Beiträge von Zyprim

    Darren & Yumi - In Darrens Zimmer


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    Sein Griff um ihre Taille wurde enger. Der angehende Schauspieler zog sie näher an sich - drückte den schmalen Körper der Blonden an den seinen und doch war der Kuss den sie austauschten fast schon zaghaft. Schmerzlich zurückhaltend im Anbetracht der Tatsache, dass es sie nach mehr verlangte. Ein Schmunzeln umspielte die Lippen des Dunkelhaarigen als er sich von ihr löste. Es spiegelte sich auf den ihren als er das Kaffeethema erneut aufgriff. Yumi senkte den Blick und biss sich verspielt auf die Unterlippe bevor sie in die dunklen Augen ihres Gegenübers eintauchte. "Sicher, dass du von dem Kaffee sprichst...?" Nicht vielleicht viel mehr von dem Kuss, den sie austauschten? Wenn man sie hier so hörte - die Leichtigkeit mit der sie miteinander sprachen - man könnte fast vergessen, dass das Alles ganz und gar nicht leicht ist - alles andere als leicht sogar. Seine Finger glitten durch ihr Haar, welches wahrscheinlich immer noch etwas durcheinander war - immerhin hatte die ehemalige Studentin doch gerade erst vor wenigen Minuten versucht sich aus seinem Bett - folgend seinem Zimmer und anschließend aus seinem Leben zu schleichen. Das sie erwischt wurde war nur eine willkommene Ausrede warum sie jetzt doch hier auf seinem Schoß saß obwohl sie ihrer Lüge zufolge doch eigentlich auf einem anderen Schoß sitzen sollte. Aber brauchte sie das? Eine Ausrede? Eigentlich nicht. Sie war frei - ungebunden - konnte tun und lassen was auch immer sie wollte. Sie war es doch im Grunde selbst, die sich ihm verwehrte - das was sie miteinander hatten - eine wirklich... gute Sache eigentlich. Aber sie war nicht gut und das war das Problem. "Wie... willst du denn das es endet?" kam es schließlich über die Lippen der Blonden während sie ihn eindringlich musterte. Ein herausfordernder Ton lag in ihrer Stimme. Man konnte fast meinen als wollte sie, dass er es aussprach. Vielleicht spielte die junge Erwachsene auch einfach sehr gern. Das war ihr Ding. Immer schon gewesen. Als sie ihre Lippen an seinen Hals legte - sich hungrig daran nach oben küsste bemerkte sie wie sein Atem sich beschleunigt - er stoßweise über seine leicht geöffneten Lippen hervorkam. Er genoss es - genauso sehr wie sie es genoss - ihm nach all der vergangenen Zeit wieder nahe zu sein. Sie gab ihm nicht die Zeit zu antworten. Vielleicht weil ein Teil von ihr fürchtete er könnte die Worte von vor wenigen Stunden wiederholen - hatte es Ernst gemeint als er sie daran erinnert hatte was richtig und was falsch war. Lieber drückte sie sich an seinen Körper - ließ zu, dass er sie noch näher zu sich holte um sich wie ausgehungert in diesen Kuss fallen zu lassen. Berauscht von seinen Berührungen - seinem Duft - seinem Geschmack. Ihr Brustkorb hob und senkte sich rasch als die Beiden voneinander abließen - nahezu nach Atem rangen. Ihre Mundwinkel zuckten kurz nach oben als er aus seinem Heißgetränk eben einen Eiskaffee machen wollte für den Fall, dass er wirklich kalt wurde. Sie sahen einander an - für einen Moment ließ Yumi sich darauf ein - fing den warmen Blick seiner Augen ein. Schlussendlich war sie es, die es nicht mehr ertrug - nicht zuletzt weil es ihr zu viel wurde - weil sie das Gefühl hatte er sah mehr - mehr als ihr Gesicht - mehr als das was das Auge normalerweise vermochte zu sehen. Sie wich ihm aus nur um ihn nach wenigen Sekunden wieder anzusehen - ließ sich auch schwer vermeiden wenn man einander so nahe war. "Was?" kam es ihr schließlich über die Lippen - war es nicht gewohnt, dass man sie so eindringlich musterte - sie sah. Sie senkte den Blick wieder als seine folgenden Worte an ihr Ohr drangen. Senkte ihren Blick auf seine Hand, die nun zu ihrem Oberschenkel gewandert war - erst nach unten strich nur um anschließend verheißungsvoll nach oben zu wandern - immer weiter. Ihre Lippen teilten sich ohne das ein Wort darüber kam. Er stoppte in seiner Bewegung - ließ seine Hand auf ihrem Oberschenkel liegen. Sie brannte sich förmlich an dieser Stelle ein. Eine Hitze schoss von dieser Stelle durch den gesamten Körper der Blonden. Seine Lippen streiften ihre Wange - folgend auch ihre Lippe. Er küsste sie nicht - schien sie herauszufordern mit seinen Worten - seinen Taten. Yumi widerstand dem Verlangen diesen winzigen Millimeter zwischen ihnen zu überwinden um dieser Herausforderung nachzugehen. Stattdessen tat sie es ihm gleich. Ein Lächeln huschte über ihre Lippen bevor sie ihre Hand wieder in seinen Nacken legte, ihn ein wenig zu sich zog. Dieses Spielchen beherrschte auch sie. Ihre Wange streifte seine - spürte die rauen Bartstoppel wie sie über ihre weiche Haut kratzten bevor sie ihm ins Ohr flüsterte. "Nein..." Ein knappes Wort und doch fühlte es sich fast schon befreiend an es auszusprechen. Sie lehnte sich wieder ein Stückchen zurück um ihn durch ihre blauen Augen eindringlich anzusehen bevor ihr Blick sich auf seine Lippen senkte auf die sie die ihren kurz legte. Wieder vorsichtig - quälend zurückhaltend wenn man bedachte was sie hier gerade verneint hatte. Sie genoss es wie weich sich seine Lippen anfühlten und lächelte in den Kuss hinein bevor sie sich zurückzog, ihre Hände an seinen Seiten hinabwanderten und erneut den Saum seines T-Shirts griffen. Dieses Mal zögerte sie nicht. Dieses Mal zog sie es mit einem Ruck über seinen Kopf aus auch wenn er dafür seine Hände von ihren Körper nehmen musste und das fast schon pure Folter war im Anbetracht der Tatsache, dass es sie schier verrückt machte sie auf sich zu spüren. Das Oberteil des Studenten landete irgendwo im Zimmer als ihr Blick jeden Millimeter freigelegte Haut abtastete - fast so als käme sie zum ersten Mal in diesen Genuss. Sie verwickelte Darren in einen Kuss - drückte verlangend ihre Lippen auf die seinen während ihre Hände unentwegt über seinen entblößten Oberkörper strichen -an seiner Seite nach oben wanderten - nach hinten zu seinem Rücken um sich darin festzukrallen - nicht den Halt zu verlieren auch wenn es dafür wahrscheinlich schon zu spät war. Irgendwann wanderten ihre Hände wieder nach vorne - schoben sich zwischen ihre beiden Oberkörper und drückten den Dunkelhaarigen nach hinten in sein Bett um folgend über ihn zu klettern. Ihre blauen Augen funkelten ihn an als ein Grinsen über ihre Lippen schlich. Yumi lehnt sich nach unten um seinen Hals zu küssen - legte ihre Lippen an die empfindliche Stelle unter seinem Ohr nur um sich quälend langsam nach unten vor zu arbeiten. Immer wieder hauchte sie Küsse auf die freigelegte Haut des Anderen. Ihre Lippen schwebten über seiner Haut als sie an seinem Schlüsselbein angekommen schließlich anhielt. "Was hat deine Meinung geändert?" fragte Yumi schließlich herausfordernd. Ihre Worte kitzelten auf seiner mit Küssen benetzten Haut als sie ihren Kopf ein wenig anhob fast so als wartete sie auf seine Antwort bevor sie fortfuhr aber tat sie das? War es wichtig? Sie wusste selbst das sie das nicht tun sollte aber nicht aus dem Grund, den sie dem angehenden Schauspieler genannt hatte. Ihr blondes Haar fiel über ihre Schulter als sie es beiseite strich und sich an seinem Körper weiter nach unten küsste - gefolgt von ihren Händen, die gierig auf Wanderschaft gingen. Selbstverständlich erblickte sie seine Narbe. Sie war nicht zu übersehen. Wie könnte sie auch. Kurz verharrte Yumi in ihrer Bewegung, schloss einen Moment die Augen als schmerzte sie das Wissen hierfür verantwortlich zu sein und dennoch hier zu sein - in seiner Nähe. Obwohl sie sich fernhalten sollte. An seinem Hosenbund angekommen erhob Yumi ihren Kopf ein wenig - strich ihr durcheinandergebrachtes Haar ein wenig beiseite und musterte das Gesicht des jungen Erwachsenen - ließ ihren Blick über seine Gesichtszüge wandern ehe sie sich spielerisch auf die Unterlippe biss. "Oder ist dein betrunkenes Ich einfach nur ganz besonders... anständig?" Sie hob eine Augenbraue und verharrte in ihrer Position, während ihr Zeigefinger langsam die Narbe an seinem Bauch nachmalte - von ganz oben nach ganz unten. Eine Erinnerung daran, dass sie schlecht war. Ein schlechter Mensch, der sein Leben zerstört hatte ohne mit der Wimper zu zucken. So würde sie es nie vergessen. Niemals. Selbst in schwachen Minuten wie jetzt nicht...

    Darren & Yumi - In Darrens Zimmer


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    Sie schmunzelte belustigt als er ihren Zukunftsplan, der eigentlich gar keiner war ein kleines bisschen ausschmückte - vielleicht ein bisschen zu viel Fantasie dabei hineinfließen ließ wenn man sie fragte. Jeden Morgen für ihn Kaffee machen? Es klang fast schon absurd wenn man daran dachte was der Blonden eigentlich vorschwebte - Abstand zu schaffen. Ein Plan der ihr bis dato nicht sonderlich gut gelungen war. Stattdessen floh sie wieder vor der Realität - floh in seine Arme obwohl sie mehr als deutlich gemacht hatte, dass es keine Option war. Yumi ließ sich auf sein Spielchen ein - konnte es immerhin mindestens genauso gut wie der Schauspielstudent. Es tat gut die Ernsthaftigkeit beiseite zu schieben. Zumindest für diesen Moment wieder einfach zwei junge Erwachsene zu sein mit keinerlei Verpflichtungen. Sie erwischte ihn dabei wie er erneut ihre Lippen fokussierte - wie sein Blick kurz darüber glitt bevor auf den seinen dieses ganz bestimmte Grinsen erschien. Ein Grinsen, welches ihr schon damals als sie sich auf dieser Feier am See kennengelernt hatten aufgefallen war. Wie hätte es auch anders sein können. Es war irgendwie einnehmend. Er zog sie mit einem Ruck näher an sich heran. Ihre Beine stießen gegen die Bettkante und schon im nächsten Moment fand sich Yumi auf seinen Schoß wieder. Fast automatisch schlangen sich seine Arme um den Körper der Blonden. Das Grinsen auf seinen Lippen war verschwunden und stattdessen funkelte er sie durch seine dunklen Augen an. Verheißungsvoll - herausfordernd. Wortlos sahen sie einander an. Dieses ganz bestimmte Knistern zwischen ihnen war mehr als deutlich zu spüren. Eigentlich bei jedem Aufeinandertreffen der Beiden. Er legte seinen Kopf auf ihre Schulter. Für einen Moment - einen zweiten. Seine Locken kitzelten an ihrem Hals und unweigerlich hielt sie den Atem an als er ihr so nahe war. Ihre Hand glitt von seinem Nacken hinauf in seine Haare. Sie schloss die Augen - hatte das Gefühl ihr eigenes Herz schlagen zu hören so still war es. Erst als seine Hand langsam ihren Rücken nach oben glitt, erinnerte Yumi sich daran weiter zu atmen. Sachte spürte er wie er mit einer Bewegung ihr Haar zur Seite strich und er seinen Kopf anhob - nur ein kleines bisschen um sich folgend an ihrem Hals entlang nach oben zu küssen. Er benetzte gefühlt jeden Millimeter dieser sensiblen Stelle mit seinen Küssen. Unweigerlich legte sie ihren Kopf ein wenig zur Seite um ihn gewähren zu lassen während sie sich vielleicht unbewusst ein kleines bisschen in seinem Haar festkrallte. Ein wohliges Geräusch drang aus ihrer Kehle. Sehnsüchtig. Fast schon verräterisch. Ihre Lider hatten sich gesenkt und so genoss sie die Liebkosung des Anderen, drehte ihren Kopf schließlich ein wenig um den Kuss, den er ihr folgend auf die Lippen hauchte zu erwidern. Ihr Körper fühlte sich wie elektrisiert durch seine Taten. Eine Hitze stieg in ihr auf - ein Verlangen nach mehr. Dabei war der Kuss den sie austauschten fast schon sanft - richtig zaghaft als könnte man dieses Konstrukt, welches sie sich hier aufgebaut hatten - oder auch nicht - so einfach zerstören. Als er sich schließlich einen Millimeter von ihr löste - verlockende Worte über seine Lippen purzelten, musste Yumi schmunzeln. Sein Atem kitzelte auf ihren angefeuchteten Lippen. "Du scheinst den Kaffee echt bitter nötig gehabt zu haben wenn das dein... Dankeschön war..." neckte sie den Lockenkopf und ließ ihre Hand an ihm nach unten gleiten, kam schließlich auf seiner Schulter zum Liegen. Yumi genoss die Leichtigkeit zwischen ihnen - das Geplänkel, welches sie irgendwie ausgemacht hatte bevor... alles ein wenig anders gelaufen war. Sie spürte wie sich seine andere Hand unter ihren Pullover schob, sachte aber bestimmt über ihren unter Teil des Rückens strich, was ihr eine Gänsehaut verschaffte. Yumi lehnte sich ein wenig in die Richtung des anderen, vergrub ihr Gesicht in seiner Halskuhle, bevor sie einmal tief einatmete und seinen Duft einsog - gemischt mit dem Alkohol vom Vorabend. Sie legte ihre Lippen sachte an seinen Hals. "Irgendwie habe ich ein Déjà-vu..." In Wirklichkeit hatten sie sich doch vor wenigen Stunden erst wiedergesehen nach seinem Krankenhausaufenthalt - seiner darauffolgenden Therapie. Sie waren in ihrem Zimmer gewesen und letztendlich hatte sie einen Rückzieher gemacht. Nicht weil sie es nicht genauso sehr gewollt hatte wie jetzt. Die Narbe. Die Erinnerung an jene Nacht, die ihn so viel gekostet hatte. Die Erinnerung, dass sie einfach nicht gut für ihn war. Erneut legte sie ihre Lippen an seinen Hals - küsste die dünne Haut an jener Stelle, während ihre Hände unter sein T-Shirt wanderten - den Saum packten und es nach oben zogen - nur ein kleines bisschen bevor ihre Blicke sich erneut trafen - sie ihre Lippen auf die seinen legte - fast schon vorsichtig. Sie grinste und knabberte kurz spielerisch an seiner Unterlippe, bevor sie ihn in einen innigeren Kuss verwickelte, den sie folgend auch wieder beendete - nur kurz. "Hmmm.. ich weiß nicht..." Yumis Finger gingen unter dem T-Shirt des Anderen auf Wanderschaft - ertasteten die leichten Muskeln unter ihren Fingerkuppen. "...willst du mich wieder daran erinnern was ich lieber nicht tun sollte?" Yumi hob herausfordernd eine Augenbraue als sie in die dunkelbraunen Augen des Schauspielstudenten sah. Sachte biss sie sich auf die Unterlippe und ließ ihre Hände wieder unter seinem Shirt hervorgleiten und an seinem breiten Rücken nach oben wandern. Ihr heißer Atem prallte gegen seine Lippen, die nur wenige Millimeter entfernt waren. Sie grinste verheißungsvoll. Erneut verwickelte sie Darren in einen Kuss - ließ ihn erst einmal gar nicht zu Wort kommen. Zu sehr genoss sie den Druck seiner Lippen auf den ihren - das Necken seiner Zunge als Antwort auf das ihre. Wie schön wäre es den Kopf einfach immer auszuschalten - einfach nur zu genießen - die Flucht vor der Realität. Ein leises Stöhnen entwich der ehemaligen Studentin als sie sich ein wenig seiner Körpermitte entgegendrückte. Sie sehnte sich nach ihm. Dieser Art von Nähe. Die andere Art von Nähe. Aber sie konnte es nicht aussprechen. Nicht einmal denken und doch verriet jede Tat sie aber sie verschloss die Augen davor. Sie lösten sich schweratmend voneinander. Ihr Blick tanzte über sein Gesicht. "Dein Kaffee... wird noch kalt." kam es über ihre Lippen. Belanglose Worte wo so viele andere Worte besser gepasst hätten - angebrachter gewesen wären. Würden sie es hier beenden? Konnten sie es überhaupt? Besser wäre es. Für beide Seiten wohl - oder?

