Beiträge von Dystariel

    4734-anni-pngAnni bei Wayne


    Aufmerksam musterte Anni das Sonnenlicht wie es sich auf den Rücken und in der Mähne der Pferde ergoss. Sie erhob erneut das Handy und versuchte einen möglichst schönen Ausschnitt ihrer Sicht auf das, was vor ihr lag, einzufangen. Aber wie schon so oft musste sie irgendwie feststellen, dass Fotos nie so hundert Prozent einfingen wie sie es sah. Vielleicht fehlen ihr auch einfach die nötigen Fähigkeiten. Zumindest hatte sie die Fähigkeit, sich gedanklich sehr in etwas zu vertiefen, sodass die männliche Stimme von der Seite sie fast erschreckte. Das Mädchen ließ das Handy etwas sinken und wandte den Kopf, um den Typen zu mustern, der noch einige Schritte von ihr entfernt war. Sein zerzaustes Haar und die etwas verschmutzte Kleidung schien wohl darauf hinzuweisen, dass er zur Farm gehörte. Ein Lächeln auf den jugendlichen Lippen. “Ja, sie sind schön!” Er war auf jeden Fall älter als sie, so viel konnte man schonmal sagen. “Gehören die Pferde dir?” Ob es unhöflich war ihn zu duzen? Zumindest sah er nicht so aus, als ob er sehr viel Wert auf die höfliche Anrede legte und Anni tat das sowieso nicht. Schließlich waren sie doch am Ende alle Menschen, nicht? Vermutlich war ihre Frage am Ende auch total überflüssig, aber irgendwie musste man ja Gespräche in Gang bringen!

    Anni ließ ihr Handy wieder in der Tasche verschwinden, dann fiel ihr Blick auf das Pferd, das dem Fremden regelrecht am Rockzipfel zu hängen schien. Oder war es gar kein Pferd? Etwas unschlüssig musterte sie das Tier. “Und wen hast du da mitgebracht?” Dann fiel ihr auf, dass sie noch gar nicht irgendwie erklärt hatte, was sie hier auf dem fremden Grundstück eigentlich machte! “Oh, ich wollte auch nichts Böses! Die Pferde hier hatten nur mein Interesse geweckt.”

    Ah true, die andere beiden Titel vergesse ich manchmal. Die sind natürlich so gesehen eigentlich die Originaltitel. Der Nintendo 64-Titel erschien meine ich zuerst und ein paar Monate später kam dann das Back to Nature für die PlayStation. Also ich denke mal die beiden Spiele sind quasi so same same mit einigen wenigen Änderungen. Hab beide nie gespielt und kannte sie auch gar nicht, als ich damals FoMt für den Game Boy Advance gespielt hat. Der ist der Nachfolger und kam einige Jahre später.

    Den Game Boy Advance Teil hab ich jedenfalls rauf und runter gespielt. Jahrelang. hmheart Schade, dass man damals noch keine Spielstunden erfassen konnte. DAS würde mich echt mal interessieren, haha. :D


    Und ja genau, es gibt ein Ferienhaus in der Stadt, was man bauen kann! Aber das ist wirklich unfassbar teuer. hmill

    Also mir hat der Anfang direkt Spass gemacht :)
    Aber ich habe nur ca. 1 Stunde gespielt weil ich auch immer durcheinander komme wenn ich 2 ähnliche Spiele gleichzeitig spiele und die Tasten was anderes machen ^^

    Haha, das kenne ich so gut! :D



    Ich hab das Remake auch echt sehr umfangreich gespielt! FoMt ist auf jeden Fall neben AWL mein allerliebstes Harvest Moon gewesen. Es ist ein gutes Remake, also mir hat es gut gefallen, aber ein paar Dinge stören mich, dass die weggefallen sind und manche Änderungen an Charakteren sind auch nicht so mein Fall bzw wären in meinen Augen nicht notwendig gewesen. Für mein Empfinden waren die Charaktere alle schon perfekt.

    Einige Gameplay Features, die teilweise echt nervig oder umständlich waren im Originalteil, wurden jedoch unheimlich gut überarbeitet!


    Ich spiele es ab und zu auch immer noch, weil ich mir noch das Ferienhaus zusammensparen möchte...auch wenn das noch ne Weile dauert :D


    Zyprim

    Benjamin bei Charlie


    Ganz offensichtlich hatte die viel zu kurze Nacht Charlies Leber nicht genügend Zeit eingeräumt, um ausreichend von dem Alkohol abzubauen, dass sie sich wieder halbwegs wie ein normaler Mensch bewegen konnte. Nicht besonders verwunderlich, aber doch etwas ernüchternd … ausgenüchtert wäre Ben aber gerade deutlich lieber. Es war ihm außerdem ein Rätsel, wie sich seine Schwester selbst noch halb betrunken so durch ihr Zimmer mit dem ganzen verstreuten Kram auf dem Boden bewegen konnte, ohne irgendwo draufzutreten oder zu fallen.

    Er seufzte kaum merklich bei ihrem Kommentar und tat es kurz darauf fast ein zweites Mal, schluckte den Seufzer jedoch hinunter, als sie ihn mehr oder weniger aufforderte bei der nächsten Dorffete wieder mit von der Partie zu sein. Statt eines Seufzers lag nun also ein kleines Lächeln auf seinen Lippen. “Ich werd’s mir überlegen.” Hieß ja eigentlich immer so viel wie ‘nein danke, keine Lust’. Aber Ben wusste ganz genau, dass er nicht nein sagen würde, würde sein Zwilling ihn nur oft genug fragen. Aber zumindest konnte er, wenn er bei solchen Veranstaltungen mitging, sicherstellen, dass Charlie nicht erst mitten in der Nacht nach Hause kam. Und vielleicht auch weniger Alkohol in sich hinein schüttete.

    “Achja, Christophs Feier.” Stimmt, Charlie hatte vor ein paar Tagen davon erzählt. Bei der Vorstellung wie der sich als DJ versuchte, musste Ben lachen. “Oh, mein Kopf tut schon von der Vorstellung weh! Naja so lange er und seine Gäste Spaß hatten, ist ja immer alles gut. Du hattest ihn offenbar.” Er grinste. Der Gesichtsausdruck des Teenagers wurde jedoch schnell wieder etwas ernster, als die Oma wieder ins Spiel kam. “Schon … nur bin ich mir nicht so sicher, ob du…wir es ihr gut verkaufen können in deinem Zustand.” Und da war er wieder: Der Seufzer. Kurz grübelte Ben, sah dabei aus dem Fenster.

    “Was hältst du davon, wenn wir uns gleich davonmachen und in der Stadt was frühstücken? Vielleicht hilft frische Luft etwas und so können wir Oma … später davon erzählen.” oder gar nicht. Jenachdem.

    Ben zückte sein Handy, um die Busverbindungen nach Riverport zu checken (ja, ok, er kannte sie, aber man wusste ja nie!!) und entschied kurzerhand Yumi um Rat zu fragen. Sie hatte doch auch etwas Erfahrung mit zu viel Alkohol im Blut und vielleicht hatte sie einen guten Tipp wie er Charlie möglichst schnell wieder normal bekam. Mit flinken Fingern wählte er das WhatsApp-Symbol und den Chat mit seiner großen Schwester aus, um eine kurze Nachricht einzutippen und direkt abzusenden. Hoffentlich war sie selbst nicht gerade noch zu betrunken, um zu antworten…

    Chase und Alessa | Irgendwo am Kai




    Edelmut… in Chases Augen war das sowieso nur so ein Wort und viel mehr noch eine Eigenschaft, die es nur in Märchen gab. Im Grunde genommen war doch jeder immer irgendwie darauf bedacht so zu handeln, dass irgendwas bei raus sprang für einen selbst. Und wenn es nur unbewusst das schlechte Gewissen war, das man besänftigen wollte. Zu schön für den Knast? Tja, war am Ende wohl auch eine gute Begründung. Sein Gegenüber war sich durchaus bewusst, dass sie gut aussah. Ein Grinsen konnte er sich nicht verkneifen. “Oh, durchaus.” Selbstbewusste Menschen waren dem Jungen sowieso am liebsten. Mit Mauerblümchen hatte er noch nie viel anfangen können.


