Beiträge von Zyprim

    [Alex Zimmer] Alex & Yumi



    Sein Blick ruhte auf ihr. Sie spürte wie er sie durchbohrte, irgendwie anklagte. Er wollte eine Erklärung für ihr Handeln und dabei hatte sie einfach schlichtweg keine Erklärung dafür warum sie gewisse Dinge tat. Vielleicht weil sie sich in einem Moment gut anfühlten und sie nur für diesen Moment lebte, nicht darüber nachdachte was letztendlich daraus wurde, wen es verletzte. Es war beinahe so als suchte sie eine Begründung dafür das hassenswerte Miststück zu sein, als das sie sich selbst gerne beschrieb. Aber dieses bittere Erwachen an jenem Morgen. Es hatte etwas mit ihr gemacht. Es hatte ein Gefühl der Reue hervorgerufen. Ihm gegenüber. Letztendlich vielleicht sogar Alice gegenüber. Vielleicht weil sie an das Gespräch von gestern denken musste - der ungewohnte Frieden zwischen Alex und ihr. Sie hatten einander nicht angekeift, wie sie es normalerweise taten. Er hatte ihr geholfen. Er hatte ein Mädchen stehen gelassen um ihr hinterher zu kommen. Wann war das jemals der Fall gewesen? Sie erinnerte sich nicht. Dieser ungewohnte Umgang, die Erinnerung an das nervöse Kribbeln bevor sie zu diesem gar absurden Date gehen wollte - all das riefen dieses sonderbare Gefühl in ihr hervor - das Gefühl einen Fehler begangen zu haben und dabei hatte es sich zu diesem Zeitpunkt doch richtig angefühlt. Sie hatte Simon in die Augen gesehen und für einen Moment geglaubt, dass nur er diese dunkle Seite an ihr schätzte weil sie vielleicht gleichermaßen in ihm ruhte. Sie hatten beide ihre Masken fallen gelassen, die Jeder in der Gesellschaft trug - hatten das Monster offenbart, dass darunter schlummerte. Sie hatte gewusst, dass er zu ihr zurückkehren würde und dennoch hatte sie es getan. Sie hatte eine Verabredung mit Alex und dennoch hatte sie es getan. Die Angst dass es etwas Ernsthaftes sein hätte können hatte sie letztendlich in Simons Arme getrieben oder zumindest glaubte ein Teil von ihr das, suchte stumm nach einer Begründung aber fand sie letztendlich doch nicht. Zögernd kam ihre Version der Geschichte über ihre Lippen, wohl wissend, dass es ihm wahrscheinlich nicht ausreichte aber das war nun einmal das Einzige was sie ihm sagen konnte. Ihre Blicke trafen sich aber schon im nächsten Moment entzog sie sich ihm wieder damit er die Tränen in ihren Augen nicht sehen konnte. Damit er die verletzliche Seite an ihr nicht sehen konnte, nicht merkte, dass er immer noch eine gewisse Macht über sie hatte. Die blonden Haare hingen in ihr Gesicht als sie zu Boden sah noch immer zögerte ob sie nicht letztendlich einfach gehen sollte, sich diesem Gespräch wieder entziehen - wie sie es immer taten. Damals wie heute. Ehe sich Yumi versah zog Alex sie in eine Umarmung, legte seine Arme um sie, hielt sie als sie selbst das Gefühl hatte zu zerbrechen, sie selbst das Gefühl hatte sich zu verlieren. Sie hatte nicht das Recht zu weinen. Sie war wahrscheinlich die letzte Person, die das Recht dazu hatte und das wusste sie selbst aber all das überforderte sie. Es war ihr zu viel und zugleich zu wenig. Sie blinzelte die Tränen beiseite aber der Druck in ihrer Brust nahm zu und so löste sich auch die ein oder andere Träne aus ihrem Augenwinkel und kullerte ihre Wange hinab. Nein. Nein. Sie hatte sich doch wegen ihm diese Schutzwand aufgebaut. Sie hatte sich doch wegen ihm in die Eiskönigin verwandelt also warum bröckelte jene Fassade genau jetzt. Der Kloß in ihrem Hals schnürte ihr beinahe die Luft zum Atmen ab. Ihre Hände hatten sich zu Fäusten geballt, entspannten sich jedoch wieder ein kleines Stück als sie seine Stimme vernahm. Er hielt sich bedeckt, letztendlich war es nur ein Flüstern, dass an ihr Ohr drang. Sein Kopf ruhte wieder auf ihrem, wie zuvor. Bevor sie ihm das Alles mitgeteilt hatte. Sie lehnte sich an ihn, vergrub ihr Gesicht an seiner Brust. Seine Nähe war tröstend und zugleich fühlte sie sich als wär sie ihm wieder in die Falle gegangen. Als würde sich die Geschichte wiederholen aber in Wirklichkeit gab es niemals ein Ende. Es war immer noch die gleiche Geschichte nur Jahre später. Sie hörte seine Worte und ihre Tränen versiegten. Ihr Herz hatte für einen klitzekleinen Moment ausgesetzt. Unweigerlich verkrampfte sie sich in seinen Armen, spürte wie sie das Verlangen hatte sich aus dieser Umarmung zu lösen, weil sie merkte wie die Falle zuschnappte. Sie wollte nicht wieder dieses naive Mädchen von damals sein. Sie wollte das nicht und gleichzeitig bemerkte sie wie sich ihre Wangen ein wenig rosa färbten und ihr Herz schneller klopfte als hätte es auf diese Worte gewartet. Doch bedeuteten sie aus seinem Mund etwas? "Sie.... oder mich?" kam es zögernd aus ihrem Mund und sie löste sich aus seiner Umarmung, hob den Blick und begegnete dem Blick seiner grünen Augen. Sie sah die Tränen darin. "Die Yumi von damals oder...?" Ihre Worte waren lediglich ein Flüstern. War das zwischen ihnen echt oder waren es lediglich Gefühle aus der Vergangenheit? Wie fand man das heraus? Wie konnte man sich jemals sicher sein? Der Blick ihrer blauen Augen wanderte über das kantige Gesicht ihres Gegenübers. Es wurde von seinen silbernen Haaren umrahmt, die sich aus seiner Frisur gelöst hatten. Sie versuchte die Antwort seinen Gesichtszügen abzulesen - vergeblich. Wie könnte er sie lieben? Wie könnte irgendjemand sie lieben? Nach all dem? Sie senkte ihren Blick. Yumi kannte die Wahrheit. Es war völlig egal was er antworten würde. Er liebte das Mädchen von damals. Das Mädchen oder die junge Frau, die heute vor ihm stand war kaputt. Sie ging auf Abstand und suchte erneut den Blick seiner Augen. "Egal wie weit ich wegging... du warst immer hier drinnen..." Yumi deutete auf ihren Kopf, lies ihre Hand anschließend aber sinken, wich seinen Blick aus und ein Seufzen kam über ihre Lippen. All das änderte nichts und das wusste sie und dennoch schlug ihr Herz einige Takte schneller. "...und das ist irgendwie frustrierend..." Ihre Mundwinkel hoben sich kurz. Ein amüsierter Laut verließ ihre Lippen. Sie hatte alles getan um ihn aus ihren Gedanken zu verbannen aber er war immer noch da. Sie sah ihn an. Wortlos. Ihre Wangen waren von einem leichten rosafarbenen Schimmer geziert. Ihr Blick huschte über seine Lippen und während ihr Kopf sie warnte, dass es nicht richtig war überwand sie die den Abstand zwischen ihnen, legte ihre Hände an sein Gesicht und zog ihn an ihre Lippen, hauchte fast schon testweise einen Kuss darauf als wollte sie so herausfinden wem seine Gefühle wirklich galten.

    [Bei Meister Kanno] Leon & Shara


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    Uff. In ihrem Kopf hatten sich die Worte viel entschlossener und selbstbewusster angehört als sie letztendlich über ihre Lippen gekommen waren. Bestimmt war dem Magier dies nicht verborgen geblieben und bestimmt dachte er dass sie an ihren eigenen Worten vielleicht sogar zweifelte aber dem war nicht so. Sie wollte nützlich sein. Sie wollte an sich arbeiten. Sie wollte sich und Menschen die ihr etwas bedeuteten im Ernstfall schützen können und nicht einfach tatenlos zusehen. Diese Machtlosigkeit wollte sie nie wieder spüren. Shara presste die Lippen aufeinander und hörte die unterstützenden Worte des Halbwesens neben sich, spürte wie er einen Arm um sie legte. Kein Zweifel war in seinen Worten zu hören. Er stand zu jedem gesagten Wort und es machte sie irgendwie glücklich das er seine Worte dazu nutzte um ihr zu helfen. Ein Lächeln legte sich auf ihre Lippen und es fühlte sich an als würde sie allein durch diese simple Geste an Kraft gewinnen. Die Aufmerksamkeit des Magiermeisters schien erst auf Leon zu liegen. Unweigerlich hatten sich die blauen Augen des Mädchens etwas geweitet als sie die Worte Leons neben sich vernommen hatte. Die Enkelin des Magiers war in jenem Kampf beteiligt gewesen. Er hatte sie beschützt und deshalb hatte Shara ihn am Strand gefunden? War das die ganze Geschichte. Dem Mädchen wurde richtig mulmig zu Mute. Sie bemerkte den Hauch Sorge in Leons Stimme aber Kanno beruhigte ihn gleich wieder. Offensichtlich wusste der Brillenträger mehr als die beiden Prüflinge. Der kleine Zauber war Shara völlig entgangen. Sie war ohnehin schon genug mit dieser Situation beschäftigt um ihre Aufmerksamkeit auch auf andere Menschen im Archiv lenken zu können. Als der alte Herr sich wieder ihr zu wandte erwiderte sie seinen Blick. Leon hatte seinen Arm mittlerweile von ihr gelöst aber dennoch stand er an ihrer Seite und das gab ihr Kraft. Kraft sich Kanno entgegen zu stellen - seine Fragen ehrlich zu beantworten. Shara schüttelte den Kopf. "Ich habe nur das getan was Jeder in dieser Situation getan hätte..." Es war zwar löblich, dass Leon sie ins gute Licht rückte aber er stellte sie besser dar als sie wirklich war, oder? "...ich habe Leon nur in die Klinik gebracht nachdem ich ihn verletzt am Strand gefunden hatte..." Das Mädchen schielte kurz in die Richtung des Halbwesens, hoffte irgendwo dass er es ihr nicht übel nahm, dass sie seine perfekt zurecht gelegten Worte irgendwo mit Füßen trat. Shara zuckte mit den Schultern als sie wieder zum Magier sah. Ein leichtes Lächeln zierte ihre Lippen. "Ich weiß nicht ob ich anders agiert hätte..." Kurz senkte sie den Blick aber hob ihn gleich darauf wieder. "Ich weiß nur, dass ich das Gefühl der Machtlosigkeit nicht mochte. Ich will auch etwas bewirken können!" Entschlossenheit funkelte in ihren blauen Augen und mit einem festen Blick begegnete sie dem des Magiers.