    Darren & Yumi - In Darrens Zimmer


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    Die Botschaft kam an und natürlich zog er ihre kleine Lüge ins Lächerliche. Weil es so abwegig war, dass Alex und sie es noch einmal versuchten? Noch abwegiger vielleicht seit er von dem wusste was in der Vergangenheit passiert war zwischen den Beiden. Unweigerlich dachte die Blonde an die Situation, die überhaupt erst dazu geführt hatte, dass der Schauspielstudent in dieses eigentlich gut gehütete Geheimnis eingeweiht worden war. Sie sah die Wut in seinen Augen. Die Verzweiflung. Fast so als würde sie die Situation erneut durchleben. Sie hörte seine Worte. Warum er? Warum er und nicht ich? Zwischen den Lippen hervorgepresste Worte. Sie hatten sie an damals erinnert und doch war die Situation eine ganz andere gewesen. Keineswegs zu vergleichen. Ihr Blick wanderte über das Gesicht des Anderen. Entdeckten das fast schon spöttische Grinsen, welches auf seinen Lippen zurückgeblieben war. Auch wenn es eine Lüge war - auch wenn es wahrscheinlich nie passieren würde weil ein gewisser Silberhaariger ihr anscheinend aus dem Weg ging auch wenn er es verneinte - er war die für sie offensichtlichere Wahl. Weil sie wusste das Darren jemanden Besseren verdient hatte. Bullshit. Der wahre Grund war, dass er gefährlich war. Weil sie Angst davor hatte Jemanden einzulassen. Verletzt zu werden. Wenn man nicht mit vollem Herzen dabei war konnte man immerhin auch nicht verletzt werden. Aber sie redete sich ein, dass sie sich seinetwegen von ihm fernhielt. IN Wirklichkeit war auch dieser Schachzug egoistisch. Sie sagte nichts darauf - belächelte den Versuch sie aufzustacheln seitens des Lockenkopfs. "Schade... ich hätte zu gerne erfahren was ich bekommen hätte wenn ich gewonnen hätte..." antwortete sie schließlich auf das Geplänkel des Anderen hinsichtlich seines kleinen Hindernisparcours, den er gestern aufgebaut hatte und wahrscheinlich nicht als solcher gedacht gewesen war. Yumi schmunzelte und strich sich eine lose Haarsträhne zurück als sie den Blick seiner dunkelbraunen Augen einfing - ihn einen Moment zu lange erwiderte bevor sie das Zimmer hinter sich ließ. Sie war in ihren eigenen Gedanken verloren als sie sich in der Küche wiederfand - seinen Kaffee zubereitete wie er ihn mochte und Cylie antwortete. Niemand sonst war hier. Wie spät war es? War es überhaupt wichtig. Sie hatte keine Kurse und Vorlesungen mehr vor denen sie sich drücken musste und trotzdem fühlte sich die Blonde mehr denn je unter Druck gesetzt. Der Griff um die Tasse mit dem Heißgetränk wurde stärker als sie zu seinem Zimmer zurückkehrte obwohl sie es nicht tun sollte. Kurz wanderte ihr Blick zu dem Zimmer nebenan. Verschlossen. War er überhaupt nach Hause gekommen oder war er im Krankenhaus bei Alice? Bei einer Anderen? Yumi senkte den Blick. Warum interessierte es ihn überhaupt ob sie bei Darren war? Weil er sie immer noch liebte? Das waren seine Worte aber sie war sich ziemlich sicher, dass es keine Liebe war. Nicht mehr. Er liebte das Mädchen von damals. Das Mädchen vor Kanada. Das Mädchen vor ihrem Streit. Richtig? Yumi schüttelte den Kopf und klopfte an der Tür des Schauspielstudenten. Sein Blick war unbezahlbar als er sie in der Tür entdeckte. Irritiert. Überrascht. Als könnte er seinen eigenen Augen nicht trauen. Langsam bewegte sich die ehemalige Studentin auf ihn zu und reichte ihm das Heißgetränk - gefolgt von seinem Blick. Wortlos nahm er ihr den Kaffee ab. Sie lachte kurz auf als er vermutete, dass sie sich verlaufen hatte. Dachte er wirklich, dass ihr erster Weg ins Bett des Anderen war oder war es nur ein weiterer Versuch sie als Lügnerin zu überführen - ihr zu entlocken, dass Alex und sie gar kein Pärchen waren? Unweigerlich folgte sie seiner Bewegung - wie er die Tasse an seine Lippen legte und einen Schluck davon nahm nur um die Tasse folgend auf seinem Nachttisch abzustellen. Die Blonde öffnete ihre Lippen einen Spalt um zu einem Kommentar bezüglich des Heißgetränks anzusetzen als der angehende Schauspieler sie an ihrem Pullover nach unten zog - seine Lippen auf die ihren drückte und sie in einen innigen Kuss verwickelte. Ganz automatisch schloss sie die Augen, lehnte sich in den kurzen aber nicht weniger intensiven Kuss, legte ihre Hand dabei in seinen Nacken. Er hatte sich bereits von ihren Lippen gelöst während sie die Augen noch für eine weitere Sekunde geschlossen hielt. Den Geschmack den sein Kuss zurückließ genoss. Das Flüstern seiner Worte kitzelte auf ihren Lippen. Verheißungsvoll. "Der... Kaffee schmeckt ja richtig gut - vielleicht ist das mein verborgenes Talent, dem ich in Zukunft nachgehen sollte..." Sie senkte ihren Blick auf das Grinsen des Anderen. Seine Worte hinterließen nicht nur ein Kribbeln auf ihren Lippen - es jagte durch ihren gesamten Körper. Sein Name kam ihr als Flüstern über die Lippen während sie ihre zweite Hand an sein Gesicht legte, ihren Daumen über seine Unterlippe gleiten ließ. Sie biss sich auf die Lippe und grinste den Dunkelhaarigen verspielt an. "Kann ich das irgendwie ändern...?" Sie tauchte in die dunkelbraunen Augen des Anderen ein. "Du weißt... ich bleibe Anderen nicht gerne etwas schuldig..." Ihre Mundwinkel zuckten kurz nach oben.

    Darren & Yumi - In Darrens Zimmer


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    Seine Stimme war heiser - schlaftrunken und deutlich in Mitleidenschaft gezogen von dem vorabendlichen Alkoholausrutscher. Sie spürte wie sein Blick an ihr nach oben glitt und erwiderte das Schmunzeln auf seinen Lippen als sich ihre Blicke trafen. "Ja... das letzte Mal ist schließlich ein Weilchen her..." Ein Funkeln war im Blau ihrer Augen zu erkennen. Verheißungsvoll irgendwie. Wollte sie ihre kleine Lüge bezüglich eines gewissen Silberhaarigen und ihre Beziehung zu ihm unterstützen oder dem Schauspielstudenten lediglich an ihr letztes Aufeinandertreffen erinnern, welches auf diese Weise geendet hatte. Sie wie sie sich aus seinem Zimmer stahl nachdem sie einander nahe gewesen waren. Nicht wie dieses Mal - auf andere Weise. "Ich habe nicht mit einem Hindernislauf gerechnet..." Die Blonde deutete auf die leere Flasche zu ihren Füßen und hob eine Augenbraue als sie wieder zu Darren sah als deute sie an, dass er ihr mit purer Absicht Hindernisse in den Weg gelegt hatte um sie am Gehen zu hindern. Ihre Mundwinkelzuckten amüsiert nach oben. "Frühstück... natürlich. Irgendwelche speziellen Wünsche?" Sie begegnete kurz seinem Blick als er sich im Bett ein Stück aufrichtete bevor er sich ihr entzog - ihr auswich weil sie wohl Beide wussten, das Yumi keineswegs auf dem Weg in die Küche war um ihnen etwas zu Essen und eine Tasse Kaffee zu organisieren. Wortlos verweilte sie zwischen Tür und Angel - beobachtete wortlos seine Bewegungen - oder vielmehr den fehlenden Bewegungen seiner Hand, die er gerade genauer unter die Lupe nahm. Das Gefühl war nicht zurück. Natürlich nicht. Yumi senkte den Blick, schloss ihre Augen für einen Moment und nahm das Seufzen so nur noch bewusster war, welches seiner Kehle entglitt. Verzweiflung? Wegen seiner Hand? Ihrer Sturheit? Sie vermochte es nicht einzuschätzen und irgendwie war es auch nicht von Belangen, richtig? Er wiederholte sein Angebot vom Vorabend. Es schwebte zwischen ihnen - eingehüllt in ungesagte Worte. "Ich... kann nicht..." Sie blickte zu Boden - visierte die leere Flasche für einen Moment nur um folgend in Richtung der zerstörten Gitarre zu wandern und folgend zu dem Kerl im Bett. Egal wohin sie hier blickte - überall waren Beweise dafür, wie zerstörerisch sie war - wieviel Schaden sie hier schon angerichtet hat - in seinem Leben. "Hör zu... ich muss..." Sie deutete in Richtung Tür und verzog die Lippen zu einer geraden Linie. Sie musste gar nichts und das wussten sie Beide. Ein kurzer Blick in die dunkelbraunen Augen, die nun wieder für einen Moment auf sie gerichtet waren bevor sie nach der Türklinke griff und das Zimmer des angehenden Schauspielers verließ. Als die Blonde die Tür schließlich ins Schloss fallen ließ verweilte sie noch einen Moment auf der anderen Seite - merkte, dass sie den Atem angehalten hatte - unbewusst. Sie entließ die Luft aus ihrer Lunge und lehnte sich gegen die Tür. Sie verharrte. Eine Sekunde. Zwei. Bevor sie sich schließlich von der Tür abstieß und in Richtung Küche ging um sich einen Kaffee hinunterzulassen. Teilnahmslos beobachtete die junge Erwachsene wie sich die Tasse mit der schwarzen Flüssigkeit füllte bevor sie in ihre Tasche griff um auf ihr Handy zu sehen. Cylie. Ihre Mundwinkel zuckten kurz nach oben als sie die Nachrichten der Brünetten las. Yumi tippte schnell eine Nachricht bevor sie das Handy wieder in ihre Tasche gleiten ließ. Sie griff nach der Tasse - ein leichtes Lächeln huschte über ihre Lippen als sie die Kühlschranktür öffnete und einen Schluck Milch hinzufügte nur um wieder zu dem Zimmer zurückzukehren aus dem sie vor wenigen Minuten erst gekommen war. Sie zögerte einen Moment bevor sie ihre freie Hand hob um anzuklopfen. Es dauerte etwas bevor die Tür sich öffnete und ein irritierter Lockenkopf ihr entgegenblickte. Yumi streckte ihm die Tasse Kaffee entgegen und funkelte Darren durch ihre blauen Augen an. "Ich will nicht auch noch Schuld daran sein wenn du deine Vorlesung verpasst..." Kaffee mit einem Schluck Milch. So trank er das koffeinhaltige Getränk. Sie erinnerte sich. Den Kaffeegeschmack des Anderen zu kennen ist doch etwas Besonderes."Sind wir jetzt,,, quitt?" Sie erwiderte den Blick seiner dunkelbraunen Augen und schmunzelte.

    Darren & Yumi - In Darrens Zimmer


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    Ohne das auch nur ein Wort ihre Lippen verließ sah die Blonde den Schauspielstudenten an. Irritiert von den Worten, die über seine Lippen gekommen waren. Verwirrt von seiner Art und Weise die Dinge zu sehen. Ob er es ebenso sehen würde wenn er an seiner Stelle gewesen wäre? Forschend wanderte der Blick ihrer blauen Augen über das Gesicht des jungen Mannes - haftete sich einen Moment an seine Lippen, auf denen ein leichtes Schmunzeln zu erkennen war. Er fuhr fort. Unterstrich mit seinen folgenden Worten nur das zuvor gesagte und noch immer sah sie ihn mit diesem verständnislosen Blick an als würde sie Schwierigkeiten haben ihn tatsächlich zu verstehen und irgendwie war es auch so. "Aber..." kam es ihr über die Lippen aber sie stoppte noch bevor sie fortfahren konnte - schloss die Lippen wieder nur um ihren Blick folgend zu senken. Reue. Schuld. Er hatte viel abbekommen. Das war wahr. Das war auch ihre Schuld. Sie presste die Lippen aufeinander, schluckte die Worte hinunter, die sie an ihn richten wollte weil sie eigentlich hier zwischen ihnen nichts verloren hatten. Weil es eigentlich eine Sache zwischen Alex und ihr war. Eine Sache, die er nie hätte erfahren sollen. Eine Sache, die ihm nichts anging weil er genau genommen gar nicht mehr Teil ihres Lebens sein hätte sollen wenn sie endlich mal konsequent genug wäre das zu unterbinden. Yumi hielt den Atem an, als er sie in eine Umarmung zog, seine Arme um ihren schlanken Körper legte und sie sanft aber zugleich bestimmt an sich zog. Als er ihr folgend zustimmte bildete sich ein Kloß in ihrer Kehle. Was hatte sie erwartet? Einen Widerspruch? Nicht wirklich. Sie wusste das es unverzeihlich war aber es aus seinem Mund zu hören war noch einmal etwas ganz anderes. Er fuhr fort und als er an einem bestimmten Punkt angekommen war, wurden ihre Augen ein Stück weit größer. Verletzt. War es das? War es das was all die Jahre zwischen dem Silberhaarigen und ihr gestanden hatte? Unausgesprochene Gefühle wegen dem was passiert war? Ihr Körper versteifte sich unter der zärtlichen Berührung des Dunkelhaarigen. Es ging nicht darum das er sie geschlagen hatte - sie physisch so übel zugerichtet hatte denn dem war nicht so. Es ging einfach um die Tat an sich. Darum das ER es getan hatte. Ihr Freund. Ihr Vertrauter. Der Erste den sie geliebt hatte. Irgendetwas war in ihr an jenem Tag gestorben. Vielleicht der Teil von ihr der an so etwas banales wie Liebe glaubte. Ein Wort mit dem so unfassbar gern um sich geworfen wurde. Sie spürte sein sanftes Streicheln an ihrer Wange. Fast so als wolle er mit dieser liebevollen Geste die Vergangenheit auslöschen. Unbewusst lehnte sie ihren Kopf ein wenig dagegen bevor sie sich in seinen Armen drehte - sich ihre Blicke kreuzten. Ein Schmunzeln schlich sich auf die Lippen des Mädchens. Ein freches Grinsen blieb nachdem sie folgende Worte an ihn richtete. "Najaaaa.... deine Meinung ist nicht wirklich objektiv...oder?" Wenn man bedachte was für Dinge die Beiden miteinander schon angestellt hatten, war es nur klar, dass Darren die ganze Sache ein kleines bisschen anders sah. Spielerisch biss sich Yumi auf die Unterlippe um ihren Gegenüber zu verdeutlichen warum er wohl keine passende Jury war wenn es darum ging zu bewerten wer nun besser war - Alex oder Yumi. Sie war ihm dankbar dafür, dass er das Gespräch in eine leichtere Richtung lenkte. Dafür, dass er dem Ganzen die Schwere nahm. Erneut trafen sich ihre Blicke doch dieses Mal sah sie nicht weg - dieses Mal ging sie dem Verlangen nach den Abstand zwischen ihnen zu überwinden und von seinen Lippen zu kosten. Wieder und wieder nur um den Kuss folgend zu unterbrechen weil sie sich selbst nicht vertraute. Weil mehr passieren würde. Er hatte nicht unrecht und doch machte sie sich einen Scherz daraus als sie sich räuspernd zurückgezogen hatte. "Pfft... Schauspielstudenten und ihr großes Ego..." Yumi hob eine Augenbraue und musterte das Gesicht des Anderen als wäre das was gerade über seine Lippen gekommen war völlig abwegig und doch verflüchtigten sich die Gedanken der Blonden ganz automatisch. Erst recht als Darren sich auf die Unterlippe biss und in ihr der Wunsch aufkeimte das für ihn zu übernehmen. "Neue Dinge also...?" ging die Blonde schließlich auf seine Aussage ein bevor sich ihre Gedanken in eine Richtung verflüchtigten, die sie nicht wollte oder zumindest nicht wollen sollte. "...wie zum Beispiel lieber schlafen zu gehen als etwas zu tun was nicht richtig wäre?" harkte Yumi schließlich nach und wusste selbst, dass sie sich damit keinen Gefallen tat. Er hauchte ihr folgend einen stillen Kuss auf die Lippen bevor sie sich wenige Sekunden später im Bett wiederfanden. Sie lagen eng beieinander - er hatte sie in seine Arme gezogen - drückte sie an sich und nur für den Moment ließ sie ihn gewähren - ließ sie es zu den Augenblick zu genießen. Eingehüllt in seinen Duft - seiner Wärme. Seine Worte erreichten sie - sie verstand sie. Hier und Jetzt dachte sie nicht darüber nach, dass sie bald kein Dach über den Kopf hatte - keine Arbeit - kein Geld. Sie dachte nicht daran, dass sie zu wenig war - nicht gut genug. Hier und Jetzt konnte sie einfach sein. Einfach genießen und für diesen Moment wünschte sie sich, dass er nie vergehen sollte auch wenn sich Yumi selbst klar war wie töricht dieser Gedanke war. Spätestens als sie ihre Hand unter sein T-Shirt schob und die Narbe spürte, die er ihretwegen trug, wurde sie sich der Realität wieder bewusst. Leise kam die Frage über ihre Lippen. Sie rechnete nicht mit einer Antwort und doch drang seine Stimme wenig später an ihr Ohr - flüsternd - gedeckt. "Normal..." wiederholte die Blonde als er zu Ende gesprochen hatte. "...wird es das je wieder sein?" Sprach sie von der bleibenden Narbe, die nun seinen Körper zierte - die ihn immer an jenen Abend erinnern würden? Sprach sie von dem fehlendem Gefühl in seiner Hand, welches ihm seine Zukunft ruinierte? Sie hatte ihm all das genommen und er würde Tag für Tag daran erinnert werden. Selbst wenn er glaubte Gefühle für sie zu haben - würde er sie irgendwann dafür verantwortlich machen, dass sie ihm seine Träume genommen hatte? Irgendwann würde er die Wahrheit erkennen. Er drehte sich in ihre Richtung, legte den Arm um ihre Taille und drückte sie an sich. Er fuhr fort. Sprach davon das es schon okay ist aber sie wussten Beide, dass dem nicht so war. Es war nicht okay, dass er der Leid tragende war für ihre Fehlentscheidungen. Es war nicht okay, dass er vielleicht bleibende Schäden davon trug. Nichts davon war okay. Ja man konnte es nicht rückgängig machen aber man konnte Schadensbegrenzung machen und in ihrem Fall sah das so aus in dem sie sich fern hielt. Gleich wenn sie morgen wach war, würde sie gehen und nicht zurücksehen. Unbewusst krallte sie sich ein bisschen in seinem T-Shirt fest als er sie fester an sich drückte. Sie presste die Augen zusammen und vergrub ihren Kopf an seiner Brust. Still bat sie ihn um Entschuldigung. Immer und immer wieder aber es verließ kein Wort ihre Lippen weil sie nicht hören wollte, dass sie nicht Schuld war. Sie wollte diese Lüge nicht immer und immer wieder hören. Sie sagte kein Wort. Antwortete ihm nicht. Vielleicht würde er einfach glauben, dass sie eingeschlafen war. Er würde nicht allein sein. Nein. Menschen wie Darren waren nie alleine. er hatte Menschen um sich die ihm gut taten. Menschen, die nicht nur Leid mit sich brachten. Der Druck in ihrer Brust nahm zu als er ihr einen sanften Kuss auf die Stirn hauchte. Sie hatte das nicht verdient. Sie hatte all das einfach nicht verdient. Irgendwann war auch Yumi eingeschlafen. War von seinem gleichmäßigen Atmen und seinem Herzschlag in den Schlaf geschaukelt worden bis sie einige Stunden später schließlich als Erste erwachte. Immer noch lag die junge Erwachsene in seinen Armen. Es schien fast so als hätten sie sich keinen Millimeter voneinander weg bewegt. Vorsichtig blinzelte das Mädchen und hob ihren Kopf ein Stück weit an um in das schlafende Gesicht des Studenten zu sehen. Ihr Blick wanderte darüber - studierte die markanten Züge des Anderen bevor sie sich etwas widerwillig aber behutsam aus seinen Armen schälte. Sie durfte nicht bleiben. Je länger sie blieb desto schwerer würde es werden zu gehen. Wie spät es wohl mittlerweile war. Sie fühlte sich noch immer hundemüde aber es war besser jetzt zu gehen. Das Bett knarrte leicht unter ihrer Bewegung und gerade als Yumi sich aufgerichtet hatte, schielte sie noch einmal über ihre Schulter in die Richtung des Anderen, der nach wie vor zu schlafen schien - sein Brustkorb hob und senkte sich im gleichmäßigen Zügen und das Chaos auf seinem Kopf lud regelrecht dazu ein die Finger durch seine Locken gleiten zu lassen. Die Blonde lächelte leicht bei diesem Anblick bevor sie sich davon losriss und sich einmal mit der Hand durch das Haar fuhr, es aus ihrem Gesicht strich um sich folgend langsam vom Bett zu erheben - wohlbedacht so wenig Lärm wie nur irgendwie möglich zu machen - Darren im besten Fall nicht zu wecken. Das Mädchen streckte sich etwas bevor sie durch das Zimmer tapste auf der Suche nach ihrem Pullover. Es dauerte nicht lange bis sie fündig geworden war. Erneut blinzelte sie etwas verschlafen als sie von einem Sonnenstrahl geblendet wurde, der sich seinen Weg durch die schlampig zugezogenen Vorhänge gebahnt hatte. Ihr Blick fiel auf die Gitarre, welche in der Ecke lag und sie machte ein paar Schritte darauf zu um sich das Teil näher anzusehen. Shit. Es sah ziemlich übel aus. Da war wohl nichts mehr zu machen. Ein Seufzen kam über die Lippen der Blonden bei dem Anblick. war es das wirklich wert gewesen? Sie kannte die Antwort auf diese Frage und schüttelte nur den Kopf bevor sie sich wieder abwandte und auf die Tür zusteuerte. Yumi widerstand dem Verlangen noch einmal über ihre Schulter zu sehen - presste die Lippen stattdessen aufeinander und wollte gerade mit der freien Hand, in der sie nicht ihre Schuhe trug, nach der Türklinke greifen als sie mit dem Fuß gegen Etwas am Boden stieß, was schließlich ins Rollen geriet und mit einem Klirren gegen die Tür donnerte. "Fuck..." kam es nahezu lautlos über ihre Lippen bevor sie nun doch vorsichtig über ihre Schulter in Richtung Bett schielte von dem aus sie ein verschlafener Schauspielstudent ansah. Warum musste diese beschissene Flasche auch einfach hier am Boden herumliegen und ihren Abgang ruinieren...?

