[Aria] bei Elsje, Orland & Murakumo
Alles ging irgendwie so schnell. Sie fiel, da fing Orland sie auf. Das Halbwesen besiegte die Entführer. Und sie... Erst als Orland ihr ein Stück seines Mantels gegen ihre Wunde drückte, bemerkte Aria, dass sie tatsächlich verletzt war. Sie legte eine Hand auf das Stück Stoff, spürte wie es sich mit ihrem Blut vollsog, den Fluss aber auch zurück hielt. Sie wusste nicht, dass die Wunde nicht tief war, das wusste keiner von ihnen. Langsam drangen die Schmerzen zu ihr durch und instinktiv griff sie mit ihrer freien Hand nach Orland. Alles halb so wild. Nur ein wenig schwindelig. Sie versuchte, sich ihre eigene Angst nicht anmerken zu lassen. Sie war doch tapfer und unabhängig! Und dennoch ließ sie nicht von Orland ab. Nicht, als sie auf den Wagen verbracht wurden und auch nicht als er die Zügel ergriff. Zumindest an seinem Mantel hielt sie sich fest. Ihr Atem war deutlich gestresst, doch sie schwieg. Was sollte sie auch sagen? Dinge, die sie später bereuen würde. Sie war so hin und hergerissen zwischen dem Bedürfnis nach Nähe, nach Schutz und dem Bedürfnis alle von sich zu stoßen, um nicht erneut verlassen zu werden.
Als sie bei der Klinik ankamen musste Aria ihren Klammergriff gezwungenermaßen lösen als Murakumo sie in seine starken Arme hob, um sie hinein zu tragen. Die Rothaarige sah ihn dabei nicht an, zu groß die Angst, dass er die Tränen sehen könnte, die sich in ihren Augenwinkeln gesammelt hatten. Der Bereich über ihrem Schlüsselbein tat schrecklich weh, auch wenn die Blutung inzwischen gestoppt hatte. Als Murakumo sie absetzte, zog Aria sich in sich zurück, ihre Arme um sich geschlungen, die Hände auf das Stück von Orlands Mantel auf ihrer Wunde gepresst. Sie wagte es nicht aufzusehen. Sie wollte all diese Blicke nicht sehen. Es war lange her, dass die Kleine sich so hilflos gefühlt hatte. Und sie hasste alles daran. Noch mehr hasste sie, wie stark sie inzwischen zitterte. Sie ignorierte die Heilerin und was sie zu Murakumo sagte. Einerseits sehnte sie sich nach etwas, dass die Schmerzen linderte, aber andererseits hatte sie Angst, das zuzugeben.