Beiträge von ~Luchia~

    Cylie, Yumi & Nick


    Yumi schien nicht sonderlich hungrig, weshalb sie in Richtung der Schokofrüchte verschwand. Nick hingegen machte sich zusammen mit Cylie auf den Weg, um sich Salami-Stern-Pizza zu besorgen. Aber das allein würde ihm wohl nicht genügen. Dazu nahm er sich noch Mondkartoffeln und einen Galaktik-Burger. Vermutlich übernahm er sich dadurch letztendlich maßlos, aber das Auge war ja bekanntlich oftmals größer als der Hunger. Oder irgendwie so. Cylie hingegen gönnte sich ebenfalls noch Schokofrüchte. Die drei suchten sich dann eine ruhige Sitzecke in der noch keine anderen Menschen saßen, um sich in Ruhe unterhalten zu können. Cylie entschuldigte sich für einen Moment, wobei Nick ihre Pizza abnahm. Nun war er allein mit Yumi. Eigentlich störte ihn sowas recht wenig, aber irgendwie war er seit der Verwechslung mit Sakura in der Küche ein wenig nervös in ihrer Nähe. Er biss von seinem Burger, schnappte sich ein paar Pommes und hielt sie dann Yumi entgegen. "Willst du auch welche? Oder ein Stück Pizza?", fragte er, nachdem er das Stück Galaktik-Burger geschluckt hatte. Schmeckte echt gut! Schnell schob Nick noch einen Bissen in seinen Mund, um nicht irgendwelche blöde Konversation führen zu müssen. Als Cylie mit 3 Cocktails zurück kam, schmunzelte er und nahm dankend einen davon entgegen. Die drei stießen an und das glitzerne Zeug dass Cylie da mitgebracht hatte, schmeckte gar nicht mal so übel. Etwas zu süß vielleicht, aber längst nicht so schlimm wie er bei der Farbe und dem ganzen Gefunkel gedacht hatte. Er trank noch einen Schluck, stopfte sich eine Scheibe Pizza in den Mund und sah von Cylie, die eine Frage gestellt hatte zu Yumi. "Würde müch auch ünterpressieren.", versuchte der Schwarzhaarige mit vollem Mund zuzustimmen. Wo war Yumi wohl? Wahrscheinlich in Australien. Wie jeder 2. Student der ins Ausland ging.

    Yumi, Cylie und Nickkommen an


    2390-nick-summer-pngVorlesung. Etwas was der Schwarzhaarige in den letzten Tagen und Wochen stark vernachlässigt hatte. Seine Zeit verbrachte er stattdessen mit Alkohol und einer Menge Schlaf. Dazwischen gab's was zu essen und an guten Tagen folgte auch mal ein Ausflug in den Park oder das Spielcenter. Aber Vorlesungen? Die hatte er geschwänzt und gehofft, dass das für immer so anhalten würde. Er hatte einfach nicht den Nerv dafür irgendeinem Professor zuzuhören und die komplizierten Theorien von irgendwelchen jahrhundertealten Philosophen auswendig zu lernen. Trotzdem war er Cylie und Yumi mit in die Uni gefolgt und hatte sich tatsächlich in Farbenlehre gesetzt. Und er musste zugeben, dass es doch gar nicht so übel war. Er konnte der Dozentin sogar folgen, obwohl er die Stunden der letzten Wochen verpasst hatte. War das nun gut oder schlecht? Die Zeit verging fast wie im Flug, was sicher auch daran lag, dass er einige Nachrichten verschickte und unter anderem mit Cylie schrieb. So ließ es sich doch leben.

    Nach dem Unterricht traf er sich dann wieder mit den beiden Mädels und gemeinsam fuhren sie mit den öffentlichen in die Rivermountains. Ein gutes Stück Weg mussten sie noch zu Fuß hinter sich bringen, aber der Lärm der Buden und Menschen war bereits von weitem zu hören und ließ die Vorfreude von Nick immer größer werden. Der Geruch von verschiedenen Köstlichkeiten drang an seine Nase, worauf ihm bereits das Wasser im Mund zusammenlief. "Ich hab so Hunger!", erklärte er den Mädels und beschleunigte seine Schritte ein wenig. "Wir müssen auf jeden Fall zuerst was zu Essen besorgen, bevor wir uns betrinken... ich meine natürlich 'dem Alltag entfliehen'.", er setzte die letzen Worte in Anführungszeichen, um zu verdeutlichen, dass er damit eben doch das Betrinken meinte. Bei den Ständen angekommen verschlug es ihm aber dann doch erstmal kurz die Sprache. Die Dekoration und der Aufwand der hier betrieben wurde, um den Besuchern ein wahrlich außergewöhnliches Erlebnis zu bieten, war einfach phänomenal. Essen, Lichterketten, Sitzsäcke und vieles mehr. Allein die verschiedenen Standvariationen waren beeindruckend. "Ich glaub ich hol mir erst mal was deftiges.", erklärte er den beiden Mädels und deutete auf einen Stand von dem ein sehr verführerischer Duft herwehte. "Wollt ihr auch was?"

    Ich wünsche auch allen viel Spaß!! <3 
    Uuund um mich selbst abzumelden: Bin Samstag Hilfe beim Umzug und ab Sonntag dann in München und direkt im Anschluss an der Gamescom... also bis 25.08. bin ich unterwegs... versuche aber trotzdem zu posten.

    Felicia & Ash

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    Er fiel in ihr Lachen mit ein, als er sich vorstellte, dass Felicia mit Henriette auf dem Rücken durchbrannte. Eigentlich war das kein lustiger Anblick, sondern hätte ihm Sorgen machen müssen. Aber in seiner Vorstellung glich es mehr einem Rodeo, als einem einen schlimmen Sturz. Und selbst wenn die liebenswerte Kuh sie herunterschmeißen würde, war er ja da, um sie aufzufangen. Ansonsten würde er ihr sicherlich nicht den Vorschlag unterbreiten auf einer Kuh zu reiten, wenn er sie nicht auch vor eventuellen Gefahren beschützen konnte. "Keine Sorge, das bekommen wir schon hin.", kommentierte er ihre Bedenken zum Wetter. Gerade im Sommer war es sowieso schwer ein nahendes Gewitter ausmachen zu können. Da war es durchaus möglich, dass plötzlich doch ein Donner ertönte. Aber sie würden schon vorsichtig sein. Als Felicia fragte, ob er einen Streichelzoo bei sich hatte, musste er grinsen. Sie schien es nicht böse zu meinen, sondern ihn schon wieder zu necken. Er war froh, dass sie nach der Date-Sache noch so locker mit ihm umsprang und nicht weiter auf einer Benennung für ihr nächstes Treffen beharrte. "So in etwa. Ich wohne ganz einfach in Sternbach und versorge die Tiere und Felder. Alle Tiere die ich pflege kommen mir vor wie meine eigenen, auch wenn sie mir nicht gehören. Aber ich führe dich gerne herum und zeig dir alle Tiere die wir haben. Die meisten sind sehr liebenswert und brav. Natürlich gibt es aber auch ein paar Ausreißer." Die gab es ja immer.

