Beiträge von Seaice

    Hello, mir tuts auch leid, aber ich muss mich für eins, zwei Wochen im RS abmelden. Wir ziehen ja um, also haben wir den allgemeinen Umzugsstress und wahrscheinlich auch ein paar Tage kein Internet. (Außer Handy, aber Posts am Handy schreiben ist mir zu anstrengend, sorry >.<) Also bis denni! ♡

    Noooooo....!!!!!

    Nein Quatsch, n Umzug ist halt echt ne zeitaufwändige Geschichte. Viel Erfolg dabei!

    Und ja, stimme zu: Posts am Handy zu schreiben ist furchtbar XD

    Marlin kommt vom Hotel~



    Hatte ihn die Paranoia aus dieser Stadt namens Riverport vertrieben? Als ob Mia hinter ihm her wäre - nein. Das er sich jedoch nun in einem Kuhkaff befand, kam nicht von ungefähr. Sicher, Aushilfsjobs waren in der Stadt zahlreiche ausgeschrieben, lohnten sich aber oft auch nur dann, wenn er eine Weile blieb - und das hatte er definitiv nicht vor. Auf dem Land hingegen, wurde jede helfende Hand gerne genommen, obwohl Marlin dem Ausdruck helfende Hand nur wenig abgewinnen konnte. Eher ein Deal der auf gegenseitigem Nutzen beruhte. Die Bezahlung war zwar meist schlechter, dafür konnte man mit Kost und Logis rechnen, also war er in einen beliebigen Bus gestiegen. Tja und dann war er einfach mal durch das Dorf gelaufen, in dem man sich fragen musste, ob hier überhaupt jemand lebte. Wirkte beinahe wie ein Geisterfriedhof. Einiges sah tatsächlich halbwegs vielversprechend aus. Was? Ihr glaubt Marlin wäre sich zu Schade für solch eine Arbeit? Naja, kein Zweifel bestand darüber, dass er derlei - oder jeglicher - Tätigkeit gerne nachging. Aber wer nichts besaß und nichts hatte, konnte sich nunmal auch keine Ansprüche leisten. Ein Faible hatte er wohl nur für Informatikjobs, aber sein Laptop hatte für ein paar Monaten den Geist aufgegeben und seitdem reiste er ohne, da er noch keinen Ersatz - auf den ein oder anderen Weg - startklar gemacht hatte.

    "Heh, ist hier wer?", rief er laut und mit grimmiger Miene über das Gemüsefeld, vor dem er gerade stand. Würde sich hoffentlich irgendjemand finden lassen, dem man um Arbeit fragen konnte. Nerviges Thema...

    [Marlin] kommt & geht~



    Den Weg von Mia's Apartment heraus merkte er sich gut. Es war noch wahnsinnig früh am Morgen gewesen, als er ihre Wohnung stillschweigend und ohne ein weiteres Wort verlassen hatte. Aber das war schon immer seine Art gewesen. Marlin war über die Innenstadt gegangen und hatte sich dort an einer Ecke einen günstigen Kaffee geholt. Eine Stadt hatte an einem Morgen, insbesondere an einem so frühen, eine ganz andere Atmosphäre als zu anderen Tageszeiten. Er betrachtete die wenigen, vorbeiziehenden Leute, während er an einer Hauswand angelehnt, den Kaffee runter kippte. Okay, erstmal zurück in sein versnobtes Hotelzimmer. Dort genehmigte Marlin sich eine ausreichende Dusche, ehe er ins Bett fiel. Der Vormittag mochte gerade vorbei streichen, das hinderte ihn jedoch nicht daran, eine Portion Schlaf nachzuholen - er war nicht mehr der Jüngste, Nächte durchmachen war out geworden. Und in Mia's märchenhaften Himmelbett, oh Gott, da hätte er wohl selbst dann keinen Schlaf gefunden, hätte er all ihre Plüschtiere nacheinander angezündet.

    Als Marlin wieder aufwachte, brach bereits die Abendsonne durch das Fenster herein. Shit. Er brauchte noch immer Geld, ergo einen Job, sonst lief bald gar nichts mehr. Widerwillig stand er also auf, zog sich ein frisches Shirt über und verließ das Hotel, um sich beim Streunen einmal umzusehen~

    [Marlin] geht~



    Mia hatte nichts mehr gesagt. Irgendwann vernahm er ihr leises, gleichmäßiges Atmen, während er selbst noch hellwach neben ihr lag. Marlin setzte sich schließlich mit dem Ellbogen auf, den Kopf stütze er mit seiner Hand ab. Aus dieser Position heraus betrachtete er die Frau, die sich eng an ihn geschmiegt hatte. Im Schlaf sah ihr Gesicht ein wenig friedlicher aus, doch selbst so war ihr eine gewisse Erschöpfung anzusehen. Er genoss die Stille, die sich nun über den Raum gelegt hatte. Marlin wusste nicht was er denken, was er selbst von alledem halten sollte. Er war erst heute in diese elendige Stadt gekommen und prompt hatte Mia ihn gleich zweimal aufgelesen. Sicher war es ein Fehler gewesen mit ihr zu gehen, das war ihm von Anfang an klar gewesen und so war es keiner, den er bereute. Langsam, kaum merklich, strich Marlin mit seiner freien Haar über ihren Kopf, wanderte herunter an ihren Körper, sorgsam darauf bedacht sie unter keinen Umständen zu wecken. Die Blessuren ihrer geschundenen Haut waren bereits sichtbar, hatte er sich wirklich so an ihr vergangen? Nicht, dass es sie gestört hatte, im Gegenteil, sie war so erpicht darauf gewesen, ihn für sich zu vereinnahmen, dass ihr jedes Mittel - und jedwedes Einverständnis - recht gewesen war. So verwundbar, so zerbrechlich. Marlin zog seine Hand zurück. Wirbelwind, huh? Ein Sturm, der zum erliegen gekommen war. Marlin ließ den aufgestützten Arm schließlich fallen, legte seinen Kopf darauf ab, den Blick noch immer der Frau neben ihm zugewandt. Noch war nicht Morgen, noch würde er nicht gehen. Es würde jedoch nicht mehr lange dauern. Ein paar Stunden Schlaf, also? Wirklich gelingen mochte es ihm nicht, obwohl er ruhig war, kam er doch nicht zur Ruhe. Vielleicht war es lediglich der stete Argwohn, der ihn wach hielt, der Hauch einer Gefahr. Mia, eine Gefahr? Lächerlich. Doch sie lag verborgen, gut versteckt, dieses Risiko, dass sie ihn einfach zu sich in ihren goldenen, zuckersüßen Käfig sperrte. Also stand er schließlich auf, kaum dass sich die ersten Sonnenstrahlen durch das Fenster schoben. Marlin klaubte seine Sachen zusammen, zog sich an und war dabei, den Raum zu verlassen. An der Tür drehte er sich jedoch noch einmal zu dem schlafenden Mädchen um. Seine Mundwinkel zuckten, nicht klar, in welche Richtung sie gehen wollten. Ah, was in Mia wohl vorgehen würde, sobald sie aufwachte und sich in einem einsamen Bett wiederfand? Fast ein Jammer, dass er nicht dabei sein konnte, um ihren entsetzten, traurigen, verletzten Gesichtsausdruck zu sehen. Leise schloss er die Schlafzimmertür schließlich, blieb noch einen Moment mit dem Rücken daran stehen, fuhr sich die Haare aus dem Gesicht und verließ schließlich ihr Apartment~

    [Antoinette] & Wayne | Zuckerstube



    Zu retten? Antoinette schätzte die Idee mit einem schmunzeln, während ihre Aufmerksamkeit noch auf die Küche gerichtet war. "Nonon, mit minderwertiger Ware arbeite ich nicht.", erklärte sie, nachdem sie den Herd ausgeschaltet und den Topf von der Platte gezogen hatte. Danach drehte sie sich wieder zu Wayne um, mit der Hüfte gegen die Küchenzeile gelehnt und suchte seinen Blick. Noch immer lag ein Rotschimmer auf ihren sonst blassen Wangen. Er war noch immer hier. Natürlich, wohin sollte er auch so plötzlich verschwinden? Dennoch erfüllte sie allein diese Tatsache mit einem Erstaunen, welches ihr Herz beflügelte. Antoinette nahm einen tiefen Atemzug, ließ ihn kontrolliert entweichen. Sie brauchte einen klaren Kopf! Aber das war in seiner Anwesenheit gerade unmöglich. Gleichzeitig wollte sie ihn nicht so einfach vor die Tür setzen, absolument hors de question! Am Ende dachte er noch, er hätte etwas falsch gemacht und machte sich Vorwürfe - sie kannte diesen Mann mittlerweile gut genug um zu wissen, dass diese Wahrscheinlichkeit bestand. Antoinette ergriff seine Hand, zog den Körper des Blondschopfs ein wenig zu sich. "Ich will nicht das du gehst.", sagte sie leise und senkte dabei ein wenig den Kopf. Er war aber auch groß! "Aber-", fuhr sie fort, wieder zu ihm hochblickend, "Was hältst du davon, ich mach das hier fertig und komme die Tage mal wieder nach Sternbach...?" Ihr Herz pochte fest, als sie den Vorschlag machte. Sie hatte Angst zurück gewiesen zu werden, die Sorge davon, er könne ihren Vorschlag ablehnen. Natürlich könnte sie ihn auch fragen, ob er es nochmal auf einen zweiten Versuch der Pralinen-Aktion ankommen lassen wollte, aber... irgendwie konnte sie gedanklich da jetzt gar nicht mehr anknüpfen. Wie auch? Wie sollte sie sich auf Erklärungen zur Schokolade besinnen können, wenn sie die ganze Zeit an das Gefühl seiner Lippen auf den ihren denken musste? Nein. Sie brauchte ein wenig Zeit für sich, um ihre Gedanken und Gefühle einordnen zu können und... sie würde sich auch sehr freuen, der Farm einen erneuten Besuch abstatten zu können. Auch wenn sie allein die Idee auch total nervös machte! Was Wayne wohle dazu sagte...?

