Beiträge von Zyprim

    Im Krankenzimmer - Leon & Bianca --- > Biancas Zimmer

    3770-bianca-png



    Bianca wurde hellhörig als sie die folgenden Worte des Halbwesens vernahm. Ihre blauen Augen weiteten sich vor Überraschung und einen Moment lang sah sie ihn forschend an als erwarte sie sich eine Erklärung seiner Worte, welche natürlich ausblieb. Er klang ernst als meine er jedes einzelne Wort, welches über seine Lippen gekommen war genau so. Bianca zog die Stirn in Falten. "Wie... meinst du das?" fragte die Adelstochter geradeheraus und hätte ihm bis dato tatsächlich nicht so eingeschätzt. Eigentlich wirkte das Halbwesen sogar wie Jemand der das Leben in vollen Zügen genoss. Einen Moment lang war sie sogar neidisch auf seine Möglichkeiten gewesen. Möglichkeiten, die man in einem goldenen Käfig nicht hatte obwohl man gerade da angeblich alles haben konnte. Außer Freiheit. Sie konnte den jungen Mann schwer einschätzen. In einem Moment sprach er seine Todessehnsucht aus und im nächsten Moment lachte er ihr ins Gesicht. Trug er letztendlich auch eine Maske? Trug letztendlich nicht Jeder eine Maske? Einen Moment wirkte er gedankenverloren - fast schon bedrückt. Der Blick Biancas wanderte über das Gesicht des Anderen als könne sie so hinter seiner Maske sehen ehe sie sich selbst daran erinnerte, dass sie das alles nichts anging - das er nur hier war weil sie eine verdammt miese Einschätzung davon hatte wieviel Alkohol ihr Körper vertrug und auf was sie besser verzichten sollte. Es waren schließlich die Worte des Anderen, die sie aus ihrer Gedankenwelt rissen - die sie wieder ins Hier und Jetzt zurückholten und nicht länger zuließen, dass sie an das was auf diesem Fest passiert war dachte. Doch ob das Hier und Jetzt soviel besser war, war eine andere Sache. Die Worte des Halbwesens klangen nach Spott. Er verhöhnte sie und so zog die Adelstochter die Augenbrauen zusammen und funkelte den Verletzten an. " Du glaubst weil du mich ein paar Stunden kennst weißt du bestens über mich und mein Leben Bescheid oder?" Ein abfälliges Schnauben verließ die Lippen Biancas und sie wandte sich ab. Stille kehrte für einen Moment zwischen den Beiden ein bis Leon die Situation ein wenig auflockerte und aus Biancas Aussage einen Scherz machte was ihm einen Hieb gegen die Schulter einbrachte. "Ich hätte das auch ohne dich geschafft!" gab die Adelstochter selbstsicher von sich auch wenn alle Beteiligten wohl wussten, dass das wahrscheinlich nicht der Wahrheit entsprach. "Irgendwie." fügte sie schließlich noch hinzu und rollte mit den Augen. Zumindest hätte sie dann keinen Verletzten an der Backe, der etwas gegen sie in der Hand hatte und auch nicht zögerte davon Gebrauch zu machen oder es ihr zumindest anzudrohen. Nicht direkt aber zumindest indirekt. Während das Mädchen mit den Korkenzieherlocken versuchte sich um den hässlichen Fleck auf ihrem Kleid zu kümmern hörte sie die Seitenhiebe des Anderen aber kommentierte sie nicht weiter weil es sie viel zu sehr ärgerte, dass der ekelhafte Fleck nur noch größer wurde je mehr sie ihn versuchte aus dem teuren Stoff zu bekommen. Ein genervtes Seufzen entwich ihren Lippen als sie es schließlich aufgab und sich stattdessen um das nächste Problem kümmerte, welches unweit von ihr entfernt auf einer Liege lag und ganz sicher Fragen aufwerfen würde sobald man ihn zu Gesicht bekam. Leon schien ihr nicht ganz folgen zu können als sie ihn bat sich zu verwandeln denn seine tierischen Ohren zuckten neugierig in ihre Richtung was schon irgendwie... süß aussah und die Adelstochter für einen Moment sogar aus ihrem Konzept brachte. Die Bestürzung seinerseits, dass sie ihm in einem Gästezimmer unterbringen wollte war jedoch die andere Sache. Ein leises Knurren drang aus der Kehle Biancas als sie die Hände zu Fäusten ballte beim Anblick seines teuflischen Grinsens, welches nach seiner theatralischen Rede auf seinen Lippen zurückblieb. "Das wirst du mir büßen..." murmelte das Mädchen schließlich und funkelte den Anderen durch ihre blauen Augen fast schon angriffslustig an und gleichzeitig zierte ein leichter Rotschimmer ihre Wangen - unsicher ob wegen des Ärgers, den ihr das Halbwesen bereitete oder wegen des Gedanken das Bett - IHR BETT - mit einem Fremden zu teilen. Wortlos verwandelte sich Leon doch noch in seine tierische Gestalt. Selbstverständlich war er auch in dieser Form verletzt und Biancas Ärger verflog beinahe als sie sah wie der Wüstenfuchs sich die Wunde an seinem Bein leckte. Einen Moment vergaß sie fast, dass hinter diesem kleinen Kerl ein selbstgefälliger Arsch steckte. Ohne länger zu zögern nahm sie das Tier auf den Arm und verließ damit das Krankenzimmer. "In dieser Form bist du sehr viel erträglicher, hat dir das schonmal Jemand gesagt?" flüsterte sie ins Ohr des Pelzträgers während sie den langen Flur entlangmarschierte und schmunzelte dabei. Ihr Herz klopfte schnell weil sie jede Sekunde damit rechnete Irgendjemanden über den Weg zu laufen aber tatsächlich schienen sie verschont zu bleiben. Falsch gedacht. Gerade als sie um die nächste Ecke bog rannte Bianca beinahe in einen der Diener ihres Papas, welcher doch sehr überrascht schien als er das blauhaarige Mädchen entdeckte. Er rückte seine Brille zurecht und musterte die Adelstochter. "Miss Bianca! Was führt euch zu so früher Stunde in den Trakt der Bediensteten? Gibt es etwas das ihr benötigt?" Sein strenger Blick musterte sie und verharrte auf dem Wüstenfuchs in ihrem Arm. Er runzelte fast schon angewidert den Blick aber tatsächlich war es nichts ungewöhnliches für ihn Bianca mit einem Tier oder Kleinstmonster anzutreffen. Ein schwerfälliges Seufzen kam über die Lippen des Älteren und er wollte gerade fortfahren als die Adelstochter ihm ins Wort fiel. "Ich habe alles was ich brauche vielen Dank und jetzt ziehe ich mich in mein Zimmer zurück und möchte nicht gestört werden!" Ihr Tonfall ließ keine Widerrede zu und der Diener verneigte sich kurz ehe er zur Seite trat um dem Mädchen Platz zu machen, welche sich große Mühe gab auf dem Weg in ihr Zimmer nicht zu schwanken.

    Erleichtert atmete Bianca auf als sie die Zimmertür hinter sich schloss und sich gegen sie lehnte. Unbewusst drückte sie den Wüstenfuchs an sich und als ihr bewusst war was sie hier gerade tat ließ sie schließlich wieder locker und setzte ihn auf ihrem Bett ab, wo sich am Fußende bereits ihr Kater Carlo zusammengerollt hatte und mit einem Fauchen reagierte als er den Wüstenfuchs erblickte. "Schon gut Carlo... wenn er dir blöd kommt kannst du ihm gerne zeigen wer hier der Boss ist..." Ein amüsiertes Grinsen zierte ihre Lippen als sie in die Richtung des Halbwesens blickte und die Schleifen in ihrem Haar löste nachdem sie sich zu ihrem Schminkspiegel umgedreht hatte. "Ich hoffe doch der Boden ist in Ordnung als Schlafplatz. Immerhin hast du das Gästezimmer abgelehnt..." Herausfordernd hob die Adelstochter eine Augenbraue und deutete auf den Bettvorleger, der doch recht kuschelig aussah, oder nicht?