    [Vor der Kapelle]


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    Wie früh war es eigentlich? Er vermochte es nicht zu sagen. Als er die Klinik verlassen hatte gähnte der junge Mann einmal herzhaft als hinter ihm die Tür ins Schloss fiel. Es war relativ frisch. Er drehte das Fläschchen mit Schmerzmittel in seiner Hand, lies seine Augen darüber gleiten ehe er es in seiner Hosentasche verschwinden lies. Er tat einige Schritte und sah in Richtung Kapelle. Unweigerlich fragte er sich wie es Dorothy wohl ergangen war. Er hatte sie zwar kurz in der Taverne gesehen aber wollte sie nicht stören, wollte nicht unnötig die Aufmerksamkeit einer gewissen Elfe auf sie lenken. Sie sollte nicht in irgendeine Fehde gezogen werden, die er bis heute nicht begriff. Dennoch hatte er das Bedürfnis sich nach ihrem Wohlbefinden zu erkundigen. Die braunen Augen des Mannes huschten über seine Schulter, sahen sich in der näheren Umgebung um bevor er in Richtung Kapelle spazierte. Die beiden Gebäude lagen nicht weit auseinander. Vielleicht war das Mädchen ja gar nicht hier aber wenn er gerade in der Nähe war konnte er sich doch auch nach ihr erkundigen, oder nicht? Eric strich sich sein Haar ein wenig aus dem Gesicht. Offensichtlich war es durch die Verletzung ein wenig durcheinander geraten. Hoffentlich bekam Dorothy keinen Schreck wenn sie ihn so sah. Einen Moment lang zögerte Eric, überlegte sich ob es wirklich eine gute Idee war ihr auf diese Weise zu begegnen. Sophias Blick nach zu urteilen hatte er definitiv schon besser ausgesehen. Der Jäger senkte seinen Kopf, spiegelte sich in der Pfütze am Boden und sah sein verunstaltetes Gesicht. Offenbar hatte es in der Nacht geregnet. Seine Augen weiteten sich bei dem Anblick etwas und Eric zögerte in seinem Vorhaben. Er hob seinen Kopf ein Stück weit und drehte der Kapelle wieder den Rücken zu, wandte sich zum Gehen ab. Er wollte dem Mädchen nicht schon wieder Sorgen bereiten. Bisher hatte er sie immerhin schon zwei Mal in eine missliche Lage gebracht und das war gewiss kein Erlebnis, welches er wiederholen wollte. In einigen Tagen würden seine Wunden abgeklungen sein und der Verband um seinen Kopf wäre passé. Er wusste nicht ob ihr die Prügelei in der Taverne aufgefallen war oder ob sie ihn überhaupt bemerkt hatte. Irgendwie war es ihm lieber sie aus dieser Geschichte rauszuhalten und ihr einmal auf normalem Wege zu begegnen. Ein Lächeln auf ihren Lippen zu sehen statt dem besorgten Blick. Ein Seufzen verließ seine Lippen und Eric vergrub seine Hände in seinen Hosentaschen. Er hing ein wenig seinen Gedanken nach ehe er sich langsam von der Kapelle entfernte, dachte auch an seine Begegnung mit Sophia, die nur Chaos in seinem Kopf hinterlassen hatte.

    Eric geht


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    Ihre Lippen bildeten ein Lächeln. Es war ehrlicher als das zaghafte Lächeln vorhin. Er sah in ihre einzigartigen Augen und konnte nicht anders als ebenfalls zu lächeln. Seine braunen Augen musterten ihr Gesicht. Er spürte ein leichtes Kribbeln in sich als er sie so ansah. Ein vertrautes und doch neues Gefühl. Sie verabschiedete sich von ihm und ein Teil von ihm wollte sie bitten zu bleiben - hier - an seiner Seite aber das war ein egoistischer und unbedachter Wunsch. Sie konnten nicht einfach mittendrin starten. Für sie war so viel passiert und in seinem Kopf herrschte einfach nur Dunkelheit. Eine Dunkelheit, die ab und an kurz von ihrem Lächeln erhellt wurde aber trotzdem nicht die Menge an Licht in die Sache brachte, die er sich wünschte - mehr denn je. Um ihre Fragen zu beantworten weil sie es verdient hatte. Ihre Hände waren immer noch miteinander verwoben aber er spürte wie sie sich langsam seinen Griff entzog. Sie würde den Heimweg antreten. "Sei vorsichtig... Sophia." bat er sie als dem Jäger ihr verunsicherter Blick auffiel. Ihm war bewusst, dass sie sich zu wehren wusste im Ernstfall. Eric war sich nicht sicher warum aber er hatte so ein Gefühl. Sophia war eine starke Persönlichkeit. Seine Mundwinkel zuckten nach oben und seine dunkelbraunen Augen weiteten sich etwas als das Mädchen von einem Karnevalsumzug sprach. "Das klingt schön..." Irgendwie hatte er so eine Ahnung, dass ihr so etwas gefallen könnte. Sein Lächeln wurde breiter und er begegnete ihrem Blick. Es schmerzte irgendwie sie gehen zu sehen. Seine Lippen öffneten sich einen Spalt, wollten sie zum Bleiben überreden aber zugleich wusste der Jäger, dass ihm dieser egoistische Wunsch verwehrt bleiben würde, dass es ihm nicht erlaubt war sie danach zu bitten. Ein letztes Mal sah sie sich nach ihm um. Er hob die Hand zum Abschied, bemühte sich um ein aufmunterndes Lächeln auch wenn er seine eigenen Wünsche, Gedanken ja gar Sorgen für sich behielt. Die Tür schloss sich und erst jetzt bemerkte Eric, dass er seinen Atem angehalten hatte. Ein Seufzen kam über seine Lippen und seine Hand sank wieder, wie auch er sich wieder zurücksinken lies. Er sah zur Decke. Keine Worte der Welt vermochten zu beschreiben wie es gerade in ihm aussah. All das wirkte noch so unwirklich - so surreal. Gestern noch hatte er für sich beschlossen, dass er die Vergangenheit Vergangenheit sein lies und heute war er ihr begegnet und sie hatte alles auf den Kopf gestellt. Immer wieder versuchte er sich an die Zeit mit ihr zu erinnern - die geteilten Momente aber es gelang ihm nicht völlig. Immer nur vereinzelte Szenen tauchten vor seinem inneren Auge auf. Eric lag noch lange wach - auch als die Krankenschwester erneut herein kam um seinen Zustand zu überprüfen. Irgendwann wurden die Kopfschmerzen so stark, dass er ein Schmerzmittel verlangte und wahrscheinlich war es zuletzt eben jenem Mittelchen zu verdanken, dass er irgendwann doch einschlief.

    Er fühlte sich am nächsten Morgen wie gerädert, war noch ganz benommen als man sich wieder seine Pupillen ansah und weitere neurologische Tests mit ihm durchführte. Selbst im Halbschlaf erfüllte der junge Mann die Aufgaben anscheinend zur Zufriedenheit der Anwesenden und man erlaubte ihm zu gehen. Sie drückten ihm noch ein Fläschchen mit Schmerzmittel in die Hand und erneuerten den Verband um seinen Kopf ehe sie ihn entließen.

    [Irgendwo im Wald] Cylie & Chris


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    Ihre Beine trugen sie immer weiter in den Wald hinein. Mit jedem Schritt den sie taten schien der Wald dichter und dunkler zu werden. Im Vergleich zum Kloster fühlte sich Chris hier jedoch fast schon wohl. Zwar half der aufkommende Nebel nicht unbedingt um zur allgemeinen Gemütlichkeit beizutragen aber das Fehlen von großgewachsenen und unheimlichen Kerlen oder alten, düsteren Nonnen machte ihm dieses Fleckchen Erde doch um einiges ansprechender. Immer wieder linste Chris in die Richtung seiner Schwester, vor allem als sie immer langsamer wurde. Ihr Knie machte wohl nicht mehr lange mit und gerade im rechten Moment war der Student zur Stelle als das lädierte Knie seiner Schwester nachgab und sie beinahe stürzte. Glücklicherweise musste ihr Bruder sie nicht lange überreden und Cylie kletterte ohne großes Meckern auf seinen Rücken. Gerade war er wieder einmal froh darüber, dass sie so ein Zwerg war. Das erste Mal wahrscheinlich weil es so leichter war sie zu tragen und nicht weil er sie diesbezüglich aufziehen konnte. Er spürte ihre Arme, die sich um ihn legten damit sie sich festhalten konnte. Ihre Worte des Dankes und das was folgte war lediglich ein leises Flüstern. Normalerweise hätte er sich wahrscheinlich darüber gefreut, dass seine kleine Schwester endlich einmal einen Fehler eingestand aber im Moment erschien es im wirklich nicht der richtige Zeitpunkt dafür und so beließ Chris es erst ein Mal dabei und schwieg. Wenn sie hier lebend rauskommen würden hatte er noch genug Zeit ihr diese Sache vorzuhalten aber er war wahrscheinlich nicht der Typ dafür auf Anderen rum zu hacken wenn Derjenige schon am Boden lag. Chris bemüht sich trotz des zusätzlichen Gewichtes recht zügig voran zu kommen denn wenn er ehrlich zu sich selbst war wäre er doch schon wieder gern zu Hause und weniger gern hier in diesem düsteren Wald, in dem sich vielleicht noch mehr unheimliche Gestalten herumtrieben. Er deutete seinem Schwesterherz in seiner Jackentasche nachzugucken, da er selbst beide Hände voll zu tun hatte immerhin musste er Cylie doch auch irgendwie festhalten damit sie nicht wieder von seinem Rücken purzelte. Irgendwie bezweifelte der Student, dass sie mittlerweile Empfang hatten und während der andere Zwilling nach seinem Handy angelte wanderten die grünen Augen des jungen Mannes durch den Wald. Jedes Rascheln brachte ihn in Alarmbereitschaft und für einen Moment versuchte er abzuwiegen ob es vernünftiger war am Weg zu bleiben, wo man sie leichter ausfindig machen konnte oder querfeldein herumzuirren aber dafür vor etwaigen Blicken geschützt waren- Mit Cylie am Rücken war er gewiss nicht schnell genug um sich im Ernstfall in Sicherheit zu bringen. Nervös knabberte Chris auf seiner Unterlippe herum, spürte nach wie vor sein Herz in seiner Brust, welches ungewohnt schnell klopfte. "Ist doch schön... so im Einklang mit der Natur..." versuchte der Student zu witzeln aber tatsächlich kostete es nicht einmal ihn selbst ein müdes Lächeln. Er setzte einen Schritt vor den Anderen und war sich immer unsicherer ob sie sich überhaupt noch in die richtige Richtung bewegten oder sich rettungslos verirrt hatten. "Wie sieht es mit dem Empfang aus...?" harkte er schließlich nach. Es wurde immer dunkler. Wenn die Nacht hereinbrechen würde war es das mit ihnen. Dennoch hatte Chris das Gefühl als müsste er die Ruhe bewahren auch wenn es ihm ganz schön schwer fiel. Er kniff die Augen zusammen als er in der Ferne glaubte so etwas in der Art wie eine Straße zu entdecken. "Cylie!" machte er sie deshalb darauf aufmerksam. Eine Straße war doch schon einmal eine gute Sache. Vielleicht würden sie die Bushaltestelle wieder finden oder aber sie würden vielleicht ein Auto anhalten und wieder zurück in die Stadt fahren. Auch wenn ihm dabei mulmig zu Mute wurde so war es wahrscheinlich noch immer besser als hier weiterhin herumzuirren, oder...?

