Beiträge von Ella

    Orland und Aria / eingesperrt in einer Kiste


    Orlands Gewicht lag schwer auf Arias Körper. Es dauerte lange (für diese Situation eindeutig zu lange), bis er begriff, was passiert war. Die Dunkelheit, die gesamte Stresssituation beeinflussten seine Sinne. Als er jedoch den warmen Atem Arias auf seiner Haut spürte, durchflutete ein eigenartiges Gefühl seinen Körper. Ein Gefühl, das sich nicht beschreiben ließ. So etwas hatte er noch nie gefühlt. Er spürte sein Herz heftig schlagen, als plötzlich: 'Geh runter von mir!' Aria die Stille durchbrach. Sie schubste den Elfen von ihr runter, welcher erleichtert und verwirrt über diesen Umstand war, dem Menschenmädchen nicht mehr ungewollt so nahe zu sein. Wobei, wie nah kann man jemanden sein, wenn man zusammen in einer Kiste eingesperrt war? Richtig, sie waren ja eingesperrt und mussten endlich einen Ausweg finden, wenn sie nicht auf dem Schwarzmarkt als Sklaven verkauft werden wollten! Plötzlich meldete sich Aria wieder zu Wort. Sie hatte eine Stelle gefunden? "Wo?", rief er aufgebracht und fuchelte in der Dunkelheit herum. "Zeig es mir!" Irgendwas an Aria bekam er zu packen, ihren Arm oder ihr Handgelenk? So konnte sie ihn zur Stelle führen. "Wir müssen das andere Ding finden ...", murmelte er. Das spitze Ding. Oder konnten sie die Stelle auch ohne Hilfe oder Brosche aufbrechen? (Wohl kaum.)

    Sherry, Alma & Chase (Sherry verschwindet)


    Das war ja klar. Die Kleine schleppte sie den ganzen Weg von der Korallenbucht, durch Riverport auf dem Bürgersteig entlang im fahlen Laternenlicht und sie begegneten keiner Menschenseele, ABER am Waldesrand zu einer unmenschlichen Uhrzeit wohlbemerkt werden sie plötzlich von hinten angequatscht. Sherry drehte sich um, Alma immer noch am Arm ziehend. Die Überraschung stand ihr ins Gesicht geschrieben, doch dieser Ausdruck wich sehr bald einen anderen. Dem puren Zorn. Ihre Augenbrauen zogen sich in der Mitte zusammen und ein bedrohliches Knurren trat aus ihrer Kehle. Da stand am anderen Ende des Weges irgendein naives Würstchen und leuchtete ihr mit der Taschenlampe ins Gesicht. Wagt er es wirklich sie - die allmächtige Hexenprinzessin - in ihrem Vorhaben zu stören! Sie hob die andere Hand und deutete auf ihn ... Na, warte! Du wirst dein blaues Wunder erleben ... du ...! "Argh!" Tat das weh! Sie musste die Hand wieder senken, ehe sie den Bengel in eine Kröte verwandeln oder ihn auf den Nordpol teleportieren konnte. Verdammt! Sie drückte die flache Hand auf ihre linke Seite. So konnte sie ihn nicht verzaubern, also nicht, wenn das nicht ihr letzter Zauber gewesen sein sollte. Sie musste zurück zum Schloss. Und zwar gleich. Sie hatte für so etwas keine Zeit. Und vor allem keine Energie. Sherry blickte nochmals in das ängstliche Gesicht der kleinen Alma. Verflucht. "Dabei hatte ich noch so viel vor mit dir ...", zischte sie nahe in das Gesicht des Teenagers. Dann schüttelte sie den Kopf. "Naja, man sieht sich immer zweimal im Leben ..." Ihre Augen verzogen sich zu schmalen Schlitzen, dann schubste sie das schwache Mädchen hart in die Arme des Jungen. Den Moment, in dem er sich darum kümmern musste, dass das arme Mädchen nicht erneut den Boden küsst, nutze Sherry um geräuschlos im Schatten des Waldes zu verschwinden. Sie kannte den Weg, es war nicht mehr weit und umso näher sie ihren Schloss kam und die magische Energie spürte, umso schneller wurde auch die Hexenprinzessin. Sie konnte es spüren, sie war fast da, endlich würde sie ihre mageren Reserven wieder auffüllen können! Ja, endlich! Und daran würde sie niemand hindern! Sie fühlte sich, als wäre sie schon eine Ewigkeit unterwegs gewesen ...

    Joe vor den Ruinen


    Ein Kampf. Brutal. Laut. Grausam. Unter seinem Körper windete sich das verzweifelte Tier. Es schrie. Um Leben und Tod. So laut, dass es einen in den Ohren weh tat. Und Joe? Der kannte kein Erbarmen. Er drückte die kleine Kreatur mit seinem Körpergewicht auf den Boden. Er knurrte zwischen den zusammen gepressten Zähnen, so laut, dass er es mit den Schreien des Felis aufnehmen konnte. Das flinke Monster schlängelte sich unter seinem Körper, es wollte ihm entfliehen, doch er schaffte es immer wieder es zu packen, so sehr es sich auch wehrte. Es kratzte, es biss so stark es konnte und Joe schrie unter dem Schmerzen auf, aber tapfer (und dumm) wie er war, ließ er das Wesen nicht los. Er drückte es noch fester an sich. Eine Hand, sie war mittlerweile über und unter mit Kratzern übersät, tastete sich nach vorne. Sie strich über das seidig weiche Fell des Felis, bis sie etwas grobes ertastete. Jetzt! Er griff zu, bekam den Beutel zu packen und riss sich schnell zur Seite. Und das Monster nutzte natürlich diese Chance, es rannte so schnell wie seine Pfoten es tragen konnten tiefer in die Dunkelheit hinein. Dunkelheit? Mittlerweile war die Sonne untergegangen, aber darum konnte sich der nach Luft hechelnde Hüne noch nicht kümmern. Er drehte sich langsam auf den Rücken. Es fühlte sich an, als würde ein Gewicht auf seinen Thorax drücken und ihm das Atmen erschweren. Seine Hände, sein Gesicht, sein Oberkörper schmerzten und waren mit Kratzern und Bisswunden übersät. Ein Glück trug er seine Schutzbrille, Sicherheit ging ebend vor, das hätte auch ins Auge gehen können!

    Er keuchte, er leidete, aber er war auch glücklich, die rechte Hand hielt den (seltsam leichten) Beutel in die Höhe. Er hatte es geschafft. Er hatte seinen Proviantbeutel wieder! Wo war Cinnamon? Das musste sie sehen! Seinen glorreichen Sieg!

