Beiträge von Seaice

    [Gabriel] & Marie an einem der Tische



    Obwohl Gabriel stets um seine Mitmenschen bedacht war, hatte er keine Ahnung was in Marie's Köpflein so vorging. Er hoffte nur, dass er sie nicht vergraulte - manchmal waren die Menschen von seiner direkten Offenheit überfordert und er merkte es stets viel zu spät - doch dem schien nicht so. Stattdessen funkelten ihre Augen bei der Idee des Literatur-Austausches (Comics waren auch Literatur, okay?) und Gabriel freute sich ungemein, einen solchen Glanz in ihrer Mimik zu sehen. "Abgemacht!", rief er daher grinsend aus. Marie's Bedenken zu seiner Idee waren jedoch leider nachvollziehbar und er hatte keine Lösung dafür parat. "Das... wir alle nett zueinander sein sollen?", war daher seine schwache Antwort und er zuckte daraufhin nur noch mit den Schultern. "Okay zugegeben, der Plan ist noch nicht ganz ausgereift. Ich geb dir Bescheid, sobald mir eine zündende Idee kommt. Halt dich bereit!", sagte er zu ihr. Für die nächste Idee brauchte es jedoch ganz und gar nicht viel. Gabriel grinste sie erneut breit an. "Morgen 10 Uhr am Markt? Dann fahren wir da zusammen los." Der Marktplatz war zugleich der große Busbahnhof von Riverport, zumindest hatte es manchmal den Anschein. Auf jeden Fall fuhren die Busse nach Sternbach auch dort ab, dass hatte er im Kopf. Ob die Abfahrtszeiten zu den Ferien jedoch anders waren, das wusste er gerade nicht auswendig, aber eigentlich konnte er sich das nicht vorstellen.

    [Cedric] kommt an | bei Nick & Alice im Patientenzimmer


    Ich will weg. Aber wo sollte er hin? Es gab keinen Ort, nicht auf dieser ganzen beschissenen Welt, für ihn. Längst war es dunkel geworden. Wie spät war es genau? Wann hatte er mit Alice gegessen im Restaurant gesessen? Er schluckte. Er wollte sie nicht anlügen. Genau genommen, wollte er niemanden mehr anlügen. Aber die Wahrheit verschweigen, war das besser? Wer will dir noch zuhören? Was wollte er überhaupt sagen? Er war fertig mit sich, mit allem, dem verdammten Leben. Wie sollte er so weiter machen? Wie konnte er der ewigen Spirale in den Abgrund noch entkommen? Sein Herz zog sich zusammen, er spürte die Enge um die Brust, ein Grauen, das ihn umfasste. Es gab keinen Ausweg. Aber vielleicht, ja, da war er schon verdammt worden und dies hier war sein Marter, welches er ertragen musste. Nicht weniger hatte er verdient.

    Erst als ihn eine Krankenschwester, die draußen rauchen war, ansprach, was er denn suche, bemerkte er, dass er sich längst vor dem Hospital befand. Wie lang stand er schon hier? Er warf einen Blick nach oben. Es regnete nicht mehr, doch der Himmel war noch immer wolkenverhangen, eine Düsternis, die die Stadt umfasste. Obwohl er fast da war, schien der Weg vor ihm unendlich weit zu sein. Warum nur fühlte er sich so müde, ja, im Wahrten Sinne des Wortes, lebensmüde? Woher kam die Schwere, die ihn nieder rang? Was stimmte nur nicht mehr mit dieser Welt? Oder war er es, der einfach nicht mehr richtig hier war? Richtig tickte? Kurz zeigte sich ein Lächeln - künstlich, falsch. Ja, das würde passen. Manchmal, da hatte er das Bedürfnis zu weinen, aber da war nichts mehr übrig. Dann erinnerte er sich daran, dass er seinen Gefühlen ja versagt hatte, sie alle waren tief in sich vergraben und er hatte nicht vor, sie zurück zu holen. Mit ihnen käme auch die Traurigkeit, der Schmerz, die Wut zurück - sie würde ihn auseinander nehmen, ihn innerlich zerreisen. Außerdem, da wusste er ehrlich gesagt auch nicht wie. Als hätte er den Schlüssel und damit seinen Zugang verloren, vergessen, versagt. Und die Leere die blieb, war das Einzige, was ihm noch gewährt blieb. Doch sie war nicht nichts, das verstand er nun. Sie besaß Gewicht, eine Schwere, die ihn regelrecht nieder kettete. Als würde er mit zusätzlichen Kilos einen Marathon laufen wollen. Alles fühlte sich dumpf an, wie in weite Ferne gerückt, unmöglich zu erreichen: Seine Erinnerungen, seine Beziehungen, seine Wirklichkeit. Eine wertlose Existenz. Als wäre er von einem Virus befallen, der ihm jegliche Energie raubte. Mir geht's gut. Wie lange konnte er sich diese Lüge noch selbst erzählen?

    "Mir geht's gut.", wiederholte er leise murmelnd. Manchmal da funktionierte das, sich ein wenig selbst das einzureden, bis er daran glaubte - oder zumindest so tat. Selbstmanipulation. Häufig, da kostete es ihn all seine Kraft, überhaupt aufzustehen. Und insbesondere heute, wo er bereits in der Uni gewesen und mit Alice gesprochen hatte, da schien längst nichts mehr übrig zu sein. Dennoch hatte er es bis hierher geschafft. Das war gut, oder nicht? Wollte er wirklich auf den letzten Meter schlapp machen? 'Ja'., antwortete ihm seine innere Stimme. 'Halt dich fern. Sie wollen dich eh nicht haben. Geh nach Hause.' Sie warten, entgegnete er, 'Bist du sicher?' Nein. Er war es nicht. Er war sich überhaupt nichts mehr sicher. Die Krankenschwester kam erneut zum Rauchen raus und da zu bezweifeln war, dass sie viel Zeit hatte, musste er schon eine ganze Weile hier stehen. Scheiße. "Mir geht's gut.", murmelte er ein weitere Mal und raffte die Restbestände seiner Kraft zusammen, ehe er das Krankenhaus betrat.