    Tatsächlich war Chase ein klein wenig überrascht, dass sie das Angebot seiner Jacke annahm. Es war zwar eine 50/50-Chance gewesen, dennoch hatte er eher damit gerechnet, dass das Mädchen lieber ihrer Wege zog, als damit zuzugeben, dass ihr kalt war - quasi eine Schwäche zu zeigen. Er beobachtete sie aus dem Augenwinkel, wie sie sich langsam neben ihm niederließ. Selbstverständlich nicht sonderlich dicht, aber dennoch war zu spüren, dass es um diese Stunde angenehmer war, einen weiteren warmen Körper neben sich zu haben. Insbesondere jetzt, wo er selbst keine Jacke mehr trug und die kühle Nachtluft doch schneller durch Pulli und Hemd drang.


    Und ein zweites Mal überraschte sie ihn, als sie recht ehrlich auf seine irgendwie beiläufige Frage antwortete. Seine Augen glitten musternd über ihre Gesichtszüge. Er öffnete für einen kleinen Moment die Lippen, schloss sie aber wieder, wandte dann den Blick ab und nahm noch einen Schluck aus der Bierflasche. Nicht wirklich, weil er noch Lust hatte es zu trinken, sondern eher, weil es gerade ein gutes Mittel war, um … ja was eigentlich? Sich abzulenken? Zum Abschießen reichte es heute sowieso nicht mehr. Dafür war er zu viel gewohnt. Alessas Aussage machte ihn seltsam neugierig, da er dieses Gefühl nur allzu gut kannte. Es fühlte sich fast schon so an, als hätte sie etwas aus seinem Inneren hervorgekramt, das eigentlich hätte vergraben bleiben sollen.

    Bei der Gegenfrage verzogen sich seine Mundwinkel ein wenig, da es die Wut auf die Ohnmacht und in gewisser Weise auf seine Eltern aufwühlte, was er so mühevoll die ganze Nacht über wegzudrücken versucht hatte. Er schwieg für einen Augenblick, schwenkte dabei den Boden der Flasche ein wenig im Kreis und beobachtete die Flüssigkeit darin, wie sie sich um sich selbst drehte. Chase war nicht gut darin sich selbst oder sein Inneres anderen zu zeigen, war da doch immer die unbewusste leise Angst abgelehnt zu werden; in welcher Form auch immer. Und das obwohl ihm eigentlich die meisten Leute egal waren.

    Hm, ähnlich”, war daher zunächst seine ebenso knappe Antwort. War wohl ihrer beider Masche, um Zeit zu gewinnen. Er zögerte, ließ den Blick über das seichte Purpur am Horizont streifen. “Ist manchmal nicht so leicht mit gluckenhaften ambitionierten Eltern, wenn man nicht dem braven Wunderjungen entspricht, den sie sich am liebsten wie einen Keks gebacken hätten.” Nun wanderten seine Augen doch wieder zu seiner Mitschülerin, als sie ihn gewissermaßen aufzog. Ihr Zwinkern und das anschließende Lachen, zauberten diesmal ein ehrlich amüsiertes Grinsen in sein Gesicht. “Irgendwann macht dann auch mal die letzte Bar dicht, also muss man sich anderweitig behelfen, nicht wahr?” Ein leises Lächeln umspielte seine Mundwinkel, ein wenig Schalk lag immer noch in seinen Augen. Immerhin war sie ja auf die gleiche Idee gekommen an den alten Hafen zu gehen anstelle nach Hause. “Sie an, ein wenig Edelmut schlummert also doch in dir! Da muss ich mich ja glatt geehrt fühlen, dass dir mein Image am Herzen liegt.” Jetzt musste er doch selber lachen. “Interessant, dass du mich als Bad Boy betitelst.” Ja doch, das amüsierte ihn schon. Und streichelte gleichzeitig auch sein Ego.

    Eine kurze Stille trat ein, in der Chase erneut über ihre Worte auf seine Frage nachdachte. Jetzt fiel ihm auch auf, was er gleich als komisch empfunden hatte: Die Klette war allein unterwegs. “Das nicht nach Hause wollen … hat es was mit Hina zu tun?”, fragte er schließlich etwas vorsichtig.

    3647-anni-pngAnni kommt an | bei der Pferdekoppel


    << Kinder- und Jugendwohnheim Mondlicht


    Ganz spontan hatte Anni sich dazu entschieden heute mal einen Ausflug in das nahe gelegene Dorf Sternbach zu unternehmen. Zwar mochte sie den Trubel in Riverport, doch die frische Landluft roch doch irgendwie immer nach Heimat und Nostalgie; stammte sie doch aus einem ebenso kleinen Dorf. Was nur eben weiter weg lag.

    Nachdem sie den Bus an der Tankstelle verlassen hatte, war sie einfach mal drauf los marschiert, immer der Nase nach vorbei an Windmühlen, blühenden Feldern und kleinen Häusern. Und ganz am Ende der Straße, bevor eine Kurve sie eine andere Richtung hätte einschlagen lassen, zeigten sich große alte Farmhäuser. Und das weckte ihre Neugier. Am Rande des Grundstücks blieb sie zunächst stehen, doch die himmelblauen Augen blieben schnell an den Pferden hängen, die entspannt auf der Koppel standen. Durfte man eine Farm einfach so betreten? Eigentlich war es ja ein privates Grundstück, aber andererseits waren Farmerinnen und Farmer oder generell Leute vom Dorf doch immer recht aufgeschlossene Leute, oder? Ein Blick nach links und rechts, ein Schulterzucken und zwei Füße, die nun direkt auf die eingezäunte Koppel zuhielten, während ihr Zopf fröhlich auf und ab hüpfte.

    Anni hatte bisher zwar nicht viel mit Pferden zu tun gehabt, doch sie kam nicht umhin jedes Mal festzustellen, wie hübsch und faszinierend sie diese sanften Tiere fand. Nach einigen Minuten hatte sie keine Lust mehr zu stehen und kletterte kurzerhand auf den Zaun, um sich auf der obersten Holzlatte niederzulassen und die Füße auf die Latte darunter zu stützen. Es war wunderbar beruhigend den Pferden beim grasen und leichtem umherstapfen zu beobachten. Ob die Bewohner und Bewohnerinnen dieser Farm das wohl auch gerne taten? Das Mädchen holte ihr Handy aus der Tasche und versuchte den Moment vor sich mit der Kamera einzufangen.

    2958-chase-pngChase und Alessa | Irgendwo am Kai


    Drei Worte, die ihn fast zusammenzucken ließen. Dass ihn jemand von der Seite anquatschen würde, war nun wirklich das Letzte womit er um diese gottverdammte Uhrzeit an diesem Ort gerechnet hatte. Er schlug die Augen auf und die violetten Irden fanden einen schlanken Körper neben sich. Sein Blick wanderte langsam ihre Beine rauf, vorbei an dem kurzen Rock, den Pulli hinauf hinein in ein Gesicht, das er tatsächlich kannte, wie er nach ein paar Sekunden mustern feststellte. Ein Schmunzeln zog seine Lippen in die Länge, während er die Augen wieder schloss. “Wie edel von dir extra zu checken, ob ich noch lebe.” Sorge hatte nicht in ihren Worten mitgeschwungen, aber das wunderte ihn auch nicht und vermissen tat er es auch nicht. Wäre auch seltsam, sich Sorgen um jemanden zu machen, den man nur flüchtig kannte. Jedenfalls würde es ihm genauso gehen. Er war schon deutlich betrunkener an diesem Kai gewesen.

