Beiträge von Zyprim

    [Im Weinkeller] Chase, Hina & Alessa



    Neugierig funkelten die grauen Augen ihrer besten Freundin, als sie Alessas Aufregung gesehen hatte. Sie konnte sich kaum noch einkriegen aber wahrscheinlich wäre es ihr an Hinas Stelle auch nicht anders ergangen. Neueste Männerbekanntschaften waren schließlich immer ein heißes Thema bei den Freundinnen vor allem im Anbetracht der Tatsache um was für einen atemberaubenden Kerl es sich in diesem Fall handelte. Der Blick ihrer roten Augen verharrte noch eine Weile auf dem Foto, welches Georgina ihr geschickt hatte. Wie gerne hätte Alessa jetzt mit diesem Miststück getauscht aber nein sie saß stattdessen hier in der Pampa fest. Wahrscheinlich noch eine halbe Ewigkeit und es würde einfach stinklangweilig werden soviel war jetzt schon sicher und dabei waren sie erst wenige Minuten hier. Hina stellte gleich wilde Vermutungen an und als die Blonde die Vermutung anstellte, der Namenlose hätte ihr ein Bild von seinem besten Stück geschickt, musste Alessa herzhaft lachen. So bescheuert waren doch bestimmt nur die Jung in ihrem Alter aber der Dunkelhaarige war da ganz anders. Immerhin war er Student. Selbstverständlich machte das nicht immer einen Unterschied aber im Köpfchen des Blondchens lagen da Welten dazwischen. Selbstverständlich gab es auch in ihrem Alter einige Ausnahmen. Ihr Blick wanderte kurz in die Richtung ihrer männlichen Begleitung, während Hina mit offenem Mund das Bild auf ihrem Handy musterte. Ein Grinsen schlich sich auf die Lippen der Schülerin als sich ihre Blicke trafen als wollte sie sagen: Hab ich zuviel versprochen? Aber ihre Freundin hatte Recht. Das war ein privates Thema, welches sie noch zu einem anderen Zeitpunkt ausführlich diskutieren mussten, da Alessa ihren männlichen Mitschüler so einschätzte, dass er gerne das Objekt der Begierde was und ungern die zweite Geige spielte. Da hatten die Drei auf jeden Fall etwas gemeinsam. Es schien ihn nichts auszumachen, dass er den ersten Schritt in die Höhle des Löwens wagen musste, Entweder er war wirklich ein gutes Stück mutiger oder aber er versuchte den beiden Mädchen etwas zu beweisen. So oder so folgten die beiden Freundinnen ihm nur widerwillig, da der muffige Geruch, das Ungeziefer und die Dunkelheit doch etwas abschreckend waren. Die Chance auf Alkohol lies sie jedoch darüber hinwegsehen. Sie konnten entweder jetzt über ihren Schatten springen oder aber vor Langeweile sterben. Schließlich brachte Hina doch etwas Licht in die Dunkelheit aber sonderlich erleuchtend war das auch nicht. Die roten Augen Alessas suchten den Keller ab und ihr Blick glitt über vereinzelte Fässer, die vermutlich mit Wein gefüllt waren aber das konnte doch nicht alles sein. Schließlich kam die kleine Gruppe vor einer verschlossenen Tür zum Stehen und dem namenlosen Kerl sei Dank wussten sie auch bald, dass sie an ihrem Ziel angekommen waren. Zwischen ihnen und dem Alkohol war also nur noch diese Türe. Das konnte doch jetzt wohl nicht wahr sein. Alessa verschränkte ihre Hände vor der Brust. So nah und doch so fern doch offenbar hatte der selbsternannte Ritter noch ein Ass im Ärmel und schaffte es doch glatt mit Hinas Haarnadel das Schloss zu knacken. Beeindruckt richtete Alessa den Blick ihrer roten Augen auf ihn und ein Grinsen zierte die Lippen des Mädchens als er mit einem triumphalen Lächeln in die Richtung der beiden Freundinnen blickte. "Wow...also..." sie machte eine kurze Pause, da sie immer noch nicht glauben konnte, dass er ihnen gerade ganz offensichtlich diesen Schulausflug gerettet hatte. "...das war riiiiichtig sexy." Alessa näherte sich schließlich der Tür, hinter welcher der heiß ersehnte Alkohol darauf wartete von ihnen verköstigt zu werden. Schließlich schob das Blondchen die Tür auf, welche ein unheimliches Knarzen von sich gab aber gleich im nächsten Moment zahlreiche Weinflaschen Preis gab. "Offensichtlich bist du sehr geschickt mit den Händen..." Sie sah direkt in die Augen ihres Begleiters bevor sie sich wieder abwendete und als Erste in den Raum trat. Mit einem Lächeln auf den Lippen drehte sich das Mädchen im Kreis und warf die Hände enthusiastisch in die Luft. "Das ist ganz offiziell unsere Rettung..." Ohne Umschweife griff Alessa nach einer x-beliebigen Weinflasche und wischte mit angeekeltem Gesichtsausdruck den Staub davon. Es interessierte sie nicht aus welchem Jahr das Gesöff war oder von welcher Traube. Wichtig war einfach nur das es Alkohol enthielt und mit einer einfachen Drehbewegung war die erste Flasche geöffnet. "Auf einen vielleicht doch nicht so uninteressanten Schulausflug..." Ein Lächeln zierte ihre geschminkten Lippen als sie die beiden Anderen anfunkelte. Das Blondchen hielt die Flasche in die Höhe, ehe sie einen kräftigen Schluck daraus nahm und sie weiter an Hina reichte. Es war nicht das beste was sie jemals getrunken hatte, nicht einmal annähernd aber wenn sie genug davon trinken würden, würde auch das irgendwann schmecken oder sie würden zu betrunken sein um überhaupt noch etwas zu schmecken.

    [An einem Tisch] Micah & Dolce


    hmforever.de/index.php?attachment/3090/


    Sie sah ihm wortlos hinterher, wie er sich durch die vereinzelten Tische schlängelte und schließlich durch die Tür zur Taverne trat. Keine Regung zeigte sich im Gesicht des Elfenmädchens und es kam der Rosahaarigen gar nicht erst in den Sinn ihm zu folgen, ihn von seinem Vorhaben abzubringen, ihn gar zu bitten er möge doch noch länger hier an ihrer Seite verweilen. So jemand war Dolce nicht. Sie akzeptierte stattdessen das Geschehene und führte ihre Tasse Tee an ihre Lippen. Sie nahm lediglich einen kleinen Schluck davon, da er immer noch ziemlich heiß war. Das Heißgetränk hatte auch keine Gelegenheit gehabt abzukühlen, da die Konversation mit Dylas nicht von Dauer gewesen war. So oder so musste die Elfe etwas zu sich nehmen und da sie keine weitere Zeit mit dem Zubereiten eines Gerichts verschwenden wollte, wäre sie letztendlich wohl ohnehin hier in der Taverne gelandet. Die Gesellschaft von so vielen Menschen war ihr zuwider und für gewöhnlich wählte die Rosahaarige einen Zeitpunkt an dem weniger los war aber heute war ohnehin alles ein klein wenig anders. Erneut nahm Dolce einen Bissen von dem leckeren Erdbeerkuchen vor ihr auf dem Teller. Er war so unglaublich köstlich und süß. Für einen Moment schloss die Elfe unachtsam ihre Augen und gab sich dem Genuss hin als schließlich eine sanfte Stimme an ihr Ohr drang und da war auch wieder eine außergewöhnliche Aura, die offenbar von dem Besitzer der Stimme ausging. Dolce schlug die Augen auf und sah direkt in die blauen Augen eines Blondschopfs. Einen Moment musterte sie den Fremden, der sich offenbar zu ihr an den Tisch setzen wollte. Ihre Lippen blieben stumm und als sich ihr Blick wieder von ihm los riss wanderte er durch die restliche Taverne, die doch sehr gefüllt war und kaum andere freie Plätze übrig hatte auf die sie den Blonden verweisen hätte können. Sie würde ohnehin nicht mehr lange bleiben und sie musste letztendlich nicht miteinander reden. Ein ungutes Gefühl machte sich in der Elfe breit, dass sie wohl nicht drumrum kam. Er wirkte wie ein offener Mensch, der nicht einfach schweigend neben jemanden sitzen würde. Er würde über das Wetter plaudern oder sonstige uninteressante Dinge. Vielleicht würde sie sich darauf einlassen aber eher nicht und letztendlich würden sie wieder getrennte Wege gehen. So war es doch immer. Wann hatte sie eigentlich angefangen sich gegenüber Anderen so sehr zu verschließen? Eigentlich war sie schon immer so gewesen und es war ihr immer noch unbegreiflich wie Pico letztendlich zu ihr durchgedrungen war. Schließlich nickte Dolce nur stumm um die Frage des Namenlosen zu beantworten bevor sie einen erneuten Schluck von ihrem Tee nahm. Er hatte sie auch. Eine interessante Aura umgab ihn. Etwas Magisches. Wie auch bei Dylas. Ihre Augen richteten sich wieder auf den Neuankömmling. Irgendetwas war anders an ihm. Anders als an all den anderen Menschen in dieser Taverne.

