Beiträge von Airedale

    1159-anette-png[Anette] & Danny


    Die Briefträgerin konnte zunächst nicht anders als ihr Gegenüber verdutzt anzublinzeln. Sie hatte nicht wirklich damit gerechnet richtig zu liegen und entsprechend dauerte es auch einige Sekunden bis die Nachricht, die Bestätigung, bei ihr angekommen war. Ihre Gesichtszüge durchgingen dann allerdings verschiedenste Emotionen, so fing es bei Überraschung an, die sich schnell Freude und anschließend auch Stolz überging. Gleich darauf plusterte das Blondchen sich auf, Brust raus, Kinn und Näschen nach oben, ein keckes Grinsen auf ihren Lippen. »Hehe..!«, sie warf ihm einen frechen Blick zu und piekste ihn ein, zweimal mit dem Ellenbogen in die Seite, »wie war das nochmal mit "Du weißt absolut gar nichts über mich"? Allem Anschein ja doch!« Anschließend schloss Anette die Augen, genoss den kleinen Erfolgsmoment, ehe sie sich erneut in die Stuhllehne warf und zu kippeln begann. Blaugrün, huh? Oh ja, das passte zu ihm! Warum konnte sie zwar immer noch nicht wirklich sagen, aber das spielte ja auch keine Rolle mehr. »Okay Danny, du hast versprochen, mir dein Lieblingsessen zu verraten, wenn ich richtig tippe, also los!« Was es wohl war? Die Knödel vielleicht? Nein... Sie schüttelte den Kopf. Das konnte nicht sein. Niemand würde einfach so kampflos sein Leibgericht aufgeben! Zumindest hätte sie das nicht gekonnt. Nicht ganz ohne Zögern.
    »Nicht gemein?«, wiederholte sie seine Worte bezüglich des Kuchens und zog eine Schnute, »Das ist sowasvon gemein! Du kannst doch nicht einfach die Stadt verlassen, weil mein Kuchen nicht lecker war! Das wäre so... so gemein halt..!« Allmählich begann sie ihren Vorschlag zu bereuen. Ein Kürbiskuchen nach Anette-Art war nun definitiv nicht so schlecht, dass man ihn alternativ auch als Häufchen Elend hätte bezeichnen können, aber er hätte bei weitem auch nicht ausgereicht, um Danny von der Grandiosität dieser Kuchenart zu überzeugen und... irgendwie... irgendwie hatte sie ja doch Angst davor, dass es ihm nicht schmecken würde...

    1159-anette-png[Anette] & Danny


    »Ein Ratespiel?!«, es war ein seltsamer Mix aus Verdutztheit, Begeisterung und Empörtheit, der da aus ihrem Mund prasselte, als Danny einer Antwort auswich, um ihr stattdessen eine Aufgabe zu stellen. Sogleich zog Anette die Augenbrauen in die Höh' und runzelte die Stirn. Sie ließ sich in den harten Holzstuhl fallen, drückte ihren Körper gegen die Lehne und wippte hin und her. »Hmm... Dannys Lieblingsfarbe...«, murmelte sie dabei, während ihre Äuglein sich auf einen zufälligen Punkt an der Decke fixierten. Sie war diejenige gewesen, die das Thema überhaupt erst aufgeworfen hatte, aber das hieß bei weitem noch nicht, dass sie auch nur die leiseste Vorstellung von einer Antwort hatte. Zunächst warf sie ihm aus den Augenwinkeln einen Blick zu, raufte sich dann jedoch immer noch ahnungslos durch die Haare. Sie würde einfach - wie so oft - ihrem Bauchgefühl folgen und ins Blaue hineinraten müssen. »Ich sage... blau! Oder grün! Blaugrün! Ich weiß nicht, die passen irgendwie so zu dir.« Anschließend ließ die Briefträgerin von der Tischkante ab, sodass sie mitsamt Stuhl ruckartig zurück nach vorne klappte. »Oh, aber so ein Rotbraun könnte ich mir auch ganz gut vorstellen...«

    Haach, es gab so viele Optionen und irgendwie schien keine plausibler als die andere... Noch immer nachdenklich gestimmt schob Anette sich den nächsten Knödel in den Mund, auf dem sie auch gleich munter rumkaute. Gerade als sie diesen jedoch schlucken wolte, entkam ihr ein entsetztes »WAAS?!«, dicht gefolgt von einem Hustenanfall ausgelöst durch die verschluckten Reste. Entsprechend hastig griff sie nach dem nächstbesten Glas Wasser. Hatte er gerade... Hatte er ihr gerade auf die selbstverständlichste Art und Weise direkt ins Gesicht gesagt, dass er noch nie Kürbiskuchen probiert hatte? Blinzeln. Irgendwie fehlten ihr die Worte. Nicht dass sie nicht wusste, dass unterschiedliche Menschen unterschiedliche Geschmäcker hatten, aber... Das musste sie sofort ändern! Kürbiskuchen war GÖTTLICH! Nun, zumindest der ihrer liebsten Ma. Der Gedanke an ihren eigenen allerdings... »Wie gemein!!«, entgegnete sie dem Verkäufer auf seine Drohung und plusterte schmollend die Wangen auf, ehe sie ihre Finger, dickköpfig wie sie war, in den Saum seines Ärmels grub. Natürlich war ihr klar, dass er scherzte und sie aufzog. Ebenso war ihr klar, dass er bestimmt nicht wegen eines verbockten Kuchens die Stadt verlassen würde. Aber... Auch wenn es nur ein Scherz war, sie wollte keinesfalls, dass jemand, egal wer, wegen ihr wegzog.