    Seine Neckerei über das 'leider' schien sie ein wenig aus dem Konzept zu bringen. Die süße und unschuldige Art, wie sie sich verteidigte, brachte den Farmhelfer zu einem Schmunzeln. Diese bezaubernde Art war einfach herrlich und sie war so... niedlich. In seinem Kopf fand sich gerade kein passenderes Wort für ihr Verhalten. Er mochte das. Und obwohl er wirklich keine gemeine Person war, wartete er ihre Rechtfertigung ab, ehe er antwortete. "Mach dir keine Sorgen. Ich weiß doch, dass du das nicht so meinst.", erklärte er und drückte zum Beweis, dass er seine Worte ernst meinte ihre Hand noch einmal sanft. Auf seinen Lippen lag ein zaghaftes, aufmunterndes Lächeln. Trotzdem hatten ihre Worte ihn wieder ein wenig nervös werden lassen. Unbewusst hatte er sich die Frage gestellt, ob sie sich auch daran störte, dass er ihr so viel Aufmerksamkeit und Nähe entgegenbrachte. Selbstverständlich begehrte er sie nicht auf eine... zu intime Art und Weise, aber er begehrte die Zeit mit ihr und ihre Gesellschaft. Sollte oder musste er sich deswegen schlecht fühlen? Nein. Hätte sie etwas dagegen, hätte sie es sicherlich schon längst angemerkt. Sie war schließlich nicht auf den Mund gefallen und wusste sich zu wehren. Mal ganz davon abgesehen, dass es ihre Idee war seine Hand zu halten. Seine Vermutung bestätigte sich, als sie dann tatsächlich aussprach, dass sie ihn ganz sympatisch fand. "Was?" Hatte er da richtig gehört, oder spielte sein Kopf ihm nun einen Streich, weil er zu viel darüber nachgedacht hatte? Ihre Hand löste sich von seiner und verlegen rieb er sich damit den Hinterkopf, während seine Gesichtsfarbe mittlerweile eher nach Sonnenbrand aussah. Seinen Blick hatte er vor Scham in die Baumwipfel erhoben und beobachtete die Blätter mit großem Interesse. Sympatisch. Sie hatte lediglich sympatisch gesagt. Ein ganz normales Wort, eine ganz normale Beschreibung für einen Freund. Als sie sich dann doch tatsächlich entschuldigte, richtete sich sein Blick sofort auf Felicia. Sie schien gekränkt und allein ihr Anblick zwang ihn zu einer Antwort. Seine Hand von seinem Hinterkopf glitt wieder nach unten. "Was tut dir denn leid? Ich finde dich auch sehr sympatisch.", gab er zu, nachdem er all seinen Mut zusammengesammelt hatte. Er versuchte seiner Stimme den Klang zu geben, als ob da doch nichts dabei war, weil es unter Freunden nun mal so war, aber er war sich nicht ganz sicher, ob er das geschafft hatte.

    Gut dass sie schon zu Alkohol und Limonade kamen. Ihre Empörung lockerte die Situation ein wenig auf. Ihre Lachen war so klar und melodisch, dass er einfach miteinfiel. "Du hast ja recht. Die Cupcakes haben mich echt gerettet." Cheryl hatte sie geliebt und das Rezept war Gold wert. "Da ist es nur fair, dass ich dir auch ein paar meiner Geheimrezepte verrate." Während er die Worte aussprach fing er ihre Hand erneut ab, mit der sie versuchte ihn zu stupsen. Sie gab also nicht auf. Aber vielleicht konnte er den Krieg ja doch gewinnen. Er ließ seine Hand mit ihrer zusammen sinken und verschränkte seine Finger mit ihren, um wieder mit ihr Händchen zu halten. War ja nichts dabei. Hatte sie doch selbst gesagt.

    Die Zustimmung seinerseits, dass sie ihm ein Stück auf dem Klavier beibringen durfte, wenn sie wollte, schien sie wirklich glücklich zu machen. Glücklicher als er gedacht hatte. Was hatte sie schon davon außer einen Schüler ohne jegliches Talent? Sie brauchte sicher Nerven aus Stahl mit ihm. Er lachte bei ihrer Motivation. "Na da bin ich ja gespannt ob das was wird. Ich bin wirklich nicht talentiert.", merkte er an, aber er hatte nicht das Gefühl, dass Felicia sich dadurch aufhalten ließ. "Und ob es mir Spaß macht weiß ich erst, wenn ich es versucht habe." Dieses Motto verfolgte er bei vielen Gegebenheiten. Bei allen war es nicht sonderlich schlau, aber man musste einfach ab und an was neues probieren, um zu wissen ob es einem gefiel oder eben nicht. Er erwiderte ihr Lächeln. Sie war so bezaubernd! Hatte er das wirklich gedacht? Allein der Gedanke ließ ihn ein wenig verlegen werden. "J-ja Kühe." Er räusperte sich und lauschte den Fakten über Kühen, die Felicia zum Besten gab. "Wooow... das hab ich ja noch nie gehört, aber ich werde diese Theorie auf jeden Fall überprüfen." Er lächelte und nickte gönnerhaft, fast ein bisschen stolz. Dass sie solche Dinge wusste war wirklich beeindruckend. Sie war also hübsch und schlau. Kein Wunder dass sie sich mit Verehrern auskannte.

    Aus den Augenwinkeln erkannte er eine Anschlagtafel am Wegesrand. War das ein Plakat? "Scheint als würde hier in der Nähe ein Fest stattfinden. Wollen wir nicht mal vorbeischlendern?", fragte er und war sich unsicher, ob er Felicia so lange aufhalten konnte. Sie hatte doch sicherlich auch noch etwas anderes zu tun. Ohne ihn. Ein fast schmerzlicher Gedanke.

    Cylie, Yumi und Nickin der Küche im ersten Stock


    2390-nick-summer-png"Ich vermisse Sakura echt.", stellte der Schwarzhaarige fest und versuchte das leere Gefühl in sich mit einem zaghaften Lächeln zu überspielen. Vermutlich wussten beide Frauen am Tisch, dass er es ernst meinte und ihm seine älteste Freundin fehlte.

    Zuerst erschien ihm die Frage, wieso sie eigentlich nicht im Ausland geblieben waren sehr plausibel. Doch Cylies Einwand war noch logischer. Abgesehen von den vielen Dokumenten und Hürden die man nehmen musste, um sein Leben irgendwo neu zu beginnen, gab es ja auch noch das 'alte' Leben. Es hieß man ließ alles und jeden zurück und schloss damit ab. Das mochte für den ein oder anderen einfach sein, aber für Nick wäre das nicht möglich gewesen. Er hatte zwar keinen superengen Kontakt zu seiner Familie, aber seine Freunde und sein Umfeld waren ihm schon wichtig. Er wollte keinen davon missen. Deshalb war er auch etwas traurig beim Gedanken an Sakura in einem fremden Land bei irgendwelchen Affen und beim Gedanken an Alice, die irgendwo im Nirgendwo war. Hatte er etwas falsch gemacht? Womöglich hatte Leila den beiden doch schon von ihrer Trennung erzählt. Er schluckte das aufkeimende, ungute Gefühl zusammen mit einem Löffel Cornflakes herunter. "Ich muss Cylie echt zustimmen: Ist n scheiß Aufwand auszuwandern... und man muss sich mit so vielen Behörden und Unterlagen herumschlagen und wirklich alles hinter sich lassen. Ich glaub das wäre mir echt zu viel... oder kann ich jeden mitnehmen, den ich mag und irgendwo in Australien mein eigenes kleines Dorf gründen?" Er sah mit einem Grinsen zu Cylie, das ihr klar machen sollte, dass er sie auf jeden Fall mitnehmen würde. Sie war ihm einfach so wichtig geworden in den letzten Wochen. Und aus irgendeinem Grund lebten sie quasi zusammen. Er konnte das Alleinsein kaum ertragen. Wahrscheinlich lag es daran. Ihre sonderbare Beziehung ging sogar so weit, dass er ihr einfach die Müslischüssel und seinen Löffel reichte und sie es mit in die Spülmaschine räumte, während er ihre Vorräte wegräumte. Wie ein geübtes Ehepaar. Erst als der Tisch wieder frei war, war er zufrieden und antwortete auf den Festvorschlag. "Klingt nach ner Menge Spaß und ner guten Ablenkung vom Alltag, also bin ich dabei." Er streckte sich einmal ausgiebig, ehe er den Kopf auf dem von Cylie ablegte und die Hände um sie verschränkte. Dass die Brünette so viel kleiner war als er, nutzte er manchmal einfach aus. "Also wann gehen wir los? Gibt's da auch was zu Futtern, oder müssen wir uns was auf den Weg holen? Und ja, ich weiß, dass ich gerade erst gefrühstückt hab, aber der Tag ist lang..." Er löste sich wieder von Cylie, um einmal hinter hervorgehaltener Hand zu gähnen und nahm seine aktuell beste Freundin wieder in Beschlag.

