Beiträge von Zyprim

    [Auf einer Wiese hinter dem Wohnheim] Darren & Yumi




    Sie hatte das Gefühl als durchbohre er sie mit seinen Blicken, als nagelten seine Augen sie fest. Er sprach die Worte mit einer für Darren ungewöhnlichen Kälte aus als würde er von einem Thema sprechen, welches ihn nicht betraf. Dieses heikle Thema hatte das Potenzial sie zu vertreiben. Ob ihm dies bewusst war? Dieses Thema engte sie ein, distanzierte sie ein Stück weit von dem Anderen, da eben jene Unbeschwertheit, welche sie immer genossen hatte zwischen ihnen fehlte. Sie war niemand der aus einer Konversation floh und so sah sie fast schon unbeeindruckt in seine von der Sonnenbrille verborgenen Augen. Sie öffnete ihre Lippen einen Spalt nur um sie anschließend wieder zu schließen, da Darren offenbar noch nicht das letzte Wort gesagt hatte. Am Ende seiner Aussage wandte er seinen Blick wieder ab, kritzelte in seinem Schmierblock herum, während die Blondine genüsslich einen weiteren Zug von ihrer Zigarette nahm. Mit einer erstaunlichen Ruhe hörte sie sich die Worte des angehenden Schauspielers an, blickte dabei gen Himmel und wandte sich ihm erst wieder zu als das letzte Wort zu dem Thema gesprochen zu sein schien. "Definitionen sind unbedeutend. Was hält einem davon ab mit einem One-Night-Stand öfter als nur einmal zu schlafen? Was sagt die Definition Freundschaft Plus aus? Gar nichts. Es ist und bleibt das Selbe ob man der Sache nun einen Namen gibt oder nicht." Die Blonde zuckte mit den Schultern. Ein Schmunzeln zierte die Lippen des Anderen und er wirkte wieder weniger ernsthaft als noch vor wenigen Sekunden. Dennoch beschlich sie das Gefühl, dass das was sie hier tat falsch war, sie es vielleicht schon zu lange ausgereizt hatte. Sobald von der anderen Seite Gefühle da waren schreckte es sie ab und sie brauchte Abstand zu dieser Person aber irgendetwas hielt sie davon ab aufzustehen und zu gehen. Der wirklich verdammt gute Sex? Die Tatsache, dass sie sich eigentlich gut verstanden? Fakt war das sie nicht die gleichen Erwartungen an das hatten, was zwischen ihnen lief und das bedeutete das man es im Keim ersticken musste. Außer sie verschloss weiter die Augen davor und genoss es so lange es existierte. Yumi lugte in seine Richtung. "Aber so ist es doch auch..." fügte sie schließlich seiner Frage hinzu, wie er sie bei seinen Schauspielfreunden vorstellen sollte. Nicht mehr und nicht weniger. Fakten waren das was zählte. Alles andere war Ausschmückerei. Sie musterte ihn als er sich durch seine Locken fuhr und weiterhin auf seinem Block herumkritzelte. "Das tue ich..." Ihre blauen Augen durchbohrten ihn förmlich, während sie seinen Worten lauschte. Ohne ihren Blick abzuwenden erwiderte sie etwas auf das Gesagte. "Nicht nur Trauer lässt uns Dinge tun auf die wir nicht stolz sind... Gefühle generell..." Yumi begab sich schließlich wieder in die sitzende Position und inhalierte den Rauch ihrer Zigarette. "...aber warum sollte man auf alles stolz sein was man tut." Sie zuckte mit den Schulter. "...ist doch egal. Niemand ist perfekt."

    [Im Wohnzimmer] Sky & Noita



    Das breite Grinsen im Gesicht des Studenten verriet Noita, dass er ihre Aussage wohl als Kompliment aufgefasst hatte. Vielleicht sogar als Anmache und dieser Gedanke führte dazu, dass das Blut in ihren Kopf schoss und ihre Wangen regelrecht zum Glühen brachte. Dabei wollte sie damit doch nur... ach verdammt sie kam aus dieser Situation doch ohnehin nicht mehr heraus ohne das Sky ihr die Worte im Mund umdrehte. Er schien Gefallen daran gefunden zu haben das Mädchen in eine derartig ausweglose Situation zu bringen. Oder zumindest war es für die Schwarzhaarige ausweglos, da sie nicht so wortgewandt wie ihre eigene Cousine war. Majo hätte eine schlagfertige Antwort parat gehabt. Sie hätte taff gekontert aber Noita wurde einfach nur rot und stammelte dummes Zeug vor sich hin. Sie verstand den Sarkasmus in der Aussage des Anderen tatsächlich. Majo wirkte auf alle sehr abschreckend und die Beiden waren nun wirklich auf ungünstigste Weise aufeinander gestoßen und wahrscheinlich daher nicht auf einen grünen Zweig gekommen. Unweigerlich fragte sie Schwarzhaarige sich wie ihr eigen Fleisch und Blut sich wohl mit Cedric verstehen würde. Sie hatte sie zwar bei der Aktion im Krankenhaus unterstützt aber dennoch schien sie dem Blonden gegenüber nicht sehr positiv gegenüber zu stehen. Ein leichtes Lächeln legte sich auf die Lippen der jungen Hexe. "Ihr ausgeprägter Beschützerinstinkt schreckt viele Menschen ab. Aber sie meint es nur gut. Ich kann mich glücklich schätzen jemanden zu haben dem ich so viel bedeute, dass er mich vor Allem beschützen möchte..." Auch wenn sie es meistens übertrieb machte es die Schülerin unendlich glücklich, weil sie ein Stück weit verstand warum sie so handelte. Sonderlich viel bekam Noita von dem Film nicht mit und der Humor war wohl auch nicht der irre. Er entlockte ihr noch nicht einmal ein leichtes Schmunzeln. Er war nicht mehr als Berieselung. Als Sky die Stimme erhob sah sie in seine Richtung. Sie schüttelte den Kopf. "Es überrascht mich eigentlich nicht. Du wirkst nicht wie Jemand, der viel auf bekannte Schauspieler und richtig pompöse Specialeffekts gibt. Ich glaube du magst vielmehr die Geschichten, die erzählt werden..." Noita schenkte dem Studenten ein Lächeln. Irgendwie hatte sie das Gefühl das Sky nicht viel von leichter Unterhaltung hielt sondern sich gerne im Nachhinein noch Gedanken um das Geschaute machte. Wahrscheinlich war es naiv zu glauben, dass sie den Anderen schon so gut einschätzen konnte. Sie kannten einander immerhin erst wenige Stunden. Nach so wenigen Stunden konnte man sich schließlich kein Bild von Jemanden machen aber dennoch fühlte es sich an als würden sie einander schon länger kennen als lediglich die wenigen Stunden.

    Langsam schlug Noita die Augen auf. Irritiert sah sie sich um und entdeckte Sky neben sich auf der Couch. Offenbar hatte sie sich im Schlaf richtig ausgebreitet, denn der Arme hatte kaum noch Platz auf der Couch. Die junge Hexe rappelte sich langsam und schwerfällig auf und blickte den Studenten durch ihre müden Augen an. Sie streckte sich ein kleines bisschen und begriff erst als sie die Worte des Anderen vernahm, dass sie wohl beim Film eingeschlafen war. "Oh es tut mir Leid..." Ihre roten Augen blickten entschuldigend in das Gesicht ihres Besuchs. "...ich bin eine ganz furchtbare Gastgeberin..." Sie blinzelte ein paar mal und rieb sich die Augen. Ein Gähnen entglitt ihr und erst jetzt verstand sie den Inhalt seiner Worte. Wie spät war es denn? "Aber... du musst doch müde sein. Du kannst ruhig hier schlafen. Bis zur dir ist es doch noch so weit..." bot Noita ihm schließlich unbefangen an und dachte nicht eine Sekunde daran, dass dieses Angebot vielleicht falsch aufgefasst werden könnte. Ihr Gehirn war immerhin sowieso noch im Halbschlaf. Abwartend ruhte ihr Blick auf dem Studenten, während sie sich wieder in eine sitzende Position begab.