    [Im Running Sushi] Hina & Alessa



    Die Mädchen gönnten sich ein Tellerchen nach dem nächsten und unterdrückten dabei das schlechte Gewissen, welches sie gleichzeitig plagte wenn sie nicht auf die Kalorien achteten, die sie ihrem Körper zuführten. Aber ab und an musste man sich auch einen Cheatday gönnen sonst wurde man am Ende doch völlig rückfällig und da war ein Tag, wo man eine kleine Ausnahme machte doch allemal besser. Die beiden Mädchen hatten sich jetzt schon so lange eingehalten und guckten auch sonst immer, dass sie ihrem Körper viel Gutes taten und da Training für sie sowieso an der Tagesordnung stand, würden ihre Körper es ihnen wahrscheinlich auch einmal solche Sünden verzeihen. Hina musste sich sowieso keine Sorgen machen. Sie hatte schon längst ihre Sommerfigur erreicht und am Strand oder im Schwimmbad waren ihr die Blicke der Anderen auf jeden Fall sicher. Selbst Alessa blieb das nicht verborgen - wie könnte es auch. Ihre Freundin war einfach ein Blickfang und man konnte gar nicht anders als sie zu bewundern. Der Blick ihrer roten Augen wanderte über das Gesicht jenes Mädchens, dessen Lippen noch vor wenigen Minuten auf den ihren gelegen hatten. Allein dieser flüchtige Gedanke an diese Minuten färbte ihre Wangen in ein helles Rosa und die Schülerin versuchte sich mit ihrem Sodawasser abzukühlen - vergebens. Sie spürte immer noch ihre Berührungen aber zwang sich ihre Gedanken lieber in eine andere Richtung zu lenken - bewusst aber es gelang ihr nicht richtig. Wie sie in Zukunft mit Hina umgehen sollte ohne an diese Situation zu denken war Alessa unbegreiflich aber die Schülerin wollte absolut nicht, dass es ihre Freundschaft zerstörte. Vielleicht sollte sie dem Ganzen also lieber nicht zu viel beimessen aber das war auch weniger leicht als gedacht mit dem Klopfen ihres Herzens in ihrer Nähe und dem Kribbeln im Bauch. So plauderte Alessa weiter über eigentlich nichtige Dinge, riss ihre Augen aber erschrocken auf als Hina die Essstäbchen entglitten. Sie folgte der Bewegung ihrer Freundin, die sich die Haare wieder zuband, so ihren Hals wieder etwas freilegte und ohne es zu wollen haftete sich der Blick ihrer roten Augen an diese Stelle. Gerade nahm das Blondchen wieder einen Schluck ihrs Getränks während sie den Worten ihrer Freundin lauschte. Die Schülerin sog erschrocken die Luft ein und verschluckte sich im nächsten Moment. Alessa schlug sich die Hände vor den Mund und hustete stark. Der Gedanke, dass irgendein Kerl, der sie vielleicht gar nicht verdient hatte einen Blick auf das hübsche neue Dessous ihrer Freundin werfen würde machte etwas mit ihr. Da war nicht länger nur die Freude auf die Geschichten, die ihre Freundin erzählen würde. Es stieß ihr bitter auf. Aber eine gute Freundin hatte nicht solche Gedanken - sie würde sich freuen - nicht daran denken, dass lieber sie an dieser Stelle wäre. Alessa erholte sich schließlich wieder von ihrem Hustenanfall und wischte sich die Tränen aus dem Augenwinkel, die ihr dabei eingeschossen waren. Sie lächelte dem Mädchen auf der anderen Seite des Tisches zu und gab ihr damit zu verstehen, dass alles wieder in Ordnung war, doch stimmte das? Sie wollte zwar, dass diese Begegnung in der Umkleide nichts geändert hatte aber tatsächlich hatte sie das und sie wusste nicht wie sie Hina das erklären sollte ohne sie zu verschrecken, ohne ihre Freundschaft zu gefährden. Aufgeregt nickte sie deshalb als ihre Freundin einen Filmabend vorschlug. Ihre roten Augen strahlten ihre Mitschülerin an. "Oh ja das machen wir!" Sie bekräftigte ihre Aussage mit einem Nicken. "Wenn schon Cheatday - dann richtig!" Alessa holte sich ein weiteres Tellerchen vom Förderband und lies sich die Köstlichkeit darauf schmecken. Es war irgendetwas Frittiertes - sie wusste nicht einmal was es war aber es schmeckte einfach lecker. "Ab morgen wird dann wieder gefastet!" verkündete sie ihrer Freundin und hatte die Hoffnung, dass durch diesen Abend sich vielleicht alles klären würde. Mit etwas Alkohol im Blut sprach man doch wesentlich leichter über solche Dinge, nicht wahr? "Gerade bin ich echt froh, dass es in den letzten Tagen immer geregnet hat - so können wir uns fast ohne schlechtes Gewissen soetwas gönnen..." Alessa kicherte und deutete mit ihren Essstäbchen auf das ganze fettige Essen. Natürlich würden sie sich morgen für die Entscheidung hassen aber heute fühlte es sich echt gut an und nur das zählte...

    [Alex Zimmer] Alex & Yumi



    Wut funkelte in seinen Augen. Nichts als Wut. Seine Augen wirkten dunkler als sonst und beinahe erschrak sie als der Silberhaarige sich in Bewegung setzte, die Tür zudrückte und sie somit daran hinderte, dass sie ging. Die Studentin zuckte kurz zusammen. Seine Worte hagelten auf die Studentin nieder und jedes Wort war ein Treffer. Die Blonde wusste dass er Recht hatte. Sie war nicht sauer auf ihn oder auf irgendjemanden Anders als sich selbst. Sie war nicht einmal beleidigt, dass er ihr solche Vorwürfe machte. Sie hatte Mist gebaut aber trotzdem schmerzten sie seine Worte. Weil die Wahrheit weh tat. Sein Blick durchbohrte sie und doch wandte sie sich nicht ab, setzte sich seinen harten Gesichtszügen aus. "Ich weiß..." kam es nur leise über ihre Lippen, beinahe brach ihre Stimme da sie schon wieder das Gefühl hatte, dass ein unsichtbarer Kloß sich in ihrem Hals gebildet hatte. Das bockige Mädchen war verschwunden. Vielleicht hatten seine Worte ihr die Augen geöffnet aber wahrscheinlicher war, dass sie es doch ohnehin schon gewusst hatte aber das sie keine Kraft hatte diesen Kampf auszutagen - nach all den Jahren. Es ging nicht nur um dieses Mal, oder? Da waren all die Konflikte zwischen ihnen über die sie nie geredet hatten. Sie bevorzugten es alles still zu schweigen, dem anderen Vorwürfe zu machen und das obwohl sie nichts mehr verband und letztendlich doch alles weil sie niemals einen Schlussstrich gezogen hatten - weder er noch sie. Als sie in seine Augen sah, sah sie da den Jungen in den sie sich damals verliebt hatte - ihre erste Liebe. Es schien so lange her und doch spürte sie unter all dem Groll dieses Gefühl noch immer. Es war versteckt. Absurd gar. Vielleicht sogar widersprüchlich. Sie presste ihre Lippen aufeinander. Warum tat sie diese Dinge? So leicht war diese Frage nicht zu beantworten. Es war als würde ihr Kopf sich ausschalten wenn es mit irgendeiner Person ernster wurde. Es war als würde irgendetwas in ihr laut schreien: Halt! Stop! Du musst es zerstören bevor... Yumi senkte ihren Blick. Bevor was? Bevor es etwas Ernstes wurde. Bevor sie verletzlich und angreifbar war. Bevor sie allein zurückgelassen wurde. Sie zitterte etwas, lies die Türklinke los und schlang ihre Arme um sich damit er das Zittern nicht bemerkte. Damit er nicht wusste, dass sie angreifbar war. War es besser zu gehen? Sie dachte wirklich darüber nach, schielte in Richtung Türe. Sie würde ihm ersparen zu wählen. Zwischen ihr uns seiner Schwester zu entscheiden. Es würde alles leichter machen. Nicht wahr? Einfach zu gehen würde es leichter machen. Es würde alles beenden und doch setzte sich die Blonde nicht in Bewegung und als er weiter sprach hob sie wieder ihren Kopf, sah in das Gesicht des Studenten und zögerte, biss sich auf die Unterlippe. "Ich hatte Schiss..." gestand die Studenten schließlich und spürte wie das Herz in ihrer Brust schneller schlug, sich ihre Wangen leicht färbten. "Ich hatte Schiss vor diesem Treffen und hab mich... lockerer gemacht..." Sie kannten einander. Es genügte ein Blick um ihm deutlich zu machen was genau sie damit meinte. "Er stand dann einfach vor der Tür..." Es war nicht notwendig es weiter auszuführen, oder? "Ich weiß es nicht warum ich solche Dinge tue. Ich weiß nicht warum ich einen Fehler nach dem anderen mache...." Ihre Stimme zitterte und sie krallte sich in ihren eigenen Armen fest. Sie sah zu ihm hoch, begegnete seinem Blick fast schon mit einer ungewohnten Vorsicht. Es war nicht das was er hören wollte, oder? Aber es war alles was sie ihm geben konnte. "Alex..." sie holte sich seine Aufmerksamkeit, sah in die grünen Augen, die sie fokussiert hatten. "...es tut mir Leid." So war sie nun einmal. Sie war ein einziger Fehler. "Ich wollte nicht..." fing sie schließlich an aber brach mitten im Satz ab, senkte wieder den Kopf, spürte wie die Tränen in ihr aufstiegen, die sie aber gleich wieder wegblinzelte in der Hoffnung, dass sie ihm verborgen bleiben, dass sie keine Schwäche zeigte.

