Beiträge von Zyprim

    Chase & Alessa [Irgendwo am Kai]



    Anstrengend. Warum hatte sie sich eigentlich kein Taxi gerufen? Der Weg nach Hause war wirklich unglaublich weit und Geld spielte eigentlich doch sowieso keine Rolle, denn die Kreditkarte ihres Daddys hätte dafür gesorgt, dass sie sich keinerlei Gedanken machen musste ob etwas zu teuer war oder nicht. Das war immerhin der Vorteil wenn der eigene Papa sich ins Ausland verpisst hatte und wohl ein schlechtes Gewissen hatte weil er sein Töchterlein alleine ließ. Kein Nachteil ohne Vorteil. Sie schmunzelte amüsiert und die hohen Schuhe baumelten in ihrer Hand, denn nach diesem langen und sehr flüssigen Abend taten ihre Füße schon unheimlich weh. Vielleicht hatte sie ein kleines bisschen zu viel getanzt oder ihre High-Heels waren ein kleines bisschen zu hoch für einen derartigen Abend aber dafür waren ihr die bewundernden Blicke des gesamten Clubs gesichert gewesen. Alessa schwankte ein kleines bisschen. Vor ihrem Aufbruch nach Hause hatte sie natürlich noch einmal ihr Make-up gecheckt. immerhin wollte man nicht irgendwie abgefuckt gesehen werden und das Thema der nächsten Klatschrunde sein auch wenn das Blondchen sich ziemlich sicher war, dass es ohne sie gar keine Klatschrunden gab. Immerhin waren Hina und sie die beliebtesten Mädchen der ganzen Schule. Man hatte also ein gewisses Image zu verlieren wenn man sich gehen ließ. Der Gedanke an ihre beste Freundin stimmte sie ein bisschen traurig. Normalerweise war sie immer an ihrer Seite wenn sie feiern ging aber die Gute war leider krank geworden. Mit gemischten Gefühlen dachte sie an ihre Beste. Noch immer hatten sie diese Sache nicht geklärt. Noch immer war es zwischen ihnen nicht mehr so wie es vorher gewesen war und das zerrte an ihr. Möglicherweise war sie gestern Abend deshalb ausgegangen. Möglicherweise hatte sie sich deshalb für einen kleinen Umweg entschieden weil die Stille in ihrem Zimmer sie umbringen würde. Sie seufzte und spazierte am Hafen entlang während ihr Blick über das Wasser hinaus glitt und sie für einen Moment zugeben musste, dass es hier wirklich schön war. Der baldige Sonnenaufgang. Die Nacht, die langsam wich. Gleichzeitig stimmte dieser Anblick sie nur noch wehmütiger. Für einen Moment hielt sie an, legte ihre Arme um ihren schlanken Körper. Es war kühl. Ihr Outfit wahrscheinlich nicht für einen so frühen Spaziergang gedacht - oder so spät. Je nachdem aus welcher Perspektive man das sah. Sie fröstelte ein kleines bisschen und setzte ihren Weg fort. Alessa riss ihren Blick vom Wasser fort und richtete ihn nach vorne. Ihre Augen weiteten sich als sie weiter vorne etwas am Boden liegen sah. Kurz machte ihr Herz einen Sprung. Das - war doch nicht etwa eine Leiche, oder???? Sie blickte sich um - konnte auf den ersten Blick keinen anderen Menschen erkennen. Oder vielleicht ein Besoffener, der sie dann angrabbeln würde wenn sie näher kam? Ewww, Vorsichtig aber gleichzeitig doch mit einem schnelleren Schritt näherte sie sich der Person und als sie unweit von ihm entfernt zum Stehen kam erkannte sie ihn. Das war doch dieser Typ aus ihrer Nebenklasse, oder? Der mit dem Hina auf der Klassenfahrt angebandelt hatte. Wie hieß er noch gleich? Jack? Jonny? Charlie? Chad? Ja es war Chad! Das musste es einfach sein. Alessa trat an ihn heran und linste auf ihn hinunter. "Lebst du noch?" Sie neigte den Kopf zur Seite und musterte den Anderen. Neben ihm stand eine Flasche Bier. Hatte ihn das augeknockt? Wow. Das war ziemlich schwach. Er schlug die Augen auf. Buh. Zumindest musste sie nicht die Rettung rufen. Das hätte ihr doch glatt den Tag ruiniert.

    Sieht supi aus! Ich trag dich ein bisschen später ein aber du kannst gerne direkt mit ihr posten :>


    Edit: Erledigt ~

    In der Nähe des Sees - Noita & Cedric


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    Der Blick ihrer roten Augen tänzelte über sein Gesicht - ein Gesicht, von dem sie sich in den letzten Monaten immer wieder heimgesucht fühlte. Ein Gesicht, dass ihr nur Schmerz bereitete sobald es vor ihrem inneren Auge aufgetaucht war weil damit einher so viele Zweifel gingen. An ihrer Person. An ihrer Liebenswürdigkeit. So oft hatte sie diesen Moment von damals durchlebt und sich gefragt was sie falsch gemacht hatte - was mit ihr falsch war, dass es unmöglich schien sie gern zu haben - an erster Stelle für Jemanden zu stehen. Sie war nicht genug. Schon ihre Eltern hatten sie das immer wieder spüren lassen. So viele Tränen hatte sie vergossen - dieser Beziehung hinterher getrauert, die ihr einst so besondere Momente beschert hatte. Momente, die für andere vielleicht nicht von wert waren aber denen sie immer so viel Bedeutung beigemessen hatte. Vielleicht weil er der erste Mensch war in den sie sich verliebt hatte - weil diese Gefühle so ganz neu für sie gewesen waren - weil die erste Liebe immer irgendwo einen besonderen Stellenwert hatte aber Noita hatte auch immer geglaubt da wäre mehr. Vielleicht sogar so etwas kitschiges wie Schicksal. Sie war so naiv zu glauben Liebe könnte etwas so unbeflecktes sein, wie sie es sich ausgemalt hatte. Man traf diesen einen Menschen und verliebte sich rettungslos in ihn und dieser Mensch verliebte sich auch in einen selbst. Sie war so naiv zu glauben das diese Gefühle unantastbar waren weil sie bei ihr so stark vorhanden gewesen waren aber... diese Situation damals hatte der jungen Hexe gezeigt, dass das nicht unbedingt bedeutete das auch der Andere so starke Gefühle hegte. Sein Gesichtsausdruck wirkte gequält. Er sah schlecht aus. Wahrscheinlich sollte sie Genugtuung empfinden, oder? Wenn der Mensch sich quälte wegen dem es einem monatelang nicht gut ging dann musste das doch etwas mit einem machen, oder? Aber irgendwie war dem nicht so. Sie fühlte sich nicht besser dadurch. Vielleicht sogar schlechter. Ein Teil von ihr überlegte ob es ihr nicht vielleicht auffallen hätte sollen? Der Mensch, den man an seiner Seite hatte, von dem wünschte man es sich doch das er oft Dinge sah, die man lieber unter Verschluss hielt - die man ihn sich hinein fraß weil man es nicht anders gelernt hatte oder weil die eigene Art war mit diesen Dingen umzugehen- Vielleicht war sie einfach nicht aufmerksam genug gewesen - war ihm keine gute Freundin gewesen - von ihrer Unerfahrenheit ganz zu schweigen...

    Er entschuldigte sich. Erneut. Diese Worte bedeuteten ihr nichts. Diese Worte lösten nichts. Das waren auch nie die Worte gewesen auf die sie gewartet hatte- Die Worte, die wirklich etwas mit ihr gemacht hatten war seine Bekundung, dass er dieses Mädchen nicht mehr liebte. Das es nicht der Wahrheit entsprochen hatte. Diese Worte führten dazu, dass ihr Herz stolperte obwohl es gesünder für es wäre dies nicht zu tun. Er hatte nach ihren Händen gegriffen - seine Stirn dagegen gelegt und war mit einem Mal so nah obwohl er das nicht sein sollte. Es fühlte sich an als würde sie ihr Herz wieder verlieren - seine Anwesenheit schmerzte - machte sie unsicher - beruhigte sie - wühlte sie auf - weckte den Wunsch in ihr wegzulaufen und zugleich auch irgendwo nicht. Noita fühlte sich hin und hergerissen. "Du bist ein Idiot..." bestätigte Noita schließlich als er ihre Hände wieder sinken gelassen hatte - ihren Herz minimal eine Pause gönnte. Sie wandte den Blick hastig ab als sie den seinen traf. Spürte zeitgleich aber auch eine Hitze in ihren Wangen. Seine Stimme war rau - brüchig. "Ich hatte keine Wahl..." kam es schließlich über die Lippen der Schülerin, schielte dann vorsichtig in seine Richtung und lächelte. "Du wurdest von einem Schwan angegriffen - schon vergessen?" Sie deutete auf sein Bein, welches für ihn wohl tatsächlich nicht länger von Bedeutung schien. Ein kläglicher Versuch der Ernsthaftigkeit des Gespräches auszuweichen, oder? Sie war so feige. Sie war so auf Harmonie bedacht, dass sie dieses Gespräch zugleich wollte und zugleich um jeden Preis vermeiden wollte, weil sich damit so viele unzählige Fragen auftaten und irgendwie wollte sie deren Antworten aber irgendwie auch nicht. Ein Teil von ihr wollte wissen welcher Mensch diese Ran war und ein anderer Teil wollte nicht das sie sich mit ihr verglich weil sie fürchtete ihr sowieso nicht das Wasser reichen zu können weil sie seine erste Liebe war, richtig? Unantastbar. Für immer. Unsicher senkte die Schwarzhaarige den Kopf. Er war am Boden. Es war nicht in Ordnung auf Menschen einzutreten die am Boden lagen und das würden ihre Fragen, richtig? Waren die Antworten wichtig? Würden sie etwas ändern? Änderten seine Worte etwas zwischen? Sie wusste es nicht und zögerte auch die Frage, die ihr im Kopf herumspukte zu äußern. Weil sie glaubte zu sehen, dass es ihn schon bisher so viel Kraft gekostet hat? Womöglich. Es lag sicherlich nicht an dem was er vermutete. "Überlass das doch den Anderen zu entscheiden was für sie selbst zu viel ist und was nicht..." hörte sie sich sagen mit ungewöhnlich fester Stimme. Noita nahm schließlich neben ihm auf der Bank Platz. Überlegte wie sie diese Frage formulieren sollte und als ihr keine rechte Formulierung einfallen wollte fing sie einfach an zu reden. Holprig. Zögernd. Mit gesenkten Blick. "Eine Weile hatte ich mich verkrochen... Ich wollte dir unter keinen Umständen begegnen oder eben euch." gestand sie kleinlaut. "Ich glaube ich hätte es nicht ertragen euch so... verliebt herumlaufen zu sehen." Ihre Stimme zitterte ein kleines bisschen und sie hielt sich mit beiden Händen an der Bank fest. Sie spürte seinen Blick auf sich aber sah stattdessen lieber auf den See weil Blickkontakt sie immer irgendwie... aus der Fassung brachte vor allem mit ihm. Sie knabberte etwas nervös an ihrer Unterlippe. "Jedenfalls irgendwann bin ich natürlich auch wieder zur Schule und ich hab mich vor dem Moment... irgendwie gefürchtet dir zu begegnen aber... ich hab dich nie gesehen..." Nun drehte sie ihren Kopf in seine Richtung - sah ihn forschend an - irritiert irgendwie. "Du warst wie vom Erdboden verschluckt also... wo warst du.... oder war es wirklich nur Zufall?"

    [Darrens neue Wohnung] Darren & Yumi


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    Als er ihre nicht ganz unwahre Aussage als gemein betitelte oder vielleicht auch sie selbst zuckte Yumi nur flüchtig mit den Schultern. Das war nicht das erste Mal, dass man sie so nannte. Sie hatte schon schlimmeres gehört. Dabei huschten ihre Mundwinkel kurz nach oben. Sie folgte seinem Blick als er ihr durch Anbieten eines Regenschirms einen Fluchtweg bot, sah dabei über ihre Schulter Richtung Türe als würde sie sein Angebot annehmen bevor die Blonde sich dem Anderen wieder zuwandte - sah wie sein Blick über ihre entblößten Beine wanderte. Sie schmunzelte kaum merklich. Es wich auch nicht von ihren Lippen als er die Hände hob und sich geschlagen gab. Seine Pläne offenbarte, dass er nach ihrer Essensauswahl trachtete. Der Blick ihrer blauen Augen wanderte nun unweigerlich über ihn. Das leichte Lächeln auf seinen einladenden Lippen. Die erhobenen Arme. Die Muskeln, die sich unter seiner Haut abzeichneten. Nicht übertrieben. Ganz dezent. Kurzzeitig fragte sich die Blondine tatsächlich ob es nicht vielleicht doch besser wäre im seinen Pullover zurück zu geben damit letztendlich auch seine Hose an Ort und Stelle blieb. Nicht gerade unauffällig senkte sie den Blick. Die Tatsache, dass er das Wetter ansprach kam ihr dabei ganz gelegen, denn so konnte sie ihren Blick aus dem Fenster werfen und musste sich nicht zwanghaft einen anderen Fokus als die Person vor ihr suchen. "Es gibt Dinge darüber scherzt man nicht, Darren..." Unfassbar zärtlich streiften seine Fingerkuppen ihre Wange als er ihr eine verirrte Haarsträhne hinters Ohr strich. Sein Blick heftete sich an ihre Lippen und in Yumi kämpfte das Verlangen diesem Bedürfnis nachzugehen gegen das was sie sich in den Kopf gesetzt hatte. Der Tatsache, dass es nicht sein durfte. Das es einen Schlussstrich brauchte damit... er seinen Frieden finden konnte. Wen genau belog sie hier eigentlich? Sich selbst? Alle? Beides. Damit er ihr nicht noch näher kam als er ohnehin schon gekommen war. Denn es sollte nur Sex sein. Flüchtige Nähe ohne Gefühl. Das sollte es sein und nicht.... das hier. Er hatte sich gerade zurückgezogen und ein Teil von ihr war erleichtert. Der Teil, der ihn auch unter der Dusche stehen gelassen hatte. Der andere Teil, hätte ihn am liebsten am Arm gepackt und einfach weitergemacht - sich weiter eingeredet das es nur Sex war und das auch in Ordnung so war. Sie war kurz davor diesem Bedürfnis nachzugehen als der Display seines Handys, welches noch immer auf der Theke unweit von ihnen entfernt lag aufleuchtete. Kurz glaubte die ehemalige Studentin, dass seine Prophezeiung sich bewahrheitet hatte - nun eine Benachrichtigung kam, dass ihr Essen nicht geliefert werden konnte aber... dem war nicht so. Es brauchte nur eine Sekunde. Wenn überhaupt. Vielleicht sogar weniger. Das Bedürfnis, welchem sie gerade noch nachgehen wollte war wie weggeblasen. Die Mauern hochgefahren. Seine Prinzessin. Natürlich. Wer sonst. Sie bemühte sich um eine emotionslose Miene - hatte sich aber ohnehin abgewandt. Sie ignorierte das Gefühl, welches sich in ihr ausbreitete als sie diesen Namen gelesen hatte. Sie schob es von sich. Ließ nicht zu, dass es von ihr Besitz ergriff. Sie verkniff sich einen schnippischen Kommentar, biss sich auf die Lippe aber hatte auch wieder ihre Arme um sich geschlungen und folgte ihm vorsichtig mit dem Blick oder vielmehr seinem Blick als er ein Foto in einem der Bücherregale entdeckte. Seine Eltern? Sie trat nähern und hielt doch Abstand. Sie sahen glücklich aus. Aus eigener Erfahrung wusste Yumi, dass das Vorhandensein solcher Fotos noch lange nicht bedeutete das dem auch so war, denn sie war sich sicher, dass das Haus ihrer Eltern voll damit war. Man musste doch den Anschein erwecken alles wäre super. Ihrer Mutter war das schon immer wichtig gewesen - was die Anderen dachten. Vermutlich einer der Gründe warum sie nicht mit ihr klarkam. "Hmmmh wir hatten noch nicht mal ein Date und du stellst mich schon deinen Eltern vor? Ziemlich forsch wenn du mich fragst..." Yumi deutete auf das Foto und ihr Blick verharrte darauf - bewunderte es, denn es war keins dieser typischen gestellten Fotos. Es sah vielmehr wie eine Momentaufnahme aus. Als hätte jemand einen ganz besonderen Augenblick festgehalten und so auch viel mehr Ehrlichkeit eingefangen als es auf gestellten Fotos der Fall war. Vielleicht erweckte es deshalb den Anschein als wären die Beiden wirklich glücklich. Sie bemerkte es nicht einmal selbst aber ihre Lippen formten ein leichtes Lächeln dabei aber als Darren erneut das Wort ergriff wurde ihre Aufmerksamkeit ebenfalls auf die Tür gerichtet, welche er gerade dabei war zu öffnen. "Sag das doch gleich. Und ich dachte schon wir müssen den Abend damit verbringen Smalltalk zu führen oder wie mit vierzehn Wahrheit oder Pflicht spielen..." Yumi biss sich spielerisch auf die Lippen aber da der Andere wie eingefroren in der Tür stehen blieb verschwand das zweideutige Grinsen ihrerseits ganz schnell wieder als sie zu ihm aufschloss und an ihm vorbei in den Raum sah. Ein Klavier und eine Gitarre standen in dem sonst sehr dezent eingerichteten Raum. Folterkammer, hm? Sie studierte sein Profil. Wahrscheinlich war es genau das für ihn. Der Anblick der Instrumente schmerzte ihn - ließ ihn wieder bewusst werden was sie ihm genommen hatte. Kreativität. Perspektive. Zukunft. Alles. Sie schob sich an ihm vorbei in den Raum. Ihre Schulter streifte dabei seinen Oberarm. Kaum merkbar und doch löste es ein Kribbeln an jener Stelle aus - doch sie schob es weg. "Sind es.... deine?" Vorsichtig streckte sie ihre Hand nach dem Klavier aus, Ihre Fingerkuppen strichen sachte darüber - nahmen bewusst eine Schramme darauf war. Irgendwie verlieh sie dem Instrument einen besonderen Charakter. Machte es perfekt unperfekt. "Da sich meine Klavierkünste auf Alle meine Entchen beschränken bezweifle ich das es so gut klappt wie mit der Gitarre außer du bist ein seeehr guter Lehr..." Sie sah über ihre Schulter und bemerkte seinen Blick. Yumi verstummte. Schloss die Lippen und sah ihn einfach nur an, denn es fühlte sich nicht so an als hätte sie das Recht ihm aufbauende Worte zu schenken. Sie war die letzte die das Recht dazu hatte.