    [Vor der Kapelle] Eric und seine Girls



    Ihre Aussage war nicht ernst gemeint. Sie wollte wohl nur das letzte Wort haben. Es hatte keinen Sinn Jemanden etwas zu beweisen wenn derjenige ohnehin nicht bereit dazu war. Es war für sie ein Scherz. Wahrscheinlich war alles für sie ein schlechter Scherz und seine Worte prallten an ihr ab wie an einer Felswand. Eine Felswand, die sie sich selbst erbaut hatte aus welchem Grund auch immer. Es war nicht leicht mit ihr zu reden. Sie schien so leicht reizbar wie ein hoch entzündlicher Zaubertrank. Ein einziger Funke konnte eine Explosion hervorrufen. Unberechenbar. Ein Eigenschaftswort welches wie die Faust aufs Auge zu der Blonden zu passen schien. Im Grunde tat man ihr Unrecht sie als schlechte Person abzustempeln, oder? War Jemand überhaupt jemals böse oder lediglich das Produkt der erlebten Dinge? War jede Tat zu rechtfertigen? Die Antwort vermochte Eric nicht zu finden. Dazu kannte er die Elfe zu wenig. Eigentlich kannte er sie gar nichts. All das waren nur Hypothesen, die eventuell ihren Hang zur Gewalt rechtfertigten. Aber warum versuchte er überhaupt eine Rechtfertigung für ihre Taten zu finden? Vielleicht aus egoistischen Gründen. Vielleicht gab es Dinge in der Vergangenheit, die auch er nicht richtig gemacht hatte und die er versuchte auf diese Weise gerade zu biegen. Es gab keine richtige Antwort und so erwiderte Eric erst gar nichts auf ihre Frage, die Greta wahrscheinlich ohnehin nur gestellt hatte um das letzte Wort zu haben. Vielleicht war sie auch einfach eine verlorene Seele, die es nicht mehr auf den rechten Weg schaffte. Wer war er schon zu glauben, dass es möglich war ihr zu helfen. Die Blonde schien aufgewühlt, regelrecht wütend und doch versuchte sie es anscheinend in Zaum zu halten im Vergleich zu ihrer ersten Begegnung. Es war dem jungen Mann nach wie vor ein Rätsel, was genau er getan hatte um die Wut der Elfe auf sich zu ziehen. Ihre Worte klangen emotionslos und unbeeindruckt als würde sie über Nichtigkeiten sprechen. "Alles was du brauchst zum Überleben..." wiederholte Eric die Worte der Elfe. "Ist das alles? Dein einziges Ziel ist es zu überleben?" Wie bittersüß. Natürlich wollten sie alle überleben aber was war das für ein Leben? Reichte ihr Wasser und Brot sowie Luft zum Atmen? Damit konnte sie überleben aber war es ein erstrebenswertes Leben? Zum Leben gehörten Freunde, Liebe und Spaß dazu. Gleichermaßen wie Brot. Auch wenn er sich nicht mehr daran erinnerte wer er in der Vergangenheit war, was für ein Mensch er war, so war sich Eric sicher, dass er auch damals danach gestrebt hatte. Ihre Stimme wurde leiser. Die nächsten Worte galten nur ihm. Sie waren gegen die beiden Mädchen gerichtet, wirkten kalt und feindselig aber wie feindselig konnte die Person, die diese Worte aussprach wirklich sein, wenn sie extra leise sprach damit die Betroffenen ihre Worte nicht hörten? Ein leichtes Lächeln umspielte die Lippen des Jägers als Greta zu Ende gesprochen hatte. Vielleicht war das ihre Meinung aber sie entsprach ganz und gar nicht der von Eric. Auch er antwortete in einer Lautstärke, dass es nur für die Ohren der Blonden bestimmt war. "Alleine ist man schwach. Wenn jeder zusammenarbeitet kann man die Schwächen jedes Einzelnen ausgleichen. Jeder hat seine eigenen Stärken, die hilfreich sein können..." Er sah in die Richtung von Dorothy und ihrer Freundin. Sie mochten vielleicht körperlich nicht stark sein aber sie hatten Fähigkeiten, die einen anderen Menschen ergänzten. "Dann hast du eigentlich nur Angst Jemanden zu verlieren? Sich deshalb nicht auf einen Anderen einzulassen ist irgendwie... feige. " Wahrscheinlich provozierten seine Worte die der Elfe aber sie war sich der eigentlichen Bedeutung ihrer Worte offensichtlich nicht bewusst. Den Abstand zwischen sich und der Elfe verringerte diese mit einer regelrecht graziösen Bewegung wieder. Ihre Hand lag sanft auf seiner Schulter und doch hatte diese simple Geste etwas Bedrohliches. Ihre Frage war vielleicht berechtigt. Er hätte sie auch in Ruhe lassen können aber hatte sich dagegen entschieden. Aber war es nicht ein menschliches Bedürfnis Frieden zu schließen? War es nur das? Die Stimme von Dorothys Freundin drang an das Ohr des jungen Mannes. Mit einem fast schon herausfordernden Lächeln über seine Schulter sah er der Elfe direkt in die Augen. "Ja, warum sollten wir? Außer du willst vielleicht gar nicht in Ruhe gelassen werden...?" Er spielte mit dem Feuer. Provozierte vielleicht in einem Maße, das nicht angebracht war aber was wusste er schon vom Streit schlichten? Auch Dorothy meldete sich wieder zu Wort, Ihre Stimme zitterte. Bestimmt hatte sie Angst. Schließlich musste sie damals am See alles mit an sehen aber auch wenn es sie Kraft zu kosten schien, erhob sie ihre liebliche Stimme und kämpfte. Nein, Greta, dieses Mädchen war alles andere als hilflos. Die Mundwinkel des Jägers hoben sich ein Stück. Plötzlich, ehe sich Eric versah, näherte Dorothy sich ihm - nein vielmehr sie näherte sich Greta. Es geschah so schnell, dass der Dunkelhaarige erst im nachhinein begriff was gerade geschehen war. Irritiert und zugleich ein bisschen stolz musterte der junge Mann die Kapuzenträgerin. Wo hatte sie all ihren Mut her? Sie schien ihre eigene Tat nicht zu begreifen. Unweigerlich schob Eric sich zwischen sie und die Elfe. Es war schließlich kein Geheimnis, dass die Elfe vor Handgreiflichkeiten nicht zurückschreckte und das würde er in Hinblick auf die beiden anderen Mädchen nicht zulassen. Eine Hand legte sich auf den Kopf der Kapuzenträgerin. Ein sanftes Lächeln umspielte seine Lippen als er in ihre Richtung blickte. "Danke..." Sein Blick richtete sich schließlich wieder auf die Elfe, welche fast ein wenig perplex schien. Offenbar hatte sie diese Entwicklung der Geschichte nicht vorhergesehen. "Vielleicht solltest du einfach gehen..." Er sah ihr ins Gesicht. Seine Körperhaltung war angespannt, auf einen Angriff vorbereitet. Sie würde sich nicht einfach zurückziehen. Das wäre untypisch für die Elfe. Zugleich hatte er auch Eunice im Blick, die etwas abseits stand. Er wollte auf jede Tat vorbereitet sein. Doch war dies überhaupt möglich? Die Elfe war schließlich unberechenbar...

    [Chris kommt an]