    1159-anette-png[Anette] & Danny


    Natürlich war es ihr bewusst. Dass sie den Blonden nicht wirklich kannte. Sie war vielleicht ein Naivchen, aber auch dem kleinen Kind in ihr war sehr wohl klar, dass ihre Beziehung nicht mehr als eine oberflächliche Bekanntschaft war. Es war ihr klar, dass sie sich viel zu schnell und viel zu herzlich an Leute hing, aber... es so direkt gesagt zu bekommen... Sie legte ihr neuestes Knödelopfer zurück auf den Teller, das Besteck an die Seite und blickte fast schon ein wenig entmutigt in ihr Soßenspiegelbild. »Du bist nett«, schnellte es anschließend hervor, sowohl in ihren Augen, als auch ihrer Stimme blitzte eine gewisse Dickköpfigkeit auf. Danny war nett, er war sympathisch, er war kein Fiesling im Schafspelz; da war die Briefträgerin sich sicher. Nicht nur hatte er ihr seine Knödel überlassen, sondern sie auch damals am Großen Baum vor der gruseligen, gehörnten Fee verteidigt! »Und überhaupt«, mit einem Schwung drehte Anette sich zu ihrem Gesprächspartner und starrte ihm fest entschlossen direkt in seine rosabraunen Augen, »wenn ich so wenig über dich weiß, dann ist es Zeit, dass du mir etwas über dich erzählst! Was ist deine Lieblingsfarbe? Und Essen? Was machst du, wenn du nicht hinter diesem stickigen Tresen hocken musst? Und.. und... ähh..« Sie verzog angestrengt die Miene und verschränkte die Arme vor der Brust. Es gab so viele Dinge, die sie hier hätte fragen können und doch kam ihr nichts passendes in den Sinn.

    Dann allerdings spürte sie - zum wiederholten Male - seine Hand auf ihrem Kopf, wie er sie ähnlich wie ein Tierchen oder gezähmtes Monster tätschelte. Es war ein komisches Gefühl und ehrlich gesagt war sie sich in diesem Moment auch nicht sicher, ob er sie überhaupt für voll nahm - Gleichzeitig war es aber eine warme, sanfte Hand. Zumindest deutlich wärmer und sanfter als die verbliebenen Regentropfen, die noch in ihren Haaren nisteten. »Ich könnte dir..!«, sprang das Mädchen sogleich voller Enthusiasmus auf, versteinerte jedoch noch mitten im Satz, als sie bemerkte, dass sie... eigentlich gar nicht wusste, was sie ihm hätte gutes tun können. Das war die harsche Realität, mit der er sie zuvor konfrontiert hatte. »Ähhh...«, überfordert starrte sie erneut auf ihren Teller, grübelte und grübelte, ehe sie sich irgendwann fingerschnipsend zurück an den Lockenkopf wandte, »Sag, magst du Kuchen? Kürbiskuchen um genauer zu sein?« Irgendwo im Chaos ihres Zimmers lag Mamas Rezept vergraben und, wer weiß, vielleicht konnte Danny sich ja für das Werk einer wahrlich schlechten Bäckerin begeistern?

    1159-anette-png[Anette] & Danny


    Mit schwungvollen Griffen riss Anette sich Mantel und Mütze vom Leib, um sie kurz darauf unsanft über die nächstbeste Stuhllehne zu werfen. Gleichsam eines Tieres schüttelte sie wild ihr Köpfchen, sodass unzählige Wassertropfen durch die Gegend spritzten und für einen kleinen Regenschauer sorgten, der sich sowohl über dem Tisch, als auch ihrem Sitznachbaren ergoss. Anschließend schob sie sich den Pony nach oben hin aus dem Gesicht, umklammerte Messer und Gabel und ließ sich erstaunlich entspannt in den erwählten Stuhl neben Danny plumpsen. Noch bevor ebendieser seine Zahlungsaufforderung komplett ausgesprochen hatte, unterbrach die junge Dame ihn jedoch mit einem zuversichtlichen »Mach dir darüber keine Sorgen!«, unterstützt durch einen hochgestreckten Daumen, welchen sie ihm grinsend unter die Nase hielt. Sie war bei weitem nicht der größte Verdiener und es gab so einiges, das sie sich selbst nach Monaten des Sparens nicht leisten konnte, aber für ein leckeres Feierabendessen hatte sie immer genug Münzen parat! Ganz davon einmal abgesehen, dass sie genau diese Bestellung schon seit Sonnenaufgang beabsichtigt hatte.
    Was sie da eindeutig stärker aus der Bahn warf, war die darauffolgende Frage des blonden Verkäufers. »Eh..?«, sie verzog die Miene und blinzelte ihr Gegenüber verwirrt an. Was für eine komische Frage. »Alsooo... ich kenne deinen Namen und deine Stimme, ich weiß wie du aussiehst und dass du Danny aus dem Warenhaus bist - Ich würde sagen, das ist bekannt genug! Und außerdem...«, das Fräulein unterbrach ihre säuselnde Aufzählung, um mit der Gabel einen der Knödel aufzuspießen und sich diesen ohne irgendeine Form der Zurückhaltung in den Mund zu stopfen, »haft du mir Knöbbl gegebem!« Kaum gesagt, wandte sie sich auch schon wieder von ihrem Gesprächspartner ab, um, noch immer kauend, schon das nächste Bällchen in Soße zu baden und so für den Verzehr bereit zu machen. Ihr Gesichtsausdruck wirkte friedlich, beinahe so als wäre sie die Entspanntheit in Person. Die Welt war schön, die Welt war heile. Sie hatte ihr übliches Mittagessen, einen Sitzplatz und sogar Gesellschaft.

    1159-anette-png[Anette] & Danny


    Es war eine absurde Szene, die sich da darbot. So wie das Blondchen mitten im Speiseraum, umgeben von zahlreichen Gästen, stand, wie sie der Bestellung eines vermeintlich Fremden quasi Löcher in die Materie starrte und dabei so vertieft war, dass all dies in den Hintergrund und somit aus ihren Gedanken rückte. Es war eine Szene, die, anders als man denken konnte, nur wenige Sekunden umspannte - Wenige Sekunden, die in ihrer Lachhaftigkeit jedoch so lange anhielten, dass sie dem Ganzen unausweichlich eine peinliche Note verliehen. Tatsächlich lag Anettes teils reuevoller, teils enttäuschter Blick nicht allzu lange auf den Klößen, da der Klang ihres eigenen Namens sie an den Füßen zurück in die Realität schleppte, bevor es noch mehr werden konnten.