    Sakura & Leila (in Sakuras Zimmer)


    Passierte das gerade wirklich? Alles fühlte sich so unreal an. Wie ein Traum. Sie drückte ihre lang vermisste, beste Freundin fest an sich, schnupperte den Duft ihrer Haare und plötzlich fühlte sie sich, als wäre sie nie weg gewesen. Als hätten sie sich nicht wochen-, monatelang nicht gesehen. Als wäre sie immer hier gewesen, ihre beste Freundin, in ihren Armen. Sake wusste nicht, was sie sagen, geschweige denn, was sie denken sollte, bzw grenzte es an ein Wunder, dass sie überhaupt noch denken konnte. Ihre Gefühle sprudelten in ihrem Inneren und schäumten über, wie ein Bier, das man zu schnell in ein Glas gekippt hatte. Komisch, normalerweise trank Sake doch direkt aus der Flasche. Sie genoss sogar das kurze Kneifen auf ihrer Haut, auch wenn sie schmerzhaft aufquiekte, aber sie war, und das ließ sie den Schmerz locker ertragen (nein, sie genoss ihn sogar richtig) nicht 'aufgewacht'. Leila stand immer noch in Fleisch und Blut vor ihr und das war das beste Gefühl seit langem. Seit sie dem Dschungel und ihre geliebten Affen hinter sich gelassen hatte. "Das wollte ich dich gerade fragen ...!", erwiderte sie, nachdem sie sich aus der langen Umarmung gelöst hatte. "Ich bin schon eine Weile wieder zurück ... Aber frag' mich nicht, ich habe kein Zeitgefühl mehr." Sie zuckte mit dem Schultern und lud Leila mit einer weiteren Geste in ihr chaotisches Zimmer ein und plötzlich fragte sie sich, während sie die andere so beobachtete, ob sie vielleicht ein Fenster öffnen sollte. Wann wurde hier eigentlich das letzte Mal gesaugt? War das noch vor ... ihrer Abreise? "Das liegt wahrscheinlich da irgendwo unter den Fachbüchern ..." Sie deutete auf den unsortierten Stapel neben den Bett auf dem Fußboden, welcher hübsch mit Chipskrümmeln, verschiedenen Verpackungsmaterialien und leeren Energydosen verziert war. "Seitdem ich wieder hier bin, funktioniere ich nur noch ... Ich geh zur Vorlesung, esse, lerne und gehe zur Arbeit." Anstatt das Fenster zu öffnen, warf sich die Blonde ungebremst aufs Bett. Der einzig einigermaßen aufgeräumte Fleck in ihrem kleinen Zimmer. Mit einer Handbewegung deutete sie der anderen es ihr gleich zu tun. "Im Dschungel war es fantastisch!", sagte sie freudestrahlend. "Vermutlich ein Kulturschock für dich und jeden anderen normalen Menschen in diesem Land! Unser Forscherteam baute eine Basis mitten im Dschungel, um Zeit und Benzinkosten zu sparen. Und die Affen ...!", grinste sie weiter. "Waren um einiges interessantes und intelligenter als so manch männliches Individuum in dieser Gegend ... By the way, bist du eigentlich schon Nick begegnet? Ich habe ihn schon lange nicht mehr gesehen, komisch oder? Dabei wohnt er doch auch hier!" Sake quasselte weiter und weiter, über die unterschiedlichen Tagesrhythmen der Studenten und dass einige Verhaltensweise, den der Primaten sehr ähnlich waren, was sie bei einigen aber auch nicht verwunderte, dazu hätte sie nicht studieren brauchen, sodass sie Leilas Reaktion als sie Nicks Namen erwähnte nicht bemerkte. Doch plötzlich endete Sakes überschwänglicher Redefluss. "Oh!", sagte sie und fasste sich an die Stirn. "Jetzt hab ich so viel geredet, tut mir leid. Erzähl von dir, wie geht es dir? Wie war es in ...?" In ... in ...? Oh Gott, Sake! Sie riss die Augen auf. Unwillkürlich. Sie konnte ihre Mimik auf ihre eigene Dummheit, manche würde es auch als Ignoranz bezeichnen, nicht verbergen. Wohin war Leila nochmals verreist? London? Oder? Es war doch London ...? Oder etwa nicht? Sie hatten doch telefoniert, sich über das schlechte Wetter unterhalten und sich Postkarten geschickt, die kamen doch aus London, oder nicht? Sollte sie es sagen ... Es wagen? Aber wenn sie falsch lag, dass würde das Ganze noch peinlicher machen. Ehrlich mal! Du willst eine beste Freundin sein und weißt nicht mal wo genau sie nochmals hin gefahren ist ...? Verdammt! Vielleicht lag es am Alkohol? Oder am Studium? Der Stress, ja, der Stress war für alles eine willkommende Ursache. Darum konnte sie sich nicht mehr so genau erinnern. "Oh!", sagte sie wieder, um dieser unangenehmen Situation irgendwie aus dem Weg zu gehen. "Ich hab dir noch gar nichts zu trinken angeboten, ich bin so eine schlechte Gastgeberin!" Und ehe die Rosahaarige etwas darauf reagieren konnte, sprang die andere auch schon auf und stolperte zum Schrank. Verdammt. Die letzte Wasserflasche hatte sie gerade ebend getrunken. Im Getränkefach, wenn man es den so bezeichnen konnte, herrschte gähnende Leere. "Oh, ich habe leider gar nichts da ... Oder? Vielleicht dahinten ...?" Sie kroch tiefer in den Schrank, den man auch symbolisch als das Loch bezeichnen könnte in das Sakura kriechen wollte, nachdem sie vergessen hatte in welches fucking Land nochmal ihre beste Freundin gefahren war ...?! Oh God! Hoffentlich bemerkte Leila das nicht und hielt das seltsame Verhalten für 'normales Sakura'-Verhalten. Immer ein bisschen wirr. Und überdreht.

    Hey Leute, ich war so voller Elan und doch hab ich es zu nichts gebracht xD

    ABER ich hab's versucht. Einen Abend - aber immerhin.

    Ich würde mich bis zum Januar noch abwesend melden.

    Ich denke es wird erst nächstes Jahr was. Sorry, an alle meine Postpartner! ;)

