Beiträge von Zyprim

    [Bei den Automaten und dann in der Sitzecke] Brian & Leila

    Sachte nickte die junge Studentin und doch betrübten sie die Gedanken an dieses Auslandsjahr. Es hatte ihr vielleicht viel Erfahrung im Hinblick auf ihr Studium und ihren zukünftigen Beruf eingebracht aber auf eine Erfahrung hätte Leila dann doch lieber verzichtet. Ihre Gedanken kreisten um das was zwischen Nick und ihr vorgefallen war. Ständig dachte sie daran was sie alles falsch gemacht hatte - was sie hätte besser machen können. Unentwegt suchte sie nach Lösungen - danach wie sie all das wieder gut machen konnte. Aber gab es da überhaupt diese eine Lösung oder hatte sie Nick nicht letztendlich durch ihr dummes Verhalten für immer verloren. "Oft merkt man aber auch erst wenn man eine Zeit lang weg war was man eigentlich alles schon hatte..." Sie hatte ihn nie als selbstverständlich betrachtet. Wirklich nicht. Sie war immer froh darum gewesen von dem Menschen geliebt zu werden, den sie auch liebte. Aber vielleicht hatte sie einfach zu sehr auf diese Liebe vertraut. War naiv genug gewesen zu glauben sie könne alles überstehen nur um schließlich von der Realität konfrontiert zu werden. Das Mädchen mit den Locken presste ihre Lippen aufeinander und vermied es ihre neue Bekanntschaft dabei anzusehen - war ohnehin nicht bereit hier ihr Herz auszuschütten - im Grunde einem Fremden gegenüber. So Jemand war sie nicht - nie gewesen. Wahrscheinlich war das einer der Gründe warum sie auch schon wieder ein Lächeln auf den Lippen trug. Vor allem als Brian ihr gestand, dass er wohl ruhigere Spiele bevorzugte. Dennoch wollte er keine Bevorzugung - wollte sich ihr stellen. Vielleicht war der Andere ja zu stolz um sich auf ihr Angebot einzulassen. Dazu kannte Leila ihre Begleitung noch zu wenig. "Täusch dich da bloß nicht..." kam es über die Lippen der Studentin, als sie durch ihre grünen Augen in die Richtung des Anderen schielte, der offensichtlich glaubte das Spiel auch ohne viel Aufwand meistern zu können. Ein leises Lachen drang aus der Kehle der Rosahaarigen als es losging und Brian doch Mühe hatte die Zombies am Bildschirm zu erledigen. Während Leilas Punktestand regelrecht nach oben schnellte blieb der Rothaarige doch deutlich zurück aber schaffte es nach und nach doch ein paar Gegner auszuschalten. Er beglückwünschte die Studentin zu ihrem Sieg aber nahm es ihr anscheinend nicht übel, dass sie mit ihm keine Zombieapokalypse erleben wollte. "Ich bin sicher es gibt Gehirne, die besser schmecken..." versicherte Leila ihrem Gegenüber und hob abwehrend ihre Hände in die Höhe. "...außerdem solltest du dich nicht mit mir anlegen..." Ihr Blick deutete auf den Punktestand, der noch am Bildschirm aufblinkte. Im Hintergrund zahlreiche Zombieleichen, die es nun wohl bereuten ihr nach dem Leben getrachtet zu haben. Eine Revanche lehnte Leila mit den Worten ab, dass Brian ohnehin keine Chance gegen sie hatte. Ein neckisches Grinsen umspielte dabei ihre Lippen weil es doch irgendwo nicht ihre Absicht war den Anderen fertig zu machen. Sie deutete stattdessen auf den Getränke- und Snackautomaten in der Ecke, wo auch einige Sitzgelegenheiten aufgestellt waren. "Lös lieber deine Wettschuld ein..." Ihre Arme hatte Leila vor ihrer Brust verschränkt als sie ihren Gegenüber argwöhnisch musterte als hätte sie die Vermutung, dass er sich davor drücken wollte. Sie glaubte nicht wirklich daran aber man wusste schließlich nie so genau. Gemeinsam ließen die Studenten die Automaten hinter sich und fanden sich vor der Getränkeauswahl wieder. Leila studierte die Auswahl und entschied sich folgend für einen Eistee bevor sie für sich und den Anderen noch ein paar M & Ms rausdrückte. "Was studierst du...?" erkundigte sich Leila so beiläufig, wie es schien. Es war vielleicht ganz gut ein wenig mehr über den Anderen zu erfahren. Das er schlecht in Shootern war wusste sie ja nun schon...

    [1. OG - Wohnzimmer] Juliet & Chris

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    Es war fast schon ironisch, dass sie es war die ihm Mut zusprach. Vielleicht war Mut das falsche Wort aber wahrscheinlich wirkte Chris einfach ein wenig unbeholfen - unsicher wie er mit der Situation umgehen sollte. Sie kannten einander immerhin nicht gut genug, dass er die Blonde in den Arm nehmen und ihr auf diese Weise Trost spenden konnte. An Worten fehlte es ihm schlichtweg und sonderlich hilfreich waren Worte ohnehin nicht, oder? Sie konnten den Anderen nicht zurückbringen. Ein Schmunzeln wanderte über die schmalen Lippen des Dunkelhaarigen als er sich ihr schließlich doch genähert hatte. "Gut..." kam es knapp von seiner Seite bevor er neben der Studentin Platz nahm. "Wenn du schlaue Worte erwartest bist du ohnehin an der falschen Adresse..." Ihr Blick war weiterhin auf den Bildschirm gerichtet während sie durch die Netflixstartseite scrollte. Chris war sich nicht sicher ob sie überhaupt auf der Suche nach einem Film war oder ob sie einfach nur die zahleichen Titel ansah ohne diese wirklich zu sehen. Eine Ablenkung, die eigentlich keine war aber zumindest war man irgendwie beschäftigt. "Auch wenn man damit gerechnet hat, sich vielleicht darauf einstellen versucht... so trifft es einem doch wenn es dann letztendlich dazu kommt..." Vergleichbar mit dem Tod eines Menschen. Chris war jedoch nicht makaber genug diesen Gedanken auszusprechen. Er war sich sicher, dass Viele diesen Gedankengang unpassend fanden. Vielleicht war er das auch. Eine Trennung mit dem Tod zu vergleichen. Das eine nur das Ende einer Beziehung. Das andere das Ende des Lebens. Und trotzdem trauerte man in beiden Fällen - erinnerte sich an die gemeinsame Zeit, bereute vielleicht Dinge die gesagt oder auch nicht gesagt wurden. Er nickte als sie ihm das Prinzip hinter dem 'Vergessen' erklärte. Ablenkung war immer etwas Gutes. Bis zu einem gewissen Teil zumindest. Irgendwann am Ende des Tages lag man ja doch alleine im Bett - alleine mit seinen Gedanken. Mit was sollte man sich dann ablenken. Juliet stoppte bei einem Film. Der Trailer lief folgend auf dem Bildschirm und Chris nahm ihn nur peripher war. Sah nach einem klassischen Teeniefilm aus. Er schmunzelte, spürte ihren Blick auf sich, hörte den Zweifel in ihrer Stimme als es um die Filmauswahl ging. Der Dunkelhaarige griff also folgend nach der Fernbedienung und startete wortlos den Film. "Ich bin nicht Derjenige, der seinen Kopf ablenken will..." Schon im nächsten Moment stibitzte er sich ungefragt etwas Popcorn von der Blonden, was wohl ein Zeichen dafür sein sollte, dass er den Film mit ihr ansehen würde - unabhängig davon ob das sein bevorzugtes Genre war oder nicht. "Er spielt seine Rollen immer grandios..." Unweigerlich dachte der Student an ein paar Filme, die ihm dabei in den Sinn kamen und war doch ein wenig überrascht, dass dabei nicht der Name eines Schönlings fiel, der von der halben Welt angehimmelt wurde. Oder war das einfach ein Klischee? "Meine einzige Anforderung ist das ich gut unterhalten werde..." Chris senkte kurz sein Haupt bevor er sich ein Popcorn in den Mund stopfte und den Blick der Anderen begegnete. "Das klingt immer so schwach als Antwort, oder?" Ein leises Lachen verließ seine Lippen. "Aber mir ist es tatsächlich egal ob es jetzt eine Komödie ist oder ein Thriller oder sonst was..." Eine kurze Pause folgte in der er seinen Blick von ihr los riss und auf den Bildschirm sah, wo bereits der ausgewählte Film lief. "Wenn ich mir im Nachhinein denke - okay das war keine verschwendete Zeit mir den Film anzusehen - er hat mich mitgerissen oder mich zum Lachen gebracht - dann passt das für mich..." erklärte sich der Student und rutschte etwas tiefer auf der Couch. Fast schon entschuldigend warf er einen Blick in die Richtung der Blonden, die wahrscheinlich eine bessere Antwort erwartet hätte.