    [An einem der Tische] Beatrice & Eric


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    Seine Mundwinkel zuckten nach oben als sich seine schöne neue Bekanntschaft tatsächlich zu einem Kompliment herabließ. Eigentlich hatte er geglaubt, dass die Silberhaarige vielmehr zu der Sorte Mädchen gehörte, die ganz besonders wählerisch waren. Egal worum es ging. Die Sorte Mädchen denen man es einfach nicht Recht machen konnte weil sie mit sehr viel Prunk aufgewachsen waren, die einen ganz anderen Standard hatten als der Durchschnittsbürger. "Oh ist das etwa ein Kompliment?" Eric zog eine Augenbraue nach oben und grinste die Andere an. Er folgte der flüssigen Bewegung der Anderen als sie sich eine verlorene Haarsträhne hinter ihr Ohr strich mit seinen... wie hatte sie es noch gleich genannt? Mit seinen braunen Rehaugen. "Wenn du so weiter machst, werde ich noch rot..." Das Grinsen auf seinen Lippen wurde zu einem Lächeln. Sie musterte ihn, ließ ihn nicht aus den Augen und das lag ganz sicher nicht daran, dass er doch 'recht ansehnlich' war. Vielleicht war sie auf der Hut. Vielleicht war ihr Gerede um einen vermeintlich perfiden Plan von seiner Seite aus doch nicht nur Gerede. Glaubte sie wirklich daran und wenn dem so war, war ihre Sorge begründet? Der Blick des jungen Mannes huschte über die zarten Gesichtszüge des Mädchens als könne er so hinter die Fassade sehen, was natürlich nicht der Fall war. Sie trug eine Maske, wie so ziemlich alle Angehörigen der Adelsfamilie. Wahrscheinlich war sie ihnen schon als Baby in die Wiege gelegt worden. Eric hob schließlich seine beiden Händen. "Du hast mich durchschaut. Genau so sah mein Plan aus. So und nicht anders." Ein theatralisches Seufzen verließ die Lippen des Dunkelhaarigen. "Können wir also gleich zu dem Teil kommen an dem wir uns den Met teilen? Smalltalk ist echt nicht mein Fall..." Mit einem Lachen ließ er seine Hände wieder sinken. Zeitgleich erklang auch das ihre. Glockenhell. Fast so als würde für einen Moment diese Maske, die sie trug fallen. Aber vielleicht täuschte er sich auch. Er lauschte ihren Worten - ihrer Antwort auf seine Frage nach einem vermeintlichen Bodyguard. Es gab immerhin genug Angehörige des Adelsgeschlechts, die keinen Schritt ohne ihren Schatten machten. Vielleicht weil sie wirklich fürchteten Jemand könne ihnen etwas zu Leide tun. Vielleicht einfach aus Gewohnheit. Seine Mundwinkel zuckten erneut nach oben. "Du wirst also auch alleine mit schmutzigen Pfützen fertig?", neckte er das Mädchen ein kleines bisschen aber hätte sie auch ganz sicher nicht unterschätzt. Sie sah nicht aus als wüsste sie sich nicht zu wehren - als wäre sie ein hilfloses Prinzesschen. Hatte sie sich ein wenig aufgerichtet? Größer gemacht als sie es tatsächlich war um ihre Worte zu untermauern? Irgendwie niedlich. Wahrscheinlich war das nicht das erste Mal, dass sie unterschätzt wurde auch wenn das in seinem Fall natürlich nicht wirklich Ernst gemeint war. Vielmehr hatte sich der junge Jäger einen Spaß daraus gemacht. Sie hatten sich bereits auf dem Weg zur Taverne gemacht, als er sich nach ihrem Heimatort erkundigte. Ein belustigter Laut drang aus der Kehle des Mannes als sie zu Ende gesprochen hatte. "Du verstehst es wirklich viel zu reden und letztendlich nichts zu sagen, oder?" Eric vergrub seine Hände in seiner Hosentasche, drehte sich zu ihr um als sie für einen Moment stehn geblieben war. Ein Lächeln erschien auf seinen Lippen als sich ihre Blicke trafen bevor er sich wieder von ihr abwandte und den Weg fortsetzte. "Du musst mir nicht sagen von wo du kommst. Das ist doch egal..." Er zuckte mit den Schultern. Sie hatte bestimmt ihre Gründe. Gründe, die ihn nichts angingen. Für ihn spielte es keine Rolle wer sie war und von wo sie kam. Als sie ihm mit einer Strafe drohte für den Fall, dass er hinsichtlich der besten Taverne log, hob der Dunkelhaarige die Augenbraue. "Eine Strafe?" hinterfragte Eric folgend die Worte des Mädchens. "Funktionieren die Dinge so in deiner Welt...?" Er sprach als wäre ihm diese Welt völlig fremd aber das war sie eigentlich nicht. Oder? Eine Zeit lang hatte er immerhin sehr viel Zeit mit Sophia verbracht. Eine Zeit lang waren sie zusammen gewesen und er war ein Stück weit Teil dieser Welt gewesen. Einer Welt, die so anders funktionierte als die 'echte Welt'. Aber er erinnerte sich nicht daran. Nicht weil es so lange her war sondern weil sein Kopf sich weigerte diese Erinnerung zuzulassen - aus welchem Grund auch immer. "Ich hoffe du bist gnädig..." Er blickte in die blauen Augen der Anderen, tauchte kurz darin ein um ihr folgend ein Lächeln zu schenken als könne er so einer besonders brutalen Strafe entkommen.

    Die Beiden hielten gerade vor der Taverne an, als Eric den verunsicherten Blick der Anderen einfing, die das Gebäude mit gemischten Gefühlen beäugte und offensichtlich doch nicht mehr ganz so überzeugt von der Idee war. Ungeniert griff der junge Mann nach der Hand des Mädchens und hob sie ein wenig an, ließ sie in der seinen ruhen, so dass sich ihre Handflächen nur ganz sachte berührten. Er lehnte sich ein wenig in die Richtung der Silberhaarigen als ein Grinsen auf seinen Lippen erschien. "Willst du doch von deinem Fingerschnippen Gebrauch machen?" Im nächsten Moment entfuhr Eric ein Lachen als er nach der Türklinke griff und seiner Begleitung schließlich die Tür zur Taverne aufhielt und ihr andeutete, dass sie doch bitte eintreten möge. Es dauerte nicht lange und die Beiden hatten an einem der freien Tische Platz genommen. Eric schnappte sich die Speisekarte und ließ seinen Blick über die Auswahl gleiten. Seine Begleitung jedoch machte sich erst gar nicht die Hände schmutzig und begegnete seinem Blick mit einem Funken Herausforderung darin. Er sollte für sie bestellen? "Wenn du es nicht magst - bleibt mehr für mich..." Er zuckte also mit den Schultern bevor die Speisekarte zuschlug und wieder beiseite legte. Natürlich war ihm aufgefallen, dass seit ihrer Ankunft jegliche Aufmerksamkeit auf ihnen lag. Bewundernde Blicke der anwesenden Männer. Neidische Blicke der anwesenden Frauen. "Ich habe mich seit dem letzten Monsterangriff hier niedergelassen..." erzählte Eric schließlich. "Ich war es Leid kein 'Zuhause' zu haben..." Sein Blick senkte sich einen Moment bevor er sich durch die Haare fuhr. "Auch wenn es sich auch nicht wie ein Zuhause anfühlt. Vielleicht irgendwann..." Aber würde er so lange bleiben oder würde er letztendlich doch wieder weiterziehen? Auf der Suche nach der Vergangenheit oder doch der Zukunft? Es dauerte nicht lange und die Bedienung gesellte sich zu den Beiden an den Tisch. Eric deutete an, dass sie sich zu ihm beugen sollte bevor er ihr hinter vorgehaltener Hand die Bestellung zuflüsterte. Die Röte stieg dem Mädchen ins Gesicht als die Worte des jungen Jägers an ihrem Ohr kitzelten bevor sie sich die Bestellung notierte und sich auf den Weg in die Küche machte um dort die Bestellung dem Küchenpersonal weiterzugeben. Eric hatte sich für Onigiri und zweierlei Udon entschieden. Ob er damit den Geschmack seiner Begleitung traf? Das würde er wohl bald sehen. Aber zum Dessert würde sie ganz sicher nicht nein sagen, oder? Jeder liebte doch Apfelkuchen. Oder nicht? Ihr Gaumen war gewiss andere Dinge gewohnt. Erlesenere Kost.

    [Hinas Zimmer] Hina & Alessa - im Wohnzimmer

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    Das freche Kommentar ihrer besten Freundin verschlug Alessa für einen Moment die Sprache. Ein Phänomen, welches doch nur sehr selten eintraf, da das Mädchen doch eigentlich relativ wortgewandt war. Im Normalfall hätte sie sich auf die Aussage der Anderen eingelassen - hätte mit ihr gescherzt weil es zu ihrer Freundschaft ein Stück weit dazu gehörte - es sie vielleicht sogar irgendwie ausmachte. Der intensive Blick ihrer Freundin ruhte auf ihr - fixierte sie und ließ die für den Augenblick nicht los. Ein breites Grinsen zierte die Lippen dieses schönen Mädchens und erst als sie schon einige Sekunden zu lang darauf starrte, spiegelte sich das Grinsen auch auf den Lippen der selbsternannten Prinzessin bevor sie kurz den Blick abwandte. Es kribbelte in ihrem Bauch und sie spürte wie ihr gesamter Körper von einer Hitze durchflutet wurde, in ihr der Wunsch aufkeimte dieser Einladung nachzugehen. Aber sie meinte das nicht ernst, richtig? Hina scherzte nur so wie sie es immer taten. Jene Nacht war eine einmalige Sache weil sie sich ein bisschen ausprobieren wollte. Nicht mehr und nicht weniger. Das Alessa ihre beste Freundin seit dem nicht mehr aus dem Kopf bekam und ihre Gefühlswelt ein kleines bisschen verrückt spielte war ihre Sache - ihr Problem um genauer zu sein. Hina wandte sich ab - bemerkte wahrscheinlich das Alessa sich seltsam verhielt. Wie könnte sie nicht. Dieses Mädchen kannte sie besser als sonst irgendjemand auf der Welt. Sie wusste alles von ihr. Fast alles. Zumindest bis zu jenen Abend hatten sie alles miteinander geteilt - jeden kleinsten Gedanken. Das war nun anders. Hina durfte nicht um ihre Gedanken wissen. Sie würde sich von ihr entfernen. Sie würde ihr vielleicht sogar die Freundschaft kündigen. Sie wollte dieses Mädchen nicht verlieren. Niemals. Lieber schloss sie diese Gefühle weg. Irgendwie musste das doch zu schaffen sein, oder? Alessa Blick wanderte durch das Bad, lenkte sich bewusst von der Tatsache ab, dass ihre beste Freundin nach der sie sich verzerrte hinter ihr badete. Das Plätschern des Wassers riss das Blondchen wieder aus ihren Gedanken und sie hörte sich die Vorschläge der Anderen an. Ob das so eine gute Idee war, kurz nach einer Krankenhausentlassung? Hina schien sich zumindest nicht davon abbringen zu wollen. Ein Teil von ihr verstand den Wunsch den Frust mittels Shopping zu bekämpfen aber ein anderer Teil sorgte sich um das Mädchen - sorgte sich das es ihr zu viel werden könnte. Ein Schmunzeln schlich sich auf die geschminkten Lippen der Schülerin. „Was sind das für Bikinis, die die Wunde abdecken sollen?“ Sie hob eine perfekt gezupfte Augenbraue und sah ihre hübsche Freundin an. Der Gedanke mit ihr durch die Geschäfte zu ziehen und die Kleiderschränke mit neuen Klamotten zu füllen war mehr als verlockend. Erst Recht der Gedanke Hina in hübschen Bikinis zu sehen. War das unfair? Wie schwer würde es dann werden sich zu beherrschen - die Grenze nicht zu überschreiten? „Du weißt genau das du mich zum Shoppen nicht überreden brauchst… ich bin dabei!“ Schließlich setzte sich Alessa auf den Badewannenrand um Hinas Haare mit Shampoo zu versorgen. Gewissenhaft glitten die Finger des Mädchens in das seidige Haar der Anderen, verteilten das Shampoo gleichmäßig und massierten die Kopfhaut ihrer Freundin. Ein genüsslicher Laut entkam der Blonden und Alessa hielt unwillkürlich den Atem an als ihr Blick über das ebenmäßige Gesicht ihrer Freundin glitt, an den Lippen hängen blieb, denen gerade eben dieser Laut entkommen war. Einen Augenblick hielt Alessa inne, betrachtete die perfekten Lippen der Anderen nur um sich schweren Herzens davon loszureißen statt die eigenen darauf zu legen. Unweigerlich musste sie an ihre gemeinsame Nacht denken als Hina fortfuhr. Ihre Massagekünste lobte und das etwas… zweideutig. Ein Grinsen schlich sich auf Alessas Lippen. Sie konnte gar nicht anders und war fast froh darum, dass Hina die Augen geschlossen hatte - nichts davon mitbekam. Sie biss sich auf die Unterlippe als ihre Freundin ihre Worte korrigierte und es damit eigentlich nicht besser machte. „Danke…ich geb mir Mühe…“ kam es schließlich über die Lippen des Mädchens und wahrscheinlich war allein an ihrer Stimme zu hören, dass sie nur schwer ein Grinsen unterdrückte. Sie ließ von der Anderen ab als ihre Arbeit getan war woraufhin diese im Wasser etwas tiefer rutschte, Das Shampoo aus ihren haaren spülte. Alessa konnte nicht anders als sie einen Moment zu lang anzusehen - die Schönheit der Anderen zu bewundern bevor sie sich wieder von der Wanne erhob und zur Türe ging. „Mhhh das klingt himmlisch...“ schwärmte die Schülerin bei dem Gedanken an Pizza mit besonders viel Käse. Allein beim Gedanken daran nahm sie zu aber irgendwie brauchte sie das gerade auch. Käse tat eben auch der Seele gut. Alessa linste über ihre Schulter als ihre Freundin sich aus der Badewanne erhob. Das Wasser benetzte ihre weiche Haut. An einigen Stellen hatte sie noch etwas Schaum. Die roten Augen der Schülerin blitzten gefährlich auf bevor sie sich zwang den Blick abzuwenden. Das war zum verrückt werden. Sie war zum verrückt werden. Ein Räuspern drang aus der Kehle des Mädchens ehe sie wieder in das Zimmer der Anderen zurück ging, sich durch die offene Tür weiter mit ihr unterhielt. Alessa zog die Augenbrauen zusammen als ihre Freundin meinte, dass sie wohl vorher noch etwas für die Schmerzen brauchte. „Ich hab sicher Schmerztabletten in der Tasche…“ kommentierte sie ihren Weg zu ihrer Handtasche und begann schon im nächsten Moment darin zu wühlen, wurde auch schnell fündig. Sie zog den Blister heraus und reichte ihn Hina. „Wird das reichen…?“ Sie zog die Augenbrauen zusammen besorgt zusammen, musste aber wegen der anderen Art von Schmerzmittel schmunzeln, welches ihre Beste wohl im Sinn hatte. „Bunkert dein Papa den Schnaps noch an der gleichen Stelle wie immer? Dann hol ich dir ein bisschen von dem guten Zeug…“ Ihre Blicke trafen sich und unweigerlich zierte ein Grinsen die Lippen des Mädchens. Gesagt - getan. es dauerte nicht lange und Alessa fand sich vor einer imposanten Auswahl an Hochprozentigem wider, während Hina in ihrem Zimmer zurückgeblieben war um sich fertig zu machen. Alessa nutzte die Chance um sich erneut bei Darren zu melden. Er ignorierte sie einfach. Konnte das wahr sein? Unglaublich. "Arsch." Ein abfälliger Laut verließ die Lippen der Blonden als sie dem Studenten erneut schrieb und folgend ihr Handy am Wohnzimmertisch ablegte um sich der hauseigenen Bar zu widmen. „Na was haben wir denn da…?“ Nach und nach fischte Alessa eine Flasche nach der anderen heraus um sie genauer unter die Lupe zu nehmen. Es klang vielleicht grausam aber sie genoss es ein wenig Abstand zu Hina zu haben. Dieses Mädchen brachte sie momentan so durcheinander. Ein Teil wollte vor dieser Verwirrung fliehen und ein anderer Teil wollte ihr noch näher kommen. Da Zweiteres undenkbar war, hielt sich die Schülerin an Ersteres. Ein beeindrucktes Pfeifen verließ die Lippen des Blondchens als sie zwei Prachtstücke hervor holte und beiseite stellte um sie später ihrer Freundin als „Schmerzmittel“ zu präsentieren nur um sich erneut hinunter zu beugen und ihre Suche fortzusetzen...