    [Im Running Sushi] Hina & Alessa



    Das Blondchen schmunzelte als Hina eine Klimaanlage als Lösung vorschlug, stimmte in ihr Kichern mit ein. Es fühlte sich unbeschwert an wie immer. Sie konnten miteinander lachen und scherzen als wäre nichts passiert. Sie war froh die Sache angesprochen zu haben, sich nicht mehr in Schweigen zu hüllen und doch dachte die Schülerin immer wieder daran. An das was passiert war und an das was passiert wäre wenn sie nicht unterbrochen worden wären. An die Worte ihrer besten Freundin. Es hatte sich richtig angefühlt. Das stimmte. Es hatte sich wirklich richtig angefühlt doch da war dieses kleine Wörtchen in Hinas Aussage, das sie irritierte. Es hatte sich nur in dem Moment richtig angefühlt? Würde es sich jetzt falsch anfühlen? Fühlte es sich im Nachhinein betrachtet falsch an? Das tat es nicht. Nicht für sie. Im Gegenteil. Es war unglaublich gewesen und sie würde dieses hübsche Mädchen gerne gleich noch einmal küssen, ihre weiche haut an ihrer spüren aber Hina war doch eigentlich nur an Männern interessiert und was würde das mit ihrer Freundschaft machen? Dieses Aufregende Kribbeln in ihrem Bauch hielt weiterhin an vermischte sich aber mit Zweifeln und Ängsten. Sie hätte sie gerne ausgesprochen aber würde es dann nicht wieder seltsam werden zwischen ihnen. Konnten sie es einfach stillschweigen und vergessen? War das die richtige Lösung? Schon bald fanden sich die Mädchen im Restaurant wieder und die Kalorien fuhren an ihnen vorbei. Man konnte am Blick des Blondchens bereits erkennen, dass sie gedanklich schon die Kalorien zählte um abschätzen zu können wie lange sie dafür trainieren musste um das wieder herunten zu haben. Alessa verzog die Lippen und ein Seufzen kam über sie. „Ich glaube danach muss man mich sowieso hier raus rollen...“ fügte Alessa hinzu und lächelte die Kellnerin an, die ihnen die Getränke servierte ehe sie ihren Blick wieder auf ihre Freundin richtete, die sich gerade das erste Tellerchen organisiert hatte. Alessa tat es ihr gleich und angelte sich ein Teller mit Avocado/Gurken Maki. „Warum muss Essen auch so schön sein...“ jammerte Alessa und goss sich sich ein bisschen Sojasauce ein. Die beiden Mädchen guckten eigentlich sonst immer genauestens darauf was sie zu sich nahmen und wieviel Sport sie trieben aber ab und an war auch ein Cheatday fällig sondern war man am Ende nur super frustriert. Die Schülerin brach ihre Stäbchen entzwei und nahm gleich einen Happen von dem Essen, schloss kurz die Augen als sie es sich auf der Zunge zergehen lies. „Auf jeden Fall.“ Stimmte sie ihrer Freundin zu. „Das Wichtigste haben wir ja schon...“ Ein Grinsen zierte die Lippen des Mädchens als sie zu Hina schielte. Hübsche Unterwäsche war einfach das A und O.

    [Irgendwo im Kloster] Cylie & Chris


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    Chris Blick ruhte auf seiner Schwester, die am Boden sah, ihre Wunde am Knie begutachtete. Er war sich nicht sicher ob es wirklich nicht so schlimm war oder ob Cylie nur versuchte die Sache zu überspielen. Sie war auf dem guten Weg Ärztin zu werden also konnte man ihrem urteil doch ganz bestimmt trauen oder? Sie würde in einer Situation wie dieser doch gewiss nicht aus Sturheit die Starke spielen. Leider hatte sie Recht. Sie durften sich jetzt hier nicht in Sicherheit wiegen. Das war nicht der richtige Zeitpunkt. Orientierungslos wanderten die grünen Augen des Studenten durch den Flur. Sie entschieden sich einfach für irgendeine Richtung, rannten so schnell es ihnen möglich war, wobei Chris durchausRücksicht auf seinen Zwilling nahm, da sie durch die Verletzung am Knie doch etwas eingeschränkt war. Überprüfend sah er immer wieder über seine Schulter um sicherzustellen, dass sie nicht verfolgt wurden, die Nonne hinter ihnen her war oder der unheimliche Typ mit dem Beil, der mindestens zwei Meter groß war. Die Beiden rannten um ihr Leben aber der Flur schien kein Ende zu nehmen - jedes Mal wenn sie an einer Ecke waren, erblickten sie nur erneut einen scheinbar endlosen Flur aber glücklicherweise hatte Cylie eine gute Idee. Sie mussten einfach durch eins der Fenster nach draußen und wenn sie erst einmal aus diesem Kloster waren war das schon die halbe Miete. Er spürte ihre kleine Hand, die sich um sein Handgelenk gelegt hatte und wie er von ihr mitgezogen wurde. Er entdeckte nun auch das Fenster am Ende des Flurs, welches schon zur Hälfte geöffnet war. bei vielen anderen Fenstern war das offensichtlich nicht möglich. Wahrscheinlich standen diese Fanatiker auf die stickige und modrige Luft hier herinnen. Das Fenster war verstaubt und offensichtlich lies es sich nur mit Mühe öffnen, denn Cylie lehnte sich erst einmal dagegen um genug Kraft aufzuwenden. Es dauerte nicht lange und seine Schwester machte sich bereit für den Sprung. Offensichtlich war es obwohl sie sich hier im Erdgeschoss befanden doch relativ hoch. Wahrscheinlich weil dieses gottlose Kloster sich irgendwo auf einem Berg befand und jemand es für eine gute Idee hielt hier einen schönen Ausblick zu haben. Während Cylie versuchte über ihren Schatten zu springen, Mut sammelte für den Sprung linste Chris nach hinten um letztendlich keine böse Überraschung zu erleben. Er glaubte sogar Schritte zu hören aber vielleicht spielte sein Kopf ihm nur einen Streich. Nach dem Erlebten wäre es nicht sonderlich verwunderlich. Die Studentin hatte den Sprung gewarnt und an dem Ächzen, dass er von den Büschen dort unten vernahm ging es ihr den Umständen entsprechend gut. Chris linste noch einmal nach hinten bevor er sich durch das geöffnete Fenster quetschte. Er war ein gutes Stück größer als sein Zwilling und hatte daher ein kleines Stückchen mehr zu kämpfen. Die Schritte, die durch den Flur hallten wurden immer lauter, kamen näher daher hatte der Student keine Gelegenheit zu zögern und sprang einfach. Unweit neben seiner Schwester kam er zum liegen, war unglücklich mitten in einem dornigen Busch gelandet, der ihm hier und da pikste und einige Schürfwunden zugezogen hatte aber ansonsten war der Student wohl auf. Chris lehnte sich zu der Kleineren. „Gehts?“ Besorgt sah er in das schmerzverzerrte Gesicht seines Zwilling, ehe sein Blick kurz in die Richtung ihres Knies gehuscht war. Cylie winkte ab und auch wenn er bereits einen stechenden Blick von hinten spürte drehte er sich kurz um und sah dort oben im Fenster das Gesicht der Nonne, die ihnen hinterher geeilt war. Chris half seiner Schwester hoch und stützte sie ein kleines bisschen damit sie nicht den Hang hinunter purzelten. Dennoch zügig versuchten die Beiden voran zu kommen aber wo zum Teufel waren sie eigentlich? Mitten im Wald. Es war schon sehr dunkel geworden. Chris drehte seinen Kopf, checkte kurz sein Handy nach Empfang. Vergebens. „Wir müssen zur Straße hoch...“ flüsterte Chris nah am Ohr seiner Schwester. „Soll ich dich tragen?“ bot er ihr an und deutete sie Huckepack zu nehmen. Fürs Erste schienen ihnen niemand zu folgen aber sicher konnte man hier nicht sein. Wahrscheinlich würden sie so noch am Schnellsten voran kommen. Tatsächlich glaubte Chris daran dass Cylie vernünftig genug war seine Hilfe anzunehmen wenn es erforderlich wäre.

