Beiträge von LunaXSol

    [Wayne] & Anni


    Der Blonde konnte sehen, dass er das Mädchen trotz seiner sanften Ansprache etwas erschreckt zu haben schien, jedoch schien es sie nicht allzu sehr zu stören. Stattdessen zeigte sie eine Begeisterung für die Tiere, welche sein Herz erwärmte. Heutzutage kamen immer weniger Menschen aufs Land, um sich die Tiere anzusehen und etwas zu lernen und die Tage, in welchen die Ranch gut besucht war, waren lange zu Ende. Umso mehr freute es den jungen Mann, wenn besonders jüngere Menschen sich noch für die Idylle der Natur begeistern konnten. "Meiner Familie, ja." Antwortete er mit einem sanftmütigen Lächeln als er neben dem Mädchen angekommen war. Engelbert folgte ihm noch immer wie ein Schatten. Mit einem belustigten Lächeln blickte Wayne zu seinem geliebten Zesel hinunter als das fremde Mädchen diesen neugierig beäugte. "Das ist Engelbert. Und er freut sich sicher, dich kennenzulernen." Antwortete der Blonde ehe er den Blick wieder auf die junge Fremde richtete. "Ich bin übrigens Wayne." Stellte er sich vor. Ihre Erklärungen entlockten ihm ein belustigtes Lachen. "Keine Sorge. Wir freuen uns immer über Besucher." Erwiderte er mit einem Lächeln. "Möchtest du dir die Pferde etwas näher ansehen?" Fragte er dann und ließ den Blick über die Koppel schweifen, auf der die Pferde ruhig zu zufrieden grasten. "Ich bin gerade mit dem Misten fertig geworden und hätte etwas Zeit für eine kleine Führung."

    [Priscilla] & Misasagi


    Die Rosahaarige stieß einen schrillen Schrei des Schreckens und der Überraschung aus als sie das Regal zum Wanken brachte. Sie wich zurück, reflexartig, um nicht von dem schweren Holz begraben zu werden. Doch noch bevor das Regal vollends umstürzen konnte, hechtete Misasagi zwischen Priscilla und das schwankende Gebilde, um es abzufangen. Dennoch konnte das Halbmonster nicht verhindern, wie scharenweise ihrer Schätze zu Boden gingen und einige davon mit einem lauten Klirren zersprangen. Die Rosahaarige stand nur da, vor Schock eine Hand vor den Mund gehoben. Priscilla war völlig erstarrt vor Schreck und vor Scham. Das war alles ihre Schuld! Oh Götter! Würde das Halbwesen sie zur Strafe fressen?! In ihren panischen Gedanken kam die junge Frau gar nicht auf die Idee, Misasagi zur Hand zu gehen, welche ganz alleine versuchte, das Regal vor dem kompletten Sturz zu bewahren. Erst als die ältere Frau energisch nach ihr rief, schreckte die Rosahaarige aus ihrer Schockstarre hinaus. Wieder aufrichten? Ab er wie? Eilig, ein wenig zu eilig vielleicht, schnellte Priscilla nach vorne, um Misasagi zu helfen, jedoch war die junge Aushilfe des Blumenladens ein eher zartbesaitetes Wesen und so gar nicht mit großer physischer Kraft gesegnet. Und so konnte sie die Wucht des Regals so gar nicht richtig stemmen. Dennoch versuchte sie ihr bestes, während sie versuchte, den herunterfallenden Gegenständen auszuweichen. "Es ist zu schwer!" Klagte die junge Frau, das Stechen in ihrem Rücken ein klares Zeichen, dass ihr Körper nicht für solche Aktivitäten ausgelegt war. Und von ihrer Körpergröße ganz zu schweigen. Und dennoch ließ sie nicht locker. Sie hatte das ganze schließlich verbockt, also würde sie auch versuchen, das Schlimmste zu verhindern. Beiden Frauen gelang es, das schwankende Regal etwas zu stabilisieren und aufzurichten. "Noch ein kleines bisschen!" Zischte die Rosahaarige zwischen zusammengebissenen Zähnen. Ein kleiner Schubser noch und es wäre wieder gerade, oder? Aber war das nicht etwas zu einfach?