    Darren & Yumi - In Darrens Zimmer

    3495-kopie-png


    Sie hatte das Gefühl, dass er sich durch ihre Nähe beruhigte - das Schluchzen abnahm und seine Atemzüge wieder wesentlich gemäßigter waren als noch zuvor als sie seinen gesamten Körper beben ließen. Dennoch nahm ihr diese Erkenntnis nicht das beklommene Gefühl, welches sie in ihrer Brust dabei verspürte. Das war es doch was sie von ihm verlangt hatte, richtig? Er sollte die Maske abnehmen und offenbaren was wirklich in ihm vorging statt sich dahinter zu verstecken. Darum hatte sie ihn gebeten und dennoch vermochte sie nicht zu sagen ob sie mit so viel Schmerz überhaupt umgehen konnte. Es machte etwas mit ihr ihn so zu sehen und allein diese Tatsache überforderte die junge Erwachsene fast schon. Ein Teil von ihr wollte vor dieser Realität weglaufen weil es einfacher gewesen wäre aber ein anderer Teil wollte ihn so nicht alleine lassen - konnte es nicht. Sie kämpfte innerlich und doch war der Blonden klar, dass dieser Kampf nicht im Geringsten vergleichbar war mit dem was in dem Schauspielstudenten vorging. Diese Verletzung hatte ihm alles genommen wonach er im Leben gestrebt hatte. Yumi biss sich auf die Unterlippe als sie spürte wie er sich weiter an sie drückte, seinen Kopf an ihrer Schulter vergrub. Sie war sonst nicht auf den Mund gefallen aber ihr fehlten tatsächlich die Worte und so ließ sie ihre Hand in seine Locken gleiten und hielt ihn einfach nur fest. Sachte und fast schon zärtlich lehnte sie ihren Kopf an den seinen - erinnerte sich selbst ans Atmen, denn unbewusst hatte sie ihre Lungen mit Luft gefüllt und den Atem angehalten - die Luft nicht wieder entweichen lassen. Das Schnauben seinerseits auf ihre Worte hin durchfuhr ihren Körper. Die Bitterkeit in seinen Worten - die dünne Stimme mit der er sie aussprach - sie versetzten ihr einen weiteren Stich in der Brust. Seine Worte klangen so endgültig - als wäre er sich sicher, dass es kein zurück mehr gab. Als hätte er tatsächlich aufgegeben um seinen Traum zu kämpfen. Als wäre nichts mehr davon übrig. Vorsichtig tastete ihr Blick sein Gesicht ab - jeden Zentimeter davon - nachdem sie sich ein wenig zurückgezogen hatte. Mit glasigem Blick suchte sie nach einem Funken Hoffnung in seinen dunkelbraunen Augen während ihr Daumen über seine Wange strich - über die rauen und mittlerweile viel zu langen Bartstoppel - benetzt von den Tränen, die er vergossen hatte. Er blieb ihr eine Antwort ausständig - keine Worte kamen mehr über seine Lippen - vielleicht weil sie ihn erneut in eine Umarmung zog - nicht zuletzt um die Tränen zu verbergen, die sich bei ihr anbahnten während immer wieder eine Entschuldigung über ihre Lippen kam. Unaufhörlich als könnten diese Worte irgendetwas an der Situation ändern - als könnte sie den Schaden beheben, den ihre Entscheidung angerichtet hatte. Selbstverständlich war das nicht möglich aber sie fühlte sich so... hilflos. Machtlos. Seine folgenden Worte ließen sie jedoch erstarren, führten dazu, dass sie ihre Augen die sie zusammengepresst hatte um sie vor der Realität zu verschließen langsam wieder öffnete und die Tränen versiegten. Nicht unbedingt weil sie seinen Worten Folge leistete sondern weil die Worte, die seine Lippen verlassen hatten dazu führten, dass sie inne hielt. Sie verstummte und sah zu Boden während er sie am Arm packte. Als er die Worte wiederholte - deutlicher und auch lauter zuckte sie leicht zusammen. Er löste den Arm, den sie um ihn geschlungen hatte von sich und wich zurück. Bei seinen Worten zog sich ihr Magen krampfhaft zusammen. Stumm blickte sie auf das Fleckchen zwischen ihnen am Boden weil sie sich nicht ausmalen wollte welches Gesicht er wohl machte während diese Worte seine Lippen verließen. Er wollte ihre Entschuldigung nicht. Sie war nichts wert. Sie änderte nichts. Unbewusst krallte sie sich in dem weiten Pullover fest, den sie trug, der ihre Oberschenkel umspielte während sie hier vor ihm hockte. Egal was sie sagen würde es würde das was geschehen war nicht rückgängig machen. Es würde nichts daran ändern, dass sie sein Leben zerstört hatte. Langsam hob sie ihren Kopf - begegnete seinen Blick zögerlich. Sie sah ihn an aber irgendwie auch nicht - sah durch ihn hindurch. Erneut kam ein Schnauben über seine Lippen ehe er ihr erneut versicherte, dass sie nicht die Schuld an dem was passiert war trug. Das Yumi diese Sache anders sah brauchte man wohl nicht erwähnen. Sie zog die Augenbrauen zusammen als der Schauspielstudent zu Ende gesprochen hatte, beobachtete seinen gescheiterten Versuch sich von Boden zu erheben und verfolgte die Bewegung seiner Hand, die sich auf die Narbe an seinem entblößten Bauch legte. Er hatte immer noch Schmerzen. "Wenn ich das Weite suchen will brauche ich dafür keinen Grund..." kam es schließlich über ihre Lippen. Ihre Stimme war leise aber es war auch nicht nötig lauter zu sprechen immerhin waren sie alleine hier in seinem Zimmer. "Was muss eigentlich noch passieren damit du einsiehst, dass dir das hier nicht gut tut? Das ICH dir nicht gut tue..." Sie machte eine kleine Pause ehe es an ihr war ein Schnauben von sich zu geben. "Du glaubst ich verstehe es nicht. DU bist derjenige der es nicht versteht wie es ist, wenn du die Menschen die du.... die dir zu nahe kommen kaputt machst..." Sie fuhr nicht fort. Wäre beinahe über ihre eigenen Worte gestolpert. Eine ganze Weile sagte niemand etwas. Stille kehrte im Zimmer des Schauspielstudenten wieder ein. Sie war erdrückend. Es fehlte jegliche Spur von der ausgelassenen Stimmung von vor wenigen Minuten. Sie hockten einander gegenüber und sahen sich doch nicht an. Yumi schluckte die Tränen, die sich erneut anbahnten hinunter, wischte sie mit dem Ärmel ihres Pullovers aus dem Augenwinkel - blinzelte sie weg bis man nur noch erahnen konnte was diese ganze Situation mit ihr machte - was sie in ihr auslöste - was es mit ihr tat ihn so zu sehen. Schließlich ergriff Darren wieder das Wort - seine Stimme bebte. Er klang erschöpft und abgekämpft. Seine Aussage klang nicht nur danach. Sie klang nach einer Bitte aber Yumi zögerte mit einer Antwort. Schwieg stattdessen weil es einfacher war. Konnte sie ihm wirklich versprechen, dass er nicht alleine war? Ihre Hilfe zusagen? Ihm versprechen, dass sie da war wenn er sie brauchte? Die Antwort war einfach und doch alles andere als das weshalb sie ihre Lippen nur einen Spalt öffnete und folgend wieder schloss ohne das auch nur eine Silbe darüber kam. Er hatte Angst. Ja. Sie auch. Vor der Zukunft. Vor dem Ungewissen. Vor Allem. Aber sie zeigte sie nicht. Versteckte sie auch hinter einer Maske. Sie war eine Heuchlerin. Verlangte von ihm Ehrlichkeit und versteckte sich selbst hinter einem Meer aus Lügen. "Ich weiß..." kam es knapp über ihre Lippen und sie sah ihn durch ihre blauen Augen an. Ihre Stimme war wieder etwas sanfter. Fast so als hätte es den Wortwechsel von zuvor nicht gegeben. "...aber du darfst sie nicht Überhand gewinnen lassen. Sie darf dich nicht kontrollieren." Yumi hob ihre Hand und führte sie in seine Richtung -zögerte letztendlich und zog sie zurück noch bevor sie ihn berühren konnte. "Musik ist ein Teil von dir. Das wird sie immer sein." Sie senkte den Blick und ein leichtes Lächeln schlich sich über ihre Lippen während sie sich daran erinnerte wie es war ihn singen zu hören - ihn spielen zu hören. Der fast schon verträumte Blick lichtete sich jedoch als ihr etwas einfiel - ihr eine Idee kam. Wortlos erhob sich die junge Erwachsene vom Boden - gefolgt vom Blick seiner dunkelbraunen Augen. Sie steuerte geradewegs auf die Zimmertür zu und verließ den Raum ohne sich noch einmal nach Darren umzudrehen. Sie war direkt in ihr Zimmer gelaufen, welches noch genau so chaotisch war wie sie es zurückgelassen hatte. Geradewegs schritt sie auf ihren Schrank zu und öffnete eine Türe um schließlich eine Gitarre hervorzuholen, die sie schon ewig nicht mehr angegriffen hatte. Seit sie hier im Wohnheim war wahrscheinlich sogar nie. Die schlanken Finger der Blonden legten sich um den Hals der Gitarre und ihr Blick glitt kurz darüber. Sie zögerte nicht mit dem Instrument in der Hand in das Zimmer des Lockenkopfs zurückzukehren, welcher immer noch am Boden hockte als sie es betrat. Er wirkte überrascht sie zu sehen und noch überraschter als er die Gitarre in ihren Händen entdeckte. Wortlos näherte Yumi sich dem Anderen und hockte sich wieder zu ihm auf den Boden. Mit einem einfachen Griff kramte Yumi ihr Handy hervor, schloss den Whatsappverlauf mit Cylie, die anscheinend immer noch irgendwo am Arsch der Welt auf Nick wartete und öffnete eine App, die sie sich irgendwann einmal runtergeladen hatte um die Gitarre zu stimmen. Die Blonde schlug ein paar Seiten an und verstellte die doch ein wenig verstimmte Gitarre unter den Blicken des Schauspielstudenten, der anscheinend immer noch nicht recht begreifen wollte. was genau gerade passierte. Immer wieder glitten die Fingerkuppen der jungen Erwachsenen über die einzelnen Saiten und als sie mit dem Ergebnis zufrieden war wandte sie sich wieder an Darren. Ihre Blicke begegneten sich für einen Moment als sie näher an ihn heranrutschte und ihm die Gitarre reichte - sie auf seinem Schoß platzierte. Die Blonde schenkte ihm ein zweideutiges Grinsen als folgende Worte über ihre Lippen kamen. "Ich weiß aus Erfahrung, dass deine rechte Hand noch sehr gut funktioniert..." In der kleinen Pause biss sich Yumi auf die Unterlippe und ließ ihren Blick vielsagend über sein Gesicht wandern, nicht zuletzt um die Stimmung des Anderen zu heben. "...also lass mich deine linke Hand sein." Sie war zwar bei Weitem nicht so gut wie der Lockenkopf aber einen Versuch war es zumindest wert, oder? So konnte er Musik machen auch wenn seine Hand (noch) nicht funktionierte. So konnte er sich der Musik nahe fühlen - konnte Musik machen und vielleicht so wieder neue Hoffnung schöpfen. Abwartend sah Yumi den Anderen an. "Du musst mir nur zeigen welche Griffe ich verwenden muss Herr Lehrer..." Sie lächelte ein unbeschwertes Lächeln. Ihre Augen leuchteten ein kleines bisschen als sie in die braunen Augen des Anderen eintauchte und ganz gezielt ignorierte die junge Erwachsene die Stimme in ihrem Hinterkopf, die sie davor warnte, dass sie zu weit ging - das es vernünftiger war sich zurückzuziehen wenn man nicht bereit war dem Anderen das zu geben wonach es ihm verlangte - was er brauchte.

    Darren & Yumi - In Darrens Zimmer

    3495-kopie-png


    Ein Schmunzeln zierte die Lippen des Studenten als er sich auf ihre wilden Vermutungen hinsichtlich der Art und Weise wie seine Therapien wohl ausgesehen haben mochten einließ. Er schmückte es noch ein wenig aus und schien in Erinnerungen zu schwelgen. Der Ausdruck auf seinem Gesicht ließ sie beinahe glauben, dass es wirklich so stattgefunden hatte wie sie es eben noch angedeutet hatte. Das besonnene Lächeln auf seinen Lippen. Das zufriedene Funkeln in seinen Augen. Sie schüttelte den Kopf als sie sich kurz abwandte. Es erstaunte sie immer wieder wie gut er in dem war was er in Zukunft machen wollte. Er war durch und durch ein Schauspieler und im nächsten Moment dann wieder nicht...oder? Vermochte sie das einzuschätzen? Kannten sie einander mittlerweile so gut das sie unterscheiden konnte wann es nur ein Spiel war und wann eben nicht? War es überhaupt möglich sich so gut zu kennen? Einen Moment schloss die Blonde die Augen als könnte sie da die Antwort darauf finden aber das war auch eigentlich nicht nötig. Sie war immerhin diejenige die in auf Abstand halten wollte. Vergebens. Wieder einmal. Dennoch hatte sich an diesem Vorhaben nichts geändert. Richtig? Es waren letztendlich seine folgenden Worte, die sie aus ihren Gedanken rissen. Ein nahezu enttäuschtes Seufzen begleitete das Ausgesprochene. Yumi hob ihren Kopf an und begegnete seinen Blick. Ihre Mundwinkel hoben sich ein wenig ehe sich ein Grinsen auf ihre Lippen schlich. Ein amüsierter Laut drang aus ihrer Kehle ehe sie ihn mit ihren blauen Augen wissend anfunkelte. "Oh beim nächsten Mal musst du mir gleich sagen wenn du die Schüler-Lehrer Nummer durchziehen möchtest dann hol ich meine alte Schuluniform aus dem Schrank..." Spielerisch biss sie sich auf die Lippen bevor es nun an ihr war das Schauspiel aufzulösen und sich dem Fenster zuzuwenden, von welchem aus sie die tanzenden Schneeflocken beobachtete. Beinahe fühlte es sich an wie ganz am Anfang. Als sie ihren Spaß hatten und alles unkompliziert war. Vor den Gefühlen, die nicht geplant waren. Vor dem was sie ihm angetan hatte. Sie senkte den Blick, das freche Grinsen, welches vor wenigen Sekunden noch ihre Lippen umspielt hatte war verschwunden. Vielleicht war sie noch viel mehr eine Schauspielerin. Schon ihr ganzes Leben lang. Als er sich ihr näherte bemühte Yumi sich die aufkeimenden Gedanken beiseite zu schieben und irgendwie gelang es ihr auch. Mehr oder weniger. Nicht zuletzt weil der Anblick des schmollenden Studenten sie doch ein wenig amüsierte. Yumi zog die Augenbrauen zusammen und sah ihn mitleidig an. "Hmmh... dann hab ich wohl noch etwas nachzuholen..." Ihr Blick streifte ganz bewusst seinen entblößten Oberkörper bevor sie ihn mit ihren eisblauen Augen gefangen nahm. Einen Moment zu lange bevor sie sich wieder abwandte - das Fleckchen unter die Lupe nahm an der er gegen das Fenster gehaucht hatte. Ganz automatisch zeichnete sie etwas an jene Stelle. Das Erste was ihr in den Sinn gekommen war wenn sie bei ihm war. Etwas das der Stimmung zwischen ihnen jedoch alles andere als gut tat. Die Stille wurde regelrecht erdrückend als sie schließlich ihre Finger über sein Tattoo wandern ließ - die Worte wie von selbst über ihre Lippen kamen. Worte, die sie nicht zurücknehmen konnte. Worte, die etwas lostraten. Etwas was sie in den letzten Minuten so hervorragend ausgeblendeten hatten auf die Art und Weise wie sie es immer taten. Seine Antwort kam verzögert. Seine Stimme war leise. Er zog sich zurück aber sie ließ es nicht zu. Dabei war es sonst doch immer umgekehrt, oder nicht? Automatisch griff sie nach seiner Hand . ließ ihre Finger über seine Haut tanzen - gefolgt von seinem Blick. Sie studierte seine Mimik als er das tat und sie verriet ihn. Sie verriet, dass er es nicht spüren konnte. Sie verriet seine Verzweiflung. Sie verriet alles was er hinter der Maske des Schauspielers versteckte. Sie bat ihn diese Maske fallen zu lassen - nachdrücklich - zog ihn in eine Umarmung und einen Moment ließ er es einfach geschehen. Er war gebrochen. Sie hatte ihn gebrochen und diese Erkenntnis traf sie wie ein Schlag ins Gesicht. Sie hatte es zwar immer prophezeit aber nun konnte er es nicht mehr abstreiten. Tränen brannten in ihren Augen und sie blinzelte sie weg. Eine ganze Zeit lang sagte niemand ein Wort und schließlich drang seine Stimme an ihr Ohr. Sie bemerkte ein Zittern darin, spürte etwas Nasses an ihrer Wange woraufhin sie ihn noch fester an sich drückte bis sie nicht mehr wusste wer hier überhaupt wem Halt gab. Schließlich erwiderte er ihre Umarmung - klammerte sich an sie und zog sie mit sich auf den Boden. Einen Moment hatte sie vor Schreck kräftig die Luft in ihre Lungen gesogen aber als sie sachte neben ihm am Boden saß atmete sie langsam wieder aus. Sie spürte wie er sich in ihrem Pullover festkrallte. Sein ganzer Körper zitterte als er seine Stirn auf ihrer Schulter ablegte. Ein Schluchzen drang aus seiner Kehle und etwas in ihrer Brust zog sich zusammen, trieb ihr die Tränen in die Augen, die sich nicht wegblinzeln ließen. Ihre Schuld wog schwer. Unerträglich schwer. Das ist alles deine Schuld. Du hast ihm das angetan. Du allein bist Schuld an dem was ihm passiert ist. Ihre Gedanken ließen sich nicht verdrängen. Wurden immer lauter. Unerträglich. Sein Flüstern schaffte es dennoch die Stimmen in ihrem Kopf zu übertönen - irgendwie. Es gab so viel was ihr auf der Zunge lag. So viel was sie ihm sagen wollte aber nicht konnte weil es alles nur komplizierter machen würde. Es gab einen Weg den sie hiernach gehen musste. Konsequent. Um ihm nicht noch mehr zu schaden aber das war nicht der Moment diesen Plan auszusprechen. Sie vergrub ihre Hand in sein lockiges Haar - drückte seinen Kopf so näher an sich und verweilte einen Moment. Atmete ein. Atmete aus. Schloss die Augen bevor sie ihre Lippen einen Spalt öffnete. Zögerte und dann doch aussprach was ihr in den Sinn kam. "Du bist so viel mehr als nur das. So viel mehr als dein Talent zum Schauspielen..." Ihre Mundwinkel hoben sich einen Augenblick auch wenn ihr nicht zum Lächeln zu Mute war. Unweigerlich kamen ihr die vielen Momente mit ihm in den Sinn und einen Moment hatte sie das Gefühl unter diesen Erinnerungen zu ersticken. Weil dieser Weg hier enden musste um ihm nicht noch mehr Leid zuzufügen. "Man hat erst verloren wenn der Kampf vorbei ist..." Sie löste sich etwas aus seinem Griff nur um ihm direkt anzusehen. Die Tränen in seinen Augen zu sehen. Den Schmerz den sie ihm zugefügt hatte. Fast so als brauchte sie diesen Anblick um ihren Entschluss endgültig zu fällen. Der Druck auf ihrer Brust wurde stärker und einen Moment schloss sie ihre Augen bevor sie sein Gesicht in ihre Hände nahm und ihn so zwang sie direkt anzusehen. "Hast du... aufgehört zu kämpfen?" fragte sie ihn schließlich und sah die Hoffnungslosigkeit in seinen sonst so warmen Blick. Sie spürte seinen Schmerz. Spürte ihn direkt in ihrer Brust und er war fast unerträglich. Fragend wanderte ihr Blick über sein verweintes Gesicht. Ihr Daumen wischte über seine Wange - benetzt mit seinen Tränen. Die Frage stand zwischen ihnen und sie suchte in seinem Blick nach der Antwort aber wurde nicht fündig. "Ich habe dich für hartnäckiger gehalten..." Ihre Augen waren glasig und doch lächelte sie für einen Moment. Ein trauriges Lächeln dem die Hoffnung inne wohnte einen Teil von ihm herauszulocken der noch nicht aufgegeben hatte. Gab es diesen Teil noch? Konnte sie ihn erreichen? War es überhaupt in Ordnung solche Worte in den Mund zu nehmen wo sie doch überhaupt erst dafür gesorgt hatte, dass er in dieser Lage war? Sie hatte nicht das Recht dazu. Sie verdiente es das man sie anschrie. Sie verdiente es das er sie von sich stieß. Sie verdiente niemanden wie ihn. Sie zog ihn wieder an sich, versteckte die Tränen, die stumm über ihre Wangen kullerten während sich ein Teil von ihr wünschte es wäre anders. "Es tut mir so leid..." nuschelte sie leise in die Umarmung. Immer wieder. Oder sprach sie es letztendlich gar nicht aus? Sie vermochte es nicht zu sagen. Spielte es eine Rolle? Worte waren doch ohnehin nichts wert...richtig?