    Chase öffnete die Augen wieder langsam und musterte Alessa erneut. Zumindest was er so von ihr in diesen letzten Momenten der Nacht sehen konnte. High Heels in der einen Hand, die Arme etwas um den Oberkörper gelegt und Zweifel in ihrem Blick. Vermutlich fragte sie sich gerade, ob das überhaupt notwendig gewesen war ihn anzusprechen. Und Chase war sich tatsächlich nicht so ganz sicher, ob er Gesellschaft gerade gut fand oder nicht. Zwar war er hergekommen, um den Trubel aus der Bar und die ganzen Gedanken aus seinem Kopf auszuschließen, aber auch um die kalte Luft und die Stille zu genießen. Dennoch erinnerte er sich, dass Hina und ihre Klette eigentlich eine sehr unterhaltsamer Zeitvertreib gewesen waren. Also konnte es auch jetzt nicht schaden, oder? Auf jeden Fall schien ihr nicht gerade warm zu sein, was allerdings auch kein Wunder war bei dem süßen, aber auch sehr kurzen Rock und fehlenden Schuhen an den Füßen. Er fragte sich sowieso, weshalb es diese Art von Schuhe überhaupt gab und weshalb man sie trug, wenn sowieso alles was man bekam zwar Blicke, aber vor allem auch schmerzende Füße waren. Zumal vermutlich auch Blicke dabei waren, die man als weibliche Person nicht auf sich brauchte. Eine Jacke hatte sie offenbar ebenfalls nicht dabei.

    Der Teenager löste den Blick von dem Mädchen, richtete den Oberkörper wieder auf, verschränkte die Beine in einem Schneidersitz. Er zog seine Jeansjacke aus und hielt sie ihr wortlos entgegen. Er würde sie nicht auffordern sie zu nehmen und selbst wenn sie es nicht tat, war es ihm herzlich egal. Chase war grundsätzlich nicht der Typ, der viel auf anderer Menschen Empfindungen gab, aber die ein oder andere gute Tat schadete am Ende nicht und irgendwie war da doch ein wenig Mitleid für das zierliche Blondchen. Kälte war etwas, das er selber nicht ausstehen konnte. Zudem waren die meisten Leute ziemlich reizbar, wenn die Klamotten nicht genug Wärme spendeten und darauf konnte er gerne verzichten, hatte er doch gestern abend erst einen Streit hinter sich.

    Seine Augen fanden den Horizont wieder und ganz langsam küsste das erste seichte lila die Oberfläche des Meeres, was ihm unweigerlich ein kleines Lächeln auf die Lippen zauberte. “Bist du hier für die Show oder zur Ausnüchterung?” Eine kurze Pause, sein Kopf drehte sich zu ihr. “Oder beides?"

    2958-chase-pngChase Irgendwo am Kai sitzend


    Mit einem angewinkelten und einem nach unten zum Wasser hin baumelnden Bein saß Chase am Kai des Hafens und musterte den Horizont. Lange dürfte es nicht mehr dauern, bis die leuchtenden Sterne anfangen würden zu verschwinden und der Himmel sich in einem seichten rosa-violett färben würde. Der Teenager war nicht unbedingt der romantische Typ, doch den einen oder anderen Sonnenaufgang hatte er sich hier schon angesehen, seitdem er in Riverport lebte. War ja auch immerhin seine Zeit. Vor allem jetzt, wo die Tage wieder länger waren und das ganze schon quasi direkt nach seinen Nächten in Bars und Co. stattfand. So wie eben auch zu diesem Zeitpunkt.

    Diese stillen Momente am frühen Morgen, wo die Stadt noch schlief und nur die ersten Fischer bereits ihre Bote für die Arbeit los machten, war dann doch irgendwie immer sehr beruhigend. Chase hob die Bierflasche ein Stück und drehte den Boden ein wenig, um zu testen, wie viel Inhalt noch vorhanden war. Die Hälfte vielleicht? Dann fand der Flaschenrand seine Lippen und er ließ einen Schluck des prickelnden Getränkes in seinen Mund fließen.

    Zugegeben, er sah die Sonnenuntergänge irgendwie gern. Dass er ausgerechnet heute hier saß, war allerdings eher dem Umstand geschuldet, dass er am Abend zuvor ein Telefonat mit seinen Eltern hatte. Und das war kein gutes gewesen. Genau genommen hatten sie ihn mehr oder weniger zur Sau gemacht auf Grund einer miesen Note, die sich zu einigen anderen gesellte, die er zur Zeit bekam. Grundsätzlich wäre ihm das schnurzegal. Das Problem war nur, dass seine Eltern ihm gedroht hatten, ihn wieder zurückzuholen, den Platz im Wohnheim zu kündigen, wenn das so weiterging. Und dieser Umstand würde ihm sowieso eine miese Nacht bescheren. Zudem machte es ihn wütend. Zur Wut gesellte sich zudem auch Frust und dieses ekelhafte Gefühl der Machtlosigkeit. Er hasste es abhängig zu sein. Diese Ohnmacht, nicht einfach das zu machen worauf er eben Lust hatte. Und seine Lebenszeit mit büffeln oder Hausaufgaben zu vergeuden, gehörte nicht dazu. Chase war nicht dumm und in der Regel konnte er sich ganz gut ohne viel Anstrengung durchmogeln. Doch manchmal gab es einfach Themen, die auch ihm nicht lagen und irgendwie häuften die sich zu seinem Leidwesen gerade. Warum auch immer. Vermutlich würde er sich Nachhilfe suchen müssen, um seine Eltern besser früher als später wieder zu beruhigen und damit auch seine eigene innere Unruhe zu drücken. Denn das aller letzte was er wollte, war in das olle Kuhkaff zurückkehren zu müssen, wo er herkam. Ein entnervtes, halb amüsiertes Schnauben entwich ihm. Was für eine Scheiße. Geld hatte er keines, um irgendwen Fremdes zu bezahlen und jemanden aus seiner Klasse oder Schule zu fragen… das wäre nicht nur fucking unangenehm, sondern auch noch hochgradig peinlich, wenn das irgendwer mitbekam. Er spürte, wie der Gedanke fröhlich an seinem Stolz kratzte. Absolute Oberscheiße.

    Chase stellte die Bierflasche neben sich ab, fuhr sich mit den Händen durch die Haare, stellte beide Beine am Rand des Kais auf und legte sich nach hinten auf den Boden. Er stieß frustriert die Luft aus und richtete den Blick in den dunklen Himmel. Selbst das Funkeln der Sterne wirkte gerade eher wie ein amüsiertes Zwinkern. Er rollte, begleitet von einem erneuten Seufzer, mit den Augen und schloss die Lieder. Wieso war es so kompliziert einfach sein fucking Leben zu leben?

    4734-anni-pngAnni, FIRST POST | In ihrem Zimmer | geht



    Sorgsam stellte Anni den Schulrucksack auf der Sitzfläche ihres Schreibtischstuhls ab, öffnete diesen sogleich und kramte ihren Kalender heraus. Sie zupfte an dem bunten Band, welches die aktuelle Woche markierte, und nutze dieses auch sogleich, um die Seiten aufzuschlagen. Die blauen Augen flogen über die Eintragungen für den aktuellen und die nächsten Tage. Hausaufgaben gab es heute wohl keine zu erledigen und arbeiten musste sie auch erst morgen. Perfekt! Dann hatte sie den heutigen Nachmittag und Abend also komplett für sich. Mit einem grinsen schlug sie das kleine Kalenderbuch wieder zu, legte es ordentlich an den Schreibtischrand und begab sich schnellen Schrittes ins Bad, um sich etwas frisch zu machen. Zwar war der Schultag heute etwas anstrengend gewesen, doch Annis Energie ging ihr eher selten aus und so ganz freie Nachmittage waren rar. Also nutzte sie sie nur zu gern. Im Kleiderschrank suchte sie noch eine kleine Tasche heraus und packe die wichtigsten Dinge wie Portemonnaie, Handy, ihren liebsten Lippenpflegestift, der nach Erdbeeren duftete und einen hübschen rötlichen Schimmer auf den Lippen hinterließ sowie eine Packung Taschentücher und Handcreme ein. Eben Dinge, die man so brauchte, um für alles Wichtige gewappnet zu sein.

