Beiträge von Zyprim

    [Bei der Bühne] Darren & Noita




    Das Herz des Mädchens schlug heftig gegen ihre Brust. Die Sorge das die Tatsache, dass sie eine Hexe war wieder Thema werden könnte war wieder da und sie wusste beim besten Willen nicht wie sie darauf reagieren könnte. Darren war nicht dumm. Er würde ihr nie und nimmer glauben, dass er sich das alles nur eingebildet hatte und generell wusste die Schwarzhaarige nicht wie sie ihm das sonst erklären hätte können, dass sie Zauberkräfte besaß aber selbst keinen Plan davon hatte. Ihre Gedanken rasten und die Schülerin stocherte nervös in ihrem Getränk herum. Der Student hob seine Schultern. Seine Stimme klang recht nüchtern und ruhig. Aus diesem Grund entspannte sich auch die Schwarzhaarige wieder ein kleines bisschen. "Aber es wäre manchmal soviel leichter..." fügte Noita hinzu und lächelte schwach. Es war nicht so das sie besonders sein wollte oder glaubte es zu sein aber Fakt war nun einmal das nicht Jeder zu gewissen Dingen in der Lage war, zu denen sie in der Lage wäre, wenn sie den selben Weg wie ihre Cousine gehen würde. Der Gesichtsausdruck ihres Gesprächspartners war ernst ehe ein Grinsen auf seinen Lippen erschien und er fortfuhr. Genüsslich schlürfte Noita ihr Getränk und genoss es, dass es sie ein wenig abkühlte. An einem so warmen Tag war das genau das Richtige. Gerade als der Mund des Mädchens voll war drangen die Worte des Studenten an ihr Ohr und weil seine Aussage ihr ein Lachen kostete verschluckte Noita sich prompt an der Flüssigkeit und es folgte ein Hustenanfall ihrerseits. Sie hatte sich von Darren abgewandt und versuchte die Flüssigkeit wieder aus ihrer Lunge zu befördern, hinter vorgehaltener Hand - versteht sich. Es dauerte eine ganze Weile bis sie sich wieder gefangen hatte. Auf ihren Wangen hatte sich ein Rosaschimmer abgezeichnet aber Noita winkte nur ab. "Quatsch..." Sie schüttelte den Kopf und sah Darren wieder an, der sie gerade mit einer Reihe von Komplimenten etwas aus dem Konzept gebracht hatte. Sie war es nicht gewohnt derartig schmeichelnde Worte gesagt zu bekommen und selbst wenn der seltene Fall einmal eintraf wusste sie ohnehin nicht damit umzugehen, das merkte man ihr auch gerade ziemlich deutlich an und so versuchte sie irgendwie von sich und ihrer Person abzulenken. Tatsächlich gelang es aber dem Lockenkopf im nächsten Augenblick deutlich besser. Jedoch war auch dieses Thema ihr durchaus nicht angenehm auch wenn sie liebend gerne über Musik sprach. Noita winkte ab. "Vielleicht bin ich einfach eher dieser Typ Musiker der nur für sich spielt..." gab das Mädchen zu bedenken und erwiderte das Grinsen des Anderen. "Ich bin noch lange nicht gut genug..." Sie ließ ihren Blick wieder in Richtung Bühne gleiten, wo nun bereits der nächste Musiker seinen Krimskrams aufbaute. "...vielleicht werde ich das niemals sein aber das ist okay." Immerhin war es nicht ihr Ziel eine große bekannte Musikerin zu werden - sie machte es einfach gerne als Freizeitbeschäftigung um abzuschalten, um Gefühle zu verarbeiten. Sie drehte das Glas in ihrer Hand und sah wieder zu Darren. "...woher hast du den Mut dafür genommen?" Auf der Bühne zu stehen war sein alltägliches Leben und gewisse Menschen standen einfach gerne im Rampenlicht. Es wäre nicht verwunderlich wenn Darren zu dieser Sorte Menschen gehörte aber vielleicht steckte auch in ihm ein kleiner Selbstzweifel und er würde ihr das Geheimrezept verraten, wie man die Angst nicht gut genug zu ein hinter sich lassen konnte. Es wäre schön wenn es so einfach wäre. Als Darren ihr eine Privatsession versprach musste Noita lächeln. Sie kannten einander doch kaum. Waren es nur leere Worte oder meinte er es ernst? Es war schwer zu sagen. Das Mädchen lehnte sich also etwas zurück und blinzelte in die Richtung des jungen Mannes. "Ich bin gespannt darauf..."


    [Bei den Essensständen] Nick, Cylie & Yumi



    Dank Cylie hatte auch Yumi zur Abwechslung wieder in einer Vorlesung blicken lassen. Sie war sterbenslangweilig und zum wiederholten Mal in ihrem Leben fragte sich die junge Erwachsene ob das wirklich das war, was sie in Zukunft machen wollte aber dann erinnerte sie sich daran, dass sie es liebte in die Psyche eines Menschen Einblick zu bekommen und leider gehörte zu dem Studium einfach so viel Kram, den man nie mehr in seinem Leben brauchen würde. Da musste sie wohl oder übel durch. Ein Seufzen verließ die Lippen der Blonden und sie kritzelte auf ihrem Notizblock undefinierbares Zeug um sich irgendwie wach zu halten. Die Vorfreude auf das Fest hielt die Blonde irgendwie durchhalten. Auch diese Vorlesung ging zu Ende und die Studentin traf sich wie verabredet mit Cylie und Nick vor der Uni. Gemeinsam nahmen sie die Öffis in Richtung Rivermountains. Die fuhren eine Weile und an der letzten Haltestelle stiegen die Drei schließlich aus. Schon von Weitem hörte man das Getummel aber es dauerte nicht lange und die drei Studenten waren Teil eben jenes. Überall roch es nach Essbarem und Nicks Magen schien ein Fass ohne Boden zu sein, denn offensichtlich war es ihm ein dringendes Bedürfnis diesen wieder zu füllen. Yumis Blick schweifte über die zahlreichen Buden aber tatsächlich zog es sie eher zu etwas Süßem hin und so waren die Früchte in Schokolade doch eher nach dem Geschmack der Studentin. Nichts ging über eine gute Unterlage wenn man... dem Alltag entfliehen wollte aber nach reichlichem Überlegen sollten es doch die Erdbeeren in Schokolade sein. Ein zeitloser Klassiker und so setzte sich Yumi kurz von den beiden Anderen ab und stellte sich beim nächsten Stand an. Ihr Blick schweifte über die Menschenmasse, nicht das sie nach jemanden Ausschau halten würde - keineswegs! Sie war nur hier um ein wenig zu feiern - das war alles und so studierte Yumi gedankenverloren die Auswahl in der Vitrine obwohl sie ihre Wahl eigentlich schon getroffen hatte. Offenbar konnte man wirklich alles mit Schokolade überziehen. (höhö) Bewaffnet mit den süßen Früchten kehrte sie wieder zu Cylie und Nick zurück. "Oh man das wars dann aber mit Essen. Dann bleibt mehr Geld für Alkohol..." Als Studentin war Yumi einfach permanent pleite und da riss auch ihr Babysitterjob sie nicht mehr heraus. Die Väter der Kleinen wollten ihr immer etwas mehr Trinkgeld geben aber die bösen Blicke der Mütter hielten sie von einer großzügigen Spende dann doch ab - zum Leidwesen der Blonden. Erst jetzt fiel Yumi die Aufwendige Deko auf. Noch war es nicht dunkel aber sie konnte sich vorstellen, dass gerade im Schutze der Nacht alles wunderschön beleuchtet war. Die Stadt hatte sich wirklich ins Zeug gelegt und es war zu den zahlreichen Eskapaden in Clubs und Bars einmal eine nette Abwechslung. Ein Stückchen von dem Dreierteam entfernt hatten sie eine Bühne aufgestellt, auf der gerade ein Musiker einen Soundcheck durchführte. Nach und nach füllte sich das Festgelände. Yumi biss von den Erdbeeren ab und schon bald breitete sich der süße Geschmack der Erdbeeren und der Schokolade in ihrem Mund aus.

    Der Forstsee grenzt direkt an den Grindelwald oder vielmehr ist er noch beinahe von ihm umgeben. Diese Abgeschiedenheit verleiht dem Gewässer einen ganz besonderen Charme. Die Ruhe an diesem Ort verleitet quasi dazu die Seele baumeln zu lassen oder eine romantische Bootstour zu zweit zu machen. Auch das klare Wasser des Sees sind sehr verlockend um sich an einem heißen Sommertag abzukühlen oder eine laue Sommernacht an dessen Ufer zu genießen. Der Forstsee gilt noch als Geheimtipp, da er kaum Menschen anlockt. Den Meisten bedeutete es wohl zu viel Aufwand durch den Wald zu wandern um zu diesem Fleckchen Erde zu gelangen obwohl es das malerische Landschaftsbild auf jeden Fall wert ist. Andere Seen und ihre Angebote waren da wohl für manche Menschen attraktiver. Aus diesem Grund scheint dieser Ort förmlich unberührt und die Natur konnte sich in Ruhe entfalten.


