Beiträge von Zyprim

    [Vor Sakuras Zimmer] Leila & Sakura

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    Wenn sie gewusst hätte wie nervös sie gerade war, hätte Sakura sie wahrscheinlich ausgelacht. Es gab immerhin keinen Grund dafür. Dieses Mädchen war immerhin ihre beste Freundin. Aber war sie das immer noch? Hatte die Entfernung ihrer innigen Verbindung nichts anhaben können? Konnten sie einfach so wie früher weitermachen? Wahrscheinlich machte sich das Mädchen mit den rosafarbenen Locken einfach zu viele Gedanken. Wenn sie etwas genossen hatte dann war es die Tatsache, dass sie bei ihrer Freundin einfach sie selbst sein konnte. So war es schon immer gewesen. Niemals hatte sie sie auf irgendeine Weise verurteilt. Die Studentin schüttelte den Kopf aber sie schaffte es nicht ihren Kopf völlig frei zu machen. Als sie schließlich die Stimme ihrer Freundin hinter der Tür hörte war dieser Plan auch schon wieder verworfen. Sie hörte sich so vertraut an aber zugleich war es richtig befremdlich sie nach all der Zeit wieder zu hören. Anfangs hatten sie noch regelmäßig telefoniert und sich über ihren neuen Lebensabschnitt ausgetauscht aber als Sakura dann auch in den Dschungel ging um irgendwelche Affen zu studieren war das Ganze etwas schwieriger. Es war nicht mehr zu einfach einen passenden Zeitpunkt zum Telefonieren zu finden. Auch das Schreiben löste sich in Wohlgefallen auf weil Beide einfach so lange brauchten um zurückzuschreiben. Leila senkte kurz ihren Kopf als sie darüber nachdachte. Irgendwie betrübten diese Gedanken sie und unweigerlich musste sie an Nicks Worte denken. Vielleicht war es auch ihre Schuld, dass diese Freundschaft nicht mehr so gefestigt war wie sie es damals war. Leila riss erschrocken die Augen auf als Sakura in einem genervten Ton die Tür aufriss. Ungläubig das sie tatsächlich wieder hier war. Verwirrt weil sie so einen Tonfall von ihrer besten Freundin gar nicht kannte. Immerhin war die Blonde eigentlich dafür bekannt, dass sie stehts guter Laune war und den Kopf voll verrückter Ideen hatte. Aber die Freude das vertraute Gesicht der Anderen wieder zu sehen überwog. Die angespannten Gesichtszüge des Mädchens lockerten sich und auch Leilas Mundwinkel schnellten nach oben beim Anblick der Anderen. Ihren Namen über ihre Lippen kommen zu hören fühlte sich an wie nach Hause zu kommen. Es fühlte sich an als hätte sie einen verlorenen Teil von sich wiedergefunden. "Sake!" Sie schien noch daran zu zweifeln ob das alles wirklich passierte. Wahrscheinlich wog die Blonde gerade ab ob es sich vielleicht nicht doch um einen Traum handelte oder um ein Paralleluniversum, in welches sie gesogen wurde - aus welchem Grund auch immer. Leila war sich sicher, dass Sakura dafür schon einen Grund finden würde. Ehe sie sich versah wurde sie von dem anderen Mädchen in eine Umarmung gezogen, welche sie stürmisch erwiderte. Sie kam der Bitte der Anderen nach und kniff sie in die Seite woraufhin diese leise aufquiekte. Ein leises Lachen entglitt der Kehle der Rosahaarigen. Es tat so gut sie nach all der Zeit wieder um sich zu haben. Es tat so gut sie zu umarmen. Beinahe spürte sie wie es ihr allein durch diese Geste ein kleines bisschen besser ging. Als Leila die Umarmung wieder löste wanderte der Blick ihrer grünen Augen über das Mädchen vor sich. Sie hatte so viele Fragen. Wo sollte sie nur anfangen? "Seit wann bist du wieder aus dem Dschungel zurück? Gibt es dort keine Affen mehr die du studieren kannst?" Erst jetzt fiel ihr auf das die Andere ziemlich fertig aussah aber sie widerstand dem Verlangen sie gleich im ersten Moment darauf anzusprechen. Stattdessen beließ sie es dabei sich einfach vorsichtig nach ihrem Befinden zu erkundigen bevor sie sich an ihrer Freundin vorbei ins Zimmer schob. Es roch nach Alkohol. Nicht gerade dezent. Es schien fast so als wäre Sakura feiern gewesen und hatte es vielleicht ein kleines bisschen übertrieben. "Wie war es dort? Erzähl mir alles!" Ihre Augen funkelten ein kleines bisschen als sie in das vertraute Gesicht ihrer Freundin sah. Es gab so viel das sie ihr zu erzählen hatte aber irgendwie war es doch leichter die Aufmerksamkeit von sich zu lenken und sich stattdessen auf sie zu konzentrieren. War das feige? Wahrscheinlich. Leila lehnte sich gegen den Schreibtisch der Anderen und wartete auf ihre Erzählungen - auf die aufregenden Abenteuer. Es musste ja ein Paradies für Sake gewesen sein, oder?

    [Irgendwo in der Uni] Darren & Yumi

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    Kurz huschte der Blick der jungen Studentin in Richtung Türe, die gerade ins Schloss fiel weil der angehende Schauspieler ihr einen Tritt verpasst hatte. Sie waren wieder alleine. Keine tuschelnden Menschen um sie herum - keine urteilenden Blicke, welche die Blonde doch ohnehin längst gewöhnt sein müsste. Die Stimmen jener Studenten, die gerade an dem Raum vorbei spazierten waren kaum noch zu hören, wurde von der verschlossenen Tür und den Wänden, die sie trennten, ein wenig abgeschirmt. Es wurde still. Keiner von Beiden sagte ein Wort - sie behielten ihre Gedanken für sich. Wahrscheinlich war es besser so. Bisher hatte Reden auch nicht zu einer Lösung geführt also würde das Schweigen ihre Differenzen möglicherweise in Wohlgefallen auflösen. Eigentlich unwahrscheinlich. So oder so befanden sich die beiden Studenten in einer Situation in der man zwangsläufig aneinander geriet. Sie befanden sich genau genommen schon länger in dieser Situation und einige zweifelhafte Entscheidungen hatten dazu geführt, dass sich alles zugespitzt hatte - hatten dazu geführt, dass er an diesem Klavier saß und ein Lied spielte - seine Gefühle auf taube Ohren stießen - vermeintlich. In Wirklichkeit waren sie angekommen aber sie jagten der Blonden eine Heidenangst ein. Sie konnte damit nicht umgehen und zog es deshalb vor all seine Worte zu belächeln. Nie wieder wollte sie den selben Schmerz wie damals spüren. Nie wieder wollte sie so schwach sein. Deshalb hatte sie sich entschieden überhaupt keine Gefühle an sich ranzulassen oder sie generell zuzulassen. Darren brachte diese Entscheidungen jedoch ein wenig zum Wanken. Wahrscheinlich hatte er recht. Wahrscheinlich gab sie ihm missverständliche Signale. Mal war sie ablehnend und stieß ihn von sich und ein anderes Mal suchte sie seine Nähe. Im Grunde hatte sie selbst diese Misere zu verantworten und das wusste Yumi nur zu gut. Herausfordernde Worte verließen ihre Lippen während ihr Blick ihn festnagelte damit er ihr auch ja nicht auskam. Aber scheinbar war das gar nicht die Absicht. Der angehende Schauspieler hielt ihren Blick stand - erwiderte ihn während er den Abstand zwischen sich und der Studentin verringerte. Ein Schmunzeln zierte seine Lippen, die sie nur für eine Sekunde lang inspizierte. Yumi verkniff sich einen bissigen Kommentar - presste stattdessen ihre Lippen aufeinander um ihre Gedanken für sich zu behalten. Wahrscheinlich wären sie ohnehin nur ein gefundenes Fressen für den dunkelhaarigen Lockenkopf. Er würde nur wieder mehr in ihre Worte hinein interpretieren - sich seine eigenen Gedanken dazu machen dabei war es doch Darren selbst, der das Blondchen immer wieder bei diesem Spitznamen rief. Eine Prinzessin. So sah sie auch aus. Stand eigentlich im völligen Gegensatz zu ihr. Also was wollte Jemand der eine Prinzessin an seiner Seite hatte von einem so verdorbenen und fehlerbehafteten Menschen wie sie selbst es war? Das passte doch nicht. Yumi schwieg als er ihre Frage beantwortete - keinen Hehl daraus machte was seine Intentionen waren. Das machte er eigentlich nie. Darren nahm kein Blatt vor den Mund - sagte die Dinge gerade heraus und das war schon immer eine Eigenschaft, die sie eigentlich sehr beeindruckend fand - überfordernd für den Gegenüber aber doch irgendwie interessant. Ihre Lippen öffneten sich einen Spalt - fast so als wollte sie ihm wieder widersprechen aber letztendlich schloss das Mädchen sie wieder ohne das auch nur ein Ton ihrer Kehle entkam. Störte es sie? Wenn seine Prinzessin bei ihm war? War es wirklich Eifersucht oder konnte es die Blonde einfach nicht ertragen wenn Jemand nicht mehr verfügbar war, den sie eigentlich für selbstverständlich gehalten hatte? Ihre Mundwinkel hoben sich ein kleines bisschen. Sie war wirklich erbärmlich. Yumi strich sich ihre Haare zurück nachdem sie sich von dem Tisch losgestoßen hatte - er sich abgewandt hatte und offensichtlich dem Putzen nachgehen wollte. Das kleine Missgeschick lockerte ein kleines bisschen die angespannte Stimmung zwischen den beiden Studenten. Oder zumindest die Stimmung der angehenden Psychologin, welche sich köstlich über die durchnässten Klamotten des Anderen amüsierte, der wohl auf Rache aus war, wie es den Anschein hatte. Yumi hob ihre Hände an, als würde sie sich ergeben um Schlimmeres zu vermeiden. Sie lies ihn keine Sekunde lang aus den Augen und wich ein paar Schritte zurück als Darren sich mit einem klatschnassen Putzlappen bewaffnete. "Das war nur ein Versehen, ja? Tu nichts was du später bereuen könntest..." Sie hob eine Augenbraue und musterte ihn mit einer Spur Herausforderung im Blick. Ehe sie sich versah war auch Yumi klatschnass. Ihre Augen hatte sie zusammengekniffen als das Nass sich seinen Weg von ihrem Kopf unter ihre Kleidung bahnte. Den Mund hatte sie fast schon schockiert geöffnet als sie dem Lockenkopf einen bösen Blick zuwarf. "Das bedeutet Rache..." verkündete die Studentin schließlich schnappte sich ihren Gegenüber am Pulloverkragen um ihn näher an sich zu ziehen während sie den nassen Lappen, welcher sich in ihrer anderen Hand befand in seinen Ausschnitt am Rücken stopfte und ihn durch kräftig zusammendrückte damit nicht nur seine Vorderseite etwas von dem Wasser abbekam. Ein teuflisches Grinsen legte sich dabei auf die Lippen der jungen Frau als sich ihre Blicke trafen. Einige nasse Haarsträhnen klebten in ihrem Gesicht. Es verging ein Moment - ein zweiter - bevor sie schließlich wieder von dem Schauspieljungen abließ und sich wirklich an die Arbeit machen wollte. Dafür waren sie schließlich hier. Doch sie hatte den Plan ohne die Pfütze am Boden gemacht, die durch ihre Spielchen entstanden war und gerade als sie sich umdrehen wollte, rutschte sie am nassen Boden aus und suchte bei Darren nach Halt, der anscheinend nicht damit gerechnet hatte und gemeinsam mit Yumi Bekanntschaft mit den Boden machte. Während Yumi unsanft am Rücken landete, konnte sich der zukünftige Schauspieler irgendwie noch mit den Händen auffangen, so dass er nicht direkt auf die Blonde krachte. Langsam öffnete sie die Augen. Sah in die dunkelbraunen Augen, welche sie musterten. Still. Wortlos. "Hab ich... gewonnen?" fragte sie schließlich und lies ihren Blick über sein Gesicht wandern, welches schon wieder viel zu nahe war. Ihre Lippen formten ein freches Grinsen als hätte sie ihm nicht vor wenigen Minuten gesagt, dass sie ihn nicht mehr sehen will. Wortlos verharrten sie so eine unbestimmte Zeit lang - einander so nah und doch mit einer gewissen Distanz zwischen ihnen. "Eifersucht..." setzte sie schließlich an. "Ich weiß nicht ob es das ist..." versuchte Yumi ein Stück weit jenes Gefühl zu beschreiben, welches in ihr aufkam wenn eine andere Frau seine Nähe suchte - auf ziemlich eindeutige Art und Weise. "Vielleicht bin ich nur neidisch darauf das Andere so genau wissen was sie wollen..." Ihre Mundwinkel hoben sich und sie sah in Darrens Augen, die sie trotz allem mit so viel Wärme musterten - sie nicht losließen. Yumi machte Anstalten sich wieder ein wenig aufzurichten - stützte sich auf ihre Ellenbogen und stieß dabei beinahe mit den Kopf des Anderen zusammen.