    Ich melde mich dann mal abwesend, da ich jetzt die nächsten Tage Dienst habe und am Freitag gehts gleich in aller Früh nach dem Nachtdienst los in Richtung Frankfurt zur Buchmesse ♡

    [Bergspitze] Darren & Yumi



    Natürlich blieb ihr nicht verborgen auf was oder besser gesagt wen er mit seinen Worten anspielte und er machte auch kein Geheimnis daraus als er sie mit einem breiten Grinsen musterte und eine kleine Verbeugung andeutete als sie ihn für seinen Scharfsinn beglückwünschte. Sie spürte wie der Alkohol ihre Sinne vernebelte, sie seine Hand drückte weil er sie ein Stück weit stützte und sie ihn. Der Weg war schmal und stellenweise holprig aber wahrscheinlich war es gerade der Alkohol in ihrem Blut, der die Beiden nicht darüber nachdenken lies, dass es in ihrem Zustand vielleicht auch nicht gerade ungefährlich war den Berg zu erklimmen. Schlussendlich hatten es die beiden Studenten doch geschafft und hatten sogar ein ruhiges Plätzchen ergattert. Gedankenverloren sah sie in den Himmel, genoss den Anblick der abertausenden kleinen Lichter, die das Himmelszelt spickten. Ihre Mundwinkel hoben sich. Ein schönes Fleckchen Erde, abseits der Menschenmasse. Eine ungewohnte Stille, die man nicht an vielen Orten genießen konnte. Darren richtete sich ein Stück auf und ihre Blicke trafen sich während Yumi einen kräftigen Zug von der Zigarette nahm. Es war dunkel aber durch das Licht der Sterne und des Mondes konnte sie den Mann neben ihr gut erkennen - auch hier abseits der Lichter, die den Aufstieg gesäumt hatten um den Besuchern den Weg zur Bergspitze zu leuchten. Auch auf ihren Lippen bildete sich ein Grinsen. Eine interessante Frage. Wahrscheinlich lautete die Antwort 'nein' sowie auch auf die Frage ob ihre Spielchen jemals aufgehört hatten, die sie miteinander trieben. Der Tanz wischen Ernst und Spaß, den sie schon seit ihrer ersten Begegnung tanzten. "Dann bin ich ja gespannt wie es weitergeht..." kommentierte Yumi schließlich die Aussage des Lockenkopfs, der ihr ein schelmisches Lächeln schenkte, während sein Blick auf ihr ruhte. Sie wusste nicht so recht ob seine Frage wirklich keinen Hintergedanken hatte aber es spielte auch keine weitere Rolle. Sie hatte ihm ihren Standpunkt klar gemacht. Was der angehende Schauspieler daraus machte war ganz allein seine Angelegenheit. Sollte er nur glauben, dass sie ein armes verletztes Mädchen war, dass sich nur hinter einer harten Schale versteckte. Er war erwachsen, traf seine eigenen Entscheidungen und wenn er sich die Zähne an ihrer harten Schale aus biss war es in seiner eigenen Verantwortung. Ein stummes Lachen drang aus der Kehle der Blonden als er sich zu ihr drehte und seiner Aussage noch etwas hinzufügte. "Ich will nur sichergehen, dass du es auch verstehst..." Ihre hellblauen Augen suchten die seinen, verharrten, ehe sie sich wieder abwendete und einen weiteren Zug von ihrem Glimmstängel nahm, dessen Wirkung auch langsam aber sicher spürbar war. Ihr Herz klopfte um einige Takte schneller aber gleichzeitig fühlte die Blonde sich so ruhig. Sie liebte dieses Gefühl der Leichtigkeit, das Gefühl das der Moment langsamer als für gewöhnlich verstrich. Sie schloss ihre Augen und ein Lächeln zierte die Lippen der jungen Frau. Die Mischung mit Alkohol war das Beste. Der schlanke Körper der jungen Frau sank zurück ins Gras und ihre hellblauen Augen waren erneut auf den Sternenhimmel gerichtet , ehe sie sich ein Stück weit in die Richtung ihres Begleiters drehte. "Meinst du wirklich wir alleine entscheiden darüber was in der Vergangenheit zu bleiben hat und was mit in unsere Gegenwart kommt?" Unweigerlich dachte die Blonde dabei an eine ganz bestimmte Person. Wahrscheinlich sprach der Rausch aus ihr, da sich sonst wohl kaum auf so emotionale Gesprächsthemen eingelassen hätte oder schob sie es einfach nur darauf, weil es leichter war? Wahrscheinlich würde sie sich morgen nur noch schemenhaft an diese Begegnung erinnern, es würden Bruchstücke fehlen. Die kalte Luft hier oben schien die Wirkung des Alkohols zu verstärken. Vielleicht war es keine gute Idee gewesen sich daraufhin noch etwas zu gönnen aber Yumi war noch nie für ihre weisen Entscheidungen bekannt gewesen. Sie lauschte den Klang seiner tiefen Stimme, wie er von sich erzählte, seiner Vergangenheit. Es klang ehrlich, Nicht nach einer Geschichte, nicht nach einem Schauspiel. Sie musterte sein Profil, als er erzählte, die Bewegungen seiner Lippen, den leichten Schatten in seinem Gesicht durch die vereinzelten Bartstoppel. "Bist du denn ein Mensch dem man vertrauen kann, Darren?" kam es schließlich über die Lippen der angehenden Psychologin, während sie ihn nicht aus den Augen lies. Sie war gespannt auf seine Antwort, hatte sich tatsächlich unbewusst ernsthaftes Interesse an seiner Person entwickelt oder war es lediglich Teil einer einfachen Konversation, vielleicht etwas in der Art wie Höflichkeit? So oder so war es untypisch für die Blonde aber jetzt war es ihr ohnehin nicht möglich sich darüber sonderlich den Kopf zu zerbrechen. "Ich meine ich vertraue mir nicht..." Selbst wenn sie jemals eine Beziehung hätte, sich darauf einlassen würde, könnte sie die Vergangenheit, welche nach wie vor auch Gegenwart für sie war, hinter sich lassen? Wäre die Anziehung zwischen Alex und ihr auf einmal weg? Würden sie nicht wieder im Bett landen? Wir konnte man darauf vertrauen, dass es nicht wieder und wieder und wieder passieren würde? Ihre Gedankensprünge ließen es nicht zu, dass sie weiter darüber nachdachte und stattdessen erwiderte sie das Lächeln des Anderen und unweigerlich haftete ihr Blick auf seinen Lippen. "Wo hat es dir am allerbesten gefallen?" fragte Yumi schließlich ohne ihren Blick abzuwenden. Langsam erhob sie sich stattdessen und verringerte damit den Abstand zwischen sich und dem Dunkelhaarigen. Er zuckte mit den Schultern als er über seinen Liebeskummer oder viel mehr über das Vergessen sprach und dennoch zierte ein breites Grinsen seine Lippen. Ohne Umschweife legte die junge Frau ihre Hand in seinen Nacken und zog Darren an sich heran. Ihr Mund suchte den seinen und als ihre Lippen seine Lippen berührten, einen flüchtigen Kuss darauf hauchten schlug ihr Herz einige Takte schneller. Sie löste sich im nächsten Moment jedoch schon wieder von ihm. Ihre Augen hafteten an seinen als ein leises Lachen ihre Lippen verließ. "Sorry... es sah aus als würdest du Trost brauchen..." Mit diesen Worten lies sich die Blonde wieder zurück ins Gras fallen.