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    Eine alte Burg - damals Heimat des Adels - heute Heimat von strengen Geistlichen. Abgelegen von jeglicher Zivilisation ist dies der perfekte Ort für Ruhe und Gemeinschaft, wenn man es denn so möchte. Priester und Nonnen haben sich hierher zurückgezogen um zu Gott zu finden und immer wieder verschlägt es Schulklassen hierhin um der Geschichte von damals auf den Grund zu gehen. Die Klosterburg liegt auf einem hohen Berg, ihre beeindruckenden Türme ragen hoch in das blaue Himmelszelt. Handyempfang und sonstige technologische Spielereien wird man hier vergebens suchen aber dafür lassen sich bestimmt so einige Geheimnisse in den alten Mauern entdecken. Die Abgeschiedenheit der Klosterburg wird von vielen Schulen genutzt um die Klassengemeinschaft zu stärken aber ob dies immer so klappt, wie geplant war fraglich. An Räumlichkeiten hat das alte Gemäuer so einiges zu bieten. Es gibt einen separaten Schlafsaal für die Mädchen und einen für Jungs. Gerade die Geistlichen legen großen Wert darauf, dass dies getrennt wird und scheuen nicht davor zurück die Pubertierenden in ihre Schranken zu weisen. Ein großer Speisesaal, in dem die Schüler ihr Essen zu sich nehmen können, welches in der Küche von einer in die Jahre gekommenen Nonne zubereitet wird, ist nur einer von vielen Räumlichkeiten, die für die Öffentlichkeit zugelassen sind. Eine Wendeltreppe führt vom Foyer aus nach oben in den höchsten Turm, von welchem man eine hervorragende Aussicht hat. Von dort oben kann man nämlich nicht nur den gesamten Garten, welcher zur Klosterburg dazu gehört und mit den buntesten Blumen geschmückt ist überblicken, sondern kann am Rande eines dichten Waldes, der den Berg auf dem die Klosterburg steht umrundet einen See erblicken. Auch den Innenhof der Klosterburg kann man vom Turm aus sehen, in dessen Mitte ein großer Brunnen steht, welcher fröhlich vor sich hin plätschert. Selbstverständlich darf auch eine Kapelle nicht fehlen, in der regelmäßige Gottesdienste abgehalten werden und die quasi das Tor zu den Gesprächen mit Gott darstellt. Die Wände der Burg sind mit zahlreichen alten Ölgemälden geschmückt und verleihen dem ohnehin schon in die Jahre gekommenen Ambiente noch das i-Tüpfelchen. Das Kellergewölbe der Klosterburg mag auf den Ein oder Anderen recht einschüchternd wirken und schreckt die Meisten eher ab zumal der muffige Geruch dort auch nicht sonderlich einladend ist. Man munkelt das dort unten noch eine alte Folterkammer von früher zu finden ist aber kaum jemand fand sich in den Irrgängen dort so zurecht um diese Geschichten auch zu bestätigen. Der Wein, welcher für die Gottesdienste gebraucht wird, wird selbstverständlich auch in einem der zahlreichen Räume gelagert, die der Keller zu bieten hat.


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    Eine einzige Straße - ungepflastert - führt von der Zivilisation in Richtung Klosterburg. Diese Straße führt durch einen dichten Wald, welcher sich großflächig über das Areal erstreckt. Je tiefer man sich in den Wald vorwagt, desto dichter ragen die Bäume in die Höhe und machen es der Sonne immer schwerer sich durch das Blattwerk und Nadelholz zu kämpfen. Gerade des Nachts ist vorsichtig geboten, da man sich sehr leicht verirren kann sobald man beschließt ein kleines bisschen vom Weg ab zu kommen. Es gibt nicht sonderlich viele Anhaltspunkte um wieder zum richtigen Weg zurückzufinden und so bleibt einem oft nur zu hoffen, dass man den Fluss findet, welcher sich durch den Wald schlängelt und schließlich im hiesigen See mündet. Der Grindelwald ist relativ naturbelassen - deshalb ist beim Durchkämmen äußerste Vorsicht geboten, da herabgefallene Äste gerne einmal Auslöser eines Sturzes sein können...

    Angeblich gibt es irgendwo in der Tiefe des Waldes eine kleine hölzerne Hütte, die früher einmal einem Einsiedler gehört haben soll, welcher abgeschieden von der restlichen Bevölkerung lebte. Um seine Person gab es abertausende Geschichten und von Generation zu Generation wurden diese immer weiter getragen. Längst kann niemand mehr unterscheiden ob es sich wirklich noch um die Geschichte des Einsiedlers handelt oder ob jemand nur den neuesten Horrorfilm zum Besten gab. Ohnehin hat bis heute niemand die Hütte des Einsiedlers gefunden also war es wohl doch nur eine Geschichte, oder?


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    [Irgendwo zwischen den Regalen] Dylas & Dolce —-> gehen




    Es schien den Anderen zu überraschen dass er mit seiner rein rhetorischen Frage direkt ins Schwarze getroffen hatte. Was genau so unglaubwürdig daran war dass sie sich mit Schattenmagie auseinandersetzte und dieser auch mächtig war konnte Dolce sich nicht zusammenreimen. Es war ja nicht so als hätte der Andere es hier mit einem zarten, zerbrechlichen Pflänzchen zu tun. Dolce sah vielleicht so aus aber sie war schon seit jeher eine sehr willensstarke Person und sie hatte schon oft genug unter Beweis gestellt, dass sie niemanden brauchte der sie beschützte. Die Elfe konnte sehr gut auf sich selbst aufpassen. Offenbar hatte Dylas seine Zunge verschluckt denn es kam länger kein Wort über seine Lippen. Anscheinend verblüffte es ihn noch immer das Dolce sich mit Schattenmagie beschäftigte oder aber etwas Anderes beschäftigte den Langhaarigen. „Für Nettigkeiten habe ich nicht viel übrig. Sie sind überflüssig, rauben einem nur die Zeit, die man für etwas Anderes nutzen könnte...“ kam es schließlich über die Lippen der Hutträgerin und sie sah ihren Gegenüber direkt dabei an. Wie gewohnt verzog Dolce dabei keine Miene und stellte das Buch wieder zurück ins Regal. „Ich bin jedoch der Meinung, dass es den anderen Anwesenden gegenüber unfair ist sich hier weiterhin so laut zu unterhalten...“ Auch wenn es aus ihren Worten vielleicht nicht hervorging so war es für die Elfe doch klar, dass sie den Anderen begleiten würde. Vielleicht konnte sie dadurch herausfinden ob er ebenfalls ein Halbwesen war und wenn dem so war würde er ihr vielleicht zeigen wie es ihm möglich war diese Seite an sich zu kontrollieren. Dolce machte bereits die ersten Schritte in Richtung Ausgang als sie über ihre Schulter sah und darauf wartete, dass er ihr folgte schließlich war es doch seine Idee gewesen den Ort zu wechseln und nun trödelte er. Die Menschen hier lebten wirklich so als wären sie unsterblich und hätten ewig Zeit aber sie schienen alle nicht zu begreifen das auch ihr Leben begrenzt war. „Da gibt es gewiss einige Dinge die man wissen sollte aber das hier ist weder der richtige Ort noch der richtige Zeitpunkt um darüber zu reden...“ Dolce hütete ihre Geheimnisse gut. Sie war niemand der einem dahergelaufenen Fremden ihre Lebensgeschichte erzählte und würde es wahrscheinlich auch nie werden und so verließen die Beiden das Runenarchiv hintereinander ohne zu wissen wohin sie ihre Beine tragen würden. Ob jemals der Zeitpunkt kommen würde war fraglich - eher unwahrscheinlich aber es war wahrscheinlich nicht sehr ratsam dem Anderen dies mitzuteilen wenn sie selbst Informationen von ihm haben wollte in Bezug auf sein vermeintliches Halbwesendasein.

    [Im ersten Stockwerk in der Küche] Nick, Cylie & Yumi



    Es kamen plausible Antworten auf ihre Frage wieso man nicht einfach im Ausland geblieben war. Antworten, die Yumi gar nicht gebraucht hatte weil sie sehr wohl wusste was es für einen Aufwand bedeutete für längere Zeit im Ausland zu sein oder gar für immer. Offensichtlich hatten Beide jedoch so viel was sie hier hielt, dass sie es gar nicht ernsthaft in Erwägung zogen Riverport hinter sich zu lassen oder zumindest nicht ohne einander, was Yumi aus der Aussage des Schwarzhaarigen schloss, der mit einem Lächeln in die Richtung der Brünetten sah bei seinem Vorschlag irgendwo ein neues Dorf aufzubauen. Die Blonde hob eine Augenbraue und sah zwischen den Beiden hin und her. Sie war doch hier nicht etwa an zwei Turteltäubchen gelangt, oder? Alleine bei der Vorstellung wurde der Studentin übel. Diese vielsagenden Blicke der Beiden, das Gegrinse - die trieben es doch ganz bestimmt miteinander und spätestens als Nick und Cylie auch noch in Kuschelstimmung waren wurde es Yumi zuviel und sie überlegte sich ernsthaft ob es nicht ein Fehler war mit ihnen gemeinsam auf das Fest zu gehen. Andererseits könnte sie sich jederzeit absetzen und ihre eigenen Wege gehen. Alt genug war sie ja und wenn sie Alkohol hatte brauchte sie sowieso keine Gesellschaft. Yumi verschränkte ihre Arme vor der Brust. Mancher hätte vielleicht geglaubt sie war neidisch auf die jungen Liebenden und ihr Glück aber eigentlich fand sie es einfach nur lästig. Offensichtlich hatten sich Nick und Leila wirklich getrennt aber genau genommen interessierte es Yumi auch nicht weiter. Leila und sie hatten sich früher zwar gut verstanden aber die Beiden waren in so jungen Jahren zusammengekommen dass es die Blonde kaum überraschte. Man veränderte sich doch noch und das meist nicht immer in die selbe Richtung. „Sehe ich genau so...“ fügte Yumi der Aussage der Brünetten schließlich noch hinzu und stieß sich vom Küchenblock ab und tat die ersten Schritte in Richtung Türe. „Außer ich soll euch kurz alleine lassen?“ Die Psychologiestudentin deutete auf die Beiden und ihre vertraute Geste und sah sie durch ihre hellen Augen an ehe sie sich mit einem Schmunzeln wieder abwandte. „Ich denke schon das es etwas zu essen gibt aber was noch viel wichtiger ist... es gibt Alkohol.“ Der Grund warum sich Yumi überhaupt erst dort blicken ließ.

