Beiträge von ~Luchia~

    Yumi & Alex in seinem Zimmer


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    Tatsächlich erklang ein wenig Einsicht aus ihrem Mund. Sie sah nicht weg, sah ihm stattdessen ins Gesicht, die Augen und lieferte sich selbst seiner Wut aus. Sie flüchtete nicht, obwohl er fest damit gerechnet hatte. Das taten sie immer. Sie gingen, redeten nicht miteinander, sondern flüchteten ständig voreinander, um den Konflikten zu entkommen, die zweifellos zwischen ihnen standen. Es war seltsam, dass sie jetzt redeten, oder schrieen, was in Alex' Fall wohl deutlich besser passte. Seine Wut zügelte sich ein wenig, weil es ihn beruhigte, dass sie die Sache ernst nahm, ihn nicht auslachte und sich sogar einsichtig zeigte. Er war trotzdem noch stinksauer, aber immerhin hatte er sich wieder ein wenig besser unter Kontrolle und musste nicht fürchten, dass er ihr gegenüber handgreiflich wurde. Schon wieder. Denn egal was sie getan hatte: Das hatte sie nicht verdient. Für einen kurzen Moment trafen sich ihre Blicke und die Zeit schien still zu stehen. Die Luft zwischen ihnen knisterte und doch war es für diesen kurzen Augenblick ruhig. In diese Augen hatte er sich verliebt. Auch wenn sie gerade nicht das Selbstbewusstsein ausstrahlten, das ihr sonst immer ins Gesicht geschrieben stand, waren es genau diese Augen, die ihm den Verstand geraubt hatten. Die intensive Farbe und dieses bestimmte Funkeln wurde sie nie los. Nicht für ihn. Ihr Blick drehte sich zur Tür. Er folgte ihm. Sie zögerte doch. Er konnte es ihr eigentlich nicht übel nehmen. Er wäre schon längst zur Tür hinaus und doch hoffte er, dass sie blieb. Denn nur wenn sie blieb, gab es noch Hoffnung. Genau deshalb sprach er seine Worte laut aus, in der Hoffnung, dass sie etwas auslösten. Sie biss sich auf die Unterlippe, schien mit sich zu hadern und er wollte es schon aufgeben, aber sie machte den Mund auf. Er fixierte sie, während er sich die Worte anhörte. Sie hatte Schiss gehabt und sich was eingeworfen. Nichts, wofür er sie verurteilen würde. Gelegentlich genehmigte er sich schließlich auch etwas Gras. Auch wenn das letzte Mal schon länger her war. Dafür konnte er ihr nun wirklich keinen Vorwurf machen. Er selbst war schließlich auch nervös gewesen. Hätte Darren ihn nicht so angestachelt, hätte er es wohl auch schon früher aufgegeben gehabt. Aus Angst, dass sie nicht kam. Aus Angst, dass es damit erledigt war. Beides hatte sich irgendwie bewahrheitet und auch nicht. Daher lauschte er weiter ihren Worten, ihrer Erklärung. Noch einmal fiel ihre Erwähnung auf das, was mit Simon passier war. Er war plötzlich einfach vor ihrer Tür? Hatte sie womöglich sogar damit gerechnet, dass es Alex selbst war? Hatte sie ihm die Nachricht vielleicht sogar geschrieben, dass er sie rausholen sollte? Er dachte darüber nach und schwieg. Lies es zu, dass sich ihre Blicke noch einmal kreuzten. Es war seltsam. Sie direkt anzusehen, wie sie ihn ansah, war verwirrend und gleichzeitig besänftigte es ihm. Er konnte ihr nicht so böse sein, wie er wollte, wenn sie ihn so ansah. Eine Entschuldigung kam ihr über die Lippen. Er hörte sie, es freute ihn die Worte zu hören, wie es auch gestern schon der Fall gewesen war. Und trotzdem konnte er das Geschehene dadurch nicht ändern. Nicht einfach übersehen. Nicht einfach hinter sich lassen. Sie erklärte, dass sie das nicht wollte. Was nicht wollte? Ihn verletzen? Alice verletzen? Simon vögeln? Darren enttäuschen? Vermutlich alles auf einmal. Es machte ihn wütend, dass er sie jetzt nicht mehr hassen konnte. Es ging ihm gegen den Strich, dass diese wenigen Worte ausreichten, um ihn zu besänftigen. Dass sie diese Macht über ihn hatte, gegen die er nicht ankam. Sie senkte ihren Blick, versuchte so die Tränen vor ihm verbergen, aber er sah sie. Er sah nicht weg, wie er es sonst tat. Und obwohl er noch wütend war, wozu er allen Grund hatte, überwand er den kleinen Abstand zwischen ihnen und zog sie an sich. Ein bisschen hielt er sie fest und ließ ihr die Möglichkeit zu weinen, ohne dass er es sah, oder sie Angst haben musste, dass er es sehen würde. Sein Kopf legte sich auf ihren. "Ich weiß...", sagte er, ohne wirklich zu erklären was genau er meinte. "Aber ich weiß nicht was ich tun soll." Was konnte sie schon sagen oder tun, um es ungeschehen zu machen? Um das Ganze zu vergessen? Yumi war Alex keine Rechenschaft schuldig. Sie war ihm nicht verpflichtet und konnte tun was sie wollte. Trotzdem fühlte er sich betrogen. Aber wieso? "Weil ich dich immer noch liebe...", murmelte er und bevor er sich darüber klar wurde, dass er es gesagt hatte und sie es gehört haben könnte, krochen ihm selbst Tränen aus den Augen und liefen ihm über das Gesicht bis zu Yumis Haaren. Er fühlte sich gerade einfach ein wenig ausgeliefert und hilflos.

    Clive, Gabriel & Marie an einem der Tische | Marie geht


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    Der fremde Junge folgte ihrer Geste und setzte sich auf einen der freien Stühle am Tisch. Es freute die Schwarzhaarige sehr, dass sie sich so offen gezeigt hatte und es prompt belohnt wurde. Ein Kribbeln ging durch ihren Körper und sie rutschte aufgeregt ein wenig auf ihrem Stuhl hin und her. Es war einfach toll, wenn Freundlichkeit bei anderen ankam und geschätzt wurde. Als der Junge sich als Clive vorstellte, ergriff Marie die Hand ihres Gegenübers zu einem kräftigen Händedruck. Sie selbst war bei dieser Geste sonst immer schlaff. Gabriel stellte sie mit vor, weshalb sie nur schüchtern zur Bestätigung nickte, ein Lächeln auf ihre Lippen zauberte und sich nervös eine Strähne aus dem Gesicht hinter ihr Ohr schob, ehe sie mit ihrem Blick wieder die Tischplatte fixierte. Langer Augenkontakt lag ihr einfach nicht, wenn sie einen Menschen noch nicht lange kannte. Erst als Gabriels Stimme erneut ertönte und er erklärte, dass er auch etwas vorbereiten wollte und nach einer Picknickdecke fragte, hob sie ihre Augen wieder und sah den Jungen kopfschüttelnd an. "Kann ich leider nicht beisteuern...", erklärte sie entschuldigend und im nächsten Moment hielt sie Gabriels Handy in der Hand, der sie um ihre Nummer bat. Wieder eine Geste, die sie ein wenig verlegen werden ließ, aber sie speicherte sich auf seinem Handy mit vollem Namen, Nummer und Geburtstag ein und reichte es dann weiter an Clive. "Das ist eine echt gute Idee. Erstellst du dann gleich eine Gruppe? Dann hab ich eure Nummern gleich.", schlug sie vor, weil es so definitv einfacher war, als alle Handys im Kreis herumzugeben. "Sag mal Clive, wohnst du schon lange hier, oder bist du auch neu?", fragte sie den Jungen, um ein Gespräch anzufangen.