    [Unterwegs im Krankenhaus] Hina & Chris

    4210-pasted-from-clipboard-png


    Ein amüsiertes Schmunzeln schlich über die schmalen Lippen des Studenten als die Worte seiner neuesten Bekanntschaft an sein Ohr drangen. Sie mochten zwar scherzen aber vielleicht gehörte das Blondchen doch zu der Kategorie Menschen die sich selbst am Nächsten waren. Nicht das diese Art und Weise die Dinge zu handhaben verkehrt war. Wie sagte man so schön: Wenn Jeder an sich denkt ist an alle gedacht. Nur leider war die Welt nicht nur schwarz und weiß. Es gab viele Grauzonen. Ob er sich in so einer Grauzone befand? Das blieb wohl dem hübschen Mädchen überlassen. Glücklicherweise würde er es so oder so nicht auf diese Weise in Erfahrung bringen denn der Dunkelhaarige hatte trotz seines Schlafmangels nicht vor den Koffein vom Boden aufzulecken. So nötig hatte er es dann doch wieder nicht. Seine Gesprächspartnerin schüttelte sich woraufhin Chris nur eine Augenbraue hob. Ob sie sich das ganze Szenario ein wenig zu bildlich vorgestellt hatte? Eine blühende Fantasie war wohl nicht in allen Bereichen etwas positives. Irgendwann hatten die Beiden diese wilde Story hinter sich gelassen und fuhren mit einem anderen Thema fort. Eines wofür auch mehr oder weniger Chris die Verantwortung zu tragen hatte - ob er es nun wollte oder nicht. Kapitulierend hatte das Mädchen, welches sich als Hina vorgestellt hatte, die Hände gehoben als gäbe sie sich bei ihrer Diskussion geschlagen. Dabei hatte er noch gar nicht losgelegt - hatte sich gar nicht richtig bemüht seinen Gegenüber davon zu überzeugen das er einer dieser umschwärmten Bad Boys war. Nicht weil im die nötige Energie fehlte sondern auch weil er es nicht wirklich drauf anlegte. Es wäre wahrscheinlich sowieso vergebene Liebesmüh. Genau genommen wollte er nicht einmal in diese Sorte Schublade gesteckt werden. Was hätte er davon? Wahrscheinlich gab es einige Vorteile aber zu welchem Preis? "Endlich siehst du es ein..." gab der Student schließlich gespielt genervt von sich und konnte sich letztendlich doch kein Grinsen verkneifen als er sich zum Gehen abwandte. Schließlich musste das Handy der Anderen noch gefunden werden und durch Rumstehen würde das wohl eher nicht passieren. Durch sein Angebot mit dem kostenlosen Kaffee hatte Chris auch schon wieder die Aufmerksamkeit seiner Begleitung. Er linste in ihre Richtung und vergrub seine Hände in den Hosentaschen während sie nebeneinander hergingen. "So leicht kommst du mit einem Fremden mit?" Er runzelte die Stirn. "Hat man dir als Kind nie beigebracht, dass man das Angebot von Süßigkeiten von Fremden nicht annehmen sollte? Kaffee ist quasi die Erwachsenenversion davon..." Ein Seufzen verließ die Lippen des jungen Mannes als wäre er enttäuscht von dem nachlässigen Verhalten des Blondchens. Lange hatte Chris jedoch nicht Zeit dieses Schauspiel aufrecht zu halten, da war es doch glatt an der Anderen es ihm heimzuzahlten. Einen Moment hatte sie ihn sogar drangekriegt. Langsam ging er seine eigenen Worte in seinem Kopf noch einmal durch - suchte nach jenem unmoralischen Angebot aber wurde nicht fündig. Seine Stirn legte sich in Falten und er wirkte nachdenklich bevor es ihm schließlich dämmerte. Nicht zuletzt als sie ihm schließlich ein gutes Stück näher kam - direkt vor ihm stand und seinen Blick mit ihren grauen Augen einfing. Einen Moment spürte er wie sein Körper von einem aufregenden Kribbeln durchflutet wurde. Auf eine viel bessere Art als Kaffee es jemals könnte. Er schluckte. Das Räuspern eines vorbeigehenden Arztes ließ ihn hellhörig werden - vielleicht wieder bewusst werden, dass sie sich hier mitten im Krankenhaus befanden - umgeben von Personal und viel zu vielen kranken Menschen. Das Lachen seiner neusten Bekanntschaft brachte ihn schließlich wieder ins Hier und Jetzt zurück - spätestens als sie ihn gegen die Schulter boxte. Sie hatte ein schönes Lachen. So ehrlich. Herzhaft. "Pfttt ich bin nicht dafür verantwortlich wie meine Worte bei dir ankommen... Ich glaube du wolltest das nur so verstehen." Er warf ihr einen vielsagenden Blick zu bevor sich Beide wieder in Bewegung setzten und direkt auf die Apotheke zusteuerten. Chris hob die Schultern auf die Frage seiner Begleitung. Ein vielsagendes Grinsen umspielte seine Lippen. "Wer weiß..." Er kramte in seiner Hosentasche nach einem Schlüssel als sie schließlich bei einer ziemlich unauffälligen Türe ankamen - ein Stückchen entfernt von der in großen Buchstaben ausgeschriebenen Apotheke. Mit einem Klicken öffnete sich die besagte Tür und Chris trat hindurch nur um folgend seiner Begleitung die Tür aufzuhalten. "Ist das wirklich so wichtig wenn das Ergebnis kostenloser Kaffee ist?" harkte er schließlich noch einmal nach und sah Hina abwartend an. Vielleicht war sie doch nicht so taff wie sie tat. Vielleicht machte sie doch einen Rückzieher und vielleicht würde er das Blondchen dann beruhigen. Zum Vorschein kam ein spärlich eingerichteter Aufenthaltsraum. Ein Weißer Tisch in der Mitte - umringt von ein paar Stühlen. Eine kleine Miniküche und vor allem das Wichtigste: Eine Kaffeemaschine.

    [Alice & Noita] Zwischen den Buchreihen


    2408-noita-van-lichtenstein-png


    Sie zuckte ein wenig zusammen als sie die warme Hand der Anderen auf ihrer Schulter spürte. Diese vertraute Geste. Fast schon ungewohnt herzlich. Fast so als wären sie gute Freundinnen. Noita schätzte die Blonde. Sie genoss ihre Anwesenheit und ihre Gespräche miteinander auch wenn diese sich in Grenzen hielten. Jeder lebte sein eigenes Leben und letztendlich wussten sie nur das vom Anderen was dieser preisgeben wollte. Als Alice der Schwarzhaarigen versicherte, dass sie keineswegs eine wichtige Diskussion gestört hatte, blickte Noita noch einmal unsicher über ihre Schulter und sah gerade noch wie der wütende Kerl das Gebäude verließ. Sie zog die Augenbrauen zusammen und sah schließlich in das vertraute Gesicht des anderen Mädchens. Das Lächeln auf ihren Lippen war ehrlich also war sie entweder eine sehr gute Schauspielerin oder aber sie meinte ihre Worte wirklich so. "Okay..." kam es schließlich über die Lippen der jungen Hexe und ein leichtes Lächeln schlich sich folgend darauf. "Also kein freiwilliges Aufeinandertreffen?" harkte sie folgend nach um herauszufinden woher Alice diesen doch recht mürrischen Typen kannte. Vielleicht eine Zufallsbegegnung. Vielleicht ein entfernter Bekannter? Was es auch war - es spielte keine Rolle mehr, da die beiden Mädchen alleine zurückblieben. Die Antwort der blonden Schülerin kam zu schnell. Wie aus der Pistole geschossen. Forschend wanderte Noitas Blick über das Gesicht ihres Gegenübers. Ein Lächeln zierte ihre Lippen aber es erreichte nicht ihre Augen. Das Hexenmädchen konnte es ihr nicht verdenken. Oft war es leichter diese Frage auf diese Weise zu beantworten weil man keine Lust hatte die Wahrheit auszusprechen oder weil man glaubte den Gegenüber interessierte es ohnehin nicht. In diesem Fall war dem nicht so. Noita achtete stehts darauf diese Frage nur zu stellen wenn sie auch Zeit hatte sich eine entsprechende Antwort anzuhören. Noch bevor sie nachharken konnte wurden die beiden Mädchen von der Bibliothekarin zum Schweigen gebracht. Ihr schroffer, zischender Laut führte augenblicklich zu Funkstille. Während Alice die Wangen aufplusterte über diese Geste warf Noita der älteren Dame einen entschuldigenden Blick zu und presste ihre Lippen aufeinander. Stumm nickte die Dunkelhaarige als ihre jüngste Begegnung sich noch nach Büchern umsehen wollte. Wortlos schlichen sie durch die Buchreihen bis sie sich in der Abteilung für Familien wiederfanden. Noitas Blick wanderte über die gigantische Auswahl an Ratgebern. Definitiv eine Abteilung in der sie sich bisher nie eingefunden hatte. Dazu hatte es auch keinen Grund gegeben. Vielleicht hätte sich ihre liebe Mutter einmal hierher verirren sollen. Bestimmt wies einer dieser Bücher darauf hin, dass man sein Kind nicht alleine in einer Hütte im Wald zurücklassen sollte. Beinahe wäre dem Mädchen ein belustigter Laut über die Lippen gekommen aber sie konnte sich noch bremsen - sich bewusst machen warum sie hier war. Ihr Blick fiel auf den kleinen Babybauch der Anderen, der sich schon ein wenig unter ihrer Kleidung abzeichnete - der ihr verdeutlichte wie real diese ganze Situation war. "Was... hast du dir vorgestellt?" erkundigte sich Noita schließlich und zog den erstbesten Ratgeber heraus und blätterte ihn durch. Sie konnte sich gut vorstellen, dass sie der Typ Mensch war, der sich ebenfalls in solchen Büchern schlau machen würde. Sie hatte ja auch sonst niemanden der ihr in dieser Hinsicht mit Rat und Tat zur Seite stehen konnte. Wie war das bei Alice? Ihre Lippen öffneten sich einen Spalt und die Frage lag ihr bereits auf der Zunge. Dennoch kam kein Wort über ihre Lippen. Stand es ihr überhaupt zu derart nachzubohren? Sie sollte sich nicht einmischen. "Ich bin ja sonst immer wieder gerne für Buchtipps zu haben aber hier... bin ich glaube ich keine große Hilfe..." kam es flüsternd aus dem Mund der Schülerin während sie das Buch in ihren Händen durchblätterte. Nebeneinander standen sie hier vor der gigantischen Auswahl an Ratgebern und Noita fühlte sich irgendwie Fehl am Platz. Die Frage der Anderen ließ sie schließlich aufsehen. Einen Moment fragte sich Noita ob Alice diese Frage aus einem bestimmten Grund gestellt hatte oder ob es ehrliches Interesse war. An wieviel erinnerte sie sich? Und wie zum Teufel sollte sie diese Frage ehrlich beantworten ohne etwaige von Magie verschleierte Erinnerungen wieder zu wecken. Das Mädchen zögerte. Vielleicht sollte sie es wie die Andere kurz halten. Ein einfaches 'gut' würde diese Art Smalltalk beenden und doch schaffte sie es nicht dieses Wort über die Lippen zu bringen. "Ich... weiß es nicht..." kam es schließlich wahrheitsgemäß aus ihrem Mund. "Es ist einfach so unglaublich viel passiert in letzter Zeit. Da wünscht man sich oft den langweiligen Alltag wieder..." In letzter Zeit. Wie viel Zeit war überhaupt vergangen seit ihrem letzten Gespräch mit Alice. Gefühlt eine Ewigkeit.