    [Darrens neue Wohnung] Darren & Yumi


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    Sie rollte mit einem Schmunzeln auf den Lippen mit den Augen als er sich bestürzt gab bezüglich ihrer Rolle in der Familie. Ja wahrscheinlich war es wenig verwunderlich, dass sie nicht unbedingt der Vorstellung entsprach, die sich ihre Eltern für sie ausgedacht hatten. Dafür trank sie zu viel. Dafür rauchte sie zu viel. Und dafür genoss sie es viel zu sehr sich mittels zwanglosem Sex abzulenken. Das war nicht das was sie für ihre Erstgeborene wollten und das war wahrscheinlich auch nachvollziehbar aber es war eine Rolle mit der Yumi gut klarkam. Sie war eine Enttäuschung für die Beiden. Heute wie auch damals wobei sie noch nicht einmal wussten wie groß die Enttäuschung wirklich war. Wie lange es wohl dauern würde bis die Information zu ihnen durchsickern würde? Wahrscheinlich waren sie immer noch auf Weltreise und seit sie in Riverport lebten konnte man sich zumindest sicher sein, dass nicht bereits am nächsten Tag JEDER Bescheid wusste. Ein weiterer Vorteil der Stadt. Etwas das man vermutlich noch mehr genoss, wenn man in einem kleinen Dorf aufgewachsen war wo jeder jeden kannte. Yumi streckte dem anderen die Zunge raus als dieser weiterhin in seinem Schauspiel verharrte. Wenn sie ihn nicht schon so gut... Sie unterbrach den Gedanken, denn irgendwie war er erschreckend. Sie kannte ihn mittlerweile gut genug um zu wissen, dass das nicht sein Ernst war obwohl nichts - wirklich nichts - darauf schließen lies, dass es sich um einen Scherz handelte. Wann war das passiert? Wann war aus dem One-Night-Stand Jemand geworden, der ihr so vertraut war? Obwohl sie sich Mühe gegeben hatte ihn von sich zu stoßen aber nicht genug - richtig? Es ergriff das Wort und holte sie damit aus ihren Gedanken, denn die Sache zwischen ihm und ihr war gerade nicht Thema. Würde doch sowieso bald Geschichte sein wenn diese Zufallsbegegnungen aufhörten - wenn man sich nicht mal eben so im Wohnheim über den Weg lief. Yumi legte den Kopf schief. Verzog übertrieben angewidert das Gesicht. "Weiß nicht. Was war noch einmal die Alternative? Unter der Brücke? Klingt auf jeden Fall ansprechender..." Ihre Gesichtszüge lockerten sich wieder aber es war ein Thema das sie mehr aufwühlte als es sollte. Es sollte ihr egal sein. Es war ihr egal aber nicht so egal wie sie es gerne gehabt hätte. Ihre Beziehungen zu ihren Eltern würde sich nicht mehr ändern. Genau genommen wollte sie auch nicht mehr und das war in Ordnung. Sie brauchte sie nicht. Sie brauchte niemanden. Sie hatte gerade ihre Arme um sich geschlungen und war wieder näher an den Studenten herangetreten als sie seinen Blick bemerkte. Er wirkte fast schon besorgt - so als würde er mehr in das was sie von sich gab hinein interpretieren und darum war es an ihr das zu unterbinden was sie auch folglich tat als er versuchte sich zu Wort zu melden. Es hätte andere Möglichkeiten gegeben ihn zum Schweigen zu bringen. Verlockende Möglichkeiten. Aber es war besser es zu lassen. Es. wäre vernünftiger es zu lassen. Vernunft war noch nie ihre Stärke gewesen weswegen sich ihr Blick auch wie automatisch ebenfalls für einen Moment an die Stelle legte, wo sie ihren Zeigefinger platziert hatte. Das was er folgend von sich gab entsprach zwar ihrer Horrorvorstellung ihrer Zukunft aber es war immer noch besser als der mitleidige Blick, den er ihr zugeworfen hatte. So etwas hatte sie noch nie gemocht. Deshalb behielt sie diese Dinge gewöhnlich für sich - machte die Sachen mit sich selbst aus bevor sie Jemanden um Hilfe bat. Hatte bisher ja ganz gut geklappt also warum daran etwas ändern. Sie spürte wie sich seine Arme um ihre Taille legten und er dadurch den Abstand noch ein wenig verringerte, so das sie direkt vor ihm stand, während er an die Theke gelehnt da stand und für das was sie eigentlich tun wollte - viel zu wenig an hatte. Der einzige Vorteil den das mit sich brachte war die Narbe, die seinen Körper zierte - welche die junge Erwachsene freundlich darauf hinwies warum genau sie dieses Spielchen nicht weiterspielen sollte. Er schmückte das Szenario um ihre Zukunft weiter aus und bei dem klitzekleinen Wörtchen 'wir' darin zuckte sie kaum merklich zusammen. Ihre Blicke trafen sich und Yumi glaubte zu sehen wie seine Augen dabei amüsiert funkelten, weil er ihre Reaktion darauf bemerkt hatte. Er hauchte einen Kuss gegen ihre Fingerspitze und grinste woraufhin sie die Hand sinken ließ. Ein Schmunzeln umspielte ihre Lippen und einen Moment senkte sie den Kopf nur um ihn folgend wieder anzuheben und ihren Gegenüber direkt anzusehen. "So groß, dass ich mir schon zum dritten Mal seit ich hier bin überlege wie schlimm es wäre im strömenden Regen bis zum Wohnheim zu laufen..." Schonungslos blickte sie ihm in die dunkelbraunen Augen - machte keinerlei Anstalten wegzusehen. Im Grunde war es nicht unwahr... "Wenn du möchtest das ich gehe, hättest du das auch einfach sagen brauchen." fügte Yumi noch hinzu als wäre es offensichtlich, dass diese Version ihrer Zukunft genau das zur Folge hätte. Das sie wegrannte. Was nicht von irgendwo kam ehrlicherweise, denn das war das was sie tun würde aber schon vorher. Das dürfte wohl Beiden klar sein, sonst würde sich Darren vermutlich nicht diesen Scherz daraus machen. Sie schob ihre Hand seinen Arm entlang nach oben. Ein vertrauter Weg, den sie nicht zum ersten Mal ging. Bewusst spürte sie seine Haut unter ihren Fingerkuppen und widerstand dem Verlangen ihre Hände in seinen Nacken zu legen - ihn an sich zu ziehen. Ihn zu küssen. Da weiterzumachen wo sie vorher abgebrochen hatten. "Hast du es auf mein Essen abgesehen? Sag es gleich..." kam es stattdessen über ihre Lippen als wäre es das was ihr im Kopf herumspukt und nicht das was sie gerne mit ihm tun würde. Ein Teil von ihr hoffte sogar, dass dieser Lieferant sich ein bisschen beeilen würde, bevor sie mal wieder eine Dummheit beging. Beim Essen wären ihre Hände und ihr Mund zumindest beschäftigt und die Chance, dass sich diese Körperteile an ihm beschäftigen würden sank zumindest etwas...

    In der Nähe des Sees - Noita & Cedric


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    Es brauchte einen Moment bis Noita die Information verarbeitet hatte. Majo. Stimmt. Sie war damals so überfordert mit der Situation gewesen, dass sie Beide da stehen hatte lassen und weggerannt war - sich der Situation entzogen hatte. Es war einfach zu viel auf einmal. Zu viel was sie hätte ertragen müssen und wegzurennen und dem Schmerz hinzugeben anstatt da inmitten der Leute zu stehen - ihre Cousine, die wie eine Schwester für sie war an ihrer Seite. Dem Menschen in den sie sich verliebt hatte gegenüber. Der Mensch, der ihr Herz in Händen gehalten hatte und es mit seinen Worten zu Boden gepfeffert hatte so das es zerbrochen war. Es war leichter sich zu gestatten zu fühlen wenn man nicht inmitten von Allem war, oder nicht? Wahrscheinlich weil sie so erzogen worden war. Ganz bestimmt sogar. Tränen bedeuteten Schwäche und die Tochter der Hexenprinzessin zeigte keine Schwäche. Zumindest wäre das der Wunsch ihrer Mutter gewesen. Vermutlich war Noita deshalb so eine Enttäuschung für sie. Sie war nicht taff genug. Nicht böse genug. Nicht Hexe genug. Angesichts der jüngsten Geschehnisse war dem Mädchen das allerdings ganz Recht. Sie wollte nicht Sherry 2.0 sein. Sie wollte sie selbst sein und es hatte ein Weilchen gebraucht, bis Noita das verstanden hatte und auch annähernd den Mut hatte das durchzuziehen. Sie hatte mit Majo nie wirklich darüber geredet was nach ihrer Flucht passiert war. Vielmehr war der Lockenkopf einfach da gewesen wenn sie eine Schulter zum Anlehnen gebraucht hatte. Sie hatte ihn verteufelt wenn Noita deshalb an sich selbst gezweifelt hatte und sie hatte sie abgelenkt wenn sie Ablenkung gebraucht hatte. Sie war Majo so dankbar. Es war wohl an der Zeit sich bei ihr zu entschuldigen anstatt ihre Wut an einer Stelle auszulassen wo sie nicht hingehörte. "Achja?" kam es daher knapp über die Lippen des Mädchens und sie musste ein kleines bisschen lächeln. Vielleicht waren sie sich in mancher Hinsicht ähnlicher als sie dachte. Was sie wohl von diesem Aufeinandertreffen halten würde? Das Lächeln wurde zu einem amüsierten Grinsen. Noita konnte es sich gut vorstellen und die Tatsache amüsierte sie - brachte kurz eine willkommene Ablenkung in die Situation.

    Sie bereute es schnell ihm Vorwürfe gemacht zu haben - jemanden zu treten der bereits am Boden lag. Das war nicht in Ordnung. Es war auch nicht ihre Art. Ja - wenn man verletzt war schlug man gerne um sich - gerade mit Worten - weil sie einem unüberlegt über die Lippen kamen - im Eifer des Gefechts aber manchmal konnten Worte sehr schlimme Dinge anrichten. Gleichbedeutend mit Taten. Er schien überfordert von ihren Handlungen und doch konnte sie nicht anders als ihn in den Arm zu nehmen- Ungeachtetet dessen was zwischen ihnen passiert war. Ungeachtet dessen wie weh es getan hatte damals und auch heute noch. Ihn so am Boden zu sehen war eine andere Form von Schmerz. Es zerriss sie zu wissen, dass Jemand der ihr so viel bedeutet hatte so etwas erlebt hatte - jemand der ihr so viel.. bedeutete... immer noch, denn wenn er ihr egal wäre dann würde es sie nicht so schmerzen, oder? Sie hatte das erste Mal eine Trennung erlebt - wusste nicht wie man der Person gegenübertrat, die einmal so nah und dann so weit weg war emotional gesehen. Körperlich gesehen. Es gab wohl keine Bedienungsanleitung und Erfahrungsberichte hatte Noita sich ebenfalls nicht angehört und deshalb tat sie einfach das was sich irgendwie richtig anfühlte. Irgendwann erwiderte er die Umarmung - klammerte sich an sie und war sich irgendwann nicht mehr sicher wer hier eigentlich wem Trost spendete aber es war auch nicht wichtig, oder? Er schüttelte auf ihre Frage hin den Kopf und die Tatsache tat noch einmal mehr weh. Ein Teil von ihr machte sich Vorwürfe - fragte sich ob sie vielleicht eher etwas bemerken hätte können - das er so viel Ballast mit sich herumschleppte und das Gefühl hatte all das mit sich selbst ausmachen zu müssen. Sie war so blind gewesen. Hatte sich vielleicht nur auf die positiven Dinge fokussiert. Der erste Freund. Das erste Mal verliebt zu sein. Scheiße. Noita presste die Lippen aufeinander und verharrte in der innigen Umarmung. Wie lange? Sie vermochte es nicht zu sagen. Bis es sich richtig anfühlte loszulassen vielleicht. Ihr Blick wanderte über sein Gesicht. Die Tränen glänzten in seinen Augen. "Du...hast all das allein getragen?" Die Schwarzhaarige zog die Augenbrauen zusammen und musste dem Drang widerstehen ihm die Tränen wegzuwischen. Zugleich waren sie aber auch ein Beweis dafür, dass er sich endlich geöffnet hatte und das war doch etwas... positives nicht wahr? "Hast du das Gefühl es ist jetzt besser als vorher...? Sich deine Sorgen anzuhören ist für Menschen, die dich gerne haben etwas Gutes - sie haben das Gefühl du lässt sie... teilhaben an deinem Leben. Man will nicht immer nur die schönen Sachen hören sondern alles... verstehst du? Dadurch hat man doch das Gefühl gebraucht zu werden und wichtig zu sein für denjenigen.." Sie senkte den Kopf. Spürte eine Wärme in ihren Wangen weil ihre Worte sich fast wie eine Liebeserklärung anfühlten oder zumindest ein ähnliches Gefühl in ihr auslösten. Unsicherheit. Aber auch dieses besondere Kribbeln. Er fuhr fort. Wahrscheinlich war es wenn man so lange alles mit sich selbst ausgemacht hatte schwer ihre Worte anzunehmen. Wahrscheinlich brauchte es mehr als eine einzelne Person, die einem das sagte um weiterzukommen aber zu hören das er sich Hilfe suchen wollte klang gut und zugleich auch beängstigend. Noita nickte zustimmend. Versicherte dem Blonden das sich das nach einer guten Idee anhörte aber zugleich musste danach auch viel passiert sein, dass es dazu gekommen ist. Sie fürchtete sich zu fragen. Sie fürchtete die Antworten. Sie machten ihr so große Angst, dass sie den Kopf gesenkt hielt aber Fragen nicht zu stellen machte die Antworten nicht weniger real, oder? "Darf... ich dich noch etwas fragen?" Sie hob ihren Kopf an. Hockte immer noch vor dem Anderen weil sie so auf einer Höhe waren. Ihre Hand lag immer noch auf der seinen und es hatte sich gut angefühlt. Als würde sie da hingehören. Irgendwie. Dabei war dem gar nicht so. Es war vertraut und doch fühlte es sich wie damals an als sie das erste Mal seine Hand gehalten hatte. Das aufgeregte Kribbeln im Bauch. Die Nervosität. Das Zögern. Nur das es nicht das erste Mal war. Noita sah ihm in die Augen und wartete auf seine Zustimmung oder haderte doch mit sich selbst ob es der richtige Moment war noch mehr Antworten zu verlangen....