    [Bergspitze] Darren & Yumi



    Er war es der letztendlich die Stille durchbrach, die eingekehrt war als sie das Fest, den Trubel. zurückgelassen hatten um für sich zu sein. Es war keine unangenehme Stille gewesen und doch war Yumi dem Anderen irgendwo dankbar dafür, dass er dadurch ihre Gedanken vertrieb, die sich ohnehin nur im Kreis drehten und zu keinem Ergebnis geführt hätten. Ein Grinsen hatte sich auf seine Lippen gelegt während er sich zu ihr umgedreht hatte. Im schummrigen Licht des spärlich beleuchteten Weges konnte man sein Gesicht nur schemenhaft erkennen aber sie kannte es mittlerweile gut genug um es auch so vor sich zu sehen, im Schutze der Dunkelheit. Die vereinzelten Bartstoppel, das kantige Kinn, die warmen Augen, die sie amüsiert musterten als erwarte er gar keine Antwort auf ihre Frage. Er fuhr fort und Yumis Mundwinkel hoben sich ein Stück, während ihre Augen ihn anfunkelten. "Gratuliere, Darren. Du hast mich wohl durchschaut..." War dem so? Fühlte sie sich zur Gefahr hingezogen? Sie übte ihren Reiz auf die Blonde aus, das war richtig. Sie spielte mit dem Feuer. Auch das stimmte. Sie selbst hatte nie ernsthaft darüber nachgedacht, war kein Mensch der sich unnötig viele Gedanken machte für gewöhnlich weil sie einfach handelte oft bevor sie nachdachte was es für Folgen haben könnte und damit stieß sie Viele vor den Kopf weil sie damit nicht umzugehen wussten. Wie oft hatte sie sich deshalb in unmögliche Situationen gebracht, war zwischen Fronten geraten und hatte Drama provoziert. Nicht nur einmal das war richtig. Als Yumi schließlich ihren Kopf wieder ein Stück anhob musste sie feststellen, dass sie den Wald wohl langsam aber sicher hinter sich gebracht hatten. Die Bäume lichteten sich, standen nicht mehr so dicht nebeneinander. Man hörte die Stimmen jener Besucher, die wohl zum rummachen hier herauf gekommen waren. Der perfekte Ort für Teenager, wo sie sich näher kommen konnten ohne das ihre biederen Eltern dazwischenfunkten. Wahrscheinlich war sie früher ähnlich gewesen. Ganz sicher sogar. Sie konnte ihnen nicht einmal einen Vorwurf machen. Bereitwillig folgte sie dem Lockenkopf, lies sich von ihm an der Hand führen, lies dieses Stück Nähe zu, genoss es auch irgendwo und spürte ein leichtes Ziehen in ihrer Brust als er sich von ihr zurückzog, da sie angekommen waren. Völlige Stille umgab die Beiden, die Stimmen der anderen Besucher waren weit weg, so dass man sie nicht mehr hören konnte. Es fühlte sich fast so an als wären sie die Einzigen, die nun hier waren und die Ruhe genossen. Das Herz der angehenden Psychologin klopfte einige Takte schneller, da der Aufstieg nicht ganz spurlos an ihr vorbei gegangen war. Die sportlichste war die junge Frau tatsächlich eher nicht auch wenn ihr Körperbau vielleicht darauf schließen lies. Wobei sie für ihr Leben gerne tanzte aber das war auch schon das Einzige was sie an Sport trieb. Der Blick der Studentin wanderte zu ihrer Begleitung. Genüsslich hatte Darren die Augen geschlossen und schien die Stille zu genießen, ehe er sich am Boden neben ihr setzte und sich in das Gras zurückfallen lies. Ehe Yumi es ihm gleich tat holte sie sich eine selbst gedrehte Zigarette heraus und steckte sie sich an. Ihre Lippen hielten den Glimmstängel gefangen während sie ihn hinter vorgehaltener entzündete, was erst beim zweiten Mal funktionierte, da es ziemlich windig war. Als sie den ersten Zug getätigt hatte lies sie sich neben Darren ins Gras fallen, lies die Frage, welche er an sie gerichtet hatte erst sacken, ehe sie den Rauch der Zigarette in die Luft blies. Ihre hellblauen Augen richteten sich auf den mit Sternen besetzten Himmel. es war unglaublich. Sie erstrahlten hier so unfassbar hell, wie sie es noch nie zuvor irgendwo gesehen hatte. Es fiel ihr fast schon schwer sich von diesem Anblick kurz abzuwenden um das Profil ihres Begleiters zu mustern. "Geht das Fragespiel wieder weiter?"Ein leichtes Schmunzeln zierte die Lippen der Blondine ehe sie einen weiteren Zug vom Glimmstängel nahm. Ein süßlicher unverkennbarer Duft umhüllte die beiden Studenten. Yumi schloss die Augen für einen Moment ehe sie sie wieder öffnete und ihren Blick auf die Sterne über ihnen richtete. "Ich bin nicht so wie ich bin weil mich jemand so unfassbar verletzt hat, dass ich niemanden mehr vertrauen kann. Ich bin so weil ich es so will..." stellte sie schließlich klar. Ihre Stimme war ruhig obwohl sie es durchaus satt hatte, dass man immer gleich versuchte sie zu analysieren oder ihr Verhalten zu erklären. "Natürlich wurde auch ich schon verletzt und hatte das Gefühl es würde niemals besser werden aber der Fakt ist... es wurde besser. Man lernt damit umzugehen. Mehr oder weniger gut..." Sie nahm einen erneuten Zug und machte eine kurze Sprechpause. "Was ist mit dir?" Zeitgleich hielt Yumi dem Anderen mit einem fragenden Blick den Glimmstängel hin, was nicht ganz klar machte ob sich ihre Frage nun auf das Zeug in ihrer Hand bezog oder ob sie den Ball an ihn zurück spielte. Unweigerlich musste Yumi bei seiner Frage an eine ganz bestimmte Person denken aber ihr Blick haftete stattdessen an dem Mann neben ihr. Sie musterte sein Profil, wendete sich nicht ab.