    [Irgendwo in der Nähe des Polisees] Micah & Shara


    Ein Lächeln erschien auf seinen Lippen während er sie viel zu lange ansah. So lange das es ihr schon regelrecht unangenehm war und sie daran dachte seinem Blick vielleicht doch lieber auszuweichen. Vielleicht hatte sie ja irgendetwas im Gesicht. Welchen Grund könnte es sonst geben, dass er sie so lange anstarrte? War es letztendlich nur der Unglaube sich nach all der Zeit endlich wieder zu sehen? Sie könnte es verstehen. Auch Shara konnte nach all der Zeit immer noch nicht glauben, dass er nun wirklich hier vor ihr stand als wäre nie etwas gewesen. Noch immer war da dieses strahlende Lächeln auf seinen Lippen. Noch immer musterte er sie durch seine blauen Augen auch wenn sie inzwischen immer wieder kurz ihren Blick abgewandt hatte. Erst seine folgenden Worte führten dazu, dass sie ihn wieder ansah. Er einen gestochen scharfen Blick erntete. Sie hatte ihre Augenbrauen zusammengezogen und funkelte den Blondschopf vor sich an. "Verklemmt?!" wiederholte sie seine Worte teilweise nur war ihr Tonfall wesentlich weniger sanft als der seine noch vor wenigen Augenblicken. Viel mehr wirkte sie geschockt davon welchen Eindruck Micah von ihr hatte. "Das ist gar nicht wahr..." widersprach das Blumenmädchen ihrem Gegenüber schließlich und wirkte fast ein kleines bisschen beleidigt, als sie ihre Hände vor der Brust verschränkte und die Unterlippe ein kleines bisschen nach vorne schob. Sie konnte einfach mit Komplimenten nicht umgehen. War das so schwer zu verstehen? Gerade wenn sie von ihm kamen. Auch nach all der Zeit brachte sie das aus dem Gleichgewicht. Auch nach all der Zeit machte das etwas mit ihr. Aber Micah stand schon immer auf dem Schlauch. Er verstand die Dinge nur wenn man sie ihm knallhart ins Gesicht sagte. Nur so verstand er worauf man hinaus wollte. Beinahe wär dem Blumenmädchen ein Seufzen über die Lippen gekommen, weil diese Tatsache doch ein wenig frustrierend war. Zumindest weil diese Blindheit für derartige Dinge beim Anderen doch manchmal eher wie Ablehnung ankamen, oder? Vielleicht war es leichter über andere Themen zu sprechen. Unwahrscheinlich. Aber einen Versuch war es auf jeden Fall wert, richtig? Als sie diese kleine süße Sorgenfalte auf seiner Stirn entdeckte warf sie ihm einen besorgten Blick zu - wollte nachharken aber schließlich rückte Micah doch mit der Sprache heraus. "Aber..." widersprach Shara ihrem Gegenüber. "...das war doch noch nie ein Problem, oder?" Der Blondschopf hatte sich ihres Wissens nach Belieben in ein Wooly und wieder zurück verwandeln können - war darauf immer besonders stolz gewesen. Micah hatte auch nie ein Geheimnis daraus gemacht. In diesem Punkt war er Leon gar nicht so unähnlich. Shara erschrak fast ein kleines bisschen, dass sie wieder an den jungen Mann dachte obwohl sie gerade erst einem alten Freund über den Weg gelaufen war. In vielerlei Hinsicht waren sich die Beiden jedoch nicht unähnlich. Das Mädchen entdeckte ein schwaches Lächeln auf den Lippen ihres Gegenübers. Er zwang sich zu lächeln. Zwang sich dazu eine gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Unweigerlich fragte sich Shara ob man sich das angewöhnte wenn man einander länger nicht gesehen hatte. Man war nicht länger ehrlich zueinander sondern versuchte lediglich den bestmöglichsten Eindruck bei seinem Gegenüber zu hinterlassen. Konnte man so überhaupt noch von einer Freundschaft sprechen? War es eine Freundschaft wenn man nur in guten Zeiten zueinander hielt und in schlechten Zeiten jeder seinen Weg ging. Shara folgte den schweifenden Blick des Blonden - bemerkte das Wolken aufgezogen waren - Wolken die ein Unwetter ankündigten. Der Wind war stärker geworden. Wenn sie noch länger hier stehen blieben, würden sie wohl vom Unwetter erwischt werden und dennoch hielt sie etwas davon ab sich in Bewegung zu setzen. Vielleicht war es die Angst einander wieder zu verlieren. Wortlos lauschte Shara den Erklärungen - den Ausflüchten ihres Gegenübers. Sah ihn dabei jedoch nicht an da sie es einfach nicht ertrug. Sie hatte nicht die Kraft gehabt um Hilfe zu bitten. Wahrscheinlich war sie selber Schuld an der ganzen Sache aber wenn er doch auch hier war - die ganze Zeit - er hätte sich genauso bemühen können - wenn er gewollt hätt. Als er schließlich davon sprach, dass die Nutzmonster seine Aufmerksamkeit gebraucht hatten platzte Shara jedoch der Kragen - auch wenn es ihm gegenüber wahrscheinlich nicht wirklich fair war. "Ich hätte auch deine Aufmerksamkeit gebraucht!!!" Ihre blauen Augen hatten sich mit Tränen gefüllt. Sie hätte einen Freund gebraucht als ihre Schwester starb. Sie hätte einen Freund gebraucht als sie wieder ohne sie von den Toten zurückgeholt worden war. Kurz kreuzten sich ihre Blicke bevor Shara wieder in den Boden sah, ihre Tränen beiseite wischte und sich folgend abwandte. Sie spürte die ersten Regentropfen auf ihrer Haut. Sie hatten zu lange gewartet. Die Sonne war hinter den Regenwolken verschwunden. "Wir sollten uns einen Unterschlupf suchen..." kam es nun wieder ein wenig ruhiger über ihre Lippen. Ihre Stimme zitterte jedoch ein kleines bisschen während sie sich umsah ob es hier in der Nähe irgendwo eine Hütte oder so etwas in der Art gab.

    [Irgendwo in der Uni] Darren & Alessa


    Er wirkte mit einem Mal fast schon traurig. Ihre Worte schienen etwas in ihm bewirkt zu haben - schienen einen wunden Punkt getroffen zu haben auch wenn es nie die Absicht des Blondchens war. Genau genommen sollten ihre Worte den Druck aus der ganzen Sache zwischen ihnen nehmen. Druck, der eigentlich nicht da gewesen war weil sie es ohnehin stillgeschwiegen hatten bis der Lockenkopf es schließlich doch angesprochen hatte. Eigentlich sprach das für ihn als Menschen, bestätigte die Schülerin in ihrer Vermutung, dass Darren kein so übler Kerl war, wie man vielleicht vermutete wenn man ihre Geschichte so als Außenstehender betrachtete. In Hinas Augen war er ein Arschloch. Mehr als einmal hatte ihre Freundin den Studenten so bezeichnet. Vielleicht weil sie als Alessas Freundin fast schon zu ihr halten musste oder vielleicht weil sie ihn nicht so kannte wie Alessa es tat. Sie erhaschte einen Blick in seine Augen, bevor er sich abwandte - lediglich vereinzelte Worte über seine Lippen kamen. Im Grunde waren es ihre Worte, doch für ihnen schienen sie eine größere Bedeutung zu haben. Darren wirkte in Gedanken versunken - irgendwie abwesend. Wahrscheinlich ging gerade unheimlich viel in seinem Kopf vor. Früher wäre das Blondchen vielleicht beleidigt gewesen weil er ihr nicht die Aufmerksamkeit schenkte, die sie sich von ihm gewünscht hatte. Nun verstand sie es zum Teil - konnte zumindest erahnen um wen sich seine Gedanken drehten. Alessa legte den Kopf leicht schief und blinzelte in seine Richtung. Kurzerhand hob Alessa ihren Arm an, nahm sein Kinn zwischen ihren Daumen und Zeigefinger und hob so den Kopf des Studenten zumindest soweit an, dass er ihr in die Augen blicken musste. "Hör auf so ein Gesicht zu machen - das steht dir nicht..." Ihre Mundwinkel hoben sich und sie lächelte ihren Gegenüber an, als sie ihre Hand wieder zurückzog. Tatsächlich erschien spätestens dann ein Grinsen auf seinen Lippen als ihm der teuflische Blick der Schülerin auffiel als es um ihre süße Rache ging, die sie am Lockenkopf ausüben wollte. Auf seine Aussage hin war es an dem Blondchen misstrauisch ihre Augenbraue zu heben und ihn einen ganz speziellen Blick zuzuwerfen. "Was wäre der Unterschied zu jetzt?" Mit ihren Zeigefinger deutete sie auf den müden Ausdruck in seinem Gesicht - die Augenringe, die ihn verrieten. Zumindest schienen seine trüben Gedanke fürs Erste vergessen - vielleicht weil er es selbst so entschieden hatte - auf Grund seiner Fähigkeiten als Schauspieler dürfte das keine Schwierigkeit darstellen, richtig? Vielleicht hatte es die Schülerin aber auch irgendwie geschafft ihn auf andere Gedanken zu bringen. Zumindest gefiel Darren ihr so wesentlich besser als der Trauerkloß vor wenigen Augenblicken. Als er ihre Anschuldigungen bezüglich einer bestimmten Telefonnummer so vehement von sich wies, konnte Alessa nicht anders als zu lachen. "Naja ich weiß ja nicht..." kommentierte das Mädchen die Erklärung ihrer Begleitung und machte dabei den Anschein als würde sie sich das ganze Szenario noch einmal durch den Kopf gehen lassen. "Eine wirkliche Alternative gab es ja anscheinend nicht..." Erneut drang ein Lachen aus der Kehle der Jüngeren. Fand es fast schon süß wie sehr er ihre Anschuldigung von sich stieß. Fast so als schämte er sich dafür auf diese Weise an ihre Nummer gelangt zu sein. "Du hättest sie doch auch einfach fragen können wenn dir etwas an ihr liegt..." fügte die Blonde hinzu und biss sich im nächsten Moment auf die Unterlippe bevor sie schwer seufzte. Naja wahrscheinlich war es nicht immer so einfach wie man es sich wünschte. Sie konnte immerhin selbst ein Lied davon singen.

    Als Darren von ihr verlangte die Tische abzuwischen weil es so doch viel schneller ging rollte Alessa mit den Augen. Sein Hundeblick war zwar nicht von schlechten Eltern aber dennoch konnte sie ihm widerstehen wenn sie wollte. Das Blondchen hatte diese Masche schließlich erfunden - bekam dadurch auch fast immer was sie wollte. Jedoch war die Diskussion sowieso unnötig, da Beide im nächsten Moment von dem Klavier abgelenkt waren, welches hinter ein paar Tischen versteckt war. Es schien schon bessere Tage gehabt zu haben aber dennoch hatte es irgendwie einen altertümlichen Charme - wenn man so etwas mochte. Es dauerte nicht lange und der Student hatte sich zu dem Musikinstrument durchgekämpft, zweifelte dabei schon die Funktionsfähigkeit des Klaviers an. Als Darren am Hocker Platz nahm trat auch Alessa ein kleines bisschen an das Klavier heran, nahm auf einem der Tische daneben fast schon widerwillig Platz, weil alles hier so schmutzig war. Darren befreite gerade die Klaviertasten vom Staub, als eben jener Staub in der Nase der Schülerin kitzelte woraufhin diese niesen musste. Sie verzog ein kleines bisschen das Gesicht, kam jedoch gar nicht dazu sich zu beschweren weil der Student dem Klavier gerade den ersten Ton entlockte. Ihre Augen funkelten ein kleines bisschen. "Es funktioniert doch noch!" kam es fast schon begeistert über die Lippen des Mädchens weil sie selbst eigentlich nicht damit gerechnet hatte - immerhin wirkte es doch in die Jahre gekommen. Erst jetzt begutachtete sie die Handhaltung des Lockenkopfs - er entlockte dem Instrument nach und nach mehrere Töne - spielte sogar eine kleine Melodie als es ihr wie Schuppen von den Augen fiel. Die roten Augen des Mädchens wanderten über sein Gesicht. "Du kannst Klavier spielen!?" Eine Feststellung? Eine Frage? Wahrscheinlich beides. Was für Talente hatte der Dunkelhaarige bitte noch? Neugierig beäugte Alessa den Anderen, lehnte sich ein kleines bisschen in seine Richtung, nachdem sie ihre Beine übereinander geschlagen hatte. "Spielst du mir... etwas vor?" Erwartungsvoll sah sie den Studenten mit eben jenen berühmten Dackelblick an, dem niemand widerstehen kann. "Du weißt schon... die Liste!" erinnerte das Blondchen Darren sicherheitshalber noch einmal für den Fall das ihr Blick bei ihm nicht ausrechte als ein Kichern über ihre Lippen kam.



