Der Platz des Volkes

  • 3772-dorothy123-pngDorothy & Eric | auf dem Dach eines Schaustellerwagens


    Okay, das Mädchen musste sich beruhigen. Dorothy spürte ihren Herzschlag und auch ihre Atmung hatte sich verändert. Es hatten sich Tränen in ihren Augen angesammelt und leise schluchzte die angehende Heilerin, trotzdem wischte sie sie nicht weg, war eher damit beschäftigt ihre Beine zu umklammern, ihre Finger in den Stoff ihrer Kleidern zu vergraben. Da sie ihren Kopf gesenkt hatte, konnte Eric das eh nicht sehen, konnte nicht sehen wie schwach sie war. Sie versuchte langsamer zu atmen, ruhiger. Eigentlich sollte Zaid doch gar nicht Thema am heutigen Abend sein. Schließlich war sie mit Eric hier, war es da überhaupt angebracht über irgendwelche anderen Menschen aus ihrem Leben zu erzählen? Vorallem wenn es um ihren Freund ging? Oder.. Ex-Freund? Was war Zaid denn momentan überhaupt? Wobei.. musste sie das entscheiden? Sollte sie das alleine überhaupt entscheiden? Was sagte ihr Herz eigentlich dazu? Dorothy legte eine Hand auf ihre Brust, dorthin wo ihr Herz im Inneren schlug. Als könnte sie irgendwie eine logische und vernünftigte Antwort dadurch bekommen, was natürlich nicht möglich war und als die Stimme des Mannes die Stille durchbrach, die sich aufgebaut hatte, nachdem sie zuende gesprochen hatte, zuckte sie kurz zusammen. Gerne hätte sie in das Geischt des Mannes geschaut, hob ihren Kopf jedoch nicht an. Immerhin sollte er nicht ihre Tränen sehen. Das hier sollte doch ein schöner Abend werden und sie hatte es ganz einfach ruiniert. Wie sie es doch immer tat. Bei allem. Das Mädchen war noch damit beschäftigt dieses einzige Wort des Anderen zu verarbeiten, dachte noch darüber nach was er meinte, wie sie antworten sollte, da spürte sie schon seine kräftigen Arme um ihren zierlichen Körper. Fühlte wie er sich an sie heran drückte, sie in eine Umarmung schloss. „E-eric..“ Sein Name glitt flüsternd über ihre Lippen während sie seinen Herzschlag hörte. Ihr Kopf lag so dicht an seiner Brust und eine starke Röte breitete sich in ihrem Gesicht aus. Das war doch nicht in Ordnung. Was, wenn Sophia das sah? Was dachte sie dann, sie sollte nichts Falsches denken! Jedoch fühlte sich diese Umarmung gut an. Eine wohlige Wärme füllte ihren Körper und komischerweise kribbelte es auch in ihrem Bauch. Ein schwaches Lächeln zierte ihre Lippen während Eric sie festhielt und wenn auch zögernd und ganz vorsichtig, erwiderte sie diese Umarmung und legte ihre Hände an seinen Rücken während ihre Finger sich ein bisschen in den blauen Stoff seines Hemdes krallten. Für einen Moment hatte Dorothy das Gefühl nicht zu fallen. Nicht wieder zurück in das schwarze Loch zu fallen in dem sie sich sooft wieder fand. Wenn sie darüber nachdachte was in der Vergangenheit passiert war. Wenn sie an die vielen Momente dachte in denen sie sich alleine fühlte. Wei ihre Familie kaum Zuhause war. Weil auch Zaid nicht in ihrer Nähe war. Für einen Augenblick war sich das Mädchen nicht sicher wem diese Worte eigentlich galten. Sicher ihr? Dorothy hob langsam ihren Kopf und erhaschte einen Blick in sein Gesicht. Er wirkte bedrückt. Er fühlte sich nicht gut oder? Etwas in seinem Blick stimmte nicht und sie spürte einen Stich in ihrem Herzen. Die Tochter des Priesters hatte den Abend ruiniert. „I-ich..“, begann sie und fand doch nicht die richtigen Worte. Gab es die überhaupt? Sie konnte ihm nicht glauben. Konnte nicht aufhören daran zu denken dass sie Schuld war. Das Mädchen blieb weiter sitzen als Eric sich erhob, als er vom Dach des Wagens hüpfte und eine ungewohnte Kälte in ihr zurück blieb. Zunächst blieb sie sitzen, war beinahe schon unfähig ihre Beine zu bewegen und spürte doch noch die Hitze in ihrem Gesicht. Doro legte die Hände an ihre Wangen und war überrascht von diesem Gefühl in sich. Von diesem Wunsch, dass er diese Umarmung nicht beendet hätte. Schnell schüttelte sie ihren Kopf. So sollte sie nicht denken. Mist. Wenn das Fern jemals erfuhr.. sie war dann sicher geliefert. Dorothy rutschte an den Rand des Daches und ließ sich langsam von dort oben hinunter gleiten, ließ sich von ihm auffangen. „E-es t-tut mir l-l-leid.. wirklich..“, sagte das Mädchen mit leiser Stimme und war sich auch gar nicht sicher ob Eric das gehört hatte. Ihre Hände lagen auf seinen Oberarmen und sie bemerkte wie muskulös diese eigentlich waren. Gerade hatten ihre Wangen wieder ihre blasse Farbe angenommen, so färbten sie sich gleich wieder in einem zarten Rosa und sie senkte ihren Blick wobei auch ihre Kapuze nach vorne fiel und sie hob ihre Arme, nahm ihre Hände von ihm und ging auch einen Schritt zurück. „V-v-vielleicht wäre es b-besser wenn.. d-du das nicht.. mehr machst.“ Nervös spielte sie mit ihren Fingern, sie spürte ihr Herz deutlich in ihrer Brust. „M-mich umarmen u-und.. so etwas..“ Nicht weil sie das nicht wollte. Das war nicht der Fall. Irgendwie.. genoss sie es. Diese zarten Berührungen, die liebevollen Umarmungen. Wenn er mit seiner Hand über ihren Kopf streichelte. Aber das sollte Sophia nicht sehen. Das sollte er nicht tun wenn seine Freundin in der Nähe war weil das doch auch nicht fair war oder? Vielleicht hätte sie das noch dazu sagen sollen, nicht dass Eric das noch falsch auffasste und dachte, sie mochte die Annäherungen nicht aber daran dachte das Mädchen nicht. War irgendwie davon abgelenkt dass er wirklich trainierte Arme hatte und ihr das bis jetzt noch nicht so aufgefallen war. Auch seine Brust hatte sich so muskulös angefühlt..

  • [Rosalind] ~ bei Vishnal

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    Mit einem zufiredenen, wenn auch sehr kleinen, Lächeln bedachte die Blauhaarige den Butler. Kurzzeitig hatte sie gefürchtet, er würde ihre Geste ablehnen, doch tatsächlich nahm er sie an. Wenn sie ihn schon zu diesem Stand schleppte, so würde sie auch die Rechnung übernehmen. So könnte sich Vishnal zur Not später noch etwas anderes kaufen, wenn dieses Mahl zu einem Reinfall werden würde. Erschöpft ließ sich die Adelstochter nieder und betrachtete interessiert ihr Essen. Die Besorgnis in Vishnals Stimme war ihr nicht entgangen, doch sie wollte optimistisch bleiben. Nach einem letzten prüfenden Blick nahm die Blauhaarige schließlich den ersten Löffel. Auf ihrer zarten Zunge bereitete sich schlagartig ein Feuer aus, welches ihr den Atem verschlug. Sie versuchte mit Mühe und Not ein Husten zu unterdrücken, was ihr jedoch nicht vollständig gelang. Solch starke Gewürze war die Adelstochter wahrlich nicht gewohnt. War das etwa normal unter den Bürgerlichen? Es fiel Rosalind schwer, dass Essen herunterzuschlucken, auch wenn sie nicht viel zu sich genommen hatte. Vishnals vorsichtige Frage klang da wie eine gerufene Erlösung. Also war es ihm auch zu scharf? "Ein wenig vielleicht." Es fiel ihr schwer, die Stimme zu finden. "Ein wenig sehr..." Fügte sie an, ehe sie tief ein- und wieder ausatmete. "Verzeiht mir, Vishnal. Das nächste Mal lasse ich Euch die Wahl treffen." Ihre grünen Augen fanden die des Butlers und sie schenkte ihm einen entschuldigenden Ausdruck. Das nächste Mal? Würde es das überhaupt geben oder würde Vishnal es in Zukunft besser wissen, als sich von seiner Herrin zum Essen einladen zu lassen?