    [Martin] & Joe


    Das Monster setzte zum Angriff an, kreischend und auf den Rothaarigen fokussiert. Martin sah es schon kommen, den Schlag, die Verletzung, das Blut. Aber... nichts davon passierte. Statt dessen landete der Hieb des Hünen. Dieser Kerl hatte wirklich mehr Glück als Verstand. Den Augenblick hatte der junge Schmied genutzt um sein eigenes Schwert zu ziehen. Leider war er mit dem Ding weitaus ungeübter als mit dem Schmiedehammer. Und dennoch war der Grünhaarige bereit, dem Vieh den Rest zu geben. Auf Joes Ruf hin setzte sich Martin in Bewegung, schritt zügig auf den am Boden kriechenden Vogel zu. Es sah so aus, als würde das Monster sich zurück ins Gestrüpp retten wollen. Aber da hatte es die Rechnung ohne den jungen Schmied gemacht. Zwar war diese ganze Konfrontation alleine die Schuld des waghalsigen Langsamdenkers neben ihm, aber darauf konnte Martin keine Rücksicht mehr nehmen. So würde das Monster hier draußen ohnehin nicht überleben. Man könnte es fast als Gnade bezeichnen. Der junge Mann holte aus. Da hörte er ein weiteres Rascheln, um einiges lauter als das zuvor. Zu spät. Das Schwert schnellte nach vorne auf das kleine Vogelmonster zu-

    Und da schnellte ein weiteres Monster aus dem Gebüsch. Ein weiterer Vogel kam hervor. Und dieser war um einiges größer als der erste. Die Krallen des Biestes stachen durch die Haut an seinem Arm, der Schmerz und der Schreck genug um Martins Schlag aus seiner Bahn zu werfen, Der kleine Vogel lebte und rettete sich in die Gräser. "Scheiße!" Martin sprang mit einem Schmerzensschrei zurück. Es war ein Wunder, dass er das Schwert nicht fallen gelassen hatte. Er schlug nach dem großen Vogel, damit dieser von ihm abließ. Es funktionierte. Aber nur temporär. Glücklicherweise waren die Kratzer an seinem Arm nicht tief aber sie waren lang, blutig und brannten wie Feuer. Mit großem Schrecken wurde dem Grünhaarigen die Situation bewusst. Das kleine Monster war ein Jungtier. Und das vor ihnen war die zornige Mutter. Befand sich hier in der Nähe etwa ein Nest?!

    [Aria] bei Orland, Elsje und Murakumo


    Die Rothaarige war vor allem mit sich selbst beschäftigt gewesen als plötzlich Orlands entnervte Stimme sie aus ihren Gedanken hochschrecken ließ. Mit misstrauischem aber auch leicht gerührtem Blick beäugte sie den Jungen, welcher sich nun so für sie einsetzte. Etwas in ihr regte sich, als ob die Mauer, die das kleine Mädchen um ihr Herz gebaut hatte, ein wenig bröckelte. Aber so ganz vertraute sie dieser Situation und dem Frieden nicht. Aria wagte es sich, etwas zu sagen, als die Heilerin alle vier in einen Behandlungsraum brachte. Ihre Augen folgten den Erwachsenen, welche auf zwei Stühle verbracht wurden, während sie selbst auf eine Liege verbracht wurde. Arias Blick wanderte von Orland zu Elsje und schließlich Murakumo, welcher von einem hinzugezogenen Heiler versorgt wurde. Alles, um nur nicht die Heilerin anzusehen, welche sich mit ihr selbst befasste. Es war der Rothaarigen mehr als nur unangenehm, ihr Oberteil ausziehen zu müssen, damit die Heilerin einen Blick auf ihre Schnittverletzung werfen konnte. Das war ihr alles zu nah, zu viel. Aber sie konnte ja auch nicht einfach weglaufen. Dann würde ihre Verletzung ja nicht behandelt werden. Und so biss Aria die Zähne zusammen und ertrug es, wie die Heilerin die Wunde begutachtete und erleichtert feststellte, dass sie nicht besonders tief war. Doch noch bevor die Heilerin eine angerührte Tinktur auftragen konnte, ertönte ein Knurren von Murakumo. Das Halbwesen musste sicher auch große Schmerzen haben. Und der Klang seiner Stimme ließ Aria reflexartig zurückweichen, ehe sie verstand, dass es nur ihr Retter war, der da so vor sich hin knurrte. Auch der mit ihm befasste Heiler schien ein wenig verunsichert. Elsje hingegen schien unbeeindruckt weiterzuschlafen, was Aria einerseits irritierte aber auch etwas neidisch machte. "Es geht schon..." Antwortete die Rothaarige zaghaft auf die Frage des Halbmonsters. Es waren die ersten Worte, die sie in einer ganzen Weile gesprochen hatte. Sie versuchte, sicher und fest zu klingen, jedoch zitterte ihre Stimme merklich. "Es ist nicht so schlimm..." Fügte sie an. Objektiv mochte das stimmen, aber Aria hatte dennoch große Schmerzen, die sie aber nicht offen zugeben wollte. Dazu misstraute sie der Situation und eigentlich allem zu sehr. Ihr Blick wanderte zu Orland, auch wenn sie nicht so ganz wusste, wonach sie in seinem Gesicht suchte. Den Moment der Ablenkung nutze die Heilerin jedoch, um etwas von der Tinktur aufzutragen. Es brannte. Wie Feuer. Und Aria, vollkommen überrumpelt, konnte den Aufschrei nicht unterdrücken. "Aua!"

