Beiträge von ~Luchia~

    Max & Julia in der Schneideralley


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    Seine Worte klangen vernünftig in ihren Ohren. Es war durchaus besser die Kleider erst anzuprobieren, ehe man sich für eines davon entschied. Die Schneiderin selbst schien zwar ein wenig genervt von diesem Vorschlag, aber vielleicht bildete sich Julia das auch wirklich nur ein. Sie sollte keine Vorurteile gegenüber anderen haben. Wer wusste schon, welche Laus oder besser gesagt welcher Kunde dieser armen Frau heute schon über die Leber gelaufen war. Die Badehausleiterin kannte die Problematik mit Kunden ja selbst. Hatte einer von ihnen einen schlechten Tag, konnte es ziemlich schnell passieren, dass man in die Schusslinie geriet, obwohl man eigentlich gar nichts getan hatte. Und dann war der ganze Tag versaut und auch die eigene Laune litt darunter. Trotz allem Widerwillen - sei er nun eingebildet oder nicht - brachte die Verkäuferin die junge Frau zu einem Vorhang aus Stoff, hinter dem man sich problemlos umziehen konnte, ohne sich den Blicken der Fremden aussetzen zu müssen. Julia verschwand dahinter und mit der Hilfe der Schneiderin war sie schnell in den samtigen Stoff des ersten Kleides geschlüpft. Es passte wie angegossen, schmiegte sich an ihren Körper wie eine zweite Haut und sofort fühlte sich Julia pudelwohl. Wie immer, wenn sie ein schönes Kleid trug. Als sie ins Licht des Tages zurück zu Max kam, drehte sie sich einmal schwungvoll und ließ den Stoff spielen. Dann sah sie zum Adligen. "Das hier wäre Kleid Nummer eins.", stellte sie fest und nachdem sie ein wenig posiert hatte, verabschiedete sie sich mit einem kleinen Lächeln, um das nächste Kleid anzuprobieren. Auch hier legte sich der Stoff fließend über ihren Körper. Es zwickte nirgends, alles saß perfekt. Das war eben hochwertige Arbeit. Erneut posierte sie vor Max, ließ ihn das Kleid von allen Seiten betrachten und stemmte dann die Hände in die Hüfte. "Hach... jetzt kann ich mich noch schwerer entscheiden.", stellte sie mit einem tiefen Seufzen fest und drehte sich noch einmal vor dem Spiegel. "Was denkt Ihr? Welches steht mir besser?", holte sie sich erneut die Meinung des Blonden ein.

    Von der Bushaltestelle ~> | Nick kommt an


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    Das Taxi hielt und er stieg aus. Sein Kopf schmerzte, drohte zu zerplatzen und er wusste nicht wohin mit all den Gedanken und Gefühlen in seinem Inneren. Was, wenn er Cylie jetzt begegnete? Was, wenn sie eine Erklärung von ihm wollte? Was, wenn sie ihn fragte was er für Leila empfand? Was empfand er noch für seine Exfreundin? Er wusste es nicht. Er war völlig durcheinander. Diese Begegnung hätte nicht passieren dürfen. Diese Begegnung hatte er nicht ertragen wollen. Hatte er vielleicht doch einen Fehler gemacht und hätte sie nicht stehen lassen sollen? Es fühlte sich so falsch an Leila einfach zurück zu lassen. Es fühlte sich aber auch falsch an Cylie für sie zu versetzen. Er hatte einfach alles falsch gemacht. Wieso nur war er so ein Idiot gewesen? Der Tag schien einfach nicht besser zu werden. Seine Gedanken waren noch immer ein Gewirr aus Frustration und Selbstmitleid. Cedric, Alice, Cylie und Leila. Der Tag war ihm so lang vorgekommen, obwohl er das gar nicht war. Wahrscheinlich war es besser, wenn er sich ein paar Tage gar nicht draußen blicken ließ. Am besten blieb er erstmal in seinem Zimmer, log alle an, dass er woanders war und vegetierte vor sich hin, bis seine Gedanken wieder geordnete Bahnen annehmen konnten. Vielleicht war das wirklich das beste? Vielleicht war es aber auch besser, wenn er ein paar Tage wegfuhr, den Kopf frei bekam und darüber nachdachte, was er eigentlich wollte. Er nahm sich vor sich morgen den Kopf darüber zu zerbrechen und für heute einfach nur zu schlafen.

    Gabriel mit Marie in einer Scheune oder einem Stall


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    "Ich glaub heute sind einfach alle verrückt.", vermutete die Schwarzhaarige, die sich wieder beruhigt hatte und die dem kleinen Handylicht von Gabriel entgegenblickte, das mehr Licht spendete, als man vermutet hätte. Handys waren wirklich nützlich. "Lass uns warten, ob die Schreckschraube von allein abhaut.", flüsterte die Schülerin schließlich, nach kurzer Überlegung und lauschte dann auf Geräusche draußen, aber viel konnte sie in der Tat nicht hören. Langsam hatte auch sie genug von den Abenteuern. Und hier im Dunkeln mit Gabriel zu sitzen war zwar irgendwie ganz aufregend, aber auch irgendwie total peinlich. Ob er merkte, dass sie sich ein wenig unbehaglich fühlte? Glücklicherweise war es zu dunkel, als dass er ihre roten Wangen hätte erkennen können. Aber selbst wenn er sie erkennen würde, ließen sie sich ja leicht auf die ganze Rennerei schieben. "Von ruhig kann auf jeden Fall nicht die Rede sein.", gab sie zu und musste fast ein bisschen lachen wegen der Ironie. Dass sie tatsächlich mal geglaubt hatten einen ruhigen Tag verbringen zu können, erschien ihr jetzt total absurd. Eine Weile blieb sie sitzen, hing ihren Gedanken nach, wie sie sich den Tag eigentlich vorgestellt hatte und dann kam sie schließlich zu dem Entschluss, dass es keinen Sinn machte etwas nachzutrauern, was schon längst nicht mehr war. "Lass uns doch nach einem anderen Ausgang suchen. Es kommt mir noch nicht sicher genug vor, diesen hier zu nutzen.", gab sie zu und tastete dann in ihrer eigenen Tasche nach ihrem Handy, schaltete ebenfalls die Taschenlampe an und machte sich auf die Suche nach einem weiteren Ausgang. Schließlich kam sie bei einer kleinen Seitentür der Scheune an und rief Gabriel zu sich. "Wie wärs, wenn wir den hier nehmen und dann ab zurück in die Stadt fahren und unseren Ausflug verschieben?"