    [Bei der Bühne] Darren & Noita



    Seine Worte durchfuhren das Mädchen als hätte er damit einen Nerv getroffen. Worauf er wohl anspielte? Hatte Majo ihn etwa nicht beeinflusst? Hatte er ihr Treffen damals nicht vergessen oder zumindest das nicht sonderlich unauffällige Verschwinden der jungen Hexe. Sie hatte mit ihrer Cousine nie darüber geredet aber dachte eigentlich das es selbstverständlich war, dass sie seine Erinnerung daran löschte. Für majo war das ein leichtes. Sie beherrschte ihre Fähigkeiten im Vergleich zu der Schwarzhaarigen sogar sehr gut. Sie hatte ihn doch nicht einfach mit dem Wissen, dass sie Beide Hexen waren zurückgelassen, oder? Majo machte kein Geheimnis daraus, posaunte es sogar in die Weltgeschichte hinaus als würde sie über ihre Lieblingsspeise sprechen oder über sonstige Banalitäten. Die Hand des Darrens legte sich auf ihre Schulter und automatisch drehte sich der Kopf des Mädchens in seine Richtung. Ihre Blicke kreuzten sich. Sie sah in seine dunkeln Augen und versuchte herauszufinden was sich dahinter verbarg aber Noita kam nicht dahinter. „W-was meinst du?“ fragte sie schließlich und hoffte innerlich, dass seine Aussage nicht auf das was geschehen war anspielte sondern auf irgendetwas anderes. Seine Hand strich über ihre Schulter, ehe er diese wieder zurück zog. Das Herz des Mädchens klopfte schnell. Vielleicht zog er jetzt in die Welt hinaus und erzählte es Jedem oder lachte sie aus, verurteilte sie. Noita schluckte schwer. Wenn er wirklich davon wusste, wie würde Darren mit diesem Wissen umgehen? Die Schülerin nahm einen Schluck von ihrem Getränk und genoss es wie das kühle Nass ihre trockene Kehle befeuchtete. Ein lockeres Lächeln umspielte die Lippen des Studenten, während er den Strohhalm zwischen seine Lippen geklemmt hatte und das Getränk genoss. Er ging so sorglos mit seinem Wissen um was Noita denken ließ das er sich vielleicht doch nicht mehr erinnerte und Majo ihre Finger im Spiel gehabt hatte. Bei der nächsten Aussage des Lockenkopfs verschluckte sich Noita an ihrem Getränk. Ein Hustenanfall folgte, während sie ihre roten Augen weit aufriss und sich von ihrem Gesprächspartner abwandte bis sie sich wieder gefangen hatte. „Nein. Niemals.“ Noita fuchtelte wie wild mit ihren Händen und schüttelte ihren Kopf. „Ich habe noch nie vor irgendjemanden gespielt oder gesungen! Das geht nicht!“ Es war gänzlich unmöglich. Allein bei dem Gedanken daran wurde sie nervös und gerade das schien Darren noch mehr zu amüsieren. Als er ihr schließlich gestand, dass es für ihn alltäglich dazu gehörte auf der Bühne zu stehen schüttelte Noita ihren Kopf. Ihr langes schwarzes haar bewegte sich zu der Bewegung. „Sich von jemanden anhören zu müssen der täglich auf der Bühne steht, dass es nicht schlimm ist dort oben zu stehen ist irgendwie nicht sehr hilfreich...“ Ein Lachen verließ die Lippen der Schülerin und sie lauschte wieder dem wundervollen Gesang des Musikers, ehe sie sich wieder dem Dunkelhaarigen an ihrer Seite zuwandte, der sie offensichtlich dabei haben wollte wenn er dieser besonderen Person ein Ständchen bringen wollte. „Ohje lieber nicht. Am Ende macht sie sich meinetwegen dann aus dem Staub...“ Wie es wohl war mit jemanden gemeinsam Musik zu machen. Der Gedanke machte die Schwarzhaarige nervös aber zugleich klang es sehr interessant und es war bestimmt wundervoll gemeinsam etwas zu schaffen. „...trittst du heute auch auf?“ Angeblich hatte man die Möglichkeit hier und heute sein Können zu beweisen wenn man sich denn traute und Darren war gewiss nicht der Typ Mensch, der sich nicht traute also war es doch eine berechtigte Frage.

    [Vor der Kapelle] Eunice, Greta, Daria & Eric



    Die blonde Elfe murmelte etwas in ihren nicht vorhandenen Bart. Offenbar gar nicht gewillt, dass die Beteidigten etwas davon verstehen konnten. Vielleicht war die das Katz und Maus Spiel Leid und hatte eingesehen, dass es keinen Sinn machte sich gegen die Mehrheit zu stellen aber das erschien dem Jäger eher unwahrscheinlich. Sie war Niemand der einfach so aufgab, dem Anderen seinen Willen lies und mit eingezogenem Schwanz das Weite suchte. Sie war eine starke Frau, die ihren Willen durchzog ohne Rücksicht auf Verluste. Eric sog scharf die Luft ein als die Worte der Blonden an sein Ohr drangen. "Waaaas? Wirklich? Ich bin geschockt!" Seine Schauspielfähigkeiten waren nicht sonderlich gut aber das sollten sie in dem Fall auch gar nicht sein. Es war offensichtlich, dass es sich bei seiner Aussage um puren Sarkasmus handelte. Der braunhaarige war doch nicht völlig bescheuert. Selbst damals am See hatte er der Elfe ihre Show nicht abgekauft. Irgendetwas an ihrem Lächeln hatte so falsch gewirkt und trotz dieser Vermutung war der junge Mann an jenem Tag zu unvorsichtig gewesen und hatte so auch Dorothy in Gefahr gebracht. Wäre er nicht an ihrer Seit gewesen, hätte sie das nicht mit ansehen müssen und vielleicht verspürte er deshalb den Drang dieses Mädchen zu beschützen auch wenn sie sich überraschend gut auch selbst beschützen konnte was sie heute mehrmals verdeutlicht hatte. Sie war nicht das hilflose schüchterne Mädchen für das er sie gehalten hatte. Sie beschützte die Menschen die ihr wichtig waren und das machte sie zu einem sehr besonderem Mädchen. Demonstrativ hatte Greta ihre Hände gehoben und meinte zeigen zu müssen das sie nichts zu verbergen hatte. Natürlich nicht. Und den Weihnachtsmann gab es wirklich. Die Blonde spielte doch im Grunde mit ihnen oder zumindest glaubte sie das. Ihr gefährlicher Blick ruhte auf den beiden Mädchen hinter ihm, welches es vor dem Biest zu beschützen galt, ehe er den seinen wieder kreuzte. Greta verteidigte ihre Rasse, holte die Vergangenheit wieder hervor. "Und warum genau glaubst du das eine ganze Rasse für das was Geschehen ist büßen muss?" Eric musste kurz auflachen bevor er fortfuhr. "Meinst du ein Einziger handelt stellvertretend für das ganze Volk?" fragte er schließlich die Elfe. "Dann bist du unglaublich dumm..." Es war nicht einmal Absicht sie mit dieser Aussage zu provozieren aber selbst Greta oder wie auch immer sie wirklich hieß musste sich eingestehen, dass dieser Umkehrschluss völlig bescheuert war selbst für ein verbittertes Wesen wie sie es war.