    Micah & Shara in einer Höhle
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    Sein Herz pochte. Unerbittlich. Es pochte in seinen Ohren. Dumpf und rasend schnell. Er hatte nur einen Gedanken in seinen sonst so leeren Kopf: Ich. Beschütze. Dich. Er würde es nicht noch einmal tun, er würde diesen einen Fehler nicht noch einmal begehen. Er würde sie nicht allein lassen - koste es, was es wolle. Er ballte die Hände zu Fäusten. Fest. Bereit zu zu schlagen. Unbewaffnet, wie er war. Schutzlos, der Bestie ausgeliefert.
    Wenn er ehrlich war, erinnerte er sich nicht im Geringsten an die Nacht des Monsterangriffes auf Alvarna. Seine Erinnerungen waren so lücken- und schemenhaft, dass sie auch aus Erzählungen hätten stammen können. Und leider wurde er das Gefühl nicht los, in dieser Nacht einen furchtbaren Fehler begangen zu haben, einen Fehler, der sich zu verdrängen lohnte. Einen Fehler, dessen Schuld nicht beglichen werden konnte. Eine bittere Erkenntnis, welche immer deutlicher wurde, umso näher sich das vermeintlich gefährliche Monster ihnen näherte. Schweren Schrittens. Quälenden Rufens. Plötzlich-! Etwas packte ihn am Arm. Fest. Energisch. "Shara?" 'Du musst dich verstecken ...!' Er blickte in ihre Augen. In ihre toten Augen. Spielte sein Verstand ihm einen Streich? Ihre Berührung war kalt, so kalt, wie das kühle Gestein der Höhle. Er öffnete den Mund, er wollte etwas sagen, seine Lippen formten einen Satz, ohne dass auch nur ein Ton über eben diese kam. Hab. Keine. Angst. Ich. Be-! Ein lauter Schrei. Micah fuhr in sich zusammen. Das Monster kam immer näher. Gefährlich näher. Er zögerte. Bitte!, fehlte das Mädchen. Er zögerte - immer noch. Was war richtig? Was war falsch? Wer vermochte das in diesem Moment zu sagen? Das Monster kam. Es war fast da. Ihre Augen fehlten. Fehlten ihn förmlich an. 'Geh!' Lass mich, sagten sie, allein hier sterben. Er packte ihre Hand. Drückte sie fest. "Es wird", sagte er, ohne es selbst recht zu glauben, "alles wieder gut." Er lächelte. Und dann verschwand er. Blitzartig. In der Dunkelheit. Er kraxelte so schnell er konnte eine Hang in der Dunkelheit hoch. Das Monster - ein Golem - wie sich mittlerrweile herausgestellt hatte, näherte sich der schutzlosen Shara. Micah hielt in seinem 'Versteck' kurz die Luft an. Sein Herz schlug ihm bis zum Hals. Verdammt. Er blickte sich verzweifelt um. So verzweifelt, dass er die ebenso verzweifelten Worte des wundervollen Blumenmädchens nicht vernahm. 'D-du darfst nicht angreifen ...' Was, verdammt nochmal, wäre passiert, wenn er eben diesen Worten Gehör geschenkt hätte? Was, hm? Das Monster hatte seinen starken Arm erhoben. Das Mädchen zitterte unter seinem Grollen. Und Micahs Beine zitterten ebenfalls. Unfähig sich zu bewegen. Aber seine Hand konnte sich bewegen, sie hörte auf sein Herz. Auf seine Intuition. Ob das der richtige Weg war? Zu spät. Es war zu spät, um sich das zu fragen. Er hatte den Stein schon geworfen und nach diesem folgte schon der nächste. "Hey!", rief er aus sicherer Entfernung. "Ich bin hier! Komm hier her!" Der nächste Stein traf sein Ziel direkt ins Schwarze. Der Golem rieb sich benommen den Hinterkopf. "Komm her! Du stinkendes Mistvieh!" Micah warf einen Stein nach dem anderen, bis er endlich die volle Aufmerksamkeit des Golems hatte. Endlich!, dachte er, als sich das Monster komplett zu ihm herum gedreht hatte. Und scheiße!, dachte er, als sich das Monster schnellen Schrittes auf ihn zu bewegte. Er sprang von der kleinen Erhöhung auf der er sich befand und rannte tiefer in die Höhle hinein. "Komm schon!", schrie er, auch wenn sein Herz mittlerweile in seine Hose gerutscht war. Hauptsache das Monster hatte von seiner Shara abgelassen! Er rannte, so schnell er konnte, doch leider übersah er ein Erdloch. "Urgh!", er landete hart auf den Knien. Er hörte das Monster hinter ihm schnaufen. Hörte sich so, fragte er sich, das letzte Stündlein an? Verdammt. Vielleicht hätte er sich das besser überlegen sollen ...? Seine Situation schien aussichtslos. Shara saß fest, sie konnte ihm nicht helfen. Und doch bereute er es nicht den Zorn des Golems auf sich gezogen zu haben. Hauptsache Shara befand sich in Sicherheit. Vorerst.

    Orland & Aria gefangen3816-orland5-png
    Sie saßen fest. Unwideruflich fest. In einer Kiste. Verdammt nochmal! Dumm und blind war er dem fremden Mann gefolgt. Das hatte er nun davon. Tut mir leid, Jocelyn. Er hörte sie schon sagen: 'Ich habs dir doch gesagt!' Verdammt nochmal! Das nützte ihm auch nichts mehr. Das hatte er nun davon. "Darum" murmelte er, "sollte man Menschen nicht trauen." Dass Aria auch ein Mensch war ignorierte er einfach. Normalerweise sollte ihn das beunruhigen, schließlich war sie ein Mensch und ein Mädchen. Wie diese komische Leann, Mädchen waren anstrengend und launisch. Unvorhersehbar. Sie änderten oft ihre Meinung, man wusste nie, was sie als nächstes tun würden und das stresste den jungen Halbelf. Er mochte keine Menschen und noch weniger mochte er Mädchen. Und ausgerechnet saß er jetzt mit einem hier fest.
    Sie landeten hart auf dem Boden. Er riss Aria einfach mit sich. Ob er sich wehgetan hatte, fragte sie. "Urgh!" Er richtete sich langsam auf. "Nein", zischte er ohne zu fragen, ob sie sich wehgetan hatte. Nicht, dass es ihn nicht interessierte ... was soll man sagen, es interessierte ihn leider nicht. Viel lieber suchte er nach einem Ausgang, nach einer Schwachstelle, er tastete jeden Centimeter der Kiste mit den Händen ab. Verdammt. Er verfluchte sich für seine eigene Dummheit. Sein Herz schlug ihn bis zum Hals. Das würde ihn, wenn er die Möglichkeit dazu hätte, nicht nochmal passieren. Traue nie wieder einem Menschen! Aria flüsterte etwas. In der Dunkelheit konnte er sie nicht erkennen. Man konnte nicht mal die eigene Hand vor Augen sehen. Sie legte einen harten Gegenstand in seine Hand. "Hm?" Was war das? Konnte sie das hier rausholen? Er tastete es mit den Finger ab. Die Ränder waren glatt und in der Mitte tastete er etwas Spitzes ... Sie sollten nach einer Schwachstelle suchen, genau, in jeder Kiste gab es eine Schwachstelle! Er tastete die Wände ab, als plötzlich ... als würde jemand die Kiste anheben und woanders hin werfen ... Orland wieder zu Boden stürzte. Wiedermals riss er Aria mit sich. Zudem verlor er die Brosche aus seiner Hand. "Verflucht!" Es war so dunkel. "Es ist weg!", rief er. "Das Ding, dass du mir gegeben hast!" Wohlmöglich ihre einzige Chance zu entkommen. Plötzlich setzte sich die Kiste wieder in Bewegung, Orland der sich ebend wieder aufgerichtet hatte, fiel wiedermals zu Boden. Er landete auf Aria, welcher er in der Dunkelheit nicht erkennen konnte. Sein Gesicht war ganz nah an ihrem. Glücklicherweise konnte er in der Dunkelheit nicht wissen, wie nah er ihr wirklich nah, auch wenn er ihren schnellen Atem auf seiner Haut spürte ... Die Kiste kippte langsam hin und her, als würden sie sich auf einer Kutsche befinden.
    Der seltsame Mann hatte die Kiste tatsächlich auf eine Kutsche geladen. Ein schwarzes, dickes Tuch bedeckte die kostbare Fracht vor neugierigen Blicken. Langsam und unerkannt spazierte er Richtung Ausgang. Sie mussten den Flüsterwald passieren, dann würde er die Kinder beim Schwarzmarkt abliefern, oh, das gibt viel Gold!
    >> Flüsterwald

