• Hier leben die Schönen und Reichen der Stadt Trampoli. Das Adelsgeschlecht de Sainte Coquilles hat sich sich an diesem Ort niedergelassen. Ein Name den jedermann kennt. Der Besitzer dieses unvergleichbar schönen Bauwerks ist niemand geringeres als der weltberühmte Gourmet Jasper de Sainte Coquille. Wenn jemand etwas von gutem Essen versteht dann ist es mit Sicherheit dieser Mann. Es ist nicht zu übersehen, dass ihm seine Arbeit gefällt und die unzähligen Köstlichkeiten ihre Spuren hinterlassen haben. Seine Wohlhabenheit drückt dieser Mann mit seinen Klamotten und seinem prachtvollen Haus aus, welches groß genug wäre um die halbe Nachbarschaft beherbergen zu können. Doch stattdessen gewährt er seiner Verwandtschaft hier Unterschlupf. Seine Tochter Bianca und ihre Cousinen Rosalind und Sophia wohnen seit der Tragödie, welche Alvarna in jüngster Zeit ereilt hat auch bei ihm. Auch die zur Verwandschaft gehörenden Adeligen Eliza und Max sind nach Astor's fehlgeleitetem Ritual wieder eingezogen. Die neuesten Einwohner sind jedoch Electra und ihre Zofe Maerwen, welche von einem fernen Land hierher gesandt wurden um Fuß zu fassen. Man möchte vielleicht glauben das mit so einer Vielzahl an Personen Raumknappheit herrsche doch dem ist ganz und gar nicht so. Denn neben dem schönen Adelsgeschlecht bietet die Villa auch noch Platz für nahezu unzählige Angestellte. Vishnal, Chlorica und Cecilia sowie die von den Toten auferstandene Tabatha bedienen die Saint Coquilles. Für jeden Einzelnen von ihnen steht ein schickes Zimmer bereit, in welches sie sich abends zurückziehen können wenn alle Wünsche der Herrschaften erfüllt sind. Die Aufgabenverteilung des Personals ist nicht genau geregelt und es ist Jasper auch einerlei. Großen Wert leg er jedoch darauf das überhaupt alles erledigt wird sonst kann der sonst umgängliche Mann auch ungemütlich werden. Seit kurzem wohnt hier auch Minerva, die kleine Schwester von Tabatha, der Zofe Biancas. Sie wird eher wie ein Gast behandelt weil Tabatha für Bianca eine sehr gute Freundin ist.
    Nicht nur von außen ist die Villa beeindruckend. Die Inneneinrichtung wurde maß angefertigt und es wurden nur die teuersten Materialien für die Herstellung verwendet. Allerlei Einzelstücke zieren dieses Gebäude und neben den geschmackvoll eingerichteten Schlafräumen verfügt dieses Gebäude über einem riesigen Esszimmer, einer nagelneuen Küche und einer Vielzahl von Räumen in denen es sich die Hauseigentümer gut gehen lassen können. Jasper hat keinerlei Ausgaben gescheut um dieses Bauwerk zu einem Kunstwerk zu machen. Mit Bedacht wurde die Villa etwas abseits der inneren Stadt gebaut um sich dem Lärm des gemeinen Volkes zu entziehen.

  • ~Cecilia kommt an~


    Das ist es also. Mein neues Heim, dachte sich die Elfe und beäugte mit großen Augen die schöne und große Villa. Hier würde sie von nun an als Dienstmädchen, für die Familie Saint Coquilles, arbeiten.
    Durch das große Unglück hatte sich alles so sehr verändert, Ceci wusste nicht was sie tun sollte. Schreckliche Bilder tauchten vor ihrem geistigen Auge auf und sie wollte nicht mehr. Sie war so müde, so unsagbar müde. Mit letzter Kraft schleppte sie ihren Körper auf eine naheliegende Bank und starrte einfach nur vor sich hin, bis sie einschlief.


    ~schläft~

    Die kürzesten Wörter, nämlich "ja" und "nein" erfordern das meiste Nachdenken.


    -Pythagoras von Samos-

  • #1 - {Chlorica & Vishnal}



    Grelles Licht. Die erhabene Sonne sandte ihre lieblich warmen Kinder in die Welt hinaus - oder besser gesagt: Sie tat es schon vor einiger Zeit -, sodass sie jedwede Lebewesen hätten aus den Tiefen einer schier grenzenlosen Traumwelt locken können, jedwede Lebewesen in den Tag warfen. Zarte, unausgesprochene Worte, ihre milde Wärme war es, der Zauber, welcher eine Kreatur aus dem Schlaf reißen konnte und dabei spielte es doch keine große Rolle, ob sie nun schon lange die Landschaften anstrahlten oder erst wenige Augenblicke zuvor die Botschaft des Morgens verkündeten - Und wie dem schien, weilten sie bereits einige Zeit auf der Erde, prallten auf die durchsichtigen, makellosen und äußerst riesigen Gläser in den Fensterrahmen, welche in die Wände der Villa Trampolis eingesetzt waren, brachen durch. Gleißend schienen die Boten, schienen unter vielen verschiedenen Dingen auf das Gesicht Chloricas. »Mhm...« Langsam rollte die junge Dame hin und her, wühlte damit die schwere Decke, welche auf ihr lag, auf und versucht somit der Sonne zu entkommen... Pech gehabt. Letztlich verfolgten sie die Strahlen, schienen in all den möglichen Positionen, die man einnehmen konnte, direkt auf das von hellen, lilafarbenen Strähnen umrahmte Plätzchen, ebenso als wäre dies das Zentrum einer Zielscheibe. Leises Brüllen "erschütterte" den schlicht eingerichteten Raum, der trotz dessen nicht an Materialien sparte. Warum musste ausgerechnet sie das rote X se - Moment! Rasch erhob sich die Bedienstete im Hause De Saint-Coquilles und warf einen kurzen Blick auf die Zeiger einer hölzernen Standuhr. Spät. Zu spät. Die Braunäugige rieb sich mit der linken Hand die Augen, strich über sie hinweg und versuchte vergebens ein Gähnen zu unterdrücken, denn ebenjenes schlich wenige Sekunden später aus dem Mund. Von dem edlen Stück aus Holz aus glitt das Augenmerk durch das gesamte Zimmer, ihr eigenes Reich in diesem voluminösen Anwesen. Ein hübsche Topfpflanze zierte den Raum, neben Schränken, Regalen und einem niedrigen Tisch im Mittelpunkt, nicht zu vergessen das wichtigste Exemplar von Schrank: Mit einer gläsernen Tür versehen, konnte man das Innenleben des Gegenstandes betrachten und dieses bestand aus verschiedensten Flaschen, gefüllt mit allerlei Flüssigkeiten, die beim Öffnen augenblicklich einen angenehm süßlichen Duft von sich gaben und die Räumlichkeiten damit "verpesteten". Und genau dieser Glasschrank mit all seinen Gefäßen schien für die damalige Parfümeurin schlichtweg unersetzbar, wenn man bedachte, wie viel Mühe in die Duftwassersorten gesteckt wurde - Schrecklich, allein der Gedanke an das Verlieren all diesen Fortschrittes! ...Über was zerbrach man sich da eigentlich den Kopf? Ruhig begab das Fräulein sich auf die Füße, näherte sich einem Schrank, bei dem man nach der Öffnung allerlei Kleidungsstücke vorfand, und griff nach dem Üblichen. Was das "Übliche" war? Eine weiße Bluse, sowie eine kurze Hose und zuletzt auch noch die "Uniform", welche es als Angestellte zu tragen galt. Nachdem die nächtliche Garderobe abgelegt und anschließend durch benannte Kleidungsstücke ersetzt worden war, betrachtete der weibliche Butler sich selbst in einem nicht sonderlich großen Spiegel, um mit einer hölzernen Bürste das wilde Haar zu zähmen, es in die stets getragenen, geflochtenen Zöpfe zu verwandeln. Alltägliche Routine. Genau genommen begann fast jeder Morgen - oder wie hier: Jeder Mittag - mit dieser Reihenfolge von Taten, obgleich das Verschlafen gewiss doch nicht dazuzählte. Welch' einen Grund es für das späte Erwachen gab? Chlorica, als das Äußere in Form gebracht wurde, griff nach der Türklinke und zog die einfache Tür von ihrem Rahmen ab, betrat den unglaublich langen Flur und beäugte sogleich den mit reinem Wasser gefüllten Eimer, sowie einen ebenso sauberen Wischmopp. Ah, richtig..! Bis spät in die vergangene Nacht hinein war man damit beschäftigt gewesen, einen relativ geräumigen Abschnitt des Ganges zu reinigen und wurde dann irgendwann immer schläfriger und schläfriger, sodass die Dame sich selbst in ihr niedriges Bett hieven musste - Ungewollt natürlich. Weiter. Für jene penible Person musste das Werk selbstverständlich zu Ende gebracht werden, immerhin fehlte nicht mehr viel und der Weg auf der untersten "Etage", dem Erdgeschoss, würde seine Besucher mit seiner Sauberkeit förmlich blenden - Aber.. Würden diese dann nicht permanent gegen die hohen Wände laufen? Wie auch immer!
    Entschlossen dem Ganzen vorerst ein Ende zu setzen, griff die Spätzünderin nach dem Stiel, an dessen Spitze sich mehrere Baumwollstreifen zusammenfanden, drückte letztgenannte kurzzeitig in die kühle Flüssigkeit und begann damit über den Abteil, der sich vor ihren persönlichen Gemächern breit machte, zu gleiten. Zwar sah man es dem Boden an, dass eine dünne Schicht Wasser auf ihm lastete, doch schien er sich in Sachen Glanz nur wenig von dem noch schmutzigen Teilen zu unterscheiden - War die Mühe etwa umsonst und jemand hatte sich bereits um die restliche Fläche gekümmert? Und wenn schon... Die Hellhaarige blickte um sich und entdeckte mit ihrem geschulten Auge allerlei Staub, der sich über den verschlafenen Tag hinweg angesammelt hatte, und sonstige Störfaktoren, welche allesamt ausradiert werden mussten - Ansonsten wäre das Bild des Anwesens doch nicht perfekt! ...Oder etwa doch?