    [Darrens neue Wohnung] Darren & Yumi




    Ihre Mutmaßung schien ihn tatsächlich zu überraschen wenn man nach seinem Gesichtsausdruck schloss wobei das bei Schauspielern so eine Sache war, oder nicht? In Wirklichkeit hatte er doch die meiste Zeit die Kontrolle über das was er andere sehen ließ. Oder war das ein Irrglaube. Abschätzend wanderte der Blick ihrer blauen Augen über sein vertrautes Gesicht. Nahm jedes Detail war und konnte doch nicht einschätzen was in seinem Kopf vorging. Vielleicht lag es daran das sie so konträre Persönlichkeiten waren. Manchmal glaubte sie zu wissen wie er reagieren würde aber dann überraschte seine schonungslose Ehrlichkeit sie wieder - traf sie mit einer Wucht, die ihr förmlich den Boden unter den Füßen wegzog. Diese Eigenschaft war es doch im Grunde warum sie sich schwer tat ihn auf Abstand zu halten auch wenn sie es wohl nicht verbalisiert hätte. Erst recht nicht ihm gegenüber. Wahrscheinlich nicht einmal Cylie gegenüber, denn die bauschte die Sache wieder unnötig auf und interpretierte mehr hinein wie sich erst jüngst gezeigt hatte. Diese Begegnung im Flur des Wohnheims lag ihr immer noch quer im Magen. Jegliche Begegnung. Mit seinem Prinzesschen und folglich auch mit ihm. Es überraschte sie das er es nicht zur Sprache brachte. Hatte er Bedenken, dass sie dann die Flucht ergriff? Verhielt er sich deshalb oft wie ein braves Schoßhündchen? Beinahe hätte sie aufgelacht aber es war letztendlich das Wissen darum, dass er es eigentlich oft genug hinbekam die Balance zwischen Nähe und Distanz zu halten die dazu führten das sie das Lachen hinunterschluckte. Er wusste beinahe schon zu gut wann er lieber auf Abstand blieb und wann... nicht. Das mit ihnen zog sich jetzt ja auch schon eine ganze Weile. Länger als es geplant war. Sehr viel länger.

    Sie sah in die dunkelbraunen Augen ihres Gegenübers als er sich zu Wort meldete. Theatralisch seufzte und verkündete wie sehr ihre Worte ihm verletzt hatten. Natürlich wieder ein Schauspiel weswegen sie sich letztendlich von ihm abwandte - Abstand schuf und doch einen letzten Blick auf das Schmunzeln auf seinen Leben erhaschte. Ein wirklich einnehmendes Grinsen, dass einem fast dazu verleitete es ihm gleich zu tun aber sie widerstand der Versuchung. Als er fortfuhr musste sie dann doch kurz schmunzeln. Yumi zuckte folgend mit den Schultern. "Wie gut das ich nicht mehr studiere..." Durchgefallen. Ein Wörtchen das sie nicht das erste Mal hörte wenn es um ihr Studium ging. Wenig verwunderlich bei der Menge an Fehlstunden. Sie hatte sich nicht einmal bemüht es gut zu machen. Es war ohnehin zum Scheitern verurteilt gewesen. Wahrscheinlich war es ihr schon vor vielen Monaten bewusst gewesen, dass es nur eine Möglichkeit gab wie dieses Studium enden würde und dennoch war die Schwerelosigkeit, die sie sonst so schätzte irgendwie beängstigend. Mindestens genauso beängstigend wie die Tatsache das es Jemand Ernst meinen könnte. Das Jemand nicht nur Spielchen spielte sondern wirklich ernsthaft drauf aus war sie kennenzulernen - hinter die Mauern schauen wollte aber dort gab es nichts zu entdecken und auch wenn sie ihm mehrmals versucht hatte das klarzumachen - er ließ nicht locker und Yumi begriff einfach nicht wieso. Es mangelte ihr nicht an Selbstvertrauen. Aber die Tatsache Jemand könnte ernsthaft auch an ihrer Persönlichkeit interessiert sein ging ihr nicht in den Kopf vor allem wenn sie Denjenigen immer wieder von sich stieß und das nicht gerade mit Samthandschuhen. Sie alberten herum. Zwischen ernsten Themen scherzten sie wie am Anfang und das Lachen des Anderen brachte sie einen Moment dazu inne zu halten. Sie sah ihn einfach nur an aber als es ihr bewusst wurde wechselte sie abrupt das Thema um nicht länger darüber nachzudenken was es mit ihr machte. Das Lachen eines Menschen, der ihr nicht egal war. Ich will keinen Anderen. Scheiße. Wieso hatte sie das gesagt? Das war doch nicht einmal wahr. Sie hatte dazwischen einige Andere also warum zur Hölle hatte sie das gesagt? Nicht das wirklich Jemand von denen irgendwie ernsthaft ihr Interesse geweckt hatte aber es gab Andere also warum? Es war nicht wichtig. Sie konnte immer noch so tun als würde sie sich nicht erinnern wenn er es zur Sprache brachte. Dann würde sich wohl zeigen ob ihre Schauspielkünste auch nur annähernd an seine herankamen aber es war eine Option. Oder aber sie schob es auf den Alkohol.

    Vielleicht ließ sie sich aus diesem Grund auf das Thema Eltern ein. Es lenkte sie von ihren Gedanken in seine Richtung ab und deshalb gab sie ein Stück von sich Preis. Etwas das sie ihm bisher vorenthalten hatte weil es kein Thema war über das sie gerne sprach. Sie riss es lediglich an - ging nicht wirklich in die Tiefe. Das ihre Eltern nicht für Sakura und sie da waren als sie Kinder waren - das hatte früher das ganze Dorf gewusst. Es war also kein großes Geheimnis das sie auf sich alleine gestellt waren. Sie lächelte und schüttelte den Kopf. "Verdient..." wiederholte sie dieses klitzekleine Wörtchen. "Heb mich doch nicht auf so ein Podest. Ich bin nicht umsonst das schwarze Schaf der Familie..." Es hatte schon früh angefangen das sie ihrer Mama ein Dorn im Auge gewesen war. Sie war immer schon das rebellische Kind gewesen und das versuchte sie auch Darren klar zu machen mit einem Grinsen auf den Lippen. Sie näherte sich ihm wieder ein Stück weit. Mittlerweile war er von der Theke gehüpft und lehnte nun dagegen. "Mit ihnen unter einem Dach zu leben würde auch nicht funktionieren. Noch weniger als das hier." Sie lachte kurz auf und sah ihn amüsiert an und doch spürte sie einen Stich in ihrem Herzen weil vielleicht irgendwo unter all dem Ballast was sie mit sich herumschleppte doch der Wunsch nach einem schönen Zuhause da war und das bezog sich nicht auf das was man direkt von außen sah. Den schicken Vorgarten. Den gepflegten Golden Retriever der durch den Garten spazierte. Ein Teil von ihr hätte vielleicht gerne eine Familie zu der sie nach Hause kommen konnte. Sie hatte sich damit abgefunden das es nicht so war. Wirklich. Es war ja jetzt nichts Neues aber in einem anderen Leben wäre es vielleicht schön gewesen so etwas zu haben. "Sie wissen noch nicht einmal von dem geplatzten Studium. Zwischen monatelangem Schweigen kommt das vielleicht auch nicht so gut aber Hauptsache es gibt eine verschissene Familiengruppe..." Sie spuckte die Worte aus als widerten sie sie an und das taten sie im Grunde auch. Yumi atmete ein und dann wieder aus und schlang schließlich ihre Arme um sich. Sie verweilte einen Moment so - verlor sich in Gedanken, die sich im Kreis drehte und als sie ihn wieder ansah, glaubte sie etwas wie Mitleid in seinem Blick zu sehen und noch bevor er etwas sagen konnte, denn er setzte gerade dazu an - hob sie den Zeigefinger und legte ihn nachdem sie den Abstand zwischen ihnen überwunden hatte auf seine Lippen. "Nicht. Ich komm klar. Ich brauche kein Mitleid..." Mit sanften Druck ihres Fingers auf seiner Lippe hielt sie ihn davon ab Dinge zu sagen, die das Thema vertieft hätten. Unbewusst hatte sie mit der anderen Hand seinen Unterarm gepackt. Ihren Kopf hatte die Blonde leicht in den Nacken gelegt um ihn anzusehen. Das Gefühl seiner Lippen an ihrem Finger. Sie fühlten sich warm an und kurz senkte sich ihr Blick an jene Stelle.

    Antoinette & Chris


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    War sie in Ordnung? Sie zögerte als er sich nach ihrem Zustand erkundigte aber das war vermutlich nicht ungewöhnlich wenn man bedachte was gerade passiert war oder beinahe passiert wäre. Chris zog die Augenbrauen zusammen und ließ den Blick seiner grünen Augen über das Gesicht des Mädchens wandern. Was für eine bescheuerte Frage. Natürlich war sie nicht in Ordnung. Sie hatte dem Tod ins Auge geblickt aber seine Frage hatte sich vielmehr auch darauf bezogen ob es ihr angesichts der jüngsten Ereignisse gut ging aber was fragte man in einer Situation wie dieser? Vielleicht sollte der Dunkelhaarige einfach das Feld räumen und den Rest den Experten überlassen. Bestimmt war bald ein Krankenwagen hier und würde die junge Frau ins Krankenhaus bringen damit die Ärzte sie dort durchchecken konnten. Die junge Frau mit der ungewöhnlichen Haarfarbe kuschelte sich in sein Handtuch als könne es sie von all den Schaulustigen ein kleines bisschen abschirmen aber natürlich half es nicht. Die Blicke waren auf sie gerichtet. Es wurde hinter vorgehaltener Hand getuschelt und sich wahrscheinlich das Maul drüber zerrissen wie es dazu gekommen. Menschen waren sensationsgeil und diese Situation machte das wieder klar. Einige hatten wenigstens den Anstand auf ihren Plätzen zu bleiben und nur ab und an herüber zu linsen aber wieder andere kannten keine Scham. "Hier gibts nichts zu sehen. Kümmern sie sich doch um ihren Scheiß...." kam es patzig über die Lippen des Studenten in die Richtung der besonders dreisten Menschen, welche daraufhin ertappt das Weite suchten. natürlich nicht ohne noch ein wenig über den unfreundlichen Kerl zu schimpfen. Hatte man ihn am falschen Fuß erwischt? Vielleicht. Aber wenn er etwas hasste dann waren das solche schamlosen Menschen. Sein Blick wanderte daraufhin in Richtung des Rettungsschwimmers oder Bademeisters oder was auch immer sein Job war. Noch immer hing er am Telefon und Chris fragte sich was es da so viel zu bequatschen gab. Die Sachlage sollte doch eigentlich längst geklärt sein, oder nicht? Ein Seufzen kam ihm über die Lippen und er ging schließlich in die Hocke um nicht so auf die Andere herab zu sehen. Sie bedankte sich mit zitternder Stimme für die Rettungsaktion aber Chris schüttelte nur den Kopf. "Natürlich..." gab er knapp von sich. Welcher Mensch würde in so einer Situation wegsehen? Er wusste nicht ob es der richtige Moment war oder ob es ihm zustand nachzufragen. Vermutlich nicht aber irgendwie war es ihm doch wichtig dahinter zu blicken. "Sag mal... du wolltest doch nicht...?" Der Dunkelhaarige wusste nicht so recht wie er seine Frage formulieren sollte und Himmel noch Mal er stellte sich wirklich beschissen dabei an. Es ging ihn auch nichts an aber zugleich wollte er auch nicht einfach wegschauen, denn vielleicht war es ja eine Art Hilferuf. Er wollte ihr aber auch nicht zu nahe treten. Soziale Interaktion war schwer. Ein regelrechter Hürdenlauf. "Hast du dich nur übernommen...?" Vielleicht spiegelte sich ein Hauch von Sorge in seinem Blick obwohl sie sich nicht kannten aber irgendwie war das Thema Tod und alles was damit einherging immer noch irgendwie schwer für ihn. Würde es auch wahrscheinlich immer bleiben. Aber das war es doch für jeden, oder?

