Beiträge von ~Luchia~

    Ich bin reichlich spät dran, aber wollte mich trotzdem abmelden: Waren über Ostern schon weg und packen im Moment unsere Sachen, weil wir umziehen. Bin daher nur spärlich verfügbar bzw. noch spärlicher als sonst!

    Kross & Odette vor einem Kräuterstand

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    "Hmmmm....", brummte die Lilahaarige, während die beiden Männer sich unterhielten. Kross war mal wieder und wie immer forsch und frech, aber der Verkäufer schien gelassen. Ihm war wohl klar, dass sein Gut wertvoll für sie war. Die Köchin legte sich grübelnd die Finger ans Kinn und zog die Augenbrauen zusammen, während sie nachdachte. Sie schien ohnehin gerade niemand zu beachten. Erst als Kross zum zweiten mal fragte, was der Händler für seine Ware wollte und dieser schon die Luft einsog, um eine Antwort geben zu können, erhob sie das Wort. "Ein kostenloses Abendessen im Gasthof!", bot sie an. Sie kannte die Gemüsehändler auf dem Markt. Ganz egal welchen Preis sie als erstes nannten: es war immer verhandelbar. Man durfte sich auf keinen Fall ausbeuten lassen. "Das Horn der Univire ist magisch und erleuchtet selbst den dunkelsten Wald. Durch seine Kraft werden Wünsche wahr und es vertreibt die Dunkelheit, so dass das Böse verschwindet und das Gute siegt.", erklärte Odette und zitierte dabei ein bisschen aus Sammy die Schildkröte. "Wir brauchen es für meinen Meister und seinen Zaubertrank. Es ist sehr wichtig, dass der örtliche Alchemiemeister bekommt was er will, oder nicht? Wir alle wollen ihn ja nicht verärgern." Dass Kross etwas von ausziehen gesprochen hatte, hatte sie nicht mal mitbekommen, weil sie sich selbst die Worte zurecht gelegt hatte. "Also wie wärs mit nem Abendessen? Vier Gänge selbstverständlich.", gab sie ihr erstes Gebot nochmal ab und betonte die Vorzüge.





    Max & Julia in der Schneideralley


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    Sie hakte sich bei ihm unter, wie es sich für eine gute Dame gehörte. Nicht die Hand einfach plump durch die Armschlaufe legen, sondern galant darin ablegen. Eine Bewegung, die sie sich im Laufe der Jahre abgeschaut hatte. Schon als sie klein war, hatten sie die schicken Kleider der adligen Familien bewundert. Sie liebte hübsche Klamotten, die schönen Rüschen, Verzierungen und die elegante Spitze. Bewundernd hatte sie sie betrachtet, sich abgeschaut wie sich die Menschen in diesen Kleidern sich bewegten und es selbst imitiert. Mittlerweile war sie ganz gut darin. Ein wenig überrascht und gleichzeitig fasziniert war die Dame mit den Locken, als Max sie in die Schneideralley führte. Bunte Stoffe, weiche Stoffe, ausgefallene Muster, einfache Verzierungen, gewagte Raffungen, hier gab es einfach alles. Ihr Augen schwenkten von einem hübschen Stück zum nächsten. Nur zu gerne hätte Julia eines davon anprobiert, aber sie erkannte bereits an der Qualität der Stoffe, dass das ganze hier nicht sehr billig war. Selbstverständlich hätte Max sie niemals zu den bezahlbaren Ständen geführt. Er zeigte ihr nur die noblen Dinge. Die Sachen, die er gewohnt war. Sie seufzte innerlich. Ein Leben, das sie nicht wirklich führte. Er fragte sie wie sie sich die Einkaufsaktion vorstellte. "Ich suche noch.", gestand sie, von den vielen schönen Dingen beeindruckt und ein wenig neben der Spur. "Ich suche nach etwas für den Alltag, das aber trotzdem schön ist. Nichts für die Arbeit, eher etwas das man für ein Picknick oder einen Sommerspaziergang anzieht, aber nicht zu schick.", umschrieb sie ihre Vorstellungen. Ein einziges Kleid könnte sie sich vielleicht leisten, wenn es nicht allzu teuer war. "Aber bedenkt bitte, dass wir auf der Suche nach etwas für eine einfache Badehausleiterin sind und nicht für eine Eurer Cousinen.", sprach sie ihre Bedenken mit einem verlegenen Schmunzeln aus und dachte kurz an Bianca. Wie es ihr wohl ging? Was sie hier wohl kaufen würde? Womöglich einfach alles. Womöglich lebte Julia hier aber auch wieder in Vorurteilen.

    Neue Frage^^

    Wo bekommt man Oreichalkos her?

    Und weitere Rezepte. Bislang habe ich nichts erhalten...

    In der dritten Miene kann es zufällig ab Level 40 auftauchen.

    Außerdem schalter man mit "Schürfen Level 9" ein Gebiet frei in dem man nur Steine abbauen kann. Mit etwas Glück findet man da ebenfalls etwas Oreichalkos. Es lont sich also den Bereich regelmäßig zu besuchen, sobald man ihn freigeschaltet hat!


    Weitere Rezepte schaltet man durch Leveln frei. Z.B. Stufe 8 bei Trockenlegen ein Springbrunnen freigeschaltet und auf Stufe 9 eine Schatztruhe.

    Wann man was freischaltet, versuche ich aktuell rauszufinden und fasse es gerne später hier zusammen.

    Falls du Kochrezepte meinst: Auch die schaltet man frei, indem man die Kochfertigkeit höher levelt.

    Kann mir einer verraten, wofür der Spielball bzw. die Spielmaus ist, die man für die Haustiere kaufen kann? Ich dachte, damit kann man wie in den vorherigen Teilen mit dem Hund Ball spielen, aber der ließ sich nur auf dem Boden ablegen?

    Du musst vorher dein Tier mit der Leine auswählen, um mit ihm Spazieren zu gehen. Dann kannst du die Spielsachen verwenden!

    Spielmäuse verschwinden bei mir allerdings nach einmal werfen. Wie es beim Ball ist, weiß ich nicht.

