Beiträge von Zyprim

    [An den Essständen] Kyle & Bianca



    Er wiederholte dieses winzige Wort - ein Wort, welches doch so genau beschrieb was das zwischen ihnen war aber zugleich war es nicht einmal annähernd in der Lage all das zusammenzufassen. Kein einziges Wort der Welt könnte das - nicht einmal eine Vielzahl an Worten. Sie sah ihn an, begegnete einem unsicheren Grinsen welches im nächsten Augenblick schon wieder verschwunden war. Aber dennoch war es da gewesen, hatte eine ungewohnte Vertrautheit geschaffen. Bianca wusste nicht so Recht ob es ihr lieber gewesen wäre wenn er anders empfunden hätte oder ob gerade die Tatsache, dass es ihnen gleich erging irgendwie beruhigend war. Vielleicht war in all der Zeit schon so viel passiert das sie schlichtweg kein Glück empfinden konnten oder es in gewisser Weise neu erlernen mussten. Es war kein vollkommenes Glück - vielleicht nur eine winzig kleine Portion davon aber alles was in diesem Moment möglich war - vielleicht sogar in diesem Leben. Ein Leben in dem sie eine Adelstochter war und er einfach nur ein gewöhnlicher Bürger. Bianca verabscheute Gewöhnliches - normalerweise würdigte sie es nicht einmal eines zweiten Blickes aber bei Kyle war es schon immer anders gewesen. Er hatte seit jeher ihre Blicke auf sich gezogen - nicht zuletzt um ihn für irgendetwas zu schelten aber in Wirklichkeit war es schon immer mehr gewesen - sie hatte es nur nicht weinsehen wollen - nicht wahrhaben wollen weil es alles verkomplizierte. Jahre später standen sie nun hier - bis vor wenigen Sekunden noch Hand in Hand- Unbeholfen wie Kinder. Biancas Mundwinkel hoben sich ebenfalls für einen Moment als sie seinen Blick begegnete. Er redete es nicht schön - versicherte ihr nicht das es richtig war was sie hier taten sondern war wie sie mit Zweifel gespickt. Vielleicht flüchtete sich das Mädchen deshalb in die Rolle der verzogenen Adelstochter die ihn durch die Gegend kommandierte. Eine Rolle die ihr lag. Eine Rolle, die sie zum Teil nicht einmal spielen musste weil sie sie lebte. Sie fanden sich an den Essständen ein und hatten gerade noch einen Platz ergattert. Das Fest war gut besucht und wahrscheinlich wäre es Bianca eher aufgefallen wenn ihre Gedanken nicht kilometerweit weg gewesen wären. Sie waren zwar weit weg aber letztendlich drehten sie sich um die Person an ihrer Seite - um Kyle, der gerade gegenüber von ihr Platz genommen hatte. Eigentlich war all das neu für sie. Sie unternahmen normalerweise nichts zusammen. Sie hielten doch eigentlich gar nicht aus ohne aneinander anzukeifen. Früher einmal hatten sie in der Gruppe viel unternommen aber letztendlich waren sie auch da keine Freunde gewesen. Der Blick ihrer blauen Augen wanderte über das Gesicht ihres Begleiters. Jetzt saßen sie hier. Waren in einer Beziehung. Oder soetwas in der Art. Noch vor wenigen Minuten hatten seine Lippen die ihren berührt - noch vor wenigen Sekunden hatten sie einander an den Händen gehalten und unweigerlich fragte Bianca sich ob das Klopfen ihres Herzens nicht vielleicht doch der Beginn einer Panikattacke war. Die Blicke waren auf sie gerichtet oder vielmehr auf ihn. Es musste ihm aufgefallen sein. Die Bestellung war schnell getan und noch schneller serviert. Sie tat es dem Anderen gleich und hob ihr Getränk an, erwiderte das 'Prost' und nahm einen kräftigen Schluck nach dem anderen. Es überraschte sie ein wenig, dass sie hier so köstliche Getränke ausschenkten. Ob der Stand von einem Händler betrieben wurde, der von weiter weg kam? Sie lugte in die Richtung des älteren Herren. Bianca könnte sich nicht erinnern ihn jemals hier in Trampoli gesehen zu haben - allerdings hatte er auch ein Allerweltsgesicht und für gewöhnlich hatte die Adelstochter für das gemeine Volk nicht viel übrig. Aber Ausnahmen bestätigten die Regel doch bekanntlich - wer auch immer diesen Spruch in die Welt gerufen hatte, hatte anscheinend nicht Unrecht. Sie spülte ihre Nervosität mit dem Getränk hinunter - es war binnen kürzester Zeit beinahe geleert aber zumindest schien sie sich auf diese Weise ein wenig zu entspannen. Ob vielleicht beruhigende Kräuter im Getränk die Ursache waren? Biancas Augen wurden ein Stück größer als Kyle ihre Frage kommentierte - ein herzliches Lachen seine Lippen verließ. Einen Moment schien ihr Herz anzuhalten bevor es in überragender Geschwindigkeit weiter schlug. "A-Alk...?" kam es ungläubig über die rosafarbenen Lippen des Mädchens und sie begutachtete ihr Getränk noch einmal etwas genauer. Sie hatte nicht gewusst was sie bestellte - der Name hatte sich interessant angehört und die Inhaltsstoffe, die in der Getränkekarte mit angeführt waren klangen eigentlich ganz lecker. Bianca hatte nur flüchtig drüber gelesen vielleicht weil sie gedanklich mit etwas ganz Anderem beschäftigt gewesen war. So oder so hatte die Adelstochter jetzt in kürzester Zeit ziemlich viel Alkohol in sich geschüttet. Ihre Wangen brannten - zum Einen weil ihr wirklich warm war, was wie Kyle schon gesagt hatte vermutlich am Alkohol lag und zum Anderen weil es das Mädchen unheimlich beschämte, dass sie absolut keinen Alkohol vertrug. "Ich wusste nicht..." Fast schon verunsichert sah sie ihren Gegenüber an, der genüsslich einen Schluck von seinem Bier nahm während sein Blick auf ihr lag. "Ich vertrage keinen Alkohol..." flüsterte sie über den Tisch hinweg dem jungen Mann zu, war ihm dafür etwas näher gekommen. Im nächsten Moment kam jedoch wieder ein Kichern über ihre Lippen und ihre blauen Augen funkelten in Kyles Richtung. Eigentlich sollte sie besorgt sein. Bisher hatte Bianca nur einmal Alkohol getrunken - auf einem Fest das ihre Familie ausgelegt hatte. Da war sie das erste Mal damit in Berührung gekommen. Es hatte nicht lange gedauert und nach wenigen Schlucken wurde Bianca von ihrer Zofe ins Bett gebracht weil sie kaum noch gerade stehen konnte. Um ihrer Familie - nicht zuletzt sich selbst - die Peinlichkeit zu ersparen, hatte Bianca seit diesem Vorfall darauf verzichtet aber zugleich tat diese wohlige Wärme irgendwie gut und irgendwie hatte sie das Gefühl nicht mehr dem Zwang der Adelsetikette zu unterliegen. Irgendwie war es doch ganz schön. Biancas Blick fokussierte eine Gruppe an Menschen, die eindeutig in ihre Richtung schielten nur um jetzt ganz auffällig wegzugucken. Bianca hob eine Augenbraue und begegnete dem Blick der Frau, die es als Erste wagte wieder in ihre Richtung zu sehen. Bianca wandte sich wieder ab und war vielleicht noch eine Spur davon entfernt die Gruppe Bauern anzustänkern. "Sie zerreißen sich das Maul. Egal was ich tue..." Die Adelstochter senkte den Blick - er ruhte auf der Tischplatte während sie ihr Getränk in ihren Händen drehte. "Meistens ist es mir egal und manchmal frage ich mich wie sie reagieren würden, wenn ich etwas Unerwartetes tun würde..." Sie hob ihren Blick wieder an und sah in die dunklen Augen ihres Gegenübers. Ihr Blick wanderte wieder kurz zu seinen Lippen bevor ein leises Lachen aus ihrer Kehle drang. Sie spürte die Wirkung des Alkohols - er verführte sie dazu Dinge zu tun, die sie normalerweise nicht tun würde aber irgendwie fühlte es sich an als würde die Last auf ihren Schultern so weniger schwer sein.



    [Auf dem Dach eines Schaustellerwagens] Dorothy & Eric



    Sie hob ihren Kopf ein wenig an - begegnete seinen Blick. Automatisch hoben sich seine Mundwinkel. Es war schön wenn sie sich nicht vor der Welt versteckte sondern ihr mit einem lächeln begegnete. Ansonsten versteckte sie sich oft hier einem Schopf Haare, hinter einem gesenkten Haupt. Dabei war sie so stark. Hatte gewiss auch viele unschöne Dinge erlebt und hatte wenn es darauf ankam den Mut sich Anderen entgegen zu stellen. Sie versteckte sich nicht im Ernstfall. Sie verschluckte die Worte, die ihr als Erstes in den Sinn kamen - dachte wahrscheinlich darüber nach ob sie überhaupt passend waren. Sie überlegte sich vielleicht eine bessere Formulierung oder beschloss das Schweigen eine bessere Wahl war. In Wirklichkeit versteckte sich hinter diesem schüchternen Lächeln doch ein starkes Mädchen - einfühlsamer und empathischer als eine Vielzahl an Menschen, die dort draußen herumwandelten und sich selbst mit diesen Eigenschaften brüsteten. Eric lächelte als er seinen Kopf gen Nacken gelehnt hatte und die Worte seiner hübschen Begleitung an ihn drangen. "Nein nicht wirklich aber... wir zwingen uns selbst dazu... denke ich..." Vielleicht betraf es ja auch nur ihn weil besagte Vergangenheit einfach verschleiert war - ein großes Fragezeichen. Er hatte zwar verstanden, dass er all die Erinnerungen nicht zurück bringen konnte aber hatte er es akzeptiert? Er sagte es zwar aber Worte waren doch letztendlich auch nur Schall und Rauch - dankbar sofern der Hörer ihnen Glauben schenkte. Er wollte ihren Worten genauso glauben - wirklich. Eric schenkte dem Mädchen sogar ein dankbares Lächeln - riss seinen Blick vom Sternenhimmel los um in ihre einzigartigen roten Augen zu sehen. Ein leises aber ehrliches Lachen verließ seine Lippen. "Danke Dorothy für deine freundlichen Worte..." Der Jäger streckte seine Hand aus und strich über ihren Kopf, der nach wie vor von einer Kapuze bedeckt war. Die Geste war zögerlich immerhin wollte er ihr nicht zu nahe treten aber gleichzeitig war das Bedürfnis da ihr nahe zu sein - seine Dankbarkeit zu zeigen. Es freute den jungen Mann, dass ihr das Getränk zu schmecken schien - das sie mit einem fröhlichen Gesicht einen weiteren Schluck davon nahm. "Gibt es nichts was dich auch an der Vergangenheit festhalten lässt... obwohl es vielleicht zwecklos ist?" Eric sah sie von der Seite an, bemerkte das Zittern ihrer Hände. "Oh - ist dir kalt?" Er zögerte keine Sekunde und schlüpfte aus seinen Mantel, musste dabei Acht geben nicht das Gleichgewicht zu verlieren aber legte dem zierlichen Mädchen ungefragt das Kleidungsstück um die Schultern. Abends konnte es ganz schön frisch werden. Gerade wenn man ungeschützt auf einem Dach herumsaß. Glücklicherweise war der Jäger auch so noch relativ warm bekleidet und fror nicht so leicht. Für Jemanden der im Sommer geboren war relativ ungewöhnlich. Man sagte doch eigentlich das Winterkinder leichter mit Kälte umgehen konnten oder nicht? Vielleicht war es aber auch einfach nur Humbug, wie die Wahrsagerin da unten in dem kleinen Zelt, die nach und nach den Leuten das Geld aus der Tasche zog. Es gab niemanden der die Zukunft vorher sagen konnte, richtig? Das war unmöglich. Immerhin lagen so viele Entscheidungen tagtäglich zwischen dem Jetzt und dem Morgen. So viele mögliche Abzweigungen. Schließlich bot Dorothy ihm einen Schluck des Getränks an, welches sie in ihren beiden Händen hielt. Ihre Stimme zitterte leicht. "Sehr gern." Er nahm ihr den Becher kurz ab und führte ihn an seine Lippen um einen kleinen Schluck zu machen - eigentlich nur um zu probieren ob der ältere Mann auch nicht zu viel versprochen hatte. Der Mix aus verschiedenen Früchten und Kräutern harmonierte unheimlich gut und die warme Flüssigkeit wärmte ihn auch ein bisschen von innen. "Das schmeckt gar nicht so schlecht." Die Mundwinkel des jungen Mannes hoben sich und er reichte seiner Begleitung wieder den Becher damit sie den Rest für sich behalten konnte. "Trink ruhig aus - das wärmt sich von innen." Wollte sie jetzt überhaupt noch aus dem Becher trinken? Immerhin schien Dorothy vorhin von seinem Vorschlag doch recht irritiert. Ansteckende Krankheiten hatte er zumindest keine. Nicht das er wüsste zumindest. Er war zwar kein seltener Gast in der Klinik aber das hatte meist andere Ursachen. Eric rückte den Verband an seinem Kopf etwas zurecht. Durch die Bewegung war er ein wenig verrutscht.