  • Ein Klirren ertönte, als ein weiterer Teller auf den harten Boden traf und in mehrere Scherben zerfiel. »Verdammt«, flüsterte der Verursacher von diesem Chaos zu sich selbst, als er vorsichtig die anderen Teller auf den Tisch platzierte. Er hatte ernsthaft geglaubt, er könnte es schaffen, die 20 Teller auf einmal sicher vom Schrank bis auf den Tisch zu transportieren. Oh, wie sich der Herr da geirrt hatte. Ins Schwanken kam er, als er glaubte den obersten Teller auf seiner linken Hand wackeln zu sehen und gerade als er dachte, er wäre nochmal mit einem Schock davongekommen, flog ein Teller von seiner anderen Hand runter. Das war bestimmt der dritte Teil des Porzellanservice, das der Blauhaarige in dieser Woche ruiniert hatte. Langsam war er echt überrascht darüber, dass er noch nicht gefeuert wurde. Die Saint Coquille-Familie war wirklich viel zu barmherzig mit ihm. Mit einem gelassenen Seufzer griff der Bedienstete dann zu Kehrschaufel und Besen, die schon neben den Stühlen bereit zum Einsatz lagen, um den Scherbenhaufen wegzuwischen. Eine Schande wäre es gewesen, hätte jemand diese Unordnung entdeckt! Aber zum Glück blieb Vishnal weiterhin der einzige, der jemals hiervon erfahren würde. Die aufgefegten Scherben schüttete der Butler dann in der Küche in den dafür gemachten Mülleimer, bevor er sich dann daran machte, die übrig gebliebenen Teller an ihre Plätze auf dem großen Tisch im Esszimmer zu verteilen. Als das getan war, ersetzte er den verlorenen Teller noch mit einem heilen und atmete zufrieden aus. Für das spätere Essen, das der Besitzer der Villa arrangiert hatte, war alles fertig. Jetzt fehlten nur noch die Gäste, die gegen Mittag ankommen sollten und darum musste Vishnal sich keine Gedanken mehr machen. Er hatte seine Arbeit für den Tag getan und konnte sich jetzt ruhigen Gewissens zurücklehnen und ein Buch lesen. Nachdem er den Speisesaal verlassen hatte, schloss er leise die Tür hinter sich und wischte den Türknopf mit seinem blauen Seidentaschentuch ab. Nicht, dass der Blauhaarige fettige Finger gehabt hätte, oh nein. Er wollte nur, dass alles so ordentlich wie möglich aussah, wenn Fremde die Villa betraten, damit sie den besten Eindruck von den liebevollen Einwohnern hatten. Und man konnte ja nie wissen, ob sich unter den Gästen jemand mit einem Ordnungsfimmel befand, der mit einem Blick sehen konnte, ob da vielleicht ein winzig kleiner Keim an der Tür zu finden war. Wie sich die Gastgeber dann doch für ihre unfähigen Angestellten schämen würden! Nein, das wollte der Butler unter allen Umständen vermeiden.
    Nun musste er allerdings nichts befürchten, denn er hatte das Zimmer ordentlich verlassen und heute Abend würde die Saint Coquilles keine unangenehme Überraschung erwarten. Alles war perfekt vorbereitet und man hätte es kaum besser machen können. Gut, es mussten einige Opfer gebracht werden, aber davon würden die Gäste ja nichts mitbekommen. Alles war in bester Ordnung, genau wie es sein sollte. Ein selbstzufriedenes Lächeln schlich sich in das Gesicht des Mannes, als er sich von der großen Tür entfernte und sich zu den Zimmern der Angestellten aufmachte.
    Scheinbar war seine schläfrige Kollegin auch »schon« wach und sorgte für Ordnung im Haus Saint Coquille. »Guten Morgen, Chlorica«, grüßte er die lilahaarige Frau. »Hast du gut geschlafen?« Ein bisschen Smalltalk unter Kollegen konnte nicht schaden. Vielleicht würde Vishnal ihr später auch noch seine Hilfe anbieten, aber für den Moment wollte er sie erst mal nicht weiter beim Putzen behindern. Vielleicht ging sie ja nach einem bestimmten Prinzip vor und eine helfende Hand würde da nicht reinpassen. Unmöglich war es nicht.


  • #2 - {Chlorica & Vishnal}




    Ein Blick zurück. Wie schon so oft in den vergangenen Minuten - wie viele sie wohl schon mit dem Putzen des Ganges verbracht hatte? - wandte sich die Hellhaarige, noch immer den französischen Mopp in den Händen, um, prüfte das Stück, welches sie bereits hinter sich gebracht hatte, erneut, um sicher gehen zu können, dass auch wirklich jeder einzelne Fleck vor Reinheit glänzte und das unglaubliche Potenzial besaß, die Massen zu blenden. Zufriedenes Lächeln umspielte die dünnen Lippen Chloricas bei dem Anblick ebenjener Sauberkeit, ausnahmslos perfekter Sauberkeit, ehe die eine Hand von dem hölzernen Stiel losließ, um spielerisch über die hohe Stirn zu huschen. Selbstverständlich war diese Aktion gänzlich ohne tieferen Sinn, schwitzte die Braunäugige noch nicht einmal ein bisschen und auch keine salzigen Tropfen begannen sich zu bilden. Ausgezeichnet! Tatsächlich hatte sich die ungewollte Extraportion an Schlaf bezahlt gemacht, immerhin konnte sie nun stolz von sich behaupten, ganz und gar nicht in schlechter Verfassung zu sein! Wie ein Honigkuchenpferd grinste die feine Nase also vor sich hin, drehte sich um die eigene Achse, um einige Augenblicke später die Arbeit fortzuführen. Ob die Besitzer des Hauses wohl stolz auf ihr großartiges Personal waren? Schließlich konnten nur die wenigsten reichen Damen und Herren von sich behaupten, derart sorgfältige Bedienstete vorweisen zu können - Nun, zumindest stellten sie Bemühungen an, Ordnung in das prächtige Gebäude zu bringen. Eine Aufgabe, welche sich bei dem Maß der Größe in jeder Hinsicht als eine nennenswerte knifflige Sache entpuppte. Zwei aufeinander folgende, erleichtert klingende Seufzer entkamen mühsam der Kehle der Spätzünderin, welche mit stocksteifen Bewegungen das besenartige Etwas gen Grund drückte, um auch wirklich jede Spur des Schmutzes restlos zu vernichten - Obgleich dadurch eher Kratzer in den wie neu erscheinenden Boden gekerbt wurden...
    Ruhe. Bis auf ein leises Summen, das aus Lustlosigkeit geboren wurde und dessen Quelle niemand geringeres als die ehemalige Parfümeurin war, herrschte elendes Schweigen in einer scheinbar unstürzbaren Tyrannei, versetzte die wenigen Möbel, die sich auf dem schier endlosen Flur befanden, in Schrecken, auf dass sie früher oder später in die Flucht geschlagen werden würden - Glücklicherweise war dem aber nicht so. Die entspannende Melodie verstummte, beeinflusst von all der sie umgebenden Stille. Endgültige Ruhe. War das Anwesen noch zu retten? Chlorica blickte auf, den Gang entlang, bis zu seinem Ende, welches schon seit wenigen Minuten in Sicht war, jedoch nie wirklich bemerkt wurde, nicht bis zu diesem Zeitpunkt. Bald, bald war die sonst liebend gern ausgeführte Tortur beendet und die Bedienstete wäre für kurze, unvergessliche Momente frei gewesen, hätte ihre Flügel entfalten können und... Was? Nein! Sich selbst widersprechend schüttelte die Langhaarige ihr Haupt. Weg? Weg von der Villa? Nachdem sie endlich einen neuen Platz gefunden hatte? Mitnichten! Warum sollte sie auch..? Der gläserne Blick richtete sich auf den noch immer nassen Grunde, auf dem sich normalweise ein edler Teppich lang streckte. Sie hatte hier, in dem Gebäude, ein schlichtes, dennoch wunderbar eingerichtetes Zimmer, hatte Gesellschaft - Gesellschaft, die ihr daheim nicht geleistet werden konnte, waren sie alle, allesamt doch einfach so verschwunden, haben sie, herzlos wie sie waren, im Stich gelassen. Hahaha... Diese Baut, die neue Familie, war doch um einiges besser als jenes alte, herunter gekommene Gebäude, das inzwischen einer Ruine glich. Weitaus besser als das verwahrloste Gebäude, welches nun zwischen zahlreichen Büschen und Schutthaufen sich blicken ließ. Besser als das, was die einst arme Frau ihr Heim bezeichnete.