    Hallo!

    Wenn man Kisten oder Ställe abbaut, dann bleibt der Inhalt, der darin ist, auf dem Boden liegen, bis zum nächsten Tag!

    Du hast also genug Zeit es aufzuheben und umzulagern.

    Auch bei Ställen, bleibt das Futter und die Tiere einfach liegen bzw. erscheinen an der Stelle wo der Stall war. Die Tiere haben dann ein Zeichen über dem Kopf. Man muss sie, nachdem der Stall wieder steht, einfach nochmal ansprechen und zuordnen.

    Also keine Sorge: Nur nicht schlafen gehen, bevor alles wieder eingeordnet wurde!! Sonst ist alles weg!!

    Gabriel mit Marie in einer Scheune oder einem Stall


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    "Eigentlich hatte ich gehofft, dass wir hier etwas passendes finden.", gab sie zu, als Gabriel sie fragte, als was sie sich verkleiden wollte. Aber abgesehen von Kürbissen und Vogelscheuchen, fand man hier nicht viel. Vogelscheuche war jetzt nicht unbedingt ihr Kostüm-Favorit. Dennoch genoss es Marie sich umzusehen. Denn auch wenn sie keine Kostüme fanden, so sah man doch viele Dinge, die sie in Riverport vermisste. Selbst hier auf dem Dorfplatz fühlte sich alles heimeliger, naturverbundener und irgendwie vertrauter an. Sie hatte einfach wirklich das Gefühl draußen zu sein. Ein Gefühl, das in der Stadt weniger aufkam, denn man war immer nur von hohen Gebäuden umgeben. Als Gabriel sich ein Mikrofon baute und anfing ihre Optionen aufzuzeigen, musste Marie lachen. Kürbis, Vogelscheuche, Mumie - Alle Ideen klangen verrückt, aber auch spaßig. Trotzdem: So wirklich in Frage kam eigentlich nichts davon. Gerade fragte der Brünette sie nach ihren Ideen, da kam eine ältere Frau auf die beiden zu. Sie sah aus wie ein garstige alte Hexe. "KINDER GEHÖREN HIER NICHT HIN!!", polterte sie laut und erhob den Besen. Fast hätte Marie über das Schauspiel gelacht, doch sie musste dem Besen der alten Schrulle ausweichen. Was war denn mit der los. Die umstehenden Personen schauten entweder entgeistert, verwirrt und manche sogar belustigt. Sie dachten wohl das wäre ein Scherz. Marie und Gabriel hatten das wohl auch zuerst gedacht. "Ihr wollt doch was klauen!", schrie die Frau weiter und jagte sie mit ihrem Besen. "Schnell weg hier!", rief Marie und dieses Mal war sie es, die sich Gabriels Hand schnappte und rannte. Doch die Alte war schneller als gedacht. Die beiden Teenager rannten, schlugen Haken und retteten sich schließlich in eine Scheune, deren Tür Marie hinter ihnen schloss. Sie lehnte sich schwer atmend an das Holz und atmete schwer. Ihr Herz schlug noch immer schnell vom Rennen. "Ich glaube die sind wir los." Zumindest hoffte sie das.

    Leila & Nick an der Bushaltestelle | Nick geht~


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    Ihr Widerspruch brachte Nick dazu weiter zu zweifeln und gleichzeitig war er wütend. Vielleicht hätte er unter normalen Umständen versucht herauszufiltern, ob die Wut ihm selbst galt, weil er einfach Annahmen getroffen hatte, die nicht stimmten. Die Situation stresste ihn aber zunehmend und er ballte kurz die Hände zu Fäusten. Natürlich widersprach sie ihm. Selbstverständlich hatte er nie im Weg gestanden. Selbstverständlich hatte sie es nie bereut mit ihm zu telefonieren und ihre Zeit nicht anderweitig zu nutzen. Er rieb sich die Schläfen. Dieses Gespräch war anstrengend für ihn. Denn egal wie man es betrachtete: Er hatte Schluss gemacht. Er würde der Schuldige bleiben und sie würde vermutlich nie verstehen, was er gefühlt hatte, als er versetzt wurde. Für ihn war das Leben zu Hause einfach weitergegangen. Er war weiterhin im Alltag gefangen, während Leila eine Menge neuer Eindrücke, Situationen und Personen kennengelernt hatte. Ihre Welt hatte sich weitergedreht, während seine Stehen geblieben ist. Nur für eine Weile, aber so war es. Sie hatten sich voneinander wegbewegt, ohne sich bewegt zu haben. Plötzlich war ihm schlecht und er blinzelte ein paar Mal. Dieser Stress prasselte auf seinen Kopf ein. Außerdem hatte er seit einer halben Ewigkeit nichts gegessen. Das Buffet war ihm ja verwehrt geblieben, weil er jetzt hier war. Er schluckte trocken, dachte einen Moment darüber nach, was er Leila auf ihren Widerspruch antworten sollte und öffnete erst den Mund, als er sich die Worte zurecht gelegt hatte. "Mag sein, dass du das nicht so gewollt hast, aber so ist es bei mir angekommen." Es hatte keinen Grund ihr weitere Vorwürfe zu machen. Vielleicht hatte er es sich wirklich eingebildet. Trotzdem war keine Besserung ihrerseits zu sehen gewesen. Mehrfach hatte er ihr erklärt, wie beschissen es war, wenn er versetzt wurde. Mal war ihre Ausrede die Zeitverschiebung, mal war es die Uni, mal der Schnee... es gab so viel. Und trotzdem war es damals, wie heute schwer ihr zu sagen, dass es so nicht weitergehen konnte. Schon wieder war Nick der Böse. Schon wieder sprach er es aus. Wieder war ihr anzusehen, dass sie das nicht wollte. Sie suchte in seinem Gesicht nach einem Anker, nach einem Anzeichen dafür, dass er log. Er bemühte sich seine Muskeln unter Kontrolle zu halten. Das war auch für ihn nicht einfach. Nur zu gerne würde er an eine zweite Chance glauben. Leila war so viel für ihn. Sie war etwas so Besonderes in seinem Leben. Er hatte die Hoffnung, dass es vielleicht wieder ein bisschen wie früher werden könnte. Nur ein bisschen. Aber dazu mussten sie eine neue Grenze ziehen, oder? Oder tat er das falsche? Was machte er hier überhaupt? Hatte er sich nicht wochenlang, vielleicht sogar monatelang gewünscht, dass sie so wie hier vor ihm stand und ihm genau das sagte, was sie gerade sagte? Dass sie ihm klar machte, dass es noch eine Chance gab. War es wirklich schon zu spät, um umzukehren? War jetzt nicht eigentlich ein guter Moment? Er blinzelte, war sich unsicher und erkannte, dass er gehen musste. Denn wenn er jetzt nicht ging, dann würde er etwas tun, was er später bereuen würde. "Was passiert ist, ist passiert. Es ist jetzt anders.", beharrte er mit bemüht festem Blick und festen Worten, obwohl er sich den Worten selbst nicht klar war. Sie würde es merken. Sie würde ihm klar machen, dass es anders sein könnte. Das wollte er im Moment nicht. "Ich musste irgendwie weitermachen. Ich konnte nicht ewig stehen bleiben, während du weitergehst. Und ich sollte jetzt wirklich gehen." Und mit diesen Worten drehte er sich um und ehe Leila auf die Idee kam ihm nachzugehen, beschleunigte er seine Schritte. Ging erst einmal ziellos durch das Dorf und erst als sich das Gedankenkarussell in seinem Kopf beruhigt hatte, ging er zurück zum Gasthof. Cylie war weg. Selbstverständlich war sie das. Er war eine Ewigkeit weg gewesen. Ihm war schlecht. Schnell tippte er eine Nachricht und dann bestellte er sich ein Taxi und ließ sich nach Hause fahren.