    [Auf dem Weg zur Bergspitze] Darren & Yumi



    Ihre Mundwinkel hoben sich. Vielleicht hatte er Recht. Vielleicht war es ihre eigene Entscheidung. Vielleicht wollte sie auch genau dieses kaltherzige Miststück sein, als welches sie oft genug bezeichnet wurde. Sie müsste es besser wissen. Sie müsste auf andere Bewältigungsstrategien zurückgreifen können aber es war nicht so leicht wie das Lehrbuch es beschrieb. Das Leben spielte nach keinen Regeln. Sie gab Alex längst nicht mehr die Schuld, dass sie so geworden war. Ja sie hatte sich selbst entschieden so zu werden, da hatte Darren Recht. Sie traf Entscheidungen bewusst um es sich vermeintlich leichter zu machen. „Vielleicht...“ Sie strich sich eine lose Strähne hinters Ohr und lies ihren Blick in die Ferne gleiten, ehe sie ihre Hände vor der Brust verschränkte. „...aber wir alle haben unsere Gründe warum wir so sind wie wir sind und oft kommt man aus seinem Verhaltensmuster nicht mehr raus, ob man will oder nicht...“ Es spielte keine Rolle, dass sie es nicht wollte. Meistens zumindest. Dieses Gespräch hatte eine ungewohnte Ernsthaftigkeit angenommen. So war es zwischen ihnen immer schon gewesen. Das Pendeln zwischen Spaß und Ernst. Ein schwieriges Unterfangen und doch kehrten sie immer wieder dazu zurück. „Es ist okay. Ich kann mit diesem Stempel leben...“ Sie zuckte mit den Schultern. Es war ihr egal welche Schimpfworte man für sie übrig hatte. Manchmal wurden Menschen verletzt und es war leichter einer Person die Schuld dafür zu geben. Einem Arschloch. Sie konnte es den Menschen nicht verdenken. Auch sie hatte damals lange Zeit Alex die Schuld für das Scheitern ihrer Beziehung gegeben aber der Fakt war, dass sie es Beide vermasselt hatten, nicht gut füreinander waren. Und dennoch war da diese verdammte Anziehung zwischen ihnen, die sie immer wieder aufeinandertreffen lies. Ein Lächeln erschien auf den schmalen Lippen des Studenten als sich ihre Blicke trafen. Man konnte meinen sie hätten gerade nicht über ein doch sehr ernstes Thema gesprochen. Hier. Zwischen Tür und Angel. Mitten auf einem Fest, welches dafür da war sich zu amüsieren. Tat sie das? Amüsierte sie sich? Ihre hellen Augen verloren sich in den seinen. Sie genoss seine Gesellschaft ansonsten wäre sie längst über alle Berge aber die Tatsache, dass gefühlstechnisch bei ihm mehr da sein könnte als bei ihr engte die Blonde ein und sie wünschte sich, dass sie ihn einfach von sich stoßen könnte aber er lies sich nicht so leicht vertreiben wie vermutet. In ihrem Gespräch über Arschlöcher - ging es da nicht tatsächlich einfach um sie? Menschen mit Worten verletzen - sie nutzte jede Chance ihn auf Abstand zu halten, ihn klar zu machen, dass sie nicht mehr wollte als diese flüchtige Nähe, aber zugleich konnte sie ihn nicht unbeachtet lassen. Er lächelte dieses unbeschwerte Lächeln als wäre alles in Ordnung. Vielleicht der Alkohol, der die Stimme in seinem Kopf, die ihn warnte, verstummen lies. Es ging ihr doch im Grunde ähnlich. Der Alkohol in ihrem Blut lies sie nicht darüber nachdenken was vernünftig war und was nicht. Sie wollte einfach nur diesen Abend genießen. Er schmunzelte als ihre Frage an sein Ohr drang. Ein Grübchen schien auf seinem Gesicht und eine dunkle Strähne fiel ihm ins Gesicht als er sie mit erhobener Augenbraue musterte als ob ein Blick genügte um herauszufinden ob Yumi eine gute Lügnerin. „Lügen sind oft leichter...“ Sie waren so unterschiedlich. Immer wieder wurde ihr diese Tatsache bewusst - mit jedem Aufeinandertreffen mehr. „Schwierigkeiten sind doch irgendwie... aufregend.“ Ein schelmisches Schmunzeln erschien auf den Lippen der angehenden Psychologin und sie funkelte ihren Gegenüber durch ihre hellblauen Augen an.

    Im Nachhinein wusste sie nicht mehr warum sie seine Hand ergriffen hatte, vielleicht weil sie nicht wollte, dass dieses Treffen endete, weil sie gespannt war seinen Lieblingsort zu sehen oder einfach weil der Alkohol sie leitete, schwach machte. Ein Lächeln erschien auf den Lippen des Mannes als er ihre Hand umschloss. Er wirkte irgendwie erleichtert. Einen Moment verlor sie sich in der Wärme seines Blickes ehe sie eine bekannte Stimme hinter sich vernahm. Sie hielt den Atem an und vielleicht setzte auch ihr Herz einen Takt aus. Sie wurde von dem Lockenkopf davon gezogen und die Serviette in ihrer Hand glitt aus eben jener zu Boden, vor die Füße eines gewissen Silberhaarigen. Yumi sah über ihre Schulter, sah ihn und ihr Blick verharrte einige Momente auf seiner Rückensansicht. Alex. Ihr Herz schlug wieder schneller und unweigerlich dachte sie an ihre letzte gemeinsame Nacht, die Stunden, die sie gemeinsam verbracht hatten. Sie spürte seine leidenschaftlichen Küssen auf ihrer Haut, auf ihren Lippen. Es war ein Fehler gewesen. Aber ein verdammt guter Fehler und Menschen waren schließlich dafür gemacht Fehler zu machen - immer und immer wieder. Sie hatte nicht erwartet, dass er bleiben würde aber auch nicht damit ihn so bald wieder zu sehen. Die Blonde spürte die Wärme von Darrens Hand, die sie fortzog aber ihr Blick verweilt auf dem Silberhaarigen und wandte sich erst ab als sie in der Menschenmenge verschwunden war. Sie verfluchte sich für das Gefühl, was in ihr zurückblieb, wenn sie aufeinander trafen. Dieser Scheißkerl. Die Frage des Schauspielstudenten hallte in ihrem Kopf wider aber er hatte seinen Blick nach vorne gerichtet, hatte anscheinend keine Antwort erwartet oder ihre Lippen waren zu lange stumm geblieben. Worauf lies sie sich da ein? Eine gute Frage. Sie wusste es selbst nicht aber sie befand sich schon längst mittendrin. Nach und nach entfernten sich die Beiden. Von dem Fest, folgten dem Pfad an Lichtern in Richtung Bergspitze. Seine Hand hatte ihre fest umschlossen, lies sie nicht los und von außen betrachtete wirkten sie bestimmt wie eines der eng umschlungenen Pärchen, die ebenfalls den Weg in Richtung Bergspitze angetreten waren. Darum ging es also eigentlich bei diesem Fest. Romantik. Ein Schauer lief ihr über den Rücken aber sie folgte ihm bereitwillig, da ihre Gedanken ganz weit weg waren und sich nicht damit befassen konnte was das zu bedeuten hatte. Eine kühle Brise wehte ihr um die Ohren und holte die junge Frau wieder ins Hier und jetzt zurück. Ihr blondes Haar wurde etwas durcheinander gewirbelt und im nächsten Moment drang die tiefe Stimme Darrens an ihr Ohr. Unweigerlich musste sie kurz schmunzeln. „Wirklich? Das ist ja langweilig...“