  • [Verlassen das Fest] Dorothy & Eric

    Stockend kam sein Name über ihre Lippen als er seine Arme um sie legte als wäre es selbstverständlich. Als würden sie einander schon ewig kennen - als wäre das Band zwischen ihnen wesentlich gefestigter als es tatsächlich war - als verbände sie ein Grundvertrauen aufgebaut in Jahren inniger Freundschaft. Aber all das war nicht der Fall und dennoch hatte der Jäger das Gefühl das Richtige zu tun. Dorothy wirkte bedrückt und mitunter trug er dafür die Verantwortung. Es war also das Mindeste ihr auf diese Weise Trost zu spenden auch wenn es ihm vielleicht nicht zustand. Aber manchmal war es einfach wichtiger das überhaupt Jemand da war - das man nicht alleine war - oder? Ihr Körper spannte sich etwas an als er sie an seine Brust drückte, sie nicht ansah damit sie weinen konnte wenn sie wollte - ohne sich schämen zu müssen denn es war dem Dunkelhaarigen nicht verborgen geblieben das sie ihre Tränen versteckte - so wie sie die meiste Zeit über ihr Gesicht versteckte. Was schade war. Immerhin war Dorothy ein hübsches Mädchen mit einem wunderschönen Lächeln. Es tat gut als sie seine Umarmung erwiderte -langsam - zögerlich aber es schlich sich dabei ein Lächeln auf die Lippen des jungen Jägers. Unweigerlich. Es lies sich gar nicht verhindern. Gerade bei zurückhaltenden Menschen wie Dorothy es war, war es doch umso schöner wenn sie sich ein wenig öffneten und sie auch einen Schritt auf einen zumachten, wo es ihnen doch ganz sicher nicht leicht fiel. Er spürte wie sich das Mädchen an seinem Hemd festkrallte, spürte die Wärme die von ihrem Körper ausging, ihren Kopf an seiner Brust. Es vergingen einige Minuten bevor er sich wieder von ihr löste - begleitet von dem Gedanken das sie sich zu Hause bestimmt wohler fühlen würde - bei Fern - in einer vertrauten Umgebung - weit weg von all diesen Menschen, die ihr doch schon von Anfang an zu viel gewesen waren. Sie suchte nach Worten aber fand sie nicht, weshalb er ihr nur ein aufmunterndes Lächeln schenkte als er sich schließlich erhob und darauf wartete das sie es ihm gleich tat. Der Blick seiner dunklen Augen lag auf der Kapuzenträgerin - ruhig und abwartend. Irgendwann setzte auch sie sich in Bewegung, rutschte an den Rand des Dachs und lies sich in seine Arme fallen. Sie war federleicht und hielt sich dabei an seinen Oberarmen fest als er das Mädchen sachte auf den Boden neben sich absetzte. Eine Entschuldigung kam ihr über die Lippen und Eric sah sie einen Moment einfach nur verständnislos an, schüttelte den Kopf und lächelte folgend. Offenbar erreichten seine Worte sie nicht obwohl er sie tatsächlich ernst meinte - kein Wort davon gelogen war. Sie traf keine Schuld. "Was denn?" fragte der Dunkelhaarige schließlich und sein Blick wanderte über ihr Gesicht, über ihre Wangen, die von einem leichten Rotschimmer geziert waren, den sie schon im nächsten Moment schon wieder vor ihm versteckte auch wenn es irgendwie süß an ihr aussah - ihr sogar stand. "Das ich heute einen wunderschönen Abend mit dir hatte?" Eric hob eine Augenbraue und ein Lachen drang aus seiner Kehle. Er hatte seinen Arm schon wieder gehoben um mit der Hand über ihren Kopf zu streicheln. Ihr vielleicht durch Gesten zu zeigen das wirklich alles in Ordnung war als Dorothy wieder das Wort ergriff. Der junge Mann stoppte in der Bewegung und zog seine Hand schließlich zurück als sie sich ein wenig von ihm entfernte. Das Lächeln auf seinen Lippen verschwand und kurz huschte sein Blick über jene Hand, die kurz davor gewesen war ihren Kopf zu streicheln bevor er sie sinken lies. Sie erklärte sich aber das war nicht nötig. Schon ihre ersten Worte hatten gereicht um ihn zu zeigen das er zu weit gegangen war - zu vertraut mit ihr umgegangen war - es ihr unangenehm war wenn er ihr auf diese Weise nahe kam. "Bitte entschuldige..." kam es über seine Lippen als sich einen Moment abwandte, sich ein wenig dafür schämte sie so bedrängt zu haben. "Es war nicht meine Absicht dir Unwohlsein zu bereiten..." Eric hob seinen Kopf wieder an uns sah in das Gesicht seiner Begleitung. Seine Lippen formten ein sanftes Lächeln. "Ich werde dich noch nach Hause begleiten wenn das in Ordnung ist?" Seine braunen Augen suchten ihren Blick, warteten auf ihr Einverständnis bevor sie gemeinsam das Fest verließen. Wahrscheinlich hätte er ihre Hand ergriffen um sie nicht in der Menschenmenge zu verlieren aber stattdessen lies er sie in seiner Hosentasche verschwinden und ging neben dem hübschen Mädchen her, achtete so darauf das sie nicht getrennt wurden auch wenn sich die Menschenmenge mittlerweile gelichtet hatte - das Fest langsam dem Ende nahte.

  • [Vishnal] bei Rosalind auf einer Bank


    3820-vishnal-pngOh nein. Oh nein, nein, nein. Er hatte es ja schon vorher geahnt. Sein Bauchgefühl war bei solchen Dingen meistens sehr akkurat und auch wenn er es nicht wollte, er hatte wieder Recht behalten. Er bekam sofort ein schlechtes Gewissen, obwohl es nichts gab, was er gegen dieses Ereignis hätte machen können. Es waren einfach nur ein paar unglücklich aneinandergereihte Situationen, die zu einer Katastrophe führten. Doch als er das traurige Gesicht von Rosalind sah, vergaß er die ganze Reue, die er gehabt hatte und fühlte sich auf einmal schlecht, dass er überhaupt etwas erwähnt hatte. "Bitte, Ihr müsst Euch niemals bei mir entschuldigen", winkte er besorgt ab. Wo waren wir denn hier, dass man als Adeliger beim Personal um Entschuldigung bat? "Mir persönlich... mundet es tatsächlich schon fast, wirklich", sagte er so überzeugend, wie er es nur konnte und schaufelte sich den Rest des Mahls Stück für Stück in den Mund. "Doch... Wenn es nicht gut genug für Euch war, werde ich mich selbstverständlich um die Entsorgung dieses misslungenen Mahls kümmern" Er musste die Tränen, die aufgrund der beißenden Schärfe in seine Augen geschossen waren, unterdrücken, während er dieses Angebot aussprach. Eines war jedoch sicher: Die Blauhaarige sollte sich wegen nichts schlecht fühlen müssen, nur weil er einen unangebrachten Kommentar von sich gegeben hatte.

  • [Rosalind] ~ bei Vishnal

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    Strahlendes Grün bedachte den Butler, welcher neben der Adelstochter saß, welcher seine Schüssel mit dem verwürzten Essen noch immer in den Händen hielt. Dessen Worte entlockten ihr fast ein Kopfschütteln, wenn es nicht so unangebracht gewesen wäre. Natürlich schickte es sich nicht für eine Dame blauen Blutes, sich bei einem ihrer Untergebenen zu entschuldigen, jedoch hatte Rose vor nicht allzu langer Zeit festgestellt, dass ihr diese Gepflogenheiten außerordentlich gegen den Strich gingen. Warum es sich nicht schickte, Menschlichkeit zu zeigen, Fehler einzusehen, Offenheit zu zeigen, selbst innerhalb der eigenen Familie, war ihr noch immer unverständlich. Wozu das alles? War das Leben nicht zu kurz für all diese Restriktionen und Regularien? Ihr Bruder war doch das beste Beispiel dafür, wenn auch Max aus unerfindlichen Gründen eine zweite Chance bekommen hatte. Die Blauhaarige bedachte Vishnal mit einem nachdenklichen Blick, während dieser kundtat, dass sich seine Meinung zu dem scharfen Essen geändert hatte. Sie sah ihm zu, wie er einen Löffel nach dem anderen nahm und ihre Augen weiteten sich unmerklich. Wie... konnte er das essen? War die Zunge der Adelstochter wirklich so viel empfindlicher? Oder war es für Vishnal genauso unerträglich und er versuchte sich einfach nichts anmerken zu lassen? Weil es sich nicht gehörte? Dennoch bot er ihr an, dass misslungene Mahl für sie zu entsorgen. Ganz plötzlich wandelte der Ausdruck auf dem Gesicht der Blauhaarigen. Während sie Vishnal prüfend ansah, schüttelte sie den Kopf. Wenn er es ertragen hatte, dann würde sie das auch schaffen. Andere Menschen würden alles für eine warme Mahlzeit geben und auch, wenn die Schärfe grausam in ihrem Mund brannte, so wollte sie es durchstehen. Nur weil sie das Glück hatte, in Reichtum geboren zu werden und diesen auch gerne nutzte, so wollte sie doch wieder etwas mehr Nähe zu den Bürgerlichen gewinnen. Und außerdem wollte sie Vishnal dieses Grauen nicht alleine durchleben lassen. Schließlich war all das ihre Schuld. Und so zwang sich Rosalind ihre Schüssel Stück für Stück zu leeren, auch wenn sie zwischendurch kurze Pausen einlegen musste. Danach fasste sie sich an den Hals. Er fühlte sich an als hätte sie Flammen geschluckt, aber sie hatte es geschafft. Mit einem ermutigenden und auch ein wenig triumphierendes Blick sah sie den Butler an. "Ich bewundere Eure Hingabe, Vishnal. Die Meisten würden wohl nicht im Traum daran denken. Danke." Sie meinte es ernst. Von ihrer zuvorigen Enttäuschung war kaum mehr etwas übrig und auch wenn dieses Essen mit wohl das Schlimmste ihres gesamten Lebens war, so war sie froh um die Erfahrung und die Gesellschaft. Ein kleines Läcjheln stahl sich auf die rosigen Lippen der jungen Frau.