    [In einer Höhle] Micah & Shara

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    Sie hatte sein Rufen nicht gehört. Wie auch? Sie war einfach losgelaufen weil die Stimme in ihrem Kopf es ihr befohlen hatte - weil sie Angst gehabt hatte. Nicht das Weglaufen etwas daran geändert hätte. Natürlich nicht. Aber vielleicht war das einfach der Urinstinkt, welcher in jedem Menschen noch irgendwo vorhanden war. Man mochte meinen das Shara sich wenigstens in der Höhle ein Stück sicherer fühlte aber dem war nicht wirklich so. Das Herz schlug ihr bis zum Hals und wollte sich scheinbar einfach nicht beruhigen. Unaufhörlich behielt es seinen Rhythmus bei. Sie bemerkte nicht das sie zitterte und doch schlang sie ihre Arme um ihren Körper als könnten diese sie vor Schlimmeren bewahren. Ob dem wirklich so war, war im Moment nicht wichtig - nicht relevant. Ein wenig später erreichte auch der Blondschopf die Höhle - unweigerlich wandte sie sich ihm zu - suchte den Blick seiner vertrauten blauen Augen. Er war außer Atem und es dauerte ein wenig bis er sich etwas beruhigt hatte. Zumindest hatte es den Anschein. Wortlos entledigte er sich seiner Weste und legte sie um die Schultern des zarten Mädchens. Sie war nicht in der Lage diese fast schon liebevolle Geste abzulehnen. Seine Weste war warm und weich - schmiegte sich an ihren ausgekühlten Körper. Sie roch nach ihm. Ein vertrauter Geruch obwohl sie einander so lange Zeit nicht gesehen hatte. Dennoch löste das ein wohliges Gefühl in ihrer Brust aus. Er war ihr so nahe. Shara spürte seine Hände auf ihren Schultern als wäre es selbstverständlich das sie sich auf diese Weise nahe waren - als wäre seit damals kein Tag vergangen. "Danke..." kam es über die Lippen des Mädchens als sie zaghaft ihren Kopf anhob und der Blick ihrer blauen Augen über sein Gesicht wanderte. "Aber wird dir so nicht kalt...?" hinterfragte sie die selbstlose Tat des Anderen, der nun doch recht spärlich bekleidet war nachdem er ihr seine Weste überlassen hatte. Der Druck um ihre Schultern wurde etwas fester, Fragend wollte sie Micah ansehen aber er hatte seinen Blick abgewandt und lies ihn stattdessen aus der Höhle gleiten. Es schüttete in Strömen und vor dem Unterschlupf hatten sich schon bald einige Pfützen gebildet. Ein Ende war nicht wirklich in Sicht. Vermutlich würden sie hier in dieser Höhle noch ein wenig länger festsitzen. Als wäre die Tatsache das ein Gewitter wütete nicht schon unschön genug - nein. Shara hatte ihren alten Freund auch vor wenigen Minuten nicht gerade freundlich vorgeworfen das er sie in Stich gelassen hatte als sie ihn am Nötigsten gebraucht hatte. Ein perfekter Ausgangspunkt - soviel war sicher. Bei jedem Blitz der das Himmelszelt erhellte kniff das Mädchen die Augen zu und sie konnte das Zucken, welches ihren Körper beim Donnergrollen durchfuhr, auch nicht unter Kontrolle halten weshalb sie sich ein wenig von dem Blonden löste und ein wenig weiter in die Höhle vordrang. "Meinst du... hier lebt Irgendjemand oder Irgendetwas...?" fragte das Blumenmädchen vorsichtig und ihre Stimme zitterte etwas als diese Worte über ihre Lippen kamen. Ihre Augen wanderte durch die doch eher dunkle Höhle und entdeckten in einer Ecke eine Ansammlung an Knochenresten oder zumindest sah es ziemlich danach aus. Sie brachte etwas Abstand zwischen sich und die letzten Überreste des Tieres oder Monsters. Unweigerlich zog Shara die Wese des Anderen etwas enger um sich weil sie ihr seltsamerweise ein Gefühl der Geborgenheit vermittelte. Vielleicht weil sie ihm gehörte - weil sie so kuschlig weich war. Shara setzte einen Fuß vor den anderen und drang ein wenig tiefer in die Höhle vor. "Wegen vorhin..." setzte sie schließlich an, vermied es aber Micah dabei anzusehen und war recht froh das er ihr auf Grund des mangelnden Lichtes vielleicht nicht ansah wie unangenehm es ihr war das sie ihm so zugesetzt hatte. Gerade als sich das Blumenmädchen weiter erklären wollte rutschte sie mit ihrem Fuß ab und schlitterte ein paar Meter hinab, konnte sich letztendlich aber noch gut fangen. "Aaaaahh...!" Ein schreckhafter Laut verließ ihre Kehle und das Herz in ihrer Brust klopfte wie wild. Sie hatte nicht bemerkt, dass es an dieser Stelle ein kleines bisschen bergab ging. Gerade als sich das zierliche Mädchen wieder aufrichten wollte bemerkte sie das sie mit ihrem Bein wohl zwischen zwei Felsen feststeckte. Vergeblich versuchte sie sich zu befreien aber schaffte es aus eigener Kraft nicht weil sich ihr Schuh irgendwie ungünstig verkeilt hatte. "Ich... ich stecke fest...." meinte die Floristin an den Blonden gerichtet und legte ihren Kopf in den Nacken um zu ihm hochsehen zu können. Zeitgleich war ein tiefes Grollen aus der Höhle zu hören was den Puls des Mädchens nicht unbedingt verlangsamte - eher das Gegenteil...

    [Irgendwo in der Uni] Darren & Yumi

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    Wir werden sehen. Diese Worte. Schon wieder. Dieses Mal weniger provokant ausgesprochen weil er sich vielleicht auch ein Stück weit bewusst war das er zu weit ging. Aber konnte die Studentin ihm diesen Vorwurf überhaupt machen? War wirklich er es der zu weit ging und nicht letztendlich sie? Immerhin war Yumi es die zu weit gegangen war - ihn zu nah an sich herangelassen hatte obwohl das nie ihre Intention gewesen war. Sie hatte nur ihren Spaß mit ihm gehabt - öfter als geplant tatsächlich und durch diese Regelmäßigkeit waren sie überhaupt erst an diesen Punkt angelangt. Zwei Seiten die unterschiedliche Dinge wollten. Ein Teil von ihr wollte das was sie hier hatten nicht loslassen aber zugleich fürchtete sie sich ein Stück weit vor den Konsequenzen, die diese Entscheidung mit sich bringen könnte. Konsequenzen die eigentlich schon längst präsent waren aber vor denen die angehende Psychologin nur zu gerne die Augen verschloss weil es so einfach leichter war. Wortlos lies er sich von der Blondine führen - bereitwillig folgte er ihren Schritten bis sie zum Stillstand kam. Auch als sie den kräftigeren Körper des Anderen gegen die Wand drückte und ihm noch mehr Worte entgegenzusetzen hatte lies er es einfach geschehen - fiel ihr nicht ins Wort oder machte sonstige Anstalten Yumi zu widersprechen. Vielleicht war es dieses lämmchenhafte Verhalten, welches sie schließlich wieder ein Stück weit beruhigte. Sie wandte sich ab und betrat den beengenden Raum, der offensichtlich als Abstellkammer fungierte. Anders lies sich das Chaos, welches dort vorherrschte nicht wirklich erklären. Ein Seufzen kam über die Lippen der Blonden. Diese Alte machte es sich wirklich sehr einfach. Schon praktisch wenn man die Studenten, die ihrer Meinung nach etwas verbrochen hatten einfach zu solchen Strafarbeiten einteilen konnte. Arbeiten die sonst wahrscheinlich an ihr hängen blieben. Ob sie sich diese Arbeit spontan aus den Fingern gesogen hatte als Darren die Schuld auf sich genommen hatte? Die Strafe für Yumi hätte gewiss anders ausgesehen. Immerhin hatte sie bei ihrem vorletzten Vergehen schon verkündet, dass sie beim nächsten Mal aus dem Wohnheim flog. Vielleicht auch von der Uni. Es war ohnehin nur eine Frage der Zeit, richtig? Wartete sie nicht letztendlich bis man ihr diese Entscheidung abnahm? Was würde danach kommen? Etwas worüber sie nicht ernsthaft nachgedacht hatte und dennoch kreisten diese Gedanken irgendwo über ihr - warteten nur darauf endlich zuzuschlagen. Die tiefe Stimme des Lockenkopfs drang an ihr Ohr als er hinter ihr den Raum betrat und folgend an ihr vorbei spazierte. Yumi presste ihre Lippen aufeinander ehe sich diese kräuselten. "Nur einer von uns zweifelt an meinen Worten..." Für einen Moment begegneten sich ihre Blicke bevor sich der Dunkelhaarige wieder abwandte. Seine Worte des Dankes ignorierte die Studentin. Es war ein Irrglaube zu denken das sie es seinetwegen machte oder weil sie ein schlechtes Gewissen hätte wenn er die Arbeit alleine übernehmen müsste. In Wirklichkeit wollte sie sich und vielleicht auch ein Stück weit ihm beweisen das sie niemanden brauchte der ihr Leben erleichterte - ihre Strafarbeiten erledigte. Wahrscheinlich war ihm das längst klar aber es gebot die Höflichkeit sich dafür zu bedanken. Anerzogene Kleinigkeiten die man bis ins Erwachsenenalter mitnahm. Als Yumi den Arbeitsfortschritt bemängelte, der eigentlich ja so gut wie überhaupt nicht vorhanden war rechtfertigte sich der Schauspielstudent mit scheinbar ganz bewusst gewählten Worten bevor er sich ihr näherte - direkt vor ihr zum Stillstand kam. Seine Hand streifte ihren Oberarm und sein Gesicht war direkt vor dem ihren. Er wandte sich nicht ab - sah sie direkt an. Unweigerlich spürte sie wie die Luft zwischen ihnen wieder zu knistern begann. Sie hatte unbewusst den Atem angehalten aber zwang sich als sie es bemerkte weiter zu atmen. "Interessant... das du deine Worte so wählst um Spielraum zu lassen was zwischen dir und deiner Prinzessin passiert ist aber dich dennoch bemühst mir klar zu machen das ihr nur Freunde seid..." Die Mundwinkel der Blonden zuckten kurz nach oben. "Was bezweckst du damit - was für eine Reaktion erwartest du...?" Ihre blauen Augen fixierten die des Anderen - ließen ihn nicht entkommen. Seine geflüsterten Worte bevor er sich wieder ein Stück weit von ihr entfernte, da diese Annäherung offensichtlich nur dazu diente um an den Putzlappen zu kommen, jagten der Blonden einen Schauer über den Rücken. Ob angenehm oder unangenehm blieb dahingestellt. Wahrscheinlich eher Zweiteres wenn man bedachte, dass diese Reaktion durchaus unerwünscht war wenn man sich ihre vorhin ausgesprochenen Worte ins Gedächtnis rief - wenn man bedachte das, dass es zu Ende war und sie ihm auf diese Weise nicht mehr begegnen wollte. "Schön. Dann habe ich ja alles im Leben erreicht..." kam es über die Lippen der Studentin als Darren ihr versicherte, dass die Wohnheimleitung bestimmt stolz auf sie wäre. Yumi stieß sich von dem Tisch ab an den sie sich gelehnt hatte und schnappte sich ebenfalls einen Putzlappen um ihn folgend ins Wasser zu tauchen. Erst als Darren verhältnismäßig lange vor dem Eimer stand. Fragend sah sie ihn von der Seite an als ihm das der vollgesogene Lappen wieder ins Wasser platschte und ihn anspritzte. "Wenn du in dem Tempo weitermachst wird das nie..." Die Blonde stoppte in ihrem Redefluss als sie bemerkte das der Lockenkopf irgendwie abwesend wirkte. Sie fragte nicht nach. Sie hatte nicht das Recht nach seinem Befinden zu fragen. Ihre Lippen öffneten sich zwar einen Spalt aber es kam kein Ton heraus. Stattdessen lehnte sie sich an ihm vorbei zum Eimer und tauchte ihren Putzlappen ein - dabei lehnte sie sich wohl ein Stück zu weit so das der Tisch einen Ruck machte, der Eimer mit dem Wasser ins Wanken geriet und eine ordentliche Portion auf den Schauspielstudenten schwappte, der wohl momentan gedanklich so abwesend war, dass er nicht in der Lage war rechtzeitig zu reagieren - erst als es schon zu spät war. Yumi sog scharf die Luft ein und richtete den Blick ihrer blauen Augen auf das Missgeschick. Ein riesiger nasser Fleck zierte den Pullover sowie die dunkle Hose des Lockenkopfs. Mit dem Putzlappen in der Hand entglitt der Studenten ein amüsierter Laut bevor sie sich schließlich nicht mehr zurückhalten konnte und lachte. "Hoppla..." kam es über ihre Lippen und ein Funkeln war in ihren Augen zu erkennen, welches darauf schließen lies das es ihr alles andere als Leid tat. Schützend hielt sie ihre Hände hoch weil sie die Rache des Schauspielstudenten fürchtete während sie einen Meter zurück wich und ihn immer noch mit einem amüsierten Ausdruck beobachtete.