    Plötzlich riss etwas die Hellhaarige aus den Gedanken. Von wem oder was dabei die Rede war? Man warf das Augenmerk zur Seite, wo zuvor noch schwache Umrisse eines Schattens zu beäugen waren, wo sich nun ein blauhaariger Mann befand. Ein wenig enttäuscht, desinteressiert - hatte man doch eine andere Person erwartet - wandte das Fräulein sich um, war gleichzeitig jedoch froh den Herren zu sehen, immerhin war sie nicht mehr vollkommen allein auf dem Gang der Unendlichkeit. Schrecklich. Die beiden? Alleine? Das konnte doch nicht gut gehen! Etwas ahnend schluckte sie, spürte die schlagartig getrocknete Kehle. Einfach nur schrecklich. Vishnal. Auch er war eine Person, die in der Villa heimisch war - und dabei das "Glück" hatte, als so ziemlich einzige Person von weiblichen Kandidatinnen umgeben zu sein - und ebenso wie Chlorica, handelte es sich auch bei dem Blauäugigen um ein Mitglied des Personals. Ein Tollpatsch. Wie oft hatte die Braunäugige ihn wohl schon dabei erwischt, wie er die wertvollen, vor allem teuren Porzellanteller zu Boden geworfen hatte? Wie viele Schulden hatte er den Schönen und Reichen bereits dadurch beschert? Und an allen anderen lag es daran das hinterlassene Chaos zu beseitigen - Nun, wer zusätzliche Arbeit mochte... ».. Vishnal«, entgegnete die Dame ihrem Gegenüber gleichermaßen murmelnd wie grummelnd - wer wusste schon, ob unter seinen Schuhsohlen nicht monströse Mengen an Dreck hausten und nur so darauf warteten, sich endlich auf dem frisch geputzten Boden zu verteilen? Allerdings folgte darauf nicht mehr, was einem zu dem Entschluss kommen ließ, dass das scheinbar unerfreute Aussprechen des Namens die Begrüßung darstellen sollte. Mager, nicht wahr? Aber damit musste der Herr sich wohl oder übel bei fast allen Begegnungen, die während oder nach dem Reinigen verschiedener Räumlichkeiten stattfanden, abfinden - Doch hieß das, dass die Lilahaarige ihren Kollegen nicht mochte? Um Himmels Willen, nein! Es war lediglich die Mühe, welche binnen weniger Augenblicke hätte zunichte gemacht werden können! »... Du hast doch hoffentlich saubere Schuhe an..?«, wisperte man mahnend, begab sich daran das finale Stück des Grundes zu einem "Spiegel" zu wandeln - Und dabei stellte sich eine Ablenkung, wie das naive Blauhaar, als unpassenden Störfaktor heraus. Hätte er nicht ein paar Minuten später kommen können?
    Dann allerdings folgte eine Frage seitens des Herrens, der sich natürlich über die Nacht Chloricas erkunden musste. Leises Ächzen flüchtete ihrer Kehle, ehe sie den Blick rasch abwandte, deutlich nickte. Was war das bloß für eine hoffnungslose Frage? Selbstverständlich hatte die junge Frau einen erholsamen, "guten" Schlaf gehabt! Würde sie ansonsten den Flur auf Topform bringen? .. Gut, ja, das hätte sie wahrscheinlich getan, konnte man es doch nicht ab, dass die eine Hälfte keine Makel aufwieß und der andere Abteil genau das Gegenteil davon tat. Den Blick noch immer abgewandt, zeigte die Langhaarige schließlich auf ihren Mitarbeiter, wollte damit wohl fragen, wie es diese Sache betreffend um Vishnal - oder wie sie ihn auch gerne bezeichnete, "Vishie" - stand.

  • Wirklich begeistert schien Chlorica von dem Erscheinen des Mannes nicht zu sein. Aber dieses Gefühlskalte kannte Vishnal schon von ihr. Das war womöglich einfach ihre Art, es hatte nichts damit zu tun, dass sie den Blauhaarigen nicht mochte oder seine Anwesenheit ihr unangenehm war. Wenigstens war das die erste logische Schlussfolgerung auf ihr Verhalten gewesen, die dem Herren in den Sinn gekommen war. »Oh? Ja, das nehme ich doch an!«, antwortete er der Dame überrascht. Es gäbe zumindest keinen Grund, wieso er keine sauberen Schuhe gehabt haben sollte. Er hatte immerhin den ganzen Tag lang noch nicht das Haus verlassen, hätte somit also auch in keinen Dreck wie Erde oder sonstigen auf-der-Straße-liegenden Abfall treten können. Die Küche, so wie den Speisesaal hatte er gestern noch geputzt und so lange nach ihm niemand mehr für einen kleinen Mitternachtssnack mit wirklich dreckigen Füßen durch die Räume gewandert war, sollten die Zimmer auch heute noch sauber sein. Ja, Vishnal war sich sicher, dass er die Arbeit seiner Kollegin nicht zerstört hatte und machte dies mit einem nachträglichen Kopfnicken deutlich. Chlorica gab sich wirklich sehr viel Mühe beim Putzen des Hauses und es wäre wirklich tragisch, wenn irgendjemand ihre Arbeit so schnell ruinieren würde. Der Blauhaarige konnte sich also glücklich schätzen, nicht derjenige zu sein, dem diese Schmach auferlegt wurde. Jedoch würden bald andere verunreinigte Sohlen über den frischgeputzten Boden laufen und die wunderschöne Arbeit des Fräuleins zerstören. Eine Schande! Aber genau das war eben der Sinn vom Fließen Reinigen; Man machte alles sauber und schön, damit andere darüber laufen konnten. Was würde einem ein geputzter Boden bringen, wenn man ihn nur angucken könnte? Damit wäre der Sinn ja wohl völlig verfehlt. Und dennoch gab sich diese Frau so viel Mühe bei ihrer Arbeit, obwohl sie wusste, dass es nicht lange dauern würde, bis sie sich erneut daran machen musste. Ach, es war bewundernswert! »Kann ich dir vielleicht irgendwie behilflich sein?« Wahrscheinlich wäre Vishnal der Angestellten am behilflichsten, wenn er einfach wie geplant in seinem Zimmer verschwinden und bis zum Trocknen des Fußbodens nicht mehr rauskommen würde, aber daran dachte er gar nicht erst. Nein, er wollte ihr aktiv helfen, sie musste diese ganze Arbeit nicht alleine auf sich nehmen. Dafür hatte man doch Kollegen!