    [Sherry] & Alma vor dem Nebelwald
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    Es war dunkel. Stockdunkel. Sie starrte zu dem mondlosen Himmel hinauf. Diese Nacht, dachte sie, schien nicht enden zu wollen. Ihr müder Blick schweifte zu dem schwarzhaarigen Teenager, auf dem sie sich stützte. Diese schwarzen Locken ... unwillkürlich zog sie daran und ein breites Grinsen zierte ihre Lippen, als ein schmerzerfüllter Laut den zarten Mund des Mädchens verließ. Eigentlich sollte sie sie 'nach Hause' führen, aber dieses Mädchen stellte sich, was ihre örtliche Orientierung betraf, als äußerst unnütz heraus. Also 'lenkte' Sherry, welche die magische Aura ihres Schlosses ohnehin stark wahrnahm, die kleine Alma in die richtige Richtung. Hauptsache sie konnte sich auf sie stützen, wenn eine Welle des Schmerzes ihre linke Körperhälfte erfüllte. Dann presste sie die Zähne stark aufeinander und bohrte die Fingernägel tiefer in das Fleisch der anderen, damit ihr Leid sie über ihr eigenes tröstete.
    Kurz bevor sie die Stadt durchquerten, hatte Sherry das mulmige Gefühl, bald von anderen entdeckt zu werden, paranoiderweise glaubte sie an jeder dunklen Ecke auf Noita und/oder Majo zu treffen, die wiedermals den Helden spielen wollten und das Mädchen unverhofft aus den Fängen der Hexenprinzessin befreiten. Dummerweise könnte Sherry nichts gegen diesen fiktiven Umstand unternehmen, sie war zu schwach, aber glücklicherweise wusste Alma nichts davon. Sie ließ sich von ihren spitzen Fingernägeln beeindrucken, das Mädchen zitterte regelrecht neben ihr und das erfüllte sie mit Kraft und neuem Selbstbewusstsein. Zudem waren alle Straßelateren bereits abgeschaltet. Die Gemeinde sparte auf Kosten der Sicherheit ihrer Bürger einige Cent an Stromkosten. Arme Alma, niemand erblickte das eigenartige Gespann, niemand stellte Fragen, warum ein Teenager eine eigenartig verdreckte Frau mitten in der Nacht durch die Gegend 'führte'.
    In der Ferne konnte man allmählich die dunkle Silhouette der Bäume am Horizont erkennen. Ein eigenartiges Gefühl, ein Gefühl der Wärme und Geborgenheit erfüllte plötzlich den kalten Körper der Hexenprinzessin. Der Nebelwald. Ihr Schloss, es war zum Greifen nah. Die magische Energje Noitas war zum Greifen nah! Als plötzlich ... Alma geriet ins Straucheln - warum auch immer - keine Wurzel, keine Stolperfalle kreuzte ihren Weg, als sie plötzlich und unverhofft in sich zusammenbrach. Sie riss die Hexenprinzessin mit sich. "Was zur-?" Sie fuhr herum, konnte sich gerade noch so mit der verletzten Hand abfangen. Verdammt. Ein spitzer Schmerz fuhr durch ihre Hand und somit durch ihren ganzen Arm. "Verdammt, pass doch auf, du nutzloses Stück Scheiße ..." Sie richtete sich - mit allerletzter Kraft - wieder auf. Alma lag noch am Boden. Hart trat sie gegen ihre Seite. "Steh auf, mach jetzt nicht schlapp, ich brauch dich noch ..." Die harte Tour nützte nichts, also zog sie den Teenager am Arm wieder in die Aufrichte. "Jetzt beweg' dich, es ist nicht mehr weit ..." Mittlerweile hatte sich Sherry an die Anwesenheit des Teenagers gewöhnt, außerdem hatte sie noch eine wichtige Aufgabe für diesen, ansonsten hätte sie sie auch einfach liegen lassen können. Aber nein, sie sollte ihr noch von Nützen sein, zudem war es zum Schloss der Hexenprinzessin wirklich nicht mehr weit.

    [Joe] auf Verfolgungsjagd (mit Cinnamon) irgendwo in den Runien
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    Die Sonne ging langsam unter, sie stand tief am Horizont und färbte den Himmel in ein angenehmes Orange. Einige nicht nachtaktive Monster des Waldes setzten sich ällmählich zur Ruhe, vogelähnliche Wesen ließen sich auf den dichten Baumkronen nieder, andere, des Fliegens nicht mächtige Kreaturen, suchten Unterschlupf in den unterirrdischen Höhlen, welche sie selbst mit den eigenen Klauen gegraben hatten. Alles setzte sich zur Ruhe, alles wartete geduldig auf den Einbruch der Nacht, als plötzlich ... ein dumpfer Laut gefolgt von einem lauten, spitzen Schrei durch den menschenleeren Wald hallte. Ein Schrei, der so laut, so beängstigend war, dass die vogelähnlichen Monster panisch ihre Nester in Schwärmen verließen. Was war passiert? Oh, was war geschehen, dass diese edlen Wesen am Rande des Himmels so wild durcheinander flogen?
    Wenige Augenblicke zuvor: der rothaarige Hüne rannte so schnell er konnte, jeder Muskel seines Körpers war angespannt, vor allem der Punkt zwischen seinen Augenbrauen. Die Schutzbrille, welche er genau für solche Momente immer mit sich trug, saß auf seiner Nase, als könnte er dadurch schärfer sehen, geschweige denn schneller laufen. Er rannte das Ziel vor Augen ohne zurückzublicken, ob seine hübsche Begleitung, Cinnamon, ihm überhaupt folgte. Er nahm an, ganz selbstverständlich, dass sie dicht hinter ihm war, weshalb er ihr die ein oder andere Anweisung zurief. Anweisungen, die kaum bis gar kein Gehör fanden, da sie sich einige hundert Meter hinter ihm befand. Hals über Kopf war er dem frechen Felis hinterher gerannt und eins musste man dem selbstgerechten Typen lassen, er hatte eine verdammt gute Ausdauer, schließlich war der Abenteuer mehrere Monate mit schweren Gepäck ausgestattet zu Fuß unterwegs gewesen. Und Mann, hatte der ein Tempo drauf ... wenns ums Essen ging, verstand der Möchtegern-Krieger keinen Spaß! Er fixierte das kleine schwarze Felis mit den goldenen Augen, die Umgebung um ihn herum blendete er völlig aus. Der Weg wurde zunehmend unebener und holpriger, doch der Hüne mit dem Adoniskörper und der unendlichen Ausdauer (und der unendlichen Ignoranz), ließ sich nicht von seinem unabdingbaren Ziel abbringen. Er stolperte über Stock und Stein, im letzten Moment jedoch konnte er sich gerade so halten, seine Arme schnellten kraftvoll nach vorne, sodass er abermals an Tempo gewann. Er holte rasch auf, wenige Meter trennten ihn noch von dem mutwilligen Dieb. Er fühlte sich wie ein wildes Tier, das Adrenalin schoss durch seinen Körper, er fühlte sich wie ein Jäger, der seine Beute bis zum Ende verfolgte. Er fühlte sich lebendig. Beeindruckend, wenn man bedachte, dass er vor gut vierundzwanzig Stunden noch sabbernd vor sich hin vegetierte. Dem Tod näher als dem Leben. Das kleine, flinke Felis kletterte einen kleinen Hang hinunter und Joe sprang - ohne zu überlegen - hinterher. Die Arme ausgebreitet. Ein dumpfer Laut. "Arrrgggghh!" Er packte das Felis am Schwanz und zog es in seine Arme. Ein spitzer Schrei. Die Vögel verließen pansich ihre Nester. "Hab dich!" Er legte sich mit dem ganzen Körpergewicht auf das wilde Tier. Es zappelte, wehrte sich, es sichrie, aber die starken Arme des Hünen hielten es fest. Mal sehen, wie lange noch, die spitzen Krallen des Wesens gruben sich unentwegt durch den Stoff seiner Kleidung und schlussendlich durch seine Haut. "AUA! Verdammtes Vieh!"