    [Irgendwo in der Uni] Darren & Yumi

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    Er machte zwar Anstalten etwas auf ihre Aussage zu erwidern - sie vielleicht sogar zu bejahen aber letztendlich fügte er dem Ganzen nichts hinzu und entschied sich offensichtlich dazu zu schweigen. Vielleicht weil er ahnte das eine Reaktion darauf nicht erwünscht war - vielleicht weil er bereits schon bevor diese Frage überhaupt erst über ihre Lippen gekommen war wusste das sie nicht ernst gemeint war. Sie schüttelte den Kopf um zu verdeutlichen wie absurd dieses Szenario für sie war - wie unrealistisch. Das Leben lief nicht immer wie in diesen kitschigen Filmen ab - das musste selbst ihm klar sein auch wenn Darren gewiss dieser Typ Mensch war der an solche Geschichten glaubte oder glauben wollte. Das Schmunzeln auf seinen Lippen blieb der Studentin nicht verborgen. Wie auch. Der Blick ihrer blauen Augen wanderte nach wie vor über sein Gesicht als wollte sie genau sehen wie sehr ihre Worte ihn verletzten - als wollte sie hinter diese Maske sehen, die er als Schauspieler vielleicht trug. Nicht einmal die kleinste Regung würde ihr entgehen und würde zu der Bestätigung werden, die sie brauchte um ihm erneut die Tatsachen auf den Tisch zu knallen. Sie war nicht gut für ihn. Sie war zerstörerisch wie ein Wirbelsturm und riss all die Menschen um sich herum mit sich - brachte Chaos und Leid. Umso mehr irritierte sie dieses Schmunzeln auf seinen Lippen, lies sie ihre Stirn runzeln. Belächelte er ihre ablehnenden Worte wieder weil er schlichtweg einfach an ihrer Inkonsequenz festhielt - weil er glaubte es würde wie das letzte Mal ablaufen? Oder war ihm sehr wohl bewusst, dass das was hier zwischen ihnen lief keineswegs märchenhaft war? Er spürte es schließlich am eigenen Leibe - immer wieder. Es mochte sein das für ihn andere Momente überwogen aber er konnte es nicht bestreiten, dass sie ihn nicht auch in die Dunkelheit zog. Vielleicht war es der Alkohol, der ihm die Wahrheit entlockt hatte, der dazu geführt hatte das er Dinge aussprach, die er so hinter einem Lächeln oder einem Schmunzeln versteckte aber dadurch wurden diese Dinge nicht weniger wahr. Als er sie küsste - sie ein wenig an sich zog - sie von seiner Wärme umhüllt wurde - jedes Mal ein Stückchen mehr wenn er ihr auf diese Weise nahe kam - konnte sie nicht anders als es ein Stück weit zuzulassen. Auch wenn es ihren Worten widersprach. Auch wenn es ihrem gewählten Lebensstil widersprach. Wie selbstverständlich und doch irgendwie zögernd hatte er seine Lippen auf die ihren gelegt. Seine Hände, die ihr Gesicht umschlossen waren warm - berührten sie zärtlich. Alles in ihr schrie, dass sie das nicht machen konnte - das sie sich widersprach wenn sie es zuließ und doch fühlte es sich gut an als er sie näher an sich zog - ihr mit diesem einen Kuss widersprach. Es brauchte keine Worte um zu wissen, dass er etwas gegen diesen Schritt hatte. Es hatte noch nie sonderlich viele Worte gebraucht und doch verstrickten sie sich immer wieder in einem Wortgefecht - waren unterschiedlicher Ansicht was das Ganze betraf. Yumi schob ihn ein Stück von sich weg - brachte wieder den Abstand zwischen sich und den Schauspieljungen den sie zuvor ganz bewusst gewählt hatte. Nur langsam lies sie ihre Hand sinken, sie diesen Abstand überhaupt erst möglich gemacht hatte. "Es führt zu nichts..." antwortete die Blonde auf seine leisen Worte. Sie waren an unterschiedlichen Punkten in ihrem Leben - wollten unterschiedliche Dinge vom jeweils Anderen und führten immer wieder das gleiche Gespräch ohne das sich etwas ändert. Er würde den Schritt nicht gehen. Weil er Hoffnung hatte. Aber diese Hoffnung war nicht gerechtfertigt. Es würde nichts daran ändern - egal wie sehr er sich bemühte. Er schwieg wieder - wich letztendlich auch ihren Blick. Immer noch waren rund um die Beiden noch andere Studenten versammelt, die es sich offensichtlich zum Ziel gemacht hatten das Drama, welches sich hier gerade mitten am Flur abspielte unauffällig zu verfolgen. Sie spürte die Blicke der Anderen auf sich - hörte ihr Flüstern. Im Grunde war es ihr egal und dennoch war es ihr zuwider das sich dieses Gespräch in der Öffentlichkeit abspielen musste. Immer noch lag ihr Blick auf Darren, der langsam aber sicher wieder seinen Kopf anhob und sie ansah. Er wiederholte ihre Frage. Seine Stimme war nicht mehr leise - nicht mehr das Flüstern von vorhin. Sie war kräftig - irgendwie selbstsicher als hätte sie ihm nicht gerade gesagt, dass was auch immer sie hatten nun vorbei ist - als hätte sie keinen Schlussstrich gezogen - nicht die Notbremse gezogen bevor es zu weit ging. Wobei zu weit auch ein dehnbarer Begriff war. Er zog den Inhalt ihrer Worte ins Lächerliche - fast so als wollte er ihnen keinen Glauben schenken - als könnte man sie ohnehin nicht ernst nehmen. Das Grinsen auf seinen Lippen, welches sie sonst eigentlich immer als anziehend empfunden hatte machte die Blonde in diesem Moment sogar fast ein wenig wütend. Vielleicht war es ein Versuch seinerseits die Leichtigkeit zwischen ihnen zurückzugewinnen - vielleicht wollte er sie aber auch nur provozieren. Zumindest Zweiteres hatte er erreicht. Die Worte 'verliebt' und 'Pärchen' jagten einen eiskalten Schauer über den Rücken der angehenden Psychologin und ohne weiter darüber nachzudenken funkelte sie ihn durch ihre blauen Augen an und griff nach seinem Handgelenk um zumindest Raum zwischen ihnen und der Menschentraube zu gewinnen, die sich hier im Flur immer wieder zu bilden schien. Yumi zog ihn mit sich, Ihre Fingernägel bohrten sich eine Spur zu fest in seine Haut bevor sie ihn vor jenem Raum, wo sie ihn zuvor am Klavier sitzen gesehen hatte anhielt. Mittlerweile waren sowohl seine Prinzessin als auch Cylie gegangen. Sie drückte ihn mit einer Hand gegen die Wand vor dem Abstellraum und musterte sein überraschtes Gesicht. Yumi zog ihre Stirn in Falten. "Du glaubst wirklich, dass das nicht das Ende ist, oder?" Ihr Blick tastete sein Gesicht ab - erblickte das Grinsen auf seinen Lippen, die vorher noch auf den ihren gelegen hatte. "Du täuscht dich..." versicherte die Studentin dem Lockenkopf und lies von ihm ab - trat einen Schritt zurück und schielte schließlich in den Raum. "Ich helfe dir bei... was auch immer die Alte dir aufgetragen hat und dann wars das..." Ihr Blick war eisig als sie in seine Augen sah - lies keine Widerworte zu. Sie brauchte niemanden der sie aus irgendeiner Misere herausboxte - sie beschützte. Noch immer stand er dort an die Wand gelehnt als sie den Raum betrat und ihren Blick über die zahlriechen Möbel und sonstigen alten Dinge wandern lies, die lieblos hier hereingestopft worden waren. Ganz bewusst mied sie es das Klavier anzusehen - ganz bewusst lenkte sie ihre Gedanken in irgendeine andere Richtung damit sie nicht über den Inhalt dieses Liedes nachdachte. "Sonderlich weit seid ihr ja nicht gekommen..." stellte Yumi trocken fest als sie das Putzzeug auf einem der Tische stehen sah - nahezu unberührt - sogar das Wasser war noch glasklar abgesehen von dem Putzmittel darin.