    Bianca, Kyle und Brodik bei der Elefantendame draußen vor dem Wachposten


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    Das mit dem Namen kommentierte Bianca nicht weiter, also schien sie mit seiner Antwort zufrieden zu sein. Sie schien zu verstehen, dass es ihm nicht zustand sie zu benennen. Aber die Frage die darauf folgte brachte ihn zu einem Lachen. Den Tadel ihrerseits hatte er dabei nicht einmal bemerkt. "Sie ist frei. Keine Ketten halten sie hier und sie kann gehen wohin sie will. Sie hat sich nur einfach dazu entschlossen hier zu bleiben." Dass er schon einmal versucht hatte sie mit einem Seil wegzuziehen verschwieg er. Der Versuch war kläglich gewesen und er war sich nicht einmal sicher, ob die Elefantendame überhaupt bemerkt hatte, dass er versucht hatte sie wegzubringen. Sie war hier anscheinend glücklicher als auf der anderen Seite der Mauer, also wieso sollte er sie dazu zwingen zu gehen? "Ich werde sie nicht zwingen hier zu bleiben, aber wenn sie sich schon dafür entschließt hier zu sein, dann muss sie lernen ihren Teil zur Gemeinschaft beizutragen." Er besah das Elefantenmonster ernst. Die rosafarbene Haut war sicher genauso dick wie ihr Sturkopf. Aber irgendwie würde er es schon schaffen sie zu bewegen. Wäre Forte hier, hätte sie sicherlich schon lange einen Weg gefunden das Monster für den Schutz des Dorfes einzusetzen. Kiel und er selbst hatten allerdings schon genug damit zu tun die Dame satt zu bekommen. Immerhin fraß sie aber aus seiner Hand und auch aus der von Bianca, der es sogar gestattet war die Elefantendame zu berühren. Brodik der seinen Missmut darüber gut verborgen hatte, wurde trotzdem von der Adligen an der Hand gegriffen. Er war etwas verwundert, was wohl der Hauptgrund dafür war, dass er sich nicht wehrte, während die hübsche Frau seine Hand behutsam an die Haut des Wesens führte. Mit Argusaugen beobachtete der lausige Wächter die Elefantendame, wartete darauf, dass sie wie gewohnt wegzuckte, doch sie ließ es geschehen. Es fühlte sich wie eine halbe Ewigkeit an, bis die Finger des Silberhaarigen die Haut des Wesens berührten, aber als der Moment passiert war, fühlte er sich unglaublich glücklich. Die harte Arbeit und die investierte Zeit... alles fühlte sich in diesen wenigen Sekunden ausgeglichen. Und das alles nur dank Bianca! Sie war definitiv mutiger als sie auf den ersten Blick wirkte. Ein Charakterzug, der Brodik sehr sympathisch war. Er strahlte sie an, versuchte aber ruhig zu bleiben. Angesichts des wundervollen Moments bemerkte er nicht einmal, dass die Hand der Adelstochter noch immer auf seiner lag. Erst als sie die weichen Finger zurückzog, bemerkte er, wie lange sie verharrt hatten. Ein seltsames Gefühl beschlich ihn. Würde die Elefantendame seine Berührung trotzdem zulassen? Sie blickte ihn aus den großen Augen an und er glaubte, dass er Zufriedenheit darin erkennen konnte. Sie schien also keine Bedenken mehr zu haben. "Vielleicht.", stimmte er Biancas Worten zu und streichelte das Elefantenmonster. "Aber ich hatte erwartet, dass es länger braucht, bis sie bereit ist den ersten Schritt zuzulassen." Das Geständnis hatte seine Lippen verlassen, bevor er es überhaupt in seinem Kopf gefasst hatte. Doch ehe die beiden ihr Gespräch fortführen konnten, rannte eine weitere Gestalt um die Ecke. Was war denn heute los? Das Elefantenmonster stand hier schon seit Wochen, oder Monaten und niemand hatte sich darum geschert und plötzlich kam es an einem Tag in den Blick von zwei Personen. Ging wohl nie jemand am Wachposten vorbei. "Ja, es ist alles in Ordnung.", versicherte Brodik und tätschelte den Hals der Elefantendame, die gerade Biance mit ihrem Rüssel nach mehr Essen absuchte. "Aus der Ferne kann man schnell einen falschen Eindruck von ihr bekommen." Er nahm das niemandem übel. Es war schließlich nicht üblich, dass ein derartig großes Monster sich innerhalb des Dorfes aufhielt. Deshalb musste er es schrumpfen. Im Uhrenturm lebte ein Alchemist, der sicher einen passenden Trank dafür übrig hatte. Oder er würde zu Kanno, dem alten Zauberer des Archivs gehen und diesen um Rat fragen. Irgendjemand würde ihm schon helfen können.

    Collette, Lily & Julia am schwarzen Brett | Gehen

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    Das andere Mädchen stellte sich als Lily vor. "Freut mich sehr.", entgegnete die Dame mit den Locken mit einem freundlichen Lächeln auf den Lippen. Dass die beiden wie Natalie werden wollten brachte Julia irgendwie ein wenig in Verlegenheiten. Selbstverständlich war das ihr Ziel, aber sie hatte nicht das Gefühl, dass sie schon nah an diesem Ziel war. Es war sicher noch ein langer Weg bis dahin. Angesichts von Collettes nächsten Worten wurde die Verlegenheit aber sofort durch ein freundliches Lachen ersetzt. Ihre Freundin war wirklich unmöglich. Dennoch nickte Julia zustimmend. "Ja, da muss ich Collette wirklich zustimmen." Lily hatte eine außerordentlich vorteilhafte Figur und dazu noch zarte, weiche Haut. Zumindest sah sie so aus und die Badehausleitung bezweifelte, dass ihr geschultes Auge sich in dieser Hinsicht irrte. Das Gespräch über Zauber und Waffen ließ sie dahingegen allerdings wieder aufhorchen. Sie schüttelte bei der Frage ihrer Freundin den Kopf. "Nein... ich habe keine Waffe, nur meine Zauber.", verkündete sie und lächelte dann aufmunternd zu Lily. "Aber es scheint jetzt die perfekte Gelegenheit zu sein, um sich eine zu besorgen. Ich wollte ohnehin schon lange eine haben. Schließlich waren die vergangenen Ereignisse Zeichen genug, dass man sich besser Waffen zulegte." So war es doch, oder nicht? Der Monsterangriff, die vielen Gefahren die einem auflauerten... man war nirgends sicher. Besser man schützte sich indem man sich eine geeignete Waffe besorgte. "Also worauf warten wir noch? Wir sollten keine Zeit verschwenden und uns schnell rüsten, um den kleinen Roy so schnell wie möglich retten zu können." Und ohne lange weiter zu warten, ging sie voraus in Richtung Schmiede. Dort bekam man doch sicher eine geeignete Waffe.