    Ein leichtes Parfüm durfte auch nicht fehlen, ehe Anni im Spiegel nochmal ihre Schleife im Haar, die ihren hohen Zopf hielt, neu festband, und dann aus ihrer Zimmertür trat. Der Schlüssel drehte sich mehrfach im Schloss, verschwand dann ebenfalls in ihrer Tasche und dann verließ das Mädchen ihr noch recht neues Zuhause auch schon wieder.


    >> Anni verlässt das Wohnheim

    Bitte einmal Anni für mich eintragen <3


    Name: Anni Fonda


    3647-anni-png

    Altersstufe: Teenagerin

    Geburtstag: 17. Juli

    Größe: 1,61m

    Familienstand: ledig

    Familie: Anni hat nur noch ihren Vater Dudley, zu dem sie eine sehr gute Beziehung hat, der aber noch in Mineralstadt lebt und dort einen Gasthof führt. Ihre Mutter verstarb früh und sie hat sie fast nur krank im Bett liegend kennengelernt, woher wohl auch ihr Unbehagen gegenüber Ärzten und Krankenhäusern stammt

    Herkunft: Mineralstadt

    Info: Das aufgeweckte Mädchen wollte gerne mehr sehen als die winzige Stadt, in der sie geboren wurde und aufwuchs. Folglich setzte sie ihren Dickkopf gegenüber ihrem fürsorglichen Vater durch und zog nach Riverport. Sie besucht ihren Vater ab und zu, da sie ihn sehr lieb hat, doch sie liebt auch ihre gewonnene Freiheit und das Stadtleben. So ganz aus ihrer Haut kann sie dann doch nicht und kellnert neben der Schule, da sie das auch schon im Gasthof ihres Vaters unheimlich gerne getan hat. Auch das Säubern des Gastraumes übernimmt sie nur zu gerne, ist sie doch eine der wenigen Teenies, die sehr viel Freude daran hat, wenn ihre Umgebung blitzblank und ordentlich ist.

    Job: Schülerin, Minijobberin im Restaurant “Denk-Mahl”

    Charakter: aufgeschlossen, fröhlich, abenteuerlustig, impulsiv, stur, pragmatisch, fleißig, pflichtbewusst, umsichtig, unbeholfen wenn es um Flirten/Liebe geht und schüchtern bei Komplimenten, hier und da pedantisch, loyal und daher beschützerisch gegenüber Freund:innen, leicht ablenkbar bei Langeweile

    Vorlieben: gutes Essen und essen allgemein, wandern/ spazieren, frische Luft und generell Outdooraktivitäten, gesellige/ belebte Orte, Gerüchteküche, niedliche und praktische Dinge, Ordnung und Sauberkeit, Früchte

    Abneigungen: viel allein sein, Medizin/ Ärzte/ Krankenhäuser, Schmarotzer, Miesepeter, Energydrinks, Chaos, Kälte, formelle Kleidung, Fertiggerichte, übertriebene Höflichkeit

    Wohnort: Königsstraße 2 | Riverport

    Vergeben an: Dystariel  

    1939-kiel-pngKiel bei Julia und Max


    Immernoch völlig perplex von den Geschehnissen saß Kiel mit Julia im Eingangsbereich der Klinik und versuchte zu verarbeiten, was da gerade eigentlich passiert war. Es ging alles so schnell! Für einen kleinen Moment musterte er Julias hübsches Gesicht, ein scheues Lächeln stahl sich auf seine Lippen, als ihre Blicke sich trafen, dann wandte er den seinen wieder ab und musterte die Dielen auf dem Boden, als gäbe es nichts spannenderes in diesem Raum. Kiel bewunderte Julia dafür, dass sie so schnell reagiert hatte! Vermutlich hatte sie damit nun am Ende das Leben des Adligen gerettet! Kurz dachte er an sein Stück Kuchen, dass er überstürzt auf dem Tisch im Café zurücklassen musste. Natürlich war das notwendig gewesen, so schnell wie sie aufgesprungen und den jungen Mann mit den langen blonden Haaren aus dem Lokal Richtung Klinik bugsiert hatten. Und doch war es etwas schade drum… sein erstes Stück Kuchen nach einer recht langen Zeit, günstig waren sie auch nicht gerade und dann … konnte er es nichtmal genießen. Zudem pochte ein dumpfer Schmerz hinter seinen Schläfen, war er doch immer noch müde von seiner Nachtwache unter dem gestrigen Sternenhimmel. Aber er wollte nicht undankbar sein. Das Leben anderer zu retten war schließlich irgendwie auch sein Job und noch dazu eine Sache, die ihm grundsätzlich immer am Herzen lag.


    Nach einer Weile kam Nathalie auf sie zu und teilte ihnen mit, dass der Adelssohn wohlauf wäre und man ihn sehen könnte - natürlich nicht ohne ihre Ansprache mit einem erhobenen Zeigefinger und den Worten “Aber er braucht Ruhe!” zu beenden.

    Kiel erhob sich kurz nachdem Julia bereits aufgesprungen war und in Richtung des Zimmers lief, wo sie den Patienten finden würden. Offenbar kannten sich die beiden ziemlich gut, wie der Blondschopf immer mehr feststellte. Sie hatte sich ganz offensichtlich ziemliche Sorgen gemacht. Zugegeben, Kiel war neugierig, wie die beiden sich kennengelernt hatten, schien der junge Mann doch recht … nunja, auf seine Herkunft stolz zu sein. Einen Umstand, den Kiel erstmal nicht als sonderlich sympathisch empfand. Doch er wollte erstmal sehen, wie sich das ganze entwickelte, wollte nicht gleich Schubladen in seinem Kopf öffnen, war er doch stets bemüht, diese durch offene Regale zu ersetzen.

    Vorsichtig betrat er also schließlich das Krankenzimmer und schenkte dem Patienten ein freundliches Lächeln. “Schön, dass es …” Dir? Euch? Ihnen? Er sparte das Personalpronomen einfach erstmal aus: ”... wieder besser geht.” Angesichts seiner etwas unbeholfenen Formulierung, runzelte der Blondschopf etwas die Stirn. Wie sollte man so jemanden ansprechen? Naja, vielleicht würde es sich gleich ergeben das herauszufinden. Zwar wusste Kiel, wer er war, da er ihn schon häufiger mal gesehen hatte; nicht nur auf dem Ball damals sondern auch so in der Stadt. Immerhin war er der Erbe der hiesigen Adelsfamilie. Aber gesprochen hatte er mit ihm vermutlich noch nie wirklich.

    Benjamin bei Charlie


    Wie zu erwarten fühlte Charlie sich nicht so besonders und ihr missfiel auch der Ausdruck in seinem Gesicht. Ben presst die Lippen aufeinander, um zu verhindern, dass sein Grinsen bei ihrer Bemerkung nicht breiter wurde, was ihm nicht sonderlich gut gelang. Folglich löste er seinen Blick von ihrem und senkte den Kopf, um das Cover des Buches zu mustern, dass er noch so halb in der rechten Hand hielt, halb auf seinem Schoß abgelegt hatte. Hätte ja immerhin sein können, dass sie noch etwas länger schlief. Ein paar Sekunden später, als sich sein Mund nicht mehr ganz so verkrampft und mehr neutral anfühlte, hob er die Augen wieder und deutete auf das Wasserglas, auf dem Nachttisch. “Falls du einen Schluck Wasser möchtest..”. Er musste nicht extra erwähnen, dass er es für sein Schwesterlein dort abgestellt hatte.