  • #3 - {Chlorica & Vishnal}


    Abermals glitt das Exemplar aus der Familie der Besenartigen über den schönen, glatten Grund, schüttete winzige Mengen an Wasser über ihn. Das Augenmerk wanderte zwischen dem blauäugigen Kollegen und der noch hinter sich zu bringenden Strecke hin und her, ehe man den Mopp für kurze Zeit ruhen ließ, die Hände auf das haarlose Ende des Stiels legte und darauf das spitze Kinn platzierte. Nicht mehr viel. Die Distanz von derzeitiger Position zu Ziel betrug nur noch wenige Meter, nun, zumindest was den leer erscheinenden Gang anbetraf, denn an dessen Ende knüpfte ein prunkvoller Saal an, der bei wenigen Personen ein Echo des Gesprochenen widergab. Hach, es war ein faszinierender, beruhigender Ort, der vor allen Dingen aber auch einen angenehmen Duft mit sich trug. Frisch! Allein bei dem ganz und gar nicht verschwendeten Gedanken an das Ankommen brachte ein angedeutetes Lächeln auf die zarten Lippen der Erwachsenen! Nicht nur, dass es sich dabei um einen unsagbar riesigen Raum handelte, nein, hübsche Zierpflanzen, ein edler, hauseigener Springbrunnen - klingt es zunächst doch etwas seltsam - und exquisite Möbelstücke schmückten ihn... Von den vielen Gemälden, die sich an den hohen Wänden befanden, einmal abgesehen! Ein wahrer Traum! ... Und die jämmerlichen, unwürdigen Angestellten konnten sich sehr glücklich schätzen, waren sie doch unter den vielen elenden Leuten auserkoren und durften sich geehrt fühlen, in einem derart fantastischen Anwesen zu hausen, nicht wahr? Immerhin besaß nicht jedermann das Privileg überhaupt einmal in die Nähe einer reichen Schönheit zu gelangen, aber gleich mit mehreren in einem gebäude zu leben? Niemals! Allerdings, es war noch nicht die Zeit gekommen, um sich über andere, benachteiligte Person lustig zu machen, nicht umsonst trug die Dame einen Wischmopp in den Händen.
    Ein weiterer Blick galt dem Blauhaarigen, welcher es weiterhin für nötig hielt, zu Worte zu kommen und tatenlos daneben zu stehen - Schreckliche Behinderung, dieser Naivling. Ausgiebig musterte Chlorica ihren Mitbewohner, sah an ihm hoch, runter, den Fixpunkt sich auf seinem Schuhwerk bildend. Ob sie ihm hätte trauen können? Etwas misstrauisch stellte die junge Frau das Putzwerk zur Seite, lehnte es gegen eine Wand und begab sich zu Vishnal hinüber, als dieser ihr eine Antwort schenkte. Er nahm es an? Ablehnend schüttelte sie ihr Haupt, nein, das war keineswegs eine ausreichende Antwort - Sie wollte sich gänzlich sicher sein, dass nicht ein Partikel an Dreck sich über seine Sohlen hineinschlich und das nahezu alltägliche Meisterwerk schlagartig ruinierte. "Gesprächig", wie sie war, fügte die Hellhaarige dieser Geste natürlich keine Rede mehr hinzu, immerhin würde der Angestellte es schon früher oder später selbst herausfinden - Hoffentlich geschah dies früher und der Herr sah zu, dass er mit keinem Körperteil oder Kleidungsstück den soeben gewischten Boden berührte! Wie er dies anstellte, lag selbstverständlich vollkommen in seiner Verantwortung, hauptsache er wagte es nicht Arbeit zunichte zu machen. Seufzen. Ehe die Bedienstete erneut drauf und dran war das Werk zu vollenden, trat wie schon zuvor die freundliche Stimme des Anderen in den Kreislauf hinein, ein unglaubliches störendes Defizit, wie man fand. Oh, er wollte sich also nützlich machen? Das soeben wiederaufgenommene Mittel mitsamt Eimer, gefüllt mit reinstem - nun allerdings war es weniger sauber als von Schmutz geprägt - Wasser wanderte abermals zur Seite, begegnete der kalten Wand ein weiteres Mal, so wie der Behälter den feuchten Boden küssen durfte. Blitzartig zuckte ein Zeigefinger und richtete seine nackte Spitze auf die Schuhe des Butlers. Weg damit. Einfach nur weg damit! Und selbst wenn er es nicht aus freien Stücken tun wollte, so hätte Chlorica ihn doch dazu gebracht, ein anderes Paar anzuziehen - Vielleicht wäre die hin und wieder schamlose Dame auch einfach zu ihm hingegangen und hätte dem Mann die Schuhe von den Füßen gezogen, wenn nicht sogar kontrolliert für welche Stücke er sich jeden Morgen entschied. Hauptsache sie waren weg. Jenes Schuhwerk, welches ganz sich schon einmal in der wilden Natur gesichtet wurde. »... Ausziehen«, befahl die Braunäugige harsch, wandte sich wieder der Arbeit zu. Ein weiterer übertriebener Seufzer entglitt ihrem Mundwerk - Immerhin wusste man welch ein leichtgläubiger, junger Mann sich da vor ihr erhob und wie er sich doch alles mögliche, sei es ernst gemeint oder nicht, zu Herzen nahm. War sie eventuell zu grob gewesen? Andererseits.. Zusammen mit dem besenartigen Etwas bewegte das Fräulein sich ein Stück, rückte wie eine Schachfigur ein paar Felder vor, um nicht stocksteif und stumm ein einziges Quadrat zu säubern, bis dass es fast schon wieder dreckig wirkte. Ihr Gewissen beruhigte sich, als der Gedanke aufkam, dass ebenjene Aufforderung weitaus besser, freundlicher gewesen war als die Bitte, dass er doch endlich kein Wort mehr von sich gab - Genau genommen wirkte das Wörtchen in dieser Hinsicht fast schon harmlos, obgleich es so oder so keine besondere Hilfe war, die der Mann durch das Befolgen des Befehls, leisten konnte, bis... Aus dem Augenwinkel heraus betrachtete das Langhaar den gräulich grünen Eimer, welchen sie binnen weniger Sekunden aufgesammelt hatte und ihrem Gegenüber in die Hand drückte - obgleich sie ihm den Behälter ohne Verschluss doch eher in die Brust rammte. »Es ist verschmutzt!« Schnell wandte die damalige Parfümeurin sich um, sprach indirekt die Bitte aus, er solle so nett sein und frisches Wasser besorgen - Ob dies eine glänzende Idee war? Von einer leisen Vorahnung übertrumpft, schluckte Chlorica. Nein, nein, nein! Was für einen fatalen Fehler hatte sie da bitte begangen?! Das also geschah, wenn man die unbeholfene Tollpatschigkeit einer gut bekannten Person für einen mickrigen Moment ausblendete... Chaos! Wie konnte sie nur?! Die weiß schimmernden Zähne berührten für kurze Zeit die dünne Unterlippe. Natürlich. So wie man den Kollegen kannte, würde er über irgendeine auffällige Sache stolpern oder über die langsam trockneten, sich bildenden Pfützen rutschen und anschließend über den gesamten Flur gleiten, sodass die neue Flüssigkeit die Wände traf. Nein! Ein weiteres schüttelte die Braunäugige ihren Kopf, entledigte sich all der unnützen Gedanken und versuchte Vertrauen in die nicht tollpatschige, nicht von Pech geprägte Seite Vishnals zu finden. Möge Gott ihn dazu verleiten, seine simple Aufgabe nicht zu vermasseln. Oh bitte..