    Darren & Yumi - In Darrens Zimmer

    3495-kopie-png


    Sie erwischte sich bei dem Gedanken, dass das fast schon stolze Grinsen welches seine Lippen auf Grund ihrer Aussage zierte fast schon süß war. Es war nicht von Dauer. Es schwand binnen weniger Sekunden und allein das sie es bemerkte machte Yumi bewusst, dass sie ihn nicht aus den Augen gelassen hatte seit er sich von seinem Bett erhoben hatte und in das störende Stück Stoff geschlüpft war. Einen Moment lang fragte sich die ehemalige Studentin was dazu geführt hatte, dass besagtes Grinsen so schnell wieder verschwunden war. Ein Moment in dem sie vergaß, dass es ihr egal sein konnte. Aber das war es nicht. Schon lange nicht mehr auch wenn es wohl besser so wäre. Für sie. Für ihn. Für einfach alle. Eine Frage lag ihr auf der Zunge aber sie schluckte sie hinunter, ruderte zurück um auch ja nicht noch näher zu kommen. Auch wenn es längst zu spät war. Das wussten sie Beide aber nur einer von ihnen hatte das auch ausgesprochen während der andere Part es vehement abstritt. Ausgesprochen gewannen Dinge an Gewicht und das war alles andere als gut. Ihre letzten Worte hallten in ihrem Kopf wieder. Eine Schwäche für böse Jungs... So leicht daher gesagt und doch steckte ein wahrer Kern dahinter. Besagte Kerle wollten meist nicht mehr - machten keinen Stress wenn man nur eine Nacht in ihrem Bett verbringen wollte. Das war doch das Leben nach dem sie strebte und doch hatte sich in letzter Zeit etwas geändert. Der Blick der jungen Erwachsenen wanderte über den freien Oberkörper des Studenten - hinauf zu seinem Gesicht - heftete sich an seine Lippen und sah schließlich in die dunkelbraunen Augen die sie anstrahlten. Die diese unglaubliche Wärme ausstrahlten als er ihr ein Lächeln schenkte. Ein amüsierter Laut entglitt der Blonden als sie sich durch die verwuschelten Haaren fuhr und sich ebenfalls aus dem Bett hievte. "Therapie nennst du das..." Sie kam vor ihm zu stehen - zog ihn ein wenig auf weil er sich so rasch angezogen hatte und spürte ein verheißungsvolles Kribbeln in ihrem Körper als er konterte. "Das hast du also all die Wochen getrieben in denen du weg warst." Yumi tat so als würde sie sich besagtes Szenario durch den Kopf gehen lassen was sie nicht wirklich tat. Nicht zuletzt weil ihr der Gedanke, dass er diese Art der Therapie mit Jemand Anderen machte nicht gefiel. Auch wenn ihr die Tatsache, dass dem so war noch weniger gefiel. Sie war es immerhin, die ihn von sich stieß weil es besser so war. Sie war es immerhin die dem Lockenkopf nicht nur einmal gesagt hatte, dass es ihr egal war wenn er ganz Riverport vögelte. "Vielleicht hätte ich mein Fernbleiben an der Uni auch als Therapie bezeichnen sollen aber nun ist es ja zu spät..." Sie zuckte mit den Schultern bevor sie ans Fenster trat. Tat so als wäre es ihr egal auch wenn es in ihrem Inneren ganz anders aussah. Auch wenn dort ein Wirbelsturm tobte - Chaos herrschte. Ohne die Miene zu verziehen blickte sie auf die herabtänzelnden Schneeflocken draußen - sah zu wie sie die Welt in eine weiße Decke hüllten - nach und nach. Fast schon von Sekunde zu Sekunde dabei hatte es gerade erst angefangen. Ihre Mundwinkel huschten kurz nach oben. Hier herinnen war es so als wäre die Welt stehen geblieben - unangetastete von dem was da Draußen passierte. Irgendwie faszinierend. Seine Worte führten dazu, dass sie schließlich über ihre Schulter sah und mit einem Grinsen auf den Lippen etwas erwiderte - den tobenden Sturm in sich hinunterschluckte - verdrängte. Das konnte sie schließlich am Besten. "Hast du es so nötig?" harkte Yumi schließlich nach. Das sie den Anderen anziehend fand war kein Geheimnis. Das hatte sie noch vor wenigen Minuten schließlich doch auch irgendwie bewiesen, oder nicht? Dennoch kam ihr das Kompliment, welches sich der angehende Schauspieler anscheinend erhoffte nicht über die Lippen. Stattdessen folgten ihre Blicke seinem Zeigefinger als er aus dem Fenster deutete - auf auf die vermeintliche Menge an Fangirls hinwies. Yumi stellte sich einen Moment auf die Zehenspitzen und tat so als hielte sie ganz doll Ausschau nach einer Scharr frischverliebter Teenies. "Oh nein. Bestimmt ist ihnen zu kalt geworden..." Sie schob ihre Unterlippe nach vorne und tat so als wäre sie ganz doll enttäuscht. Natürlich war sie bei weitem nicht so gut im Schauspielern wie ihr Gegenüber aber auch Yumi war für einen Laien nicht so übel. Woher das wohl kam? Ein paar Sekunden verstrichen in denen keiner von Beiden ein Wort sagte - Sekunden in denen sie einfach aus dem Fenster blickten - in denen Yumi gedankenverloren etwas ans Fenster malte und schließlich doch das Wort ergriff. Worte, die vielleicht besser ungesagt geblieben wären weil sie letztendlich zu noch mehr Stille geführt hatten. Ihr Blick hatte sich an sein Tattoo am Oberarm geheftet - hatte die schwarzen Linien genau unter die Lupe genommen als sie schließlich ihre Hand daran legte. Noch immer schwieg er - sein Griff um sie wurde lockerer als er sich schließlich zurückzog. Die Worte kamen ehrlich über seine Lippen. Nach und nach. Er wirkte verbittert - machte sich über die Worte der Therapeuten lustig. Langsam hatte Yumi sich zu ihm umgedreht - lehnte sich gegen die Fensterbank während ihr Blick sein Gesicht studierte. Das Lachen. Nicht ehrlich. Nicht herzlich. Nicht wärmend. Sie zog die Augenbrauen unbewusst zusammen. Sie lauschte seinen Worten. Sagte erst einmal nichts dazu sondern sah ihn einfach nur an. Sah hinter das was über seine Lippen kam - hinter die Mauer die er gerade versuchte aufzuziehen obwohl Darren sonst eher der Typ offenes Buch war. Yumis Blick folgte seiner Geste - sah wie er die Arme vor seiner breiten Brust verschränkte bevor sie den Kopf wieder etwas anhob um ihn direkt anzusehen. Eine Sekunde. Zwei Sekunden. Sie stieß sich von der Fensterbank ab und überwandte den Abstand den er geschaffen hatte. Direkt vor ihm kam sie zum Stillstand. Wortlos löste sie seine ineinander verschlungenen Arme und griff nach seiner verletzten Hand. Sie hob sie an - hielt sie mit der ihren und drehte sie schließlich so das seine Handfläche nach oben sah. "Hätte es dir geholfen wenn sie gesagt hätten, dass die Chancen 50/50 stehen?" Yumi sah ihn nicht an sondern malte mit dem Zeigefinger ihrer anderen Hand über seine Handfläche - jeden Finger entlang bis zur Spitze und wieder zurück. Ihren Blick hielt sie gesenkt - folgte der Bewegung ihres Fingers weil es fast schon hypnotisch war. Bei den Worten 'anlügen' und ' falsche Hoffnungen machen' zuckte Yumi kurz zusammen. Einen Moment lang fühlte es sich so an als würde der Andere nicht von seinen Therapeuten reden. Einen Moment fühlte es sich so an als würde er endlich die Worte in den Mund nehmen, die sie eigentlich verdient hatte. Sie hielt in der Bewegung inne - hielt den Blick weiterhin gesenkt, spürte einen Druck auf der Brust. "Vielleicht... solltest du aufhören den Schauspieler zu spielen..." Ein Rat in Hinblick auf die Situation mit seiner Hand oder vielmehr auf die Situation zwischen ihnen? Eine Aufforderung die Dinge auszusprechen, die sie eigentlich verdient hatte. Dinge wie: Deinetwegen kann ich keine Musik mehr machen! Deinetwegen ist meine Zukunft zerstört! Du machst mir ständig Hoffnungen nur um meine Gefühle im nächsten Moment abzulehnen! Du bist ein schlechter Mensch! Entscheide dich endlich! Sie blinzelte und zog ihre Hand zurück, ließ seine langsam los und hob den Kopf an. Sie sah in das Gesicht, dass er sie sehen lassen wollte. Er versteckte das was wirklich in ihm vorging damit sie nicht merkte wie kaputt sie ihn wirklich gemacht hatte. Was hatte sie getan? Sie hatte ihn... zerstört. Eine Prophezeiung, die sie ihm schon längst gemacht hatte und das war das Ergebnis. Sie spürte wie sich ihre Augen mit Tränen füllten aber noch bevor er es sehen konnte zog sie ihn in eine Umarmung, drückte ihren zierlichen Körper an den seinen und schlang ihre Arme um seinen Hals während sie den Kopf an seiner Schulter vergrub, abgewandt so, dass er die stillen Tränen nicht sehen konnte. Sie gab sich Mühe sie wegzublinzeln. "Hör auf dich hinter dem Schauspieler zu verstecken..." flüsterte sie leise - kaum hörbar aber sie war sich sicher, dass ihre Worte ihn erreichten. "Bitte..." Ihre Stimme zitterte etwas bevor sie sich räusperte und ihn noch näher an sich zog.

    Im Krankenzimmer - Leon & Bianca

    3770-bianca-png

    Das noble Fräulein verzog keine Miene als der verletzte Mann mit wüsten Beschimpfungen um sich schmiss. Erst als er zu Ende gesprochen hatte zwirbelte sie ganz nebenbei eine Haarsträhne um den Finger und ein Schmunzeln schlich sich auf ihre rosigen Lippen bevor sie ihn mit ihren blauen Augen ins Visier nahm. "Ach nein..." Sie klang fast schon gelangweilt - als wäre es eine alltägliche Situation und doch war dem ganz und gar nicht so. Es amüsierte sie jedoch ihren Gegenüber ein wenig vorzuführen. Auge um Auge hieß es doch so schön. "Du weißt ja gar nicht was das für Mühe macht." Ein Seufzen drang aus ihrer Kehle und Bianca verdrehte die Augen. "Da wäre es schon fast besser sie hätte wirklich Ernst gemacht." In ihren Augen funkelte der Schalk und sie machte eine ganz eindeutige Geste mit ihrer freien Hand damit der junge Mann auch wohl verstand wovon sie sprach. So müsste sie sich keine Sorgen mehr darum machen, dass der Kerl auf die Idee kam Dinge auszuplaudern die ihn und auch alle Anderen schlichtweg nichts angingen. Er würde einfach von der Bildfläche verschwinden. Vielleicht würde der Ein oder Andere nachfragen aber irgendwann würden die Stimmen leiser werden, oder? Einen Moment fragte das Fräulein sich ob es wirklich so ablaufen würde oder ob er Familie hatte. Eltern, die sich wunderten lange nichts von ihm zu hören? Geschwister, die ihren großen Bruder vermissten? Eine Freundin, die auf ihren Geliebten wartete - sehnsüchtig. Bianca senkte den Blick und sie sponn den Gedanken weiter. Wie wäre es in ihrem Fall? Wenn sie plötzlich aus dem goldenen Käfig ausbrach. Sie schüttelte den Kopf. Kurz hoben sich ihre Mundwinkel. Ein trauriges Lächeln- kaum merkbar bevor die tiefe Stimme des Anderen sie aus ihren Gedanken riss. Er hatte nicht Unrecht. Genau so war es. Die Worte hätten im Grunde identisch aus ihrem Mund stammen können. Jahrelang hatte man ihr immerhin eingetrichtert, dass sie etwas Besseres war - das sie auf die Anderen herabblicken konnte - sie weniger wert waren. Aber sie hatte am eigenen Leibe erfahren, dass dem nicht so war. Im Gegenteil. Seit jeher hatte sie Freunde in anderen Kreisen gehabt - hatte das Gefühl gehabt unter ihnen keine Maske tragen zu müssen. "Mehr als ich sollte wahrscheinlich..." kam es schließlich über ihre Lippen. Sie war so schnell gelangweilt obwohl sie alles hatte und all die Kostbarkeiten auch genoss - noch viel mehr genoss sie ein kleines Abenteuer. Das war immer schon so gewesen.