    gehen ~>

    Odette und Kross zwischen den Regalen


    2874-odette-jpgIn der Wüste! Darauf wäre sie nie und nimmer gekommen. Umso glücklicher war sie über die Aussage des komischen Kautzes. Am liebsten hätte sie ihn geküsst! Oder zumindest umarmt. Aber sie widerstand diesem Bedürfnis gekonnt. "Ausgezeichnet. Dann wissen wir ja wo wir hin müssen. Aber vorher müssen wir noch abklären was eine Fondantschildkröte ist... nicht dass wir zweimal gehen müssen.", erklärte sie und in ihren Augen war der Dank zu sehen, den sie gegenüber Kross empfand. "Oh! Und bevor ich es vergesse: Ich bin Odette. Ich glaube ich hab mich nie so richtig vorgestellt.", gab sie zu und hielt dem Kautz die Hand hin. Nachdem sie sich vorgestellt hatten, sah sie sich im Runenarchiv um. Irgendwo musste doch Kanno zu finden sein. Der Meister wusste doch alles. Er konnte ihnen sicher auch mit der Schildkröte weiterhelfen. "Lass uns den Meister des Archivs finden. Er kann uns bei unserer Suche sicher weiterhelfen.", mutmaßte die Köchin und ging durch die Bibliothek auf der Suche nach Kanno. Sie wollte nicht durch die Bücherreihen nach ihm rufen, weil sie die anderen nicht in ihren Recherchen stören wollte. Aber sie brauchten die Hilfe. Oder wusste der Schwarzhaarige etwa auch mehr über Fondantschildkröten?

    Majo & Alex vor der Gruselvilla | Suchen das Weite


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    Damit hatte Alex nicht gerechnet. Majo war tatsächlich wütend auf ihn und hielt ihm eine Rede. Eine Eigenschaft die er bei keinem Menschen gerne sah. Für was oder wen hielt sie sich eigentlich. Dennoch ließ er ihre Worte schweigend über sich ergehen, bemühte sich dabei nicht die Augen zu verdrehen, wegzusehen oder laut zu seufzen. Er versuchte tatsächlich ihre Worte und die darin liegende Sorge ernst zu nehmen. Wie er sich erklärte, dass ihn etwas geschubst hatte? Tja... das war tatsächlich eine gute Frage. Druckluft? Oder eine Art Hypnose ihrerseits? Er hatte schon Zauberer live erlebt, die ihre Gäste vergessen ließen und sich anderer Tricks bedienten, um bestimmte körperliche Reaktionen auszulösen und Menschen zu manipulieren. Ein Schubs in die Richtige Richtung erschien ihm da durchaus im Bereich des Möglichen. Dennoch schwieg er, behielt seine Realität für sich und zuckte lediglich mit den Schultern. Strom hingegen erschien ihm als die geringste Sorge. Er hatte schon Serverräume verkabelt und sich das Stromnetz von Gebäuden genauer angesehen. Unterirdisch funktionierte viel. Dennoch musste er zugeben, dass er keine Apparaturen gesehen hatte, die die Erscheinungen oder Ähnliches rechtfertigen würden. Aber deshalb sofort an Geister glauben? Das erschien ihm doch etwas übertrieben. Als Majo merkte, dass sie ihn noch immer nicht überzeugt hatte, befahl sie ihm sie genau zu mustern. Er zog eine Augenbraue nach oben, während sie sich vor ihm drehte und er nach möglichen Taschen oder Orten für eine Bierflasche Ausschau hielt, aber er konnte nichts dergleichen entdecken. Umso erstaunter war er, als sie plötzlich zwei braune Glasflaschen in ihrer Hand hielt und ihm eine davon reichte. Perplex starrte er auf die Blondine mit den Locken und dann auf die Flasche in seinen Händen. Das... konnte nicht möglich sein. "Wie hast du-?", er unterbrach sich selbst. Die Frage kam ihm dumm vor. Sie würde es ihm nicht erklären, oder mit einem geheimnisvollen 'Magie' oder etwas dergleichen antworten. Aber gab es denn eine bessere Erklärung als das? Eine vernünftigere? Er fand keine. Zögerlich führte er die Flasche an seine Lippen und nahm vorsichtig einen Schluck. Gutes Bier konnte man das nicht nennen, aber ja, es war Bier. Er verzog das Gesicht angesichts des schalen und etwas seltsamen Geschmacks und versuchte seine Gedanken sinnvoll zu ordnen. Er musste etwas sagen. Musste er tatsächlich eingestehen, dass Magie existierte und vor ihm eine Magierin stand? Er erinnerte sich an ihre Geschichten der Hexenprinzessin. Hatte sie sie ihre Tante genannt? Konnte es tatsächlich möglich sein, dass diese dämlichen Sagen irgendwie wahr waren? Er war nicht vollends überzeugt. Zumindest in diesem Augenblick noch nicht, doch als er versuchte erneut den Mund aufzumachen geschah etwas noch verwirrenderes vor seinen Augen. Majo rang nach Luft, führte ihre Hände an ihren Hals und es schien so, als ob ihr etwas, oder jemand die Luft abschnürte. Der Silberhaarige konnte nur zusehen, wie ihr zierlicher Körper sich vor ihm etwas in die Luft erhob und die eisige Stimme von zuvor erneut ertönte, ehe der Körper der Blonden mit einem Ruck wieder zu Boden geschleudert wurde. Majo sackte zusammen und mit dem eisigen Lachen der unsichtbaren Gestalt verschwand auch die Kälte, die sie umgeben hatte. Alex hatte sein Bier schon längst fallen gelassen, war zu der Blondine geeilt, die sich bei der unsanften Landung wohl irgendwie den Kopf gestoßen hatte. Zumindest schien sie benommen. Wie dämlich er doch war. Sie hatten es mit einem echten Geist zu tun gehabt und er hatte nichts unternommen. Schnell hob er die benommene Hexe nach oben und trug sie weiter von der Gruselvilla weg. In der Hoffnung, dass der Geist sie so nicht weiter verfolgen würde. Und auch in der Hoffnung, dass Majo so nicht völlig austicken würde, sobald sie wieder vollkommen bei sich war. Sie hustete, rang nach Luft. Er sah sie besorgt an. "Ich hätte dir wohl einfach gleich glauben sollen, sorry... hätte ich was unternommen wäre es vermutlich nicht so weit gekommen.", gab er zu. Hoffentlich hörte sie ihm nicht zu. Solche Worte waren nämlich überhaupt nicht seine Sache. Eine wahre Seltenheit. Er trug sie immer weiter weg, bis sie schließlich sogar den Wald hinter sich ließen.