  • Die Lilahaarige schien Vishnal keinen Glauben zu schenken und beäugte seine Schuhe nur ungläubig, was ihm ein wenig unangenehm war. Es kam ihm schon fast so vor, als würde Chlorica nur nach einem mikroskopisch kleinen Schmutzfleckfleck suchen, damit sie dem Blauhaarigen befehlen konnte zu gehen. Wahrscheinlich war sie die Person mit Putzfimmel, für die Vishnal den Türknopf abgewischt hatte. Selbst wenn sie also Schmutz an dem Schuhwerk des Angestellten finden würde, über die Tür zum Speisesaal könnte sie sich nicht beschweren. Schließlich gab die Angestellte aber auf, da sie scheinbar nichts an den reingeputzten Stiefeln entdecken konnte. Dennoch wollte sie auf Nummer sicher gehen und ordnete ihm an, seine Schuhe auszuziehen. »Ahh, muss das wirklich sein..?«, nörgelte der Mann rum, während er an sich herabblickte. »Ich mag meine Schuhe..« Aber wenn er das tun musste, um hier geduldet zu werden, blieb ihm wohl keine andere Wahl. So schnell hatte er nämlich vorerst nicht vor zu gehen. Mit einem Seufzen drehte er sich also um und ging in sein nicht allzu weit entferntes Zimmer, um seine Schuhe auszuwechseln. Die Tür geöffnet blickte er zu seinem Schuhschrank neben der Tür. Alle Schuhwerke frisch geputzt und mit Schuhdeo eingesprüht standen sie in einer nach Farben sortierten Reihe nebeneinander. Ordnung war immerhin eine bedeutende Sache im Haus Saint Coquille! Behutsam zog Vishnal also seine Schuhe aus und legte sie dann vor den Schrank. Er würde sich später darum kümmern sie sauber zu kriegen. Momentan hatte er nicht die Zeit dafür. Flink schnappte er sich ein neues Paar Schuhe und zog diese dann auf seinem Bett sitzend an. Wenn Chlorica jetzt noch ein Problem mit den Klamotten des Herren hatte, würde dieser wohl einfach nur den Kopf schütteln und wie ursprünglich geplant in seinem Zimmer ein Buch lesen. Soweit ließ er sich dann doch nicht herumkommandieren.
    Als die neuen Schuhe zugeschnürt waren, verließ er seinen Raum wieder und schloss die Tür leise. Er wollte ja keine weiteren schlafenden Angestellten wecken. Auch, wenn um die Uhrzeit eigentlich niemand mehr tatenlos in seinem Zimmer rumliegen sollte. Sie hatten immerhin alle so ihre Aufgaben zu erledigen und da konnte man nicht einfach bis zum Mittag ausschlafen. Über so etwas sollte man nachdenken, bevor man einen so wichtigen Job annahm. Nachdem Vishnal wieder bei der Dame angekommen war, ließ sie ihn gar nicht lange ausharren, denn sie gab ihm indirekt schon eine weitere Aufgabe; Das Wasser im Eimer war verschmutzt und wem wurde die wertvolle Aufgabe des Wasserwechselns auferlegt? Niemandem geringeren als dem Tollpatsch zu ihrer Rechten. Was für eine Ehre ihm da zuteilwurde! Das durfte er nicht vermasseln. Unbeholfen nahm der Butler den Eimer in beide Hände, bevor sich die Frau auch schon wieder umdrehte. Fast hätte er das Gefäß fallen lassen, aber er konnte es gerade noch retten - das dachte er zumindest. So lange bis das Aufknallen des Eimers auf den Boden einen dumpfen Schall ergab, woraufhin sich das dreckige Wasser über den ebenen Boden ausbreitete. Vishnals Reflexe waren nicht schnell genug gewesen, weswegen er erst im letzten Moment zugreifen konnte. In diesem Moment schien es noch so, als könnte der Eimer vor dem Fall bewahrt werden, doch da war er auch schon aus den Händen des Erwachsenen gerutscht. »Verflucht«, gab der Mann leise von sich, während er dem schmutzigen Wasser dabei zusah, wie es sich langsam über den Gang ausbreitete. »Das tut mir wirklich leid.« Und das tat es ihm auch. Was musste er auch immer so achtlos sein? Oh, das würde Chlorica nicht gefallen. Und zwar ganz und gar nicht.


  • #4 - {Chlorica & Vishnal}


    Rasch zog sie ihre dünne, lilafarbene Augenbraue in die Höhe, musterte ihr Gegenüber ausgiebig. Ungläubig. Perplex. Mit den sogenannten "Fenstern zur Seele" blickte Chlorica anschließend zu Grunde, nahm ein paar Schritte zurück, die sie wenige Sekunden zuvor ihm noch näher getreten war. Unglaublich. Was? Ebenjener Höhenunterschied natürlich! Steif, wie der Arm zur Salzsäure erstarrte, hob die Angestellte diesen, ging von dem "Ende" ihres Hauptes über eine Luftlinie zu dem des Blauhaarigen. /...Verdammt!/ Abermals entfernte sich die Hellhaarige einige Meter von ihrem Mitbewohner, um den Herren ein weiteres Mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Gut fünfzehn Zentimeter. Trotzig stellte die derzeitge Putzkollonne sich auf, sog die frische Luft ein und positionierte sich auf den Zehnspitzen - Wahrlich eine unangenehm aussehende Stellung! .. Und doch waren all die Bemühungen umsonst. Natürlich. Vielleicht konnte sie dadurch gerade einmal magere vier Maße wettmachen, aber gleich einen ganzen Kopf, wenn nicht sogar mehr? Etwas deprimiert starrte Chlorica tiefe, unwiderrufliche Löcher in den harten Boden, seufzte leise und deutete schließlich wieder auf die Schuhe. Noch immer trug der Blauäugige sie! »Zieh sie einfach aus..!« Letztlich aber schüttelte die Dame einzig und allein ihr Haupt, wunderte sich tatsächlich ob die Frage ihres Gegenübers ernst gemeint war oder doch nur ein simples Necken darstellen sollte... Necken, fraglich ob Vishnal sich jemals zu solch' einer "ungehobelten" Sache niedergelassen hätte. Nachdem das Augenmerk vom Putzwerkzeug zurück zu dem Blauhaar glitt, musste Chlorica feststellen, dass er sich aufgemacht hatte, sein Zimmer aufzusuchen - Brav! Siegreiches Lächeln huschte über die dünnen Lippen der Angestellten, ehe man noch die ein oder andere Feinheit am sauber glänzenden Kunstwerk ausbesserte, sich genau genommen schon auf einen kurzzeitigen Feierabend freute. Ja, es wurde Zeit einmal die süße Luft der Außenwelt einzuatmen, nun, vorausgesetzt kein Monster hielt es für nötig sich in des Anwesens Umgebung zu erleichtern. Schrecklicher Geruch. Nein, unglaublicher Gestank! Horror! Eine wahre Zumutung! Oh ja, wie die feine Nase solche Dinge bloß verabscheute, nicht nur, dass unwissende Leute drohten, in ebenjene Hinterlassenschaften zu treten, nein, sie sonderten auch noch einen widerlichen Duft - Obgleich man dies kaum noch so bezeichnen konnte - ab. Allein bei dem Gedanken ließ es sie erschaudern, vielleicht war es doch keine so begeisternde Idee sich einfach so in die freie Laufbahn zu werfen und damit das Risiko einzugehen, von dem übel riechenden Wölkchen in die Bewusstlosigkeit getrieben zu werden.. Wenn man so darüber nachdachte... Plötzlich kniff die Braunäugige die Augen zu, gähnte nebenbei und fasste sogleich den Entschluss nie wieder allein das Gebäude zu verlassen, ohnmächtig auf dem kalten Grunde im Zentrum einer Stadt zu liegen, war sicherlich nicht die bequemste Art und Weise sich zu erholen, nicht wahr? Schnell wandte man sich um, als leise Schritte durch den Flur hallte, es wohl soweit war, das neue - oder zumindest gesäuberte - Schuhwerk des Gesprächspartners unter die Lupe zu nehmen. Abermals keine blendende Idee. Weswegen? Nun, hätte es lediglich in weitere unnötige, kalte, anstrengende Diskussionen geführt und derart kleine Streitigkeiten mit der Hellhaarigen entpuppten sich zuhauf als lebensgefährliche Situation, konnte sie bei einem einzigen falschen Wörtchen schließlich sehr... unangenehm werden. Zum Wohle aller überzeugte die junge Dame sich also dazu nicht zu urteilen, ließ die Würfel auf ihrem derzeitigen Standort liegen und versuchte zunächst vergebens die eventuell von Dreck gezierten Sohlen auszublenden. Stilles Nicken, dicht gefolgtvon dem altgebackenen Prinzip der Reinigung.