    Er stand vor der Tür. Er stand tatsächlich vor der Tür. Er hatte es geschafft! Zumindest... fast. Ein Hauch von Nervosität, eine große Portion an Unwohlsein kam in ihm auf. Was tat er hier? Was machte er bloß? Er seufzte, klopfte an und öffnete schließlich leise die Tür. Sofort beschlich ihn das seltsame Gefühl, dass er wirklich buchstäblich in eine unangenehme Situation geplatzt war. Warum...? Weder Nick noch Alice sahen besonders glücklich aus, wenngleich ein sanftmütiges Lächeln auf dem Gesicht des Mädchens zu sehen war. Vielleicht täuschte er sich ja. Wann war er schon besonders gut darin gewesen, Situationen zu lesen? Geh. Verschwinde. Er trat ein. "Ich hab die Sachen, die du wolltest.", meinte er und stellte die Tasche auf dem Tisch ab. Er blickte erneut zu den beiden, wollte fragen, was Nick passiert war, wollte fragen, ob alles in Ordnung war, wollte vielleicht sogar fragen, ob er gerade ungelegen kam. 'Natürlich störst du. Das sieht doch ein Blinder'. Er versuchte die Stimme zum Schweigen zu bringen, vergeblich. Nach außen hin hingegen ließ er sich nichts anmerken. Keine unbekümmerte, aber zumindest eine ausdruckslose Miene - wie immer. Dennoch war die Spannung beinahe greifbar - oder fühlte nur er sich so angespannt? "Alles okay?", formte sein Mund schlussendlich doch. Er war erstaunt von sich selbst. Die Frage, ob er störte und ein ander Mal wieder kommen sollte, schaffte es jedoch nicht mehr in die Welt. Cedric lehnte sich gegen die Wand und ließ den Blick schweifen, um keinen seiner Freunde ('Ha! Freunde!') direkt ansehen zu müssen. Das war nicht unbedingt die beste Idee, die er je hatte, denn er erinnerte sich plötzlich unweigerlich daran, wann er zum letzten Mal hier gewesen war. Und warum. Wie er nun - dank Majo - wusste, hatte er hier Noita schon einmal gesagt, wen er bevorzugte. Er schloss die Augen. Er durfte nicht darüber nachdenken. Als ob das jetzt noch eine Rolle spielte. Damals mochte es vielleicht noch der Wahrheit entsprochen haben, doch jetzt? Gerade schien nichts mehr davon wichtig zu sein. Was war überhaupt noch von Bedeutung?

    [Gabriel] & Marie an einem der Tische



    Gabriel hatte ihr mit dem Kompliment eine Freude machen wollen und er sprach sowieso immer direkt das aus, was ihm in den Sinn kam, ohne das Gedachte zu hinterfragen. Das brachte ihn nicht selten in blöde Situationen. Auch jetzt bemerkte er, wie Marie offenbar nicht so gut mit seinen Nettigkeiten umgehen konnte, aber er konnte sich nicht helfen: Das war einfach irgendwie... süß. Dennoch wechselte er das Thema, damit sie sich nicht allzu unwohl fühlen musste, das wollte er nämlich auf gar keinen Fall! "Du kannst mir im Gegenzug ja eines deiner Lieblingsbücher empfehlen und dann können wir uns darüber austauschen, was hältst du davon?", schlug er vor. Wenngleich er sich eingestehen musste, dass das eine harte Aufgabe für ihn werden würde. Hoffentlich war ihr Lieblingsbuch nicht allzu dick. Als Marie ihn zu Details zu seiner überhaupt nicht ausgereiften, wie immer nur schnell dahergesagten Idee befragte, musste er einen Moment überlegen. "Hmm...", machte er, "Plakate und Flugblätter? Eine Versammlung mit Vortrag?" Wobei ihn der Gedanke vor seinen Mitschülern zu sprechen, ebenfalls total nervös machte. "Oder einen Club eröffnen?", spann er die Idee weiter. Gabriel war nunmal wirklich kein Musterschüler, also eine ganz klare Vorstellung hatte er nicht. Und er ließ sich schnell ablenken, weswegen er sofort weiter auf ihr anderes Thema antwortete. "Stimmt! Ich war auch schon ewig nicht mehr in Sternbach. Willst du mal mit mir hin?", fragte er sie direkt. Zu zweit war das bestimmt noch lustiger als alleine! Vielleicht könnten sie Cyril und Thomas auch noch fragen? Seine Mitschüler war immerhin auch noch neu bei ihnen an der Schule und freuten sich bestimmt über Anschluss! Ob er Marie auch schon zu seinen Freunden zählen durfte?

    [Antoinette] & Wayne | Zuckerstube



    Antoinette fühlte sich unruhig und gleichzeitig lebhaft. Ihre Nervosität schien förmlich greifbar. Aber warum war das so? Lag es daran, dass sie jemanden in ihr Heiligtum herein ließ oder vielmehr daran, wer es war, der ihr einen Besuch abstattete? Sie verbot sich den Gedanken. War sie einfach zu streng mit sich selbst? Dennoch ließ sich die Hitze in ihr nicht einfach abstreifen. Sie würde einfach weiter versuchen, die Situation auf einer normalen, platonischen Ebene zu halten. Das war okay so, oder? Das Richtige?

    Die junge Belgierin lächelte, als Antoinette ein wenig von seiner Großmutter sprach. "Ein Junggeselle sollte schon selbst für sich Sorgen können, oui?", meinte sie heiter und suchte seinen Blick. Blaue Augen in denen man sich verlieren könnte. Stopp. Dennoch gestattete Antoinette sich, gerade einfach glücklich zu sein. Glücklich weil... sie nicht alleine war, weil er hier war, ihr Gesellschaft leistete. Offenbar hier sein wollte. "Erzähl mir ein wenig mehr von deiner Familie.", bat sie ihn schließlich. Sie wusste kaum etwas über ihn - er ebenso wenig - doch es wirkte, als hätte seine Familie einen hohen Stellenwert für ihn. Gerne würde sie mehr über die Menschen erfahren, die so präsent in seinem Leben waren. Sein Vorschlag überraschte sie ein wenig, im positiven Sinne. Von ihr lernen? Sie erinnerte sich daran, wie sie auf seiner Farm versucht hatte mit den Tieren umzugehen - und kläglich gescheitert war. Vielleicht klappte es umgekehrt ja besser? Zumindest freute sie sich ein bisschen etwas zurück zu geben. Er hatte ihr bereits ein wenig von seiner Welt gezeigt, jetzt war sie an der Reihe. Doch worauf ließ sie sich da ein? Sie schob den Gedanken beiseite. Das war alles vollkommen unverfänglich! "Also gut. Vorneweg: Weißt du was Schokolade überhaupt ist?" Das schien eine absurde Frage zu sein, doch sie meinte es förmlich ernst und wartete auch gar nicht erst auf eine Antwort. "Es gibt nämlich richtige und falsche Schokolade und allein dieser Fakt ist den meisten Leuten unbekannt." Sie zog die vier Hauptbestandteile zu sich: Kakao, Kakaobutter, Milch und Zucker. "Mehr darf nicht drin sein, wenn es sich um Echte handeln soll.", erklärte sie und deutete auf die Zutaten. Toppings waren davon natürlich ausgenommen, aber das verstand sich ja wohl von selbst. "Dann kommt es natürlich auf die Mischung darauf an, hier ist alles erlaubt. Was magst du am liebsten? Weiße, Vollmilch oder Bitterschokolade?", fragte sie ihn mit einem Funkeln in den Augen.