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    Die sengende Hitze verstärkte den Kopfschmerz des Dunkelhaarigen. Er hielt sich die Stirn und versuchte sich möglichst im Schatten aufzuhalten. Selbstverständlich erwies sich das als förmlicher Hürdenlauf. Temperaturen dieser Art taten einem Verkaterten wirklich nicht gut. Er brauchte nur ein paar Zutaten und dann konnte sich Chris für den restlichen Abend wieder zu Hause verkriechen. Wurde er etwa zu alt für den ganzen Scheiß oder hatte er es einfach nur mal wieder übertrieben? Er überlegte für einen Moment ob er heute nicht eigentlich in der Uni sein hätte müssen aber vertrieb diesen schrecklichen Gedanken gleich wieder. Er wäre sowieso nicht in der Lage gewesen und normalerweise besuchte er das Schreckensgebäude doch ohnehin in regelmäßigen Abständen. Der Blick des Studenten wanderte über die Marktstände. Normalerweise kaufte er im Supermarkt ein aber da dieser noch viel weiter entfernt gewesen war hatte Chris sich heute einmal zur Abwechslung für den markt entschieden. Seine Brieftasche würde sich über die unnötige Geldausgabe wahrscheinlich nicht sonderlich freuen aber sein dröhnender Schädel umso mehr. Manchmal waren eben kleinere Opfer angebracht. Er brauchte ohnehin nur ein paar Kleinigkeiten. Der Dunkelhaarige hatte sich noch keine großen Gedanken darum gemacht was er sich zu essen machen wollte aber Nudeln mit Irgendwas ging einfach immer. Chris holte sein Handy aus der Tasche und überlegte kurz ob er seiner Schwester nicht eine kurze Nachricht schreiben sollte. Sein Blick war gesenkt und auf den Bildschirm gerichtet aber der Student dachte dabei nicht daran auf seine Umgebung zu achten. Immer diese schrecklichen Menschen, die nur auf ihr Handy fixiert waren!! Er hatte Whats app schon geöffnet und starrte auf den leeren Chatverlauf. Ohne etwas zu schreiben schloss er die App wieder und wollte sein Handy gerade wieder in der Hosentasche verschwinden lassen als er Jemanden nicht gerade sanft anrempelte. Im Augenwinkel sah er die altpackende Kleidung der Person und war schon felsenfest überzeugt die Standpauke einer alten Jungfer über sich ergehen zu lassen. Erst als Chris seinen gesenkten Kopf anhob, sah er in das junge Gesicht eines Mädchens mit einem verdammt unvorteilhaften Kleidungsstil. "Sorry..." kam es dem Studenten knapp über die Lippen als er sein Handy schließlich wieder verstaut hatte.

    [Verlassen den Strand] Max & Bianca



    Max' Lachen klang freundlich und warm. Unweigerlich drang auch aus der Kehle der Adelstochter ein glockenhelles Lachen. Es war wahrscheinlich das erste Mal seit ziemlich langer Zeit, dass sie ihn lachen gehört hatte. Es freute sie unweigerlich, dass sie ihm dieses Lachen entlockt hatte. Vielleicht war es nur für einen klitzekleinen Moment aber es war schön, dass er für diesen einen Moment die schrecklichen Ereignisse in der Vergangenheit vergessen konnte. Oft waren es diese kleinen Momente, die ausreichten um nicht vollkommen den Verstand zu verlieren. Vielleicht dieses eine Mal um seiner Selbst Willen und nicht um das Bild nach Außen zu wahren. Nur dieses eine Mal. War es selbstsüchtig? Gut möglich. Aber für diese Eigenschaft war die Adelsfamilie schließlich doch bekannt. Vielleicht erfüllten sie unweigerlich durch diesen Egoismus das Bild nach außen. Wahrscheinlich wäre ihr Vater anderer Meinung und auch ihr Onkel. Ihr Lächeln wurde schwächer. Wie würde er reagieren, wenn sie von ihrem größten Herzenswunsch berichten würde? Wie würde ihr Vater reagieren und war es überhaupt ihr größter Herzenswunsch? Könnte sie mit den Konsequenzen leben? Könnte sie unter ärmlichen Verhältnissen leben, wenn ihre Familie sie verstieß? Sie spürte nach wie vor das Gefühl, welches sein Kuss auf ihren Lippen hinterlassen hatte und unweigerlich legte sich ein Rotschimmer auf ihre Wangen. Ihr Herz klopfte um einige Takte schneller. Kyle. Was hatte dieser Kuss in ihm ausgelöst? Vielleicht hatte er am Ende gar nichts gefühlt und sie war damit allein. Sie fühlte sich schrecklich einsam. Sie war ein wohlhabendes Mädchen mit einer riesengroßen Familie und abertausenden Angestellten aber sie fühlte sich einfach nur einsam. Bianca harkte sich bei Max ein, festigte ihren Griff, während ihr Blick auf das offene Meer gerichtet war. Ihre Lider senkten sich ein wenig, während die untergehende Sonne ihre Haut wärmte. "Ich bin nicht sonderlich hilfreich." stellte das Mädchen mit den Korkenzieherlocken schließlich fest ohne ihren Vetter anzusehen. "Sag mir wenn du eine Möglichkeit gefunden hast diese Leere zu füllen..." Ihre Stimme klang ruhig, vielleicht sogar ein kleines bisschen melancholisch. War es eine Leere, die nur ein bestimmter Mensch füllen konnte und kein schönes Kleid oder ein sündhaft teures Collier? Ein Seufzen glitt über die Lippen Biancas. "Nur noch einen Moment..." Sie sah gen Horizont. Die Sonne war gerade dabei unterzugehen und tauchte den Himmel sowie auch das Wasser in ein schönes Orange. Wortlos beobachtete Bianca das Schauspiel. Wortlos sah sie es mit an, während sie sich an die Schulter des Blonden lehnte. Stille. es war nicht nötig etwas zu sagen. Manchmal war es wichtiger einen derartig schönen Moment zu teilen.

    Der Horizont hatte die Sonne schließlich verschluckt und so wandten die Beiden sich schließlich ab und machten sich auf dem Weg zur Villa. "Ja..." fügte Bianca schließlich mit einem leichten Lächeln hinzu als Max das aussprach, was ihr auch unlängst in den Sinn gekommen war. Diese Ehrlichkeit mit der sie heute einander begegnet waren war erfrischend. Diese Nähe war wärmend und vertrieb für eine unbestimmte Zeit das Gefühl der Einsamkeit, welches sich immer wieder im Herzen der Adelstochter ausbreitete.

    [Kommt an und erschlägt Dylas mit einem Buch]


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    Wieder einmal bestritt Dolce den Weg vom Uhrenturm zum Runenarchiv. Sie musste schließlich ihr Studium in Bezug auf die Schattenmagie fortsetzen um ihre Kräfte zu perfektionieren. In ihrem eigenen Interesse selbstverständlich. Leider war ihr ihr nicht gestattet die Bücher mit nach Hause zu nehmen also musste sie sich öfters ins Runenarchiv begeben. Genau genommen war es Dolce nicht zuwider diesen Weg auf sich zu nehmen. Die Atmosphäre dort war nicht unangenehm und normalerweise fanden sich dort nicht sonderlich viele Menschen ein und sprach eindeutig für das genannte Gebäude. Selbstverständlich hätte Dolce es bevorzugt ihr Studium zu Hause fortzuführen aber sie wusste nur zu gut das es eine Vielzahl an Menschen gab, die nicht auf die Bücher Acht gaben also konnte sie diese Regelung irgendwo nachvollziehen. Der Weg zum Runenarchiv war glücklicherweise nicht sonderlich weit. Die Sonne stand am höchsten Punkt und es war unerträglich heiß. Der Sommer war wahrlich nicht die liebste Jahreszeit des Elfenmädchens aber sich in der Magie weiterzubilöden hatte oberste Priorität. Nur dann konnte sie sich wehren, Menschen beschützen die ihr wichtig waren. Genau genommen eine Person beschützen, die ihr wichtig war. Pico. Ständige Sorge um ihre Freundin plagte Dolce. Seit diesem Unfall war es schwierig mit dem Mädchen in Kontakt zu treten. Sie hatte sich zurückgezogen. Dolce spürte ein Stechen in der Brust aber gab sich Mühe es zu unterdrücken. Sie konnte keine Ablenkung brauchen. Jede Ablenkung würde sie in ihrem Studium zurückwerfen und noch viel mehr Zeit in Anspruch nehmen. Die Rosahaarige beschleunigte ihren Schritt und schon bald war sie beim Runenarchiv angekommen. Mit beiden Händen ergriff das Elfenmädchen die Türklinke und zog die schwere Tür auf. Im Inneren war es kühl und der leicht modrige Geruch von alten Büchern strömte der Elfe entgegen. Dolce ließ ihren Blick durch die Bücherreihen schweifen. Heute war ungewohnt viel los aber die Elfe unterdrückte das Verlangen gleich wieder umzukehren. Manchmal musste man über gewisse Dinge hinwegsehen um sein Ziel zu erreichen. Die schwere Tür fiel hinter dem Mädchen ins Schloss und langsamen Schrittes näherte sich die Elfe den Bücherregalten. Flüchtig sah sie zwei Personen, die sie miteinander sprachen aber schenkte ihnen nicht weiter viel Beachtung. Eine davon war Odette. Unweigerlich musste Dolce an die gemeinsame Zeit auf der Insel denken und auch wenn sie das quirrlige Mädchen eher als anstrengende Persönlichkeit in Erinnerung behalten hatte spürte sie eine Art von Erleichterung, dass es ihr gut ging. Neben den Beiden erblickte Dolce noch eine andere Person, die sich ein kleines bisschen zurückgezogen hatte und in ein Buch vertieft zu sein schien. Sie glaubte sogar ihm einmal begegnet zu sein. Am Polisee, nicht wahr? Jedoch erinnerte sich die Rosahaarige nicht mehr an seinen Namen und so schnappte sie sich kurzerhand einfach eine Leiter, die an die Wand gelehnt dastand um auch an die höheren Regale heranzukommen. Sie schob sie unweit in die Richtung des Namenlosen ohne ihn oder dem Buch in seinen Händen weitere Beachtung zu schenken. Sie stand vor dem Regal, dessen Bücher sich mit der Schattenmagie beschäftigten. Enthusiastisch erklomm Dolce die Leiter und studierte die zahlreichen Bücher in den oberen Realen, an die sie sonst nicht herangekommen waren. Immer wieder nahm sie eines heraus und blätterte sich durch die Seiten, des alten Buches. Gerade als sie es wieder zurückstellen wollte und sich dafür anscheinend ein wenig zu weit nach links gebeugt hatte, bekam sie Übergewicht. Das Elfenmädchen riss ihre Augen auf und verlor die Kontrolle. Eben jenes Buch, welches überhaupt erst zu dem Unglück geführt hatte entkam aus ihrem Griff und fiel nach unten. "Oh..." entkam es der Rosahaarigen, während sie dem Buch mit ihren weit aufgerissenen Augen folgte. Es kam ihr wie in Zeitlupe vor, als es nach unten fiel und den Langhaarigen am Kopf traf. Dolce spürte wie die Leiter unter ihr ebenfalls zu kippen begann aber es war schon zu spät um darauf zu reagieren.