    Wenig später traf der Blick ihrer erneut auf das Gesicht des Mannes, dessen hellblauen, ähnelten sie fast schon dem schier unendlichen Himmel, Augen nur so vor Freundlichkeit, sowie einer gewissen Unbeholfenheit strahlten, selbst, als er einen Eimer in den Brustbereich gedrückt bekam, veränderte sich nicht viel an der Ausstrahlung des Herren. Schlichtweg interessant, oder etwa nicht? Allerdings verharrte dieser Moment zu kurz, als dass er seine unbekannte, womöglich nicht vorhandene Schönheit hätte bemerkbar machen können. Wahrlich eine Schande! Jedoch noch lange nicht so groß wie das "Desaster" welches sich kurze Zeit nach der Übergabe einer mehr oder minder wertvollen Aufgabe abspielen sollte. Lautes Plätschern. Das Augenmerk, gläsern, ruhte für einige Momente auf dem nun wieder nassen - war er doch bereits getrocknet - Boden, auf dem sich später ein langer, edler Teppich erstrecken sollte, richtete sich daraufhin auf jene Stelle, welche unmittelbar vor den eigenen Füßen lag. Knurren. Und auch die Augen glühten förmlich in einem bedrohlichen Rot, ebenso als hätte man den erbärmlichen Versuch gewagt, das Gegenüber mit einem einzigen, furchtbar wütenden Blick zu erdolchen. Sie hätte es wissen müssen! Dieser Idiot, dieser schreckliche Idiot, ein Tollpatsch wie es schlimmer nicht hätten sein können! Der Körper, stramm, angespannt, die Hände trafen sich vor der Brust und entrungen sich einander ein schallendes Knacken. Zu weit. Viel zu weit. Was für ein...! »Vishnal!«, sprach das Fräulein den Namen des Mitarbeiters zischend aus. Nachdem das Geräusch, welches den knöchernden Fingern entsprang, verklung, bewegten sich diese langsam, ein wenig zitternd, bebend, zu dem hölzernen Stiel des Wischmopps. Dafür, dass er all die Arbeit, die Mühen, den Schlüssel zur vorläufigen Freiheit, sollte dieser Mann Büße zahlen! Richtig, sie würde ihn sogar bis in die züngelnden Flammen der Hölle hineinjagen! Doch unterließ man dieses Vorhaben... vorerst und anstelle des Ausfluges in die außergewöhnlich heiße Umgebung, beschloss man mit dem vor Wasser triefenden Besenartigen den Butler zu jagen - Vorausgesetzt die Furcht ergriff ihn und er versuchte verzweifelt den harten Schlägen mit dem Holzstab auszuweichen... Selbstverständlich war es für den Blauhaarigen zu hoffen, dass er nicht einen der vielen aus Zorn geborenen Hiebe getroffen wurde, neben den eventuellen Schmerzen würde ihn schließlich auch noch die klirrende Kälte des von Dreck gefärbten Wassers plagen - Hoffentlich hatte der Herr ausnahmsweise einmal Glück...

  • Auch jetzt bekam der Herr kein Wort des Dankes. Waren der Lilahaarigen die Schuhe immer noch nicht recht? Oh nein, Vishnal hatte wirklich keine Lust sich nochmal umzuziehen, auch wenn es nur die Schuhe waren. Vielleicht wäre es wirklich die beste Entscheidung gewesen, einfach wegzugehen und ein Buch zu lesen. Ja, Lesen klang in den Ohren des jungen Herren jetzt wirklich schön und erholsam. Aber nun war es zu spät. Er konnte nach all diesen Strapazen, die er durchmachen musste um hierbleiben zu dürfen, doch nicht einfach die Fliege machen. Er hatte so hart hierfür gekämpft, er würde jetzt nicht so schnell aufgeben.
    Und doch kam es, wie es kommen musste. Unangenehmes Schweigen trat nach dem Missgeschick des Bediensteten ein. Chlorica blickte betreten auf die schmutzige Flüssigkeit, die sich langsam über den ganzen Boden breitmachte und Vishnal wurde es ein wenig mulmig zumute, als er sich darüber Gedanken machte, wie seine Mitbewohnerin reagieren würde, sobald sie den Schock überwunden hatte. Bestimmt nicht gut. Sie hatte sich so viel Mühe beim Putzen dieses Ganges gegeben und jetzt all ihre Arbeit! Ruiniert! Von irgendeinem dahergelaufenen Tollpatsch! Zugegeben, niemand würde wegen so einem Ereignis Freudentränen vergießen und Chlorica wohl schon gar nicht. Sie würde höchstens Tränen der Trauer vergießen. Oder ihre Wut an jemand anderem auslassen, sodass dieser die Tränen für sie vergießen würde. Und zu Vishnals Unglück musste er wohl diese Person sein, da er der einzige Mensch neben ihr auf dem Gang und ganz nebenbei auch der Schuldige in diesem Fall war. Es sah wirklich nicht gerade blendend für ihn aus. Er schluckte, als er vorsichtig einen Schritt zurücktrat. »Ich.. wollte das nicht. Ganz ehrlich!«, gab er zu seiner Entschuldigung von sich, doch es war bereits zu spät. Das Missgeschick war bereits geschehen und er konnte sich entschuldigen so oft er wollte, er konnte es nicht ungeschehen machen. Und wie er es bereits erahnt hatte, war die Bedienstete alles andere als glücklich darüber. Nein, es schien als wäre sie ein völlig anderer Mensch. Als wurde das stille, perfektionistische Mädchen mit Satan höchstpersönlich ausgetauscht! Oder mit irgendeiner anderen wirklich bösen - und vor allen Dingen wütenden - Kreatur. Satan konnte er hier eigentlich aus dem Spiel lassen, denn der hatte nun wirklich nichts damit zu tun. Jedenfalls; Chlorica war wütend. Sehr wütend. »..Was hast du mit dem Wischmopp vor..? «, fragte Vishnal leicht ängstlich. Die Antwort wollte er eigentlich gar nicht hören, denn er konnte es schon erahnen. Jedenfalls wollte sie damit ganz sicher nicht putzen, zumindest vorerst nicht. Nervös trat der Herr ein paar Schritte zurück. Vielleicht war es jetzt an der Zeit, sich zurückzuziehen. Vielleicht. Und mit vielleicht meinen wir ganz sicher, weshalb sich auch der Spätzünder endlich daran machte, den Rückzug anzutreten. Leider war es dafür schon zu spät, denn die Dame hatte schon ausgeholt. Das war es also. So würde sein Leben zu Ende gehen. Ihm wurde schon oft gesagt, dass ihn seine Tollpatschigkeit noch ins Grab bringen würde, doch wer hatte schon damit gerechnet, dass sie das ernst meinten und es wirklich so kommen würde?
    Natürlich war das alles nur eine Dramatisierung, der Blauhaarige starb nicht wirklich, nicht heute. Tatsächlich schaffte er es sogar dem ersten Hieb zu entkommen, indem er sich panikartig an die Wand drückte. »Hey, wir können doch über alles reden..!« Seine letzten hoffnungslosen Versuche, heute noch heil in sein Zimmer zu kommen.