    Pico, Kiel, Barrett und Brodik


    Als Barrett das Seeungeheuer erwähnte, musste der lausige Wächter ein wenig Schmunzeln, aber gleichzeitig befürchtete er, dass sein Gefährte recht haben könnte. Bei ihrem Glück wurden sie von irgendeinem Monster attackiert, oder Arthur gab ihnen einen Seemonster-Liebestrank und sie wurden verschleppt, ertränkt oder weiß der Himmel und die Woken was auch immer. Auch die Aussage des Brünetten, dass Brodik den beiden mehr als ein Bier schuldete, war nicht ganz falsch. Zwar murrte der Silberhaarige, aber dann nickte er schließlich. "Okay. Hast ja recht. Der Abend geht auf mich.", gab er sich geschlagen. "Aber kommt ja nicht auf die Idee von den teuersten Schnäpsen zu bestellen, sonst lass ich euch doch noch auf der Rechnung sitzen." Diesen Einwurf warf er sofort hinterher, ehe jemand (und dabei sah er vor allem Barrett an) auf dumme Ideen kam.

    Als sie schließlich endlich im Uhrenturm angelangt waren, befanden sich die beiden Meister nicht mehr hier. Na toll. War nun alles umsonst. Der Silberhaarige war schon kurz davor kehrt zu machen, da tauchte wie aus dem Nichts ein etwas gruseliges Mädchen auf. Sofort fühlte er sich an Iris erinnert und schluckte das mulmige Gefühl hinunter, während Barrett ihn schon nach vorne schob, um das Reden zu übernehmen. "Ja, wir sollten die Spinnweben sammeln, um irgendwas herstellen zu lassen, das unsere Elefantendame schrumpft. Können wir die gefüllten Gläser einfach mit einer Nachricht hier lassen?", fragte der lausige Wächter und versuchte sich nicht anmerken zu lassen, dass er sich ein ganz klein wenig erschrocken oder sogar gefürchtet hatte, als die zierliche Gestalt plötzlich aus dem Nichts gesprochen hatte.

    Kross & Odette vor einem Kräuterstand

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    Gerne hätte die Köchin noch weiter gefeilscht, aber der Händler besiegelte die das Angebot auf besagte 35 Taler und das Abendessen, dann verschwand er und überließ jemand anderem den Rest. Odette fluchte innerlich, aber der Preisnachlass kam ihr eigentlich auch fair vor. Ein wenig zumindest. Sie seufzte, lächelte dann aber zufrieden. Sie hatte ihr bestes getan und das Geld ließ sich sicher aufbringen, wenn Kross und sie zusammenlegten. Doch als es darum ging die Münzen auf den Tisch zu legen, suchte der Schwarzhaarige nur vergebens nach seinem Beutel. Womöglich wäre es normal gewesen, wenn die Lilahaarige jetzt wütend werden würde und schmollte, aber das tat sie nicht. Stattdessen lachte sie und klopfte ihrem Begleiter auf die Schulter. Es war heute definitiv schlimmeres passiert als eine verlorene Geldbörse. Allerdings hatte die Köchin schon einiges von ihrem Geld ausgegeben. 35 Goldstücke fanden sich also nicht mehr in ihrer eigenen Geldbörse. Wie peinlich, aber was sollte sie tun? "Leider hab ich auch nicht mehr so viel dabei, aber ich könnte 27 Goldstücke und zwei Gewürztütchen anbieten.", schlug sie vor, um die fehlenden Münzen auszugleichen. "Ansonsten hätte ich noch..." Sie tastete ihre Taschen und Klamotten ab, aber es fand sich nichts wertvolles. "... nichts was ich anbieten könnte." Der Händler sah alles andere als erfreut aus, weshalb die Lilahaarige nachdachte. "Vielleicht kann ich ja einen Botengang oder etwas anderes für euch erledigen? Oder braucht ihr jemanden, der Werbung macht? Alternativ kann ich auch als Pfand hierbleiben, während mein Kollege nochmal los geht und die fehlenden Münzen holt.", bot sie an und hoffte, dass der Deal jetzt nicht direkt geplatzt war, nur weil sie einen Fehler gemacht hatten.