    [Alex Zimmer] Alex & Yumi



    Einen Moment lang vielleicht sogar zwei wollte sie einfach so verharren – schweigend in seiner Nähe. Gar friedlich. Es wirkte fast so als hätten sie all die bösen Worte hinter sich gelassen, als hätte einer oder vielleicht sogar Beide den Resetknopf gedrückt und doch war sich die Studentin bewusst, dass sie es letztendlich zerstören würde – schon zerstört hatte - es war die Ruhe vor dem Sturm. Yumi hörte das Klopfen seines Herzen als ihr Kopf an seiner Brust lag. Es schlug schnell und unweigerlich hatte sich ihr Herz angepasst – pochte schnell weil sie wusste was folgen würde. Sie wusste was sie ihm zu sagen hatte und das machte die Sache nicht gerade besser. So war sie. Sobald man ihr zu nahe kam riss sie einen mit den Abgrund. Er legte seinen Kopf auf den ihren und sie genoss die ungewohnte Zärtlichkeit, die von Alex ausging. Sie wusste das es falsch war, so wie sie es immer wusste – sie wusste, dass sie es nicht verdient hatte und spätestens wenn sie es ausgesprochen hatte würde er sich wieder zurückziehen – die Unbeschwertheit würde schwinden, wieder Platz für Streit und Vorwürfe machen. Nur eine Sekunde länger verharrte sie, genoss es in seinen Armen zu liegen wie in einem Kokon als würde es sie vor dem Sturm bewahren, der folgen würde. Die Student schloss ihre Augen – atmete bewusst ein und wieder aus und löste sich fast schon widerwillig aus seiner Umarmung um ihn anzusehen, seine grünen Augen einzutauchen, welche abwartend über ihr Gesicht wanderten, sich wahrscheinlich schon ausmalten wie der Satz den sie begonnen hatte enden könnte. Yumi entzog sich seinem Blick, senkte den Kopf und hatte nicht die Kraft ihn anzusehen, war nicht bereit sich dem zu stellen und doch formten ihre Lippen letztendlich die Worte, die sie ihm doch irgendwie schuldig war. Die Stille, die folgte war nicht zu vergleichen mit der vorhin. Sie war erdrückend. Überdauerte. Er zog sich zurück, löste den lockeren Griff um ihre Schultern und eine unfassbare Kälte blieb an jener Stelle zurück, an der zuvor noch der Arm des Silberhaarigen um sie lag. Sie war unfähig noch etwas hinzu zu fügen aber war es überhaupt nötig? Es spielte für den Anderen doch keine Rolle warum es passiert war. Warum sie mit einem werdenden Vater ins Bett gehüpft war. Zögernd hob sie ihren Kopf an obwohl sie doch gar nicht bereit dafür war sein Gesicht zu sehen – den verurteilenden Blick – den Zorn. Und dennoch trafen sich ihre Blicke in dem Moment in dem sie eine einzige Träne ihre Wange hinab kullern spürte. Er wich ihr aus und zum zweiten Mal hatte sie das Gefühl zu fallen – zu stürzen. Yumi presste ihre Lippen aufeinander. Er entfernte sich noch weiter – lies sie allein auf dem Bett sitzen, brachte einen fast unüberwindbaren Abstand zwischen sich und die Blonde. Nach wie vor sah sie einfach nur auf die Bettdecke, krallte sich ein kleines bisschen daran fest als würde es ihr Halt geben aber letztendlich fiel sie einfach weiter. Der Schmerz in ihrer Brust raubte ihr die Luft zum Atmen. Die Erkenntnis das es unmöglich war, dass man an der Seite eines Menschen bleiben konnte wie sie es war traf sie mit voller Wucht obwohl sie sich dessen doch eigentlich längst bewusst war. Wenn man ihr wahres Ich kannte gab es niemanden der bleiben würde. Sie war zerstörerisch. Als ein Schnauben aus der Kehle des Anderen drang hob sie ihren Kopf an, sah zu dem anderen Studenten, der sich durch die Haare fuhr – irgendwie unruhig wirkte als wüsste er nicht wohin mit ihrer Information. Sie stellte sich seinem Anblick, den verschiedenen Emotionen, die sich in seinem Gesicht abspielten. Wie lange schwieg er schon? Schüttelte immer wieder den Kopf bevor ein abfälliges Schnauben über seine Lippen kam. Es kam ihr wie eine Ewigkeit vor – wie eine tickende Zeitbombe, die drohte jeden Moment zu explodieren und sie sah einfach nur zu – weil die Studentin sich vielleicht irgendwo klar war, dass sie es nicht anders verdient hatte. Sein Schweigen war vielleicht die größte Strafe. Die Unwissenheit was in ihm vorging. Der Mangel an Information. Sonderlich viel hatte er noch nie gesprochen, hatte die meiste Zeit die Dinge mit sich selbst ausgemacht. So war Alex nun einmal. Das Geräusch der vom Tisch fallenden Sachen lies Yumi zusammenzucken. Seine Faust donnerte auf den Schreibtisch und unweigerlich hatte sie den Atem angehalten, richtete den Blick ihrer blauen Augen auf ihn. Er hatte sich am Schreibtisch abgestützt, sah sie nicht an sondern fixierte den schwarzen Monitor vor sich als seine Stimme ertönte. Überrascht weiteten sich die Augen der Studentin als sie seine Worte vernahm, konnte nicht recht glauben, dass sie aus seinem Mund kamen. Ihre Lippen öffneten sich einen Spalt, wollten etwas erwidern aber es stand ihr nicht zu. Es stand ihr nicht zu auszusprechen, dass diese Verabredung sie so nervös gemacht hatte, ihr diese Verabredung doch auch wichtig war, sie aber gleichermaßen verwirrt hatte, dass sie nicht anders gekonnt hatte als ihre Sinne zu vernebeln. Es gab immer einen anderen Weg aber nicht für sie. Es war der einzige Ausweg, der für sie passte. Sie merkte, dass ihr Herz ein wenig schneller schlug als er fortfuhr und schloss zeitgleich ihren Mund, der zum Wort angesetzt hatte. Die Ehrlichkeit ihres Exfreundes überraschte sie. Die Tatsache, dass Alex einmal das aussprach was in ihm vorging irritierte die. Er spuckte ihr die Worte hin ohne sie eines Blickes zu würdigen, ohne sie anzusehen – unterbrach seinen Redefluss nur kurz für ein kurzes Auflachen. Seine Worte machten etwas mit ihr. Sie spürte ihr Herz schneller schlagen aber zugleich schmeckten seine Worte bittersüß. Warum jetzt? Warum konnte er all das nicht vorher sagen? Hätte es etwas geändert? Würden sie dann statt hier in diesem beklemmenden Zimmer zu hocken fröhlich über eine Blumenwiese hopsen? Sie Beide? Beinahe musste sie lachen aber im gleichen Moment drehte er sich um, begegnete dem Blick ihrer blauen Augen. Yumi schüttelte den Kopf, schluckte den Kloß der ihr die Kehle zuschnürte hinunter. „Es hatte nichts mit dir zu tun...“ Kam es über die Lippen der Studentin und sie lies den Blick ihrer blauen Augen über sein Gesicht wandern. „Ich dachte, dass er mir ebenbürtig wäre - gleich kaputt… gleich zerstörerisch…“ Ihr Blick war leer. „…aber im Grunde sind wir doch alle Monster in einem zivilisierten Käfig bis wir den Schlüssel gefunden haben um das Schloss zu knacken.“ Ihre Mundwinkel zuckten kurz nach oben. Sie brachte das Schlechte in vielen Menschen hervor. Kurz dachte sie an Darren, erinnerte sich an die Situation im Flur. Dachte an den Silberhaarigen, der sie mit einer Mischung aus Wut und Enttäuschung musterte. Sie war der Schlüssel – sie machte unweigerlich Monster aus den Menschen in ihrer Umgebung – zerstörte sie – brach sie. Es waren die nächsten Worte des Studenten, die sie aus ihren Gedanken rissen, die einschlugen wie eine Bombe, die das letzte Fünkchen Wärme aus ihr vertrieben. Yumi presste die Lippen aufeinander und schüttelte den Kopf als die Vorwürfe des Anderen auf sie nieder prasselten. „Glaub doch was du willst…“ kam es ihr schließlich fast schon bissig über die Lippen und wandte sich von ihm ab, lies ihre Beine aus dem Bett hängen. Ihr Blick wanderte zu der leeren Tasse Kaffee am Nachtischchen, über das Teller mit Rührei bevor sie sich wieder davon losriss – von der heilen Welt in der sie sich befunden hatten – einer Welt in der sie eine Chance gehabt hätten aber letztendlich war sie zu kaputt, hatte das Bedürfnis alles um sich zu zerstören. Sie senkte ihren Kopf und die blonden Haare fielen ihr ins Gesicht. Ihre Finger krallten sich in der Matratze fest, ließen seine Worte auf sie wirken. Die Studentin erhob sich von seinem Bett und stand ihm nun gegenüber. Lediglich ein bis zwei Meter trennte sie und doch schien die Entfernung zwischen ihnen größer denn je. Ihre blauen Augen funkelten ihn an. Sie hatte ihm die Wahrheit gesagt und nun kam er mit irgendwelchen an den Haaren herbei gezogenen Anschuldigungen an. Ein herablassender Laut verließ ihre Lippen ehe sie ihm den Rücken zukehrte und in Richtung Tür ging, die Klinke in die Hand nahm. „Es hatte auch mir etwas bedeutet…“ Sie sah über ihre Schulter, in seine Augen, die sie fixierten. Ihre Gesichtszüge waren wieder weicher - fast schon verletzlich. „...unsere Verabredung.“

    [Irgendwo im Kloster in einem geheimen Keller oder so] Cylie & Chris


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    Cylie zitterte am ganzen Körper, drängte sich ein Stück weit an ihn, legte die Hände vor den Mund. Auch wenn sein Herz mindestens genauso schnell schlug so legte er seinen Arm um den zierlichen Körper seiner Schwester, hatte aber zugleich Angst, dass das Schlagen seines Herzens sie letztendlich verraten würde. Er hielt den Atem an als eine Nonne den Raum betrat. Ihre Klamotten wirkten alt, gar zerfetzte. Chris presste seine Lippen aufeinander damit ihm nicht aus Versehen ein laut über die Lippen kam, ihr Versteck verriet und vielleicht Schlimmeres mit sich brachte. Die grünen Augen des jungen Mannes verfolgten die langsamen Schritte der alten Dame, die sich nach und nach in den Raum vor wagte. In ihrer Hand trug sie eine alte Öllampe. Der Schein der Lampe erhellte den ansonsten abgedunkelten Raum. Die Studenten beobachteten jeden Schritt der Nonne, die fast schon über den alten Steinboden zu schweben schien. Leise schlichen die Zwillinge hinter den Folterinstrumenten dahin, versuchten sich den Blicken der Nonne zu entziehen, den perfekten Moment abzuwarten um über die Treppe nach oben zu fliehen. Doch wohin dann? Weg vom Kloster aber lag es nicht letztendlich im Nirgendwo? Der Plan war noch nicht ausgereift aber im Moment war es einfach nur wichtig hier raus zu kommen. Den Rest konnten sie sich anschließend überlegen. Überleben hatte gerade oberste Priorität. Stück für Stück näherten sich die Beiden der Treppe, schlichen leise nach oben – Chris fühlte sich beinahe schon in Sicherheit gewogen da hörte er das leise Fluchen seiner Schwester hinter sich. Er stoppte, richtete den Blick seiner Augen auf das am Boden kniende Mädchen. Er sog scharf die Luft ein und zögerte keine Sekunde als sein Schwesterherz die Hand nach ihm ausstreckte. Er schnappte sich Cylies Hand und zog sie mit sich, blickte in das blasse Gesicht der Nonne, die natürlich auf die Beiden aufmerksam geworden war. „Schnell!“ wies er die andere Student an und zog sie die Treppe nach oben. Hoffentlich konnte sie laufen. Anscheinend hatte sie sich ihr Knie richtig schlimm aufgeschlagen, blutete sogar. Irgendwie schafften es die Beiden nach oben – glücklicherweise war die nächste Tür an der sie sich wiederfanden nicht abgeschlossen und so rannten die Zwillinge hindurch und Chris schlug sie mit voller Wucht hinter sich zu, lehnte sich einen Moment dagegen, damit das was sich dahinter befand zumindest ein wenig aufgehalten wurde. Schwer atmend sah er an seiner Schwester hinab. Seine Augen musterten ihr Knie. „Kannst du laufen?“ kam es ihm über die Lippen und er musterte das ängstliche Gesicht der Braunhaarigen. Sah wahrscheinlich selbst nicht besser aus. Was war die Alternative? Das er sie trug? Wenn es sein musste aber das würde sie sehr viel langsamer machen und wie lange würde er das schaffen? Cylie war zwar ein kleiner Kampfzwerg und nicht sonderlich schwer aber wie lange würde er sie tragen können? Chris riss seinen Blick von seiner Schwester los und lies seinen Blick einmal nach links und dann wieder nach rechts wandern. Sie befanden sich in einem Flur. Alt. Staubig. Uninteressant. Wie der Eingangsbereich als sie hier angekommen waren und der Student war tatsächlich froh darüber wenn man das so sagen konnte. Blöd nur, dass es hier überall gleich aussah. Welche Richtung war also die richtige und welche würde sie ins Verderben führen. Sie mussten sich schnell entscheiden denn schon bald würde die Nonne sie eingeholt haben. Es gab hier auch nichts womit man die Türe verriegeln hätte können. Erwartungsvoll sah er in das Gesicht seines Zwillings.