    ~Luchia~   Mitaia



    Belly


    [Gabriel] geht~



    "Okay Clive, du musst uns unbedingt mehr davon erzählen! Morgen dann! Meine Mama hatte mich eh schon an meine Pflichten erinnert.", Gabriel setzte ein verlegenes Grinsen auf. Außerdem hatte sein großer Mitschüler Recht - Zeit zur Vorbereitung brauchten sie ja auch noch! Was Marie wohl machen würde? Er war ganz gespannt. Ach, er freute sich so sehr auf morgen! Kaum wäre er zu Hause, würde er seinen Zieheltern davon erzählen! Der Latino fand Clive unheimlich sympathisch, auch die gestikulierende Art, da waren sie nämlich schon zwei. Gabriel stand schließlich auf und stellte den Stuhl wieder ordentlich zurück an den Platz. "Also, ich muss los! Ich schreib euch später! Dann bis morgen!", rief er fröhlich aus, woraufhin er einen bösen Blick der Bibliothekarin erntete. Sie sagte jedoch nichts, da er immerhin selbst bereits im Begriff war zu gehen~

    [Tori] & Gaius | nach kurzer Zeit zurück in der Küche



    Ah, obwohl sich ihre Lippen gelöst hatten, war da noch immer dieses Knistern zwischen ihnen, dieses Verlangen nach mehr, diese eigene Physik, sich überhaupt nicht entfernen zu können, selbst wenn man es wollte. Und Tori wollte nicht, ganz sicher nicht. War es zuvor auch schon so intensiv gewesen? Konnte jene Klarheit ein derartiger Auslöser sein, dadurch, dass sich jetzt alles um ein vielfaches stärker anfühlte? Es war noch immer verwirrend - für die Maid sicherlich. Für ihn auch? War nur sie es, die sich mit aller Macht daran halten musste, ihn nicht schon wieder zu küssen? Oder ging es ihm auch so? Sie konnten das ja nun schlecht den ganzen Tag machen, immerhin... immerhin hatten sie auch Pflichten! Aber sie würde so gerne... irgendwie... ach! Sie war einfach so durcheinander! Tori kam wieder ein wenig zu sich, als sie spürte, wie Gaius ihr sanft eine lose Haarsträhne hinter die offenen Haare steckte. Seine Hand war warm, wie auch ihn stets eine innere Wärme zu umgeben schien. Nein, er schien es förmlich auszustrahlen. Als trüge er in inneres Feuer in sich, doch sie konnte sich unmöglich vorstellen, wie dieses, das seine, je wild und zerstörerisch sein könnte - so wie sie Feuer kannte. Aber irgendwie, ach, da ergaben ihre Gedanken auch gar keinen Sinn. Welch merkwürdige Metapher! Wieso war alles in ihrem Kopf nur so verworren, konnte wirklich ihr Herz die Schuld daran tragen? Aber wenn, dann war es eine gute Schuld, die sie hier gerade ausbadete, auch wenn auch das nach herzlich wenig Logik klang. "K-Konditionen?", fragte sie nach und blinzelte für einen Moment verwirrt, insbesondere, als Gaius ihre eigenen Worte wiederholte. Dann jedoch lächelte sie - offen und ehrlich. Genau daran hatte sie immerhin gedacht, als sie ihre Aufforderung um ein erneutes Mal wiederholt hatte. Küss mich und bleib - oder lass es und geh. Kaum zu glauben, dass jene Worte tatsächlich über ihre Lippen gekommen waren! Wie dreist, wie fordernd, wie einvernehmend! Und doch... es hatte sich ausgezahlt, hatte es das nicht? Genau deshalb hatte sie jenes Bleib gesprochen, weil sie sich ihrer Wahl, die sie ihm gegeben hatte, sehr wohl bewusst gewesen war. Als hätte sie es vergessen! Also lächelte sie, weil es auch nett war, wie Gaius ihr ihre eigenen Worte vor Augen führte, in der Annahme, sie hätte nicht daran gedacht. Aber sie hatte ja auch nichts weiter gesagt, so war die Konnexion lediglich in ihrem Kopfe geblieben - aber das machte nichts, wirklich nichts. Hauptsache war ja, er war da, Hauptsache war, er blieb. Tori genoss die Berührung seiner Hand auf ihrer Wange, wähnte sich auch glücklich in den Worten, die darauf folgten. Nein, eine andere Wahl hatte er nun nicht mehr. Das würde sie nicht zulassen. Der Gedanke erschrak sie ein wenig, doch sie war so eingelullt in ihren aufregenden Gefühlen, dass der Schreck schnell verging. "Ich bin so froh...", entkam es ihr schließlich und beinahe hätte sie wieder geheult vor Glück - aber nur beinahe. Sie ergriff die Hand von Gaius mit ihren beiden, zog sie nach unten, ließ sie jedoch nicht los. Tatsächlich verging ihr das Lächeln in keinster Weise, als der Zwerg begann von Essen zu sprechen. Ein wenig Normalität tat erstaunlich gut - sorgenfreie diesmal. "I-Ich kann auch e-etwas frisches zubereiten!", bot sie an, "E-Eintopf oder hmm, i-ich weiß nicht, worauf h-hättest du Lust?" Sie sah ihn fragend an, konnte den Blick kaum lösen, allerdings würden sie so auch nie in die Küche kommen und auf keinen Fall würde sie nun zulassen, dass der Schmied ihr verhungerte. Tatsächlich bekam auch sie selbst Hunger, nach all der Aufregung - und aufregend, ja, das war es noch immer! Irgendwie seltsam... Also nahm sich Tori ein Herz und ging voran, zurück ins Haus, ohne die Hand ihres Liebsten dabei loszulassen. Dazu würde sie noch viel zu früh gezwungen sein!

    [Cinnamon] & Joe



    Obwohl Cinnamon ihren neuen Gefährten Schnurstraks aus dem Runenarchiv geworfen hatte (und sich mit dazu - die Bibliothek war aber nun wirklich kein Ort zum kämpfen!), schien auch der schlaksige Rotschopf motiviert zu sein. Zumindest solange bis... war das etwa Musik? Abgelenkt davon und den Blick bereits in Richtung der Quelle gerichtet, lief sie unverrichteter Dinge gegen Joe's Arm, was jedoch weder sie noch ihn zu einem Kommentar rührte. Tatsächlich schien der Mann so begeistert von dem Feste zu sein, dass er sich fast schon euphorisch zu ihr umdrehte und ihr von einer Planänderung berichtete. Auf dem Gesicht der Bebrillten machte sich ein Grinsen breit. Ehrlich gesagt: Die Wahl zwischen "hart trainieren" und "lustig feiern" fiel ihr ebenso nicht besonderes schwer. "Bin ganz deiner Meinung.", erklärte sie daher frohen Mutes. Wie schon im Runenarchiv ergriff Joe plötzlich ihre Hand um sie vorwärts zu ziehen. Cinnamon machte sich weder etwas daraus, noch fiel es ihr bewusst auf. Im Gegenteil sollte er aufpassen, nicht das sie am Ende noch die Führung übernahm und vorauseilte. Ja, bei einem Fest kam auch in Cinnamon ganz ihre kindliche Seite zum Vorschein. "Das ist ja unglaublich.", entfuhr es ihr bei dem Anblick der vielen Zelte, Stände und Bühnen. Die Musik! Die Gerüche! Sie hatte ihren Großvater von der Kirmes reden - oder besser gesagt schimpfen - hören und sich daher nicht viel damit beschäftigt. Aber wie konnte der alte Griesgram nur gegen so etwas sein? Wodurch ihr Opa wohl seine Meinung gefestigt hatte? Vielleicht sollte sie ihn später mal darauf ansprechen - aber um das ordentlich zu können, musste sie sich selbstverständlich im Detail mit dem Fest beschäftigen! Verstand sich von selbst, oder? "M-Met?!", stammelte sie dann trotzdem, doch Joe ließ sich nicht aufhalten. Das letzte Mal als sie zum Met gegriffen hatte, war der Abend in Kotze geendet. Nicht ihrer eigenen Wohlgemerkt! Nein, dieser trunkene Wirt namens Turner hatte auf sie gekotzt - und das nur, weil sie ihn getreten hatte und auch das nur, weil er sich ungebührlich verhalten hatte! Seither hatte sie Taverne und Gasthof eher gemieden (vielleicht hatte sie Joe deshalb bisher nicht getroffen), aber wie konnte sie diese Einladung auch ausschlagen? "Ich pass schon auf.", erwiderte sie noch auf seinen Hinweis hin. Ehrlich gesagt war es Cinna gar nicht recht, dass sie den Speer auf einem Fest bei sich trug. Am Ende verletzte sie wirklich noch jemanden. Aber ihre Unsicherheit würde sie natürlich auf gar keinen Fall zugeben - er sollte sie einfach als Sicherheitsguarde betrachten!


    [Doug] & Dylas



    Als die beiden das Volkfest betraten, konnte Doug nicht anders, als mit weit aufgerissenem Mund über das Gelände zu marschieren. Er liebte Feste einfach! Viele Leute, viele Dinge, gute Laune, was konnte es besseres geben? Erst recht für den geselligen Rotschopf. Normalerweise würde sich Doug sofort an die Fressbuden halten, aber immerhin hatte er gerade gut - das musste er zugeben - gegessen. Außerdem hatte er nicht allzuviel Gold in der Tasche, das war eindeutig ein Problem. "Ich weiß nicht, wie trinkfest bist du?", meinte Doug mit einem schelmischen Grinsen im Gesicht, während er zu den Trinkbuden rüber schielte. "Oder willst du dir lieber die Zukunft vorhersagen lassen?", zog er ihn auf, "So wie es aussieht, können wir uns da drüben auch duellieren oder so.", fügte er hinzu, als er das Kampffeld entdeckte, obwohl er sich nicht ernsthaft mit dem Pferdegesicht anlegen wollte. Nicht, weil er Angst hatte oder so! Pah! Er doch nicht! Nein, Doug wollte sich seinen Gefährten hier ja erhalten, immerhin kochte er gut, da konnte er dem Kanickel doch nicht die Fresse polieren!


    [Max] & Maerwen [ Bienl-Chan ich bin so frei? : D ]



    Nach der Odyssee vom gestrigen Abend - die Auseinandersetzung mit seiner lieben Schwester und das anschließende Ärgernis mit diesem Nichtsnutz Vishnal - suchte es den jungen Erben namens Max nach Zerstreuung. Und wo konnte man ebenjene besser finden als auf einem ausgelassenen Feste? Selbst, wenn er sich dafür unter die Bürgerlichen begeben musste, das störte ihn nicht, auch nicht, das die Krimes offenbar von Vagabunden veranstaltet wurde. Nein, im Gegenteil, immerhin gab es Max die Gelegenheit dazu, auf diese einfachen Leute hinab zu blicken und dies war sicher einer seiner liebsten Beschäftigungen, wenn nicht die liebste. Schöner wäre es nur, wenn er sich mit einen seiner Verwandten darüber auslassen könnte. Bianca war hier mit ihm sicher gleichauf, seine Schwester Rosalind hatte einfach ein zu weiches Herz und auch seine verehrte Cousine Sophia mochte so manches Mal ein wenig zu viel Sympathien hegen, wie ihm schien. Ob eine der Damen wohl ebenfalls anzutreffen war? Bisher sah er niemanden vom Adel, doch tatsächlich jemanden aus der Villa. Immerhin nicht dieser Windhund Vishnal, der hätte sich jetzt etwas anhören dürfen, sich zu amüsieren, nach dieser Schande. War das nicht die persönliche Zofe seiner bürgerlich erzogenen Cousine Electra? Die Arme schien ein schwaches Gemüt zu haben - kein Wunder, wenn man unter ärmlichen Bedingungen hatte aufwachsen müssen wie sie - so hatte Max sich noch nicht viel mit seiner zugezogenen Cousine unterhalten können. Max kam auf Maerwen zu. Nachdem es sich um eine persönliche Zofe einer seiner Verwandten handelte, sollte er sich ein wenig im Ton anpassen. Er konnte nicht ganz einschätzen, wie diese Elfe und Electra zueinander standen und wollte nicht den Zorn seiner Cousine riskieren. selbst die stolze Bianca schien ihrer Tabatha ja sehr zugetan zu sein. Warum besaß er eigentlich keinen eigenen Sklaven Diener? Wie dem auch sei. "Guten Tag, Maerwen.", grüßte Max höflich, "Bist du auf Geheiß meiner Cousine Electra hier?", erkundigte er sich direkt, aus dem ein unterschwelliges: Du wirst doch nicht etwa faulenzen? hervor klang.