    In der Nähe des Sees - Noita & Cedric


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    Ein Lachen drang an ihr Ohr doch es war nicht die Art von Lachen, die sie immer sehr an ihm gemocht hatte. Es war verzweifelt - gar belächelnd und einen Moment versetzte ihr diese Tatsache einen Stich - löste in ihr das Gefühl aus nicht Ernst genommen zu werden weil es die Art Lachen war, welches ihre Mutter immer gelacht hatte wenn Noita ihre Gefühle und Bedenken ausgesprochen hatte ihrer Person oder ihrer Handlungen gegenüber. Die Schwarzhaarige zog ihre Augenbrauen zusammen - musterte den Blonden von der Seite - den Menschen, der ihr einmal so viel bedeutet hatte. Vergangenheitsform. Den Menschen, der in ihr nun zwiegespaltene Emotionen hervorrief. Gegenwart. Ein Teil von ihr hing den Gefühlen nach, die sie für ihn empfunden hatte. Ihre erste Begegnung. Das zaghafte Kennenlernen. Die besonderen Momente, die sie geteilt hatten. Ein anderer Teil spürte nach wie vor den Schmerz, den seine Worte an jenem Tag ausgelöst hatten und sie war wieder das Mädchen von damals - unsicher. Fühlte sich ungeliebt. Wertlos. Sie hatte ihm so viel Macht über sich gegeben aber das tat man im Grunde immer wenn man Jemanden an sich heranließ, oder? Man wollte demjenigen gefallen - sich von der besten Seite zeigen. Wollte etwas Besonderes für diesen einen Menschen sein. Bis man es irgendwann nicht mehr war. Bis Jemand kam der einem erneut diese Gefühle spüren ließ. Was für ein bitterer Gedankengang. Eigentlich untypisch für Noita, denn eigentlich war sie ein Mensch, der die Dinge positiv sah. Wahrscheinlich die Einzige in der Familie und doch wurde ihr Wesen von Melancholie überrollt. In seiner Gegenwart vielleicht mehr als in der Gegenwart von Anderen. Sprach das für ihn oder gegen ihn? Cedric hatte sein Gesicht in seinen Händen vergraben - schien sich zu quälen und eine Sekunde lang zögerte sie - wollte die Hand nach ihm ausstrecken, weil sie das Gefühl hatte er könnte es brauchen aber sie unterließ es weil sie... sich vielleicht wichtiger nahm? Weil sie eine kleine Mauer um ihr Herz aufgebaut hatte. Vor allem wenn derjenige in der Nähe war, der es ihr gebrochen hatte. Seine Hand umfasste ihr Handgelenk und zog sie zu sich auf die Parkbank. Eine einfache Berührung. Nicht die erste. Nicht die intimste. Dennoch spürte sie wie ihr Herz kurz stolperte und gleichzeitig wollte sie ihm die Hand entreißen. Sie wollte die Wahrheit wissen - sie hatte ihn doch gerade selbst darum gebeten aber gleichzeitig fürchtete sie die Wahrheit. Es war vielleicht dumm aber manchmal tat Unwissenheit weniger weh - richtig? Zumindest kam ihr für einen kurzen Moment der Gedanke und sie wollte ihre Worte zurücknehmen. Stattdessen saß sie neben ihm auf dieser Bank und auch wenn einen Moment Stille herrschte - vielleicht zu lange - vielleicht nicht lange genug. Irgendwann begann er zu erzählen. Er erzählte die ganze Geschichte von Anfang an und sie hörte ihm wortlos zu. Manchmal sah sie ihn an während er von der Vergangenheit sprach - ließ ihren Blick über sein Gesicht wandern - über die Bewegungen seiner Lippen und oft genug senkte Noita den Blick weil sich in ihrem Kopf gerade so viel abspielte. Tausend Fragen obwohl er ihr gerade so viele Antworten gab. Antworten auf Fragen, die sie gar nicht gestellt hatte. Und all diese Antworten ergaben ein Bild von einem Menschen, den sie geglaubt hatte zu kennen bis zu dem Gespräch damals auf diesem Fest. Auch da hatte sie geglaubt einem Fremden gegenüber zu stehen und gerade jetzt fühlte es sich ähnlich an. Es war eine Welt, in die er ihr hier Einsicht gab, die sie so nicht kannte und die doch einen so gewaltigen Raum in seinem Leben eingenommen hatte während sie bis jetzt außen vor gewesen war. Sie hatte ihr Herz einem Menschen geöffnet den sie nur zum Teil kannte. Wahrscheinlich wären ihre Selbstzweifel noch größer gewesen, hätte sie das Ausmaß seiner Vergangenheit gekannt. Wie sollte Jemand wie sie jemals den Platz dieser Person einnehmen können? Sie war so präsent in seinem Leben. Immer noch obwohl sie so lange weg gewesen war. Noita blinzelte. Hatte sich beinahe von ihren Gedanken verzehren lassen als der Rotschimmer auf seinen Wangen ihr auffiel. Seine Worte. Sie hatte ihn glücklich gemacht? Ein Hoffnungsschimmer und irgendwie genügte er um ihr Herz dazu zu bringen schneller zu schlagen. Offensichtlich hatte es dennoch nicht ausgereicht... Ein Zittern lag in seiner Stimme als er fortfuhr - sich jenem Tag näherte an dem es zwischen ihnen zu Ende gegangen war. Nein. Es war nicht rückgängig zu machen. Der Schmerz würde nicht einfach so wieder weg sein. Es würde immer irgendwo in ihrem Kopf sein - oder? Hatte es überhaupt einen Sinn, denn es würde nie mehr so unbeschwert werden? Immer würde es ihr Glück überschatten. Ihre Augen weiteten sich ein kleines bisschen als er sich selbst runtermachte. Auch wenn die Sache zwischen ihnen so war wie sie nun mal war so tat es irgendwie weh diese Worte aus seinem Mund zu hören auch wenn sie ihn zwischenzeitlich versucht hatte zu verfluchen - seine schlechten Seiten versuchte hervorzuheben weil es so einfacher war über Jemanden hinweg zu kommen. Majo hatte da auch ganze Arbeit geleistet. Es fiel ihm schwer diese Dinge auszusprechen. Die Worte kamen holprig über die Lippen des Blonden und Noita haderte mit sich einen Schritt auf ihn zu zu machen. Umgangssprachlich, denn immerhin saß sie neben ihm auf der Bank. Sie wollte ihm widersprechen. Einwände geben aber sie blieb stumm und ihre Lippen, die sich einen Spalt geöffnet hatten schlossen sich wieder ohne das ein Wort sie verlassen hatte. Sie war ein Feigling. Ein Angsthase. Nicht mutig genug ihm zu widersprechen aber auch nicht für das Gegenteil. Er quälte sich. All das fiel ihm nicht leicht das war Noita bewusst aber auch ihr fiel es nicht leicht. Cedric fuhr sich durch die Haare - raufte sie sich - versuchte vielleicht sogar Halt darin zu finden bevor er seine Hände zu Fäusten ballte. Er zitterte und merkte es vielleicht sogar nicht mal. Seine letzten Worte die er an sie richtete wirkten nebensächlich und doch entscheidend. Eine Lüge. Sie hatte ihn damals gefragt ob er sie liebte und er hatte es mit einem 'ja' beantwortet und jetzt nahm er es zurück. Unbewusst hielt Noita einen Moment die Luft an. Sie wollte ihn umarmen, denn er wirkte so zerbrechlich aber sie hatte.... Angst. Sie hatte Angst, dass es wieder so weh tun könnte. Sie zögerte und er würde es merken. "Warum... diese Lüge? Warum hast du mich nicht selbst entscheiden lassen was ich mit dieser Information anfange?" Sie biss sich auf die Lippen und erhob sich wieder von der Bank. Ihr Körper war unruhig und sie spürte wie ihr die Tränen in die Augen stiegen weshalb sie sich von ihm abwandte. Die Schwarzhaarige schluckte. Zwang sich dazu tief durchzuatmen. Einmal. Zweimal. Dreimal. Bevor sie ihn wieder ansah. Ihr Haar fiel ihr über die Schulter und er hatte den Kopf gesenkt. Er sah sie nicht an. Wirkte ausgelaugt weil er sich ihr auf eine Weise offenbarte die bisher zwischen ihnen so noch nie gewesen war. Sie hatte schon das Gefühl gehabt das sie besondere Momente geteilt hatten - auch innige auf einer Ebene die ihr immer gut getan hatten aber irgendwie wurde all diese gute Zeit überschattet oder zumindest bis zum heutigen. Sie hatte versucht über ihn hinweg zu kommen. Sie hatte es irgendwie auch ein wenig geschafft gehabt - zumindest das es nicht mehr so weh tat und jetzt war er wieder da und es tat wieder weh... aber auf eine andere Art und Weise. Noita presste die Lippen aufeinander. Er war am Boden. Es war nicht der Zeitpunkt ihm Vorwürfe zu machen... "Entschuldige das war nicht fair..." kam es über ihre Lippen und sie seufzte. Sie schlang wieder ihre Arme um sich. Alles was er erzählt hatte klang teilweise so surreal. Es klang wie aus einem Film weil... wie konnte ein realer Mensch das alles ertragen? Ihr Blick heftete sich an sein Gesicht - wanderte darüber. Merkte wie er litt. Vielleicht das erste Mal richtig weil sie sich nicht abschirmte. Weil sie es zuließ sich darauf einzulassen. Weil sie sich nicht absichtlich verschloss. "Cedric..." Ihre Stimme klang ein wenig sanfter. Weicher. Sie näherte sich ein Stück und er sah zu ihr auf. Überrascht und noch überraschter als sie vor ihm in die Hocke ging. Zögernd ergriff sie seine Hand. Sie spürte seine Haut unter ihren Fingerkuppen. Ihr Daumen streichelte sachte darüber und ehe sie sich versah zog sie ihn in eine Umarmung. Drückte ihn an sich und spürte dabei wie ihr Tränen über die Wange liefen. Unentwegt. Dieses Mal nicht für sich sondern für ihn denn der Gedanke das er all das mit sich selbst ausgemacht hatte schmerzte sie. Sie ließ ihn nicht los und spürte wie er zögerlich die Umarmung erwiderte. "Hast du jemals mit Jemanden über all das geredet...?" Kam es leise über ihre Lippen und sie befürchtete die Antwort längst zu kennen. Er hatte selbst gesagt das er sich selbst als Belastung empfand. Menschen, die so dachten versuchten die Dinge mit sich selbst auszumachen weil sie niemanden nerven wollten, richtig? Sie kannte das nur zu gut. War ihm in dieser Hinsicht nicht unähnlich und doch wollte sie ihr Päckchen nicht mit dem seinen vergleichen weil es schlichtweg nicht möglich war und auch keinen Sinn machte. Eine Zeit lang verharrten sie in der Umarmung. Sie spürte das Beben seines Körpers und irgendwann als es nachließ lösten sie sich voneinander und sie sah in die vertrauten blauen Augen des Anderen. Sie waren ganz glasig. Die junge Hexe legte ihre Hand auf seine Wange. "Du... musst durch all das nicht alleine durch - das weißt du oder?"

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    [Im Wohnzimmer] - Cedric, Hina & Alessa

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    Okay irgendetwas war seltsam, oder? Hina vergaß nie die Schlüssel, denn sie lebte quasi mit ihr hier in diesem Haus. Sie verbrachten die meiste Zeit zusammen oder zumindest war es bis vor Kurzem so gewesen aber mittlerweile war sowieso alles anders. Seit damals und sie konnte ihr nicht erzählen, dass es nur ihr auffiel. Sie verbrachten viel weniger Zeit miteinander und trafen sich einfach nur so kurz zwischen Tür und Angel. Selbst auf Partys endete es damit, dass sie irgendwann getrennte Wege gingen und das sie sich alles erzählten war auch schon länger nicht mehr so. Sie lächelte zwar als ihre Ausrede ihr über die Lippen kam aber wirklich ankommen tat es nicht - es war nicht ehrlich. Es wirkte wie die aufgesetzte Freundlichkeit, die Alessa von sich selbst kannte um das zu bekommen was man wollte oder einen guten Eindruck zu hinterlassen weil es ein notwendiges Übel war - Mittel zum Zweck quasi. War sie das mittlerweile für ihre Freundin geworden? Eine von diesen Menschen, die nur Mittel zum Zweck waren? War das was passiert war so schlimm, dass ihre Freundschaft jetzt daran zerbrach und das obwohl sie noch nicht mal darüber geredet hatten. Mit einer Entschuldigung spazierte sie an dem Blondchen vorbei nach drinnen - kurz berührten sich ihre Schultern dabei aber das war definitiv nicht die Begrüßung, die für die Beiden üblich war und irgendwie versetzte ihr die Tatsache einen Stich im Herzen. Autsch. Auf diese Art von ihr behandelt zu werden tat wirklich weh. Vielleicht hatte Darren Recht. Vielleicht war es wirklich nötig darüber zu reden aber gerade jetzt war wohl der denkbar ungünstigste Moment immerhin saß ihr Bruder im Wohnzimmer und der war auch irgendwie in einer psychischen Ausnahmesituation. Die Schülerin biss sich auf die Unterlippe und schloss die Haustür wieder nachdem Hina hereingeschlüpft war. Sie war definitiv zu nüchtern für diesen Tag soviel konnte sie auf jeden Fall sagen auch wenn ihr bewusst war das der Alkohol es vermutlich nicht leichter machen würde aber zumindest besaß sie dann vielleicht den Mut Dinge anzusprechen, die schon längst hätten angesprochen werden sollen wobei das beim letzten Mal nur noch mehr eskaliert war. Scheiße. Irgendwie war sie nervös. Auf eine Art und Weise wie sie es eigentlich nicht kannte, denn Alessa war in Liebesdingen eher direkt und sagte ganz klar war Sache war - redete nicht um den heißen Brei herum sondern holte sich das was sie wollte.

    Glücklicherweise schien Hina ihr Handy gefunden zu haben aber wirklich freuen konnte sich Alessa über diese Nachricht auch nicht, denn das andere Mädchen berichtete gleich wieder von einem Kerl, dem sie in die Arme gelaufen war. Oh shit das war übel. Irgendwie musste sie diese Gefühle loswerden. Früher hatte sie sich doch auch gefreut für Hina wenn sie Jemanden kennengelernt hatte also warum zur Hölle war es jetzt anders? Warum konnte sie diesen Kuss nicht vergessen? Warum diesen kleinen Ausrutscher an dem einen Abend nicht? Es war nichts von Bedeutung. Es durfte keine Bedeutung haben immerhin war sie ihre beste Freundin. Alessa presste die Lippen aufeinander und lächelte schließlich. "Das klingt abenteuerlich. Ich würd zu gern mehr davon erfahren. Besonders von dem heißen Typen. Es gibt da nämlich auch etwas das ich dir erzählen muss!" Die Rede war natürlich von ihrer Begegnung im Wohnheim. Oder vielmehr den Begegnungen. Wahrscheinlich würde ihre Freundin sich in ihrer Vermutung bezüglich Darren nur bestätigt fühlen. Sonderlich gut war sie auf den Studenten ja noch nie zu sprechen gewesen, oder? Während Hina sich zu Cedric gesellte schenkte Alessa noch zwei weitere Gläser ein und holte nebenher ihr Handy hervor. Kurz tippte sie eine Nachricht an Darren. Ein Hilferuf aber im nächsten Moment löschte sie alles auch wieder weil sie eigentlich verdammt sauer auf den Kerl war und das aus gutem Grund. Aber irgendwie... er war der Einzige mit dem sie bisher über die Situation mit Hina geredet hatte also... Alessa tippte die Nachricht erneut und sendete sie dann auch ab bevor sie sich ebenfalls zu den Anderen ins Wohnzimmer gesellte. Es fühlte sich vielmehr so an als würde sie in eine Schlacht ziehen und für einen Moment bereute sie es das sie ihrem Drink nicht noch Alkohol hinzugefügt hatte. Bei dem Wort 'Familientreffen' musste Alessa tatsächlich auflachen - hätte sich beinahe an ihrem Getränk verschluckt, denn Hina wusste sehr wohl um die familiären Verhältnisse, die hier vorherrschten. Das das Wort Familie sehr unpassend war, denn bis vor wenigen Minuten waren sie alle noch in alle Himmelsrichtungen verstreut gewesen und das zwei Personen dieser Familie anwesend waren grenzte schon fast an ein Weltwunder. Cedric wirkte angespannt. Der Blick der Blonden wanderte über ihn - studierte ihn fast schon, denn auch wenn er für seine Verhältnisse viel Preis gegeben hatte, hatte er dennoch gewiss viel verschwiegen aber auch das würde sie wahrscheinlich nicht erfahren wenn sie ihn anschwieg. Reden war also der Schlüssel und eigentlich war es etwas das sie gerne tat aber anscheinend immer nur in Momenten, in denen es sich nicht anfühlte als würde ein falscher Schritt alles zerstören können. "Irgendwie... glaube ich mich zu erinnern, dass wir das letzte Mal als wir in dieser Kombination zusammen waren Singstar gespielt haben und Cedric einen wunderschönen Song aus Frozen geschmettert hat - Lust auf eine Wiederholung, Brüderchen?" Sie lächelte. Ein ehrliches Lächeln dieses Mal weil es sich um eine schöne Erinnerung handelte. Auch damals war nicht alles perfekt gewesen aber es fühlte sich an wie eine leichtere und einfachere Zeit. "Vielleicht kommt Simon ja dann auch dieses Mal ein kleines bisschen später..." Alessa trank aus ihrem Glas und stellte es schließlich wieder vor sich ab. "Ich erinnere mich das du schon damals für ihn geschwärmt hast..." Alessa klang amüsiert als sie sich an ihre Freundin gewandt hatte. Es war ja fast schon ein offenes Geheimnis. Das war die Art wie sie mit ihrer besten Freundin immer schon umgegangen war, richtig? Sie quatschten über Jungs und es gab keinen Grund eifersüchtig zu sein, denn sie hatten einen ganz unterschiedlichen Typ und kamen sich auch meistens nicht in die Quere.... richtig? Vielleicht sollte sie es doch so handhaben wie Cedric und einfach ihren Mund mit der Pizza vollstopfen damit sie sich nicht noch seltsamer benahm als sie es ohnehin tat. Anscheinend gab es unter den Geschwistern doch ähnliche Charakterzüge...