    [Am Ufer] Leon & Shara - auf dem Weg in die Klinik


    Shara.png

    Shara musste auf Grund der Unbedarftheit des jungen Mannes etwas Schmunzeln. Es war irgendwie süß wie er hier verloren im Sand saß und unbeholfen mit seinen schmutzigen Fingern in der Wunde herumstocherte nur um anschließend verwundert zu sein, dass diese Tat ihm Schmerzen bereitete. Vielleicht steckte in der Aussage ihres Großvaters doch ein Fünkchen Wahrheit, dass in jedem Mann noch ein kleiner Junge steckte und das Männer nie richtig erwachsen werden. Jedoch schien der Unbekannte sich viel mehr über das Fräulein zu amüsieren, welches ihm zu Hilfe geeilt war oder besser gesagt über ihre Reaktion auf seine Aussage - ihre Leichtgläubigkeit. Oft konnte man dem Mädchen das Blaue vom Himmel erzählen und sie würde mit erstauntem Blick, weit aufgerissenen Augen und offen stehendem Mund der Geschichte Glauben schenken ohne dies zu hinterfragen. Diese Naivität hatte sie schon öfters in brenzlige Situationen gebracht aber völlig Ablegen konnte sie dieses Laster, wenn man es denn als solches bezeichnen wollte, auch nicht. Es war Shara nicht sonderlich angenehm den Blick des Anderen auf sich ruhend zu wissen, da sie mit der Position als Heilerin schlichtweg überfordert war. Ihre Hände zitterten bei ihrer Tätigkeit und sie war sichtlich nervös ihn so nah bei sich zu wissen, während die hellen Augen des Mannes ungeniert auf ihr ruhten, sie musterte. Wie gerne hätte sie gewusst was in seinem Kopf vorging als ein Lächeln auf seinen Lippen dabei erschien. Er war ein Stück weit undurchschaubar, hatte Shara das Gefühl. Es war schwierig zu erkennen ob es ein echtes Lächeln war, welches auf seinen schmalen Lippen erschienen war wo er sich zuvor doch noch so sehnsüchtig nach seiner Freundin verzehrt hatte oder ob er nur lächelte um sich nicht mit anderen Dingen auseinander zu setzen - der Tatsache, dass er nur mit Glück noch unter den Lebenden weilte zum Beispiel. Schulterzuckend und mit einer knappen Antwort tat der Namenlose die Aussage der Floristin ab. Sein Lächeln erstarb, er wirkte irgendwie bedrückt aber das war nicht von Dauer, denn da machte sich der junge Mann wieder einen Spaß daraus Shara in Verlegenheit zu bringen. Mit Erfolg. „Ich äh...“ suchte sie kurz nach den richtigen Worten, verschluckte sich aber daran, wusste nicht recht was sie sagen sollte oder wie sie die Farbe aus ihrem Gesicht wieder wegbekommen sollte, die offensichtlich verriet, dass die Andeutung des Anderen sie überforderte. „... bin keine Ersatzfreundin!“ erwiderte sie schließlich fast schon bockig aber irgendwie tat dieses lockere Gespräch angesichts der Ernsthaftigkeit der Situation auch gut, machte sie zugleich nervös aber irgendwo in ihrem Tun auch lockerer. Auch die Tatsache, dass er ganz locker mit ihr sprach blieb dem Mädchen nicht verborgen und sie bemühte Shara sich auch ihm auf dieser Ebene zu begegnen, tat sich aber doch schwer dies durchzusetzen. „S-sie macht sich bestimmt Sorgen um eu..dich...“ Eine natürliche Reaktion im Anbetracht der Tatsache, dass der Unbekannte wirklich um sein Leben gekämpft hatte und man ihm die Spuren, die dieser Kampf hinterlassen hatte wirklich ansah. Er wirkte erschöpft und müde, von Schmerzen geplagt. Ein breites Grinsen bildete sich auf den Lippen des Anderen, während er Shara aufzog. Vielleicht lächelte er um es ihr leichter zu machen. Vielleicht auch weil es leichter war einfach zu lächeln statt sich mit Dingen auseinander zu setzen, die ihn beschäftigten. Forschend wanderte der Blick Sharas über die Gestalt, die sich ein wenig in ihre Richtung lehnte als wäre es selbstverständlich, als würden sie einander schon ewig kennen. Sie vertraute Geste brachte ihr Herz zum schneller schlagen. Der Geruch von Blut stieg ihr in die Nase als er sich ein Stück weit an ihrer Schulter anlehnte. Er war erschöpft darum lies Shara ihn fürs Erste gewähren. Er schien Schwierigkeiten zu haben sich überhaupt aufrecht zu halten und mit jeder verstrichenen Sekunde sah das Mädchen die Chance schwinden ihn alleine zur Klinik zu bringen. Sie war im Grunde nicht weit weg aber im Anbetracht seines Zustandes doch irgendwie unerreichbar. Ihre Kopf arbeitete, versuchte sich einen guten Plan zusammen zu basteln aber die Situation war knifflig. Shara biss sich auf die Unterlippe als der Andere einen erschöpften Laut von sich gab und sich wieder in den Sand sinken lies. Besorgt musterte sie das Verhalten des Anderen. Seine Atmung schien unnatürlich, dass konnte selbst ein Laie wie sie erkennen. Sie musste handeln und doch fühlte Shara sich in die Enge gedrängt - irgendwie hilflos - an jenen Tag zurückerinnert an der sie auch nicht Handeln konnte. Der Schweiß stand ihm auf der Stirn und dennoch war es letztendlich er, der sie beruhigte und nicht umgekehrt. Sie versagte auf ganzer Linie. Irritiert musterte sie den jungen Mann. Ein schwaches Lächeln erschien auf seinen Lippen. Worte, die sie beruhigen sollten drangen aus seiner Kehle aber Shara konnte ihnen nicht so recht glauben. Sein Angebot ihr bei diesem Unterfangen zu helfen war zwar sehr nobel aber ein Blick auf ihn genügte um zu wissen, dass dies nicht ausreichen würde und doch brachte sie es nicht fertig ihm die Wahrheit ins Gesicht zu knallen, die doch so offensichtlich war. Er schien so zuversichtlich. „Aber...alleine schaffen wir...“ begann Shara zögerlich aber brach dann wieder ab als die vertraute Gestalt des jungen Mannes plötzlich verschwunden war. Sie hielt den Atem unbewusst an, hielt inne und zog ihre Augenbrauen irritiert zusammen als der Blick ihrer blauen Augen ein wenig nach unten wanderte und vor ihr ein flauschiges Tier sie mit großen Kulleraugen musterte. „Aaaah!“ entfuhr es dem Mädchen schließlich und sie wich ein Stück weit zurück während ihre Gedanken rasten und ihr Blick hin und her wanderte, unfähig das Gesehene zu begreifen. Natürlich war sie in einer Welt voll mit Magie aufgewachsen aber damit hatte sie gerade nicht gerechnet. Ihr Blick wanderte auf den Schakal, der an der Stelle des jungen Mannes saß und dessen Maul ein trauriger Laut verlies. Das helle Fell des Tieres war im Gesicht etwas verklebt - genau an der Stelle an welcher der Mann seine Verletzung hatte. Unfähig das Ganze zu verarbeiten starrte sie das Tier an, sah in die hellen Augen, die auf sie gerichtet waren. Die gleiche Farbe. Die gleichen Ohren, ein Fakt, der ihr erst jetzt bewusst wurde oder den sie in der Situation nicht bemerkt hatte, da Shara völlig damit beschäftigt war so halbwegs als Heilerin zu funktionieren, wobei sie das eher dürftig hinbekommen hatte. Ihre Lippen öffneten sich einen Spalt aber es kam kein Laut heraus, sie war auch unfähig sich zu bewegen, da sie immer noch versuchte das Ganze zu einem Gesamtbild zusammen zu setzen. Ein Halbwesen. Sie wusste nur sehr wenig darüber, hatte es eher nur für einen Mythos gehalten, ein Märchen. Entweder ihre Augen spielten ihr einen Streich oder die Kindergeschichten von damals waren nicht nur Geschichten gewesen. Mit großen Augen sah sie das Wesen vor sich an. Wahrscheinlich machte sie gerade ein sehr lustiges Gesicht denn Faszination und Verwirrung kämpften um die Vorherrschaft. Der Schakal näherte sich ihr und kletterte behutsam ohne weitere Umschweife auf ihren Schoß - scheinbar um Shara aus ihrer Schockstarre zu holen. Jede Bewegung schien ihm Kraft zu kosten und das junge Fräulein gab sich große Mühe nicht daran zu denken, dass im Grunde gerade nicht einfach nur ein Tier auf ihrem Schoß saß sondern der junge Mann, der ohnehin selbst in seinem Zustand bisher keine Gelegenheit ausgelassen hatte um sie in Verlegenheit zu bringen. Ihr Herz pochte vor Aufregung aber sie hatte keine Zeit zu verlieren. Sie musste handeln. Sie konnte jetzt nicht darüber nachdenken was passiert war und das es ihr unangenehm war diesen Mann so nah bei sich zu wissen. Das Mädchen schlang ihre Arme um das entkräftete Tier und zog es näher an sich um ihm guten Halt zu geben. Ihre Finger vergruben sich im weichen Fell und sie erhob sich aus dem Sand, schulterte ihre Tasche und rannte los. Er musste in die Klinik und zwar schnell. Die Sandalen des Mädchens gruben sich durch den Sand und sie rannte so schnell es ihr mit dem Wesen in ihrem Arm möglich war. Ihr Atem ging schnell und über die Lippen des Mädchens kamen beruhigende Worte, die wahrscheinlich nicht nur an das verletzte Wesen in ihrem Arm gerichtet waren sondern auch an sich. „Wir schaffen das...d-du wirst wieder gesund und dann siehst du deine Freundin wieder...“ Ihre Mundwinkel kräuselten sich leicht.