    [Cedric] & Kyle

    more confused magical time of death auf einem Dach


    Kurz könnte man vergessen. Vergessen, wer sie waren, warum sie hier waren. Aber so einfach würde das nicht werden, nicht wahr? Dennoch - man könnte schon fast den Anschein erhalten, dass sich hier ein halbwegs anständiges Gespräch anbahnte. Zumindest wenn man darüber hinweg sah, dass sich das Thema gerade über den Tod drehte - wenn auch in einer anderen Konstellation als zuvor. Ob das besser war? Auch trug Kyle noch immer den Großteil des Dialogs, aber hey, insofern mehr als 3 Wörter auf einmal aus seinem Mund kamen, konnte Cedric sich das schon als Sieg verbuchen. Er hatte den Blick nach wie vor auf den Punk, der ja nun halb auf ihm lag, gerichtet. Es gelang ihm leichter, mittlerweile. Ob es nun an der veränderten Position lag oder einfach nur an Gewöhnung oder aber weil gerade eine halbwegs ordentliche Konversation am Laufen war, die ihn ablenkte, sei dahin gestellt. Das war auch gar nicht so wichtig. Sein Gesicht blieb jedoch relativ ausdruckslos, als der Andere zu einer Antwort ansetzte. Symbolik. Ahja. Cedric hatte schon bemerkt, dass Kyle ein wenig darauf abfuhr - was man von ihm selbst ja nicht behaupten konnte. Es mochte ja viel falsch laufen in seinem Kopf, eine Störung - 'gestört' - aber eine Sache blieb unverändert: Er nahm die Dinge direkt wie sie waren, rational, logisch, analytisch. Zumindest hatte er das immer. Gerade jedoch fiel ihm Verständnis schwer, weil er sich selbst nicht verstand. Dennoch: über zehn Ecken durch die Blume, geheimnisvolle Andeutungen und verschachtelte Verbildlichungen lagen ihm nur wenig. Was er wohl dafür brauchte, war eine Allegorie, mit der er Kyle's Symbolik besser übersetzen konnte, aber hey, der Punk gab sich gegenwärtig wirklich viel Mühe und kam sogar mit einer direkten Erklärung ohne weitere Ausschweife. Erst dabei fiel Cedric wieder ein, dass Kyle ja gar nicht dessen richtiger Name war. Aber was war schon ein 'richtiger' Name? Für ihn war das hier einfach Kyle - ein anderer Name änderte nicht die Person. Oder? "Erzähl es mir ruhig irgendwann.", entgegnete Ced leise, nicht minder zu seiner eigenen Überraschung. Er hatte dem gar nichts mehr hinzufügen wollen. Hatte es einfach hinnehmen, sich damit abfinden, sich nicht weiter damit befassen wollen. Warum hatte er das gesagt? Was bedeutete 'irgendwann'? Einen unbekannten Zeitpunkt in einer Zukunft, die er nicht geglaubt hatte zu haben? Hatte er sie also nun doch angenommen - einfach so? Konnte es wirklich so leicht sein? Nein, nein wohl kaum. Auch wenn der Frieden trügerisch wirkte, war es immer noch besser als das offene Gefecht, also - irgendwann? Nun schien es ein wenig zweitrangig, ob es wirklich dazu kam. Ob Kyle ihm eines Tages seine Geschichte erzählen würde, wenn er es wollte. Irgendwann war nun zu einem losen Versprechen des Weitermachens geworden. Keine Bindung, kein Schwur, nicht mehr als ein skurriler Gedanke, der ihm zugegeben auch Angst machte. Es war ein ungewolltes Versprechen mit sich selbst, von dem her war es auch einfach, dies zu brechen - wenn er sich nicht daran störte, wer dann? Cedric ließ den Gedanken los - er durfte dem nicht zu viel Zeit widmen, es ja nicht überbewerten. Also folgte er stattdessen Kyle's Blick gen Himmel, für einen Moment nur, betrachtete die blassen Sterne, die langsam zum Vorschein kamen, während der letzte goldene Streifen in der Ferne noch zu sehen war. Wie viel Zeit...? Ah. Er wusste es nicht, wusste es nicht. Viel. Wenig. Einerlei. Der Anblick des Universums, welches sie einhüllte, konnte Verschiedenes auslösen. Schönheit. Unbedeutsamkeit. Einzigartigkeit. Für Cedric? Nun, er sah und sah doch nicht, konnte nicht, wollte nicht, wollte auf keinen Fall zu sehr darüber grübeln, denn wir alle wussten, wie gefährlich Gedanken werden konnten, wie schnell sie sich wandelten, sich bewegten. Daher war es nur Recht, dass Kyle nochmal nachhakte, es war okay. So richtete er den Blick wieder zurück auf seinen Gesprächspartner, schwieg jedoch vorerst. Aber am Ende, nun, da spielte es doch keine Rolle ob er ihm davon erzählte oder nicht - also tat er es. Weil es sich bewährt hatte zu sprechen, auch wenn er auch das noch nicht verstand. Vielleicht musste er einfach akzeptieren, dass es wirklich nicht für alles einen Grund gab. "Ich verstehe davon nicht viel..." Wie von nichts, nichts, nichts, erst recht nicht mehr von sich selbst. Ah, wann nur hatte er das verloren? "Es waren insgesamt fünf Karten. Deine Karte stand für das Potenzial in der Situation oder so." Er sagte 'deine Karte' ganz einfach, weil er 'der Tod' einfach nicht mehr aussprechen konnte. Zumindest im Moment nicht. Es schlich sich sowieso noch bei jeder Gelegenheit in seine Gedanken. Warum er sich den Bezug dieses Blattes so gut hatte merken können, als wohl einzige Sache? Nun, sie hatten sich eingebrannt, seine eigenen Worte: 'Mein Potenzial zu sterben?!' Er hatte ihr das entgegen geschleudert, ungeahnt der Tatsache, wie viel bittere Wahrheit hinter dieser vorschnell getroffenen Aussage steckte. Cedric hatte den Blick nun doch nach vorne gerichtet, geradeaus, während er versuchte sich zurück zu erinnern. Aber Antoinette hatte so viel gesagt und es hatte verdammt weh getan, okay? Sich so unvorbereitet mit sich selbst auseinandersetzen zu müssen war brutal gewesen. Er hatte nicht alles behalten, weil er es in Wahrheit nicht einsehen hatte wollen. Aber auch Vergessen war kein Allheilmittel. Die Zeit heilt alle Wunden? Das er nicht lachte. Für ihn galt vielmehr das Gegenteil. Ah, was nur war es gewesen, was sie ihm geraten hatte? Vergebung. Nein, nein das gehörte nicht hierzu. "Sie meinte, ich dürfe keine voreiligen Schlüsse deswegen ziehen, etwas von Ende und Neuanfang, Vergangenes ruhen lassen, sowas..", versuchte er sich zu erinnern. Er presste die Lippen aufeinander, die Hände auf denen er sich abstützte verkrampften sich kurz erneut. Wirklich gelingen tat es ihm nun ja nicht. Das Ende von seinem Leben hatte sie ihm zwar ausgeredet, dennoch war er so knapp daran vorbei gewesen, dass-- nein. Auch der Rat mit der Vergangenheit war zwecklos - wenn er sie losließ, was hatte er dann noch? Wie sollte er das verstehen? Was wollte sie ihm damit sagen? Gott, warum machte er sich gerade doch ernsthafte Gedanken darum? Das war doch bescheuert. "Tut mir leid, ich bin wirklich nicht gut darin.", endete er und senkte den Kopf wieder. Da war es, ein verzogenes Grinsen, so fürchterlich falsch, dass er es auch gleich wieder sein ließ. Wen versuchte er denn damit zu täuschen? Vielleicht hatte er diesmal falsch gelegen, sich verschätzt wie so oft und mit der Erzählung in Wunden gestochert, die noch zu frisch waren. Was Kyle mit dieser rudimentären Info nun anfing? Was wusste er schon - von Tarot sicher nichts und vielleicht wollte er es auch gar nicht so genau wissen. Oder war auch das wieder nur Vermeidungsstrategie?

    [Cedric] & Kyle

    confused magical time auf einem Dach


    In Kyles Mimik zeichnete sich die Veränderung von Verwegenheit zu kurzen Schock bis hin zu einer gewissen Ruhe ab. Doch obwohl Cedric zu ihm nach unten sah, in sein Gesicht, sah er doch nicht wirklich hin, erkannte den Wandel nicht, weil er zu sehr damit beschäftigt war sich möglichst normal zu verhalten - was auch immer normal in einer derartigen Situation sein mochte. Es dauerte eine ganze Weile, bis Cedric sich ein wenig an die neue Situation gewöhnte. Er beruhigte sich, was ein wenig seltsam klingen mochte im Anbetracht der Tatsache, wie wenig der Punk eigentlich nur getan hatte - und doch gleichzeitig so viel. Sein Körper war noch immer angespannt, doch er kam damit klar - denn wirklich neu war auch das schlussendlich nicht. Die beschwichtigende Warnung hingegen half in keiner Weise, verschlimmerte jedoch auch nichts. Er nahm sie einfach nur hin, die Aussage, fragte sich was kommen mochte, warum der Kerl so geheimnisvoll tat. Kyle schien kurz abzuwarten und wieder wusste Cedric nicht, was sich im Kopf des Anderen abspielte. Ob es diesem selbst bewusst war? Dann jedoch hielt er ihm sein Handy unter die Nase. Er hatte ein Bild erwartet, einen Chatverlauf vielleicht und es dauerte bis er das las, was er wohl lesen sollte. Death XIII. Die römische Dreizehn mit den unheilvollen Buchstaben davor. Schon wieder. Und jetzt? Was sollte das denn heißen oder beweisen? Doch die Erklärung kam - wenn man es denn so nennen wollte. Tatsächlich glich es gerade eher einer Übersetzung der vorherigen Worte, die Kyle an ihn gerichtet hatte. Es schien, wie schon einmal vermutet, als bediene der Kerl sich einer ganz eigenen Sprache und beim Erzählen vergaß er nebenbei den ein oder anderen Punkt zu erwähnen, der für ihn selbst glasklar sein mochte, in Außenstehenden jedoch lediglich Verwirrung hervorrief. Ob gewollt oder ungewollt sei darüber hinaus einmal dahin gestellt. Es war wie so oft mit Kyle: Eine Sache erklärt und zehn neue Fragen standen Schlange. Ein kurzes Stirnrunzeln später versuchte Cedric die Puzzleteile ein wenig zusammen zu fügen, was, gelinde gesagt, keine leichte Aufgabe war. "Wieso nennst du dich so?", kam es schleppend über seine Lippen. Nein, Cedric verstand immer noch nicht ganz, was Kyle ihm eigentlich sagen wollte. Er hatte verstanden das der Punk sich aus unerfindlichen Gründen mit dem Tod - Gott, langsam wurden die Wiederholungen ein wenig zäh - identifizierte, doch warum verstand er nicht. Wer würde das schon wollen? Ob nun als Spooky Ghost oder als Death XIII - es waren am Ende nur Namen, nicht mehr. Cedric glaubte nun einmal nicht an Zufälle oder Vorhersehung. Wenn die Schicksalsgöttin ihre Finger im Spiel hatte, welchen Sinn hatte das eigene Leben dann noch? Eine Frage, die in seinem Falle noch einmal an Doppeldeutigkeit gewann, herzlichen Glückwunsch. Er verstand Kyle's Intention nach wie vor nicht, für ihn war es ein Rätsel wie man sich mit so etwas gleichsetzen konnte oder gar wollte. Ob noch etwas anderes dahinter steckte? Aber was genau zog der Punk dann gerade hier heraus? Mehr als er selbst, so viel stand fest. Gerade stellte sich wirklich die Frage, wer nun alles über interpretierte, nicht wahr? Oder war da tatsächlich etwas dran, an dieser merkwürdigen Theorie die der Andere nun aufstellte? Aber wie genau sollte diese überhaupt lauten...? Cedric sah nun außerordentlich gequält drein: weil er verstand und doch viel weniger verstand. Er konnte nicht glauben das Kyle der Tod war - was sollte das auch heißen? Was änderte das? Vielleicht lehnte er die These auch ganz einfach deswegen ab, weil er es nicht glauben wollte, weil er sich dann wirklich esoterischen Fragen stellen musste, sich an unsichtbaren Fäden entlang hangeln, sich ein wenig dem Rationalen entfernen - und würde das nicht noch viel mehr Unklarheiten aufwerfen? Es war bereits jetzt zu viel um eine Lösung zu finden, da konnte er noch mehr Unverständnis wirklich nicht gebrauchen. "Du bist doch nicht der Tod.", sagte er leise, mehr zu sich um sich selbst davon zu überzeugen, aber dennoch verunsichert. Zumindest noch etwas verstand er nun: Kyle's Neugierde zu Antoinette's Deutung - mit der er doch eben selbst gar nichts anzufangen wusste. Worauf er sich gar nicht erst hätte einlassen sollen. Eine Sache konnte jedoch auch er nicht von der Hand weisen: Kyle war eine Hilfe, eine Unterstützung für ihn - unbestreitbar - in Symbolik gesprochen, war es also schon ein merkwürdiger Zufall, aber irgendwie überstieg das Ganze dennoch seinen Horizont. Vielleicht mangelte es ihm auch einfach an Vorstellungsvermögen. Cedric musterte Kyle, als könnte er so eine neue Erkenntnis gewinnen. Das gleichnamige Tattoo auf dessen Brust blieb ihm jedoch verborgen. Im Endeffekt war er nicht schlauer als vorher und hatte darüber hinaus ganz vergessen, dem Kerl von Antoinette's Auslegung zu erzählen - aber wollte er das überhaupt?