    [Irgendwo in der Uni ] Cylie & Yumi

    Cylie schien sich unsicher wie sie sich nun entscheiden wollte. Machte daraus auch gleich eine kleine Show als würde ihr weiteres Leben von dieser winzigen Entscheidung abhängen. Die Theatralik in den Gesten der Anderen amüsierten die Blonde. Ein Lachen drang aus ihrer Kehle und ein Grinsen blieb folgend auf ihren Lippen zurück, welcher aber nach und nach wieder verschwand als die Medizinstudentin ihre Entscheidung von Yumis Glück abhängig machen wollte. Sie senkte den Blick für einen Moment bevor sie ihn gedankenverloren durch den Eingangsbereich der Uni wandern lies, welchen die beiden Studentinnen gerade betreten hatten. Was würde sie glücklicher machen? Es war nicht das erste Mal das man ihr diese Frage stellte. Hatte nicht Darren selbst ihr diese Frage einmal gestellt? Oder war es Alex gewesen, der sie gefragt hatte ob der Schauspielstudent sie glücklich machte? Yumi zog ihre Augenbrauen zusammen um sich zu erinnern aber letztendlich gab sie auf. Es spielte keine Rolle von wem diese Frage ausgegangen war. Die Blonde war sowieso nicht in der Lage sie zu beantworten. Vielleicht war sie glücklich in seiner Nähe - vielleicht genoss sie diese Momente mit ihm sogar bis zu einem gewissen Punkt. Doch wenn dieser Punkt erreicht war wollte sie wieder für sich sein - erst Recht wenn Darren einen Schritt zu weit tat - sie mit seinen Gefühlen regelrecht erdrückte. Dafür musste er sie noch nicht einmal aussprechen. Aber wäre sie glücklicher wenn er sich zurückzog - komplett aus ihrem Leben verschwand? Yumi presste ihre Lippen aufeinander, lief neben der Kleineren her, deren Blick sie ab und an auf sich gespürt hatte. "Ich weiß nicht was mich glücklicher macht..." erwiderte die Blonde schließlich nach der Zeit des Schweigens. Sie hatte dabei mit den Schultern gezuckt. Eigentlich war sie zufrieden mit dem Leben das sie führte - sich einfach treiben zu lassen - das fühlte sich gut an. Nirgends zu viel zu investieren um letztendlich auch nicht viel verlieren zu können. Klang doch perfekt. Als angehende Psychologin hätten ihre eigenen Alarmglocken wohl bereits schellen sollen aber Yumi war unheimlich gut darin die Augen davor zu verschließen. Sie war fast froh darum, dass sie folgend wieder miteinander scherzten - von der Ernsthaftigkeit des vorigen Themas ablenkten. "Hmmh... dabei dachte ich du interessierst dich nur für Nicks Hintern..." Yumi schielte während sie die Treppen in das erste Stockwerk erklommen in die Richtung ihrer Begleitung und grinste sie an auch wenn ihr natürlich das kleine aber feine Kommentar des anderen Mädchens nicht verborgen geblieben war, welches wohl darauf anspielen sollte, dass sich Yumi sehr wohl daran störte wenn man Darren genauer unter die Lupe nahm. Zumindest schien Cylie fest davon überzeugt zu sein. Die angehende Psychologin kommentierte diese Anspielung nur mit einem Augenrollen. Am Besten hätte sie gleich weiter rollen sollen, denn das folgende Thema war nicht unbedingt das Lieblingsthema der Studentin. Man könnte es sich im Anbetracht ihrer Fehlzeiten wahrscheinlich schon denken. Yumi kommentierte die Vermutung der Brünetten mit einem Schulterzucken. "Irgendwie ja..." Ob es Angst war, die sie von einer Entscheidung abhielt war fraglich aber im Grunde traf es die Kleinere auf den Punkt. "Wenn ich es trotzdem irgendwie schaffe... passt das auch und wenn nicht kann ich mir immer noch überlegen was ich stattdessen machen will..." Sonderlich viele Alternativen hatte sich die Blonde natürlich nicht überlegt. Zumindest keine, die sie ernsthaft in Erwägung zog. Wer sagte schon das man in seinem zukünftigen Beruf die Erfüllung finden musste? Manche arbeiteten nur weil es ein notwendiges Übel war um Geld zu verdienen - das Leben zu führen, dass sie sich vorgestellt hatten. Wahrscheinlich konnte Cylie das nicht nachvollziehen. Sie gehörte definitiv in die Kategorie Mensch, die für ihren Job lebte. Als Mediziner war das wahrscheinlich einfach so. Vermutlich konnte man nur so wirklich gut in dem was man machte werden. Yumi schenkte der Anderen einen mitleidigen Blick als diese kurz davon erzählte wie anstrengend ihr Studium war. Gerade Medizin war wahrscheinlich alles andere als ein Zuckerschlecken. Yumi war fast schon froh darum, dass auch dieses Thema mit dem Rebellieren von Cylies Magen ein Ende fand. "Klar. Ich glaube ohnehin das sonst ein Weltuntergang vermutet wird wenn ich so früh in der Vorlesung aufschlage..." Unweigerlich war auch der Blick der Blonden in Richtung Uhr gewandert, welche die Beiden gerade passierten. Weil sie nicht mehr im Büro vorbei mussten hatten sich die Studentinnen einiges an Zeit gespart, die sie so auf jeden Fall besser nutzen konnten. Die Medizinstudentin piekste Yumi in die Seite woraufhin diese zusammenzuckte und ein mädchenhafter Laut ihrer Kehle entkam, weshalb sie sich schon im nächsten Moment die Hand vor den Mund schlug. Sie war sehr kitzelig und hatte keinesfalls mit dieser Attacke von der Seite gerechnet. Als sie die Hand wieder von ihrem Mund nahm musste sie ein wenig lachen aber verpasste der Kleineren einen sanften Schlag in ihre Seite um sie vor weiteren Angriffen dieser Art zu warnen. Jedoch kam Yumi gar nicht mehr dazu, da plötzlich eine Melodie an ihr Ohr drang - vereinzelte Töne - gespielt auf einem Klavier. Da Cylie offensichtlich zur der Kategorie der neugierigen Menschen zählte eilte sie schon ein kleines bisschen voraus um den Ursprung ausfindig zu machen. Die Blondine folgte ihr aber machte sich dabei nicht die Mühe ihren Schritt zu beschleunigen, schloss gemütlich zu ihrer Begleitung auf, die sie als sie um die nächste Ecke ging schon wieder an einer Tür spannend vorfand. "Langsam aber sicher halte ich dich wirklich für eine Spannerin..." Yumi hatte eine Augenbraue nach oben gezogen und musterte Cylie mit einem Grinsen auf den Lippen. Bei den folgenden Worten der anderen Studentin verschwand das Grinsen auf den Lippen der angehenden Psychologin aber auch schnell wieder. "Wer..." setzte Yumi schon ab aber konnte sich die Frage eigentlich schon selbst beantworten. Sie stand neben der Brünetten an der Tür als ihr Blick durch den Türspalt fiel und ihn dort am Klavier entdeckte. Ihre blauen Augen weiteten sich ein Stück weit, Als Cylie ihr folgend etwas zuflüsterte drehte auch Yumi ihren Kopf ein Stück weit und entdeckte dort das Mädchen aus dem Gasthof. Unweigerlich sah sie vor ihren innerlichen Auge wie ihre Lippen auf den seinen lagen - hörte die Worte, die er im Maisfeld an sie gewandt hatte. Prinzessin. Ein herablassender Laut kam über die Lippen der Blondine. "Ja Nachhilfe bestimmt..." Ihre Stimme hielt sie dennoch gedeckt - wollte immerhin nicht die Aufmerksamkeit der anderen Beiden auf sich lenken. "...nur nicht in Musik..." Yumi wandte ihren Blick ab, hörte wie seine Prinzessin ihn um ein Lied bat und verspürte dabei ein unbeschreibliches Gefühl in ihrer Brust, welches sich alles andere als gut anfühlte - welches sie lieber nicht gespürt hätte...

    [Auf dem Weg in Richtung Villa] Sophia & Eric

    Er war ein wenig irritiert als sie seine Aussage in Frage stellte bezüglich ihrem vereinbartem Treffen. Erst als sie die ganze Sache auflöste verschwand der kleine Falte auf seiner Stirn, die erschienen war weil er seine Augenbrauen zusammengezogen hatte. Ein Lächeln stahl sich auf seine Lippen. Sie nahm es ihm nicht übel. Irgendwie war er erleichtert und dennoch nahmen ihre Worte ihm nicht die Schuldgefühle, die er verspürte weil er dieses Treffen aus Egoismus länger hinausgezögert hatte. Weil er sie zugleich sehen wollte aber mit der ganzen Situation auch überfordert war. Er glaubte nicht ihren Anforderungen, die sie niemals ausgesprochen hatte und vielleicht auch gar nicht hatte, gerecht zu werden. Er war es ihr schuldig sich zu erinnern aber er schaffte es einfach nicht. Für ihn war es schon viel das ihr Lachen vertraut für ihn klang. Es etwas in ihm auslöste. Ein gutes Gefühl in seinem Herzen zurückblieb wenn es erklang. "Wer wäre ich wenn ich den Wunsch einer Dame nicht nachginge..." Das Fest hatte sein Ende gefunden. Die Schausteller und Händler packten ihre Sachen. Also man konnte schon sagen, dass er irgendwie zu spät war. Aber er widersprach ihr nicht sondern schenkte Sophia stattdessen ein entschuldigendes Lächeln auch wenn sie anscheinend nach keiner verlangte. Das Kichern, welches ihre Kehle verließ als er ihr den Arm anbot löste ein Kribbeln in ihm aus - lies ihn annähernd erahnen was er für dieses Mädchen einst empfunden hatte - vielleicht immer noch empfand - irgendwo. Der Blick seiner braunen Augen wanderte über ihr Gesicht, folgte der fließenden Bewegung ihres Körpers als sie einen Knicks machte. Es trennten sie Welten, nicht wahr? Wahrscheinlich wirkte er neben ihr fast schon unpassend. Sie war adrett gekleidet. Ihr ganzes Antlitz war ein richtiger Hingucker. Sie war die Prinzessin unter den normalen Bauern auf einem Volksfest. Zwangsläufig lenkte sie die Aufmerksamkeit auf sich in diesen Gewändern. Sophia harkte sich bei ihm ein. Ein warmes Gefühl ging von jener Stelle aus an der sie sich berührten. Es war fast schon ironisch wie vertraut sie miteinander umgingen im Anbetracht der Tatsache, dass nur ein Teil sich an ihre Vergangenheit erinnerte. Und doch war es kein ungewohntes Gefühl sie so nah bei sich zu haben. Gemeinsam setzten sie sich in Bewegung - schlenderten über den Platz der nach und nach immer leerer wurde. Für einen stillen Moment genoss er die Situation einfach nur. Kurz sah er in ihre Richtung bevor er seinen Blick wieder geradeaus richtete aber dabei ihrer Erzählung lauschte. Ein Lächeln huschte dabei über seine Lippen. Es war immer wieder schön wenn Jemand mit solcher Begeisterung von etwas erzählen konnte. Deswegen genoss der junge Jäger das Strahlen in ihren Augen als sie von dem Mädchen erzählte welches ihr begegnet war. Anscheinend hatten sie ein gemeinsames Mahl genossen. "Manchmal schmecken solche Gerichte einfach besser wenn man sie auf eben so besonderen Festen genießen kann. Dabei spielt es oft keine Rolle ob man die gleichen Zutaten verwendet sondern es kommt viel mehr auf das Drumherum an..." Eric war sich dabei sicher das die Köche der Adelsfamilie wahrscheinlich die besten des Landes waren und wahrscheinlich würden sie den Eintopf mindestens genauso gut hinbekommen wenn sie das Rezept kannten aber würde er in den vier Wänden der Villa auch genauso gut schmecken? Er winkte ab als Sophia sich für ihr Verhalten entschuldigte. "Ich hör dir gern zu wenn du so begeistert von Etwas sprichst...." Eric lächelte als er in die Richtung der Adelstochter sah - entdeckte einen leichten Rotschimmer auf ihrem sonst eher blassen Teint, der ihr irgendwie schmeichelte. Es war Sophia. die sich folgend erkundigte wie er den Tag am Fest verbracht hatte. Unweigerlich brachte das die Schuldgefühle zurück, welche der Dunkelhaarige für einen Moment vergessen hatte. Nicht etwa weil er bei Dorothy war sondern viel mehr weil er das Treffen mit Sophia hinausgezögert hatte aus eigentlich unerfindlichen Gründen. "Ja. Ich hatte nach der Entlassung aus der Klinik Dorothy getroffen und da dachte ich es wäre eine schöne Idee gemeinsam auf das Fest zu gehen..." Die Mundwinkel des Jägers hoben sich kurz an als er an die Kapuzenträgerin dachte - an die gemeinsamen Stunden am Fest und doch irgendwie abseits der Menschenmasse. Eric zögerte damit fortzufahren, war sich nicht sicher in wie weit es in Ordnung war von dem anderen Mädchen zu erzählen. "Bisher hatte ich sie immer in eher unschöne Situationen gebracht. Irgendwie wollte ich das ändern..." Eric senkte sein Haupt. War sich dabei nicht sicher ob ihm das überhaupt gelungen war im Anbetracht der letzten gemeinsamen Minuten. Er wandte sich wieder dem Mädchen an seinem Arm zu, bemerkte wie ihre Haare im leichten Wind tanzten, ihr Gesicht umspielten. War das ihr Parfum, welches so süßlich duftete? Es passte zu ihr. Erst als der Jäger bemerkte, dass er sie wohl einen Moment zu lange ansah wandte er seinen Blick wieder ab - wieder auf den Weg direkt vor sich. "Hast du auch etwas Hübsches bei den Händlern gefunden?" War es in Ordnung über Belanglosigkeiten zu sprechen? War es in Ordnung einfach still zu schweigen, dass er Angst davor hatte sich nie mehr daran zu erinnern was sie verband. Irgendwie war es doch viel schöner die gemeinsame Zeit einfach zu genießen anstatt sie mit Bedauern zu verschwenden oder nicht?

