In der Nähe des Sees auf einer Parkbank - Noita & Cedric
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Seine Stimme. So nah. Aber zugleich so leise. Deutlich aber zitternd. Sie spürte wie schwer er sich tat diese Worte zu formulieren - das es ihn unfassbar viel Kraft kostete diese Dinge auszusprechen weil sobald man sie ausgesprochen hatte wurden sie so real und bekamen so viel Raum. So das es fast schon einschüchternd war. Sie kannte das von sich selbst. Genau deshalb war sie wohl ein Mensch weniger Worte oder zumindest überlegte sie öfters mehrfach bevor sie irgendetwas aussprach. Nicht das ihr nicht trotzdem oft genug Sachen über die Lippen kamen, die sie so nicht sagen wollte oder unüberlegt waren aber trotzdem war Noita jemand der lieber einmal öfter schwieg als ihren Worten diesen Raum zu geben. Ob das gut oder schlecht war, war fraglich aber zumindest hatte sie das Gefühl sie verstand sein Zögern - verstand warum er mit sich rang. Sein Griff wurde fester. Nicht unangenehm aber einfach intensiver als brauchte er etwas an dem er sich festhielt und vielleicht brauchte sie das genauso. Weil es sie unendlich viel Kraft kostete ihm zu begegnen. Zu wissen das es ihm schlecht ging während sie ihn vielleicht sogar gehasst hatte an manchen Tagen - es zumindest versucht hatte - vergebens. Es war ihm schlecht gegangen. Wahrscheinlich sogar schlechter als ihr. Aber das war kein Wettbewerb. War es nie gewesen. Er hatte sich selbst mehr bestraft als sie es mit ihren Gedanken jemals gekonnt oder übers Herz gebracht hätte. Im Grunde hatte sie die Schuld doch nie wirklich bei ihm gesucht. Wahrscheinlich nicht einmal wenn sich die Geschichte, die er ihr damals versucht hatte unterzujubeln als wahr herausgestellt hätte. Immer hätte die Schwarzhaarige daran geglaubt, dass sie einfach nicht liebenswert genug war dafür hatte ihre Mutter schon gesorgt. Bisher hatte sie es nicht geschafft ihr Selbstbewusstsein so aufzubauen, dass sie über so etwas drüber stand. Vielleicht irgendwann. Vielleicht mit Hilfe eines Zweiten, der ihr dieses Gefühl der eigenen Wertschätzung zurückgeben konnte. Egal. Die Tränen kullerten über ihre Wangen bei dem Gedanken, dass er allein war. Allein mit seinen dunklen Gedanken, die ihn immer weiter runtergezogen hatten während sie ihn gemieden hatte. War es jemals Liebe gewesen, wenn sie sich von einfachen Worten davon abhalten hatte lassen genauer hinzusehen. Sie war so verletzt, dass sie es nicht gesehen hatte - wie schlecht es ihm ging. Das kam nicht von heute auf morgen. Es war ein schleichender Prozess und sie hatte es nicht bemerkt gehabt - hätte es vielleicht verhindern oder vielmehr abfangen können. Stattdessen hatte sie ihm den Rücken zugewandt. Ihre Lippen blieben stumm. Sie hatte so viel zu sagen aber sie blieb stumm und gab sich stattdessen den Tränen hin, die unentwegt nachkamen, die sie nicht aufhalten konnte obwohl sie sich bescheuert vorkam immerhin sollte sie doch wahrscheinlich etwas aufbauendes sagen aber es ging einfach nicht. Keine Worte der Welt schienen ausreichend - auch nur annähernd genug. Vielleicht fand sie auch einfach keine passenden und das ließ sie noch mehr weinen. Sein Blick. Er hatte sie gesehen. Bestimmt sah sie ganz furchtbar aus. Ah. Immerhin sah man nie so aus wie die Schauspielerinnen in den ganzen Filmen wenn man weinte sondern hässlich und ganz verquollen und trotzdem sah er sie weiterhin an - wandte sich nicht ab und strich ihr sogar unglaublich zärtlich die Tränen aus dem Gesicht - fing sie auf. Ihr Name auf seinen Lippen. Sie mochte wie er sich anhörte wenn er ihn aussprach - brachte er auch heute und jetzt gerade ihr Herz dazu ein kleines bisschen zu stolpern weil es so unglaublich liebevoll klang und noch bevor sie irgendwas erwidern konnte zog er sie an sich - in eine Umarmung, die sich so warm anfühlte, die die Tränen nur noch weiter fließen ließ, weil es sich so anfühlte als hätte sie sie seit ihres Aufeinandertreffen zurückgehalten . als hätte sie versucht stark zu sein - Jemand der sie gar nicht war.