    Kiel, Barrett und Brodik vor dem Wachposten ~> Gehen


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    Im Gegensatz zu Kiel schien Barrett nicht besonders von der Idee des Grauhaarigen begeistert zu sein. Ganz im Gegenteil: Er machte deutlich wie ungern er diese Mission begleiten wollte. Spinnen waren wohl nicht sein Fall. Brodik musste schmunzeln, verkniff sich aber eine bissige Aussage, denn er wusste, dass er jede helfende Hand brauchen konnte und auf Barretts Kampfkünste war Verlass. Das hatte der Grauhaarige bereits in der Wüste zu sehen bekommen. Bei der Drohung des Brünetten musste Brodik lachen. "In Ordnung. Du darfst mich heimsuchen.", genehmigte er. Wovon er weniger amüsiert war, waren die Orte, die Kiel als mögliche Spinnenwohngebiete bekannt gab. Die Grotte wäre dem lausigen Wächter von allen eigentlich am Liebsten gewesen, aber die beiden anderen Herren schienen nicht sonderlich begeistert davon zu sein. Zur Pluvia-Insel mussten sie allerdings zuerst übers Wasser und zur Walinsel die Ranke am Uhrenturm hinaufklettern, oder? Dort mussten sie doch ohnehin vorbei, um den Elefnatensabber abzugeben, oder? "Wir müssen eh zum Uhrenturm, also würde ich vorschlagen wir nehmen dort die Ranke zur Walinsel. Der Aufstieg ist zwar beschwerlich, aber das ist der Weg zur Pluvia-Insel ist auch nicht gerade ein Zuckerschlecken... oder kommen müssten wir sowieso die Ranke bei der Pluvia-Insel nach oben nehmen? Ich kenn mich da nicht aus. Weißt du mehr Kiel? Wenn die Ranke am Uhrenturm reicht. Nehmen wir die.", erklärte der Wächter und sprach so ein Machtwort, während er alle Sachen zusammenpackte, die er für die Mission brauchte. Phiolen und seine Kriegsaxt waren das Wichtigste. Und das Zeug, das er von Arthur bekommen hatte, um die Spinnweben weniger klebrig zu machen. Dadurch war es sicher einfacher die Dinger zu besorgen und schnell wieder zu verschwinden. Dass der Tränkemeister das Gebräu allerdings verwechselt hatte, konnte der Silberhaarige ja nicht wissen. "Na dann los! Sonst überlegt es sich Barrett doch noch anders, weil er zu viel Angst hat.", stichelte Brodik jetzt doch noch und machte sich mit den anderen beiden auf den Weg zum Uhrenturm und der Walinsel, nachdem diese alles zusammen hatten.


    gehen ~> (Lässt du sie auf der Walinsel ankommen Anne?)

    Yumi & Alex in seinem Zimmer


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    Die ersten Worte, die ihr über die Lippen kamen, waren wie Öl, das sie ins Feuer seiner Wut goss. Das hatte nichts mit ihm zu tun? Dachte sie, dass dieses Kommentar es besser machen würde? Vielleicht hatte sie es nicht getan, um ihn zu verletzen, aber sie hatte es in dem Wissen getan, dass sie eigentlich hätte bei ihm sein sollen. Aber das hatte ihr Simon wohl aus der Birne gefickt. Er gab einen abschätzigen Laut von sich, musterte ihr Gesicht wütend, um einen Anhaltspunkt darin zu finden, ob sie log, oder ob diese absurden Worte aus ihrem Mund der Wahrheit entsprachen. Sie hatte also mit Simon geschlafen, weil sie das Gefühl hatte, dass sie beide kaputt waren? War er das nicht auch? Hatte sie nicht schon genug für die beiden zerstört? Musste sie wirklich noch das Leben seiner Halbschwester zerstören? Merkte sie überhaupt was sie mit ihren Taten auslöte? Und war es ihr egal? Vorher hatte sie gesagt, dass sie etwas Dummes getan hatte. Jetzt, wo er sie darüber sprechen hörte, klang es für ihn eher so, als ob sie es nicht mal bereute. Über ihr Gelaber über Schlösser und Schlüssel verdrehte er nur die Augen. Die einzige Metapher die ihm dazu einfiel war, dass ihr Schloss wohl mit jedem beliebigen Schlüssel geöffnet werden konnte. Man musste nur kaputt genug sein, oder nicht? Das war also ihre Ausrede. Sie hatte mit Simon geschlafen, weil er ein gewalttätiger Typ war und sie sich ihm dadurch nahe fühlte. Fantastisch. Aber konnte Alex ihr wirklich einen Vorwurf machen? Ja, sie waren verabredet gewesen, aber sie waren kein Paar, führten schon lange keine Beziehung mehr. Sie war ihm nichts schuldig. Sie hatte keinerlei Verpflichtungen ihm gegenüber. Obwohl er das hätte wissen müssen, machte es ihn so wahnsinnig wütend, dass sie ihn für Simon hatte sitzen lassen. Dass sie ihn einfach vergessen hatte, um diesen Psychopathen zu vögeln. Es machte ihn so verdammt wütend, dass er gar nicht richtig merkte, wie absurd seine Vorstellung wurde, dass der Typ seine Hände im Spiel hatte. Als Alex seine Vorwürfe an Yumis Kopf geschleudert hatte, reagierte sie wie erwartet: Sie wurde verständnislos, patzig, zickig. Vielleicht sogar zurecht, aber das sah Alex ganz anders. Ihr bissiges Kommentar hätte sie sich sparen können. Es machte ihn nur noch wütender und er hatte das Bedürfnis sie zu schütteln. Verstand sie überhaupt was sie da von sich gab? Verstand sie überhaupt wie sich die ganze Geschichte für ihn anfühlte? Vorher noch hatte er das Gefühl, dass sie es vielleicht verstehen könnte, aber jetzt... jetzt war er sich nicht sicher was eigentlich mit ihr los war. Sie erhob sich aus dem Bett, funkelte ihn an, er funkelte zurück. Der herablassende Laut, der ihr über die Lippen kam, machte ihn fuchsteufelswild und mit jedem Schritt, den sie näher auf die Tür zuging, stieg die Wut in ihm mehr und mehr auf. Er ballte die Hände zu Fäusten, hatte den Kopf gesenkt, die Augen geschlossen und die Kiefer fest aufeinander gepresst. Er musste ruhig bleiben. Er durfte nicht die Beherrschung verlieren. Er durfte ihr nicht hinterher gehen. Das hatte sie sich selbst zuzuschreiben. Als sie schon die Klinke in der Hand hielt, drehte sie sich zu ihm um. Ihre Worte brachten ihn dazu aufzusehen, sich zu ihr zu drehen. Wut war alles was in seinen Augen stand. Es hatte etwas bedeutet? Wieso hatte sie es dann so mit Füßen getreten? Trauer gesellte sich zu der Wut in ihm. Er ging schnellen Schrittes auf die Tür zu, hielt sie mit einem Arm fest, um sie auf jeden Fall vom Gehen abzuhalten. "Du... hast nicht das Recht beledigt zu sein. Du hast jetzt einfach nicht das Recht sauer zu sein." Er sah ihr fest in die Augen. "Hast du mich verstanden? Das steht dir nicht zu. Nicht nachdem was du getan hast. Ich kann nicht immer der Schuldige dafür sein, was du verbockt hast." Verstand sie was er ihr sagen wollte? Kamen seine Worte überhaupt bei ihr an? Und wenn ja: Waren sie ihr egal? "Wenn es dir was bedeutet hat, wieso hast du das dann getan? Wieso hast du diesen Psychopathen gevögelt?" Alex' Worte waren eine Mischung aus Wut und Trauer. Erneut diese dämlichen Tränen, die ihm ungewollt in die Augen krochen und die er vertrieb, indem er die Kiefer fest aufeinandermahlte, während er verständnislos den Kopf schüttelte. Er konnte es einfach nicht verstehen. Ihre Worte und Taten passten einfach nicht zusammen. Er wollte es verstehen, aber das gab überhaupt keinen Sinn. Nicht für ihn. Vielleicht suchte er aber auch einfach nach einem Grund Yumi in seinem Leben zu behalten. Einen Grund diese Verbindung zwischen ihnen nicht zu zerstören, obwohl sie es womöglich schon lange war. "Und wenn ich dir auch nur irgendwas bedeute, oder bedeutet habe, dann stellst du das hier und jetzt klar. Denn wenn du dieses Zimmer jetzt verlässt, ohne das zu klären, dann verspreche ich dir, dass es das war. Dann ist es mir in Zukunft egal wen du vögelst, mit wem du dich im Flur triffst und auf welcher Party du dich von wem schwängern lässt. Ich werde nicht mehr auf dich zulaufen, während du dich von mir entfernst." Alex war wirklich nicht der Typ der solche Reden schwang, aber er wusste nicht mehr weiter und irgendwo in seinem Kopf waren in den letzten Minuten einige Sicherungen durchgebrannt. Alles was er wollte, alles was sein Körper gerade tat, diente nur dazu sie hier zu halten. Alles nur um sie irgendwie in seinem Leben zu halten. Ebenso wie die wütenden Kommentare, die Sticheleien und die bösen Blicke. So hatten sie beide immer und immer wieder dafür gesorgt, dass der andere die Konstante in ihrem Leben bleib. Immer da blieb und sie am Ende nicht alleine bleiben würden, oder? So war es doch? Wenn da nichts mehr gewesen wäre, hätten sie schon lange aufgehört darüber zu sprechen, hätten schon lange aufgehört sich so zu begegnen und wütend anzugehen. Aber es war ihnen beiden nicht egal. Auch wenn Yumi das jetzt behaupten würde, er wusste, dass er ihr nicht egal war. Nicht ganz. Alex löste sich von der Tür, wollte sehen, ob sie blieb, oder ob sie ging. Für immer.