    Max & Julia in der Platzmitte


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    Obwohl Max es nicht aussprach, hatte Julia das Gefühl, dass er nicht gerne über den Ball sprach. Vielleicht wurmte es ihn wirklich, dass sie beide nicht getanzt hatten, dass sie Kiel vorgezogen hatte. Sie hoffte inständig, dass der Adlige ihr das nicht übel nahm. Kiel hatte sie direkt aufgefordert und es wäre ihr wirklich unhöflich vorgekommen seiner Bitte nicht nachzukommen. Und der Ball war so schnell vorüber gewesen. Sie hätte zu gerne länger getanzt, ihr schönes Kleid im Kreis gedreht und die Maskerade noch eine Weile aufrecht erhalten. Sie dachte wirklich gerne an den Abend zurück. Vor allem, weil die hohe Gesellschaft ein solches Ereignis nicht regelmäßig plante. So etwas war besonders für sie. Für Max womöglich nicht, aber für eine einfache Badehausbewoherin allemal. Vielleicht sollte sie mit Collette noch einmal ihren eigenen Ball planen. Nur sie beide. Nur um die Gelegenheit zu nutzen sich noch einmal schön zu machen und zu tanzen. Um Max nicht unnötig zu verärgern, ließ Julia also das Ballthema bleiben und sprach mit ihm stattdessen über etwas anderes. Sie plauderte, entschuldigte sich und der Blonde reagierte so freundlich, dass sie sofort wieder Lächeln musste. Auch wenn sie nicht so recht verstand, ob sie wirklich so leidenschaftlich sprach. Er hätte sie mal über Duftkräuter reden hören sollen. Oh! Das bekam sie hier bestimmt auch noch. Exotische Düfte für das Badehaus waren ihr immer willkommen. Noch zuvor hatte Julia geglaubt, dass sie die Freundlichkeit von Max überspannt hatte, jetzt bot er ihr sogar an sie zu begleiten. Sie war ein wenig verlegen. Konnte sie das Angebot denn einfach ungeniert annehmen? "Ich würde mich über Eure Begleitung sehr freuen.", erklärte sie, denn ihr war nach Gesellschaft zumute. Seit Collette so viel zu tun hatte, fühlte sie sich fast ein wenig einsam. Der Blonde war wirklich eine gelungene Abwechslung. Vor allem weil die Dame mit den Locken nicht oft in die Gesellschaft des Adels kam. "Aber ich hoffe, dass ich damit nicht Eure Höflichkeit strapaziere." Das wollte sie keinesfalls. Sicherlich hatte Max auch noch andere Verpflichtungen. Doch sie hoffte tatsächlich, dass er ihr noch ein bisschen seiner Zeit schenken oder ihr zumindest eine Empfehlung aussprechen würde. Er kannte sich mit Kleidung aus, was man ihm ansah. Aber wahrscheinlich lag sein Preislimit auch auf einer ganz anderen Ebene. Das könnte womöglich zu einem Problem werden, wenn er mitkam.

    Gabriel mit Marie im Labyrinth


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    Sie pflichtete ihm mit einem kräftigen Nicken bei. Der Überlebenskampf im Labyrinth hätte sie eigentlich beide dazu berechtigen sollen hier was zu futtern. Aber der Vorschlag von Gabriel gefiel ihr eigentlich auch. "Klingt vernünftig! Lass es uns so machen.", stimmte sie mit einem Lächeln zu und deute dann auf die Tür. "Lass uns besser draußen essen." Drin würde sie das Büffet nur ablenken. Also gingen die beiden wieder nach draußen, setzten sich auf eine Bank und teilten ihren Proviant. Zugegeben: Es war kein All-you-can-eat-Buffet mit allerlei Spezialitäten, aber dennoch schmeckte es sehr gut. Nachdem sich die beiden ein bisschen gestärkt hatten, sah sich Marie nach der besten Gelegenheit um noch eine Verkleidung zu finden. "Ich glaub auf dem Dorfplatz werden wir am ehesten fündig.", schlug sie vor und sprang von der Bank auf, packte ihre Sachen zusammen und nachdem auch Gabriel soweit war, zogen sie zusammen los.