    [Bei Nolan und schließlich vor dem Monstertrainingslager] Leon & Shara



    Augenblicklich schloss das Mädchen wieder ihren Mund als der Bartträger sie ein wenig in ihrem Redeschwall drosselte. Die presste ihre Lippen aufeinander und sah ihn fast schon um Hilfe flehend durch ihre blauen Augen an. Das arme Ding in ihren Armen brauchte Hilfe und zwar so schnell wie nur irgendwie möglich war. Shara hatte also keine Zeit zu verlieren. Prüfend wanderte der Blick des Weißhaarigen über das Geschöpf in ihren Armen - begutachtete offenbar den provisorisch angelegten Verband des Mädchens und bat die Beiden schließlich ins Innere seiner rustikalen Behausung. Er versicherte ihnen, dass es dem Wooly ohne ihre Hilfe wahrscheinlich nicht so gut ergangen wäre. Für einen Moment huschte der Blick des Mädchens in die Richtung ihres Begleiters. Er erzählte von dem Kampf aber lies zugleich doch die wesentlichen Details aus. Shara öffnete für einen Moment ihre Lippen aber schloss sie schließlich doch ohne das ein Wort sie verließ wieder. Wahrscheinlich hatte Leon die ganze Wahrheit nicht ohne Grund für sich behalten. Vielleicht hatte sie hier keinen Platz. Nicht in diesem Moment in dem es wichtig war das Monster entsprechend zu versorgen. Shara senkte den Kopf und folgte Nolan stillschweigend. Ihr Blick wanderte über die Behandlungszimmer in denen der ältere Herr offensichtlich verletzte Monster entsprechend versorgte. Unweigerlich fragte sich das Mädchen ob er das alles ganz alleine machte und wie es überhaupt möglich war das alles unter einen Hut zubekommen. Es gab wirklich faszinierende Menschen. Nolan nahm sich den Verletzungen des Woolys an. Vorsichtig löste er den Verband und begutachtete die Wunde. Mit etwas Abstand beobachtete Shara das Geschehen war beeindruckt von dem Wissen und dem Können des Älteren. Das leise Wimmern des Monsters zerriss ihr beinahe das Herz und nervös knubbelte die an ihren Fingern. Jeder Handgriff schien zu sitzen als beherrschte Nolan all die Techniken im Schlaf. Der Verband, der letztendlich die Wunde vor Verschmutzung, Keimen und sonstigen Dingen schützen sollte sah wesentlich professioneller aus als der den Shara zuerst angebracht hatte. Das arme Wooly bekam auch noch eine Spritze und Flüssigkeit über die Vene, wie Nolan es den Beiden letztendlich erklärte. "Es braucht jetzt sehr viel Ruhe. Ihr könnt wenn ihr wollt morgen wieder vorbei schauen - ich bin mir sicher der kleine Kerl will sich bei seinen Rettern noch bedanken..." Die Mundwinkel des alten Herrn hoben sich und als er Leon und Shara genauer unter die Lupe nahm riet er ihnen, dass sie sich doch am Besten auch etwas Erholung gönnen sollten. So fanden sich die Beiden schließlich vor dem rustikalen Gebäude wieder. Für einen Moment schwieg Shara fast so als musste sie sich all das Geschehene erst einmal verarbeiten. Ein Seufzen verließ ihre Lippen. Er Körper sehnte sich nach Ruhe. Das waren ein paar anstrengende ja gar turbulente Tage. Sie musterte das Gesicht ihrs Begleiters. Er sah schlecht aus - hatte sich ganz klar überanstrengt. Es war unmöglich, dass er noch den ganzen Weg nach Hause ging. Das würde er nicht mehr schaffen. "Leon...?" kam es schließlich über die Lippen des Mädchens und sie griff nach seinem Arm und sah ihn besorgt an. "Geht es dir...gut?" Er sah irgendwie blass aus, seine Ohren standen nicht wie sonst frech und neugierig ab sondern hingen erschöpft nach unten. Das war wohl selbst für ihn zu viel auch wenn er wahrscheinlich gleich wieder ein taffes Kommentar von sich geben und seinen eigentlichen Gesundheitszustand vertuschen würde. "Ich wohne hier gleich in der Nähe. Wenn du willst..." Es war wahrscheinlich keine gute Idee ihn zu sich nach Hause einzuladen, da sie oberhalb des Warenhauses lebte oder vielmehr ein kleines Zimmer bewohnte - nicht mehr und nicht weniger. Ihre Mitbewohner würden sie wahrscheinlich aufziehen wenn sie einfach so einen Mann mitbrachte und wahrscheinlich war ihr Zimmer chaotisch wie eh und je - überall waren wahrscheinlich Blumen im Raum verteilt weil sie an diversen Gestecken, Sträußen und Kränzen arbeitete und dabei nicht wirklich geordnet vorging sondern einfach ihrer kreativen Ader folgte. "...also d-du könntest bei mir schlafen..." stotterte sie schließlich ein wenig und senkte den Kopf um nicht das zweideutige Grinsen zu sehen, welches sie wahrscheinlich erwartete. "Ich meine...bis zu dir ist es so weit..." Ob er ihr Angebot einfach annehmen würde ohne das er sie damit aufzog oder irgendwelche Andeutungen machte? Wobei das war doch mitunter einer der Eigenschaften warum sie Leon irgendwie so mochte. Diese Unbeschwertheit. Wenn er einmal nicht so war, war es doch eher mehr Grund zur Sorge - dann musste es ihm schon sehr schlecht gehen, richtig? Vorsichtig hob Shara den Kopf, ihre Wangen waren von einem leichten Rosaschimmer geziert, der hoffentlich in der Dunkelheit ohnehin kaum zu sehen war. Vielleicht hatte er sie auch einfach satt und wollte endlich seine Ruhe? Immerhin hatten sie sich doch erst vor Kurzem kennengelernt und hatten nun doch sehr viel Zeit am Stück miteinander verbracht. Es war völlig legitim wenn das Halbwesen sich ein wenig nach Ruhe sehnte und dennoch machte dieser Gedanke etwas mit ihr - bedrückte sie vielleicht sogar idiotischerweise. Warum musste sie sich nur immer so schnell an Andere gewöhnen - das war es doch oder? Gewohnheit.

    [Am Dach eines Schaustellerwagens] Dorothy & Eric



    Erschrocken sah sie ihn durch ihre roten Augen an als hätte er etwas ganz und gar Absurdes vorgeschlagen. Ihre Wangen glühten und ihre Stimme zitterte bei dem einzigen Wort, welches ihr über die Lippen kam. Eric konnte nicht anders als zu lachen. Vielleicht dachte er einfach so selten über die Dinge nach die er tat. Vielleicht war er zu unbedarft. Der Blick seiner braunen Augen wanderte über das rote Gesicht des Mädchens als sie schließlich doch zögernd nach dem Getränk griff und es erst einmal nur musterte. Es duftete köstlich. Hoffentlich schmeckte es auch entsprechend und hielt was das Getuschel der anderen Mädchen versprach. Noch immer hatte Dorothy noch keinen Schluck gemacht und auch wenn es für den Jäger kein Problem wäre mit ihr aus einem Becher zu trinken so fiel es ihm plötzlich wie Schuppen von den Augen, dass es sie vielleicht ekelte - immerhin kannten die Beiden einander kaum und doch kreuzten sich ihre Wege immer wieder und hatten sie schließlich hier auf dieses Fest geführt - wie alte Bekannte - wie Freunde. Letztendlich waren sie das aber nicht, richtig? Vielleicht schickte es sich nicht aus einem Becher zu trinken. Eric wusste nicht um etwaige Gepflogenheiten, die man vielleicht in angeseheneren Häusern pflegte. "Ich habe nicht davon getrunken... du kannst also ruhig..." ermutigte er schließlich das Mädchen neben sich und schenkte ihr ein Lächeln. Irgendwie hatte Eric das Gefühl, dass er seiner Begleitung etwas schuldig war - immerhin hatte er sie noch vor wenigen Minuten in eine so missliche Lage gebracht. Er wollte gar nicht daran denken was in ihr vorgegangen war - was für Ängste sie gehabt hatte. Ein Seufzen kam über die Lippen des Größeren. "Ich brauche nichts - lass es dir schmecken!" versicherte er Dorothy und blickte in ihre Richtung als sie ihre Lippen an das Getränk führte - einen kleinen Schluck machte. Für einen Moment schloss sie die Augen und ihre Mundwinkel hoben sich kurz. Anscheinend hatte der Verkäufer nicht zu viel versprochen und das freute Eric ungemein. Es tat gut ihr auch endlich einmal schöne Erinnerungen schenken zu können im Vergleich zu ihren sonstigen Begegnungen. Dorothy wirkte weniger angespannt - schien das Fest für sich auch endlich genießen zu können - abseits und doch zugleich mittendrin. Irgendwie hatte es seinen ganz eigenen Charme auf diese Weise das Fest zu erleben. Eric hing seinen Gedanken nach während er das Treiben am Dorfplatz genoss. Wahrscheinlich einen Moment zu lange, da das Mädchen an seiner Seite darauf aufmerksam wurde - ihn darauf ansprach. Eric zögerte ihr zu antworten - senkte erst sein Haupt bevor er seinen Blick wieder nach oben richtete und anschließend in die roten Augen seiner Begleitung blickte. Er suchte nach den passenden Worten aber war sich nicht so recht sicher welche das wären immerhin wollte er das Dorothy sich wohl fühlte. "Ich dachte daran wie schön es ist hier mit dir zu sein." Der Jäger lächelte leicht. "Manchmal ist es doch okay einfach nur zu genießen, oder?" Eric wandte sich wieder ab und legte den Kopf in den Nacken und sah gen Himmel. Man konnte die Sterne über ihnen schon schwach erkennen da es mittlerweile immer dunkler geworden war. "Vielleicht ist es ein wenig feige sich nicht der Vergangenheit zu stellen und stattdessen einfach nur im Jetzt zu sein..." Eric lehnte sich ein Stück nach hinten und stützte sich mit den Händen ab.