    [Martin] & Joe


    Der Enthusiasmus des Rothaarigen ließ Martin fast an seiner Wahl zweifeln. Aus seiner Sicht war Joe viel zu selbstsicher und unbedacht. Aber der junge Schmied hatte keine Wahl. Wenn er sich und seinem kleinen Bruder hier in Trampoli ein Leben aufbauen wollte, so musste der Leos Gunst wiedererlangen. Und dafür benötigte er das seltene Erz, koste es was es wolle. Auch wenn der Preis ein gefährlicher Aufstieg, tödliche Monster und Joe darstellten. Martin zuckte als der Hüne ihm auf die Schulter klopfte. Er war gerade dabei das Gesicht zu einer Grimasse zu verziehen und etwas zu erwidern, da raschelte es plötzlich neben ihnen. Joes stille Anweisung war gar nicht nötig, denn Martin war sofort in Alarmbereitschaft. Er spannte sich an, die Zähne zusammengepresst. Ein erneutes Rascheln. Martins Augen wanderten angespannt umher, in dem Versuch, den Ursprung des Geräusches zu orten. Joe kam ihm zuvor. Leider. Denn ohne jede Vorwarnung schlug sein Begleiter plötzlich sein Schwert in das Gestrüpp neben ihnen. Martin wich zurück, gerade rechtzeitig um nicht von den scharfen Krallen des Vogelmonsters erwischt zu werden, welches äußerst erbost aus dem Gestrüpp schnellte. Durch Joes Angriff hatte es wohl zumindest ein paar Federn gelassen, jedoch schien es sonst unverletzt. Dafür aber ziemlich wütend darüber, bei was auch immer es dort getrieben hatte, gestört worden zu sein. "Ist das dein Ernst?" Fragte der junge Mann fassungslos ohne seinen übermütigen Reisepartner anzusehen. Martin griff reflexartig nach dem Schwert an seinem Gürtel. Noch während der junge Schmied versuchte es aus der Scheide zu ziehen, stürzte das Monster kreischend auf seinen Begleiter zu. Na, das ging ja gut los.