    [Auf einer Bank mitten in der Nacht] Micah & Shara



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    Ein Teil von ihr wollte verständnisvoll sein - wirklich. Er wollte wie das liebe Blumenmädchen sein, dass sie doch eigentlich verkörperte aber ein anderer und vielleicht größerer Teil hatte es satt. Sie hatte es satt vor allen immer nur zu katzbuckeln. Sie hatte es satt einfach immer Verständnis für alles zu haben weil man das als netter und zuvorkommender Mensch nun mal so machte wenn man mit seinen Mitmenschen klar kommen wollte. Vielleicht war es egoistisch und unfair aber es entkam ihr ein wertendes Schnauben als seine Antwort auf die Frage was genau ihm den Leid tat ein 'Alles' war. Das war die Art von Aussage die man tätigte wenn man nicht wusste was genau einem Leid zu tun hatte, richtig? Wenn man seinen gegenüber einfach nur beruhigen wollte. Wenn man die Wogen glätten wollte weil es sonst drohte zu eskalieren. So einfach würde sie es ihm nicht machen. Auch das war wahrscheinlich unfair aber wer behandelte sie schon fair? Das Leben ganz bestimmt nicht, denn es war verdammt noch einmal nicht fair das sie lebte und ihre kleine Schwester tot war. Wut blitzte aus ihren verheulten Augen, als sich ihre Blicke trafen. Als er da vor ihr stand wie ein Häufchen Elend. Wie ein geschlagener Hund. Als wäre sie diejenige, die ihm Leid zugefügt hätte. Als wäre sie die Böse in dieser Geschichte weil sie ihn endlich einmal mit den Dingen konfrontierte, die zwischen ihnen standen und nicht länger einfach nur lächelte und verständnisvoll war - wie sonst auch immer. Sie war müde. Ihr Name auf seinen Lippen ließ sie hellhörig werden aber er zögerte. Erneut ihr Name. Innerlich verfluchte sie ihn schon. Sie musterte ihn durch ihre blauen Augen. Seine Stimme zitterte als er nach den richtigen Worten suchte so als zögere ein Teil von ihm wirklich mit der Wahrheit herauszurücken weswegen seine folgenden Worte sie gleich doppelt überraschten. Die großen blauen Augen des Mädchens weiteten sich vor Überraschung. Ihre Lippen öffneten sich einen Spalt und ohne das sie irgendetwas sagte schlossen sie sich wieder, denn seine Worte machten sie sprachlos. Er hatte keine Erinnerungen mehr. Shara blinzelte und ließ seine Worte auf sich wirken - bemerkte gar nicht wann er sich zu ihr gesetzt hatte - neben ihr Platz genommen hatte. Irgendwie war jetzt der Moment gekommen in dem sie wahrscheinlich für ihn da hätte sein sollen immerhin waren sie einmal Freunde gewesen und nun waren sie.... nur noch Fremde und er war es der ihr gerade erklärte warum es sich die ganze Zeit so anfühlte als wäre ein unüberwindbarer Abgrund zwischen ihnen. Es war die Tatsache, dass ihre Erinnerungen nicht die selben waren. Sie erinnerte sich an diese Zeit, die ihr Halt gegeben hatte während sie bei ihm unwiderruflich ausgelöscht war. All das was ihr in schweren Zeiten Halt gegeben hatte war nun nicht mehr so wertvoll wie es vielleicht einmal gewesen war oder zumindest fühlte es sich für sie so an weil der Einzige, der aus ihrer Gruppe von damals noch greifbar war - erinnerte sich nicht. Seine Worte fühlten sich an wie Messerstiche, die sich in ihr Innerstes bohrten. Jedes einzelne Wort ein Volltreffer. Sharas Hände krallten sich in den Stoff ihres Kleides und sie ließ den Kopf sinken - hielt den Blick zu Boden gerichtet aber hörte das Blut in ihren Ohren rauschen. Seine Worte nahm sie nur peripher war. Erst als Micah ihre Hände ergriff und ihre Blicke sich wieder trafen wurde sie aus dieser Trance gerüttelt in welche sie seine Worte katapultiert hatten. Er wirkte hoffnungsvoll und doch war es genauso wie er sagte. Sie konnten in Wirklichkeit doch nicht von vorne anfangen weil sie die alten Erinnerungen mit sich trug und er eben nicht und das war eine Hürde die irgendwie unüberwindbar schien oder zumindest war das ihr erster Gedanke weswegen sie ihre Hände auch zurückzog und sich von der Bank erhob. Shara schlang ihre Arme um sich und ihre Gedanken rasten in alle Himmelsrichtungen. "Micah ich..." kam es über ihre Lippen und plötzlich fühlte sich sein Name ganz fremd an auf ihrer Zunge. "...also irgendwie war das nicht das ganz die Art von von vorne anfangen die ich meinte..." Sie war überfordert mit dem Schwall an Informationen, die da aus ihm heraus gebrochen waren und das zeigte sich vermutlich auch in der Unsicherheit, die sich in ihrem Blick spiegelte. Wie unwohl er sich in ihrer Nähe gefühlt haben musste. Ihr vertrauter Umgang mit einem quasi Fremden. Ihr Herz schmerzte. Das tat es wirklich. Es fühlte sich an als wäre es gebrochen und das obwohl sie längst geglaubt hatte das er keinen so großen Platz mehr darin eingenommen hatte. Jeder Moment, der ihr Herzklopfen bereitet hatte war nun nicht mehr da und vielleicht war auch er nicht mehr der Mensch dem sie im Geheimen ihr Herz geschenkt hatte. Sie blickte ihn an. "Weißt du ich bin echt schlecht in diesen Kennenlerngesprächen..." Ihre Mundwinkel zuckten - irgendwie gequält denn ihr war keineswegs zum Lachen zu Mute. "...wahrscheinlich werde ich keinen sonderlich guten Eindruck machen." Seine Anwesenheit bereitete ihr Schmerz doch auch seine Abwesenheit, denn im Grunde war der Micah, den sie in Erinnerung hatte für immer verloren und der Mensch, der hier vor ihr war wirkte nahezu wie ein Betrüger, der sich lediglich als er ausgab. Das klang bescheuert, oder? Aber steckte vielleicht auch irgendwo noch ein Fünkchen von dem Menschen in ihm, der ihr so viel bedeutet hatte? Sie wollte ihren Freund aus der Vergangenheit in die Arme schließen - wollte ihm trösten und erfahren wie es dazu gekommen war. Sie wollte für ihn da sein und gleichzeitig fühlte es sich an als hätte sie nicht das Recht dazu weil sie im Grunde Fremde waren also hielt sie sich zurück was tatsächlich nicht so schwer war wie man es vielleicht meinen konnte, denn die Distanz zwischen ihnen war nahezu greifbar. Sollte sie nachharken oder war es zu viel des Guten? Sollte sie seine Worte vielleicht lieber erst einmal verdauen - eine Nacht darüber schlafen? Unwahrscheinlich das Shara heute auch nur ein Auge zu tun würde. "Weißt du... warum du dich nicht erinnerst oder ist das eine schlechte Frage für ein neues Kennenlernen?" kam es holprig über die Lippen des Blumenmädchens und sie sah in das erschöpfte und abgekämpfte Gesicht des Anderen. Sie fuchtelte folgend mit den Händen vor ihm herum. "Moment. Ich will einen zweiten Versuch!" Sie räusperte sich und versteckte den Schmerz in sich - schluckte die Tränen hinunter, die immer wieder drohten an die Oberfläche zu kommen weil es sich anfühlte als hätte sie einen Freund... verloren. "Ich bin Shara und wer bist du?" Sie streckte ihm die Hand zur Begrüßung hin und wusste selbst nicht ob sie es überhaupt ertragen konnte ihn zu berühren. Ihm nahe zu sein und irgendwie auch nicht...

    In der Nähe des Sees - Noita & Cedric


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    Er sprach ihren Namen aus. Erneut. Am liebsten hätte sie ihn gebeten es zu lassen. Denn immer wenn er ihn aussprach, hatte sie das Gefühl es hatte den selben Klang wie damals auf diesem Fest als sie sich das letzte Mal gesehen hatte - als alles zu Ende ging. Es fühlte sich an als wäre es eine Ewigkeit her. Irgendwie erinnerte sie sich an nichts Anderes mehr an diesem Tag. Irgendwie war die ausgelassene Stimmung, die dieses Fest mit sich bringen hätte sollen nicht in ihrem Gedächtnis geblieben. Auch das Gespräch mit anderen Menschen hatte sie kaum noch in Erinnerung. Mit seinen Worten war alles andere in den Hintergrund gerückt - hatte alles was vielleicht positiv gewesen war überschattet und letztendlich wohl auch den Klang ihres Namens aus seinem Mund. Sie schloss die Augen einen Moment - presste die Lippen aufeinander und spürte die Wunde in ihrer Brust, welche die Situation damals zurückgelassen hatte. Es war nicht das gleiche Gefühl aber annähernd schmerzhaft, denn mit der Erinnerung kam auch das Gefühl der Wertlosigkeit zurück. Er hatte es nicht gewollt - so waren seine Worte damals gewesen. Es war anscheinend einfach passiert aber konnten diese Dinge einfach passieren? Wenn man jemanden mochte - nicht nur mochte sondern wenn man in denjenigen verliebt war - konnte so etwas dann einfach so passieren? Er hatte doch deutlich gemacht, dass er dieses andere Mädchen - wahrscheinlich weit mehr Frau als sie es war - liebte. Er hatte es selbst gesagt. Also was wollte er jetzt? Warum suchte er nach dieser langen Zeit des Schweigens wieder den Kontakt zu ihr? Es war alles gesagt. Er liebte eine Andere also warum zur Hölle tat er ihr das an? Warum tauchte er plötzlich wieder auf gerade wenn es ihr anfing besser zu gehen? Gerade als sie sich ein bisschen Selbstbewusstsein zurück erkämpft hatte. Gerade als sie anfing zu glauben sie könnte vielleicht irgendwann für Jemand Anderen genug sein. Offensichtlich nicht für ihn - das hatte er mehr als deutlich gemacht aber vielleicht gab es irgendwann mal Jemanden, dem sie genügte. Unweigerlich dachte sie an Jemand Bestimmten auch wenn es dumm war zu glauben, dass sie ihm genug sein würde. Sie ignorierte seine Worte, konzentrierte sich auf das Versorgen der Wunde an seinem Bein und bemühte sich ihren Fokus dort zu lassen - bemühte sich keine Hoffnungen aufkeimen zu lassen nur weil er sie dabei ansah. Etwas das sie nicht konnte. Es tat zu sehr weh und sie hätte es wissen müssen. Sie hatte es insgeheim gewusst, dass sie nicht bereit war für ein Treffen und deshalb nicht zurückgeschrieben. Allein seine Nachricht hatte sie aufgewühlt. Sie wusste was ein Treffen mit ihr machen würde und nun waren sie hier und befanden sich in einer Situation, die absurder wohl nicht sein konnte. Als sie am Morgen dieses Tages aufgestanden war, hätte Noita nicht für möglich gehalten, dass sie hier am Nachmittag das Bein ihres Exfreundes verarzten würde, weil dieser von einem Schwan angegriffen worden war. Ihr Leben war ein Witz. Sie war ein Witz. Mayo würde sie auslachen. Sie würde sie eine Idiotin schimpfen. Sie würde ihr raten ihm wahrscheinlich eher Schmerzen zuzufügen als diese zu stillen. Beinahe hätte die Schwarzhaarige bei diesem Gedanken geschmunzelt aber konnte es sich dann doch verkneifen. Es wäre in dieser Situation wohl auch etwas absurd gewesen, denn wenn ihr nach etwas ganz und gar nicht war dann nach einem Schmunzeln.

    Sie war dabei sich zurückzuziehen. Sie war dabei sich der Situation zu entziehen weil sie viel war. Zu viel. Weil sie spürte, dass es ihr nicht gut tat damit konfrontiert zu werden oder einfach weil Flucht immer schon die einfachere Lösung war. Sie hasste Konfrontationen. Sie war schlecht darin und immer wenn es dazu kam - in den meisten Fällen mit ihrer Cousine - war sie diejenige die entweder die Flucht ergriff oder aber weinen musste und irgendwie... sie wollte vor ihm nicht weinen. Sie hatte schon so viele Tränen wegen ihm vergossen - sie konnte nicht mehr. Irgendwann waren es genug und den Zeitpunkt hatte sie doch längst erreicht, oder nicht? Irgendwann war doch auch der Zeitpunkt gekommen wo sie wieder glücklich werden durfte, oder? Er ergriff ihre Hand und zog sie ein Stück zu sich. Ihre Augen weiteten sich und ihr verräterisches Herz schlug viel zu schnell wenn man bedachte, dass er es doch gewesen war, der es gebrochen hatte. Er sah sie mit einer Intensität an, die sie erschaudern ließ und einen Moment versuchte sich Noita seinem Blick zu entziehen aber schaffte es irgendwie nicht. Im Gegenteil. Als er anfing sich zu erklären glaubte sie sogar einen Moment lang den Menschen zu erkennen, für den sie damals Gefühle entwickelt hatte auch wenn er... abgekämpft aussah. Sie schämte sich ein bisschen, dass es ihr erst jetzt auffiel aber das war wenig verwunderlich weil sie es bisher vermieden hatte direkten Blickkontakt aufzubauen. Aus Angst. Aus Angst sich wieder in ihm zu verlieren. Aus Angst erneut verletzt zu werden. Ihr war aufgefallen, dass er müde aussah aber es war nicht nur Müdigkeit, oder? Seine Worte klangen so ehrlich - vielleicht auch einfach weil ein Teil von ihr ihm glauben wollte. Weil ein Teil von ihr sich gut fühlte bei dem Gedanken, dass sie ihm offensichtlich nicht völlig egal gewesen war, denn dieser Gedanke hatte sie monatelang gequält. Das sie ihm nie etwas bedeutet hatte. Das sie sich das zwischen ihnen vielleicht einfach nur zusammengesponnen hatte weil sie sich verliebt hatte. Das alles vielleicht gar nicht so besonders gewesen war, wie es sich für sie in diesem Moment angefühlt hatte. "Cedric..." kam sein Name über ihre Lippen als er ihre Hand wieder losließ. Aber was wollte sie eigentlich sagen? Was waren die passenden Worte? Für sie und auch für ihn. Es gab so viel Ungesagtes zwischen ihnen. Er war noch nie ein Mensch vieler Worte gewesen aber das war nie schlimm für sie gewesen aber vielleicht war der Moment gekommen um zu reden. Aber war es nicht auch irgendwo ihr Recht sich selbst zu schützen? War es nicht irgendwo auch ihr Recht zu sagen: Nein. Allein hier vor dir zu stehen kostet so viel Kraft und ich kann sie kaum aufbringen weil ich am liebsten zusammenbrechen würde weil dein Anblick mich schmerzt? Sie seufzte. Kaum merklich aber doch so das man es nicht verstecken konnte. Jetzt wo er ihre Hand nicht mehr hielt, wusste die junge Hexe kaum wohin damit und so legte sie beide Arme einfach um sich - zog ihren Cardigan ein wenig enger um sich bevor sie neben ihm Platz nahm. Warum konnte sie es nicht abstellen sich um einen Menschen zu sorgen, der sie selbst zu verletzt hatte? Sie war wirklich selbstzerstörerisch. "Woher... kam dieser Gedanke? Ich hatte nie die Absicht dir das Gefühl zu geben, dass es ohne dich... besser wäre...?" Noita sah ihn von der Seite an - studierte sein Profil und senkte schnell wieder den Blick aus ihre Hände, welche in ihrem Schoß lagen und mit deren Fingern sie spielte weil sie schlichtweg nervös war und immer noch mit dem Fluchtgedanken kämpfte. "Sagst du sie mir dieses Mal? Die Wahrheit...?" Konnte sie sie überhaupt verkraften? Wieviel schlimmer konnte es schon werden? Sie war doch schon gebrochen also wie schlimm konnte es noch werden? Sie wagte es nicht ihn anzusehen. Sie war so ein Feigling.

    In der Nähe des Sees - Noita & Cedric


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    Er wich ihrem Blick aus als Noita ihn durch ihre roten Augen ansah. Es hatte sie so oder so schon Kraft gekostet diese Worte an ihn zu wenden - generell mit ihm zu sprechen, denn allein seine Anwesenheit machte so viel mit ihr das sie nicht wohin wusste mit der Vielzahl an Emotionen. Emotionen, die so widersprüchlich waren, dass es widersprüchlicher gar nicht möglich war und die Tatsache, dass er es war der das Gespräch gesucht hatte oder sie treffen wollte und nun offensichtlich nicht wusste was er sagen sollte, machte es nicht wirklich einfacher. Eigentlich machte sie es sogar ein kleines bisschen wütend. Majo würde das wahrscheinlich als Fortschritt bezeichnen und ihr raten diese Wut auch rauszulassen. Wobei das mit den Rauslassen der Emotionen angesichts der Tatsache das sie eine Hexe war nicht wirklich eine gute Idee war oder? Am Ende fing der arme Kerl noch Feuer oder so. Oder sie zauberte ihn versehentlich auf den Mond. Allerdings konnte das Unterdrücken solcher Gefühle etwas Ähnliches bewirken. Schwierig. Vielleicht war Flucht immer noch eine Option. Eine Option, die für Alle am Besten war, denn offensichtlich wusste Cedric nicht was er wollte und auch wenn sie es auf Grund seines blutenden Beines nicht völlig ausgesprochen hatte so war ihrem Gegenüber klar gewesen worauf sie hinaus wollte. Sein blutendes Bein kam ihm also wahrscheinlich relativ gelegen. Irgendwie traurig. Der Angriff eines wild gewordenen Tieres war wohl weniger unangenehm als die Konfrontation mit ihr aber wahrscheinlich war Noita nicht in der Position das zu verurteilen, denn insgeheim wünschte sie sich auch eine Wildvogelattacke oder das sich der Boden unter ihren Füßen auftat und sie verschluckte aber die Schwarzhaarige wusste mit ihren Wünschen musste sie vorsichtig sein. „Sicher das sich das nicht besser… Jemand ansehen sollte? Vielleicht hat der Schwan irgendeine Krankheit oder so…“ Sorge schwang in ihrer Stimme mit als sich der Blick ihrer roten Augen an seinem Bein festgesetzt hatte. An jener Stelle an der seine Hose schon blutdurchtränkt war. Noita zog die Augenbrauen zusammen und griff nach dem Handgelenk des Anderen, da Cedric nach wie vor wie angewurzelt dort stand und sich nicht vom Fleck rührte. Sie verfrachtete ihn auf die Parkbank auf der auch ihr ganzes Zeug lag. „Lass mal sehn…“ Sie ging vor ihm in die Hocke und streifte die Hose sein Bein entlang nach oben. Ihre Finger zitterten ein kleines bisschen dabei. Sie zögerte versuchte aber gleichzeitig einen kühlen Kopf zu behalten, was nicht gerade leicht war denn allein die Geste wirkte vertraut und fremd zugleich. Eine Berührung die so noch nie stattgefunden hatte aber zugleich nicht unähnlich zu noch innigeren Berührungen die sie geteilt hatten war. Ihr Herz klopfte vor Aufregung. Sie verzog das Gesicht als sie die Wunde sah. Also gut sah anders aus aber sonderlich tief wirkte sie jetzt nicht. Wahrscheinlich hatte das Vieh ihn einfach nur gut erwischt. Effizient. „Ich…werd es schnell sauber machen und verbinden dann solltest du dir wohl… professionelle Hilfe suchen.“ Ein Ausweg? Vielleicht. Aber war es auch wirklich notwendig oder kam es ihnen und vor allem auch ihm nicht irgendwie gelegen? Noch immer in Hocke griff sie wortlos nach ihrer Tasche und holte eine Wasserflasche heraus um folgend das Wasser über die Bisswunde laufen zu lassen. Als das erledigt war holte sie erneut etwas aus ihrer Tasche - musste dafür etwas wühlen weil sie nicht gleich fündig geworden war aber hatte letztendlich zum Glück Erfolg. Taschentücher. Sie drückte ein paar auf die betroffene Stelle und löste mit der freien Hand ihr Haarband aus ihrem Pferdeschwanz. Das lange schwarze Haar glitt ihr über die Schulter und umrahmte folgend ihr Gesicht. Ungewohnt geschickt band sie es um das Bein des Anderen und bließ sich zeitgleich eine verirrte Haarsträhne aus dem Gesicht. Ihr Blick lag die ganze Zeit auf seiner Verletzung und dem was sie hier tat aber sie spürte das er sie ansah. Die ganze Zeit. Und das machte es nicht gerade leichter. Schließlich sah sie doch noch zu ihm hoch. „Es sollte denke ich fürs Erste okay sein…“ kommentierte sie ihre Handlung und ließ wieder von seinem Bein ab. Vielleicht etwas zu abrupt. Genauso wie ihr Blick sich den seinem wieder relativ rasch entzog. Nicht zuletzt weil sie sich schützen wolle. Weil sie nicht in dem Blau seiner Augen versinken wollte. Weil sie nicht wieder verletzt werden wollte. Weil sie einfach diesen Schmerz nicht mehr spüren wollte. Noita erhob sich und packte das Zeug wieder in ihre Tasche. Sag etwas. Einfach irgendetwas. Sie wusste nicht ob sie sich selbst im Stillen anflehte oder an eine Art Gedankenübertragung glauben wollte aber irgendetwas sagte ihr wenn sie jetzt so auseinander gingen würden sie nie mehr miteinander sprechen.