    [Iris Noire] ~ geht


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    Der Platz leerte sich, die Sonne schwand allmählich am Horizont. Und mit jedem verblassenden Strahl fühlte sich die Silberhaarige wohler, lebendiger, freier. Sie war einige Schritte gegangen ohne dabei viel auf ihre Umgebung zu achten. Je näher die Nacht rückte, desto besser fühlte sie sich. Schwarz, dunkel, kalt, Nacht, bald war all dies wieder das Ihre. Nach einer Weile drehte sich Noire um, nur um zu sehen, dass Dylas nicht mehr da war. Sie zuckte mit den Schultern, das sollte sich nicht stören. Im Gegenteil, bald schon stand die Vampirdame alleine in völliger Schwärze auf dem Platz. Das einzige Licht, welches den Ort erhellte waren eine kaum sichtbare, dünne Mondsichel und ein paar vereinzelte Sterne. Befreit atmete Iris aus und zog sich den schwarzen Stoff ihres Umhangs, welcher sie den Tag über vor den brennenden Sonnenstrahlen geschützt hatte, von ihrem Haupt und sog die kühle Nachtluft tief in ihre Lungen ein. Schließlich entledigte sich sich des Umhangs komplett, faltete ihn zusammen und legte ihn über einen ihrer Arme. Wie sehr doch hatte Noire die Nacht vermisst. Das war einfach ihre Welt, ihre Heimat, ihr Lebenselixir. Ein zufriedene Lächeln umspielte die Lippen der Silberhaarigen als sie ihre eigene, schwache Spiegelung im Wasser des Brunnes, welcher in der Mitte des Platzes thronte, betrachtete. Ihre blasse Haut hatte nur ein paar vereinzelte rote Flecken davon getragen, ihre heterochromen Augen strahlten mit neuem Leben. Wie anstrengend dieser Tag unter den Menschen doch gewesen war. Einmal mehr wurde ihr bestätigt, wie einfältig und unerfreulich diese Wesen waren. Wie man solche Massen, solchen Lärm, solche Hitze mögen konnte war ihr unbegreiflich. Die Menschen mussten doch alle einen Hirnschaden haben, wenn sie denn überhaupt über mehr als eine Gehirnzelle verfügten. Im Kollektiv, versteht sich. Noire ließ ihre Hände in das kühle Wasser des Brunnens gleiten, genoss das Gefühl auf ihrer erhitzen Haut. Doch lange wollte sie hier nicht verweilen, denn sie war den ganzen Tag auf den Beinen gewesen und ihr müder Körper schrie förmlich nach Ruhe. Mit einem letzten Blick auf den Brunnen kehrte Iris dem Platz den Rücken zu und machte sich auf den Weg zurück zu ihrem Turm.


    Platz des Volkes >> Walinsel

  • Eunice und Orland


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    Eigentlich hatte Eunice gehofft endlich mal eine Gefühlsregung bei dem kleinen Jungen zu sehen, wenn sie ihm verkündete, dass sie sich nun gemeinsam auf dem Weg zu den Monstern machen konnten. Aber da war weder Freude noch unbändige Begeisterung in seinem Gesicht zu sehen. Nada. Wäre das rundliche Mädchen nicht von der gleichmütigen Sorte, hätte sie wahrscheinlich dieser Zustand ein wenig aus dem Konzept gebracht. Man hatte ja nicht oft mit Kindern zu tun, die so gut darin waren ihre wahren Gefühle zu verbergen. oder vielleicht noch viel schlimmer: Er war gar nicht imstande, irgendeine andere Gefühlsregung zu zeigen. Doch Eunice schob diesen Gedanken beseite, bevor er sich wirklich in ihrem Kopf einnisten konnte. Auch wenn sie vielleicht die kleinen Mikroausdrücke in seinem Gesicht nicht erkennen konnte, bemerkte sie sehr wohl, was ihre Berührung von seiner Hand bei ihm auslöste. Sie bekam ein schlechtes Gewissen und biss sich zweifelnd auf ihre Unterlippe. Vielleicht hätte sie nicht so kopflos danach greifen sollen und ihn zunächst um Erlaubnis fragen sollen. Sie hatte sich zwar wirklich nichts dabei gedacht, aber was war, wenn er nun zum Schreien angefangen hätte, weil sie ihn angefasst hatte. Das wäre sicher peinlich geworden, hätte es doch für jede Menge Aufsehen gesorgt. Sie hätte ihn auch wieder losgelassen, aber er gab dann doch keinen Mucks von sich und sie wollte den kleinen Jungen nicht in der Menge verlieren. Auch wenn das vielleicht gar nicht passiert wäre. Aber sicher ist sicher. Als sie beim Gehege angekommen waren, riss er sich sofort von ihr los, was Eunice dazu brachte überrascht einen Laut von sich zu geben. Sie versuchte sich aber schnell wieder zu fassen. Ein wenig besogrt beobachtete sie, wie er auf den Zaun kletterte. "Ich bin mir nicht sicher, ob der Zaun fürs Klettern gemacht ist, selbst für dein Gewicht.", sagte sie vorsichtig. Sie wollte auf keinen Fall, dass er sich verletzte, auch wenn er nicht sehr hoch fallen würde. Sie war sich aber gar nicht sicher, ob er sie wirklich gehört hatte, denn er schaute wirklich angestreng in das Gehege. "Enttäuschend, was genau?", fragte sie neugierig nach und sah jetzt selbst ein wenig über den Zaun. "Das sind hier doch wirklich sehr viele Monster und coole noch dazu." Dabei deutete sie mit einem Lächeln auf den Elefanten.

  • Sophia bei Aria


    Überraschung zeichnete sich in den Gesichtszügen Sophias ab, als Aria die Nutzmonster erwähnte. Insbesondere die Tatsache, dass das junge Mädchen mit diesen interagierte. Hatte sie denn keine Angst? Etwas ungläubig weiteten sich ihre Augen und sie musterte ihre Begleiterin für einige Sekunden regelrecht sprachlos. Ein kurzes Blinzeln, langsam öffnete sie den Mund, schloss ihn dann aber wieder. Doch die Adelstochter wagte einen zweiten Versuch und diesmal fand sie auch ein paar Worte, die jedoch ein wenig kleinlaut über ihre Lippen kamen: ”Ist das nicht gefährlich?” Sophia hatte schlicht und ergreifend absolut keine Ahnung von Nutzmonstern und welche Unterschiede es zu anderen Monstern gab. Eigentlich zweifelte sie sogar daran, dass es welche gab, woher auch ihre Verwunderung, ja fast schon halbes Entsetzen kam, dass die Bewohner der Farm ein Mädchen offenbar ganz ohne Aufsicht mit Monstern arbeiten ließen. Zwar beteuerte Aria, dass eben jene Monster süß und freundlich waren, aber so recht glauben konnte sie das irgendwie nicht. Bei der Erwähnung eines gewissen Aaron, der vermutlich ihr Bruder oder einer der Freunde, war die mit der kleinen Dame die Farm bewohnten, legten sich ihre Bedenken jedoch wieder ein wenig. Vielleicht war dieser Aaron ein besonders starker Mann und hatte die Monster gut im Griff, sobald es doch mal von Nöten sein würde. In diesem Moment kam ihr Micah in den Sinn - eine Begegnung die schon so unendlich lange her zu sein schien. Der blonde junge Mann war in der Lage gewesen sich in ein äußerst bezauberndes kleines Wooly zu verwandeln. Vielleicht waren die meisten Nutztiere ja ebenso liebenswürdig? Es war einfach schwierig sich dies vorzustellen, fand Sophia. Immerhin hatte man ihr seit sie denken konnte eingebläut bloß niemals die Monsterareale zu betreten, da dort sonst nur der Tod auf sie warten würde. Eigene Erfahrungen mit Monstern rundeten ihr Bild, welches vorwiegend aus Furcht bestand, ab. Dennoch stahl sich ein Lächeln auf die Lippen der Adelsdame. Aria schien noch mutiger zu sein, als sie bisher angenommen hatte. Wenn nicht sogar viel mutiger, als sie selbst.

    Jenes Lächeln trübte sich jedoch etwas im Anschluss. Wo sie arbeitete? Nachdenklich ließ sie ihren Blick für einen Moment über die Stände schweifen, die so langsam in das goldene Licht der Abendsonne getaucht wurden. Das Fest neigte sich allmählich dem Ende zu. Sophia sah wieder zu ihrer Begleitung. “Nun, ich gehöre der hiesigen Adelsfamilie an und lebe daher in der großen Villa Trampolis mit meiner Verwandtschaft.” Das war es nicht, was ihr etwas Unbehagen bereitete. Sophia mochte es eigentlich im Mittelpunkt zu stehen und tat sich nicht schwer mit ihrer Herkunft, auch wenn es manchmal wohl doch etwas einfacher wäre sich mit dem einfachen Volk zu unterhalten, würde sie nicht in teuren Kleider durch die Straßen laufen. Doch das war auch etwas, was Sophia einfach gewohnt war und sich daher auch nicht daran störte. Vielmehr stieß es ihr nicht zum ersten Mal sauer auf, dass sie den lieben langen Tag … nichts tat. “Du musst wissen, dass wir eine beachtliche Dienerschaft in der Villa beschäftigen, die jegliche Art von Arbeit für die Adelsfamilie erledigt. Mein Vater sowie seine Brüder kümmern sich um finanzielle Dinge.” Eine seichte Schüchternheit stahl sich in ihre Züge. Vermutlich würde Aria nun wissen worauf sie hinaus wollte - da war sich Sophia sicher. Aria war ein kluges Mädchen, was sie in der kurzen Zeit, in der sie sich nun mehr oder minder kannten, schon des Öfteren festgestellt hatte. Sie wusste ja nicht einmal, was sie mit ihren eigenen Worten überhaupt meinte. Die ganzen Finanzen der Familie wurden stets vor ihr Geheim gehalten. Nur ihr Cousin Max, der einzige Erbe der Blutline, durfte sich damit befassen. Ihr, ihrer Schwester und auch ihren Cousinen stand dies nicht zu. Als kleines Mädchen hatte sie das ein oder andere Mal zufällig einen Blick auf Bücher voller Zahlen erhascht, die ihr ohnehin viel zu kompliziert erschienen.