    [Cedric] & Kyle

    Stressige magical time auf einem Dach



    Wann hatte ihr Gespräch - wenn man von dubiosen Andeutungen und kargen Erwiderungen denn überhaupt von einem solchen sprechen mochte - nur eine derartige Wendung vernommen? Manchmal war es schon seltsam zu sehen, wie es von einem zum anderen kam, oft so schnell, dass man den genauen Weg eines solchen Verlaufs gar nicht mehr so genau nachvollziehen konnte. Es war seltsam, mit Kyle, aber das war es von der ersten Minute an gewesen. Dennoch, obwohl ihm mittlerweile durchgesickert war, dass er diese merkwürdige Eigenart des Punks wohl einfach akzeptieren musste, musste er sich noch immer daran gewöhnen. Ob er es je könnte? Kyle hatte für alles seine Gründe - im Gegensatz zu ihm selbst, der wohl für nichts einen wirklich plausiblen Grund fand, denn Nichts war wahrlich von Bedeutung. Aber stimmte das? Und warum dann musste sich dieser Kerl dann immer so kompliziert, verwirrend, bizarr ausdrücken? Am Ende hatte er wohl einfach noch immer nichts verstanden.

    Cedric entgegnete nichts weiter auf die flaxe Entgegnung des Anderen. Hielt einfach nur stumm den Blick auf ihn gerichtet, beobachtete, wie er ein Handy aus der Tasche fischte und sich schließlich mit dem Rücken seitlich zu ihm hinsetzte. Schön. Da wurde ihm erneut der Rücken zugewandt. Zahlreiche Gründe - immerhin schien der Punk ja viele von ihnen zu haben - mochte es dafür geben. Von der Theorie, dass Kyle sich einfach erneut an ihn anlehnen wollte (das letzte Mal hatte Cedric selbst dies ja unbedacht und schnell unterbunden) bis hin dazu, dass er ihn ganz einfach nicht mehr sehen wollte. Also hatte Ced den Blick wieder abgewandt und nachdenklich nach vorne gerichtet. Was sich als einen Fehler herausstellte. "Wa-?", weiter kam er nicht. Cedric wurde urplötzlich aus seiner statischen, lethargischen Körperhaltung herausgerissen, als der Punk unvorbereitet seinen Arm umgriff und nach oben zog. Fast wäre Ced ganz einfach aufgesprungen, nach hinten gestolpert (und dabei vielleicht versehentlich vom Dach gefallen, wer konnte das schon sagen), doch soweit kam es nicht. Zu schnell war die Aktion von Kyle, der es sich kurzerhand mit den Kopf auf seinen Beinen bequem gemacht hatte. So schnell hatte Cedric die Handlung gar nicht verfolgen können. Sein Herz klopfte noch schnell, als hätte es gerade mit einem physischen Angriff gerechnet - was man schon fast so zählen lassen könnte. Das jedenfalls hatte er schlichtweg nicht erwartet. Und er wusste auch gar nicht, was er davon halten, wie er damit umgehen sollte. Ein selbstgefälliges, verwegenes Grinsen war es, was ihn nun von unten anblitzte. Und er selbst, Cedric? Kurz war da die Panik gewesen, die in seinen Augen aufflackerte. Zu viel Bewegung in zu kurzer Zeit bei zu viel Nähe. Wollte Kyle tatsächlich das Risiko eingehen, dass er sich erneut übergab? Nein... nein, das war gerade tatsächlich eher unwahrscheinlich. Dennoch war ihm die plötzliche Nähe zuwider. Es war anders als das vorsichtige, sanfte Anlehnen von vorhin, nun eine überrumpelnde, forcierende Tat, derer er sich nicht wehren konnte. Sein Körper spannte sich ganz instinktiv an und der Punk konnte wohl froh sein, dass er ihm nicht sofort sein neu erwähltes Kissen unter dem Kopf wegzog. Dafür war der Junge einfach zu versteinert. Es dauerte eine Weile, ehe die Information 'Das ist Kyle, kein Monster' verarbeitet wurde. 'Bist du dir auch ganz sicher?' Cedric schluckte, sah auf das grinsende Gesicht unter ihm herab, die Arme hatte er mittlerweile nach hinten gebracht, um sich mit den Händen abstützen zu können. Oh, er war neugierig, was Kyle mit dem Handy nun bezwecken wollte, aber ganz ehrlich? Neugierde war gerade nur ein winzig kleiner Teil dessen, was sich sonst in ihm abspielte. Dabei war er mit Sicherheit ein offenes Buch. In seinem Gesicht zeichnete sich Argwohn ab, Unbehagen, eine Bedrängnis vielleicht. Aber er sagte nichts dagegen, sagte gar nichts weiter, hörte einfach nur hin und entschloss sich dazu, Kyle einfach machen zu lassen. Etwas anderes blieb ihm auch gar nicht übrig, denn sich zwingen zu entspannen hatte noch nie gut funktioniert. Die Hände hinter seinem Rücken hatten die Finger zum Teil zu einer verkrampften Haltung aufgestellt, doch er kam zumindest der Bitte des Anderen nach und ließ die Beine, ein wenig steif aber immerhin, sinken, damit der werte Herr es bequemer hatte. Das musste Antwort genug für den Moment sein. Um Himmel's Willen Kyle, weißt du was du tust?

    [Cedric] & Kyle

    Magical Time auf einem Dach


    Schweigen legte sich über das Dach. Nicht zum ersten Mal, nein, doch nichtsdestotrotz anders als die Male zuvor. Immerhin - nun war auch der gesprächige Teil dieser Zweisamkeit still geworden. Ein Fakt, der auf das stete ungute Gefühl in Cedric noch einen drauf setzte. Es war die wackelige Balance, die nun drohte zu kippen und er hatte keine Ahnung weshalb, geschweige denn wie er es aufhalten konnte. Was auch immer 'es' genau war - da ging es ja schonmal los. Am Ende war auch das wieder nur eine Sache in seinem Kopf? Eine Waage halten, etwas ausrichten, er? Mit welchen Mitteln denn? Letztlich ging es ja doch nur um ihn selbst und den feinen, seidenen Faden, der sein Leben noch darstellte und der doch drohte jeden Moment zu zerreißen. Ebenso umgarnte ihn die Furcht um die Frage, was passieren könnte. Die Antworten, die er nicht hatte, die Dinge, die er nicht verstand. Die Zukunft als große Unbekannte im Kleinen wie im Großen. Jede Aktion schlug weite Wellen, ohne das wir uns darüber im Klaren wären. War auch das hier nichts anderes? Er wollte es nicht wissen, wollte sich dieses Fünklein Frieden bewahren, diese schaukelige Waagrechte, die zwar seit jenem Moment mal sachte mal stärker in die eine oder andere Richtung wog, sich jedoch wacker in der Geraden hielt. Das war alles, was im Augenblick zählte. Er fürchtete sich vor der Sekunde, in der die psychische Wippe ihr Gleichgewicht verlor, fürchtete sich vor dem was in Kyle vorging, seiner Reaktion, fürchtete sich jedoch vor allem vor der unmittelbaren Zukunft, die er nicht aufhalten konnte. Er schluckte. Das Gefühl von Unvermögen kroch ihm erneut durch Mark und Bein. 'Ich kann nicht. Ich schaffe das nicht.' Das liebe Mantra der eigenen Zerstörung, welches bei jedem Versuch es leiser zu drehen, umso lauter schallte. Cedric wollte den Kopf in den Sand stecken - wer würde es ihm auch verdenken? - selbst die Anwesenheit seines vermeintlichen Lebensretters vergaß er mit einem Mal. Daher zuckte Ced auch kurz zusammen, als er plötzlich seinen Namen hörte. Laut und klar neben sich, kein Widerhall aus ihm heraus. Er hatte den Kopf tatsächlich zwischen seine Hände (die wohl als metaphorischen Sand dienten) gesteckt, ohne sich der Handlung bewusst gewesen zu sein. Nun ließ er sie wieder sinken, die Ellenbogen blieben bei den Knien, während er die Arme einfach fallen ließ. Mit einem verwirrten Gesichtsausdruck, in dem die Abwesenheit noch förmlich geschrieben stand, drehte er den Kopf zu Kyle, der ihn wohl... gerade gesucht hatte? Nun jedoch kam ein erheiterte Laut über die Lippen des anderen. Was er da tat? Was war das für eine Frage? Sähe er aus, als hätte er eine Antwort darauf? "Ich weiß nicht?", entgegnete er daher, nach wie vor selbstvergessen. Cedric konnte nicht einmal genau sagen, worauf der Punk denn anspielte. Ihm fiel auf, dass 'Ich weiß nicht' neben 'Tut mir leid' vermutlich zu seinen häufigsten Aussagen der letzten Stunde(n) gehört hatten. Uff. Aber Kyle stand nicht auf und ging, noch beschimpfte er den armen Tropf auf seiner rechten Seite. Warum er das tun sollte? Nun, warum tat überhaupt irgendwer was er tat? Was brauchte es schon für einen Grund? Und selbst wenn, hatte Cedric ihm nicht bereits genug Gründe gegeben, ihn hinter sich zu lassen? Wieso Kyle noch hier war, war also durchaus eine berechtigte Frage. Darüber hinaus schien die kurze Abwesenheit des Anderen sich wieder gelegt zu haben. Was ging nur in ihm vor? Doch er schien noch auf etwas zu warten, was in Cedric die Frage zurück brachte, die er zwar vernommen, aber übergangen hatte. "Wieso... fragst du?", kam es nur schwer über seine Lippen. Eine Gegenfrage, natürlich, war dies nicht allzu passend? Fügte sich das nicht sehr in sein Verhaltensmuster ein? Ah, ja, Cedric war wirklich nicht gut darin, Dinge über sich selbst Preis zu geben. So viel wie bisher ohne Argwohn war eher Anomalie als Norm. Obwohl man auch zugeben musste, dass er in dieser Situation mit Kyle wahrlich nichts mehr zu verlieren hatte, was jene fast schon Freimütigkeit gut erklären konnte. Bei der aktuellen Frage hingegen, nun, da musste er zugeben, dass er über die Antwort die sich der Andere ersehnte eigentlich gar nicht mehr so genau nachdenken wollte. Genauso wenig konnte er es nun jedoch vermeiden, dass die Erinnerung zu ihm zurück kehrte. Wenngleich sich dennoch die Frage stellte, warum der Punk ihn überhaupt danach fragte, inwieweit war das überhaupt wichtig? 'Wichtig? Was soll denn für dich noch wichtig sein?' Ahja, auch dieser Zweifel war berechtigt. Alles in Allem, war es doch nur ein großes, übles Durcheinander und es fiel ihm schwer, sich hier durch zu kämpfen. Aber wenn Kyle für den Moment so ganz und gar versunken gewesen war, nun nachfragte, bedeutete das dann doch, dass es wichtig war? Für wen? Wieso? Könnte er es wiederholen? Also, was genau hatte Antoinette ihm noch gleich erzählt...?