    Schweigend musterte er Charlie und hoffte, dass sie von sich aus erzählen würde, wo sie nun letzte Nacht so gewesen war, doch sie ließ sich Zeit damit; vermutlich weil da gerade andere Probleme präsenter waren. Und mal ehrlich, für sie war es vermutlich ein Ausflug, wie sie ihn schon des Öfteren gehabt hatte. Nichts besonderes mehr. Aber für Ben war es trotzdem immer wieder interessant zu hören. Nicht nur, weil er sich gerne mit seiner Schwester unterhielt. Sondern auch, weil er nunmal nicht so der Partytyp war. Zu seinem Bedauern schleifte sie ihn zwar des Öfteren auch mal mit, nur lauschte er grundsätzlich lieber hinterher ihren Erzählungen und las dann eher ein Buch, während sie unterwegs war.

    Leicht ungeduldig rutschte Ben kaum merklich auf dem Hosenboden umher, bis er seine Neugier nicht mehr aushielt. “Nun sag schon, wo warst du?” Gespannt musterte er das zerknitterte Gesicht seiner Schwester, die irgendwie nicht wirklich aussah, als wäre sie in Plauderlaune, aber Ben hoffte trotzdem, dass sie reden würde. Zumal ihre Großmutter mit Sicherheit das gleiche fragen würde. Oma war viel zu scharfsinnig, als dass sie nicht eins und eins zusammenzählen würde bei der Begegnung mit ihm heute Nacht und Charlies Gemütszustand. Er seufzte. “Komm schon, du weißt, zu zweit können wir eine bessere Ausrede zurechtlegen, falls Oma was merkt.” Falls? ... Eher 'sobald'. Vorsichtig lehnte Ben sich nach hinten, um sich mit den Armen abzustützen, darauf bedacht sich nicht die Ecke von irgendwas Umherliegendem in die Handflächen zu bohren.

    Benjamin bei Charlie


    Irgendwann hatte Ben aufgehört zu zählen, wie oft Charlie ihn schon einen Lebensretter genannt hatte. Dennoch zauberte diese Art von Dankbarkeit immer wieder ein Lächeln auf seine Lippen. Am Ende war es immer so, dass Ben froh war, ihr eine Hilfe gewesen sein zu können. Egal bei was und egal wie sehr er sie anfangs unterbewusst oder auch bewusst verfluchte. "Ich dich auch.”

    Nachdem Charlie den ungenießbaren Hustenbonbon in seine Hand gedrückt hatte, scannte er kurz den Raum auf der Suche nach einer Packung Taschentücher, fand sie schließlich irgendwo zwischen Rucksack für die Schule und einem Pantoffel. Leise stand Ben auf, um eines der Tücher aus der Hülle zu zupfen, den Bonbon darin einzuwickeln und schlussendlich das gute Stück in den Mülleimer zu werfen. Seine Schwester hatte sich schon wieder unter die Decke gekuschelt. Ihr Blick verriet eindeutig, dass sie es gut fände, wenn ihr Bruder noch blieb. Kurz überlegte er. Vermutlich war das das Klügste. Neben der Tatsache, dass er hundemüde war, wollte er nicht unbedingt riskieren, dass ihre Oma noch misstrauischer wurde bei weiteren Geräuschen im Flur. Ein kurzes Achselzucken, dann gesellte er sich zu seiner Schwester unter die Bettdecke und löschte das Licht. Die Alkoholfahne, die von ihr ausging, war nun nicht der beste Geruch, um in den Schlaf zu finden, aber dennoch siegte die Müdigkeit am Ende doch sehr schnell.


    Erst die Sonnenstrahlen vom neuen Morgen weckten den Teenager wieder. Vermutlich nichtmal das, denn der “Morgen” war schon eher fast Mittag, wie Ben mit einem kurzen Blick auf die Uhr feststellte. Er fühlte sich wie überfahren. Wie musste es da Charlie erst gehen? Noch rührte sie sich nicht. Müde rieb Ben sich das Gesicht und schloss noch einmal die Augen. Mannometer … selbst wenn er sich jetzt wieder schwor sowas nicht nochmal mitzumachen, tat er es am Ende doch wieder. Auf jeden Fall würde er seinen Zwilling noch ausfragen, wo sie sich gestern überhaupt rumgetrieben hatte. Also ... nicht nur aus Neugier…! Und selbst wenn doch … egal! Langsamer als jede Schnecke schälte er sich aus dem Bett, um erstmal das zu tun, was wohl jeder nach dem Aufstehen tat: Pinkeln gehen. Zum Glück gab es auch im Obergeschoss ein Bad und er konnte vermeiden den Großeltern direkt in die Arme zu laufen. Nach dem Handewäschen half ihm etwas kaltes Wasser im Gesicht halbwegs wach zu werden. Auf dem Rückweg in Charlies Zimmer machte er kurz einen Abstecher in sein eigenes, um ein Buch und das obligatorische Glas Wasser auf seinem Nachttisch, was er immer vor dem Schlafengehen dort platzierte, zu holen. Mit Sicherheit würde sie es brauchen und er würde sowieso warten, bis sie wach wurde. Kaum betrat Ben besagten Raum, regte sich der schmale Körper seiner Schwester auch schon, begleitet von einem sehr gequälten nicht so ganz definierbarem Laut. Schmunzelnd stellte er das Glas auf den Nachttisch zu dem bereits leeren, schob ein paar Dinge, die quer auf dem Boden lagen, zur Seite und setzte sich im Schneidersitz auf den Teppich. Schweigend und etwas amüsiert beobachtete Ben seinen Zwilling bis sich ihre Blicke trafen. “Kater?” Eigentlich eine rhetorische Frage, aber was sollte es.

    1939-kiel-pngKiel kommt an | später bei Julia und Max


    Das Kopfsteinpflaster des Marktplatzes wurde heute irgendwie nur mit recht wenig Füßen bedeckt, wie Kiel etwas verwundert feststellte, während ihn wieder der Drang zu gähnen überkam. Er hatte die vergangenen Stunden die Nachtschicht auf der Mauer gehabt, war deshalb ziemlich müde und eigentlich reif fürs Bett, an das er im Moment gar nicht denken wollte, weil die Müdigkeit dadurch nur größer zu werden schien. Zwar hatte er sich für ein paar Stunden hingelegt, aber so richtig ausgeruht schlief er nie mitten am Tag. Dann musste er auch noch feststellen, dass die Essensvorräte im Haus so gut wie aufgebraucht waren. Also hatte er mehr oder weniger freiwillig beschlossen direkt nach seinem Nickerchen den Marktplatz aufzusuchen. Wenn er ehrlich war, hatte er gar keine andere Wahl, denn in seiner Welt hieß ‘fast aufgebraucht', dass da noch ein alter Kanten Brot in der Ecke der Vorratskammer lag neben der letzten Tomate, die schon ihre besten Tage hinter sich hatte. Unglücklicher Weise war an diesem Tag kein offizieller großer Markttag, wie ihm siedend heiß einfiel. Kein Wunder, dass der Platz mit nur wenig Ständen aufwartete und auch die Anzahl an Menschen, die sich das Angebot ansahen, überschaubar war. Ein leiser Seufzer trat über seine Lippen. Nun gut, irgendwas würde er schon finden. Zuversicht war ein guter Begleiter!

    Kiel ließ seinen Blick über den Markt gleiten, entschied sich dann jedoch dafür die kleine Backstube, die unweit am Rand eigentlich fast immer geöffnet hatte, aufzusuchen, um das ganze abzukürzen. Brot im Haus war zumindest erstmal die Grundlage, alles weitere konnte er auch an einem anderen Tag holen. Nur musste Kiel hoffen, dass es noch welches gab. Immerhin waren die besten Backwaren am frühen Morgen und Vormittag zu haben. Freundlich grüßend tat er schließlich über die Türschwelle und ein herrlicher Geruch von frischen Laiben empfing ihn. Ein kurzer Blick und die Feststellung, dass die Auswahl nicht mehr groß war, aber es lag noch Ware aus. Allerdings nur Sorten, die er nicht allzu gern mochte. Er seufzte, stellte dann fest, dass er auch überhaupt gar keinen Einkaufskorb dabei hatte und seufzte noch einmal. Also gut die der Einkauf sollte heute wohl einfach nicht stattfinden.