    Sie schlug ihm einen Deal vor. Die dunklen Augen des Jägers formten sich zu Schlitzen als könne er so besser hinter die Fassade der Anderen blicken aber natürlich war dem nicht so. Eric konnte nicht erkennen was sie sich davon versprach warum genau sie miteinander kämpfen sollten um dieses Disput, der eigentlich nur durch sie ausgelöst worden war, zu bereinigen. Der junge Mann wollte schon auflachen und die Idee der Elfe im Keim ersticken als sie schließlich davon sprach, dass sie die beiden Mädchen dafür in Ruhe lassen würde. Erst an dieser Stelle wurde der Dunkelhaarige wirklich hellhörig. Die Beiden in Sicherheit zu wissen würde ihn beruhigen. Wer wusste schon auf was für Ideen die Blonde kam, wenn sie sich wieder trennten. Am Ende würde er Dorothy oder Eunice als Druckmittel gegen ihn verwenden nur weil sie einander kannten. Er musste schlucken und tatsächlich ließ er sich den Vorschlag der Verrückten durch den Kopf gehen. Doch was war seine Gewissheit? Ihr Wort? Auf das konnte man sich nicht verlassen soviel war sicher. Sie war eine notorische Lügnerin und das hatte sie mehr als nur einmal unter Beweis gestellt. Eunice schien der gleichen Meinung wie er, kümmerte sich währenddessen um Dorothy aber versuchte der Elfe ab und an Kontra zu geben. Es war jedoch schwerer als gedacht gegen dieses Weibsbild anzukommen. Sie machte solche Sachen wahrscheinlich schon ihr Leben lang und war geübt darin andere zu manipulieren und terrorisieren. Auch über die Lippen Dorothys kamen einige Worte. Sie versuchte gegen die Elfe anzukommen und doch schien jedes Wort, welches über ihre Lippen kam sie unendlich viel Kraft zu kosten. Eric biss sich auf die Unterlippe. Hasste sich ein kleines bisschen mehr sie in diese Situation überhaupt erst gebracht zu haben. Vielleicht hätte diese Greta niemals herausgefunden wo sich Dorothy aufhielt, wenn er nicht dem Drang nachgegangen wäre sie aufzusuchen, nach dem Rechten zu sehen. Sie quälte sich. Jede Sekunde, die sie hier unter den Argusaugen der Elfe verbrachte schien ihr unendlich viel Energie zu kosten. Ihre zitternde Stimme schien Eric von dem Deal abhalten zu wollen. Er ballte seine Hände zu Fäusten und überlegte was der richtige Weg war. Doch gab es den überhaupt? Den richtigen Weg? Selbst ohne Dorothy anzusehen bemerkte er das sie weinte. Ein Kloß bildete sich in der Kehle des Braunhaarigen und als schließlich eine weitere Elfe zu ihnen stieß war er gänzlich verwirrt. "Daria...?" kam es über die schmalen Lippen des Jägers und er sah sie irritiert an als sie sich an die Seite der anderen Blonden stellte. Etwa zum gleichen Zeitpunkt nahm er eine Regung hinter sich war. Dorothy hatte sich von dem anderen Mädchen losgerissen. Ihre Blicke trafen sich. Die Augen des Mädchens waren mit Tränen gefüllt und ohne weitere Worte zu verlieren rannte sie zurück in die Kapelle. Wortlos blickte der junge Mann ihr hinterher. Sorge spiegelte sich in seinen Augen wieder aber zugleich war er unendlich froh, dass sie auf diese Weise zumindest in Sicherheit schien. Gerne hätte er sie jetzt getröstet, ihr gesagt wie mutig sie doch war aber diese Situation galt es aufzulösen und so sah er wortlos in die Augen des anderen Mädchens. Eine stille Bitte sich um die Kapuzenträgerin zu kümmern ehe er sich wieder den Elfen zu wandte. Warum hatte er es nicht gleich gemerkt? Diese Ähnlichkeit. Es fiel ihm wie Schuppen von den Augen. "Willst du es ihr erklären oder soll ich, Meg?" meinte Eric schließlich an die Elfe gewandt und betonte gerade ihren Namen noch einmal besonders was ihr wohl vermitteln solle, dass er Bescheid wusste.

    [Irgendwo zwischen den Bücherregalen] Dylas & Dolce


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    Eine einfache Aussage oder war es doch eine Feststellung? Dolce konnte es nicht mit Sicherheit sagen aber als der Andere fortfuhr erschien ihr Ersteres eher im Bereich des Möglichen. Er hatte seine Stimme erhoben. Für einen ruhigen Ort wie das Runenarchiv erschien sein Tonfall fast schon unpassend. Offensichtlich hatte die rosahaarige Elfe ihren Gegenüber verärgert aber ihr war nicht bewusst warum dem so war aber seine Mimik wie auch seine Gestik sprachen dafür. "Ja..." antwortete sie knapp auch wenn die Frage des Anderen wahrscheinlich vielmehr rhetorisch gemeint war. Schattenmagie war immerhin doch ein sehr verpönter Zweig der Magie - von Vielen als grausam bezeichnet. Natürlich zielte jede Art der Magie darauf ab dem Gegner Schaden zuzufügen oder sich vor Angriffen zu schützen aber die Art und Weise wie das bei der Schattenmagie passierte war Einigen zuwider und so entschieden sich die Meisten gezielt gegen diese Form der Magie. Seit jeher wusste Dolce jedoch das es diese Art der Magie sein sollte, die ihre Aufmerksamkeit wert war. Vielleicht weil sie selbst diese Dunkelheit in ihr spürte wie auch Astor es damals gespürt hatte - vielleicht hatte er sie deshalb ausgewählt - sie deshalb zu seiner Marionette gemacht. Vielleicht hatte er auf eine bestimmte Typen abgezielt, vielleicht waren bestimmte Wesen anfälliger um manipuliert zu werden als andere. "...ich beherrsche die Schattenmagie." fuhr Dolce schließlich fort und drückte das Buch etwas an sich. Offenbar war diese Unterhaltung wieder zu Ende, wenn man denn überhaupt von einer Unterhaltung sprechen konnte so wortkarg wie die Beiden waren. Die Elfe wollte sich wie auch der Andere wieder von ihm entfernen, da er offensichtlich nicht bereit war über das Thema Halbwesen zu sprechen als er schließlich doch noch einmal die Stimme erhob. Sein Tonfall war nun weniger scharf, sogar relativ ruhig wenn man bedachte wie er zuvor mit ihr gesprochen hatte. Er griff nach dem Buch über Halbwesen und sah sie an, wartete auf die Antwort auf seine Frage. Tatsächlich war sie gar nicht so leicht zu beantworten. Es auf ein einfaches Gefühl zu schieben schien der Elfe irgendwie irrational. Sie war niemand der einem einfachen Gefühl traute aber dennoch hatte dieses Feingefühl ihr schon oft geholfen. Vielleicht lag es aber auch daran das die Rosahaarige eine Beobachterin war. Sie beobachtete ihre Umgebung und vielleicht brachte Dolce so viele Dinge in Erfahrung die Anderen verborgen blieben. "Es ist deine Aura..." kam es schließlich über die Lippen des Elfenädchens als sie ihren Blick über die Bücherregale gleiten lies und schließlich wieder den Anderen in die Augen sah. "...es ist schwer zu beschreiben aber ich habe es schon bei unserer ersten Begegnung gespürt aber ich weiß nicht was es ist..." meinte Dolce schließlich ehrlich. Sie hatte es noch bei keinem Anderen gespürt aber genau genommen hatte sie bisher auch kein Halbwesen kennengelernt. Eine Zeit lang hatte sie sogar geglaubt das Einzige in Trampoli zu sein aber schon seit damals hatte sie vermutet, dass diese Aura die von Dylas ausging genau das hatte sein können. Vielleicht spürten Halbwesen die Aura eines Anderen. Vielleicht war es aber auch nur Wunschdenken jemanden zu begegnen, der die Verwandlung besser beherrschte als sie...

    [Vor dem Wachposten bei der Elefantendame] Brodik, Kyle & Bianca


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    Ein Lachen drang aus der Kehle des Silberhaarigen. Es klang ehrlich und regelrecht herzhaft und doch verstand die Adelstochter gerade nicht was es zu Lachen gab immerhin konnte sie sich nicht erinnern etwas Lustiges gesagt zu haben und so sah sie ihn irritiert an doch die Verwirrung lichtete sich als Brodik seine Reaktion erklärte aber dennoch verstand gerade sie seine Aussage nicht. Sie wandte ihren Blick von dem Muskelprotz und sah in die großen Augen des Monsters ehe Bianca den Blick senkte. „Nicht in Ketten zu sein bedeutet noch lange nicht frei zu sein...“ kam es schließlich über die Lippen des wohlhabenden Mädchens. Vielleicht unterschied sie gar nicht so viel von diesem Wesen. Vielleicht gab es wie auch für sie einen Grund in diesen Mauern zu leben. Vielleicht gab es keine Chance auf ein anderes Leben mehr. Sie musste sich also anpassen, gegen ihr wahres Wesen ankämpfen. Die Geschichte kam der Adelstochter irgendwie bekannt vor.