    Max & Julia in der Schneideralley


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    Max tadelte sie nicht, sah auch nicht gekränkt oder angewidert aus, als Julia ihre Bedenken ausgesprochen hatte. Sie war froh, dass sie es getan hatte. Dennoch war ihr nicht ganz bewusst, ob er verstanden hatte, was genau sie ihm vermitteln wollte. Der Gedanke kam ihr allerdings erst, als Max sie zu einer Damenschneiderin begleitete, deren Preise zwar niedriger waren, als an vielen der anderen Stände, die aber immer noch ziemlich hoch wirkten für jemanden aus dem einfachen Volk. Dennoch wollte die Dame mit den Locken nicht direkt widersprechen, denn ihr Begleiter schien zufrieden mit seiner Wahl und so lächelte sie, obwohl sie wusste, dass sie vermutlich mehr ausgeben müsste, als sie ursprünglich geplant hatte. Aber gleichzeitig gefiel ihr die Vorstellung, dass sie später erzählen konnte, dass ein Mitglied der De Sainte-Coquille Familie bei der Auswahl geholfen hatte. So schluckte sie den Preis und ihre Bedenken, ohne sich etwas von ihrer inneren Zerrissenheit anmerken zu lassen. Was man allerdings als normal Sterbliche definitiv nicht übersehen konnte, war der Blick, mit der die Schneiderin sie missbilligte. Vermutlich war er Max entgangen, da sie ihn niemals so ansehen würde. Allerdings entsprach Julias aktuelle Garderobe wohl nicht den Ansprüchen und der Preisklasse, die die Dame sonst gewohnt war. Das Antlitz des Blondschopfs hingegen erschien ihr genügend als Versicherung, dass sie fair bezahlt werden würde. Die Badehausleiterin gab sich Mühe sich die Verärgerung über den argwöhnischen Blick nicht anmerken zu lassen und lächelte stattdessen über das zarte Kompliment des jungen Mannes, der sie als bezaubernde Begleitung vorgestellt hatte. Er hatte es nicht abfällig gesagt und sie freute sich tatsächlich ein wenig darüber, dass er sie so vorstellte, obwohl es vermutlich nur eine Floskel war. Max gab die Beschreibung ihrer Vorstellungen an die Damenschneiderin weiter, die daraufhin mit ein paar Exemplaren zurück kam, die sie über verschiedenen Tischen ausbreitete. Julia studierte den Stoff mit ihren Augen, suchte die Muster und Stickereien ab und war bezaubert. Nicht jedes Kleid traf ihren Geschmack, aber es ließ sich nicht leugnen, dass jedes von ihnen einzigartig und hervorragend verarbeitet war. Einige der Stücke waren definitiv zu schick für einen normalen Anlass, die Röcke zu bauschig und ungeeignet. Aber von zwei Kleidern konnte Julia nicht mehr die Augen lassen. Beide waren in einem Grünton, der zu ihrer Haarfarbe passte, die einzelnen Röcke mit Rüschen verziert und die Ziermuster wunderschön, aber nicht übertrieben. Ihr Blick blieb haften, sie überlegte. "Was haltet Ihr von diesen beiden Exemplaren?", fragte sie Max und versuchte sich nicht anmerken zu lassen, dass sie auf Zustimmung hoffte. Bei einer Enttäuschung, durfte der Adlige das auf keinem Fall in ihrem Gesicht ablesen können.

    Alice, Simon & Alex in einem der Zimmer | Alex geht


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    Alex war ehrlich erleichtert, dass es Alice gut ging und sie nochmal mit einem Schrecken davongekommen war. Ebenso wie ihr Kind. Weniger glücklich war er über den Besuch ihres Freundes. Der irgendwie mit ihr Schluss gemacht hatte und doch irgendwie auch nicht? Simon war ganz offensichtlich nicht ganz wohl in der Nähe des Silberhaarigen und dieser teilte dieses Gefühl. Dennoch. Er merkte wie glücklich Alice war und auch, dass der Blondschopf nicht so schnell verschwinden würde. Das fünfte Rad am Wagen war auch definitiv nicht Simon, sondern er. Sie war in guten Händen. Er würde ihr hier schon nichts tun, oder? Als die beiden anfingen über das Geschlecht das Babys zu reden, sah Alex weg. Das war etwas, wovon er glaubte, dass sie es besser unter sich besprachen. Ein intimes Detail ihres Babys, dass er irgendwann vielleicht ganz offiziell erfahren würde, aber wahrscheinlich nicht vor bzw. mit dem Vater zusammen. Daher erhob er sich und ging auf Alice zu, die sich immernoch unter die vielen Decken kuschelte. "Ich mach mich auf den Weg. Schreib mir, wenn du was brauchst, oder ich vorbeikommen soll.", sagte er zu seiner Halbschwester mit einem Lächeln auf den Lippen. Er tätschelte die Decken unter denen Alice begraben war und verließ dann das Zimmer und Krankenhaus. Nicht ohne noch einen letzten warnenden Blick zu Simon zu werfen, der ihm bedeuten sollte, sich besser gut um die Blondine zu kümmern.


    Geht ~>

    Ich bin reichlich spät dran, aber wollte mich trotzdem abmelden: Waren über Ostern schon weg und packen im Moment unsere Sachen, weil wir umziehen. Bin daher nur spärlich verfügbar bzw. noch spärlicher als sonst!

    Kross & Odette vor einem Kräuterstand

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    "Hmmmm....", brummte die Lilahaarige, während die beiden Männer sich unterhielten. Kross war mal wieder und wie immer forsch und frech, aber der Verkäufer schien gelassen. Ihm war wohl klar, dass sein Gut wertvoll für sie war. Die Köchin legte sich grübelnd die Finger ans Kinn und zog die Augenbrauen zusammen, während sie nachdachte. Sie schien ohnehin gerade niemand zu beachten. Erst als Kross zum zweiten mal fragte, was der Händler für seine Ware wollte und dieser schon die Luft einsog, um eine Antwort geben zu können, erhob sie das Wort. "Ein kostenloses Abendessen im Gasthof!", bot sie an. Sie kannte die Gemüsehändler auf dem Markt. Ganz egal welchen Preis sie als erstes nannten: es war immer verhandelbar. Man durfte sich auf keinen Fall ausbeuten lassen. "Das Horn der Univire ist magisch und erleuchtet selbst den dunkelsten Wald. Durch seine Kraft werden Wünsche wahr und es vertreibt die Dunkelheit, so dass das Böse verschwindet und das Gute siegt.", erklärte Odette und zitierte dabei ein bisschen aus Sammy die Schildkröte. "Wir brauchen es für meinen Meister und seinen Zaubertrank. Es ist sehr wichtig, dass der örtliche Alchemiemeister bekommt was er will, oder nicht? Wir alle wollen ihn ja nicht verärgern." Dass Kross etwas von ausziehen gesprochen hatte, hatte sie nicht mal mitbekommen, weil sie sich selbst die Worte zurecht gelegt hatte. "Also wie wärs mit nem Abendessen? Vier Gänge selbstverständlich.", gab sie ihr erstes Gebot nochmal ab und betonte die Vorzüge.