    Hey, privat geht es bei mir gerade drunter und drüber ... ich werde trotzdem versuchen zu posten, aber es wird (noch) unregelmäßiger ... Ich werde Wochenende nicht immer den Kopf dafür haben D:

    Orland & Aria bei einem seltsamen Kauz (gefangen)

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    Pah! Orland zuckte nichtmals mit der Wimper. Er ignorierte die Worte des rothaarigen Mädchens einfach. "Nur, weil sie länger als zwei Sekunden nachdachte." Pah! Ausgerechnet dieser Satz kam von einem einfachem Bauernmädchen. Er konnte sie nicht für ernst nehmen. Wobei man Orland normalerweise anrechnete, dass er sich nicht wie ein normales Kind benahm - er spielte nicht, er drückte sich anders als seine Gleichaltrigen aus -, und doch folgte er dem eigenartigen, fremden Mann ohne groß darüber nachzudenken. Er erzählte ihnen von einem seltenen, gefährlichen Monster und Orland schmolz dahin wie der Wachs einer brennenden Kerze. Er zeigte Aria die kalte Schulter. Der Mann öffnete eine Seite des Zeltes. Er stand so, dass Orland nicht ins Innere blicken konnte. "Ihr müsst nur noch, "säuselte er wieder, "eintreten ..." Nun gut. Orland trat vor - und Aria folgte ihm. Er betrat das Zelt und in diesem Moment erlischte das Licht, welches das Zelt erhellte. "W-was ...?" Dunkelheit. Durchdringende Dunkelheit. Mit einem Mal konnte man die bloße Hand vor Augen nicht erkennen. Orland fuhr herum. Die Öffnung hinter ihnen wurde verschlossen. Ratsch. Ratsch. Kein Entkommen. Seine Hand streifte Arias Schulter. Er hielt sich einen kurzen Moment daran fest. Sein Herz schlug schneller. Immer schneller. Kommt ... kommt jetzt das Monster? Wollte der eigenartige Mann es nur vor fremden Blicken schützen? Hm? Ein lautes Geräusch! Orland stützte nach vorne! Er riss Aria an der Schulter mit. Hart fiel er auf den Boden. Verdammt! Ein klackendes Geräusch. Er richtete sich langsam auf. Den Ellenbogen hatte er sich aufgeschürft. Mist. Das war ein Trick! Ein Trick! Das hätte er sich doch denken können! Er richtete sich auf, versuchte es zumindestens. Diese Erwachsenen, dachte er abfällig, waren doch alle gleich! Alles Lügner! Monster, pah! Seine Hände stießen an die niedrige Decke. Er tastete sie ab. Tastete die Wand vor ihnen ab. Verdammt. "Wir sitzen ...", stellte er mit leiser Stimme fest, "in einer Art Kiste fest ...?" Eine Falle, die zuschlug, sobald sich die Beute ins Innere bewegte. Unwiderruflich. Die "Tür" ließ sich nicht bewegen. Egal, wie sehr Orland auch an ihr rüttelte. "Verlfucht!" Er rüttelte fester. "Hey! Was soll das? Und wo ist jetzt das Monster?" Eine verzweifelte, sinnlose Frage. Vermutlich würden sie hier kein Monster finden. "Ach, mein lieber Orland", kam es dumpf hinter der Tür hervor. "Ein junger Elf und ein hübsches Mädchen ... ihr werdet mir einiges einbringen auf dem Schwarzmarkt." Was? Plötzlich - etwas spät, aber immerhin, klingelten seine Arlamglocken - "gehe nie", hatte Jocelyn ihm immerzu gesagt, "mit Fremden mit." Hm. Nun hatte er den Salat.

    Joe & Cinnamon
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    "Heute morgen?"
    Seine Augenbraue zuckte in die Höhe. Was meinte sie? Er musste einen kurzen Augenblick überlegen, als ... "Hä?", stieß er verwundert aus. "Das war doch gestern! Wer von uns hat hier zuviel Met getrunken, hä?" Er zog sein unteres Augenlid mit dem Zeigefinger herunter und streckte ihr die Zunge raus. Wenige Sekunden später verschränkte er mit geschlossenen Augen die Arme vor der Brust. "Aber ich verstehe schon", säuselte er, "mein muskulöser Körper hat deine Wahrnehmung völlig getrübt ... sodass du schon Raum und Zeit verwechselt. Kein Problem," seine Hand täschelte ihre Schulter, "so ergeht es - früher oder später - allen." Er schenkte ihr ein breites Grinsen. Dann widmete er sich wieder seinem Essen. Seine Kiefermuskeln schmerzte schon ein wenig, so zäh (und doch so lecker) war dieses Trockenfleisch. Auf ihre Worte hin lächelte er nur. Sein Ego war groß, und in Cinnamons Anwesenheit wurde es immer größer und größer, vermutlich, weil er sich so wohl in ihrer Anwesenheit fühlte. Sie konnte ihren nächsten Satz gar nicht beenden, da seine Aufmerksamkeit der eigenartigen Bewegung der Baumkrone galt. "Pssst ...!", zischte er. Die Augen weit aufgerissen und einen Finger auf die Lippen gelegt, schaute er zum Baum hinauf. Es raschelte. Einmal. Zweimal. Joes Nackenhaare stellten sich auf. Gänsehaut. Als ... plötzlich-! Etwas braunes! Etwas schnelles! Es huschte durch die Baumkrone. Die Blätter raschelten. Ein braun gepunktetes Etwas ... ein braun gepunktetes Felis ...? "Was zum-?", konnte er noch sagen, als dieses scheue Ding wie ein Blitz auf ihn zu stürmte, wenn er es nicht mit eigenen Augen gesehen hätte, hätte er es auch für einen Lufthauch halten können, so schnell ging es vonstatten, aber es war ein Felis, eine kleine, gerissene Wildkatze, welche mit sich mit seinen kleinen Reißzähnen den Proviantbeutel schnappte. Joe konnte das Geschehen nur mit offenen Mund beobachten. Es zischte an ihnen vorbei. "W-was ... s-soll ... ver-verdammt!" Verdutzt blickte er dem Vieh hinter her. "Ver-verdammte Scheiße! CINNA!", plötzlich brachen alle Dämme, "was stehst du hier noch so rum?!" Im nächsten Moment schnappte er sich das Holzschwert, er wartete nicht auf seine Begleitung, beim Thema "Essen" verstand er keinen Spaß, er rannte dem Vieh hinter her und schrie: "KOMM SCHON! Den kriegen wir!" Und so rannte er - ohne sich zu vergewissern, dass Cinnamon ihm folgte -, tiefer in den Wald hinein.