    gehen ~> Dorfplatz Sternbach

    Max & Julia in der Platzmitte


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    Dass selbst die Adelsfamilie sich zu einer solchen Festlichkeit hingezogen fühlte, hätte sie eigentlich nicht überraschen sollen. Zwar war es offiziell ein Event für das Volk, aber es passierte eben auch nicht viel anderes im Dorf, weshalb man sich solche Gelegenheiten wohl besser nicht entgehen ließ. Dennoch überraschte es Julia ein wenig, dass Max hier etwas anderes tat als sich die Stände anzusehen. Es wunderte sie ein bisschen, dass er sie angesprochen hatte. Gewiss wäre er einer Unterhaltung nicht ausgewichen, wenn sie ihn angesprochen hätte, dazu war er einfach zu höflich. Aber er fühlte sich in adeliger Gesellschaft doch sicher wohler. Zumindest hatte sie diesen Eindruck bei ihrem Kennenlernen auf dem Ball gewonnen. Vielleicht täuschte dieser Eindruck aber auch. "Das kann ich verstehen. Es gibt schließlich einiges zu sehen.", kommentierte sie sein Interesse an den reisenden Händlern. Als er erklärte, dass er ihr Befinden teilte, lächelte sie aufrichtig. "Das ist in der Tat schön zu hören." Sie mochten sich nicht kennen, andere Interessen haben, aber es lag einfach in Julias Natur jeden Menschen erst einmal zu mögen. Und es war immer schöner zu hören, dass es jemandem gut ging. Selbst als ihr Gespräch auf ihr letztes Treffen auf den Ball zu sprechen kam, schien sich die Laune des Adligen nicht zu ändern. Entweder war er also weniger eitel, als sie zu Anfang geglaubt hatte, oder er war ein sehr guter Schauspieler. Da die einfache Badehausleiterin immer an das Gute in den Menschen glaubte, gewann der erste Gedanke in ihrem Kopf. "Wahrlich bedauerlich. Ich wäre gern in den Genuss eurer Tanzkünste gekommen.", gab sie zu. "Und ja, ich kannte Kiel bereits vorher. Es wäre mir unhöflich vorgekommen seine Aufforderung abzulehnen." Es hatte wirklich Spaß gemacht mit ihm zu tanzen. Der Gedanke an ihn brachte auch die Erinnerung an ihre Verabschiedung zurück und unwillkürlich wurden ihre Wangen ein wenig warm. Für einen kurzen Moment wandte sie den Blick ab, fixierte ihre Augen auf einen der Stände und ließ ihn dann erst zurück zu Max schweifen. Ich bin nicht wirklich aktiv auf der Suche nach etwas. Aber ein hübsches neues Kleid wäre mir ganz recht.", erklärte sie mit einem Lächeln auf den Lippen, ehe sie erkannte, dass Max wohl nur aus Höflichkeit gefragt hatte. Sie wurde erneut ein wenig rot und sah entschuldigend zum Blonden. "Aber ich wollte Euch nicht mit meinem Gerede langweilen. Könnt Ihr denn etwas empfehlen?" So übergab sie ihm das Wort wieder, in der Hoffnung ihn nicht erzürnt zu haben.

    Leila & Nick an der Bushaltestelle


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    Ein etwas verächtlicher Laut verließ seine Lippen, ohne dass er es hätte aufhalten können. Glücklicherweise war er nur halb verächtlich und halb amüsiert. Das schwächte die Härte ab und klang eher ein bisschen tadelnd. Das Geräusch war ihm entwichen, weil sie behauptete, dass er ihr nie im Weg stand. "Vielleicht hast du es selbst nicht bemerkt, aber du standst immer mit einem Bein in Kanada und mit einem halben bei mir. Die Ausflüge, die sausen gelassen hast, um mit mir zu quatschen. Die Partys und Events. Du hast immer so getan, als ob es dich nicht stört, aber ich konnte es ganz deutlich in deinen Augen sehen.", entgegnete er und verkniff sich weitere Anschuldigungen auszusprechen. Es war nicht nötig ihr zu erklären, dass er weder blind, noch dumm war. Er hatte ihre Reue immer wieder gesehen, weil sie das Gefühl hatte seinetwegen etwas zu verpassen. Und bevor er sich dann nachher Vorwürfe anhören konnte, hatte er sie immer öfter dazu aufgefordert doch hinzugehen und ihn einfach "irgendwann anders anzurufen". Das führte nur zu einem "fast gar nicht mehr". Es lag dann an ihm die Telefonate zu organisieren und es fühlte sich immer mehr so an, als ob er sie dazu zwingen würde. Er hatte es sich eingebildet. Das wurde ihm jetzt klar. Oder zumindest sagte ihm sein Hirn das jetzt. Jetzt, da sie mit ihm sprach, ihn als unglaublich bezeichnete und ihm erklärte, dass es das alles nicht wert war, fing sein Kopf an zu zweifeln. An seiner Wahrnehmung, die er hatte und an dem was er gesagt und getan hatte. Er zweifelte daran, ob es richtig war sie von sich zu stoßen. Zweifelte daran, ob er wirklich nur das beste für sie gewollt hatte. Vielleicht hatte einfach er etwas anderes gewollt gehabt. Eine Beziehung auf einem anderen Level vielleicht? Einem Level, das er mit Leila nie erreicht hatte. Weshalb die räumliche Trennung vielleicht umso schwieriger war. Sie hatte die Umarmung gelöst, nur noch ihre Hände lagen auf seiner Brust. Ob sie spürte, dass sein Herz schneller schlug als angemessen? Wahrscheinlich schob sie es darauf, dass er gerannt war. Seine Augen suchten ihr Gesicht ab. Ihr Make-Up war verschmiert und trotzdem erkannte er gerade nur die schönen Züge. Ein paar verlorene pinke Strähnchen umrahmten ihre Wangen und ihre grüne Augen leuchteten ihm entgegen. Es war wie immer schwer ihr nicht direkt in die Augen zu sehen, wenn sie ihn so fixierte. Ihr Blick war schon immer fesselnd gewesen, wobei sie ihn in der Vergangenheit immer mit schlagfertigen Kommentaren und einem frechen Ausdruck kombiniert hatte. Dieses Gesamtpaket hatte ihn gefangen genommen und für sich beansprucht. Er konnte ihm nicht widerstehen. Jetzt, selbst in ihrem tränennassen Gesicht diese Züge immer noch zu finden, ließ ihn nervös werden. Er versuchte die wieder aufkommenden Gefühle der tiefen Zuneigung herunter zu schlucken. Sie machte sich Vorwürfe. Zurecht. Und trotzdem gab es keinen Grund ihr das vorzuwerfen und sie zu beschuldigen. Es würde nichts besser machen. Nichts ändern. Er wand den Blick ab, als sie ihre Hände schließlich sinken ließ und sich in ihrem Kleid festklammerte. Es war so schwer sie anzusehen, wenn die Gefühle für sie dabei wieder hervorquollen. Ebenso wie das Bedürfnis sie einfach zu küssen. Aber es wäre ein Fehler, ein trauriger Versuch die Vergangenheit zurück zu holen. Oder könnte er das tun? Könnte er sie einfach küssen und alles war wie vorher? Unbewusst waren seine Augen zurück zu ihrem Gesicht, zu ihren Lippen gewandert. Würde dadurch einfach die Zeit für sie beide zurück gespult werden? Waren sie dann wie früher und vergaßen die Zeit dazwischen? Seine Lippen hatten sich einen schmalen Spalt weit geöffnet, aber jetzt schlossen sie sich wieder für ein leichtes Lächeln. Er schüttelte den Kopf, wie es Leila zuvor getan hatte. Was für ein dummer Gedanke. "Wir hätten uns ohnehin verloren. Wenn wirklich alles gestimmt hätte, hätten wir die Entfernung auch überstanden.", stellte er schließlich klar. Obwohl er sich selbst nicht sicher war, ob es die Wahrheit war, kamen ihm die Worte fest über die Lippen. "Wir sollten anfangen damit klar zu kommen, dass sich das geschehene nicht ändern lässt." Auch wenn erneut er es war, der die Worte aussprach, zerbrach es ihm das Herz. Doch es würde ihm das Herz zerreißen, wenn Leila sich die Schuld für alles gab. Noch schlimmer, als es jetzt zerriss, weil er die Sache schon wieder beendete. Auf eine ganz andere Art und doch... war es besser, als wenn sie sich dafür die Schuld gab. "Es ist nicht deine Schuld." Niemand trug die Schuld.