    Ich trag dich ein und wünsch die viel Spaß mein Lieber :> Wenn du Fragen hast frag Resi... :P


    Oh btw ich hab mich heute mit Dolce eingetragen nur fürs Protokoll :3

    [Auf einer Wiese hinter dem Wohnheim] Darren & Yumi



    Schade also? Sie wusste nicht was daran schade sein sollte aber offenbar entsprach das wirklich seiner Meinung, denn seine Aussage war nicht von dem üblichen Grinsen begleitet, welches ansonsten immer seine schmalen Lippen umspielte, wenn er scherzte. Es war nicht so das es sie unglücklich machte so zu leben. Im Gegenteil. Wahrscheinlich hatte sie gerade die Zeit ihres Lebens. Sie holte sich nur das was sie brauchte und wenn sie genug davon hatte zog sie weiter. Wahrscheinlich nicht unbedingt die netteste Methode aber es tat ihr persönlich gut und Yumi hatte gelernt, dass es wichtig war seine eigenen Bedürfnisse an oberste Stelle zu packen. Die angehende Psychologin verstand also nicht wirklich da Problem dahinter. War es sonderbar, dass sie zu einem derartigen Menschen geworden war obwohl ihr Teenager-Ich wahrscheinlich noch felsenfest behauptet hätte, dass es die eine große Liebe gab? Vielleicht war Yumi ohne es zu merken doch erwachsen geworden und hatte die rosarote Brille abgesetzt obwohl sie sich in vielen anderen Bereichen noch alles andere als erwachsen fühlte. Dieser Begriff war ohnehin dehnbar und die Blonde war der Meinung, dass man diese Sache ganz gewiss nicht am Alter ablesen konnte. So oder so sie hatte sich verändert aber das war auch gut so und hatte ganz bestimmt seine Gründe. Die Zeit in der sie einer einzigen Person die Schuld dafür gegeben hatte war vorbei. Sie selbst war Schuld daran, sie selbst hatte sich dazu entschieden der Mensch zu werden, der sie mittlerweile war und all die anderen Menschen und Situationen hatten sie nur auf diesem Weg gelenkt. Wortlos folgte sie Darren nach unten als er sich ihr schließlich zu wandte und noch etwas hinzufügte. Seine Aussage war von einem Grinsen begleitet. Er wirkte so positiv als wäre es ein Kinderspiel Yumi davon zu überzeugen, dass Gefühle nicht nur Probleme brachten. Sie fing seinen Blick auf und erwiderte ihn wortlos einen Augenblick, ehe ihre Lippen sich kräuselten. "Viel Glück dabei..." Sie schien es zu belächeln, schien der festen Überzeugung zu sein, dass es ein Ding der Unmöglichkeit war ihre Meinung zu ändert. In Wirklichkeit wusste das Blondchen sehr wohl das es wahrscheinlich nicht unmöglich war, dass es das Teenie-Ich irgendwo in ihr vermutlich noch gab, dass sich wieder Hals über Kopf verlieben wollte aber sie war tief verborgen hinter den Mauern, die sie sich aufgebaut hatte und die sie nicht vor hatte für Jemanden wieder einzureißen. Sie taumelten wieder zwischen ernsten Gesprächen und ihren mittlerweile zur Gewohnheit gewordenen Schauspielerei gespikt mit Scherzen und Anzüglichkeit um der aufkeimende Spannung zwischen ihnen zumindest ein Minimum an Intensität zu nehmen. Yumi grinste als Darren sich natürlich wieder versuchte aus der Misere zu reden. Entschuldigend hob die Blondine ihre Schultern und ein kleines Lachen entfuhr ihr. "Achja? Das ist eine gute Masche. Die muss ich mir merken..." Sie spielte natürlich darauf an, dass er auf diese Weise wahrscheinlich schon das ein oder andere Mädchen bezirzt hatte, nicht das die Beiden darauf angewiesen wären immerhin hatten sie in den letzten Stunden mehrmals bewiesen, dass sie einander anziehend fanden. Obwohl es diesbezüglich keine Zurückhaltung gab warf seine nächste Frage die Psychologiestudentin doch ein wenig aus der Bahn. Er hatte es angesprochen was Beide solange still geschwiegen hatten damit die Stimmung nicht kippte. Die Frage bedrängte sie gleichermaßen wie es sie beeindruckte, dass Darren sie so nebenbei stellte. Er hob seine Schultern, während er einen zerfledderten Notizblock aus seinem Rucksack kramte. Die Gleichgültigkeit mit der die Frage über seine Lippen gekommen war beruhigte die Studentin wieder ein wenig und so setzte sie sich neben dem Dunkelhaarigen ins Gras. Ihre blauen Augen sahen ihn für einen Moment direkt an, ehe sie sich nach hinten fallen lies. "Warum sollte man Dingen immer gleich einen Namen geben und sie nicht einfach nur genießen...?" Sie beantwortete seine Frage mit einer Gegenfrage. Yumi wusste längst das es kein One-Night_Stand mehr war aber Freundschaft Plus klang auch nicht nach der richtigen Bezeichnung. Warum lies man die Sachen nicht einfach undefiniert - dadurch war es doch wesentlich leichter, oder nicht? Dieses Mal war es Darren, der anschließend abrupt das Thema wechselte oder besser gesagt das Blondchen für seine Hausarbeit missbrauchen wollte. Yumi stieß einen gespielt entnervten Ton aus. "Sei dir mal nicht so sicher ob ich dir auch bei diesen Sachen gerne zur Hand gehe..." Natürlich war die Zweideutigkeit seiner Aussage nicht verborgen geblieben. Wahrscheinlich hätte jeder Andere dafür ein Augenrollen geerntet aber irgendwie war es zwischen Darren und ihr nie anders gewesen und daher war es fast schon amüsant und für einen Moment musste die Blonde schmunzeln. "...immerhin muss ich mich schon zu meinen eigenen Hausarbeiten aufraffen." Ein Lachen drang aus ihrer Kehle als Darren schließlich seine Aufgabe formulierte und sie blickte mit angehobenen Augenbrauen in die Richtung des Lockenkopfs, der seine dunklen Augen hinter einer Sonnenbrille versteckt hatte. Ihr Blick hätte wohl so etwas ähnliches wie 'Ist das dein Ernst? Es geht um Gefühle und du wendest dich an mich?' bedeuten sollen. Die Studentin legte sich wieder entspannt ins Gras und schloss die Augen. Unweigerlich dachte sie über seine Frage nach, kam sich dabei so vor als hätten sie den Spieß umgedreht und als wäre Darren hier der Psychologe. Ein Thema das man eigentlich nicht mit Jemanden ansprach, den man nicht wirklich kannte oder nur flüchtig. Yumi legte sich etwas zur Seite, dem Anderen zugewandt. Sie sah ihn durch ihre hellblauen Augen an. "Bei Traurigkeit denke ich an..." Eine kurze Pause folgte als müsste sie ernsthaft darüber nachdenken. "... Schmerz und Verlust, von Menschen zurückgelassen werden und all die anderen Dinge, die man darunter im Internet findet aber..." Sie wandte sich ab und schloss die Augen. "...ich fühle es nicht weißt du." Ein seichtes Lächeln zierte ihre Lippen. "Ich kann dir nicht helfen, Darren..." Das Lächeln erlosch und sie schlug ihre hellblauen Augen auf und kramte in ihrer Tasche nach einer Zigarette um sie im nächsten Moment anzustecken und einen Zug davon zu nehmen. Sie sog den Nikotin in sich auf. Überspielte sie etwas oder fühlte sie es wirklich nicht. Hatte sie in Wirklichkeit nur Angst davor von Menschen in Stich gelassen zu werden und hatte sich deshalb so verschlossen? Natürlich. Sie war nicht dumm immerhin studierte sie selbst Psychologie...