    Alice & Nick in der Tür zu seinem Patientenzimmer


    2390-nick-summer-pngSie nahm die Hände vor die Brust, konnte ihn gar nicht richtig ansehen. Er wusste, dass er sie verletzt hatte, aber hatte er wirklich so schlimme Dinge gesagt, dass er das verdient hatte? Hatte sie womöglich seine Worte gehört, die er an Cedric gerichtet hatte? Anders konnte er sich das Ganze gerade nicht erklären. Schließlich hob sie ihre Hände, um seine Ausgestreckten Arme nach unten zu drücken. Ihre zarten Finger zitterten und er verstand nicht ganz was vor sich ging. "Wenn ich...", begann er, doch ihre Stimme unterbrach ihn im Versuch sich zu erklären. Ihre Worte trafen ihn unerwartet. Sie wollte ihn da nicht mit reinziehen? Hatte sie das nicht schon längst getan? Wie kam dieser plötzliche Sinneswandel? Wie kam sie auf die Idee ihn von sich zu stoßen? Sich von ihm zu verabschieden? Er verstand nicht mehr was vor sich ging. Verstand nicht mehr was er alles falsch gemacht hatte. Zuerst war sie gegangen, dann Cedric und jetzt ging sie noch einmal? Hatte ihre Reaktion von vorhin nicht schon ausgereicht? Wieso musste sie ihm das noch einmal reindrücken? Wieso musste sie es so offen aussprechen, dass sie sich nicht mehr sehen konnten? Etwas, das er vorher unausgesprochen zwischen ihnen hatte stehen lassen und worüber er eigentlich jetzt erleichtert hätte sein müssen. Schließlich hatte sie es von allein verstanden, dass er seine Worte absichtlich so gewählt hatte. Sie hatte verstanden, dass sie sich entscheiden musste zwischen Simon und ihm und doch traf ihn die Erkenntnis, dass sie sich für Simon entschieden hatte, obwohl es von Anfang an keinen anderen Weg gegeben hatte. Er presste die Kiefer aufeinander, nickte und verzog den Mund. "Versteh ich. Er stellt dich sicher auch vor diese Wahl und das war wohl unausweichlich.", sagte er schließlich. Er wollte dem ganzen einen schnellen Schlussstrich verpassen. Weder Ced, noch Alice hatten ihn seinetwegen besucht. Das verstand er jetzt. Sie hatten auf seine Unterstützung gehofft, wo er einmal ihre gebraucht hätte. Beide hatten ihn im Stich gelassen, waren mit ihren eigenen Sorgen beschäftigt und hatten keinen Platz für die Dinge, die er bei ihnen abladen wollte. Er nahm es ihnen nicht mal besonders übel, weil er auch keinen Platz hatte für ihren Scheiß. "Weißt du... vor einem guten Jahr hatte ich gedacht, dass das mit uns mehr werden könnte, aber ich hab mich ganz offensichtlich getäuscht. Du hattest schon immer nur Augen für Simon. Das hat sich nie geändert. Auch nicht, als er einfach spurlos verschwunden ist und dich allein gelassen hat. Ich hoffe du hast die richtige Entscheidung getroffen und wirst glücklich." Seine Augen waren voller Mitleid, denn etwas anderes hatte er für Alice gerade nicht übrig. Mitleid und Bedauern, dass sie an einem Kerl hing, der ihr nicht gut tat. Aber wenn sie das selbst nicht sehen konnte und wollte, dann konnte Nick ihr auch nicht helfen. "Wenn du jemanden brauchst, dann bin ich für dich da. Egal ob ich das gut heiße oder nicht. Egal ob du zwanzig Mal sagst, dass du mich nicht mehr sehen kannst: Ich bin für dich da. Aber ich kann dir nicht immer hinterherlaufen und dir sagen was du tun sollst, also... melde dich einfach, wenn was ist."

    Kiriku und Ash auf einer Bank


    Shuka verabschiedete sich schnell von den beiden jungen Herren und Ash sah ihr verständnisvoll nach. Manchmal hatte man einfach andere Verpflichtungen. Der Blick des Farmhelfers fiel auf Kirikus Pflanze, die langsam die Blätter hängen lies. "Wollen wir auch los? Ich helf dir die Sachen bis zur Wohnung zu tragen.", erklärte er, stand auf und nahm sich ein paar der Sachen. Teilte ungefähr gleich auf was Schwere anging und sah dann zu Kiriku, um ihm zu bedeuten voraus zu gehen.