    Alsbald trat Kiel also wieder, mit leeren Händen unter den leicht wolkenverhangenen Himmel. Unmittelbar neben der kleinen Bäckerei befand sich die Konditorei und mehr halb automatisch als gezielt warf er einen Blick durch die Fenster ins Innere. Ob er sich ein kleines Stück Süße holen sollte? Es war schon eine ganze Weile her, dass er sich mal solch eine ausgefallene Kleinigkeit gegönnt hatte. Meistens gab er nur Geld aus für Dinge, die er zwingend brauchte und Kuchen oder gar Torte gehörten da nun wirklich nicht zu. Das war in seinen Augen eher was für die feineren Leute und vielleicht ging er auch genau deshalb eher ungern in die Konditorei, weil er sich dort, überspitzt gesagt, wie ein Bauerntrampel in einem Palast fühlte. Heute aber gab er sich mal einen Ruck. Wenn schon kein Brot, dann eben Kuchen. Er konnte sich das Stück ja auch einfach einpacken lassen und dann Zuhause oder auf einer Parkbank essen, oder? Er musste sich ja nicht zwingend zwischen die Leute setzen, falls sie ihm zu fein erschienen. Also gab er sich einen Ruck und betrat schließlich das Etablissement, ließ sich am Tresen ein Stück eines eher einfach aussehenden Kuchens einpacken, wandte sich um und … erstarrte. Denn da, mitten zwischen den Gästen, saß Julia. Ihre wundervollen grünen Locken würde er überall sofort erkennen - dachte er zumindest, denn auf dem Weg hinein hatte er sich wohl zu sehr auf den Tresen konzentriert und sie gar nicht bemerkt. Innerlich verfluchte er sich gerade dafür. Vermutlich hatte sie ihn bereits erkannt und jetzt einfach wortlos wieder nach draußen zu gehen und quasi die Flucht zu ergreifen, wäre alles andere als charmant. Und noch dazu war er der Letzte, der einfach flüchtete! Kiel atmete kurz so unauffällig wie möglich tief ein und aus und trat dann an den Tisch heran. Erst jetzt bemerkte er die weitere Person am Tisch. Seiner Kleidung nach zu urteilen gehörte der Herr offenbar zum Adel und wenn ihn nicht alles täuschte hatte er dessen Gesicht auch schonmal gesehen. Damals beim Maskenball in der Villa vielleicht? Jedenfalls ein Umstand, der Kiel gerade nur noch nervöser machte. Mit solchen Leuten umgab Julia sich? Er war mehr als erstaunt und irgendwie … beeindruckt? Er räusperte sich etwas unbeholfen, um Zeit zu schinden und brachte schließlich ein “Hallo Julia, lange nicht gesehen.”, begleitet von einem ehrlichen, aber etwas zaghaften Lächeln, heraus. Etwas unsicher stand er für einen kurzen Augenblick auf der Stelle, betrachtete das eingepackte Stück Kuchen in seinen Händen und fügte dann noch schnell hinzu: “Ähm … ich wollte auch gar nicht stören...”, überließ damit Julia und dem Adelsmann, ob er sich lieber entfernen sollte oder nicht.

    Benjamin bei Charlie



    In gewisser Weise war Ben stolz auf Charlie, dass sie lediglich ein Röcheln von sich gab, als er ihr einen der geliebten Bonbons seines Opas in den Mund gesteckt hatte. Genießbar fand er die auch wahrlich nicht. Aber vor allem in ihrer betrunkenen Verfassung, musste man es Charlie schon hoch anrechnen. Und vor allem war er dankbar, dass sie ihn nicht direkt wieder ausgespuckt hatte, denn immerhin hatte die Aktion ja einen tieferen Sinn gehabt. Ben gehört zu den letzten Menschen, die anderen Streiche spielten oder sich über das Leid anderer amüsierten. Und auch der weitere Weg hinauf in das Obergeschoss verlief soweit ereignislos, auch wenn sein Herz immer schneller schlug, je dichter sie dem Schlafzimmer ihrer Großeltern kamen.

    Und gerade, als sich die Erleichterung halbwegs einstellen wollte, weil die beiden Geschwister so gut wie am Ziel waren, schlug der Gott der Tollpatschigkeit wieder zu und sein Zwilling stolperte - worüber auch immer. Von Belang war das eh nicht, weshalb diese kurze stille Frage nur für den Bruchteil einer Sekunde in seinen Gedanken präsent war, bevor die halbe Panik in ihm aufstieg. Denn es kam natürlich wie es kommen musste und sie fiel gegen die Wand, die am kritischsten war: Die Schlafzimmerwand von Oma und Opa. Jetzt konnte es sich nur um Sekunden handeln, bis die Oma die Tür öffnete und den Kopf heraussteckte. Das Licht war jedenfalls unmittelbar nach dem Aufprall schon im Zimmer angegangen; gut zu erkennen an dem nun leuchtenden Spalt unter der Tür. Die leise aber drängende Aufforderung seiner Schwester musste Ben sich nicht zwei Mal sagen lassen und so leise und schnell wie möglich zog er sie in ihr Zimmer und schloss die Tür. Es war etwas gepokert, aber der Lockenkopf vermutete, dass die Oma zuerst in seinem Zimmer nachsehen würde, denn immerhin hatte sie ihn vorhin schon im Flur angetroffen. Somit hätten sie dann etwas mehr Zeit sich noch unter die Bettdecke zu werfen. Und da die Zwillinge sich ab und zu mal zusammen in Charlies Zimmer aufhielten, insbesondere weil Ben auch gerne mal die Nähe seiner Schwester suchte, würde sie vielleicht keinen allzu großen Verdacht schöpfen.

    Nachdem Ben also die Zimmertür hinter sich geschlossen hatte, hörte er auch schon, wie die Großmutter den Flur betrat. Ben schob Charlie Richtung Bett, hoffte dabei, dass ihr Zimmer zur Abwechslung mal ein ganz klein wenig aufgeräumter war und er nicht auf irgendetwas drauf trat. Über die eine oder andere undefinierbare Sache stolperte er trotzdem, wenn auch nicht schwerwiegend. “Schnell, unter die Bettdecke!, zischte er, stellte dabei das Glas, was er immer noch in der Hand hielt, auf dem Nachttisch ab, nachdem er kurz ertastet hatte, ob er es nicht am Ende auf irgendwas drauf stellte und das Glas umfiel.

    Keine Sekunde zu früh lagen sie nun unter der Bettdecke, Ben mit dem Rücken zum Ausgang, da öffnete sich auch schon die Tür und ein heller Streifen Licht fiel auf sie, wie er an der Wand erkannte. Schnell schloss er die Augen, versuchte möglichst tief und gleichmäßig zu atmen, was sich als nicht so einfach erwies, wenn das Herz vor lauter Nervosität so hastig arbeitete und er eigentlich am liebsten die Luft anhalten wollte. Aber gut, er wollte ja keine Leiche vortäuschen, sondern jemanden Schlafendes. Einige Herzschläge lang passierte nichts, dann wurde der Lichtstrahl immer schmaler, bis er schließlich ganz verschwand.