    Im Krankenzimmer - Leon & Bianca

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    Bianca sah Tabatha eine Weile hinterher. Auch noch als die Tür bereits ins Schloss gefallen und die Zofe längst verschwunden war. Ein Hauch von Wehmut lag in ihrem Blick. Sie hatte verlernt wie sie einst miteinander umgegangen waren - so schien es. All die gemeinsamen Stunden gehörten nun der Vergangenheit an. Stattdessen summierten sich zweifelhafte Begegnungen und nüchterne Wortwechsel. Man könnte fast meinen sie wären zwei Fremde. Bianca senkte den Blick und schloss ihre Lippen, die sich einen Spalt geöffnet hatten um noch etwas zu ihr zu sagen - sie vielleicht aufzuhalten. Eine lose Locke fiel der Adelstochter ins Gesicht und als sie sie am Kinn kitzelte strich sie sie wieder hinter ihr Ohr bevor sie ihre Aufmerksamkeit auf den Tunichtgut im Raum richtete. Ihre Augenbrauen zogen sich zusammen als der Blick ihrer blauen Augen über sein Gesicht huschte. Er hatte sich mittlerweile ein wenig aufgerichtet, inspizierte sein in Mitleidenschaft gezogenes Bein. "Wenn so etwas aus Versehen passiert, würde ich an deiner Stelle nicht herausfinden wollen was passiert wenn ich nachhelfe...." Normalerweise hatte die Adelstochter für solche Sachen Angestellte, die sich an ihrer statt die Hände schmutzig machten aber in diesem speziellen Fall würde sie doch glatt eine Ausnahme machen. Nicht zuletzt um ihr Geheimnis zu wahren, welches die Beiden verband. Sehr zum Leidwesen des Mädchens. Als ihre jüngste Bekanntschaft den Abgang Tabathas noch einmal kommentierte hob diese fast schon beiläufig die Schultern und lehnte sich gegen die Sessellehne während sie ihre Beine überschlug. "Was erwartest du? Normalerweise haben wir Bedienstete, die sich um solche Fälle kümmern..." Sie wandte den Blick von dem Halbwesen ab und verschränkte auch die Arme vor der Brust so gut es ihr mit dem Heilmittel in der Hand zumindest möglich war - ganz die verzogene Göre als die man sie auch in der Stadt kannte. Kurz linste sie wieder in die Richtung des Anderen. "Nicht Jeder besitzt die Dreistigkeit mir zu drohen..." Irgendwie war die Tatsache, dass er es dennoch gewagt hatte doch irgendwie beeindruckend oder einfach nur... dumm. Das war wohl Ansichtssache. Beiläufig schüttelte Bianca den Kopf als sie darüber nachdachte wie tief sie eigentlich gesunken war, dass sie nun hier im Krankenzimmer mit einem dahergelaufenen Streuner war, der doch tatsächlich etwas gegen sie in der Hand hatte. Das war nur die Schuld von diesem dämlichen Kyle. Der Griff um die Tasse mit dem Heilmittel wurde fester obwohl das arme Gefäß wirklich überhaupt nichts dafür konnte. Es waren die Worte des jungen Mannes, die sie schließlich wieder auf andere Gedanken brachten. Ob das besser war, war jedoch die Frage. Sie runzelte die Stirn. Hatte sie sich gerade verhört. Schon im nächsten Moment spürte sie seine Hand auf der ihren und blickte in die hellen Augen Leons, der ein wenig näher gekommen war. "Was...?" kam es erst verständnislos über die Lippen der Adelstochter bevor es ihr wie Schuppen von den Augen fiel und ihr Augenblicklich die Röte ins Gesicht schoss, welches sonst doch eher von nobler Blässe geziert war. Abrupt erhob sich das Mädchen von dem Sessel auf dem sie bis gerade eben noch gesessen hatte. Mit einem Krachen fiel dieser zu Boden, gefolgt von der Tasse, die sie vor Schreck fallen gelassen und deren Inhalt sich über ihr Kleid ergossen hatte, was sie mit einem Fluchen kommentierte. Die grünliche Flüssigkeit sickerte durch die Stoffschichten des noblen Kleidungsstücks, welches sie extra für das heutige Fest ausgewählt hatte. Bianca griff nach dem nächstbesten Stück Stoff, dass sie zu greifen bekam und versuchte es mit Schadensbegrenzung aber letztendlich machte sie es nur schlimmer. Ihr Blick verfinsterte sich als sie das Halbwesen ansah. "Du glaubst doch nicht ernsthaft..." Sie brach mitten im Satz ab und ein amüsierter Laut drang aus ihrer Kehle. "Ich dachte du wärst tot!" rechtfertigte sich Bianca als sie den auffälligen Blick des Anderen auf ihre Lippen bemerkte. Im selben Moment fiel ihr auf, dass sie ihren Ton vielleicht ein bisschen mäßigen sollte wenn sie nicht die ganze Dienerschaft aufwecken wollte. "Ich würde nie..." Sie brach mitten im Satz ab rieb wieder ein wenig an dem Fleck auf ihrem Kleid herum aber unterließ es letztendlich als sie bemerkte, dass es keinen Sinn hatte. "Du bist gar nicht mein T...." Erneut brach sie ab als ihr die Aussage fast im Hals stecken blieb. Mittellos. Nicht vom Adel. Jemand der sie zur Weißglut reizen konnte. Anscheinend doch ihr Typ. Schwachsinn. Bianca griff nach dem umgefallenen Stuhl und ließ sich mit einem genervten Seufzen wieder darauf nieder. "Ich hoffe du bist jetzt zufrieden...." Sie rollte mit den Augen und deutete auf das angerichtete Massaker. "Nun musst du wohl ohne Heilmittel auskommen...." Aber so schlimm stand es nicht um ihn, oder? Er würde das ohne das Mittel auch schaffen, richtig? Nicht das sie sich Sorgen um einen dahergelaufenen Streuner machen würde.

    Darren & Yumi - In Darrens Zimmer



    Auch als die erklärenden Worte der Blonden ihre Lippen verlassen hatten, löste er die Umarmung nicht auf - lockerte seinen Griff nicht - wich nicht zurück oder gar von ihrer Seite. Andere hätten sie dafür verurteilt - sich ihre Meinung über ihre Person gebildet. Eine nicht gerade gute wohlgemerkt. Es war immerhin nicht gerade die feine Art wie sie ihren damaligen Freund behandelt hatte - welche Entscheidung sie getroffen hatte nur um ihn so sehr zu verletzen wie sie es war. Sie war jung. Sie wusste es nicht besser. Nichts als Ausreden. Wahrscheinlich würde sie selbst heute noch nach dem Motto Auge um Auge Zahn um Zahn handeln. Darüber zu reden - Dinge anzusprechen - seinem Gegenüber das Herz auszuschütten und damit sein Innerstes offenbaren - das war nicht ihr Ding. Noch nie gewesen. Das machte zu verletzlich und das wollte sie nicht mehr sein. Sie wollte nicht mehr das verletzliche Ding sein - sie wollte diesen Schmerz nie mehr fühlen müssen. Einer der Gründe wieso sie ihre Gefühle weggesperrt hatte - außen vor lassen wollte wenn sie sich auf einen anderen Menschen einließ vor allem wenn es um Liebesdinge ging. Unbewusst dachte sie daran wie oft sie schon als Eiskönigin bezeichnet wurde und das diese Bezeichnung nicht immer - sogar in den seltensten Fällen als Kompliment gemeint war. Besonders nicht wenn es von den weiblichen Studentinnen kam. Aber der Vergleich war wohl irgendwie treffend.

    Die Haare des Schauspielstudenten kitzelten an der Wange der Blonden als dieser seinen Kopf an ihr vergrub. Sie spürte seinen Atem an der zarten Haut ihres Hals. Ein angenehmer Schauer jagte von dieser Stelle aus durch ihren Körper. Schon bevor er seine Stimme erhob - er ihre Erklärung kommentierte. Hart. Ja. Das war wohl die Untertreibung des Tages. Ein amüsierter Laut drang aus ihrer Kehle und sie wandte den Kopf wieder leicht ab . Löste sich jedoch nicht aus seiner Umarmung. Zu sehr genoss sie es - die Wärme die von ihm ausging - den Halt den er ihr gab. Er war wirklich ein unverbesserlicher Gutmensch. Selbst jetzt verurteilte er sie nicht. Wie war das möglich? Sie runzelte die Stirn als er fortfuhr - drehte den Kopf wieder leicht in seine Richtung. „Hast… du nicht zugehört?“ Mit irritiertem Gesichtsausdruck musterte Yumi den Anderen. Verständnislos. Als würden sie zwei verschiedene Sprachen sprechen. Wie konnte er so etwas sagen? Wie konnte er das als Kleinigkeit herunterspielen? Selbst für ihre Verhältnisse war das was sie damals abgezogen hatte eine ziemlich miese Tour. Er harkte weiter nach - glaubte wohl, dass es noch mehr brauchte um die Tat des Silberhaarigen zu rechtfertigen nur um ihr im nächsten Moment zu versichern, dass es dafür keinen driftigen Grund gibt. Sie spürte wie er sie von der Seite musterte und senkte den Kopf während er ihr versicherte, dass sie das nicht verdient hatte. Nichts davon. Egal was sie ihrem Exfreund angetan hatte. Yumi schüttelte leicht den Kopf. „Auch das was ich getan hab lässt sich nicht wieder gut machen. Das bleibt auch im Kopf. Ob man will oder…nicht.“ Sie griff zum Teil auf seine Worte zurück. Nur weil sie nicht körperlich geworden war, bedeutete das noch lange nicht das es nicht auch in einer Art und Weise Schaden hinterlassen hatte. Ihre Stimme war nur ein Flüstern. „Ich bin nicht besser als er…“ fügte sie schließlich noch leise hinzu. Wahrscheinlich sogar noch mieser. Das Murmeln des Anderen ließ Yumi hellhörig werden - führte dazu, dass sie ihren Kopf wieder anhob und ihn ansah, seinen Blick kreuzte. Zu verschieden? Sie blinzelte als sie ihn einen Moment zu lang ansah. Ihre Mundwinkel hoben sich. Ja. Das stimmte wohl. Man konnte die Beiden wirklich nicht miteinander vergleichen. Sie konnten unterschiedlicher nicht sein. Sachte drehte er sie in seinen Armen, näherte sich ihrem Gesicht und legte seine Lippen auf die ihren um sie zu versiegeln. Der Kuss war sanft - fühlte sich so gut an und als sie sich langsam voneinander lösten öffnete Yumi ihre Augen einen Spalt - sah ihn durch halb geöffnete Lider an. Sie neckte ihn - spielte auf seine vorherigen Worte an, als er sie noch zurechtgewiesen hatte von wegen was sie tun sollte und was lieber nicht. Was man als gute Freundin wohl besser unterlassen sollte wenn man drauf und dran war einer ehemaligen Beziehung eine zweite Chance zu hinterlassen. Ihre Gesichter waren sich noch so nahe. Ihre Lippen streiften sein Kiefer als sie ihren Kopf in die Richtung seines Ohrs drehte um ihn etwas zuzuflüstern. „Keine Angst. Worte haben mir noch nie sonderlich viel bedeutet…“ Sie sah auf. Begegnete seinem Blick während ihre Lippen ein Schmunzeln formten. Sie sog seinen Geruch ein, spürte das sanfte Kratzen seiner Bartstoppel auf ihrem Gesicht als sie sich wieder ein wenig in seiner Umarmung bewegte, sich zurückzog. Das hatte sie schon mehrmals erwähnt, richtig? Worte waren einfach nur Worte. Bedeuteten gar nichts oder waren zumindest in ihren Augen nicht viel wert. Aber sprachen sie wirklich von den selben Worten oder deutete die ehemalige Studentin vielleicht etwas anderes an? Dachte sie vielleicht an vergangene Worte des angehenden Schauspielers? Sie legte ihre Lippen erneut auf die seinen, nicht ohne in den folgenden Kuss hineinzuschmunzeln. Sie hatten sich gerade erst voneinander gelöst und doch keimte in der Blonden schon wieder das Bedürfnis auf ihm nahe zu sein - noch näher. Die junge Erwachsene zog den Anderen an sich in dem sie ihre Hände in seinen Nacken legte - spürte seine harte Brust, wie sie gegen die ihre drückte. Ein wohliger Laut drang aus ihrer Kehle. Sie schmeckte ihn auf ihren Lippen. Sehnsüchtig vertiefte die Blonde den Kuss, spürte wie seine Hände auf Wanderschaft gingen, sich an ihre Taille legten. Unter seinen Fingerkuppen bildete sich eine Gänsehaut. Seine Berührung war so vertraut. Sie war es die sich schließlich mit einem Räuspern von ihm löste - die seinem Blick auswich um sich nicht in der Wärme seiner braunen Augen zu verlieren. Schlafen. Ja das sollten sie. Von wollen konnte nicht die Rede sein. Yumi presste ihre Lippen aufeinander, spürte nach wie vor den Druck der seinen darauf obwohl sie sich längst voneinander gelöst hatten. Ihr Herz pochte fest in ihrer Brust. Ein Kribbeln ging von jener Stelle aus an der er sie berührte - er seine Hände auf ihre nackte Haut gelegt hatte. Er harkte nach. Hinterfrage ihren Vorschlag aber stimmte ihm letztendlich doch zu. Wahrscheinlich weil der Lockenkopf genauso wusste, dass es besser so war. Das sie es hier beenden sollte. Normalerweise würde man sagen: bevor Jemand verletzt wurde aber dafür war es wohl schon zu spät. Sie musste ihn nicht ansehen um zu wissen, dass ein Schmunzeln auf den Lippen lag, die sie gerade eben noch geküsst hatte. Es begleitete seine Worte. Mehr. Ja darauf lief es doch meistens hinaus wenn man sich ihre Begegnungen vor Augen hielt. Ein verächtlicher Laut verließ die Lippen der Blonden, „Bist du so von dir überzeugt das du glaubst es würde mehr passieren…?“ Sie hob ihren Kopf wieder an. Der Blick ihrer blauen Augen begegnete den seinen. Eine Augenbraue hatte sie gehoben als sie ihn herausfordernd ansah. Nach wie vor lagen ihren Hände in seinem Nacken, wanderten seitlich an seinen Händen herab und stemmten sich schließlich gegen seine Brust aber ohne ihn wegzudrücken. „Wäre zur Abwechslung mal etwas Neues wenn wir etwas machen was besser wäre…“ Ihre Mundwinkel hoben sich etwas. Das es eigentlich nicht das was war sie wollte war aber eine andere Sache. War es das was sie brauchte? Schlaf? Der Tag war schon lang. Es war viel passiert. Bisher hatte sie nur nicht zugelassen, dass sie müde wurde. Sie spürte seine Hand an ihrer Wange und wenige Sekunden darauf wie seine Lippen ihre Schläfe küssten. Sanft. Liebevoll. Vorsichtig. Unbewusst hatte sie den Atem angehalten und ihre Augen geschlossen als er sie an sich drückte. Seine geflüsterten Worte führten dazu, dass sie lächeln musste doch schon im nächsten Moment zog der Schauspielstudent sie schon mit sich ins Bett, wo sie neben ihn landete und an seinen kräftigen Körper gedrückt wurde. Ein Laut der Überraschung war ihr dabei entkommen, an welchem sie sich fast schon verschluckte als er mit einer Bewegung seines Arms ihren Kopf auf seiner Brust bettete als gehöre er genau da hin. Sie hörte seinen Herzschlag - regelmäßig - schnell. Unbewusst hielt Yumi den Atem an. Vernahm das Brummen in seiner Brust als er die nächsten Worte an sie wendete und daraufhin lachte. „Muss das sein…?“ kommentierte Yumi demonstrativ sein Vorhaben und gab einen abfälligen Laut von sich, war letztendlich aber froh darum, dass es dementsprechend dunkel im Zimmer war und er nicht sehen konnte, wie ihr die Hitze in die Wangen schoss - wie sehr sie diesen Moment in Wirklichkeit auskostete. Es war schon schwer genug selbst damit klarzukommen. Auch weil es das letzte Mal sein konnte. Sein musste. Ein Seufzen drang aus der Kehle der Blonden und sie verweilte eine Weile in dieser Position - lauschte seinem gleichmäßigen Atem. Wie lange? Das vermochte sie nicht zu sagen. Zeit war relativ wenn sie bei ihm war. Sie spielte keine Rolle. Irgendwann legte sie ihren Arm zögerlich um ihn, schob ihre Hand unter sein T-Shirt und spürte die Hitze seiner nackten Haut unter ihren Fingerkuppen - genoss es wie sich ihre Körper an dieser Stelle ohne ein lästiges Stück Stoff dazwischen berührten doch als sie die Narbe spürte verkrampfte sie sich wieder. "Tut... es noch weh...?" härte sie sich fragen. Leise. Kaum hörbar. Nicht zuletzt auch weil er vielleicht schon eingeschlafen war...