    [Darrens neue Wohnung] Darren & Yumi

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    Sie lachte ein tonloses Lachen. Fand seine Worte deshalb belustigend, weil sie ihn mindestens tausend Gründe nennen konnte warum er sich irrte - warum sie ein ganz und gar beschissener Preis war. Etwas das man nicht einmal als Preis bezeichnen konnte sondern vielmehr als Last. Nicht das es der Blonden an Selbstbewusstsein mangelte. Ganz und gar nicht. Sie wusste, dass sie nicht unbedingt mit schlechten Genen ausgestattet war aber sie dachte viel mehr an ihren hässlichen Charakter. Ihre Makel und Fehler. Ihre Ecken und Kanten, die er sich nur zurecht schliff weil er es geil fand Jemanden hinterher zu jagen den er nicht haben konnte - nicht mehr als für eine Nacht oder zwei. Das reizte ihn. Vielleicht noch das Anreißen ihrer Wände - das Erfolgserlebnis, welches er dabei feiern konnte, wenn er zu ihr durchdrang - hinter die Maske sehen konnte, die sie für die Anderen trug. Vielleicht war er in Wirklichkeit noch kranker als sie. Und dann? Was blieb von ihr noch übrig wenn sie nicht abweisend und kalt war? Wenn sie nicht das Miststück war, für das sie alle hielten. War sie dann wieder das Mädchen von früher. Das Mädchen, dass sich einst in diesen Kerl verliebt hatte, der sie letztendlich zu dem besagten Miststück werden hatte lassen - unter anderem. Ganz allein war er es nicht gewesen - da gehörten wohl noch eine Anzahl an anderen Begebenheiten dazu aber es lief aufs gleiche hinaus. Wenn sie nicht die Eiskönigin sein konnte war sie ein Niemand mit dem ihm schnell langweilig werden würde. "Weißt du Darren..." Sie drehte sich zu ihm um und ein abweisendes Lächeln erschien auf ihren Lippen. "....ich glaube es reizt dich nur Jemanden hinterherzujagen weil du weißt es wird nichts Ernstes daraus..." Sie legte eine Hand auf seinen Unterarm und schob sie an ihm nach oben bis sie auf seiner Schulter zum Liegen kam auch wenn sie dafür ein wenig auf die Zehenspitzen stehen musste. "Weil du nach etwas Aufregendem suchst aber wenn du es hättest dann wäre es nicht mehr aufregend und du würdest dich langweilen..." Sie Schmunzelte und ließ ihren Blick langsam über seine Gesichtszüge wandern. "Ich glaube es ist für alle das Beste wenn du den Preis nicht bekommst." Mit diesen Worten zog sie sich wieder zurück und eine eisige Stille kehrte für eine unbestimmte Zeit zwischen ihnen ein oder zumindest fühlte es sich so an. Erst als sie über Yumis Regeln sprachen wurde die Unterhaltung wieder etwas lockerer. Zumindest war der Schauspielstudent sich anscheinend ziemlich sicher, dass die Blonde sich nicht an ihre eigenen Regeln halten konnte. Sie wollte ihm widersprechen. Erneut. Wahrscheinlich einfach schon aus Gewohnheit. "Wow okay. Soll ich dir und deinem Ego ein kleines bisschen Privatsphäre verschaffen?" Yumi deutete mit dem Zeigefinger über sein gesamtes Erscheinungsbild. Wenn er sich selbst nicht widerstehen konnte dann brauchte er vielleicht ein bisschen Zeit für... sich. Immerhin hatte sie ihn wortwörtlich in der Dusche stehen gelassen also vielleicht hatte er in dieser Hinsicht noch etwas zu erledigen und die junge Erwachsene machte jetzt auch kein Geheimnis daraus worauf sie gerade anspielte aber musste sich dann doch ein Lachen verkneifen - genau genommen gelang es ihr nicht sonderlich gut, weshalb ein Grinsen auf ihren Lippen zurück blieb, "Ohne diese Regeln kann das noch weniger funktionieren aber das spielt ohnehin keine Rolle..." Wenn sie keine Wohnung finden würde war Cylie ihr Rettungsanker - irgendwie. Auch wenn sie nicht riskieren wollte das ihre Freundin wegen ihr Probleme bekam - aber vielleicht für ein paar Nächte. Ohne etwas in Aussicht wahrscheinlich keine sonderlich gute Idee. Scheiße. Es sah übel aus - richtig? Sie sollte jede verdammte Sekunde mit der Wohnungssuche verbringen und doch war es genau das was sie auch die letzten Tage gemacht hatte wenn sie sich nicht durch die Stellenanzeigen gekämpft hatte. Die Auswahl war grausam. Entweder versifft oder schweineteuer. Es gab kein Mittelding. Das war ein Fakt. Ein Fakt den sie ihm gegenüber aber nicht zugeben wollte. Also was tun? Es blieb nur ein Weg. Sie musste zurück und alleine beim Gedanken daran bekam sie Magenschmerzen. Schließlich flirtete er wieder schamlos darauf los. Griff nach jedem Strohhalm den sie ihm bot. Das Spiel hatte längst begonnen, richtig? Aber vielleicht war die Lösung damit es nicht so endete wie es immer endete vielmehr das Spiel nicht mitzuspielen? Aber sie liebte es zu spielen. Das war fast schon unfair. Sie warf also theatralisch einen Blick auf die Uhr auf ihrem Handy. "Weiß nicht. Bist du fertig bis das Essen da ist?" Sie hob den Blick an und in ihren eisblauen Augen funkelte der Schalk und ein zweideutiges Grinsen erschien auf den Lippen der Blonden bevor sie sich darauf biss und das kleine Szenario mit einem Lachen löste - nicht zuletzt weil sie durch seine fast schon liebevolle Geste erstarrte. Seine verletzte Hand. Die Art wie er sie ansah nachdem er ihr Kinn angehoben hatte ließ eine Gänsehaut an ihren Armen entstehen. Nicht weil ihr kalt war. Sondern weil er ihr unter die Haut ging und als seine Frage an ihr Ohr drang sah sie automatisch weg - flüchtete sich aus der Situation ein Stück weit. Sie zuckte mit den Schultern als wäre es ihr egal. "Sie gehören wohl zu der Kategorie Menschen, die vielleicht besser keiner Kinder bekommen hätten sollen..." Yumi räusperte sich und schlang ihre Arme um sich. Ihr Schutzschild. Sie machte es unbewusst und wanderte ein kleines bisschen in der Wohnung herum - ließ ihren Blick schweifen. "Sie haben sich nie wirklich um meine Schwester und mich gekümmert - wir hatten nur uns weil..." Sie stolperte kurz über ihre Worte und suchte Neue aber unterließ es dann weil es keine Rolle spielte das er fortgegangen war. Zumindest ging es Darren nichts an und so gr0ß war der Wunsch ihre Familiengeschichte zu teilen dann doch nicht. Sie lachte ein bitteres Lachen bevor sie fortfuhr. "Sie haben es irgendwann wieder miteinander versucht und die Zwillinge bekommen..." Yumi schüttelte den Kopf. "Sie haben sich ein Bilderbuchhaus in der Vorstadt geholt mit hübschen Vorgarten und allem was dazu gehört. Bestimmt auch mit Golden Retriever. Aber Überraschung: auch dieses Mal sind sie sich selbst wichtiger und machen lieber eine Weltreise als für die Beiden da zu sein." Yumi atmete einmal tief ein und wieder aus bevor sie sich einmal mit der Hand durch ihr Haar fuhr um es ein wenig zu bändigen. "Du siehst also ich werde vermutlich nicht unter einer Brücke landen also behandle mich nicht als könnte ich mir nicht selbst helfen denn wenn du eine Prinzessin zum retten suchst bist du bei mir an der falschen Adresse..." Das Wort Prinzessin bekam einen ganz besonders abschätzigen Ton ab aber es dürfte wohl Beiden klar sein warum das so war.

    [Darrens neue Wohnung] Darren & Yumi

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    Er feierte sich also war ihr Sarkasmus offensichtlich nicht ganz angekommen weswegen sie das Spektakel über ihre Schulter schauend mit hochgezogener Augenbraue betrachtete. Es stimmte zwar das sie keinen Plan hatte aber um sie zu durchschauen erforderte es doch noch um einiges mehr, oder nicht? Nicht umsonst hatte sie die Mauern um sich hochgezogen und ließ ihn nicht herein oder zumindest nicht sehr aber doch eigentlich zu viel denn sonst würden sie jetzt nicht in diesem Dilemma hier festsitzen in dem sie ihn von der Bettkante stieß einfach damit er nicht noch näher kam. Idiotisch. Sie war schwach geworden. Hatte Schwäche an einer Stelle in ihrem Leben zugelassen wo sie nie mehr Schwäche zeigen wollte und jetzt musste sie dich selbst jene Tätigkeit widersagen, die eigentlich immer eine gute Ablenkung gewesen war wenn das Leben ihr zu viel geworden war und von der Uni geworfen zu werden und den Wohnsitz zu verlieren war doch ein kleines bisschen stressig vor allem nüchtern. "Wow... zuerst glaubst du ich bin eine Hure, die sich durch die ganze Stadt vögelt um ein Bett zum Schlafen zu haben und jetzt werde ich an den Bestbietenden verhökert?" Sie lachte. Sie - ein Preis? Das sie nicht lachte. Wahrscheinlich der jämmerliche Trostpreis den niemand wollte. Zumindest nicht wenn man ihn hatte. Mag sein das die Jagd danach aufregend war aber das war es dann auch schon wieder. Das konnte er sich schön reden soviel er wollte.

    Als sie ihn schließlich die Regeln erklärte für ihr Zusammenwohnen, welches ohnehin nicht zu Stande kommen würde denn sie würde einen Teufel tun dem zuzustimmen. Himmel sie konnte sich noch nicht einmal gefühlstechnisch auf einen Menschen einlassen und dann sollte sie genau mit einem Menschen zusammenziehen der glaubte er wollte mehr von ihr als einfach nur zu vögeln. Süß. Yumi seufzte und verdrehte die Augen. "Es gilt nicht nur in der Wohnung." Wie er so den Kopf neigte und sie durch die dunkelbraunen Augen musterte während er auf die Antwort gewartet hatte. Wie ein Welpe wirkte er da. Auf seinen Lippen bildete sich ein Grinsen. Irgendwie jungenhaft und fast schon süß. Natürlich brachte er ihr Kennenlernen ins Spiel. Wollte er sie wehmütig machen? Es funktionierte bitterer Weise. Damals war es so unbeschwert zwischen ihnen - kein Versprechen auf mehr. Sie war in dem Glauben gewesen ihn vielleicht ab und an an der Uni wiederzusehen aber nicht mehr und nicht weniger. Es hätte einfach bei einem One-Night-Stand bleiben sollen und damit Pasta aber hier stand sie nun an die Küchentheke gelehnt - fast nur in seinen Klamotten bekleidet und nahm sich selbst die Leichtigkeit weil es längst zu verstrickt war und dabei war es ungeheuer unfair ihr Kennenlernen ins Spiel zu bringen denn allein bei dem Gedanken wurde ihr zumindest alles andere als kalt. Das war doch ganz bestimmt sein verdammter Plan, nicht wahr? Yumi klappte die Kinnlade nach unten. "Du glaubst ich schaff es nicht mich an diese Regeln zu halten?" Sie lachte. "Wie sehr bist du von dir selbst überzeugt das du nicht glaubst ich könnte Zeit in deiner Nähe verbringen ohne dich zu bespringen?" Die Blonde schüttelte den Kopf und musste kurz schmunzeln als er ihre Frage nach dem Essen ganz bewusst falsch verstehen wollte. Sie hob ihren Blick und sah das freche Aufblitzen in seinen Augen. Ihr Herz stolperte kurz bevor sie ihren Blick wieder senkte und sich ein wenig auf die Theke lehnte um die Speisenauswahl unter die Lupe zu nehmen. Sushi klang richtig gut, Das hatte sie schon ewig nicht mehr weswegen sie sich ein bisschen was in den Warenkorb schmiss und das Handy wieder in die Richtung seines Besitzers schob. "Hmmm...ich sollte darüber nachdenken meine Unterwäsche wieder auszuziehen - vielleicht bekommen wir das Essen dann kostenlos..." Yumi tat so als würde sie ernsthaft darüber nachdenken. Das war doch das Bild das er von ihr hatte oder nicht? Ihr Blick blieb dennoch immer wieder an seinem entblößten Oberkörper hängen aber das war auch schwierig es zu unterlassen nachdem er genau auf ihrer Augenhöhe war und sich auch noch absichtlich streckte aber gut dieses Spielchen konnten auch zwei spielen und in Spielchen spielen war sie immer schon gut. Der einzige Unterschied zu damals - dieses Mal konnte sie sich keinen Ausrutscher leisten denn was wenn sie am Ende wirklich hier landete weil es eben nur noch ein paar Tage waren und der Wohnungsmarkt in Riverport ziemlich bescheiden war wenn man kein festes Einkommen hatte. Yumi fragte sich was wohl das geringere Übel war. Zurück in ihr Elternhaus zu ziehen oder das hier... Vielleicht sollte sie noch einmal mit Cylie reden und sich in ihrem Zimmer einquartieren.