    Gott! Sie spürte die Wärme ihre Wangen erobern. Wie unangenehm! Warum mussten ihr solche Missgeschicke immer in--- Moment mal. Ihr... Name? Die Briefträgerin hielt einen kurzen Moment inne, ehe sie sich neugierig zum Quell des Grußes wandte. Zottelige, blonde Haare, die perfekt zum Durchwuscheln einluden, eine Stimme, die nicht unbedingt begeistert klang, und die Tatsache, dass man ihrem Gesicht den Namen der lokalen Postbotin zuordnen konnte. Nicht viele Seelen Trampolis konnten diese Kriterien erfüllen, um genau zu sein fiel Anette da auch nur eine einzige Person ein: »Danny!«, stieß sie zu gleichen Teilen feststellend, überrascht und irgendwie auch erfreut aus - Immerhin hatte sie keinem kompletten Fremden das Essen weggestarrt! Oh Mann, das letzte, was sie gewollt hätte, wäre noch eine gruselige Person zu verärgern. Danny, allerdings, Danny hatte zu flauschige Haare, um in irgendeiner Form noch gruselig zu wirken. Und einen niedlichen Namen. Kein gruseliger Raufbold hieß Danny.

    »Darf ich?!«, zunächst hellauf begeistert streckte sie die Hand nach einem der Knödel aus, zog sie nur einen Augenblick später jedoch zögerlich zurück, »Ähh... Ich meine... Du hast dafür bezahlt, also sind es deine! Und sie haben das Anette-Gütesiegel für Köstlichkeit, also lass sie dir auch schmecken!« Er war zuerst da, er hatte sie verdient. Diese leckeren Knödel. Sie würde sich zur Abwechslung einfach mal ein anderes Feierabendgericht bestellen! Anders als diese Knödel. Diese wahnsinnig verlockenden Knödel. Mit ihrer kräftigen Farbe und dem schmackhaften Glanz und dem angenehm warmen Duft und... Verdammt. »Einen einzigen vielleicht..?« Sie konnte nicht widerstehen. Nicht wenn sie so... so verführerisch vor ihr lagen. Verdammt seid ihr, Semmelknödel! Als sie dann jedoch bemerkte, dass Danny den Teller bereits in ihre Richtung gestupst hatte, weiteten sich ihre Augen, jedwede Trauer sofort durch ein helles Strahlen ersetzt. Ohne groß einen weiteren Gedanken an Manieren zu verschwenden, fiel das Fräulein ihrer Bekanntschaft um den Hals - Natürlich ohnesich vorher den durchnässten Klamotten zu entledigen.

    1159-anette-png[Anette] & Dannys Bestellung


    Es klebte. Allesklebte. Die Haare in ihrem Gesicht, die oberste Kleidungsschicht, der Notizzettel, auf dem die heutigen Austragungen vermerkt waren... Oder es zumindest einmal gewesen waren, denn mehr als ein paar verschwommene Schnörkel konnte man selbst mit einer Lupe nicht mehr erkennen. Das kleine Fräulein stand nur wenige Schritte von der hiesigen Taverne entfernt, damit beschäftigt, den Saum ihres roten Mantels auszuwringen. Ihr Anblick hatte dabei durchaus etwas gemein mit dem eines nassen Pudels, der einzige Unterschied, dass ihre Miene weitaus hätte grimmiger sein können. Diese schien nämlich unbeirrt wie eh und je, als hätte Mutter Natur sie auf ihrem morgendlichen Rundgang nie mit einer Dusche überrascht. Wahrscheinlich freute sie sich sogar über diese nette Geste - Warum sonst wäre sie schnurstracks in Richtung Mittagessen gerannt, ohne auch nur einen Gedanken an einen Kleiderwechsel zu verschwenden? Ihr wertes Heim war doch quasi gegenüber von dem Wirtshaus! Anette sah ihr Großmütterchen schon förmlich mit dem Finger wedeln und sie tadeln, "Mein Kind, nu' fang dir doch keine Erkältung ein!", aber das kümmerte sie in jenem Moment nur wenig, eher noch brüstete sie sich damit, dass sie schon weitaus schlimmere Wetterlaunen unversehrt überstanden hatte, ohne Kratzer und ohne auch je ein Anzeichen einer Krankheit davongetragen zu haben. Und sowieso, es war ja nicht so, dass ihre Klamotten wirklich an ihr klebten, sie könnte sie ja auch einfach so abstreifen. Und die Haare? Pah, so ein paar nasse Strähnen würden der wetterfesten Anette schon nichts anhaben! Der Abstecher nach Hause schien ihr daher absolut unnötig - Ihrem Magen übrigens auch, dem war seine wohlverdiente Belohnung nämlich wichtiger.

    Mit einem schwungvollen Satz und einem noch schwungvolleren »Hallo!!« trat das Blondchen entsprechend in die Schenke ein und wurde auch sogleich von einer der vielen bekannten Bedienungen in Empfang genommen. »Den üblichen Teller bitte!«, ihr stand eine gewisse Vorfreude im Gesicht, wie die Augen eines Welpen... Zumindest bis ihr Gegenüber ihr etwas verlegen, etwas entschuldigend mitteilte, dass das nicht möglich sei, weil die Semmelknödel aus seien - Ja, ihre geliebten Semmelknödel. Die, die sie so wahnsinnig gerne nach dem Dienst bestellte. Genau die. »Ich--«, begann die Briefträgerin ein wenig zögerlich, »...Schon okay.« Eine mehr als offensichtliche Lüge. Die Enttäuschung war nicht zu verbergen, der Anblick schien der Kellnerin fast noch deprimierender als das nasse Häufchen Elend, das einst Anettes Bommelmütze war. Doch gerade als die Dame ihr stattdessen das Gericht des Tages schmackhaft machen wollte, erspähte die Botin aus dem Augenwinkel eine weitere Bedienung, die... die letzte Portion Knödel einer anderen Person servierte?! Fast schon automatisch trat das Fräulein einen Schritt zur Seite, geradewegs an ihrer Gesprächspartnerin vorbei, und folgte der ersehnten Speise bis zu einem einsamen Tisch in der Ecke. Ihr Blick klebte an den Bällchen, dessen herzhafter Geruch ihr in der Nase kitzelte und das Wasser im Munde zusammenlaufen ließ. Zweifellos ein (noch) recht schamloser, sehnsüchtiger Blick. So sehnsüchtig, dass sie weder das bekannte Gesicht zu Tisch, noch die Ungeschicklichkeit der Situation wirklich bemerkte. Das hätten ihre Knödel sein können. Es hätten ihre sein können, wäre sie auch nur ein paar Minuten früher da gewesen. Es hätten...