    gehen ~>

    Yumi & Alex in seinem Zimmer


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    Für einen Moment schien die Welt still zu stehen. Sie lehnte sich an ihn, es war ruhig und nur die Atemzüge der beiden waren kaum hörbar zwischen ihnen. Ob sie sein Herz mit ihrem Kopf so nah an seiner Brust hören konnte? Ob sie merkte, dass es aufgeregter schlug? Sicher aus der Nervosität heraus, was sie wohl sagen würde. Doch noch war es ruhig zwischen ihnen. Die bekannte Ruhe vor dem Sturm, die sich viel zu schön anfühlte, um wahr zu sein. Er legte seinen Kopf ein wenig auf ihrem ab, roch den rauchigen Duft ihrer Haare, der sich mit dem frischen ihres Shampoos vermischte. Er hielt sie fest, genoss die Wärme ihres Körpers und die Ruhe. Für einen Moment hatte er die Augen geschlossen, dann hörte er das erste Wort über ihre Lippen kommen. Verschiedenste Szenarien spielten sich in seinem Kopf ab, während er die Augen öffnete, sich ihre Blicke für einen Moment trafen, als sie sich ein wenig von ihm löste. Er konnte nicht sagen welchen Gesichtsausdruck er selbst machte, während er auf ihre Erklärung wartete, die schließlich über ihre Lippen kam. Er schwieg. Verarbeitete das Gesagte. Er musste zugeben, dass sein Kopf schlimmere Dinge zusammen gesponnen hatte. Immerhin war sie nicht schwanger von Darren, oder mit ihm verlobt. Sie hatte auch nicht im Suff jemanden ermordet oder war vergewaltigt worden. Es hätte also schlimmer sein können, oder? Aber war das, was sie ihm offenbarte nicht noch schlimmer? Er hatte hier gewartet, hatte mit ihr geschrieben und sie hatte ihn übergangen, hatte ihn vergessen und sich stattdessen mit Simon vergnügt. Seinem Schwager in Spe. Dem Vater von Alice' Kind. Er schluckte, doch der Beigeschmack blieb. Was sollte er sagen? Was sollte er tun? Sein Griff um ihren Körper hatte sich gelöst, sie sah ihn an und wieder trafen sich ihre Blicke für einen kurzen Moment. Er erblickte die Träne auf ihrer Wange, doch er sah weg. Atmete mit zusammengepressten Kiefern einmal tief ein und wieder aus, während er mit den Augen die Bettdecke fixierte. Sie hatte ihn sitzen gelassen. Nicht für Darren, sondern für Simon. Es traf ihn schlimmer als erwartet. Er stand mit einem Schwung aus dem Bett auf, ging unruhig ein paar Schritte auf seinen Schreibtisch zu. Seine linke Hand verschränkte er vor der Brust, mit der rechten fuhr er nervös durch seine Haare. Kurz, dann legte er die Stirn in Falten und massierte sie. Er schnaubte amüsiert. Wie dumm war er nur gewesen? Zu glauben, dass Yumi sich geändert haben könnte? Dass sich die Situation zwischen ihnen geändert haben könnte? Sie hatten nie über die Trennung gesprochen. Hatten sich nicht mal wirklich getrennt, sondern über das Vergangene geschwiegen, ohne wirklich darüber zu sprechen. Hatten es einfach zugelassen, dass diese Kluft zwischen ihnen entstand, es akzeptiert und weiter geschehen lassen. Und auch wenn er geglaubt hatte, dass sie mittlerweile wieder aufeinander zugehen würden, hatte er sich nur geirrt. Er war auf sie zugegangen, aber sie war mit jeder ihrer Taten zwei Schritte vor ihm geflüchtet. In Darrens Arme oder vielleicht auch Simons. Was wusste er schon? Alex hatte erneut die Augen geschlossen, schüttelte ungläubig den Kopf. er hätte es wissen müssen. Er hätte es spüren können. Seine Hände lösten sich, als er vor seinem Schreibtisch stehen blieb und sich mit beiden Handflächen darauf abstützte. Sein Körpergewicht verlagerte sich nach vorne, dann schwang er wieder zurück, wieder nach vorne und während seine Gedanken um ihre Worte kreisten, brodelte die Wut in ihm auf. Und dann platze ihm der Kragen. Mit einer schnellen Handbewegung räumte er Notizen und Blöcke von seinem Schreibtisch und schlug heftig mit der Faust auf. Er wollte dagegen treten, aber er wusste, dass ihm das nur Schmerzen bereiten würde. Wieder und wieder schüttelte er seinen Kopf, während er immer wieder versuchte sich Worte zurechtzulegen, die er sagen könnte. Er dachte zu viel darüber nach. Er war doch ohnehin schon bloßgestellt. Er hatte ihr gezeigt, dass ihm etwas an ihr lag und das war nicht rückgängig zu machen. Sie war doch nicht dumm. Sie hatte es doch auch gemerkt. Wieder stütze er sich mit beiden Händen am Schreibtisch ab, lehnte sich dagegen und fixierte den schwarzen Monitor vor sich. "Ich dachte diesmal wäre es anders.", brachte er schließlich über seine Lippen. "Ich dachte wirklich dass diese Verabredung was bedeutet." Es war sonst nicht seine Art über etwas zu reden. Überhaupt nicht. Aber es war so vieles Unausgesprochen zwischen ihnen geblieben. Es war so vieles das sie noch verband. Wenn er sie aus seinem Kopf kriegen wollte, dann musste das alles verschwinden. "Seit Wochen bekomme ich dich nicht aus dem Kopf. Bekomme diese eine gemeinsame Nacht nicht aus dem Kopf und immer wenn ich dich mit Darren sehe, dann habe ich das Bedürfnis ihn gegen die Wand zu klatschen. Ich bin eifersüchtig." Er lachte kurz auf, schnaubte und fixierte weiterhin den schwarzen Monitor vor sich. "Irgendwann hab ich mir eingeredet, dass er wohl dein neuer ist, aber jetzt erfahre ich dass du nicht glücklich bist und dann auch noch mit Simon geschlafen hast. An meinem Geburtstag, obwohl wir verabredet waren." Jetzt war es ein höhnisches Auflachen. "Ich dachte ich hätte den Kopf vorn gegen Darren, aber... Simon? Vermutlich hab ich mir das Ganze noch selbst zuzuschreiben, weil ich dich gebeten habe dich von ihm fernzuhalten. Wahrscheinlich hat dich gerade das in seine Arme getrieben und dich angespornt mir eins auszuwischen." Er stieß sich vom Schreibtisch ab, stand im Raum und blickte Yumi nun direkt in die Augen. Die Wut, die Enttäuschung aber auch Verletzung stand ihm ins Gesicht geschrieben. Er wusste nicht wieso er das tat, aber es fühlte sich gewissermaßen befreiend an und gleichzeitig wie ein Pfahl, den er direkt in sein eigenes Herz stieß. "Herzlichen Glückwunsch: Du hast es geschafft. Wie lang hat es von deiner Nachricht an mich gebraucht, bis du dich ihm an den Hals geworfen hast? Ne Minute? Oder hatte er vielleicht sogar seine Finger im Spiel und ihr habt zusammen gewartet, dass ich vorbeischneie und das ganze sehe?" Das sponn er sich zusammen und er wusste das auch und doch... passte es zu ihren Nachrichten. Wieso hatte sie darauf bestanden, dass er zu ihr kam? Wieso hatte sie nicht wie vereinbart bei ihm geklopft? "Hoffe das war es wert." Erneut mahlten seine Kiefer aufeinander im Versuch die Tränen und die Wut zurück zu halten.

    Nick in einem Patientenzimmer


    2390-nick-summer-pngCedric erwiderte lediglich ein paar Worte, die geradezu an Nick vorbeigingen. Er hörte sie, wollte aber nichts erwidern. Wenn Ced nicht bereit war die Augen für die Wahrheit zu öffnen, dann konnte ihm der Schwarzhaarige auch nicht helfen. Als der Blonde allerdings anmerkte, dass Nick das sicher nicht so meinte, hielt dieser den Blick starr auf seinen besten Freund. Wut, Zorn und Frust standen ihm ins Gesicht geschrieben als er die Worte wählte und laut aussprach, ohne sich über ihre Konsequenzen zu sorgen. "Und was wenn doch?" Was wenn er es so meinte? Wenn er sich die ganzen letzten Wochen, Monate nur zurückgehalten hatte sie auszusprechen? Wenn er sie nur aus gesellschaftlichem Gutreden zurückgehalten hatte? Er wusste es gerade selbst nicht, wie er wirklich zur Situation stand. Aber es stand für ihn außer Frage das jetzt mit Cedric zu besprechen, der ohnehin nicht an einer Unterhaltung interessiert schien. Stattdessen verpisste sich der Blonde, was Nick nur noch wütender machte. Da brauchte er einmal den Beistand seines Kumpels und schon ließ dieser ihn ihm Stich. Trotzdem hielt er ihn nicht auf. Sagte nichts weiter dazu, sondern sah nur wütend zur Tür, die Cedric gerade hinter sich geschlossen hatte. "Wichser.", nuschelte er verletzt vor sich hin und versuchte seine Gefühle irgendwie zu bändigen. Es hatte keinen Sinn. Es würde sich nichts ändern wenn er weiterhin so sauer war. Seine zu Fäusten geballten Hände öffneten und schlossen sich immer wieder. Ein paar mal, dann griff er die Decke, zerquetschte sie zwischen seinen Fingern und schnappte sich schließlich sein Handy. Er tippte, löschte wieder, tippte erneut und löschte wieder. Er war weder Alice, noch Cedric eine Erklärung schuldig. Es war nicht seine Aufgabe immer auf andere zuzugehen. Kurz überlegte er sogar Leilas Nummer zu löschen. Wieso sollte er die Menschen die ihm miese Laune verpassten weiterhin behalten? Wieso sollte er sich immer wieder ihren Status und ihre Neuigkeiten ansehen? Er ließ es schließlich doch bleiben, tippte lediglich eine Nachricht an Cylie und verzog sich dann mit frischen Klamotten im Bad. Er duschte sich vorsichtig, aber schnell ab, wusch sich die Tränen aus dem Gesicht und zog sich etwas frisches an. Weder Alice, noch Cedric würden zurückkommen. Das glaubte er zumindest, als er sich zurück in sein Bett legen wollte. Gerade ging er aus der Tür zum Bad, als er glaubte ein leises Geräusch an der Tür zu hören. War das eine Schwester, die aus Versehen dagegen gekommen war? Er versuchte er sich so abzulenken von den Tatsachen und Hirngespinsten, die sein Kopf sich zusammenreimte? Er ging zur Tür, öffnete sie, um wenigstens einen Blick aus diesen einengenden vier Wänden zu riskieren und davor stand tatsächlich Alice. Zuerst verdunkelte sich sein Gesichtsausdruck wieder, doch beim Anblick ihrer Gesichtszüge, trat Sorge in seine Augen. Er wollte ihr böse sein. Wollte sie zum Teufel jagen, aber sie sah so gekränkt und verletzt aus, dass er nicht anders konnte als Mitleid für sie zu empfinden. Er schluckte. Das war seine Schuld. Sein Körper schwankte zwischen Wut und Mitleid und auch wenn er fest vor hatte die Tür einfach wieder zuzuschlagen, öffnete er seine Arme. "Komm her...", murmelte er versöhnlich und presste die Lippen fest aufeinander.