    Max & Julia in der Schneideralley


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    Sie hakte sich bei ihm unter, wie es sich für eine gute Dame gehörte. Nicht die Hand einfach plump durch die Armschlaufe legen, sondern galant darin ablegen. Eine Bewegung, die sie sich im Laufe der Jahre abgeschaut hatte. Schon als sie klein war, hatten sie die schicken Kleider der adligen Familien bewundert. Sie liebte hübsche Klamotten, die schönen Rüschen, Verzierungen und die elegante Spitze. Bewundernd hatte sie sie betrachtet, sich abgeschaut wie sich die Menschen in diesen Kleidern sich bewegten und es selbst imitiert. Mittlerweile war sie ganz gut darin. Ein wenig überrascht und gleichzeitig fasziniert war die Dame mit den Locken, als Max sie in die Schneideralley führte. Bunte Stoffe, weiche Stoffe, ausgefallene Muster, einfache Verzierungen, gewagte Raffungen, hier gab es einfach alles. Ihr Augen schwenkten von einem hübschen Stück zum nächsten. Nur zu gerne hätte Julia eines davon anprobiert, aber sie erkannte bereits an der Qualität der Stoffe, dass das ganze hier nicht sehr billig war. Selbstverständlich hätte Max sie niemals zu den bezahlbaren Ständen geführt. Er zeigte ihr nur die noblen Dinge. Die Sachen, die er gewohnt war. Sie seufzte innerlich. Ein Leben, das sie nicht wirklich führte. Er fragte sie wie sie sich die Einkaufsaktion vorstellte. "Ich suche noch.", gestand sie, von den vielen schönen Dingen beeindruckt und ein wenig neben der Spur. "Ich suche nach etwas für den Alltag, das aber trotzdem schön ist. Nichts für die Arbeit, eher etwas das man für ein Picknick oder einen Sommerspaziergang anzieht, aber nicht zu schick.", umschrieb sie ihre Vorstellungen. Ein einziges Kleid könnte sie sich vielleicht leisten, wenn es nicht allzu teuer war. "Aber bedenkt bitte, dass wir auf der Suche nach etwas für eine einfache Badehausleiterin sind und nicht für eine Eurer Cousinen.", sprach sie ihre Bedenken mit einem verlegenen Schmunzeln aus und dachte kurz an Bianca. Wie es ihr wohl ging? Was sie hier wohl kaufen würde? Womöglich einfach alles. Womöglich lebte Julia hier aber auch wieder in Vorurteilen.

    Neue Frage^^

    Wo bekommt man Oreichalkos her?

    Und weitere Rezepte. Bislang habe ich nichts erhalten...

    In der dritten Miene kann es zufällig ab Level 40 auftauchen.

    Außerdem schalter man mit "Schürfen Level 9" ein Gebiet frei in dem man nur Steine abbauen kann. Mit etwas Glück findet man da ebenfalls etwas Oreichalkos. Es lont sich also den Bereich regelmäßig zu besuchen, sobald man ihn freigeschaltet hat!


    Weitere Rezepte schaltet man durch Leveln frei. Z.B. Stufe 8 bei Trockenlegen ein Springbrunnen freigeschaltet und auf Stufe 9 eine Schatztruhe.

    Wann man was freischaltet, versuche ich aktuell rauszufinden und fasse es gerne später hier zusammen.

    Falls du Kochrezepte meinst: Auch die schaltet man frei, indem man die Kochfertigkeit höher levelt.

    Kann mir einer verraten, wofür der Spielball bzw. die Spielmaus ist, die man für die Haustiere kaufen kann? Ich dachte, damit kann man wie in den vorherigen Teilen mit dem Hund Ball spielen, aber der ließ sich nur auf dem Boden ablegen?

    Du musst vorher dein Tier mit der Leine auswählen, um mit ihm Spazieren zu gehen. Dann kannst du die Spielsachen verwenden!

    Spielmäuse verschwinden bei mir allerdings nach einmal werfen. Wie es beim Ball ist, weiß ich nicht.

    Hallo!

    Wenn man Kisten oder Ställe abbaut, dann bleibt der Inhalt, der darin ist, auf dem Boden liegen, bis zum nächsten Tag!

    Du hast also genug Zeit es aufzuheben und umzulagern.

    Auch bei Ställen, bleibt das Futter und die Tiere einfach liegen bzw. erscheinen an der Stelle wo der Stall war. Die Tiere haben dann ein Zeichen über dem Kopf. Man muss sie, nachdem der Stall wieder steht, einfach nochmal ansprechen und zuordnen.

    Also keine Sorge: Nur nicht schlafen gehen, bevor alles wieder eingeordnet wurde!! Sonst ist alles weg!!