    [An der Snackbar] Ben & Chris



    Seine neue Bekanntschaft begegnete Chris mit einem Grinsen während sich der Student immer wieder ein Häppchen nach dem nächsten in den Mund schob. Vielleicht war es unhöflich aber der Dunkelhaarige konnte gerade nicht anders. Immerhin hatte er eine Zeit lang nur Krankenhausfraß zur Verfügung gestellt bekommen und auch wenn er essentechnisch nicht sonderlich anspruchsvoll war musste sich der Zwilling wohl trotzdem eingestehen, dass diese kleinen Snacks gerade einer Delikatesse glichen. Hunger war der beste Koch, richtig? Und seit dieser absurden Geschichte im Kloster war es vielleicht das erste Mal, dass Chris wieder so etwas wie Appetit verspürte. Nicht das er es vergessen hatte - wie könnte er. So schnell würde das sicher nicht passieren aber sich zu Hause einzusperren war auch keine gute Alternative. Tatsächlich war es leichter unter Menschen zu sein - sich abzulenken und nicht mit den eigenen Gedanken alleine zu sein. Vielleicht war er kein guter Gesprächspartner aber das war er auch vorher nicht gewesen, oder doch? Chris nickte während er den Worten des Jüngeren lauschte - folgte ihnen. "Ich bin auch in einem kleinen Dorf aufgewachsen..." erzählte Chris schließlich und dachte dabei an eine Zeit zurück mit der er schöne und gleichzeitig jedoch auch alles andere als schöne Erinnerungen verband und jedes Mal war Cylie an seiner Seite gewesen. Wie auch letztens. Einen Moment überlegte der Student ob er sich bei ihr melden sollte aber vielleicht brauchte sie auch etwas Abstand weil die Erinnerung an das Kloster zugleich auch an den jeweils Anderen geknüpft war. "Da ergreift man jede Chance wenn einmal etwas los ist." Selbst wenn es noch so ein kleines und unbedeutendes Volksfest war sah man zumindest einmal kurz vorbei um dem Alltagstrott zu entkommen- Zumindest erging es Chris immer so aber vielleicht gehörte Ben je eher zu der Kategorie Menschen, die das Landleben genossen - die es mochten das man die Nachbarn kannte und für ein Päckchen Zucker eben mal nach nebenan gehen konnte um sich dort etwas zu borgen. Der Student selbst genoss es das er wenn er das Wohnheim verließ nicht zwangsläufig immer jemanden begegnete den er kannte auch wenn es für seine Verhältnisse immer noch zu oft passierte. "Ja ich wohne seit circa einem Jahr in Riverport - unter Anderem wegen dem Studium aber ich denke ich habe Gefallen daran gefunden..." Gut möglich das hier zwei Welten aufeinander prallten aber er war froh immer wieder neue und unbedeutende Gesichter zu sehen und nicht ständig von irgendwem angequatscht zu werden wie es ihm denn ginge und was er machte und was eigentlich mit seiner Schwester war und und und. Meistens waren das Gespräche die man am Land ständig führte weil die Bewohner sich nach Klatsch und Tratsch verzehrten. In der Stadt gab man sich mit den Neuigkeiten rund um irgendwelche Promis oder so zufrieden oder zumindest hatte es den Anschein. Chris sah auf und in das Gesicht des Anderen. "Wagst du es auch einen blutigen Augapfel zu probieren oder wartest du lieber ab ob nicht vielleicht doch tot davon umfalle...?" Seine Lippen kräuselten sich bevor er sich wieder eins dieser Dinger in den Mund schob. Nach und nach füllte sich der Dorfplatz mit bekannten und weniger bekannten Gesichtern. Die Verkleidungen der Einzelnen machten es nicht immer leicht hinter die Fassade zu blicken. Ein weiterer Vorteil von Halloween. Man musste nicht zwangsläufig erkannt werden und als Jemand der Anonymität doch sehr schätzte brachte das der Festlichkeit wieder einige Pluspunkte. "Und deine Schwester lässt sich einfach so kostenloses Essen und Getränke entgehen?" fragte Chris schließlich und konnte sich irgendwie doch schwer vorstellen, dass es solche Menschen wirklich gab. Aber bekanntlich gab es ja nichts was es nicht gab, richtig?

    [Am Festrand und schließlich irgendwo wo es Getränke gibt] Kyle & Bianca



    Sie hatten angehalten. Letztendlich war sich die Adelstochter nicht mehr sicher ob sie es war oder ob es von ihm ausging. Sie spürte nur die Wärme, die von seiner Hand ausging - seine Finger verschlungen mit den ihren. Eine Verbindung - so fragil und zerbrechlich wie all das was sie hier hatten - kaum in Worte zu fassen. Zahlreiche Besucher hatten sich am Platz des Volkes eingefunden und tummelten sich vor den vereinzelten Ständen. Es wurde gelacht. Ein reges Treiben herrschte - ausgelassen als wären all die schrecklichen Dinge in der Vergangenheit nicht passiert - als hätte es all die Tode nicht gegeben. Als wäre es nicht seltsam das eine Vielzahl davon wieder unter ihnen wandelte wie auch Teile ihrer Familie. Vielleicht war es gut all das einmal zu vergessen - sich auf die positiven Dinge zu fokussieren. Gerade Bianca konnte ein Lied davon singen . sie umgab sich stehts mit hübschen und teuren Dingen wenn es ihr nicht gut ging - eigentlich generell immer - weil es ein gutes Gefühl hinterließ. Es Gefühl das nur von kurzer Dauer war aber zumindest half es für den Moment. Kyles Worte drangen an ihr Ohr. Sie musste ihn nicht ansehen um zu wissen wovon er sprach. Von wollen konnte nicht die Rede sein, richtig? Aber es würde so Vieles leichter machen und trotzdem verharrte die Adelstochter - als müsste sie sich das Gefühl merken welches seine Hand in der ihren hinterließ. Bianca senkte den Kopf. Ein Seufzen verließ ihre Lippen und sie lies seine Hand los - löste die Verbindung zwischen ihnen. "Ja...." kam es ganz leise über ihre Lippen und sie senkte den Kopf, spürte wie ihre Wangen ein wenig wärmer wurden - wahrscheinlich von einem leichten Rosaschimmer geziert waren. Dieses klitzekleine Wörtchen ging wahrscheinlich beinahe im Trubel der Menge unter. Zögernd begegnete sie wieder seinen Blick . räusperte sich um vielleicht wieder ein Stückchen Würde zurück zu erlangen. Es fühlte sich beinahe so an als würde sie sich hier unter all den Menschen wieder die Maske aufsetzen, die sie gewohnt war zu tragen. Die Maske der verwöhnten Adelstochter. Ihre Haltung schien weniger entspannt und sie strich sich ein paar Mal über das Kleid, welches sie am Leibe trug. Der Blick ihrer blauen Augen wanderte über die Menschenmasse, die ihnen bevor stand. Ein Teil von ihr freute sich darauf mit ihm hier zu sein - das erleben zu dürfen - ein Stückchen Normalität - aber ein anderer Teil wollte einfach weg von all den damit verbundenen Zwängen. "...aber wir sollten wahrscheinlich nicht..." Sie sah ihn von der Seite an, studierte sein Profil. Ihre Hand fühlte sich so leer an was eigentlich schwachsinnig war weil seine Hand zu halten eigentlich neu war und trotzdem war es so als fehlte nun etwas als sie es nicht mehr tat. "Es ist ein komisches Gefühl, oder..." Ihrer Stimme klang sanft - fast schon zerbrechlich - als hätte sie für einen Moment die Maske wieder abgelegt. Doch schon im nächsten Moment hob sie ihre Mundwinkel und ging einige Schritte voran bevor sie sich wieder zu ihrer Begleitung umdrehte. "Kommst du? Eine Dame lässt man nicht warten..." Bianca schüttelte den Kopf und rollte mit den Augen als Kyle nach wie vor wie angewurzelt stehen blieb. Bianca zwirbelte einstweilen eine verlorene Haarsträhne um ihren Zeigefinger. Gemeinsam wanderten sie über das Fest - musterten die Waren der Händler eher beiläufig und fanden sich schließlich an einem Stand ein, der Getränke ausschenkte. Er war gut besucht aber glücklicherweise fanden die Beiden noch einen freien Platz an einem Tisch. Der Lärm machte es fast unmöglich eine Bestellung aufzugeben aber dennoch kehrte die Bedienung ein wenig später mit zwei Getränken zurück. Als Bianca den ersten Schluck machte musste sie zu ihrer Überraschung feststellen, dass das Getränk gar nicht so übel schmeckte. Ziemlich fruchtig aber mit einem interessanten Beigeschmack. Eine Vielzahl an Augen waren auf die gerichtet. Keine neue Situation für die Adelstochter. So war es schon immer gewesen. Neu war nur das sie in Begleitung von Kyle war und das schien auch für Getuschel zu sorgen. In dem Plan, den sie sich ausgedacht hatte - die Gefühle, die sie für ihn hatte unter Verschluss zu halten - hatte sie nicht an die Macht des Tratsches gedacht. Egal ob sie Händchen halten würden oder einfach nur nebeneinander saßen. Ein Mann an ihrer Seite würde immer Gerüchte in die Welt setzen. Sie sah ihn an. Er hatte seinen Kopf gesenkt. Würde ihm das nicht früher oder später zu viel werden? Sie wollte etwas sagen aber tat es letztendlich doch nicht weil nichts was sie sagen konnte etwas ändern würde, richtig? Stattdessen nahm sie immer wieder einen Schluck von ihrem köstlichen Getränk. Sie spürte nach und nach eine sonderbare Wärme in ihren Wangen. Ob sie Fieber hatte? Vielleicht lag es aber auch daran, dass die Adelstochter aus Versehen wohl Alkohol bestellt hatte - etwas woran sie keineswegs gewohnt war. Ihre Gesichtszüge wurden wieder weicher und sie legte eine Hand an ihre Wange, die förmlich glühte. "Ist es... irgendwie warm?" Ein leises Kichern kam über ihre Lippen und sie sah in das Gesicht ihres Gegenübers, stützte ihren Kopf auf ihrer Hand ab und lies ihren Blick über sein Gesicht wandern. Sie wollte ihn küssen - ihm nahe sein - all die anderen Menschen waren ihr plötzlich völlig egal. Eigentlich nahm sie sie gar nicht richtig war.