    [Auf dem Weg Richtung Villa] Sophia & Eric

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    Ein zartes Lächeln schlich sich auf die Lippen der Adelstochter bevor ein liebliches Kichern ihrer Kehle entkam. Es war fast schon befremdlich zu hören, dass sie solche Worte in den Mund nahm. Es wirkte irgendwie unpassend auch wenn der Dunkelhaarige nicht sichergehen konnte ob ein derartiger Wortschatz nicht vielleicht doch an der Tagesordnung bei ihr stand. Er konnte immerhin nicht behaupten, dass er sich daran erinnerte. Nicht an solche Kleinigkeiten wo ihm letztendlich doch noch viel wichtigere Dinge fehlten - seine Vergangenheit so lückenhaft machten wie sie nun einmal war. Gewiss war Sophia es aber gewohnt sich gewählter auszudrücken, wiederholte letztendlich nur seine eigenen Worte, was ihm allein dadurch bewusst wurde, wie sie eben jenes Wort betonte. Sein Blick huschte über ihre entspannten Gesichtszüge. Studierte jede einzelne Lachfalte und war fast schon fasziniert von ihrer Ausstrahlung. "Ja ich koche sogar relativ gerne..." beantwortete der junge Jäger ihre Frage wahrheitsgemäß. "Am Anfang war es nur Mittel zum Zweck aber mittlerweile genieße ich es richtig." Seine Mundwinkel huschten nach oben. "Immer nur in der Taverne zu speisen kann ich mir nicht leisten." Wieder einmal wurde dem jungen Mann bewusst wie unterschiedlich ihre Leben waren. Es fühlte sich fast schon so an als würden sie in verschiedenen Welten leben und vielleicht war es auch so. Vielleicht hatte sie diese Tatsache damals entfremdet. Er konnte es nicht sagen. Fast schon verlegen kratzte sich Eric am Hinterkopf. Es stand nicht schlecht um seine finanzielle Lage - er nagte nicht am Hungertuch und doch kam es letztendlich darauf an mit wem man sich verglich, nicht wahr? Er war niemand der viel auf Habseligkeiten und Besitz gab sondern gehörte mehr zu dem Typ Menschen der nur soviel ausgab wie er auch besaß. Ob das mal mehr oder mal weniger war war für den Dunkelhaarigen einerlei und eigentlich nicht relevant. Er kam zurecht und das genügte ihm. "Das ist wahr..." bestätigte Eric die Aussage der Anderen und auch auf seine Lippen schlich sich ein Schmunzeln. Wenn man den Tag an der Seite eines Menschen verbrachte dessen Gesellschaft man genoss verflogen die Stunden nur so. Die folgende Frage des hübschen Mädchens brachte ihn doch kurz zum Nachdenken. "Fern. Immerhin habe ich Dorothy einfach so entführt und er musste den Abend alleine zu Hause verbringen..." Ein leises Lachen verließ seine Lippen. Dabei war er sich gar nicht sicher wie gut Sophia die Kapuzenträgerin kannte und ob ihr überhaupt der Name des kleinen Plüschhundes bekannt war. Nicht zuletzt hatte dem kleinen Kerl eine Schleife gekauft um auch ein Stück weit Dorothy zu beruhigen, die ein unfassbar schlechtes Gewissen geplagt hatte weil sie ihren Freund zu Hause gelassen hatte. Dennoch war Eric froh diesen Teil des Gesprächs nicht weiter ausführen zu müssen. Immerhin wollte er das Sophia sich an seiner Seite wohl fühlte und ihr zweites richtiges Treffen nicht irgendwie komisch endete - insofern es nach dem ersten Treffen da überhaupt noch eine Steigerung gab. Bereitwillig lies sich der junge Mann von Sophia zu den Straßenmusikern ziehen und ein Schmunzeln schlich auf seine Lippen als er die Begeisterung in ihren Augen entdeckte. Auch wenn er nicht sonderlich talentiert im Tanzen war kam er nicht drumrum das Mädchen an seiner Seite zum Tanzen aufzufordern. Die Musik war mitreißend. Auf gewisse Art und Weise so viel andersartiger als wie man sie von Tanzbällen kannte. Sie nahm seine Einladung an und legte ihre Hand in die seine. Sie war warm. Das Gefühl ihrer Hand in der seinen wirkte irgendwie vertraut. Ihre Haut war so weich. Sachte schloss er seine Finger um die ihren und tanzte mit der Adelstochter zu den Klängen der Musik. Unweigerlich musste er an den Tanzball denken - an das Mädchen, welches ihm schon dort aufgefallen war. Zweifellos Sophia. Er hatte sie erkannt ohne um ihre gemeinsame Vergangenheit zu wissen. Vielleicht hätte er seine Gedanken für sich behalten sollen aber er kam nicht drumrum jenen Tag anzusprechen. Bereits am Funkeln ihrer Augen erkannte er das es ihr wie Schuppen von den Augen fiel. Sie erinnerte sich an diese scheinbar belanglose Begegnung. Die Röte in ihrem Gesicht fiel dem jungen Jäger dank der spärlichen Beleuchtung kaum auf. Ohnehin wäre er nicht auf den törichten Gedanken gekommen eine derartige Reaktion bei dem Mädchen mit dem lilafarbenem Haar auszulösen. Er schmunzelte als sie sie ihn als adretten Herrn bezeichnete. Tatsächlich verließ auch ein belustigter Laut seine Lippen. "Adrett...." wiederholte er ihre Aussage zum Teil. "Ich glaube so hat mich noch niemand bezeichnet..." Für gewöhnlich trug er auch keine Kleidung, die eines Balles würdig wären. Es war schon überraschend, dass er überhaupt einen derartigen Aufzug besaß. Die Musik wurde langsamer - gemütlicher - Manche würden es vielleicht sogar als romantisch bezeichnen. Dementsprechend wurden auch die Bewegungen des Dunkelhaarigen langsamer und fast so als wäre es selbstverständlich zog er Sophia ein wenig näher an sich heran. "Ich weiß nicht..." Seine Stimme war gedeckt. "Vielleicht hatte ich einfach Angst den Ansprüchen dieses Mädchens nicht gerecht werden zu können..." Kurz zuckten seine Mundwinkel nach oben. "Ich bin mir nicht sicher ob ich all diese Tänze überhaupt beherrschen würde die man auf solchen Bällen tanzt..." Das er sich auf der Tanzfläche lächerlich machen würde war nicht seine einzige Sorge gewesen. Vielmehr hatte er damals schon das Gefühl gehabt das ihm dieses Mädchen bekannt vorkam aber er hatte nicht gewusst welche oder ob sie überhaupt eine Rolle in seiner Vergangenheit gespielt hatte. Das war manchmal ein reines Glücksspiel. Manchmal gewinnt man - manchmal verliert man...

    [Irgendwo im Park - verlassen den Park in Richtung Villa]

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    Anscheinend irritierte ihre Anschuldigung das Halbwesen - zumindest schien es ihn zum Nachdenken zu bringen. Ihr Blick wanderte über sein Gesicht. Er hatte eine Augenbraue angehoben als wäre die Vermutung der Adelstochter ganz und gar absurd. Wenn er diese Charaktereigenschaft nicht zu den seinen zählte dann musste etwas anderes dahinterstecken. Immerhin hatte er das kleine Missgeschick schon mehrmals angesprochen. Wahrscheinlich erwartete er sich wirklich eine Wiedergutmachung. Wie er so da stand und ihr weismachen wollte das ihr 'Angriff' ihn getroffen hatte. Er wirkte wahrlich wie ein begossener Pudel. Nun war es an Bianca die Augenbraue zu heben und ihren Gegenüber zu mustern. Oder viel mehr den Mann, der da knapp vor ihr stand und auf sie herabsah. "Willst du mir ein schlechtes Gewissen einreden...?" mutmaßte das Mädchen schließlich und beäugte das Schauspiel des Namenlosen, der fast schon theatralisch gestikulierte als hätte es ihn tatsächlich getroffen, dass Bianca ihm ganz schlimme Vorhaben unterstellen wollte. "Siehst du darin die Chance eine Wiedergutmachung abzugreifen...?" Ihre blauen Augen durchbohrten ihn regelrecht wie zwei Dolche. Keine Regung zeigte sich auf ihren Gesicht. Sie sah ihn einfach so an - fast so als könnte sie ihn so besser durchschauen aber in Wirklichkeit war es schon anstrengend aufrecht zu sitzen und nicht einfach umzukippen und dort mitten im Gebüsch bei den Dornen zu schlafen. Irgendwann senkte Bianca ihr Haupt wieder und gab sich geschlagen. Alleine würde sie das nicht schaffen. So sehr es ihr auch zuwider war die Hilfe eines Fremden, der offensichtlich ohnehin nur darauf aus war eine saftige Belohnung einzuheimsen, anzunehmen. Zögernd bat die Adelstochter den Anderen um Hilfe, streckte ihre Hand nach ihm aus. Er zögerte und für einen Moment glaubte Bianca wirklich, dass er sie hier sitzen lassen würde als er doch nach ihrer Hand griff und sie hochbeförderte. Jedoch viel zu schnell. Alles drehte sich im Kopf des Mädchens und sie wusste gar nicht wie ihr geschah als das Halbwesen sie schließlich auch noch in seine Arme beförderte. Ein überraschter Laut entfuhr Bianca als sie sich automatisch an den kräftigen Körper des Anderen klammerte aus Sorge den halt zu verlieren. Sie kniff ihre Augen zusammen weil dieser Akt ihrem vernebelten Gehirn alles andere als gut getan hatte. Es dauerte sogar ein Weilchen bis sie sich entsprechend bei dem Halbwesen beschweren konnte. "So war das nicht gemeint!" protestierte das Mädchen mit den Locken und zog ihre Augenbrauen zusammen. Sie war ein wenig blass um die Nase nach dieser Aktion aber ihre Wangen zierte dennoch ein Rosaschimmer. Als er ihr folgend auch den Sinn seiner Aktion erklärte stoppte die Adelstochter auch ein wenig in ihrem Protest und verkniff es sich dem Anderen zu erklären, dass sie mit ein kleines bisschen Hilfe auch alleine laufen konnte. Sie war erschöpft und lehnte sich ein wenig gegen die Brust des Halbwesens, zog sich aber wieder zurück als sie feststellte, dass er ja immer noch von ihrem kleinen Angriff ein wenig durchnässt war. "Eww du bist ja ganz nass..." beschwerte sich Bianca aber schon im nächsten Moment huschte ein Grinsen über ihre Lippen um wohl zu verdeutlichen, dass ihre Beschwerden eher scherzhaft gemeint war. Dennoch hielt sie sich ein wenig fester aus Angst der Kerl würde es ihr ihre Aussage übel nehmen und sie als Rache einfach fallen lassen. Als er die folgende Aussage machte hob Bianca ihr Kinn ein Stück an und drehte ihren Kopf von ihm weg. "Du hast dich auch nicht vorgestellt..." Ein unglaublicher Fauxpas in Kreisen des Adels - wirklich. Genau genommen war es an ihm sich ihr vorzustellen aber das Mädchen war sich eigentlich schon bewusst, dass dieses Halbwesen keinerlei Ahnung von solchen Sitten hatte. Die zweideutige Anspielung brachte Bianca auch ein kleines bisschen aus der Fassung also lenkte sie das Thema wieder in Richtung Vorstellung. "Bianca..." hielt sich die Adelstochter bedeckt während ihre Gedanken schon wieder bei der Ankunft in der Villa waren. "Es wird so oder so skandalös wenn uns Jemand sieht..." murmelte sie leise und zog die Augenbrauen besorgt zusammen. Sie wollte gar nicht daran denken was sie sich anhören musste wenn sie erstens betrunken und zweitens mit irgendeinem dahergelaufenen und schmuddelig aussehenden Kerl in der Villa aufkreuzte. Ein Seufzen verließ ihre Lippen. Wahrscheinlich würde ihr Vater ihn mit mehreren Beuteln voll Gold bestechen damit er all das für sich behielt.

    [1. OG - Wohnzimmer] Juliet & Chris

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    Während Juliet ihre Sicht der Dinge schilderte holte der junge Student sein Handy hervor und wischte desinteressiert darauf herum, nickte vielleicht ein paar Mal beiläufig. Er war fast schon ein kleines bisschen von sich selbst und seinen eigentlich kaum vorhandenen schauspielerischen Fähigkeiten überrascht. Letztendlich konnte Chris sich ein Schmunzeln aber doch nicht verkneifen. Immerhin hatte er gerade kein sonderlich großes Interesse daran was auf seinem Handy gerade passierte. Es war ihm egal. Natürlich verbrachte er sonst viel Zeit damit aber gerade war es ihm nicht wichtig. Ein leises Lachen entglitt seiner Kehle als die blonde Studentin schließlich in seine Richtung schielte. "Trotzdem kannst du nichts dafür wenn der Film dann schlecht ist..." berichtigte der Dunkelhaarige Juliet. Geschmäcker waren bekanntlich verschieden und wenn wenn keiner der Betroffenen den Film kannte und man ihn gemeinsam neu entdecken wollte konnte man allerhöchstens dem Film selbst die Schuld geben und denen, die ihn produziert hatten. Als die Beiden schließlich über den männlichen Protagonisten des Films sprachen und dieser nicht sonderlich gut wegkam bei Juliet musste der Braunhaarige schmunzeln. "Ach ich bin mir sicher, dass es auch da Menschen gibt, die genau solche Kerle ansprechend finden..." Nicht das Chris Gossip Girl gesehen hatte. Das war ihm doch zu viel Drama. Aber zumindest die Serie You war ihm bekannt und so bezog sich seine Aussage auch viel mehr darauf. Viele schafften es gewiss seine Handlungen in eben jener Serie irgendwie zu romantisieren. Ob das sonderlich gesund war, war jedoch eine andere Sache. Erneut bediente sich der Student von dem Popcornvorrat der Blondine neben sich, die ihr Futter bereitwillig mit ihm teilte. "Aber ja ich hab schon verstanden. Dein Geschmack geht in eine andere Richtung..." Chris deutete kurz in Richtung Bildschirm als Tucci wieder auftauchte und schmunzelte dabei fast schon verschwörerisch in die Richtung der Anderen als hätte er sie gerade entlarvt und ihre Vorliebe bei Männern entdeckt. Es entging ihm auch nicht das ihr das folgende Thema ein wenig unangenehm war. Ein sanfter Rosaschimmer zierte ihre sonst eher blassen Wangen und ein belustigter Laut glitt über die Lippen des jungen Mannes als ihm dies auffiel. Er beließ es aber sie damit zu necken und stimmte folgend in ihr Lachen ein. "Jaa ich glaube gerade bei solchen Szenen oder bei super dramatischen Mordszenen entscheiden sich die Filme gerne dafür auch das Umfeld teilhaben zu lassen..." Gehörsturz war da oft schon vorprogrammiert aber zumindest störte sich Chris nicht wirklich daran. Generell war es ihm meistens egal was andere Menschen von ihm dachten - da war er wesentlich weniger besorgt als Juliet. Er hob eine Augenbraue als die Blonde schließlich verkündete warum sie keine Horrorfilme mochte. "Dein altes Herz, ja?" Erneut verließ ein belustigter Laut seine Lippen. "Ah ich versteh schon. In Wirklichkeit bist du schon neunzig und badest jedes Wochenende in Jungfernblut um dich jung zu halten..." mutmaßte der Dunkelhaarige und nickte verständnisvoll als die Studentin verkündete, das ihr Blut nicht sonderlich viel ausmachte. "Ja bei dieser Taktik wär es ganz schön blöd wenn Blut ein Problem wäre..."