    [Auf einer Wiese hinter dem Wohnheim] Darren & Yumi



    Ein Lächeln umspielte die Lippen der Blonden. "Ja, ich bin auf alles vorbereitet!" Wahrscheinlich war dem nicht so aber viel schlimmer als in der Wohngemeinschaft konnte es eigentlich kaum werden. Zumindest war sich Yumi dessen ziemlich sicher. Im Wohnheim verteilte es sich vielleicht ein kleines bisschen, bei der Menge an Studenten, die sich hier herumtrieben. Da lief man seinen Mitbewohnern wesentlich weniger oft über den Weg als in so einer klitzekleinen WG, oder? Es würde zu keinen seltsamen Begegnungen am Frühstückstisch kommen. Zwar hatte die Psychologiestudentin dies bisher auch immer gut vermeiden können aber die Situation in der WG würde sich nur bis ins Unermessliche anspitzen und sie hatte keine sonderlich große Lust sich mit einem schwangeren Kind zu streiten, dessen Hormone sowieso noch einmal mehr verrückt spielten als noch vor der Schwangerschaft. Es erschien ihr immer noch unwirklich aber das war glücklicherweise nicht ihr Problem. Dennoch erinnerte sie sich noch als wäre es gestern gewesen als sie in einer ähnlichen Lage gewesen war. Bis heute wusste sie nicht warum sie und Alex sich ausgerechnet Katja anvertraut hatten aber das war lange her und spielte glücklicherweise heute keine Rolle mehr. Für sie war es glimpflich ausgegangen. Für die blonde Heulsuse weniger. Die Stimme des Dunkelhaarigen holte Yumi wieder aus der Vergangenheit zurück. Der zweideutige Unterton in Darrens Stimme blieb ihr nicht verborgen. Offensichtlich war die Spannung zwischen ihnen nach wie vor vorhanden. Es war dumm zu glauben, dass sie einfach verfliegen würde nachdem sie miteinander geschlafen hatten - und dann nochmal - und dann... Man konnte es also nicht im Keim ersticken, damit sich diese Geschichte nicht in eine Richtung bewegte, die für Yumi völlig ausgeschlossen war. Die Mundwinkel der Blondine hoben sich ein Stück weit und mit einem festen Blick sah sie in die Augen Darrens. "Bei diesen... Vorzügen blieb mir einfach keine andere Wahl. " Yumi hob die Schulten leicht und lächelte leicht. Tatsächlich überhörte sie seinen kleinen Wink mit der Lasagne. Nicht unbedingt, weil sie den gesagten Worten des Schauspielers mehr Bedeutung schenkte als er ihnen zugedacht hatte sondern weil es nicht sein durfte, dass diese simple Geste etwas Besonderes war. Ein Teil von ihr wünschte es sich vielleicht für jemanden die erste Wahl zu sein, etwas Besonderes zu sein aber der wesentlich größere Teil wollte einfach nur für sich sein, selbst über Nähe und Distanz bestimmen - nicht zulassen das etwas wie Gefühle die Rationalität ihres Handelns nahm. Gerade als sie sich ein Stück weit von dem Lockenkopf entfernt hatte, physisch wie auch emotional schloss er zu ihr auf. Wie selbstverständlich nahm er ihre Hand, brachte ihr Wärme entgegen als es auf Grund ihrer kalten Worte beinahe fröstelte. Die Selbstverständlichkeit mit der Darren handelte nahm Yumi die Chance seine Geste abzuwehren. Der Überraschungseffekt war seine Waffe. Sie war sich unsicher ob es übersteigertes Selbstvertrauen war, was ihn zu dieser Handlung trieb, das Wissen jede Frau haben zu können oder einfach... ja was? Sie sah auf als seine Finger sich mit den ihren verschränkten. Ein warmes Lächeln zierte die schmalen Lippen des Studenten. Er verweilte einen Augenblick. Seine tiefe Stimme hatte ihre Aufmerksamkeit und dennoch musste sie seine Worte nur belächeln. Natürlich gab es auch gute Gefühle . Natürlich konnten sie auch schön sein. Gänzlich verbittert war Yumi in ihrem Alter noch nicht aber es änderte nichts an der Tatsache, dass sie das einfach nicht wollte. Wie leicht und unbeschwert war alles so lange man sich an nichts band. Eine Sache über die man sich keine unnötigen Gedanken machen musste, wertvolle Zeit die man gewann wenn man auf niemanden warten brauchte, keine lästigen Verpflichtungen. "Fragt sich was für einen überwiegt - die Probleme oder die guten Dinge..." Es war offensichtlich was für Yumi überwiegte. Sie hatte es mehr als einmal erwähnt und ersparte Darren näher darauf einzugehen. Sein Zeigefinger tippte an ihre Stirn und die Studentin sog scharf die Luft ein, weil sie sich tatsächlich erschreckte, da sie mit eienr derartigen Geste nicht gerechnet hatte. Sie sah ihn durch ihre blauen Augen an. Dein Grinsen. Es war so ansteckend. Obwohl sie ihm quasi durch die Blume gesagt hatte, dass sie es nicht wollte - nichts von all dem - nichts von diesen Gefühlen - trotz allem strahlte er sie mit diesem warmen Lächeln an. Wortlos sah Yumi ihm hinterher, sah wie er kurz in seinem Zimmer verschwand, nur um anschließend wieder mit einem Rucksack bestückt aufzutauchen. "Wow. Du bist wohl unersättlich was?" Ein zweideutiges Grinsen legte sich auf die Lippen der Blondine und wie gewohnt überspielte sie das ernste Thema von zuvor damit gekonnt und folgte dem Dunkelhaarigen schließlich nach draußen in den Garten, von dem er im nächsten Moment berichtet hatte. Dort angekommen fanden sich die beiden Studenten auf einer kleinen Grünfläche wieder. "Ähm... also wenn dieser Garten das Glanzstück ist dann... wow also... ich meine...woooow" Selbstverständlich hatte sie nicht mehr erwartet. Sie war nicht das erste Mal hier. Sie kannte das Gebäude, schließlich war Darren nicht der erste Mann, der sie hierhin mitgenommen hatte und bei dem sie im Wohnheim übernachtet hatte. Im Grunde wusste Yumi also auf was sie sich eingelassen hatte. Was neu war: Normalerweise kochten diese Männer nicht mit ihr, machten ihr keinen Kaffee oder boten ihr eine Führung an. Normalerweise kam es gar nicht dazu, da sie ohnehin längst weg war. Was zum Teufel tat sie hier...? Sie sah wortlos auf den Dunkelhaarigen hinab, der es sich am Rasen bequem gemacht hatte und in seinem Rucksack wühlte. Ihr Blick wirkte fragend als Darren meinte, dass er ihre Hilfe brauchte - doch das allein war nicht der Auslöser für den fragenden Blick.