    Gabriel mit Marie in einer Scheune oder einem Stall


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    "Eigentlich hatte ich gehofft, dass wir hier etwas passendes finden.", gab sie zu, als Gabriel sie fragte, als was sie sich verkleiden wollte. Aber abgesehen von Kürbissen und Vogelscheuchen, fand man hier nicht viel. Vogelscheuche war jetzt nicht unbedingt ihr Kostüm-Favorit. Dennoch genoss es Marie sich umzusehen. Denn auch wenn sie keine Kostüme fanden, so sah man doch viele Dinge, die sie in Riverport vermisste. Selbst hier auf dem Dorfplatz fühlte sich alles heimeliger, naturverbundener und irgendwie vertrauter an. Sie hatte einfach wirklich das Gefühl draußen zu sein. Ein Gefühl, das in der Stadt weniger aufkam, denn man war immer nur von hohen Gebäuden umgeben. Als Gabriel sich ein Mikrofon baute und anfing ihre Optionen aufzuzeigen, musste Marie lachen. Kürbis, Vogelscheuche, Mumie - Alle Ideen klangen verrückt, aber auch spaßig. Trotzdem: So wirklich in Frage kam eigentlich nichts davon. Gerade fragte der Brünette sie nach ihren Ideen, da kam eine ältere Frau auf die beiden zu. Sie sah aus wie ein garstige alte Hexe. "KINDER GEHÖREN HIER NICHT HIN!!", polterte sie laut und erhob den Besen. Fast hätte Marie über das Schauspiel gelacht, doch sie musste dem Besen der alten Schrulle ausweichen. Was war denn mit der los. Die umstehenden Personen schauten entweder entgeistert, verwirrt und manche sogar belustigt. Sie dachten wohl das wäre ein Scherz. Marie und Gabriel hatten das wohl auch zuerst gedacht. "Ihr wollt doch was klauen!", schrie die Frau weiter und jagte sie mit ihrem Besen. "Schnell weg hier!", rief Marie und dieses Mal war sie es, die sich Gabriels Hand schnappte und rannte. Doch die Alte war schneller als gedacht. Die beiden Teenager rannten, schlugen Haken und retteten sich schließlich in eine Scheune, deren Tür Marie hinter ihnen schloss. Sie lehnte sich schwer atmend an das Holz und atmete schwer. Ihr Herz schlug noch immer schnell vom Rennen. "Ich glaube die sind wir los." Zumindest hoffte sie das.

    Leila & Nick an der Bushaltestelle | Nick geht~


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    Ihr Widerspruch brachte Nick dazu weiter zu zweifeln und gleichzeitig war er wütend. Vielleicht hätte er unter normalen Umständen versucht herauszufiltern, ob die Wut ihm selbst galt, weil er einfach Annahmen getroffen hatte, die nicht stimmten. Die Situation stresste ihn aber zunehmend und er ballte kurz die Hände zu Fäusten. Natürlich widersprach sie ihm. Selbstverständlich hatte er nie im Weg gestanden. Selbstverständlich hatte sie es nie bereut mit ihm zu telefonieren und ihre Zeit nicht anderweitig zu nutzen. Er rieb sich die Schläfen. Dieses Gespräch war anstrengend für ihn. Denn egal wie man es betrachtete: Er hatte Schluss gemacht. Er würde der Schuldige bleiben und sie würde vermutlich nie verstehen, was er gefühlt hatte, als er versetzt wurde. Für ihn war das Leben zu Hause einfach weitergegangen. Er war weiterhin im Alltag gefangen, während Leila eine Menge neuer Eindrücke, Situationen und Personen kennengelernt hatte. Ihre Welt hatte sich weitergedreht, während seine Stehen geblieben ist. Nur für eine Weile, aber so war es. Sie hatten sich voneinander wegbewegt, ohne sich bewegt zu haben. Plötzlich war ihm schlecht und er blinzelte ein paar Mal. Dieser Stress prasselte auf seinen Kopf ein. Außerdem hatte er seit einer halben Ewigkeit nichts gegessen. Das Buffet war ihm ja verwehrt geblieben, weil er jetzt hier war. Er schluckte trocken, dachte einen Moment darüber nach, was er Leila auf ihren Widerspruch antworten sollte und öffnete erst den Mund, als er sich die Worte zurecht gelegt hatte. "Mag sein, dass du das nicht so gewollt hast, aber so ist es bei mir angekommen." Es hatte keinen Grund ihr weitere Vorwürfe zu machen. Vielleicht hatte er es sich wirklich eingebildet. Trotzdem war keine Besserung ihrerseits zu sehen gewesen. Mehrfach hatte er ihr erklärt, wie beschissen es war, wenn er versetzt wurde. Mal war ihre Ausrede die Zeitverschiebung, mal war es die Uni, mal der Schnee... es gab so viel. Und trotzdem war es damals, wie heute schwer ihr zu sagen, dass es so nicht weitergehen konnte. Schon wieder war Nick der Böse. Schon wieder sprach er es aus. Wieder war ihr anzusehen, dass sie das nicht wollte. Sie suchte in seinem Gesicht nach einem Anker, nach einem Anzeichen dafür, dass er log. Er bemühte sich seine Muskeln unter Kontrolle zu halten. Das war auch für ihn nicht einfach. Nur zu gerne würde er an eine zweite Chance glauben. Leila war so viel für ihn. Sie war etwas so Besonderes in seinem Leben. Er hatte die Hoffnung, dass es vielleicht wieder ein bisschen wie früher werden könnte. Nur ein bisschen. Aber dazu mussten sie eine neue Grenze ziehen, oder? Oder tat er das falsche? Was machte er hier überhaupt? Hatte er sich nicht wochenlang, vielleicht sogar monatelang gewünscht, dass sie so wie hier vor ihm stand und ihm genau das sagte, was sie gerade sagte? Dass sie ihm klar machte, dass es noch eine Chance gab. War es wirklich schon zu spät, um umzukehren? War jetzt nicht eigentlich ein guter Moment? Er blinzelte, war sich unsicher und erkannte, dass er gehen musste. Denn wenn er jetzt nicht ging, dann würde er etwas tun, was er später bereuen würde. "Was passiert ist, ist passiert. Es ist jetzt anders.", beharrte er mit bemüht festem Blick und festen Worten, obwohl er sich den Worten selbst nicht klar war. Sie würde es merken. Sie würde ihm klar machen, dass es anders sein könnte. Das wollte er im Moment nicht. "Ich musste irgendwie weitermachen. Ich konnte nicht ewig stehen bleiben, während du weitergehst. Und ich sollte jetzt wirklich gehen." Und mit diesen Worten drehte er sich um und ehe Leila auf die Idee kam ihm nachzugehen, beschleunigte er seine Schritte. Ging erst einmal ziellos durch das Dorf und erst als sich das Gedankenkarussell in seinem Kopf beruhigt hatte, ging er zurück zum Gasthof. Cylie war weg. Selbstverständlich war sie das. Er war eine Ewigkeit weg gewesen. Ihm war schlecht. Schnell tippte er eine Nachricht und dann bestellte er sich ein Taxi und ließ sich nach Hause fahren.