    [Martin] & Joe


    Der junge Schmied seufzte entnervt als der Hüne ihm den Proviantbeutel vor die Füße warf. So weit kam es noch, dass er sich so einem belehren ließ. "Wir müssen trotzdem sparsam sein. Wir haben keine Ahnung, wie lange wir hier sein werden." Erwiderte der Grünhaarige, doch er erwartete bereits, dass seine Worte auf taube Ohren stoßen würden. Joe schien außerordentlich gut darin zu sein, nur einen einzigen Gedankenstrang zu verfolgen. Etwas Umsicht und Vorausplanung war eventuell zu viel verlangt. Die Tatsache, dass er die beiden mehr oder minder als Bekloppte bezeichnete, kommentierte Martin nicht einmal. Es war ja nicht so als ob der Rothaarige Unrecht hatte. Er war sicherlich total bekloppt. Und die Tatsache, dass der junge Schmied ebenfalls hier stand, machte ihn keinen Deut besser. "Nimm das nicht so auf die leichte Schulter." Erwiderte der junge Mann auf die Bagatellisierungen des Älteren. Allmählich ging ihm das Geschwätze des Hünen wirklich auf die Nerven, doch als dieser seine Kenntnisse aus der Kaserne teilte, hörte Martin trotzdem aufmerksam zu. Er war nicht dumm genug, um eventuell lebenswichtige Informationen zu ignorieren, nur weil sie von einem unerträglichen Plappermaul kamen. Zwei erforschte Wege also. Lang und beschwerlich durch die Wüste mit einer geringeren Chance überrascht zu werden oder aber kürzer und gefährlicher über einen steilen Pfad. Oder sie experimentierten. Aber Martin war wahrlich kein Abenteurer und so schloss er diese Variante sofort für sich aus. Lange Zeit blickte er nur nachdenklich drein, während er beide Möglichkeiten mental abwägte. Dann seufzte er, die goldenen Augen auf den Berg geheftet. "Lass uns den steilen Pfad zum Gipfel nehmen." Schlug er schlussendlich vor. Eine überraschende Entscheidung, denn Martin wählte normalerweise eher selten das Risiko. "Wir wissen nicht, ob wir unsere Vorräte überhaupt durch die Wüste kriegen oder ob sie reichen." Erklärte er ruhig seine Denkweise. "Wenn wir wachsam bleiben, sollten die Steine uns nicht kalt erwischen. Und auch an den Goblins sollten wir irgendwie vorbei kommen." Es war ja nicht so, als würden sie auf dem anderen Weg keinen Monstern begegnen. Martin hatte gewusst, dass es gefährlich werden würde. Genau deshalb waren sie ja auch bewaffnet, wobei Martin eher besser darin war, mit seinem Hammer zu hantieren als mit einem Schwert. "Je schneller wir das hier hinter uns haben, umso besser." Fügte er schlussendlich an. Sie mussten das irgendwie schaffen. Und danach könnte der junge Schmied hoffentlich noch einmal mit Meister Leo sprechen.

    [Wayne] - kommt zurück -> bei Anni


    Nach dem aufwühlenden Gespräch mit Antoinette war der junge Cowboy auf direktem Wege wieder nach Sternbach zurückgekehrt. In der folgenden Zeit vergrub er sich in seine Arbeit auf der Ranch. Die Zeit in der Natur und mit den Tieren half ihm, seine Gedanken von seinem Liebeskummer wegzulenken.

    Und so kam es, dass er auch an diesem Tage alle Hände voll zu tun hatte. Zunächst hatte der Blonde die Pferde auf die Koppel gelassen, ehe er sich daran machte, die Ställe auszumisten und aufzuräumen. Man mochte es nicht glauben, aber diese doch recht dreckige und anstrengende Tätigkeit löste in dem jungen Mann stets ein Gefühl der Zufriedenheit aus. Er tat es immerhin für die Pferde.. Und natürlich seinen geliebten Zesel. Engelbert sah Wayne von draußen aus zu, wie er das alte Stroh entsorgte und es gegen neues austauschte, wie er die Böden fegte und das Wasser wechselte. Bei der Größe der Ställe dauerte es mehrere Stunden, bis der Blonde mit seiner Aufgabe fertig war. Doch er hatte jegliche Hilfe von seiner Familie abgelehnt. In letzter Zeit war er gerne etwas für sich gewesen, um seine Gedanken und Gefühle zu ordnen. Ganz war es ihm bisher nicht gelungen, aber während die Tage langsam vergingen, spürte er, wie die Gedanken allmählich einen kleineren Platz in seinem Kopf einnahmen.