    Darren & Yumi - In Darrens Zimmer

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    Er harkte nach. Wollte von ihr wissen was sie so schlimmes getan hatte um die ganze Sache zu rechtfertigen. Ihre Lippen blieben stumm. Ganz bewusst spürte sie wie seine starken Arme sich fester um ihren Körper schlangen und sie an den seinen drückten. Sie zögerte. Weil sie nicht wollte, dass er diese Seite von ihr kannte? Unwahrscheinlich. Immerhin hatte die Blonde bisher keine Gelegenheit ausgelassen um ihn darauf aufmerksam zu machen was für ein schlechter Mensch sie doch war. Ahnte sie seine Antwort bereits? Vermutlich. Egal was sie ihm erzählen würde, er wäre anderer Meinung, richtig? Ein Teil von ihr wusste das. Ein Teil von ihr wusste, dass das was Alex getan hatte nicht in Ordnung war aber genauso wusste Yumi, dass sie einander nicht viel schuldig blieben. "Ich habe seinen besten Freund gevögelt..." kam es schließlich trocken über ihre Lippen. Sie sah ihn nicht an, ließ ihren Blick durch den dunklen Raum wandern, der nur vom schummrigen Mondlicht, welches durch das Zimmer schien, erhellt wurde. Unweigerlich dachte die junge Erwachsene an jenen Tag damals zurück. "...nicht weil irgendwelche Gefühle im Spiel waren... einfach um ihn zu verletzen..." fügte Yumi schließlich hinzu und klang dabei unerwartet nüchtern - nahezu emotionslos als machte diese Erinnerung nichts mit ihr. Vielleicht würde der Schauspielstudent so endlich kapieren was für ein Monster sie war - das sie nicht das Mädchen war für das er einen Song spielte - von dem er mehr wollte als nur bedeutungslosen Sex. Sie schüttelte den Kopf. "Ich... bin einfach kein guter Mensch..." Ich bin nicht das was du in mir siehst... Sie senkte den Blick - sah zu Boden und schwieg für einen Moment. Erwartete vielleicht das er sie aus der Umarmung entließ - sich von ihr abwendete. Das war etwas das konnte selbst Darren nicht schön reden, oder? "Es... ist nicht so als hätte er mich... verprügelt..." Ihm war nur die Hand ausgerutscht nachdem sie immer weiter Salz in die Wunde gerieben hatte. Nachdem sie ihn immer weiter provoziert hatte. Sie hatten nie darüber geredet. Hatten die Beziehung auch nie beendet sondern waren einfach getrennte Wege gegangen. Yumi nach Kanada und Alex wurde wahrscheinlich zu dem Weiberheld, wie man ihn heute kannte. Sie waren Beide kaputt. Waren es heute noch und immer noch stand dieses Thema unausgesprochen zwischen ihnen. Yumi presste die Lippen zusammen, spürte wie sich die Arme, die um ihre Taille geschlungen waren, lockerte, Nur ein bisschen. Er sprach seine Gedanken nicht völlig aus. Unterbrach den Satz in der Mitte. Führte ihn nicht zu Ende. Das musste er auch gar nicht. Es war Beiden klar, worauf er hinaus wollte. "Das wird nicht passieren..." kam es voller Überzeugung über die Lippen der Blonden auch wenn sie das in Wirklichkeit nicht wissen konnte. Auch wenn sie vielleicht nicht so überzeugt davon war, wie sie es klingen ließ. Alex hatte immer schon leicht die Fassung verloren wenn man einen wunden Punkt traf. Ihre Beziehung hatte die gelehrt wo diese wunden Punkte lagen und sie hatte sie schamlos ausgenutzt um ihm weh zu tun damit nicht sie die Einzige war, die litt. Darren drückte sie wieder etwas fester an sich - lächelte als er ihre Worte vernahm. Irrelevant ob es sich um eine Frage oder eine Feststellung handelte. Seine Stimme so nah an ihrem Ohr jagte einen angenehmen Schauer durch ihren Körper - verursachte eine Gänsehaut und unweigerlich musste auch die ehemalige Studentin schmunzeln. Schon im nächsten Moment griff er nach ihrem Oberarm, drehte Yumi in seinem Arm herum, so dass sie sich gegenüber standen. Er griff nach ihrem Kinn, zwang sie dazu ihren Kopf anzuheben - ihn anzusehen. Nur kurz hatte sie die Gelegenheit mit ihren blauen Augen sein markantes Gesicht abzutasten und schon im nächsten Moment überwandte er das letzte bisschen Abstand zwischen ihnen um seine Lippen auf die ihren zu legen. Unweigerlich hatte Yumi ihre Augen geschlossen, spürte den sanften Druck seiner Lippen auf den ihren, den Geschmack des angehenden Schauspielers. Sie erwiderte den Kuss sachte - fast so als wäre es ihr erster Kuss. Sie hatte den Atem angehalten, spürte den seinen auf ihren angefeuchteten Lippen als sie sich voneinander lösten - nur ein bisschen. Und doch atmeten sie noch die selbe Luft - waren einander noch so nah. Yumi legte eine Hand auf seine Brust, spürte den Herzschlag des Anderen unter ihrer Berührung. Spürte wie schnell sein Herz klopfte. Sie senkte den Blick auf ihre Hand nur um ihm im nächsten Augenblick wieder an ihm hinauf wandern zu lassen - seinen Hals streifend - sich an seine Lippen heftend nur um anschließend in seine dunkelbraunen Augen einzutauchen. "...wie war das noch mit: ich sollte das nicht tun?" Sie presste die Lippen aufeinander ehe ein fast freches Grinsen darauf erschien bevor sie sich auf die Unterlippe biss. Es gab so vieles das sie nicht tun sollte. Es gab so viele Fehler die begangen werden wollten. Jetzt auf der Stelle. Yumi ließ ihre Hand ein wenig nach oben wandern, legte sie in seinen Nacken, während ihr Blick über sein Gesicht tanzte. Sachte strichen ihre Finger über jene Stelle in seinem Nacken an der sein Haaransatz war. Sie ließ ihre Finger in seine dunkelbraunen Haare gleiten, nur um sie folgend wieder in seinem Nacken abzulegen und ihn ein wenig zu sich hinunter zu ziehen damit sie ihre Lippen erneut auf die seinen legen konnte. Ein wohliger Laut drang dabei aus ihrer Kehle - verschluckt von dem Kuss, den sie gerade austauschten. Seine Lippen waren so unglaublich weich. Sie schmeckten so gut. Sie konnte nicht genug davon bekommen. Fast so als wäre sie süchtig danach. Es war Yumi, die den Kuss schließlich beendete, ihre Hand wieder auf seiner Brust ablegte und den Blick senkte um sich nicht erneut im tiefen Braun seiner Augen zu verlieren. Sie räusperte sich - brauchte einen Moment um zu verarbeiten was dieser simple Kuss mit ihr machte. "Wir sollten vielleicht... schlafen gehen..." Das war das was sie sagte aber nicht das was sie eigentlich wollte, oder? Es spielte jedoch keine Rolle was sie wollte. Weil es heute vielleicht das war aber morgen wieder etwas völlig anderes. So war sie nun einmal und das war Darren gegenüber nicht fair. Sie hatte schon genug kaputt gemacht.

    Darren & Yumi - In Darrens Zimmer

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    Dieses winzige Wort verließ seine Lippen. Leise. Kaum hörbar und doch fand es seinen Weg an ihr Ohr. Was genau er damit verneinte vermochte die Blonde nicht zu sagen. War es eine Antwort auf ihre Frage oder brachte er vielmehr seine Gedanken damit zu verstummen - beantwortete sich unausgesprochene Fragen selbst? Was es auch war, er wirkte in sich gekehrt - nachdenklich - machte sich wahrscheinlich sein eigenes Bild zu dem was in der Vergangenheit passiert sein könnte. Wahrscheinlich war es nicht förderlich sich aus der Affäre zu ziehen - es abzustreiten und ihn im Ungewissen zu lassen. Meist war die Fantasie doch um einiges wilder als es die Realität war - richtig? Aber das was damals zwischen Alex und ihr vorgefallen war ging ihn im Grunde nichts an. Es hatte hier nichts zu suchen und wenn sie sich nicht in jener Situation von damals widergefunden hätte, dann wäre es weiterhin auch nur eine Sache zwischen dem Silberhaarigen und ihr. Yumi wollte ihn nicht in Schutz nehmen für das was passiert war - wirklich nicht - und doch tat sie es irgendwie - wusste selbst nicht warum. Sie suchte nach einer Erklärung. Einer Erklärung für ihr Verhalten aber es gab keine Erklärung, die nicht die Wahrheit beinhaltete. Der Blick der jungen Erwachsenen wanderte über sein Gesicht - über seine zusammengepressten Lippen, als verkneife er sich so viele ungesagte Worte. Die wenigen Worte, die über ihre Lippen kamen änderten nichts an seinem Verhalten - wahrscheinlich auch nichts an der Geschichte, die er sich in seinem Kopf zusammengesponnen hatte - die man sich automatisch zusammenreimte wenn man nur eine Seite der Geschichte kannte und die nicht einmal in einem Ausmaß, dass man dazu befugt war sich seinen Teil zu denken. Sie erhob sich, angelte nach ihrem Pullover nur um etwas Abstand zu bekommen - um das Gefühl der Nacktheit, welches sie überkam zu unterbinden. Das Gefühl ausgeliefert zu sein und das in einem Ausmaß und unter einem Umstand, der ihr nicht gefiel. Erneut kam dieses winzige Wörtchen über seine Lippen. Hatte er ihr überhaupt zugehört? Sie ernst genommen? Oder hielt er es nur für leere Worte. Tatsächlich glaubte sie nicht daran, dass Alex dieser Typ Mensch war. Er mochte vieles sein aber sie würde ihn ganz sicher nicht als Schläger bezeichnen. Es entschuldigte nicht das was damals zwischen ihnen vorgefallen war aber er war wirklich kein schlechter Mensch auch wenn sie so ihre Differenzen hatten - um es milde auszudrücken. Hinter sich hörte Yumi wie der Student sich vom Boden erhob, den Abstand zu ihr verringerte. Er entschuldigte sich aber sie schüttelte nur den Kopf, sah ihn dabei nicht an. Es gab nichts wofür er sich entschuldigen müsste und doch tat er es. Immer immer wieder. Dabei war sie es die ihm so viele Entschuldigungen schuldete, sie aber nicht über die Lippen bekam weil Worte allein nicht genügten um das wieder gut zu machen was sie angerichtet hatte. Sie blickte über ihre Schulter als er hinter ihr stand nur um im nächsten Moment ihren Blick wieder abzuwenden, ihre Finger in den Stoff des Pullovers zu krallen. Zitterte sie? War ihr kalt? Eigentlich nicht. Seine Arme schlangen sich von hinten um sie, vertrieben die Dämonen der Vergangenheit und erst als er sie sachte drückte bemerkte die Blonde, dass sie für einen Moment den Atem angehalten hatte - sie erst weiter atmete als er seinen Kopf auf ihre Schulter bettete. Augenblicklich umhüllte sie sein Geruch gemischt mit dem Geruch des Alkohols, den er in sich geschüttet hatte. Sachte und kaum merkbar lehnte sie ihren Kopf gegen den seinen. Ein leises Seufzen verließ ihre Kehle als die Anspannung in ihrem Körper leicht nachließ. Sein Flüstern kitzelte sanft an ihrem Hals als er sprach - als nach und nach Worte seine Lippen verließen. Worte, die er wahrscheinlich glaubte sagen zu müssen um ihr die Schuld zu nehmen. "Nein." entgegnete sie ihm knapp. Sie schüttelte ihren Kopf. "So ist es nicht..." Sie drehte ihren Kopf zur Seite - von ihm weg aber löste sich nicht aus seinen Armen - genoss den Halt, den er ihr in diesem Moment durch diese Umarmung gab. "Ich bin nicht so unschuldig wie du vielleicht glaubst..." Sie lachte leise auf. Es gehörten doch immer Zwei dazu wenn etwas in die Brüche ging, oder? Auch in diesem Fall war sie Schuld daran. Sie hätte ihm vertrauen sollen. Sie hätte ihm nicht mit Absicht weh tun sollen. Aber im Nachhinein hatte man leicht reden. "Ich hatte es verdient..." Sie war ein Miststück. Damals wie heute. Das wusste sie. Sie hatte nicht nur ihre Beziehung zerstört sondern auch die Freundschaft zwischen zwei besten Freunden. In Wirklichkeit hatte sie jeden feindseligen Blick , jedes gehässige Wort seinerseits verdient. Yumi presste die Lippen aufeinander. Von dem taffen Mädchen, welches dem Silberhaarigen in all diesen Situationen Kontra geboten hatte, fehlte nun jede Spur. Es waren die Worte des Schauspielstudenten, die sie wieder aus ihrer Gedankenwelt holten. Angst? Um sie? "Das musst du nicht. Ich bin nicht mehr das Mädchen von damals..." Ihre Mundwinkel zuckten nach oben als sie ihren Kopf wieder in die andere Richtung drehte- sein Gesicht mit ihrer Nasenspitze streifte bei dieser winzigen Bewegung. "...ich weiß mir zu helfen." Sie senkte die Augenlider, hielt für einen Moment die Luft an als ihre Lippen sich beinahe streiften bevor sie den Kopf wieder ein wenig abwandte. Sie spürte das Klopfen ihres Herzens in der Brust. Durch seine Nähe. Seine Wärme. Seine Umarmung wurde fester als er sie bat nicht zu ihm zu gehen. Als er sie bat stattdessen bei ihm zu bleiben. Diese Wärme tat gut und für diesen Moment wollte sie ihr auch nicht entkommen - empfand sie nicht als erdrückend sondern als... schön. Der Pullover fiel aus ihrer Hand - landete vor ihr auf dem Boden. "Für... diese Nacht...?" Eine Frage? Eine Feststellung? Sie wusste es nicht. Eigentlich schon. Sie hatte diese Entscheidung längst getroffen. Mit ihrer Lüge damals in der Uni. Damals hatte sie das zwischen dem angehenden Schauspieler und ihr beendet und doch war es nicht vorbei. Es fühlte sich nicht so an. Sie lehnte ihren Kopf gegen den seinen. Spürte seine Bartstoppel wie sie an ihrer Wange kratzten, spürte seinen Herzschlag, der aber auch genauso gut ihrer sein hätte können. Yumi schloss die Augen und sog seinen Duft ein um anschließend ihre Hand auf seinen Armen abzulegen, die er nach wie vor um sie geschlungen hatte als wäre sie das Wertvollste auf der Welt. Dieses Gefühl - es war ihr völlig fremd aber nicht minder... beängstigend.