    [Cedric] & Kyle

    Magical Time auf einem Dach


    Warum? Seine Lieblingsfrage, womöglich. Warum hatte er so freimütig erzählt? Warum so leichtfertig gesprochen? Es war Bitterkeit die ihn erdrückte, er schmeckte sie auf seiner Zunge, fühlte sie in seinen Venen. Zusammen mit der inneren Stimme, die ihn so hämisch aufzog. 'Weil du ein Narr bist Ceddy, darum. Schon vergessen? Du wirst immer der bleiben, der du bist.' Worte, die er zuvor erst gehört hatte. Wie lange war es nun schon her? Zehn Minuten? Eine Stunde, zwei? Er hatte keine Ahnung, kein Gefühl, es nie besessen. 'Dann frage ich mich, warum ich überhaupt noch hier bin.' Eine Frage, die nicht neu war, die er sich schon oftmals gestellt hatte, in einer anderen Verkleidung vielleicht. Heute, ja, da hatte sie sich direkter und unnachgiebiger gezeigt als je zuvor. Wem wäre das zu verdenken? Wen wunderte es, dass sie schlussendlich doch noch laut und hörbar in der Welt tanzte? Diese Frage, auf die er doch keine Antwort wusste. Doch was wusste er überhaupt noch?

    Er wusste zum Beispiel nicht was in Kyle vorging. Das lang gezogene, fast schon euphorisierte 'Oooooh' gefolgt von dem bestürzten 'Sie... was?', welches mit einer hauchdünnen, kaum hörbaren Note eines 'What the fuck' abgerundet wurde, drangen kaum zu ihm durch. Der Wandel, der sich in der Stimmung des Anderen so derart offensichtlich zeigte, blieb ihm verborgen, blind wie er war. Cedric bemerkte es nicht, weil er nicht hinsah, weil er nicht verstand - doch zumindest Letzteres hatte der Punk auch beabsichtigt, war dem nicht so? Von außen betrachtet mochte es seltsam aussehen. Zwei Männer, so direkt beieinander und doch könnten sie sich in jenem Moment nicht ferner sein, beide jeweils gefangen in ihren ganz eigenen Gedanken. Da war nur diese eine Sache, die fehlte, die ein Teil von ihm fast schon erwartet hatte, die nun ausblieb, die ihn vielleicht nicht stutzig machte, ihn dennoch soweit brachte, einen kurzen Gedanken darüber zu verlieren. Kyle hatte ihn nicht mit einer Avocado beworfen. Sicher, Cedric hatte ihn zuvor auch, sagen wir, gebeten dies zu unterlassen, doch er bezweifelte das seine Abneigung von Lebensmitteln beschmissen zu werden, den Punk im Fall der Fälle davon abgehalten hätte. Ebenso wenig wie die Tatsache, dass womöglich einfach der Rucksack nun ein Stück zu weit weg lag - wenngleich dies der wahrscheinlichere Grund sein könnte. Aber darum ging es nicht. Es war auch nicht das Gefühl, dass etwas nicht stimmte - das besaß er, war wohl eher als den Normalzustand anzusehen und er müsste sich eher wundern, wenn es anders herum der Fall gewesen wäre. Wenngleich auch die Benennung darüber, was nun richtig oder falsch sei oder sich so anfühlte, stets der subjektiven Wahrnehmung unterlag. Vielleicht lag es also einfach nur am Durchbrechen des Musters - er sagte etwas Dummes oder Nichts und wurde dafür zur Strafe bombardiert - welches ihn einen fast schon vorsichtigen Blick auf sein schräges (in vielerlei Hinsicht) Gegenüber werfen ließ. "Kyle...?" Dieser sah nicht her, sah gen Boden. Ob er ihn gehört hatte? Vermutlich nicht, so brüchig wie Cedric's eigene Stimme geklungen hatte. Ein Hauch, wie jener den der Punk nun von sich gab. 'You gotta be fucking kidding me' Die Worte galten nicht ihm, so viel war sicher. Doch wem dann? Was ging in ihm vor? Was hatte er nun schon wieder angerichtet, ausgelöst durch seine unbedachte Wortwahl? Wann konnte er endlich mal wieder etwas richtig machen? Warum musste nur alles immer so schwierig sein? Ced hatte wirklich keine Ahnung was gerade vor sich ging, nur die Schuldzuweisung, die stand für ihn fest. Aber daran hatte er sich längst gewöhnt - das zumindest wollte er sich einreden, denn nur so konnte er gerade weitermachen. Später würde es ihn vielleicht wundern, vielleicht nicht, dass er in diesem Augenblick so viel Aufmerksamkeit auf jemand richtete, der nicht er selbst war. Das mochte egoistisch klingen, doch es war kein Umstand, deren er sich bewusst war. Seine Gedanken kreisten ja nicht um ihn, weil er es wollte, sondern weil sie ihn immer weiter in ein schwarzes Loch drängen wollten. Gerade jedoch wurde er erneut abgelenkt, nun weder durch Essen noch Verwirrungen, sondern durch ein ganz neues Verhalten, welches ihm wohl nur allzu vertraut sein dürfte, wenngleich ihm das ebenso wenig gewahr wurde. Kyle hatte die Arme nach vorne gezogen, sein Gesicht in den Händen vergraben und sagte seit dem letzten Wispern nichts mehr. Nichts. Es könnte ein Spiegel sein, der ihm vorgehalten wurde, doch Cedric sah diesen nicht. Sah nur die Misere, die er erneut verzapft hatte. 'Der Einzige, der noch bereit war deinem armseligen Selbst zu helfen und nun das. Gut gemacht.' Cedric presste die Lippen aufeinander. Es schnürte ihm die Kehle zu. Das erneute Gefühl von Versagen kroch langsam in ihm hoch, brachte sein Herz dazu schneller zu schlagen. Was könnte er tun? 'Was tun um es noch schlimmer zu machen?' Nein, eher: Was könnte ausgerechnet er denn jetzt noch tun? Worte, ja, sicher, Worte, die er nicht hatte. Worte mit denen er am Ende doch nur ins Verderben stürzen konnte. Natürlich, er könnte es dem Punk gleichtun, nach dem Rucksack greifen, sich an Zitronen oder Avocado bedienen - aber wen wollen wir hier überhaupt überzeugen? Dass das - zumindest im Moment - außer Frage stand, war klar. Er schluckte. Einen kühlen Kopf bewahren, nun, das war schwierig, wenn dieser - nach wie vor - fröhlich vor sich hin loderte. So schnell änderten sich die Dinge nun einmal nicht. Nicht einfach, doch in Anbetracht der Dinge das Einfachste - und naheliegenste - wäre einfach nichts zu tun. Darin war er immerhin ganz gut, oder nicht? Schweigen, ein wenig vor sich hin leiden. Warten, bis Kyle schließlich die Schnauze voll von ihm hatte und ging, ihn alleine zurück ließ. Das war okay. Damit musste er leben, leben lernen vielleicht, nun, da er - ihr wisst schon. Es war okay. 'Nichts war okay.' Ah, ja. Da gab es nur diese eine, kleine Sache, die dem wahrscheinlichen Verhalten ein Gegengewicht auf die Waage legte. Furcht. Cedric hatte Angst, eine Heidenangst sogar, wieder in der Schwärze zu ertrinken, nachdem gerade zumindest jemand versuchte ihn über Wasser zu halten. Mehr war es nicht, nie gewesen, ein aushalten, ein Versuch Luft zu bekommen. Und: er wollte nicht zurück gelassen werden. Richtig: er wollte. Wenn die Zeit für ihn schon weiter lief, dann war dies sein erstes, bitteres Verlangen. Er hatte Angst vor dem allein sein, was unsinnig klingen mochte, wenn man sein Verhalten betrachtete. Doch wie oft agierten die Menschen ohne eigene Logik? Es war diese Furcht, die ihn weiter lähmen mochte, doch gleichzeitig war sie es, die ihn zur sachten Aktion animierte. Denn wenn er dem Feind der Angst nachgab, würde jene gefürchtete Zukunft wohl eintreten. Das Risiko zumindest war da, präsent. Gegenwärtiger als das Risiko der Zurückweisung, die so oder so kommen konnte. Cedric hatte die verschränkten Hände voneinander gelöst, sie kurz auf dem Boden gestützt um sich in einer kleinen, kurzen Bewegung wieder direkt neben den Punk zu setzen. Ganz ähnlich hatte dieser es zuvor getan. Es war alles was er zustande brachte, alles was er gerade an Kraft aufwenden konnte und es musste reichen. Hoffentlich. Er lehnte sich jedoch nicht gegen den Körper des Anderen, wagte es nicht, traute sich nicht. Als wäre da eine innere Barriere, die ihn noch immer daran hinderte, auf andere zuzugehen. Ah, es war auch schwierig, oder? Eine Entschuldigung wäre vielleicht angebracht, aber eigentlich, wenn er ehrlich war, da konnte er keinen Grund finden. Es war die bittere Wahrheit, die er schlichtweg nicht negieren konnte. Und wer vermochte schon zu sagen was wirklich in dem Tropf dort neben ihm vorging?

    [Cedric] & Kyle

    Magical Time auf einem Dach


    'Was meinst du damit?' Ob Kyle ihm seine eigenen Worte absichtlich mit derselben Formulierung zurück gab? Es wirkte nicht so, ganz und gar nicht. Doch sowieso hatte Cedric diesen Zufall gar nicht bemerkt, wenngleich er ulkig war, wenn man so darüber nachdachte. Obwohl sie so unterschiedlich waren, ähnelten sie sich ebenso, auch wenn er dies gerade nicht sehen konnte. Aber es war auch nicht weiter wichtig, was uns zu der Frage zurückführt, was in dieser Geschichte überhaupt noch wichtig sei.