    Nachdem seine Säuberungs- und Aufräumarbeiten erledigt waren, verließ Wayne mit einem zufriedenen Seufzen die Ställe und trat auf die Koppel. Sein blondes Haar war leicht zerzaust, er hatte geschwitzt und auch seine Kleidung hatte etwas Dreck abbekommen. Doch das störte ihn nicht. Mit einer Hand streichelte er Engelbert, während er seinen Blick über die Pferde auf der Koppel schweifen ließ. Da fiel ihm etwas auf. Oder besser gesagt: Jemand. Auf dem Außenzaun in Richtung der Mitte des Dorfes saß eine Person. Neugierig schritt Wayne auf die Gestalt zu. Je näher er kam, desto besser konnte er erkennen, dass es sich um ein junges Mädchen handelte. Sie schien mit ihrem Handy Fotos von den Pferden zu machen. Wayne trat von der Seite auf sie zu, Engelbert noch immer an seinen Fersen. "Gefallen sie dir?" Fragte der Cowboy als er sich nur noch wenige Meter entfernt befand. Dabei versuchte er, möglichst sanft zu sprechen, um das Mädchen nicht zu erschrecken. Es freute ihn, wenn die Jüngeren Interesse an der Natur zeigten. Da wollte er die unbekannte Besucherin nicht gleich wieder verscheuchen.

    [Aria] bei Elsje, Orland & Murakumo


    Alles ging irgendwie so schnell. Sie fiel, da fing Orland sie auf. Das Halbwesen besiegte die Entführer. Und sie... Erst als Orland ihr ein Stück seines Mantels gegen ihre Wunde drückte, bemerkte Aria, dass sie tatsächlich verletzt war. Sie legte eine Hand auf das Stück Stoff, spürte wie es sich mit ihrem Blut vollsog, den Fluss aber auch zurück hielt. Sie wusste nicht, dass die Wunde nicht tief war, das wusste keiner von ihnen. Langsam drangen die Schmerzen zu ihr durch und instinktiv griff sie mit ihrer freien Hand nach Orland. Alles halb so wild. Nur ein wenig schwindelig. Sie versuchte, sich ihre eigene Angst nicht anmerken zu lassen. Sie war doch tapfer und unabhängig! Und dennoch ließ sie nicht von Orland ab. Nicht, als sie auf den Wagen verbracht wurden und auch nicht als er die Zügel ergriff. Zumindest an seinem Mantel hielt sie sich fest. Ihr Atem war deutlich gestresst, doch sie schwieg. Was sollte sie auch sagen? Dinge, die sie später bereuen würde. Sie war so hin und hergerissen zwischen dem Bedürfnis nach Nähe, nach Schutz und dem Bedürfnis alle von sich zu stoßen, um nicht erneut verlassen zu werden.

    Als sie bei der Klinik ankamen musste Aria ihren Klammergriff gezwungenermaßen lösen als Murakumo sie in seine starken Arme hob, um sie hinein zu tragen. Die Rothaarige sah ihn dabei nicht an, zu groß die Angst, dass er die Tränen sehen könnte, die sich in ihren Augenwinkeln gesammelt hatten. Der Bereich über ihrem Schlüsselbein tat schrecklich weh, auch wenn die Blutung inzwischen gestoppt hatte. Als Murakumo sie absetzte, zog Aria sich in sich zurück, ihre Arme um sich geschlungen, die Hände auf das Stück von Orlands Mantel auf ihrer Wunde gepresst. Sie wagte es nicht aufzusehen. Sie wollte all diese Blicke nicht sehen. Es war lange her, dass die Kleine sich so hilflos gefühlt hatte. Und sie hasste alles daran. Noch mehr hasste sie, wie stark sie inzwischen zitterte. Sie ignorierte die Heilerin und was sie zu Murakumo sagte. Einerseits sehnte sie sich nach etwas, dass die Schmerzen linderte, aber andererseits hatte sie Angst, das zuzugeben.