    Electra & Beatrice (in ihrem Zimmer)
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    Vorhin noch hatte sie sich gefragt: bei Ventus Willen - konnte es noch schlimmer kommen? Und die Götter so: Ja, meine liebe Electra, schlimmer geht immer! Und jetzt stand dieses eigenartige Fräulein in ihrem Zimmer! Die Hand vor Erschütterung vor dem Mund gehalten, die vermeintlich geschehenen Ereignisse falsch interpretierend. Ihre Körpersprache deutete auf wahre Überraschung hin, doch das Grinsen, was sie unter ihrer Hand zu verstecken versuchte - oder bildete sich Electra das bloß ein? - und die blauen, giftigen Augen welche unablässig auf sie gerichtet waren, deuteten darauf hin, dass diese Emotion simuliert war. Diese blauen Augen erinnerten sie an den blauen Eisenhut, eine Pflanze, dessen Teile alle ausnahmslos giftig waren. Dieses Gewächs gab es zuhauf in Fenith Island. Wenige Gramm waren bereits für den Menschen tödlich. Electra schluckte schwer. Wiedermals. Ihr Mund war trocken, der Hals kratzte und dass kam nicht nur aufgrund der Erkältung. Wo, fragte sie sich. war die feindseelige Maerwen, wenn man sie mal brauchte? Nicht, dass sie sie eben noch für diesen Charakterzug verflucht hätte, jetzt, ganz unverhofft, sehnte sie sich sie herbei? Puh, man konnte es der jungen Lady aber auch nichts recht machen! Sie verkrümmelte sich tiefer unter den Kissen und Decken ihres Bettes, als könnte sie sich hinter den Polstern vor dem hämischen Blicken der Fremden schützen. Ja, sie fühlte sich hilflos, sie brauchte sie, Maerwen, ihre Freundin, sie fühlte sich er Fremden mit den giftigen Augen schutzlos ausgeliefert. Verdammt, Maerwen! Sie biss sich auf die Unterlippe. Wo bist du? Sie wollte doch bloß kurz einen Boten informieren, was, verdammt nochmal, hatte sie aufgehalten? Electra war zu kaputt, zu kaputt, um sich zu erklären, um der anderen die Situation, welche sie geglaubt hatte zu sehen, verständlich zu machen. Zu kaputt von der Situation mit Ren und der Auseinandersetzung zwischen ihn und Maerwen. Von seinem enttäuschten Blick, als sie ihm offenbarte, ihm etwas vorgespielt zu haben, seine Gutmütigkeit ausgenutzt zu haben ... Sie war - im wahrsten Sinne des Wortes - K.O., sodass sie nicht mal die Hälfte der Worte der anderen verstand. "...hochroten Kopf ...", "... junger Mann ...", "... verbotene Liebe ...", "...Skandel?" M-moment? Skandal!? Am liebsten wäre sie rücklings ins Bett gefallen, hätte die Augen geschlossen und gehofft, dass das alles bloß ein böser, böser Traum war, diese Situation, verdammt, verdammt nochmal, konnte ihren Ruf im Königshaus für immer ruinieren! Wenn sich das herum sprach, bei Gott, das wollte sie sich nicht ausmalen! Dabei war gar nichts passiert! Nicht zu glauben, dass sie das einmal dachte, aber hätte sie bloß auf Maerwen gehört, hätte sie die Villa und vor allem das Bett einfach nicht verlassen! Dann wäre das alles nicht passiert ...! Auf die wirren Thesen der anderen hatte Electra nichts erwidern können, selbst wenn sie es gewollt hätte, hätte sie keine Chance gehabt, dieses eigenartige Frauenzimmer redete ohne Unterlass. Sie stellte sich als Beatrice vor, mittlerweile war Electra wieder etwas klarer im Kopf, sie erklärte, dass sie erst seit kurzen in Trampoli angekommen war und dass sie aus einem weit entfernten Königreich stamme - und warum auch immer, wurde Electra mit jedem Wort, was diese komische Beatrice von sich gab, immer wütender ... Fragen wie, warum hatte sie einfach so ihr Gemach betreten?, oder warum stellte sie solch dreiste Behauptungen über sie und Ren auf?, blieben unbeantwortet. Der Punkt zwischen ihren Augenbrauen spannte sich an, als sich ihr Körper plötzlich und einfach so in Bewegung setzte. Mit einem Mal stand sie und wenige Sekunden später griff sie harsch nach dem Arm der (in ihren Augen) verzogenen Göre. "Schweig!", rief sie, vielleicht etwas zu laut, "schweig' endlich!" Wütende blaue Augen fixierten die ihrigen. "Verschwinde einfach! Und erwähne zu niemandedn mit keinen Sterbenswörtchen das, was du glaubst hier gesehen zu haben!" Auch wenn nichts passiert war, das Gerücht allein, das Gerede hinter ihrem Rücken reichte schon, um ihren Ruf zu ruinieren. Sie sollte gehen. Jetzt! Sofort! Electra wollte sich nicht 'freundlich' mit ihr unterhalten, dazu hatte sie nun wirklich keinen Nerv! Und niemals, niemals, nie, würde sie ihr ihren Namen verraten ... diesen würde sie früher oder später ohnehin in Erfahrung bringen.