    [Bei den Automaten] Brian und Leila

    Die Studentin mit dem rosafarbenem Haar schüttelte den Kopf als ihre neue Bekanntschaft seine Herkunft mit ihr teilte. Der Ort war ihr kein Begriff aber das war auch nicht sonderlich schwer. Man musste ja nicht jedes Dörfchen in- und auswendig kennen, richtig? "Ich komme selbst nicht von hier. Sondern aus einem Kaff, das wahrscheinlich nicht einmal auf Google Maps verzeichnet ist..." fügte Leila noch hinzu als Brian ihr versicherte, dass es nicht schlimm war wenn sie Mineralstadt nicht kannte. Wahrscheinlich war es ebenfalls so ein kleines Nest. Wobei der Name ja zumindest auf mehr hoffen lies aber das hieß ja bekanntlich nichts. Nur weil das kleine Wörtchen 'Stadt' hinten drangehängt war musste es sich nicht zwangsläufig um eine so große Stadt wie Riverport handeln. Leila war niemand der zwangsläufig in der Stadt leben musste. Sie hatte es damals in Destiny Valley auch auf ihre Art genossen. Wie man ein Leben ohne Eltern, die für einen da waren eben genießen konnte. Aber die Stadt brachte doch so den einen oder anderen Vorteil in ihren Augen weshalb sie gerne hier war. Gemeinsam schlenderten sie durch die Straßen von Riverport. Auch wenn sie schon lang hier lebte war es doch anders wieder hier zu sein. Nach einem Jahr. Ein Jahr war immerhin lang. Die Stadt war vertraut und doch irgendwie befremdlich im Angesicht der Tatsache, dass sie nun nicht mehr Nick an ihrer Seite hatte. Es waren die Worte des Rotschopfs neben sich, die sie wieder davon abhielten zu viel über all das nachzudenken. Er brauchte Zeit hatte er gesagt. Doch wieviel Zeit brauchte man? Ein paar Wochen? Monate? Noch länger? Entfernte man sich so nur noch mehr voneinander? War es eigentlich das was er wollte aber nicht wagte auszusprechen. "Nein ich hab ein Auslandsjahr gemacht..." beantwortete Leila schließlich wahrheitsgemäß die Frage des Anderen. Sie zwang sich beinahe zu einem leichten Lächeln auch wenn sie aus heutiger Sicht nicht mehr so positiv von diesem Jahr dachte wie damals als es ihr noch bevor stand. Sie war naiv zu glauben, dass es nichts ändern würde. "Ich war in Kanada." Es war eine Erfahrung für sich - keine Frage. Aber aus heutiger Sicht bereute sie ihre Entscheidung. Egal wie sehr Nick es schön redete. Wahrscheinlich wollte er im Grunde nur das sie dieses Jahr nicht schlecht redete. Was unwahrscheinlich schwer im Anbetracht dessen war das sie ihn deshalb verloren hatte. Unbewusst schüttelte die Rosahaarige leicht ihren Kopf, lies ihren Blick über die Straße streifen, neben der sie gingen. Sie gab dem Auslandsjahr die Schuld aber in Wirklichkeit lag es doch an ihr. Sie hatte ihrem Freund das Gefühl gegeben überflüssig zu sein - nicht wertgeschätzt zu werden. Leila räusperte sich als sie den Kloß in ihrem Hals bemerkte, der doch eigentlich gar nicht vorhanden war. In Wirklichkeit schnürten diese Gefühle ihr die Kehle zu. Die Studentin war fast schon froh als sie im Freizeitzentrum angekommen waren. Ablenkung. Sowas tat immer gut in diesen Fällen, richtig? Nicht das Leila eine Expertin darin war Liebeskummer zu bekämpfen. Vielleicht war es sogar das erste Mal, dass sie Liebeskummer hatte. Also so richtig. Das Mädchen mit den Locken griff nach der Waffe, die an dem Automaten hing und forderte ihre Begleitung heraus. Ein paar Zombies abschlachten war bestimmt eine gute Alternative zu den düsteren Gedanken, die sie heimsuchten oder nicht? Überrascht hob Leila ihre Augenbrauen als Brian auf ihre Herausforderung einging. Tatsächlich hatte sie mit einem Zögern gerechnet. Vielleicht war sie aber auch so mitleidserregend, dass er sich einfach ihrer erbarmte. "Spielst du so etwas öfter?" erkundigte sich die Rosahaarige schließlich bei ihrem Gegner als die Erklärung am Bildschirm auftauchte und er sie genau studierte. Eine überflüssige Frage, oder? Aber vielleicht täuschte sie sich auch in Brian und er war doch jemand der gerne mal zockte. Zumindest würde das für Gesprächsstoff zwischen ihnen sorgen - ein peinliches Schweigen verhindern. "Oder soll ich dir einen Anfängervorsprung geben?" Ihre Mundwinkel zuckten nach oben als sie auf die ersten Zombies zielte, die am Bildschirm auftauchten und sie mit einem gezielten Schuss erledigte. Kurz schielte sie zum Anderen, der offenbar ein paar Schwierigkeiten hatte es ihr gleich zu tun. So oder so kam es das Leilas Ergebnis das ihrer neuen Bekanntschaft doch bei Weitem überstieg. Ein Laut der Freude entglitt ihr auch wenn Brian offensichtlich kein Gegner für sie war. Ihre grünen Augen funkelten ihn an. "Nimm es mir nicht übel aber bei einer Zombieapokalypse hätte ich dann doch lieber wen anders an meiner Seite..." Ein leises Lachen verließ Leilas Lippen als sie in das Gesicht des Anderen sah, der fix und fertig schien und folgend auch seine Waffe beiseite legte.

    [Irgendwo in der Uni auf dem Weg zur Vorlesung] Cylie & Yumi

    Cylie wirkte irritiert von der Aussage der blonden Studentin. Eine Aussage, die sie eher beiläufig erwähnt hatte. Nicht wirklich weil ihr danach war die ganze Geschichte mit ihr zu teilen oder mit ihr über ihn zu reden. Immerhin gab es dabei auch eigentlich gar nichts zu beredeten auch wenn die Brünette mit ihrer verblendeten Einstellung zu dem ganzen Thema offensichtlich anderer Meinung war. Umso mehr überraschte es Yumi als es die Andere war, die das Verhalten eines gewissen Schauspielstudenten fast schon missbilligte. Überrascht hob Yumi die Augenbrauen an und schielte in ihre Richtung. Cylie nahm gerade einen kräftigen Schluck Wasser. Hatte da etwa Jemand mit den Folgen des Vorabends zu kämpfen? Nachdem der überraschte Gesichtsausdruck der angehenden Psychologin verschwunden war erschien ein Grinsen auf ihren Lippen. Zum Teil weil sie diese Folgen nur zu gut kannte - sie waren immerhin beinahe ein Dauerzustand - zum Teil weil Yumi nicht Recht wusste ob Cylie nun für oder doch eher gegen den Lockenkopf war. Wobei es ohnehin keine Rolle spielte. Die Blondine hatte ihre Entscheidung doch längst getroffen. Schon zum Zeitpunkt als sie sich auf dieser Party am See begegnet waren. "Ich bin mir nicht sicher..." Yumi tippte sich nachdenklich an das Kinn und sah in die grünen Augen der anderen Studentin als sie folgend das Wohnheim verließen. "...bist du jetzt für oder gegen ihn?" Ein leises Lachen drang folgend aus der Kehle der Blonden als Cylie schließlich für den Helden in dieser Geschichte schwärmte auch wenn es ganz offensichtlich nur gespielt war. Nicht sonderlich gut aber das war wohl auch nicht Sinn der Sache. Während die Beiden über den Campus schlenderten lies Yumi ihren Blick ein kleines bisschen schweifen. Kurz blieb er an dem Brunnen hängen, der irgendwie das Zentrum des ganzen Areals darstellte bevor sie sich wieder ihrer Begleitung widmete, die offenbar darauf beharrte, dass sie sich bei Darren bedanken sollte. Unweigerlich drang ein Seufzen aus der Kehle der Psychologiestudentin. Am Ende würde er ihr doch nur wieder die Worte im Mund umdrehen, richtig? Wahrscheinlich denken, dass sie ihm nun etwas schuldig war - das ihre Worte des Dankes mehr zu bedeuten hatten. Noch bevor sie Cylie widersprechen konnte fügte diese ihrer Aussage noch etwas hinzu. Begleitet wurde das Ganze von einem ziemlich eindeutigen Grinsen. Fast schon geschockt blickte Yumi in das Gesicht der Anderen aber musste dann doch ebenfalls schmunzeln. "Also wirklich!" Die Blonde klang entrüstet aber war es doch in Wirklichkeit gar nicht. Wahrscheinlich kam das was ihre Begleitung gerade andeutete einem Dankeschön, welches Yumi gewählt hätte noch am Nähesten. "Zuerst sagst du mir ich soll nicht weiterhin mit ihm ins Bett hüpfen wenn ich nicht mehr will und jetzt willst du das ich mich auf diese Weise bei ihm bedanke???" Ein ehrliches Lachen entglitt Yumi als sie von den widersprüchlichen Aussagen der angehenden Ärztin sprach. "Gib es zu, du willst doch nur wieder einen Blick auf seinen Hintern werfen?" vermutete die blonde Studentin und schielte in Cylies Richtung. Wahrscheinlich hatten sie und ihr Bruder einen guten Ausblick darauf gehabt als sie die Beiden im Büro der Wohnheimleitung überrascht hatten. Selbstverständlich glaubte Yumi nicht wirklich, dass die Andere ein Interesse daran hatte die Situation zu wiederholen. So schien sie als sie heute in ihr Zimmer kam doch ein wenig unsicher wie sie mit der Sache umgehen sollte. Anscheinend war ein lebenslanges Meiden des Anderen keine Option und darüber war die Blonde auch ganz froh. Sie genoss die Anwesenheit der Kleineren ja irgendwie. Auch wenn ihre Einstellungen zu bestimmten Themen doch stark auseinander gingen. Natürlich kam Cylie wieder auf das Thema Studium zurück. Beinahe hätte Yumi wieder ein lautstarkes Seufzen von sich gegeben aber konnte es dann doch zurückhalten. Es war wirklich nicht ihr Lieblingsthema. Eigentlich sprach sie am liebsten gar nicht darüber. Wenn sie zu lange darüber nachdachte bekam sie einfach Kopfschmerzen. "Weil ich nicht weiß was ich sonst machen will..." antwortete sie auf die Frage des anderen Mädchens, sah sie dabei aber nicht an. "Es ist einfacher sich einfach so treiben lassen. Wenn ich es nicht schaffe und sie mich rauswerfen habe ich eh keine Wahl..." Allein der Gedanke daran bereitete ihr irgendwie Magenschmerzen weshalb sie ihn einfach wieder ganz weit weg schob. So wie alles was ihr gegen den Strich ging. Die Blonde senkte ihr Haupt ein kleines bisschen - hob es erst wieder als Cylie ihr versicherte, dass an diesen Punkt jeder Student einmal ankam. Im selben Atemzug berichtete sie von ihren eigenen Bedenken hinsichtlich ihres Studiums. Wortlos lauschte Yumi ihr, verharrt kurz in der Stille die zwischen ihnen herrschte. "Ich glaube wenn man etwas wirklich gerne macht wird man irgendwann auch gut darin..." Natürlich war man wenn man frisch aus der Uni kam noch nicht so gut wie man es vielleicht gerne hätte aber mit der Zeit würde das doch schon werden wenn man sich seiner Sache auch sicher war, oder? Gemeinsam schlenderten die Mädchen durch die Flure der Universität. Es war fast schon ungewohnt mit Jemanden an seiner Seite zu einer Vorlesung zu gehen, Ansonsten hielt Yumi ihre Studienkollegen eher auf Abstand, konnte mit dem Geschnatter dieser Hühner oft nichts anfangen. Früher hatte sie zumindest so getan als würde es sie interessieren. Inzwischen machte sie sich nicht einmal mehr die Mühe.