    Die Adelstochter richtete ihren Blick auf die eigenen Hände, welche sie in ihren Schoß gebettet hatte. “Ich gehe keiner festen Tätigkeit nach.” Sie wiegte den Kopf ein wenig nachdenklich hin und her. “Der Adel ist … anders.” Mehr sagte sie vorerst nicht dazu. Wer wusste schon, ob sie das Mädchen mit diesem Thema am Ende nicht langweilte.

    Schwungvoll aber dennoch adrett erhob sie sich von der Bank, richtete die violetten Augen wenige Sekunden gen abendlichen Himmel. Ihr Vater sah es gar nicht gerne, wenn sie zum Einbruch der Dunkelheit nicht wieder in der Villa zugegen war. “Es ist schon recht spät geworden”, wieder ein Lächeln, diesmal weitaus herzlicher. “Erlaubst du mir dich morgen auf der Farm aufzusuchen? Ich würde mich sehr freuen, wenn du mir alles zeigen würdest.”

  • Kross & Odette vor einem Kräuterstand

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    "Hmmmm....", brummte die Lilahaarige, während die beiden Männer sich unterhielten. Kross war mal wieder und wie immer forsch und frech, aber der Verkäufer schien gelassen. Ihm war wohl klar, dass sein Gut wertvoll für sie war. Die Köchin legte sich grübelnd die Finger ans Kinn und zog die Augenbrauen zusammen, während sie nachdachte. Sie schien ohnehin gerade niemand zu beachten. Erst als Kross zum zweiten mal fragte, was der Händler für seine Ware wollte und dieser schon die Luft einsog, um eine Antwort geben zu können, erhob sie das Wort. "Ein kostenloses Abendessen im Gasthof!", bot sie an. Sie kannte die Gemüsehändler auf dem Markt. Ganz egal welchen Preis sie als erstes nannten: es war immer verhandelbar. Man durfte sich auf keinen Fall ausbeuten lassen. "Das Horn der Univire ist magisch und erleuchtet selbst den dunkelsten Wald. Durch seine Kraft werden Wünsche wahr und es vertreibt die Dunkelheit, so dass das Böse verschwindet und das Gute siegt.", erklärte Odette und zitierte dabei ein bisschen aus Sammy die Schildkröte. "Wir brauchen es für meinen Meister und seinen Zaubertrank. Es ist sehr wichtig, dass der örtliche Alchemiemeister bekommt was er will, oder nicht? Wir alle wollen ihn ja nicht verärgern." Dass Kross etwas von ausziehen gesprochen hatte, hatte sie nicht mal mitbekommen, weil sie sich selbst die Worte zurecht gelegt hatte. "Also wie wärs mit nem Abendessen? Vier Gänge selbstverständlich.", gab sie ihr erstes Gebot nochmal ab und betonte die Vorzüge.





    Max & Julia in der Schneideralley


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    Sie hakte sich bei ihm unter, wie es sich für eine gute Dame gehörte. Nicht die Hand einfach plump durch die Armschlaufe legen, sondern galant darin ablegen. Eine Bewegung, die sie sich im Laufe der Jahre abgeschaut hatte. Schon als sie klein war, hatten sie die schicken Kleider der adligen Familien bewundert. Sie liebte hübsche Klamotten, die schönen Rüschen, Verzierungen und die elegante Spitze. Bewundernd hatte sie sie betrachtet, sich abgeschaut wie sich die Menschen in diesen Kleidern sich bewegten und es selbst imitiert. Mittlerweile war sie ganz gut darin. Ein wenig überrascht und gleichzeitig fasziniert war die Dame mit den Locken, als Max sie in die Schneideralley führte. Bunte Stoffe, weiche Stoffe, ausgefallene Muster, einfache Verzierungen, gewagte Raffungen, hier gab es einfach alles. Ihr Augen schwenkten von einem hübschen Stück zum nächsten. Nur zu gerne hätte Julia eines davon anprobiert, aber sie erkannte bereits an der Qualität der Stoffe, dass das ganze hier nicht sehr billig war. Selbstverständlich hätte Max sie niemals zu den bezahlbaren Ständen geführt. Er zeigte ihr nur die noblen Dinge. Die Sachen, die er gewohnt war. Sie seufzte innerlich. Ein Leben, das sie nicht wirklich führte. Er fragte sie wie sie sich die Einkaufsaktion vorstellte. "Ich suche noch.", gestand sie, von den vielen schönen Dingen beeindruckt und ein wenig neben der Spur. "Ich suche nach etwas für den Alltag, das aber trotzdem schön ist. Nichts für die Arbeit, eher etwas das man für ein Picknick oder einen Sommerspaziergang anzieht, aber nicht zu schick.", umschrieb sie ihre Vorstellungen. Ein einziges Kleid könnte sie sich vielleicht leisten, wenn es nicht allzu teuer war. "Aber bedenkt bitte, dass wir auf der Suche nach etwas für eine einfache Badehausleiterin sind und nicht für eine Eurer Cousinen.", sprach sie ihre Bedenken mit einem verlegenen Schmunzeln aus und dachte kurz an Bianca. Wie es ihr wohl ging? Was sie hier wohl kaufen würde? Womöglich einfach alles. Womöglich lebte Julia hier aber auch wieder in Vorurteilen.

  • [Kommt an und wartet in der Nähe von Sophia und einem kleinen Mädchen]

    Der Weg von der Kapelle wieder zurück zum Platz des Volkes war unheimlich schnell bewältigt. Vielleicht kam es dem jungen Mann auch nur so vor weil etwas in ihm sich davor scheute ihr zu begegnen. Er hatte es jedoch lange genug hinausgeschoben. Eric atmete einmal tief ein und folgend wieder aus als er am Rande des Platzes kurz anhielt um seinen Blick darüber schweifen zu lassen. Vielleicht war sie gar nicht mehr hier? Es dauerte allerdings nicht lange und er hatte Sophia ausgemacht. Nach wie vor war ein kleines Mädchen, welches ihm gar nicht bekannt vor kam bei der Adelstochter, die wie immer ein Blickfang war. Nicht zuletzt weil ihre prachtvollen Kleider sich von dem üblichen Volk abhoben. Einen Moment lang sah er sie einfach nur an. Vielleicht weil er die unterschiedlichen Emotionen, die sich in ihrem Gesicht abzeichneten studierte, vielleicht weil er ein erbärmlicher Feigling war. Er spürte die Kette, welche er für Dorothy gekauft hatte in seiner Hosentasche als er seine Hände darin vergrub. Eric hatte nicht das Gefühl gehabt das es der richtige Zeitpunkt gewesen war ihr das Schmuckstück zu überreichen als dieses Missverständnis zwischen ihnen stand und danach hatte er einfach darauf vergessen. Er schloss seine Finger darum als wäre es eine Art Versprechen sie wiederzusehen bevor er seine Hände wieder aus seiner Hosentasche hervorholte und quer über den Platz marschierte. Er wich den Betrunkenen, die hier und da schon torkelten geschickt aus und schenkte den Ständen an denen er vorbei spazierte keinerlei Beachtung. Sein Blick ruhte auf dem Mädchen, für welches er einst Gefühle gehabt hatte und vielleicht immer noch hatte. Sie saß auf einer Bank und als sie sich schließlich erhob hielt Eric kurz inne bevor er folgend seinen Schritt beschleunigte um sie noch rechtzeitig zu erreichen. Erst als er nur noch wenige Meter von ihr entfernt war wurden seine Schritte wieder langsamer. Ihre Blicke trafen sich aber weil er die Unterhaltung der Beiden nicht stören wollte blieb Eric noch etwas auf Abstand. Vielleicht wollte sie ihn ja gar nicht mehr sehen. Vielleicht war sie wirklich verletzt, so wie Dorothy es vermutet hatte. Oder aber sie war ihm böse weil er mit jemand Anderem hier war obwohl sie sich eigentlich auf diesem Fest treffen wollten. Die Lippen des Jägers öffneten sich einen Spalt aber als er ihre Stimme vernahm bemerkte der Dunkelhaarige das sie sowieso dabei war sich zu verabschieden. Wahrscheinlich wollte sie nicht allzu spät nach Hause kommen. Er übte sich in Geduld, würde sie zumindest dieses Mal nach Hause begleiten wenn es in Ordnung für sie war. Eric lehnte sich an einen der Schaustellerwägen und wartete ab. Immer wieder sah er in ihre Richtung um sie auch ja nicht zu verpassen auch wenn er bezweifelte, dass Sophia einfach wortlos gehen würde. Es war einfach nicht ihre Art, richtig? Dystariel