    Max & Bianca



    Er hatte die Stimme erhoben. Seine Worte klangen hart. Sie schreckte sogar einen Moment auf, da sie es nicht gewohnt war, dass in diesem Tonfall mit ihr gesprochen wurde. Bianca sah ihren Vetter von der Seite an, musterte sein Profil. Seine Gesichtszüge wirkten hart und angespannt. Es war leichter gesagt als getan das war wahr und sie konnte sich nicht einmal annähernd ausmalen wie es sich anfühlte in seiner Lage zu sein. Die Adelstochter senkte einen Moment den Kopf. Eine regelrecht zahme Reaktion für die sonst so ungestüme Bianca. Ihre Lippen blieben verschlossen, überlegend und zugleich abwartend. Als Max erneut das Wort ergriff hob Bianca ihren Kopf wieder an und blickte in die Richtung des Blonden. Ihr Blick war forschend als könnte sie damit hinter die noch vor kurzem erwähnte Maske blicken. Sie nickte kurz als Zeichen des Verständnis aber im Grunde war es ihr unmöglich seine Lage zu verstehen, zumal es sie nicht direkt betraf. Nur ein Gleichgesinnter konnte auch nur annähernd die Gefühle ihres Cousins nachempfinden. Vielleicht sollte er mit Tabatha reden? Einen kurzen Moment huschte dieser Gedanke durch ihr Köpfchen aber bereits im nächsten Moment war die Idee wieder verworfen worden. Das hätte vielleicht ihr in dieser Situation geholfen aber nicht Max, oder? "Eigentlich sollte uns in dieser Welt nichts mehr unmöglich oder unbegreiflich erscheinen... spätestens jetzt." Sie lebten in dieser Welt Hand in Hand mit Magie, die das Unvorstellbare möglich machte also warum waren sie so verwundert? Vielleicht weil man es ihnen eingeredet hatte, dass diese Art der Magie verboten war? Weil es gewisser Maßen ein Eingriff in die Natur war, der so nicht gedacht war? So viel Leid konnte ihnen erspart bleiben, wenn die Menschen, die sie für immer verlassen hatten vielleicht doch nicht für immer weg waren. Unweigerlich dachte Bianca dabei an ihre eigene Mutter. Sie verstand die Verlockung diese Art der Magie einzusetzen aber wenn sie Max so ansah, wusste sie nicht ob es für eben jene die Gestorben waren, richtig war wieder unter ihnen zu leben. Der Blonde schien zu leiden und das obwohl er eine sehr starke Persönlichkeit war. Wie viele würden daran zerbrechen? Die blauen Augen Biancas musterten ihn als er ihr eine Frage stellte. Ungewohnt direkt, wo ihnen doch bereits in den Kinderschuhen eingebläut wurde, dass sie sich zu benehmen und ein gewisses Bild nach außen zu präsentieren hatten. Genau genommen sprach man in gehobenen Kreisen nicht über die Dinge, die sie heute schon angesprochen hatten. Man kehrte sie unter dem Teppich und tat so als wäre alles wunderbar und man selbst der glücklichste Mensch auf Erden. Ein kurzes Lächeln huschte über die Lippen der Blaublütigen. " Ich kaufe mir hübsche Dinge, die mich für einen Moment lang glücklich machen und wenn die Leere wieder kommt kaufe ich mir wieder etwas was mich glücklich macht..." Bianca schloss einen Augenblick die Augen aber setzte ihren Schritt weiter fort. es gab bisher nur etwas, dass sie auf längere zeit glücklich gemacht hatte und das war eine Person. Eine Person, die sie gleichermaßen zur Weißglut treiben konnte. Eine Person, die sie so wütend machen konnte wie sonst niemand. Eine Person, die so dermaßen begriffsstutzig war, dass sie eine Ohrfeige nach der nächsten von ihr kassierte. er war die einzige Person, die diese Leere füllte zugleich aber auch auslöste. "Was meinst du warum mein Kleiderschrank so voll ist...?" Tatsächlich entfuhr der Schönheit ein Lachen. Ein bittersüßes Lachen.

    [In der Küche im dritten Stock] Darren & Yumi



    Es war wohl nur natürlich, dass er ihre Aussage mit einem zweideutigen Grinsen auf den Lippen kommentierte. Die Vorstellung einer Mädels-WG weckte wohl in jedem männlichen Wesen gewisse Vorstellungen und wer war sie, dass sie seine Vorstellungen zerstören würde. Sollte er ruhig weiter an dieser Vorstellung festhalten auch wenn Yumi sich sicher war das Darren damit nur das berühmt berüchtigte Klischee einer Mädels-WG ins Spiel bringen wollte. "Oh ja, wenn wir nicht gerade Kissenschlachten gemacht haben, haben wir um die Nutella gekämpft..." berichtete Yumi schließlich natürlich ganz wahrheitsgetreu von ihren Erfahrungen aus der Wohngemeinschaft. Eventuell lies sie ein paar Geschichten aus, die eigentlich der Grund war, dass sie ins Wohnheim zog. Ob sie vielleicht in Wirklichkeit wusste, dass die Sache mit Simon falsch war? Natürlich wusste sie es und dennoch zog es die Beiden immer wieder zueinander. Vielleicht weil sie einander nicht unähnlich waren. Es war nicht ihre Absicht die 'andere Frau' zu sein aber dennoch wurde sie immer wieder unfreiwillig in diese Rolle gedrängt. Ob sie es jemals schaffen würden über diese Sache zu reden. Wobei: War reden nicht sowieso überbewertet? Beinahe entglitt ihren Lippen ein Seufzen. Es war die Stimme Darrens, die sie wieder ins Hier und Jetzt zurückholte. Ihre Blicke kreuzten sich. Sie war nicht gut genug für ihn. Sie würde jemanden wie ihm nicht gut tun. Wortlos sah sie ihn durch ihre blauen Augen an und musste schließlich doch ein wenig Grinsen als seine Anspielung zu ihr durchgedrungen war. Er ärgerte sie mit Absicht, spielte mit Absicht auf jene Situation an, in der er die Oberhand über sie gehabt hatte. Kurz wich sie dem Blick seiner braunen Augen aus, die sie mit einem durchdringenden Blick musterten. Darren schnappte sich inzwischen die beiden leeren Tassen um sie zum Geschirrspüler zu tragen und darin zu verstauen. Seine Frage lies sie für einen Moment erstarren, während Yumi fast schon irritiert seinen Rücken ansah, welchen er ihr zugewandt hatte. Ihre Lippen blieben stumm, bis er sich wieder zu ihr an den Tisch gesetzt hatte. Ihr Herzschlag hatte sich ein kleines bisschen beschleunigt und die Blonde war sich nicht sicher ob es Freude war, die sie auf Grund seines Angebots empfand oder einfach nur Panik. Wahrscheinlich Beides gleichermaßen. Ein Teil von ihr freute sich über das Angebot des Schauspielstudenten und ein Teil von ihr wollte einfach nur Abstand zwischen sich und dem Anderen bringen bevor es zu spät war. Zu spät wofür? War es das nicht schon längst? Er war kein einfacher One-Night-Stand mehr. Yumi lehnte sich im Stuhl zurück und öffnete ihre Lippen einen Spalt um zu einer Antwort anzusetzen aber da fuhr Darren schon wieder fort. Seine Erklärung beruhigte sie ein kleines bisschen auch wenn sich der letzte Teil ein kleines bisschen nach einem zweideutigen Angebot anhörte. Wenn sie die Finger voneinander ließen, dann war es doch vollkommen in Ordnung mehr Zeit miteinander zu verbringen. Dann würde diese Anziehung irgendwann einfach abflachen und sie konnten vielleicht sogar einfach nur Freunde werden. Yumi fuhr sich durch ihr Haar um eine störende Strähne beiseite zu schaffen, die sich vom Rest abgesondert hatte. Oder sie würden einfach so weitermachen. Einander das geben was sie brauchten - nur dann musste die Sache oberflächlich gehalten werden. Keines von diesen tiefgängigen Gesprächen mehr. Einfach nur Sex. "Oh das war noch gar nicht deine Art und Weise mich willkommen zu heißen?" Yumi hob eine Augenbraue und warf ihrem Gegenüber einen eindeutigen Blick zu. "... was für ein Service..." Als die Stimmung wieder ungewohnt ernst wurde erhob Yumi sich schließlich von ihrem Stuhl und schulterte ihre Tasche. Er hatte das böse Wort mit 'G' gesagt. Gefühle. Beinahe lief der Studentin dabei ein klater Schauer über den Rücken. Seine Worte trafen mehr zu als er vielleicht ahnte. Es hatte förmlich den Anschein als wüsste er über einen gewissen Silberhaarigen und sie Bescheid. Menschen die nicht voneinander loskamen. Sie seufzte. Warum zum Teufel schlich er sich so oft in ihre Gedanken? Es war doch nur eine einzige Nacht. "Gefühle machen einfach nur Probleme..." Ihre Worte klangen regelrecht kalt und sie hatte sich von dem Anderen abgewandt um einige Schritte in Richtung Tür zu gehen. Als sie sich umdrehte lag wieder ein Lächeln auf ihren Lippen. "Wo startet die Führung?"