    [An einem Tisch] Dylas & Dolce


    Dolce.png


    Offensichtlich hatte Dolce ihren Gegenüber vor den Kopf gestoßen, da er seinen Kuchen in sich hineinschaufelte ohne sie eines Blickes zu würdigen. Sonderlich hilfreich war die Begegnung mit dem Langhaarigen also nicht - eher kontraproduktiv sogar, da die Rosahaarige zum wiederholten Male feststellen musste, dass der Umgang mit Anderen ihr einfach schwer fiel. Dolce stocherte in dem Kuchen herum und war in Gedanken schon einige Schritte weiter, da diese Konversation offensichtlich keine Früchte tragen würde. Es gab andere Wege an ihr Ziel zu gelangen und sie hätte von Vornherein wissen müssen, dass eine direkte Konfrontation nicht der richtige Weg war. Sie war schlichtweg nicht dafür gemacht und da Dylas nicht zu der Kategorie Menschen zu gehören schien, die ihr Herz auf der Zunge trugen und fröhlich aus dem Nähkästchen plauderten, war das ganze Unterfangen sowieso zum Scheitern verurteilt gewesen. Die Süße des Kuchens und der erdbeerige Geschmack hoben die Laune der Elfe wieder ein wenig. Bücher und sonstige Mitschriften waren ihr einfach lieber als Menschen und daran würde sich wohl nie etwas ändern. Diese Dinge waren so unkompliziert und forderten nichts als Gegenleistung. Dolce richtete ihren Blick wieder auf den Anderen als dieser sich von seinem Stuhl erhoben hatte. Offenbar nahm er die Rosahaarige beim Wort und war drauf und dran sie hier alleine sitzen zu lassen. Vielleicht war jetzt der Zeitpunkt gekommen ihn aufzuhalten, ihn dazu zu bewegen, dass er blieb und von sich erzählte im Austausch gegen ihr Wissen über dunkle Magie und Halbwesen - im Austausch gegen ihr Geheimnis. Die Lippen der Elfe blieben jedoch versiegelt und sie sah ihn einfach nur an, unbeeindruckt von seiner Tat, unbeeindruckt davon, dass er das Weite suchte weil es nicht nach seinem Kopf ging. Er war stur, wollte mit dem Kopf gegen die Wand. Dylas war ihr damals bei ihrer ersten Begegnung schon als eigenwillige Persönlichkeit in Erinnerung geblieben. Dolce spießte eine halbe Erdbeere auf, die als Dekoration auf dem Kochen drapiert war und schob sie sich in den Mund. Die Süße der Frucht breitete sich auf ihrer Zunge aus und einen Moment lang schloss das Elfenmädchen die Augen um es zu genießen, ehe sie ihren Blick wieder auf den jungen Mann richtete, der schließlich doch noch Worte des Abschieds an sie richtete. Sie sah in seine Augen, bemerkte sein kurzes Zögern. "Das war ja nicht sehr aufschlussreich..." Für einen Moment wirkte es so als würde Dolce sich gedanklich Notizen zu dem Treffen machen, ehe sie nach einer kurzen Sprechpause einen Schluck von ihrem Tee nahm ohne den Anderen aus den Augen zu lassen. "Auf Wiedersehen, Dylas..." Einen Moment wirkte es so als konnte man ein bestimmtes Funkeln in den Augen der Elfe erkennen, welches aber gleich wieder erlosch. Ein Funkeln, welches darauf schließen lies, dass es ein Wiedersehen geben würde und das nicht nur weil sie Beide Trampoli ihre Heimat nannten sondern weil der Rosahaarigen etwas anderes vorschwebte.

     [Am Ufer] Leon & Shara


    Shara.png


    Ein leichtes Zucken war seitens des jungen Mannes zu erkennen als Shara ihn schließlich ansprach. Er hatte ihr Rufen von weitem wohl nicht gehört aber in seinem Zustand war das wenig verwunderlich. Es grenzte an ein Wunder, dass er überhaupt überlebt hatte wenn man bedachte wie unbeständig das Meer heute war. Man konnte fast glauben ein Sturm zöge auf. Shara hatte jedoch keine Gelegenheit sich weiter Gedanken um das etwaige Wetter zu machen. Es irritierte sie etwas als der Verletzte ein Schmunzeln auf den Lippen trug als er sie ansah. Es ging ihm ganz und gar grauenhaft, wenn man sich vor Augen hielt, wie er sich hier präsentierte und dennoch kräuselten sich die Lippen des Mannes als wäre alles nur ein Scherz. Verwirrt und hilflos zugleich suchte das Mädchen den Blick seiner hellen Augen als befände sich darin die Antwort darauf was in einer Situation wie dieser zu tun war. Aber stattdessen erhielt die Floristin die Antwort auf ihre tatsächlich gestellte Frage. Geschockt riss sie ihre blauen Augen auf und sah über ihre Schulter auf das Meer hinaus. „Schwi- schwimmen...?“ Stockend wiederholte sie das Wort sichtlich irritiert. Bereits im nächsten Moment ärgerte sich das Mädchen, dass der Namenlose sie mit seiner Aussage so drangekriegt hatte. Manchmal war sie auch wirklich naiv und man konnte tatsächlich einen kleinen Schmollmund erkennen, welcher sich gebildet hatte als sie bemerkte, dass er sie wohl etwas aufzog. Man konnte jedoch deutlich erkennen, dass es Shara auch irgendwie freute, dass der Kerl es noch schaffte derartige Scherze zu machen. Wie schlecht konnte es ihm dann schon gehen? Sein Versuch sich in eine aufrechte Position zu bringen sah aus als wäre er von Vornherein zum Scheitern verurteilt aber mit schmerzverzehrten Gesicht und einem regelrechten Schweißausbruch schien er es doch irgendwie zu schaffen. Shara biss sich bei dem Anblick auf die Unterlippe und musste beinahe wegsehen als sie bemerkte wie sehr er sich quälte. Noch bevor der Unbekannte sich an die Wunde fassen konnte wollte das Fräulein ihn aufhalten aber es war bereits zu spät. „Nicht...!“ glitt es über die Lippen der jungen Frau und sie hatte ihre Hand angehoben, hatte sich ein Stück weit zu ihm gebeugt. Ein einzelner Bluttropfen perlte über sein kantiges Gesicht in Richtung Kinn. „So bringt...ihr noch mehr Schmutz in die Wunde...“ Zögerlich tupfte Shara den Blutstropfen mit ihrer gelösten Schleife beiseite und versuchte die leichte Blutung mit dem Stoff zu stoppen. Mit einer Hand drückte sie den Stoff auf die Wunde, während die andere Hand ihre Tasche öffnete und eine Flasche mit Wasser hervor holte. Es war wahrscheinlich sinnvoll die Wunde zu reinigen bevor sie sich noch schlimmer infizierte. Shara hatte zwar keinerlei Erfahrung damit aber es wäre wohl sinnvoll zumindest die vereinzelten Sandkörner aus der Wunde zu holen. Kurz löste sie den Stoff vom Gesicht des Mannes um den Stoff mit dem Wasser aus ihrer Tasche zu benetzen. „Ich... werde versuchen die Wunde ein wenig zu reinigen...“ erklärte sie dem Verletzten und tupfte mit dem nassen Tuch über die Wunde an seiner Wange. Der Blick der jungen Frau wanderte über das Gesicht des Mannes, während sie sachte die Wunde versorgte. Machte sie das richtig so? Mehr Schaden konnte sie damit auf jeden Fall nicht anrichten soviel war sicher. Währenddessen lauschte Shara der wahren Geschichte des Mannes. Geschichte war es eigentlich keine. Er erinnerte sich also lediglich an einen Angriff. Unbewusst runzelte Shara die Stirn. Wahrscheinlich waren sie auf der Insel dort draußen und wurden von Monstern angegriffen. „Wir..?“ erkundigte Shara sich vorsichtig nach etwaigen anderen Verletzten aber ein flüchtiger Blick verriet dem Mädchen, dass sie die Einzigen hier am Strand waren. Sorge spiegelte sich im Blick ihrer Augen wieder aber sie vermied es, dass der junge Mann sie sehen konnte. Ob die Anderen auch soviel Glück gehabt hatten? Shara wagte es nicht es in Worte zu fassen. Als allererstes musste sie den Verletzten sowieso in die Klinik schaffen und alles weitere sollte sie vielleicht eher Anderen überlassen zumal sie weder Zauber beherrschte noch eine Waffe bei sich führte. Erneut wurde ihr Herz schwer. Sie war keine Hilfe und sie musste daran schleunigste etwas ändern. „Übernehmt euch nicht...“ mit ihrer freien Hand hielt sie den unruhigen Geist davon ab sich gleich auf die Beine zu wagen indem sie ihn an der Schulter zurückhielt. Sie spürte den Blick des jungen Mannes auf sich und vernahm ein Lächeln auf seinen Lippen. Ihr Herz schlug kurz einige Takte schneller und sie spürte wie ihre Wangen wärmer wurden. Sie war den Umgang mit Männern nicht wirklich gewohnt oder zumindest war sie lange keinem mehr so nahe gekommen. Warum musste er sie auch so genau angucken? Hatte sie was ihm Gesicht? Unsicher strich Shara sich eine lose Haarsträhne hinters Ohr und konzentrierte sich wieder darauf die Wunde sauber zu bekommen. Gerade als der junge Mann davon erzählte wie gern er jetzt einfach bei seiner Freundin wäre, wollte Shara ihn dafür schelten aber er begriff anscheinend selbst, dass es wohl wichtiger war zuerst in die Klinik zu gelangen. Shara nickte nur um ihm zu verstehen zu geben, dass sie einer Meinung waren aber er wirkte so bedrückt und sie hatte irgendwie den Wunsch ihn aufzuheitern. „Eure Freundin...sie kommt euch bestimmt in der Klinik besuchen...“ ein leichtes und schüchternes Lächeln huschte über die Lippen des Mädchens und sie zog sich wieder etwas von dem Fremden zurück als seine Wunde versorgt war. Auf Knien hockend brachte sie sich in eine gemütlichere Position. Sein Blick aus der Ferne richtete sich wieder auf Shara und erkundigte sich schließlich nach seinem Aussehen. Sorge lag in seinen hellen Augen. Ein leises Lachen drang aus der Kehle des Mädchens und sie sah ihn direkt an. „Ihr seht wie ein... Held aus!“ beruhigte sie schließlich den Anderen als sie sein Gesicht mit der Wunde musterte. Gut möglich, dass eine Narbe zurückbleiben würde - nicht dass der Fremde dadurch weniger gut aussehen würde...