    BÄÄM!!
    Wären die Damen so lieb und würden mir Anette einmal Meinen Sie: zum hundersten Mal überlassen? Da der Stecki eh meiner ist, würde auch alles so bleiben ♥


    Feml, du kannst uns doch nicht so offensichtlich verraten. Stop.

    #29 - Raven & Kyle

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    Früher war hier mal mehr los... Raven unterdrückte ein sarkastisches Schmunzeln, welch' melancholische Worte ihr da zu Ohren gekommen waren. »War es je anders?«, entgegnete sie ihm nuschelnd und grub das Kinn sogleich noch tiefer in den weichen Schal. Egal in welchen Erinnerungen sie auch kramte, egal in welchen Jahreszeiten sie auch spielten, in ihren Augen hatte sich hier nichts verändert. Gut, vielleicht lag dies auch daran, dass sie die Farm lange Zeit gemieden hatte, aber dennoch blieb die Frage: Hatte sie jemals einen der Farmer bei der Arbeit oder überhaupt auf dem Gelände angetroffen? In dieser Hinsicht glich das Treffen beinahe einem Wunder.

    Als besagter Herr jedoch sein Schicksal lamentierte, wandte die Halbelfe das Augenmerk erstmals von den kargen Feldern ab - Zuvor hatte sie lediglich auf sein Gesicht geachtet, doch nun wo er das Thema Kleidung ansprach, konnte sie nicht anders als ihn erneut, und diesmal in seiner Gänze, zu mustern. Ein Fehler, wie sie wenig später feststellen musste. Der Rotschopf zog überrascht eine Augenbraue hoch, »Leichtsinn oder Lebensmüdigkeit? Ich bin mir nicht sicher«, seufzte sie. Allein der Anblick des sichtlich demotivierten jagte ihr einen kalten Schauer über den Rücken, als hätte die Temperatur plötzlich einen großzügigen Sprung nach unten gemacht. Welcher gesunde Mensch hielt es für eine gute Idee, im Winter mit nichts als einem Leinenhemd durch die Gegend zu wandern? Instinktiv löste Raven die Schlaufe ihres Schals und warf ihn dem Fremden kommentarlos über den Kopf - Das Farmhaus war quasi direkt hinter ihnen und sie war sich sicher, dass er sich jederzeit hätte eindecken können, aber der Anblick... ja, der tat ihr fast persönlich weh. So sah er wenigstens annehmbar aus, nicht perfekt eingepackt, aber immerhin annehmbar genug, dass ihr gleich wieder ein wenig wärmer wurde.

    »Tut mir leid dich enttäuschen zu müssen, aber ich kann mir durchaus besseres vorstellen«, beispielsweise daheim, vor dem Schmiedeofen, oder alternativ in den heißen Quellen des Badehauses. Hach, wie gerne wäre sie jetzt an einem der beiden Orte gewesen! Die Schmiedin schüttelte den Kopf und wandte sich wieder ab, ehe sie nachdenklich »Ein... Spaziergang, mehr nicht« anfügte.

    #9 - Sushi-Restaurant - Yuzuki & Komari

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    Der Blick in ihren Augen, die niedliche Stimme, das schelmische Grinsen. Noch bevor das Mädchen seinen überaus kurzen Spitznamen ausgesprochen hatte, konnte der Restaurantbesitzer bereits erahnen, was da in nächsten Momenten auf ihn zukommen würde. Dass sie ein Anliegen hatte war offensichtlich, dazu brauchte es weder die gemeinsame Vergangenheit, noch eine hervorragende Menschenkenntnis. Er war für gewöhnlich keine Person, die viele Bitten abschlug, wahrscheinlich war Komari sich dessen auch bewusst und entsprechend aufmerksam lauschte er also ihren folgenden Worten. »Zeit? Nun...«, nahezu automatisch wanderte sein Blick zu der alten Wanduhr, die gemütlich ihre Zeiger vor sich herschob, und wollte gerade fortfahren, als er diesen wieder senkte.

    Jeder Mucks, den er hätte von sich geben können, verstummte noch bevor er die Kehle erreicht hatte, zurück blieb lediglich ein perplexes Blinzeln. Vielleicht war es das erste Mal an jenem Tag gewesen, dass er ihr genauer ins Gesicht geschaut hatte, und wahrscheinlich war es auch das eine Mal, dass er dies bereut hatte - Ihn begrüßte nämlich ein zuckersüßer Welpenblick, ein guter Bekannter aus alten Tagen. Überrumpelt, fast schon hastig wandte er seine Augen von ihr ab, ehe er das Gesicht in einer Hand vergrub. »Dieser Blick...«, entgegnete er ihr kopfschüttelnd, eine Prise Kapitulation in der Stimme, »Früher wie heute, immer noch makellos.« Sogleich entkam ihm ein Seufzer, dicht gefolgt von einem leichten Schmunzeln. Welch' eine gruselige Waffe ihre braunen Rehaugen doch waren... »Wie es der Zufall will, könnte ich bis heute Abend Zeit für dich schaffen. Aber auch in den kommenden Tagen ließe sich sicherlich etwas arrangieren.«

    #28 - Raven & Kyle

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    Raven seufzte. Winter. Sie verabscheute jene Jahreszeit. Von den eiskalten Winden, die einem erbarmungslos in das Gesicht schlugen, zum grauen Himmel, dem man sämtlichen Tatendrang geraubt hatte, und nicht zu vergessen der unerträglichen Kälte, die dem Phönix schon von Natur aus zuwider war. Sicher, der Winter hatte seine guten Seiten und die Landschaften, die sein Schnee jedes Jahr aufs Neue verzauberte waren atemberaubend schön - Nur... dass Raven sie eben viel lieber von der anderen Seite des Fensters, aus einem gemütlich warmen Gebäude heraus genoss. Und doch war sie hier, stakste ziellos durch die bald weißen Landschaften. Ihr kleiner Spaziergang führte sie quer durch das Dorf, mal hier, mal da, wo auch immer die Ruhe sich gerade anbot. Entsprechend war die Farm nur eine von vielen Stationen gewesen und eigentlich hatte die Halbelfe beabsichtigt, schnell am Farmhaus vorbeizuziehen - Eigentlich.