    [Bei Rumi und Darren am Buffet] Alessa



    Der üble Mief, der den beiden Blondchen gleich als sie aus dem Taxi stiegen um die Nase wehte war nicht zu verachten. Ugh. Ein weiterer Grund warum Alessa wohl für immer ein Stadtkind bleiben würde. Immerhin stank es dort nicht konstant nach Kuhmist. Man mochte meinen, dass die Mädchen genug Parfum aufgetragen hatten um eben jene Gerüche zu übertünchen aber offensichtlich hätte nicht einmal ein ganzes Fläschchen des teuersten Parfums gereicht. Alessa verzog wie Hina das Gesicht und folgte ihrer Freundin in Richtung Gaststätte. Der Taxifahrer hatte sie gleich vor dem doch recht rustikal aussehendem Gebäude abgeladen. Prüfend wanderte der Blick der Schülerin über jenes Gebäude. War dieser rustikale Look nicht ohnehin irgendwie wieder modern? Der Grad zwischen alt und abgefuckt und rustikal war mittlerweile recht schmal geworden und auch wenn Alessa es nicht laut aussprach so musste sich die Blonde doch eingestehen, dass es irgendwie seinen Charme hatte - vor allem mit der kreativen Halloweendekoration. Die Augen des Mädchens erfreuten sich nicht sonderlich lange an eben jener, da sich zum wiederholten Male ihr Blick an ihre Freundin heftete. Ihr Outfit zeigte sie unglaublich viel Haut. Der wenige Stoff schmeichelte ihrem perfekten Körper. Als sie sich bei ihr einharkte - wie früher - wie immer eigentlich. spürte Alessa das ihr Herz um einige Takte schneller schlug. Sie bemerkte die Blicke der anderen Gäste als die Freundinnen die Gaststätte beraten. Blicke die den beiden Freundinnen nicht fremd waren - sie zeigten nun einmal gerne was sie hatten - genossen die Aufmerksamkeit und doch bemerkte Alessa das sich etwas verändert hatte. Das sie nicht wollte, dass Andere Hina mit diesen Blicken ansahen. Alessa wartete etwas abseits als ihre Freundin sich zur Rezeption aufmachte um die Schlüssel für ihr Zimmer schon einmal entgegen zu nehmen. Sie erwiderte das Lächeln, welches Hina ihr letztendlich schenkte und lies ihren Blick über dieses fantastische Mädchen gleiten. Ihr ohnehin schon sehr kurzer Rock war ein wenig hochgerutscht als sie sich gegen den Tresen an der Rezeption legte. Verdammt. So zu tun als wäre nichts würde ihr noch schwerer fallen als gedacht. Zurück zu kehren zu der einzigartigen Freundschaft die sie nun einmal hatten würde definitiv nicht einfach werden. Nicht nach den Küssen, die sie ausgetauscht hatten - den Berührungen in dieser Nacht. Aber es war besser so. Hina sprach es bestimmt nicht an weil sie es entweder im Rausch vergessen hatte oder weil es nichts gab worüber man sprechen musste - es war einfach nur ein Alkoholausrutschter. Es dauerte nicht lange und eben jene Person, welche für all das Chaos in ihrem Kopf verantwortlich war, kehrte wieder zu ihr zurück. In ihren Händen baumelten die Schlüssel zu ihrem Zimmer. Die Mundwinkel Alessas hoben sich und sie sah in die grauen Augen des Mädchens als sie aufgeregt in die Hände klatschte. "Aaaah - du bist einfach die Beste!" kam es über die Lippen des Blondchens. Sie gaben sich nicht mit weniger als dem Besten zufrieden. Genauso musste das sein. Sie hatte keine Ahnung wie sie das überstehen würde. Es war selbstverständlich für die beiden Freundinnen, dass sie sich ein Bett teilten - in all den Jahren war es unzählige Male passiert aber seit gestern war alles ein kleines bisschen anders. Sie würde kein Auge neben ihr zutun. Der Gedanke, dass sie neben ihr lag würde sie wach halten - ganz sicher. Ihr Herz klopfte alleine bei dieser Vorstellung ganz schnell und sie spürte ein Kribbeln in ihrem Bauch. Ihre Blicke trafen sich und automatisch legte sich ein Lächeln auf die Lippen Alessas. "Dein Wunsch ist mir Befehl!" Das Lächeln auf den Lippen des Mädchens wurde breiter und als Hina die Treppe hinauf eilte, drang erst einmal ein Seufzen aus der Kehle des Mädchens. Sie genoss ihre Anwesenheit - wie immer - natürlich tat sie das - Hina war ihre beste Freundin aber zum ersten Mal in all den Jahren wusste sie nicht so recht wie sie mit ihr umgehen sollte - wie sie wieder Ordnung in all das Chaos bringen sollte, das sie geschaffen hatten. Noch bevor sie sich in Richtung Essen aufmachte bestellte Alessa sich einen Drink, den sie beinahe in einem Zug leerte. Nüchtern war es fast unmöglich mit dieser neuen Situation umzugehen. Sie bekam auch den Gedanken mit ihr das Zimmer und auch das Bett zu teilen nicht mehr aus dem Kopf. In dem hohen Glas, welches mit einer blutähnlichen Flüssigkeit gefüllt war schwamm irgendetwas Undefinierbares - aber da offensichtlich nicht an Alkohol gespart wurde sah Alessa darüber hinweg. Es gehörte immerhin dazu, dass die Drinks und Snacks dezent unappetitlich aussahen - solange sie ihren Zweck erfüllen würden war das schon in Ordnung für die Schülerin. Das Mädchen wanderte an den aneinander gereihten Tischen entlang. Eigentlich nahm sie nur peripher war was für Köstlichkeiten hier präsentiert wurden. Gedankenverloren sog das Blondchen an dem Strohhalm in ihrem Drink und piesackte das darin schwimmende Ding, welches sich als Spinne herausstellte. Sie verzog das Gesicht. Glücklicherweise nur eine Attrappe aber dennoch nicht schön anzusehen. Gerade als das Blondchen weiter wanderte stieß sie gegen Jemanden und hob zögernd den Kopf als sich dieser Jemand schließlich nach ihr umdrehte. Eigentlich hatte sie bereits zu einem bissigen Kommentar angesetzt als sie in die braunen Augen einer ihr nicht gerade unbekannten Person sah. "Darren...?!" Ein leicht fragender Ton lag in diesem einen Wort, dass irritiert über ihre Lippen kam. Ihr Herz hatte einen kleinen Satz gemacht aber zugleich war es auf Grund der jüngsten Ereignisse doch irgendwie befremdlich ihm gegenüber zu stehen. Eigentlich hatte sie sich von eben jenen Studenten ablenken wollen - war nur deshalb mit Hina shoppen gegangen (nicht das die Freundinnen einen Grund brauchten) und der Rest der Geschichte war nun wirklich nicht unbekannt. Der Blick der Schülerin wanderte über den jungen Mann und schließlich wieder zurück zu den braunen Augen, die sie musterten. "Du bist also... tot? Das erklärt natürlich einiges..." Alessa hob eine Augenbraue und nahm einen Schluck von der bedenklich aussehenden Flüssigkeit in ihrem Glas. Ihre roten Augen funkelten vielleicht sogar ein bisschen provokant und dennoch blieb ein freches Grinsen auf den Lippen des Mädchens zurück. Vielleicht war das die Lösung. Eine willkommene Ablenkung. Vielleicht war das die einzige Möglichkeit die Freundschaft zu Hina zu erhalten. Indem sie sich auf Etwas oder besser gesagt Jemand anderen fokussierte. Alessa lehnte den Kopf etwas schräg um an dem gutaussehenden Studenten vorbei zu gucken und entdeckte ein Mädchen mit rosafarbenem Haar, das anscheinend die Begleitung ihrer willkommenen Ablenkung war. Wortlos wanderte ihr Blick über das Mädchen, welches in etwa in ihrem Alter sein musste und offensichtlich als eine Art Püppchen verkleidet war. Kurz wanderte ihr Blick zwischen den Beiden hin und her - als würde sie einschätzen in welcher Beziehung sie zueinander standen als sie dem Mädchen unverblümt in die Augen blickte. "Hi - ich bin Alessa..." Ein abwartender Ton lag in der Stimme der Schülerin beinahe so als würde noch etwas folgen aber stattdessen hoben sich ihre Mundwinkel zu einem zuckersüßen Lächeln.

    [Kommen an] Leon & Shara



    Noch im Flüsterwald:

    Es kam ihr alles so unwirklich vor. Wie sie dort auf der Lichtung standen. Die Ruhe, die nun im Wald vorherrschte seitdem dieser unheimliche Kerl verschwunden war. Trotzdem schlug ihr Herz unfassbar schnell. Adrenalin wurde durch den schlanken Körper des Mädchens gepumpt. Das Wooly in ihrer Hand atmete nun etwas ruhiger, schien nicht länger vor Angst zu zittern aber es brauchte dennoch professionelle Hilfe. Das flauschige Ding kuschelte sich etwas an Shara und sie drückte es sachte an sich. Es war nicht fair von dem Blumenmädchen Leon mit all den Fragen zu bombardieren auf die er wahrscheinlich auch keine Antwort hatte aber sie hatte einfach gehofft - ja worauf eigentlich? Auf beruhigende Worte seitens des Halbwesens weil er mit einer Leichtigkeit durchs Leben ging, die sie so bewunderte. Er sprach diesen Namen aus und augenblicklich erschauerte Shara. Ein einziger Name mit einer so großen Wirkung. Es fröstelte das Mädchen und das lag keines Wegs an den Temperaturen die im Wald vorherrschten auch wenn es mittlerweile relativ frisch geworden war. Sie sah auf - sah in das Gesicht des Halbwesens. Leon wirkte erschöpft. Kein Wunder. Er hatte sich immerhin noch nicht von seiner ersten Verletzung erholt und war schon wieder in eine derartige Situation geraten. Sie wollte nicht daran denken was passiert wäre wenn sie dem Wooly nicht zu Hilfe geeilt wären. Auch wenn es noch lange nicht übern Berg war so hatte es so zumindest die Chance. Aber zu welchem Preis? Der junge Mann versteckte seine Erschöpfung hinter einem Lächeln. Sie kannten sich noch nicht so lange aber dennoch schien es eine Gewohnheit des Halbwesens zu sein. Er verstärkte Schmerz hinter einem Lächeln und Leid hinter seinen zweideutigen Witzen. Irgendwie bewundernswert, dass er die Kraft dafür aufbringen konnte aber zugleich auch irgendwie traurig. Leon trat näher an sie heran. Seine Worte überraschten sie. Shara sah ihn mit großen Augen an - wollte ihn erst widersprechen doch dann fuhr er fort und musste doch gestehen, dass seine Worte vielleicht auch ein kleines bisschen der Wahrheit entsprachen. Zumindest der Teil in dem er sie als blöd bezeichnete. Ein empörter Laut verließ die Lippen des Blumenmädchens und sie schlug Leon halbherzig gegen die Schulter musste aber doch dabei lächeln. "....danke?!" kam es ihr über die Lippen wobei es sich eher nach einer Frage anhörte und weniger nach echter Dankbarkeit zumal er ihr doch gerade vor Augen hielt wie undurchdacht ihre Tat war. Letztendlich wurde seine Stimme aber wieder sanfter und als sie dieses kleine Wörtchen aus seinem Mund kommen hörte kribbelte es ein kleines bisschen in ihrem Bauch. Sie und mutig? Unsicher erwiderte sie den Blick des Halbwesens und das erst noch recht schwache Lächeln wurde etwas breiter. Sie spürte seine Hand auf ihrer Schulter. Shara würde es im nächsten Moment wahrscheinlich bereuen aber es kam ihr seltsam vor dieses Kompliment einfach schweigend hinzunehmen. "Du aber auch!" Sie machte sich eigentlich schon darauf gefasst, dass er sie mit diesen Worten aufzog oder sich damit brüstete aber es musste doch gesagt werden. Er legte seine Schulter um ihren zierlichen Körper - vielleicht hatte Leon bemerkt, dass sie ein kleines bisschen fror. Sie spürte seinen warmen Körper direkt neben sich, spürte seinen doch recht muskulösen Arm mit dem er sie hielt und zum Weg zurück führte. Ein leichter Rotschimmer zierte ihre Wangen bei dieser simplen und doch sehr vertrauten Geste. Es war nicht das erste Mal, dass er ihr auf diese Weise nahe kam und für ihn schien es auch keine nähere Bedeutung zu haben - für ihn schien es fast schon selbstverständlich und Shara kam sich dabei unheimlich dämlich vor, dass ihr Herz dabei ein kleines bisschen schneller schlug als normal. Die nächsten Worte des Halbwesens ließen sie einen Moment den Atem anhalten und sie hob ihren Kopf ein wenig an um in das Gesicht des Anderen zu sehen doch schon im nächsten Moment richtete Shara ihren Blick wieder gerade aus aber ein Lächeln erschien auf ihren Lippen, welches gar nicht mehr verschwinden wollte. "Meinst du wirklich?" kam es leise über ihre Lippen aber sie erwartete keine Antwort auf diese Frage. "Ich hoffe es..." Gemeinsam verließen die den Wald und schienen sich noch uneinig darüber wohin sie das arme verletzte Monster nun bringen sollten. So oder so es brauchte professionelle Hilfe.