    [Darrens neue Wohnung] Darren & Yumi

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    Er lenkte das Gespräch auf seine Narbe und unweigerlich senkte sich der Blick der Blonden - fuhr jeden Zentimeter davon mit ihrem Blick ab und ihr Magen verkrampfte sich dabei - ihr wurde schlecht weil sie natürlich an das dachte was dafür verantwortlich war. Die Situation von damals und auch die Folgen eben jener Situation. Von wegen Mitbewohner die ihm nach den Organen getrachtet hatten. Sie war Schuld. Kein Organhandel. Einfach nur sie alleine. Wahrscheinlich wollte er lustig sein - dem ganzen die Ernsthaftigkeit nehmen weil der Anblick eben jener Narbe bisher immer dazu geführt hatte das sie sich zurückzog - wohlwissend das sie sich besser fernhalten sollte. Das sie ihm schadete wenn sie zu nahe war - ihre Anwesenheit - ihre Entscheidungen. Die Blonde löste sich aus seinem Griff - spürte eine seltsame Leere die in ihr zurückblieb als sie seine Hände nicht mehr an sich spürte - fröstelte sogar obwohl es so kalt gar nicht war. Das Fehlen seiner Person würde noch öfter eine gewisse Kälte hinterlassen - nicht wahr? Verdammt. Sie hätte es nicht so weit kommen lassen dürfen. Unbemerkt hatte er sich in ihr Leben gestohlen obwohl da kein Platz war - sie auch nicht bereit war Platz zu machen. Yumi strich sich mit der Hand über den Arm - entlang seines Pullovers und schlang ihre Arme ein Stück weit um sich. Seine Worte waren erstaunlich.... passend. Sie trafen den Nagel auf den Kopf. Sie lachte als sie über ihre Schulter zu ihm blickte. Ihre Augen funkelten amüsiert aber ließen trotzdem nicht wirklich durchblicken was dahinter vor sich ging. Was in ihrem Kopf gerade in diesem Moment passierte. "Gratuliere Darren. Du hast mich durchschaut." Ironie? Ihr Ernst? Weder ihre Mimik noch ihre Gestik ließen darauf schließen ob sie sich über den Schauspielstudenten lustig machte oder ob sie ihm schlichtweg Recht gab. Ohnehin war die Stimmung zwischen ihnen etwas angespannt. Er wirkte angespannt. Ihr Blick wanderte über seine Gestalt und sie erblickte die zur Faust geballte Hand, die sich aber im nächsten Moment schon wieder lockerte als ihre Blicke sich trafen. Eisig - distanziert. Erneut wandte sie sich ab - fuhr allerdings fort und brachte sogar ihr eigen Fleisch und Blut zur Sprache obwohl das der für sie letzte Ausweg war. Der Allerletzte. Aber das musste er ja nicht wissen. Vielleicht würde ihm allein das Wissen darum das es ja noch die Möglichkeit gab wieder nach Hause zu gehen genügen um locker zu lassen - um nicht gedanklich irgendwelche wilden Szenarien durchzuspielen in denen sie unter der Brücke schlief wie eine Obdachlose oder sich durch die ganze Stadt hurte. Eine interessante Vorstellung hatte der Lockenkopf das musste man ihm lassen. Vor allem von ihrer Person wenn man bedachte, dass er ihr dies anscheinend wirklich zutraute. Nunja sie hatte sich ihm gegenüber jetzt nicht wirklich keusch verhalten - hüpfte mit ihm weiter ins Bett obwohl sie ja angeblich mit Alex zusammen war. Aber spannend das er offensichtlich trotzdem nicht das Interesse verlor. Was sagte das über seine Person aus? Sie redete sich aus der Affäre - versuchte seine Bedenken in Wohlgefallen aufzulösen auch wenn es ihr nicht sonderlich gut gelang aber wo Worte nicht halfen - halfen bekanntlich Taten also näherte sie sich dem Anderen und hauchte ihm verheißungsvoll ins Ohr was es bedeutete wenn die Mitbewohner werden würden. Das war der Moment wo der einen Rückzieher machen würde, richtig? Ein wissendes Grinsen blieb auf ihren Lippen zurück ehe sie sich dran machte sich zumindest auch untenrum zu bekleiden auch wenn dadurch nicht wirklich sehr viel mehr bedeckt war wie zuvor um ehrlich zu sein. Es wäre gelogen wenn sie behauptet hätte das sie keinen Spaß daran hatte ihn auf diese Art und Weise herauszufordern - mit ihm zu spielen wie schon am Tag ihres Kennenlernen. Doch als er seine Worte wiederfand war es an ihr das es ihr die Sprache verschlug. Yumi zog die Augenbrauen zusammen und beobachtete jeden seiner Schritte als wäre es plötzlich umgekehrt zwischen ihnen. Als wäre er der Löwe und sie das Lamm, welches ihm in die Falle gegangen war. Dabei waren die Rollen andersrum verteilt - richtig? Als er seine Hände an ihre Wangen legte und sie so fast schon zwang ihm in die Augen zu blicken weil es so keinen Ausweg mehr gab, hielt sie einen Moment den Atem an. Verwirrt tanzte der Blick ihrer blauen Augen über sein vertrautes Gesicht und als er das böse F-Wort aussprach setzte ihr Herz einen Moment aus oder zumindest fühlte es sich so an. Auch ein wenig wie eine außerkörperliche Erfahrung irgendwie oder vielleicht war es auch nur der Wunsch zu flüchten aber irgendwie spürte sie auch wie ihr Herz einen Takt schneller schlug auch wenn sie nicht ganz begreifen wollte wieso es ihr so ging. Das Grinsen auf seinen Lippen, welches im Anschluss erschien half nicht wirklich dabei sich zu beruhigen - eher im Gegenteil. Scheiße. Sag etwas. Einen taffen Spruch. Ein abfälliges Lachen. IRGENDETWAS. Aber stattdessen spürte sie wie ihre Wangen sich etwas wärmer anfühlten und war sich nicht sicher ob es daran lag, dass seine Hände darauf lagen oder ob es andere Gründe hatte. Sie bemerkte seinen Blick auf ihre Lippen und gerade als Yumi dachte er würde ihre Lippen mit den seinen verschließen, küsste er sie auf die Stirn und lachte bevor er weiter in die Küche ging. Einen Moment verharrte sie, hob ihre Hand kurz als wollte sie sich nun auf die Stirn greifen aber entschied sich auf halbem Weg um. Das Kribbeln auf ihrer Haut blieb zurück und einen Moment schloss sie die Augen - unbemerkt, denn sie stand mit dem Rücken zu ihm und atmete ein paar Mal tief durch. Setzte sich vielleicht wieder die Maske auf die zu bröckeln begonnen hatte. Als sie zu ihm aufschloss und an ihn heran trat war da wieder das Mädchen, dass nicht sprachlos zurückblieb in Situationen wie diese eine war. Sie hatte eine Augenbraue gehoben und ihr Blick war auf ihn gerichtet bis er seinen Blick hob und sie ansah - immerhin stand sie direkt vor ihm. Sie schnippte gegen seine Stirn. "Idiot." Sie verzog ihr Gesicht. "Sollten alle Stricke reißen und ich dein Angebot wirklich annehmen - was ich ganz sicher nicht tue denn ich habe immer noch ein paar Tage Zeit und andere Optionen - dann passiert das nur mit folgenden Regeln: Kein Kuscheln - Kein Küssen - Kein Sex." Sie deutete mit dem Zeigefinger zwischen ihnen hin und her. Ob er sein Angebot nun zurückziehen würde? Herausfordernd blickte die junge Frau in die dunkelbraunen Augen des Anderen und wartete darauf das er einen Rückzieher machte. Es war nur eine Frage der Zeit. Jetzt würde sich herausstellen ob seine Worte wirklich Ernst gemeint waren oder ob sie einfach nur so daher gesagt wurden denn im Grunde bat sie ihn sie endlich aufzugeben. Jegliche Hoffnung im Keim zu ersticken.

    Als er wenig später dann das Handy hervorholte um Essen zu bestellen, rückte sie noch ein Stück näher, so das ihre Unterarme kurz aneinander stießen. "Worauf hast du Lust?" Yumi knabberte an der Unterlippe während ihr Blick über die Restaurantauswahl glitt und sie folgend kurz den Blick hob und den seinen traf, der sie unverblümt ansah.

    [Darrens neue Wohnung] Darren & Yumi

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    Sie konnte nicht anders als die Augen zu verdrehen als er sich selbst als seine große Liebe betitelte und zeitgleich stahl sich doch ein leichtes Schmunzeln auf die Lippen als er sich durch die Haare fuhr - ganz eindeutig wieder nur eine Rolle, die er spielte und doch blieb es für Yumi nicht unbemerkt das es etwas mit ihr machte - das seine Anwesenheit etwas mit ihr machte. Etwas das ihr eine Heidenangst machte weshalb sie es bewusst von sich schob weil es ihr lieber gewesen wäre es ließe sie kalt - er ließe sie kalt. Das war der Grund wieso sie Abstand wollte. Das war der Grund wieso sie nicht hier sein sollte - wieso es besser wäre zu gehen und wieso es überhaupt die beschissenste aller Ideen war hier quasi gefangen zu sein während jeder von ihnen nur jeweils ein Teil eines Jogginganzuges trug. Für Abstand schaffen war das verdammt wenig Kleidung. Sie traute sich selbst nicht in seiner Nähe denn wie schon ganz am Anfang war ihr bewusst das er ihr gefährlich werden konnte - das er ihre Welt ins Wanken bringen konnte aber sie mochte ihre Welt so wie sie war. Ohne tiefergehende Gefühle. Ohne Verpflichtungen. Ohne all die Dinge, die einem das Leben schwer machten - alles verkomplizierten. Ihre Blicke trafen sich als sie über ihre Schulter zu ihm sah während er ihr ein Schild widersagte auf dem sie ebenfalls eine Bewertung abgeben hätte können mit der Begründung sie mache das auf anderen Wegen und wahrscheinlich hatte er nicht Unrecht.

    Gepaart mit ihren Gedanken um seine Person führten seine Worte fast schon dazu das sie einen Anflug von Hitze in ihren Wangen verspürte. „Achja? Und wie lautet mein Bewertung?“ kam es bockig über ihre Lippen während sie sich im nächsten Augenblick dran machte im seinen Hoodie zu schlüpfen, welcher glücklicherweise groß genug war das er das nötigste bedeckte. Deutliche Blicke und gierige Finger - am Arsch. Ein amüsierter Laut drang aus ihrer Kehle und doch konnte sie es nicht leugnen das sie ihn anziehend fand. Wie könnte sie es nach all dem was sie zusammen erlebt hatten. Nachdem ihre Selbstbeherrschung sich verabschiedete sobald sie in seiner Nähe war ( was nicht verwunderlich war denn die war ohnehin schwindend gering). Nachdem sie jedes verdammte mal schwach wurde weil er sie…. schwach machte. Sie bemerkte seinen Blick. Bemerkte diese gewisse Spannung zwischen ihnen, die immer noch greifbar war - wenig verwunderlich wenn man bedachte das sie vor wenigen Minuten erst unter der Dusche kurz davor gewesen war erneut die Beherrschung zu verlieren wenn sie nicht alle Zelte abgebrochen hätte und geflohen wäre nur um letztendlich zu erkennen das es auch mit dieser spärlichen Kleidung nicht leichter werden würde. Was jedoch definitiv gegen diese Funken zwischen ihnen half war dieses absurde Angebot seinerseits. Sie und er. Gemeinsam. In dieser Wohnung. Nein. Nein. Das war völlig unmöglich und es ging ihr nicht in den Kopf wie sich das für ihn wie eine gute Idee anfühlen konnte. Ihre Augenbraue hob sich als er ihr vorschlug das sie es einfach unterlassen könnte andere Typen mit nach Hause zu bringen. Er löste sein verschränkten Arme und legte seine Hände stattdessen auf ihre Schultern, ließ sie langsam an ihr nach unten gleiten und verharrte schließlich auf Taillenhöhe. Einen Moment zu lang hielt sie dabei den Atem an und begegnete dem Blick seiner dunkelbraunen Augen um den Ernst dieser Aussage zu hinterfragen. Ein Scherz? Sein Ernst? Sie vermochte es nicht zu sagen und auch wenn sie es wie immer belächeln wollte weil es ihre Art war damit umzugehen - tat sie es nicht denn als sie es versuchte oder zumindest der Teil in ihr der auf diese Weise mit Zuneigung umging blieb es ihr im Hals stecken und so sagte eine Weile niemand was. Er machte Anstalten noch etwas hinzuzufügen aber ließ es doch und so trennten sich ihre Blicke wieder - rissen sich voneinander los. Seine Berührung wog schwer und doch wollte sie sich ihr nicht entziehen. Wollte im dem Moment verharren. Als er fortfuhr war seine Stimme ruhig - fast sachlich aber auch das was Darren ihr nun vorschlug war keine Option und das musste ihm doch klar sein. „Nein.“ kam es erneut knapp über die Lippen der ehemaligen Studentin. Sie schüttelte den Kopf und sah zu ihm auf - sah wieder in diese warmen Augen in denen sich tatsächlich so etwas wie Sorge wider zu spiegeln schien. „Das geht nicht und das weißt du…“ Als er bis zum Organhandel ausholte entglitt ihr ein Lachen weil entweder seine Vorstellung von WGs so dermaßen übertrieben war oder weil er wirklich der Ansicht war das es sich so abspielte. „Ich dachte du hast selbst einmal in einer WG gewohnt… wie stehts um deine Nieren?“ Yumi lehnte sich ein Stück in die Richtung des Anderen um einen Blick auf seinen Rücken zu erhaschen um etwaige Anzeichen zu finden das es auch ihn erwischt hatte aber Fehlanzeige. Ein Lachen drang aus ihrer Kehle als sie sich schließlich wieder vor ihm positionierte. Ein ehrliches Lachen. Immer noch in seinem lockeren Griff als wäre der Umgang mit ihr ein Balanceakte und vielleicht war diese Ansicht gar nicht so verkehrt. Sie blickte ihn amüsiert an und für einen Moment huschte ihr Blick auf seine Lippen aber als sie sich dabei ertappte senkte sie den Blick was nicht wirklich besser war denn nun ruhte er auf seinem nackten Oberkörper aber zumindest erinnerte sie der Anblick seiner Narbe, die sich über seinen Bauch erstreckte daran warum es nicht gut war Mitbewohner zu werden - ihm nahe zu sein. „Erstens läuft es in Wohngemeinschaften nicht so ab wie in den wilden Serien die du offenbar schaust und zweitens… werde ich sicher nicht in der Wohnung leben die dein… Papa für dich gekauft hat während du im Wohnheim schläfst.“ Sie schüttelte den Kopf und entzog sich seinem Griff in weiterer Folge. Ein Seufzen entwich ihr und sie trat wieder an das Fenster - blickte nach draußen in den strömenden Regen und strich sich ihre durcheinander geratenen Haare über die Schulter. „Was glaubst du eigentlich!? Das es mein Plan ist vom Bett zu Bett zu hüpfen?“ Sie blickte über ihre Schulter und ihr kühler Blick traf ihn unverblümt. „Es ist nicht so das ich gerettet werden muss. Es wäre kein Problem…. wieder zu ihnen zu ziehen aber ich will es einfach nicht. Ich habe mich selbst für diesen Weg entschieden.“ Ein Weg den sie alleine gehen würde. Ohne auf die Hilfe von Jemanden angewiesen zu sein denn so würde sie auch niemanden enttäuschen wenn sie scheiterte. Bis heute hatte sie ihnen nicht gesagt das sie nicht mehr studierte was nicht verwunderlich war denn sie hatte keinen Kontakt zu ihren Eltern. Als schwarzes Schaf der Familie erfüllte sie so nun wohl wirklich jedes Klischee oder. Zumindest hatten sie noch drei andere Kinder auf die sie stolz sein konnten. Praktisch eigentlich. So war die Chance das zumindest eines ihre Erwartungen erfüllen konnte ziemlich hoch. Wobei Yumi die Messlatte nicht wirklich hoch legte also konnten ihre Geschwister nur besser aussteigen. Was für ein Glück. Sie legte ihre Arme um ihren Oberkörper. In seinem Pullover war es schon ein gutes Stück wärmer als in den nassen Klamotten oder dem Handtuch aber trotzdem fröstelte es sie einen Moment bis seine folgenden Worte an ihr Ohr drangen, die sie irgendwie unvorbereitet trafen. Ihre Augen weiteten sich. Das war sein Ernst nicht wahr? Er würde wirklich im Wohnheim schlafen und ihr das hier überlassen. Mit dem Bewusstsein das sie andere Kerle hier in seinem Bett… Das konnte nicht sein Ernst sein. Sie drehte sich zu ihm um. Verwirrung im Blick. Nahezu Überforderung denn sie konnte sich nicht daran erinnern das jemals Jemand so etwas für sie gemacht hätte. „Darren…“ setzte sie an und trat wieder einige Schritte näher an ihn heran. Ihre Mundwinkel hoben sich. „Ich bin nicht nicht in Sicherheit…“ Ihre Lippen formten ein kaum merkliches Lächeln. „Außerdem…“ sie stellte sich ein bisschen auf die Zehenspitzen, legte ihre Hand auf seine Schulter und flüsterte schließlich in sein Ohr. „…ich vögle keine Mitbewohner…“ Sie lächelte dieses typische Yumi Lächeln bevor sich ihre Blicke noch einmal trafen und sie sich zurückzog. „Und jetzt entschuldige mich aaaaber…ich fühle mich noch ein wenig nackt…“ Das Lächeln wurde zu einem Grinsen bevor sie kurz im Bad verschwand um sich zumindest den unteren Part ihrer Unterwäsche anzuziehen. Auf dem Weg hatte sie die Kleidung vom Boden aufgesammelt und schließlich im Badezimmer aufgehängt damit sie zumindest irgendwann trocken werden würden. Seine Blicke folgten ihr. Auch als sie das Badezimmer wieder verließ war das das erste was ihr begegnete. „Schon besser…“ Yumi streckte sich ein bisschen fast so um ihm zu beweisen das sie ihm nun ein Kleidungsstück voraus hatte. „Du hast von Essen bestellen geredet…?“