    Die meiste Zeit über war ihr Blick gesenkt gewesen, beobachtete den recht uninteressanten Weg vor ihren Füßen, doch als das Geräusch einer Tür an ihre Ohren drang, konnte sie nicht anders als stehenzubleiben. Neugierig sah sie hoch, beinahe erwartungsvoll als besagte Tür zurück ins Schloss fiel - Und irgendwie konnte Raven den bitteren Geschmack nicht loswerden, der mit der Silhouette hervortrat. Ob es die Person war, auf die sie gehofft hatte? Nein. Natürlich war es nicht ihr besonderes Schäfchen gewesen. Abermals seufzte sie, sie würde wohl einen Tag länger auf die längst überfällige Aussprache warten müssen. Alles andere wäre schließlich ein lächerlich glücklicher Zufall gewesen - Und solche Zufälle passierten einfach nicht, schon gar nicht auf einem einfachen Spaziergang.

    Dennoch folgte ihr Augenmerk aufmerksam dem Farmer, welcher sich schnurstracks zu den Feldern begeben hatte. Nach einer kurzen Weile des Beobachtens entschied der Rotschopf sich kurzerhand dazu, diesem Herren Gesellschaft zu leisten, und stellte sich zunächst stillschweigend neben ihn. Die Hände waren tief in den warmen Manteltaschen vergraben, der Blick glitt ausdruckslos über die Felder vor ihnen. »Dass hier noch jemand lebt...«, begann sie leise und warf ihm einen knappen, entfernt amüsierten Blick zu, »Das scheint mir nicht die ideale Jahreszeit für Farmarbeit zu sein.« Irgendwie entlockte es der Elfe ein Schmunzeln, welches sich jedoch, sicher in einem weichen Schal verpackt, außerhalb der Reichweite sämtlicher Augenpaare befand.
     

    #6 - Anette & Danny

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    Anette konnte nicht anders, als ihr Gegenüber verwundert anzustarren, als dieses sich nervös abwandte. In ihren großen, beinahe unschuldigen Augen lag ein gewisser Hauch an Ratlosigkeit, der aber schon wenige Sekunden später von dannen ziehen sollte. »Danny, also?«, wiederholte sie abermals eifrig nickend, ehe sie plötzlich die Hände zusammenlegte und in einer quietschfidelen Singsangstimme fortfuhr, »Wie niedlich!« Sie hatte mit vielem gerechnet, der Mann vor ihr erweckte eher den Eindruck eines "Noah" oder "Leander", aber je länger sie darüber nachdachte, desto passender kam ihr der Name vor - Auf eine äußerst seltsame und, naja, niedliche Art und Weise eben! Anschließend verschränkte das Blondchen die Arme vor der Brust, ein wenig nachdenklich blickte sie zu Boden, bevor sie sich fingerschnipsend wieder an ihn wandte, »Danny... aus dem Warenhaus?« Ihre Stimmlage hatte etwas von Unsicherheit, doch noch viel ersichtlicher war ein Gefühl von Triumph. Es war nur einer von vielen Namen, den sie täglich an Trampolis Briefkästen erspähen konnte, aber nach all den Jahren im Dienst, waren solche Zuordnungen doch ein Klacks!
    Entsprechend skeptisch war also der Blick, den sie Danny zunächst zuwarf, nachdem dieser ebenjenes Warenhaus für die Kleidersuche vorgeschlagen hatte. Seit wann boten sie sowas an..? Einige Sekunden hinweg grub die Botin sich durch ihre Erinnerungen, wimmelte den Gedanken letztlich aber schulterzuckend ab - Sie hatte keine Ahnung, dafür ließ sie sich zu selten dort blicken. Der andere Vorschlag hingegen... Nun, sagen wir, dass Anette aufgeregt auf und ab sprang, sich augenblicklich bei ihm einhakte und schließlich umher wirbelte, den freien Arm entschlossen in die Luft gestreckt, »Auf, auf, Danny! Platz des Volkes heißt unser Ziel!«


    ► Der Platz des Volkes

    Ich würde gerne Ja sagen, aber tatsächlich hatte sie dieses Mal recht wenig damit zu tun |D

    Hier ist jedenfalls der Stecki!


    Raven 
    [IMG:http://4.bp.blogspot.com/-8_og4yZDQwM/TWOFByBzONI/AAAAAAAAACk/IlzuYuAy618/s1600/raven.png
    Spitzname: -
    Altersstufe: Erwachsene
    Geburtstag: 29. April
    Herkunft: Die Waldstadt
    Wohnsitz: Die Schmiede
    Arbeit: Schmiedin
    Familie: Unbekannt bzw. keine Erinnerungen an diese
    Info: Raven ist zur einen Hälfte Elfe, zur anderen ein Phönix. Bevor sie sich mit den restlichen Bewohnern Alvernas den Weg nach Trampoli frei gekämpft hatte, erwachte sie komplett erinnerungslos - nicht einmal die eigene Familie blieb ihr im Gedächtnis - und lediglich mit einigen wenigen Grundkenntnissen in völliger Wildheit nahe der später abgebrannten Waldstadt. Nachdem sie nun in Trampoli angekommen sind, Raven jedoch zum Großteil ihrer damaligen Freunde kaum noch Kontakt hat, hat sich die Dame aufgrund ihrer Verschlossenheit vorgenommen, ein wenig offener für neue Kontakte zu werden - Wenngleich sie damit zuweilen noch einige Probleme besitzt und sich nach den jüngsten Ereignissen wahrscheinlich sogar noch mehr zurückgezogen hat. Sie hat es sich zum Ziel gemacht, mehr über ihre Vergangenheit oder ihre Monsterhälfte zu lernen und ist zudem eine Nichtschwimmerin.
    Charakter: Raven ist eine verschlossene Person, die eher unzugänglich erscheint, und obwohl sie versucht, dies zu ändern, fällt ihr die Kontaktaufnahme zu anderen Person schwer - Meistens endet es nämlich darin, dass diese stille Persönlichkeit ungewollt einen genervten, sarkastischen und/oder sehr direkten Kommentar von sich gibt und wenn sich dabei jemand verletzt fühlt... Nun, sie würde sich wohl auf die Lippe beißen und es bereuend weggehen. Dazu sei gesagt, dass sie recht ernst erscheint, zur Außenwelt hin eventuell auch desinteressiert bezüglich dem Großteil der Welt, in Wahrheit jedoch ist Raven allerdings äußerst nachdenklich und empfindlich, ja, vielleicht sogar recht mädchenhaft, was die harte Schale wohl kaum vermuten lässt - Dennoch: Ein seltenes Lachen ist goldwert, nicht? Nichtsdestotrotz ein mutiger Charakter, der in Notsituation gerne auch einmal die Führungshand übernimmt.
    Hobbies: Hat neuerdings die Handwerkskunst (im Sinne von Schmuckstücken) für sich entdeckt, restliche Zeit verbringt sie meistens in der Natur, unter einem Baum, wo es dann die Ruhe zu genießen oder ein nettes Buch zu lesen gilt
    Vorlieben: Sommerwärme |Sternenhimmel | Wind in den Haaren | Umgebung zahmer Monster | Das Gefühl eines Erfolgsereignisses | Simple Schmuckstücke | Herzhafte Speisen | Geduld | ...
    Abneigungen: Starker Regen | Tiefe Gewässer | Menschenmassen | Enge | Zugemüllte Orte | Prunk & Pracht | Bittere Speisen | Arroganz | Übermut | ...
    Berufung: -
    Zauber: Feueratem
    Waffen: Langschwert
    Gezähmte Monster: -
    Heldengrad: [IMG:http://i55.tinypic.com/11guh3s.png]
    Vergeben an:  Airedale