    Bei Nolan:

    Leon und Shara entschieden sich schließlich im Monstertrainingslager einzukehren. Das Halbwesen klopfte an die Tür während Shara dafür sorgte, dass dem armen verletzten Wooly nicht zu kalt wurde. Der provisorische Verband, den sie am Hals des Monsters angebracht hatte war trocken geblieben. Die Blutung schien also still zu stehen aber bestimmt hatte das arme Ding sehr viel Blut verloren und musste ein wenig aufgepäppelt werden bevor man es wieder zu seinen Freunden beringen konnte, die es so heldenhaft verteidigt hatten. Shara streichelte über den Kopf des Monsters - nur ganz sachte weil sie es nicht wecken wollte. Schlaf war immerhin sehr wichtig in soo einer Situation. Diese kleinen Wesen waren einfach so unfassbar tapfer. Das Blumenmädchen hob ihren Kopf als sie Schritte im Inneren des Monstertrainingslager vernahm. Wie spät es mittlerweile wohl schon war? Es war so schnell dunkel geworden aber das war zu dieser Jahreszeit nicht unüblich und trotzdem war sie jedes Jahr wieder davon überrascht. Die Tür ging auf und der Bärtige lies seinen Blick über die Besucher wandern - er blieb an dem verletzten Monster in den Armen des Mädchens hängen und noch bevor er irgendetwas sagen konnte fiel Shara ihm ins Wort - ignorierte irgendwelche überflüssigen Höflichkeiten und fiel mit der Tür ins Haus. "Nolan! Ihr müsst uns helfen! Dieses Wooly wurde im Wald von einem Unbekannten verletzt. I-ich habe versucht die Blutung mit einem Verband zu stoppen aber..." Sie holte kurz Luft und fokussierte sich wieder auf das verletzte Monster in ihrem Arm. "Es hat sehr viel Blut verloren und... wir wussten nicht ob wir lieber zu ihnen oder zu Natalie sollten aber...irgendjemand muss ihm helfen, b-bitte!" Sorge schwang in ihrer Stimme mit und sie sah den bärtigen Mann mit großen Augen an.

    [Papas Atelier] Hina & Alessa ---> gehen



    Während Alessa fast schon unsicher an sich herab blickte und sich ziemlich sicher war, dass da einiges an Speckröllchen mehr waren im Vergleich zum Vortag oder zum Tag davor beruhigten sie die Worte ihrer besten Freundin wieder ein bisschen. Ihre Wangen waren sogar von einem leichten Rosaschimmer geziert als diese sie als perfekt bezeichnete. Die roten Augen des Mädchens wurden ein kleines bisschen größer und sie spürte wie ihr Herz ein oder zwei Takte schneller schlug als die Worte ihrer Freundin an ihr Ohr drangen. Es war nicht das erste Mal, dass sie solche zu ihr sagte - das sie einander bewunderten und mit Komplimenten überhäuften und trotzdem machte es etwas mit dem Blondchen. Alessa biss sich auf die Unterlippe, war froh, dass sie sich ein kleines bisschen von ihrer Freundin abgewandt hatte damit diese ihre geröteten Wangen nicht sehn konnte. Sie legte eine Hand an ihr Gesicht und atmete ein paar Mal ganz bewusst durch um sich wieder ein kleines bisschen zu beruhigen - ihr Herz wieder unter Kontrolle zu bringen auch wenn das fast nicht möglich war. So drehte sie sich noch einmal kurz um und sah in das Gesicht ihrer Freundin bevor sie übertrieben mit den Augen rollte. "Du spinnst doch..." Mit diesen Worten verlies Alessa das Badezimmer um sich in ihrem Zimmer in ihren flauschigen Bademantel zu hüllen. Wahrscheinlich sollte sie froh sein, dass es nicht verkrampft zwischen ihnen war. Wahrscheinlich sollte sie froh sein, dass Hina überhaupt noch hier war und nicht einfach geflüchtet war. Sie war noch hier und das war das Einzige was zählte. Der wichtigste Mensch in ihrem Leben war noch da und hasste sie nicht dafür, dass sie gestern vielleicht einen Schritt zu weit gegangen war und die Grenzen ihrer Freundschaft überschritten war. Alessa seufzte lautlos. Hina hatte sich einfach ausprobiert. Das war doch völlig in Ordnung und anscheinend war es eine einmalige Sache - das war natürlich auch in Ordnung. Sie musste es nur noch ihrem Herzen irgendwie klar machen, dass in ihrer Gegenwart jetzt irgendwie schneller schlug. Aber auch das würde sich irgendwann wieder einkriegen - ganz bestimmt. Sie konnten das schaffen - richtig? Wenn nicht sie Beide dann niemand. Sie grinste leicht als Hina schließlich nachharkte ob sie auch wirklich von Alkohol sprach und anschließend betrat Alessa schließlich wieder das Badezimmer und lehnte sich an den Türrahmen. "Ich fahre doch nicht für eine Diät Limo in dieses Kuhkaff..." Ihre Mundwinkel hoben sich und sie begegnete dem Blick ihrer Freundin als sie sich zu ihr umdrehte. Sie schien von der Idee sich im Atelier umzusehen nicht gerade wenig begeistert. Das Atelier. Alessa liebte diesen Ort. Dort fühlte sie sich weniger alleine - dorthin zog sie sich zurück wenn die Größe des Hauses sie beinahe erdrückte. All die Kleider - jedes einzelne entworfen und angefertigt von ihrem Papa. "Das darfst du sein..." Die Schülerin grinste breit und funkelte ihre beste Freundin erwartungsvoll an ehe sie ihr schließlich zu besagtem Ort folgte. Es hatte sich etwas verändert, nicht wahr? Sie taten zwar so als stünde nichts zwischen ihnen aber da herrschte eine gewisse Distanz, die momentan unüberwindlich war und es war nicht die Rede von den paar Metern die sie trennten sondern vielmehr von einer emotionalen Distanz.

    Im Atelier angekommen wurden die Mädchen beinahe wieder von den imposanten Kleidern erschlagen, die dort an zahlreichen Kleiderstangen hingen und einfach nur wundervoll aussahen. Unzählige Büsten mit beeindruckenden Kreationen waren in Raum verteilt. Dieser Ort hatte eine ganz bestimmte Energie. Er war überwältigend und Alessa konnte nicht anders als zu lächeln wenn sie durch den Raum schritt. "Ich glaube die Kostüme sind ganz hinten in einer Ecke..." flüsterte sie in Hinas Richtung deren Augen immer wieder aufs Neue zu funkeln begannen wenn sie das Atelier betraten. Alessa ging schon einmal voran, lies ihre Hand beiläufig über die Kleider streichen, an denen sie vorbei lief, spürte die verschiedensten Stoffe unter ihren Fingerkuppen und entdeckte schon im nächsten Moment das wonach sie suchten. Ihr Papa hatte für die unterschiedlichsten Leute Halloween und Faschingskostüme genäht weshalb eine interessante Auswahl sich den beiden Mädchen offenbarte. Alessa nahm Ein Engelkostüm vom Harken und hielt es an ihren Körper. "Hmmm was haltest du davon?" Sie drehte sich zu Hina und offenbarte ihr ihren Vorschlag. In einer Hand hielt sie das Engelkostüm und in einer anderen ein mindestens genauso knappes Teufelskostüm. Schnell hatten sich die beiden Mädchen entschieden - waren in ihre Kostüme geschnappt und machten sich auf dem Weg zur Halloweenfeier.