    Gehen ~>

    Cylie, Yumi und Nickin der Küche im ersten Stock


    2390-nick-summer-pngNick entspannte sich zunehmend. Yumi wusste anscheinend nichts von seiner Trennung und hielt ihm somit auch keine Vorträge. Obwohl er sich auch nicht ganz sicher war, ob sie wirklich der Typ für so etwas war. Als sie allerdings verkündete, dass sie nicht so genau wusste, was mit Sakura war und wo sich diese gerade befand, war der Student tatsächlich ein wenig enttäuscht. Irgendwie vermisste er seine längste Freundin ein wenig. Vor allem ihre verrückten Geschichten und Ideen und das aufgeweckte Wesen. Daher war er auch kein Stück darüber verwundert, dass Sakura irgendwo ein Praktikum mit Affen machte, denen man irgendwas transplantieren musste. Sie war schon immer ein wenig anders und tat das was für richtig hielt. Und wenn man ehrlich war, dann ließ sie sich sowieso von nichts und niemandem stoppen. Er vermisste das. Hoffentlich war sie ihm nicht böse für die Trennung mit Leila. Es genügte eine Freundin zu verlieren. Leila... er hatte Leila verloren. Die erneute Kenntnis ließ ihn schlucken. Er fühlte sich plötzlich kaum noch im Stande Cornflakes in sich zu schaufeln. Mühsam brachte er die Pampe in seinen Mund und schluckte mit aller Kraft, nachdem er ein paar Mal gekaut hatte. Er nickte, zwang sich Yumi und Cylie zu antworten, die Sakura aus ihrem Studium kannte. Er musste beim Gedanken an die verrückte Blondine etwas lächeln und verdrängte die Gedanken an Leila. "Jaja... so ist Sakura eben. Verrückt, liebenswert und von ihren abgefahrenen Ideen nicht abzubringen. Würde mich nicht wundern, wenn sie noch eine Weile bei den Affen lebt, um sie genauer zu studieren, oder ihnen irgendwelche hilfreichen Tricks beizubringen.", verkündete der Schwarzhaarige. Vielleicht versuchte Sakura auch etwas von den Affen zu lernen. Wundern würde es Nick jedenfalls nicht. Als Yumi dann verkündete, dass Auszeiten wohl Mode waren, musste er schmunzeln. "Warst du nicht selbst auch für einige Monate im Ausland unterwegs?", fragte er neckend und hörte dann Cylie zu, die das ganze auch überhaupt nicht abwegig fand. Es war nun mal heutzutage leicht möglich sich für einige Monate im Ausland aufzuhalten und man bekam ja von der Uni viele tolle Angebote. "Ich hab meine Zeit im Ausland auch genossen.", gab er zu und löffelte weiter Cornflakes in seinen Mund, bevor sie sich völlig in Wohlgefallen auflösten und nur noch eklige Pampe übrig blieb. Dass er sich im Ausland ein wenig zu sehr ausgelebt hatte, behielt er besser für sich. Er brauchte schließlich auch seine Geheimnisse.

    Felicia & Ash

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    Glücklicherweise schien Felicia damit einverstanden zu sein, dass sie es nennen konnten wie sie wollten. Es war schwer für Ash ihren Gesichtsausdruck zu deuten, aber er glaubte, dass das Wort 'Date' sie ebenfalls etwas nervös werden ließ. Umso besser, dass die beiden es nicht näher benannten, sondern es als das wichtigste ansahen, dass sie zusammen Zeit verbrachten. Nickend stimmte er dieser Aussage der Blonden zu und lächelte dabei etwas schüchtern. War ein Date etwas anderes als gemeinsam Zeit zu verbringen? War Date nicht einfach das englische Wort für Verabredung? Wo war die Grenze? Wo hörte ein freundschaftliches Treffen auf und fing ein romantisches an? Waren Blumen zu viel? War Picknicken gestattet? Er fühlte sich verunsichert, vertrieb seine grüblerischen Gedanken aber mit dem neuen Thema. Henriette war eine gelungene Ablenkung. Er musste über Felicias Reaktion kurz auflachen, nickte dann aber heftig. "Ich bleib ganz in deiner Nähe und achte darauf, dass dir nichts passiert und du den Ausritt in Ruhe genießen kannst.", versicherte der Farmhelfer mit einem breiten Lächeln und freute sich umso mehr auf ihren Besuch. Als er das sanfte Drücken ihrer Hand bemerkte, drückte er automatisch zurück und sah die hübsche Frau an seiner Seite an. "Aber mach dir keine Sorgen. Henriette hatte schon öfter Kinder und Erwachsene auf ihrem Rücken. Vorausgesetzt dass kein plötzliches Gewitter auftaucht, musst du dir keine Sorgen machen. Nur der Donner bringt sie etwas aus der Ruhe.", gab er zu und musste beim Gedanken an die Kuh schmunzeln. Glücklicherweise hatte sie bisher nur ihn herunter geworfen. Alle anderen waren heil davon gekommen. Und auch er hatte lediglich ein paar Tage Schmerzen durch die blauen Flecke. Ernsthafte Verletzungen hatte er nicht davongetragen. Dennoch würde er die ganze Zeit an Felicias Seite bleiben und darauf aufpassen, dass ihr nichts passierte. Man konnte ja nie wissen.

    Nachdem Ash schließlich festgestellt hatte, dass ihm keine von Felicias Verehrern auflauerte, fiel ihm ein kleiner Stein vom Herzen. Wieso eigentlich? Er konnte sich doch sicher gut und gerne gegen diese Typen durchsetzen. Aber er wollte der hübschen Konditorin ja ihre Chancen nicht verbauen. Sicherlich gab es den einen oder anderen Typen der ihr auch gefiel. Nachher ruinierte er ihr mit seiner Anwesenheit noch die Aussichten auf mehr. Er dachte kurz über ihre Worte nach. Waren Frauen wirklich schlimmer als Männer? Konnten Männer nicht in ihrer Eifersucht auch mal zuschlagen? "Leider?" Ihm war das Wort nicht entgangen und er grinste breit bei dieser Feststellung. "Naja... ich glaube ohnehin dass das nicht stimmt und du es nur nicht siehst." Er schmunzelte und schlug dann anstatt Alkohol einfach selbstgemachte Limonade vor. Felicia schien nicht abgeneigt von dieser Idee und wollte sogar das Rezept. Er zog eine Augenbraue nach oben. "Ich soll dir das Rezept für meine Superlimonade geben? Oh... nein, nein meine Liebe. Das musst du dir schon verdienen.", witzelte er und nach einem kurzen Lachen schüttelte er den Kopf. "War nur ein Spaß. Ich zeig dir gerne wie ich sie zubereite." Er lächelte und hielt ihre Hand erneut davon ab ihm gegen die Brust zu stupsen. Doch dieses Mal hielt er sie einen Moment länger fest. Anscheinend ließ sie nicht locker, sondern wartete auf eine Chance ihn anzutippen. Der Gedanke brachte ihn zum Schmunzeln. Befanden sie sich jetzt in einem Stups-Aufhalt-Krieg?