    Sie beobachtete die Reaktion des Anderen als sie seine Hand an die Elefantendame führte. Er wirkte angespannt aber gleichzeitig schien ihn der Moment als sie nicht zurückzuckte unter seiner Berührung ziemlich glücklich zu machen. Die Mundwinkel des Wächters hoben sich etwas und er wandte seinen Blick nicht von dem Monster ab. Auch als Bianca ihre Hand zurückzog verharrte das rosafarbene Wesen, welches über und über mit Ranken bedeckt war an Ort und Stelle, schien sie Berührung seiner großen Hände sogar zu genießen. Die Mundwinkel der Adelstochter hoben sich kurz an. „Manchmal bemerken Tiere oder eben zahme Monster die Veränderung in uns noch vor uns selbst...“ Unbewusst dachte Bianca an ihren Kater Karlo. Immer wenn etwas in ihr vorging, sie etwas beschäftigte oder gar quälte war er an ihrer seite um ihr Beistand zu leisten. Solche Wesen schienen ein Gespür für die Gefühle der Menschen zu habe noch bevor ihnen überhaupt selbst bewusst war was sie quälte. Wie oft hatte der Kater bei ihr im Bett geschlafen als sie sich abertausend Gedanken gemacht hatte. Früher wie heute. Daran hatte sich nichts geändert. Wenn ihre Lippen nicht sprechen wollten tröstete das Tier sie stumm mit seiner Anwesenheit. Gedankenversunken beobachtete Bianca, wie sorgsam der Silberhaarige seine Hand über das Monster streichen lies so dass sie nicht einmal merkte, dass es seinen Rüssel in ihre Richtung streckte um wahrscheinlich nach etwas Essbarem zu suchen. Schnelle Schritte näherten sich ihnen und automatisch hob Bianca ihren Kopf um den Besitzer dieser Schritte zu sehen doch noch bevor ihre Augen ihn erblickten drang seine Stimme an ihr Ohr. Eine ihr sehr wohl bekannte Stimme. „Kyle...“ kam es leise über ihre Lippen und ihre blauen Augen richteten sich auf die Person, die unweit vor ihnen zum Stehen kam. Der Herzschlag des Mädchens hatte sich beschleunigt. Sie hatte nicht erwartet ihn sobald wieder zu sehen. Eigentlich hatte sie erwartet das er wieder das Weite gesucht hatte - auf Reisen gegangen um einen klaren Kopf zu bekommen so wie es bisher immer gewesen war aber im Grunde war sie diejenige die dieses Mal die Flucht ergriffen hatte. Sie hatte ihn dort oben alleine gelassen und war in ihren goldenen Käfig zurückgekehrt weil es sich so für ein braves Vögelchen gehörte, weil sie nicht wusste wie sie damit umgehen sollte. Unbewusst wanderte der Blick ihrer blauen Augen über seine Lippen und sie musste unweigerlich an diesen Kuss denken. Ihn hier zu sehen wühlte sie auf, ihr Herz schlug schnell je mehr sie an eben jenen Abend dachte. Er hatte sie so schwach gesehen, hatte ihre Tränen weggewischt und ihr Halt gegeben als sie ihn völlig verloren hatte und am nächsten Tag war alles wie früher. Heute war alles so als wäre es nie geschehen. Er brachte den Mund nicht auf, hatte ihr nichts zu entgegnen. Sie war dumm zu glauben es hätte etwas zwischen ihnen geändert wo sie sich doch selbst bewusst gemacht hatte, dass es nichts ändern durfte immerhin war sie eine Tochter aus reichem Hause und er lediglich...Kyle. Ein Rosaschimmer zierte die Wangen der Adelstochter und sie senkte den Blick. Das Herz schlug ihr bis zum Hals. Es war nicht der richtige Zeitpunkt etwas dazu zu sagen nicht wahr aber gab es jemals den richtigen Zeitpunkt oder würden sie einfach darüber schweigen? Darin waren sie doch schon immer gut gewesen. Zu sehr war Bianca in ihren Gedanken versunken das sie nicht gemerkt hatte, dass die namenlose Elefantendame offensichtlich noch hungrig war und nach etwas Essbarem verlangte. Im nächsten Augenblick schnaubte das gewaltige Wesen in das Ohr der Adelstochter, was dazu führte, dass diese zusammenzuckte und ihr einen Laut des Schreckes entlockte. Hoffentlich führte dies nicht dazu, dass sich das gewaltige Wesen erschreckte und etwas unerwartetes machte...

    [In der Küche im ersten Stock] Nick, Cylie & Yumi



    Ein Schmunzeln umspielte die Lippen der angehenden Psychologin als Cylie noch etwas zu dem Thema Verschwandschaften in Destiny Valley zu sagen hatte und Yumi hob den Kopf um kurz ihren Blick zu kreuzen. Das Dorf in dem sie groß geworden war, war wirklich ein Nest. Jeder kannte jeden und jeder hatte was mit jedem weil einem auch einfach die Auswahl fehlte. Es war also dringend nötig von dort wegzuziehen damit der Stammbaum nicht irgendwann einmal in einem Kreis endete. Es war wahrscheinlich nicht die dümmste Entscheidung dies hinter sich zu lassen oder so gut es eben möglich war - gerade Yumi war noch meilenweit entfernt wenn man bedachte, dass sie erst vor Kurzem die Geister der Vergangenheit alles andere als ruhen gelassen hatte und damit war ein ganz bestimmter Jemand gemeint, der eigentlich in der Vergangenheit bleiben hätte sollen aber dennoch in Anbetracht der jüngsten Begegnungen doch eher in der Gegenwart präsent war und das hatte wohl irgendwo ihr betrunkenes Ich zu verantworten. Zumindest war es leichter es auf ihr betrunkenes Ich zu schieben als zu akzeptieren, dass eventuell auch ihr nüchternes Ich nicht gegen diese Entscheidung war. Die Beiden löffelten ihr Frühstück, während Yumi ihre Koffeinzufuhr genoss. Ihr Interesse lag auf Cylie, die ihre Schwester offensichtlich vom Studium kannte. Ein Lachen drang aus der Kehle der Blonden. "Jaaaa das klingt ziemlich nach meiner Schwester..." So war Sakura. Sie blieb den Menschen in Erinnerung. Ihre aufgedrehte und verrückte Art machte sie liebenswert. Jeder mochte sie. Sie konnten wohl nicht unterschiedlicher sein. Früher waren sie sich eigentlich ziemlich ähnlich als sie noch viel Zeit miteinander verbracht hatten - tagein und tagaus beieinander hockten aber die Dinge hatten sich geändert - sie hatten sich beide in unterschiedliche Richtungen entwickelt und doch schmälerte es ihre Liebe zueinander nicht. Daran änderte auch ein Auslandsjahr nichts. Wenn sie einander wiedersahen war es stehts wie früher nur das jeder sein eigenes Leben hatte und dahin wieder zurückkehrte. Yumi war der selben Meinung wie Cylie was das Jahr im Ausland anging. Man konnte so viel mitnehmen und manchmal muss man einfach weg um einen anderen Blick auf das Leben hier zu haben. Als Nick sie schließlich mit dem Wissen konfrontierte ob sie nicht ebenfalls im Ausland gewesen war zierte ein Grinsen die Lippen des Mädchens und der Blick ihrer hellblauen Augen kreuzte den der dunkelblauen Augen des Anderen. "Erwischt!" Yumi nahm den letzten Schluck Kaffee, der sich in ihrer Tasse befand und fuhr schließlich fort. "...und doch sind wir alle wieder zurückgekehrt. Warum eigentlich?" Weil man nicht ewig vor Dingen davonlaufen konnte? Weil es ein zu großer Schritt war gleich im Ausland zu bleiben - das Ausland zu seiner Heimat zu machen oder weil es letztendlich Etwas oder Jemanden gab, der einen hier hielt? Eine Frage die nicht so leicht zu beantworten war oder zumindest nicht für Yumi. Die Blonde schlug ihren Block zu und verstaute ihn schließlich in ihrer Tasche um vielleicht auch nicht länger darüber nachzudenken. "Ach aus dem Alltag auszubrechen ist nicht so schwer. Ich habe eher meine Schwierigkeiten mit dem Alltag selbst..." Eigentlich war sie ständig ausgebrochen, dass gerade dieser Ausbruch zum Alltag der Psychologiestudentin geworden war. Yumi erhob sich vom Tisch, an dem die anderen Beiden noch an ihrem Frühstück saßen und ging zum Küchenblock um die schmutzige Tasse in den Geschirrspüler zu stellen, ehe sie sich den Zwei wieder zu wandte. "Habt ihr von diesem Fest in den Bergen gehört? Klingt nach einer interessanten Möglichkeit... dem Alltag zu entfliehen..." Zu deutsch: Klang nach einer interessanten Möglichkeit sich wieder zu betrinken!

    [In der hintersten Reihe im Bus] Hina, Alma & Alessa



    Ein Grinsen schlich sich auf die Lippen des Blondchens als Alma ihr versicherte, dass Alessa wohl mehr Erfolg gehabt hatte als sie. Ja erfolgreich war diese Nacht tatsächlich gewesen - das konnte sie zu hundert Prozent unterschreiben und wahrscheinlich auch die Studenten in den Nebenzimmern, die unfreiwillig Zeuge dieser Nacht geworden waren wenn man bedachte das weder Alessa noch der Dunkelhaarige sich zurückgehalten hatten. Selbst wenn er sich nicht melden würde, änderte das nichts an der Tatsache, dass das was sie hatten einfach unglaublich war. Der Namenlose hatte zwar die Messlatte für alle folgenden Liebhaber bedeutend höher gestellt aber das musste ja nichts schlechtes bedeuten. Neben ihren Träumereien lauschte sie der Erzählung der Dunkelhaarigen und nickte mitfühlend. "Deshalb bin ich immer wieder froh, dass mein Papa eigentlich so gut wie nie zu Hause ist. So lange ich seine Kreditkarte habe ist alles gut..." Ein Lächeln umspielte die perfekt geschminkten Lippen des Blondchens. "Wo hast du ihn denn kennengelernt?" erkundigte sich Alessa schließlich und sah Alma durch ihre roten Augen forschend an. Immerhin waren Hina und sie gestern nur zu zweit unterwegs gewesen, nicht das dies eine Seltenheit war, aber dennoch interessierte es sie schon wo Alma sonst ihre Typen aufgabelte.