    Yumi & Alex in seinem Zimmer


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    Die Witzeleien von zuvor erschienen ihm plötzlich weit weg. Die gierigen, aufgeladenen Blicke, die sie ausgetauscht hatten, waren verebbt. Selbst seine Anspielung ihr jetzt noch mit den Klamotten zu helfen schien weit zurück zu liegen, dabei hatte er sie erst vor wenigen Minuten geäußert und sie hatten darüber gelacht. Das Lachen war verstummt. Auch ihre Anspielung, dass er mittlerweile zu einem wahren Gentleman geworden war, spielte keine Rolle mehr. Sie hatte damit auch auf das Frühstück angespielt, das wusste er. Er hatte sich ertappt gefühlt. Er hatte ihr erklären wollen, dass er sich nunmal dem Anspruch der Frauen anpassen musste, hatte aber doch nur mit den Schultern gezuckt. Selbst die Tiefe ihrer blauen Augen, in denen er vor wenigen Sekunden noch versunken war, verschwamm vor ihm. Das war alles unwichtig geworden. Unwichtig geworden in dem Augenblick, in dem ihm die letzten Worte über die Lippen kamen. Die Silben mit der er es ruiniert hatte. Die Atmosphäre hatte sich schon zuvor verändert, aber nun schien sie zu kippen. Es war der Tropfen, der das Fass zum überlaufen gebracht hatte. Sie hatte es provoziert und er auch. Es war unvermeidlich gewesen und doch entwickelte es sich anders, als der Silberhaarige gedacht hätte. Er hatte mit einem Wutausbruch gerechnet, mit Anschuldigungen und Erklärungen, was für ein Arsch er doch war. Doch stattdessen sah sie ihn nicht an, verkrampfte sich und suchte Halt in seiner Bettdecke. Das Lächeln auf seinen Lippen war verschwunden, war einem schwer zu entschlüsselndem Gesichtsausdruck gewichen. War es Mitleid das er ihr gegenüber bei ihrem Anblick empfand, oder war es Wut? Er konnte es nicht richtig einordnen. Wahrscheinlich vermischten sich diese Gefühle schon wieder. Ihre Stimme ertönte, sie sagte seinen Namen. Den Namen den er aus ihrem Mund gerne mit lustvollen Lauten hörte, aber nicht mit dieser Schwere. Nicht mit diesen Gefühlen. Das war neu. Sie sagte ihn sonst hasserfüllt, wütend, verächtlich oder eben unter Stöhnen, aber nicht aus Trauer und Angst. Und diese Gefühle schlichen sich gerade in ihre Stimme. Oder war es Reue? Er konnte es nicht richtig sagen. Hatte er diese Tonlage je gehört? Diese Ernsthaftigkeit je bei ihr erlebt? Falls ja, war es lange her. Sie war ihm jedenfalls nicht mehr in Erinnerung geblieben. Ihre Worte machten ihn stutzig und gleichzeitig wütend. 'Ach wirklich?', hätte er am liebsten gesagt, aber er presste die Lippen aufeinander, schwieg und sah auf einen Punkt auf seinem Bett irgendwo zwischen ihnen. Sie hatte ihn versetzt. Für Darren. Aber wieso sollte sie sagen, dass das etwas Dummes war? Sie war ihm nichts schuldig. Sie waren sich beide nichts schuldig. Hatte sie sich in Darren verliebt und der vergangene Abend war das Dumme? Er schluckte. Was war der Grund, der sie unglücklich machte? Was konnte so schlimm sein, dass es sie so aus der Fassung brachte? Ohne weiter darüber nachzudenken, ob es richtig oder falsch war, war er näher an sie herangerutscht, hatte einen Arm um sie gelegt und sie an sich gezogen. Hielt sie für einen Moment einfach nur fest, war nicht dieser gefühlslose Klotz, den er sonst vor jedem zeigte. War nicht der Mensch, der nur in 0 und 1 dachte und sich beherrschte, sich zurückhielt. Einmal tat er einfach das was er gerade tun wollte, auch wenn sein Stolz und sein Kopf ihm sagten, dass er es bereuen würde. Dass sie etwas getan hatte, das ihm viel mehr schaden würde als ihr. Etwas, das sich nicht wieder gut machen ließ. Aber er schob diesen Gedanken, dieses Miese Gefühl in seinem Innern zur Seite und hielt sie einfach fest. Doch er konnte sich nicht ewig vor der Wahrheit verstecken. Konnte nicht ewig so tun, als ob ihn das nichts anging. "Was war denn?", fragt er und hoffte auf die Banalitäten, die sein Kopf sich zusammen gesponnen hatte und nicht auf die wirklich schlimmen Dinge, die sich dort abspielten. Und die zum Großteil mit Darren zusammenhingen, der offensichtlich die Nase vorn hatte.

    Yumi & Alex in seinem Zimmer


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    Sein Schmunzeln wurde etwas breiter, als sie zugab, dass es wohl doch nicht nur etwas, sondern ein bisschen viel war. Sie rollte mit den schönen blauen Augen und doch zuckten ihre Mundwinkel dabei nach oben und verrieten, dass sie ihm nicht böse war. Kurz hatte er sich verspannt, aber beim Anblick ihres Lächelns entspannte er sich wieder. Es war dieser schmale Grad auf dem sie sich bewegten. Zwischen Ruhe und Streit. Wie eine tickende Bombe. Genau das war Yumi. Und vielleicht auch er. Seine Augen wanderten zu ihrer freien Schulter, an der ihr Träger nach unten gerutscht war, aber sie schob ihn schon wieder nach oben. Zu schade. Er mochte freigelegte Haut. Als sie allerdings ihr Oberteil nach vorne zog, um ihre Unterwäsche zu überprüfen, sah er ein wenig skeptisch aus. Sie überprüfte wirklich ob etwas passiert war. Er schmunzelte über diese Tat und schnaubte dann amüsiert, als sie ihre Gedanken aussprach. Eine Stichelei in seine Richtung, aber sie störte ihn nicht. "Das tue ich wirklich.", pflichtete er ihr mit einem kräftigen Nicken bei. Seine Lippen waren aufeinander gepresst. Unter anderem auch, um sich die bösen Kommentare zu verkneifen. Schließlich war Yumi gestern nicht mehr in der Lage gewesen etwas zu tun. Sie war bereits auf seinem Rücken eingeschlafen. "Aber wenn dich deine Klamotten stören, helfe ich dir gern dabei sie los zu werden." Er grinste, sah sie nur kurz an und dann weg, zurück an die Zimmerdecke. Er hatte es zwar gesagt, aber... meinte er das wirklich so? Schließlich hatte sie diese Chance gestern schon gehabt und einfach vorbeiziehen lassen. War stattdessen mit Darren in ihrem Zimmer geblieben. Doch jetzt war sie hier? Was bedeutete das für ihn und sie? Es war eine verdammt blöde Idee gewesen ihr zu helfen, oder? Und doch... war da dieser Wunsch nach Antworten, dieser Wunsch sie in die Arme zu nehmen, sie an sich zu ziehen und nicht wieder los zu lassen. Alex wollte nicht, dass sie zurückging. Zurück in ihr Zimmer, zurück in dieses Stückchen Realität, wo sie ihm den Rücken gekehrt hatte, um bei Darren sein zu können. Er schluckte diese Gedanken, diese ungestellten und unbeantworteten Fragen hinunter. Er wollte diesen Waffenstillstand nicht ruinieren. Die Ruhe vor dem Sturm genießen und nicht den zerstörerischen Tornado herbeirufen, der alles vernichten würde. Früher hatten sie auch schon so nebeneinander gelegen, oder? Es war entspannter gewesen. Niemand hatte sich darüber Gedanken machen müssen nichts falsches zu sagen. Jetzt war es doch ein wenig mühselig. Schließlich musste der Student vorsichtig sein. Eine Weile blieb es ruhig, während Yumi ein Paar Gabeln Rührei aß. Wie konnte er nur so viel zubereiten, ohne es gemerkt zu haben? Oder hatte er es mit Absicht getan? Das hatte er, aber er würde nichts sagen. Sie beschwerte sich nicht über seine Kochkünste. Besser so. Doch schon nach wenigen Bissen stellte sie den Teller beiseite und kramte in seiner Schublade nach besagten Kopfschmerztabletten. Er sah nur ihren Rücken, die lange blonde Mähne fiel ihr darüber. Er drehte sich wieder zur Decke, bis sie schließlich erneut das Wort erhob. Sie hielt Kondome und Handschellen in den Händen, von denen er nicht mal mehr wusste, dass er sie dahin gelegt hatte. Er zog die Augenbrauen zusammen. Keine Tabletten mehr? Verdammt. Sie lachte und auch er lacht kurz auf. Das war tatsächlich überhaupt nicht sein Plan gewesen, obwohl es sicher so wirken konnte. Zumindest für einige seiner flüchtigen Bekanntschaften. Ihre Blicke trafen sich, das lachen ebbte ab und die Stimmung änderte sich ein wenig. Es war noch immer ruhig, noch immer die Ruhe vor dem Sturm, aber man hatte das Gefühl, dass die Eskalation bevorstand. "Ein Versuch war's wert, oder?", witzelte er, seine Mundwinkel hoben sich ein wenig, während er sich zu ihr rüber lehnte und ihr so ein wenig näher kam. "Die magst du doch, oder nicht?", fragte er, griff nach ihrer Hand in der sich die Handschellen befanden und nahm sie ihr ab. Ihre Finger berührten sich. Die weiche Haut fühlte sich vertraut an und es war aufregend. Allein diese kleine Berührung war so voller Anspannung. Er löste den intensiven Blick in ihre Augen mit einem kleinen Grinsen und sah auf die Handschellen. Da hatten sie also gelegen. "Tja... aber ich schätz das Angebot ist bereits abgelaufen. Da kann man wohl nichts machen." War diese Anspielung auf ihre Abwesenheit gestern unter der Gürtellinie? War das der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte? Seine Augen fixierten die Blondine.