    [Irgendwo in der Uni] Darren & Alessa

    Er wiederholte ihre Worte - teilweise. Wirkte fast schon verwirrt durch ihre Wortwahl. Seine Stimme wurde leiser. Irgendwie bedächtig. Als hätte irgendjemand diese Leichtigkeit, die ironischer Weise zwischen ihnen herrschte, weggeblasen. Vielleicht lag es daran wie sie ihre Worte gewählt hatte - vielleicht war es unvermeidbar, dass Irgendjemand das ansprach was eigentlich zwischen ihnen stehen sollte und irgendwie ja auch stand. Sie sah in die dunkelbraunen Augen ihres Gegenübers. War da Bedauern in seinem Blick zu erkennen? Nicht nur darin. Auch die sonst so lockere Haltung des Lockenkopfs wich. Es fehlte jede Spur von dem Schauspieler, der gerade eben noch so selbstbewusst gewirkt - mit ihr gescherzt hatte. Der Mann, der ihr jetzt gegenüber stand, seinen Kopf gesenkt - den Blick auf ihr ruhend, wirkte mit einem Mal so echt. Nicht mehr so unantastbar wie man es von einem zukünftigen Schauspieler oder Musiker erwartete. Kurz überlegte sie mit einem taffen Spruch zu kontern - die Stimmung wieder ein wenig anzuheben weil es ihr so lieber war aber für einen Moment schwieg das Blondchen, senkte ihren Kopf ebenfalls und wich kurz den Blick seiner warmen Augen aus. "Naja für Gefühle kann man doch nichts..." kam es ungewohnt leise über die hübsch geschminkten Lippen der Schülerin. Vereinzelte Haarsträhnen fielen ihr ins Gesicht welche sie folgend gleich wieder hinter ihr Ohr strich als sie ihren Kopf wieder ein Stück weit hob. "Entweder sie sind da oder eben nicht. Man kann nichts erzwingen." Der Blick ihrer roten Augen huschte über sein kantiges Gesicht. Über den Bart, den er mittlerweile irgendwie länger als sonst trug. Natürlich war sie verletzt. Sie hatte sich auch mehr erhofft - irgendwie. Weil sie die Zeit mit ihm mochte. Weil so vieles einfach gepasst hatte - von ihrer Seite. Aber er hatte ihr nie falsche Hoffnungen gemacht. Sie waren ganz automatisch gekommen. Im Grunde konnte Darren da nichts dafür. Die Stimmung zwischen ihnen wurde wieder etwas lockerer als Darren wegen ihrer beleidigenden Worte hinsichtlich seiner Frisur ein wenig schmollte. Es kostete Alessa ein Grinsen. "So wie du es verdient hast." verteidigte sich das blonde Mädchen schließlich mit erhobenem Haupt und funkelte den Älteren durch ihre roten Augen überlegen an. Fast so als würde sie sich im Ausgleich für das was zwischen ihnen passiert oder eben nicht passiert war alles erlauben dürfen. "Überstürz hier bloß nichts." warnte Alessa ihren Gegenüber vor und ein fast schon teuflisches Schmunzeln schlich sich auf ihre Lippen. "Ich räche mich dann wenn du es am Wenigsten erwartest und du dich in Sicherheit gewogen fühlst..." Ein leises Lachen drang aus ihrer Kehle. Vielleicht war es nicht fair sich einen Spaß daraus zu machen während er über ein eigentliches ernstes Thema sprach aber irgendwie war das ihre Art damit umzugehen. Wahrscheinlich nicht der richtige Weg aber nur weil es auf diese eine bestimmte Art und Weise nicht zwischen ihnen klappte musste man einander doch nicht völlig aus den Augen verlieren, oder? Es war ja nicht so das sie Hals über Kopf in ihn verliebt gewesen war. Es war mehr eine Schwärmerei. Vielleicht ein kleines bisschen mehr. "Die Bemalung wird noch das kleinste Übel sein..." drohte Alessa dem Größeren folgend und meinte die Drohung doch nicht ganz so ernst zumal der Lockenkopf wahrscheinlich nicht zu einem Powernap im Stehen ansetzen würde. Gemeinsam machten sie sich also auf dem Weg in die Uni, wo Darren seine Strafarbeit abarbeiten musste. Auf dem Weg sprachen sie über dieses Mädchen oder vielmehr darüber das die Sache wohl nicht ganz so einfach war. Auch wenn Alessa das Ausmaß dessen gar nicht bewusst war. Auch nicht nachdem er es ihr ein Stück weit erklärt hatte. "Du hast dir ihre Nummer also einfach erschlichen?" kam es gespielt entsetzt über die Lippen der Schülerin. Wohlwissend, dass sie es doch war die ihre eigene Nummer einfach so in sein Handy geschmuggelt hatte. "Hast du dich nicht getraut zu fragen?" Das Blondchen schielte in die Richtung des Studenten und stieß ihn mit dem Ellenbogen an. Die Vorstellung war irgendwie süß. Der sonst so selbstbewusste Kerl, der im Angesicht mit diesem Mädchen einknickte und es nicht einmal schaffte sich auf normalem Wege ihre Nummer zu besorgen. Ein amüsierter Laut verließ die Kehle der Jüngeren. "Wie pessimistisch du bist. Du hast ihr heute das erste Mal geschrieben und heulst rum weil sie dir nicht gleich antwortet?" Alessa zog ihre Augenbrauen zusammen und schüttelte folgend den Kopf. Faszinierend das es scheinbar niemals anders wurde wenn es um die Liebe ging. Egal ob man 14 war oder eben schon wesentlich älter. Man war anscheinend immer gleich eingeschüchtert im Angesicht der Person, der man sein Herz geschenkt hatte.

    Es dauerte nicht lange und die Beiden kamen an ihrem Zielort an. Während Alessa noch misstrauisch den doch recht verwahrlosten Raum musterte machte sich der Dunkelhaarige schon daran einen Eimer mit Wasser zu füllen um sich nicht länger vor der Arbeit zu drücken. Als der Andere ihr schließlich einen Putzlappen in die Hand drückte und ihr folgend die ehrenvolle Aufgabe erteilte die Tische abzuwischen war die Schülerin für einen Moment wirklich paff. Mit offenen Mund starrte sie ihn geschockt an, konnte den Blick des Schauspielstudenten aber nicht mehr einfangen, da er sich schon aufmachte um sich einen weiteren Lappen zu besorgen. "Bist du verrückt?" kam es schließlich über die Lippen des Blondchens. Sie hob eine Hand an um ihre folgende Aussage zu unterstreichen. "Ich ruiniere mir doch nicht die Fingernägel in diesem Putzwasser..." Gerade noch so erhaschte Alessa einen Blick auf das Grinsen, welches sich über das ganze Gesicht des Anderen erstreckte. Er war wohl mit Absicht ein wenig in Deckung gegangen weil er schon wusste was ihm erwartete aber das bewahrte ihn auch nicht davor, dass das Blondchen folgend den Lappen in das Wasser tauchte und damit drohte ihn das tropfnasse Ding um die Ohren zu hauen. "Nur weil ich dir Gesellschaft leiste heißt das nicht gleich das ich dir deine Strafarbeit abnehme..." stellte das Mädchen schließlich klar als sie sich dem Lockenkopf wieder ein Stück näherte und folgend seinem Blick folgte, der offenbar auf dem Klavier lag, welches hinter den Tischen beinahe unterging. "Oh lass es uns mal testen ob es noch funktioniert!" Tatsächlich flammte kurz so etwas wie Interesse in den Augen des Mädchens auf als sie das Musikinstrument entdeckte. So schnell war die Arbeit wieder vergessen....