    Es war einfach unerhört was dieser Kerl folgend behauptete. Die Behauptung war völlig an den Haaren herbeigezogen. Sie war um sein Leben besorgt gewesen und das Einzige, dass er im Sinn hatte war sie vorzuführen - sie zu beschuldigen, dass sie ihm einen Kuss stehlen wollte auf diese Weise. Bah. Fluchend wischte Bianca auf dem grässlichen Fleck auf ihrem Kleid herum und verschlimmerte das Ganze nur noch. Begleitet wurde das ganze Theater von dem Lachen des Halbwesens. Sie warf ihm einen bösen Blick zu als sie sich schließlich wieder niederließ und die Arme vor der Brust verschränkte wie ein trotziges Gör. Mittlerweile hatte er sich ein wenig von der Liege erhoben - aufgerappelt sozusagen. Das herzliche Lachen hatte ihm wohl gut getan. Er strahlte über das ganze Gesicht als hätte er den Schmerz beinahe vergessen. "Schön!" platzte es sarkastisch aus dem Mädchen heraus als sie ihn anfunkelte. "Dann brauchst du ja kein Schmerzmittel mehr." fügte sie noch hinzu und wandte den Blick von ihm ab. Nicht zuletzt um die Röte auf ihren Wangen zu verstecken, die diese Peinlichkeit zurückgelassen hatte. Doch der Kerl ließ es sich nicht nehmen und fuhr fort was dazu führte, dass auch Bianca auf Konfrontation aus war. "Und du bist ein selbstgefälliger Arsch, der anscheinend glaubt alle Mädchen liegen ihm zu Füßen." Die Adelstochter legte den Kopf schief und musterte ihn durch ihre blauen Augen. Er musste ja nicht wissen das ihr durchaus aufgefallen war, dass er ganz nett anzusehen war. Für seine Verhältnisse. Bianca erhob sich von dem Stuhl und musterte argwöhnisch den hässlichen Fleck auf ihrem Kleid. Es schmerzte den guten Stoff so zerstört zu sehen und doch war es wahrscheinlich nicht vergleichbar mit den Schmerzen, die Leon wegen seines Beines hatte. Er wirkte zwar als würde es ihm verhältnismäßig gut gehen aber vielleicht überspielte er es auch nur. Er wirkte wie diese Art Mensch. Mittlerweile fühlte sich das Mädchen schon wieder relativ nüchtern. Zumindest fiel es ihr nicht mehr ganz so schwer einen Fuß vor den anderen zu setzen. Was so ein kleiner Schockmoment alles verändern konnte. Sie schielte in Richtung Uhr, welche an der Wand über der Tür hing. Es war schon spät. Ihre Gedanken kreisten. Bald schon würden die ersten Dienstboten aufstehen und ihrer Arbeit nachgehen. Allein beim Gedanken an das Gerede wurde ihr übel. Sie gab nicht viel auf die Meinung Anderer aber sie wusste auch was Gerüchte in Adelskreisen auslösen konnten. Das Mädchen biss sich auf die Unterlippe und verschränkte die Hände vor der Brust als sie wieder zu dem Verletzten sah - noch unsicher wo sie mit ihm hin sollte um am wenigsten Aufsehen zu erregen. Dann fiel es ihr wie Schuppen von den Augen. "Kannst du dich wieder... verwandeln?" So konnte sie ihn ohne das irgendjemand Verdacht schöpfte in eines der Zimmer bringen. Es würde wohl kaum Jemand tuscheln wenn sie mit einem Wüstenfuchs oder was auch immer Leon war wenn er nicht ein arroganter Kerl war durch die Villa lief. Der irritierte Blick des Anderen blieb dem Mädchen nicht verborgen. "So kann ich dich in eines der Gästezimmer bringen ohne das es Jemanden auffällt - außer du willst hier auf dieser bequemen Liege die Nacht verbringen?" Sie hob eine Augenbraue und bekam allein schon beim Hinsehen Rückenschmerzen.

    Darren & Yumi - In Darrens Zimmer

    3495-kopie-png


    Ein ziemlich eindeutiges Grinsen erschien auf den Lippen der Blonden als seine Worte an ihr Ohr drangen während sie sich ein kleines bisschen in seinen Laken streckte - die Augen nach wie vor geschlossen hielt als könne sie dadurch die Augen noch vor so viel mehr verschließen als vor dem was sich in diesem Raum befand. Das war natürlich nicht möglich aber dennoch bevorzugte sie es sich in dem Gespräch mit dem Schauspielstudenten zu verlieren. Es war so viel leichter. So viel schöner als das was ihr bevorstand. Auch wenn sich auch in diesem Raum zig Dinge befanden die sie daran erinnerten, dass es nicht vernünftig war hier zu sein - seine Nähe zu genießen. Wie hatte sie so schön gesagt: Nur noch ein bisschen...

    "Ich glaube die Schreie sind sie schon gewohnt..." Sie biss sich auf die Unterlippe und öffnete ihre Augen einen Spalt um in seine Richtung zu schielen - seinen Blick nur für einen winzigen Moment einzufangen - das Knistern zwischen ihnen auf sich wirken zu lassen - das Kribbeln, welches ihren ganzen Körper eingenommen hatte - überall wo er sie berührt hatte. Überall wo er ihren Körper mit Küssen bedeckt hatte. Das Grinsen blieb auch noch auf ihren Lippen bestehen als sie die Augen wieder geschlossen hatte um noch in dem Moment zu verweilen. "Sicher. Ich habe eine Schwäche für böse Jungs..." versprach sie ihm schließlich als er das ganze Szenario ein wenig weiter spinnte. Ein Szenario, welches so wohl nie passieren würde. Darren wirkte nicht gerade wie ein Entführer. Von all den Kerlen mit denen sie in letzter zeit angebandelt hatte war der Dunkelhaarige wahrscheinlich der Letzte, dem sie so etwas zutrauen würde. Das sprach wohl nicht unbedingt für den Männergeschmack der Blonden aber das war auch nichts Neues.

    Sie folgte ihm mit den Blicken als er sich aufrichtete - nicht zuletzt weil es fast unmöglich war die Striemen auf seinem Rücken zu übersehen aber auch weil es ihre Blicke immer wieder zu ihm zog. Nicht nur hier sondern generell. Während auch Yumi sich ein wenig aufrichtete erwähnte Darren von einem guten Grund der Vorlesung fernzubleiben und unweigerlich hob sie eine Augenbraue als sich ihre Blicke wieder trafen - er vor dem Bett zum Stehen gekommen war. "Achja? Welche Ausrede denn?" fragte sie schließlich herausfordernd und ein Teil von ihr fragte sich ob sie ihm nicht letztendlich wirklich von wichtigeren Dingen abgehalten hatte. Ein Teil von ihr fragte sich ob es nicht schon ausreichend war, dass sie ihm auf so viele Art und Weise geschadet hatte? Die Narben, die seinen Körper zierten. Die Hand, in der er kein Gefühl mehr hatte. Seiner Zukunft beraubt und nun war sie hier und hielt ihn davon ab seine Vorlesungen zu besuchen? Sie war das Letzte. Yumi senkte den Kopf und presste die Lippen aufeinander, schüttelte den Kopf kaum merkbar und vertrieb gezielt die Gedanken und die Richtung die diese einschlugen. Sie erhob sich und als sie ihren Gegenüber ansah war auf ihren Lippen ein verspieltes Grinsen erschienen. Es fehlte jede Spur von den erdrückenden Gedanken, die sich kurz in ihr Köpfchen eingeschlichen hatten obwohl sie sich doch vorgenommen hatte, dass es ihr noch 'ein bisschen' erlaubt war vor der Realität zu fliehen. Wie genau dieses 'bisschen' aussah und wie lange es sich ausdehnen ließ war eine andere Sache. Der Schalk funkelte in den hellblauen Augen der ehemaligen Studentin als sie die Jogginghose des Lockenkopfs kommentierte. Augenblicklich erschien ein Schmunzeln auf seinen Lippen. Seine Augen strahlten als ein schnurrendes Geräusch über die Lippen der jungen Erwachsenen kam. "Das... hat natürlich auch seinen Reiz..." Kurz heftete sich ihr Blick an seine Lippen bevor sie sie mit den ihren verschloss. Ein flüchtiger Kuss. Ungewohnt sanft aber zugleich auch verheißungsvoll im Anbetracht dessen worüber sie hier gerade redeten. Der Kuss war nicht von Dauer denn schon wenige Augenblicke später trat Yumi ans Fenster - betrachtete die vereinzelten Schneeflocken, die vom Himmel tanzten. Sie verharrte in der Position - genoss den Anblick der sich ihr bot. Beinahe hätte sie nicht bemerkt, dass er näher gekommen war und doch war seine Präsenz ganz deutlich spürbar. Dicht hinter ihr. Sie hörte wie er schmunzelte - musste ihn dazu noch nicht einmal ansehen und unweigerlich hoben sich auch ihre Mundwinkel ein Stück als seine Antwort an ihr Ohr drang. "Willst du jetzt von mir hören, dass du... heiß bist?" Sie lugte über ihre Schulter - nur für einen Moment - schenkte ihm ein verspieltes Grinsen bevor sie den Blick wieder aus dem Fenster schweifen ließ. Das Fensterglas fühlte sich kühl an unter ihren Fingerkuppen aber das wurde ihr erst bewusst als er seine Hand auf die ihre legte. Der Blick ihrer blauen Augen schweifte von der Aussicht zu ihren beiden Händen. Seine Hand war so viel Größer als die ihre. Ihr Herz schlug etwas schneller als er seinen anderen Arm um ihren Körper schlang, sie etwas an sich zog und sich schließlich über ihre Schulter nach vorne beugte um gegen das Glas zu hauchen bevor er seinen Kopf gegen den ihren lehnte - sein leises Lachen an ihr Ohr drang und damit ein Kribbeln in ihrem gesamten Körper auslöste. Ihr Blick wanderte seinen Arm entlang nach oben verharrte an dem Tattoo auf einem Oberarm, heftete sich für einige Sekunden an die schwarzen Linien auf seiner Haut bevor sie ihren zweiten Arm hob und eine Musiknote an jene Stelle malte an der er gegen die Fensterscheibe gehaucht hatte. "Fehlt es dir...?" Ihre Stimme war leise aber es war auch nicht nötig lauter zu sprechen. Sie waren sich so nah, dass er auch so jedes Wort verstehen konnte. Langsam fuhr sie mit ihrer rechten Hand seinen linken Arm entlang nach oben bis sie auf Höhe seines Tattoos angekommen war - sie ihre Finger auf die vorhandenen Klaviertasten legte. Sie drehte ihren Kopf ein wenig aber sie waren einander so nah, dass sie ihm nicht direkt ansehen konnte - nicht sah welches Gesicht er gerade machte. "Hast du versucht..." Sie brach mitten im Satz ab. Es war nicht nötig ihn zu vervollständigen, oder? Sie presste die Lippen aufeinander und zog ihre Hand, die bis eben noch an seinem Oberarm verharrt war zurück.

    Darren & Yumi - In Darrens Zimmer

    3495-kopie-png


    Am Liebsten wäre sie ewig so verweilt. In seinen Armen. Abgeschirmt von der Außenwelt. Abgeschirmt von den eigenen Gedanken, die noch nie in eine gute Richtung geführt hatten wenn man sie freien Lauf gelassen hatte. Sie hielt die Augen geschlossen, genoss die Wärme von der sie umhüllt wurde - das aufgeregte Klopfen ihres Herzens - welches immer noch heftig in ihrer Brust pochte - angetrieben von dem Vergnügen, welches sie sich in den letzten Minuten verschafft hatten. Es war nicht das erste Mal für sie Beide - bei Gott nicht. Die beiden jungen Erwachsenen waren sich seit dem ersten Aufeinandertreffen am See öfters auf diese Weise begegnet, konnten in den unmöglichsten Situationen nicht die Finger voneinander lassen obwohl ihre Intentionen so derart weit auseinandergingen wenn es nach Yumi ging. Seine Haut fühlte sich warm an unter ihren Fingerkuppen. Sie vergrub ihr Gesicht ein wenig in seinen Haaren - sog unbewusst seinen herben Duft ein, der sie hier in diesem Zimmer generell umgab. So sehr sie es auch versuchte - die Gedanken holten sie dennoch ein. Vor manchen Dingen konnte man die Augen einfach nicht verschließen. Ihre Augen öffneten sich einen Spalt, ihr Blick war verschleiert durch den dichten Wimpernkranz. Unbewusst hatte sie sich an ihn gedrängt - so als würde seine bloße Nähe etwas an ihrem kaputten Leben ändern können. Töricht eigentlich und doch war es tröstlich nicht alleine zu sein. Sie bemerkte erst das sie sich an ihn geklammert hatte als auch sein Griff um sie fester wurde - er sie an sich drückte als wäre sie das Wertvollste auf der ganzen Welt. Zeitgleich mit dieser Erkenntnis löste sich ihr Griff um ihn und sie wich zurück nur um ihre Finger folgend durch sein dichtes Haar gleiten zu lassen als wollte sie Ordnung in das Chaos auf seinem Kopf bringen. In Wirklichkeit gefiel es ihr aber genau so wie es war. Jede Locke hatten ihren eigenen Kopf. Machte was sie wollte. Ein leichtes Lächeln huschte dabei über ihre rosigen Lippen. Nicht zuletzt auch weil er den Vorschlag machte sie zu entführen - ihr Ausweg aus der ganzen Misere. "Ist es noch eine Entführung wenn ich freiwillig mitkommen...?" Kurz trafen sich ihre Blicke bevor aus dem Lächeln ein amüsiertes Grinsen wurde. Nicht zuletzt um der Aussage die Ernsthaftigkeit zu nehmen. Weglaufen war ihr Ding. Gemeinsam eher weniger aber das musste sie nicht erwähnen. Das hatte sie ihm oft genug klargemacht. Ihr Herz machte einen Hüpfer beim Anblick seines Grinsens. Es war so ehrlich. Seine Augen lachten mit. Sie strahlten wenn er sie ansah und das führte dazu, dass es in ihrem ganzen Körper kribbelte. Wie stellte er das an? Seine sanften Worte führten dazu, dass sie sich zurückzog - sich auf den Rücken drehte obwohl sie seinen Blick auf sich spürte. Eindringlich. Als wollte er mit diesen wenigen Worten noch so viel mehr sagen. Er tat es nicht weil er wusste was zu viele Worte anrichten konnten. Er hielt sich zurück weil er wusste wie schnell sie weg war wenn er zu weit ging. Yumi presste die Lippen aufeinander. Ein 'Danke' schaffte es nicht über ihre Lippen und trotzdem blinzelte sie stumm in seine Richtung bevor sie ihre Augen schloss. Noch einen Moment in dieser Situation verweilte - ihn neben sich spürte obwohl sie sich zurückgezogen hatte. Das Kissen roch nach ihm. Sie roch nach ihm nachdem sie die ganze Nacht hier verbracht hatte. Sie brachte ihren Satz nicht zu Ende. Sie stoppte mittendrin weil sie nicht wusste wie es weitergehen sollte. Weil sie nicht wusste wo sie anfangen sollte. Die Stille zwischen ihnen war erdrückend und als er sich schließlich erhob schlug auch Yumi wieder die Augen auf. Ihr Blick wanderte über seinen nackten Rücken, den er ihr zugewandt hatte als er an der Bettkante einen Moment sitzen blieb. Striemen ihrer Fingernägel zierten seinen Rücken und erinnerten an ihr Aufeinandertreffen - daran wie verrückt er sie gemacht hatte - daran wo sie Halt gesucht hatte als sie es kaum mehr ertragen hatte. "Musst du los?" fragte sie schließlich und richtete sich im Bett ein wenig auf - fuhr durch ihr langes blondes Haar in der Hoffnung es zumindest ein wenig zu bändigen aber das war wohl vergebene Liebesmüh. Als er in seine Jogginghose schlüpfte kam ein ein enttäuschter Laut über ihre Lippen. "Ich wollte gerade vorschlagen das wir das Bett heute gar nicht mehr verlassen..." Sie biss sich spielerisch auf die Unterlippe bevor ihr ein amüsierter Laut über die Lippen kam. Da war sie. Die Yumi, die nicht bereit war sich um Dinge zu kümmern die wichtig waren. Die Yumi, die diese Gedanken lieber vertrieb und mit Darren ging das ganz hervorragend wie sich herausgestellt hatte. Ihr Blick wanderte über den Studenten, der mit verschränkten Armen vorm Bett stand und ihr eine Möglichkeit vorschlug wohin ihr Weg sie führen sollte. Die Blonde hob eine Augenbraue. und kletterte aus dem Bett um vor ihm stehen zu bleiben. Der Pullover rutschte wieder ein wenig nach unten und der Saum des guten Stücks umspielte ihre Überschenkel. Mit einem frechen Grinsen auf den Lippen harkte sie ihren Zeigefinger am Bund seiner Jogginghose ein und zog ihn ein wenig zu sich bevor sie ihre Hand an seinem entblößten Oberkörper nach oben schob und sie schließlich in seinen Nacken legte. Mit einem sanften Druck zog Yumi ihn zu sich und hauchte einen flüchtigen Kuss auf seine Lippen bevor sie sich wieder löste. "Aber wenn du lieber Eis willst..." Yumi deutete in Richtung Fenster wo gerade ein paar vereinzelte Schneeflocken vom Himmel tanzten. Sie trat etwas näher heran, legte ihre Fingerkuppen an die Scheibe und sah durch das Glas gen Himmel. Der Himmel war wolkenverhangen. Es war wohl schon richtig kalt geworden. Der erste Schnee des Jahres. "Du bist wohl kälteresistent..." Sie sah ihn nicht an. Sprach sie noch immer von der Tatsache, dass er bei so einem Wetter tatsächlich Eiskaffee zu sich nehmen wollte? Unwahrscheinlich.