    Benjamin schlug die Augen wieder auf, lauschte in die Dunkelheit hinein. Obwohl er nichts mehr hörte, auch keine Schritte oder Sonstiges, nachdem die seiner Oma verklungen waren, traute er sich trotzdem noch eine Weile nicht sich zu bewegen. Er sah Charlie fragend an. Quasi als stumme Frage, ob die Luft rein wäre, aber sinnvoll war das nicht. Immerhin war sie erstens betrunken und zweitens konnte sie seinen Gesichtsausdruck eh nicht in der nächtlichen Schwärze ausmachen. Und jetzt wo er hier so lag, meldete sich auch wieder die Müdigkeit in ihm zu Worte. Ein kurzer Seufzer dann erhob er sich langsam, horchte noch einmal, dann knipste er das Licht auf dem Nachttisch an und hielt Charlie wortlos das Wasserglas hin, streckte zeitgleich seine andere Hand aus, worin sie den Hustenbonbon wieder abgeben konnte.

    Benjamin bei Charlie

    Er war erleichtert, dass Charlie nun endlich im Haus war, bevor sie sich noch verkühlte. “Stets zu Diensten.”, antwortete er leise mit einem leichten Lächeln auf den Lippen. Zusammen mit der Nachtluft, die neben der durchgefrorenen Charlie durch die Terrassentür kam, drängt sich jedoch auch der Geruch nach Alkoholkonsum unangenehm in seine Nase. Unweigerlich rümpfte Benjamin eben jene; war diese spezielle Duftnote doch vor allem in Kombination mit seiner Müdigkeit mehr als unangenehm. Auch für seinen Magen. War seine Schwester im Bierfass eine Runde schwimmen gegangen? Wortlos schloss er die Tür der Terrasse möglichst leise, wandte sich anschließend aus der Wuschelbewegung durch seine Haare. Auch etwas, was er nicht mochte. Immerhin war er genauso alt wie seine Schwester und nicht 3 Jahre jünger.

    Alarmiert bei ihrer viel zu lauten Stimme in dem dunklen Haus, legte er den Finger an den Mund - schlau Ben, konnte Charlie bestimmt gut sehen mitten in der Nacht - und blickte etwas besorgt in Richtung Flur. Das Herz schlug schneller, angesichts seiner steigenden Nervosität. Wenn ihre Großmutter sie hier erwischte, insbesondere mit der nach Bier stinkenden Charlie, konnten sie sich auf etwas gefasst machen. Zum Glück passierte aber nichts. Ben drehte sich lautlos, aber ruckartig zu seiner Schwester um.

    “Charlie, du stinkst wie 3 Kästen Bier. Der Geruch wird hier bis morgen früh hängen.”, flüsterte er etwas mahnend, aber auch besorgt. Oma würde das riechen. Wozu hatte er sich dann die Mühe gemacht leise zu sein und alles zu vertuschen? Naja, er hatte es ja zuerst verhauen… die alte Dame war jetzt eh schon skeptisch.

    “Leise.”, bat er fast lautlos, nahm sie bei der Hand und zog sie in die Küche. Dort holte er das Handy aus seiner Hosentasche und schaltete die Taschenlampe ein. Gezielt holte er einen Halsbonbon aus der Packung, die im Regal lag, leicht zugänglich, da sein Opa die sehr gern lutschte in der kalten Jahreszeit. Er wusste, dass Charlie die Dinger gar nicht mochte, doch gerade waren sie die beste Lösung, um diese Alkoholfahne etwas einzudämmen. Wortlos packte er den Bonbon aus, stopfte das Papier in seine Hosentasche, zusammen mit dem nun wieder dunklen Handy, und seinem Zwilling den Bonbon in den Mund. Wieder legte er den Zeigefinger mit einem kaum hörbaren “Shhht!” an die Lippen, weil er genau wusste, dass Charlie sonst auf Grund des Bonbons protestieren würde. Um das Alibi zu verbessern und Charlies Körper zu unterstützen, füllte er noch so leise und so schnell wie möglich ein Glas mit Wasser.

    Dann stellte er sich an die Küchentür und horchte angestrengt. Mal wieder. Und wieder wurde er nervös. Wenn Oma jetzt wach wurde, war es schwierig eine Ausrede zu finden. Zwar hatte er das Wasser in der Hand und der Bonbon half eventuell auch so halb aber … naja man wusste ja nie! In den ersten Stock gab es nur den Weg vorbei an der Schlafzimmertür ihrer Großeltern. Mit einer betrunkenen Charlie die Treppe rauf war kein leichtes unterfangen. Ben atmete einmal tief ein und aus. Also los. Er bedeutete Charlie noch einmal still zu sein, kam sich dabei schon selbst total dämlich vor, dann nahm er sie wieder an der Hand und führte sie vorsichtig, aber so zügig wie möglich in den Flur.

    Benjamin und Charlie


    Ein recht rhythmisches seltsames Klopfen schlich sich in Benjamins Unterbewusstsein, wurde dort als seltsam eingestuft und ließ den Teenager somit langsam aber stetig aus seinem Tiefschlaf erwachen. Irritiert öffnete er langsam die Augen. Es dauerte einen Moment bis der Verstand vollständig da war, dann drehte er sich im Bett ein wenig und stellte fest, dass das Geräusch vom Fenster herrührt. Eigentlich hatte er gar keine Lust sich gerade mit irgendetwas anderem als Augen schließen und schlafen auseinanderzusetzen, aber beunruhigen tat ihn das ganze schon. Für eine Weile sah er Richtung Fenster und versuchte sich einen Reim daraus zu machen. Fast fielen im die Augen wieder zu. Fuuck war er müde. Aber … Moment. Waren das … fliegende Kieselsteine?! Für einen kurzen Moment war er nun völlig verwirrt, richtete sich träge im Bett auf. Doch dann war sein Unterbewusstsein wieder schneller als sein noch träger Verstand. Ben hoffte inständig, dass seine Vermutung nicht stimmte, während seine Hand nach seinem Handy auf dem Nachtisch tastete. Das helle Licht des Displays ließ ihn kurz die Augen zusammenkneifen, dann sah er erst auf die Uhr und dann die ungelesene Nachricht: Natürlich war sie von seiner Schwester. Zuerst schoss ein Impuls von Angst durch seinen Körper, was dazu führte, dass er nun gänzlich wach war. War etwas passiert?! Immerhin war es kurz nach 3Uhr! Doch dann las er die Wörter ihrer Nachricht. Ein tiefer Seufzer verließ seine Lippen und er ließ sich wieder rückwärts ins Bett fallen. “Chaaarlieee… waruuum”, jammerte er leise vor sich hin. Nun gut. Es half alles nichts. Schließlich konnte er seine geliebte Schwester nicht draußen erfrieren lassen. Wie er sie kannte, war sie auch nicht besonders warm angezogen, sondern war eher nach der Temperatur des Ortes gekleidet, wo sie gewesen war. Und das war bei der Uhrzeit sicherlich nicht ein entspannter Waldspaziergang gewesen.

    Mit einem weiteren Seufzer rollte Ben sich langsam aus dem Bett. Der Gedanke daran, dass er nun James Bond spielen musste, um irgendwie unbemerkt an die Haustür zu gelangen, stresste ihn jetzt schon. Der Teenager zog sich leise einen dicken Pulli, Hose und Socken an. Dann griff er nach seinem Handy und schickte Charlie eine Antwort.