  • [NPC] am Kräuterstand | mit Kross & Odette



    Arthur verzog das Gesicht, als Odette's düsterer Gefährte sich - mal wieder - ganz und gar flegelhaft verhielt. Höflichkeit war diesem Gesellen definitiv nicht in die Wiege gelegt worden! "Komischer Lackaffe...?", wiederholte der Alchemiemeister undercover pikiert. Vielleicht hätte er für diesen da wirklich keinen Heiltrank verschwenden sollen - aber was geschehen war, war geschehen. Arthur legte sich gerade die Worte zurecht, um die beiden abzuweisen - Kundschaft hin oder her - als Odette, die mit Gedanken offensichtlich völlig woanders gewesen war, ihm ein Angebot unterbreitete. Ach Kind, dachte er sich über ihre selbstvergessene Art und rückte seine Brille zurecht. Kross und Odette könnten wahrlich gegensätzlicher nicht sein. Ihre positive Ausstrahlung stimmte ihn jedoch wieder wohlwollender. Auch wenn er über die Fähigkeiten des Univirhorns irritiert war. Woraus zitierte sie dies? Nun, es war nicht vollkommen falsch, aber definitiv fantasievoller als die Wahrheit. Arthur sprach direkt zu Odette, Kross übergehend, ein offensichtliches Zeichen seiner Geringschätzung. "Nun, der Regelpreis beläuft sich auf 50 Goldtaler, für den verdorbenen Ausdruck deines Freundes hätte ich allerdings das Doppelte verlangt." Und hätte dabei kein Stück nachgegeben. Eigentlich. "Dein freundliches Angebot weiß ich jedoch sehr zu schätzen und so würde ich mich auf 35 Taler einlassen, wenn du hältst, was du versprichst." Vergaß der Alchemiemeister etwa gerade seine Verkleidung? Die fahrende Karavane würde immerhin nicht ewig in der Stadt Trampoli verkehren. Gerade als ihm dieser Fehler auffiel, kam jedoch sein Bruder zurück und trat von hinten in den Wagen ein. Er sah ihm zum verwechseln ähnlich, wenn auch feine Unterschiede erkennbar waren, doch hatte Cephandrius die Kapuze ebenso tief ins Gesicht gezogen, dass die zwei Männer diesselbe Statur abgaben. "Vielen Dank für die Ablöse, Ar-." Der Alchemist stieß dem Kräuterhändler mit dem Ellenbogen in die Seite, bevor dieser seine Person komplett verraten konnte. Nun, vermutlich war es dafür sowieso schon lange zu spät. Cephandrius begriff glücklicherweise sofort, nachdem sein Blick auf die Kundschaft gefallen war.

    "35 Taler und ein Abendessen für mich.", wiederholte Arthur den Preis und klopfte seinem Bruder auf die Schulter, als er sich zum Gehen wandte. Odette warf er jedoch noch einen Blick über die Schulter zu. "Auf Zweiteres komme ich auf jeden Fall zurück, sei dir gewiss.", meinte er mit Schalk in den Augen und ignorierte das Stöhnen seines Bruders. "35 Taler? Dich lasse ich nicht mehr übernehmen, sonst bin ich bald nicht mehr flüssig, wie sehr hast du dich nur feilschen lassen?" Doch Arthur war schon verschwunden und ließ seinen armen Bruder mit dem offenem Geschäft bei Kross und Odette zurück. Doch ein Wort war ein Wort und Cephandrius würde es nicht brechen. Außerdem wusste er, dass er übertrieben hatte. Alles in Allem waren 35 Goldtaler ein wirklich fairer Preis - und man musste ja nicht alles auf diesem Fest überteuert verkaufen.

  • [Aria] ~ bei Sophia -> bei Orland & Eunice

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    Die Überraschung und Sorge auf dem Gesicht ihrer neuen Bekanntschaft verwunderten Aria. Sie schüttelte den Kopf. "Nein, die sind total lieb und brav. Und auch ganz ruhig." Erklärte sie mit einem Lächeln. Die Nutzmonster waren wundervoll und Aria war glücklich, dass sie da waren. Sie waren so tolle Zuhörer, wenn Aaron keine Zeit hatte. Als Sophia nun versuchte zu erklären, dass sie keine Arbeit hatte, hörte die Rothaarige ihr aufmerksam zu. Viele Diener, die Männer kümmerten sich um das Geld, keine geregelte Tätigkeit. Das klang so ganz anders als alles, was Aria kannte. "Oh." Antwortete sie zunächst verwundert. "Das muss aber langweilig sein, wenn man nichts tun muss. Was machst du dann den ganzen Tag?" Harkte das Mädchen neugierig nach. Doch viel länger konnten sie ihr Gespräch nicht fortsetzen, denn Sophia merkte den schon weiten Fortschritt des Tages an. Aria nickte, zunächst enttäuscht, jedoch schnell wieder Feuer und Flamme, nachdem die Lilahaarige nach einem Besuch auf der Farm gleich am nächsten Tage fragte. "Aber klar! Komm einfach vorbei!" Die Rothaarige lächelte. Sie fühlte sich wohl bei Sophia und umso mehr freute sie der Gedanke daran, der Adelstochter ihr Zuhause zeigen zu können. In nur weniger Entfernung bemerkte Aria dann einen Mann. Es war derselbe, welchen Sophia zuvor angesehen zu haben schien. Derselbe, welcher Aria zunächst bekannt vorgekommen war (weil #MeineInkompetenz. Lesen sollte man können xD). Doch bei näherem Hinsehen bemerkte das Mädchen, dass er ihr doch gänzlich unbekannt war. Den Blick wieder zu Sophia gewandt, lächelte Aria. "Gute Nacht, Sophia. Bis Morgen." Mit diesen Worten verabschiedete sich der Rotschopf und ließ die beiden alleine.

    Eigentlich war es so langsam Zeit, den Heimweg anzutreten, doch etwas auf dem Weg zog Arias Aufmerksamkeit auf sich. Waren das Monster? An einem Zaun genau vor den Kreaturen standen eine junge Frau und ein Junge in etwa Arias Alter. Wobei standen nicht ganz auf ihn zutraf, denn er war gerade dabei, den Zaun zu besteigen. Interessiert ging das Mädchen ein paar Schritte auf sie zu, behielt aber noch ein wenig Sicherheitsabstand. Nachdem sie sich so gut und ausgelassen mit Sophia unterhalten hatte, kehrte wieder eine gewisse Zurückgezogenheit in die Rothaarige zurück. Und so bewegte sie sich zwar auf den Zaun zu, hielt jedoch weiterhin etwas Abstand zu den beiden Fremden, auch wenn der kletterfreudige Junge durchaus ihre Aufmerksamkeit erregte. So kam die Rothaarige am Zaun, mit einem knappen Meter Abstand zu den beiden, zum stehen und legte ihre Hand darauf. Wie süß die Monster auf der anderen Seite doch waren!

  • [Max] & Julia | in der Schneideralley



    Max schmunzelte, leicht amüsiert, als er die großen Augen von Julia sah. Sie blitzten auf vor Staunen und Wunsch. Sie war eindeutig jemand, der die schöne Dinge verstand und zu schätzen wusste, das sah er ihr an. Andere mochten sich stattdessen über horrende Preise beklagen oder die Unnötigkeit von Luxus, völlig desillusioniert worum es wirklich ging. Kunst. Die Gabe der Illusionen, der Geschmäcker, der eigenen Persönlichkeit - all das konnte in Kleidung hineingewoben werden. Die richtige Gewandung konnte den eigenen Selbstwert bis ins Unermessliche puschen, sodass sie schrie: Hallo, das bin ich! Für Max war das von Kindesbeinen an natürlich eine Selbstverständlichkeit gewesen. Julia mochte seine Hingabe nicht im selben Maße teilen oder gar verstehen, doch freudige Erstaunen in ihrem Gesicht, war ihm bereits genug.

    "Das ist ja durchaus bereits eine präzise Vorstellung.", kommentierte er und nickte dabei. Damit konnte man arbeiten. Er nahm auch ihren Hinweis geistesabwesend zur Kenntnis. Max fand ihre Demut sympathisch, doch hatte er keine Ahnung, wie hoch der Preisunterschied tatsächlich war oder anders gesagt: mit wie wenig Geld die einfachen Leuten zurecht kommen mussten. Vermutlich würde er einen Schock bekommen, wenn er sich vollkommen darüber im Klaren wäre. Eine einfache Badehausleiterin? Nein, ohne es zu wissen, war Max sich sicher, dass Julia sich bestimmt positiv von ihren Kolleginnen abheben würde. Wie könnte sie auch nicht? Ihre Eleganz war in ihrer Klasse selten. Ob er sich jenes Etablissement einmal ansehen sollte? Max war sich nicht darüber im Klaren, wie die Umstände dort waren, ansonsten hätte er das wohl nicht in Betracht gezogen.