    Es war wohl kaum ein Wunder, dass Kyle bei ihm nachhakte, immerhin war auch Cedric kein Freund großer Ausführungen, gerade noch weniger als sonst schon. Ced haderte mit sich, wirklich. Er wollte nicht darüber sprechen, nicht über sich, nicht über diese befremdliche Begegnung, die ihm einen derart brutalen Spiegel vorgehalten hatte. Da änderte auch die Neugier des Punks, die förmlich aus ihm hervorzuquellen schien, nichts daran. Das Problem war nur: Dachte er nicht daran zurück, dachte er an etwas anderes, so war das mit Gedanken, die sich blitzschnell von einem Punkt zum nächsten hangeln konnten. Sprach er nicht davon, sprach er ganz einfach gar nicht. Wie in einem zügigen Wandel von Ebbe und Flut, stand ihm das Wasser manchmal bis zum Halse und manchmal konnte er zumindest halbwegs normal atmen. Erst da fiel ihm auf, wie sehr Kyle's Verwirrungen ihn tatsächlich abgelenkt hatten und obwohl sie ihn irgendwo durchaus in den Wahnsinn trieben, war es eine ganz andere, im Verhältnis doch sehr positive Art des Wahnsinns gewesen. Diese Eigenart schien dem Anderen auch durchaus bewusst zu sein, was er mit einem Lachen und einer lockeren Erwiderung kund gab. 'Ceddy, das ist ja herzallerliebst.', spöttelte seine innere Stimme. Ah, er mochte den Spitznamen wirklich nicht. Dafür gab es keinen Grund. Es fühlte sich nur irgendwie seltsam an, bisher hatte ihn nur seine Familie so genannt und da war es irgendwie.... schon okay gewesen. Alles was darüber hinaus ging, war zu viel, aber so breit wie der Punk gerade grinste, bekam er den Hinweis nicht über die Lippen. Ach, nun, so wichtig war es auch wieder nicht. Cedric registrierte am Rande, dass er noch immer nicht zu einer Erwiderung angesetzt hatte. Die Neugier des Punks war noch immer zu spüren. Welche Angst war nun die Stärkere, jene, die ihn in eine grausame Erzählung zurück beförderte oder jene, in denen unter dem Mantel des Schweigens Geflüster laut wurde? Wähle das Monster das du kennst, wäre wohl ein gut gemeinter Ratschlag, doch in Wahrheit kannte er die meisten längst. Leider nichts, was es einfacher machte. Cedric stellte das zweite Bein wieder auf und presste kurz die Lippen aufeinander, ehe er versuchte auf die Frage von Kyle eine Antwort zu finden. "Ich weiß zwar auch noch immer nicht, was du gemeint hast, aber." Wollte er es überhaupt so genau wissen? "Letztens." Letztens, vor Kurzem, vor langer Zeit - etwas davon jedenfalls. Wer wollte das schon so genau nehmen? "Da hat mir jemand, naja, Karten gelegt." Er zog kurz die Schultern nach oben. Nun hatte er es tatsächlich so ausgesprochen, dabei hatte Cedric nun wirklich nichts für Esoterik über - und wollte daher nicht damit in Verbindung gebracht werden. Allerdings wusste Kyle auch, dass er die Theorie in Betracht gezogen hatte, sie seien beide bereits tot, also gab es in der Hinsicht ja wirklich nicht mehr allzu viel zu verlieren. Für ihn sowieso nicht, denn wer alles aufgegeben hatte, wer konnte da noch etwas verlieren? Ah, er wollte sich eigentlich wirklich nicht den Wortlaut von Antoinette zurück ins Gedächtnis rufen. Die meisten Karten hatte er sowieso vergessen. Nur Tod und Turm, nun, die hatten eine sehr einschlägige Wirkung hinterlassen. Cedric fuhr sich unruhig, ungehalten gar, durch die Haare. "Sie fand den Tod übrigens genauso hilfreich wie du, obwohl ich mich dann schon frage, warum ich noch hier bin." Zu früh. Es hätte ein Witz sein können. Galgenhumor. Aber die Worte waren viel zu schnell und damit einhergehend von zu viel bitterer Ehrlichkeit getränkt gewesen, als das er sich oder Kyle dahingehend etwas vormachen könnte. Bitter, ja, so schmeckte der Frust und frustrierend, gleichwohl, war es, wenn sich das Schicksal womöglich deutlich zeigte, er es jedoch ganz einfach nicht verstand. Nichts davon. Es war ihm ein Rätsel woher die Unruhe in ihm so plötzlich kam, nachdem er zuvor erst eine merkwürdig seltene Ausgeglichenheit vernommen hatte. Aber wie bereits erwähnt, die Waage war ein wenig schief, nicht wahr? Doch eine Eichung vornehmen bei einem Menschen war ein weitaus schwierigeres Unterfangen, als bei einem einfachen Gegenstand. Cedric hatte die Hände vor den Beinen nun ineinander verschränkt und strich sich abwechselnd über die Daumen, als könnte sein Körper so die entstandene Unrast wieder loswerden. Er hatte Kyle's Worte gerade total verdreht, wenngleich ihm das bisher noch nicht aufgefallen war. Immerhin hatte der Punk nicht gesagt, der Tod könne ihm helfen, sondern er könne ihm mit dem Tod helfen - was die Aussage von außen betrachtet nicht wirklich besser machte, aber das hatten wir ja bereits geklärt. Kurz überlegte er dem noch etwas hinzuzufügen, die Anspannung raus zu nehmen, doch da gab es nichts, keine Worte. Womöglich hatte er schon zu viel gesagt - auf jeden Fall mehr als die üblichen drei Worte, wie ihm erneut bewusst wurde. Und wieder war nichts wirklich Gutes dabei raus gekommen. Wann lernte er es endlich?

    [Cedric] & Kyle

    auf einem Dach


    Bizarr. Ja. Wenn er so darüber nachdachte, waren die Gespräche mit Kyle schon immer ein wenig bizarr verlaufen. Ob nun per Chat, auf dem Spielplatz oder gerade jetzt, auf dem Dach eines unfertigen Baustellengebäudes. Es war seltsam. Vermutlich, ja, da war es das schon die ganze Zeit über und Cedric hatte es einfach nicht wahrgenommen. Oder fürwahr bemerkt, sich jedoch nicht weiter darum gekümmert. Immerhin hatte er die meisten skurrilen Äußerungen des Anderen einfach übergangen. Und nun? Nun war vielleicht einfach das Fass der Absurdität übervoll gelaufen. Kyle hatte sich schließlich ja auch alle Mühe gegeben, ihn ein wenig aus seinen errichteten Mauern zu zerren, nicht wahr? Cedric hatte keine Ahnung was in dem Punk vorging. Er könnte es womöglich ein wenig erahnen, ein wenig an der Oberfläche kratzen, wenn er ihm eine größere Aufmerksamkeit zugestanden hätte. Aber das hatte er nicht. Egozentrisch war er auf sich selbst fokussiert gewesen - war es noch immer - doch wer sich gerade das Bein gebrochen hatte, von dem verlangte man auch nicht, zuerst an die Mitmenschen zu denken, oder? Gegen das Inferno in seinem Kopf war auch er nur mit einem Kübel Wasser bewaffnet. Was also ließ sich da am Ende noch ausrichten? Und wer wollte es ihm da Übel nehmen, wenn Flammen und Rauch seinen Blick nach außen trübten? Gebrochen ja, das war ein treffender Ausdruck. Angemessen für sie beide. Als Kyle's Blick in die Ferne glitt, sickerte die wiederholte Gewissheit durch Cedric, dass sein - wie auch immer man es nennen wollte: Chatkumpel? Lebensretter? Freund? - ebenso an einer Dachkante gestanden hatte, irgendwann, zu irgendeinem Zeitpunkt seines Lebens. Mehr als einmal. Obwohl er es möglicherweise bis zu einem gewissen Grad verstehen konnte, musste er sich eingestehen, dass er nichts, aber auch wirklich rein gar nichts über diesen Typen wusste. Aber vielleicht, nun, war das auch gar nicht weiter wichtig, sondern... okay. Ein Fremder, ein Unbekannter, nein, das traf nun auch nicht mehr zu. So flatterhaft, labil und zerbrechlich die Balance in seinem Inneren schaukelte, dämmerte es ihm langsam, dass er tatsächlich froh - oder etwas, was diesem Ausdruck am nächsten kam - war, dass er jetzt, hier, nach allem, nicht alleine hier saß. Dass nach all den Beziehungen, die er doch so sorgfältig gekappt hatte um niemanden zu verletzten - so die Theorie - sich nun dennoch eine neue aufdrängte, ihn auffing. Nichts was er gewollt, nichts dass er beabsichtigt hatte, doch ebenso nichts, dass sich diesbezüglich aufhalten ließ. Wenn er dafür mit den dubiosen Andeutungen und den verwirrenden Aussagen des Anderen ausharren musste, hatte er wohl nur wenig Wahl. Eine merkwürdige Akzeptanz darüber war es, die sich dahingehend in ihm ausbreitete. Möglicherweise auch der unausgesprochene Fakt, dass man in einige Dinge besser nicht zu tief hinein stocherte - er selbst wollte es immerhin ebenso wenig. Wie die Kruste einer Wunde, die man immer wieder aufkratzte und die daher jedes Mal aufs Neue zu bluten begann. Also zuckte Cedric nur kurz mit den Schultern, als Kyle ihn fragte warum er ausgerechnet hier von allen Dingen hatte nachfragen müssen, obwohl diese ebenso wenig einen Sinn ergaben, wie alles andere auch. Er hielt sein aufgestelltes Bein noch mit beiden Armen umfasst, als er die ebenso unlogische Erklärung annahm - ebenso annahm, dass es wohl einfach die Art des Punks war. Als würde er eine Sprache sprechen, die keiner außer ihm selbst verstand und wie konnte Cedric da, von allen Sachen, kein Verständnis für aufbringen? Also blieb er stumm ebenso wie reglos, als zu aller Überraschung tatsächlich noch eine Ergänzung zur nichtssagenden Erklärung nachkam. Kurz weiteten sich seine Augen, während die sonst höhnische, niederschmetternde Stimme in seinem Inneren einen kleinen bis großen Lachanfall bekam. Ja, wäre sie eine Gestalt würde sie sich wohl auf dem Boden kringeln, während Cedric der Ironie die ihm hier vorgehalten wurde, nur mit einem mehrfachen Blinzeln entgegen kam. Es war wohl eine ganz ähnliche, wenn auch vertauschte Situation gewesen, als Kyle damals bei ihrem ersten Treffen die Welt nicht mehr verstanden hatte. Wie hatte er an einem Tag derart verletzt und am nächsten heil sein können? Das er es gar nicht gewesen war, sondern sein Zwilling ja, wer hätte eine solche Antwort als Außenstehender auch vermutet? Vielleicht hatte diese Auflösung ein komparables Gefühl hervor gerufen, wie nun jetzt, als der Punk seine verworrenen Aussagen mit der Erklärung einer verdammten Spielkarte aufdeckte. Einer Sache, die ihn bisher nur peripher interessiert hatte, bis ein gewisses Persönchen ihm damit die ein oder andere metaphorische Ohrfeige verpasst hatte. Wie hoch war auch die Wahrscheinlichkeit? Wohl ebenso hoch, wie die, dass er noch lebte. "Nicht du auch noch...", war wohl die plausibelste Erwiderung die er in dieser Situation geben konnte, wenngleich er sie nicht absichtlich laut stellen wollte. Ein wenig unheimlich war es allemal, der? Der Tod, ja, etwas dass er auf keinen Fall missverstehen durfte, bei dem - wie hatte Kyle es formuliert? - ihm geholfen werden konnte. Vielleicht hätte er es, wie von dem Punk empfohlen, einfach ignorieren und als seltsame Eigenschaft des Anderen abtun können. Wäre es nicht schon das zweite Mal in kürzester Zeit, dass ihm jemand so kam. Cedric rieb sich kurz mit einer Hand an der Stirn, ehe er in seine vorherige Position zurück kehrte. Ihm fiel ein, dass es sich dabei um denselben Typen handelte, der ihn auf seine doch fast schon verjährte Verwundung im Bein angesprochen hatte, obwohl er unmöglich davon wissen konnte. "Manchmal da...", begann er leise, den Blick wieder abgewandt. Weiß ich wirklich nicht, wer du eigentlich bist. Er sprach ihn nicht aus, diesen Gedanken. Einfach, weil er im selben Atemzug das Gefühl hatte, dass er nicht nur verletzend, sondern auch gar keine Relevanz hatte. War es wirklich wichtig, wer hinter einer Person steckte, welche Geheimnisse sie verbarg, wenn alles was für ihn zählte, dass war, was er vor sich sah? Die Unterstützung, nach der er zwar nie gefragt, die er aber so verzweifelt angenommen, sie so nötig gehabt hatte? "Verwirrst du mich.", schloss er langsam, nicht minder wahre Worte. Er sah wieder auf, hatte wieder dieses schiefe Lächeln im Gesicht, nur dass es nicht mehr ganz so verquer war, wie noch zuvor. Wer ganz genau hinsah, der mochte vielleicht so etwas wie Freundlichkeit, Sympathie, Zuneigung in den entferntesten Ecken der Mundwinkel erkennen. Oder war es am Ende doch nur Einbildung? Was real war und was nicht, diese Frage stand immerhin stets zur Debatte, war dem nicht so? Kurz überlegte er noch, sich erneut so hinzusetzen, dass Kyle sich wieder an ihn anlehnen konnte, doch er tat es nicht. Wie so oft war der Widerstand größer als der Wille, der doch kaum gefestigt war. Ob es sich nun um den relativiert großen Kraftaufwand für die Bewegung handelte oder um die Angst vor Zurückweisung oder um die stete Lethargie, die ihn nach wie vor umklammert hielt, blieb als Frage offen. Am Ende war es wie mit allen Dingen in allerlei Belangen eine große zusammengeführte Mischung aus ebenso allem - und eine solche war es immerhin auch gewesen, die ihn überhaupt hier nach oben geführt hatte, nicht wahr?