    [Alex' Zimmer] Alex & Yumi



    [Auf einem Wagen, der wohl Irgendjemanden gehört] Dorothy & Eric



    Es war unverzeihlich sie allein mit ihrer Angst zu lassen. Er hätte es besser wissen müssen. Sie hatte so verängstigt ausgesehen, hatte am ganzen Leib gezittert, sich zusammengekauert und ihre Arme um sich geschlungen. Eric war froh, dass er sie in dieser Menschenmasse überhaupt noch gefunden hatte. Mit einem Mal schienen viel mehr Menschen dieses Fest zu besuchen. Tatsächlich hatte sich der junge Mann so sehr auf seine Begleitung konzentriert, dass er es beinahe nicht bemerkt hätte. Er genoss den Hauch Normalität - in Zeiten wie diesen war es ein kostbares Gut. In seinem Leben herrschte so viel Chaos - da war es schön einige Minuten einmal nicht darüber nachzudenken was einmal war und was einmal sein könnte. Es war schön den Augenblick zu genießen. Dorothy ergriff seine Hand - zögerlich und selbstverständlich nicht ohne sich darüber Gedanken zu machen ob das was sie hier taten überhaupt erlaubt war. Sie war nicht umsonst die Tochter eines Priesters. Dieses Mädchen war die Güte in Person. Sie war so unfassbar rein und unverdorben. Beinahe hatte er Sorge seine Dunkelheit könnte auf sie abfärben - die Dunkelheit, die ihn immer wieder einholte egal wie sehr er sich zur Wehr setzte oder wie gründlich er sich versteckte. Eric zuckte nur mit den Schultern während er seiner Begleitung ein breites Lächeln schenkte . Seine Augen funkelten dabei ein kleines bisschen. "Wahrscheinlich nicht." Ihre Hand fühlte sich so warm an in der seinen. Schon bald hatte Dorothy neben ihm Platz genommen. Ihre Beine baumelten vom Dach des Wagens. Es war nicht schwer dem zierlichen Mädchen beim Aufstieg zu helfen - immerhin hatte sie ihn auch tatkräftig dabei unterstützt. Eric lies seinen Blick über den Platz wandern. Hier oben hatte man wirklich eine gute Aussicht und man wurde auch wenn es voll war nicht von allen Seiten angerempelt. So konnte doch auch bestimmt Dorothy den Abend genießen, richtig? Die Musik dudelte leise im Hintergrund. Die kleinen Zauber, die bunte Lichter versprühten und mit Staunen von den einzelnen Besuchern begutachtet wurden machten auch nicht zu viel Lärm. Man hatte eine gute Aussicht auf die Bühne. Man könnte fast meinen dieses Plätzchen war perfekt. Eric lies seinen Blick wieder in Richtung des Mädchens gleiten, welches neben ihm saß und mittlerweile bemerkt zu haben schien, dass nur ein Getränk es bis zu ihr geschafft hatte. Er schmunzelte ein kleines bisschen als Dorothy schon wieder unbeholfen vor sich her stotterte. Ein leises Lachen verließ seine Kehle. Ein ehrliches Lachen. "Ich war ungeschickt und habe den Anderen in der Menge verschüttet..." Er zuckte mit den Schultern und reichte Dorothy den Becher mit dem köstlichen Inhalt. Er hatte einige Mädchen, die sich ebenfalls ein Getränk von diesem Stand geholt hatten davon schwärmen hören und auch der Verkäufer lobte die Inhaltsstoffe während er das Getränk zubereitete hatte bis ins Unendliche wobei Eric vermutete, dass er das vielleicht auch ein kleines bisschen zu seinem eigenen Vorteil getan hatte. Aber sicher konnte man sich schließlich nie sein und wer wäre er wenn er dem bärtigen Mann Eigennützigkeit andichtete? "Dann müssen wir eben teilen..." schlug der Jäger schließlich seiner Begleiterin vor. "Was sagst du zu dieser Aussicht? So kannst du das Fest auch ein bisschen genießen, oder?" Wahrscheinlich wäre Dorothy trotzdem lieber daheim aber Eric war froh, dass sie hier bei ihm war. Es war doch auch in Ordnung ein bisschen egoistisch zu sein, richtig? Vermutlich nicht. Aber so war er nun einmal. Es war leichter mit ihr die Unbeschwertheit zu genießen als sich mit seiner Vergangenheit auseinander zu setzen aber was würde Sophia denken? Rechnete sie mit seinem Auftauchen oder hatte sie es schon längst vergessen? War es ihr so wichtig wie ihm? Und wenn es ihm wirklich wichtig war, warum saß er dann hier auf dem Dach dieses Wagens mit einem anderen Mädchen und ging ihr aus dem Weg? Vielleicht hatte er auch ein kleines bisschen Angst davor sich zu erinnern. Ohne eine Erinnerung konnte er sich zwischen seinen düsteren Gedanken zumindest ab und an einreden, dass er vielleicht doch ein guter Mensch war und ist. Wann war er nur so ein unfassbarer Angsthase geworden? Er stellte sich jedem Monster, jedem Tunichtgut, jeder durchtriebenen Elfe aber vor sich selbst hatte er Angst? Das war doch bescheuert. Beinahe kam ein amüsierter Laut über die schmalen Lippen des Mannes. Man musste ja fast schon über soviel Widersprüchlichkeit lachen.

    [Im Badezimmer] Hina & Alessa 


    Ihre Freundin erschrak als Alessa sie ansprach. Offensichtlich hatte sie nicht mitbekommen, dass sie aus der Dusche gestiegen war immerhin war sie damit beschäftigt ihr wunderschönes Gesicht mit Wasser zu benetzen. Ihre Blicke trafen sich durch den Spiegel nachdem das Mädchen im rosafarbenen Pullover ihr Gesicht abgetrocknet hatte. Sie schien irritiert. Als Alessa sich ihre eigenen Worte noch einmal durch den Kopf gehen lies, wunderte sich die Schülerin auch gar nicht mehr über den Blick ihrer Freundin. Die beiden Mädchen waren doch viel mehr Stadtkinder und hatten in einem Kuhkaff wohl nichts zu suchen. Ein Schmunzeln erschien auf den ungeschminkten Lippen der Schülerin doch ihre Freundin, die gerade fein säuberlich ihr Gesicht einschäumte tat ihre Vermutung zu dieser Unternehmung noch vor Alessas Rechtfertigung Kund. Ein Kichern drang aus der Kehle der Blonden. Allein die Vorstellung war so dermaßen unrealistisch, dass sie nicht anders konnte als zu lachen aber in Wirklichkeit war ihr doch gar nicht danach. Das war eigentlich der Moment in dem sie unbeholfen miteinander umgehen sollten - das Gespräch suchen sollten wegen dem was gestern zwischen ihnen vorgefallen war. Einen Bauern angeln? Es käme ihr nicht nur aus einem Grund nicht in den Sinn aber Alessa hatte für einen Moment vergessen, dass ihre beste Freundin nicht Gedanken lesen konnten - nach all den Jahren erriet sie diese zwar gerne einmal aber sie ahnte nicht was ihr gerade jetzt in diesem Moment durch den Kopf ging. Fast schon verunsichert wanderte der Blick ihrer roten Augen über den zierlichen Körper ihrer Freundin, der in ihren Pullover eingehüllt war. So viele Fragen lagen Alessa auf der Zunge aber keine einzige wollte auch ausgesprochen werden. Hatte Hina am Ende so viel getrunken, dass sie sich gar nicht mehr daran erinnerte was zwischen ihnen passiert war? Alessa presste ihre Lippen aufeinander und sah schließlich in die grauen Augen ihrer Freundin, die sie wieder durch den Spiegel ansah. Sie zog ihre Hand sofort zurück als sie bemerkte, dass Hina sich verkrampfte als sie sachte ihren Rücken berührte und senkte dabei den Blick. Es war zu spät. Sie hatte alles kaputt gemacht. Sie konnten nun nicht mehr so unbeschwert miteinander umgehen wie vor all dem. Ihre Freundschaft war nicht mehr so wie vorher und Alessa spürte einen Druck in ihrer Brust. Die Angst Hina zu verlieren war größer denn je. Sie bückte sich ein wenig um sich den Pflegeschaum wieder aus dem Gesicht zu waschen. Vielleicht war es gut so. Ein Fehler, den sie einfach vergessen würde - ihrer Freundschaft zu Liebe. Weil diese Freundschaft ihr einfach alles bedeutete. Irgendwann würde das Kribbeln in ihrem Bauch bestimmt nachlassen und sie würde einfach die Anwesenheit ihrer besten Freundin genießen - ihr alles erzählen - wie früher. Ein Seufzen kam über die rosafarbenen Lippen des Mädchens und sie hing das Handtuch über die Tür zu Dusche damit es trocknen konnte. Das immer noch nasse Haar des Mädchens kitzelte an ihren entblößten Schultern und bereits im nächsten Moment verteilte Alessa noch ein wenig Pflege in ihrem Haar bevor sie diese mit einer Bürste verteilte. Ihr Blick wanderte immer wieder zu Hina. Es war egal ob sie sich daran erinnerte - Hauptsache sie blieb weiterhin bei ihr denn sie wollte dieses Mädchen in ihrem Leben nicht missen - egal wie sehr es ihr weh tun würde sie mit Anderen zu sehen. Sie konnte das ertragen. Hauptsache Hina war glücklich und sie konnte weiterhin ihre Zeit mit ihr verbringen. Die Schülerin erwiderte das Lächeln ihrer Freundin als sich ihre Blicke trafen. Alessa hielt in ihrer Bewegung inne als Hinas nächte Worte an ihr Ohr drangen. Es fühlte sich an als hätte sie auch unbewusst den Atem gehalten aber sie bemühte sich gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Ihre Freundin redete nur von dem Essen, richtig? Und trotzdem dachte Alessa unbewusst an ihre gemeinsame Nacht. Die Stellen ihres Körper, an der Hina sie berührt hatte kribbelten ein kleines bisschen. "Ja - der Cheatday ist endgültig vorbei und ich habe gestern bestimmt zehn Kilo zugenommen!" Alessa seufzte theatralisch und strich über ihren Bauch, der unter dem flauschigen Badetuch versteckt war. Sie wandte sich ein wenig von ihrer Freundin ab aus Sorge ihre Gesichtszüge könnten verraten, dass sie doch eigentlich viel lieber andere Worte ausgesprochen hätte. "Angeblich bekommt man wenn man verkleidet kommt Essen und Trinken umsonst..." Natürlich brauchte es nichts um die beiden Freundinnen zu motivieren in ein sexy Kostüm zu schlüpfen und damit der Blickfang der Party zu werden. Alessa verließ schließlich das Badezimmer und öffnete im nächsten Moment ihren Kleiderschrank um sich passende Unterwäsche zu suchen. "Mein Dad hat glaube ich einige Kostüme in seinem Atelier..." Alessa hatte ihre Stimme ein kleines bisschen erhoben damit Hina sie dennoch hören konnte bevor sie das Badetuch zu Boden fallen lies und schließlich in ihre Unterwäsche schlüpfte und sich ihren flauschigen Bademantel überzog. Am Boden entdeckte sie immer noch das Kleid, welches sie am Vortag getragen hatte - unweit davon entfernt lag das hübsche Kleid ihrer Freundin. Einen Moment zu lange begutachtete sie die Klamotten - dachte an die gemeinsame Zeit in der sie mehr als nur Freundinnen waren bevor sie sich nach dem Badetuch bückte um ebenfalls ins Badezimmer zurück zu kehren und es dort ebenfalls zum Trocknen aufhängte. "...wenn du willst können wir dort nach etwas Passendem suchen..." Ihre roten Augen fixierten ihre Freundin und sie schenkte dem hübschen Mädchen ein Lächeln.