    [Kommt an - vor Sakuras Zimmer]

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    Bereitwillig trugen ihre Beine sie zurück in Richtung Wohnheim. Sie hatte in der Versenkung ihrer Tasche noch irgendwo Kopfhörer gefunden, die sie sich eingestöpselt hatte um nicht von der unerträglichen Stille erdrückt zu werden. Normalerweise konnte Leila gut damit umgehen aber momentan brauchte sie stehts irgendeine Geräuschkulisse im Hintergrund. Meist lief irgendeine Serie, die sie schon zigmal gesehen hatte oder aber es lief Musik. Im besten Fall keine die sie an Nick erinnerte sondern einfach irgendwas damit ihre Gedanken auch ja nicht zu laut wurden. Was würde sie mit dem übrigen Tag anfangen? Was hatte sie früher immer gemacht? Bevor sie zu einem bemitleidenswerten Wesen geworden war? Vielleicht war es einfach mal wieder Zeit sich mit sich selbst und den eigenen Hobbies zu beschäftigen. Schon lange hatte sie sich nicht einfach vor den PC geschmissen und einen Tag lang durchgezockt. Vielleicht weil sie sich nicht auf die Spiele konzentrieren - sich nicht fallen lassen konnte. Ein Seufzen kam über die Lippen der jungen Frau. Früher hätte sie Freundinnen in den Arsch getreten wenn sie sich so hängen gelassen hätten wegen eines Kerls. Und jetzt war sie in Wirklichkeit kein Stück anders. Leila rückte die Tasche auf ihrer Schulter ein wenig zurecht und betrat schließlich das Wohnheim. Früher war alles irgendwie anders. Alle um sie herum schienen sich verändert zu haben - ihren eigenen Weg zu gehen. Nach und nach erklomm das Mädchen mit den rosafarbenen Locken die Treppe in den ersten Stock und steuerte auf ihr Zimmer zu. Sie hatte es schon fast erreicht als ihr Blick im Augenwinkel etwas wahrgenommen hatte. Die Studentin runzelte die Stirn und ging ein paar Schritte zurück. Das konnte doch nicht sein. Sie musste sich getäuscht haben. Und doch wurde sie eines Besseren belehrt als sie einen ihr vertrauten Namen auf der Tür neben ihrem Zimmer las. Ihre grünen Augen weiteten sich vor Überraschung. Sakura. Sie war wieder zurück? Wie lange schon? Freude und Enttäuschung ergriffen in gleichem Maße das Herz des Mädchens. Warum hatte sie ihr gar nichts gesagt? So viele Fragen spukten ihr im Kopf herum und nur eine einzige Person konnte ihr all diese Fragen beantworten. Dennoch zögerte Leila kurz an ihrer Tür zu klopfen, hatte Angst das sie nicht nur Nick verloren hatte sondern auch ihre beste Freundin. Sie presste ihre Lippen aufeinander und hob ihre Hand um trotzdem über ihren Schatten zu springen. Eigentlich ungewohnt. Früher hatte sie nie an Sakuras Tür geklopft. Es war selbstverständlich gewesen das sie nahezu permanent aufeinander geklebt waren und alles miteinander geteilt hatten. War das nun noch immer so oder hatte sich auch diese Freundschaft verändert...?

    [Irgendwo in der Uni] Darren & Yumi

    Er schwieg. Natürlich. Sie gab ihm gar nicht erst die Möglichkeit auf ihre Worte zu reagieren. Das war wahrscheinlich auch besser so denn jedes Wort, welches nun über seine Lippen kommen würde, würde die Studentin unter Umständen nur noch wütender machen. Woher diese Wut kam? Eigentlich unbegreiflich wenn man bedachte, dass Yumi selten etwas nah genug an sich heran lies, dass es derartige Gefühle hervorrufen konnte. Meist begegnete sie Problemen eher neutral - lies sie lieber auf Distanz. So störten sie doch den unbeschwerten Lebensstil für den sich die Blondine entschieden hatte. Zu gerne hielt Yumi die Dinge auf Abstand - vor allem Dinge und Menschen, die drohten eben jenen Lebensstil ins Wanken zu bringen. Und doch fand das Drama immer wieder einen Weg. Nahezu als würde es zu ihr gehören. Als könnte das Eine nicht ohne das Andere existieren. Als der Schauspieljunge seine Worte wieder gefunden hatte kam eine Entschuldigung über seine Lippen. Seine Stimme hielt sich gedeckt als wollte er sie nicht wirklich weiter provozieren - gewollt oder ungewollt. Kurz fing er ihren Blick ein. Kurz erwiderte sie ihn auch bevor sie ihm wieder auswich. Er sprach davon, dass es sich um einen seiner Fehler handelte und beinahe entglitt der Studentin ein belustigter Laut. Solche Dinge bezeichnete der Lockenkopf also bereits als Fehler? Wie würde er all ihre Entscheidungen und zweifelhaften Charaktereigenschaften bezeichnen wenn er mit sich selbst so hart ins Gericht ging? Immer wieder machte er darauf aufmerksam, dass er nicht perfekt war und doch war er wesentlich näher an diesem Wörtchen dran als die angehende Psychologin. Sie war mit Fehlern gespickt - hatte keine Berechtigung von ihm in ein derartig gutes Licht gerückt zu werden. Er erklärte sein Verhalten - gab seinem Studium die Schuld an seinem Verhalten und auch irgendwo ihr. Als er zum wiederholten Male an ihr zweifelte hob die Blonde den Kopf und sah ihn an. Langsam glitten der Blick ihrer blauen Augen über sein Gesicht. "Und du? Du willst nun dieser eine besondere Mensch sein, der mir zeigt was ich wirklich will und wer ich wirklich bin?" Wie so oft belächelte sie seine Worte, hatte unbewusst eine Abwehrhaltung eingenommen - nicht zuletzt um sich selbst zu schützen - um die Mauer, die sie sich über Jahre hinweg aufgebaut hatte aufrecht zu erhalten. "Wach auf Darren - wir sind hier nicht in einer billigen Teeniesoap..." Yumi schüttelte den Kopf, vermied es wieder in seine Augen zu sehen und rollte stattdessen mit ihnen um ein Stück weit auch aufzuzeigen wie lächerlich dieser Gedanke war. Letztendlich kam sie seinem Blick aber nicht aus. Weil er etwas anziehendes hatte - weil es sie immer zu ihm hinzog. Auch ihre Gesichtszüge wurden etwas weicher und es hatte nicht länger den Anschein als mache sie sich über seine Worte lustig. "Vielleicht habe ich mich über die Jahre verloren..." kam es schließlich erstaunlich ehrlich über ihre Lippen. Wann genau war das passiert? Als ihr Vater einfach in die Welt hinausgezogen war und sie zurückgelassen hatte? Nach der Trennung von Alex? Als sie jeden Menschen von sich gestoßen hatte und einfach in ein fremdes Land abgehauen war? Vielleicht hatte sie überall ein Stück von sich selbst verloren. Vielleicht machten aber auch gerade diese Ereignisse sie aus. Gut möglich. Aber dennoch fühlte sie sich als wäre sie in der Schwebe. Als wüsste Jeder ganz genau wo er in fünf Jahren war und sie lebte einfach nur in den Tag hinein. Aber war das nicht der Zustand den sie wollte? Vielleicht. Ihre Augen weiteten sich ein wenig vor Überraschung als er nach ihr Ablehnung nur warme Worte übrig hatte. "Noch nicht." kam es folgend über die Lippen der jungen Frau als wäre es nur eine Frage der Zeit bis er am Ende war - bis er es nicht länger ertrug - bis sie ihn völlig kaputt machte. Es war faszinierend wie er es immer wieder schaffte zu lächeln obwohl sie bis gerade eben noch ein nicht gerade sonderlich erfreuliches Thema hatten. Wortlos sah sie ihn an - musterte das Grinsen auf seinen Lippen aber erwiderte dennoch nichts auf seine Worte. Vielleicht zuckten ihre Mundwinkel kurz nach oben aber wenn dann war es kaum merklich. Die Stille, die zwischen ihnen entstand war nicht unangenehm. Zumindest nicht bis Yumi jene Worte aussprach, die alles verändern sollten. Zumindest war es so der Plan. Aber wann verlief es schon mal nach Plan. Eigentlich nie. Seine Lippen öffneten sich einen Spalt als wollte er etwas darauf erwidern aber letztendlich blieb er still. Noch immer hielt er ihre Hand. Machte keinerlei Anstalten diese Verbindung zu lösen sie man es im Anbetracht der ausgesprochenen Worte vielleicht erwartet hätte. Im Gegenteil. Er drückte ihre Hand. Ganz sanft. Für einen Moment vergaß auch Yumi das sie hier mitten am Gang standen und es um sie herum vor Studenten nur so wuselte. Sie spürte seine Hand an ihrer Wange, wich nicht zurück sondern sah ihn wortlos durch ihre blauen Augen an. Vielleicht ein Stückchen tadelnd als wollte sie sagen: Was tust du hier eigentlich? Hast du nicht gehört was ich gerade gesagt habe? Er ließ ihre Hand los nur um sie letztendlich ebenfalls an ihr Gesicht zu legen. Nein. Das war nicht das was sie wollte. Nein. Das sollte ein Schlussstrich sein. Sie öffnete ihre Lippen um ihm zu widersprechen aber letztendlich blieb sie stumm und spürte wie er im nächsten Moment seine Lippen auf die ihren legte. Ganz sachte als hätte er Angst sie zu zerbrechen. Dabei war doch in Wirklichkeit sie diejenige die ihn zerbrach. Stück für Stück. Jedes Mal schlimmer als zuvor. Aber er ertrug es. Noch. Seine Lippen fühlten sich weich an, berührten die ihren nur ganz flüchtig bevor sie sich wieder von den ihren lösten. Unweigerlich hatte sie die Augen geschlossen, welche sie folgend wieder einen Spalt öffnete - in die seinen sah, die sie fast schon flehend ansahen bevor er sie wieder schloss und sie erneut küsste. Sie wehrte sich nicht gegen die zaghaften Küsse obwohl sie es sollte. Sie erwiderte den Kuss sogar, genoss es seine Lippen zu spüren, lies sich auch näher an seine Brust ziehen als den Kuss intensivierte. Aber das war falsch. Das war nicht der Weg den sie gewählt hatte und dennoch drang ein wohliges Seufzen aus ihrer Kehle, welches er mit seinen Küssen verschluckte. Sie hörte das Flüstern der anderen Studenten, die natürlich immer noch um sie herum waren als ihr bewusst wurde das sie nicht alleine waren. Es fielen Spekulationen dazu, dass es endlich jemand geschafft hatte das Herz der Eisprinzessin zu erwärmen aber auch gehässige Kommentare, wie das sie wohl wieder einem Kerl das Herz gestohlen hatte. Dabei war sich Yumi ziemlich sicher keinen dieser Menschen zu kennen aber wahrscheinlich verbreiteten sich Gerüchte einfach nur wie ein Lauffeuer. So war es doch schon immer gewesen. Schlussendlich unterbrach sie den Kuss und öffnete wieder ihre Augen. Sie sah in sein Gesicht, lies ihren Blick darüber tanzen bevor sie ihre Hand auf seine Brust legte und ihn so ein Stück weit von sich weg schob um ein wenig Abstand zu gewinnen. Die blonde Studentin räusperte sich kurz um vielleicht auch ein Stück weit davon abzulenken, dass sie sich doch zu diesem Kuss hinreißen hatte lassen. "Ein Abschiedskuss, also?" Wahrscheinlich sah er diese Sache anders. Sie hatte es ganz deutlich in seinem Kuss gespürt. Sie hatte seine Gefühle gespürt, die gleichzeitig überfordernd waren aber sie auch ein Stück weit regelrecht überrollt hatten. Die Studentin spürte wie das Herz in seiner Brust klopfte weil ihre Hand immer noch darauf lag. "Es ist besser so..." fügte Yumi schließlich hinzu. Aber war es das wirklich? Oder nur weniger kompliziert.