    Offensichtlich war Selbstmitleid ansteckend, denn spätestens als Hina hörte das auch Alma jemanden im Auge hatte schien sie etwas frustriert. "Ach bitte wie kannst du nur Leo vergessen..." Alessa warf sich theatralisch ihr Haar über die Schulter und rollte gespielt übertrieben mit den Augen. Im nächsten Augenblick musste das Blondchen jedoch wieder lachen und schaffte es nicht sonderlich lange ernst zu bleiben, da der Kerl bereits vorhin kurz Thema war und das nicht gerade im positiven Sinne. Ihre beiden Freundinnen betrachteten nicht sonderlich unauffällig den gut aussehenden Kerl auf zehn Uhr, welcher Alessa als erstes ins Auge gesprungen war. Er unterhielt sich mit dem Mädchen, welches sie gestern im Club kennengelernt hatten. Wie war noch gleich ihr Name? Er wollte dem Blondchen nicht einfallen aber als ihr ihre Beste wieder auf die Sprünge half erinnerte sich Alessa doch wieder. Sie stimmte in das Gekicher ihrer Freundin ein. Wo sie Recht hatte. Alessa war recht unbeeindruckt von der Erzählung Hinas aber einen Moment lang haftete der Blick des Blondchens auf dem Mädchen mit dem rosafarbenen Haar. Sie war nicht die Erste die versuchte einen Keil zwischen sie und Hina zu treiben. Immer wieder hatten es dumme Mädchen versucht und nicht begriffen das die Freundschaft der Beiden etwas Besonderes war und sie nicht durch das Gerede irgendwelcher Loser in die Brüche ging. "Was für eine Bitch..." Offensichtlich glaubte Melanie sich zwischen die Freundinnen drängen zu können. Wie dumm von ihr. Das Blondchen belächelte den armseligen Versuch. Alessa beobachtete wie zwei weitere Jungs den Bus betraten. In der hintersten Reihe hatte man einfach die komplette Übersicht - sehr praktisch wie das Mädchen fand. "Vielleicht wär ich aber auch so zickig wenn ich chronisch untervögelt wäre..." Alessa legte die flache Hand vor ihre Lippen und riss die Augen auf als wäre ihr diese Aussage lediglich herausgerutscht aber die Freundinnen wussten das dem ganz bestimmt nicht so war und ohnehin hatten es nur Alma und Hina gehört aber jeder wusste das sie nicht davor zurückschrecken würde es auch Melanie ins Gesicht zu sagen.

    [In der hintersten Reihe des Busses] Hina, Alma & Alessa



    Das Grinsen im Gesicht ihrer besten Freundin erlosch. Empört hatte sie den Mund aufgerissen und starrte sie voller Entsetzen an. Wahrscheinlich hätte sie in ihrer Situation nicht anders reagiert. Ziemlich sicher sogar. Das Blondchen ärgerte sich jedoch selbst schon genug über sich selbst und versteckte ihr Gesicht hinter ihren flachen Händen. Den Schlag auf den Oberarm durch Hina hatte sie wohl auch verdient und deswegen gab Alessa daraufhin nur ein wehmütiges Murren von sich, bevor sie wieder hinter ihren vorgehaltenen Händen hervorlugte und in die Richtung ihrer besten Freundin sah, welche tadelnd den Kopf schüttelte und Alessas Verhalten anscheinend absolut nicht nachvollziehen konnte. Schließlich versuchte diese sich zu erklären. „Es hat sich einfach nicht ergeben. Ich weiß auch nicht...“ Das Blondchen warf die Hände in die Luft und zuckte mit den Schultern. „...und als wir im Wohnheim waren...da ging es dann gleich zur Sache...“ erzählte sie schließlich ihrer Freundin und musste dabei wieder grinsen. „...da kann ich dann doch auch nicht mittendrin fragen: Ach übrigens welchen Namen soll ich dann stöhnen?“ Ein Lachen drang aus der Kehle der Schülerin und als dieses verebbte verzog sie wieder schmollend die Lippen. Hina schürte jedoch wieder etwas Hoffnung in ihr und während die roten Augen des beliebten Mädchens auf sie gerichtet waren dachte sich Alessa bei sich, dass der Vorschlag ihrer Freundin gar nicht so schlecht war. Der Student würde ihr ganz gewiss nicht widerstehen können. Sie hatte seine Blicke gesehen. Er fand sie begehrenswert - wie könnte er auch nicht? Alessa wusste ihre Reize einzusetzen. „...ich hab meine Nummer in sein Handy eingespeichert... alsooo vielleiiiicht...“ Ein Grinsen schlich sich auf die Lippen der Schülerin und sie spielte mit einer einzelnen Haarsträhne, nachdem sie ihre Beine übereinander geschlagen hatte und mit dem oberen Bein spielerisch wippte. Ansonsten blieb immer noch Hinas hervorragende Idee. Allein bei dem Gedanken an den Vorabend wurde dem Mädchen schon wieder ganz heiß. Ein wenig drifteten ihre Gedanken ab aber eine bekannte Stimme holte Alessa wieder aus ihren Träumerein. Alma. Ein Lächeln legte sich auf ihre Lippen und sie winkte der Schwarzhaarigen, die sich wieder in ein besonders heißes Outfit geworfen hatte. „Guten Morgen, Süße!“ Alessa erhob sich und umarmte ihre Freundin herzhaft. „Du hast gestern gefehlt!“ versicherte sie Alma und nahm schließlich wieder Platz. Gespielt empört schlug Alessa das andere Blondchen mit der flachen Hand gegen den Oberarm. „Ich hol mir was ich will das weißt du genau...“ Sie machte eine kurze Sprechpause bevor sie fortfuhr. „...es wäre einfach schön wenn auch er sich etwas bemüht also... nicht nur im Bett jetzt...“ Erneut musste das. Mädchen grinsen und ihr Blick wanderte schließlich durch den Bus, der sich langsam aber sicher füllte. Der Blick des Blondchens blieb an einem ziemlich gutaussehenden Kerl hängen, der einige Reihen vor ihnen Platz genommen hatte. Sie stupste erst Hina an und schließlich Alma, die mittlerweile ebenfalls saß. „Heißer Kerl auf 10 Uhr...“ flüsterte die Schülerin hinter vorgehaltener Hand.

    [Bei der Bühne] Darren & Noita



    Selbstverständlich erinnerte er sich an ihre erste Begegnung. Noita hätte sich wahrscheinlich wohler dabei gefühlt wenn er dieses kleine Detail ihres Treffens vergessen hätte aber wahrscheinlich erinnerte man sich an eine Person, die einem ein Tshirt versaut und ein Getränk schuldig geblieben war einfach. Selbst wenn nicht hatte das Hexenmädchen ihn wahrscheinlich mit ihrer Aussage wieder auf die Sprünge geholfen. Dennoch huschte ein schüchternes Lächeln über die Lippen der Jüngeren als er sich für ihre gnädige Aussage bedankte. „Man tut was man kann um sich der Norm anzupassen...“ Sie zuckte mit den Schultern. Normal. Sie wollte immer ein normales Mädchen sein aber das letzte Gespräch mit ihrer Cousine hatte sie daran zweifeln lassen ob es gut war ihre magischen Fähigkeiten einfach zu unterdrücken zumal sie in den ungünstigsten Momenten dann doch aus ihr heraussprudelten und Majo konnte nicht immer hier sein und die Betroffenen manipulieren damit diese eine sich plötzlich in Luft auflösende Noita vergaßen. Tatsächlich war das für das Mädchen aber gerade eher zweitrangig. Zu sehr beschäftigten sie im Moment andere Themen aber so oder so war das wohl das größte Problem des Mädchens. Sie dachte zu viel nach aber konnte das einfach nicht abstellen. Darren lächelte und ein Klirren ertönte als sein Glas gegen das ihre prallte. Einige Momente lauschten sie gemeinsam den Klängen der Gitarre ehe Darren sein Wort an sie richtete. Noita zögerte mit der Antwort. Die wenigsten wussten das sie auch Musik machte. Sie machte normalerweise kein großes Ding daraus, hielt ohnehin nicht genug von sich selbst um darauf stolz zu sein, dass sie eigene Werke schuf. „Ja...“ antwortete sie deshalb knapp. Die Aussage des Dunkelhaarigen überraschte sie. Es klang so leicht, als er das Spielen auf der Bühne so schilderte. Vielleicht war es so aber Noita glaubte fest daran das niemals zu schaffen. Für sie war es schon schwer sich vorzustellen überhaupt jemals vor einer einzigen Person zu spielen. Sie hatte Angst sich jemanden so verletzlich zu zeigen obwohl sie natürlich ohnehin keine starke Persönlichkeit war. „Sprichst du aus Erfahrung?“ Noita sah Darren interessiert in die Augen. Ob sich ihre Frage auf den Auftritt auf einer Bühne bezog oder darauf ob es eine besondere Person in seinem Leben gab, die er sich dabei vorstellte blieb dahingestellt.