  • #5 - {Chlorica & Vishnal}


    Chloirca zog binnen weniger Sekunden ihre Augenbrauen in die Höhe, blickte ihr Gegenüber kurze Zeit verdattert an. Tatsächlich hatte der Blauhaarige die Frage gestellt, welchen Sinn der vor Wasser triefende Mopp in der Hand der jungen Dame besaß. Schrecklich. Doch für Verwirrung war nun einmal kein Platz, auf dass rasch ein erzürnter Gesichtsausdruck wieder Platz einnahm, zunächst von dem Fast-Pony verdeck wurde. Die rot glimmernden Augen blitzten dabei den Herren an. Natürlich. Natürlich musste dieser naive Dummkopf den Eimer fallen lassen. Lauter, dröhnender, fast schon ein gefangenes Brüllen, welches sich da aus dem zuvor leisen Knurren entwickelte. Vorbei. Richtig, es würde an jenem Ort zu punktgenau jener Zeit sein Ende nehmen! Also holte die Hellhaarige, wie bereits erwähnt, zum Schlag aus und... verfehlte, was sich wohl gleichermaßen gut wie schlecht für Vishnal erwieß: Gewiss doch hatte er fürs Erste einmal weniger Schmerzen zu ertragen, allerdings würden diese schon bald folgen, nachgeholt werden - Glaubte er tatsächlich, dass die Braunäugige sich mit einem derartigem Fehlschlag zufrieden gab?! Nein. Warum sollte sie nun aufhören, wo die Bestrafung des anderen doch gerade erst begonnen hatte und noch nicht einmal in ihrer vollen Blüte stand? Der Butler täuschte sich da mächtig, glaubte er vermutlich, dass der Punkt gesetzt war. Nein, das war er nicht. Noch lange nicht. Abermals hob die Zornige die ungeeignete Waffe und visierte den in die Ecke gedrängten Mann an, Zielscheibe lastete bei diesem Versuch in der Hüftgegend des Mitarbeiters. Kein Zögern. Kein elendes Warten. Nichts. Nicht einmal die Anspannung konnte man in der Luft knistern spüren. Rein gar nichts. Und das besenartige Dinge surrte gen auserkorenen Punkt, die nassen Baumwollstreifen schlugen wie Peitschen, verteilten gnadenlos die noch immer dreckige Flüssigkeit auf dem ohnehin ruinierten Kunstwerk. Ob sie traf? Das Fräulein wandte sich schnell um, konzentrierte sich und schrie anschließend in der Wände Richtung, »VERDAMMT!« Wieder durfte der Gesprächspartner das Privileg genießen, den vor Wut nahezu blinden Blick, die förmlichen feuerroten Wangen, sowie die züngelnden Flammen, welche dem Munde der Dame entkamen, betrachten. Glücklich sollte Vishnal sich schätzen, wurde ihm schließlich das Recht zu Teil einen altmodischen, lebendigen, humanoiden Sandsack zu verkörpern! »Du kannst aber auch gar nichts, Idiot!«, folgte daraufhin, obgleich die Lautstärke merklich sank und man den Blauhaarigen mit ein paar finalen Schlägen und Stößen maltretierte, wobei man auch hier nicht wirklich darauf achtete, dass sie allesamt aucch wirklich das Bullauge trafen. Letztlich aber schien dies doch eine sehr positive Nachricht für den Butler gewesen zu sein, immerhin wäre der Zorn der reizbaren Dame weitaus mehr gewachsen, hätte sie von dieser Sache gewusst und parallel dazu hätte auch die Stärke der einzelnen Hiebe zugenommen - Armer Herr. Schließlich nahm sie den Wischmopp in einer Parallelen zum von Wasser bedeckten Grunde und drückte dem Blauäugigen das gute Stück in die Hand. »Beseitige das Chaos oder...«, ihr Augenmerk lag auf der Visage des anderen - und es wäre ihr weitaus lieber gewesen, hätte sie ihm eine herzliche Ohrfeige schenken können, schmerzte der Nacken nicht aufgrund des Hinaufblickens -, »Und nun fang an!« Harsch ebenjener Befehl. Allerdings war ein derartiger Ton doch perfekt dafür geeignet, anderen die Bitten einer selbst aufzuzwängen. Hoffentlich wusste der Angestellte wie man einen Mopp richtig zu bedienen hatte... Widerwillig und trotz all der gescheiterten Unterdrückung kroch ein Seufzer an die Oberfläche, während die Hellhaarige den vollständig geleerten Eimer aufsammelte und in eine bestimmte Richtung stürmte, dabei im wahrsten Sinne des Wortes den Gang entlang stampfte, um frisches Wasser aufzutreiben. Solange sie dies tat, konnte der Blauhaarige immerhin keine weitere Flüssigkeit verschütten, nicht wahr?

  • Zwar konnte der Blauhaarige ihrem ersten Schlag ausweichen, doch das entmutigte Chlorica kein bisschen. Sie würde nicht so leicht kleinbeigeben und holte erneut zum Schlag aus. Gerade noch so konnte Vishnal auch diesem Hieb entkommen, aber auch das hatte natürlich seine Folgen. Nun befand sich sein Körper auf dem kalten, nassen Boden, während er mit schreckgeweiteten Augen auf die »Waffe« der Dame stierte. Das grenzte ja an Misshandlung! Und das nur weil er heute einen Fehler gemacht hatte. Okay, um genau zu sein handelte es sich dabei um mehr als einen Fehler, aber von dem anderen wusste die Lilahaarige immerhin nichts. Und wegen einem Missgeschick gleich so auszurasten fand der Angestellte dann doch ein wenig übertrieben. Aber seine Meinung zählte hier wohl nicht, da er sich in der Opferrolle befand. Natürlich würde er diese Tat an seiner Stelle als etwas extrem empfinden.
    Endlich drehte Chlorica sich wieder um und der Herr schien nochmal mit einem blauen Auge davongekommen zu sein. Erleichtert atmete er aus und richtete sich auf, als er aus heiterem Himmel mit mehreren, schnelleren Schlägen attackiert wurde, die ihn dann wieder zu Boden zwangen. Überrascht und geschockt hielt er sich seinen Bauch, die getroffene Stelle, mit beiden Händen und wagte einen weiteren waghalsigen Versuch sich zu erheben. Nun war es aber endgültig vorbei, die Bedienstete hatte ihre Rache ausgeübt und ließ den armen Mann in Ruhe weiterleben. Wenn man so was als »Ruhe« bezeichnen konnte; Einen ganzen Haushalt ordentlich und glänzend zu halten und für seine häufigen Missgeschicke gerade zu stehen war wahrscheinlich nicht das ruhige Leben, von dem gewöhnliche Leute träumten. Aber Vishnal war voll und ganz zufrieden damit. Das heißt, solange er nicht mit einem Wischmopp zu Boden geprügelt wurde. Aber das war ja zum Glück eher seltener der Fall.
    Die Frau benahm sich nach diesem kleinen Zwischenfall so, als wäre nichts passiert. Als hätte sie nicht eben einen ihrer Kollegen mit einem Putzgerät angegriffen. Unerhört! Einfach unerhört! Aber Vishnal würde sich nicht beschweren. Ihre Wut zu spüren war nicht wirklich etwas, das er erneut erleben wollte. Er hätte kein Problem damit, wenn sie diese Sache vergaßen und so täten, als wäre das Ereignis tatsächlich nie geschehen. Die Ruhe hielt leider nicht lange an, denn schon gleich wurde von dem Blauäugigen verlangt, dass er den Gang wieder sauber machen soll. Das war nur verständlich, immerhin war es seine Schuld, dass es hier überhaupt erst so aussah. Also weigerte er sich nicht und versuchte sich auch nicht mit lächerlichen Reden aus der Sache rauszureden. Er wusste was er tun musste und dieses Mal würde er die geringen Erwartungen Chloricas nicht enttäuschen. Auf ihren Befehl hin nickte er von daher nur flink mit dem Kopf und fing an den Boden zu reinigen. Man könnte fast meinen das Ereignis hätte ihn verstört, er hatte so lange kein Wort mehr gesagt. Kein anderer hätte diese Sache einfach so hingenommen und hätte sich ohne ein Wort des Widerspruchs rumkommandieren lassen.
    Während Chlorica abmarschierte, um den Eimer mit neuem Wasser zu füllen, wischte der Herr also über den Boden, beseitigte das Chaos, das er angerichtet hatte. Und ganz gegen jeder Manns Erwartungen stellte er sich eigentlich ganz gut an. In der Tat war er nämlich gar nicht so schlecht in seiner Tätigkeit, dies wurde die meiste Zeit über nur von seiner Tollpatschigkeit verdeckt. Ja, der Blauäugige lebte ein hartes Leben, aber das war ihm Recht, solange er einen Platz zum Schlafen hatte. Als Vishnal den Mopp anhob, um ihn in neues Wasser zu tunken, fiel ihm allerdings auf, dass der Eimer ja schon weg war. »Aber wie soll ich jetzt..« Wieder senkte er das Reinigungsutensil und sah sich hilflos um. Von Chlorica war weit und breit nichts zu sehen und wenn er sich selbst aufmachen würde einen Eimer mit Wasser zu füllen, würde sie wieder wütend auf ihn werden. Also konnte er wohl nichts anderes tun, als nutzlos rumzustehen und zu warten. Er hatte es wirklich nicht leicht.