    [Cedric] & Kyle

    auf einem Dach


    Warum er sich entschuldigte? Oh, da fielen ihm so einige Dinge ein. Nicht zuletzt, dass er wohl auch Kyle ein wenig das Leben schwer machte, obwohl dieser es gar nicht so schlimm zu nehmen schien. Ansonsten würde er die Entschuldigung nicht abwinken, oder? Oder... nicht? Dennoch lichteten sich die Wogen der Unsicherheit zumindest für den Moment ein klein wenig. Vielleicht tat auch die Nähe des Anderen, ja, zu überhaupt einer Person ihr Übriges. Wann war er das letzte Mal jemanden nah gewesen? Sicher, Antoinette hatte ihn in eine Umarmung gezogen, aber er hatte die Geste innerlich abgestoßen und nicht annehmen können. Demnach musste es Noita gewesen sein, die er in seine Arme genommen hatte. Ah, der Gedanke schmerzte. Was tat sie, was machte sie? Er fragte sich unweigerlich, ob sie ihn bereits vergessen hatte. 'Hoffst du das wirklich?' Sein Herz verkrampfte sich. Jetzt an sie zu denken glich einem Spiel mit dem Feuer am Rande eines Abgrundes. Nur eine falsche Bewegung, ein falscher Gedanke und er würde brennend die Klippen herabstürzen, ungewiss, welchen Ausweg es aus dieser Tiefe gab. Es war wohl also sein Glück, dass Kyle in jenem Augenblick seine Gedanken gelesen hatte. Es war ein wenig unheimlich, wie sehr der Punk ihn offenbar durchschauen konnte. Hatte er also doch zu viel gesagt, sich dadurch verraten? Die Hypothese klang aus seinem Mund wahrlich lächerlich, was dazu führte, dass Cedrics Gesicht wieder ein wenig Farbe bekam. Nicht viel, aber es war ein Anfang, oder? Nicht, dass er es selbst bemerkte. Er fühlte sich, zugegeben, ertappt, was einen Hauch trotziger Verlegenheit zu ihm zurück brachte. "So meinte ich das nicht...", nuschelte er kaum hörbar, auch wenn er es in Wahrheit tatsächlich irgendwie so gemeint hatte. Sich nun jedoch Kyle mit seinen hellen Augen und den weißen Haaren als seinen persönlichen Schutzengel - Schutzgeist? - vorzustellen, schlug an Absurdität das erste Treffen bei Weitem. Abgesehen von diesem Aspekt - welchen wir nun wirklich nicht genauer ausführen wollen - war die These, dass sie sich zwischen den Welten befanden, doch gar nicht so abwegig, oder? Wer konnte sich schon ausmalen was danach kam? Er wusste es nicht. Er war nie gestorben. Am Ende blieb nur die übrige Zeit, die weiter ihre Runden drehte und die Tatsache, dass er diesen Fakt akzeptieren musste. Ein bisschen bizarr war ja gewollt? Er hinterfragte besser das Warum hinter dieser Aussage nicht. Ein wenig stutzig wurde er dennoch, doch noch nicht so sehr, als das er die Energie zur Nachfrage aufwenden würde. "Okay.", murmelte er daher nur, obwohl er sich dachte, er konnte die Ansage, die Kyle ihm zuvor gemacht hatte, ohne weitere Bedenken zurückgeben. 'Ich hab' schon wieder absolut keine Ahnung was du eigentlich von mir willst.' Der Punk war aber noch gar nicht fertig. Ob es sich um Verwirrung oder einfach nur Nachdenklichkeit handelte, welche sich hier auf Cedrics Gesicht ausbreitete sei dahin gestellt. War es Absicht, dass Kyle den Tod gar so betonte? 'Der Tod steht für das Ende von etwas.' Wer hatte das noch gleich zu ihm gesagt? Es dauerte einen kurzen Augenblick, ehe er die Worte der blauhaarigen Esoterikerin zuordnen konnte. 'Das ist eine gute Karte. Sie steht für dein Potenzial!' - 'Was für ein Potenzial denn? Mein Potenzial zu sterben?' Die Kälte kroch in ihm hoch, was sicher nicht nur der schwindenden Sonne geschuldet war. Sie hatte in ihren tollen Karten wohl kaum vorher gesehen, wie wörtlich er seine eigenen Worte nehmen würde. Nun, er selbst ja ebenso wenig, doch vielleicht hatte sich da bereits ein verzweifeltes Verlangen manifestiert. Er verstand nun nur nicht, wie er jetzt darauf kam. Vielleicht lag etwas in den Worten von Kyle, die ihn aufhorchen ließen, obwohl diese ihm geradezu eine Gänsehaut verpasst hatten. Das schien dieser wohl auch bemerkt zu haben, denn er nahm die Worte sofort zurück. Doch wie Cedric sich bereits selbst eingestehen musste, ging das nicht so einfach. Es war nicht fair das 'Vergiss es' nun einfach zu übergehen, aber was war schon fair im Leben, in dem er sich unfairerweise ja noch befand? Cedric schluckte, bewegte sich dann so von Kyle weg, dass dieser sich nicht mehr an ihn anlehnen konnte. Er bereute seine, für seine derzeitigen Verhältnisse überhastete, Bewegung sofort. Die Nähe hatte ihm tatsächlich ein unbekanntes Gefühl von Zuwendung gegeben. Doch Kyle hatte ihn gerade so aus dem Konzept gebracht, dass Ced tatsächlich nun seinen Blick suchte - den, den er die meiste Zeit gemieden hatte. Es war wie mit dem Eis und den Zitronen eine ganz herausragende Ablenkung, die ihn zumindest ein kleines bisschen aus der Reserve lockte. So saß er zwar nach wie vor dicht neben Kyle, nur ein wenig schräger und hatte ein Bein seitlich abgelegt, wodurch die Haltung nun unbeabsichtigt offener wirkte. "Du...", begann er, war sich jedoch gar nicht sicher, was er überhaupt fragen wollte. Alles in Allem, wie Kyle schon sagte, maß er dem zu viel bei, oder? Es machte nur wirklich keinen Sinn. Als ob sich ein eingerosteter Charakterzug in ihm meldete, der mit undefinierbarem Nonsens wirklich nicht arbeiten konnte und sich daher dagegen auflehnte. "Was... meinst du damit?" Hätte Kyle ihn nicht von der Dachkante weg gezogen, klang seine Aussage wahrlich wie ein Angebot zu Sterben. Zusammen mit der Aussage zuvor, bekam die Zwischenreich-Theorie wahrlich wieder mehr Gewicht, auch wenn Cedric nicht ernsthaft daran glaubte. Nicht mehr zumindest. Dafür waren die gelebten Emotionen, obwohl sie eigentlich begraben liegen mussten, viel zu intensiv. Die Verzweiflung, Qual und Angst hatten im Jenseits immerhin nichts verloren, nicht wahr? 'In der Hölle schon.' Doch ob die Unterwelt dem Diesseits wahrlich gleichkommen konnte? Nichtsdestotrotz gab es ein rundes Bild ab. Nur, dass die Rolle des Schutzgeistes nun eher der eines Todesengels glich. 'Pass auf, sollte der Typ plötzlich eine Sense in der Hand halten, würde ich loslaufen.' Ced schob den inneren Spott unwirsch beiseite. Nicht hilfreich. Und Quatsch obendrein. Kyle bedeutete doch nicht den Tod. Nicht den seinen zumindest. 'Kannst du dir da wirklich so sicher sein, hmm?'