Irgendwann versiegten die Tränen - wurden weniger und irgendwann machte er Anstalten sich zurückzuziehen weil jede Umarmung irgendwann endete. Auch diese. Aber sie war nicht bereit. Nicht jetzt. "Nur... noch ein bisschen....bitte..." kam es ihr über die Lippen als sie sich an seiner Halskuhle vergrub. Ihre Stimme war leise aber er verharrte in dem Moment. Machte keine Anstalten sich wieder zu entfernen. Noita spürte, wie sie leicht errötete als ihr bewusst wurde, dass sie das tatsächlich laut ausgesprochen hatte. "Entschuldige." Sie blinzelte die Tränen weg. "Ich habe es nicht bemerkt..." Sie wagte es nicht ihn anzusehen. Sie waren zusammen. Ein Liebespaar. Sie hatte nicht bemerkt was ihn quälte - wieviel er wirklich mit sich herumschleppte. Was ihn belastete. Was ihn plagte. Stattdessen war sie damit überfordert überhaupt jemanden zu haben, der ihr so viel bedeutete - der auch sie... Sie brach den Gedanken ab. "Cedric... erinnerst du dich damals beim Eislaufen..." Es war eine Ewigkeit her. Wirklich. Fast so als wären es ganz andere Menschen gewesen. Nicht die Menschen, die jetzt hier auf dieser Bank saßen - nur noch ein Schatten ihrer Selbst. Weniger glücklich obwohl... sie so nah dran waren alles zu haben. Obwohl es eine Zeit gab in der sie sich gut getan hatten - in der sie glücklich gewesen waren. Noitas Mundwinkel hoben sich einen Moment aber nicht um zu lächeln. Es war vielmehr ein belächeln ihres naiven Vergangenheits-Ichs. "Wir wollten immer ehrlich zueinander sein weil es so viel Unehrlichkeit da draußen in der Welt gibt..." Nun wurde das Lächeln ehrlicher. "Ich schätze wir sind gescheitert..." Wann waren sie falsch abgebogen? Waren sie dazu bestimmt ein Paar zu sein sondern hätten sie einander als Freunde vielleicht besser getan? Aber für Gefühle konnte man nichts und es war doch etwas so unfassbar schönes wenn diese Gefühle auch erwidert wurden aber dieses Happy End gab es wohl auch nur im Film, oder? Das man für immer glücklich zusammen war - dass das Paar alle Hürden bewältigte und am Ende doch wieder zueinander fand. "Glaubst du so etwas gibt es überhaupt oder ist das einfach... naiv?" Sie sah zu ihm hoch, Streifte mit ihrem Blick sein Profil - musste sich dafür etwas zurückziehen aber noch immer waren die Beiden einander nah. Vielleicht ganz vielleicht fühlte sich diese Nähe näher an als je zuvor weil sie das Gefühl hatte ihn jetzt ein Stück besser zu kennen. Natürlich war da immer noch eine gewisse Distanz zwischen ihnen - wenig verwunderlich wenn man bedachte was passiert war aber zugleich hatte sich auf einer anderen Ebene etwas geändert. Er war greifbarer für sie...