    Bei ihren Worten, dass er sicherlich ein toller Musiker wäre, musste er lachen. "Ich gebe dir mal eine Kostprobe, wenn wir unter uns sind, dann wirst du schnell vom Gegenteil überzeugt.", stellte er fest. "Aber gut, wenn du dein Glück versuchen willst, dann gebe ich dir gerne die Chance mir ein einfaches Stück beizubringen." Was hatte er schon zu verlieren? Wenn Felicia es ihm beibrachte, dann verbrachten sie so ja auch Zeit miteinander. Irgendwie hatten sich ihre Blicke getroffen und sie hatten sich ineinander verloren, während er darüber nachdachte wie das Treffen wohl ablaufen würde. Es würde wohl eine Katastrophe werden. Würde sie am Klavier direkt neben ihm auf dem Hocker sitzen? War das nicht zu nah? Vermutlich bildete er sich da einfach zu viel ein. Wie nah sie war. Er bildete sich ein den Duft ihrer Haare zu riechen, obwohl sie noch so weit entfernt war. Seine Lippen bewegten sich für eine neue Frage, während er den Blick abwand. Er hatte sie viel zu lange angestarrt und räusperte sich angesichts dieser Erkenntnis etwas verlegen. Es fühlte sich wie eine Ewigkeit an, bis Felicia schließlich die Lippen auftat und Worte hervorbrachte. Es entspannte den Farmhelfer etwas, dass sie ihm den langen Blickkontakt nicht irgendwie übel nahm oder falsch verstanden hatte. "Ich liebe Hunde auch! Aber ich mag auch Katzen und Kühe.", gab er zu und schmunzelte. "Schwer zu sagen, was mein absolutes Lieblingstier ist. Vermutlich tatsächlich Kühe." Nicht umsonst hatte er sich für ein Leben auf dem Land entschieden. Kühe waren so lieb, klug und hilfreich.

    Majo & Alex vor der Gruselvilla


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    Specialeffekts. Dieses Wort hallte in seinem Kopf wider wie ein Mantra. Ständig wiederholte er das Wort, während er von Majo in Richtung Ausgang bugsiert wurde. Sie versicherte ihm, dass sie keinen Scherz zweimal hintereinander machte, auch wenn sie gerne Leute ärgerte, aber der Silberhaarige ließ sich davon nicht beeindrucken und verdrehte nur innerlich die Augen. Für ihn stand es außer Frage, dass sie für diese Gruselvilla-Attraktion verantwortlich war und dennoch lief ihm angesichts der Situation ein kleiner Schauer über den Rücken. Er hatte tatsächlich ein mulmiges Gefühl, das er sich selbst versuchte auszureden. Specialeffekts. Das musste die Lösung sein. Als eine verzogene Stimme dann verkündete, dass sie ihm nichts anhaben konnten und gefälligst verschwinden sollten, wurde er wie von einer Druckwelle in Richtung Ausgang geschubst. Was war das denn? Angesichts der geisterhaften Stimme hatten sich ihm die Härchen aufgestellt und das mulmige Gefühl, das ihn beschlich, wurde verstärkt. Er konnte es gar nicht erwarten an die frische Luft zu gelangen und diese Freakshow hinter sich zu lassen. Die nächsten Tage würde er ganz sicher kein Dead by Daylight spielen können ohne an diese Ereignisse erinnert zu werden. Während er weiter in Richtung Ausgang ging, unterhielt sich Majo anscheinend mit dem Hausgeist. Auf eine ganz unangemessene Weise, wie Alex fand. Hatte sie keine Gruselfilme gesehen? So überhaupt keinen? Wenn sie wirklich nicht dafür verantwortlich wäre und es hier einen Geist gäbe (was für Alex natürlich nicht der Fall war. Seine Sinne spielten ihm lediglich einen Streich), dann war das ganz bestimmt die falsche Herangehensweise. Trotzdem ließ er es zu, dass sie ihn als ahnungslosen Menschen bezeichnete und ihn weiter in Richtung des Ausgangs drängte. Immerhin schien sie in ihrem Schauspiel seine Sicherheit an erste Stelle zu setzen. Wie sympatisch und liebevoll. Dann schlug die Tür hinter ihnen ins Schloss. Mit dem Geräusch der zuschlagenden alten Tür versuchte Alex das Spektakel hinter sich zu lassen. War besser, wenn er sich möglichst wenig Gedanken darüber machte. Dennoch brannte ihm eine Frage auf der Zunge... "Was war das? Er presste kurz die Lippen aufeinander und folgte Majo, die ihn immer weiter von der alten Villa wegzog. Desto mehr Distanz die beiden zwischen sich und dem Gebäude brachten, desto wohler fühlte sich auch der Informatiker. Seltsam. Da spielten seine Sinne wohl total verrückt. Dass Majo ihn am Arm mit sich zog, ließ er einfach zu. Sie hatte ihre Männer wohl gerne gut im Griff. Auch dieses dumme Kommentar sparte er sich, folgte ihr einfach schweigend, bis sie ihn schließlich losließ und stehen blieb. Ein erwartungsvoller Blick, verschränkte Arme, eine genervte Haltung. Sie schien auf etwas zu warten. Wohl auf seine Reaktion. Es brauchte einen Moment bis sich Alex tatsächlich dazu entschied die Frage in seinem Kopf laut auszusprechen. "Wenn das nicht du warst - was war das dann deiner Meinung nach gerade? Welche verdammt fortschrittliche Technik wird in dieser Villa eingesetzt? Und wieso wird dieses Projekt nicht besser gefördert?" Er war eben drauf und dran Informatiker. Einsen und Nullen. Majo und Geister sprengten diesen Rahmen und er war einfach nicht bereit ihn zu verlassen.

    Bianca und Brodik bei der Elefantendame draußen vor dem Wachposten


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    Fast hätte Brodik die Anwesenheit der Dame neben sich vergessen. Angesichts der Erkenntnis die er gewonnen hatte, waren seine Gedanken abgedriftet. Er musste einen Plan ausarbeiten, der es ihm irgendwie ermöglichen würde das Elefantenmonster kleiner zu bekommen. Aber er war sich sicher, dass es einen Weg dafür gab. Ein Trank, ein Zauber, irgendetwas. Dann konnte er sich Futter und Hütte für es leisten und brauchte sich keine Sorgen mehr zu machen. Um das Dorf natürlich! Nicht um die Elefantendame. Das Monster bedeutete ihm selbstverständlich nichts. Ach... wem machte er was vor? Selbst er hatte gemerkt, dass er nach einer Lösung suchte es hier behalten zu können. Und das nicht nur, weil er Angst vor Fortes Zorn hatte.