    [Abseits des Festes auf einer Bank] Tara & Noita




    Ihre Wangen waren von einem leichten, roten Schimmer geziert. Es war ihr unangenehm sich hier vor einer völlig Fremden so derartig aufgelöst zu präsentieren aber Noita hatte auch nicht die Kraft die Tränen und das Schluchzen zu unterdrücken und im Moment hatte die Schülerin ohnehin nicht den Kopf sich über derartig banale Dinge Gedanken zu machen. Immer wieder wenn sie glaubte, dass es ihr gelungen war das Salzwasser zu bändigen, da erschienen neue Bilder vor ihrem Inneren, Bilder von ihm und mit ihnen auch wieder die Tränen, die ihre Wangen hinunter kullerte, die immer wieder weggewischt wurden nur um neuen Platz zu machen. Sie vermied es das Mädchen anzusehen und als die Hoffnung, dass er ihr vielleicht doch folgen würde in ihr erloschen war, senkte das Hexenmädchen den Kopf wieder, wandte ihn von den letzten Verkaufsständen ab, die man von ihrer Position aus noch sehen konnte. Noita fand sich zusammengekauert in der Position von vorhin wieder, nur dass sie ihren Kopf nicht völlig verbarg sondern nur die Hälfte davon. Ihre roten Augen waren halb geschlossen und ihre nassen Wimpern bildeten einen Schleier über ihr Blickfeld. Es interessierte sie auch ohnehin nicht sonderlich was um sie herum passierte obwohl Noita eigentlich kein Ich-bezogener Mensch war aber im Moment war es einfach nicht möglich, den Schmerz in ihr hinunterzuschlucken und etwas oder jemand Anderem Beachtung zu schenken. Zu einem anderen Zeitpunkt hätte sie sich dafür geschellt aber sie konnte keinen klaren Gedanken fassen. Ihre Gedanken drehten sich einfach nur im Kreis und im Mittelpunkt eben genannten Kreises stand nur eine einzige Person. Ced. Seinen Namen alleine zu denken schmerzte unbeschreiblich und das Mädchen biss sich auf die Unterlippe um ihn nicht aus reiner Sehnsucht auszusprechen. Die Fremde hatte in der Zwischenzeit neben Noita auf der Holzbank Platz genommen. Wäre die Schwarzhaarige aufmerksamer gewesen, wäre ihr vielleicht aufgefallen, dass das Mädchen selbst mit der Situation zu kämpfen hatte, dass sie sich vielleicht in einer Art und Weise hilflos fühlte im Angesicht der Tatsache, dass direkt vor ihrer Nase ein Mensch heulte und sich in keinster Weise zu beruhigen schien. Eine Weile schwieg sie einfach nur und auch Noita war es nicht wirklich möglich Smalltalk zu führen, sich zu ihrer Situation zu äußern. Die Schülerin fürchtete sich vor der Tatsache das Geschehene auszusprechen. Doch eigentlich... wovor hatte sie noch Angst. Sie hatte ihn doch ohnehin schon verloren - nicht erst seit heute - nicht erst seit dem Zeitpunkt als er es ihr gesagt hatte. Es war die Stimme des anderen Mädchens, dass Noita daran erinnerte, dass sie nicht alleine war. Beinahe hatte sie es tatsächlich vergessen, sich in ihren Gedanken rettungslos verloren. Noita neigte leicht ihren Kopf, sah in die verschieden farbigen Augen der Anderen - eine Tatsache, die ihr gerade erst aufgefallen war. Sie räusperte sich, da sich ihre Kehle etwas trocken anfühlte. "J-ja... aber eigentlich... auch nicht..." Ihre Stimme brach beinahe nach jeden Wort. Noita senkte schließlich wieder ihr Haupt und lehnte ihren Kopf gegen ihre angezogenen Knie. "Der Mensch den ich li-liebe... er liebt... eine Andere..." Sie verspürte wieder diesen Stich im Herzen als sie es aussprach. Es war die Realität. Sie musste sich daran gewöhnen es auszusprechen. Vielleicht aber auch nur vielleicht würde sie es irgendwann verstehen, nicht nur ihr Kopf sondern auch ihr Herz. Vielleicht würde der Schmerz irgendwann so weniger werden und dennoch war Noita irgendwo froh, dass sie es nicht so vielen Menschen erzählt hatte - damals - als sie noch glücklich war.

    Barsch findest du das ganze Jahr über zu jeder Tageszeit auf deiner Farm und in den Bergen :) Du brauchst keine spezielle Angel und auch nur den normalen Köder ^^ Das Rezept für den normalen Köder bekommst du von Cyril.