    In der Nähe des Sees - Noita 2 & Cedric


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    Warum. Warum hatten sie ihre Beine wie selbstverständlich zu ihm getragen? Es war doch ein Irrglaube, dass er nicht mit einem Schwan fertig werden konnte. Diese Tiere konnten zwar ziemlich aggressiv werden aber das erforderte doch sicherlich nicht ihre Hilfe also warum zur Hölle war sie losgerannt um ihn vor den Angriffen des aufgebrachten Tieres zu retten? War dies das Rettungsseil um ins Gespräch zu kommen weil sie sonst am Ende einfach nur stumm da gestanden wären ohne das sie passende Worte gefunden hätten? War dies der der Wink mit dem Zaunpfahl, den die junge Hexe gebraucht hatte um zu wissen das es vielleicht doch besser wäre ein Gespräch mit ihm zu suchen als übereilt ihre Sachen von der Bank zu schnappen und den ganzen Weg nach Sternbach zu laufen. So verhielt man sich doch wenn man erwachsen war, richtig? Man versuchte Konflikte aus der Welt zu schaffen anstatt vor ihnen davon zu rennen. Nicht das sie unbedingt super erwachsen handeln wollte aber ihm aus den Weg zu gehen war wahrscheinlich auch keine Dauerlösung. Vielleicht war es das Adrenalin oder die Sorge um seine Person, welches sie nicht darüber nachdenken ließen, dass sie vielleicht nicht an einem Punkt waren wo sie Körperkontakt aufbauten. Doch als sie in Sicherheit schienen wurde sie sich seiner Nähe sehr wohl bewusst und wahrscheinlich war es sehr auffällig wie abrupt sie seinen Arm wieder losließ und eine nicht gerade entspannte Haltung einnahm weil sie das Gefühl hatte nicht zu wissen wohin mit ihren Händen. Vielleicht hätte ein Teil von ihr gerne länger seine Hand gehalten. Wahrscheinlich. Das aufgeregte Pochen ihres Herzens kam wahrscheinlich nicht irgendwoher. Ein anderer Teil in ihr war aber einfach überfordert mit dieser Begegnung - fast schon panisch weil sie keine Ahnung hatte was sie ihm sagen sollte oder wie sie sich verhalten sollte. Es war das erste Mal, dass sie sich verliebt hatte. Es war das erste Mal, dass sie sich hatte entlieben müssen. Es war das erste Mal, dass sie einer verflossenen Liebe wieder begegnete. Es gab kein Handbuch für solche Dinge und deswegen traf es sie völlig unvorbereitet. Deswegen gab es vielleicht kein richtig oder falsch. Zugleich war sich die Schwarzhaarige aber ziemlich sicher das eine panische Flucht nicht wirklich als in Ordnung abgehakt werden konnte. Sie hörte sich unwichtige Dinge sagen. Sie sprach über den Schwan. Nach Monaten des Schweigens und des Nichtsehens war das erste worüber sie sprach doch tatsächlich ein Federvieh. Das war so bescheuert und wenn das hier eine Teenie Soap wäre, würden wohl tausende Zuschauer enttäuscht den Kopf schütteln über das handeln der Protagonisten. Es wäre super wenn das hier eine Serie wäre, denn dann könnte man ganz einfach zurückspulen. Zurück auf Anfang. Da hätte es sich vielleicht verhindern lassen, dass sie Gefühle entwickelte, die bei ihrem Gegenüber offensichtlich nicht so gewünscht waren oder zumindest nicht an die Gefühle herankamen, die er für jemand Anderen hegte. Ihr Name kam über seine Lippen. Seine Stimme. So vertraut und doch fühlte sie sich nach der Zeit, die vergangen war doch irgendwie befremdlich an vor allem wenn die Stimme ausgerechnet ihren Namen aussprach. Sie verharrte in ihrer Position - hatte sich zuvor schon abgewandt. Nicht unbedingt zum Gehen aber irgendwie vielleicht auch schon, denn sie hatte das Gefühl wenn er sie nicht aufhalten würde, wäre das nächste wozu sie angesetzt hätte, dass sie ihren Bus erreichen musste und ohnehin gerade nach Hause fahren wollte. Vielleicht wäre sie noch dumm genug gewesen ihm dann zu schreiben - sich für die schnelle Flucht zu entschuldigen. Sie schloss die Augen. Unbewusst hielt sie den Atem an. Abwartend. Fast so als wäre man kurz davor sich ein Pflaster abzureißen und doch war der Vergleich dermaßen unpassend, denn ein Pflaster abzureißen war vergleichsweise eine Lappalie. Seine Nähe schmerzte. Ihn ihren Namen sagen zu hören schmerzte. Soviel dazu, dass sie darüber hinweg war. Es hatte sich nichts verändert. Sie fühlte sich wie damals bei diesem Fest. Es war als wäre kein Tag vergangen und doch war seit dem so viel Zeit vergangen. Er rang nach Worten. Vereinzelt purzelten sie über seine Lippen. Es war schwer für ihn. Sie blickte über ihre Schulter, wandte sich ihm zu als er sich nach Worte ringend krümmte, seine Hände an den Knien abgestützt. Ihre Augen weiteten sich. Ihr Mund öffnete sich als wolle sie etwas erwidern aber stattdessen war er es der fortfuhr - über dessen Lippen ein Schwall Worte purzelten. Fast schon verzweifelt redete er sich um Kopf und Kragen. Seine Worte schnürten ihr förmlich die Kehle zu - machten die ganze Situation und die damit einhergehenden Gefühle wieder so real und präsent. Bis vor wenigen Minuten waren sie irgendwo weit weggeschoben - nicht wirklich weg aber auch nicht so allgegenwärtig wie jetzt gerade. Als sie ihn hörte wie er die Worte formulierte wurde ihr wieder bewusst wie es sich damals angefühlt hatte als er ihr davon erzählt hatte. Sie hielt die Floskel ‚gebrochenes Herz‘ immer für übertrieben aber tatsächlich fühlte es sich genau so an. Dieser Schmerz war so unbeschreiblich. So zerstörend. So unerbittlich und genau so oder ähnlich fühlte es sich jetzt an als er es wieder thematisierte. Sie fühlte den Schmerz von damals und presste die Lippen aufeinander, sah auf sein gesenktes Haupt und konnte es im Grunde nicht glauben, dass sie noch nicht wie ein Häufchen Elend zusammengesackt war und losgeheult hatte, denn genau danach war ihr. Sie wollte sich verkriechen und all den Schmerz aus sich herausschreien. Sie wollte brüllen wie ungerecht es war das sie es noch einmal fühlen musste - wo es ihr doch schon besser ging aber stattdessen sah sie ihn an - hörte seine Worte und es hatte auch den Anschein als wäre es ihm wichtig - als wäre sie ihm wichtig aber wahrscheinlich irrte sie sich. Wie konnte sie jemals wieder auf ihr Gefühl horchen, immerhin hatte es sie so krass in die Irre geführt. Er hob nach seiner Entschuldigung zögernd den Kopf - suchte ihren Blick und fand ihn auch einen Moment aber alles was sich darin wohl spiegelte war Unsicherheit. Unsicherheit bezüglich dieser Begegnung. Unsicherheit bezüglich ihrer eigenen Person und Unsicherheit bezüglich dem was er gerade von sich gegeben hatte. „Ich…“ fing sie schließlich zögerlich an aber suchte in Wirklichkeit noch nach den richtigen Worten während sie nervös an den Ärmeln ihres Cardigans herum knibbelte. „Ich… wusste nicht was ich antworten sollte…“ gestand die Schwarzhaarige schließlich wahrheitsgemäß. „Ich hatte nicht mit einer Nachricht gerechnet… nicht nachdem…“ soviel Zeit vergangen war. Den letzten Teil sprach sie nicht aus aber beendete den Satz für sich gedanklich. Sie senkte den Blick, wich dem seinen aus, weil manchmal schlichtweg sein Anblick zu viel für sie war.. Die vertrauten blauen Augen, sie sie in so vielen Träumen heimgesucht hatten, dass sie sie beinahe schon verflucht hatte. Sie atmete einmal tief ein und wieder aus, schlang ihre Arme ein bisschen um sich nachdem sie ihren Cardigan enger um sich geschlungen hatte. Nicht unbedingt weil ihr kalt war sondern wahrscheinlich damit sie irgendwas davor bewahrte zusammenzubrechen. „Hör zu…ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll… das ist alles irgendwie gerade echt viel…“ sie strich sich eine lose Haarsträhne hinters Ohr und ihre Blicke trafen sich erneut - wenige Sekunden nur bevor sie den Blick wieder senkte. „Cedric was wi…“ Sie unterbrach mitten im Wort als sie seine blutdurchtränkte Hose entdeckte. Ihre Augen weiteten sich vor Schreck. „BLUTEST DU?“ Die Stelle an der ihn der Schwan erwischt hatte. Seine ganze Jeans war an dort mit Blut durchtränkt und es sah wirklich schlimm aus oder zumindest nach ner ganzen Menge Blut…

    In der Nähe des Sees - Noita 2 & Cedric


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    In Gedanken versunken betrachtete sie die im Wasser schwimmenden Blümchen vor sich - folgte ihren Bewegungen mit ihren Blicken während sie neben dem See hockte und sich immer wieder seine Nachricht durch den Kopf gehen ließ. Der erste Schock war noch immer nicht ganz verdaut immerhin war das wahrscheinlich das Letzte mit dem sie an diesem Tag gerechnet hatte. Wie auch am Tag davor seit… ja seit wann eigentlich? Vielleicht hatte sie sich nach einem Monat damit abgefunden das er aus ihrem Leben verschwunden war. So plötzlich wie er damals in ihrem Leben auch aufgetaucht war. Egal wann der Zeitpunkt gekommen war aber irgendwann war ihr erster und ihr letzter Blick des Tages nicht mehr auf ihr Handy gerichtet in der Hoffnung er hätte sich gemeldet oder auch nur irgendwie Interesse daran gehabt zu hinterfragen wie es ihr geht? Okay vielleicht wäre diese Frage im Angesicht der Tatsache wie ihr letztes Treffen abgelaufen war dämlich aber es wäre ein Lebenszeichen gewesen - sie hätte sich vielleicht nicht wie Abfall gefühlt oder zumindest ein klitzekleines bisschen weniger. Immer noch hätte sie sich beschissen gefühlt weil seine Gefühle einer Anderen galten und nicht ihr. Immer noch hätte sie sich als nicht ausreichend empfunden oder hätte an sich selbst gezweifelt aber verdammt nochmal war es zu viel verlangt das man sie wie einen Menschen behandelte??? War es das? War das die Strafe dafür, dass sie die Brut der wohl bösesten Person im Umkreis von mehreren Kilometern war? Dachte sich das Schicksal: Oh hey das ist doch die Tochter derHexenprinzessin - die lassen wir besonders leiden! Ein belustigter Laut entfuhr ihren Lippen. Schicksal. Lange hatte sie daran geglaubt. Tat es vielleicht insgeheim immer noch aber war jetzt nicht der Moment gekommen das Ganze zu hinterfragen - Weniger blauäugig und naiv durch die Weltgeschichte zu gehen? Aber das wäre nicht mehr sie, oder? Vielleicht würde es weniger weh tun wenn sie ihr Herz besser schützen würde - vorsichtiger wäre wem sie Vertrauen schenkte. Aber so würde sie sich auch vor den guten Dingen verschließen und das wäre irgendwie Schade. Gute Dinge. War es eine gute Sache ihn wiederzusehen? In ihrem Hinterkopf hörte sie Majo förmlich ganz laut: NEIN rufen und irgendwie kostete das die Schwarzhaarige beinahe ein Schmunzeln. Sie wischte über ihre Wange und trocknete die Tränen ein kleines bisschen aber selbst das führte nicht wirklich dazu, dass sie sich weniger aufgelöst fühlte - weniger verloren. Irgendwie lächerlich wieviel Macht eine einzige Nachricht von einer bestimmten Person haben konnte, oder? Sie seufzte - immer noch unschlüssig was sie tun würde und erhob sich langsam aber sicher wieder von ihrer Position. Blickte noch ein letztes Mal zu den Enten und ihre Mundwinkel hoben sich ganz leicht bevor sie sich von ihnen abwandte und zu der Bank zurückkehren wollte auf der immer noch ihr Zeug lag. Aber sie blieb wie angewurzelt stehen als sie ihn entdeckte. Unweit von diesem Ufer entfernt. Ein Stückchen weiter den See entlang - den Blick auf sie gerichtet. Unweigerlich taumelte das Mädchen kurz zurück weil sie schlichtweg das Gefühl hatte den Halt zu verlieren und im Gegensatz zu ihm hatte sie nicht das Glück sich an irgendein Schild klammern zu können und so war es an ihr selbst sich aufzufangen obgleich sie sich fühlte als wäre sie im freien Fall. Ihre Augen waren weit aufgerissen und ihre Lippen formten ungläubig seinen Namen obwohl kein Ton dieselben verließ. Ihr wurde heiß und dann wieder kalt. Sie hatte das Gefühl zu zittern aber in Wirklichkeit stand sie einfach nur da wie ein Reh im Scheinwerferlicht - unfähig richtig zu reagieren - überhaupt zu reagieren. Man hatte ihr die Entscheidung, die sie ohnehin nicht in der Lage war zu fällen abgenommen. Ihn zu sehen war noch einmal etwas völlig anderes als seinen Namen auf ihren Bildschirm zu entdecken. Ihn zu sehen holte all die Gefühle, die sie geglaubt hatte überwunden zu haben wieder hervor. Wut. Traurigkeit. Bedauern. Glück. Verliebtheit. Sie wurde überrollt und wusste nicht wohin damit. Es wäre wohl kindisch ihre Sachen zu schnappen und einfach wegzurennen, oder? Aber wäre das genau das was ihr gerade gut tun würde? Flucht? Nach monatelangem Schweigen? Aber was war die Alternative? Konfrontation? Himmel - nein. Sie war schrecklich darin. Sie konnte noch nicht mal ihre eigene Cousine mit Dingen konfrontieren, die ihr nicht passten. Nicht weil sie es allen Recht machen wollte. Natürlich hatte Noita gerne ihren Frieden aber nicht um jeden Preis. Ach verdammt. Es war wohl zu spät so zu tun als hätte sie ihn nicht gesehen, richtig? Ja definitiv. Er sah sie direkt an und sie sah ihn direkt an und das schon seit… ja wie lange eigentlich? Viel zu lange um so zu tun als wäre nichts. In ihrem Kopf spielten sich einige Gesprächsszenarien ab, die alle einfach nur bescheuert waren und unangenehm und… zu nichts führten. Aber irgendwann mussten sie miteinander reden, oder? Also mussten wahrscheinlich nicht aber es wäre wahrscheinlich gut- war es auch gut wenn es ihr damit schlecht ging? Wenn es alles was sie glaubte überwunden zu haben wieder aufwühlte?

    Ein lautes Schnattern riss Noita aus ihrer Gedankenwelt und sie hielt kurz den Atem an als sie bemerkte woher dieses Geräusch kam. Ein Schwan, der sich offensichtlich an dem Blonden störte und ihn am Hosenbein gepackt hatte. Aufgeregt flatterte das Tier mit den Flügeln und schnappte immer wieder nach dem Anderen so das Noita sich nun doch ganz selbstverständlich in Bewegung setzte und auf ihn zu lief um Cedric von dem wildgewordenen Tier, welches sich offensichtlich von dem jungen Mann gestört fühlte, zu retten oder zumindest um zu verhindern das er ihm größeren Schaden zufügte. Zwei gegen einen hatten vermutlich mehr Chance, oder nicht? Bei den Beiden angekommen packte die junge Hexe Cedric am Ärmel seiner Jacke und zog ihn etwas zurück aber das Tier wollte keine Ruhe geben und schnatterte nur noch kräftiger - versuchte nun nach Beiden zu schnappen. „Wenn du nicht wegen eines Vogelangriffs im Krankenhaus landen willst sollten wir wohl weg hier…“ Da Cedric keinerlei Anstalten machte sich zu bewegen zog sie ihn einfach am Arm weg von dem schnabelnden Tieres in die Richtung aus der sie gekommen war. Nach einigen Metern gab der Schwan auch auf und sie verlangsamte ihr Tempo wieder in normale Schrittgeschwindigkeit - Zog auch ihre Hände wieder zurück und wickelte sie um sich weil das Mädchen das Gefühl hatte plötzlich nicht zu wissen wohin sie damit sollte. Sie lugte kurz über die Schulter ob der Schwan sie auch ja nicht verfolgte aber der hatte sich bereits zurückgezogen. „Den scheinst du ziemlich verärgert zu haben…“ kommentierte sie ihre Blick und senkte ihn daraufhin auch gleich wieder weil sie sich irgendwie schwer damit tat ihn anzusehen. Vielleicht war auch das der Grund warum sie belanglose Sachen aussprach weil alles was nicht völlig belanglos war sich irgendwie zu schwer anfühlte. Wobei sich dieses ganze Aufeinandertreffen schwer anfühlte und sein Schweigen machte es nicht leichter. Vielleicht hatte er es sich ja anders überlegt - wollte lieber noch ein halbes Jahr so tun als gäbe es nichts worüber sie vielleicht sprechen sollten. Aber in Wirklichkeit gab es ja auch nichts mehr, oder? Manchmal dauerte die Funkstille zwischen zwei Menschen einfach zu lange und man hatte die gemeinsame Sprache verloren.