    Darren & Yumi - In Darrens Zimmer


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    Er wollte es verstehen. Aber es gab doch gar nichts zu verstehen. Vielleicht verstand Yumi selbst nicht warum sie überhaupt geglaubt hatte, dass diese Lüge irgendetwas ändern würde - das er sich dadurch endlich zurückziehen würde weil sie es nicht konnte - weil sie zu schwach war. Weil ein Teil von ihr es nicht wollte. Der Teil, den sie unterdrückte weil sie das alles so nicht geplant hatte - weil alles ganz einfach hätte laufen sollen - eine unkomplizierte Geschichte - ein One-Night-Stand - nicht mehr und nicht weniger. Sie wollte doch einfach ihren Spaß haben. Warum mussten Männer mit ihren Gefühlen immer alles kaputt machen? Ein Seufzen kam über die Lippen der Blonden und sie fuhr sich durch die Haare - strich sie sich aus dem Gesicht bevor sie folgend ihren Blick auf den angehenden Schauspieler richtete. Eigentlich war es doch gar nicht er der alles kaputt machte, oder? Eigentlich war sie es mit ihrer Inkonsequenz. Wenn die von Anfang an alles was zwischen ihnen gelaufen war unterbunden hätte, würden sie jetzt nicht hier sein. Ihre Lippen öffneten sich einen Spalt aber es kam kein Ton über ihre Lippen. Er musste es nicht verstehen. All das ging ihm nichts an. Es gab nichts zu bereden zwischen ihnen. Sie war ihm keine Rechtfertigung schuldig mit wem sie es wie oft trieb. Er war nicht ihr Freund. Es konnte ihm also egal sein. Aber das war es offenbar nicht. Fast so als suchte er weiterhin nach einer Lücke in ihrer Geschichte - als würde er ihr nicht völlig glauben - als zweifelte er an ihrer Erzählung. Nicht verwunderlich wenn man bedachte, dass sie frei erfunden war. Das sie Alex seit einer halben Ewigkeit nicht mehr gesehen hatte weil er ihr offenbar aus dem Weg ging seit er ihr quasi gesagt hatte, dass von seiner Seite immer noch Gefühle im Spiel waren. Von Liebe hatte er gesprochen. Aber vielleicht hatte der Silberhaarige recht. Unwillkürlich dachte die junge Erwachsene an seine Nachricht. Vielleicht war es wirklich sie, die eigentlich ihm aus dem Weg ging. Weil sie das Gespräch mit ihm fürchtete. Weil sie fürchtete er wolle eine Antwort. Eine Antwort, die sie ihm nicht geben konnte weil sie nicht bereit war ihre Lüge zur Wahrheit zu machen aber auch gleichzeitig nicht bereit war ihn loszulassen. Es hatte sich nichts geändert. Ihr Jahr im Ausland war völlig umsonst gewesen. Sie hatte nichts hinter sich gelassen sondern war einfach nur davon gelaufen. Natürlich hatten sich die Probleme in der Zeit nicht in Luft aufgelöst. Das taten sie nie und dennoch verspürte sie den innigen Wunsch jetzt und hier wieder auf die gleiche Art und Weise zu reagieren. "Du wirst es nie verstehen!" blaffte sie den anderen schließlich an als er ihr auch noch unterstellte nicht glücklich zu sein - als er ihr Glück anzweifelte. Sie schüttelte den Kopf. Er hatte Recht. Mit allem. Aber sie war nicht bereit das zuzugeben. Nicht jetzt. Wenn sie wirklich mit Alex zusammen wäre - dann wäre sie jetzt nicht hier - richtig? Ihr Blick wanderte über sein Gesicht. Dann könnte sie sich fernhalten - richtig? Sie würde sich gewisse Dinge nicht an einem anderen Ort holen. Aber es ging nicht darum sich hier mit ihm zu vergnügen. Es ging nicht nur um Sex. Sie senkte den Kopf als es ihr bewusst wurde. Als sie ihren Kopf wieder hob begegneten sich ihre Blicke und sein abfälliges Lachen drang an ihr Ohr. Nächstenliebe? Nein. Nun war es an ihr, dass ein amüsierter Laut aus ihrer Kehle kam. "Süß wie du denkst, dass es mir um Nächstenliebe gehen könnte. Tut mir Leid, dich enttäuschen zu müssen aber dafür bin ich zu egoistisch..." Er hatte sich wieder abgewandt. Ihr Blick bohrte sich in seinen Rücken und folgte ihm schließlich durch den Raum. Irritiert von seinem Tun. Was hatte er vor? Ertrug er ihre Nähe nicht? War es falsch hier herein zu kommen? Was für eine Frage. Natürlich war es das. Sie hatte hier nichts verloren. Ihre Lippen bewegten sich ganz von allein - formulierten diese Frage. In ihrer Stimme fehlte nun der schroffe Ton von zuvor - es fehlte auch der provokante Unterton. Ihre Stimme klang stattdessen ungewohnt sanft. Es dauerte nicht lange und er antwortete als wäre es selbstverständlich. Für einen Moment setzte ihr Herz aus bevor es nahezu mit doppelter Geschwindigkeit weiterschlug. Natürlich. War er so sehr davon überzeugt, dass er ihr das geben konnte was sie brauchte? Diese Selbstverständlichkeit mit der er dieses winzige Wörtchen aussprach beeindruckte Yumi fast schon ein bisschen. Sie konnte ihren Blick nicht von ihm lösen, wusste aber auch nicht was sie darauf hätte antworten sollen. Das einzige was sie wusste, war das es ihr gerade verdammt schwer fiel diese Lüge aufrecht zu halten - dem Bedürfnis zu widerstehen den Abstand zwischen ihnen zu überwinden und ihre Arme um ihn zu schlingen - ihn zu küssen - ihm nahe zu sein. Der Moment verstrich als er fortfuhr - ihre Aussage belächelte. Yumi schüttelte den Kopf - besann sich eines Besseren - vertrieb diesen unsinnigen Wunsch. "Bist du eher ein Befürworter des Mottos 'Gegensätze ziehen sich an'?" Sie hob ihre Augenbraue und im nächsten Moment donnerte das hilflose Saiteninstrument gegen die Wand. Automatisch schützte sie sich mit ihren Händen. Nicht weil sie sich fürchtete sondern weil seine Worte etwas auslösten von dem sie längst gedacht hatte, dass sie es vergessen hatte. Irgendwie.

    Sie spürte den Druck seiner Hand, welche die ihre hielt. Sanft aber doch bestimmt. Sie sah in seine Augen. Verwirrt von dem was er zu sehen bekommen hatte - von ihrer Reaktion auf das was passiert war. Der klägliche Versuch diese Reaktion als normal abzutun scheiterte. Natürlich. Sie hatte definitiv schon Mal besser gelogen. Sie beschwichtigte stattdessen das was er zu sehen bekam - die Vermutung, die er ganz sicher hatte aber nicht ausgesprochen hatte. Das musste er nicht. Sie konnte es von seinem Blick ablesen. Er gab sich nicht mit ihrer miserablen Erklärung zufrieden. Schien irritiert von ihrer Wortwahl. Er wandte seinen Blick ab, löste den Griff seiner Hand jedoch nicht - schien allerdings mit sich zu kämpfen - mit dem was er sich in seinem Kopf ausmalte. Während Yumi versuchte ihm den Wind aus den Segeln zu nehmen. Forschend musterte die Blonde sein Gesicht - als würde es ihr mehr verraten als sein Mund, welcher seit einiger Zeit stumm geblieben war. Viel zu lange. Doch schließlich fand er seine Stimme wieder. Vier Worte. Sie standen längst unausgesprochen zwischen ihnen aber als er sie nun ausgesprochen hatte konnte sie es nicht mehr ignorieren - konnte sie nicht dazu schweigen und doch fehlten ihr im ersten Moment die Worte. "Ich... nein..." kam es holprig aus ihrem Mund. "So war das nicht..." Sie suchte nach einer Erklärung aber es gelang ihr nicht so recht. Yumi entzog sich seinem Griff. "Es war auch... meine Schuld. Ich habe nicht aufgehört ihn zu provozieren..." Sie schüttelte den Kopf, hielt den Blick gesenkt und vermied es ihn anzusehen. "Außerdem war es nicht..." Warum war es überhaupt dazu gekommen, dass sie hier und jetzt darüber redeten. Sie hatte noch nie mit Jemanden darüber geredet und Darren war auch ganz sicher nicht der Richtige dafür, daran etwas zu ändern. Yumi zog sich zurück - angelte nach ihren Pullover, der unweit von ihr am Boden lag und zog ihn an sich, um sich ein wenig damit zu bedecken. Denn plötzlich fühlte sie sich irgendwie... nackt und das hatte nicht wirklich was damit zu tun, dass sie nur in Unterwäsche vor ihm saß. "So einer ist er nicht..." hörte sich die junge Erwachsene sagen. Yumi wandte sich ab und ließ ihre Beine aus dem Bett baumeln bevor sie sich schließlich erhob, ihn jedoch nicht ansah. Sie krallte sich im Stoff ihres Pullovers fest, den sie immer noch in den Händen hielt. "...wirklich..." Wollte sie ihn überzeugen oder letztendlich sich selbst? Es war im Eifer des Gefechts passiert. Einmal und nie wieder. Sie sollte jetzt gehen. Vielleicht war es doch besser die Nacht allein zu verbringen. Das hier war ein Fehler. Aber das war ihr von Anfang an klar gewesen.

    Darren & Yumi - In Darrens Zimmer


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    Das Wissen darum, dass sie nicht die Einzige war, der es so mit ihrem Studium erging half nicht. Das tat es doch eigentlich nie, oder? Natürlich ging es immer Jemanden schlechter als einem selbst und natürlich gab es Menschen, die in der gleich beschissenen Lage waren. Ja sie könnte Hilfe annehmen und ja es wäre wahrscheinlich einfacher aber darin war Yumi noch nie sonderlich gut und daran würde sich auch jetzt nichts ändern. Sie wollte niemanden etwas schuldig sein. Sie wollte es auf ihre Weise machen. Auf sich selbst konnte man sich verlassen was man von anderen Menschen nicht unbedingt behaupten konnte. Andere Menschen erwarteten für gewöhnlich eine Gegenleistung. Ihre Hilfe war an Bedingungen geknüpft - sie erwarteten sich etwas. Erwartungen, denen sie nicht gerecht werden konnte. Yumi atmete einmal tief ein und wieder aus. "Ich brauche keine Hilfe. Ich bin selbst daran Schuld, dass es so gekommen ist also krieg ich das auch selbst wieder hin..." ... oder vermassle es noch mehr... fügte die junge Erwachsene ihrer Aussage gedanklich noch hinzu aber selbst wenn es so kam dann war das ihre Sache. Das Gefühl versagt zu haben keimte in ihr auf - ergriff von ihr regelrecht Besitz und erdrückte sie förmlich aber sie bemühte sich Darren das nicht spüren zu lassen. Bewusst konzentrierte sie sich darauf diesen Gedanken - vielmehr dieses Gefühl - wegzuschieben. Und darin war die Blondine eine Meisterin. Sie wollte nicht das dieses Gefühl Überhand gewann. Gefühle konnten so viel zerstören. Nicht jetzt. Nicht hier. Nicht in seiner Gegenwart. Weil sie keine Schwäche zeigen wollte. Nicht schon wieder. Seinen Plan ihr heimlich Geld zuzustecken vereitelte sie mit einem leichten Kopfschütteln. Flüchtig hoben sich ihre Mundwinkel bei der Vorstellung, wie er das wohl anstellen würde. "Darum geht es nicht..." kam es leise über die Lippen der Blonden nachdem sie in die dunkelbraunen Augen des Anderen eingetaucht war. Es brauchte keine Worte. Er musste es nicht sagen. Sie konnte spüren was dieser Blick zu bedeuten hatte und als ihr das bewusst wurde - wieder einmal - senkte sie den Blick - wich ihm aus weil es sie ein Stück weit einschüchterte. Weil diese Nähe, diese Aufoperungsbereitschaft sie einengte und berührte - in gleichem Maße. Ihre Lippen öffneten sich einen Spalt aber sie hatte längst vergessen was sie auf seine Aussage erwidern wollte weil dieser intensive Blick des Schauspielstudenten sie auch wenn sie es nie zugeben würde ein wenig aus der Fassung gebracht hatte - eigentlich mehr als nur ein wenig. Wahrscheinlich hätte es sich dabei ohnehin nur um Worte gehandelt, die sie bereits gesagt hatte. Mehrmals. Ablehnende Worte. Worte, die ihn fernhalten sollten aber ihre Wirkung jedes Mal verfehlt hatten. Als Yumi ihren Kopf wieder hob, sah sie das Lächeln auf seinen Lippen. Selbstsicher. Hoffnungsvoll. Für einen Moment konnte die junge Erwachsene nicht glauben, wie ein Mensch auf einer Seite so viel Hoffnung in sich tragen konnte und zugleich so hoffnungslos schien wenn es um andere Dinge ging. Um sich selbst zum Beispiel. Dinge, die eigentlich wichtiger waren als einen hoffnungslosen Fall hinterherzujagen. War das alles nur Show? Wollte er einfach nur ihren Glauben an die Liebe zurückbringen? Daran, dass es sowas gab. Was es auch war bei dem folgendem Thema spielte es keine Rolle mehr. Die Ruhe – die Harmonie zwischen ihnen nahm ein Ende - wich belächelnden Worten. "Warum, warum, warum?" wiederholte sie seine Fragen zum Teil. So viel Fragen. Ihr Tonfall war fast schon schroff. "Was bezweckst du mit der Fragerei? Dadurch wird sich nichts ändern…“ Es gab nämlich gar nichts, dass sich ändern musste aber das wusste der Musiker nicht. Das sollte auch so bleiben. Auch wenn es ihr durch den Strich ging, so war es doch hilfreich, dass er die Bremse zog - verhinderte, dass zwischen ihnen mehr lief. Das wäre eigentlich ihre Aufgabe. Nicht weil sie einem vermeintlichen Freund etwas schuldete - Treue oder dergleichen. Nein. Weil sie es ihm schuldete. Sie schuldete es ihm, in freizugeben. Aber allein der Gedanke daran, raubte ihr die Luft zum Atmen. Allein der Gedanke, nie wieder solche Blicke von ihm zu bekommen - ihn nie wieder zu spüren - weckte in der Blonden das Bedürfnis es ein letztes Mal zu wagen - ein letztes Mal, den Abstand, der sie trennte zu überwinden. Aber sie wusste, dass es nicht dabei bleiben würde, weshalb sie sich nicht vom Fleck rührte - dem Bedürfnis nicht nachging und sich stattdessen lieber über seine Fragerei echauffierte weil es sich so besser ertragen ließ. "Was ich mir selbst antue..." Wiederholte sie seine Worte und ein belustigter Laut verließ die Lippen der jungen Erwachsenen. "Es geht mir gut mit dieser Entscheidung. Das ist genau das was ich will." Wow. Beinahe hätte sie es selbst geglaubt. Wer war diese Person, die sich ihrer Taten vermeintlich so sicher war. Ihre Lippen kräuselten sich und sie funkelte den Dunkelhaarigen an. "Ich bin ganz brav. Für dich hätte ich nur eine Ausnahme gemacht... der alten Zeiten wegen..." Der Blick ihrer blauen Augen war unnachgiebig auf den Schauspielstudenten gerichtet. Das war wohl wieder einer dieser Momente, wo sie ihm was schauspielerische Leistungen anging fast schon Konkurrenz machen konnte. Sie war es geübt eine Maske zu tragen auch wenn sie ihn seiner Gegenwart doch immer wieder zu bröckeln begonnen hatte. Ein weiterer Grund warum das hier sein Ende finden musste. "Glaubst du, du kannst es...?" Ihre Stimme war wieder etwas sanfter - weniger herausfordernd - weniger provokant. Für einen Moment konnte man meinen, sie meinte diese Frage ernst aber im nächsten Moment hob sie ihre Augenbrauen als zweifelte sie stark daran. Sie folgte seiner Bewegung - wie er sich vom Bett erhob und durch das Zimmer wankte - dabei fast schon verloren wirkte - den Silberhaarigen als 'Perfekt' betitelte. Belustigt lachte die Blonde auf. "Er ist nicht perfekt. Aber ich bin es auch nicht..." fügte sie hinzu, wirkte dabei fast ein wenig gedankenverloren - wehmütig wenn man es so nennen wollte. Es waren die Worte des Schauspielstudenten, die sie aus ihrer Gedankenwelt rissen. Wieder einmal. Doch dieses Mal relativ unsanft. So weckten seine Worte in Kombination mit seinen Taten - dem scheppernden Geräusch, welches die Gitarre von sich gab als sie gegen die Wand krachte, Erinnerungen, die nicht hierher gehörten sondern an eine andere Stelle. Aber Yumi schaffte es nicht das zu unterscheiden -jene Situation damals von dieser zu trennen. Sie bemerkte nicht wie er ihren Namen rief - immer wieder - mit sanfter Stimme - es fehlte jede Spur von Wut. Aber alles was sie hörte waren SEINE Worte von damals. Warum er? Sie sah die Wut in seinem Blick. Sie sah, dass sie ihn verletzt hatte mit dem was sie getan hatte. Aber sie konnte nicht aufhören. Sie schüttete weiter Öl ins Feuer bis er explodierte. Yumi zuckte zusammen als sich ihr die Hand näherte - der Schmerz aber ausblieb. Sie blinzelte irritiert als sie statt in grüne Augen in dunkelbraune blickte. Statt von einer eisigen Kälte in unendliche Wärme eintauchte. Ihre Lippen öffneten sich aber sie schaffte es im ersten Moment nicht etwas zu sagen, wusste aber, dass sie sich erklären musste weil er sie mit einem besorgtem Blick musterte. Er hinterfragte ihre Worte, schüttelte den Kopf. Er glaubte ihr nicht. Natürlich nicht. Sachte schlossen sich seine Finger um die ihren. So vorsichtig als hätte er Angst etwas kaputt zu machen. Dabei gab es da doch gar nichts. Sie war schon kaputt genug auch wenn sie da sicher unterschiedlicher Meinung waren. Ihre Blicke begegneten sich auch wenn es ihr nicht leicht fiel dem seinen standzuhalten unter diesen Umständen. Er traf ins Schwarze. Was sonst. Ihre Reaktion war eindeutig. Kurz entriss sie sich seinem intensiven Blick, spürte wie sein Griff um ihre Hand ein wenig fester wurde. Sie schluckte, suchte nach den richtigen Worten. Vielleicht nach einer Lüge aber wahrscheinlich würde er sie nicht glauben. Seine Worte waren nur ein Flüstern - klangen verzweifelt und besorgt. "Es ist nichts..." versicherte sie ihm und hob die Mundwinkel. Spürte sie Berührung seiner zweiten Hand - seiner verletzten Hand. Sie presste die Lippen aufeinander. Warum ging es hier eigentlich um sie? Ihn hatte es weit schlimmer getroffen. Es genügte ein Blick um zu wissen, dass er ihr nicht glaubte. "Wirklich." sagte die Blonde mit etwas Nachdruck und lehnte sich ein wenig in seine Richtung um über seinen arm zu streichen - den Part in dem er noch etwas spürte - oder? "Ich..." begann sie schließlich als sie sich wieder in die ursprüngliche Position begab und ihren Kopf ein wenig senkte. "Das ist Vergangenheit. Ich war... irgendwie selbst Schuld..." Es fröstelte sie ein wenig. Trotz der hohen Temperaturen war es in der Nacht doch ganz schön frisch. "Es geht mir gut..." versicherte sie dem Anderen und hob die Mundwinkel als sich ihre Blicke wieder trafen. Immerhin war das Ganze Jahre her.