    [In der hintersten Reihe im Bus] Hina & Alessa



    Das Thema Loser wurde bald schon unter den Teppich gekehrt. So wichtig war der Kerl nicht um so lange Teil ihres Gesprächs zu sein. Er war nur einer von vielen Versagern. Ein Niemand. Es gab da ein Kerl der es wert war das man über ihn sprach. Immerhin bestand auch seitens Hina ein großes Interesse an dem namenlosen Charmeur mit dem Alessa die Nacht verbracht hatte. Ihre beste Freundin war Feuer und Flamme, wollte jedes noch so kleine Detail hören. Das Blondchen konnte es ihr nicht verdenken. Immerhin würde es ihr nicht anders gehen wenn es umgekehrt gewesen wäre. Während Hina sich mit der Hand Luft zu fächerte erinnerte sich Alessa an das Gefühl, welches er auf ihren Lippen hinterlassen hatte. „ Ich kann es gar nicht beschreiben. Er war irgendwie zärtlich aber leidenschaftlich zugleich und er wusste einfach genau welche Knöpfchen er drücken musste, wenn du verstehst...“ Ein zweideutiges Grinsen zierte die Lippen des Blondchens. Unbewusst strich sie sich über diese und musste schon wieder grinsen zugleich wurde ihr aber schmerzlich bewusst das es das letzte Mal gewesen sein konnte, dass sie sich über den Weg gelaufen waren. Das letzte Mal das sie seine Lippen auf den ihren gespürt hatte. War es feige gewesen nicht mehr zu verlangen oder einfach nur realistisch immerhin war ihr ganzes Treffen so aufgebaut gewesen, dass man einander danach nie wieder sah. Das Lächeln auf ihren Lippen versiegte und stattdessen kam ein fast schon deprimiertes Seufzen darüber. „... wir kennen den Namen des jeweils anderen nicht...“ Sie spürte schon förmlich wie ihre Freundin sie dafür schellte, dass sie nicht forscher herangegangen war. Alessa bekam doch immer was sie wollte - sie nahm es sich meist einfach, weil man ihrem Augen ohnehin nichts abschlagen konnte und ähnlich verhielt es sich wenn sie einen Kerl begehrte. Warum also hatte sie nicht einfach seinen Namen eingefordert - seine Telefonnummer? Womöglich lag es an ihrem gemeinsamen Spielchen. Der Prinz und die Prinzessin. Die Prinzessin die erobert werden wollte und der Prinz, der alles für die Prinzessin tat. Das klassische Rollenbild und auch wenn sie in dieser Nacht nicht unbedingt den Märchenvorgaben gefolgt waren so wünschte sie sich doch das er sich um sie bemühte, „Wahrscheinlich bleibt es nur bei einem One Night Stand...“ Alessa verzog schmollend die Lippen und rutschte in dem unbequemen Sitz etwas nach unten.

    [Bei der Bühne] Darren & Noita



    Sie hatte Darren gar nicht bemerkt, so sehr verzauberte war Noita von dem Gesang und dem Gitarrenspiel des Musikers. Seine Musik hatte das Mädchen eine Weile von ihren wahrscheinlich überflüssigen Gedanken abgelenkt und sie in eine ganz andere Welt gezogen. Wahrscheinlich hätte jemand neben ihr tot umfallen können und die junge Hexe hätte es nicht bemerkt so vollkommen hatte die Musik sie eingenommen. Erst als sich Jemand zu ihr setzte drehte Noita ihren Kopf und sah in zwei dunkelbraune Augen, die zu einem bekannten Gesicht gehörten. Ein Lächeln huschte über die Lippen des Mädchens. "Darren!" Sie hatten sich eine Weile nicht gesehen, nicht das es ungewöhnlich gewesen wäre immerhin waren sie keine Freunde, hatten sich bestenfalls zwei Mal getroffen. Vielleicht konnte man die Beiden als Bekannte einstufen aber viel mehr war da nicht. Sie hatten weder Nummern ausgetauscht noch hielten sie sonst regelmäßig Kontakt und genau deshalb war Noita erstaunt, dass sie sich auf diese Weise wieder getroffen hatten. Natürlich lief man auf solchen Festen immer wieder bekannten Gesichtern über den Weg aber es war doch irgendwie erstaunlich immerhin war Riverport keine kleine Stadt. Der Blick ihrer roten Augen wanderte auf die beiden Getränke, die der Dunkelhaarige mitgebracht hatte. Sie waren mit einer Sternfrucht verziert, passend zum Fest. Ein fruchtiger Duft ging von ihnen aus. Noch bevor die Schwarzhaarige etwas erwidern hatte können erklärte der Andere, dass es sich dabei nicht um Alkohol handelte und das beruhigte die Schülerin tatsächlich ein kleines bisschen. Manchmal hatte sie es satt sich jedes Mal zu erklären, dass sie wahrscheinlich nach einem alkoholischen Getränk so betrunken war, dass man sie nach Hause tragen hätte müssen. Sie vertrug einfach keinen Alkohol und das wurde gerade auf solchen Festen immer wieder zum Problem, weil es da die Sorte Menschen gab, die das einfach nicht akzeptierten und sie immer wieder dazu drängten auch wenn sie gerade nicht in der Stimmung dafür war. Ein Lächeln erschien auf den Lippen der Schwarzhaarigen. "Dankeschön. Ich werde mich bemühen ihn dieses Mal nicht auf dich zu schütten..." Ein Lachen drang aus der Kehle der Teenagerin. Sie spielte auf die erste Begegnung mit dem Anderen an. Eine Begegnung der peinlichen Art aber Darren hatte es damals recht locker genommen. Als er von dem Musiker berichtete wanderte auch Noitas Blick wieder in dessen Richtung. Er machte gerade eine kleine Pause und befeuchtete ebenfalls seine Kehle. "Er ist unglaublich..." bestätigte Noita seine Aussage aber schwärmte dabei viel eher von seiner Musik als von dem Menschen an sich. Offenbar war er ein richtiger Mädchenmagnet. Die Augen der jungen Hexe funkelten als er zum nächsten Lied ansetzte. "... Ich bewundere seinen Mut..." meinte Noita schließlich mehr zu sich selbst als zu Darren. Geschickt zupften seine Finger an den Gitarrensaiten und schufen dadurch eine unvergleichliche Melodie - einfach einzigartig. Noita griff schließlich nach dem Getränk und hielt es in die Richtung des Lockenkopfs "Auf die Musik und das was sie mit uns macht."

    [In der hintersten Reihe im Bus] Hina & Alessa



    Alessa rollte nur mit den Augen als sie der Geschichte ihrer Freundin lauschte. Der Typ war ganz eindeutig ein Versager. Ihr siebter Sinn hatte das Blondchen wieder einmal nicht im Stich gelassen. Das hübsche Mädchen stieß einen abfälligen Laut aus. "Wusst ich es doch. Das hat man davon wenn man Losern einmal eine Chance gibt..." Alessa strich sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht und konnte einfach nicht fassen wie man ihre bildhübsche Freundin einfach so stehen lassen konnte. Er musste wirklich ein kompletter Volltrottel sein aber das hatten seine bescheuerten Anmachsprüche schon vermuten lassen. "Wahrscheinlich hat er nur den Aufreißer gespielt und seine billigen Sprüche hat er einfach aus dem Internet. In Wirklichkeit ist er bestimmt noch Jungfrau..." vermutete Alessa. Ein Kerl der eine große Klappe hatte, wo aber nichts dahinter war - kannte man ja. Gefühlt die Hälfte ihres Jahrgangs waren diese Typ Menschen und die andere Hälfte waren Loser, mit denen man nichts zu tun haben wollte. es dauerte nicht lange und Hina hatte sie durchschaut. Wahrscheinlich strahlte sie oder aber es war darauf zurückzuführen, dass Hina sie einfach schon so gut kannte, dass sie nichts mehr sagen musste. Man sah es an einem einzigen Blick. Ihrer besten Freundin entging gar nichts. Sie schien es kaum zu erwarten, dass Alessa von ihrer jüngsten Bekanntschaft erzählte. Eine Frage nach der Anderen purzelte über die geschminkten Lippen des Blondchens, noch bevor die Schülerin auch nur ein Sterbenswörtchen über einen Kerl verloren hatte. Das Grinsen Alessas wurde immer breiter und sie strahlte Hina vielsagend an. "Wir haben uns auf einer Parkbank getroffen und oh Mann ich war soooo betrunken aber er war riiichtig charmant." Ihre Augen funkelten als sie von ihrer Begegnung mit dem Fremden erzählte. "Er sieht einfach so gut aus, Hina." Sie beschrieb seine dunklen Locken und den dazupassenden Augen, von seinem trainierten Körper und verfiel richtig in ihrer Schwärmerei bis sie schließlich zur Kernaussage ihrer Erzählung gelangte. Alessa lehnte sich nach hinten in den Sitz und gestikulierte wild mit ihren Händen. "...er war so gut. Wirklich unglaublich gut!" erzählte das Mädchen von der intimen Begegnung mit dem gut aussehenden Studenten und ein mädchenhaftes Kichern drang aus der Kehle des Blondchens als sie daran dachte. "Das ist wirklich gaaaanz was anderes als mit diesen Kindern in unserem Alter..." fügte Alesse schließlich noch hinzu aber das wusste ihre beste Freundin natürlich. Immerhin schlichen die Beiden sich nicht umsonst immer auf die ganzen Studentenpartys.