  • Als die Sonne schon hoch am Himmel stand öffnete Cecilia ihre Augen und blinzelte in die pralle Sonne. Da merkte die Elfe erst das sie verschlafen hatte!! Oh, nein! Wie konnte
    ihr das nur passieren sie hatte schließlich Aufgaben in dieser rießigen Villa zu erledigen auch wenn zum Glück auch noch Vishnal und Chlirica da waren mit dennen sie sich
    gemeinsam um das Hause Saint Coquilles kümmerte. Sie rieb sich den Schlaf aus den Augen und sah an sich hinab. Ihr Kleid war von komischen braunen Flecken übersäht, so konnte sie nicht mit der Arbeit beginnen, wobei sie heute so oder so vorhatte die Gartenarbeit zu erledigen. Aber für die Arbeit im Garten hatte sie ja extra eine Arbeitsklamotte. Sie ging also in die große Vorhalle und dann die vielen Stufen hinauf. Plötzlich hörte sie ein scheppern und klirren, dem folgte eine erhobene Stimme, diese
    ordnete sie Chlorica zu und am Schluss kam noch ein leises, flehendes Stimmlein von Vishnal. Seine Ungeschickt wird ihn noch ins Grab bringen... Als sie die Stufen erklommen
    hatte sah sie Chlorica mit einem Eimer voll schmutzigenm Wasser und konnte sich denken womit ihre Kollegen beschäftigt waren. Sie musste sich jetzt aber auch wirklich beeilen den Jasper Saint Coquilles konnte es nicht leiden wenn man die Arbeit vernachlässigte. Sie wollte schon zum rennen Anfangen, da merkte sie aber nicht das der Flur pitsche-patsche nass war. Schon rutschte sie aus, doch in ihrere Nähe war nichts wo sie sich festhalten konnte!! Also schlitterte sie wortwortlich den langen Gang entlang. "Oh, Hilfe!!" Cecilia tauchte unter Vishnals Mob hindurch und krachte gegen eine Wand. Kurze Zeit blieb ihr die Luft weg doch nach ein paar hicksern füllte sie ihre Lungen mit neuem Sauerstoff. Oh, wie peinlich das sie auch nicht aufpassen konnte, es kam ihr so vor wie in einem dieser Komödien wo es immer so viele Tollpatsche gab.Sofort färbte sich ihr Kopf rot und dann hatte sie auch noch Schuhe mit einer so glatten Sohlel an. Mühsam versuchte sie ihre schmerzenden Glieder zu bewegen, zu ihrem Glück spürte sie noch alles und sie hatte sich nichts gebrochen. Das wäre auch wirklich noch schlimmer gewesen wenn sie sich verletzt hätte dann würde Jasper herrausfinden das Cecilia verschlafen hatte und die Elfe wollte sich nicht vorstellen wie wütend er gewesen wäre. Mit hochrotem Kopf erhob sie sich und schlich in ihr Zimmer. Sofort ging sie in ihr Badezimmer, drehte den Wasserhahn auf udn sie gab sich einen schwall kaltes Wasser in ihr Gesicht. Danach zog sie ihre Klamotten aus und stellte sich unter die Dusche um nun auch WIRKLICH wach zu werden, damit ihr sowas nicht nocheinmal passierte. Sie trocknete sich die Haare dann zog sie ihre Arbeitsklamotte an, ein grünes Kleid das ihr ein bißchen über die Knie ging mit dreiviertel Ärmeln, dazu eine Leggins eine Schürze und Schuhe dennen man ansah was sie schon alles erlebt hatten. Als sie gerade ihr Zimmer verlassen wollte, viel ihr ein wie schmutzig ihre Schuhe sein mussten deswegen zog sie diese aus, sie wollte ja nicht Chloricas Arbeit zerstören. Als sie im Garten war wischte sie sich mit den Händen über die Fußsohlen und zog sich ihre Schuhe wieder an. Sie schaffte sich einen ersten Überblick und sah das die meisten Teile mit Unkraut überwuchert waren. Hatte die Elfe ihe Arbeit wirklich so lange vernachlässigt?? Soetwas durfte aber auch wirklich NIE wieder vorkommen. Danach ging sie in einen kleinen Raum, Schuppen konnte man ihn wirklich nicht nennen den ertsens war er viel zu groß und zweitens viel zu schön, und holte ihre ganzen Werkzeuge. Sie drehte dem Lagerraum den Rücken zu und sah sich im Garten genauer um, da bemerkte sie das auch viele Blumen ihre Köpfe hängen ließen. "Wo soll ich den nur Anfangen??"

  • ~Azel kommt an~


    Der blauhaarige kam keuchend an der Villa an. So viel wie an diesem Tag war er noch nie gegangen. Nun entdeckte Azel ein Mädchen, das anscheinend am Arbeiten war. Scheinbar war diese Arbeit nicht so einfach. Also ging der blauhaarige zu dem Mädchen und fragte:'' Hey kann ich dir vielleicht helfen?'' Er hoffte, das sich das Mädchen nicht erschrecken würde. So plötzlich wie Azel gekommen war.

  • Langsam machte sie sich an die Arbeit. Eins nach dem anderen.., dachte sich die Elfe. Als erstes ging sie in den hinteren Teil des Gartens. So machte sie das immer, von hinten nach vorne. Sie stehlte einen Eimer neben sich ab, nahm einen Spaten und fing an das Unkraut zu entfernen. MAn konnte es nicht ganz Unkraut nehnen, den weiße Blüten waren an den Stängeln, die wirr verwurstehlt waren. Das Unnützes auch so schön sein kann..?? Aber dieses "schöne" Unkraut zerstörte die anderen Pflanzen, deswegen musste es weg. Da hörte sie eine Stimme hinter sich. Schnell drehte sie sich um und haute sich mit dem Spaten gegen den Knöchel. "Uh, Aua!" Was war heute bloß los mit ihr, sie hatte wirklich nur Pech. "Ja sicher." Die Elfe wusste zwar nicht ob es Jasper recht war wenn ihr jemand half, aber sie wusste auch nicht was dagegen sprechen konnte. Und es war besser wen ihr heute jemand helfen würde so tollpatschig wie sie heute war. "Nimm dir einen Eimer und einen Spaten dann kannst du mir helfen das Unkraut zu entfernen." Es gibt zwar noch mehr zu tun aber das muss er ja nicht wissen.., fügte sie in Gedanken hinzu.

  • Azel war etwas verwundert. ''Ok? Dann mach ich mich mal an die Arbeit.'' dachte er. Also kniete er sich hin, und entfernte das Unkraut. Zwar hatte Azel das vorher noch nie gemacht, aber so schwer konnte das ja nicht sein. Zwischendurch fragte er das Mädchen noch:'' Sag mal wie ist eigentlich dein Name?'' Azel war sehr neugierig, denn das Mädchen hatte ihn ja nicht mal richtig gesehen. So musste der blauhaarige einfach fragen. Dann arbeitete er weiter.

  • Cecilia wendete sich wieder ihrer Arbeit zu und gab dem Mann nicht noch eine Anweisung. Als sie gerade dabei war ein wirklich hardnäckiges Unkraut zu entfernen fragte der Mann sie wie sie den heiße. Jetzt konnte sie nicht einmal mehr höfflich sein und vergass sogar schon nach dem Namen zu fragen. Oh, wie peinlich das ihr jetzt schon wieder war, hatte sie wirklich ihre guten Manieren vergessen. Heute war wirklich nicht ihr Tag. Sie drehte sich zu ihm um und musterte ihn nocheinmal genauer. Er hatte blaue Haare und strahlend blaue Augen. Der sieht ja ganz süß aus.. Allerdings war sie viel zu schüchtern und als sie wieder rot wurde, sie hatte es einfach nicht so mit Männern, drehte sie sich schnell um , tat so als wäre sie schwer beschäftigt und käpfte noch ein bißchen mit dem Unkraut. Als sie es in den Eimer gab antwortete sie: "Ich bin Cecilia und du?"

  • ''Mein Name ist Azel'' antwortete er. Azel wunderte sich, wieso Cecilia sich so schnell wegdrehte. Also arbeitete Azel weiter. Er rupfte das Unkraut aus dem Boden und tat es in den Eimer. '' Sag mal Cecilia. Wohnst du hier oder woanders.'' fragte Azel nun. Er war schon etwas neugierig, und er wollte so viel wie möglich über sie wissen. Trotzdem sollte der blauhaarige nicht zu viel fragen, denn irgendwann geht es den Leuten auf die Nerven.

  • Sie hob ihren Eimer hoch und brachte in zu einer Scheinbtruhe wo sie den Eimer ausschüttete. Als sie zurück kam fragte Azel sie etwas. "Ich wohne und arbeite hier. Ich habe ein rießiges Zimmer, es ist so schön eingerichtet. Einen rießengroßen Schrank ein rießiges Bett und ein noch größeres Badezimmer." Ceci geriet ins Schwärmen, da wurde sie schon wieder ein bißchen rot weil sie nur von sich sprach und über die große Villa. "Vishnal und Chlorica wohnen auch noch hier. Dann noch Bianca, Sophia und Rosalind. wo wohnst du den?" Ceci hatte schon wieder einen Eimer voll, ging zur Scheibtruhe und lehrte in aus.

  • '' Ich lebte mal in Alverna. Doch seit dem Monsterangriff lebe ich in der Kaserne mit mene Zwillingsschwester Sonia.'' sagte Azel. Nun war auch sein Eimer voll. Also ging er einfach Cecilia hinterher, und sah wo sie ihre Eimer hinbrachte. Also tat Azel das auch. Nun knurrte sein Magen. Also nahm er sich eins seiner Brote.''Ein großes Zimmer also. Das muss doch total cool sein oder'' fragte Azel. Er biss von seinem Brot ab.