    Leila & Nick an der Bushaltestelle


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    Sein Kopf schmerzte. Er machte sich so viele Gedanken und versuchte so viel zu verarbeiten. Dabei war es doch gerade völlig sinnlos die Sache zu zerdenken, oder? Wäre er jemand anders gewesen, wie Simon, dann hätte er Leila schon längst stehen lassen. Wäre ihr vermutlich nicht mal hinterher gelaufen, weil Cylie da war. Cylie... er hatte sie schon viel zu lange warten lassen. Aber er war nicht Simon. Cedric hätte vermutlich seit Monaten im Selbstmitleid gebadet. Wäre vielleicht sogar nach Kanada geflogen, um sie zurückzugewinnen. Aber er war auch nicht Cedric. Er war Nick. Der schwarzhaarige Kapuzenträger, der ständig versuchte es allen recht zu machen. Der wusste, dass er charmant Grinsen konnte. Der früher einigen Mädels den Kopf verdreht hatte und jetzt schwirrte ihm selbst der Kopf weil er nicht wusste was er wollte. 'Hör auf das was du fühlst.', sagten die Leute immer, aber was, wenn man nicht mehr wusste was man fühlte? Wenn die Gefühle plötzlich völlig durcheinander waren und das nur, weil man einer Person wieder begegnet war? War das vielleicht das Zeichen, dass er Leila nicht gehen lassen konnte, weil er sie immer noch liebte? Oder war das einfach die Hoffnung, dass es so werden konnte wie früher? Vermutlich war es einfach nur Aberglaube. Es war nicht wie früher. Trotzdem ließen sich Gefühle nicht einfach abstellen. Vor allem nicht, wenn sie so mal tief gewesen waren. Das zwischen ihnen war eben mehr als eine einfache Liebelei gewesen. Mehr als ein paar leere Worte und halbherzige Gesten, dass man nicht allein sein wollte. Nick hatte sich nicht für Leila entschieden. Es war einfach passiert. Und genau das war es was ihm jetzt immernoch zu schaffen machte. Dieses Gefühl, dass sie einfach zu seinem Leben gehörte. Wenn er ehrlich war, dann war er auch sauer auf sich selbst. Sauer, weil er nicht länger um sie gekämpft hatte. Sauer, weil er sie nicht besucht hatte. Sauer, weil er nicht wieder und wieder mit ihr gesprochen hatte. Aber das hatte doch alles keinen Sinn. Sie weinte. Und der Anblick ihrer traurigen Augen und der Klang ihrer brüchigen Stimme und der Schluchzer brach ihm fast das Herz. Sie hatte Angst. Das hatte er auch. Angst, dass sie mit dieser Beziehung alles kaputt gemacht hatten. Angst, dass sie es nie überwinden würden und so leid es Nick tat: Das war tatsächlich möglich. Es kam selten vor, dass man befreundet blieb. Das war einfach komisch. Als Leila weitersprach und aussprach, was er vielleicht auch gedacht hatte, weiteten sich seine Augen für einen Moment. Ungeschehen machen. Würde es etwas daran ändern? Hätten sie sich dann nicht auseinandergelebt? Wäre es anders gewesen? Vermutlich war es falsch, aber trotzdem tat er das, was sein Körper gerade wollte. Was Nick wollte. Er zog sie mit einer Bewegung an sich und hielt sie in seinen Armen. Sein Kopf nah an ihrem, der Duft ihrer Haare schien immer noch vertraut, aber er bildete es sich vermutlich ein. Einen Augenblick hielt er sie einfach fest, ließ sie weinen. "Sag sowas nicht. Rede dir die schöne Zeit nicht schlecht, weil das zwischen uns passiert ist. Du hattest so viel Spaß. Ich stand dir nur im Weg und es war wichtig, dass du die Erfahrungen für dich sammelst." Wie so oft war er derjenige, der jemand tröstete, dabei wollte er doch einfach nur getröstet werden. Er schloss die Augen. Genoss dieses vertraute Gefühl ihres Körpers. "Sie ist ein bisschen zu groß", schoss es ihm durch den Kopf und er schämte sich, dass er Leila gerade mit Cylie verglichen hatte. Der Gedanke war schnell verworfen. Stattdessen streichelte Nick über Leilas Kopf und ihren Rücken. "Wir raffen uns schon wieder zusammen. Das haben wir immer.", erklärte er ihr. War ja nicht das erste Mal, dass sie sich aus den Augen verloren hatten. Nicht das erste Mal, dass sie Streit hatten. Nicht das erste Mal, dass es nicht so einfach war.