    (lawl, hätte nicht gedacht, dass sich der Schoko-Workshop aus Arequipa beim Posten bezahlt macht XD)

    [Doug] & Dylas | Dylas zu Hause



    Feierabend, der ist lustig, Feierabend der ist schön - Doug summte ein wenig vor sich hin und sang die Melodie in seinem Kopf nach. Feierabend war einfach seine liebste Zeit am Tag! Dennoch wunderte der Zwerg sich ein wenig über den Weg, den sie zurück legten. "Du wohnst am Strand?", fragte er verwundert, ehe nicht unweit entfernt eine kleine Hütte auftauchte, die sogar sehr solide aussah. "Hab dich nicht für nen Beachboy gehalten.", sagte er, "Können Kanickel überhaupt schwimmen?", wunderte er sich weiter. Er folgte Dylas in seine einstöckige Bude und sah sich neugierig um. Es sah einfach, aber sauber und irgendwie gemütlich aus. "Hübsch hast du's hier, Prinzessin.", bemerkte er und stellte die Tüte schließlich ab. "Also, was hast du vor mir zu kredenzen?", fragte er weiter mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Dafür war er schließlich hergekommen, nicht wahr?

    [Marlin] & Mia | im Supermarkt



    Womit habe ich das verdient? Nun, genau genommen gab es genug, was Marlin angestellt hatte, um sich eine Strafe vom Schicksal aufzuladen - nur, dass er daran nicht glaubte. Alles was auf dieser Welt war, war von Menschen fabriziert, dass machte es ja gerade so reizvoll. Sie waren alle für sich selbst verantwortlich, nur das es genug Dumme gab, die soweit nicht denken konnten. Aber auch egal. Ehrlich gesagt, strapazierte die Situation den Mann ein wenig. Er rechnete mit vielem, ständig, doch dass er sie noch einmal zu Gesicht bekommen würde, so zufällig, so ganz ohne seine eigene Absicht, das hatte er nicht erwartet. Und er war sich nicht sicher, wie ihm das gefiel. Was sollte er nun mit ihr machen? Sie würde sich nur wieder an ihn klammern, ihre Krallen in ihn schlagen, sich an ihn heften, ihn nicht noch einmal gehen lassen wollen. Darauf konnte er verzichten. War sie nach all den Jahren etwa immer noch nicht über ihn hinweg gekommen? Das wäre wirklich armselig, Mia. Oder wollte sie nur einen Abschluss für sich finden? Das war kaum zu glauben - also tat er es nicht. Seine charmanten Worte schienen sie zu treffen, sie schluchzte und sah daraufhin beschämt zu Boden. Wo war das energiegeladene, schlagfertige Mädchen hin, welches die Welt so verabscheut hatte wie er selbst? Welches es tatsächlich geschafft hatte, ihn ein wenig an sich zu binden? Die Frau, die sie nun geworden war, schien nur noch ein Schatten ihres früheren Ichs zu sein. Mia war kaputt. Hatte er da seine Finger mit ihm Spiel gehabt? Vermutlich, so vernarrt wie sie in ihn gewesen war, dennoch fühlte sich Marlin kein bisschen schuldig. Wieso sollte er auch? Die betretene Entschuldigung ignorierte er - ihm selbst tat nichts leid, also musste ihr das auch nicht tun. Jedenfalls nicht wegen ihm, wegen sich selbst, nunja. Wie dem auch sei. Als sie ihn komplimentierte, schnaubte er bloß. Er bezweifelte, dass sie da einen Hintergedanken hatte, sondern nur sprach, was ihr in den Sinn kam. Nichts besonders wertvolles also. Zögerlich hatte sie daraufhin den Kopf gehoben und seinen Blick gesucht. Die großen blauen Augen schienen voller Hoffnung, Traurigkeit und Schmerz. Was mochte sie in seinen Blick nun hinein interpretieren? Da war etwas in der Weise, wie sie ihn anblickte, die in ihm das Bedürfnis weckte, sofort das Weite zu suchen - bevor es zu spät war. Immer auf der Flucht, was?, höhnte seine innere Stimme, ehe er sie eisern zum Schweigen brachte. Er sollte sich selbst nicht lächerlich machen - Mia konnte ihm nichts. Noch bevor er jedoch zum Handeln kam, hatte sie seine Hand ergriffen. Sie hatte tatsächlich seine Hand ergriffen. Ein unangenehmes Knistern ging davon aus, doch er zog sie nicht zurück - das käme ihm vor, wie eine Niederlage. Und er verlor nicht. Marlin hatte kurz den Blick abgewandt, doch als er sie wieder ansah, steckte ein Hauch von Entschlossenheit in ihren verheulten Augen. Im ernst? Was kam jetzt? Sie sammelte sich kurz, ehe die Worte aus ihr heraus sprudelten. Am liebsten wäre er ihr über den Mund gefahren, doch er tat es nicht. Dennoch konnte er kaum fassen, mit was sie ihm nun um die Ecke kam. Ohne Scheiß. Gab seine jahrelange Abwesenheit nicht Aufschluss genug auf ihre verdammte Frage? Konnte sie sich das nicht ernsthaft selbst beantworten? Wie dumm kann ein Mensch sein? Keine fünf Minuten mit ihr und sie raubte ihm schon wieder den letzten Nerv. Dennoch wartete er. Schwieg. Sah sie für einen Moment einfach nur an, diese zerrüttete Frau vor ihm. Fast hätte er gelächelt - nicht, weil er glücklich war, sondern einfach nur weil sich diese ganze Situation so beschissen abwegig, so herrlich absurd präsentierte. Vom Schicksal für ihn gezaubert. Glaubte er letzten Endes also doch daran? Unwichtig. Marlin behielt seine Mimik jedoch unter Kontrolle - einfach, leicht - nahm seine freie Hand und fuhr sich damit über das Gesicht. Es war ihm wirklich gleichgültig. "Ja.", sagte er schließlich kurz angebunden. Eine kleine Lüge, mehr nicht. Was bewog ihn dazu ihre närrische Frage tatsächlich zu bejahen? Da gab es viele Gründe. Vielleicht fürchtete er sich, bei einer Ablehnung würde Mia völlig ausrasten - oder gegebenenfalls an ihren Tränen ersticken - und er hatte keinen Bock auf eine Szene in einem Supermarkt. Die müsste er dann noch selbst ausbaden und das würde ihr nur weitere Gelegenheiten geben, ihn vollzuheulen oder auf den Sack zu gehen. Vielleicht, da interessierte es ihn aber auch, wie diese kaputte Frau mit einer Bestätigung umgehen würde. Das wäre spannend zu beobachten, nicht wahr? Und vielleicht, vielleicht, steckte sogar ein Funken Wahrheit in seiner Einwilligung? Eine Quintessenz nur, ein Hauch von etwas. Fast wäre ihm ein Schnauben bei dieser Idee entkommen, doch das hätte ihn wohl verraten. Mia müsste längst wissen, dass ein Mann wie er zu so etwas wie inniger Liebe überhaupt nicht in der Lage war. Immer noch so naiv, kleine Mia? Ob sie ihm seine Antwort überhaupt abkaufte? Er blickte erneut zu ihr, wollte sehen welch eine Reaktion seine Erklärung in ihr hervorrief, bemerkte die Sehnsucht hinter diesem traurigen Blau. Nein, es gab keinen Grund, warum sie seine Bejahung in Zweifel ziehen sollte. Er war schon immer ein guter Lügner und sie nie besonders argwöhnisch gewesen. Das ist zu leicht. Märchen mit einer Prise Echtheit funktionierten halt immer noch am besten. "Bist du nun zufrieden?", brummte er. Er hatte sich noch immer nicht von ihr losgerissen und schmerzhaft wurde ihm die andauernde Berührung ihrer Hand mit der seinen bewusst. Doch ein wenig konnte er ihr diesen kleinen Gefallen wohl noch gewähren.