    [Rumi] kommt an -> bei Hahkota & Yahto


    Das Mädchen hatte protestiert als man sie nach Hause fahren wollte. Lautstark sogar. Sie konnte Yahto und Hahkota doch nicht alleine lassen! Aber die Erwachsenen setzten sich schlussendlich durch und bestanden sogar darauf, an der Tür zu klingeln. Kotomi war außer sich gewesen. Zwar hatte ihre große Schwester sich vor den Feuerwehrleuten noch zusammen gerissen, aber sobald die Tür ins Schloss gefallen war, hatte Rumi sich eine heftige Standpauke anhören dürfen. Hausarrest. Als hätte sie den nicht eigentlich immer. Rumi verzog sich ohne große Erklärung in ihr Zimmer, weigerte sich irgendetwas zu erklären. Es hatte ja eh keinen Zweck. Und außerdem hatte sie wichtigeres zu tun. Sie hatte schließlich mitbekommen, dass ihr bester Freund und dessen Blutsbruder auf dem Campingplatz untergebracht werden sollten. Um diese Jahreszeit eine Katastrophe. Sie machte sich Sorgen, sehr große sogar, und sie hatte keinerlei Intention den Vorgaben der Feuerwehr oder ihrer älteren Schwester zu folgen.

    In ihrem Zimmer verbarrikadiert packte sie zwei Rucksäcke und gab sich dabei Mühe, sich nicht von ihrer Schwester erwischen zu lassen. Dann wartete sie, bis Kotomi in ihr Zimmer gegangen war. Sie hatte die Tür abgeschlossen, aber Rumi kannte das Versteck des Ersatzschlüssels. So schloss sie auf, versteckte den Schlüssel wieder und verließ leise die Wohnung. Über die Feuertreppe schlich sie sich nach draußen. Es war spät, sehr spät sogar, aber das hielt sie nicht auf. Mit einem der Nachtbusse fuhr sie zum Campingplatz, ihre Rucksäcke fest an sich geklammert. Sie hatte Decken eingepackt und etwas zu Essen sowie Wasser, dazu eine Taschenlampe und eine alte Powerbank, die sie mal zum Geburtstag geschenkt bekommen hatte. Sie wusste ja nicht, was die beiden Jungen erhalten hatten und was nicht.

    Die Luft war schon etwas kühl als sie ankam. Der Campingplatz war größtenteils leer. Wer wäre auch so irre um diese Jahreszeit draußen zu campen? Rumi spürte einen Kloß im Hals. Zwar konnte sie nicht dafür, dass Yahto und Hahkota in dieser misslichen Lage waren, jedoch fühlte sie sich schuldig, dass die nicht mehr für sie tun konnte. Die Rosahaarige hielt sich bedeckt, versuchte unauffällig zu sein, während die nach ihrem Ziel suchte. Der Platz war zwar eher leer aber dennoch nicht komplett zu überblicken, vor allem nicht um diese Uhrzeit. Ein Schrei durchbrach die Stille der Nacht und Rumi erstarrte. War das Yahto? Plötzlich war jede Vorsicht vergessen und das junge Mädchen rannte in die Richtung aus der das Geräusch kam. Und dort fand sie die beiden Jungen. Mit den Einzelteilen ihres Zeltes. "Da seid ihr ja!" Rumi war ganz atemlos als sie zum Stehen kam, ihre Augen zunächst auf Hahkota und dann auf den am Boden liegenden Yahto gerichtet. "Geht es dir gut?" Fragte sie, während sie ihre beiden Rucksäcke zu Boden fallen ließ, um ihrem Freund zur Hilfe zu eilen.

