gierigen Augen der Menschheit verbarg? Frischer Wind wehte umher, wühlte Pflanzen, Boden und Haar auf, ließ allerdings mit der Zeit nach und nahm anschließend wieder zu. Nun, was hätte man Anderes auch erwarten können? Jenes Wetter grüßte zuhauf, meist dann, wenn irgendwelche Lebewesen sich an mehr oder minder steilen Hängen versuchten - Man ließe einmal hervor, dass es sich hierbei um einen simplen, geebneten Bergpfad handelte. Letztlich aber trugen sie auch einen gewissen, sanften und wohlriechenden Duft mit sich. Wasser. Auch ein leises Rascheln vernahmen die gespitzten Ohren. In der Ferne - wohl eher eine nahe Ferne - ragte etwas gen Himmel, verlockte die Besucher dazu, das Köpfchen hochzureißen und sich zu vergewissern, was es war, das ebenjenes Ding so verzweifelt versuchte zu berühren. Eine Insel. Groß, nein, weit mehr als nur "groß"! Und eine kuriose Form! Die Walinsel? Desinteressiert wandte die Braunäugige das Haupt, sodass man den dreckigen Grunde betrachtete. Die schwebende Insel. Alle Einwohner Trampolis wussten von ihr. Manche wagten sich sogar hinauf und andere... Andere gefährdeten ihr Leben, indem sie dort hausten, doch dies ist offensichtlich eine andere Geschichte.
    Chlorica stoppte im Gang, als auch ihr Gegenüber es tat und sogleich begann einen Fremdenführer zu spielen, Fragen stellte, die eine elende Stille zerrissen. Ob sie bereits hier war? Die Angestellte im Hause der De Saint-Coquilles schüttelte ihren Kopf und mit ihm setzten sich auch die hellen, langen Strähnen in Bewegung zu setzen - Sie war noch nicht hier gewesen. Warum auch? Immerhin hatte sie nie wirklich die Zeit für eine solche Verschwendung besessen. Früher waren es die alltäglichen Ausflüge in die Nachbarstadt, um der ursprünglichen Arbeit entgegenzukommen, die einen derartigen Aufenthalt unterbanden. Und nun? In dieser Zeit bildete abermals die - teils freiwillige - Arbeit einen schmerzenden Dorn, der sich tief in die Augen bohrte. Genau genommen... Genau genommen hätte sie zwar zahlreiche Möglichkeiten gehabt, das Örtchen aufzusuchen, doch wer dachte schon über einen sich stets gleichenden See nach, wenn es in der nahen Umgebung weitaus interessante Örtlichkeiten gab? »Hätte ich einen Grund dazu?« Trotzig schienen jene Worte, waren sie und entsprachen gänzlich der Wahrheit. Der Blick wanderte wie schon so oft an diesem Tag, wenngleich schon die Nacht versuchte anzubrechen, und dieses Mal nahm er die hölzerne Brücke, die ein jeder Besucher überqueren musste, wenn er zu ihrem jetztigen Standort gelangen wollte, in Augenschein. Stabil. Schick. Vielleicht existierten hier und da ein paar Risse in den tragenden Pfählern, welche den verschiedensten Monsterangriffen zu Grunde lagen. Jene Brücke... Man konnte sicherlich behaupten, dass sie wie ein Bindeglied zwischen Idylle und Zerstörung funktionierte. Eine schreckliche Funktion, wenn man so wollte, nicht wahr? Kurz darauf setzte man sich in Bewegung, näherte sich Stück für Stück dem eigentlichen Ufer, bis dass das eigene Aussehen von der unruhigen Wasseroberfläche reflektiert wurde. Erschreckend wie schnell die Zeit verging.

  • Unglaublich, es schien tatsächlich als wäre Chlorica noch nie hier gewesen! Da hatte sie aber wirklich etwas verpasst, zum Glück hatte Vishnal die schlaue Idee sie zum Polisee zu bringen, sonst hätte sie womöglich ihr ganzes Leben gelebt ohne auch nur ein einziges Mal herzukommen, und was wäre das für ein Leben gewesen? »Natürlich hättest du einen Grund dazu!«, entgegnete der Blauhaarige ihr empört. »Da wäre zum Beispiel.. also...« Ratlos sah der Butler sich um. Er wusste, dass dieser Ort zumindest für ihn etwas ganz Tolles war, aber wieso? Was machte diesen Ort so großartig? Er wusste es nicht und konnte seiner Begleitung demnach auch keine Antwort auf die Frage geben, die wahrscheinlich sowieso keine Antwort verlangte. Die Lilahaarige schien nicht so angetan von dem kleinen See zu sein, sie blickte nur ausdruckslos auf die Wasseroberfläche. Oder war sie überhaupt ausdruckslos? Vishnal konnte ihr Gesicht momentan immerhin nicht sehen, sie hätte sich auch ins Fäustchen lachen können und er würde es nicht mitbekommen. Aber das erscheint ihm dann doch ein wenig unrealistisch. Ja, wahrscheinlich verzog sie keine Miene, während sie in das für sie unwichtige Wasser blickte. Das würde wohl am besten zu ihr passen. »Der See! Der See ist ein Grund hierher zu kommen!«, stieß der Mann dann plötzlich aus, bevor auch er sich zu Chlorica ans Ufer gesellte und gemeinsam mit ihr ihre Reflektionen beobachtete. »Das heißt, so lange du Gewässer magst. Vielleicht hast du ja auch Angst vor Wasser, weil du in deiner Vergangenheit mal fast ertrunken wärst, aber ich hoffe wirklich nicht, dass das passiert ist.« Einen anderen Grund gäbe es immerhin nicht, Seen nicht zu mögen. Jedenfalls fiel Vishnal kein anderer plausibler Grund ein.