    [Im Blumenladen] Micah & Shara


    4174-66edb333-235b-4869-8cf2-a4c84640ede6-png


    Kein Wort hatte seine Lippen mehr verlassen. Er folgte ihr ohne das auch nur ein Wort über seine Lippen kam. Die Stille war erdrückend - richtig beklemmend und so absurd es vielleicht sein mochte - sie genoss seine Anwesenheit dennoch. Er musste nichts sagen. Er konnte einfach schweigen. Hauptsache er war da. Seine pure Anwesenheit führten dazu, dass sie nicht ausflippte - das sie nicht weinte - nicht zusammenbrach. Sie war so gottverdammt schwach. Das Mädchen biss sich auf die Unterlippe als diese bebte. Sie kramte im Schrank nach den nötigen Kissen als ein Wort aus seinem Mund sie innehalten ließ. Shara verharrte in ihrer Position. Langsam sah sie über ihre Schulter und sah wie er sich am Boden hinsetzte. Sie legte die Stirn in Falten und schloss zu ihm auf. Ohne weiter darüber nachzudenken packte das Blumenmädchen den Anderen am Arm. "Kommt gar nicht in Frage!" protestierte sie schließlich. Kräftig zerrte sie am Arm des Anderen um ihn nach oben zu ziehen aber sie scheiterte kläglich daran, stolperte stattdessen über den Teppich, der unter ihren Füßen verrutschte und landete mit einem erschrockenen Laut direkt auf dem Anderen. Ihre Köpfe stießen unsanft gegeneinander und instinktiv krallte sich Shara am Oberteil ihres alten Freundes fest. Einen Moment sah sie in seine weitaufgerissenen Augen - verlor sich im unergründlichen Blau bevor sie ein wenig zurückwich, aber irgendwie immer noch über ihn lehnte. Ein Rotschimmer schlich sich auf ihre Wangen als sie eine Entschuldigung murmelte. und sich schließlich gänzlich zurückzog. Was war sie heute auch wieder tollpatschig. Natürlich zeigte sie sich hier gleich von der besten Seite. Beinahe wäre ihr ein Seufzen über die Lippen gekommen, welches sie gerade noch unterdrücken konnte. Sie wandte den Blick ab und griff nach den Handtüchern, welche unweit neben den Beiden zum Liegen gekommen waren. Noch vor den Utensilien für ein passendes Nachtlager war sie auf die Handtücher gestoßen. Bestimmt wollte sich Micah auch ein wenig erfrischen bevor er sich zum Schlafen legte. "Das Bad ist am Ende des Flurs rechts..." kommentierte sie die Geste als sie diese in seine Richtung hielt. Der kleine ungeplante Ausflug hatte doch seine Spuren hinterlassen. Nicht nur Körperlich aber zumindest würden sie sich minimal besser fühlen wenn sie nicht mehr völlig verdreckt waren, oder? Schließlich erhob sich Shara vom Boden und hielt Micah ihre Hand hin um ihm aufzuhelfen. "Bis du fertig bist habe ich bestimmt eine Lösung für die ääh Schlafsituation gefunden..." Sie lächelte ihn an, spürte wie ihr Herz ein wenig schneller klopfte. Schnell wandte sie sich ab und dem Schrank wieder zu. Das Blumenmädchen stellte sich auf die Zehenspitzen um nach ganz oben im Schrank zu gelangen aber scheiterte. Natürlich. Sie verzog das Gesicht zu einer Grimasse als sie sich darüber ärgerte und folgend den Stuhl an ihrem Schreibtisch zu Hilfe nahm. Der Akt, den sie hier vollführte glich nahezu einer Akrobatischen Leistung nur mit dem Unterschied, dass Shara keineswegs derartige Fähigkeiten besaß. An oberster Stelle - ganz hinten im Schrank wurde das Mädchen schließlich fündig und stellte lehnte sich schließlich gegen den Schrank um die Kissen und Decken zu erreichen mit denen sie einen zweiten Schlafplatz zaubern würde - irgendwie. Wer wusste schon ob sie überhaupt Schlaf finden würde im Anbetracht der Tatsache, dass sie nicht allein war. Aber das war es doch was sie wollte.... richtig?

    [Unterwegs im Krankenhaus] Hina & Chris


    Gespielte Enttäuschung machte sich in seinem Gesicht breit als das hübsche Mädchen klarstellte, dass sie ihn ganz sicher nicht in die Notaufnahme begleiten würde. Seine Augenbrauen waren vor Bestürzung zusammengezogen und er seufzte ein wenig theatralischer als notwendig. "Ernsthaft? Das ist hart..." kam es schließlich über seine Lippen und tat so als würde er dennoch seine Möglichkeiten abwiegen. "Dabei ist die Notaufnahme gleich da drüben." Er deutete hinter sich in den nächsten Gang, wo tatsächlich besagter Ort zu finden war. Man konnte es fast nicht übersehen, da es in großen Buchstaben angeschrieben war, so dass auch ja jeder Bescheid wusste. "Ein kleiner Schubs würde schon genügen..." versuchte er die Blonde zu überzeugen als ginge es hier tatsächlich um Leben oder Tod und nicht nur um den mangelnden Koffein in seinem Blutkreislauf. Chris entdeckte das Schmunzeln auf den Lippen seiner neuesten Bekanntschaft und musste sich ganz eindeutig eingestehen, dass es ihr hervorragend stand - sie fast noch hübscher machte. "Stärkt die Abwehrkräfte. Danach kann mir Nichts mehr etwas anhaben..." nickte er bekräftigend als wäre er felsenfest von seiner eigenen Aussage überzeugt. Das etwas das am Krankenhausboden gelandet war für immer verloren war, war eine andere Sache. Nichts und Niemand würde ihn dazu bringen auch nur irgendetwas zu essen oder zu trinken, dass auf diesem Boden gelandet war. Dafür musste er nicht einmal ein abartiger Hygienefanatiker sein sondern einfach nur... normal? Gemeinsam spazierten sie in die Richtung der von ihm vermuteten Station. Er behielt erst einmal für sich, dass das nicht die einzige Möglichkeit war auf der sie fündig werden konnte. Genau genommen war es fast wie die Suche einer Stecknadel im Heuhaufen. Vielleicht war ihr Handy auch gar nicht hier oder Irgendjemand erfreute sich daran. Es gab immerhin genug Arschlöcher, die nicht daran dachten, dass Handys längst nicht nur Mittel zum Zweck waren. Sie beinhalteten Erinnerungen - unersetzliche wenn man nicht zu den Menschen zählte, die regelmäßig ihre Daten sicherten. Ein lachen drang aus der Kehle des Dunkelhaarigen als das Mädchen meinte, sie müsse in seiner Nähe vorsichtig sein. Anders konnte er gar nicht. "Nur wenn ich müde bin... oder hungrig..." Er machte Andeutungen als würde er noch weitere Punkte aufzählen wollen - so als wäre die Liste wann man sich vor ihm in Acht nehmen sollte unendlich lang aber das war fast schon lächerlich. Im Vergleich zu genannten 'Arschlöchern' war er doch eher harmlos. Chris hatte seine Hände in der Hosentasche vergraben während er das Mädchen zur Aufnahmestation begleitete. Er bemerkte die Zweideutigkeit in ihrer Aussage und musste unweigerlich Grinsen. War das besagtes klischeehaftes Studentenleben? Lange feiern? Schlaflose Nächte? Wahrscheinlich war ihre Vermutung in den meisten Fällen nicht so falsch. "Jaaa... ich habe wohl die Zeit ein wenig übersehen..." Unweigerlich dachte er an den Vorabend. Nicht das was sie mit ihrer Aussage meinte oder anspielen wollte. Meilenweit davon entfernt sogar irgendwie. Wahrscheinlich war er jetzt sowieso für immer in der Friendzone. Die Blonde ließ ihn kurz allein zurück während sie hoffnungsvoll auf der Station verschwand während Chris draußen wartete. Er zückte einstweilen sein Handy und scrollte ein wenig teilnahmslos durch Twitter. Sonderlich weit kam der Student nicht, da seine neueste Bekanntschaft rasch wieder zu ihm aufgeschlossen war. Sie musste nicht einmal etwas sagen. Ihr Gesichtsausdruck sprach Bände. Offensichtlich war sie nicht fündig geworden weshalb Chris die Augenbrauen zusammenzog. Über ihre Schimpftirade musste der Dunkelhaarige schmunzeln. Er konnte sich schon gut vorstellen welche Art von Eindruck das Mädchen machte, welches ganz offensichtlich nicht auf den Mund gefallen war. "Ja da muss ich dir Recht geben." Ein Grinsen huschte über seine Lippen als er in die Richtung der Blonden schielte und ein amüsierter Laut aus seiner Kehle drang. Er hatte sich zum Weitergehen abgewandt und hörte sich so die weiteren Vorschläge an, die die Schwester ihr auf der Aufnahmestation gegeben hatte. Anscheinend ging da Jemand davon aus das er nichts Besseres zu tun hatte als Fremdenführer im Krankenhaus zu spielen. Nicht das er ernsthaft daran gedacht hatte sie sich selbst zu überlassen aber er ging ein paar Schritte bevor er sich zu dem Mädchen umdrehte. "Ich bin fürs Fundbüro. Da kommen wir an der Apotheke vorbei. Dort kann ich mir kostenlosen Kaffee holen..." Er schenkte ihr ein breites aber müdes Grinsen. Auf Grund seines Studiums war er öfters an besagtem Ort und hatte sich deshalb in weiser Voraussicht einen Chip für die dortige Kaffeemaschine geholt. "Wenn du nett zu mir bist bekommst du vielleicht auch einen..."