    Max & Julia in der Platzmitte


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    Obwohl Max es nicht aussprach, hatte Julia das Gefühl, dass er nicht gerne über den Ball sprach. Vielleicht wurmte es ihn wirklich, dass sie beide nicht getanzt hatten, dass sie Kiel vorgezogen hatte. Sie hoffte inständig, dass der Adlige ihr das nicht übel nahm. Kiel hatte sie direkt aufgefordert und es wäre ihr wirklich unhöflich vorgekommen seiner Bitte nicht nachzukommen. Und der Ball war so schnell vorüber gewesen. Sie hätte zu gerne länger getanzt, ihr schönes Kleid im Kreis gedreht und die Maskerade noch eine Weile aufrecht erhalten. Sie dachte wirklich gerne an den Abend zurück. Vor allem, weil die hohe Gesellschaft ein solches Ereignis nicht regelmäßig plante. So etwas war besonders für sie. Für Max womöglich nicht, aber für eine einfache Badehausbewoherin allemal. Vielleicht sollte sie mit Collette noch einmal ihren eigenen Ball planen. Nur sie beide. Nur um die Gelegenheit zu nutzen sich noch einmal schön zu machen und zu tanzen. Um Max nicht unnötig zu verärgern, ließ Julia also das Ballthema bleiben und sprach mit ihm stattdessen über etwas anderes. Sie plauderte, entschuldigte sich und der Blonde reagierte so freundlich, dass sie sofort wieder Lächeln musste. Auch wenn sie nicht so recht verstand, ob sie wirklich so leidenschaftlich sprach. Er hätte sie mal über Duftkräuter reden hören sollen. Oh! Das bekam sie hier bestimmt auch noch. Exotische Düfte für das Badehaus waren ihr immer willkommen. Noch zuvor hatte Julia geglaubt, dass sie die Freundlichkeit von Max überspannt hatte, jetzt bot er ihr sogar an sie zu begleiten. Sie war ein wenig verlegen. Konnte sie das Angebot denn einfach ungeniert annehmen? "Ich würde mich über Eure Begleitung sehr freuen.", erklärte sie, denn ihr war nach Gesellschaft zumute. Seit Collette so viel zu tun hatte, fühlte sie sich fast ein wenig einsam. Der Blonde war wirklich eine gelungene Abwechslung. Vor allem weil die Dame mit den Locken nicht oft in die Gesellschaft des Adels kam. "Aber ich hoffe, dass ich damit nicht Eure Höflichkeit strapaziere." Das wollte sie keinesfalls. Sicherlich hatte Max auch noch andere Verpflichtungen. Doch sie hoffte tatsächlich, dass er ihr noch ein bisschen seiner Zeit schenken oder ihr zumindest eine Empfehlung aussprechen würde. Er kannte sich mit Kleidung aus, was man ihm ansah. Aber wahrscheinlich lag sein Preislimit auch auf einer ganz anderen Ebene. Das könnte womöglich zu einem Problem werden, wenn er mitkam.

    Gabriel mit Marie im Labyrinth


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    Sie pflichtete ihm mit einem kräftigen Nicken bei. Der Überlebenskampf im Labyrinth hätte sie eigentlich beide dazu berechtigen sollen hier was zu futtern. Aber der Vorschlag von Gabriel gefiel ihr eigentlich auch. "Klingt vernünftig! Lass es uns so machen.", stimmte sie mit einem Lächeln zu und deute dann auf die Tür. "Lass uns besser draußen essen." Drin würde sie das Büffet nur ablenken. Also gingen die beiden wieder nach draußen, setzten sich auf eine Bank und teilten ihren Proviant. Zugegeben: Es war kein All-you-can-eat-Buffet mit allerlei Spezialitäten, aber dennoch schmeckte es sehr gut. Nachdem sich die beiden ein bisschen gestärkt hatten, sah sich Marie nach der besten Gelegenheit um noch eine Verkleidung zu finden. "Ich glaub auf dem Dorfplatz werden wir am ehesten fündig.", schlug sie vor und sprang von der Bank auf, packte ihre Sachen zusammen und nachdem auch Gabriel soweit war, zogen sie zusammen los.