    Zuletzt gespielt von:  

    #5 - Anette mit Danny

    [IMG:http://fs5.directupload.net/images/161229/isepckct.png]

    »Ein Maskenball?« Wie überaus romantisch! Anette nickte fleißig, während sie sich in ihren Vorstellungen die Feier in schönsten Farben ausmalte. Ein Maskenball! Sie wiederholte dieses Wort immer und immer wieder. Prunkvoll und prächtig, elegant und mysteriös - In jenen märchenhaften Geschichten, und davon hatte Anette in ihrer Kindheit genug verschlungen, verbarg ein solches Ereignis häufig eine schicksalhafte Begegnung. Wie der Prinz erstmals seinen Blick auf eine atemberaubende Schönheit warf, wie er sich ganz galant vor ihr verbeugte und sie zum Tanze einlud, wie... »Haaach... Das wäre so schön«, entkam es dem Blondchen, so wie sie ihre Geschichte weiterspann. Natürlich wär das Mädchen nicht dumm, sie wusste, dass ihr sowas nie im Leben wiederfahren würde, dass Märchen bloß Märchen waren. Sie war keine Prinzesin, geschweige denn eine würdevolle Dame, die des Anschmachtens würdig war - Sie war Anette, von den Gemeinen.

    Als ihr Gegenüber jedoch einen Seufzer entließ, kamen all ihre Visionen zum Halt und das Fräulein stemmte die Hände beinahe eingeschnappt in die Hüfte, plusterte die Wangen auf, »Das ist nichts, was sich nicht einfach ändern lässt!« Sogleich stapfte sie zu dem Mann, griff nach dessen Hand und schüttelte diese, als hätten all die vorigen Ereignisse nie stattgefunden, »Ich heiße Anette. So. Jetzt weißt du, wer ich bin, also musst du mir auch deinen Namen verraten!« Mit einem entschlossenen Blick sah sie ihm tief in die Augen, sie wollte ernst wirken, brach jedoch bald schon in ein freudiges Kichern aus. »Außerdem... Will ich doch wissen, wem ich zu danken habe.« Auf seine nächste Aussage hin, lehnte die Briefträgerin sich ein wenig vorne, hob "tadelnd" den Zeigefinger in die Höh', »Na und? Ich auch nicht! Aber auch das kann man ändern«, ein freches Grinsen, ehe sie sich umwandte und grübelnd in den Himmel blickte. Ein wenig verlegen flüsterte sie: »Wo... Wo kann man sowas hier überhaupt kaufen..?« Es war fast schon wunderlich, wie schnell das Mädchen zwischen verchiedensten Gemütszuständen wechselte.

    #8 - Sushi-Restaurant - Yuzuki & Komari

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    Stutzig blickte der Restaurantbesitzer seine Kindheitsfreundin an. Gerade noch hatte er in Gedanken über Veränderungen philosophiert, weckten ihn nun Komaris zarte Fingerchen aus jener wirren Welt. Ihre Hand war so klein, so warm. Der Höflichkeit halber erwiderte er ihren Druck, doch kaum waren diese kurzen Augenblicke verstrichen zog Yuzuki seine Hand zurück. Sie war warm, ja, fast schon heiß. Er schenkte ihr ein beruhigendes Lächeln und faltete die Finger auf dem Schoß ineinander - Dort, wo sein Gast sie nicht hätte erreichen können. Seltsam, nicht wahr? Schließlich hatte er sie kurz zuvor noch an der Hand in das Herz des Betriebes geführt. »So viel bin ich einer guten Freundin doch schuldig«, er bediente sich nicht mehr als eines knappen Räusperns bevor er fortfuhr, nicht weiter auf jene... Kleinigkeit einging, »Sorgen lassen sich schließlich am besten teilen.« Daraufhin hielt der junge Mann einen Moment inne und unterdrückte einen Seufzer. Mit Worten wie diesen wäre er gerne auch seiner liebsten Schwester entgegen gekommen, wäre sie ihm in letzter Zeit bloß nur über den Weg gelaufen. »In dem Sinne... Dürfte ich dich fragen, wann genau dein großes Abenteuer starten wird?«

    #4 - Anette mit Danny (& Ondorus)

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    Dem Fräulein schlich eine unangenehme Röte auf die Wangen und je mehr mehr sie über den Ursprung des Konfliktes grübelte, desto intensiver wurde sie. Eigentlich war es nichts neues für sie, dass andere sich von ihrer energetischen Stimme gestört fühlten, im Grunde war jene Erkenntnis sogar echt naheliegend... Naja, für alle, alle außer ihr, die nicht einmal bemerkte, wenn sie zu laut oder sprunghaft war. Vorsichtig linste sie an dem Arm ihres Wohltäters vorbei, hörte der Diskussion der Herrschaften jedoch nur augenscheinlich zu und betrachtete stattdessen die eindrucksvolle Gestalt - Und dieses Mal nicht nur dessen Horn. Zugegeben, der Anblick ließ ihr kleines Herz springen, stolpern, rasen, ein wenig mulmig fühlte sie sich auch, aber allem voran plagte sie ein schlechtes Gewissen.