    [Irgendwo im Plaza – Running Sushi] Hina & Alessa



    Sie war froh als sie endlich ihre Worte wieder gefunden hatte, als sie über ihren Schatten gesprungen war und versucht hatte das aufgeregte Klopfen ihres Herzen zumindest für diesen Moment stumm zu schalten um das was zwischen ihnen stand anzusprechen. Diese bedrückte Stimmung kannte das Blondchen sonst gar nicht zwischen ihnen. Andererseits war auch nie etwas Ähnliches passiert. Immer noch klopfte das Herz der Schülerin ganz schnell wenn sie an das dachte was in der Umkleide passiert war. Was wäre wohl passiert wenn die Verkäuferin nicht gekommen wäre? Alessa war fast schon froh, dass Hina etwas hinter ihr lief damit sie ihre geröteten Wangen nicht sehen konnte, die doch praktisch schon verrieten worum sich ihre Gedanken drehten. Unweigerlich malte sich das hübsche Köpfchen des Mädchens aus was passieren hätte können aber das war ganz sicher nicht der richtige Weg um sich zu beruhigen. Alessa wusste noch nicht einmal wohin ihre Beine sie trugen. Sie hatten immerhin seit der Garderobe kein Wort gewechselt und das belastete das Mädchen doch sehr. Nervös knabberte das Blondchen an ihrer Unterlippe, hielt schließlich an und drehte sich zu ihrer besten Freundin um, die mit gesenktem Blick ein wenig hinter ihr lief. Sie hatte automatisch auch angehalten, hob ihren Kopf an und begegnete ihrem Blick. Automatisch streiften die roten Augen der Schülerin die Lippen dieses Mädchens – nur für eine winzige Sekunde – wahrscheinlich hatte sie es gar nicht gemerkt. Hina war ohnehin damit beschäftigt ihre entblößte Schulter wieder zu bedecken. Als sie ihre Freundin so ansah – wahrscheinlich nur wenige Sekunden bevor sie sie ihren Blick erwiderte musste Alessa einfach Lächeln. Sie konnte gar nicht beim Anblick dieses hübschen Mädchens. Umso mehr freute sie sich als sich auch auf Hinas Lippen ein Lächeln zauberte, sie nicht mehr so bedrückt wirkte. Alessa lauschte den Worten ihrer Freundin, musterte ihr Gesicht dabei. Sie schien verwirrt, ein wenig vielleicht sogar überfordert mit dem was passiert war aber sie bereute es anscheinend nicht. Die Augen der Blonden weiteten sich etwas. Alessa lehnte sich ein kleines bisschen in die Richtung ihrer Besten damit sie ihr ins Ohr flüstern konnte. „Es hat sich auch gut angefühlt…“ Ein Kichern drang aus ihrer Kehle und in Wirklichkeit schlug ihr Herz ganz schnell als sie ihr wieder so nahe gekommen war, sie ihre Hand ebenfalls drückte. Das Flattern ihres Herzen war neu und immer wieder dachte sie daran wie gut es sich angefühlt hatte ihr auf diese Weise nahe zu sein aber zugleich bemerkte sie wie sehr es ihre Freundin irritierte gar verwirrte. Das Lächeln auf den Lippen Alessas wurde zu einem Schmunzeln als ihre Mitschülerin davon sprach wie heiß es in der Boutique gewesen war. Das Blondchen konnte fast nicht mehr aufhören zu grinsen. „Das stimmt…“ Sie schielte zu der Anderen, die eindeutig die Ursache dafür war, dass es dort so heiß war. Gemeinsam spazierten die Mädchen wieder weiter und als Hina vorschlug etwas zu Essen. Alessa nickte kräftig und zog ihre Freundin mit sich. Glücklicherweise konnten die Mädchen noch einen guten Platz ergattern und bestellten sich gleich etwas zu trinken und als sie Platz genommen hatten und die Blonde ihren Blick über das Essen gleiten lies, dass bei ihr vorbei schipperte seufzte sie und sah zu der Anderen. „Ugh… da muss ich heute aber nochmal ein Workout machen damit sich das nicht ansetzt…“ Als die Getränke serviert wurden und Hina den Glasstrohhalm zwischen ihre Lippen klemmte musste Alessa bewusst ihren Blick von ihren Lippen losreißen. Würde es je wieder anders sein? Würde das Flattern in ihrem Bauch wieder nachlassen?

    [Irgendwo im Kloster in einem geheimen Keller oder so] Cylie & Chris


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    Es genügte ein Blick von ihr und der junge Student wusste, dass er mit beruhigenden Worten bei ihr eindeutig an der falschen Adresse war. Zumindest jetzt. Eigentlich immer. Cylie war niemand der sich so leicht von ihrem Standpunkt abbringen lies aber dennoch versuchte der junge Mann ruhig zu bleiben. Der Anblick des abgetrennten Fingers und der Blut durchtränkten Tücher machte es ihm zwar nicht sonderlich leicht aber er versuchte es zumindest und das konnte man ihm doch irgendwie hoch anrechnen. Es brachte jetzt nichts in Panik zu geraten, sich irgendwelche Horrorszenarien auszumalen oder weiß Gott was. Offensichtlich hatte es irgendwie funktioniert denn schon bald waren die Zwillinge auf der Suche nach dem Schlüssel zu der Tür, die natürlich verschlossen war. Das Herz schlug dem Dunkelhaarigen bis zum Hals. Das Adrenalin schoss durch seinen Körper und tatsächlich wurde er irgendwann fündig. Fast schon triumphal präsentierte er seinem Schwesterherz das Fundstück, zögerte aber nicht länger und schloss damit die alte Holztür auf, die auch ins Freie zu führen schien. Endlich weg von diesem gottverlassenen Ort. Vielleicht würden sie sich daheim noch einen Film angucken und konnten irgendwann darüber lachen. Okay vielleicht nicht allzu bald. Vielleicht musste noch ordentlich viel Wasser den Bach hinunter fließen aber eines Tages vielleicht. Dazu sollte es aber nicht kommen, denn der geschockte Gesichtsausdruck seiner Schwester lies den Studenten erschaudern. Eigentlich wollte er sich nicht umdrehen, er hatte jedoch kurz noch die Hoffnung, dass sie einfach einen Scherz aus der Situation machte aber so durchtrieben war wohl nicht einmal Cylie. Außerdem hielten sich auch ihre schauspielerischen Fähigkeiten in Grenzen. Fast in Zeitlupe drehte er sich also wieder um und musste den Kopf in den Nacken legen da vor ihm ein Mann in die Höhe ragte der zuvor noch nicht da stand. Nun wich auch jegliche Farbe aus dem Gesicht des jungen Mannes. Die zerfetzte Kleidung des Fremden fiel ihm nicht auf. Viel mehr fiel ihm das Beil auf, welches er in der Hand trug oder die auffälligen roten Flecken, die seine Klamotten zierten. Farbe war das bestimmt nicht. Unweigerlich duckte sich der Dunkelhaarige als der Mann den Arm hob in der er das Beil trug. Chris merkte schon wie das Leben an ihm vorbei lief, glaubte eigentlich jede Sekunde ein Beil in den Kopf getrieben zu kriegen als sein Name ertönte und er sich automatisch duckte als seine Schwester irgendetwas Undefinierbares in Richtung des Mannes schleuderte. Ein Brüllen drang aus der Kehle des Großgewachsenen und er schüttelte sich während die Zwillinge die Beine in die Hand nahmen und um ihr Leben rannten. Sie liefen den Tunnel zurück und als sie vor einer Kreuzung standen zog Chris nur irritiert die Augenbrauen zusammen. Der Student atmete schwer, sah in alle Richtungen, zuletzt auch hinter sich weil er jeden Moment damit rechnete, dass der Hausherr sich revanchieren wollte. Er erinnerte sich nicht, dass es drei Wege gab. Eigentlich dachte er es hatte immer nur einen gegeben. Chris schnappte sich die Hand der Anderen und zog sie mit sich in den mittleren Gang. Wenn sie nicht offensichtlich abgebogen waren konnte es die einzige Option sein, richtig? Chris sprintete um sein Leben und zog seine Schwester mit sich aber offensichtlich war es nicht der richtige Weg. So weit waren sie vorhin nicht gegangen oder? Er schnappte nach Luft. In der Ferne konnte man erkennen, dass der Tunnel sich weitete - ein weiterer Raum? Vielleicht war es wirklich der aus dem sie gekommen waren aber je näher sie kamen desto deutlicher wurde das es nicht der Raum war. Vielmehr fanden sich die beiden Studenten in einer Art Folterkeller wieder. Alte Relikte, schon lange nicht mehr in Verwendung und doch wurde dem jungen Mann irgendwie ganz anders bei dem Anblick. Er hielt nach wie vor die Hand seiner Schwester. "Dort!" Er hielt seine Stimme gedeckt da er nicht unbedingt Aufmerksamkeit erregen wollte, deutete aber auf eine Steintreppe die offensichtlich nach oben führte. Gerade wollte er darauf zu rennen, der Freiheit so nahe als er Schritte vernahm die anscheinend genau von eben jener Treppe zu kommen schienen. Die grünen Augen des Zwillings weiteten sich. Das konnte nicht sein. Das war nicht möglich. Er presste die Lippen aufeinander. Außer er war nicht allein. Chris zog sein Schwesterherz hinter die Streckbank und deutete ihr sich hinzuhocken. Die Taschenlampe am Handy abgeschalten und er deutete Cylie ruhig zu sein indem er einen Zeigefinger auf seine Lippen legte, den Blick auf die Steintreppe gerichtet, von der sich Schritte näherten...