    Gabriel mit Marie im Labyrinth


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    Die Schwarzhaarige war sichtlich erleichtert, als Gabriel und sie endlich das Gasthaus erreicht hatten. Hier war es deutlich belebter als auf den Feldern und allein diese Tatsache beruhigte sie. Der Latino ging auf das riesige Buffet zu, während die Schwarzhaarige sich zuerst etwas aufwärmen musste und sich ein wenig im Raum umblickte. Da ihre Taschen voller Essen war, kam es ihr ein wenig verschwenderisch vor sich jetzt hier am Buffet zu bedienen. Doch sie wollte Gabriel nicht vor den Kopf stoßen und irgendwie langweilig wirken, als dieser fragte wie viel das Essen wohl kostete. Marie blickte sich um und entdeckte tatsächlich eine Notiz. "Kostenloses Buffet für Halloween-Monster. Essen nur mit Verkleidung!", las sie vor und zog die Mundwinkel nach unten. "Tut mir leid... meine Sandwiches können damit echt nicht mithalten. Vielleicht finden wir hier ja irgendwo ein passendes Kostüm? Einen Hexenhut, oder so vielleicht?" Sie sah sich um, aber bisher hatte sie nur andere Gäste entdecken können. "Vielleicht hätten wir uns die Axt des Labyrinthmörders schnappen sollen.", witzelte sie und sah zur Tür. Vielleicht gab es draußen ja irgendwo die Möglichkeit ein Kostüm zu finden. Einen Stand oder so.

    Alice, Simon & Alex in der Notaufnahme


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    Mehrfach hatte der Silberhaarige überlegt einfach zu gehen. Denn abgesehen davon, dass er mit solchen Situationen nicht umgehen konnte, steckte er noch immer in diesem dämlichen Halloweenkostüm. Trotzdem blieb er. Unruhig wippte sein Fuß auf und ab, während seine Arme verschränkt vor seiner Brust verharrten. Alice war in ein anderes Zimmer gebracht worden, während er hier auf sie warten sollte. War das nicht die Gelegenheit zu gehen? Aber er war sich nicht sicher, ob Simon überhaupt auftauchen würde. Er hatte die letzte Nachricht des Typen gelesen gehabt. Alex hatte das Handy seiner Schwester behalten, um nachzusehen, ob sich der Vater des Kindes melden würde. Das tat er nicht. Dabei war allerdings sein Blick auf die letzte Nachricht von Simon gefallen. Er hatte Schluss gemacht? Per Nachricht? Hatte Alice diese Nachricht überhaupt gesehen? War ihr klar, was hier vor sich ging? War es ein Fehler gewesen Simon zu schreiben? Er machte sich schon ein wenig Sorgen und gleichzeitig wusste er überhaupt nicht was ihn das anging. Es wäre das beste, wenn er einfach aufstehen und gehen würde. Wenn Simon nicht auftauchte, dann würde Alice ihn womöglich anmaulen, dass Alex die Frechheit besessen hatte ihm zu schreiben. Wenn Simon auftauchte, dann war da immer noch diese komische Sache zwischen Yumi und ihm. Sie war passiert. Und er verabscheute den Kerl dafür. Nicht nur wegen Yumi. Auch wegen Alice und dem Kind. Das stand dem Silberhaarigen aber überhaupt nicht zu. Oder doch? Welche Pflichten hatte man eigentlich als Halbbruder? Er seufzte verzweifelt, weil er immer noch hier saß. Als endlich die Tür wieder aufging und Alice zurück kam, fiel sein Blick sofort auf sie und die Ärztin. Er stand auf, falls sie Hilfe brauchte, aber sie konnte sich schnell wieder in ihre Decke kuscheln, versicherte, dass mit dem Baby alles in Ordnung war. "Und dir? Geht's dir auch gut?", fragte er tatsächlich besorgt und ohne wirklich wahrzunehmen, hatte er plötzlich das Ultraschallbild in der Hand. Er konnte tatsächlich das Baby darauf erkennen und er musste unwillkürlich dabei Lächeln. "Freut mich, dass es ihm gut geht.", gestand er und gab Alice das Bild und auch ihr Handy zurück. Keine Sekunde zu spät, denn da trudelte tatsächlich auch schon Simon durch die Tür. Sein Gesichtsausdruck war wie immer falsch. Das war einer der Gründe wieso Alex ihn nicht abkonnte. Er verhielt sich eigentlich nie normal, sondern war durch und durch unberechenbar. Alex ging ein paar Schritte zurück, um sich wieder zu setzen. Der Silberhaarige sagte nichts. Das stand ihm gerade noch nicht zu. Zumindest hatte er den Eindruck. Dennoch behielt er die Situation im Auge. Gönnte seiner Schwester die Möglichkeit mit ihrem Freund zu sprechen. Er sah Alice an, gab ihr mit einem Blick und einer einfachen Kopfbewegung zu verstehen, dass er auch gehen konnte, wenn ihr das lieber war, dass er aber auch bereit war zu bleiben. Vielleicht sogar bereit war dem Arschloch eins aufs Maul zu geben. Erneut?