    [Gabriel] & Marie an einem der Tische



    Gabriel freute sich darüber, dass er Marie ein Lachen entlocken konnte. Ein schöner Laut, hell und klar. Es freute ihn ebenso, dass sie ihn ebenfalls für einen Gryffindor hielt, wenngleich ihn ihre Beschreibung ein wenig in Verlegenheit brachte. Dabei schien seine Klassenkameradin ebenso peinlich berührt zu sein, wie er selbst, woraufhin Gabriel sich direkt wieder entspannte. Warum nervös sein? Lieber dazu stehen! Der Zusammenhang mit seinem T-Shirt war ihm selbst gar nicht aufgefallen, weswegen er verblüfft an sich herabsah und daraufhin herzlich lachen musste. "Das ist Zufall.", sagte er nach einem Grinsen, nachdem er sich wieder eingekriegt hatte, "Ich liebe einfach Shirts mit Tiermotiven und bunte Sachen. Außerdem liebe ich Tiere! Ich hätte gerne ein Haustier, aber wir dürfen laut Vermieter keine haben, total blöd." Seine Augen bekamen ein enthusiastisches Funkeln als Marie ihm so voller Elan zustimmte. Es sah ein wenig ulkig aus, wie ihre Haare daher hin und her fielen, aber irgendwie war das auch einfach niedlich. Erleichterung überkam ihm, denn er hatte wirklich die Befürchtung gehabt, Marie könnte ihn mit Skepsis deswegen betrachten. "Oder?! Das denke ich auch! Überall laufen Kampagnen zu Zivilcourage - was ja auch gut ist!! - aber wenn es darauf ankommt, sehen die Leute meistens weg..." Es war nicht so, als könnte Gabriel sich davon ausnehmen. Oft kam er zwar gar nicht erst in unangenehme Situation - was ja auch nicht verkehrt ist - aber selbst wenn, wüsste er nicht, ob er sich trauen und die Stimme erheben könnte. Insbesondere weil er noch ein Schüler war, würden die Leute ihm überhaupt zu hören? Darüber hinaus sah er auch noch ausländisch aus - was er ja auch war - daher machte ihm der Gedanke auch ein wenig Angst. Wenn ihm dadurch etwas Schlimmeres passieren würde? Er versuchte den Gedanken zu vertreiben. Zivilcourage war wichtig! Es galt den Mut aufzubringen! Daran musste er festhalten. Ob Marie ihm etwas angesehen hatte? "Vielleicht sollten wir auch mal eine Kampagne in unserer Schule starten.", überlegte er laut, "Was meinst du...?" Oh, bevor er es vergaß - noch eine Antwort zum wichtigsten Thema: COMICS! Auch hier musste der junge Latino kurz überlegen. "Hmmm....", machte er laut, "Ich glaube, weil er einfach... cool ist." Er lachte kurz, über seine lasche Antwort, "Nein, ich meine. Iron Man zum Beispiel ist schon ziemlich arrogant und bei Captain America überzeugen mich die Ziele nicht so ganz. Ich weiß auch nicht. Erstens kann in dieser Geschichte jeder aus dem Volk zum Black Panther werden und der Schutz des Volkes steht ihm an erster Stelle. Und ja, ich finde ihn einfach ziemlich cool." Bruder ich hab selbst keine Ahnung davon wie soll ich davon schreiben. Gabriel grinste Marie kurz an. "Dich übrigens auch. Du bist ziemlich cool Marie, weißt du das?"

    [Marlin] & Mia | Supermarkt


    Unmöglich. Im Nachhinein könnte man sich fragen, ob er bewusst oder unbewusst an diesen Ort gekommen war, der doch so wenig versprach. Dass seine Schritte ihn in die Nähe von Destiny Valley gebracht haben, in die nächstgrößere Zivilisation in der noch viele von diesem Kaff lebten, nein, in seiner Absicht war dies sicher nicht gelegen. Oder hatte er diesen Fakt einfach nur lange genug außer Acht gelassen? Aber welchen Grund sollte er dafür gehabt haben? Er hatte nicht gedacht sie noch einmal wieder zu sehen. Hatte er es sich gewünscht, ein winziger Teil von ihm? Ha! Ganz sicher nicht. Nicht? Zuerst hatte er die Person neben sich, die sich so dreist vordrängelte, anschnauzen wollen, doch tatsächlich - tatsächlich - war ihm das Wort im Hals stecken geblieben. Mochte es auch nur an dem - pardon - Gestank liegen, der von ebenjener Gestalt ausging. Im ernst: Er besaß kein zu Hause und kaum Besitz und bekam es trotzdem auf die Reihe halbwegs ansehnlich durch die Weltgeschichte zu wandeln. Menschen sind echt das Letzte. Als er sich zu der Figur umdrehte, erblickte er eine kleine Frau in übergroßen Klamotten, eine Frau nun, kein Mädchen mehr, die er nur allzu gut kannte. Unmöglich. Mia. Das kann nicht sein. Das dachte sie sich wohl auch, der Schock stand ihr direkt ins Gesicht geschrieben. Und ihm? Fassungslos, ja, ein wenig war er dies, das musste er sich eingestehen. Wer hätte gedacht, dass er ihr nach all seiner Flucht quer über die Kontinente nochmal über den Weg laufen würde? Dann auch noch in einem beschissenen Kleinstadt Supermarkt? Das war ja nun wirklich allzu lächerlich. Daher, ja, ein wenig entgeistert vielleicht, doch vielmehr war er belustigt über die Situation die ihm das Leben gerade präsentierte. Gerade als er geglaubt hatte, die Einöde würde sich in die Ewigkeit fortsetzen ohne ein wenig Spannung, die den Alltag versüßte. Während Mia sofort in Tränen ausbrach - natürlich - blieb seine Miene eisern. Seine grünen Augen glühten, lediglich seine Mundwinkel zuckten ein wenig, die Andeutung eines amüsierten Lächelns, eh die Mimik wieder aus seinem Gesicht verschwand. Er musterte die Frau vor sich von oben bis unten. Das Haar matt, die dunklen Augenringe unverkennbar. Versuchte sie unter dem breiten Pulli etwa ihre magere Gestalt zu verbergen? Und dann der Geruch - nichts für ungut, aber Mia hatte sich wirklich gehen lassen. Was wollte sie nun von ihm? Achja, klar: 'Wo bist du gewesen?' Als wäre er ihr irgendeine Form von Rechenschaft schuldig. Nagut, zugegeben: Er war damals Hals über Kopf verschwunden, ganz über Nacht. Aber wieso wunderte sie das? Er war häufig tagelang, manchmal wochenlang weg gewesen, sie sollte eine solche Aktion von ihm also längst erwartet haben. Diesmal war er nur ein wenig länger weg gewesen. Oh und diesmal hatte er eigentlich vorgehabt nicht mehr zurück zu kehren. Wie lange war das nun überhaupt her gewesen? Sicher schon ein halbes Jahrzehnt, wenn nicht mehr. Unwichtig. Ihn enttäuschte ihre Frage - das war es was sie interessierte? Erwartete sie nun eine Liste all der Orte, wo er untergetaucht war? Dann stünden sie morgen noch hier. In einem beschissenen Kleinstadt Supermarkt. Er überging ihre Frage daher einfach. "Du siehst schrecklich aus.", sagte Marlin daher ohne eine Mine zu verziehen. Reizende erste Worte, aber wen kümmerte es schon? Naja, das weiß sie vermutlich auch selbst. Zumindest wollte er das für sie hoffen, denn es war schon eine ganz schöne Zumutung, die sie hier vertrat. Ob er sich freute sie wiederzusehen? Als ob die Antwort darauf nicht auf der Hand lag.