    Darren & Yumi - In Darrens Zimmer



    Sie hob eine Augenbraue als der Student mit diesem 0815 Spruch ankam. Oder war das am Ende die Philosophie dieser besagten Frau? So gut kannte die Blonde Marie Kondo dann doch nicht. Offensichtlich. Man musste dafür nur einen Blick in ihr Zimmer werfen. So oder so hatte sie kein Interesse daran etwas an diesem Part ihres Lebensstils zu verändern. "Achja? Auf diese Hälfte kann ich gut und gerne verzichten..." In ihren Augen war das Zeitverschwendung und irgendwie bekam sie es ja doch nicht hin also warum versuchen Jemand zu sein, der man nicht war. Der Lockenkopf sprach wohl nicht nur über die Unordnung in ihrem Zimmer aber das war ja auch nichts Neues. Nicht umsonst schlossen viele Menschen von einem unordentlichen Lebensraum auf einen chaotischen Kopf. Eine Schlussfolgerung, die gerade in Yumis Fall den Nagel auf den Kopf traf. Einen Moment trafen sich ihre Blicke. Beide wussten wovon er sprach. Was er andeutete. Das Chaos, in das sie ihn nicht hineinziehen wollte aber doch kläglich daran gescheitert war. Sie ließ es jedoch ihn erneut darauf hinzuweisen, was er nun davon hatte. es war unpassend im Angesicht der Tatsache, dass der Schauspielstudent nun hier in seinem Bett lag - im Selbstmitleid ertrank oder vielmehr in dem Alkohol mit dem er eben jenes Selbstmitleid runterspülen wollte. Man brauchte in solchen Situationen niemanden der neben einem lag und 'Ich habe dich ja gewarnt' sagt - es einem jede Sekunde lang spüren ließ. Yumi schüttelte den Kopf als der Dunkelhaarige ihr hinsichtlich ihrer Misere bezüglich ihres Studiums versicherte das sie nicht allein war - das es Menschen gab, die das mit ihr durchstanden. "Nein? Ist noch Jemand in dieser Lage? Das hab ich wohl verpasst..." Ein abschätziger Laut kam über ihre Lippen und gleichzeitig wusste sie dass sie selbst daran Schuld war - das sie nichts dafür getan hatte um das zu verhindern. Man hatte sie verwarnt. Mehrmals. Immer wieder. Aber sie blieb den Vorlesungen fern weil sie irgendwie wusste, dass das nicht das war was sie machen wollte. Sie seufzte. Wusste genau was für ein Miststück sie gerade war. Das es nicht fair war ihren Frust bei ihm abzuladen. Das er genug durchmachen musste. Das sie nicht minder Schuld daran war. Yumi strich sich über das Gesicht. Atmete einmal tief ein und wieder aus. "Das kann und werde ich nicht annehmen. Nichts davon." Ihre Stimme klang wieder ruhiger. Der abschätzige Tonfall war verschwunden und war einem freundlicheren Umgangston gewichen. Wieviel wollte er eigentlich noch verlieren? Sie hatte ihm so viel genommen und dennoch opferte er sich dermaßen für sie auf. Unter anderen Umständen hätte sie ihn als naiv beschimpft aber das war nicht der richtige Zeitpunkt. Yumi sah in das Gesicht des Anderen - ließ ihren Blick darüber gleiten. "Du bist mir nichts schuldig. Im Gegenteil..." Sie würde das schon irgendwie hinkriegen. Irgendwann. Wenn sie bereit war sich damit auseinanderzusetzen. Am letzten Drücker. Wenn es nicht mehr möglich war es von sich zu schieben. Wie immer. "Ich schaffe das irgendwie... alleine." Ich brauche niemanden. Seit jeher kämpfte sie sich alleine durch also warum etwas daran ändern? Auf sich selbst konnte man sich verlassen. Andere Menschen enttäuschten einen - verließen einen. Darum war es gut diese Mauern gebaut zu haben - sie aufrecht zu halten. Sie würde ihren Weg finden? Sicher? Irgendeinen Weg gab es immer. Aber ob sie damit glücklich war, war eine andere Sache. Dazu musste die junge Erwachsene erst einmal wissen was sie glücklich machen würde. Die Sanftheit mit der er sprach obwohl sie ihren Frust an ihm ausließ war wie eine Liebkosung - wie eine zärtliche Umarmung. Das Lächeln, welches er ihr im schummrigen Licht des Mondes schenkte brachte ihr Herz zum Stolpern, bevor sie ihren Blick abwandte, die Augen schloss und Stille zwischen ihnen einkehrte. Für einen Moment - bis er ihr antwortete. Kurz linste sie in seine Richtung. Ihre Lippen öffneten sich einen Spalt. Sie zögerte. "Was... wenn es dieses 'mehr' nie gibt?" Flüchtig wanderte der Blick ihrer blauen Augen über sein Gesicht, bevor sie ihren Kopf wieder wegdrehte, die Augen schloss. Was wenn sie nie dazu in der Lage war? Mehr zu empfinden? Mehr zu geben? Was wenn sie einfach zu wenig war? Kam ihm das gar nicht in den Sinn? War er so geblendet? Yumi presste ihre Lippen aufeinander. Atmete ruhig ein und wieder aus obwohl es in ihrem Kopf tobte.

    Der Moment verstrich als Darren einen gewissen Silberhaarigen ins Spiel brachte. Er klang gleichgültig. Jegliche Sanftheit war aus seiner Stimme verschwunden - fast so als wäre er ein anderer Mensch. Eine Medaille mit zwei Seiten. Yumi lachte auf. "Das was ich ihm antue..." wiederholte sie seinen Wortlaut. Wieder einmal war sie das Miststück nicht wahr? Wie damals. Aber wahrscheinlich hatten sie alle recht. Es musste doch so sein. Sie hatte es verdient. Vielleicht war es auch an der Zeit, dass Darren das begriff. "Und du glaubst, dass du mehr Ahnung davon hast...?" Von der Liebe, wie er so schön sagte. Yumi funkelte ihn durch ihre blauen Augen an. "Vielleicht kann ich einfach nicht anders? Vielleicht ist das alles was ich geben kann? Hast du schon einmal daran gedacht?" Er belächelte allein die Idee wieder mit ihrem Exfreund zusammen zu kommen und das provozierte Yumi nur noch mehr. Sie hatte sich wieder in eine halbsitzende Position gebracht, mit einer Hand krallte sie sich in seinem Bettlaken fest und dieses Mal ganz sicher nicht zum Vergnügen. "Vielleicht akzeptiert er das ja und versucht nicht zwanghaft etwas in mir zu sehen was ich nicht bin..." Beinahe musste sie selbst über ihre Aussage lachen. Aber Yumi war zu sehr in Rage als das sie das zugelassen hätte. Ihr Brustkorb hob und senkte sich und als der Lockenkopf sich vom Bett erhob konnte sie endlich wieder durchatmen. Sie beruhigte sich wieder, folgte den Bewegungen des Anderen mit ihren Blicken bis die Gitarre gegen die Wand donnerte und sie sich wieder Jahre zurückversetzt fühlte. Automatisch hatte sie ihre Hände schützend über ihren Kopf gelegt. Ein Reflex? Angesichts seiner Worte. Die gleichen Worte wie damals. Warum er? Mit der selben Frustration hervorgepresst. Wut. Verzweiflung. Alles was sie ihn damals hatte fühlen lassen weil sie wollte, dass er den selben Schmerz verspürte und das völlig unbegründet. Weil sie einfachen Worten geglaubt hatte. Ihre zusammengekniffenen Augen öffneten sich zaghaft als sie ihren Namen vernahm aber als sich eine Hand nach ihr ausstreckte zuckte sie erneut kaum merklich zusammen. Ein dumpfes Geräusch war zu hören. Kein Schmerz. Sie blinzelte - sah in dunkelbraune Augen, die sie besorgt musterten. Es dauerte eine Sekunde vielleicht zwei bis sie begriff, dass sie sich nicht in jener Situation damals wiederfand - das es Jahre später war. Ihr Puls raste, ihr Atem ging schnell. Fast schon orientierungslos sah sie sich im Zimmer um, welches nur durch das Mondlicht erhellt wurde. Ihre Lippen öffneten sich einen Spalt als die Anspannung in ihrem Körper ein wenig nachließ. Darren... Ihre Stimme versagte. Sie räusperte sich und begegnete seinem Blick, der sie besorgt musterte. Ihre Hände sanken langsam - fast in Zeitlupe wieder. Sachte berührte ihre Fingerkuppen dabei seine Hand, die er am Bett abgelegt hatte. Eine flüchtige Berührung - kaum merklich - fast schon zufällig. "Ich... hab mich nur erschreckt..." erklärte sie schließlich ihr Verhalten und hob die Mundwinkel als wäre gerade nichts vorgefallen und deutete daraufhin auf die demolierte Gitarre, die in der Ecke lag. "Bei der... solltest du dich entschuldigen..." Sie hatte ganz schön was abbekommen. Ein Versuch abzulenken? Von seinen Worten? Von seinem Verhalten? Von ihrer Reaktion? Ein ziemlich schlechter Versuch zugegebenermaßen...

    Darren & Yumi - In Darrens Zimmer


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    Flüchtig huschten auch ihre Mundwinkel nach oben als der Schauspielstudent schmunzelte. Sie konnte es sich sehr gut vorstellen, dass der Lockenkopf seinen Charme spielen hatte lassen um die Wohnheimleitung ein wenig milde zu stimmen. Yumi war sich fast schon sicher, dass sie sich so leicht um den Finger wickeln ließ. Sie selbst wäre wohl nicht so glimpflich davon gekommen. Es war immerhin kaum zu übersehen, dass die Alte etwas gegen sie hatte. Nun war es so oder so egal. Wahrscheinlich konnte sie es kaum abwarten, dass die ehemalige Psychologiestudentin das Weite suchte und wieder Ruhe in ihrem Territorium herrschte. Eine Ruhe, die offensichtlich von Yumi gestört wurde. Wobei sie sich beim besten Willen nicht vorstellen konnte, dass sie der einzige Dorn im Auge der Wohnheimleitung war. Nebenbei erwähnte Darren, dass er die Strafe nicht als sonderlich schlimm empfunden hatte woraufhin die junge Erwachsene die Augenbrauen hob. "Natürlich nicht. Als treuer Fan von Marie Kondo liebst du es Ordnung ins Chaos zu bringen..." Sie sah ihm einen Moment zu lange in die dunkelbraunen Augen, deren Blick auf ihr lag - sie eindringlich ansah. Wieder einmal redeten die Beiden vermeintlich aneinander vorbei. Gewiss sprach der angehende Schauspieler nicht von seiner Vorliebe für Reinigungsarbeiten - spielte stattdessen sehr viel wahrscheinlicher auf die gemeinsame Zeit, die sie so verbringen konnten, an. Oder die er mit seinem Prinzesschen verbracht hatte? Wie auch immer. Es war auch jener Tag an dem Yumi die Entscheidung getroffen hatte Darren anzulügen weil es so besser für ihn war. Sonderlich viel hatte es nicht geändert. Genau genommen nur die Tatsache, dass sie bei jeder Gelegenheit übereinander herfielen. Ob das an ihrer Lüge lag oder viel mehr an der nicht sehr schönen Begegnung in dieser Seitengasse mit ihrem Dealer blieb dahingestellt. Sie würde wohl nie erfahren wie alles gelaufen wäre wenn sie andere Entscheidungen getroffen hätte. Die Zeit ließ sich nicht zurückdrehen.

    Eine unbestimmte Zeit lang hing sie den Gedanken nach, wurde von seinem entsetzten Ausruf jedoch wieder ins Hier und Jetzt befördert. Mit großen Augen musterte Darren sie, erklärte sein Entsetzen im nächsten Atemzug auch schon. War sie auch dermaßen geschockt gewesen? Es war eine Folge mit der die junge Erwachsene eigentlich schon die längste Zeit gerechnet hatte. Und dennoch hatte sie sich keine Gedanken über die Folgen gemacht. Aber so war sie nun einmal. Es war jetzt immer noch früh genug sich damit auseinander zu setzen, oder? Sie hatte keinen Notfallplan. Sie hatte sich keine Alternative überlegt und stand jetzt vor dem Nichts. Die abschwächenden Worte des Anderen drangen gar nicht mehr richtig zu ihr durch. Stattdessen wiederholte sich in ihrem Kopf immer wieder der geschockte Wortlaut des Studenten. Sie hatte auf Durchzug gestellt - sah ihn an aber irgendwie auch nicht. Fast so als würde das alles erst jetzt zu ihrer Realität werden weil sie es wie immer weggeschoben hatte. Weil es einfach war. Erst vor wenigen Stunden hatte sie die Nachricht erreicht und statt sich um irgendetwas sinnvolles zu kümmern hatte sie wahllos Sachen in ihren Rucksack gestopft und sich folgend betrunken um vor der Realität zu fliehen. Und jetzt? Sie hatte sich eingeredet hier zu sein weil sie sich Sorgen gemacht hatte als sie ihn regungslos auf seinem Bett liegen hatte sehen aber vielleicht verkroch sie sich letztendlich auch nur hier bei ihm um sich nicht der Welt da draußen zu stellen. Erst als er die Schultern beiläufig hob, ihr versicherte das ihr Leben nicht vorbei ist, holte die Blonde die Realität ein. "Wie kannst du dir so sicher sein?" Sah sie wie Jemand aus, der sein Leben im Griff hatte? Wie Jemand, der einen Plan hatte? Wie Jemand, der wusste was er wollte? Er hatte leicht reden. Er wurde ja nicht von der Uni geworfen und stand jetzt mit Nichts da. Was erwartete sie? Mehr als diese belanglosen Worte? Nein. Sie erwartete gar nichts. Und trotzdem war sie irgendwie ein wenig enttäuscht. Schwachsinn. Yumi ließ sich auf den Rücken rollen und schloss die Augen, spürte den Druck auf ihrer Brust. Scheiße. Was sollte sie tun. Wenn sie dieses Zimmer verließ wartete da draußen die Realität auf sie. Ganz egal wie lange sie weglaufen würde.

    Nicht einmal als sie über die Fangirls des angehenden Schauspielers redeten entlockte es ihr ein Schmunzeln. Lediglich ein kurzes Heben der Mundwinkel war zum Vernehmen wenn man genau hinsah. "Worauf wartest du?" kam es folgend über ihre Lippen, als sie im Augenwinkel zu Darren schielte. Wie lange wollte er warten? Was erhoffte er sich? Wenigstens etwas Positives hatte diese ganze Sache ja. Wenn sie gezwungen war auszuziehen, würden sie sich nicht mehr so oft über den Weg laufen. Etwas worauf sie vertrauen konnte. Mehr als auf ihr Durchhaltevermögen. Wie sagte man so schön: Aus dem Auge aus dem Sinn. Und dennoch wurde ihr übel bei dem Gedanken, dass er mit diesen Lippen ein anderes Mädchen küsste. Wie egoistisch. Sie war wirklich ein schrecklicher Mensch. "Ich und keine Probleme?" wiederholte sie zum Teil seine Worte und lachte daraufhin kurz auf. "Dafür kommst du Jahre zu spät..." Das Gleich galt für den Part mit dem glücklich sein. Wann war sie das letzte Mal glücklich? Richtig glücklich und nicht nur so ein bisschen? Die folgende Frage des Studenten brachte das amüsierte Glucksen der Blonden zum verstummen. Liebe. Liebte sie Alex? Ein Teil von ihr tat das. Der Teil, der mit ihrer unschönen Trennung damals gestorben war. Mit dem Mädchen, dass glücklich war. Und dennoch konnte sie nicht loslassen. Dennoch hielten sie Beide irgendwo an dem was sie hatten fest. Erneut verließ ein amüsierter Laut ihre Lippen. "...was soll die Frage?" Sie belächelte sie. Sie gab ihm keine Antwort fast so als wäre es doch selbstverständlich. Wenn man Jemanden eine zweite Chance gab dann weil Gefühle im Spiel waren. Große Gefühle. Yumi schaffte es zwar eine Maske zu tragen aber dieses klitzekleine Wort, welches ihre Lüge gestützt hätte, kam ihr nicht über die Lippen. Die Blonde schüttelte den Kopf als der Andere fortfuhr, daran zweifelte, dass sie bei Alex das fand wonach sie wirklich suchte. "Und was brauche ich, bitte?" Sie hatte ihre Stirn in Falten gelegt und rollte mit den Augen um zu verdeutlichen wie lächerlich es doch war, dass er glaubte eine Antwort auf diese Frage zu haben. Weil er glaubte sie zu kennen. Besser als sie selbst es tat. Das Bett gab ein Quietschen von sich als der junge Student sich mit einem Schnauben davon erhob. Es sah nicht sonderlich elegant aus - er schwankte ordentlich bis er doch Fuß gefasst hatte. Auch Yumi setzte sich ein wenig im Bett auf, beobachtete das Spektakel aus sicherer Entfernung. Was genau hatte er jetzt vor in diesem Zustand? Sollte er nicht besser seinen Rausch ausschlafen? Auch wenn sie es war, die ihn eigentlich drum gebracht hatte. Das leise Flüstern des Lockenkopfs drang an ihr Ohr, als er ihr den Rücken zugedreht hatte. Ihre Lippen öffneten sich. "Wir... haben einander verdient... Du dagegen hast etwas Besseres verd..." Sie kam nicht dazu ihre Worte auszusprechen weil der scharfe Ton des Anderen ihr die Worte abschnitt. Letztendlich wusste sie gar nicht ob ihre Worte an sein Ohr gedrungen waren. Offensichtlich machte es ohnehin keinen Unterschied, denn erneut presste er die selben Worte hervor, die von einem schiefen Ton seiner Gitarre, gegen die er offensichtlich gelaufen war, begleitet wurden. Yumi zuckte zusammen und als das Instrument mit einem heftigen Tritt in die andere Zimmerecke katapultiert wurde, hob die Blonde schützend ihre Arme über ihren Kopf. Warum er? Warum er? Ihr Atem hatte sich beschleunigt. Unweigerlich als diese Worte gefallen waren. Eine Erinnerung an damals als es mit Alex und ihr zu Ende ging. Auf eine unschöne Art und Weise. Sie zitterte leicht. Sie hatten einander wirklich verdient - waren gleichermaßen grausam. Sie hatte es verdient gehabt. Sie hatte mit seinem besten Freund damals geschlafen um sich zu rächen. Sie war verletzt gewesen - wollte Gleiches mit Gleichem vergelten. Warum er? Yumi hatte die Augen zusammengepresst. Weil ich dir wehtun wollte... Dann war es passiert. Sie hatte es provoziert. Sie hatte ihn provoziert. Es tat ihm Leid. Sie hatte es in seinen Augen gesehen. Es tat auch ihr Leid aber letztendlich war es nie wieder wie vorher. Stille. In ihrem Kopf. In seinem Zimmer. Zaghaft nahm sie die Hände wieder hinunter - begegnete seinen Blick...