    [Im Badezimmer] Hina & Alessa



    Das warme Wasser benetzte ihre Haut und das Blondchen schloss die Augen als sie sich schließlich völlig unter das Wasser stellte. Schon bald war sie umhüllt von der Wärme, strich durch ihr mittlerweile wieder länger gewordenes Haar und versuchte für einen Moment oder zwei ihre Gedanken einfach auszuschalten auch wenn es schwerer war als gedacht - vielleicht sogar unmöglich denn das was vor wenigen Stunden passiert war, war momentan das Einzige woran Alessa denken konnte. selbst mit geschlossenen Augen sah sie Hina vor sich. Ihre beste Freundin. Der Mensch mit dem sie alles teilte und die Sorge das sie all das kaputt gemacht haben könnte war schon seit dem Kuss in der Umkleide allgegenwärtig. Aber es war nicht dabei geblieben. Sie hatte es noch verschlimmert. Hatte sie es ausgenutzt, dass Hina so viel getrunken hatte? Ein Seufzen verließ die mit Wasser benetzten Lippen des Blondchens. War sie letztendlich nicht besser als all die widerlichen Kerle da draußen, die es ausnutzten wenn das Mädchen betrunken war um sie zu Dingen zu zwingen, die sie letztendlich gar nicht wollte? Der Gedanke schmerzte und mit einem Mal wurde ihr furchtbar übel - ihr Magen verkrampfte sich. Es gab so vieles das unausgesprochen zwischen ihnen war und sie war schon wieder geflüchtet. Wie am Abend. Sie war einfach so furchtbar feige - erkannte sich selbst gar nicht wieder. Dort draußen lag das Mädchen, das stehts ihr Halt war - seit wie vielen Jahren nun schon? Als alle sie allein gelassen hatten war Hina hier gewesen und jetzt hatte sie niemanden mehr, richtig? Niemand mit dem sie ihre Sorgen teilen konnte. Fast schon in Trance gab sie etwas Haarshampoo in ihre Hand und verteilte es gleichmäßig. Der süße Duft verteilte sich im Raum. Würde Hina überhaupt noch hier sein wenn sie das Badezimmer verließ? Oder würde sie einfach weg sein und wenn sie weg war - wie würde sie jemals den Abgrund zwischen ihnen überwinden können - würden sie jemals wieder Freundinnen sein können? Die Angst sie zu verlieren war unendlich groß. Das Prasseln des Wassers auf den Fließen schaffte es nicht ihre Gedanken stumm zu schalten. Wenn es um jemand Anderen ginge hätte sie einfach mit Hina gesprochen weil es gefühlt immer schon so war. Sie teilte ihre Sorgen mit diesem Mädchen - hörte auf ihren Rat. Während das Shampoo einwirkte seifte Alessa ihren Körper ein und hing weiter ihren Gedanken nach - stellte sich Fragen auf die sie keine Antwort hatte. Sie bemerkte nicht, dass sie nicht mehr alleine im Badezimmer war und spülte sich schließlich den Schaum aus den Haaren und vom Körper immer noch unschlüssig wie sie Hina nach dieser Nacht begegnen sollte. Was der richtige Weg war um damit umzugehen. Wie sie das Gefühl ihrer Lippen auf den ihren vergessen sollte falls es letztendlich doch nur ein Versuch war - falls ihre Freundin sich einfach ausprobieren wollte. Wie sollte sie ihr Herz davon abhalten in ihrer Gegenwart schneller zu schlagen und vor allem wie sollte sie es ertragen sie mit jemand Anderem zu sehen? Nachdem Alessa schließlich auch noch den Conditioner ausgespült hatte verließ sie die Dusche, deren Türe mittlerweile angelaufen war weil die Schülerin nicht gerade mit heißem Wasser gespart hatte. Die kühlere Luft strömte ihr entgegen als sie die Tür der Dusche öffnete und es fröstelte das Mädchen leicht. Ihr Blick fiel sofort auf Hina, die sich gerade das Gesicht wusch. Alessa hielt automatisch den Atem an, lies den Blick ihrer roten Augen über ihre Freundin gleiten, die sich an ihrem Kleiderschrank bedient hatte - wie sie es immer taten. Der zarte Körper des Mädchens verschwand beinahe im Stoff des Kleidungsstück. Hina trug so oft ihre Klamotten und umgekehrt war es nicht anders aber irgendwie machte es Alessa ein kleines bisschen glücklich sie jetzt darin zu sehen als wäre es eine Art Zeichen dafür das sie nicht alles zerstört hatte obwohl es wahrscheinlich ein vorschnelles Urteil war. Ein naiver Gedanke. "H-hey..." kam es Alessa schließlich über die Lippen - gerade im selben Moment als sie gedacht hatte sie wär unfähig überhaupt ein Wort über die Lippen zu bringen. Das Blondchen hüllte sich in ein großes Badetuch und rieb ihre Haare ein wenig trocken bevor sie diese mittels einem kleineren Handtuch zu einem Turban band und die Tür zum Badezimmer etwas öffnete, da hier wirklich unmenschliche Temperaturen herrschten was nicht zuletzt am Anblick ihrer Freundin lag. "...ich hab gehört das es eine Halloweenfeier in einem kleinen Kuhkaff außerhalb von Riverport gibt..." plauderte Alessa schließlich aus dem Nähkästchen als wäre nie etwas gewesen und sie hasste sich selbst dafür weil sie es eigentlich ansprechen wollte aber keine Ahnung hatte wie sie das anstellen sollte. Sie verfluchte sich trat aber trotzdem an ihre Freundin heran und legte zögerlich ihre Hand an ihren Rücken. "Hast du die Kopfschmerztablette gefunden...?" Wieder die falsche Frage aber zumindest schon einmal die richtige Richtung. Besorgt wanderte Alessas Blick über das mit Wasser benetzte Gesicht ihrer Freundin.

    [Alessas Zimmer] Hina & Alessa



    Der Brustkorb des Blondchens hob und senkte sich in unregelmäßigen Abständen. Ihr Atem ging schwer und es dauerte etwas bis sich ihr Herzschlag ein kleines bisschen beruhigte hatte. Ihr Herz schlug nicht nur wegen der aufregenden Erfahrung mit dem Mädchen neben sich so schnell - vielmehr weil es eben Hina war. Forschend wanderte der Blick ihrer roten Augen über sie - jeden klitzekleinen Punkt in ihrem wunderschönen Gesicht und schließlich auch über ihren perfekten Körper, der nach wie vor ihr zugewandt war. Vorsichtig strichen ihre Fingerkuppen über ihre helle Haut, berührten Hina nur ganz leicht als hätte sie Angst, dass es das letzte Mal sein konnte, weil sie es für einen Fehler hielt. Einen Fehler, den sie im Rausche des Alkohols begangen hatte. Kannte man ja. Passierte immerhin oft genug. Ich meine wie oft hatten es die Freundinnen bereut mit irgendwelchen Versagern ins Bett gesprungen zu sein, die am Abend eigentlich gar nicht so übel ausgesehen hatten aber sich im Bett als bittere Enttäuschung herausgestellt hatten oder am nächsten Morgen gar nicht mehr so ansprechend waren wie erst geglaubt. Sie wollte keine von diesen Begegnungen sein. Sie wollte einen besonderen Platz im Herzen dieses Mädchens haben aber hatte sie den nicht ohnehin? Als beste Freundin. Aber das war vor all dem. Sie bemerkte erst als sie die weichen Lippen der Anderen auf den ihren spürte, dass sie sich ihr genähert hatte und als sich Hina wieder etwas zurückzog konnte Alessa nicht anders als zu lächeln - war nach wie vor berauscht von dem Hochgefühl, dass sie durch die Blonde erlebt hatte. Auch der Alkohol in ihrem Blut dürfte nicht ganz unschuldig sein. Hinas Stimme war nur ein Flüstern aber der Inhalt ihrer Worte, das süße Kichern, welches darauf folgte löste ein Kribbeln in Alessas Bauch aus und sie biss sich kurz auf die Unterlippe, freute sich über die Worte ihrer Freundin - das sie all das ebenfalls genießen hatte können. Der Gesichtsausdruck den sie dabei gemacht hatte, die Laute, die sie ihr dabei entlockt hatte - all das hatte natürlich dafür gesprochen aber es noch einmal aus ihrem Munde zu hören war doch noch einmal etwas Anderes und so begegneten sich ihre Blicke. Ihre Wangen waren noch leicht gerötet. Alessa konnte nicht anders als ihre Lippen erneut auf ihre zu pressen, sie etwas an sich zu ziehen - ihre nackte Haut zu spüren. Ihr Herz schlug schneller in der Gegenwart ihrer Freundin. Es schlug schneller wenn sie sich berührten. Vielleicht schwang die Sorge mit, dass heute das letzte Mal gewesen sein konnte, weil Hina morgen aufwachte und all das was zwischen ihnen passiert war bereute. Es war nur Neugierde gewesen, richtig? "Es war mehr als okay..." versicherte Alessa der Anderen schließlich und konnte eigentlich noch gar nicht fassen das es wirklich passiert war. "Du bist unglaublich..." Alessa zog Hina noch ein Stückchen an sich und lehnte ihren Kopf gegen den ihrer besten Freundin nachdem sie die Decke über ihre entblößten Körper gezogen hatte. Das Blondchen war erschöpft, spürte wie die Müdigkeit von ihr Besitz ergriff zugleich hatte sie aber Angst einzuschlafen weil die Unwissenheit ihr Sorgen bereitete wie es nun zwischen ihnen weitergehen würde. Dennoch übermannte sie irgendwann der Schlaf und als sie am nächsten Morgen wach wurde brauchte das Blondchen erst einige Sekunden um sich zu orientieren. Als sie Hina neben sich entdeckte dachte sie unweigerlich an den Vorabend. Daran wie gut es sich angefühlt hatte sie zu küssen - sie zu streicheln. Alessa erhob sich vom Bett und hüllte sich in den rosafarbenen flauschigen Bademantel, der dort über den Stuhl hing und huschte nach unten in die Küche um sich Wasser und Koffein zu organisieren. Vielleicht auch um ihre Gedanken ein kleines bisschen zu ordnen. Sie stand vor dem selben Dilemma wie noch am Abend bevor all das passiert war. Ansprechen oder einfach so tun als wäre nichts - ihr auf die gleiche Weise wie immer zu begegnen weil sich doch nichts geändert hatte. Sie waren immer noch beste Freundinnen. Vielleicht für eine Nacht mehr als das aber das musste ja nichts bedeuten. Beinahe verabsäumte Alessa es eine Tasse unter die Kaffeemaschine zu stellen aber schaffte es doch noch das kostbare Gut aufzufangen. All das stellte sie schließlich auf ein Tablett und brachte es nach oben in ihr Zimmer nachdem sie selbst ihre Tasse Kaffee ausgetrunken hatte. Hina schien immer noch zu schlafen weshalb sie den Kaffee, das Wasser und sicherheitshalber eine Kopfschmerztablette auf ihren Nachttisch stellte bevor sie selbst unter die Dusche hüpfte in der Hoffnung dort vielleicht Erleuchtung zu finden. Während schon bald das Wasser auf sie herabprasselte und ihre schlanken Finger durch ihr Haar glitten. Ein Seufzen kam dem Mädchen über die Lippen.

    Leila kommt an



    Ihre Auswahl an Kostümen war nicht sonderlich groß. Die Studentin war schließlich in einem der Kisten fündig geworden aber war sich ziemlich sicher, dass es eigentlich Alice gehörte. Wie genau es schließlich bei ihren Sachen gelandet war vermochte Leila nicht zu sagen. Es machte keinen Unterschied. Bestimmt würde ihre Halbschwester ihr nicht böse sein, richtig? Dazu gab es eine Vielzahl an anderen Gründen immerhin hatte sie sich nicht wirklich in regelmäßigen Abständen gemeldet. Irgendwann gar nicht mehr und es wurde immer schwerer den ersten Schritt zu tun. Sie war nicht gut in diesen Dingen - oder sie wurden einfach immer schwieriger. Wer vermochte das schon zu sagen. Vielleicht hatte sie sich einfach geändert, irgendwo Angst, dass sie den Anschluss verloren hatte durch dieses Jahr im Ausland. Sie lehnte sich gegen die Fensterscheibe im Bus und verpasste beinahe die richtige Haltestelle weil sie diesen und ähnlichen Gedanken nachhing. Als sie andere verkleidete Gestalten entdeckte riss Leila ihre Augen auf und erhob sich blitzschnell von ihrem Platz, verließ gerade noch rechtzeitig den anhaltenden Bus und folgte den übrigen verkleideten Menschen. Sie war bisher noch nie hier gewesen weshalb sie einfach hinter den Anderen her stapfte. Sie würde es schon irgendwie ans Ziel schaffen. Die Studentin hielt ihren Kopf gesenkt, holte wieder ihr Handy hervor und tippte eine Nachricht an Nick nur um sie im Anschluss wieder zu löschen. Sie knabberte an ihrer Unterlippe. Seit damals herrschte Funkstille zwischen ihnen. Wie also sollte sie ihm mitteilen, dass sie wieder zurück war? Gab es dafür überhaupt einen richtigen Weg oder sollte sie es nicht letztendlich einfach drauf ankommen lassen, dass sie sich über den Weg laufen. Ob das besser war, war allerdings fraglich. Ohne eine Nachricht abgeschickt zu haben folgte sie weiter der kleinen Menschenmenge. Ihr langes Kleid schleifte am Boden weil sie sich für falsche Schuhe entscheiden hatte, da sie erstens sowieso keine hohen Schuhe hatte und zweitens damit ganz sicher nicht heil auf der Party angekommen war. Ihr Magen knurrte. Wenn es schon nicht die dringend notwendige ablenkende Wirkung hatte, die sich Leila erhofft hatte würde sie sich zumindest etwas zu Essen organisieren.