    Leila & Nick an der Bushaltestelle


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    "Ja. Ja das hast du.", schoss es ihm durch den Kopf, aber er wusste, dass das nicht fair war. Leila hatte in ihrem Auslandssemester eben anderer Prioritäten gewählt. Er kannte das aus seiner eigenen Zeit. Man bemühte sich die Kontakte und alles aufrecht zu erhalten, aber in Wahrheit bremsten sie einen aus. Man verpasste Treffen, verpasste Ausflüge. Der Gegenüber zeigte dann Verständnis. Doch zu was führte das? Immer öfter vergaß man dann die vereinbarten Treffen und während man selbst viel erlebte und diese Tatsache ausblenden konnte, blieb bei den Zurückgelassenen ein leeres Gefühl. Ein Gefühl, als ob man vergessen wurde, als ob man nicht mehr wichtig war. Nick hatte das angesprochen zweimal oder dreimal. Leila versprach immer wieder Besserung und doch hatte sie ohne ihn zu fragen von weiteren Monaten im Ausland gesprochen. Er erinnerte sich genau an das Gefühl. Sie hatten einen Videochat gehabt und er sah wie fröhlich sie war, als sie ihm von ihrem Glück erzählte und dass sie selbstverständlich sofort eingewilligt hatte. Schließlich war das eine gute Chance für sie. Er hätte sich freuen müssen, hätte zu ihr halten müssen, aber er hatte damals keine Kraft mehr. Zu viele negative Gedanken hatten sich angesammelt. Gezwungen hatte er sich ein Lächeln abringen können und machte gute Miene zum bösen Spiel, obwohl er in diesem Moment wusste, dass er damit abschließen musste. Wahrscheinlich war es falsch gewesen. Er hätte ihr seine Sorgen mitteilen müssen, aber er war müde. Müde davon sie nicht mehr zu sehen, sie nicht mehr berühren zu können, nicht mehr an erster Stelle zu stehen. Es war einfach anders als er es sich vorgestellt hatte und er stand ihrem Glück so oft im Weg. Das wollte er nicht mehr. Deshalb hatte er das alles erfunden, um es leichter für sie zu machen. Lieber war er der Böse in der Geschichte. Und trotzdem kam es ihm so unfair vor. Und es war immer noch unfair. Nicht er war der Böse. Er hatte das damals auf seine Kappe genommen, um es schnell hinter sich zu bringen, aber in Wahrheit war sie doch die Böse gewesen. Sie war gegangen. Sie hatte leere Versprechungen gemacht, keine davon gehalten und nicht mehr bemerkt, wie es ihm bei ihren Erzählungen ging. Er war so wütend. Wie damals im Krankenhaus auf Cedric und Alice. Und genau deswegen wusste er, dass es keinen Sinn hatte es an Leila auszulassen. Es brachte nichts ihr jetzt den schwarzen Peter zuzuschieben. Es gehörten immer zwei dazu. Sein Blick war gesenkt und doch sah er nur ins Leere. Erst als sie seine Hand ergriff, sah er auf. Zwang sich ihr wieder ins Gesicht zu sehen. Ob sie sah, dass er sauer war? Ob sie erkannte, dass ihm das gerade auch weh tat? Über Skype Schluss zu machen war so viel einfacher gewesen. Er hatte gehofft, dass sie um diese Realität herumkommen würden, aber selbstverständlich war das absolutes Wunschdenken. Unbewusst wich er ein wenig von ihr zurück, weil ihre Nähe ihn bedrückte. Eigentlich war alles was er wollte seine Arme um sie zu legen. Er wollte sie einfach nur halten, einfach nur bei sich haben und ihr Haar küssen. Und gleichzeitig war es ihm zuwider, dass sie hier war. Dass sie ihm das ruinierte. Dass sie verhinderte, dass er weiterzog. Ohne sie. Sie vermisste ihn. Vermisste ihren besten Freund. Ihm ging es genauso. Er schluckte seine Wut mit viel Überwindung nach unten. "Ich vermisse dich auch.", gab er leise zu. "Vermisse die unbeschwerte Zeit mit Sake und dir." Er musste beim Gedanken daran ein bisschen lächeln, drückte ihre Hand für einen kurzen Moment mit seiner, bevor sein Blick wieder traurig wurde. "Aber so ist es nicht mehr. Und ich bitte dich mir die Chance und die Zeit zu geben das zu verarbeiten." Denn noch war er nicht bereit. Noch konnte er nicht unbeschwert mit ihr lachen. Ob er das je wieder konnte wusste er selbst nicht, aber er hoffte darauf. "Und du solltest erstmal ankommen. Wir sollten irgendwann reden, wenn... wenn weniger los ist, es nicht so spät ist und wir beide Zeit hatten die erste Begegnung zu verarbeiten." War das zu hart? War das zu gemein? Noch immer hielt er ihre Hand fest, um ihr zu verdeutlichen, dass sie ihm sehr wohl wichtig war. Dass sie ihm sehr wohl noch immer etwas bedeutete. Aber es brauchte Zeit. Er brauchte Zeit. Und er hoffte, dass sie das jetzt verstehen konnte.

    Kross & Odette vor einem Kräuterstand

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    Vermutlich hätte Odetteder unfreundliche Tonfall von Kross auffallen müssen. Schließlich triefte seine Stimme nur so vor Sarkasmus. Allerdings war die junge Köchin viel zu sehr in ihren Gedanken vertieft. Mit zusammengekniffenen Augen und einer seltsamen Schnute musterte sie den höflichen Verkäufer. Seine Stimme klang verdächtig nach der von Meister Arthur. Sie legte den Kopf ein wenig schief und versuchte so einen Blick auf sein Gesicht zu erhaschen, aber noch immer versperrte die Kapuze ihr die Sicht. So ein Mist! Erst als Kross sie an der Schulter berührte und sie vor schob, änderte sich ihre Mimik. Sie war überrascht. Sofort zog Kross seine Hand zurück, aber Odette wusste endlich wieder wieso sie eigentlich hier waren. Hier ging es nicht um sein oder nicht sein. Sondern um finden oder nicht finden. "Äh... also wir suchen das Pulver von einem Uni-Uni... wie hieß es noch gleich? Uni-vier-horn!", erklärte sie stolz, da ihr die Eselsbrücke wieder eingefallen war, die sie sich selbst gebaut hatte. Dass sie dabei vier Finger in die Luft hielt, war ihr dann doch etwas peinlich und sie ließ die Hand sinken und räusperte sich verlegen. "Also? Finden wir hier sowas?", fragte sie interessiert.