    [Tori] & Gaius | im Hinterhof



    Wäre es ihr aufgefallen? Unter normalen Umständen? Die Regungen in seinem Gesicht, die Gedanken, die sich gerade in ihm abspielen mochten? Vielleicht. Immerhin... sie kannten sich nun schon lange, nicht wahr? Vielleicht wäre Tori in der Lage gewesen zumindest ein Teil dessen was in Gaius vorging in seiner Mimik zu erkennen. Doch ihr Blick war verschleiert von ihren Tränen und so sah sie nichts, rein gar nichts und war außer Stande einen klaren Kopf zu bekommen. Und den hätte es gebraucht, um ein wenig das Rätsel zu entschlossen, was ihre Bindung umgab. Sie versuchte noch immer, die Tränen wegzuwischen, doch es kamen immer wieder neue nach, ein unendlicher Wasserfall. Wieso tat es nur so weh? Was war da mit diesem Mann vor ihr, dass sie nicht losließ? Sie hörte ihren Namen, ihren Namen aus seinem Mund und ein wenig rüttelte sie das wach, denn seine Stimme klang genauso schmerzlich, genauso zerrissen, wie die ihre es war. Durch ihre verschwommene Sicht erkannte sie nun, dass auch er weinte. Gaius weinte. Wie... wie konnte das sein? Sie hatte ihn noch nie so gesehen, noch nie so verletzlich vielleicht, er war immer es stets gewesen, der sie hochgezogen hatte, aufgemuntert, mit seinen leichten Witzen und den lockeren Worten auf den Lippen. Mit seiner Ehrlichkeit und seiner Direktheit und auch seiner Tollpatschigkeit. Immer hatte er es geschafft, ein Lächeln auf ihre Lippen zu zaubern. Doch nun war es umgekehrt. Nun hatte sie ihn mit ihrem weinen, ihrem ständigen Geheule, angesteckt. Wie furchtbar! Wieso tat sie das? Aber weshalb... weshalb war sie dazu überhaupt in der Lage? Er entschuldigte sich nun, der Zwerg, der Idiot vor ihr und auch wenn es ihr selbst leid tat, dass sie ihn nun mit sich zog, fand sie seine Entschuldigung auch angebracht. Irgendwie. Die Maid nickte zaghaft, ein Zeichen, dass sie bereit war diese anzunehmen. Gaius hatte sie verletzt. Ob sie es ihm gleichgetan hatte, dem war sie sich ehrlich gesagt nicht sicher. Aber er machte ihr keinen Vorwurf. Der Schmied zog sie schließlich in die Arme, sie hatte gar nicht gemerkt, wie er auf sie zugekommen war. Wärme breitete sich in ihr aus, ungeahnte, schöne, Wärme. Es fühlte sich gut an, richtig an, hier zu stehen, geborgen in seiner Umarmung, von allem Unheil beschützt. Er hatte ihren Kopf auf seine Brust gebettet, so konnte sie seinen Herzschlag hören. Bildete sie sich das ein oder schlug es schneller als gewöhnlich? Sie vernahm ebenso seine Worte, doch konnte ihren Sinn gerade nicht begreifen. Vergessen? Alles was er vorhin gesagt hatte? Wann... vorhin? Er hatte so viel gesagt, sie hatte viel gesprochen, doch es waren so viele Verwirrungen, so viele Zweifel in all diesen Worten gelegen, dass sie gerade nicht wusste, was sie vergessen sollte. Ob sie das überhaupt könnte? Wichtig war nur eins: Er wollte nicht gehen. Nicht heute, nicht in Zukunft. Das war es doch, was er sagte oder? Oder wollte er sie nur beruhigen, wie viel Wahrheit steckte in dieser Aussage? Sie wollte ihm glauben, sie wollte es wirklich. Doch sie fürchtete sich noch immer davor, alleine zurück zu bleiben. Fürchtete sich davor plötzlich mehr als vor Monstern oder vor wütendem Feuer. War das richtig so? Durfte sie diesen Anspruch erheben? Der letzte Satz. Es war der letzte Satz, der sie erneut, endgültig innehalten ließ. 'Es gibt nichts, was mir wichtiger wäre, als du es bist.' War das ein Bekenntnis? War ihr Schicksal also unausweichlich miteinander verknüpft? Sie fühlte sich ruhig, so ruhig, seitdem er sie in die Arme geschlossen hatte, ein Platz an dem alles gut war. Tori hatte gar nicht bemerkt, wie ihre Tränen längst versiegt waren. Ich bin jemanden wichtig? Das... Wichtigste? Nein, sie konnte es wahrlich nicht begreifen. Ihr Leben lang hatte sie sich als Bürde für andere gefühlt, weil sie schwach war, ein nutzloses Mädchen. Das es tatsächlich jemanden gab, dem sie so wichtig war und das sie tatsächlich dieselben Worte ihm gegenüber sprechen könnte, ohne Reue - es war unglaublich. Die Wärme blieb, die Erleichterung, die nervöse Gespanntheit, so viele Gefühle da in ihr, dass sie nicht wagte den Kopf zu heben, nicht wagte ihn anzusehen - als fürchtete all das was sie hörte, was sie fühlte könnte dadurch vergehen wie ein Windhauch. Es gab keine Worte dafür. Oder doch, vielleicht gab es sie, aber dennoch schienen es nicht die Richtigen zu sein. Tori klammerte sich ein wenig enger an Gaius, zog ihn noch fester an sich, als fürchtete sie, er könnte verloren gehen, wenn sie nur losließe, Oder alles würde sich als als seltsamer, schöner, furchtbarer, verrückter Traum entpuppen. "Versprich es.", flüsterte sie leise, kaum hörbar, noch immer mit dem Kopf an seiner Brust, noch immer nicht aufsehend, "V-Versprich m-mir das du bei mir bleibst." Sie wusste nicht, warum sie das brauchte. Hatte er ihr nicht längst gesagt, was sie hören wollte? War es nur die Angst davor, dass diese Worte nichts wert waren? Aber nach all dem was er vorhin gesagt hatte - wer würde da nicht vorsichtig sein? Auch wenn er sagte, sie solle es vergessen, sie konnte es nicht. Ein Restzweifel blieb und vielleicht wollte sie diese ausmerzen, wenn sie ihm dieses Versprechen abrang.