    Gabriel wurde ausgetragen und Antoinette ist eingetragen. Ich hoffe du hast wieder viel Spaß mit ihr ♥

    (Wegen Cedric bespreche ich mich noch mit schachti und dann geben wir dir Bescheid!)

    [In der Sitzecke] Brian & Leila - Leila geht

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    Gerade hatten sie sich noch unterhalten. Beiläufige Themen. Nicht der Rede wert eigentlich. Dennoch erfüllten sie ihren Zweck. Zumindest für die Dauer, die ihr Gespräch angehalten hatte. So musste sie nicht ununterbrochen an Nick denken. So passierte es, dass sie tatsächlich zwischendurch einmal an andere Dinge dachte - sich auf ihren Gegenüber konzentrierte und ihm die Aufmerksamkeit schenkte, die er wahrscheinlich verdiente. Zwar wusste die Studentin noch nicht allzu viel über Brian aber er schien ihr ein anständiger Mensch zu sein. Sie teilten nicht viele Interessen und dennoch hatte er sich ihrer angenommen als sie fast schon hilflos im Treppenhaus des Wohnheims gehockt war. Wahrscheinlich war sie einem Nervenzusammenbruch nahe gewesen. Der mangelnde Schlaf über mehrere Tage hinweg. Die ständig um eine Person kreisenden Gedanken und die Uni auf die sich die Rosahaarige letztendlich gestürzt hatte. Mehr oder weniger freiwillig. Sie war eine gute Ablenkung gewesen. Leila war so schwach geworden. Ob er sich heute überhaupt noch in sie verlieben könnte? War sie überhaupt noch das Mädchen von damals oder hatte sie sich verändert? Wie war es bei ihm? Als sie einander gegenüber gestanden waren kam er ihr fremd und vertraut zugleich vor. Er war nicht mehr der Mensch, der er damals gewesen war als sie ein Paar waren. Vielleicht aber auch nur ihr gegenüber. Sie hatte schließlich ihre Chance vertan. Leila sah Brian hinterher. Der Blick ihrer grünen Augen war auf die Tür gerichtet, die hinter ihm ins Schloss gefallen war. Mit ihm ging auch die Ablenkung. Ein Blick auf die Uhr machte dem Mädchen unmissverständlich klar, dass sie ihre Vorlesung verpasst hatte. Sie hielt sich die Stirn und rieb sich kurz darüber als bereitete ihr der Gedanke daran Kopfschmerzen. In Wirklichkeit erinnerte sie sich aber gar nicht mehr welche Vorlesung sie überhaupt besuchen wollte. Leila erhob sich von ihrem Sitzplatz und schob sich die letzten M & Ms in den Mund. Schokolade machte ja bekanntlich glücklich, oder nicht? Leider lies der gewünschte Effekt auf sich warten. Erneut warf die Studentin einen Blick auf ihr Handy um festzustellen das es wohl hinüber war. In den nächsten Tagen musste sie sich wohl oder übel ein Neues organisieren. Gleichzeitig fragte sich das Mädchen mit der Lockenpracht jedoch ob es überhaupt Sinn machte. Sakura war irgendwo im Dschungel und Nick wollte sie nicht sehen - brauchte eine Auszeit - wie auch immer man es nennen wollte. Ein Seufzen verließ die Lippen Leilas. Wem machte sie hier etwas vor? Sie brauchte ein Handy und könnte den Gedanken nicht ertragen, dass sie eine etwaige Nachricht von ihm verpassen könnte. Vielleicht lag irgendwo in ihrem Zimmer noch ein älteres Handy herum, welches noch funktionstüchtig war. Mit der Getränkeflasche in der Hand machte sich das Mädchen schließlich wieder auf dem Weg zurück ins Wohnheim, warf vorher noch einen letzten Blick auf die Automaten als ein trauriges Lächeln über ihre Lippen huschte bei dem Gedanken wieviel Spaß sie hier mit Sakura und Nick schon gehabt hatte. All das schien eine Ewigkeit her zu sein...

    [Irgendwo in der Uni] Cylie & Alessa - Alessa geht

    Ihre Frage hatte den gewünschten Effekt - verunsicherte die Andere so wie Alessa es erwartet hatte - vielleicht auch ein Stück weit beabsichtigt hatte. Nicht weil sie es unbedingt darauf anlegte dieses Mädchen vorzuführen. Keineswegs. Sie kannten einander doch gar nicht - hatten keinerlei Verbindungen zum jeweils Anderen - richtig? Dennoch war es dem Blondchen irgendwie unangenehm so von der Studentin gemustert zu werden. Sie war es gewohnt die Blicke auf sich zu ziehen - neidische wie auch bewundernde. Sie waren in gleichem Maße vorhanden aber gerade konnte sie das nicht brauchen. Gerade konnte Alessa sogar gut und gerne darauf verzichten. Sie war mit sich selbst beschäftigt und mir ihren eigenen Gedanken, die sich größtenteils um eine ganz bestimmte Person drehten. All die Bewunderung konnte ihr erspart bleiben - war eigentlich nicht länger wichtig oder auch nur im Entferntesten relevant. Wahrscheinlich verschaffte es dem Blondchen auch deshalb keinerlei Befriedigung dieses Mädchen vorzuführen und sich anschließend darüber zu amüsieren wie unangenehm es ihr nun war dabei ertappt worden zu sein. Sie lauschte der Entschuldigung oder vielmehr der Erklärung der Brünetten nur mit einem Ohr. Genau genommen fiel es ihr überhaupt schwer ihren Worten zu folgen. Darrens Anwesenheit hatte sie zwar ein kleines bisschen abgelenkt aber nicht zuletzt war sie es, die ihn weggeschickt hat um diesem anderen Mädchen hinterher zu laufen. Ein Teil von ihr hatte vielleicht gehofft, dass er bei ihr geblieben wäre - das er gesehen hätte das es ihr nicht gut ging aber das war wohl zu viel verlangt gewesen. Ein flüchtiges Lächeln huschte über ihre Lippen und eine fast schon unerträgliche Einsamkeit ergriff von ihr Besitz. Hier. Inmitten dieser Uni. Umringt von Menschen. "Kopf und Herz wollen manchmal unterschiedliche Dinge..." fügte Alessa fast schon beiläufig der Aussage des anderen Mädchens hinzu. Ihr Kopf sagte Hina und sie sollten zurückrudern bevor sie alles kaputt machten - alles was sie in all den Jahren aufgebaut hatten. Eine unzertrennliche Freundschaft. Aber ihr Herz wollte mehr. Ihrem Herzen reichte das nicht mehr. Wegen einem einzigen Kuss. Wegen einer einzigen Nacht. Es konnte nicht genug von diesem wunderbaren Mädchen bekommen und ertrug den Gedanken nicht das irgendjemand Anderes ihr nahe war. Kurz huschte ihr Blick zu der Studentin neben sich. Ob sie sich an ihre eigenen Worte halten konnte? Wenn ja - war sie jemals wirklich verliebt gewesen? Mit Vernunft hatte das nur wenig zu tun. Sie drehte sich ebenfalls noch einmal in die Richtung in der die beiden Anderen verschwunden waren aber entdeckte sie natürlich nicht. Sie hatte es auch gar nicht erwartet. Über das Kommentar der Brünetten musste die Schülerin fast ein wenig schmunzeln. Offensichtlich glaubte da Jemand an die ganz große Liebe. "Glaubst du...?" gab Alessa zu bedenken während sie nachharkte und eine Augenbraue nach oben zog als zweifle sie an der Aussage der Anderen. In Wirklichkeit hatte sie es auch schon längst in seinen Augen gesehen. Sie hatte es am eigenen Leibe gespürt und zu diesem Zeitpunkt nur noch nicht wahrhaben wollen. Seine Gedanken waren bei ihr noch bevor er sich seiner Gefühle überhaupt bewusst geworden war. "Wie romantisch..." Das Lächeln, welches dem Blondchen über die Lippen huschte lies schwer erahnen ob sie dieses Verhalten belächelte oder ob ihre Worte auch wirklich ernst gemeint waren. Jemand der nur Augen für einen selbst hatte. Bedingungslose Liebe. Wie fühlte sich so etwas an? War es vergleichbar mit den bewundernden Blicken, die ihr immer wieder geschenkt wurden oder übertraf es dieses Gefühl? Die Studentin begleitete sie schließlich doch in Richtung Ausgang. Vielleicht hatte sie nichts besseres zu tun oder sie hatte Angst, dass sie einem bestimmten Schauspielstudenten schöne Augen machte und tat ihrer blonden Freundin einen Gefallen indem sie sie von ihm weglockte. Was es auch war. Es spielte keine Rolle. Sie musste so oder so zurück zum Unterricht und ob sie den Weg alleine ging oder mit ihrem kleinen Bodyguard war einerlei. Sie sprachen über nichtige Dinge und eigentlich überraschte es das Blondchen gar nicht, dass die Andere ebenfalls aus Destiny Valley kam. Gefühlt lief man immer wieder bekannten Gesichtern über den Weg. Nicht das Alessa sich auch nur im Entferntesten an dieses Mädchen erinnerte aber es war doch irgendwie allseits bekannt, dass sich Viele hier in Riverport niedergelassen hatten. "Ich wurde einfach mitgenommen - mich trifft keine Schuld..." Die Schülerin hob ihre Hände und schlug ihre Augen nieder als würde sie sich dafür rechtfertigen. "...aber ich bin nicht beleidigt. In Riverport ist wenigstens ein bisschen mehr los als in diesem Kaff..." Natürlich war es nicht vergleichbar mit den richtig großen Städten, in die es Alessa schon seit jeher zog aber es war zumindest ein erster Schritt. Die folgenden Worte der Brünetten hörte sie schon gar nicht mehr weil ihr Handy einige neue Nachrichten ankündigte. Sie zögerte keine Sekunde und kramte in ihrer Tasche nach dem gesuchten Objekt. Es dauerte nicht lange und das Blondchen zog ihr Handy aus der Tasche. Der Blick ihrer roten Augen schnellte über den Bildschirm. Erleichterung und Sorge spiegelten sich in gleichem Maße in ihrem Gesicht. Sie biss sich auf die Unterlippe und hob ihren Kopf an, fixierte im nächsten Moment schon den Ausgang. "Ich muss los." Mit diesen Worten verabschiedete sich Alessa von der Studentin und rannte in Richtung Bushaltestelle. Das Handy hielt sie in ihrer Hand - fest umklammert. Als müsse sie sich an Irgendetwas festhalten. Auch wenn es ihr keinen Halt spendete. Glücklicherweise erwischte sie noch den Bus in Richtung Krankenhaus. Außer Atem tippte das Blondchen ihre Nachrichten, spürte ein Brennen in den Augen - spürte wie ihr Herz raste.