    Yumi & Alex in seinem Zimmer


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    Alex vernahm ein Raunen neben sich, das eindeutig ankündigte, dass seine Ex langsam aber sicher wach wurde. Seine Augen glitten von seinem Smartphone zu der jungen Frau neben sich, die sich neben ihm streckte. Unweigerlich musste er bei ihrem Anblick schmunzeln und vielleicht schlug sein Herz für einen kurzen Augenblick schneller. Das alles nur, weil er nervös war, wie sie reagieren würde, jetzt wo sie wach war. Und das anscheinend mit Schmerzen. Er musste sich ein Lachen verkneifen, als sie die Augen aufmachte und sofort wieder zudrückte. Ihre Stirn hatte sich sofort in Falten gelegt und sie strich sich durch die blonde Mähne. Sie war ein wenig zerzaust, aber es hätte schlimmer sein können. Als ihr Blick auf seinen traf, konnte er sich das breite Schmunzeln nicht verkneifen. Ihr war anzusehen, dass sie nicht ganz damit gerechnet hatte und als ein Murren aus ihrer Kehle drang, gab er einen amüsierten Laut von sich. Ihre Kopfschmerzen wunderten ihn überhaupt nicht. Er nahm einen Schluck Kaffee, gönnte ihr einen Moment, um mit der Situation zurecht zukommen, denn offensichtlich musste sie den Abend und alles Revue passieren lassen. Vermutlich auch, um sich zu vergewissern, dass nichts zwischen ihnen passiert war. Nicht so wie es schon mal der Fall gewesen war. Die Tatsache, dass beide Klamotten trugen, verschaffte diesbezüglich sicher schnell Aufklärung. Er beobachtete sie, brachte es nicht fertig seinen Blick abzuwenden. Er wollte sie ein wenig necken, war auf ihre Reaktion gespannt und mochte es sie einfach anzusehen. Zumindest gerade. Das war schließlich nicht immer so. "Etwas?" Er zog fragend eine Augenbraue nach oben, auf den Lippen ein freches Schmunzeln. Ein kurzes, tiefes Glucksen drang bei ihrem Anblick aus seiner Kehle. Sie trank einen Schluck von ihrem Kaffee, der sicher noch nicht kalt war. Als ihre zarten Lippen die Tasse berührten, wandte er den Blick ab, um sie nicht auf den Gedanken zu bringen, dass er sie beobachtete, obwohl er genau das tat. Sie bedankte sich. Für alles. "Schon gut. Dafür gibt's keinen Grund.", winkte er die Sache ab und hielt ihr seinen Teller hin auf dem noch jede Menge Rührei war. "Hab zu viel gemacht, also falls du Hunger hast.", kommentierte er. "Kopfschmerztabletten sind außerdem in der obersten Schublade." Neben diverser anderer Dinge, die man griffbereit im Bett brauchte. Er deutete auf das kleine Schränkchen auf dem ihr Kaffee stand. Es störte ihn nicht sonderlich, dass seine Ex dort mehr finden würde als die Tabletten. Sie waren keine 12 mehr. Er lehnte sich zurück, verschränkte die Arme hinter dem Kopf. Sein Blick richtete sich an seine Decke. Ihm gingen so viele Dinge durch den Kopf. Fragen, die er zu gern von ihr beantwortet gehabt hätte und die er trotzdem nicht stellen wollte. Es war ruhig zwischen ihnen. Etwas, das nicht oft vorkam und er genoss diese Situation. Sie war hier, direkt neben ihm. Er brauchte nur die Hand auszustrecken und er konnte sie berühren. Nur ein paar Zentimeter. Seine Augen wanderten von der Zimmerdecke zu seiner Ex zurück. Die Situation war heikel. Ein falsches Wort und die Idylle war dahin. Und doch gab es eine Menge Fragen, die ihm auf der Seele brannten. 'Wieso warst du in der Bar?' 'Was hat er dir angetan?' 'Wieso triffst du dich ständig mit ihm?' 'Was bedeutet er dir?' 'Wieso er?' Ohne es wirklich zu bemerken, hatte er seine Arme hinter seinem Kopf gelöst und seine Hand war zu ihrem Arm gewandert, über den er sachte strich. Gedankenverloren, mit dem Blick ins Leere, bei der Frage und den Situationen, die sich in ihrem Kopf abspielten. Es brauchte kurz, bis er es realisierte, den Blick auf sie festigte, seine Hand zurücknahm und ihr in die Augen sah. Er öffnete den Mund, wollte wenigstens eine seiner Fragen stellen, verschloss seine Lippen dann aber wieder. Es hatte keinen Sinn. Was sollte er sie schon fragen? Auf was würde sie schon antworten?

    Clive, Gabriel & Marie an einem der Tische | Marie geht


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    Das Gespräch der beiden wurde von einem neuen Jungen unterbrochen, der wohl beiläufig gehört hatte, dass die beiden über die Umwelt-AG gesprochen hatten. Während Marie kurz schüchtern den Blick abwandte, klärte Gabriel das ganze auf. Sie hob den Blick ein wenig, hatte die Hände in ihren Schoß gelegt und musterte den groß gewachsenen Jungen. Er sah wirklich sehr freundlich aus und das schon beim ersten Blick, weshalb sich die Schwarzhaarige dazu zwang sich ein wenig zu entspannen. Ihre Körperhaltung wurde ein wenig ruhiger und sie nickte zustimmend auf die Worte des Latinos. "Desto mehr, desto lustiger.", stimmte sie mit einem leichten Lächeln der Einladung von Gabriel zu. Der Junge sollte sich ruhig eingeladen fühlen und mitkommen. Nur so konnte man neue Bekanntschaften zu Freundschaften weiterentwickeln. "Ich kann gerne ein paar Snacks vorbereiten, wenn ihr wollt. Dann können wir picknicken, oder haben zumindest was für die Tiere zum Verfüttern dabei.", schlug sie noch vor und bedeutete dem neuen Jungen der Runde mit einer Handbewegung sich auf einen Stuhl zu ihnen zu setzen.

    Die Kühe würde ich erst rausschieben, wenn du einen Zaun um dein Gras hast. Am besten Grasfelder direkt vor der Scheune anpflanzen, einen Steinzaun drum bauen und die Kühe direkt reinschieben bzw. mit der Glocke locken. Ansonsten lasse ich meine Kühe IMMER drin. Es ist einfach zu anstrengend sie jeden Tag zu schieben...

    Das Pferd lass ich eigentlich auch immer drin solange es klein ist. Der Aufwand lohnt sich nicht.

    Der Ball ist IMMER irgendwann weg. Das nervt. Aber fürs Training für das Hunde-Rennen ist er ganz praktisch... mir fallen leider auch keine anderen Ideen dazu ein, außer Neustart oder drauf verzichten.

    Ich kaufe bei Btn immer relativ schnell Hühner und werfe die Eier in die Therme für Thermaleier. Außerdem tendiere ich am Anfang immer dazu Kartoffeln und Kohl den Rüben vorzuziehen.


    Außerdem empfehle ich: rede mit den Dorfbewohnern, so oft es dir möglich ist.


    die Bibliothek hat mir übrigens für den Anfang auch mit den Büchern immer eine gute Stütze gegeben. Da steht auch nochmal das wichtigste drin.