    [Gabriel] & Marie an einem der Tische



    Gabriel ließ sich von Marie bezüglich der Klostertour beschwichtigen. Sie hatte ja Recht! Erstmal abwarten - wenn auch Geduld keine Tugend war, die den jungen Latino ausmachte. Immerhin war Marie sehr besonnen in der Sache. Der Deal zusammen Hausaufgaben war auch schon besiegelt. Vielleicht könnten sie noch weitere Klassenkameraden zusammentrommeln? Das sich Marie ebenfalls ein Harry Potter Fan entpuppte wunderte ihn nicht. Wer war der Geschichte des Zauberers nicht längst vefallen? "Wieso uncool?", fragte er sie mit gerunzelter Stirn. Wie konnte etwas, was so in den Mainstream Medien angekommen war, als uncool empfinden werden? "Du bist bestimmt in Ravenclaw, oder?", mutmaßte er dann mit einem breiten Grinsen, um ihr so das Zeichen zu geben das Nerd-Talk alles andere als uncool war! "Wenn ich nach Hogwarts gehen könnte, hoffe ich in Gryffindor zu landen." Wobei bei ihm auch die Möglichkeit von Hufflepuff sehr hoch war, das musste er sich eingestehen, aber er wünschte es sich sehr. Und wie wir alle wussten, berücksichtigte der sprechende Hut das! Bei der Gegenfrage musste er auch ein wenig überlegen. "Aus dem Comic Universum auf jeden Fall Black Panther. Ansonsten..." Er grübelte ein wenig um mit etwas aufzuwarten, mit dem er Marie auch überzeugen konnte. Simón Bolivar fiel ihm ein, aber er kannte sich nicht genug mit seiner Geschichte aus um komplett dahinter zu stehen. "Ich weiß nicht, ich bewundere generell Menschen, die sich für etwas einsetzen oder für andere einstehen können...", schloss er und kratzte sich ein wenig nervös an der Wange. "Das ist eine uncoole Antwort, oder?", versuchte er humorvoll nachzuschieben, wenngleich es ihm nicht ganz gelang. Das klang einfach so abgedroschen! Und Marie kannte wohl sicher zahlreiche Namen, die sie hierfür direkt benennen könnte! Dennoch wünschte sich Gabriel einer dieser Menschen zu werden.

    [Cinnamon] & Leo



    Dreist oder gerissen...? Tatsächlich sank Cinnamon's Selbstbewusstsein ein wenig. Vielleicht hätte sie sich in Gedanken doch ein wenig besser vorbereiten sollen, aber das war nunmal einfach nicht ihre Art. Nichtsdestotrotz würde sie sich weder als dreist noch als gerissen bezeichnen, sondern einfach nur als... Cinnamon. Direkt, ehrlich und ohne Hintergedanken. Was sollte sie auch vor dem Schmied zu verbergen haben? Er schien sich nun ganz eindeutig an den Vorfall zu erinnern - sie auch. Daher empfand sie seine darauffolgenden Worte auch als beleidigend. "Erschlichen?" Ein wenig sauer der Anschuldigung war sie schon, doch das Mädchen hatte sich problemlos im Griff. Sie rückte ihre Brille zurecht, ehe sie ihm entgegnete: "Hör mal, du hast Gaius angeschnauzt er solle arbeiten, er hat mir den Speer verkauft, ich habe bezahlt. Was soll daran erschlichen sein?" Wenn er interne Probleme in seinem Laden hatte, sollte er sich darum kümmern und sie das nicht ausbaden lassen. Wobei klar war, dass Leo und Fairness keine kompatible Mischung waren. "Ich habe trainiert." Nicht viel, aber immerhin! Vielleicht konnte Forté hier für sie bürgen? "Und weder mich noch meine Mitgesellen damit verletzt." Andere auf keinen Fall und sich selbst auch nie so, dass sie in der Klinik gelandet war. "Warum willst du mir also jetzt ein Nein erteilen?" Naja, jemand wie Leo brauchte wohl keinen Grund, aber blöd war die Situation dadurch nun allemal. Falls er sie tatsächlich mit leeren Händen ziehen ließ - einfach nur weil er bockig war, denn welchen Grund sollte es sonst geben? - war guter Rat teuer. Ob sie sich dann nochmal an Gaius wenden konnte? Das wäre dann wirklich erschlichen, aber ebenso ganz getreu dem Motto 'wie du mir, so ich dir' oder aber 'selffullfilling prophecy'. Das könnte man ja dann durchgehen lassen, oder?

    [Doug] & Dylas



    Neugierig hob Doug die Augenbrauen. Von welchen Angeboten Dylas da wohl sprach? Ein wenig zweideutig klang das ganze ja schon! Über die Aussage über 'echte Männer' verdrehte der Rotschopf jedoch theatralisch die Augen. "Was verstehst du denn unter einem echten Mann?" Was für eine Stussaussage, aber was anderes konnte er von dem Pferdegesicht wohl nicht erwarten. Vielleicht lebten Halbwesen generell ja eher nach konservativen Werten des letzten Jahrhunderts? Ganz ausgeschlossen war das nicht. So manch einer erzählte sich ja, das Halbblüter auch länger lebten als so mancher Mensch oder Zwerg, aber ob das stimmte konnte der Rotschopf nicht beurteilen. Doug hielt sich jedoch nicht weiter damit auf und lachte hingegen als Dylas ihm den Konter im Service gab. "Eins zu null für dich, schätze ich.", gestand er ihm zu. Fair war er! Tatsächlich wollte das Kanickel auf ihn warten, weswegen sich Doug ein 1:1 im Kopf notierte. Gratis Essen heute Abend, yes! Dylas mochte warten können, er selbst hatte jedoch nur wenig Geduld - ganz generell. Außerdem waren es nur noch 15 min bis Ladenschluss, jetzt würde doch eh keiner mehr kommen! Doug entschloss sich also dicht zu machen und ergriff einer der beiden großen Tüten von Dylas' Einkauf. "Also los! Wo wohnst du überhaupt? Im Wald oder so?", fragte er noch, bevor er zuschloss und die beiden gemeinsames Weges gingen.