    gehen ~> Dorfplatz Sternbach

    Max & Julia in der Platzmitte


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    Dass selbst die Adelsfamilie sich zu einer solchen Festlichkeit hingezogen fühlte, hätte sie eigentlich nicht überraschen sollen. Zwar war es offiziell ein Event für das Volk, aber es passierte eben auch nicht viel anderes im Dorf, weshalb man sich solche Gelegenheiten wohl besser nicht entgehen ließ. Dennoch überraschte es Julia ein wenig, dass Max hier etwas anderes tat als sich die Stände anzusehen. Es wunderte sie ein bisschen, dass er sie angesprochen hatte. Gewiss wäre er einer Unterhaltung nicht ausgewichen, wenn sie ihn angesprochen hätte, dazu war er einfach zu höflich. Aber er fühlte sich in adeliger Gesellschaft doch sicher wohler. Zumindest hatte sie diesen Eindruck bei ihrem Kennenlernen auf dem Ball gewonnen. Vielleicht täuschte dieser Eindruck aber auch. "Das kann ich verstehen. Es gibt schließlich einiges zu sehen.", kommentierte sie sein Interesse an den reisenden Händlern. Als er erklärte, dass er ihr Befinden teilte, lächelte sie aufrichtig. "Das ist in der Tat schön zu hören." Sie mochten sich nicht kennen, andere Interessen haben, aber es lag einfach in Julias Natur jeden Menschen erst einmal zu mögen. Und es war immer schöner zu hören, dass es jemandem gut ging. Selbst als ihr Gespräch auf ihr letztes Treffen auf den Ball zu sprechen kam, schien sich die Laune des Adligen nicht zu ändern. Entweder war er also weniger eitel, als sie zu Anfang geglaubt hatte, oder er war ein sehr guter Schauspieler. Da die einfache Badehausleiterin immer an das Gute in den Menschen glaubte, gewann der erste Gedanke in ihrem Kopf. "Wahrlich bedauerlich. Ich wäre gern in den Genuss eurer Tanzkünste gekommen.", gab sie zu. "Und ja, ich kannte Kiel bereits vorher. Es wäre mir unhöflich vorgekommen seine Aufforderung abzulehnen." Es hatte wirklich Spaß gemacht mit ihm zu tanzen. Der Gedanke an ihn brachte auch die Erinnerung an ihre Verabschiedung zurück und unwillkürlich wurden ihre Wangen ein wenig warm. Für einen kurzen Moment wandte sie den Blick ab, fixierte ihre Augen auf einen der Stände und ließ ihn dann erst zurück zu Max schweifen. Ich bin nicht wirklich aktiv auf der Suche nach etwas. Aber ein hübsches neues Kleid wäre mir ganz recht.", erklärte sie mit einem Lächeln auf den Lippen, ehe sie erkannte, dass Max wohl nur aus Höflichkeit gefragt hatte. Sie wurde erneut ein wenig rot und sah entschuldigend zum Blonden. "Aber ich wollte Euch nicht mit meinem Gerede langweilen. Könnt Ihr denn etwas empfehlen?" So übergab sie ihm das Wort wieder, in der Hoffnung ihn nicht erzürnt zu haben.

    Leila & Nick an der Bushaltestelle


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    Ein etwas verächtlicher Laut verließ seine Lippen, ohne dass er es hätte aufhalten können. Glücklicherweise war er nur halb verächtlich und halb amüsiert. Das schwächte die Härte ab und klang eher ein bisschen tadelnd. Das Geräusch war ihm entwichen, weil sie behauptete, dass er ihr nie im Weg stand. "Vielleicht hast du es selbst nicht bemerkt, aber du standst immer mit einem Bein in Kanada und mit einem halben bei mir. Die Ausflüge, die sausen gelassen hast, um mit mir zu quatschen. Die Partys und Events. Du hast immer so getan, als ob es dich nicht stört, aber ich konnte es ganz deutlich in deinen Augen sehen.", entgegnete er und verkniff sich weitere Anschuldigungen auszusprechen. Es war nicht nötig ihr zu erklären, dass er weder blind, noch dumm war. Er hatte ihre Reue immer wieder gesehen, weil sie das Gefühl hatte seinetwegen etwas zu verpassen. Und bevor er sich dann nachher Vorwürfe anhören konnte, hatte er sie immer öfter dazu aufgefordert doch hinzugehen und ihn einfach "irgendwann anders anzurufen". Das führte nur zu einem "fast gar nicht mehr". Es lag dann an ihm die Telefonate zu organisieren und es fühlte sich immer mehr so an, als ob er sie dazu zwingen würde. Er hatte es sich eingebildet. Das wurde ihm jetzt klar. Oder zumindest sagte ihm sein Hirn das jetzt. Jetzt, da sie mit ihm sprach, ihn als unglaublich bezeichnete und ihm erklärte, dass es das alles nicht wert war, fing sein Kopf an zu zweifeln. An seiner Wahrnehmung, die er hatte und an dem was er gesagt und getan hatte. Er zweifelte daran, ob es richtig war sie von sich zu stoßen. Zweifelte daran, ob er wirklich nur das beste für sie gewollt hatte. Vielleicht hatte einfach er etwas anderes gewollt gehabt. Eine Beziehung auf einem anderen Level vielleicht? Einem Level, das er mit Leila nie erreicht hatte. Weshalb die räumliche Trennung vielleicht umso schwieriger war. Sie hatte die Umarmung gelöst, nur noch ihre Hände lagen auf seiner Brust. Ob sie spürte, dass sein Herz schneller schlug als angemessen? Wahrscheinlich schob sie es darauf, dass er gerannt war. Seine Augen suchten ihr Gesicht ab. Ihr Make-Up war verschmiert und trotzdem erkannte er gerade nur die schönen Züge. Ein paar verlorene pinke Strähnchen umrahmten ihre Wangen und ihre grüne Augen leuchteten ihm entgegen. Es war wie immer schwer ihr nicht direkt in die Augen zu sehen, wenn sie ihn so fixierte. Ihr Blick war schon immer fesselnd gewesen, wobei sie ihn in der Vergangenheit immer mit schlagfertigen Kommentaren und einem frechen Ausdruck kombiniert hatte. Dieses Gesamtpaket hatte ihn gefangen genommen und für sich beansprucht. Er konnte ihm nicht widerstehen. Jetzt, selbst in ihrem tränennassen Gesicht diese Züge immer noch zu finden, ließ ihn nervös werden. Er versuchte die wieder aufkommenden Gefühle der tiefen Zuneigung herunter zu schlucken. Sie machte sich Vorwürfe. Zurecht. Und trotzdem gab es keinen Grund ihr das vorzuwerfen und sie zu beschuldigen. Es würde nichts besser machen. Nichts ändern. Er wand den Blick ab, als sie ihre Hände schließlich sinken ließ und sich in ihrem Kleid festklammerte. Es war so schwer sie anzusehen, wenn die Gefühle für sie dabei wieder hervorquollen. Ebenso wie das Bedürfnis sie einfach zu küssen. Aber es wäre ein Fehler, ein trauriger Versuch die Vergangenheit zurück zu holen. Oder könnte er das tun? Könnte er sie einfach küssen und alles war wie vorher? Unbewusst waren seine Augen zurück zu ihrem Gesicht, zu ihren Lippen gewandert. Würde dadurch einfach die Zeit für sie beide zurück gespult werden? Waren sie dann wie früher und vergaßen die Zeit dazwischen? Seine Lippen hatten sich einen schmalen Spalt weit geöffnet, aber jetzt schlossen sie sich wieder für ein leichtes Lächeln. Er schüttelte den Kopf, wie es Leila zuvor getan hatte. Was für ein dummer Gedanke. "Wir hätten uns ohnehin verloren. Wenn wirklich alles gestimmt hätte, hätten wir die Entfernung auch überstanden.", stellte er schließlich klar. Obwohl er sich selbst nicht sicher war, ob es die Wahrheit war, kamen ihm die Worte fest über die Lippen. "Wir sollten anfangen damit klar zu kommen, dass sich das geschehene nicht ändern lässt." Auch wenn erneut er es war, der die Worte aussprach, zerbrach es ihm das Herz. Doch es würde ihm das Herz zerreißen, wenn Leila sich die Schuld für alles gab. Noch schlimmer, als es jetzt zerriss, weil er die Sache schon wieder beendete. Auf eine ganz andere Art und doch... war es besser, als wenn sie sich dafür die Schuld gab. "Es ist nicht deine Schuld." Niemand trug die Schuld.