    [Cedric] & Kyle

    auf einem Dach


    Cedric hatte seinen Fokus noch immer auf seine Hand gerichtet, nur, um zumindest etwas im Blick zu haben. Nicht, dass er Kyle absichtlich nicht ansah, es schien nur irgendwie schwieriger zu sein, das Augenmerk auf eine konkrete Person zu richten. ''Worte, Ced - Worte. Fang an mehr als drei auf einmal davon zu benutzen.'' Ah, er hatte es schon wieder getan oder? Sich nicht klar ausgedrückt? Innerlich war Cedric kurz bei dieser sanften Ansage zusammen gezuckt. Sicher nichts was Kyle beabsichtigt hatte, es war nur so - er gab sich wirklich Mühe, okay? Er versuchte es ja. Es war nur so, als würden all die Worte in seinem Inneren wie in einem chaotischen Strudel umherfliegen. Selbst wenn er Passende fand, schien es, als würde die Hälfte von ihnen auf dem Weg nach draußen abgefangen werden, als würden sie gegen ein unsichtbares Netz stoßen. Außerdem war es seltsam anstrengend. Ihm fiel auf, dass er jedes Mal, wenn er ein wenig mehr als drei Worte zu Kyle gesagt hatte, danach umso schweigsamer geworden war. Vielleicht schwankte auch die Angst mit rein, stets etwas Falsches zu sagen. Darin immerhin war er gut geworden, nicht wahr? Worte verletzten. Gleichwohl auch jene, die nicht in böser Absicht gesprochen wurden, wie diese, die der Punk danach äußerte. ''Ich hab' schon wieder absolut keine Ahnung was du eigentlich von mir willst.'' Das saß. Nur ein weiterer, kleiner, unbedeutender Stich gegen ihn. Cedric sah das aufmunternde Lächeln auf den Zügen des Anderen nicht, immerhin war sein Blick noch immer gen Hand, gen Boden, in die nahe Ferne gerichtet. Ebenso würde Kyle wohl nicht bemerken, wie sich Ced's Ausdruck weiter trübte, da er gerade seine Position wechselte, eine Handlung, die er so nur am Rande mitbekam. So war das nun einmal. "Tut mir leid...", murmelte er leise. Ein wenig nagte die Schuld an ihm, dafür, dass er es dem Anderen so schwer machte. Auch wenn auch das wieder nur drei im Grunde nichtssagende Worte gewesen waren. 'Niemand versteht dich' Weil er sich nicht verständlich machen konnte. Weil ihm die Sprache dazu fehlte, zu beschreiben, was wirklich vor sich ging. Weil es keine Worte gab. Weil er ganz einfach selbst nicht wusste, was mit ihm nicht stimmte. Wie sollte er da davon erzählen können? 'Es will sowieso niemand hören.' Vermutlich behielt die Stimme Recht. Das sanfte Geflüster, welches sein Geist mit leichter Hand gegen ihn selbst ausspielte. Das grausame Wispern von dem auch Kyle gesprochen hatte. 'Auch der Punk hat keine Lust mehr deinem ständigen Geheule ausgesetzt zu sein. Siehst du das nicht? Er ist nur zu höflich um einfach zu gehen.' Cedric schloss für einen Moment die Augen. Das war nur schlüssig. Er öffnete sie wieder, als Kyle erneut zur Sprache griff und sich dabei sanft gegen ihn fallen ließ. Der sachte Druck gegen seinen Körper war spürbar, ungewohnt, doch zu seinem eigenen Erstaunen versteifte er sich nicht, noch war ihm die Berührung zuwider. Im Gegenteil entspannten sich seine Muskeln sogar ein wenig, was zumindest das Geflüster für den Moment zum verstummen brachte. Nicht, dass er die intuitive Reaktion selbst verstehen würde. Vielleicht, weil er dem Punk längst näher gekommen war, weil dieser es gewesen war, der ihn auf dem Dach festgehalten, regelrecht aufgefangen hatte, als sich gerade alles überschlagen hatte. Cedric richtete den Blick wieder nach vorne, nachdem er einen resignierten Seitenblick auf Kyle geworfen hatte. Er lockerte die Beine ein wenig, damit das Gewicht des Anderen sich angenehmer halten ließ. Gleichzeitig umfasste er die Knie mit seinen Armen, seine linke Hand hatte das rechte Handgelenk umgriffen. "Ich weiß nicht.", erwiderte er schließlich leise. Die Antwort konnte bequem für alles, was Kyle gerade zu ihm gesagt hatte verwendet werden. 'Das sind wieder nur drei Worte.', spottete sein alter Ego. Cedric verkrampfte sich ein wenig. "Ich meine...", begann er langsam, sich dazu zwingend Kyle etwas mehr zu geben, wobei die Sätze nur zäh wie Sirup über seine Lippen kamen, "Manchmal finde ich es schwer zu unterscheiden, weil es sich... so unwirklich anfühlt? Außerdem." Cedric löste die rechte Hand aus seinem Griff, woraufhin er den Oberarm auf seinem Knie ablegte um seinen Kopf so mit der Hand an der Stirn abzustützen. Außerdem. Er schluckte. Warum hatte er 'außerdem' gesagt? Jetzt musste er die Aussage auch noch zu Ende bringen, dabei gab es da nichts, was gezielt seinen Gedanken entweichen müsste. Oder anders gesagt, vielleicht einfach zu viel. "War unsere letzte Auseinandersetzung ja auch ein wenig bizarr, oder nicht? Mit der ganzen 'ich bin nicht echt' und 'ich bin tot, aber doch nicht tot.' Sache." Cedric verstummte plötzlich. Ah. Ihm schwante, dass es keine gute Idee gewesen war, das anzuschneiden. Eine neue Welle der Übelkeit übermannte ihn, die er mühevoll versuchte niederzuringen. Hatte Kyle nicht auch etwas gesagt oder geschrieben von wegen, er wäre ermordet worden? Shit. Der Gedanke verstärkte das Gefühl der Nausea nur noch. Dummes Konzept. Ein Suizidgefährdeter, der mit einem ehemals Suizidgefährdeten das Thema Mord und Tod ansprach. Klasse. Das war höchstens Stoff für eine geführte Selbsthilfegruppe, aber sicher nichts für jetzt. Warum hatte er überhaupt so viel gesagt, wo er doch wusste, dass seine eigenen Gedanken keinerlei Sinnhaftigkeit besaßen? Weshalb hatte Kyle ihn nur gedrängt? Es war vielleicht tatsächlich die abstrakte Vorstellung dessen, das er sich selbst umgebracht und nun hier mit dem Punk an den Pforten des Totenreiches saß. Immerhin, wenn Kyle ebenfalls gestorben war, war das doch gar nicht so abwegig...? War das der Gedanke hinter der Realitätstheorie gewesen? Ich mache keinen Sinn... Sein Gesicht hatte einen verbissenen Ausdruck angenommen, während er mit seiner Hand kurz über seine Stirn rieb. "Vergiss es.", presste er hervor. Vergiss es. Das hatte er ihm auch mehrfach geschrieben, oder? War es das Einzige, was er sagen konnte, wenn er das Gefühl bekam zu weit zu gehen? Einfach mal schnell die Notbremse ziehen und sich wieder abwenden? Aber die Menschen vergaßen nicht so einfach. Das taten sie nie. Und war er nicht das beste Beispiel dafür?

    [Cedric] & Kyle



    Sein Herz klopfte. Natürlich tat es das, immerhin lebte er ja noch. Auch die Spannung, die sich über seine Brust schnürte war durchaus nichts Neues. Dennoch wirkte die Überraschung nach - nicht minder über sich selbst. Hatte er tatsächlich so viel gesagt? Und war dabei offen und ehrlich gewesen? Das war... verwirrend. Nicht, dass er es absichtlich darauf anlegte die Wahrheit zu verfälschen. Es war nur sein kläglicher Versuch sein Weltengebilde aufrecht zu erhalten ohne möglichst viel Schaden anzurichten. Als baute man Schein und Lügen zu einem fragilen Turm auf, der irgendwann in sich zusammen fallen musste. Es schon mehrfach getan hatte. Bildeten Zugänglichkeit und Aufrichtigkeit also tatsächlich solidere Mauern? Selbstverständlich, es schien ganz logisch, wenn man dies hier so nieder schrieb, doch für einen verqueren Kopf, der all die Wahrheiten verdrehte, sich seine ganz eigenen Glaubenssätze formte, wurde der Unterschied zwischen richtig und falsch so nur viel schwerer zu erkennen. Cedric spürte, wie die Derealisation erneut um sich griff, dieses merkwürdige Empfinden, als würde man sich selbst, seinen Körper, von einer äußeren Perspektive betrachten. Er bewegte sich kaum. Sein Organismus musste schon ganz steif sein, doch bemerken? Nein. Natürlich nicht. Ob ihn die Reaktion des Anderen seltsam anmutete? Kyle machte sich nicht über ihn lustig. Nagut, er amüsierte sich durchaus an dem verlorenen Chicken Nugget und an anderer Stelle hätte Cedric wohl über den sanften Spott geschmunzelt, doch so ganz auf diesem Level war er noch nicht angekommen. Das wäre auch ein wenig viel verlangt, nicht? Obgleich sich seine Mundwinkel zuvor tatsächlich verzogen hatten: es war gequält, gekünstelt, gebrochen gewesen, aber nichtsdestoweniger ein Lächeln. Auch wenn es damit nicht wirklich viel gemein hatte. Daher hatte er es auch schnell wieder sein lassen, bevor sich ein Krampf in seiner Wangengegend bilden konnte, so fremd war ihn diese einst so natürliche Mimik bereits geworden. Vielleicht hätte er es ansonsten nun gekonnt: gelächelt, als Kyle ihm verzieh. Es gelang ihm nicht, was nicht hieß, dass es keine Bedeutung hatte. Im Gegenteil. Für einen Moment wurde die Enge auf seiner Brust ein wenig leichter, wenngleich Ced dennoch nicht dessen Worte annehmen konnte. 'Meistens reicht eine Erklärung und ehrliche Entschuldigung den Leuten schon' Wenn das so einfach wäre, müsste die Welt dann nicht ein besserer Ort sein, als dieses Schundloch, zu dem sie verkommen war? Ein wenig schnürte es ihm die Kehle dabei zu, als er sich fragte: Hätte er Ran's Flucht annehmen können, wenn sie ihn aufgeklärt hätte? Nein. Wohl kaum. Aber es wäre vielleicht leichter gewesen. Darüber ließen sich jetzt nur noch Vermutung anstellen. Hätte Noita ihm verzeihen können? Ah. Das tat weh. Manchmal war es einfach unvorstellbar, wie diese wabernde Wolke des Schmerzes und der Finsternis, die ihn zu jeder Sekunde einhüllte, noch ein wenig quälender, noch ein wenig dunkler werden konnte. Nun, vielleicht wäre er nicht auf dieses Dach gekommen. Vielleicht aber hätte es nichts, rein gar nichts, geändert, da der Tumor des mentalen Martyriums ihn schon längst befallen hatte. Er wollte sich nicht ausmalen, wie es ihr dann ergangen wäre, sofern Kyle - samt dem Inhalt seines Rucksackes - nicht noch aufgekreuzt wäre. Cedric rieb sich an den Schläfen. Er hatte Kopfschmerzen. Diese ganzen Hypothesen zermarterten sein Hirn nur auf eine weitere, skrupellose Weise. "Kannst du?" Er hatte eigentlich nicht fragen wollen, aber die Ablenkung durch das laute Poch, Poch in seinem Schädel samt der Irritation, die seine Aussage in ihm ausgelöst hatten, taten ihr übriges. Kyle konnte seine vergangene Dummheit nachvollziehen, wo er sie doch selbst nicht begriff? Sich heute vermutlich noch weniger verstand als jemals zuvor? Ah, es machte keinen Sinn. Aber genau genommen tat es nichts davon, weder ihre Konversation, noch der unsichtbare Grund der ihn hierher geführt hatte, ja, doch nicht einmal das Leben an sich. Trotz der erdrückenden Schwere in ihm, registrierte Ced am Rande, dass er dem Punk tatsächlich von seinem Albtraum erzählt hatte - das er überhaupt welche hatte. Das hatte er bisher kaum vor sich selbst eingestehen können, geschweige denn es aussprechen. Selbst wenn es nur die Ausweglosigkeit gewesen war, die ihn zu erschreckender Ehrlichkeit geführt hatte, hatte er es zugegeben. Ausgerechnet jetzt. Der Umstand verwirrte ihn nun im Nachgang über alle Maßen und ebenso verblüffend war es, dass Kyle keinen negativen Kommentar dazu abgab. Der Punk machte einfach weiter wie immer - ihn etwas ärgern, etwas aufziehen. Als wäre alles normal, obwohl sie doch beide wussten, dass es das nicht war. Oder? Oder... doch nicht? Was war das schon normal, echt, wirklich. Wer setzte das fest? Waren die Dämonen in seinem Inneren nicht ebenso existent? Wer hätte das Recht dazu das zu negieren? "Das... ist real, oder?" Er fragte, tatsächlich. Die Unsicherheit in seiner Tonlage war kaum zu überhören. Cedric senkte seine Arme und besah sich seine Hände, als könnten sie sich jeden Moment in die Krallen eines Untieres verwandeln. Nichts geschah. Der Kniff mit dem Finger hatte bei ihm bedauerlicherweise nie funktioniert. Auch wenn Eis und Zitronen ein eindeutiger Indikator gewesen waren, ließen sich die Zweifel bis zum Ende hin nicht zur Gänze vertreiben. Da half auch die erneute Androhung von Avocados nicht weiter, da gab es nichts. Der einzige Trost im Moment war, dass Kyle ihn nicht wie den Verrückten behandelte, den er offensichtlich vor sich hatte.

    [Doug] & Dylas / gehen~


    Doug freute sich, dass Dylas einverstanden damit war ihn zu begleiten. Irgendwie war das Pferdegesicht doch gar nicht so übel! Der Zwerg war so gut gelaunt - was definitiv auch an seinem gut gefüllten Magen lag - dass er sogar freiwillig (!) und ohne ein Wort zu sagen (!) dem Halbwesen beim Abwasch half. Vielleicht konnte er es auch nur nicht erwarten los zu gehen und wollte so die Dinge beschleunigen. Wie dem auch sei, Dylas konnte sich wahrlich nicht beschweren - das Zeug war sauber und kein Teller kaputt gegangen. Er vergaß sogar, dass sich der Karottenkuchen, den der Kerl ja im Warenhaus noch gekauft hatte, noch immer in der Tüte befand. "Jaa klar.", entgegnete Doug, während er die Hände hinter seinem Nacken verschränkt hielt. Viel wahrscheinlicher war wohl, dass Dylas ihn direkt in der Menge verlor, aber das sah der Zwerg natürlich nicht ein - und Dylas ahnte noch nichts von seinem Unheil. Vielleicht war aber auch noch gar nichts los, immerhin schien die Karawane erst angekommen zu sein. Nachdem die Küche sauber war, machten sich die beiden auf den Weg zum Hauptplatz von Trampoli~