    [Irgendwo zwischen den Bücherreihen] Alice & Noita

    hmforever.de/index.php?attachment/4209/


    Ihr Name drang an ihr Ohr. Eine vertraute Stimme aber sie passte nicht zu dem kräftigen Körper, gegen welchen sie gerannt war. Irritiert zog das Mädchen die Augenbrauen zusammen und musterte noch einmal sie Gestalt vor sich. Sie brauchte einige Sekunden bis sie das zierliche Mädchen dahinter entdeckte, welches schon im nächsten Moment auf sie zugestürmt kam und sie in eine fast schon innige Umarmung zog. Vertraut. Als wären sie dicke Freundinnen und doch war sie mitunter Schuld warum die Blonde vor nicht allzu langer Zeit in die Klauen ihrer boshaften Mutter gelangt war. Sie und das ungeborene Baby in ihrem Bauch. Besagter Bauch stieß gegen die Schülerin. Sie war erleichtert das es Alice gut ging. So sehr. Ein Stein fiel ihr vom Herzen. Sie wollte sich gar nicht ausmalen wie die ganze Sache enden hätte können wenn Majo und sie nicht dort aufgetaucht wären. Noita schluckte und dennoch erwiderte sie die Umarmung des anderen Mädchens mit der gleichen Herzlichkeit. "Alice..." kam es ihr über die Lippen und unweigerlich musste sie ein kleines bisschen lächeln. Es war schön sie zu sehen. Vielleicht war es sogar besser als allein zu sein. Auch wenn es in Zukunft wohl besser so war. Wenn sie nicht wollte, dass Sherry sich an ihren liebsten Menschen vergriff. Ein Kichern drang aus der Kehle der Blonden als sie Noita hinsichtlich des kleinen Zusammenstoßes beruhigte. Beinahe wollte die Schwarzhaarige erleichtert ausatmen als besagter Mann sich zu den Beiden umdrehte. Ein Fluchen kam über seine schmalen Lippen. Seine Stirn war in Falten gezogen, was ihn deutlich älter und fast schon... boshaft aussehen ließ. Noita zuckte kurz zusammen. Es kam doch eher selten vor, dass sie für ein derartiges Missgeschick so angeblafft wurde. Entschuldigend und vielleicht sogar ein wenig verängstigt sah sie zu dem Älteren auf. "D-das... war keine Absicht..." kam es stotternd über die rosigen Lippen der jungen Hexe und wich ein wenig vor der Wut des Anderen zurück. Sein Blick wanderte über die beiden Mädchen, ehe er sich wortlos ein Buch krallte und davonmarschierte. Stumm sah Noita ihm hinterher bevor sie sich wieder Alice zuwandte. "Ich wollte euch nicht stören." versicherte sie ihr schließlich und fragte sich still für einen Moment in welcher Beziehung die Beiden wohl zueinander standen. Immerhin hatte der Typ gerade auch die Blonde wortlos zurückgelassen und sie war wohl nicht dafür verantwortlich, dass Noita ihn angerempelt hatte. Jetzt wanderte der Blick der Schwarzhaarigen über die Andere. Fast so als würde sie sich noch einmal vergewissern, dass sie wirklich heil war. Ihr nichts passiert ist. Sie keinen Schaden von der Begegnung mit ihrer Mutter davon getragen hatte. Zumindest keinen offensichtlich erkennbaren. An wieviel erinnerte Alice sich? War sie ihr eine Erklärung schuldig oder war ihre Erinnerung an dieses Ereignis völlig aus ihrem Kopf verbannt worden? Man konnte nie sicher genug sein. Wenn dem nicht so war - war sie in der Lage dies zu ändern? War es nötig? Ihr Herzschlag beschleunigte sich. So viele Fragen schwirrten in ihrem Kopf herum. "Wie geht es dir?" hörte Noita sich schließlich fragen. Unverfänglich und doch ehrlich. "Hast du viele Beschwerden?" Schon im nächsten Moment erntete sie ein 'Shhht' von der Bibliothekarin, die gerade dabei war Bücher zurück an Ort und Stelle zu sortieren. Der nicht gerade liebevoll gemeinte Laut wurde von einem finsteren Blick ihrerseits begleitet, den sie den beiden Mädchen über ihre dicke Brille zuwarf. Noita presste die Lippen einen Moment aufeinander und suchte den Blick der Blonden. "Sollen wir lieber woanders hin...?" schlug sie schließlich im Flüsterton vor. Bestimmt gab es doch einen Grund warum Alice hier war. Ihrer war einfach die Suche nach etwas Ruhe. Aber manchmal war man wohl auf der Suche nach etwas - fand etwas völlig anderes und erkannte dann, dass es noch viel besser war als das was man ursprünglich wollte...

    Darren & Yumi - In Darrens Zimmer

    3495-kopie-png



    Langsam wanderte seine Hand über ihre erhitzte Haut an ihren Seiten nach oben - zog sie folgend zu sich nach unten und schlang seine Arme um ihren Körper. Bereitwillig ließ sie es zu, dass er sich aus dem Griff ihrer Hand löste. Noch immer klopfte ihr Herz wie wild - war aus dem Rhythmus geraten und fand ihn fürs erste auch nicht wieder. Ihre Augen öffneten sich einen Spalt und musterten den Studenten. Auch er rang nach Luft - hatten sie sich immerhin Beide ganz schön verausgabt. Aber das war es wert gewesen. Und wie. Yumi atmete tief ein - sog seinen Duft ein und schloss die Augen wieder. Er vergrub seinen Kopf an ihrer Halskuhle und sie ihr Gesicht in seinem Haar. Es kitzelte ein wenig an ihrer Nase und kurz hoben sich ihre Mundwinkel. Langsam legte auch sie ihre Hand um ihn. Fast schon vorsichtig wenn man bedachte, dass sie bis gerade eben nicht gerade zimperlich miteinander waren. War es ihnen ohnehin nicht möglich gewesen weil sich offensichtlich ein bisschen was zwischen ihnen angestaut hatte. Ihre Atmung beruhigte sich etwas. Nicht zuletzt weil sie von seiner Wärme eingehüllt war. "Willkommen zurück..." flüsterte sie gegen seinen Kopf und ein Grinsen umspielte kurz ihre Lippen. Ihre Stimme klang heiser - verausgabt. Ruhe kehrte ein zwischen ihnen und mit der Ruhe kamen auch die Gedanken wieder, die sie gerade erfolgreich beiseite geschafft hatte. Wahlweise mit Alkohol oder Sex. Er war keine 24 Stunden wieder zurück und sie war mit ihm im Bett gelandet. Sie besaß keine Selbstbeherrschung in seiner Gegenwart. Wirklich nicht. Sie blinzelte, sah über ihn hinweg die kaputte Gitarre in der Ecke liegen. Bisher hatte es gut funktioniert sich von ihm fernzuhalten. Erst war er im Krankenhaus und anschließend auf Reha. Es war leicht weil sie so auch die Augen vor dem verschließen konnte was sie zu verschulden hatte. Aber nun war er wieder da. Nur wenige Türen weiter. Klar es waren nur noch wenige Tage und dann war sie auch weg von hier. Sie wusste noch nicht wohin und mit was für einem Geld sie es bezahlen sollte aber das war eine andere Geschichte. Eine Geschichte, die nicht weniger zu Gedankenkreisen führte. Wie sollte sie sich weiter erfolgreich von ihm fernhalten wenn seine bloße Nähe dazu führte, dass sie schwach wurde - das sie ihre Lippen auf seine pressen wollte - ihn wollte. Ihm nahe sein wollte. Ihr Herz klopfte rasch in ihrer Brust - unsicher ob durch die Gedanken an den Mann in dessen Armen sie sich gerade befand oder durch die Panik, die sie zeitgleich ergriff. Sie presste ihre Lippen aufeinander und merkte wie ihr Griff um ihn automatisch kräftiger geworden war - sie sich an ihn geklammert hatte. Sie lockerte ihn stumm. "Hier lässt es sich so leicht der Realität entkommen..." bemerkte sie schließlich und wich etwas von ihm zurück und ließ ihre Finger in seine Locken gleiten. Einen kurzen Augenblick sah sie in die warmen dunkelbraunen Augen des Anderen. Vielleicht einen Augenblick zu lange, denn sie spürte ein Kribbeln in ihrem Bauch. Schnell senkte sie den Blick - wich dem seinen gezielt aus weil sie mit der Art von Nähe, die sie gerade teilten schon überfordert genug war. "Nur noch ein bisschen..." murrte sie schließlich als sie sich auf den Rücken drehte und ihren Blick auf die Decke richtete bevor sie die Augen schloss. "...dann geh ich raus und..." Sie verstummte noch bevor sie den Satz beendet hatte. Vielleicht weil sie nicht wusste wo sie anfangen sollte. Vielleicht weil sie wusste, dass sie es doch nicht machen würde sondern lieber solange vor der Realität floh bis sie sie eingeholt hatte. Dann war es zwar zu spät aber... was solls. Das war ihre Art zu leben. Eine Art mit der niemand klar kam. Letztendlich wahrscheinlich nicht einmal sie selbst aber weglaufen war einfach einfacher. In jeder Hinsicht.

    Darren & Yumi - In Darrens Zimmer

    3495-kopie-png


    Darren & Yumi - In Darrens Zimmer


    [Vor dem Kaffeeautomaten] Hina & Chris



    "Ach nein?" harkte der junge Student noch einmal nach und wirkte fast enttäuscht bezüglich ihrer Aussage. Fast so als hätte er mit einer anderen Antwort gerechnet und doch gehörte es schließlich zu dem Geplänkel zwischen ihnen dazu. "Verdammt..." fluchte er schließlich und sah bedauernswert auf die Pfütze zu seinen Füßen. Es war schließlich nicht so als würde er dem Koffein nicht wirklich nachtrauern. Ganz so verzweifelt war er jedoch nicht, dass er ihr Angebot mit dem Strohhalm in Betracht zog. Nicht zuletzt weil es sich um einen Krankenhausboden handelte und der nicht gerade dafür bekannt war besonders steril zu sein. Chris war jetzt kein Hygienefanatiker aber irgendwo musste man schließlich die Grenze ziehen. Hier war definitiv seine auch wenn sein Körper nach dem kleinen Schlückchen des koffeinhaltigen Getränks nahezu nach mehr lechzte. Ein Grinsen umspielte die Lippen des jungen Mannes als die Worte des Mädchens an sein Ohr drangen. "Bring mit einen Strohhalm und wir finden es heraus. So eine Herausforderung kann ich nicht auf mir sitzen lassen..." Er hob eine Augenbraue und sah herausfordernd in die grauen Augen. So eindringlich das man fast glauben konnte er meinte seine Ernst. Doch schon im nächsten Moment kam die Putzfee an und beseitige das Missgeschick. Zeitgleich wandte er sich der guten Dame zu um sich mehrmals zu entschuldigen aber Hilfe wollte sie seinerseits dann doch keine annehmen. Ein Seufzen verließ seine Lippen. Das war wohl nicht sonderlich gut fürs Karma, oder? Er blickt ihr noch einen Moment hinterher bis die Stimme der Blonden seine Aufmerksamkeit wieder auf sie lenkte. "Vielleicht. Ich habe gehört bei Manchen kommt das gut an wenn man ein Arschloch ist..." Er hob fragend eine Augenbraue und musterte seinen Gegenüber als würde er gerade einschätzen ob das junge Fräulein zu dieser Sorte Menschen gehörte. Nicht das Chris wirklich glaubte das man das Jemanden ansehen konnte aber es amüsierte ihn zumindest so zu tun als ob er sie völlig durchschaute. Unweigerlich verfolgte er ihre geschmeidige Bewegung - sah zu wie sie mit ihren Haaren spielte - wie es seidig durch ihre schlanken Finger glitt. Ein Lächeln huschte über ihre Lippen und tatsächlich entkam auch dem Studenten ein amüsierter Laut dabei. "Klingt sehr abenteuerlich..." Er machte eine Pause und bemerkte wie ihr Blick in Richtung Information huschte. "Übermüdete Menschen können sehr ungemütlich werden... ich spreche aus Erfahrung." Vielleicht machte er seine Drohung ja doch wahr und würde seinen Gegenüber anbrüllen. Ganz sicher wusste sie sich zu wehren. Sie schien nicht gerade auf den Mund gefallen. Er lauschte ihren Worten und wiederholte fragend das kleine Wörtchen 'Unfall' weil es sich irgendwie nach einer interessanten Story anhörte. Dennoch wartete er nicht darauf, dass sie die Geschichte näher ausführte. "Also wenn du nur für eine Nacht oder so hier warst, warst du vielleicht auf der Aufnahmestation..." Er deutete in eine Richtung und erklärte ihr noch das dort fast alles hinkam, was nicht zwangsläufig ewig sein Dasein in diesem Bunker fristen würde - oder wo man noch unsicher war in welche Fachrichtung der Patient gehörte. Während die Beiden schon losliefen versicherte Chris dem Mädchen, dass er momentan sehr wenig wert auf Gemütlichkeit legte und wahrscheinlich überall einschlafen würde. Selbst auf dem verseuchten Boden hier...