    Gerade wollte Anette sich von dem Blonden lösen und eine Entschuldigung aussprechen, da schlug ebenjener plötzlich einen Themenwechsel vor, auf den sie lediglich mit einem perplexen »Ball..?« reagierte. Ein wenig verdutzt blinzelte sie den Herren an, welcher sich inzwischen wieder dem Gespräch gewidmet hatte, und legte den Kopf schief. Ein Ball? Ein Ball mit Kuchen? Von den Reichen? Das konnte doch nur...! Völlig aus dem Kontext der Situation gerissen, strahlte das Gesicht der jungen Briefträgerin auf, in ihren Augen das bekannte, träumerische Glitzern. Aufgeregt trippelte sie auf der Stelle und wartete lediglich darauf, dass ihr Retter seinen Satz beendete, um mit einem seltsam vorfreudigen »Etwa so ein richtiger Märchenball?! Mit Tänzen? Und Kleidern? « in die Konversation zu fallen. »Sowas wollte ich schon immer mal sehen! Hey, gehst du mit mir dahin?«, folgte noch im selben Atemzug, überstürzt wie eh und je, so sehr, dass sie nicht einmal bemerkte, wie sie den Gehörnten um einiges übtertönte - Zumindest nicht bis dieser kurz darauf verschwunden war. »Ah, moment!«, Anette wirbelte umher, musste jedoch feststellen, dass sie viel zu spät reagiert hatte, »... ich wollte mich doch noch entschuldigen...«

    #3 - Anette mit Danny & Ondorus

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    »Aua, das tat weh...«, klagte die Briefträgerin leise in sich hinein und rieb sich entsprechend betroffen die Stelle, auf welcher sie soeben recht unangenehm gelandet war. Selbstverständlich war das nicht genug gewesen, um das Mädchen zu brechen, nein, nein, ihrer ungestümen und tollpatschigen Art hatte sie schließ--- Anette schob sich hastig die Hände vor den Mund, um ein Fiepen zu ersticken. Bei Gott, für sowas hatte sie doch keine Zeit! Ihr Augenmerk hatte sich auf dem bedrohlich spitzen Horn der Gestalt fixiert, die mit einer mächtigen Silhouette vor ihr stand. Entsetzt starrte sie es an, der stechende, empörte Blick ließ das Blut in ihren Adern gefrieren, sodass seine Herausforderung beinahe an ihr vorbeigezogen wäre. »Eh?«, es vergingen einige Wimpernschläge bis die Worte eingesackt waren, »Gründe..? Ich... äh...«, panisch, fast schon hilfesuchend blickte Anette sich um, ehe sie nervös mit den Händen gestikulierte, »Ich kann dir- äh... Ihnen- die Schuhe putzen! Oder das Haus? Oh, und natürlich... dieses wunderschöne, eindrucksvolle, überhaupt nicht spitze Horn!« Das Blondchen verfiel in ein angespanntes Lachen. Sie war eine miserable Putzfrau. Das war's.

    »Ich hab den leckeren Kürbiskuchen von gestern doch noch nicht aufgegessen! Und meine Eltern! Und... und...!!«, begann es daraufhin aus ihr in einem letzten Versuch der Rettung herauszusprudeln, doch gerade als sie sich zusammenkauern und die Arme schützend vor sich halten wollte, bemerkte sie die Hand, die der verbliebene Anwesende ihr kommentarlos hingehalten hatte. Ohne lange zu Zögern ergriff Anette also im wahrsten Sinne des Wortes diese Möglichkeit, rappelte sich auf und... versteckte sich sogleich hinter dessen Rücken..? Vorsichtig lugte sie hervor, die Fingerchen fest um den Arm ihres Wohltäters geschlungen, und horchte den wenigen Worten, die die Männer wechselten. Sie sprachen übers Schreien. Moment... Schreien? Wieso ausgerechnet in dieser Situ-- Erschrocken stieß sie einen Laut aus. War die - zugegeben etwas gruselige - "Fee" etwa wütend, weil sie mal wieder zu laut gewesen war?!

    #7 - Sushi-Restaurant - Yuzuki & Komari

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    Yuzuki horchte ihren Erzählungen mit der üblichen Ruhe, aber auch einer klitzekleinen Prise an Neugier. Die ganze Zeit über schenkte er ihr ein Lächeln, jenes Lächeln, das gleichsam freundlich wie auch seltsam befremdlich war; dasselbe, das er tagein, tagaus seinen Gästen vorsetzte. Dennoch wäre es eine Lüge gewesen, zu sagen, dass ihn ihr Ergehen nicht interessierte und er sich nur aus reiner Höflichkeit erkundigt hatte - Im Gegenteil, es bereitete ihm Freude, dem Mädchen beim Reden zuzuhören. Er schmunzelte. Schon seltsam, nicht wahr? Und dann begann sie von ihren Eltern zu berichten. Zunächst hielt der Restaurantbesitzer inne, ehe er mit einem »Er macht sich sicher Sorgen um dich, aber es freut mich zu hören, dass es ihm gut geht. Magst du ihm bei Gelegenheit Grüße von mir ausrichten?« erwiderte. Man könnte meinen, dass diesen Worten entfernt eine gewisse Reue oder Neid beischwang, beinahe als wolle er ihr sagen, dass sie die verbliebene Zeit nutzen solle, solange es noch nicht zu spät war - Aber auch das war ein Gedanke, den Yuzuki selber nicht bewusst vernahm.