    "Bescheidenheit ist eine Zier.", ergänzte er noch wohlwollend eine Redewendung zu ihrer letzten Aussage, ehe er Julia zu einem Damenschneider begleitete. Mit jenen hatte er - aus natürlichen Begebenheiten - meist weniger Kontakt, doch besaß der Adelige dennoch ein grobes Verständnis. Er hatte bereits mit einem Blick erkannt, dass sie hier keine ausladenden Kleider, wie man sie vielleicht auf einem Ball oder Empfang trug, finden würde, aber eben auch keine Bauernlumpen.

    "Wollen wir uns hier einmal für Euch umsehen?", fragte er sanft. In diesem Pavilion sollte sich die Mischung, die Julia suchte, finden. Ob dies jedoch auch ihrer Preisklasse entsprach... nun, aus Max Sicht ja, aber wie gesagt konnte er das unfassbar schlecht einschätzen. Nicht, dass er sich über seine eigene Unwissenheit überhaupt im Klaren war. Die Schneidermeisterin, eine junge Dame, kam umgehend auf sie zu. "Wir suchen etwas für meine bezaubernde Begleitung.", erklärte Max prompt und gab Julia's Vorgaben präzise wieder. Die Verkäuferin huschte sofort an vielen Kleidergarderoben vorbei, ehe sie mit einer Auswahl wiederkam. Sonnengelb, Himmelsblau, Mintgrün, mal dezenter, mal detailverliebter, mal mit aufgenähtem Muster, mal schlicht, mal bestickt. Max kategorisierte bereits in Kopf ein wenig ein, doch er sagte nichts. Noch nicht. Die bedeutsame Frage war erst einmal, ob etwas davon Julia's Geschmack überhaupt traf?

  • Orland, Eunice & Aria am Monstergehege
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    "Enttäuschend, was genau?"
    Abrupt drehte er sich zu ihr um, oh, wenn Blicke töten könnten ...! Erst der Kommentar über das Klettern auf dem Zaun und jetzt das ...?! Die Augenbrauen zusammengekniffen wandte er sich wieder dem Monstergehege zu. Öde. Das alles war einfach so öde. Er hatte keine Lust ihr zu antworten, er wusste nicht, was das bringen sollte. Er kam sich so dumm vor, so dumm, weil er Jocelyns euphorischen Worten Glauben geschenkt hatte. "Ein tolles Fest", hatte sie gesagt, "Händler aus fernen Ländern, Essen in Hülle und Fülle, und das beste ...", und da hatte er tief Luft geholt, "freilaufende und gefährliche Monster." Pah! Dafür hatte er sein gutes Buch aus der Hand gelegt? Dafür hatte er den ganzen Weg vom Waisenhaus bis hierher auf sich genommen? Dafür hatte er das ätzende Geplänkel mit der Älteren ertragen? Und das Händchenhalten ...?! Für was? Für nichts! Für harmlose, dämliche Monster, die man auf jeder dußligen Farm sehen konnte! Zeitverschwendung. Reine Zeitverschwendung war das! Während Orland innerlich kochte, näherte sich ein kleines, rothaariges Mädchen dem Monstergehege. Sie erregte kurz seine Aufmerksamkeit, weil sie sich vielleicht einen knappen Meter neben sie stellte. Und natürlich entging ihm nicht die freudigen Augen, als sie die 'süüüüßen' Monster betrachtete. Er schnaubte verächtlich, als er seinen Blick wieder von ihr abwandte. "Hm?" Was hatte die Ältere gerade gesagt? "... sehr viele Monster und coole noch dazu ..." Cool? Ein gezähmter Elefant? Sicher, das konnte Orland nicht abstreiten, könnte ein wildgewordener Elefant viel Schaden anrichten, aber das war nicht wirklich das, was er sich unter seinem perfekten animalischen Gefährten vorstellte. "Cool ...?", wiederholte er verächtlich. "Vielleicht, wenn man zehn Jahre alt", er schielte zu der Rothaarigen rüber" und ein Mädchen ist, empfindet man das als 'cool'." Er zog die Augenbrauen zusammen und wandte sich wieder der Grünhaarigen zu. "Diese Monster sind dämlich. Langweilig!" Orland war böse, aber konnte man ihn das so übel nehmen? Er hatte einfach zu hohe Erwartungen ...

  • Kross & Odette vor einem Kräuterstand


    Während Kross noch auf seine Antwort wartete ergriff auch schon Odette das Wort. Sie hatte von den harschen Aussagen des Zimmermanns wohl nichts mitbekommen und unterbreitete „Nicht-Arthur“ ein Angebot von dem sie wohl hoffte er würde es nicht ausschlagen. Als sie dann stolz aus dem Kinderbuch zitierte, konnte er nicht anders als sich zu denken, dass sie doch ganz niedlich war.

    Dieser flüchtige Gedanke hielt ihn aber nicht davon ab sich (zumindest innerlich) darüber aufzuregen, dass der Händler ihn wohl offensichtlich ignorierte. Auch wenn in ihm das Verlangen brannte eine weitere zynische Aussage zu tätigen, es schien so als hätte „Auf-gar-keinen-Fall-Arthur“ angebissen und jedes weitere bösartige Wort von Kross könnte Odettes Bemühungen zunichte machen. Somit biss er sich auf die Zunge und überließ seiner Begleitung das Reden.

    Gerade als sie sich mit „Überhaupt-nicht-Arthur“ auf einen Deal geeinigt hatte, wurde der Händler auch schon von einer anderen Person abgelöst und verschwand mit dem Versprechen auf ein Abendessen, was Kross aus ihm unbekannten Gründen irgendwie überhaupt nicht gefiel. Doch zumindest hatte man sich auf einen Preis geeinigt, zumindest glaubte er das. Es blieb in der Theorie also Nichts außer zuzahlen übrig. Ganz der Gentelman, der er nicht war, griff er nach seiner Geldbörse nur um festzustellen das er sie wohl zu Hause hatte liegen lassen.

    Kross stupfte seine Begleitung an: „Hast du Geld dabei? Ich glaube ich hab nämlich Mist gebaut und meins daheim gelassen...“ Irgendwie war ihm das jetzt unangenehm.

    Your existence is not impossible, but it's also not very likely.


    If you see something
    say nothing
    and drink to forget

  • [Vishnal] bei Rosalind auf einer Bank


    3820-vishnal-pngDas unerträgliche Mahl schien auch nach seiner Verzehrung nicht nachgeben zu wollen. Hatte er vor einer Minute noch gedacht, dass die Schärfe und das Schlucken eben dieser schlimm sein würden, so wurde er schnell eines Besseren belehrt. Der anschließende Prozess der Verdauung machte sich deutlich spürbar. Doch während die Säfte in seinem Magen einen wilden Krieg mit seiner zu sich genommenen Mahlzeit begannen, musste er seine Aufmerksamkeit doch wieder auf die Adelige neben ihm legen. Sie hatte tatsächlich ebenfalls die Schüssel vor sich geleert. Mit jedem Bissen, den Rosalind nahm, weiteten sich seine Augen ein Stückchen mehr. "Ihr... ihr solltet euch wirklich nicht dazu gezwungen fühlen, einem solch unwürdigen Mahl den Respekt zu erweisen..." Er beendete seinen Satz nicht, da die Blauhaarige nicht so aussah, als würde sie sich von irgendwem abhalten lassen und sie zu irgendwas drängen wollte der Butler natürlich auch nicht. Nicht nur, dass er noch nie einen Adeligen dabei beobachtet hatte, mit solch einem entschlossenen Blick ein wirklich abscheuliches Mahl zu vernichten, sondern tatsächlich dankte sie ihm für seine Hingabe. Den Respekt, den er in diesem Moment für das Fräulein neben ihm fühlte, war unbeschreiblich. Und dann beendete sie dieses Mal auch noch mit einem anmutigen Lächeln! "Dankt mir bitte nicht. Für einen Butler der de Sainte Coquilles ist so etwas eine Kleinigkeit. Eine Selbstverständlichkeit. Doch ihr hättet euch wirklich nicht zu solch einer Abscheulichkeit zwingen müssen" Am liebsten hätte er noch weiter seine Bewunderung in Worte gefasst, doch wurde er schmerzhaft unterbrochen von einem lauten Gröhnen seines Magens. "Bitte entschuldigt", senkte er seinen Kopf, während er das steigende Bedürfnis hatte, eine Toieltte aufzusuchen. Doch obwohl er sich vor Schmerzen krümmen wollte, versuchte er verzweifelt die Haltung zu bewahren und sich nichts anmerken zu lassen.

  • Eunice, Aria und Orland


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    Eunice hatte eigentlich immer geglaubt, dass sie einen guten Draht zu Menschen hatte und eigentlich mit jeder Person ausgezeichnet auskam. Sie war von Natur aus eine sehr fröhliche Frau und kam auch vor allem mit ihrer Gutmütigkeit sehr gut an. Wenn sie ihren Eltern in der Bar aushalf gab es zumindest selten Kunden, die ihr nicht ein Trinkgeld gaben und sogar ein wenig mit ihr plauderten. Aber jetzt schien sie zum ersten Mal auf jemanden gestoßen zu sein, der gegen ihren natürlichen Charme immun war. Zumindest waren die Blicke des kleinen Jungen alles andere als freundlich. Vielleicht konnte sie auch nicht so gut mit Kindern? Darüber hatte sie noch nie wirklich nachgedacht. Es konnte natürlich schon sein, dass sie nur ihre Altersgruppe gut verstand und mit ihr kommunizieren konnte. Sie gab sich wirklich Mühe mit ihm, doch auch ihre letzte Aussage war gespickt von Frust. Außerdem setzte er zu einer Spitze gegenüber einen kleinen Mädchen an, dass gerade zu ihnen dazugekommen war. Doch dieses Mal wollte Eunice nicht einfach schlucken. Nein, sie konnte auch ein wenig strenger sein. "Ich denke nicht, dass es etwas mit dem Alter oder mit dem Geschlecht zu tun hat.", sagte sie also ein wenig entschlossen und drehte sich dann zu dem kleinen Mädchen zu. "Was sagst du denn zu den Monster? Es ist schon etwas Besonderes sie so nah zu sehen, oder?"