    Yumi, Darren & Alex im Wohnheim | Yumi & Alex in seinem Zimmer


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    Der Silberhaarige hatte nicht mit einer Antwort von Darren gerechnet. Daher war er überrascht, als er seine Worte hörte. Er nickte leicht, schmunzelte über diese Ironie und ging dann eine Stufe nach der anderen nach oben. Der Schauspieler hatte recht: Sie wollten das gleiche. Sie wollten Yumi, wollten dass es ihr gut ging und gleichzeitig wollten sie beide für sich selbst haben. Aber nur einer konnte das. Heute Abend war Alex der Gewinner. Gestern war es Darren gewesen, ebenso wie heute Morgen. Der Lockenkopf gewann häufiger als er. Das wurmte ihn ein wenig. Aber obwohl die beiden das gleiche wollten, war doch genau das der Grund, wieso sie sich nicht verstanden. Eigentlich hätte Alex sich gut vorstellen können mal mit Darren einen trinken zu gehen, aber da stand eben diese Blondine zwischen ihnen. Ob sich das ändern würde? Vielleicht... Aber gerade befand sich besagte Blondine auf seinem Rücken und Darren hatte das Wohnheim wieder verlassen. Der ursprüngliche Plan des Informatikers war sie in ihr Zimmer zu bringen, aber er hatte keine Ahnung wo ihre Schlüssel waren und so stand er schließlich vor seinem eigenen, kramte mit einer Hand und seiner Ex auf dem Rücken schwer seinen Schlüssel hervor und öffnete die Tür. Er sah sich nicht mehr nach Darren um, nachdem er die Haustür noch einmal gehört hatte. Aber er wohnte schließlich nur eine Tür weiter. Alex wartete nicht darauf es herauszufinden, ob Darren doch noch nachkam, sondern trat ein, schloss die Tür hinter sich und legte Yumi schließlich auf seinem Bett ab. Ganz vorsichtig, um sie nicht unnötig zu wecken. "Was tust du nur mit mir?", flüsterte er und strich ihr die Haare aus dem Gesicht. Er nahm seine Decke, legte sie über den zierlichen Körper der Blondine und seufzte dann. Wie war er nur hierher gekommen? Wie war er nur in diese verwirrende Chaos geraten und wie konnte er Darren nur so einen Blödsinn sagen? Das alles ging ihn doch schon längst nichts mehr an. Es brauchte ein bisschen, bis der Silberhaarige sich vom Anblick seiner schlafenden Ex losreißen konnte. Er legte sich neben sie ins Bett auf die Decke, ließ ihr so gut es ging Platz und schloss die Augen. Er wusste, dass es ewig brauchen würde einzuschlafen, weil sein Herz noch immer laut gegen seine Brust schlug. Sicher von dem anstrengenden Weg hier hoch...


    Als der Informatiker die Augen aufschlug, war die Sonne schon aufgegangen. Wie lange hatte er geschlafen? Was war passiert? Trotz, dass er in Shirt und Hose neben seiner Ex eingenickt war, fühlte er sich überraschend ausgeschlafen. Yumi hatte sich irgendwann an ihn gekuschelt und er hielt sie immer noch im Arm. Für einen Moment schloss er die Augen, genoss es einfach, dass es noch ein bisschen so ruhig war, genoss ihre Nähe und störte sich nicht an dem Geruch von Alkohol und Zigaretten. Wieso war es nicht immer so zwischen ihnen? Nach einer Weile, er konnte nicht sagen wie lange er so liegen blieb, entschloss er sich schließlich aufzustehen und leise den Rollladen nach unten zu lassen, um die Sonne vor dem Gesicht seiner Ex fern zu halten. Dann machte er sich auf in die Küche. Kaffee und Rührei waren das was er jetzt brauchte. Er bereitete beides schnell zu, war sogar so nett zwei Tassen Kaffee zu machen und verschwand mit Tassen und vollem Teller wieder in seinem Zimmer. Eigentlich hätte er einfach in der Küche gegessen, aber er hatte keine Lust nochmal auf Darren zu treffen. Leise stellte er eine der Tassen mit dem schwarzen Gebräu neben Yumi ab, er selbst legte sich auf die andere Seite seines Bettes, lehnte sich am Kopfteil an und durchforstete sein Handy, während er ruhig aß und auf den Gesichtsausdruck der Blondine wartete, wenn sie die Augen aufschlug.

    Yumi, Darren & Alex im Wohnheim


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    Fast hatte er das Gefühl, dass sie bereits auf seinem Rücken eingeschlafen war. Er rechnete nicht mehr mit einer Antwort, sondern setzte einfach weiterhin einen Fuß vor den anderen. So oder so hatte er eigentlich nicht damit gerechnet, dass sie etwas dazu sagen würde. Als sie schließlich doch anfing zu sprechen, horchte er auf. Er ließ ihr Zeit. Gerade als er ihr sagen wollte, dass sie nicht antworten musste, sprach sie weiter. Seine Lippen blieben versiegelt, während er einfach nur zuhörte. Ihr Kinn hatte sie auf seiner Schulter abgestützt, aber er drehte seinen Kopf nicht zu ihr um, sondern hörte einfach schweigend zu. Sein Blick war auf die Straße gerichtet, vielleicht auch auf einen leeren Punkt irgendwo dazwischen. Ihre Stimme wurde leiser, ruhiger und dann spürte er, wie ihr Kopf ein wenig zur Seite fiel. Jetzt war sie wirklich eingeschlafen. Vielleicht war es besser so. Was hätte er ihr schon darauf antworten sollen? 'Das brauchst du nicht. Komm einfach zu mir.'? Wenn seine Lauen so gut wie jetzt war, dann ging das vielleicht, aber spätestens Morgen würden sie sich wieder ankeifen. Sich Vorwürfe machen und zum Teufel jagen. Spätestens morgen, wenn sie wieder nüchtern war, würde sie ihn nicht mal mehr in ihre Nähe lassen. Sie würde stattdessen zurück zu ihrem Pudel laufen und sich von ihm festhalten lassen. Aber... wieso war sie dann überhaupt bis zur Bar gekommen? Wenn ihr Pudel wirklich bei ihr war... wieso war sie dann in der Bar gelandet? Lag es an dem was sie gesagt hatte? Machte er sie nicht glücklich? Hatten sie Streit gehabt? Seine Gedanken kreisten so um diese Fragen, dass er ein wenig aufschreckte, als er den Brünetten an der Tür entdeckte. Seine Gedanken hatten ihn die letzten Meter bis zum Wohnheim schneller gehen lassen, als er gedacht hatte und da stand er: Darren. Alex brauchte keine sonderlich gute Menschenkenntnis, um zu erkennen, dass der Pudel nicht zufrieden war mit dem was er sah. Wem machte er etwas vor? Er selbst musste wohl genauso aussehen, wenn er die beiden auf dem Flur, oder einer Party sah. Alex hoffte nur, dass man es ihm weniger schnell ansah. Darren hielt ihnen die Tür auf. Der Silberhaarige trat schweigend ein, denn er wusste, dass der andere es nur für Yumi getan hatte, nicht für ihn. Der Brünette erhob das Wort und nur zu gerne hätte der Informatiker ihn unterbrochen. Ja, er wollte es nicht hören und der andere war ganz bestimmt nicht in der Position, oder? Die Vorwürfe konnte er sich getrost sparen und die dummen Kommentare erst recht. Er hatte keine Lust auf Selbstgefälligkeiten. Aber was hatte er selbst das Recht etwas dazu zu sagen? Alex war hier genauso fehl am Platz. Wenn überhaupt, dann war er derjenige, der hier nicht ins Bild passte. Seine Ex hatte sich ganz klar für diesen Pudel entschieden. Es war er gewesen, der sich dazwischengedrängt hatte. Vielleicht war es besser, wenn Alex sie hier an ihn übergab. Sie ihm überließ. Auch, weil sie langsam immer schwerer für ihn wurde. Aber etwas in seinem Inneren sträubte sich dagegen. Auch wenn Darren ihm überhaupt keine Vorwürfe machte, sondern sich bedankte, wollte Alex sie auf keinen Fall an ihn verlieren. Nicht an ihn. Die grünen Augen des Informatikers suchten in Darrens Gesicht nach Hohn, aber es war keiner zu sehen. Er meinte es ernst. Das Gefühl Yumi an ihn abzugeben war noch immer da. Es wäre vermutlich das richtige gewesen. Und dennoch... "Du brauchst dich nicht zu bedanken.", fing er schließlich an, ohne wirklich darüber nachzudenken. "Aber vergiss was ich in der Küche gesagt habe. Ich werde sie dir nicht so einfach überlassen, tut mir leid." Er sparte sich die Begründungen. 'Nicht, wenn sie trotz deines Besuchs in der Bar landet.' 'Nicht, wenn sie nicht glücklich ist.' Er drehte sich von Darren weg und machte sich auf den Weg zu Treppe. Auch wenn seine Arme und Yumi auf seinem Rücken immer schwerer wurden, er würde sich nicht mit einem Wort beschweren, sondern würde sie die ganzen Treppen allein bis nach oben tragen. "Unter anderen Umständen wären wir sicher Freunde geworden.", richtete er noch Worte an Darren und stieg dann die erste Stufe hoch.