    [Irgendwo in der Uni] Darren & Yumi

    Seine Antwort war nichtssagend. Emotionslos. Lies nicht erahnen was wirklich in ihm vorging. Diese Situation stand fast schon im Gegensatz zu dem was dort in diesem Raum passiert war. Er war Schauspieler. Natürlich beherrschte er das wenn er wollte - konnte seine Emotionen kontrollieren wie es ihm gerade passte. Wahrscheinlich war es ein Leichtes für ihn - kostete ihn nicht einmal sonderlich viel Mühe. Die Tatsache, dass es kein Widerspruch war beruhigte die Studentin wieder ein Stück weit. Tatsächlich hatte sie vielmehr damit gerechnet, dass es wieder in einer Diskussion endete bei der Darren wieder glaubte besser über sie Bescheid zu wissen als sie es selbst tat. Ja vielleicht wusste die Blonde nicht immer genau was sie wollte aber das gab dem Lockenkopf noch lange nicht das Recht irgendwelche Vermutungen anzustellen. Er kannte sie nicht - höchstens einen Teil von ihr - den Teil den sie bereit was zu zeigen. Doch Yumi wog sich zu früh in Sicherheit. Seine folgenden Worte führten dazu das sie ihre Lippen aufeinander presste. Für einen Moment schloss sie ihre blauen Augen und atmete tief ein und schließlich wieder aus. Gedanklich wiederholte sie seine Worte. Worte, die darauf schließen ließen das er den ihren nicht glaubte - sie anzweifelte - glaubte es besser zu wissen - sie besser zu kennen. Sie schwieg. Lies seine Worte fürs Erste unkommentiert - setzte stattdessen an einer anderen Stelle an um ihm zum wiederholten Male klar zu machen, das er sich in einer Einbahnstraße befand. Seine ruhige Stimme mit der auch dieses Mal ihre Aussage in Frage stellte machte die Studentin fast ein kleines bisschen wütend und als er es mit wenigen Worten abtat war es zu viel für sie. Yumi ballte ihre Hände zu Fäusten und grub ihre Fingernägel in ihre Handinnenfläche bis es schmerzte. Ihre Knöchel traten weißlich hervor. An seiner Stimme erkannte die Studentin das er lächelte. "Du bist dir deiner Sache ganz schön sicher, oder?" Die Studentin löste ihre verkrampfte Handhaltung aber war dadurch nicht minder angespannt. "Du glaubst über alles Bescheid zu wissen - alles besser zu wissen..." fuhr sie schließlich fort ohne auch nur seine Antwort abzuwarten oder ihm die Möglichkeit zu geben etwas zu erwidern - ihr gar zu widersprechen. Sie dachte an das Lied. Vielmehr den Text und schüttelte fast schon beiläufig den Kopf. "Du glaubst mich zu kennen aber in Wirklichkeit hast du keine Ahnung wer ich bin.." Die Blonde strich sich immer wieder über den Unterarm, bemerkte das Zittern in ihrer Stimme. Niemals könnte er diese Gefühle für Jemanden wie sie empfinden wenn er um all ihre zweifelhaften Entscheidungen wüsste. Niemals könnte er so Jemanden lieben. Das war unmöglich. Keiner von ihnen konnte das. Sie liebten nur die Vorstellung von ihr. Ihr vergangenes Ich oder das freiheitsliebende Mädchen, dass so unheimlich gerne seinen Spaß hatte. Was es auch war. All das war nur ein Teil von ihr. "Ich habe dir von Anfang an gesagt, dass ich nicht mehr will..." rechtfertigte Yumi ihr Handeln. Es war schon immer zum Scheitern verurteilt gewesen. Gefühle hätten niemals eine Rolle spielen dürfen und doch stand er jetzt hier vor ihr und sprach genau davon. Das es sich nicht gut anfühlte wenn nur auf einer Seite Gefühle da waren, war irgendwie klar. Das sagte einem der Hausverstand und doch war er rettungslos in sein Verderben gelaufen. Trotz mehrmaliger Warnung. Er wollte weitermachen - wollte auf sich selbst aufpassen. Das hatte wohl nicht so gut geklappt. Sie spürte wie sein Blick sie durchbohrte noch bevor sie sich in seine Richtung gedreht hatte. Er ruderte mit seinen Worten ein Stück weit zurück - versuchte ihr vielleicht so etwas in der Art wie Verständnis entgegen zu bringen. "Du scheinst ja eine Menge Ahnung von diesen Menschen zu haben..." Wahrscheinlich war der Hauch Sarkasmus in ihrer Stimme nicht zu überhören. Ihre ablehnende Körperhaltung, die sie nun eingenommen hatte sprach wohl auch für sich. So hatte Yumi ihre Hände vor der Brust verschränkt und hob eine Augenbraue als sie ihren Blick über den Hobbypsychologen gleiten lies. Es war nun nicht mehr so leicht ihm bissige Kommentare entgegen zu schleudern wenn er sie mit seinen dunkelbraunen Augen musterte - sie mit einem warmen Blick ansah und trotzdem ein Lächeln auf den Lippen trug. Obwohl sie ihn immer weiter verletzte. Mit Worten. Mit Taten. Sein Lachen jagte ihr eine Gänsehaut durch den Körper und kurz verspürte Yumi den Wunsch das letzte bisschen Raum zu überwinden, der sie trennte - verspürte den Wunsch ihm zu glauben und erschrak zugleich über ihre eigenen Gedanken. Sie sahen einander an - scherzten über banale Dinge bevor eine Stille zwischen ihnen einkehrte in sie einfach nur den Blick ihres Gegenüber erwiderten. Diese Gefühle - ausgesprochen aber zugleich auch unausgesprochen schwebten zwischen ihnen aber keiner machte Anstalten etwas an der Stille zu ändern. Bis auf die Tür in ihrer Nähe, die plötzlich aufgerissen wurde - den Moment ein Stück weit zerstörten oder retteten - wie auch immer man es sehen wollte. Es dauerte nicht lange und am Gang wuselte es von Studenten. Studenten die nach Hause eilten oder in ihre nächste Vorlesung. Yumi spürte seine Hand, die die ihre umschloss. Sie festhielt. Als hätte er Angst sie in diesem Trubel zu verlieren. Dabei gab es doch gar nichts zu verlieren. Überhaupt nichts. Kurz senkte Yumi ihren Blick. Schluckte. Vertrieb das ungute Gefühl in ihrer Magengrube bevor sie wieder in die braunen Augen ihres Gegenübers sah. "Darren..." begann sie langsam und gab sich Mühe so neutral wie nur irgendwie möglich zu klingen. Die Studentin selbst ignorierte das Wissen darum das ihr diese Situation nicht so egal war wie sie es gerne gehabt hätte. "...wir sollten uns nicht mehr sehn." Noch immer spürte sie den Druck seiner Hand, die ihre festhielt - fühlte sich nicht in der Lage sich ihm zu entziehen obwohl sie es mit ihren Worten doch ein Stück weit tat. Das Herz in ihrer Brust klopfte schneller - verriet Dinge, die die Blonde nicht wahrhaben wollte. Immer wieder dachte sie an den Songtext. Immer wieder kam er ihr in den Sinn und wühlte sie mehr auf als sie sich eingestand...

    [Irgendwo in der Innenstadt] Sky & Noita 


    Das breite Grinsen auf den Lippen ihres Gegenübers war irgendwie ansteckend und für einen Moment lies es sie sogar ihre Sorgen vergessen. Sorgen im Bezug auf Sherry oder ihrem Dasein als Hexe. Aber auch vergleichsweise belanglose Sorgen wie: ob sie eine gute Stadtführerin war oder ob Sky am Ende des Tages es sogar bereute sich mit ihr getroffen zu haben. Als Außenstehender waren diese Sorgen wahrscheinlich nicht gleichzusetzen mit all den Problemen, die Sherrys Auftauchen mit sich gebracht hatte aber dennoch beschäftigten auch solche Gedanken die Schwarzhaarige. Es war auch nicht in Ordnung gewesen Majo einfach so stehen zu lassen aber war es von ihr in Ordnung einfach so hinter ihrem Rücken mit diesen doch recht einschüchternden Persönlichkeiten Kontakt aufzunehmen - ihr Wissen vorzuenthalten? So oder so rückten all diese belastenden Dinge in den Hintergrund oder aber Noita schob sie ganz bewusst in den Hintergrund um ihrem Gegenüber keine Sorgen zu bereiten. Nicht schon wieder. Es genügte das er sie damals nach diesem Fest so aufgelöst angetroffen hatte. Irgendwann war doch auch mal der Zeitpunkt gekommen an dem man schöne Erinnerungen miteinander sammelt, oder? Dennoch musste die Schülerin kurz schmunzeln als sie an ihre doch recht ungewöhnlichen Aufeinandertreffen dachte. Wer konnte schon von sich behaupten so eine Kennenlerngeschichte zu haben. Das Lachen, welches aus seiner Kehle drang als sie ihre Sorgen aussprach löste ein leichtes Kribbeln in ihrem Bauch aus. Eine Andere wäre vielleicht beleidigt gewesen weil er sich über ihre Bedenken lustig machte aber daran dachte die Schülerin gar nicht erst. Auch wenn Sky es ganz sicher genoss Noita ein kleines bisschen zu ärgern - gerade mit seiner direkten Art und Weise, war sie sich sicher, dass er kein Mensch war, der sie mit Absicht vorführte. Der Blick ihrer roten Augen wanderte über sein Gesicht als er mit den folgenden Worten versuchte den Druck von ihr zu nehmen. Ihre Augen weiteten sich ein wenig vor Überraschung bevor auch auf ihren Lippen ein kleines Lächeln erschien. "Dann hoffe ich du wirst nicht enttäuscht..." Das Lächeln auf ihren Lippen wurde etwas breiter und tatsächlich hatten seine Worte ein wenig den Druck von ihren Schultern genommen, den sie sich eigentlich nur selbst gemacht hatte. Aus Angst, sie könnte seinen Ansprüchen nicht gerecht werden. Vielleicht war diese Sorge irgendwo immer noch in ihr verankert aber fürs Erste schien sie wie weggeblasen. Seite an Seite spazierten sie durch die Innenstadt. Sky brachte eine angenehme Leichtigkeit in ihr Leben. Seine Anwesenheit tat ihr irgendwie gut - brachte sie auf andere Gedanken. Ihre Schultern berührten sich kurz als Noita einem entgegenkommenden, älteren Pärchen auswich bevor sie sich schließlich nach seinen weiteren Plänen erkundigte. Ihre Worte schienen ihn zum Grübeln zu bringen und doch war seine Antwort alles andere als unerwartet. Sky wirkte wie Jemand, den es immer wieder in die Ferne zog - der nicht genug davon bekommen konnte andere Länder und andere Sitten kennenzulernen. Ihre Blicke trafen sich für einen Augenblick. Plötzlich wirkte ihre Begleitung so ernst und es fiel dem Mädchen richtig schwer sich vom Blau seiner Augen loszureißen und doch wich sie schließlich seinem Blick aus, vielleicht auch um den leichten Rosaschimmer auf ihren Wangen zu verbergen, der sich darauf geschlichen hatte als sie seinem intensiven Blick begegnet war. "Das ist wahrscheinlich ziemlich egoistisch aber..." Sie machte eine kleine Pause in der sie vorsichtig in seine Richtung linste. "Ich bin froh das du gerade hier bist." Kannten sie sich überhaupt gut genug um solche Aussagen zu tätigen? Hmmh. So oder so war es unmöglich für die junge Hexe das für sich zu behalten. Sie wäre wirklich ein wenig traurig wenn Sky einfach so wieder verschwinden würde obwohl sie sich gerade erst kennengelernt hatten. "Aber mal sehen ob du das nach diesem Tag auch noch sagst!" kam es schließlich noch über ihre Lippen als sie ihn wieder durch ihre roten Augen anstrahlte und ein Lachen aus ihrer Kehle drang. Vielleicht hatte er danach auch schon wieder genug von dieser Stadt - von ihrem Blick auf Riverport. Es war nicht wenig los in der Innenstadt. Einer der Gründe warum sich Noita eigentlich eher selten hier aufhielt. Sie fühlte sich nicht unbedingt wohl in großen Menschenmengen. Ohne darüber nachzudenken packte sie Sky schließlich wie selbstverständlich am Oberarm und zerrte ihn in die nächste Seitengasse, ließ erst dann wieder von ihm ab als er ihr bereitwillig folgte. Sie zog ihre Hand wieder zurück und als er ihr einen irritierten Blick zuwarf schmunzelte das Mädchen verlegen. "Ich habe es durch Zufall einmal entdeckt..." erklärte Noita sich während sie durch die Seitengasse schlenderten. "Irgendwie ist es so gemütlich und... magisch..." Ihre Augen leuchteten als sie schließlich das kleine Cafe entdeckten, welches ihr erstes Ziel war. Es hatte viel mehr von einem gemütlichen Wohnzimmer als von einem Cafe im klassischen Sinne. Gefühlt hunderte Grünpflanzen waren in allen Ecken und Winkeln zu finden. Es gab eine kleine Bücherecke und auch ansonsten wirkten die Sitzgelegenheiten für die Gäste zusammengewürfelt aber doch stimmig weil sie in einem altmodischen aber keineswegs in die Jahre gekommenen gehalten waren. "Du musst den Kuchen probieren!" verkündete das Mädchen dem Anderen und geriet schon im nächsten Atemzug ins Schwärmen, hoffte vielleicht insgeheim das Sky sich hier ebenfalls wohlfühlen würde.