    Als Bianca sich allerdings so kindlich darüber freute, dass das rosa Wesen ihr aus der Hand gefressen hatte, musste er breit Grinsen. Ihre Gesichtszüge waren so ehrlich und ihre Locken wippten freudig in ihrer Bewegung mit. Er hatte nicht erwartet, dass eine so feine Dame sich über so etwas primitives freuen würde, aber musste zugeben, dass ihm dieses Verhalten sehr sympathisch war. Mit einem Lächeln reichte er Bianca noch mehr Gemüse und stellte sich ein bisschen näher mit dem Korb zu ihr. Sollte sie ruhig den Rest an die Elefantendame verfüttern, wenn sie so viel Spaß daran hatte. "Ein Name?" Oh... daran hatte er überhaupt nicht gedacht. Er nannte sie immer Vielfraß, Dickerchen, Monsterzicke oder Moppelchen. Es war ihm irgendwie nie in den Sinn gekommen einen Namen auszusuchen. Er hatte nicht das Gefühl, dass ihm das... zustand. Schließlich gehörte sie ihm nicht. Sie gehörte ja irgendwie niemandem. "Naja... also sie hat keinen.", gab er schließlich an Bianca gewandt zu, die näher an das Monster herangetreten war und ihm ihre Hand entgegenstreckte. "Ich hatte nie das Gefühl, dass ich ihr einen geben darf.", gestand er, wobei er über seine Ehrlichkeit etwas überrascht war. Das war nicht gewöhnlich für ihn einfach so die Wahrheit auszusprechen. Mit einer Mischung aus Vorsicht und Neid betrachtete Brodik wie Bianca ihre Finger auf die Haut des Monsters legte. Er wartete darauf, dass die Elefantendame zurückwich, so wie sie es immer bei ihm tat, aber die Berührungen der Adelstochter schienen sie nicht zu stören. 'Störrisches Mistvieh!', dachte er bei sich. 'Dabei bin ich es, der dich seit Wochen durchfüttert und sich um dich kümmert.' Womöglich wäre er angepisst gewesen, aber er blieb ruhig, versteckte seinen Ärger und entspannte seine Gesichtszüge, die sich von ganz allein angespannt hatten. Er seufzte. Dann fragte Bianca wie die Elefantendame hierher kam. Für einen Moment war ihm die Überraschung über diese unangenehme Frage wohl ins Gesicht geschrieben. Dann lachte er kurz nervös auf in dem Versuch seine Anspannung zu verbergen. "Also... das ist eine witzige Geschichte.", begann er und suchte nach einer geeigneten Ausrede. Er räusperte sich kurz, ehe er weiter sprach. "Obwohl, so witzig ist sie gar nicht. Bei den vergangenen schrecklichen Ereignissen wurde sie von Wölfen aus dem Wald getrieben, bis sie schließlich am Strand im Sand stecken blieb. Wir... also eigentlich die Chefin des Wachpostens hat sie dort gefunden, befreit und hierher gebracht." Es war nah an der Wahrheit und eben doch nicht ganz die wahre Geschichte. Doch es erschien ihm besser so nah wie möglich an der Realität zu bleiben, ohne Bianca damit Angst einzujagen.

    Cylie, Yumi und Nickin der Küche im ersten Stock


    2390-nick-summer-pngVermutlich hätte sich Nick dafür entschuldigen müssen, dass er Milch in Cylies Gesicht verteilt hatte (lacht alle ihr jugendlichen Perversen xD). Doch er hatte es beim Anblick der Blondine am Tisch nicht einmal bemerkt gehabt. Yumi hatte ihn ganz offensichtlich schließlich auch wiedererkannt und begrüßte ihn, wobei sich ihre Mundwinkel nur ganz kurz hoben. Der Schwarzhaarige wurde aus ihren Gesichtszügen nicht schlau. Im Gegensatz zu Sakuras Schwester befasste er sich während seines Studiums mehr mit Farben in der Werbung als mit Gesichtsausdrücken und der Reaktion von Menschen. Dennoch beschlich ihn das Gefühl, dass die Blonde definitiv mehr aus seiner Reaktion lesen konnte, als ihm lieb war. Er schluckte, lächelte dann aber so charmant wie eh und je. Vor allem, weil er Cylies Verwunderung und ihre Worte ein wenig amüsant fand. In Destiny Valley war wirklich jeder zweite miteinander verwandt. Und selbst wer nicht verwandt war, konnte sich relativ sicher sein, dass die Eltern schon miteinander gevögelt hatten, oder sich zumindest nackt gesehen hatten. Er grübelte einen kurzen Moment, ehe er die Stimme erhob. "Ich glaube nicht dass ihr verwandt seid. Das ist Yumi. Die Schwester von Sakura - eine meiner besten Freundinnen, die ich aber schon viel zu lange nicht mehr gesehen habe.", erklärte Nick an Cylie gewandt, um die beiden jungen Frauen einander vorzustellen. "Und das ist Cylie.", stellte er dann auch noch die Brünette vor, obwohl er ihr selbstverständlich auch zugetraut hatte das selbst zu erledigen. Aber der vollständigkeitshalber klang es so vernünftiger. Da es sich bei ihm gegenüber um Yumi handelte und nicht um Sakura, war die Freude über das Wiedersehen etwas geschmälert. Trotzdem war er auch ein wenig erleichtert. Ob Leila ihrer besten Freundin von der Trennung erzählt hatte? Und falls ja: Stand Sakura dann auf einer Seite? Er wollte sich gar nicht vorstellen was diese Trennung alles für ihn zerstört haben könnte. Viel zu schön war der Gedanke, dass alles irgendwie seinen geregelten Gang ging und er Alice und auch Sakura ganz ohne Stress gegenübertreten konnte. Er hoffte wirklich inständig, dass sie ihm nicht übel nahmen, dass er diesen Weg gegangen war. Die Distanz und... die Kommunikation hatte nur einfach nicht mehr so funktioniert, wie sie hätte sollen. Beide hatten ihr eigenes Leben gewonnen und Leila hatte sich ein wenig verändert, weiterentwickelt und er konnte damit einfach nicht umgehen. Sie hatte ein Leben ganz ohne ihn, das hatte ihn verletzt, gekränkt. Er war ihr egal geworden. Oder zumindest hatte sie ihm dieses Gefühl vermittelt. Und auch wenn sie das nicht wollte und ihr trauriger Gesichtsausdruck ihm den Rest gegeben hatte, war es trotzdem die richtige Entscheidung gewesen. Er konnte nicht auf ewig auf sie warten. Und dafür mussten seine Freunde eben auch Verständnis aufbringen können. "Wie geht's Sakura? Wo treibt sie sich eigentlich herum? Seit ihr altes Handy von einem Vogel gefressen wurde hab ich nichts mehr von ihr gehört." Er versuchte seine Gedanken mit dem Gesprächsthema beiseite zu schieben und erhoffte sich tatsächlich ein paar Informationen über seine verrückte Kindheitsfreundin.

    Cylie und Nickvor Cylies Zimmer


    2390-nick-summer-pngSelbstverständlich zog sie ihn auf und tat so, als ob er schrecklich miefen würde. Er hätte es ihr nicht mal verübeln können, wenn sie es zumindest ein bisschen ernst gemeint hätte. Der Geruch von verschüttetem Alkohol und Bar haftete noch an ihm und er war nicht wirklich ein großer Fan davon. Deshalb schmunzelte er nur, verkniff es sich Cylie einen Abschiedskuss zu geben und verließ zusammen mit ihr das Zimmer. Er machte sich auf den Weg in seine eigenen vier Räume und war froh, dass er den Zimmerschlüssel irgendwo aus seiner Tasche fischen konnte. Ohne ihn war er schließlich aufgeschmissen und klamottenlos. In seinen vier Wänden angekommen zog er das Shirt und die Hose wieder aus, warf den ganzen Stoff in die Wäsche und kramte sich schnell ein paar frische Sachen aus seinem Schrank. Er warf sie aufs Bett, nahm sich ein Handtuch, wickelte es sich um und machte sich auf dem Weg zu den Duschen.