    --> gehen

    [Marlin] | kommt an | Supermarkt


    Lage der Unterkunft: Grenzwertig. Wer bei booking.com vergab hierfür eine gute Lage? Klar, das Hotel hatte einen traumhaften Blick auf das Meer - oh wow, herzlichen Glückwunsch - doch in die Innenstadt lief man fast eine halbe Stunde zu Fuß. Er hatte festgestellt, dass es noch ein wenig früh war um sich in eine Bar zu begeben, weswegen er sich einen ersten Überblick über die Stadt schaffen wollte. Immer der erste Schritt, sobald man neu wo ankam. Er schlenderte ein wenig durch die Straßen, die Hände in den Jackentaschen vergraben. Nichts, was soweit seine Aufmerksamkeit erhaschte. Ob er hier bleiben und sich einen Gelegenheitsjob suchen sollte oder besser doch gleich weiter? Mal sehen. Marlin seufzte. Wie lange wollte er dieses Nomadenleben noch weiterführen? Ein lästiger Gedanke. Als ein Supermarkt in Sicht kam, steuerte er darauf zu. Ein paar Snacks und ein Bier waren nie verkehrt, außerdem musste er sowieso den typischen Bedarf auffüllen. Der Laden war kleiner als es von außen den Anschein hatte und Marlin hob zweifelnd die Augenbrauen über die schreckliche Supermarktmusik, die aus den Lautsprechern dudelte. Nervig. Er schätzte erneut die Länder in denen Supermärkte klein und beschaulich, lokale Märkte dafür umso mehr aufsehen erregten. Vielleicht sollte er auch mal wieder diese Richtung einschlagen? Der Gedanke war es wert weiter verfolgt zu werden, doch zuerst richtete er seine Aufmerksamkeit auf die direkten Dinge vor ihm, nicht jedoch ohne seine Umgebung im Auge zu behalten.

    [Cedric] kommt & geht

    <-- vom Restaurant


    Es war schon spät, als Cedric das Wohnheim erreichte. Wie lange war er noch in dem vermaledeiten Restaurant gesessen? Er wusste es nicht. Das Tragen einer Armbanduhr hatte er sich längst abgewöhnt, schien sie ihn doch sowieso stets zu belügen. Die Verlockung sich erneut in sein Zimmer zu Verkriechen, war verdammt groß. Dennoch regte sich ein Hauch von Schuldbewusstsein in ihm. Er konnte Nick und Alice nicht noch länger warten lassen. Also suchte er widerwillig Nick's Zimmer auf und packte einige Sachen in eine Reisetasche. Er fühlte sich müde, dennoch raffte er sich auf. Immerhin: heute hatte er ein Ziel, eine Aufgabe. Diese musste er doch noch erledigen können? Er rang seinen inneren Konflikt nieder und verließ das Wohnheim, ehe ihn die Zweifel weiter einschnüren konnten. Etwas Negatives schien von hier sowieso auszugehen...


    --> Krankenhaus.

    [Cedric] verlässt das Restaurant


    Cedric spürte, dass es in Alice brodelte. Gleichzeitig war er sich darüber nicht sicher, denn alles was ihm entgegenkam war ein Hauch Ironie gepaart mit Freundlichkeit? Er wusste es nicht. Alice konnte er nicht deuten und er wünschte er könnte es einfach lassen, sich damit zu befassen. Doch gerade gelang es ihm nicht, schätzte er ihre Meinung, das Bild welches sie über ihn hatte, doch zu sehr? War es ihm tatsächlich so wichtig? Das war absurd. Und doch war es das nicht. Gleichzeitig überkam ihm das Bedürfnis sich dringend mit Simon zu treffen, wenngleich er im selben Moment das Gefühl hatte, ihm nichts mehr zu sagen zu haben. Niemanden mehr. Seine Gedanken drehten sich, wie sie es so oft taten und kamen doch zu keinem Punkt. 'Spaß'. Sicher. Die Lüge enttarnte sogar er. Obwohl er hatte die Flucht ergreifen wollen, war sie es nun, die aufstand. Er sah zu ihr hoch, vernahm ihre Worte, sagte jedoch nichts weiter. Ließ sie lediglich gehen und sah dem blonden, schwangeren Mädchen hinterher, welches wohl mehr als genug Bürden selbst tragen musste. Er war wirklich ein Nichtsnutz. Trübsalblasend - wie immer halt - richtete Cedric den Blick auf seinen Kaffee, der längst kalt geworden war. Ein hässlich verzerrtes Spiegelbild seiner Selbst blickte ihm aus der Tasse entgegen - ein Bild, welches der Wahrheit kaum näher hätte kommen können. Warum war das Getränk überhaupt schon kalt? Hatte die Kellnerin es nicht gerade erst gebracht? Nur am Rande bekam Cedric mit, wie sich das Restaurant langsam leerte. Nicht schon wieder... Die Zeit verfloss, wie sie es immer tat, wenn er mal einen Augenblick nicht aufpasste. Warum zum Teufel...? Abrupt stand Cedric auf, beinahe wäre die Tasse dabei umgeflogen. Er ließ sie stehen, mit dem halbleeren Inhalt und bezahlte, wenngleich der Blick der Kellnerin ihm nicht entging. Zumindest soweit war es noch nicht gekommen. Schnellen Schrittes verließ der junge Mann das Restaurant, noch immer ohne ein Gefühl von Hunger.


    --> geht zu den Wohnheimen.

    [Marlin] | First Post


    Marlin stellte den Rucksack ab, ehe er sich an die Rezeption wandte. Ein prüfender Blick ging durch die Empfangshalle. Bequeme Sessel, verzierte Wandsäulen, Spiegel, hässliche Bilder, der Typ hinter dem Tresen trug die Verkleidung eines Pinguins: Anzug, Krawatte, steife Miene. Alles in allem: schick. Kein Milieu in das er sich normalerweise verirrte. Doch es schien, als hätte dieser Ort wahrlich nichts besseres - oder in seinem Fall: schlechteres - zu bieten. Nicht, das er Luxus per se ablehnte, doch meist ertrank dieser in einer Fake Schicht, bei dem ihm das kotzen kam. Ganz davon abgesehen, das es in der Regel über seinem Budget lag. Billige Hostels und Couchsurfing waren typischerweise seine erste Wahl, doch in Riverport war er bisher nicht fündig geworden. Als lebten die Leute hier noch im letzten Jahrhundert. Selbst ein airbnb würde ihn wohl günstiger kommen, als eine Nacht in diesem Bunker, aber was soll's. Er würde sich nach Arbeit umhören und wenn nicht, eben wieder verschwinden. So wie immer. Für ein oder zwei Nachte wird's gehen. Wie immer, nur eine vorübergehende Bleibe. Auf dem ersten Blick war jedoch klar, dass die Gesellschaft, die hier einkehrte, nicht die seine war - nicht, das es ihn kümmern würde. Er ließ gelangweilt den Blick weiter schweifen, während der Rezeptionist eine Kopie seines Passes machte und ihn mit den üblichen Informationen zudröhnte. Der Zweifel, ob er zahlen konnte, stand dem Kerl ins Gesicht geschrieben, wenngleich er es professionell hinter einer höflichen Fassade versteckte. Das entlockte Marlin nur ein amüsiertes Schnauben und auf Verlangen schob er die Kreditkarte nach. Das war zwar nicht die seine, aber das musste ja niemand so genau wissen. Nach Arbeit in diesem Laden brauchte er jedenfalls nicht fragen, es war klar, das hier nur qualifiziertes Fachpersonal, welches schön in das Schema passte, gefragt war. Wie dem auch sei. Marlin schulterte seinen Rucksack und warf ihn sofort in das ihm zugewiesene Zimmer, ohne einen weiteren Blick hinein zu werfen. Wucherpreise. Mal sehen wo man in diesem Ort etwas Ordentliches trinken gehen konnte, nach der langen Busfahrt hatte er auf jeden Fall etwas nötig.