    [In einer Boutique] Hina & Alessa - irgendwo im Plaza



    Schwer atmend sahen sie einander an. Alessas Herz klopfte wie wild in ihrer Brust. Immer noch schnell vor Aufregung. In ihrem Bauch flatterte es und es wollte einfach nicht aufhören. Das Blondchen presste die Lippen aufeinander, spürte nach wie vor noch ihre Lippen auf den ihren - so leidenschaftlich und verlangend. Spürte nach wie vor die Stellen an denen ihre Hände sie verwöhnt hatten. Zum Glück hatte Hina ihre Stimme wieder gefunden denn Alessa war noch nicht bereit die Frage der Verkäuferin zu beantworten falls es denn überhaupt eine Frage war. Genau genommen hatte die Schülerin nicht einmal wahrgenommen was sie überhaupt von ihnen gewollt hatte. Eigentlich hatte das Mädchen alles andere um sich herum ausgeblendet gehabt. Sie stand noch immer ein wenig neben sich, bemerkte erst nicht, dass sich Hina wieder ein Stück von ihr entfernt hatte und der gelöste BH zu Boden glitt. Erst als sich die Andere entschuldigte hob das Blondchen den Kopf wieder an, erhaschte nur noch einen Blick auf ihren Rücken, da sich Hina abgewandt hatte. Alessa öffnete ihre Lippen einen Spalt, schloss sie aber wieder als eine Unsicherheit ihr Herz ergriff. Dabei standen so viele Fragen zwischen ihnen. Sie waren beste Freundinnen. Sie erzählten einander alles. Sie hatten keine Geheimnisse voreinander oder etwa doch? Im Normalfall würde sie Hina um Rat fragen aber was machte man wenn es eben jene Person betraf, mit der man sonst alles teilte, die einen zur Seite stand. Auch Alessa drehte sich um zog sich wieder ihren BH an und ihren rosafarbenen Pulli, schnappte sich ihre Sachen und versuchte das Chaos in sich ein kleines bisschen zu ordnen aber es war nicht möglich. Die Blonde sah zu ihrer Freundin, sie sich offensichtlich auch wieder völlig bekleidet hatte. Konnte sie einfach nach ihrer Hand greifen oder war das jetzt merkwürdig. Alessa schwieg, zog den Vorhang zur Seite als auch Hina bereit schien. Sie begaben sich zur Kasse. Schwiegen Beide. Es war untypisch für die beiden Mädchen. Normalerweise hatten sie einander immer etwas zu erzählen, etwas zu bequatschen und jetzt wo es eigentlich mehr den je zu bereden gab schwiegen sie? Eine nach der Anderen bezahlte für die schönen Stücke und mit den Tüten bewaffnet verließen sie die beiden Freundinnen die Boutique. Normalerweise hätte sie nach Hinas Hand gegriffen, hätte sie gedrückt aber war es jetzt noch in Ordnung nach dem was passiert war? was war eigentlich passiert. Die Situation wirkte noch immer nach. In ihrem Bauch kribbelte es wenn sie daran dachte was passiert ist. "Hina..." kam es schließlich über die Lippen der Blonden und sie hielt an, hob ihren gesenkten Blick und begegnete den ihren. "... es gibt nichts was dir Leid tun muss..." Ihre Mundwinkel zuckten nach oben und sie schenkte der Blonden ein Lächeln. Ihre Freundschaft konnte so etwas doch überstehen nicht wahr? Sie war stärker als alles Andere. Alessa griff nach der Hand ihrer Freundin und drückte sie.

    [Irgendwo im Kloster in einem geheimen Keller oder so] Cylie & Chris


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    Er hatte schon mit dieser Antwort gerechnet und lächelte seine Schwester deshalb zuckersüß über seine Schulter an. "Das kann ich nur zurückgeben." Seine Mundwinkel zuckten noch weiter nach oben bevor er seinen Blick wieder nach vorne richtete, die Mundwinkel wieder der Schwerkraft folgten und der Student dem Licht der Taschenlampe auf seinem Handy. Er hörte die Schritte seiner Schwester hinter sich, sah das Licht ihres Handys, welches einmal wild in die Richtung leuchtete und anschließend in die andere. Manchmal offenbar sogar zurück aus Angst Jemand oder Etwas konnte sie verfolgen. Chris schmunzelte. Hatte da Jemand zu viele Horrorfilme geguckt? Früher hatten sie das oft zusammen gemacht wenn ihre Eltern nicht Zuhause waren. Irgendwie eine schöne und zugleich traurige Erinnerung. Der Student hob seine Augenbrauen als Cylie verkündete, dass sie schon erwartet hatte, dass er sie heimsuchen würde. Sie kannten einander. Daran hatte wohl auch die Distanz, die sie in den letzten Jahren aufgebaut hatten nichts geändert. "Ugh...keine Sorge..." Angewidert verzog Chris das Gesicht als seine Schwester ihn davor warnte sie nicht beim Duschen heimzusuchen. Die Witzelei der beiden hatte jedoch vorerst ein Ende, als sie sich in dem Raum umsahen, der sich nun vor ihnen präsentierte. Die grünen Augen des Studenten suchten das verstaube Ambiente ab, dachte erst der Raum wäre mindestens gleich langweilig wie der vorhin aber offensichtlich hatte er sich getäuscht. Es kam der Moment in dem er sich gewünscht hätte, dass der Raum ebenfalls so langweilig war. Der Blick des jungen Mannes wanderte auf das Glas in der Hand der Studentin und er verzog ein wenig angewidert das Gesicht als sich das eingelegte Ding wohl als Innereien herausstellte. Aber das waren doch gewiss die Innereien eines Tieres, nicht wahr? Es war ganz und gar unmöglich, dass es sich um menschliche Dinge handeln konnte. "Ja bestimmt..." stimmte Chris seiner Schwester zu. Tatsächlich war es sein erster Gedanke gewesen. Was sonst? Ein verrückter Mörder, der Menschen schlachtete und sie auseinander nahm? Das die alte Frau im Bus doch Recht gehabt hatte. Es gab doch mal diese Morde im Kloster...oder? Es würde nichts bringen sich jetzt verrückt machen zu lassen und deswegen atmete der junge Mann einmal kräftig durch ehe dem Hinweis seiner Schwester folgte. Zögernd weil er bereits an ihrer Stimme erkannte, dass ihre Entdeckung ihn wohl nicht sonderlich freuen würde aber die Augen davor zu verschließen brachte wohl auch relativ wenig. Seine Augen weiteten sich ein wenig als er den abgetrennten Finger am Boden liegen sah. Sein Puls beschleunigte sich aber er versuchte ruhig zu bleiben. Die Nerven zu schmeißen brachte sie jetzt nicht weiter. Der Anblick der Blut durchtränkten Lappen machte es ihm ein wenig schwer. Cylie sah ihn mit großen Augen an. Die Angst spiegelte sich in ihnen wieder aber noch bevor er irgendetwas sagen konnte hörte auch er das dumpfe Geräusch welches aus dem Tunnel zu kommen schien. Es hörte sich eventuell ein wenig nach einer Geheimtür an, die gerade zugeworfen wurde. Eben jenen Gedanken sprach Cylie auch im nächsten Moment aus. Chris sah in Richtung Tunnel aber konnte selbstverständlich nichts erkennen. "Es gibt bestimmt eine ganz logische Erklärung für all das..." beruhigte er seine Schwester. Bestimmt spielten ihnen nur ihre Köpfe einen Streich, glichen diese Situation an eine ähnliche Situation aus einem Horrorfilm an und ließen sie den Verstand verlieren. "Lass uns mal nachsehen ob es vielleicht noch einen Ausgang gibt." Er versuchte ruhig zu bleiben, war sich allerdings nicht sicher wie gut er darin war die Rolle des Vernünftigen zu spielen. Schauspiel war noch nie etwas für das er sich sonderlich interessiert hatte. Chris sah sich ein wenig im Raum um und entdeckte tatsächlich noch eine Tür. Langsam näherte er sich der der alten Holztür und drückte die Türklinke ohne weitere Umschweife hinunter. Nichts. Sie war verschlossen. "Scheiße..." fluchte der Student und sah sich mit dem Handy in der Hand schließlich noch weiter um. Irgendwo musste es doch einen Schlüssel geben. Widerwillig durchsuchte Chris die Schränke und Kommoden. Fand erst nicht das was er finden wollte - vielmehr Dinge, die er eigentlich gar nicht sehen wollte wie irgendwelche Werkzeuge um Dinge zu sezieren oder auseinander zu nehmen aber letztendlich fand er einen Eisenschlüssel der wirklich so aussah als könnte er zu der Tür passen. Ohne zu zögern, ohne die Worte seiner Schwester, die ihn gerade als Idiot beschimpft hatte richtig wahrzunehmen trat der Student an die Tür und steckte den Schlüssel ins Schloss und tatsächlich lies er sich herumdrehen und mit einem Ruck öffnete Chris auch besagte Tür. Ein Blick durch die Tür verriet ihm, dass diese nach draußen führte. Nur noch ein paar wenige Treppenstufen nach oben und sie waren im Freien. er drehte sich zu Cylie um. "Komm. Verschwinden wir..." Die Augen seiner Schwester wurden immer größer, irgendwie war ihr auch jegliche Farbe aus dem Gesicht gewichen. "Cylie...?" Langsam drehte sich der Student wieder um und vor ihm stand ein groß gewachsener Mann.

    [In einer Boutique] Hina & Alessa



    Das Lachen ihrer Freundin hinterließ ein Kribbeln in ihrer Magengegend und sie grinste kurz als da wieder das selbstbewusste Mädchen war, dass ihr Kompliment annahm, ihr sogar Recht gab. Alessas Augen funkelten beim Anblick ihres lachenden Gesichts. Sie strahlte und automatisch bildete sich auch auf ihren Lippen ein lächeln bevor sie den Abstand zwischen sich und ihrer Freundin verringerte, ihr einen Kuss auf die Wange drückte nur um nach einem kurzen Zögern ihre weichen Lippen zu küssen. Alessa hatte ihre Augen geschlossen, ihre Hand in den Nacken ihrer Freundin gelegt um sie ein klein wenig an sie zu ziehen, sie besser zu spüren. Ihr Herz klopfte schneller als das Blondchen spürte, dass sie ihren Kuss erwiderte, ihre Hand ein wenig drückte. Sie wollte mehr, bekam nicht genug von den Lippen dieses Mädchens, wollte schon in der Sekunde in der sie sich von ihr löste, wieder ihre Lippen auf die ihren drücken aber dieses neue Gefühl verwirrte sie ein wenig. Es war nicht ihr erster Kuss, es war auch nicht das erste Mal, dass es mit einem Mädchen passierte aber es war das erste Mal, dass damit so ein Herzklopfen einherging. Das hatte Alessa bisher nur ein anderes Mal gespürt. Bei dem dunkelhaarigen Studenten aber war es wirklich das gleiche Gefühl. Irgendwie kam es ihr bei Hina anders vor - vertrauter? Lag es daran das sie sich schon so lange kannten? Aber warum war es plötzlich anders? Fast schon unsicher wanderte der Blick ihrer roten Augen über das Gesicht des Blondchens als sie ihren Kopf senkte, ihrem Blick auswich. Kurz beschlich Alessa die Angst zu weit gegangen zu sein, etwas getan zu haben was ihre beste Freundin nicht wollte. Sie hatte ihre Lippen einen Spalt geöffnet um sich bei ihr zu entschuldigen. Soweit sie wusste hatte Hina bisher noch nie etwas mit einem Mädchen gehabt, oder? Sie erzählten sich immerhin alles, hatten keine Geheimnisse voreinander und doch fürchtete Alessa kurz, dass nur sie dieses Kribbeln im Bauch spürte. Zögernde Worte kamen über die Lippen ihrer Freundin und einen Moment sah Alessa sie irritiert an, ehe sie lächelte. So unsicher kannte man die Schülerin gar nicht. Normalerweise war Hina relativ taff oder versteckte ihre Unsicherheit gerne Mal vor Anderen. Irgendwie machte es Alessa glücklich, dass nur sie hinter diese Fassade sehen konnte auch wenn die Unsicherheit ihrer Besten selbstverständlich völlig unbegründet war. "Natürlich..." Automatisch wanderten die roten Augen des Mädchens über das hübsche Gesicht ihrer Freundin aber huschten doch wieder kurz nach unten zu ihrem entblößten Oberkörper. Langsam hob Hina ihren Arm an, führte Alessas Hand mit sich und legte sie auf ihre Brust. Die Schülerin spürte die weiche Haut der Anderen unter ihren Fingerkuppen. Ihre Blicke trafen sich kurz aber es genügte um zu wissen, dass Hina das gerade genauso wollte wie sie. Dennoch zögernd streichelte die Schülerin die wohlgeformte Brust der Anderen, spürte wie sich ihre Brustwarzen unter ihrer Berührung aufrichteten spielte ein kleines bisschen mit den Brustwarzen des Mädchens aber kam nicht lange in den Genuss, da Hina ihre Lippen auf die ihren drückte - forscher - drängender als sie es zuvor getan hatte. Alessa wurde gegen die Wand der Garderobe gedrückt aber erwiderte den Kuss der Anderen, legte ihre freie Hand an das Gesicht des Mädchens und gab sich der Liebkosung hin. Ein wohliges Seufzen drang aus der Kehle Alessas zwischen den leidenschaftlichen Küssen, die sie austauschten, während die andere Hand ihre Brust massierte. Zugleich spürte sie wie sich die Hände der Anderen auf Wanderschaft begaben, ein Prickeln auf ihrer Haut hinterließ. Zaghaft streifte Alessas Zunge die Lippen ihrer Freundin, verlangte nach Einlass, den sie ihr auch gleich gewährte damit sich ihre Zungen im nächsten Moment ein wenig necken konnten. Der Atem der Schülerin hatte sich beschleunigt, wie das Kribbeln, welches ihren ganzen Körper erfasst hatte. Die Finger ihrer Freundin liebkosten ihre Brüste und unweigerlich drang ein leises Stöhnen aus Alessas Kehle, während sich auf ihre Wangen ein Rosaschimmer gelegt hatte. Es fühlte sich so aufregend an, neu aber doch vertraut. Schwer atmend lösten sich die Lippen der Mädchen voneinander. Ihre Blicke trafen sich aber bevor Irgendjemand etwas sagen konnte ertönte con draußen die Stimme der Verkäuferin, die sich erkundigte ob bei den Beiden alles in Ordnung war oder ob sie ihnen vielleicht eine andere Größe bringen sollte.