    [In der hintersten Reihe im Bus] Hina & Alessa



    Das Taxi hielt in unmittelbarer Nähe des Busses und mit einem reizvollen Wimpernaufschlag reichte Alessa dem Fahrer das nötige Geld für die Fahrt, welche überraschend billig ausfiel, ehe er ihr noch half den viel zu schweren Koffer aus dem Kofferraum zu heben. Das Blondchen bedankte sich mit einem Lächeln für seine Hilfe und als sie ihm den Rücken zudrehte und mit einem reizenden Hüftschwung auf den Bus zuging rollte das Blondchen mit den Augen als sie die gierigen Blicke des Losers auf sich spürte. Ekelhaft. Das Mädchen zückte ihr Handy, während der Busfahrer ihr den Koffer abnahm um ihn sicher im dafür vorgesehenen Fach zu verstauen. Als sie ihre Habseligkeiten sicher wusste hob Alessa den Kopf und entdeckte Hina, die bereits in der hintersten Reihe im Bus Platz genommen hatte. Ihre Mundwinkel hoben sich als sie ihre beste Freundin entdeckte und bereits im nächsten Moment stieg auch Alessa in den Bus ein. Die Lehrer beachtete die Schülerin gar nicht immerhin hatte sie Hina so einiges zu erzählen. Ihre müden Gesichtszüge erhellten sich als sie sich neben ihrer Freundin Niederließ. Selbstverständlich gehörte die letzte Reihe ihnen. Die beliebten Mädchen saßen immer in der letzten Reihe. „Hey Süße...“ begrüßte Alessa die andere Blondine und küsste sie zur Begrüßung erst auf die linke Wange und anschließend auf die rechte. „Es tut mir soooo unendlich leid. Mein Akku war plötzlich leer und ich hab mein Powerbank zu Hause vergessen. Katastrooophe sag ich dir!“ Alessa rollte mit den Augen. „Bist du gut nach Hause gekommen?“ erkundigte sich das Mädchen bei ihrer Besten. Sie hatten sich schon öfters trennen müssen um der Polizei zu entkommen aber ansonsten hatten sie sich immer später einfach wiedergetroffen um weiter zu feiern aber das war gestern leider nicht möglich gewesen. Aber diese unglückliche Begebenheit hatte ihr immerhin eine heiße Nacht mit einem gut aussehenden jungen Mann beschert und natürlich musste sie Hina gleich davon erzählen. „Du glaubst nicht was gestern noch passiert ist...“ Ein vielsagendes Grinsen legte sich auf die Lippen des Mädchens und sie funkelte ihre beste Freundin an. Sie strahlte regelrecht beim Gedanken an den Namenlosen. Wann er wohl ihre Nummer finden würde und ob er sich dann bei ihr meldete? Immerhin schien er genauso viel Spaß gehabt zu haben wie sie...

    [Darrens Zimmer] Darren & Alessa - Alessa geht



    Ein undeutbares Grinsen malte sich auf die Lippen des Blondchens, während sie seinen Worten lauschte. Vielleicht war sie ein kleines bisschen enttäuscht, dass der Andere sie nicht bat noch hier zu bleiben. Vielleicht hatte sie sich mehr von ihm erhofft, erhofft das er sie nach ihren Namen fragte und ihre Begegnung über einen einfachen One Night Stand hinausging aber sie ließ es sich nicht anmerken, wollte ein Stück weit doch von ihrem Prinzen erobert werden und nicht die Jägerin sein in der Geschichte. Der Lockenkopf wusste noch nichts davon aber sie hatte diesen Schritt getan, der nächste oblag ihm oder auch nicht. Vielleicht würde ihre Geschichte hier und heute enden - vielleicht aber auch nicht. „Die Glückliche...“ Alessa hob ihre Augenbrauen und strich über seine Wange. Sie spürte die rauen Bartstoppel unter ihren Fingerkuppen, sog unbewusst seinen Duft ein, als sie sich ihm näherte. Die Schülerin musterte ihn durch ihre Augen. Sie wanderten über seine Lippen zu seinen dunklen Augen, in denen sich das Blondchen einen Moment verlor. Sein Arm nahm sie gefangen, drückte sie näher an sich, während die freie Hand sich auf ihre legte, die nach wie vor auf seiner Wange ruhte. Ohne ein Wort zu verlieren presste der Dunkelhaarige seine Lippen auf die ihren. Ein Flüchtiger aber intensiver Kuss, der den Herzschlag des Mädchens beschleunigte. Er war leidenschaftlich und sanft zugleich. Als der Namenlose sich schließlich von ihr löste, verweilte Alessa in ihrer Position um anschließend noch einen Kuss auf die Stirn zu ernten. Es war nicht mehr als ein Hauch aber doch schloss Alessa genüsslich die Augen und verweilte in dieser Position bis er sich wieder von ihr löste. „Als würde die Prinzessin sich nicht einfach nehmen was sie will...“ Ein zweideutiges Grinsen legte sich auf die Lippen des Mädchens und sie bückte sich um sich ihre High Heels zu schnappen, ehe sie auf die Tür zu spazierte. Alessa sperrte sie mit ihrer freien Hand auf und drückte die Türklinke nach unten. Sie sah über ihre Schulter und in die Augen des Studenten. „Bis dann...“ Alessa warf ihm eine Kusshand zu und mit einem Kichern verließ sie das Zimmer des Namenlosen. Das Taxi wartete bereits vor dem Wohnheim und mi einem zuckersüßen Grinsen begrüßte sie den Taxifahrer. Das Blondchen warf einen letzten Blick aus dem Auto und sah den Dunkelhaarigen, der noch am Fenster stand. Ein Grinsen schlich sich auf ihre Lippen. Sie hatte also Eindruck hinterlassen.

    Zuhause fiel Alessa müde in ihr Bett und konnte endlich ihr Handy wieder aufladen, welches sie schon schmerzlich vermisste. Das Blondchen schaffte es jedoch nicht mehr Instagram zu checken, da ihr die Augenlider zufielen und sie ins Land der Träume abdriftete. Ob sie wohl von ihrem Traumprinzen träumen würde, genug Stoff zum Träumen hatte der Namenlose ihr schließlich geliefert. Am nächsten Tag fühlte sich das Mädchen wie erschlagen. Wie viel Schlaf hatte sie bekommen? Höchstens zwei oder drei Stunden. Ihre Augenringe waren grauenhaft aber das war kein Problem, welches man mit Make up nicht beseitigen konnte. Gut das sie wenigstens schon gepackt hatte, heute fuhr sie nämlich auf Klassenfahrt. Ihre Motivation dafür hielt sich in Grenzen. Wenigstens war Hina dabei, ansonsten hätte Alessa sich bestimmt ein Attest schreiben lassen um nicht mitfahren zu müssen. Das Smartphone des Mädchens vibrierte. Eine Nachricht von ihrer Besten. Sie hatte Alkohol dabei. Natürlich. Der durfte auf einer Klassenfahrt nicht fehlen. Das war immerhin das einzig Gute an diesem Ausflug. Der Blick des Blondchens wanderte auf die Uhrzeit. Sie riss ihre Augen weit auf. Sie hatte die Uhrzeit übersehen. Verdammt. Alessa schnappte sich ihren großen Koffer und hechtete aus dem Haus. Glücklicherweise hielt bei dem ersten Heben ihrer Hand ein Taxi. Wieder ein Vorteil wenn man so hübsch war wie die Schülerin. Praktisch.

    [Darrens Zimmer] Darren & Alessa



    Er nahm ihre Aussage locker - schien nicht wie Jemand, der eine derartige Aussage persönlich nahm zumal sie offensichtlich nicht darauf abzielte ihn zu kränken sondern vielmehr darauf ihn zu necken, sich einen Spaß daraus zu machen, dass er offensichtlich stolz darauf war sie zufriedengestellt zu haben. Das Blondchen grinste während sie das Schauspiel des Anderen verfolgte. Beinahe hätte man glauben können eines der armseligen Würmchen aus ihrer Klasse stand hier vor ihr und bettelte darum in den Kreis der coolen Kids aufgenommen zu werden wenn man davon absah, dass der Sprechende ein heißer Student war. Die Beiden kannten sich nicht gut genug um einander einzuschätzen aber selbst wenn Selbstzweifel unter dieser selbstbewussten Fassade schlummerten so versteckte er sie sehr gut, überspielte sie mit Charme und seinen Sinn für Humor. Während Alessa sich ihre Tasche und ihre Schuhe schnappte hatte der Namenlose seinen muskulösen Oberkörper wieder mit einem T-shirt bedeckt, zur Enttäuschung Alessas. Zu gerne hätte sie noch länger seinen Anblick genossen aber das war dem Blondchen wohl nicht gegönnt. Ihre Enttäuschung spiegelte sich in ihrem Blick wider. Er brachte das Ende dieser Begegnung zur Sprache. Verkündete wie bitter er dies empfand und doch wusste Alessa, dass es keineswegs Ernst gemeint war. Er machte sich einen Scherz aus der Sache oder versuchte vielleicht seine ehrliche Meinung hinter eben jenen Scherz zu verstecken. In Wirklichkeit wollte er einfach nicht das Arschloch sein, dass das Mädchen nach dem Sex rauswarf, oder? Er ließ sie jedoch in den Glauben es könnte wieder passieren. Forschend sah die Schülerin ihn an. Mit einem Grinsen auf den Lippen reichte der Lockenkopf ihr schließlich sein Smartphone, damit sie sich ein Taxi rufen konnte. Während sie eine Nummer eintippt hob Alessa den Blick und sah in seine dunklen Augen. „Dieses Mal...?“ Sie hob eine Augenbraue und legte das Handy an ihr Ohr, während ein Grinsen auf ihren Lippen lag und sie den Dunkelhaarigen musterte, welcher mit einer Wasserfalsche bestückt in Richtung Fenster trat. Alessa nannte den Ort an dem sie abgeholt werden wollte und ihre Heimatadresse, ehe sie wieder auflegte und sich unter unter dem Namen in seine Kontaktdaten einspeicherte, den er kannte - Prinzessin. Er hatte seinen Blick in Richtung Fenster gerichtet und bemerkte es deshalb wohl auch nicht. Mit langsamen Schritten näherte Alessa sich dem Studenten und reichte ihm sein Smartphone. „Bekomme ich noch einen Abschiedskuss?“ Sie sah in die dunkeln Augen ihres Gegenüber und stellte sich auf die Zehenspitzen. Ihre Hand hatte sich an seine Wange gelegt und ihr Daumen strich verführerisch über seine Unterlippe.