    [Rosalind] & Lukas


    Sie merkte schnell wie gut sie mit ihren Worten getroffen hatte, denn die Sicherheit wich aus seinem Gesicht und seinen Worten. Er strauchelte, nicht physisch aber verbal. Während die Adelstochter dies beobachtete, überkam sie eine Welle von Mitgefühl. War sie zu direkt gewesen? Es war nicht ihre Absicht gewesen, ihn zu verunsichern. Aber irgendwo sehnte sie sich nach einer gewissen Offenheit in ihrem Leben. Eine Offenheit, die sie sich nicht erlauben durfte. Und viele andere sicher auch nicht. Ihre grünen Augen wanderten über das Gesicht des Gottesdieners und ohne es zu bemerken, biss sie sich auf die Lippe. Kurz überlegte die junge Frau, sich zu entschuldigen, doch ihr Gegenüber kam ihr zuvor. Er lenkte ab. Verständlich. Und doch enttäuschend. Rosalind seufzte. "Das bin ich." Erwiderte sie mit ruhiger Stimme, ihr Gesichtsausdruck wieder verschlossen. "Rosalind De Sainte-Coquille." Nannte sie ihren Namen mit einem höflichen Nicken. Der Name ihrer Familie, die sie überaus liebte und der sich jedoch trotzdem oft wie ein Gefängnis anfühlte. "Verzeiht... Ich wollte Euch nicht zu nahe treten." Die Worte klangen sanft, ihr Gesichtsausdruck neutral. Doch ihre Augen schienen etwas in seinen zu suchen. Doch was? Das wusste sie selbst nicht so genau. "Wenn Ihr euch lieber anderen Dingen widmen wollt, dann nur zu. Ich möchte Euch nicht von der Arbeit abhalten." Ihre Stimme war etwas herunter gekühlt. Nicht, weil er etwas falsch gemacht hatte, sondern weil sie gemerkt hatte, dass sie eine Grenze überschritten hatte. Nicht verbal, gedanklich. Sie hatte ein gefährliches Thema begonnen und seine Reaktion hatte sie auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Und dennoch fühlte sie sich noch immer verloren. Doch war es nicht egoistisch ihre eigenen Probleme auf ihre neue Bekanntschaft zu projizieren und eine entsprechende Antwort zu erwarten? Sollte sie jetzt vielleicht lieber gehen? Rosalind war hin und her gerissen.

    [Priscilla] & Misasagi in ihrem Laden


    Die junge Frau stieß überrascht den Atem aus als ihre neue Bekanntschaft sie an der Hand fasste und mit sich zu den Regalen zog. Doch die Überraschung wich schnell der Begeisterung. Hatte Misasagi ihr kurz vorher noch deutlich gesagt, sie solle nichts anfassen, drückte sie ihr nun selbst einen ihrer Schätze in die Hand. Beinahe hätte Priscilla den wertvollen Stein fallen gelassen, doch ihre etwas schwitzigen Finger klammerten sich gerade rechtzeitig um die glatte Oberfläche. "Oh..." Ihre Augen funkelten als sie ihn betrachtete, die Ringe die ihn zierten. Er war wirklich wunderschön. Doch viel Zeit, sich mit dem Schatz zu beschäftigen, hatte sie nicht, denn Misasagi zeigte ihr munter viele weitere schöne Stücke, welche sie auf ihren Abenteuern ergattert hatte. "Wow..." Priscillas Begeisterung überschattete ihre anfängliche Furcht und die Tatsache, dass die Frau vor ihr ein Halbmonster war, war ihr nun vollends entfallen. Was vermutlich besser so war, denn ansonsten würde sie vielleicht doch noch die Flucht ergreifen. "Das ist... unglaublich..." Flüsterte sie mit piepsig hoher Stimme, ihre Augen glänzend. Es waren wirklich viele Informationen auf einmal und nicht alles blieb bei der Rosahaarigen hängen. Aber eines war sicher. "Du bist so mutig." Die Worte kamen wie von selbst, während ihre Augen begeistert über die ganzen Schätze wanderten. Selbst die Eidechsen, auch wenn die ein wenig ekelig waren. "Und du verkaufst die alle? Oder sammelst du sie nur?" Fragte die Rosahaarige interessiert, die Finger noch immer um den Achat geklammert. Bloß nicht fallen lassen. Bloß nicht fallen lassen. Sie war so konzentriert darauf, dass es ihr gar nicht auffiel, wie sie einen halben Schritt nach hinten machte und gegen ein anderes Regal stieß.