    Leila & Nick an der Bushaltestelle


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    Sein Kopf schmerzte. Er machte sich so viele Gedanken und versuchte so viel zu verarbeiten. Dabei war es doch gerade völlig sinnlos die Sache zu zerdenken, oder? Wäre er jemand anders gewesen, wie Simon, dann hätte er Leila schon längst stehen lassen. Wäre ihr vermutlich nicht mal hinterher gelaufen, weil Cylie da war. Cylie... er hatte sie schon viel zu lange warten lassen. Aber er war nicht Simon. Cedric hätte vermutlich seit Monaten im Selbstmitleid gebadet. Wäre vielleicht sogar nach Kanada geflogen, um sie zurückzugewinnen. Aber er war auch nicht Cedric. Er war Nick. Der schwarzhaarige Kapuzenträger, der ständig versuchte es allen recht zu machen. Der wusste, dass er charmant Grinsen konnte. Der früher einigen Mädels den Kopf verdreht hatte und jetzt schwirrte ihm selbst der Kopf weil er nicht wusste was er wollte. 'Hör auf das was du fühlst.', sagten die Leute immer, aber was, wenn man nicht mehr wusste was man fühlte? Wenn die Gefühle plötzlich völlig durcheinander waren und das nur, weil man einer Person wieder begegnet war? War das vielleicht das Zeichen, dass er Leila nicht gehen lassen konnte, weil er sie immer noch liebte? Oder war das einfach die Hoffnung, dass es so werden konnte wie früher? Vermutlich war es einfach nur Aberglaube. Es war nicht wie früher. Trotzdem ließen sich Gefühle nicht einfach abstellen. Vor allem nicht, wenn sie so mal tief gewesen waren. Das zwischen ihnen war eben mehr als eine einfache Liebelei gewesen. Mehr als ein paar leere Worte und halbherzige Gesten, dass man nicht allein sein wollte. Nick hatte sich nicht für Leila entschieden. Es war einfach passiert. Und genau das war es was ihm jetzt immernoch zu schaffen machte. Dieses Gefühl, dass sie einfach zu seinem Leben gehörte. Wenn er ehrlich war, dann war er auch sauer auf sich selbst. Sauer, weil er nicht länger um sie gekämpft hatte. Sauer, weil er sie nicht besucht hatte. Sauer, weil er nicht wieder und wieder mit ihr gesprochen hatte. Aber das hatte doch alles keinen Sinn. Sie weinte. Und der Anblick ihrer traurigen Augen und der Klang ihrer brüchigen Stimme und der Schluchzer brach ihm fast das Herz. Sie hatte Angst. Das hatte er auch. Angst, dass sie mit dieser Beziehung alles kaputt gemacht hatten. Angst, dass sie es nie überwinden würden und so leid es Nick tat: Das war tatsächlich möglich. Es kam selten vor, dass man befreundet blieb. Das war einfach komisch. Als Leila weitersprach und aussprach, was er vielleicht auch gedacht hatte, weiteten sich seine Augen für einen Moment. Ungeschehen machen. Würde es etwas daran ändern? Hätten sie sich dann nicht auseinandergelebt? Wäre es anders gewesen? Vermutlich war es falsch, aber trotzdem tat er das, was sein Körper gerade wollte. Was Nick wollte. Er zog sie mit einer Bewegung an sich und hielt sie in seinen Armen. Sein Kopf nah an ihrem, der Duft ihrer Haare schien immer noch vertraut, aber er bildete es sich vermutlich ein. Einen Augenblick hielt er sie einfach fest, ließ sie weinen. "Sag sowas nicht. Rede dir die schöne Zeit nicht schlecht, weil das zwischen uns passiert ist. Du hattest so viel Spaß. Ich stand dir nur im Weg und es war wichtig, dass du die Erfahrungen für dich sammelst." Wie so oft war er derjenige, der jemand tröstete, dabei wollte er doch einfach nur getröstet werden. Er schloss die Augen. Genoss dieses vertraute Gefühl ihres Körpers. "Sie ist ein bisschen zu groß", schoss es ihm durch den Kopf und er schämte sich, dass er Leila gerade mit Cylie verglichen hatte. Der Gedanke war schnell verworfen. Stattdessen streichelte Nick über Leilas Kopf und ihren Rücken. "Wir raffen uns schon wieder zusammen. Das haben wir immer.", erklärte er ihr. War ja nicht das erste Mal, dass sie sich aus den Augen verloren hatten. Nicht das erste Mal, dass sie Streit hatten. Nicht das erste Mal, dass es nicht so einfach war.