    Kommt an


    Unweigerlich waren ihr Tränen in die Augen gestiegen als sie die Innenstadt in Richtung Bibliothek verließ - sich ihren Weg durch die shoppenden Menschenmassen gebahnt hatte. Sie hatte den Kopf gesenkt - niemanden direkt angesehen. Ihr Blick war durch die Tränen verschwommen und sie spürte den Druck auf ihrer Brust, der unerträglich war. Sie fragte sich immer wieder warum sie gerade jetzt zurückgekehrt war und warum sie es einfach nicht ertrug Noita glücklich zu sehen. Warum konnte sie nicht einfach dort bleiben wohin auch immer sie abgehauen war? Egal wie oft sie nach diesem warum fragte - sie fand keine Antwort. Der einzige Mensch, der ihr darauf eine Antwort geben könnte war Sherry selbst und die würde sich ganz gewiss nicht dazu herablassen ihre Fragen zu beantworten. Stattdessen demonstrierte sie viel lieber ihre Macht - drohte der Schwarzhaarigen oder erpresste das Mädchen in dem sie ihr bewusst machte wie leicht es für sie war die Menschen in ihrer Nähe in Gefahr zu bringen. Erst Alice. Nun Sky. Sie musste sich von ihnen fernhalten. Ihre Nähe war gefährlich. Am Besten sie würde sich daheim in ihrem Zimmer verkriechen wie vor einigen Monaten als er ihr das Herz gebrochen hatte. Noita wischte die Tränen mit dem Ärmel ihres Cardigans beiseite und schniefte. Sie war so erbärmlich. Ihre Schritte wurden etwas langsamer als sie das angesteuerte Gebäude entdeckte. Die Bibliothek. Ein Ort, der ihr immer irgendwie Trost spendete - der sich fast wie ein Zuhause anfühlte. Oft sogar mehr als ihr trautes Heim. Nicht weil sie nicht gerne mit Majo zusammenwohnte. Nein. Es war wunderbar. Nicht immer aber im allgemeinen hatte sie die Blonde gerne um sich. Ihre Nähe war tröstend auch wenn ihr das viele Zauberzeug manchmal zu viel wurde. Dennoch zauberte ihr der Gedanke an die vielen Seltsamkeiten in ihrem Haus ein Lächeln ins Gesicht. Majo hatte sich in jeder Ecke ausgebreitet und das war einfach nur... schön. Selbst wenn sie nicht Zuhause war spürte man ihre Anwesenheit. Noita seufte. Sie musste sich entschuldigen. Sie war ihr gegenüber nicht fair gewesen. Die Schülerin kramte ihr Handy hervor und tippte eine Nachricht an ihre Seelenschwester. An den einzigen Menschen in ihrem Leben der immer zu ihr hielt. Egal wie unterschiedlich sie auch sein mochten. Schnell verschwand das Handy wieder in ihrer Tasche als sie die Bibliothek betrat. Der Eingangsbereich war von Licht durchflutet und ohne es zu wollen schloss Noita die Augen , sog den Duft von Büchern ein, der wahrscheinlich Einbildung war aber dennoch war der Gedanke irgendwie schön. Sie hatte kein bestimmtes Ziel aber war froh darum das nicht allzu viel los war - die langen leeren Gänge beruhigten sie und der Blick ihrer roten Augen wanderte über die zahlreichen Buchrücken als sie daran vorbei ging. Einen Moment hielt sie inne und sie strich darüber - spürte den Einband eines besonders interessanten Exemplares an ihrer Fingerkuppe bevor sie danach griff und die Inhaltsangabe las bevor sie es wieder zurückstellte. Manchmal ging es ihr gar nicht darum fündig zu werden. Allein hier zu sein - umringt von Büchern - tat gut. Sie spürte wie die Spannung in ihrem Körper nachließ und Sherry aus ihren Gedanken verschwand. Nur für kurz. Nur für die Dauer dieses Aufenthalts. Das war doch in Ordnung, oder? Es genügte wenn sie sich danach wieder Gedanken um sie machte - vielleicht sogar um das Angebot, welches sie ihr unterbreitet hatte. Gerade als sie in den nächsten Gang abbiegen wollte entdeckte Noita einen blonden Haarschopf. Blonde Locken. Die selbe Gestalt. Sie war hier? Nein! Ihr Puls beschleunigte sich in windeseile und ohne zu schauen bog sie in die entgegengesetzte Richtung ab und rannte prompt in Jemanden hinein. Unsanft stieß sie gegen die kräftige Gestalt, die ihr den Rücken zugewandt hatte. Kurz taumelte die Schülerin zurück und noch bevor irgendwas über ihre Lippen kam, sah sie sich wieder nach Sherry um aber sie konnte die Gestalt nicht mehr entdecken. Bildete sie sich das vielleicht nur ein? War sie in ihrem Kopf? Wurde sie langsam verrückt. Noitas Blick tastete die Umgebung ab aber da war... nichts. Schließlich wandte sie sich demjenigen zu, den sie beinahe umgerannt hatte. "Entschuldigung..." kam es fast kleinlaut über ihre Lippen. "...ich habe nicht aufgepasst wohin ich laufe..." erklärte sie sich schließlich aber war sich fast sicher das sie bei dem Zusammenprall mehr abbekommen hatte. Der Kerl war schließlich doch um ein gutes Stück größer als sie und wesentlich kräftiger gebaut.

    Irgendwo in der Innenstadt in einem Café - Noita geht



    Jeder Muskel in ihrem Körper spannte sich an als sie sich ihm näherte. Ihre Augen formten sich zu schlitzen und sie spürte wie eine Wut in ihr aufstieg - es in ihren Fingern kribbelte und sie drohte zu explodieren. Vor allem als Sherry über sein Kinn strich. Sie wussten Beide, dass ein Fingerschnippen ausreichen würde um unwiderruflichen Schaden anzurichten. Sie wussten Beide, dass es nichts gab wovor sie zurückschrecken würde um ihren Willen zu bekommen - um Noita gefügig zu machen - sie für ihre Zwecke zu benutzen. Bewusst atmete die Schwarzhaarige ein und wieder aus. Versuchte sich zu beruhigen und doch spürte sie wie ihr Blut kochte. Das Blut, dass sie teilten. Eine Seite, die sie immer unterdrückte aber im Ernstfall wäre sie vielleicht gleich zerstörerisch wie die Person, die sie geboren hatte. Sie hatte es im Blut. Gerade in solchen Situationen - Situationen die sie nicht steuern konnte - die ausarteten. Ihre roten Augen glühten und sie presste die Zähne zusammen. Noita verfolgte jede noch so kleine Bewegung dieser Frau mit ihren Blicken. Sie wusste nicht ob sie in der Lage war etwas auszurichten wenn es dazu kommen würde. Sie wusste nicht ob es nicht zuletzt noch schlimmer kommen würde wenn sie ihre Kräfte einsetzte. So oder so würde sie nicht kampflos aufgeben. Er hatte das nicht verdient. Er hatte ein normales Leben verdient. Wenn das bedeutete, dass sie sich fernhalten musste... dann... Ein Stich in ihrem Herzen. Sie war verdammt dazu allein zu bleiben. Niemals konnte sie sicher sein, dass der Mensch an ihrer Seite nicht in Gefahr geriet. Ihretwegen. Eine Sekunde lang senkte sie den Blick - hörte jedes ihrer Worte. Eine Drohung. Was sonst. Hatte sie wirklich nichts Besseres zu tun? War ihr Leben so langweilig, dass sie letztendlich hierher zurückkehren musste um ihr das Leben zur Hölle zu machen. "Hast du sonst keine Hobbys?" kam es über die Lippen der Schülerin. Ungewohnt scharf kamen die Worte aus ihren Mund. Ungewohnt für das sonst doch eher sanftmütige Mädchen, dass ihre Worte mit Bedacht wählte. Ihre Mutter brachte eine Seite in ihr zum Vorschein auf die sie nicht stolz war. Eine Seite, die sie eigentlich nicht einmal selbst kannte. Jene Seite, die gefährlich werden konnte wenn sie gereizt wurde. Sherry fuhr fort - hatte sich wieder von Sky entfernt was unweigerlich dazu führte das auch Noita sich ein wenig entspannte. Und doch war ihre Anwesenheit allgegenwärtig solange sie sich hier in der Nähe aufhielt - nicht in der Innenstadt - vielmehr war die Rede von Riverport generell. "Was weißt du schon?" fauchte das Mädchen in die Richtung der Anderen. Sie stand nach all den Jahren plötzlich hier und glaubte zu wissen was in ihr vorging? Bullshit. Diese Frau wollte einfach nur den Teil der Macht zurück den sie an Noita abgetreten hatte. Es ging ihr nie um etwas Anderes und das hatte die Teenagerin schon vor langer Zeit akzeptiert. Mittlerweile schmerzte diese Erkenntnis sogar nicht einmal mehr. Sie hatte mit diesem Kapitel abgeschlossen - hatte dieses Buch vor langer Zeit geschlossen und dennoch machte es etwas mit ihr das sie wieder hier war. Sie traute sich selbst nicht mehr weil Sherry zu sehen ihr wieder bewusst machte, dass auch in ihr eine Dunkelheit schlummerte. "Was erwartest du? Ein 'Danke'?" Noita runzelte die Stirn und schüttelte folgend den Kopf. Das konnte nicht ihr Ernst sein. So schnell wie sie aufgetaucht war, verschwand sie auch wieder. Es war keine Option ihr den Teil der Kräfte zurückzugeben, richtig? Es ging ihr nicht darum Noita den Wunsch zu erfüllen ein normaler Mensch zu werden. Es ging ihr nur darum stärker zu werden. Mit ihren Kräften wäre ihre Mutter vielleicht stark genug ganz Riverport zu zerstören - einfach aus einer Laune heraus. Ihre Kräfte zu behalten machte aus ihr einen wandelnden Peilsender. Jederzeit konnte sie ihr und den Menschen in ihrer Nähe schaden. Sie linste zu Sky, der immer noch ein Gefangener ihrer Kräfte war. Noita trat auf ihn zu - legte ihre Hand an seine Wange und strich darüber. Sie sah in diese blauen Augen - blickte auf sein ehrliches Lächeln, welches sich sofort auf ihren Lippen spiegelte als ihr Herz einen Hüpfer machte. Noita nahm wieder Platz - setzte sich ihm gegenüber und schloss die Augen. Sie konzentrierte sich - konzentrierte sich nur auf das Szenario in dem sie sich befand und schon bald löste sich die Stille - von Weitem war Gehupe zu hören. Von einer anderen Seite drang Gelächter an ihr Ohr. Das Klirren eines Löffels in einer Kaffeetasse. Sie öffnete die Augen wieder und blickte Sky an. Wehmut lag in ihrem Blick aber sie gab sich Mühe ihn zu verstecken - gab sich Mühe diese Zeit mit ihm zu genießen solange es ging denn sie musste sich fernhalten. Noita verabschiedete sich später schließlich - sprang über ihren Schatten und zog ihn in eine Umarmung. In ihrem Bauch kribbelte es dabei und unbewusst atmete sie seinen Duft ein - ein Duft, der sie begleiten würde. Zumindest etwas von ihm.

    [Vor dem Kaffeeautomaten] Hina & Chris



    Es sollte wohl nicht sein. Der junge Student sollte nicht in den Genuss des koffeinhaltigen Heißgetränks kommen denn gerade als seine Mundwinkel zufrieden nach oben huschten und er sich auf den Weg nach draußen machen wollte stieß Jemand gegen ihn. Nicht gerade sanft. Dieser Jemand hatte offensichtlich einen Affenzahn drauf denn der Zusammenstoß brachte Chris so ins Wanken, dass der gute Kaffee über den Becherrand schwappte und sich auf dem Krankenhausboden verteilte. Unschön anzusehen wenn man bedachte, dass man dafür ein sehr helles Grau gewählt hatte. Ein Fluchen verließ die Lippen des Dunkelhaarigen, der seines Wachmachers somit beraubt war und wohl weiter sein Zombiedasein fristen musste. Seine Stirn legte sich in Falten und ehe er den Verantwortlichen überhaupt eines Blickes würdigte linste er in den Plastikbecher in seinen Händen. Der noch vorhandene Kaffee bedeckte gerade mal den Boden des Bechers und trotzdem setzte Chris das Plastikteil an seine Lippen und leerte das gute Stück in einem Zug, bevor er ihn in seinen Händen ein wenig zerknüllte. Das würde nicht reichen um den Tag zu überleben soviel war sicher. Erst jetzt drang eine weibliche Stimme an sein Ohr und lenkte die Aufmerksamkeit des Studenten auf sich. Er schnaubte über ihre lausige Entschuldigung und musste folgend doch darüber schmunzeln. Sie hatte wohl nicht unrecht. Ganz sicher gab der Kaffeeautomat noch mehr her - seine Geldbörse aber wahrscheinlich nicht - bei seinem Konto war das ebenfalls fraglich. Wie alle guten Studenten war Chris nämlich dauernd pleite. Vor allem wenn es gegen Ende des Monats war. Er musterte das Gesicht jenes Mädchens, welches ihm seines Kaffees beraubt hatte. Einen Moment lang sah er in die interessanten Augen der Blonden ehe sie ihm ein entschuldigendes Lächeln schenkte, welches minimal mehr bewirkte als ihre Worte vorhin. Dennoch änderte es nichts daran das er hundemüde war und nach Koffein lechzte. Für einen Moment schien er sogar über ihr Angebot mit dem Strohhalm nachzudenken. „Nur wenn du dich während ich den Kaffee vom Boden aufschlürfe umdrehst damit du nicht merkst wie verzweifelt ich bin…“ schlug Chris schließlich vor und er schenkte der Unbekannten ein müdes Lächeln. „Hab gehört der erste Eindruck zählt…“ Chris vergrub die Hände in der Hosentasche und wich ein wenig von dem Missgeschick am Boden zurück, denn eine Putzfrau die offensichtlich Zeuge des Unfalls wurde stapfte wütend auf die Beiden zu. Sie murmelte etwas unverständliches als Chris sie mehrmals um Verzeihung bat und anbot selbst dafür zu sorgen, dass die Kaffeepfütze beseitigt wurde. Die ältere Dame schüttelte vehement den Kopf aber murmelte weiterhin in ihren nichtvorhandenen Bart. Nur einige Wortbrocken drangen an das Ohr des Studenten und das reichte ihm auch. An das blonde Mädchen gewandt hob er schließlich seine Augenbrauen. „Ich denke einen ersten Eindruck habe ich heute schon versaut…“ Ein Schmunzeln erschien auf seinen Lippen ehe er sich schließlich bei dem Mädchen vorstellte. Ob sie eine Patientin war oder nur zu Besuch? Vielleicht auch eine Studentin? Unweigerlich machte er sich Gedanken über seinen Gegenüber aber zugleich überlegte Chris sich auch wie er jetzt am besten an seinen Kaffee kam denn sonst würde er gleich hier an Ort und Stelle einschlafen. Egal wie Interessant sein Gesprächspartner war. Oder wie hübsch. „Was machst du hier? Außer Andere zu schubsen und sie um ihren Kaffee zu bringen meine ich…“ Sie war ja offensichtlich in Eile gewesen sonst hätte sie ihn wohl nicht angerempelt. interessiert blinzelte der Dunkelhaarige die Kleinere an.

    Darren & Yumi - In Darrens Zimmer


    4168-pasted-from-clipboard-png