    Es dauerte nicht lange und sie fand sich vor einer liebevoll dekorierten Gaststätte wieder. Der Blick ihrer grünen Augen wanderte über die Menschenmenge, die sich im Inneren angesammelt hatte. Keine bekannten Gesichter. Die Studentin war sich nicht sicher ob es erleichternd war oder ob sie sich nicht insgeheim erhofft hatte Jemanden zu treffen, der die Einsamkeit, die sie in sich spürte seit sie wieder zurück war, vertrieb. Leila schnappte sich einen eklig aussehenden Cupcakes und biss herzhaft hinein. Glücklicherweise schmeckte er nicht so wie er aussah. Sie bestellte sich noch einen Cocktail und war nicht verwundert darüber, dass in der rötlichen Flüssigkeit ein Augapfel schwamm und sie anstarrte als sie einen Schluck machen wollte.

    [Alessas Zimmer] Hina & Alessa



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    First Post - Leila verlässt das Wohnheim


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    Leila lies sich auf ihr Bett sinken und atmete bewusst aus, stieß die Luft aus ihren Lungen. Ein Jahr. In einem einzigen Jahr hatte sich so unheimlich viel geändert. Die Studentin legte sich die flache Hand auf die Stirn und strich sich folgend einmal darüber. Was wäre passiert wenn sie niemals weggegangen wäre? Wären Nick und sie noch ein Paar? All dies schien so ewig weit entfernt und dennoch schlug ihr Herz einen Takt schneller als sie an den Dunkelhaarigen dachte. Sie hatte es akzeptiert - ihr Kopf hatte verstanden, dass sie nicht mehr zusammen waren aber ihr Herz kam damit noch immer nicht ganz klar. Vielleicht hätte sie nie zurückkommen sollen denn spätestens als sie gelandet war wurde sie förmlich von all den Veränderungen erschlagen. Die Mädchen-WG gab es nicht mehr. Nicht verwunderlich, da die Hälfte der Mädchen sowieso ein Auslandssemester machten und kaum mehr jemand blieb um die Miete zu zahlen. Wahrscheinlich war es ohnehin nur eine Frage der Zeit gewesen aber dennoch kam es viel zu plötzlich. Sakura war irgendwo im Dschungel und studierte Affen. Ihre Mundwinkel hoben sich. Es passte zu ihrer Freundin und dennoch verspürte sie den egoistischen Wunsch, sie lieber hier bei sich zu haben. Leila war nach Hause zurück gekehrt aber es fühlte sich nicht nach einem Zuhause an. Alles hatte sich verändert. Leila rollte sich auf die Seite und griff nach ihrem Handy. Sie tippte seinen Namen ein und starrte auf sein Profilbild aufs Whatsapp. Den Verlauf ihrer Nachrichten hatte sie gelöscht. Es war zu schmerzhaft. Nicht das es leichter wäre sein Gesicht zu sehen. Ihre Augen wanderten über das Bild. Früher hätte sie ihn einfach angerufen oder hätte ihm geschrieben - zwanglos und ohne Hintergedanken. Sie hatte nicht nur ihre Beziehung zerstört sondern auch ihre Freundschaft. Es gab kein zurück mehr. Als sie sich damals entschieden hatte ihm ihre Gefühle zu gestehen hätte sie daran denken sollen. Sie konnten nicht einfach wieder Freunde werden, oder? Könnte sie es denn? Damals hatte er gesagt er hatte sich in eine Andere verliebt. Waren sie noch zusammen? So viele Fragen schwirrten in ihrem Kopf herum aber sie würde keine Antwort darauf finden wenn sie weiter in diesem Zimmer hockte. Sie schnappte sich den Flyer, den man ihr unter der Zimmertür durchgeschoben hatte und studierte ihn. Eine Halloweenparty also. Vielleicht war das die willkommene Ablenkung nach der Leila gesucht hatte. Kostenlosem Essen und Trinken war immerhin nur schwer zu widerstehen. Sie tippte eine Nachricht an Alice und wühlte sich durch die zahlreichen Kisten, die in ihrem Zimmer verteilt standen und immer noch darauf warteten ausgepackt zu werden. Vielleicht würde sie ja einem bekannten Gesicht über den Weg laufen. Die Sorge und die Hoffnung einem ganz bestimmten Jemanden über den Weg zu laufen waren gleich groß und noch schien sie sich noch nicht für eins von Beiden entschieden zu haben. Leila wurde das Gefühl nicht los, dass sie es Nick schuldig war sich bei ihm zu melden . vielleicht bevor sie sich einfach so über den Weg liefen.

    [Irgendwo zwischen der Dekoration im Wald] Majo & Noita



    Majo lies sie wieder einmal spüren, dass sie wirklich absolut keine Ahnung von Magie hatte. Es war bestimmt nicht ihre Absicht aber mit jedem Wort, dass über die Lippen der Blonden kam, fühlte sich Noita irgendwie unwissender. Es fühlte sich wie eine gänzlich andere Welt für die Schülerin an. Dabei war es Majos Welt. Es war auch ihre Welt. Nur hatte das Mädchen sie bisher völlig ausgeblendet - bewusst oder unbewusst aber sie hatte sich dessen völlig verschlossen. Aufmerksam lauschte sie der Erklärung ihrer wesentlich talentierteren Cousine. Sie wusste so viel. Hatte sich all dieses Wissen selbst angeeignet. Der blonde Wuschelkopf schaffte es sogar all dieses immense Wissen so zu verpacken das es selbst für Noita einen Sinn ergab. Immer wieder nickte sie als Zeichen, dass sie verstanden hatte. Magie war also eigentlich nur eine Energie. Selbst an so einem grauenvollen Ort war es nicht möglich irgendwie „dunkle“ Magie zu tanken. Still fragte sich Noita ob eine Spur dieser Dunkelheit in ihr steckte. Immerhin hatte ihre Mutter ihre Kräfte nicht wirklich für das Gute eingesetzt. Genau genommen war das Gegenteil der Fall gewesen und sie war immerhin ihre Tochter - ob sie es wahrhaben wollte oder nicht. Sie sprach diese Angst nicht aus. Behielt sie für sich und folgte der Anderen einfach in den Wald. Die hübschen Dekorationen blieben nicht lange unbemerkt und vor allem die Schwarzhaarige freute es ungemein das sich so viel Mühe gegeben wurde. Majo schien erst verunsichert vom Plan der Jüngeren, lies sich aber dann doch schnell überreden. Ihre Bedenken waren begründet. Es war eher unwahrscheinlich, dass Noita es schaffen würde sich selbst ein Kostüm zu zaubern also war sie wohl oder übel auf die Hilfe ihrer Begleitung angewiesen. Die Schülerin grinste hinsichtlich des Kommentars der Anderen. „Alles andere hätte mich auch stark gewundert...“ Die roten Augen des Mädchens funkelten verspielt in die Richtung ihrer Cousine. Diese schien gedanklich etwas abgedriftet. Wortlos schritt sie schließlich in Richtung Wegesrand und stibitzte sich einen der Kürbisse um ihn mit sich zu nehmen. Die beiden Mädchen platzierten sich etwas abseits am Wegesrand. Aufmerksam beobachtete Noita das Tun der Anderen - lauschte ihren Erklärungen und beobachtete schließlich mit schneller klopfendem Herzen wie sich der Kürbis veränderte. Schlussendlich wurde daraus ein kunstvoller Hexenhut den sie schon im nächsten Moment mit Begeisterung bestaunte. „Waaaahnsinn. Du machst das so gut. Der ist richtig schön geworden.“ Noita klatschte vor Begeisterung in die Hände. Auch am Kopf der andere Hexe machte sich der Hut richtig gut. „Ich werde es einmal versuchen...“ Noita lies ihre Cousine kurz zurück um sich ebenfalls einen Kürbis zu besorgen. Es dauerte nicht lange und sie kehrte mit einem mittelgroßen Exemplar zurück, welchen sie vor sich am Boden platzierte. Das Mädchen atmete einmal kräftig ein und wieder aus. Ihre roten Augen suchten die nähere Umgebung ab aber sie schienen weiterhin allein hier zu sein. Ein kurzer Blick zu Majo folgte. Noita hob ihre Hände an und schloss die Augen. Wie töpfern hatte sie gesagt. Okay. Wie oft hatte sie schon gezaubert ohne das sie es wollte? Unzählige Male weil sie von ihren Gefühlen geleitet worden war. Teilweise hatte es zu sehr mächtigen Zaubern geführt wenn man Majos Worten glauben konnte und das tat sie. Immerhin war dieses Mädchen der wichtigste Mensch in ihrem Leben. Irgendwo in ihr musste also diese Magie sein - die nötige Energie etwas zu schaffen. Die Schwarzhaarige kniff die Augenbrauen zusammen und versuchte in sich zu gehen - sie dachte an das Objekt zu ihren Füßen und daran was es werden sollte - spürte sogar ein wenig Energie in sich aber als sie ihre Augen öffnete lag vor ihr definitiv nicht das was sie sich vorgestellt hatte. Ihre Mundwinkel sanken nach unten und sie hob das undefinierbare Ding auf, welches dort im Laub lag. Es war ein ausladendes Kürbiskostüm. „Ähhh...“ Das war definitiv nicht das Kostüm, welches sie im Sinn gehabt hatte. „...anscheinend habe ich zu sehr über den Kürbis nachgedacht...“ Ein unsicheres Lachen drang aus ihrer Kehle ehe sie ein tiefes Seufzen ausstieß. „Aber wenigstens habe ich nichts in die Luft gesprengt!“ kam es dann schon wieder viel optimistischer über ihre Lippen und sie begegnete dem Blick ihrer Begleitung. „...oder habe mich in Luft aufgelöst. Oder habe uns in eine Parallelwelt geschickt - denke ich...“ Fragend sah sich Noita um - fast schon um sicherzustellen, dass sie immer noch im Wald waren. Die Schülerin beäugte das hässliche Kostüm und schnappte es sich nur um zu der Dekoration zurück zu rennen und dem hoffentlich falschem Skelett seines Outfits zu berauben. Die Knochen klapperten aneinander und schon bald war das arme Ding entblößt. Glücklicherweise hatte das Mädchen ein Reserveoutfit dabei, welches sie ihm sogleich überzog. Noita flüsterte eine Entschuldigung und musste feststellen, dass das namenlose Ding so wesentlich weniger gruselig aussah sondern viel eher lächerlich. Mittlerweile hatte sich Majo zu ihr gesellt und musterte ihr Tun erst nur wortlos. „Ich möchte kein Kürbis sein...“ murmelte Noita und verabschiedete sich einen Moment um in ihr neu ergattertes Kostüm zu schlüpfen.


    Ich gebe auf ein passendes Kostüm zu finden also hier....

    [Alex’ Zimmer] Alex & Yumi