  • Sophia bei Aria, dann bei Eric


    Vermutlich war es nur eine ganz einfache Frage gewesen. Nein es war eine einfache Frage, aber doch wusste Sophia nicht, was sie darauf antworten sollte. Was machte sie den ganzen Tag? Ja, was tat sie überhaupt? Kurz öffnete sie den Mund, schloss ihn jedoch gleich wieder, als sie auf diese simplen Worte keine Antwort wusste. Unsicherheit kroch aus ihrer Magengegend empor. Es war schon eine längere Zeit her seitdem sie darüber nachgedacht hatte welchen Nutzen ihr Leben überhaupt hatte und dass sie irgendwie nicht recht wusste wozu sie überhaupt manchmal den Tag begann. Seit einer ganzen Weile hatte sie das alles ignoriert, verdrängt, in den Hintergrund geschoben. Wozu sollte sie sich Gedanken darüber machen? Sie hatte doch alles, was sie brauchte, nicht? Ihre Aufgabe war es doch einen guten Eindruck in adligen Kreisen zu hinterlassen. Das war es wozu man sie erzogen hatte.

    Sophia schlug die Augen nieder drehte den Kopf ein Stück und hob den Blick, weil sie das Gefühl hatte ein zweites Augenpaar ruhte auf ihrer Erscheinung. Ihre violetten Irden trafen auf ein vertrautes sanftes Braun, die zu einem ihr sehr wohl bekannten Gesicht gehörten. Eric. Das Herz stolperte, die Luft blieb ihr im Hals stecken und sie starrte ihn für einen Augenblick einfach nur an. Bildete sie sich nur ein, dass er tatsächlich dort stand? Fast schon kunstvoll malten die letzten Strahlen der Sonne goldene Details auf sein Antlitz. Und obwohl sein Gesicht leicht im Schatten lag, spürte sie seinen Blick doch nur allzu deutlich.

    Arias Stimme riss sie aus ihrer Trance und die Adelstochter wandte den Kopf ruckartig wieder zu ihrer kleinen Freundin. Dann nickte sie mit einem ehrlichen Lächeln auf den Lippen. “Ich werde da sein und bin schon sehr gespannt.” ein leichtes Kichern, dann erwiderte sie den Abschiedsgruß Arias. “Gib auf dich acht!” rief sie ihr noch hinterher. Immerhin war es schon fast dunkel und sie hoffte das Mädchen würde sich auch sehr bald nach Hause begeben. Für einige Sekunden sah sie Aria hinterher. Dann wandte sie den Kopf wieder langsam in Erics Richtung. Eigentlich hatte sie gar nicht damit gerechnet, dass er noch dort stehen würde. Genau an der selben Stelle. Ihr Herz begann schneller zu schlagen. War er etwa hier, um sie zu sehen? Dieser Gedanke brachte ihre zarten Wangen zum glühen und zauberte ein Lächeln auf ihre Lippen. Sophia hatte nicht damit gerechnet ihn an dem heutigen Festtag noch zu sehen, wie sie sich eingestehen musste. Wie von allein bewegten sich ihre Füße auf den Mann zu, den sie den Tag über doch mehr vermisst hatte, als sie angenommen hatte. Konnte man jemanden vermissen, den man nach einer langen Zeit erst wieder ein einziges Mal gesehen hatte. Wie närrisch! Und doch sagte die Freude in ihrem Herzen über seine Gegenwart etwas anderes.

    Etwa eine Armeslänge blieb die Adelstochter vor ihm stehen, musterte sein Gesicht, dass schon viel besser aussah, als bei ihrer letzten Begegnung. “Hast du auf mich gewartet?” Natürlich hatte er das ... oder? Zumindest hoffte Sophia das. Falls nicht, würde sich nun eine wohl sehr unangenehme Stimmung zwischen sie drängen.

    “Ich freue mich dich zu sehen.” Eigentlich eine viel zu direkte Aussage. Aber es war ja sowieso niemand hier, um sie dafür zu tadeln und Eric waren diese Gepflogenheiten, wenn er sie denn überhaupt kannte, bestimmt sowieso einerlei. Und dennoch wagte sie nicht direkt zu fragen, ob er sie ein Stück begleiten würde. Vielleicht würde der Heimweg ausnahmsweise ein paar Schleifen mehr haben. “Wie ich sehe geht es dir schon besser?”

  • [Rosalind] mit Vishnal auf einer Bank

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    Die Reaktion des Butlers auf ihre Tat bemerkte die Adelstochter zunächst nicht, denn sie war viel zu konzentriert, das scharfe Mahl nicht wieder auszuspucken. So war sie auch nicht in der Lage, ihm irgendwie zu antworten. Nachdem sie dann aber auch den letzten Bissen geschluckt hatte, atmete die Blauhaarige erleichtert auf. Zwar hatte sie bereits während des Essens bereits ein Ziehen in der Magengegend bemerkt, jedoch versuchte sie dem keine weitere Beachtung zu schenken. Sie hatte eine Entscheidung getroffen und musste nun mit deren Konsequenzen leben. Keineswegs würde sie Vishnal jetzt die Ohren voll jammern. Ihre grünen Augen wanderten zu dem Mann neben ihr, betrachteten eingehend den besorgten Gesichtsausdruck, die leicht geweiteten Augen, ehe sie ihm ein stolzes Lächeln schenkte. Oh Vishnal, er war immer so voll und ganz in seiner Pflicht. Manchmal fragte sich Rosalind, ob er denn überhaupt ein Leben außerhalb seiner Tätigkeit für die Adelsfamilie besaß. Bei diesem Gedanken legte sich ihr schönes Gesicht in Falten. "Ihr hättet es genauso wenig tun müssen und dennoch habt Ihr. Warum solltet Ihr also der Einzige sein, der an meiner schlechten Entscheidung leidet?" Fragte sie ihn mit einem interessierten Funkeln in den grünen Augen. "Außerdem seid Ihr nicht im Dienst. Zumindest für mich nicht. Ihr habt nicht immer bedingungslos zur Verfügung zu stehen, auch wenn mein Bruder und mein Vater das vielleicht anders sehen mögen." Als sie den letzten Satz beendet hatte, schlich sich für den Bruchteil einer Sekunde ein Lachen über ihre rosigen Lippen, welches sie jedoch, sofort als es ihr bewusst wurde, unterbrach, indem sie eine Hand über ihren Mund legte. Irgendwo war sie immer noch in den Prinzipien ihrer Erziehung verhangen, auch wenn sie sich an diesem schönen Tage schon ein wenig davon abgewandt hatte. Rosalinds kleiner 'Ausbruch' wurde von einem mäßig lauten Geräusch unterbrochen, auf welches prompt eine Entschuldigung Vishnals folgte. Sie konnte sie nur vorstellen, wie es ihm nach dieser Mahlzeit ergehen musste, schließlich spürte sie selbst ebenfalls die Nachwirkungen. Eines musste man ihrer Erziehung lassen: Die Adelstochter war hart im nehmen und exzellent darin, sich nichts anmerken zu lassen. Nur leichte Regungen in ihrem zarten Gesicht gaben ein wenig Preis. Doch gerade war das Nebensache. "Wollen wir vielleicht zurück gehen, damit Ihr euch ein wenig ausruhen könnt? Es sollten sich noch ein paar Tränke Zuhause befinden. Und falls nicht, kann ich jemanden zur Klinik schicken." Schlug sie mit besorgter Miene vor. Wenn es dem Butler nach diesem Essen, welches die Blauhaarige ausgewählt hatte, schlecht ging, so war es ihre Pflicht dafür zu sorgen, dass er wieder auf die Beine kam. Und falls es Vishnal unangenehm sein sollte, dass sie die anderen Bediensteten um ihn kümmerten, dann würde sie es auch selbst tun. Das war das Mindeste, wie Rose fand. Zwar liebte sie ihren Luxus durchaus, aber sie hatte die Entscheidung gefällt, endlich mal mit anzupacken. Vielleicht war das ja die perfekte Gelegenheit, um damit anzufangen?