    [In der Küche im dritten Stock] Darren & Yumi



    Aber tat sie es auch wirklich? Darrens Aussage nach zu urteilen schien er die gesagten Worte Ernst zu meinen dabei hatte sie bisher auf ihn doch eigentlich nicht wirklich das Bild einer guten und vor allem fleißigen Studentin gemacht. Immerhin lernten sie auf einer Party kennen, schwänzten gemeinsam die Uni und im allgemeinen hatte die Blondine nicht selten durchsickern lassen, dass sie allgemein ihre Zeit anderweitig verbrachte als pünktlich zu jeder Vorlesung zu kommen um sich weiterzubilden. Dennoch schienen seine Worte nicht sarkastisch gemeint zu sein und das überraschte Yumi in gewisser Weise aber es fühlte sich nicht schlecht an, dass jemand zur Abwechslung mal ein anderes Bild von ihr vor Augen hatte als das des blonden Biestes, welches ohnehin nur Party machte und jedem den Freund ausspannte. Ob das Bild welches Darren sich von ihr gemacht hatte jedoch der Wahrheit entsprach war fraglich. Unweigerlich warf Yumi einen Blick auf die Uhr. Sie musste doch eigentlich nur noch unterschreiben und den Schlüssel abholen, nicht wahr? Was spielte es schon für eine Rolle wann sie es machte? Eine Einstellung die sie stets vertrat und ganz sicher nicht an ihrer Gesellschaft lag. nickend stimmte Yumi Darren zu. „Das glaub ich dir...“ Sie hob warnend einen Zeigefinger um ihn jedoch in einer klitzekleinen Sache zu unterbrechen. „Durch unsere Mädels-WG bin ich jedoch etwas abgehärtet...“ Lange Zeit war es recht friedlich abgelaufen aber gewisse Begebenheiten hatten dazu geführt dass dem nicht mehr so war und deshalb war es wohl besser sich eine Bleibe im Wohnheim gesucht zu haben - für alle Beteiligten. Wer wusste schon was sonst noch passieren würde? Am Ende versuchte dieses blonde Psychoweib sie im Schlaf mit einem Kissen zu ersticken weil Yumi ihres Glaubens Simon einmal falsch angeblickt hatte. Außerdem war Yumi damals ohnehin nur wegen ihrer Schwester in diese WG gezogen. Die Frage des Lockenkopfs überraschte Yumi dann doch aber es war wohl nur verständlich, dass man als Student einmal an dem Punkt angelangt war sich zu fragen ob man vielleicht an eine günstigere Unterkunft gelangen konnte. „Ja ich hole heute meinen Schlüssel...“ beantwortete Yumi die Frage Darrens wahrheitsgemäß und ihre Mundwinkel hoben sich während sie ihn amüsiert anfunkelte. „Ich bin eigentlich nur hier um die Räumlichkeiten zu besichtigen...“ Sie deutete um sich um ihre Aussage zu unterstreichen und musste ein kleines bisschen dabei lachen bemerkte aber im gleichen Moment, dass Darren in Gedanken schien. Vielleicht grübelte er nach wie vor über ihr anderes Gesprächsthema, welches ungewohnt ernsthaft war. Tatsächlich nahm er jenes Thema wieder auf und vertiefte es ein Stück weit wobei er auf die Aussage der Blonden einging. Seine Frage untermalte er mit einem Lächeln. Yumi musste nicht lange überlegen. Sie war selbst schon in der Situation gewesen. Eigentlich hatte sie geglaubt diese Version von ihr abgeschüttelt zu haben. Das Mädchen, welches sich zu viele Gedanken machte um Menschen, die es nicht wert waren und doch erwischte sie sich ab und an dabei, dass dieses Ich durchblitzte auch wenn Yumi es gerne unter Verschluss hielt. „Manchmal hat es nichts mit können zu tun sondern vielmehr mit müssen...“ Sie hob ihren Blick und sah in die warmen, dunklen Augen ihres Gegenübers.

    [In der Küche im dritten Stock] Darren & Yumi



    Amüsiert kräuselten sich die Lippen der Studentin als sie das empörte Gesicht des angehenden Schauspielers sah. Herausfordernd hob sie eine Augenbraue und lehnte sich im Sessel zurück um anschließend mit den Schultern zu zucken. „Bei Nutella gelten andere Regeln, mein Lieber...“ Er war ihr ein Stück näher gekommen, beinahe so als würde er ihn Kampfposition gehen. Seine angespannte Körperhaltung schwand als das Schauspiel sich auflöste, Seine Gesichtszüge lockerten sich und auf den Lippen Darrens bildete sich ein Lächeln. Ein ansteckendes Lächeln, wie Yumi fand. Es wirkte so ehrlich. Automatisch spiegelte sie seine Geste als der angehende Schauspieler meinte, dass er froh darüber sei sich nicht für ein Psychologiestudium entschieden zu haben, da er nicht einmal simple Kaffeedeutungen beherrschte. Mit erhobenen Haupt nahm Yumi erneut einen Schluck ihres Kaffees. Da sie ohnehin ihren Termin schon verpasst hatte konnte sie sich auch gleich etwas mehr Zeit lassen. Es machte wohl ohnehin keinen Unterschied mehr. „Ich gebe mir Mühe...“ kommentierte die Blondine schließlich noch die Aussage des Anderen bezüglich ihrer Fähigkeiten als Psychologin. Sie scherzten und spielten ihr Spiel. So wie an jenem Abend auf der Studentenfeier am See. Es hatte sich nichts geändert, oder? Vielleicht schon aber sie wollte es nicht sehen obwohl ihr Gespräch unbewusst wieder eine ernstere Note bekam, wenn man es so wollte. Vielleicht hätte Yumi es im Keim ersticken sollen aber tatsächlich hatte sie die Antwort auf ihre Frage interessiert. Sie führte die Tasse erneut an ihre Lippen. Lauschte den Worten ihres Gegenübers, der wie sie zwischen Spaß und Ernst hin und her wechselte als könnte er es per Knopfdruck steuern. Vielleicht waren sie sich gar nicht so unähnlich dachte sich Yumi in dieser Situation und im nächsten Moment hatte sie wieder den Drang die Flucht zu ergreifen auch wenn sie nicht so naiv war zu denken, dass sich Darrens Worte explizit auf sie bezogen. „ Vielleicht ist das eine gute Idee. Im Grunde ist so ein Wohnheim ideal. Man hat alles was man braucht direkt vor der Nase...“ Eine Anspielung darauf, dass sie ebenfalls bald das Wohnheim ihr Zuhause nennen durfte? Vielleicht. Ein wenig war ihr die Vorstellung zuwider, dass Darren hier in jedem Stockwerk seine Betthäschen hatte aber sie konnte es ihnen nicht verdenken. Immerhin war er gutaussehend und wusste seinen Charme einzusetzen. Die Aussage hätte gleichgültiger klingen sollen als sie es tatsächlich tat. Sein Blick durchbohrte sie förmlich als er fortfuhr und ihre Frage schließlich beantwortete. Angst? Sie war einen Moment wie erstarrt. Lies sich die Worte des Schauspielstudenten durch den Kopf gehen. Hatte sie Angst? Aus dieser Perspektive hatte sie es noch nie betrachtet. Hatte sie Angst Alex an jemand Anderen zu verlieren oder warum kam sie immer noch nicht gänzlich von ihm los? Hatte sie Angst das Darren jemanden finden könnte und sie dann nicht mehr in den Genuss seiner Gesellschaft kam? War sie deshalb geblieben oder war sie wirklich einfach nur aus Faulheit geblieben? Es war nicht so als hätte sie sich diese Dinge nie gefragt aber sie hatte sie vehement abgelehnt weil sie der Meinung war das ihre eigentliche Angst war sich gefühlsmäßig auf Jemanden einzulassen. Keine Gefühle - keine Probleme. Ihr Motto und genau genommen stimmte das auch nur leider schlichen sich eben jene Gefühle immer wieder ein. Sie waren nicht abzuschalten, so sehr man es auch wollte. Darrens Lächeln holte sie schließlich wieder aus der Gedankenwelt zurück. Auch sie musste leicht schmunzeln. „Dabei wird einem doch schon als Kind beigebracht das teilen eine gute Sache ist...“ Konnte sie teilen? Sie hatte drei Geschwister? Eigentlich müsste sie es doch gut beherrschen , oder?