    Yumi & Alex irgendwo zwischen Wohnheim und Bar


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    Für was der jeweils andere sich gerade entschuldigt hatte, würden sie wohl nie erfahren. War es die Tatsache, dass er Hina an der Bar hatte zurückgelassen? War es für die bösen Nachrichten die hin und her geflogen waren? Oder dafür, dass er nicht früher bemerkt hatte, wie es ihr ging? Es gab viele Gründe für die sich diese Worte gelohnt hätten. Viele Situationen in denen sie nicht fair miteinander umgegangen waren. Viele Momente in denen diese drei Worte die Situation zwischen ihnen vielleicht entspannt hätte. Daher konnte der Silberhaarige wirklich nicht genau sagen für was sie sie gerade benutzt hatte. Er wusste auch nicht für was er sich alles entschuldigen musste, aber es fühlte sich richtig an es jetzt auszusprechen und offen zu lassen für wie viel sie galten. Vermutlich maß sie den Worten ohnehin keine größere Bedeutung bei, aber das war in Ordnung. Ihre Vergangenheit brauchte mehr als ein kleines 'Es tut mir leid', um verziehen zu werden. Keiner der beiden hatte sich aber bisher besonders viel Mühe gegeben dem anderen irgendetwas zu verzeihen. Es war heute also ein großer Schritt nach vorn gewesen. Obwohl sie selbst nur kleine machten. Alex hatte auch nicht das Gefühl, dass Yumi sich morgen noch an besonders viel erinnern würde. War sie eigentlich nur betrunken, oder immer noch unter dem Einfluss irgendwelcher Drogen? Das würde zumindest erklären, wieso sie so schnell so betrunken war, wo sie sonst eigentlich mehr aushielt. Er wunderte sich auch ein wenig über sich selbst, denn eigentlich hatte er schon längst damit gerechnet auf ihrem Level angekommen zu sein. Mit dieser Einstellung war er immerhin in die Bar gegangen. Was hatte er nur falsch gemacht? Womöglich hatte ihn die Anwesenheit der beiden hübschen Mädels doch mehr abgelenkt, als er zugeben wollte. Als er merkte, dass Yumi sich kaum noch auf den Beinen halten konnte, kniete er sich nieder und glücklicherweise schien die Blondine kein großes Theater zu machen, sondern nahm sein Angebot an. Als er ihre Arme um seinen Hals spürte, schnappte er sich ihre Beine und erhob sich wieder. Sie war leichter als erwartet. Nicht, dass er ihren zierlichen Körper als schwer eingeschätzt hätte, aber irgendwie hatte er die Befürchtung, dass er sich übernehmen könnte. Aber es war erstaunlich wie einfach er sie halten konnte und wie leicht er einen Schritt vor den anderen setzen konnte. Sein Herz klopfte vielleicht etwas schneller als gewöhnlich, was ganz sicher am Kraftaufwand lag und nicht an der Tatsache, dass ihr schöner Körper so nah an ihm war. Sie schmiegte sich förmlich an ihn, lehnte ihren Kopf gegen seinen Rücken und er schwieg. Sie ebenfalls. Sie gingen eine weile wortlos weiter, bis sie schließlich ihren Kopf erhob. Ihre Lippen waren nah an seinem Ohr und das Gesagte kitzelte daran. Außerdem hinterließen sie ein Kribbeln in seiner Magengegend. "Schon gut.", tat er es ab, war ein wenig rot geworden. Ein Danke aus ihrem Mund? Das war mehr wert als jedes andere Geburtstagsgeschenk. Das bedeutete ihm sogar mehr als die Entschuldigung. Vielleicht hatte sie ja doch ein Herz. Und vielleicht war irgendwo darin noch immer ein kleiner Platz für ihn übrig geblieben. Zwischen den ganzen hasserfüllten Kommentaren, den zickigen Bemerkungen und der ganzen Liebe, die sie für ihren neuen Lover empfand. Er schluckte. Darren war bei ihr gewesen. Er war der Grund gewesen, wieso sie sich verspätet hatte. Er wünschte er könnte es einfach sein lassen. Er wünschte er könnte darüber schweigen und einfach weiterhin das Gefühl genießen, wie sie sich an ihn lehnte, auf ihn stützte und bei ihr war. Wieso tat er das? Wo sie sich beide doch so viele schrecklichen Dinge angetan hatten. Wieso genoss er es so bei ihr zu sein? Wieso waren diese Gefühle für sie noch immer da? "Macht er dich glücklich?" Seine Lippen hatten die Worte geformt, ohne dass er es hätte aufhalten können. Er wusste auch überhaupt nicht, ob er mit der Antwort umgehen konnte. Hörtes sie ihm überhaupt noch zu, oder war sie schon eingeschlafen? Sie waren ziemlich weit gekommen. Fast an der Tür angekommen. Würde sie es ihm sagen? Würde er es verkraften können? Wie sollte er reagieren? Was war er doch für ein Idiot...

    Yumi & Alex


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    Langsam taten sie einen Schritt vor den anderen. Eigentlich hätte sich der Silberhaarige schlecht fühlen müssen, schuldig und wütend, weil er Hina hatte sitzen lassen. Für Yumi. Sky würde ihm den Kopf abreißen, wüsste er davon, aber das tat er glücklicherweise nicht. Hina wäre vermutlich die bessere Wahl gewesen, aber er hatte spontan gehandelt und nun war er hier. Und angesichts der Nähe seiner Ex war Hina fürs erste aus seinem Kopf verschwunden. Er sollte sich schämen, aber das tat er nicht. Yumi hatte seine Hilfe ohne großen Widerstand angenommen, auch wenn er sich nicht sicher war, ob sie das wirklich freiwillig tat, oder weil sie selbst merkte, dass sie es nicht alleine schaffte. Er bildete sich einfach ein, dass sie es aus freien Stücken tat und es genoss, dass er bei ihr war. Als er ein paar Worte hervorbrachte, rechnete er schon mit einer schnippischen Antwort, oder einem Schlag in seinen Magen. Allerdings schien das Blondchen erst einmal zu überlegen und brachte dann schließlich Worte hervor, mit denen er nicht gerechnet hatte. Sie waren weder ein Vorwurf, noch zickig, sondern klangen stark nach der Wahrheit. Sie legte einen Arm um ihn, um sich besser abzustützen. Seine Augen suchten ihr Gesicht nach Hohn, oder Ironie ab, aber er konnte keinen finden. Ihre Wangen hatten sich gerötet und zugegebenermaßen fand Alex, dass sie selbst in ihrem jetzigen Zustand süß aussah. Zu ihrer Aussage erwiderte er nichts. Ihr vorzuwerfen, dass das ja fantastisch funktionierte, brachte die beiden auch nicht weiter. Er atmete einmal tief ein und entließ die Luft dann lange und gleichmäßig wieder über seine Nase. Was sollte er nur mit ihr machen? Er konnte nicht mit ihr, aber ohne sie auch nicht. Die Unwissenheit was sie tat, das Wissen, dass sie bei jemand anderem war, die Vorstellung, dass sie weg war, schwirrten ständig in seinem Kopf, wenn er sie nicht sehen konnte. Und gleichzeitig ermahnte ihn sein Kopf ständig dazu, dass ihn das nichts anging und dass er tun konnte was er wollte. Aber er konnte es nicht, denn die Gedanken an sie hielten ihn immer wieder davon ab. Es ärgerte ihn, machte ihn nicht selten wütend, dass sie ihr Leben einfach weiterlebte, während er nicht von ihr loskam. Und ständig fragte er sich wieso. Als hätte sie seine Gedanken gehört, entschuldigte sie sich bei ihm. Er schweig einen Moment. Verkniff sich die ersten Worte, die ihm durch den Kopf schossen. 'Das sollte es auch.' 'Was genau denn?' Er behielt sie für sich, beließ es dabei und ging langsam weiter. "Mir auch..." Seine Lippen hatten sich wie von allein bewegt, er sah sie nicht an, sondern den Weg vor ihnen. Es war ihm ein wenig peinlich und er wollte nicht ihr höhnisches Gesicht sehen, obwohl er sich nicht mal sicher war, ob sie eines machte. Außerdem war es schwer genug sie zu stützen. Aber es gab einen einfacheren Weg. Er hielt sie fest, blieb stehen und ging in die Hocke und bedeutete ihr die Arme um seinen Hals zu legen, dass er sie Huckepack nehmen konnte. "Ich glaube das ist schneller und einfacher.", gab er ihr als Erklärung.