    [Irgendwo zwischen den Ständen] Sophia & Eric

    Ihr Blick traf den seinen und unweigerlich hoben sich seine Mundwinkel als ihr die Überraschung deutlich ins Gesicht geschrieben war. Es war ihm unmöglich sich von ihrem Antlitz loszureißen weshalb er ihren Blick erwiderte solange er andauerte. Es war letztendlich die Adelstochter, die sich von ihm abwandte und sich schließlich wieder auf das kleine Mädchen neben sich konzentrierte- sich anscheinend von ihr verabschiedete. Er studierte ihre vertrauten Gesichtszüge, genoss das Kichern, welches vom Wind in seine Richtung getragen wurde. Allein sie so zu betrachten hatte etwas Vertrautes an sich aber dennoch blieben all die gemeinsamen Erinnerungen im Verborgenen - machten keinerlei Anstalten zu ihrem Besitzer wieder zurückzukehren. Das Lächeln auf seinen Lippen verschwand wieder und dennoch ruhte sein Blick auf ihr. Es war nicht fair gewesen sie so lange warten zu lassen nur weil er zu feige war sich den Geistern der Vergangenheit zu stellen. Das wusste er und dennoch konnte er es nun nicht mehr ändern. Vielleicht hätte sich der Jäger dafür schämen sollen die Zeit mit Dorothy genossen zu haben aber er tat es nicht. Weil diese Zeit ebenso wertvoll war. Eric verharrte in seiner Position und wartete geduldig darauf, dass Sophia sich von dem Mädchen verabschiedet hatte. Erneut fanden sich ihre Blicke. Die untergehende Sonne schmeichelte ihrem Teint. Als Eric bemerkte, dass sie sich auf ihn zu bewegte, stieß er sich von dem Schaustellerwagen ab, gegen den er bis eben noch gelehnt hatte. Seine Lippen formten wieder ein Lächeln als sie schließlich vor ihm zum Stillstand kam, bemerkte wie ihr Blick über sein Gesicht wanderte, welches hoffentlich nicht mehr ganz so schlimm aussah wie bei ihrer letzten Begegnung. "Wir waren doch verabredet..." erklärte Eric sich schließlich und widerstand dem Verlangen ihr eine lose Haarsträhne, die sich offensichtlich verirrt hatte, aus ihrem makellosen Gesicht zu streichen. Jeder Kerl hier beneidete ihn wahrscheinlich für das Glück das er hatte. Das Glück von ihr bemerkt zu werden - ihre ungeteilte Aufmerksamkeit zu haben - eine Vergangenheit mit ihr zu teilen. Doch was brachte einem jene Vergangenheit, wenn man sich nicht an diese Zeit erinnerte - wenn nur flüchtige Momente schemenhaft wiederkehrten. "Ich weiß ich bin zu spät..." Der Blick seiner dunkelbraunen Augen riss sich von ihr los und wanderte kurz in Richtung der Schausteller, die nach und nach ihren Kram wieder einpackten - sich abreisebereit machten. Der Tag war wieder einmal viel zu schnell vorüber gegangen. Eric warf seinem Gegenüber einen entschuldigenden Blick zu aber wagte es nicht zu dreist zu sein auch eine Entschuldigung auszusprechen, wo sich ihre Blicke doch auch bereits vorhin getroffen hatten als er noch mit Dorothy auf dem Dach des Schaustellerwagens saß. Genau genommen würden Worte doch nicht genügen um diese Situation zu rechtfertigen, oder? Der Dunkelhaarige winkte den Arm an, damit sich Sophia den ihren einhängen konnte. "Darf ich euch nach Hause geleiten, Mylady?" Zumindest das war er ihr schuldig. Wer wusste schon ob sich hier nicht wieder irgendwelche Tunichtgute rumtrieben, die es nicht abwarten konnten einer schönen Dame aufzulauern. Nicht das Eric vom Schlimmsten ausgehen wollte. Für gewöhnlich waren die Einwohner Trampolis allgemein relativ friedvoll aber man wusste ja nie. Mit seiner freien hand strich sich der junge Jäger über sein Gesicht. "Ja. Ich habe mich bemüht weitere Schlägereien zu vermeiden. Das hat erstaunlich gut geholfen." Ein Schmunzeln erschien auf den Lippen des jungen Mannes bevor er seine Hand wieder sinken lies. "Hattest du einen schönen Tag hier am Fest?" erkundigte sich Eric schließlich bei seiner Begleitung, wenn man es denn als solche bezeichnen konnte und genoss ihre Nähe obwohl sie ihn zugleich stehts daran erinnerte, dass es Dinge gab - gemeinsame Erlebnisse, die sich seiner Erinnerung entzogen hatten. Kein angenehmes Gefühl. Und es wurde stehts von zahlreichen Fragen begleitet, die weiterhin unbeantwortet blieben.

    [Verlassen das Wohnheim in Richtung Uni] Cylie & Yumi

    Entweder sie war deutlich schlechter geworden fließend sarkastisch zu sprechen oder aber die andere Studentin war einfach viel zu fürsorglich um den offensichtlichen Unterton in ihrer Aussage heraus zu hören. Yumi tendierte ja zu Zweiterem - hoffte es zumindest ein kleines bisschen weil sie doch schon sehr stolz auf den Sarkasmus war, der immer wieder ihre Aussagen begleitete. Natürlich kam es dazu das sie nachharkte - versuchte mehr hinter der Aussage der Blonden zu erkennen. Vielleicht den wahren Kern dahinter aufdeckte. Ein Seufzen verließ die Lippen der Psychologiestudentin folgend. Das Studium war doch immer schon ein leidiges Thema für sie gewesen. Es hatte mit der Anmeldung angefangen und zog sich bis jetzt. Sie fand die menschliche Psyche wirklich spannend. Es war so umfangreich und faszinierend aber leider hob sich die Realität doch ein wenig von der Vorstellung ab, die sie hinsichtlich dieses Studiums gehabt hatte. Mit jedem Tag der verging war sie sich unsicherer bezüglich ihrer Zukunft. Wollte sie das wirklich eines Tages ausüben? Was wenn es der falsche Weg war? Gab es dann noch die Möglichkeit umzukehren? Mit dieser Unsicherheit wuchs auch das Bedürfnis den Vorlesungen einfach fern zu bleiben. So würde die Uni ihr irgendwann diese Entscheidung abnehmen, die sie nicht gewillt war zu treffen weil sie damit immer schon Probleme gehabt hatte. Entscheidungen treffen. Lieber manipulierte sie etwas so lange bis man ihr die Entscheidung abnahm. Kurz hoben sich ihre Mundwinkel bei diesem Gedanken. "Ich bin mir nicht sicher ob es das ist was ich in Zukunft machen will..." antwortete Yumi schließlich auf die Frage der Anderen, sah sie dabei aber nicht an, sondern lehnte den Kopf in den Nacken, schloss für einen Moment die Augen und atmete schwer aus. Jetzt würde die Frage kommen was sie denn stattdessen machen wollte, richtig? Diese Frage kam immer. Und das war das Problem. Sie wusste es nicht. Sie hatte keinen Plan für ihr Leben wie es andere vielleicht hatten. Fragten Leute nicht immer nach diesem berühmten fünf Jahres Plan? Allein die Vorstellung sich damit auseinandersetzen zu müssen nahm Yumi die Luft zum Atmen. Sie bevorzugte es in den Tag hinein zu leben und nicht über das Morgen nachzudenken. Als Cylie den Grund nannte warum Yumi das Ganze nicht lassen sollte musste die Blonde schmunzeln. Ob dem wirklich so war oder die Brünette nur einen Scherz machte war der Studentin in diesem Moment nicht klar. Meistens glänzte sie ohnehin durch Abwesenheit und die wenigen Male, die sie sich doch in die Vorlesungen verirrte, dem stillen Wunsch folgte ihr Leben vielleicht doch irgendwie in den Griff zu bekommen, war sie meist so abwesend, dass sie nicht einmal wusste wer mit ihr in dem Kurs war und wer nicht. Genau genommen überraschte es Yumi sogar das Cylie anscheinend ebenfalls in einem ihrer Kurse war. Sie war ihr nie aufgefallen - nicht bewusst zumindest. Als die Studentin folgend ein wenig darüber philosophierte wie durchschaubar Menschen für einen Anderen waren schwieg Yumi, lies sich ihre Worte durch den Kopf gehen aber kommentierte sie folgend auch nicht, da ohnehin der unbeabsichtigte Anruf dazwischen kam. "Dann musst du dich täuschen..." entgegnete Yumi dem anderen Mädchen, welches unverblümt ihre vorherige Aussage anfechtete. Sie zog ihre Hand zurück während Cylie ein wenig an den Bettrand rutschte und sich folgend erhob. Nun war es wohl an ihr den Sarkasmus auszupacken während sie über die Situation sprachen. Ein breites Grinsen war auf ihren Lippen erschienen als sie Yumi mit einem eindeutigen Blick musterte. "Du gibst nicht auf, richtig?" Was erwartete sie von ihr? Das sie zugab, dass er sie interessierte? Natürlich tat er das. Sonst würden gewisse Dinge nicht immer wieder passieren. Yumi rollte mit den Augen als Cylie sich wieder zu ihr umgedreht hatte und sie fragend musterte als die Blonde gerade ihr Handy beiseite packte. Als die Kleinere ihr folgend den Rat gab Darren beim nächsten Mal den Tipp zu geben auf seine Finger Acht zu geben damit er nicht wieder Jemanden mit einem unbeabsichtigten Anruf überraschte schlich sich ein vielsagendes Grinsen auf die Lippen der angehenden Psychologin. "Mir ist es fast lieber er passt nicht darauf auf..." Yumi biss sich kurz auf die Unterlippe und ein belustigter Laut drang aus ihrer Kehle bevor sie sich ebenfalls von ihrem Bett erhob, an den Spiegel heran trat aber dann doch nichts an ihrem Aussehen ändert, sich lediglich kurz mit den Fingern durch ihre Haare fuhr. Dieser kleine schmutzige Scherz bot sich bei der Aussage ihrer Besucherin doch förmlich an, oder nicht? Das freche Grinsen war jedoch schnell wieder aus ihrem Gesicht verschwunden als Cylie sie auf die Vorlesung ansprach, die sie heute anscheinend gemeinsam hatten. Die Blonde nickte knapp als ihre Kaffeelieferantin vorschlug den Weg gemeinsam zu gehen. Als sie ihr noch versicherte sie würde warten während Yumi bei der Wohnheimleitung war schüttelte diese knapp den Kopf. "Das hat sich erübrigt..." Sie dachte an die Nachricht, die er ihr gerade eben erst geschrieben hatte und hätte beinahe wieder den Kopf geschüttelt. "Anscheinend ist sie seinem Charme erlegen..." Yumi erwähnte fast schon beiläufig, dass Darren heute Morgen als sie erwischt worden waren der Alten noch schnell beim Aufräumen geholfen hatte, während sie die Sachen für die Uni in ihre Tasche warf, sich schon während dem Packen eigentlich sicher war, dass sie etwas vergessen hatte aber immerhin würde sie anwesend sein. Zählte nicht wenigstens der Wille? Gemeinsam verließen die beiden Studentinnen schließlich das Wohnheim nachdem sie bei Cylies Zimmer noch einen Zwischenstopp eingelegt hatten um ihr Unizeug zu holen.