    geht~

    [Gabriel] & Marie an einem der Tische



    Gabriel hing an Marie's Lippen als sie von den Geschichen aus dem Kloster erzählte. "Eine mordende Nonne? Hallelujah!" - Ja, Hallelujah im wahrsten Sinne des Wortes. Klar, solche Geschichten fand er spannend und hörte sie auch gerne, dennoch war er ein wenig zwiegespalten. Immerhin: Nonnen und Mönche waren Diener Gottes und Massenmorde gehörten ja nicht gerade zu seinem Willen. Wobei das... ja in der katholischen Kirche trotzdem schon oft genug vorgekommen war. Etwas, was Gabriel mit Schmerz erfüllte, war er doch sehr gläubig. "Ach ich glaube, sobald die Polizei das Gelände wieder freigibt, können wir da wieder hinfahren! Wir nehmen einfach einen Bus vom Markt." Für ihn war es schon beschlossene Sache, dass er mit Marie zusammen ging! Vielleicht könnte sie ihn dann auch etwas über die Kräuter beibringen? Er erinnerte sich sehnlich an Coca und Muña Tee aus seinem Heimatland zurück. Beides wuchs hier leider nicht (oder war nicht erlaubt). Ihm entging nicht, dass Marie's Stimme ein kleines wenig höher klang und sah daher überrascht auf, konnte jedoch an ihrer Aussage nichts seltsames entdecken. Viel mehr überwog die Euphorie, dass sie die Hausaufgaben zusammen mit ihm machen wollte. "Das wäre echt super! Ja gerne!" Na hoffentlich würde das nicht darauf hinauslaufen, dass Marie die ganze Arbeit machte... Gabriel war zwar ein Teamplayer, aber er ließ schnell nach, wenn er merkte, jemand anderes war sowieso viel besser als er. Keine lobenswerte Eigenschaft. "Ach, mach dir keinen Kopf! Ist nicht für jeden was. Alle schauen zwar jetzt die Filme und reden darüber, aber viele kennen sich trotzdem nicht aus. In den Comics gibt es so viel mehr Input, das glaubst du gar nicht!", meinte er und war dann doch überrascht, dass Marie sich auch für Helden interessierte. Sie war echt ein cooles Mädchen. "Echt? Welche Helden magst du so?" Er vermutete, dass sie einfach mehr Bücher davon las und war interessiert daran, was sie dazu zu erzählen hatte.

    [Antoinette] & Wayne | in der Zuckerstube



    Sie verfolgte mit den Augen die Bewegungen von Wayne. Er hatte sich nicht von ihr abweisen lassen. Kurz wurden ihre Augen groß, als er sich ihr näherte und... Mehl von ihrem Gesicht strich? Es war zu schnell, als das sie sich ihm entziehen konnte. Antoinette wollte etwas sagen, doch kein Wort verließ ihre zarten Lippen. Ihr schoss das Blut in die Wangen und sie machte einen Schritt nach hinten. "Merci.", sagte sie dann dennoch, ohne ihn direkt anzusehen. Der Blick lag auf seiner Brust, ehe sie sich fing und auf dem Absatz umdrehte. Mit einer Handbewegung bedeutete sie ihm zu folgen. Die Küche im Hinterraum, ihre Zuckerstube - in der das ganze Mehl noch verteilt auf dem Boden lag. "Tritt nicht rein, oui?", riet sie ihm, vermutlich unnötigerweise. Ein wenig nervös war sie trotzdem, da sie normalerweise nie jemanden hier rein ließ. Dennoch fühlte sie sich sicher, denn immerhin war das ihr Reich. Aus der Abstellkammer holte sie eine Schaufel und Besen um alles zusammen zu kehren - das reichte fürs Erste. Oder musste. Richtig sauber machen würde sie wie immer zu Dienstschluss. "Ich war gerade dabei neue Rezepte auszuprobieren.", erzählte sie, als sie am Tisch alles zusammenräumte. Dann jedoch drehte sie sich zu ihm um. "Wie ist dein Verhältnis zu Kochen und Backen, Wayne?", fragte sie ihn forsch. Noch immer wirkte es total surreal, dass er hier war - in ihrem Laden! Aber warum eigentlich? Waren sie nicht längst... befreundet? Das Wort klang irgendwie nicht ganz richtig und sie war sich auch nicht sicher, ob sie es so benutzen konnte. Ob sie das Recht dazu hatte. Und ob sie sich das wünschen würde oder nicht doch etwas anderes.

    [Cinnamon] & Leo



    Ugh. Er erinnerte sich nicht? Cinnamon war sich nicht ganz sich ob das nun zu ihrem Gunsten oder ihrem Nachteil ausfiel. Noch immer hatte sie sein brüllendes Gesicht vor Augen, als sie mit Gaius vor ihm weggelaufen war. Dabei... hatte sie an sich nichts falsch gemacht. Oder? Ohne sich in dieser Hinsicht zu erklären, entgegnete sie mit vor der Brust verschränkten Armen: "Woher soll ich denn sonst einen bekommen haben? Gibt ja hier keine Alternative, ist aber auch schon eine Weile her." Na hoffentlich bekam Leo das jetzt nicht in den falschen Hals. Sie seufzte und ließ die Arme locker. Natürlich fragte er nach. Sie war kurz davor einen ironischen Kommentar abzugeben - was sollte sie auch sagen? - verkniff sich das aber. Kam bestimmt nicht gut bei dem alten Griesgram an. Also blieb sie ehrlich und das sah man ihr auch an. Nur ungern erinnerte sie sich an den Vorfall im Monsterareal zurück. Die Angst, die sie verspürt hatte, die Flucht, die Panik, dieses verdammte Monstrum, was ihnen nach den Leben getrachtet hatte. Sie schüttelte sich kurz, ehe sie zu Wort ansetzte: "Er kam zum Einsatz. Und hat mir das Leben gerettet." Genau das was er sollte. Sie war nicht geschickt mit der Waffe, auf keinen Fall, es war pures Glück gewesen und das wusste sie. Dennoch wollte sie nicht daran denken, was passiert hätte, hätte sie den Speer nicht bei sich gehabt. "Daher hätte ich gerne einen Neuen, denn ich hänge an meinem Leben und die Welt ist verdammt gefährlich." Das wusste er wohl besser als so manch anderer. Sie wusste nicht ob die Erklärung ihm genügen würde, aber er würde schon fragen, wenn er mehr wissen wollte.