    [Irgendwo im Kloster in einem geheimen Keller oder so] Cylie & Chris


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    Den bissigen Kommentar seiner Schwester ignorierte der junge Kerl gekonnt. Frech streckte sie ihm die Zunge dabei heraus um den Sarkasmus ihres Kommentars zu unterstreichen auch wenn dies durchaus nicht notwendig war. Seine grünen Augen funkelten sie stattdessen einen Moment an, ehe er sich daran machte in die düstere Luke hinab zu steigen. Noch bevor Cylie ihn vorschicken konnte war er bereits drauf sein Handy zu zücken um etwas Licht in die Dunkelheit zu bringen. Die vereinzelten Staubpartikel tanzten im Schein des Lichtes und der Student musste husten als wohl einige davon sich in seine Atemwege geschlichen hatten. Cylie folgte ihn auf Schritt und Tritt, holte ebenfalls ihr Handy zu Hilfe. Der Raum, den die Beiden entdeckten versprach nicht sonderlich viel - selbst bei genauerer Untersuchung fanden die Geschwister nicht mehr als unnötiges und verstaubtes Gerümpel. Was jedoch wesentlich interessanter war ( zumindest für sein Schwesterherz) war der Tunnel, der von diesem Raum wegführte, der offensichtlich doch recht weitläufig war, da man selbst mit der Taschenlampe nicht sein ende erblicken konnte. Gerade wollte Chris sich seiner Schwester zuwenden um ihr zum wiederholten Male vorzuhalten, dass der Kinobesuch die bessere Option gewesen wäre, da ertönte ein Geräusch aus der Ferne - offensichtlich aus dem Tunnel. Chris richtete seinen Blick wieder in diese Richtung, leuchtete auch mit der Taschenlampe seines Handys aber konnte beim besten Willen nichts erkennen. Selbstverständlich wollte Cylie dem Geräusch auf den Grund gehen und beinahe hätte der Zwilling genervt mit den Augen gerollt. Stattdessen entkam ihn nur ein Seufzen als er in ihre Richtung schielte. "Wenn es darauf ankommt würdest du mich opfern, hm?" Eine unnötige Frage und ohne länger zu zögern setzte sich Chris in Bewegung - schlenderte durch den Tunnel - gefolgt von seiner Schwester, die sich vielleicht auch ein wenig hinter ihm versteckte - ganz unauffällig natürlich. Wahrscheinlich waren es ohnehin nur Ratten die Ursache für das seltsame Geräusch. Es wimmelte hier vermutlich von diesen Viechern, welche die alten Gemäuer zu ihrem Zuhause gemacht hatten. Chris betrachtete die Situation relativ nüchtern aber es konnte bestimmt nicht schaden seinem Schwesterherz ein kleines bisschen Angst zu machen. "Ich würde dich als Geist heimsuchen nur das du es weißt..." Ihre Schritte hallten im Tunnel ein kleines bisschen. Immer wieder ertönte ein Geräusch, die beiden Studenten konnten es allerdings nicht wirklich zuordnen aber offenbar kamen sie der Ursache immer näher. Chris vermochte nicht mehr zu sagen wie weit sie gegangen waren aber irgendwann sahen sie in der Ferne ein Licht. Wohin führte dieser Tunnel und warum gab es ihn überhaupt? Chris behielt seine Fragen für sich. Am Ende würde Cylie sich nur lustig machen und ihn fragen ob er denn Angst hatte um ihre eigene zu überspielen. Die Geräusche waren verstummt und letztendlich fanden sich die beiden Geschwister in einem Raum wider, der von einer kleinen Laterne erleuchtet wurde. Offensichtlich war das Kloster doch nicht unbewohnt oder wer hatte diese Laterne angelassen? Relativ nüchtern lies Chris seinen Blick über die Regale wandern, die an der Wand standen. Er verzog sein Gesicht. Irgendwelche ekelhaften eingelegten Sachen fanden sich in den Gläsern wieder. Ein mulmiges Gefühl machte sich in seiner Magengegend breit als er sein Handy wegsteckte und sein Blick über einen alten Holztisch wanderte auf dem eine Art Beil lag. War das Blut auf der Klinge? Dafür gab es bestimmt eine vernünftige Erklärung. Ein Jäger vielleicht oder so. Chris drehte sich zu seiner Schwester um, der diese Sachen anscheinend noch nicht aufgefallen waren. "Lass uns lieber gehn..."



    [In einer Boutique] Hina & Alessa



    Alessa konnte nicht anders als ebenfalls zu grinsen als Hina darauf anspielte, dass es ihnen rein theoretisch möglich wäre den ganzen Laden aufzukaufen. Beide hatten die Kreditkarte ihrer Väter dabei. Bisher hatten sie sich noch nie über die Eskapaden ihrer Töchterchen beschwert und die Blondchen waren nicht gerade sparsam damit umgegangen. Es war klar, dass sie sich so die Liebe der Mädchen erkaufen wollten - ihre Abwesenheiten in so manchen Lebenssituationen ausgleichen wollten und offensichtlich funktionierte das nur zu gut. Sonderlich traurig waren Hina und Alessa über diese Art der Aufmerksamkeit nämlich nicht. Ab und an wünschte sich alessa wieder, dass ihr Papa wieder hier wäre aber wo sollten sie dann die ganzen Partys feiern? Bestimmt wäre er auch nicht amüsiert über diversen Besuch in ihrem Schlafzimmer und alles wäre wieder unheimlich kompliziert. So versuchte die Schülerin einfach das Beste daraus zu machen. Wenn sie sich mal allein fühlte wandte sich Alessa einfach an ihre beste Freundin. Da sie sowieso die meiste Zeit miteinander verbrachten blieb da gar nicht viel Zeit um sich allein zu fühlen. Alessas Herz schlug ein kleines bisschen schneller als Hina sie mit Komplimenten überhäufte als sie ihr das hübsche Teil an ihrem Körper präsentierte. "Aww du bist so süß..." kam es über die Lippen des Mädchens als Hina sie so lobte und sich schließlich mit einem Schmollmund daran machte wieder aus dem hübschen Dessous zu schlüpfen. Fast schon als wollte sie es gar nicht mehr hergeben und wahrscheinlich war es auch genau so. Sie kannte dieses Mädchen doch. Aber bestimmt stand ihr auch das nächste Stück einfach fabelhaft. Alessa konnte sich nicht erinnern wann Hina jemals etwas nicht gestanden hatte. Gedankenverloren wanderte ihr Blick wieder zu ihrer Freundin, die sich gerade aus dem Dessous schälte und unweigerlich blieb ihr Blick an ihrem nackten Oberkörper hängen, ihren perfekt geformten Brüsten, die sie gerade entblößt hatte. Ein nervöses Kribbeln machte sich in dem Mädchen breit und als ihr bewusst wurde, dass sie Hina noch immer musterte färbten sich ihre Wangen ein kleines bisschen rosa und sie senkte ihren Blick, versuchte bereits im nächsten Moment schon wieder einen Blick zu erhaschen. "Eigentlich..." kam es Alessa über ihre Lippen als sie den Blick ihrer Freundin im Spiegel begegnete. "...siehst du auch ohne Unterwäsche unglaublich aus." Ein leises Kichern glitt über die Lippen des blonden Mädchens als sie sich Hina wieder ein Stück näherte, ihr die Haare zur Seite strich und sich kurz auf die Unterlippe biss, bevor ihre Hand die ihrer Freundin ergriff und sie langsam in ihre Richtung drehte. "Was ist dein Geheimnis? Machst du heimlich ohne mich Workouts?" Alessa musterte den flachen Bauch ihrer Freundin und verschränkte ihre Finger mit den ihren während ihre andere Hand am Arm ihrer Freundin nach oben strich und ihre Lippen einen Schmollmund formten ehe sie mit einer einzelnen Haarsträhne spielte bevor sie sich in ihre Richtung lehnte und ihr einen Kuss auf die Wange gab - nur ganz flüchtig doch bevor sie sich wieder von Hina entfernte begegnete sie den Blick ihrer grauen Augen und sie zögerte nur kurz als sie ihre Lippen kurz auf die der Anderen legte. Kurz, flüchtig und doch fühlte es sich anders an als ihre sonstigen Küsse. Was hatte sich geändert? Ihre Lippen fühlten sich so weich an und ihr Herz klopfte schneller, ganz aufgeregt als wäre es der erste Kuss. Der Duft ihres Parfums hing ihr in der Nase als sich Alessa wieder von den Lippen ihrer Freundin löste