    [Irgendwo in der Uni] Darren & Alessa


    Mit einem breiten Grinsen auf den Lippen verkündete der Dunkelhaarige folgend das er doch die ideale, fleischgewordene Chance war um ihre Menschenkenntnis zu verbessern. Argwöhnisch beäugte Alessa ihren Gegenüber, der sich offenbar schon auf das Ergebnis freute. "Soll ich mich jetzt dafür bedanken...?" hinterfragte das Blondchen das Schauspiel vor ihren Augen und musste dann doch schmunzeln. Es war doch irgendwie fast schon absurd das sie nun hier standen und miteinander herumalberten wenn man bedachte, dass sie vor nicht allzu langer Zeit noch in einer völlig anderen Beziehung zueinander standen. Unweigerlich dachte die Schülerin an die Nacht in der sie sich kennengelernt hatten - vielleicht ein bisschen besser als es üblich war. Irgendwie sonderbar wenn man genauer darüber nachdachte. Unweigerlich studierte sie die Gesichtszüge des Studenten, als eine doch recht knappe Antwort über seine Lippen kam. Sie war überrascht. Im positiven Sinne. Nicht jeder konnte so gut mit der Wahrheit umgehen. Nicht jeder vertrug es wenn man die Meinung ins Gesicht geklatscht bekam. Er wich ihren Blick nicht aus - hielt ihn stand und schien wohl darauf vorbereitet, dass die Wahrheit auch ab und an schmerzte. Für einen Moment fragte sich die Jüngere was ihn zu dem Menschen werden hatte lassen, der er heute war. Ein Mensch, der die Wahrheit schätzte obwohl sie nicht immer gut tat. Aber sie hinterfragte es nicht sondern beobachtete schließlich den von sich überzeugten Schauspieler, welchen er gerade mimte. Ein leises Lachen kam über die geschminkten Lippen des Mädchens als seine folgenden Worte an ihr Ohr drangen. "Oh wie nennt sich dieser Style denn?" Für einen Moment wirkte es fast so als hätte sie ernsthaftes Interesse daran diesen Look näher kennenzulernen. "Verwahrloster Student?" Sie grinste und funkelte Darren durch ihre roten Augen frech an. Kurz hätte man denken können, dass der Lockenkopf ernsthaft verletzt schien aber es gehörte wohl zu seinem Schauspiel dazu. Alessa musste allerdings gestehen, dass er den Dackelblick mindestens genauso gut drauf hatte wie sie selbst. Wer hier wohl seinen Meister getroffen hatte? Das Blondchen legte ihren Kopf schief und schenkte dem Studenten einen mitleidigen Blick als sie ihre Hand kurz auf seiner Schulter ablegte. "Awww armes Baby. Zum Glück kann ich durch das Verzieren deines Gesichts so alles nur besser machen..." munterte die Schülerin den Anderen halbherzig auf und musste dann doch schmunzeln weil sie im Schauspielen längst nicht so geübt war wie der Darren. Zumindest wenn man von professioneller Schauspielerei sprach. Die Beiden ließen die Albernheiten hinter sich als es folgend um jenes Mädchen ging, welches wohl das Herz des Studenten erobert hatte. Er schmunzelte zwar und doch schien es kein leichtes Thema für ihn zu sein. Ob es an dem Thema an sich lag oder an der Tatsache dass es Alessa war die hier vor ihm stand vermochte das Blondchen nicht zu sagen. Stück für Stück rückte Darren aber doch noch mit der Sprache heraus, ging dabei aber nicht näher darauf ein was genau an der ganzen Sache so kompliziert war. Seine Stimme war leise - fast schon sanft als er über dieses Mädchen sprach. Überrascht hob Alessa sie Augenbrauen als er mit der Sprache herausrückte, dass es wohl doch nicht Gang und Gebe war, dass sie einander schrieben. Kompliziert war anscheinend noch gar kein Ausdruck für das was die beiden Studenten hier am Laufen hatten. "Aber sie hat dir ja anscheinend ihre Nummer gegeben und normalerweise gibt man seine Nummer doch nur Jemanden mit dem man auch beabsichtigt zu schreiben..." Vielleicht hatte sie also gerade einfach keine Zeit um ihm zu schreiben. Alessa war immer noch verwirrt. Schien nicht wirklich durchzublicken was genau denn das Problem war oder warum der sonst eigentlich sehr selbstbewusste Student wenn es um sie ging solche Selbstzweifel hatte. Er lies es so klingen als wäre ihm die ganze Sache egal - als würde es ihm überhaupt nichts ausmachen - als würde er von diesem Mädchen nichts erwarten. Aber dem war wohl nicht so. "Und ich hielt dich für einen guten Schauspieler hmmh..." Der Blick der Schülerin wanderte wissend über das Gesicht ihres Gegenübers als sie an ihm vorüber ging um sich des leeren Kaffeebechers zu entledigen. Er schien sich zu freuen, dass sie ihm begleiten wollte. Was schon einmal ein wesentlicher Fortschritt zu der Miene war, die er vorhin aufgesetzt hatte als es um diese mysteriöse Blondine ging. Nachdem sich Alessa über seine Vorstellung einer Verabredung beschwerte gelobte der Lockenkopf Besserung was automatisch dazu führte, dass sich ein Lächeln auf die Lippen des Mädchens schlich. "Die Glückliche. Ich erwarte dann mindestens eine Dankeskarte..." Als Darren endlich zu ihr aufgeschlossen hatte gingen sie nebeneinander in Richtung Uni. Anscheinend vermutete der Student, dass sie gerade schwänzte, was ihm einen Blick von der Seite beschwerte. "Von Jemanden der gerade auf dem Weg ist seine Strafarbeit zu erledigen lasse ich mich nicht belehren..." stellte Alessa ganz schnell klar aber musste dann doch schmunzeln bevor die dem angehenden Schauspieler erklärte, dass sie gerade eine Freistunde hatte und sich ohnehin die Zeit vertreiben musste bis der nächste Unterricht losging. Unweigerlich schweifte ihr Blick durch das Gebäude, welches sie folgend betraten. Aus dem ein oder anderen Grund war das Blondchen schon einmal hier gewesen aber dennoch war es irgendwie beeindruckend. Sie konnte kaum erwarten zu studieren. Auch wenn man es sich wahrscheinlich immer wesentlich aufregender vorstellte als es in Wirklichkeit war. Sie bemerkte die Blicke der Anderen. War sich aber nicht sicher ob sie ihr oder ihm galten. Vielleicht lag es an der Kombination. Wer wusste das schon genau. Außenstehend betrachtet gaben sie sicher ein hübsches Paar ab. Aber daran dachte die Schülerin gar nicht erst. Sie gingen einen langen Flur entlang als sie schließlich vor einer Tür zum Stehen kamen. "Ist es hier?" fragte Alessa schließlich und griff nach der Türklinke als Darren ihr mit einem Nicken antwortete. Schwungvoll öffnete das Mädchen die Tür. Als nur sie in das Innere sehen konnte sah sie über ihre Schulter zu dem Studenten, welcher etwas abseits von ihr stand. "Oh Mann... du musst echt etwas Schlimmes verbrochen haben..." kam es seufzend über die Lippen des Blondchens. Relativ glaubhaft wie sie fand denn auch Darren schien ihr zu glauben und erwartete wohl bereits das Schlimmste als er ebenfalls einen Blick in den Raum warf in dem alte Möbel herumstanden und sonstiges altes Unizeug, welches Irgendjemand wohl mal hier abgestellt hatte um es an einer anderen Stelle aus dem Weg zu haben. Alessa betrat zögerlich dem Raum und warf einen Blick auf das Putzzeug, welches auch in der einen Ecke stand und vielleicht ja sogar extra für ihn hier platziert worden war. "Was genau sollst du denn machen?" fragte Alessa schließlich und wischte mit dem Finger einmal über den verstaubten Tisch auf den sie sich gerade setzen wollte. Schnell entschied sie sich aber dagegen und mit einem angeekelten Gesichtsausdruck sah sie in die Richtung des Lockenkopfs. "Alte Kaugummis von den Tischen kratzen?"

    [In Yumis Zimmer] Cylie & Yumi

    Die blonde Studentin zuckte beiläufig mit den Schultern als Cylie hinterfragte warum Menschen sich so verhielten. Vielleicht war es die Langeweile, die ihr eigenes Leben ereilt hatte - vielleicht der Neid, weil sie sich in ihrem eigenen Leben eingesperrt fühlten. So genau konnte man es als Außenstehender nicht beurteilen und das wollte Yumi jetzt im Moment auch gar nicht. Die Beweggründe der Anderen interessierten sie eigentlich auch nicht sonderlich. Sich darüber zu ärgern brachte auch nichts weshalb sich die angehende Psychologin ohnehin schon längst abgewöhnt hatte sich unnötig darüber Gedanken zu machen. Die Worte der Anderen brachten sie zum Nachdenken. Flüchtig. So viele Menschen waren einmal Teil ihres Lebens gewesen und letztendlich wieder gegangen. Manchmal war auch sie gegangen - hatte diese Menschen zurückgelassen - sich nicht gemeldet und war einfach untergetaucht. Im Grunde war sie genauso schlecht in dieser ganzen Freundschaftskiste wie die Menschen von denen Cylie gerade sprach. Ein weiterer Grund ihnen keinen Vorwurf zu machen. Sie hatte sich verändert und die Menschen um sie herum genauso. Das war wohl der Lauf des Lebens. Wortlos näherte sie sich wieder ihrem Bett und nahm neben Cylie Platz, deren Blick sie verfolgte - regelrecht studierte als zweifelte sie die Worte der Blonden an. Ein Grinsen schlich sich auf die Lippen der Studentin als die Andere ihre Vermutung Kund gab. "Sehr gut. Ich hatte schon überlegt was ich alternativ machen könnte falls ich das Semester nicht packe..." Das in ihrer Aussage mehr Wahrheit steckte als man vielleicht vermutete lies Yumi nicht durchschimmern. Das behielt sie wie immer für sich. Auch die Tatsache das Schauspiel eher nicht in Frage kam verschwieg die Studentin. Der intensive Blick der Anderen löste sich von ihr und Yumi schmunzelte als das andere Mädchen von diesen ominösen Menschen berichtete, die einem gleich mit einem Blick durchschauten. "Dann ist man vielleicht nicht so undurchschaubar wie man es gerne hätte..." gab Yumi zu bedenken und sah in die grünen Augen der Anderen. Sie wandte sich auch nicht ab als Cylie ihr versicherte, dass Nick sich irgendwann für Alles erkenntlich zeigen würde. Einen Moment zu lange blickte die Blonde die andere Studentin an. "Wenn du das sagst..." Sie kannte Nick immerhin wesentlich besser als Yumi. Die Blonde kannte ihn nur als den Freund von Leila. Mehr auch wieder nicht. Der selbe Freundeskreis aber als Freund hätte Yumi ihn wahrscheinlich nie bezeichnet. Sie hatte sich ohnehin zurückgezogen als die Beiden zusammengekommen waren. Es war die Zeit in ihrem Leben als sie sich entschieden hatte nach Kanada zu gehen - Abstand zu gewinnen. Zu allem. Vor allem aber zu ihm. Ohne Erfolg wie es aus heutiger Sicht den Anschein hatte. Wobei das auch nicht so ganz richtig war. Immerhin war es eine Erfahrung gewesen, die sie nicht missen wollen würde. Gute wie schlechte. Aber das formte ja bekanntlich den Charakter. Auch wenn wahrscheinlich Viele der Meinung waren, dass das nicht ganz so gut funktioniert hatte bei ihr. Es war das Läuten ihres Handys was die junge Studentin wieder aus ihren Gedanken holte. Beinahe war sie dankbar darum weil die Stimmung wegen dieser ganzen Nicksache nicht wirklich die Beste war. Aber schon im nächsten Moment erkannte sie die Handynummer, die dort am Display aufleuchtete. Die Blonde verharrte in ihrer Position, starrte auf die einzelnen, aneinandergereihten Zahlen die dort abgebildet waren und übersah dabei, dass sich ihr Handy immer wieder vom Bett bewegte und folgend auch hinunterfiel. wenigstens Cylie reagierte adäquat, schaffte es aber doch nicht das gute Stück vor einem Aufprall zu schützen. Das Läuten hatte aufgehört - war verstummt. Kurz verspürte Yumi so etwas wie eine Erleichterung. Dieses Gefühl war jedoch nur von kurzer Dauer denn schon im nächsten Moment hörte sie seine Stimme. Cylie hatte anscheinend abgehoben. Sie flüsterte eine Entschuldigung während die Studentin regungslos auf das Display starrte. Irgendwann verstummten die Stimmen ab Telefon. Er hatte aufgelegt - war vielleicht noch einmal unabsichtlich an den Touchscreen gestoßen. Was es auch war - es spielte keine Rolle. Yumi räusperte sich und strich sich eine lose Haarsträhne hinters Ohr. Sie spürte die Hand der Brünetten auf der ihren, die sich vorsichtig nach ihrem Wohlbefinden erkundigte und sich folgend noch einmal entschuldigte. Die Mundwinkel der angehenden Psychologin hoben sich kurz als sie in das Gesicht der Anderen blickte. Ihre Stirn war in Falten gelegt. Sie sah wirklich besorgt aus. "Klar. Warum sollte nicht alles okay sein?" Vielleicht hatte sie sich kurz über die heuchlerische Art des Schauspielstudenten aufgeregt aber sonst war natürlich alles in Ordnung. Warum sollte es anders sein? Sie war es doch die kein Interesse an mehr hatte. Das der Lockenkopf sich anderweitig umsah war doch nur natürlich. Er war eben doch der Typ Mensch, der auf der Suche nach einer Beziehung war. Im Gegensatz zu ihr. Was er sich davon versprach sie anzulügen war eine andere Geschichte. Es würde sie nicht stören wenn er sich auch mit anderen Mädchen amüsierte. Richtig? Nein. Falsch. Es würde sie stören aber zugleich lies die Blonde es sich nicht nehmen ebenfalls mit anderen Männern ins Bett zu hüpfen. Sie war ganz und gar furchtbar und hatte verquere Vorstellungen vom Leben. Das wusste sie aber war doch nicht bereit etwas daran zu ändern. Erneut war es das Vibrieren ihres Handys, welches ihre Aufmerksamkeit einforderte. Ein flüchtiger Blick zur Seite genügte um festzustellen, dass es wieder eine Nachricht von ihm war. Fast schon genervt griff Yumi danach und musste Whats App gar nicht erst öffnen, da sie in der Vorschau schon sah worum es ging. Irritiert zog sie die Augenbrauen zusammen als sie die Nachricht las und das Handy wieder beiseite legte ohne zu einer Antwort anzusetzen. Stattdessen kam ein amüsierter Laut über ihre Lippen. Was versprach er sich davon? Hatte er ernsthaft die ganze Schuld auf sich genommen? Zu welchem Zweck? Glaubte er wirklich das würde auch nur irgendetwas ändern? "Wie bescheuert..." kam es leise über die Lippen der Studentin als sie den Kopf schüttelte. Zugleich war sie aber fast ein wenig beeindruckt, dass er die alte Hexe anscheinend um den Finger gewickelt hatte. Wahrscheinlich ein weiterer Vorteil wenn man ein geborener Schauspieler war.