    [Irgendwo im Park] Bianca & Leon

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    Sein Lachen ging ihr durch Mark und Bein. Sie spürte die Hitze in ihren Wangen als ihr klar wurde, dass sich das Halbwesen über sie lustig machte. War es Scham, den sie verspürte oder war es einfach die Wut, welche nach und nach in der Adelstochter aufstieg. Wut über die Respektlosigkeit ihrer neuesten Bekanntschaft. Wut über ihre eigene Unachtsamkeit, die sie überhaupt erst in diese missliche Lage gebracht hatte. Bianca zog ihre Augenbrauchen zusammen und ein abfälliger Laut verließ ihre Lippen als sie sich von dem Anderen abwandte, ganz bewusst auf das gehässige Grinsen in seinem Gesicht verzichtete weil sie es schlichtweg nicht ertrug zum Gespött des gemeinen Volkes gemacht zu werden. Zwar waren sie offensichtlich alleine in diesem Park aber gewiss machte so etwas schnell die Runde wenn es um die Adelsfamilie ging. Bianca biss auf ihre Unterlippe als sie die Verletzung an ihrer Hand erkannte - so gut es in der Dunkelheit eben möglich war. Jedoch blieb ihr gar nicht erst die Möglichkeit sich der Wunde selbst anzunehmen als der Mann, welcher sich gerade eben noch über sie lustig gemacht hatte, zu ihr aufgeschlossen hatte - auf ihre Augenhöhe gekommen war um sich ihrer Verletzung anzunehmen. Er ignorierte ihre bissigen Worte, die sich das Mädchen mit den Korkenzieherlocken einfach nicht verkneifen konnte, weil es in ihrer Natur war - ein Stück weit einfach zu ihr gehörte. Der Schmerz war nicht verschwunden, nachdem das Halbwesen sie von den Dornen befreit hatte aber zumindest lies er ein kleines bisschen nach. "Wie nachtragend du bist..." stellte Bianca schließlich fest als er ihr zum wiederholten Male vorhielt, dass sie ihn einfach so angegriffen hatte. Bianca rollte mit den Augen. Geschadet hatte dem Mann diese kleine Dusche doch ganz sicher nicht soviel war sicher. Das kleine bisschen Wasser. Ein Schmunzeln zierte die Lippen des Anderen als er sich schließlich erhob und auf sie herab sah, ihre Worte weiterhin ins Lächerliche zog. Wahrscheinlich hatte er damit nicht so unrecht. Wahrscheinlich erfüllte sie gerade jedes Klischee. Sie war genau das was sie vehement abstritt: ein hilfloses, verwöhntes Mädchen. Bianca senkte den Kopf. Sah wieder auf ihre Verletzung hinab, hörte sich stumm seinen Vorschlag an. Ja. Vermutlich hatte er Recht und dennoch setzte sie sich nicht in Bewegung - machte keinerlei Anstalten den Nachhauseweg anzutreten. Ein Seufzen entwich ihrer Kehle als sie sich mit ihrer nicht verletzten Hand an den Kopf fasste in dem sich immer noch alles drehte. Vielleicht sollte sie einfach hier warten bis der Alkohol aus ihrem Blut verschwunden war. Es würde auf jeden Fall sehr viele Komplikationen ausbleiben aber für immer lies es sich wohl so oder so nicht vermeiden. Bianca rappelte sich ein kleines bisschen auf - bemerkte, dass es nicht so leicht war, da jede ruckartige Bewegung einen Schwindel auslöste. Tatenlos beobachtete das Halbwesen ihr Tun - wartete ganz offensichtlich darauf, dass sie sich eingestand, seine Hilfe zu brauchen. Etwas in ihr weigerte sich es auszusprechen aber zugleich wusste sie auch das sie es alleine nicht schaffen würde. Nicht in diesem Zustand. Nicht heute. Die Lippen der Adelstochter öffneten sich einen Spalt, ehe sie zum Anderen auf sah, ihren Blick aber auch wieder in der nächsten Sekunde abwandte bevor sie ihre Hand nach ihm ausstreckte. "Hilfst du mir...." kam es nuschelnd über die Lippen der Adelstochter bevor sie schließlich noch ein 'Bitte' hintendran hing. Man konnte deutlich spüren wie zuwider ihr die Lage war, in der sie sich befand aber wahrscheinlich war es besser so. Und vielleicht konnte sie den Anderen irgendwie auch noch dazu bringen das er diesen Vorfall für sich behielt. Vielleicht war er ja erpressbar...

    Schade D: Ich hab dich ausgetragen! Vielleicht findest du ja wenn du mehr Zeit hast wieder Jemanden, der dich anspricht :3

    [In einer Höhle] Micah & Shara

    Vielleicht war einfach zu viel Zeit vergangen. Vielleicht war sie seine Unbeholfenheit mit Worten umzugehen einfach nicht mehr gewohnt. Das war gut möglich. Sie erinnerte sich nur zu gut an den Menschen der er einst war - vielleicht heute noch war. Und dennoch war es vertraut und befremdlich zugleich ihm nach all der Zeit wieder gegenüber zu stehen - zu plaudern als wäre nie etwas vorgefallen - als wäre alles wieder wie früher. Nunja fast. Immerhin waren sie zu Zweit nicht mehr die Gruppe, mit der sie einst Abenteuer erlebt - gelacht - und ihre Sorgen geteilt hatten. All das gehörte der Vergangenheit an. Es war schier unmöglich einfach an jenem Punkt wieder anzusetzen, nicht wahr? Dabei wäre das genau das was sich das Blumenmädchen gewünscht hätte. Die Unbeschwertheit von damals. Aber all das Geschehene war nicht mehr rückgängig zu machen. Eine Tatsache, die sie endlich akzeptieren musste. Das war jedoch leichter gesagt als getan. Er suchte nach den passenden Worten während Shara ihn mit einem bösen Blick musterte. Ihre Wangen hatte sie aufgeplustert und wahrscheinlich würde er sich über den Anblick amüsieren wenn er nicht so beschäftigt damit wäre die Worte in seinem Kopf zu sortieren damit sie beim nächsten Mal vielleicht nicht aneckten. Unwahrscheinlich aber der Blondschopf schien wirklich daran zu arbeiten. Ein Blick in sein Gesicht reichte aus um förmlich zu sehen wie sein Gehirn ratterte - seine Gedanken und Ideen dazu sortierte und doch keine Lösung dafür zu finden schien, da er ihrem Blick schon im nächsten Moment auswich. Vielleicht war sie zu hart mit ihm. Vielleicht war sie über die Jahre empfindlicher geworden - gerade ihm gegenüber. Aber es wäre wohl zu viel verlangt das er es verstehen könnte, richtig. Sie senkte den Blick ebenfalls - schmollte. Wann war sie eigentlich so zickig geworden? Offenbarte letztendlich Micah in ihr diese Seite? Shara spürte seinen Blick auf sich und schon im nächsten Moment kamen die folgenden Worte über seine Lippen, die ihre Gesichtszüge wieder etwas weicher machten - einen zarten Rosaschimmer auf ihre Wangen zauberten. Ein Kompliment von ihm. Vielleicht unbedacht ausgesprochen. Ganz sicher sogar wenn man ihn so gut kannte wie sie es tat oder zumindest geglaubt hatte es zu tun. Noch wagte sie es nicht den Blick seiner blauen Augen zu erwidern. Stattdessen stimmte sie ihm kleinlaut zu. Es war für sie seit jeher schwer ein Kompliment anzunehmen. Das es aus seinem Mund mehr gewichtete ahnte Micah mit großer Wahrscheinlichkeit nicht. Er war blind für diese Dinge - generell irgendwie unbeholfen. Vielleicht machte gerade das seinen Charme aus. Schließlich hob sie ihren Blick an - sah in das vertraute Gesicht des Blonden. Nicht lange hielt dieses fröhliche Geplänkel an. Als sie ihm diese Worte vor die Füße gespuckt hatte bereute sie es schon wieder überhaupt irgendetwas gesagt zu haben. Warum konnte sie darüber nicht einfach schweigen? Es hinnehmen. Damit abschließen. Es ging nicht. Die Worte waren einfach so aus ihr herausgebrochen als sie ihn über das Farmleben reden hörte. Shara presste ihre Lippen aufeinander - nicht zuletzt um das Zittern ihrer Unterlippe dadurch zu verhindern. Vertrieb sie ihn so nur wieder? Würde er so nicht wieder Abstand aufbauen? Es wäre nur verständlich. Jeder hatte sein Päckchen zu tragen. Jeder hatte seine eigenen Probleme und die waren in dem Moment wichtiger. Sie erwartete zu viel von den Menschen in ihrer Nähe. War es nicht so? Wer wusste schon was Micah in der Zeit mitmachen hatte müssen - wie sein Leben verlaufen war. Er schien geschockt - unfähig mit ihrem Gefühlsausbruch umzugehen - unfähig die richtigen Worte zu finden. Stille kehrte zwischen den Beiden ein. Wäre da nicht der aufkommende Sturm gewesen, hätte man wahrscheinlich das peinliche Zirpen der Grillen gehört. Stattdessen raschelte der Wind in den Blättern der Bäume. Das Donnergrollen wechselte sich mit den über den wolkenverhangenen zuckenden Blitzen ab bevor sie ersten Regentropfen auf sie niederfielen. Das Schweigen zwischen ihnen brach. Sie spürte schon im nächsten Moment seinen Griff um ihr Handgelenk als er sie in den Wald zog. Er hielt sie fest und während sie seinen schnellen Schritten folgte wanderte ihr Blick über seine Rückenansicht. Vielleicht tat sie ihm Unrecht. Micah war einer von den Guten. Begriffsstutzig aber dennoch einer von den Guten, oder? Eine ungewohnte Wärme ging von ihrem Handgelenk aus und als ein einzelnes Wort seine Lippen verließ riss sie ihren Blick von jener Stelle los an der sie sich berührten. Er schien mit sich zu hadern - suchte nach einer Lösung. Shara linste an ihm vorbei - war sich unsicher welche die richtige Entscheidung war. Sie kannte diese Wälder nicht - wusste nicht ob es dort irgendwelche Hütten gab, die ihnen Unterschlupf spenden konnten. Ihr Blick wanderte über das Schild, welches eine Höhle in der anderen Richtung ankündigte. Nicht weit von ihnen entfernt. Sonderlich gemütlich war sie wahrscheinlich nicht. Vielleicht auch nicht unbewohnt. Erneut zuckte ein Blitz über den dunklen Himmel und sie drängte sich unbewusst etwas näher an den Anderen. Ihre Augen hatte sie fest zusammengekniffen. Shara hasste Gewitter. Vielmehr fürchtete sie dieses Wetterphänomen. Es dauerte ein wenig bis sie es wagte ihre Augen wieder zu öffnen. Der Regen prasselte auf sie herab. Zwar wurden sie ein wenig durch das Dickicht des Waldes geschützt aber dennoch fand das Nass auch seinen Weg zum Waldboden. "Micah..." kam es ihr zitternd über die Lippen als das nächste Donnergrollen, welches noch viel lauter war als das davor, über sie kam. Shara lehnte sich gegen seinen Rücken, versteckte ihr Gesicht ein wenig darin. Wenn sie sich nicht so fürchten würde wäre es ihr wahrscheinlich peinlich gewesen, dass sie so ein Angsthase war aber im Moment war nicht der richtige Zeitpunkt um darüber nachzudenken. Stattdessen riss sie sich beim nächsten Blitz los und rannte in Richtung Höhle um sich vielleicht ein wenig vor dem Gewitter schützen zu können. Im Moment war es nicht wichtig was dort auf sie lauerte und ob die Gefahr vielleicht größer war als das Gewitter an sich. Eilig hastete das Mädchen voran, bemerkte erst gar nicht das der Andere ihr sofort folgte. Ihr Atem kam stoßweise über ihre Lippen als sie sich schließlich im Trockenen eingefunden hatte. Es war sehr dunkel in der Höhle und anscheinend war sie noch ein gutes Stück tiefer als man erst glauben mochte. Ihre Schritte wurden langsamer. Sie hielt an. Das Mädchen hatte sich erst ein paar Meter in die Höhle vorgewagt, zögerte damit weiter zu gehen. Sie schlang ihre Arme um ihren zierlichen Körper, zuckte wieder zusammen als es wieder donnerte. Ihr Herz klopfte ganz schnell in ihrer Brust. Was für ein Alptraum. Wäre sie bloß zu Hause geblieben! Erst als sie Schritte hinter sich wahrnahm drehte sich das Mädchen um. Micah. Wenn sie zu Hause geblieben wäre, wäre sie ihm nicht begegnet. Die Angst stand in ihren Augen. Fast schon hilfesuchend sah sie ihn an auch wenn ihr klar war, dass sie hier vor dem Gewitter eigentlich relativ sicher waren konnte sie diese Angst einfach nicht abstellen.