    Max & Julia in der Platzmitte


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    Sie blickte sich um, als jemand ihren Namen aussprach. Die Stimme kam ihr flüchtig bekannt vor und aus Angewohnheit als Badehausleiterin konnte sie sie schnell zuordnen. Es war immer wichtig die Gäste mit ihrem Namen zu begrüßen, wenn es denn möglich war und außerdem war das Dorf ja nicht so groß. Und die Person von der sie angesprochen wurde war ja auch nicht irgendjemand, sondern gehörte dem Adel an. "Max de Sainte Coquille. Ich bin überrascht Sie hier zu sehen." Ohne es wirklich zu begreifen hatte sie leicht geknickst. Oder nur den Kopf zu einer leichten Verbeugung gesenkt? Sie wusste selbst nicht was sie da gerade getan hatte, aber es kam ihr unhöflich vor ihn zu begrüßen, ohne eine Geste zu vollführen. Wahrscheinlich hatte sie es jetzt aber falsch gemacht und war auf ewig in Ungnade gefallen. Um ihre Unsicherheit zu überspielen setzte sie ein freundliches Lächeln auf. Angesichts ihres Berufs kein großer Aufwand für sie. "Mir geht es hervorragend. Ich hoffe das trifft Euch ebenfalls zu?" Ging es jemandem mit seinem Rang nicht immer gut? Er konnte schließlich alles haben was er wollte. Und doch fiel Julia genau in diesem Moment der traurige Ausdruck von Biancas Gesicht wieder ein und sie schämte sich ein wenig für ihre Gedanken. "Und es ist in der Tat lange her. Zuletzt müsste es auf dem Ball gewesen sein." Ihre Mutmaßung traf zu. Im Badehaus hatte sie ihn zumindest nicht gesehen gehabt. Sie war außerdem sehr stolz auf sich, dass sie den Herrn erkannt hatte, obwohl er und sie an diesem Abend maskiert gewesen waren. Vielleicht war es sogar noch beeindruckender, dass er sie erkannt hatte. Aber womöglich hatte er sich nur an sie erinnert, weil sie zur Ballkönigin gewählt wurde. Womöglich nahm er ihr das übel. Sicher hätte Max de Sainte Coquille lieber eine seiner Verwandten auf dem Treppchen gesehen, als jemand aus dem einfachen Volk. Sie machte sich zu viele Gedanken. Viel zu viele. "Ich genieße die Abwechslung sehr und hoffe auf ein paar hübsche Errungenschaften." Sie lächelte fröhlich, denn allein bei dem Gedanken an die schönen Dinge, die sie bereits begutachtet hatte, schlug ihr Herz höher. "Und Ihr? Genießt Ihr die Festlichkeiten?" Mehr fiel ihr leider auch nicht ein.

    Theru   Leesh

    Alice & Alex irgendwo im Nebelwald | Auf dem Weg ins Krankenhaus


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    Als Alice die Augen öffnete, war Alex ein wenig erleichtert. Trotzdem machte er sich noch immer Sorgen. Ihr war anzusehen, dass es ihr nicht gut ging, war anzusehen, dass sie erschöpft und müde war. "Ich weiß nicht was passiert ist. Du hast mir geschrieben und ich kam dich suchen.", erklärte er sachlich. "Aber mach dir keine Gedanken. Ruh dich aus." Sorge schwang in seiner Stimme mit. Auch wenn er es nicht oft zeigte: Alice und Juliette waren seine Schwestern und selbstverständlich lag ihm etwas an den beiden. Er war nicht immer besonders nett, aber er war auch nicht nur ein Arsch. Als sie ihr Gesicht schmerzerfüllt verzerrte, wog die Sorge in seinem Blick noch schwerer. Er brauchte sie nicht zu fragen, ob alles okay war. Man sah ihr an, dass es definitiv nicht so war. "Du hast dich vielleicht ein bisschen verkühlt. Keine Sorge, wir sind bald an der Straße und ich hab schon einen Krankenwagen gerufen.", verkündete der Silberhaarige, der irgendwann eine Pause eingelegt hatte, um sich zu orientieren. Google Maps sagte sie waren in der Nähe eines Parkplatzes und er hatte einen Krankenwagen dorthin bestellt. Sicher kamen sie bald an. Diese Aussicht beruhigte ihn ein wenig. Als seine Halbschwester dann zwei Namen aussprach, war er verwundert. Wie kam sie denn auf Majo? Und ein Schloss? Ob Majo vielleicht zur Geistervilla gegangen war, um sich an ihrem Peiniger zu rächen? Oder um die bösen Mächte an Halloween im Zaun zu halten? Jetzt machte er sich Sorgen um sie. Aber sie hatte ihm auf seine Nachricht geantwortet, also ging es ihr doch gut, oder? Oder war die Nachricht nur verzögert angekommen, wegen des schlechten Empfangs? Er hatte sie auch noch gar nicht gelesen. Was, wenn sie ebenfalls Hilfe brauchte? Sobald Alice und er sich dem Parkplatz näherten, konnte er auch schon den bestellten Krankenwagen sehen und sofort bekam er Hilfe von den Rettungsfahrern. Sie legten Alice auf eine Trage und Alex atmete erleichtert auf. Jetzt würde sicher alles gut werden, oder? Ihm schoss der Gedanke durch den Kopf, dass dem Kind hoffentlich nichts passiert war. Sollte er Simon schreiben? Vermutlich. Er hatte nicht besonders viel Lust darauf ihn zu sehen. Vor allem nachdem was zwischen Yumi und diesem Drecksack passiert war. Ob Alice davon wusste? Schon machte er sich wieder Sorgen und ihn plagten Schuldgefühle. Doch er verdrängte seinen eigenen Stolz und sein Unbehagen und tat ausnahmsweise mal das richtige.

    Gehen ~> Krankenhaus