    [1. OG - Wohnzimmer] Juliet & Chris

    Der Pharmaziestudent wollte gerade wieder Kehrt machen als er die doch recht angespannte Stimmung zwischen den beiden anderen Anwesenden bemerkte als folgend der junge Kerl abrauschte und das blonde Mädchen, welches Chris von dem Fest in den Bergen kannte alleine zurückließ. Ihre Stimme drang an sein Ohr - lies ihn letztendlich inne halten. Er umklammerte die Tasse Kaffee in seiner Hand und drehte sich in die Richtung der Studentin, welche es sich im Wohnzimmer auf der Couch gemütlich gemacht hatte. Der Dunkelhaarige näherte sich wieder der Höhle des Löwen aber blieb in der Tür einen Moment stehen. Sie sah nicht gut aus. Also natürlich sah sie gut aus aber es schien so als würde sie eine harte Zeit durchmachen. Schweigend wanderte sein Blick über ihr Gesicht. Hatte sie geweint? Kurz sah er über seine Schulter, doch der Kerl von vorhin war schon über alle Berge. Unweigerlich dachte er sich seinen Teil zu der Gesamtsituation. Ein Bild, welches sich aus den Bruchstücken ihrer Unterhaltung damals am Fest und aus der Stimmung, die nach wie vor vorherrschte, zusammensetzte. Er winkte wortlos ab als sich Juliet für die Situation entschuldigte, in die doch er reingeplatzt war. Selbst ein Blinder hätte wahrscheinlich mitbekommen, dass dieser Moment nur für die Beiden bestimmt war aber manchmal sah Chris wohl den Wald vor lauter Bäumen nicht, schämte sich jedoch schon im nächsten Moment dafür. Sie wandte ihren Blick ab, sah auf den Bildschirm direkt vor ihr, auf welchem bereits eine Vorschau von irgendeinem Film oder einer Serie lief. Chris meinte zumindest die Vorschau bereits gesehen zu haben aber sicher war er sich letztendlich doch nicht. Ihre Worte ließen ihn seinen Blick vom Fernseher losreißen und auf ihr Profil richten. Sie war verletzt. Mit einem Mal war sich der Student nicht mehr so sicher ob es in Ordnung war hier zu sein oder ob sie vielleicht lieber allein sein wollte. Aber es war Juliet gewesen, die ihn vom Gehen abgehalten hatte, richtig? Er war wahrscheinlich nicht der Richtige in solchen Situationen, war ungeschickt im Umgang mit Gefühlen und fand vermutlich nicht die Worte, die sie hören wollte wenn es darauf ankam. Er näherte sich der Blonden und nahm mit etwas Abstand ebenfalls auf der Couch Platz. "Ist das eine Fangfrage?" mutmaßte der Dunkelhaarige folgend und nahm einen Schluck von seinem Kaffee während er seinen Blick wie sie auf den Bildschirm richtete, sich von den Stimmen, die aus dem Fernseher kamen berieseln lies. "Ich glaube es ist völlig egal was dann dort läuft... so schnell geht das mit dem Vergessen nicht. Man bekommt dann ohnehin nicht viel mit weil man permanent an das was passiert ist denken muss..." Er vermied es sie anzusehen, dachte dabei wahrscheinlich an sich selbst - wie es ihm in der Situation ergehen würde. "Ich denke... dieser Freund sollte sich am Besten etwas aussuchen was ihm gut tut - einen Film oder eine Serie die ein gutes Gefühl hinterlässt weil vergessen in dieser Lage noch zu früh ist..." Chris lehnte sich gegen die Sofalehne und schloss auch seine zweite Hand um die Tasse, in der sich das frischgebrühte Heißgetränk befand.

    [Irgendwo im Park] Leon & Bianca

    Bianca hob eine Augenbraue als ihrem Gegenüber ein Schmunzeln über die Lippen kroch während er ihr versicherte, dass er ihr diesen kleinen Ausrutscher nicht übel nahm. Ein herablassender Laut verließ die Lippen der Adelstochter. "Es gibt immerhin genug Spinner, die hier rumlaufen..." Warum also keinen, der absichtlich einen besonders sonderbaren Hut erworben hatte um seine Mitmenschen auf eine falsche Spur zu führen? Alles war möglich und noch hatte das Mädchen mit den Locken keineswegs ausgeschlossen, dass ihr Gegenüber ebenfalls in diese Kategorie gehörte. Sie linste in die Richtung seiner tierischen Ohren. Unweigerlich musste sie ein kleines bisschen an ihren Kater denken, dessen Stimmung ebenfalls immer an der Lage seiner Ohren abzulesen war. Irgendwie sah es ja ganz süß aus. Erschrocken von ihren eigenen Gedanken wandte das Mädchen ihren Blick wieder ab, wich sogar einen Schritt zurück als ihr klar war, dass in den Adern ihres Gegenübers doch auch Monsterblut floss. Es war ihr natürlich klar, dass das nicht bedeuten musste das er gefährlich war. Es gab immerhin genug Monster, die keine bösen Absichten hatten und an der Seite von Menschen lebten. Unweigerlich musste Bianca an das Elefantenmonster denken, mit welchem sie erst vor Kurzem Bekanntschaft machen durfte. Ein sehr friedliches Wesen - lediglich durch seine Größe irgendwie im ersten Moment einschüchternd. Kurz huschte ein ehrliches Grinsen über die Lippen der Blaublütigen als sich ihr Gegenüber in Szene setzte und keinen Hehl daraus machte sehr viel von sich selbst zu machen. Dennoch folgte sie seiner Aufforderung und lies ihren Blick über ihn wandern. "Ja... wirklich beeindruckend. Vor allem die schmutzige und nasse Kleidung." Ein amüsierter Laut drang aus der Kehle der Adelstochter dabei, welchen sie folgend hinter der flachen Hand verbarg. Wahrscheinlich war die Adelstochter allein durch den Alkohol in ihrem Blut wesentlich leichter zu erheitern. "Vielleicht solltest du dir neue Hobbies suchen. Ich glaube so könntest du irgendwann Probleme mit den Wächtern bekommen..." mutmaßte Bianca schließlich und wankte kurz als sie ein nachdenkliches Gesicht aufsetzte und folgend in die hellen Augen ihres Gegenübers blickte. "...oder du triffst irgendwann einmal auf das falsche Mädchen." Jemand der sich wehren würde. Vielleicht mehr noch als dieser halbherzige Angriff ihrerseits. Allein die Vorstellung war amüsant wie Jemand dieses selbstgefällige Grinsen aus seinem Gesicht wischte. Ihre Mundwinkel zuckten kurz doch schnell war der Hauch vom Belustigung wieder aus dem Gesicht der Adelstochter verschwunden. "Ich bin nicht traurig." widersprach sie ihren Gegenüber und bemühte sich um eine aufrechte Haltung. Eine Lüge. Sie zog ihre Augenbrauen zusammen und funkelte das Halbwesen durch ihre blauen Augen an. "...und auch nicht verloren." Sie war Bianca de Sainte-Coquille und ganz sicher war sie nicht auf die Hilfe von Irgendjemanden angewiesen. Erst Recht brauchte sie kein Mitleid von Jemanden, der ihre Situation ohnehin nicht verstehen konnte und es auch nie verstehen würde. Ihr Blick verfinsterte sich und ihre Hand ballte sich zu einer Faust. Ihre Fingernägel bohrten sich in ihre Handfläche. "Du hast keine Ahnung wie es ist..." Sie schüttelte den Kopf und wandte sich schließlich von dem Anderen ab, setzte einen Fuß vor den Anderen und musste Acht geben dabei nicht vom Weg abzukommen, da sich alles drehte und ihr der Alkohol wirklich zu Kopf gestiegen war. "...also spar dir deine Worte für Jemanden auf den sie interessieren." Von der lockeren Stimmung zwischen ihnen fehlte nun jede Spur. Stattdessen merkte man am Tonfall der Adelstochter schon, dass das Halbwesen wohl einen Nerv getroffen hatte. "Richtig. Also im Grunde solltest du mir dankbar sein, dass ich so gütig bin..." Bianca warf einen Blick über ihre Schulter in die Richtung des jungen Mannes bevor sie langsam einen Schritt vor den Anderen setzte, sich ein wenig von ihm entfernte und dann doch daran scheiterte gerade aus zu gehen und dabei halb im Gebüsch landete, welches den Weg im Park. Dabei schnitt sie sich an den Dornen eben jenes Gestrüpps und sog scharf die Luft ein als sie das Blut an ihren Händen entdeckte - begleitet von dem Schmerz, der von der Wunde ausging.

    Auch dieser Teil von Rune Factory bringt wieder eine unglaubliche Auswahl an heiratswürdigen Damen. Wer spricht euch am ehesten an? Welchen Charaktertyp bevorzugt ihr? Wen wollt ihr auf jeden Fall näher kennenlernen? Oder guckt ihr dabei nur auf die Äußerlichkeiten? Verratet es uns hier an dieser Stelle. Vielleicht habt ihr schon vor Release eine Favoritin...