    Ungefähr zehn Minuten später stand der Schwarzhaarige geduscht und in frischen Klamotten endlich in der Küche. "Guten Morgen.", begrüßte er die beiden jungen Frauen und setzte sich auf den freien Platz neben Cylie. Beim Anblick seiner Lieblingscornflakes fing er an zu lächeln. Sie hatte es sich wirklich merken können, dass er die am liebsten mochte. Er hatte es aber auch ca. 1000 Mal in ihrer Nähe erwähnt. Bei ihren ersten gemeinsamen Früstückserlebnissen hatte er ihr alle Cornflakes-Sorten schlecht geredet, die sie da hatte. Er bestand auf die Schoko-Balls. Sie hatte sich dann über ihn lustig gemacht, aber mit Cornflakes war es Nick ernst. Oder er tat zumindest so. Der Schwarzhaarige bedankte sich bei Cylie, die bereits alles vorbereitet hatte, so dass er sich einfach setzen und essen konnte. Sie war ein wahrer Engel. Gerade wollte Nick den ersten Löffel seiner Cornflakes nehmen, da fiel sein Blick aus den Augenwinkel auf die andere Person am Tisch. War das Sakura?! Von hinten hatte er sie überhaupt nicht erkannt! Der Löffel fiel achtlos zurück in die Schüssel, was dazu führte, dass Milch auf den Tisch spritzte. Nicht, dass der Schwarzhaarige Angst gehabt hätte eine seiner besten Freundinnen wiederzusehen, er hatte es nur nicht erwartet. Freude keimte in ihm auf gemischt mit einer Sorge, die ihn sich kurz umsehen ließ. Gut... sie waren unter sich. Gerade wollte er seine Kumepline begrüßen, da erkannte er im letzten Moment, dass er sich doch geirrt hatte. Die Gesüchtszüge waren zum Verwechseln ähnlich, aber es fehlte der kindische Leichtsinn dahinter. Nick hatte schon den Mund geöffnet, schloss ihn aber einfach stumm wieder und wartete einen Moment ab, ob auch die Blondine bemerken würde, dass sie sich schon einmal über den Weg gelaufen waren.

    Bianca und Brodik bei der Elefantendame draußen vor dem Wachposten


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    Sie versicherte, dass es ihr schon besser ging und sie sich lediglich erschreckt hatte. Er nickte. Musste sie ja selbst wissen, ob sie sich mehr zutraute, oder ob sie noch ein bisschen sitzen bleiben wollte. Schließlich war es nicht sein Pech, wenn sie es übernahm. Und trotzdem fühlte er sich verantwortlich. Wenn es hier am Wachposten passieren würde, dass sie noch einmal stürzte, war er schließlich verantwortlich, oder? Aber ihm blieb nichts weiter übrig, als ihr zu Vertrauen und darauf zu hoffen, dass sie sich nicht übernahm und doch noch den Boden küsste. Vor allem, weil sie erklärte, dass sie das Monster gerne aus der Nähe sehen wollte. Eigentlich sprach nichts dagegen. Es hatte sich die letzten Wochen nie feindselig gegenüber jemandem gezeigt. Es war eher ruhig, gelassen und schlief viel. Wahrscheinlich auch, weil es noch etwas geschockt von den vergangenen Ereignissen war und sich zuerst erholen musste. Trotzdem hatte der lausige Wächter ein mulmiges Gefühl dabei die hübsche Dame einfach so in die Nähe der Elefantendame zu bringen. Als sie sich vorstellte, nickte der Grauhaarige. "Freut mich. Ich bin Brodik.", erklärte er und verstand die Vorstellung seitens Bianca als Aufforderung sie duzen zu dürfen. Es waren ihm eben doch nicht alle Etikette geläufig und eigentlich gab er auch nicht viel darauf. "Na dann... Wenn du es aus der Nähe sehen willst und dich wieder fit fühlst, können wir ja los." Er erhob sich, hielt der hübschen Lady die Tür auf und ließ ihr somit den Vortritt. Als er ebenfalls draußen war, schloss er die Tür wieder und sah zur Elefantendame. In seinem Blick lag eine Bitte und er hoffte, dass sie es verstand. Zumindest sah sie ihn an. Vielleicht aber auch einfach nur, weil sie Hoffnung hatte endlich wieder etwas zu fressen zu bekommen. "Warte hier einen Moment.", bat er Bianca und ging einmal um die Mauer des Wachpostens. Er hatte einige abgesägte blätterbewachsene Äste zurechtgelegt und eine Kiste voller frischem Obst und Gemüse. Einige der Äste landeten auf der Kiste, die er dann anhob und in Richtung des Elefanten trug. "Das ist ihr Futter.", erklärte er. Den Futterplan hatte Forte wohl von irgendjemandem besorgt und er hatte nicht wirklich etwas daran geändert. Die Elefantendame stand auf und streckte ihm den Rüssel entgegen. Er gab ihr eine frische, große Tomate, die sie schnell mit dem Rüssel zum Maul beförderte, nur um sofort nach mehr zu verlangen. Er gab Bianca eine Tomate ab. "Hier. Einfach hinhalten. Sie ist wirklich friedlich. Bei mir bleibt sie nur auf Sicherheitsabstand. Vielleicht mag sie einfach Männer nicht so gerne." 'Oder sie verzeiht mir nicht, dass ich sie bis zum Strand gejagt habe.' Nachdenklich sah Brodik das große Tier an, das gar nicht so gefährlich wirkte, wie es war. Wenn es doch nur kleiner wäre... Moment! Vielleicht war das die Lösung! Er lächelte, gab der Elefantendame Nachschub und hatte fast vergessen, dass Bianca auch da war. DAS konnte eventuell die Lösung für sein Problem sein!

    Bianca und Brodik


    1214-brodik-pngWas ihn so sicher machte? Nichts! Absolut nichts. Den einzigen Anhaltspunkt, den er hätte nennen können, wäre die Tatsache gewesen, dass das Tier sich bisher auch nie großartig vom Wachposten wegbewegt hatte. Es hatte einige Zeit gedauert die Elefantendame aus dem Sand am Strand zu befreien und ihm anschließend alle Speere zu entfernen, um die Verletzungen zu pflegen. Anscheinend hatte es so Vertrauen gewonnen und war zu dem Entschluss gekommen, dass es ihm hier besser ging als in der Wildnis. Leider zu Ungunsten Brodiks. "Ich kann es nicht sicher wissen, da hast du wohl recht. Aber so ist es doch auch mit dem Wesen von Menschen. Egal wie gut die Beziehung jetzt ist, es kann sich mit einer falschen Handlung ändern.", gab er zu bedenken. Außerdem hatte er sich jetzt Hilfe von einem Experten geholt! Er wusste was zu tun war! Autorität, keine Angst und noch irgendwas anderes.

    Als der lausige Wächter sah, wie schnell sie das Wasser getrunken hatte, schenkte er ihr nach. Sie bedankte sich sogar bei ihm, was er mit einer schlichten Handbewegung abtat. "Kein Problem. Hauptsache d-... ihr kommt wieder auf die Beine." Er sah sich noch einmal um und seine Adleraugen entdeckten eine kleine Konfektdose. Die Weihnachtsbonbons, die übriggeblieben waren! Davon konnte er ihr unmöglich eines anbieten... vor allem weil er sich nicht sicher war, ob sie angesichts des Wetters nicht zu einer einzigen Suppe verschmolzen waren. Gerade wollte er aufstehen, um diesen Umstand zu überprüfen, da öffneten sich die zartrosa Lippen der Unbekannten erneut für einige Worte und er war etwas überrascht über ihre Frage. "Äääh... Er zögerte. War das eine schlaue Idee. Aber was sprach schon dagegen? "Klar. Man kannst es vom Fenster aus sehen oder ihr könnt einfach mit nach draußen kommen. Ich muss es ohnehin bald füttern." 'Und mir dann überlegen, wie ich es zum Monstertrainingslager schaffe...'