    Ein wenig stutzig sah er Komari an, als diese allem Anschein nach beschämt etwas nuschelte. Der Restaurantbesitzer beschloss allerdings, nicht nachzuhaken, wollte sie nicht weiter in die Verlegenheit treiben, weswegen er die Worte, welche ihn ohnehin kaum erreicht hatten, kommentarlos im Raum stehen ließ. Was sie daraufhin berichtete verwunderte ihn jedoch noch mehr, wenn auch in einem anderen Sinne. »Ein neues Abenteuer, huh..?«, wiederholte er und blickte zu ihr hoch, »Das sieht dir ähnlich.« Ihm entfuhr ein leises, aber nicht minder warmes Lachen. »Jede Bekanntschaft ist ein Gewinn. Dir steht bestimmt eine wundervolle Zeit bevor.« Wenn die Komari, die gerade mit ihm sprach, auch nur einen Hauch von der damaligen Mari beibehalten hatte, dann - so war Yuzuki sich sicher - würde sie keine Probleme haben. »Sollte dir dennoch etwas Sorgen bereiten, stehen dir unsere Türen jederzeit offen.«

    #2 - Anette mit Danny & Ondorus

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    »Haaach... wie toll..!«, entspannt streckte Anette alle Viere von sich und wollte sich gerade gemütlich in das Gras kuscheln, als sich nicht unweit von ihr etwas regte. Neugierig wie eh und je rollte das Fräulein auf den Bauch und blickte sich suchend um - Insgeheim stiegen ihre Hoffnungen, eine gewisse Aufregung kribbelte in ihren Fingerspitzen. War heute der Tag, an dem sie endlich ihrer Märchenfee begegnen würde?! In ihren Augen saß ein kindliches Funkeln, in ihren Haaren hartnäckige Grashalme und Erdklümpchen. Umso betrogener fühlte das Blondchen sich also, als sie nur einen Mann entdeckte, der ihr in seiner mürrischen Laune irgendwelche Gemeinheiten an den Kopf warf. »Du bist keine Fee«, stellte sie zunächst trocken fest und zog beleidigt eine Schnute, ehe sie stolz die Hände in die Hüfte stemmte, »Außerdem war ich heute schon fleißig! « Sie nickte einmal... oder vielleicht auch öfter. Anette liebte ihre Arbeit, wahrscheinlich mehr als der übliche Bürger es tat. Sie liebte die Briefe, die Gesichter der Leute, wenn sie eine lang ersehnte Botschaft überbrachte, sie liebte den Wind in ihren Haaren, wenn sie durch die Gegend flitzte - Man brauchte ihr nur einen Auftrag anzubieten und sie wäre am liebsten losgerannt. Welch' eine Ironie, dass besagter Mann sich also genau das zu Nutze machen wollte. Für einen kurzen Augenblick hatte das Mädchen ihn überrascht angestarrt, bis sie ihm schließlich freudig ihre Hand entgegenstreckte. »Ich überbringe jeden Brief«, ein zuversichtliches, breites Grinsen, »oh, aber ich könnte ihn erst morgen ausliefern... Wenn ich heute alles mache, bleibt doch nichts mehr für morgen über!«

    Während das Mädchen also verlegen auflachte, ertönte aus einer anderen Ecke ein dumpfes, aber dennoch mächtiges Geräusch, welches sie sogleich verstummen ließ. Es war ein einziger Ton, aber dennoch genug, dass ihr flau im Magen wurde. Als ihr dann auch noch jemand - oder etwas? - auf die Schulter packte, konnte die junge Briefträgerin nicht anders als zusammenzuzucken und instinktiv ein schrilles »HAB GNADE MIT MIR, LIEBE FEE!« von sich zu geben. Was auch immer da hinter stand, es war wütend, sie spürte förmlich wie ein stechender Blick ihren Nacken durchbohrte. Warum? Darüber konnte und wollte sie gerade gar nicht nachdenken. Stattdessen beschloss sie, dass es wohl besser war, wenn sie sich einfach umdrehte und dem Übel ins Gesicht sah - Langsam, versteht sich. Und natürlich auch zögerlich. Was sie erblickte? Ein Horn. Und nicht nur das - Es war ein spitzes Horn. Augenblicklich stolperte Anette einige Schritte zurück und landete unsanft auf ihrem Po, direkt neben dem anderen Mann. Hoffentlich hatte die Gestalt nicht vor, sie damit aufzuspießen... Oh Gott, sie war noch zu jung, um zu sterben!

    #1 - Störenfried Anette meldet sich zu Diensten!

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    Fröhlich summend streunte das kleine Blondchen durch die Gegend und fand sich nicht viel später in einem naturbelassenen Eck Trampolis wieder - Eine friedliche Lichtung, beinahe wirkte sie wie aus einer anderen, abgeschnittenen Welt. Anette mochte diesen Ort, womöglich hatte sie ja sogar einen Narren an dem Gedanken fressen, dass hier irgendwelche übernatürlichen Wesen hausten, die ihren geliebten Märchen entsprungen waren... Eine Fee zum Beispiel! Ähnlich gerne und häufig besuchte sie ihn auch, hoffend, dass ihr eben so eine Gestalt zufällig über den Weg laufen würde. Deswegen, und natürlich, weil es der perfekte Ort war, um sich nach einem anstrengenden Botengang der Entspannung hinzugeben. "Entspannung" oder, um es passender auszudrücken, "Freilassen sämtlicher Restenergie". Und davon besaß sie eigentlich immer einen gewaltigen Überschuss. Entsprechend schnell huschte dem Mädchen auch ein Grinsen über das Gesicht, als sie den riesigen Baum aus der Ferne erkannte und ohne groß zu Zögern nahm sie die Beine in die Hand und setzte zu einem Sprint mit voller Geschwindigkeit an, ein kleines Wettrennen mit sich selbst. Am Ziel angekommen setzte sie gezwungenermaßen zur Vollbremsung an, wäre sie ansonsten mit Karacho in den dicken Stamm gerast, und wirbelte einmal herum. »Ahh..!«, stieß sie lachend aus und fächerte sich ein wenig Luft zu, das hatte Spaß gemacht! Anschließend holte die Briefträgerin tief Luft, ehe sie dem Riesen so laut es ging »AUF EINEN WEITEREN WUNDERSCHÖNEN TAG!« entgegenbrüllte und sich mit den Rücken voran in das Gras plumpsen ließ. Dass andere Leute hier ebenfalls ihre Zuflucht sucht, hatte das Fräulein ganz und gar verdrängt - Stattdessen blickte sie mit bester Sorglosigkeit in den Himmel und versuchte in den Wolken irgendwelche Formen zu erkennen.