    [Aria] ~ mit Eunice & Orland bei den Monstern

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    Der Zaun, welcher die Monster von den Besuchern trennte, war zwar nicht unglaublich hoch, ragte jedoch weit über den Kopf des jungen Mädchens empor. Mit einem sanften Lächeln auf den Lippen beobachtete sie zwei Wollies, welche miteinander umher tollten. Zwar hatte sie jeden Tag Kontakt zu Nutzmonstern, jedoch konnte sie nie genug vom Anblick dieser Spielgefährten bekommen. Nicht nur waren sie unglaublich süß, sondern sie hatten auch eine so starke Verbindung zueinander, vertrauten sich, spielten, kuschelten. Manchmal fragte sich Aria, wie es wohl wäre, ein Monster zu sein. Zusammen mit Aaron über die Wiesen tollen oder im Stall kuscheln. Keine Sorgen, keine Probleme, keine Menschen, die etwas von ihnen wollten. Aber auch keine neuen Kontakte, keine Zwischenmenschlichkeit, keine Konversationen. All das hatte sein Pro und Contra. Die Rothaarige lehnte mit der Stirn gegen den Zaun und blickte hindurch, völlig in ihrer eigenen kleinen Blase, als eine Stimme die Idylle zerstörte. Die grau-braunen Augen des Mädchens schossen zur Seite aus welcher der unfreundliche und auch fast schon beleidigende Kommentar gekommen war und blickte dabei dem blonden Jungen ,welchen sie zuvor nur kurz angesehen hatte, direkt in die Augen. Unverschämtheit. Was erlaubte der sich denn? Aria hatte bisher einen so schönen Tag gehabt und jetzt meinte dieser Dreikäsehoch, er müsse hier schlechte Stimmung verbreiten? Hmpf! Doch noch bevor Aria etwas ebenso bissiges Erwidern konnte, hatte bereits die junge Frau, welche den Jungen zu begleiten schien, das Wort ergriffen. Auf ihre Frage hin, schüttelte Aria dann jedoch tatsächlich den Kopf. "Besonders, nicht wirklich. Ich sehe sie zuhause auf der Farm jeden Tag. Aber ich sehe sie mir trotzdem immer gerne an." Antwortete sie dann der Grünhaarigen, ohne dem Miesepeter weiter Beachtung zu schenken. "Wenn man sie länger anschaut, dann kann man immer wieder etwas Neues entdecken. Also, wenn man schlau genug dafür ist." Na gut, das und den kurzen Seitenblick zu dem Blonden konnte sich die Rothaarige jetzt nicht verkneifen. Aber selber Schuld!

  • [Vishnal] geht mit Rosalind zurück zur Villa


    3820-vishnal-pngEr wusste nicht recht was er sagen sollte. Die Sätze, die ihr gerade so einfach von der Zunge rollten, würden ihm nicht im Traum einfallen. Natürlich hatte er immer im Dienst zu sein! Als Butler hatte man in der Regel nicht viel Freizeit, und selbst in dieser wenigen Freizeit, die man sich gönnte - aber auch nur wenn man sich absolut sicher sein konnte, dass alles Organisatorische in der Villa erledigt war - durfte man sich nicht beschweren, wenn doch nach einem verlangt wurde. "Ihr seid wahrlich zu großzügig", erwiderte er also mit einem schwachen Lächeln, anstatt ihren Standpunkt vehement zu verneinen. Schließlich geschickte es sich nicht für jemanden seines Standes mit einer Adelsdame zu diskutieren und selbst wenn er es wollte, er hatte gerade sowieso nicht die Kraft dazu. Abgesehen davon nahm er das schnell abgewürgte, aber doch erfreuliche Lachen als Zeichen, dass sie wirklich an ihre ausgesprochenen Worte glaubte, und wie hätte er es sich jemals verzeihen können, das aufrichtige Lachen einer seiner Herrinnen unterbinden zu wollen? Er wollte sich gerade entschuldigen, um zurück zur Villa zu gehen und eventuell ein Badezimmer aufzusuchen, bei dem niemand sein schmerzvolles Stöhnen bei der Entleerung des Giftes in seinem Magen hören konnte, da schlug die Adelige auch schon selbst vor, dass sie sich vermutlich lieber auf den Weg zur Villa machen sollten. Das war einerseits erfreulich, weil er so nicht unhöflich erschien, wenn er sich alleine auf den Weg machte, aber andererseits auch etwas problematisch, weil er nicht einfach ein Badezimmer aufsuchen konnte, sobald sie angekommen waren. Doch wenn die Adelige so selbstsicher war, dass es Tränke gab, die ihnen bei diesen Schmerzen halfen, konnte er schlecht ablehnen. "Das ist vermutlich eine sehr vernünftige Idee", stimmte er ihr zu und nachdem er so gut es ging ohne Grimasse von der Bank aufstand, gingen die beiden zurück zu ihrem Zuhause. Eigentlich hätte er noch mehr zu sagen gehabt. Gepflogenheiten, höfliches Austauschen von Belanglosigkeiten, die er in der Regel in die Konversation einbinden würde, doch auch wenn er sich äußerlich nichts anmerken ließ, so konnte er doch nicht anders als etwas kurzgebundener zu sein als sonst. In der Hoffnung, dass er nicht so offensichtlich den Tod seiner Magenschleimhaut nachtrauerte, versuchte er sich während des Wegs so gerade wie möglich zu halten.

  • [Irgendwo zwischen den Ständen] Sophia & Eric

    Ihr Blick traf den seinen und unweigerlich hoben sich seine Mundwinkel als ihr die Überraschung deutlich ins Gesicht geschrieben war. Es war ihm unmöglich sich von ihrem Antlitz loszureißen weshalb er ihren Blick erwiderte solange er andauerte. Es war letztendlich die Adelstochter, die sich von ihm abwandte und sich schließlich wieder auf das kleine Mädchen neben sich konzentrierte- sich anscheinend von ihr verabschiedete. Er studierte ihre vertrauten Gesichtszüge, genoss das Kichern, welches vom Wind in seine Richtung getragen wurde. Allein sie so zu betrachten hatte etwas Vertrautes an sich aber dennoch blieben all die gemeinsamen Erinnerungen im Verborgenen - machten keinerlei Anstalten zu ihrem Besitzer wieder zurückzukehren. Das Lächeln auf seinen Lippen verschwand wieder und dennoch ruhte sein Blick auf ihr. Es war nicht fair gewesen sie so lange warten zu lassen nur weil er zu feige war sich den Geistern der Vergangenheit zu stellen. Das wusste er und dennoch konnte er es nun nicht mehr ändern. Vielleicht hätte sich der Jäger dafür schämen sollen die Zeit mit Dorothy genossen zu haben aber er tat es nicht. Weil diese Zeit ebenso wertvoll war. Eric verharrte in seiner Position und wartete geduldig darauf, dass Sophia sich von dem Mädchen verabschiedet hatte. Erneut fanden sich ihre Blicke. Die untergehende Sonne schmeichelte ihrem Teint. Als Eric bemerkte, dass sie sich auf ihn zu bewegte, stieß er sich von dem Schaustellerwagen ab, gegen den er bis eben noch gelehnt hatte. Seine Lippen formten wieder ein Lächeln als sie schließlich vor ihm zum Stillstand kam, bemerkte wie ihr Blick über sein Gesicht wanderte, welches hoffentlich nicht mehr ganz so schlimm aussah wie bei ihrer letzten Begegnung. "Wir waren doch verabredet..." erklärte Eric sich schließlich und widerstand dem Verlangen ihr eine lose Haarsträhne, die sich offensichtlich verirrt hatte, aus ihrem makellosen Gesicht zu streichen. Jeder Kerl hier beneidete ihn wahrscheinlich für das Glück das er hatte. Das Glück von ihr bemerkt zu werden - ihre ungeteilte Aufmerksamkeit zu haben - eine Vergangenheit mit ihr zu teilen. Doch was brachte einem jene Vergangenheit, wenn man sich nicht an diese Zeit erinnerte - wenn nur flüchtige Momente schemenhaft wiederkehrten. "Ich weiß ich bin zu spät..." Der Blick seiner dunkelbraunen Augen riss sich von ihr los und wanderte kurz in Richtung der Schausteller, die nach und nach ihren Kram wieder einpackten - sich abreisebereit machten. Der Tag war wieder einmal viel zu schnell vorüber gegangen. Eric warf seinem Gegenüber einen entschuldigenden Blick zu aber wagte es nicht zu dreist zu sein auch eine Entschuldigung auszusprechen, wo sich ihre Blicke doch auch bereits vorhin getroffen hatten als er noch mit Dorothy auf dem Dach des Schaustellerwagens saß. Genau genommen würden Worte doch nicht genügen um diese Situation zu rechtfertigen, oder? Der Dunkelhaarige winkte den Arm an, damit sich Sophia den ihren einhängen konnte. "Darf ich euch nach Hause geleiten, Mylady?" Zumindest das war er ihr schuldig. Wer wusste schon ob sich hier nicht wieder irgendwelche Tunichtgute rumtrieben, die es nicht abwarten konnten einer schönen Dame aufzulauern. Nicht das Eric vom Schlimmsten ausgehen wollte. Für gewöhnlich waren die Einwohner Trampolis allgemein relativ friedvoll aber man wusste ja nie. Mit seiner freien hand strich sich der junge Jäger über sein Gesicht. "Ja. Ich habe mich bemüht weitere Schlägereien zu vermeiden. Das hat erstaunlich gut geholfen." Ein Schmunzeln erschien auf den Lippen des jungen Mannes bevor er seine Hand wieder sinken lies. "Hattest du einen schönen Tag hier am Fest?" erkundigte sich Eric schließlich bei seiner Begleitung, wenn man es denn als solche bezeichnen konnte und genoss ihre Nähe obwohl sie ihn zugleich stehts daran erinnerte, dass es Dinge gab - gemeinsame Erlebnisse, die sich seiner Erinnerung entzogen hatten. Kein angenehmes Gefühl. Und es wurde stehts von zahlreichen Fragen begleitet, die weiterhin unbeantwortet blieben.