    Kochen kannst du nur wenn du Rezepte hast und die bekommst du von Bastian im Restaurant. Wenn du für Elise und Bastian Aufträge erfüllst, wirst du weitere Rezepte freischalten. Wenn du dann die nötigen Zutaten hast und deine Küche im Haus anklickst, sollte es kein Problem sein einige einfache Gerichte herzustellen. Kochen selbst schaltet dann auch weitere Rezepte frei :3 Ich hoffe deine Frage ist damit beantwortet ^___^

    [Am Ufer] Leon & Shara


    Shara.png


    Ein entferntes Keuchen, gefolgt von einem Husten durchbrach die wohltuende Ruhe und Shara öffnete irritiert die Augen. Gerade war sie doch noch alleine gewesen, oder? Ihre Stirn legte sich in Falten während ihre blauen Augen den Strand nach der Quelle des Geräusches absuchten und schließlich fündig wurden. Shara traute ihren Augen nicht als sie eine Person am Rande des Ufers entdeckte. Sie war sich eigentlich ziemlich sicher gewesen, dass außer ihr niemand am Strand gewesen war als sie ankam. Kurz blickte sie sich noch um, um herauszufinden woher diese Person plötzlich kam, die ein gutes Stück von ihr entfernt lag und das offenbar nicht gerade zur Entspannung. Automatisch steuerte das Mädchen auf den sich schwerfällig bewegenden Menschen zu, beschleunigte ihre Schritte als sie sich sicher war, dass derjenige direkt von da draußen gekommen war, vom unruhigen Meer. Ob er gekentert war? Wenn dem so war dann konnte er von Glück sagen, dass er es überlebt hatte. Das grenzte förmlich an ein Wunder.„He-hey!“ machte Shara schließlich auf sich aufmerksam. Sie sparte sich die Frage ob alles in Ordnung sei, da dem offensichtlich nicht so war. Als nur noch wenige Meter zwischen dem Gestrandeten und ihr waren, stellte Shara fest das es sich dabei wohl um einen jungen Mann handelte, der offenbar nicht aus eigener Kraft aufstehen konnte. Er musste viel durchgemacht haben. Seine zerrissene Kleidung war klatschnass und ein Husten drang aus der Kehle des erschöpften Mannes. Offenbar hatte er Wasser in die Lunge bekommen und war dem Tod gerade noch so von der Schippe gesprungen. Die letzten Meter war das Mädchen gelaufen und hatte nur die fluchenden Worte des Unbekannten vernommen. Gut. Er war noch bei Bewusstsein. Sofort kniete sich das Mädchen neben ihn hin und musterte ihn erst einmal um die Situation einzuschätzen. Ihr Herz pochte schnell. Adrenalin schoss durch ihren Körper. Sie war noch nie in so einer Situation gewesen, war ein kleines bisschen überfordert damit und beugte sich deshalb erst einmal über den liegenden Körper des Mannes. „W-was ist passiert?“ Ihre Stimme zitterte und ihre blauen Augen suchten seinen Körper nach offensichtlichen Verletzungen ab, aber bis auf einen doch recht tiefen Schnitt an seiner Wange konnte Shara keine Verletzungen entdecken. Die Wunde sah jedoch alles andere als gut aus bei genauerer Betrachtung aber sie war bei weitem kein Fachmann. Der Mann wirkte geschwächt, schien Mühe zu haben die Augen offen zu behalten. Er war blass und auf seiner Stirn stand der Schweiß. Shara löste ihre Haarschleife und tupfte den Schweiß von seiner Stirn, vereinzelte Haarsträhnen hatten sich gelöst und umrahmten nun das Gesicht der Floristin. Der Oberkörper des Mannes bewegte sich langsam auf und ab. „I-ich bringe euch in die Klinik. Alles wird wieder gut...“ Sorge lag in den blauen Augen des Mädchen. Ihr war noch nicht ganz bewusst wie sie das anstellen sollte, da der Mann doch recht groß aussah und sie nicht gerade stark war aber sie würde alles geben. Merkwürdige Flecken zierten seinen Körper. Möglicherweise war die Wunde der Auslöser. Hilfesuchend blickte Shara sich um aber außer ihnen war niemand weit und breit. Das Mädchen biss sich auf die Unterlippe und ihre Gedanken rasten, ehe sie den Blick wieder auf den Namenlosen richtete. „Könnt ihr...aufstehen?“ fragend blickt sie ihn an. Es wäre eine große Hilfe wenn er sich zumindest aufraffen konnte, während sie ihn stützte aber ob er das in seinem Zustand schaffen würde war fraglich.

    [First Post]


    Shara.png


    Der Herbst hatte schon langsam Einzug genommen. Es wurde langsam kühler und die Blätter der Bäume färbten sich in den wunderschönsten Farben, so dass man beinahe seinen Blick nicht von ihnen abwenden konnte. So erging es auch Shara als sie an ihrem freien Tag durch die Stadt spazierte und ihre Beine sie in Richtung Strand trugen. Immer wieder richtete sich der Blick ihrer blauen Augen auf die Bäume, die den Wegesrand säumten. Sie würde ihren freien Tag nutzen und nachher im Wald nach ein paar Herbstblumen suchen, aus denen sie kunterbunte Kränze machen wollte. Als allererstes wollte das Mädchen jedoch zum Strand. Das wogende Meer glitzerte immer so schön im Licht der Herbstsonne und diesen Anblick wollte sie nicht verpassen, ihn für ein paar Minuten genießen bevor sie sich wieder auf den Rückweg machte um die nötigen Sachen für den morgigen Tag vorzubereiten, da sie morgen alleine im Warenhaus sein würde. Ihre Kollegen und Mitbewohner waren auswärts auf einem Markt. Sie war erst sehr neidisch gewesen. Wie gerne wollte sie auch mitkommen und eine neue Stadt entdecken aber die hatten ihr versprochen, dass sie beim nächsten Mal auf jeden Fall dabei sein durfte. Manchmal war es immer noch befremdlich für Shara, dass sie nun nicht mehr ihren eigenen, kleinen Laden hatte, selbst bestimmen konnte. Das war eine schöne Zeit gewesen und nun schien es schon eine halbe Ewigkeit her zu sein als Monica und sie einen kleinen Blumenladen hatten. Sie hatten so viel Spaß gehabt und nun war es nur noch eine Erinnerung aber das war das Einzige was ihr geblieben war. Shara senkte ihren Blick als sie an ihre kleine Schwester dachte. Oft hatte sie sich gefragt warum ausgerechnet sie eine zweite Chance verdient hatte und nicht sie. Alles hätte sie gegeben um mit ihr zu tauschen. Sie war noch so jung, hatte das ganze Leben vor sich. Shara hatte sie nicht beschützen können. Sie war nicht stark genug gewesen, besaß keine Zauberkräfte, hatte keine Waffe. Mittlerweile war sie wieder zu Kräften gekommen, hatte die Situation mehr schlecht als recht akzeptiert aber sie hatte das Versprechen noch nicht eingelöst, welches sie sich selbst gegeben hatte. Sie wollte mutiger werden, wollte kämpfen lernen um im Ernstfall die Menschen zu beschützen zu können, die sich selbst vielleicht nicht helfen konnten. Vielleicht war es zu spät aber es galt doch immer noch das Sprichwort: Besser spät als nie oder? In ihren Augen blitzte eine ungewohnte Traurigkeit auf, die man von ihr eigentlich nicht kannte, da sie stehts versuchte alles positiv zu sehen doch bei bestimmten Themen war es auch Shara nicht möglich. Mit ihren Sandalen wartete das Mädchen durch den Sand, gewährte jedem Sandkorn Unterschlupf aber daran störte sich die Floristin nicht. Sie beschleunigte ihre Schritte, näherte sich dem Wasser und ein kurzes Lächeln huschte über ihre rosafarbenen Lippen. Monica hätte es hier auf jeden Fall gefallen soviel war sicher. Der Blick ihrer blauen Augen wanderte über das unendlich wirkende Meer. Es war heute sehr unruhig, schlug weiter draußen hohe Wellen. Das Licht der untergehenden Sonne tauchte das Wasser in ein zauberhaftes Orange. Einen Moment schloss Shara die Augen und sog den Duft des salzigen Meerwassers ein. Völlige Stille. Das Einzige was man hörte war das Rauschen des Meeres und das Rufen der Möwen, die sich am Holzsteg tummelten.