    [In der Küche im dritten Stock] Darren & Yumi


    Ein amüsiertes Schmunzeln zauberte sich auf die Lippen der Blonden als sich Darren versuchte herauszureden. Sie musste gestehen, dass es fast schon ein bisschen niedlich war wie er wieder ein Stück weit zurückruderte und alles auf den Schlafmangel schob. Sie nahm einen kräftigen Schluck von ihrem Kaffee, während sie die Tasse mit beiden Händen umklammert hatte, als wäre sie das wertvollste auf Erden. War es für einen Studenten auch irgendwo. Vielleicht nicht das Wichtigste aber ziemlich wichtig auf jeden Fall. Die blauen Augen der Studentin musterten währenddessen den Dunkelhaarigen, der sich gerade ebenfalls eine Tasse herunterließ. Ein Lachen drang aus ihrer Kehle als Darren seine neuen Pläne bezüglich Frauenbesuch Kund gab. Tatsächlich störte es ihm wahrscheinlich kaum wenn sie am nächsten Morgen noch hier waren. Darren wirkte nicht wie Jemand, der die Mädchen gleich am nächsten Tag davon scheuchte oder wie jemand der sich in der Nacht davon stahl. Dafür war er zu sehr Gentleman. Unabhängig davon was er behauptete oder welchem Schauspiel er sich mal wieder hingab. Es war vielleicht dreist sich seine Meinung über ihn zu bilden, aber das machte man doch irgendwie automatisch wenn man Zeit mit jemanden verbrachte und das hatten sie ja nun doch länger als gedacht. „Hmmm blöd...“ Ein erneuter Schluck von dem Heißgetränk folgte und sie sah ihn provokant an. „Auf der Suche nach dem Zucker hab ich vielleiiiiicht etwas gesehen...“ Ihre Augen funkelten schelmisch. Das bedeutete dann wohl Krieg. Bei Nutella hörte die Freundschaft auf, soviel war sicher und gerade mit Süßem konnte man Yumi eigentlich immer locken. Das war schon immer ihre Schwäche gewesen. Darren füllte etwas Milch in seine Tasse und rührte sein Getränk um während er geduldig darauf wartete, dass die Psychologiestudentin ihn analysierte. Langsam näherte sie sich dem Anderen bis sie knapp vor ihm stand. Ihre Blicke kreuzten sich, hielten einen Moment zu lange aneinander fest, ehe der Blick der Blondine kurz seinen Kaffee musterte. „... das du nicht Laktoseintolerant bist?“ Ein kurzes Lachen entfuhr ihr und sie folgte Darren, welcher nun in Richtung Tisch marschierte um an eben jenen Platz zu nehmen. Die Stimmung zwischen ihnen schwankte wie immer zwischen Spaß und Ernsthaftigkeit mit dem Hauch einer gewissen Anziehung. Schwierig zu beschreiben aber so war es nun einmal und es war eigentlich nicht unangenehm. Im Gegenteil sogar. Sobald es zu Ernst wurde blockte einer von beiden ab damit die Stimmung nicht kippte. Dieser Jemand war wohl vermehrt sie aber das spielte gerade keine Rolle. Sie nahm gegenüber von Darren Platz und hob lediglich die Schultern als sie seine Worte vernahm. „Ist schon ne echt miese Angewohnheit von dir wenn man bedenkt wieviele Kaffeebecher du dadurch verloren hast...“ Sie zog es ins Lächerliche. Natürlich. Yumi war niemand der über feste Strukturen im Leben nachdachte. Nicht jetzt. Nicht der Mensch der sie gerade war. Vielleicht in vielen Jahren. Vielleicht aber auch nie. Ihr Lächeln verschwand einen Augenblick. Bestimmt konnte die Frau, für die Darren sich eines Tages entscheiden würde glücklich schätzen. Er wirke wie ein guter Mensch. „Was würde es ändern...?“ Ihr Blick fand den seinen und verharrte, auf eine Antwort wartend.

    [In der Küche im dritten Stock] Darren & Yumi


    Stumm sah sie in die dunklen Augen ihres Gegenübers als er ihr erklärte wie ganz und gar furchtbar das Servieren des falschen Kaffees sein konnte. Zwar war es für Yumi nicht wirklich nachvollziehbar aber ihr müder Geist konnte die versteckte Anspielung hinter den Worten des anderen Studenten auch nicht entdecken und so schenkte sie Darren einen leicht verwirrten Blick als dessen Worte über seine Lippen kamen. "Okaaaay... Kaffee scheint ein sehr ernstes Thema für dich zu sein. " Ein flüchtiges Lächeln huschte über die Lippen der Psychologiestudentin, ehe sie das Gesicht des Anderen mit ihren hellblauen Augen musterte und ihre Tasche neu auf ihrer Schulter positionierte, da sie drohte hinab zu rutschen. Nahezu forschend war der Blick der Blonden. Darren wirkte regelrecht gedankenverloren, während ihr die Kaffeemaschine mit leeren Blick musterte. Yumi näherte sich Darren ein Stück weit um ihm neckend mit dem Zeigefinger in die Wange zu stupsen um ihn wieder ins Hier und Jetzt zurückzuholen. Ein amüsiertes Grinsen zierte die Lippen der Blondine. "Hast du vergessen wie man sie bedient?" Ein vergnügter Laut drang aus der Kehle Yumis, während sie den verdutzten Ausdruck im Gesicht des Anderen musterte. Als er eine weitere beinahe philosophische Aussage bezüglich Kaffee tätigte runzelte die junge Studentin die Stirn. "Achja? Ist das sowas psychologisches? Sagt der Kaffeegeschmack vielleicht in Wahrheit aus welcher Mensch sich dahinter verbirgt?" Sie legte eine Hand an ihr Kinn und sah dabei aus als würde sie den tieferen Sinn des Kaffeegeschmacks analysieren. "Wie trinkst du deinen Kaffee, Darren?" Ihre hellen Augen durchbohrten ihn von der Seite und es machte tatsächlich den Anschein als würde sie je nachdem wie seine Antwort ausfallen würde auf sein Selbst schließen, was natürlich völliger Quatsch war aber vielleicht war es durch das Herumalbern leichter zu akzeptieren das die gemeinsame Zeit nun ihr Ende fand - finden musste. Ihr entging der suchende Blick des Anderen nicht, als er das Regal geöffnet hatte. Der Schauspieler war wieder zurück, vielleicht nie weg gewesen. Wer vermochte das schon zu sagen. Yumi zumindest nicht und teilweise war sie selbst dafür verantwortlich. Schließlich tat sie nichts anderes, oder? Ein Stück weit entsprach das wahrscheinlich der Wahrheit. Empört sog Yumi die Luft ein. "Das ist echt unverschämt!" Sie rollte mit den Augen und schüttelte danach den Kopf als gäbe es nichts schlimmeres auf der Welt. "Ich hoffe du hast daraus gelernt..." Ihre Worte klangen ein wenig zu ernst und als die erste Tasse mit Kaffee gefüllt war schnappte Yumi sie sich gleich nur um anschließend an den Kühlschrank heran zu treten und noch etwas Milch dem Heißgetränk hinzuzufügen. Ein Löffel Zucker durfte auch nicht fehlen und nachdem einige Regale rotzfrech durchsucht wurden, wurde Yumi auch fündig. Mit einem fast schon unschuldigen Lächeln führte sie die Tasse an ihren Mund und nahm einen kräftigen Schluck. Genießerisch schloss die Studentin die Augen, als der Koffeein ihre Lippen benetzte.

    Nicht ganz - mit der Formatierung ist ein bisschen was nicht in Ordnung aber ich ändere es und wünsche dir viel Spaß im RS :>


    Wenn du irgendwelche Fragen hast kannst du dich jederzeit an uns wenden :)