    Darren & Yumi - In Darrens Zimmer


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    Sie folgte der Geste seiner Hand. Dem Zeichen des imaginären Abharkens eines Punktes auf der ebenso nicht existierenden Liste. Ihre Lippen kräuselten sich und unweigerlich dachte die Blonde an leichtere Zeiten zurück. An den Tag ihres Kennenlernens. An jene Feier am See in diesem Kaff, wo sich ihre Eltern niedergelassen hatten oder zumindest wo sie ihr Haus gebaut hatten um die Zwillinge darin zurückzulassen. Das flüchtige Lächeln verschwand augenblicklich wieder von ihren Lippen als sie an ihre Familie dachte, wenn man sie im Anbetracht des mangelnden Kontaktes überhaupt als solche bezeichnen konnte. Ein Seufzen entwich ihrer Lunge und die stille Hoffnung darauf ihren Eltern am besten auch in den nächsten Monaten wieder nicht über den Weg zu laufen. Auf ihre ungefragte Meinung, die sie ganz sicher nicht für sich behalten konnten, konnte Yumi gut und gerne verzichten. Es war nicht schwer das schwarze Schaf der Familie zu sein. Alle Hoffnungen in sie wurden seitens ihrer Eltern bestimmt schon vor Jahren begraben also würde ganz sicher auch niemand von den jüngsten Begebenheiten enttäuscht sein. Praktisch. Wenn es nicht ein ebenso schweres Thema gewesen wäre, wäre die junge Erwachsene fast schon froh darum, dass Darren zum nächsten Thema wechselte und sie dadurch aus ihrer Gedankenwelt riss - unweigerlich. Letztendlich nur um gleich wieder dort hin zu verschwinden aber aus anderen Gründen. Yumi war nicht klar warum sie es nicht einfach abstritt - warum ihr dieses winzige Wörtchen über die Lippen gekommen war. Ein einziges Wort aber mit so großer Bedeutung - für ihn - auch für sie irgendwie. Aber sie hatte den Blick gesenkt - flüchtete vor diesen braunen Augen, die sie nicht loslassen wollten - die drauf und dran waren sie an diesem Wörtchen festzunageln. Etwas wozu sie nicht bereit war. Das wusste er. Ganz sicher. Wahrscheinlich ließ er es deshalb unkommentiert - bohrte nicht näher nach - hinterfragte es einfach nicht und ließ sich deshalb auf ein leichteres Thema ein. Eine Erinnerung. Das letzte Mal, dass sie so... aufeinander getroffen waren. Es schien beinahe eine Ewigkeit her. Unweigerlich dachte Yumi an diese Begegnung zurück. An die Küsse, die sie ausgetauscht hatten, an seine zärtlichen aber zugleich fordernden Liebkosungen. Sie schluckte, spürte wie ihr Herzschlag sich bei den Gedanken daran beschleunigt hatte, spürte die Sehnsucht nach dieser Art von Nähe mit ihm. Der Blick ihrer blauen Augen wanderte über sein Gesicht. Es war nicht förderlich hier mit ihm in seinem Bett zu liegen. Nicht nachdem sie den Entschluss gefasst hatte ihn anzulügen. Nicht nachdem sie ihn auf diese Weise fernhalten wollte. "Beschäftigt..." hörte sie sich seine Worte wiederholen und es war fast so als würde sich in ihrem Kopf die Szene von damals abspielen - fast so als spürte sie es wie er sie gegen den Schreibtisch drückte. Sie schüttelte den Kopf und vertrieb diesen Gedanken, der definitiv in eine Richtung führte, die sie so nicht wollte. Schon wollte aber nicht auf... seine Weise. "Sah so auch deine Entschuldigung an sie damals aus?" Yumi hatte eine Augenbraue gehoben und funkelte den Studenten fast schon frech an. "Dann wundert es mich, dass du nicht die ganze Uni putzen musstest..." Ein amüsierter Laut drang aus der Kehle der Blonden. Fast schon unbeschwert. Ihr Lachen verebbte - Stille kehrte zwischen ihnen ein. Eine Pause bevor Yumi wieder das Wort ergriff. "Du hast völlig umsonst die Schuld auf dich genommen. Letztendlich bin ich doch von der Uni geworfen worden..." Ihre Mundwinkel zuckten nach oben. Fast als wäre es ein Scherz. Aber es war keiner. Es war die Wahrheit. Sie hätte es ahnen können - hätte etwas dagegen unternehmen können aber nein. Es war ihr nicht wichtig genug. Richtig? Es war gar nicht das was sie wollte. Aber was sie wollte wusste sie auch nicht so genau. Sie war immerhin keine vierzehn mehr und verrannte sich in irgendwelchen Fantastereien.

    Er bot ihr an, dass sie hier bei ihm in seinem Zimmer bleiben konnte. Ein Angebot, dass sie nicht annehmen konnte. Das wusste er genau so gut wie sie selbst. Sie zog es ins Lächerliche - schob es auf irgendwelche Fangirls, die dann eifersüchtig werden würden. Weil es leichter war als auszusprechen warum es keine gute Idee war. Weil sie sich nicht vertraute. Weil sie ihn nur weiter verletzen würde und das obwohl er ohnehin schon am Boden war. "Nein. Ich rede von denen, die darauf warten in deinem Bett zu landen." kam es unverblümt über ihre Lippen. "Kommt nicht so gut wenn dann schon eine Andere darin liegt..." gab sie ihm als Rat, als wüsste er das selbst nicht. Die Blonde hinterfragte seine Aussage nicht. Vielleicht weil sie nicht bereit war es zu hören. Unabhängig davon ob es eine Anspielung darauf war, dass es um sie ging oder um eine andere Frau in seinem Leben - die es ganz sicher geben würde. Immerhin war er gutaussehend - fast schon zu perfekt um wahr zu sein. Wieder erwischte sie sich dabei wie sie ihn musterte - seine Gesichtszüge - jeden Millimeter. Er sah traurig aus. Er wirkte gequält. Er hatte die Hoffnung verloren, dass es besser werden würde. Er hatte nicht nur sie angelogen sondern auch sich selbst. Yumi dachte nicht lange nach als sie sich ihm näherte. Auf eine vermeintlich unpassende Art und Weise wenn man bedachte, dass sie in diesem Szenario vergeben war und Darren eine ganze Flasche Schnaps alleine geleert hatte. Sie führte seine Hand über ihre entblößte Haut - wollte ihn dazu bringen sich zu erinnern, wie es sich anfühlte um das Gefühl in seiner Hand zurückzubringen. Es gab ein Schmerzgedächtnis also warum sollte es so nicht auch klappen... Weil es das echte Leben war. Weil es hier keine Wunderheilungen gab. Es war dumm von ihr das zu glauben. Sie sah seine Tränen - sah sie über seine Wangen kullern. Stumm. Er schenkte dem keine Aufmerksamkeit aber sie spürte bei ihren Anblick einen Druck auf der Brust, der ihr regelrecht die Luft zum Atmen nahm. Sie hielt in der Bewegung inne - überlegte die Tränen beiseite zu wischen in der Hoffnung das sie ihm etwas von dem Schmerz nehmen konnte den sie ihn gebracht hatte aber sie ließ es dann doch bleiben. Seine folgenden Worte führten ohnehin dazu, dass sie ihr Tun unterbrach. "Was dann? Bist du so ein unverbesserlicher Gutmensch, dass du mich vor einem Fehler bewahren willst? Oder bist du es endlich Leid?" Ihr Blick hatte sich verfinstert. Von der fast schon liebevollen Geste zuvor fehlte nun jede Spur. Yumi setzte sich auf - brachte Abstand zwischen sich und dem zukünftigen Schauspieler. Sein Blick lag auf ihr als sie sich von ihm rollte. Sie spürte ihn. Dazu musste sie ihn nicht einmal ansehen. Stück für Stück kamen Worte über seine Lippen - drangen an ihr Ohr. Die Antwort auf eine rein rhetorische Frage. Ein belustigter Laut entfuhr ihr ohne das sie in seine Richtung blickte. "Vertrauen? Wie kannst du von Vertrauen reden wenn ich gerade hier neben dir liege obwohl ich 'es nicht sollte'?" Die letzten Worte betonte sie absichtlich ein wenig übertrieben. Sie drehte sich auf die Seite. Atmete durch. Einmal. Zweimal. "Nicht einmal ich vertraue mir..." Ihre Stimme klang wieder ein wenig ruhiger. Weniger scharf wie zuvor. Ihre Blicke trafen sich. Nur ganz kurz. Bevor sie ihn wieder senkte. "Ich habe ihn auch damals betrogen. Ich bin es die keine zweite Chance verdient hat..." Nicht mit ihm. Mit niemanden. Jeder hatte etwas Besseres verdient. Jemanden, der sich sicher war - jemanden den man vertrauen konnte...

    Darren & Yumi - In Darrens Zimmer



    Auf seine Frage hin ob sie es denn eilig hatte zuckte Yumi nur mit den Schultern. Es war unwahrscheinlich, dass sie wirklich zurückgekehrt war um zu packen, Nicht heute. Nicht jetzt. Vielleicht auch nicht morgen aber irgendwann musste sie sich der Realität stellen. Irgendwann musste sie sich eine Alternative ausdenken. Und zwar eine in der sie nicht wieder zu Hause aufkreuzte. Dabei spielte es nicht einmal eine Rolle ob ihre Eltern daheim waren oder aber wie immer durch Abwesenheit glänzten wie schon damals als Sakura und sie in dem Alter der Zwillinge waren. Damals war ihr Vater irgendwo in der Weltgeschichte unterwegs um vermeintlich Geld anzuschaffen und Lily war damit beschäftigt dieses auszugeben. Aber jetzt war nicht die Zeit um sich damit auseinanderzusetzen. Weil es wie erwähnt keine Option war. Als Erstes brauchte sie einen Job. Einer dessen Bezahlung für eine kleine Wohnung ausreichte. Nun war sie hier. Auge in Auge mit jener Zukunft die sie lange genug vor sich hergeschoben hatte - die aber auf Grund ihrer Abwesenheit an der Uni definitiv vorhersehbar gewesen war. Auch jetzt war sie noch nicht bereit sich damit auseinanderzusetzen. Ein kaum hörbares Seufzen entwich ihrer Kehle und sie war fast schon froh das sie das Thema wechselten. Ablenkung war ihr in jeglicher Hinsicht am Liebsten. Egal worum es ging. Ein leichtes Schmunzeln huschte über die Lippen der Blonden. "Dann hast du ja was, dass du auf deiner Liste abharken kannst..." Sie Ablenkung war flüchtig. Das Gespräch wandelte sich stattdessen in eine Richtung die sie ebenfalls im Normalfall am Liebsten vermied oder belächelte. Ein Thema, dass sie ebenfalls nicht an sich heranlassen wollte. Es stattdessen von sich schob weil es unerwünscht war. Und doch hörte sie sich wie sie ihm antwortete. Wort für Wort purzelte über ihre Lippen und sie vermied es ihn anzusehen - hatte ihren Blick stattdessen gesenkt. Es verstrich nicht viel Zeit als er ihre Worte wiederholte. Fragend. Fast so als glaubte er gar nicht was er da zu hören bekam. Als wäre es völliger Schwachsinn aber nüchtern betrachtet war es doch nichts als die Wahrheit, richtig? Welches Recht hatte das Mädchen ihn zu vermissen nachdem sie seine Gefühle von sich stieß? Welches Recht hatte sie in dem erdachten Szenario in dem Alex und sie wieder ein Paar waren? Keines. Sie hatte nicht das Recht sich nach seiner Nähe zu sehnen. Sie hatte nicht das Recht hier mit ihm in seinem Bett zu liegen. Nein. Erneut drang seine Stimme an ihr Ohr. Eine einfache Frage aber er klang fast schon verunsichert. "Ja..." kam es knapp über ihre Lippen ohne das sie den Anderen ansah. Sie vermisste ihn. Sie hatte ihn jeden Tag vermisst seit sie ihm diese Lüge erzählt hatte um ihn auf Abstand zu halten. Erst hatte sie es geleugnet. Hatte geglaubt diese Lücke mit bedeutungslosen Sex füllen zu können aber es war nicht wie mit ihm. Das war es nie gewesen. Sie hatte ihren Spaß aber irgendetwas hatte gefehlt. Immer noch hielt die Blonde den Kopf gesenkt, vermied es den Anderen anzusehen - wollte gar nicht die Reaktion auf dieses winzige Wörtchen sehen - die Hoffnung, die er sich vielleicht dadurch machte. Es änderte nichts. Es änderte nichts an der Tatsache, dass sie nicht gut für ihn war - er etwas Besseres verdient hatte. Jemanden, der ihm das geben konnte, nach dem er suchte. Sie war ihm fast schon dankbar als sie das Thema wechselten auch wenn sie sich fast schon sicher war, dass das nicht alles war. Mittlerweile kannten sie einander doch gut genug um das einschätzen zu können, oder? Die Eigenheiten des Anderen. Zumindest so viel wie man bereit war dem Gegenüber zu zeigen. Der Eine zeigte mehr als der Andere. Der Eine hatte Mauern erbaut während der Andere von Vornherein mit offenen Karten spielte. Ein amüsierter Laut drang aus der Kehle der Blonden. "Brav? Wer wurde noch gleich zu einer Strafarbeit an der Uni verdonnert?" Das sie daran nicht ganz unschuldig war lies die junge Erwachsene außen vor. Das wusste er genauso gut wie sie. Im nächsten Atemzug wurde aus Spaß Ernst. Der Schauspielstudent bot ihr quasi an, dass sie jederzeit hier bei ihm schlafen konnte woraufhin diese nur den Kopf schüttelte. "Ich glaube nicht, dass das eine gute Idee ist..." Das würde alles nur verkomplizieren. Noch mehr. Wie sollte sie sich von Jemanden fernhalten, wenn sie in dessen Bett schlief? Wie konnte sie sich trauen wenn sie sich jeden Tag über den Weg liefen? Nein. Völlig ausgeschlossen. So konnte sie nie einen Schlussstrich ziehen. Sie würde ihn nur wieder verletzen - ihn wieder in Gefahr bringen durch ihre fragwürdigen Entscheidungen. "Was sollen deine ganzen Fangirls denken..." Sie musterte ihn von der Seite, ein schelmisches Grinsen auf den Lippen. So schnell wie es erschienen war, war es auch wieder verschwunden. War einem ernsten Gesichtsausdruck gewichen als sie die Verzweiflung in seinem Blick erkannte - in seinen Worten. Das war ihr Werk. Sie war Schuld daran, dass er sich verloren fühlte - fast schon ausweglos. Die Blonde spürte einen Druck auf ihrer Brust als seine Worte an ihr Ohr drangen. Es gab so viel zu sagen aber auch gleichzeitig wusste Yumi, dass nichts davon helfen würde. Worte waren eben doch nur Worte - sie konnten nichts bewirken. Er spürte ihre Berührung nicht - spürte nicht wie ihre Finger ineinander geglitten waren - wie sich ihre Haut an seiner anfühlte - spürte nicht die Wärme, die von dieser zarten Begegnung ausging. All das blieb ihm verwehrt, was sie dazu verleitete härtere Geschütze aufzufahren als sie sich auf ihn setzte, seine verletzte Hand über ihren entblößten Körper wandern ließ mit ihrer Hilfe. Sein Blick tastete die freigelegte Haut ab als wollte er sich jedes Fleckchen in Erinnerung behalten. Sie lehnte sich zu ihm hinunter, flüsterte Worte gegen seine Lippen nur um das letzte bisschen Abstand letztendlich doch zu bewahren. Seine Antwort daraufhin jagte jedoch einen Schauer durch ihren Körper und für den Hauch einer Sekunde begegneten sich ihre Blicke. Für den Hauch einer Sekunde war sie gewillt den letzten Abstand zu überwinden - ihn zu küssen. Aber er fuhr fort. Hielt sie mit den folgenden Worten davon ab diesen Fehler zu begehen. Gerade als sie irritiert die Augenbrauen zusammengekniffen hatte um ihn zu fragen wovon er sprach fuhr er fort bevor er sich ihrem Griff entzog. Ein amüsierter Laut drang aus ihrer Kehle, ehe sie sich durch die lange blonde Mähne fuhr und kräftig einatmete nur um folgend wieder auszuatmen. "Wow okay. Ich wusste nicht das ihr so dicke Freunde seid..." Yumi schüttelte den Kopf, ließ sich seine Worte noch einmal durch den Kopf gehen. "Hat der Alkohol deine Moral zurückgebracht? Vor wenigen Stunden war es dir offenbar noch egal was fair oder nicht fair gegenüber ihm ist..." Sie zog die Augenbrauen zusammen und ließ ihren Blick über sein Gesicht wandern als könnte sie so herausfinden was genau sich in diesen Stunden verändert hatte. In den Stunden die zwischen ihrer letzten Begegnung und der jetzigen passiert war. Eigentlich sollte sie doch dankbar dafür sein, oder? Das war es was sie gewollt hatte. Das war der Grund für diese Lüge. Er gab auf. Er zog sich zurück. Sie hatte das was sie wollte und doch stieß es ihr jetzt plötzlich bitter auf. "Wenn es umgekehrt wäre... glaubst du er würde sich Gedanken darum machen ob es fair dir gegenüber ist?" Der Blick ihrer blauen Augen bohrte sich regelrecht in ihn bevor sie sich von ihm rollte und sich wieder neben ihn legte, die Augen für einen Moment schloss bevor ein kurzes Lachen ihre Lippen verließ ehe sie folgend verstummte.