    Ben ließ das Handy in die Tasche seiner Hose gleiten und öffnete ganz vorsichtig seine Zimmertür und lauschte. Das Haus war dunkel und ruhig. Gut. Leise und darauf bedacht auf keine der knarrenden alten Dielen zu treten, macht er sich nun auf den Weg ins Erdgeschoss. Charlie war bedeutend besser darin - immerhin schlich sie sich deutlich öfter im Dunkeln davon und kannte wohl die Reihenfolge und Platzierung der Schritte in- und auswendig. Zum Glück schaffte er es aber ohne Zwischenfälle zur Treppe. Glück gehabt. An der Treppe wollte er noch einmal seine Benachrichtigungen checken. Das Handy war immerhin auf stumm gestellt. Doch unglücklicher Weise rutschte es ihm aus der Hand. Hektisch versuchte er noch das blöde Ding aufzufangen, doch es half alles nichts. Es polterte fröhlich und für ihn gefühlt so laut wie ein Flugzeug die hölzernen Stufen hinunter. Scheiße! Ben fluchte leise. Wieso war er eigentlich genauso tollpatschig wie seine Schwester, wenn die sonst auch schon kaum Gemeinsamkeiten hatten? Prompt ging im Erdgeschoss im Schlafzimmer ihrer Großeltern das Licht an und Ben rutschte das Herz in die Hose. Er hörte die Zimmertür kurz drauf und vermutlich steckte seine Oma nun den Kopf in den Flur. Er konnte sie von seiner Position aus nicht sehen, doch sie kam als bald in sein Sichtfeld. Ein besorgter Ausdruck lag in ihrem Augen. Dann sah sie ihn und öffnete den Mund, doch Ben beeilte sich irgendwie Sinn in seine Körperhaltung zu bekommen und tat so, als hätte er eh gerade die Treppe runtergehen wollen. “Äääh, j-ja, Oma. Entschuldige. Ich wollte auf die Toilette und dann ist mir blöder Weise das Handy aus der Hand gerutscht. Konnte ja keiner ahnen, dass es so weit fällt, haha.” Ein gezwungenes Lächeln auf seinen Lippen. Etwas zu hastig sammelte er das gute Stück vom Ende der Treppe auf und blickte dann in das stirngerunzelte Gesicht seiner Oma. Lügen war noch nie seine Stärke gewesen. Und als ob es nicht seltsam war, dass er Pullover, Socken und Hose trug statt Schlafklamotten … naja.

    Ein wenig unbeholfen tappte er die Treppe wieder rauf und ging alibimäßig ins Bad. Wieder ein Seufzen. Er tippte erneut eine Nachricht an Charlie.



    Ben öffnete den Spalt der Badtür ein minimales Bisschen, lauschte angestrengt und überprüfte wann ihre Oma das Licht wieder ausschalten würde. Das ganze dauerte eine kleine Weile. Vermutlich eigentlich gar nicht lang, doch Ben kam es ewig vor.

    Dann folgte Versuch Nummer 2 und er schlich sich - diesmal ohne Zwischenfälle, vorbei an der Küche ins Wohnzimmer. Vor der Terrassentür versuchte er nun erstmal Charlie zu erspähen, wo sie auf ihn wartete.

    Kiel bei Brodik - gehen


    Das warme deftige Essen tat gut nach diesem anstrengenden Tag. Und vermutlich war auch sein Magen froh, dass sein Besitzer nun mal was anderes als Bier hinein füllte. Lange ging sowas nicht gut bei ihm, vertrug er doch nicht besonders viel Alkohol und schon gar nicht auf leerem Magen. Eine Tatsache, die den Blondschopf des Öfteren ärgerte, aber gut, was sollte man da machen? Er war nunmal nicht so groß und kräftig gebaut wie ein Brodik. Vermutlich auch ein Grund weshalb Forté ihn gerne immer noch wie ein halbes Kind behandelte. Der Gedanke ließ ihn einen Seufzer über seine Lippen schicken.

    Gleich nachdem Barrett seinen Teller geleert hatte, verabschiedete er sich auch direkt und ließ die beiden Wächter allein am Tisch zurück. Eigentlich hatte Kiel auch nicht vorgehabt noch allzu lang zu bleiben, doch Brodik schien andere Pläne zu haben und orderte prompt jeweils einen weiteren Krug randvoll gefüllt mit dem goldenen Getränk. Kiel öffnete kurz den Mund um zu protestieren, schloss ihn aber doch wieder, ohne ein Wort gesagt zu haben. Stattdessen lauschte er der Antwort seines Gegenübers auf seine eigene gestellte Frage. Sein Blick glitt über die anderen Tavernengäste, während er über das Gesagte nachdachte. Dann schloss er für einen kleinen Moment die Augen. “Ich … schätze ich muss erstmal schauen, ob ich morgen dafür Zeit habe.”, brachte er schließlich als kleine Notlüge hervor. Etwas Training bei Bade wäre grundsätzlich nicht verkehrt und von Brodik konnte er wohl auch noch den einen oder anderen Kniff im Kampf lernen, doch wenn er ehrlich zu sich selber war, tat ihm jetzt schon alles weh vom heutigen Tag. Ein morgigesTraining mit dem Hühnen würde nur mächtig seinen eigenen Stolz verletzen und das ganze wäre ihm zudem auch noch super unangenehm dann erst recht der kleine Schwächling zu sein. Eine simple Absage fiel ihm schwer - aus denselben Gründen. Kiel war noch nie gut darin gewesen seine Grenzen zu kommunizieren und vor allem sie selbst zu sehen; was er hier zumindest zur Abwechslung mal getan hatte. Ein entschuldigendes Lächeln lag auf seinen Lippen, als er seinen Kollegen ansah. Lügen war jedenfalls auch nicht seine Stärke … nunja.

    Nach Fortés Verbleibt könnte er Bade auch noch ein anderes Mal fragen. Sie würde schon wissen was sie tat. Hoffte er. Vielleicht musste er noch etwas mehr lernen seiner Schwester und ihren Alleingängen mehr zu vertrauen. Kein leichtes Unterfangen, wenn man so sehr an dem letzten verbliebenen Familienmitglied hing wie er. Nachdenklich nickte Kiel bei Brodiks weiteren Worten. Es war wohl auf lange Sicht notwendig jemanden zu finden, der in Fortés Abwesenheit ihre Arbeit übernahm. “Vielleicht sollten wir mit dem Bürgermeister reden. Vielleicht kann er helfen eine Aushilfe zu finden.” Aber das war nichts um das Kiel sich heute noch kümmern wollte. Zumal der Alkohol so langsam seine Wirkung zeigte. Waren die Krüge schon immer so groß gewesen? Dennoch leerte er eben jenen tapfer. Und bevor Brodik noch eine Runde bestellte, die für Kiel mit Sicherheit sich im nächsten Busch erbrechend endete, stand er auf. Der Hühne tat es ihm kurz darauf gleich. Sie bezahlten Speis und Trank und traten dann hinaus in die frische Abendluft. “Also dann, wir sehen uns morgen auf der Mauer.” Zwar hatten die beiden so gut wie den selben Heimweg, doch Kiel entschied sich dazu einen kleinen Umweg zu machen, um seine Lungen noch etwas mehr mit der klaren Nachtluft füllen zu können. Hoffentlich würde das etwas die Kopfschmerzen mildern, die im Morgengrauen vermutlich auf ihn warteten.

    Keine Ahnung, ob das hier schonmnal jemand gefragt hat, aber ich stelle mich richtig blöde an beim Monster zähmen und brauche daher mal euren Rat.

    Wenn ich das Monster mit dem Sigelringdings eingefangen habe, läuft es mir ja erstmal nur hinter und ich muss ihm irgendwelche Geschenke geben, um mich so richtig anzufreunden und damit es in meiner Scheune landet.

    Dieses "richtig anfreunden" gelingt mir nur sehr selten, weil ich einfach nicht weiß wie ich das am besten anstelle? Gibt es da irgendwo Listen welches Monster was geschenkt haben will oder gibt es einen anderen Trick? Ich schaffe es nichtmal bei diesem Büffel, der mir Milch verschafft ;( Wenn ich diesem, oder auch anderen Monstern nur 6757394679 Tonnen Kräuter schenke, hat es einen Totenkopf über dem Kopf. Bedeutet das, dass es das blöd findet? Ich hab es auch schon mit der Milch von getöteten anderen Büffel probiert, Feldfrüchten, Pilzen ... es will irgendwie nicht mein Freund sein. </3

    Also wie macht ihr das so? Bestimmt ist es total easy und ich stelle mich wirklich nur dumm an - hoffe ich zumindest.