    Joe & Cinnamon
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    Er lachte müde über ihr Gemaule. "Dann hättest du besser", sagte er mit erhobenen Zeigefinger, "aufgepasst!" Ein schelmisches Lächeln huschte über seine Lippen. Die Chance Cinnamon aufzuziehen bietete sich an, er musste sie nutzen, sie buchstäblich an sich reißen. "Sag", säuselte er mit zu Schlitzen verzogenen Augen, "was hat dich so abgelenkt?" Er bewegte sich grazil zur Seite. "Mein Adoniskörper? Hm? Musstest du an heute morgen denken ...?" Sein Grinsen reichte über beide Ohren, sie wusste, was er meinte. "An deiner Stelle hätte ich mich auch nicht mehr konzentrieren können ...!" Lachend ließ er sich gegen den Baumstamm fallen. Er nahm sich noch ein Stück Trockenfleisch und kaute darauf herum. "Wir trainieren doch schon voll lange, oder? Außerdem", sagte er und das nächste Stück verschwand in seinem Mund, "habe ich gestern so gut wie nichts gegessen, ich habe Nachholbedarf!" Cinnamon hatte sich in der Zwischenzeit im Schneidersitz neben ihn gesetzt. Sie kaute ebenfalls an einem Brot. Auf ihr Argument hin mit dem Speer und dem 'Fische aufspießen' nickte er nur, dem hatte er ausnahmsweise mal nichts hinzu zufügen. Er legte den Kopf in den Nacken, als hätte er etwas aus dieser Richtung gehört, als Cinnamon endlich mit der Sprach rausrückte. "Hm?" Geschichten über seine glorreichen Siege? Hatte sie das so abgelenkt? Hatte sie das so beeindruckt? Wieder bildete sich dieses schlemische Grinsen in seinem Gesicht. Wieder bildete sich diese Chance! "Ach!", sagte er, "das hatte also deine Konzentration gestört? Hab ich dich neugierig gemacht?" Er richtete sich etwas auf, schaffte Platz zwischen seinen Rücken und dem Baumstamm. "Dann werde ich dir jetzt die Geschichte über meinen Sieg über den feuerspeienden Drachen erzählen ..." Und wie an seiner Betonung unschwer zu erkennen war, war das komplett gelogen. Er lachte, als plötzlich ein Rascheln gefolgt von einem lauten Krächzen über ihnen in der Baumkrone zu hören war. Dann hatte er vorhin doch etwas gehört! Er hatte es sich nicht eingebildet! Er schaute nach oben. Die Blätter in der Baumkrone bewegten sich ungewöhnlich. Hm? Nicht so, als wären sie vom Wind geleitet, eher so, als befände sich etwas unter ihnen. Er kniff die Augen zusammen, versuchte dieses 'etwas' zu erkennen. "Hast du das auch gehört?"

    Simone & Ludmilla vor der Bäckerei
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    Nickend ließ Simone ihren Blick über den Dorfplatz schweifen. Ihr Auge blieb am Springbrunnen hängen, welcher mit vielen hübschen und saisonalen Blumen verziert war. Wahrlich wunderschön die Natur. Aber eben diese hatte sie nicht nach Trampoli geführt. Nicht falsch verstehen! Simone mag die Natur, aber sie ist nicht naturverbunden. Ihre Prioritäten lagen woanders, auch wenn ihr durchaus bewusst war, wie wichtig die Bewegung an er frischen Luft für das Wohlbefinden war. Die Sonnenstrahlen beschleunigen den Stoffwechsel und treiben das Individum zur Aktivität. Die dunkle Stube hingegen fördert die Trägheit und demzufolge auch die Reizbarkeit, auch wenn- das musste sie leider zugeben - es sich so gut bei Kerzenlicht in Fachbüchern schmöckerin ließ ... ach! Niemand konnte alles richtig machen! Simone nahm einen großen Bissen ihres Gebäcks, die Hälfte hatte sie mittlerweile schon verputzt. "Hm?" Simone schaute auf. Ein Lächeln bildete sich im Gesicht ihres Gegenübers. Anscheinend hatte sie ihr Interesse geweckt. "Und erfüllend!", fügte sie der Aneinanderreihung von Adjektiven hinzu. Ohne die andere aus dem Auge zu lassen, nahm sie die Tasse mit dem Kräutertee in beide Hände. Behutsam pustete sie auf die Oberfläche, sodass sich kleine Wellen bildeten. "Autorin?", wiederholte sie die Berufsbezeichnung der anderen, sowie sie es kurz zuvor bei ihr getan hatte. "Wie interssant!" Sie legte die Tasse an ihre Lippen ohne einen Schluck davon zu trinken. Ihre Augenbraue zuckte in die Höhe, dann senkte sie ihre Hände wieder. "Ihr wollt meine Geschichte hören? Komme ich dann in Euren Werken vor!?" Ein freudiges Funkeln verließ das rechte Auge der Lilahaarigen. Sie stellte die Tasse etwas zu enthusiastisch auf den Tisch ab, sodass der viel zu heiße Tee etwas über den Rand schwappte. Daran störte sie sich aber nicht. "Das ist aber eine lange Geschichte ... Habt Ihr wirklich so viel Zeit ...?" Ihre Augenbraue zuckte abermals in die Höhe. Neben der Medizin liebte Simone es (erfundene) Geschichten zu erzählen. Jahrelang hatte sie ihrer kleinen Schwester Gute-Nacht-Geschichten erzählt. Noch heute störte es sie etwas, dass Lucy mittlerweile zu alt für dieses Ritual war ...

    Micah & Shara / in einer Höhle
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    Seine Hände ruhten schwer auf ihren zarten Schultern. Er hielt sie so dicht an seiner Seite, dass er sie atmen hörte. Flach und hektisch. Der Druck seiner Handinnenflächen wurde stärker. Da war es wieder, das schlechte Gewissen. Er hatte die Lippen fest aufeinandergepresst, die Stirn in Falten gelegt und die Augen starr auf das gegenwärtige Geschehen, dem flutartigen Unwetter vor der Höhle, gerichtet. Seinem schwermütigen Gesichtsausdruck nach zu urteilen, beunruhigte ihn die aktuelle Wetterlage und - glücklicherweise konnte sie sein Gesicht nicht sehen, das glaubte er zumindestens, schließlich hatte er sich extra etwas hinter ihr positioniert -, erinnerte ihn der peitschende Wind und der strömende Regen an die gewaltige Flut an Worten, die sie ihn vor wenigen Minuten erst entgegen gebrüllt hatte. "Ich hätte auch deine Aufmerksamkeit gebraucht!" Verdammt! Diese Worte und die Art, wie sie ihn dabei angesehen hatte, sein Magen zog sich schmerzlich zu einem Klumpen zusammen. Er hatte nichts dazu gesagt, er hatte sie nur angestarrt, schockiert und zutiefst getroffen. Und dann hatte er so getan, als wüsste er nicht, wovon sie sprach, was sie meinte, damit er sich nicht rechtfertigen musste, weil es nichts zu rechtfertigen gab. Er erinnerte sich nicht. Er erinnerte sich einfach nicht. Was war während des Monsterangriffes auf Alvarna passiert? Warum hatte er überlebt? Warum hatten sie sich getrennt? Ceci, Raven, Shara ...? Und was war danach passiert? Hatte er wirklich jeden einzelnen Tag auf der Farm verbracht? Hatte er nicht an sie gedacht? An Shara? An Raven? Warum hatte er nicht nach ihnen gesucht? Die Zeit war so schnell vergangen, aber die Wunden waren noch nicht verheilt, dazu waren sie einfach zu tief. Und das schlimmste: er hatte nicht nur nichts gesagt, er hatte sich auch nicht entschuldigt. Er schämte sich, sie hatte eine Entschuldigung verdient und doch fand er keine Worte. Nicht einmal jetzt. Wenn es nicht schon zu spät dafür war ... Schließlich war es Shara, die die Stille durchbrach. Ihre zarten Worte trafen seine empfindlichen Ohren und doch dauerte es einen Moment, bis sie in seinem Kopf ankamen und Sinn ergaben. "Ähm", stammelte er, "n-nein, das macht mir nichts aus ..." Die Kälte. Seine Kleidung war vom Regen durchnässt. Und der Regen schien nicht enden zu wollen. Das Mädchen löste sich langsam aus seinem Griff. Besorgt beobachtete er, wie sie tiefer in die Höhle vordrang. "Ich hoffe nicht", beantwortete er ihre Frage. "Und wenn doch, hoffe ich, dass dieser 'Irgendjemand oder Irgendwas' gerade nicht zu Hause ist ..." Er zwang sich zu einem müden Lächeln, auch wenn sie es nicht sehen konnte, weil sie nicht in seine Richtung schaute. Sie inspektierte lieber die dunkle Höhle und der Farmer folgte ihr langsam. Vom langen Herumstehen waren seine Füße kalt geworden, und sie mussten auf ihre Schritte achtgeben, als der Untergrund immer holpriger wurde, umso tiefer sie in die Höhle vordrangen. Konzentriert setzte er ein Bein vors andere, als Shara sich plötzlich ein Herz fasste und erneut die Stille durchbrach. "Hm?" Leise und unwillkürlich kam dieser Laut über seine Lippen. Wegen vorhin? Wieder drückte der Klumpen schmerzhaft auf seine Magengegend. Beschähmt hatte er den Blick zur Seite gewandt, sonst hätte er sie wohlmöglich straucheln sehen und packen können, als sie auf einmal ausrutschte und einen kleinen Hang hinabstürzte. Ihr spitzer Schrei hallte durch die Höhle und Micah riss erschrocken die Augen auf. "Shara!", konnte er noch schreien, doch da war es schon zu spät. Das Mädchen war ungebremst den ganzen Abhang runter gerutscht, mehrere Meter in die Tiefe und als wäre das nicht schlimm genug, steckte sie auch noch, wie sie ihm verzweifelt zu rief, zwischen zwei Felsen fest. Scheiße! Warum hatte er sie auch soweit vorgehen lassen? Warum hatte er nicht besser auf sie aufgepasst?! "Warte!", rief er (überflüssigerweise, dem Mädchen blieb eh nichts anderes übrig), während er sich vorsichtig einen Pfad nach unten bahnte. Etliche große und kleine Steine kreuzten seinen Weg. Er musste aufpassen, er durfte nicht stolpern, wenn er sich jetzt noch verletzte oder ebenfalls irgendwo feststeckte war es aus, dann würden sie hier ster-! ... was war das? Micah blickte erschrocken auf. Ein tiefes Grollen hallte durch die Höhle. Verdammte Scheiße! Sein Herz schlug wie wild und er beschleunigte seinen Schritt rasant. Er achtete nicht mehr auf das, was unmittelbar vor ihm lag, er nahm nicht mehr den sichersten, sondern den schnellsten Weg nach unten! "Keine Angst!", rief er, als er glücklicherweise unverletzt bei ihr ankam, "ich rette dich, ich hol dich hier raus!" In seiner Panik zog er an ihren Arm, doch das führte zu nichts, im Gegenteil, wenn er so weiter machte, würde er sie nur schwer verletzen! Er musste einen anderen Weg finden! Schnell! Ein zweites Grollen hallte durch die Höhle, diesmal lauter, gefolgt von einem dumpfen Laut, als würde sich etwas schweres in Bewegung setzen. Micah hastete herum. Er versuchte einen der Felsen anzuheben, doch dieser bewegte sich keinen Zentimeter. Verzweifelt stemmte er sich mit dem gesamten Körper gegen den anderen Stein, einmal, zweimal, dreimal ... ohne Erfolg! Nein! Was, wenn er sich verwandelte? Vielleicht könnte er ja als Wooly ...? Ein dumpfes Geräusch folgte dem nächsten, es wurde immer lauter und immer schneller! Es ging nicht anders! Sich jetzt in ein Wooly verwandeln - dazu war keine Zeit! Es war verrückt, aber er hatte keine Wahl! Er musste es so schaffen! "Ich hol' dich hier raus!", wiederholte er. "Keine Angst, ich beschütze dich!" Nochmals drückte er ihre Hand. Fest. Dann drehte er ihr den Rücken zu. Entschlossen. Zitternd. Der Geräuschquelle entgegen. Sein Puls raste. Er baute sich auf. Er hatte nur einen einzigen Gedanken im Kopf: Ich. Beschütze. Dich.

    Simone & Ludmilla vor der Bäckerei
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    Simone winkte ab. Lächelnd. "Ach", sagte sie, "nicht dafür!" Im Auftrag der Gesundheit! Sie nahm einen großen Schluck ihres viel zu heißen Kräutertees. Urgh! Und verbrannte sich kurzerhand die Zunge. "Au!" Sie verzog leicht das Gesicht. Da war sie wohl etwas zu voreilig. "Pusten nicht vergessen!", sagte sie mehr zu sich, als zu der anderen, während sie sich etwas Luft zu wedelte. Ihre neue Bekanntschaft schenkte ihr ein großes, freudiges Lächeln. Sie war schon, das musste sie zugeben, auf eine eigenartige Frau gestoßen und das lag nicht nur an ihren sonderbaren Pupillen. "Ach!", erwiderte sie überrascht. "Erst seit gestern? Was für ein Zufall, ich bin heute erst angekommen ...!" Die Wahrscheinlichkeit ebenfalls auf einen Neuankömmling zu treffen, war äußerst gering, das Schicksal wollte es allen Anscheins nach so. "Ich wohne von nun an mit meiner Schwester in der Klinik", erzählte sie. "Ich bin Ärztin, das müsst Ihr wissen, deshalb interessiere ich mich auch so für, "sie stockte kurz, um die Hände vor ihren Lippen ineinander zu falten, "für eure außergewöhnlichen Augen ..."

    ALTER! :'D Geiles Spiel, find ich gut, muss ich mal los werden ...

    Orland (is' nen Kind, is' klar ...)
    Sakura
    Hinata
    Electra
    Micah
    Joe
    Simone
    Sherry (was für ne' Überraschung :'D)

    Okay, ich will wissen:

    körperliche Fitness! :D (der fitteste zuerst!)