    [Martin] & Joe


    Der junge Schmied betrachtete den Vulkan vor ihnen mit einem skeptischen Blick in dem Versuch, sich einen ersten Überblick über das Gebiet zu verschaffen. Der Krater ragte hoch, bedrohlich. Er war steil, die Pfade, die man auf die Entfernung erkennen konnte, wirkten nicht gerade einladend und die Temperatur hatte sich bereits merklich verändert im Vergleich zu Trampoli. Nicht nur das, die Monster, welche hier lebten und jagten waren offensichtlich weitaus besser an das Terrain angepasst, welches den beiden Männern noch völlig unbekannt war. Und das allein lag Martin schwer im Magen. Er hatte keine Ahnung, was hier auf ihn zukam. Er konnte raten, vermuten, aber wissen konnte er es nicht. Und der junge Mann war wahrlich kein Freund von Überraschungen, besonders wenn diese ihn das Leben kosten könnten. Joes Stimme holte ihn wieder aus seinen dunklen Gedanken. Martin drehte sich zu ihm, seine goldenen Augen scharf und missbilligend. Langsam ging ihm der Rothaarige wirklich auf den Geist. "Dessen bin ich mir bewusst." Antwortete er trocken. "Ich mag kein Abenteurer sein, aber ich bin nicht auf den Kopf gefallen." Fügte er an, ehe sich sein Blick wieder auf den Pfad vor ihnen richtete. "Wenn du schon dabei bist, mir so gute Ratschläge zu geben, dann solltest du vielleicht auch aufhören, unsere Vorräte zu verbrauchen, bevor wir überhaupt angefangen haben." Den Kommentar konnte sich Martin nun doch nicht verkneifen. Wenn er sich schon den lieben langen Tag die Sprüche des Hünen anhören musste, so konnte er auch hin und wieder darauf antworten. Und wenn es nur dazu diente, seinen Frust nicht in sich hinein zu fressen und dadurch seine Konzentration zu verlieren. Bei einer so gefährlichen Mission musste er einen kühlen Kopf bewahren. Sein Ziel war klar: Das seltene Erz besorgen und es dem Schmiedemeister bringen. Und dann musste er hoffen, dass er seine Arbeitsstelle wiederbekam. "Ganz nach oben..." Wiederholte der junge Mann leise. "Das heißt, das Erz gib es nur auf dem Gipfel?" Harkte der Schmied nach, noch immer halb in Gedanken und Plänen versunken. Bis Joe ihm schließlich mitteilte, dass er noch nie hier war und auch nicht aus der Gegend kam. "Du bist also auch nicht von hier." Antwortete Martin fast beiläufig. Es dauerte ein paar Sekunden, bis die Antwort seines Begleiters richtig ankam. "Moment..." Goldene Augen weiteten sich. "Wenn du noch nie hier warst und auch nicht von hier bist... Woher willst du dann wissen, wo genau wir das Erz finden?" Martins Kopf hatte sich langsam wieder zu Joe gedreht, während er die Frage laut aussprach. Wo genau war er hier eigentlich hinein geraten?



    (Es tut mir so so Leid, dass du so lange warten musstest T_T)

    [Martin] & Joe kommen an


    Nachdem die beiden Männer die Kaserne noch vor Sonnenausgang verlassen hatten, hatten sie sich zuerst auf den Weg zum Marktplatz gemacht. Dort hatte Martin zunächst seinen jüngeren Bruder beruhigt, welcher sich selbstverständlich große Sorgen gemach hatte, dass er letzte Nacht nicht nachhause gekommen war. Danach zog sich der junge Schmied um und wusch sich. In Kleidung, welche weitaus besser für eine Expedition geeignet war, sauber und mit seinem kostbaren Hammer im Gepäck schloss sich der junge Mann seinem Reisepartner wieder an. Und zusammen machten sie sich auf den Weg.

    Der Ymir-Vulkan befand sich südwestlich von Trampoli, gut versteckt innerhalb einer großen Gebirgskette. Martin war froh, dass er mit Joe einen Einheimischen bei sich hatte und auch, dass das Gebiet gut ausgeschildert war. Dennoch war alleine der Weg zum Vulkan alles andere als einfach. Die Gebirgskette war groß und weitläufig und die Pfade waren nicht immer einfach zu beschreiten. Und dennoch schafften die beiden es, sich stetig weiter auf den Vulkan zuzubewegen, trotz schwerer Ausrüstung und dem Wagen. Es dauerte mehrere lange Stunden bis sich der hohe und beeindruckende Vulkan in greifbarer Nähe befand, ein großes Schild als Markierung, dass sich das Terrain nun änderte. "Achtung: Ymir-Vukan," war gerade noch so auf dem alten Holz zu erkennen, welches zweifellos schon bessere Tage gesehen hatte. "Hier ist es." Stellte der junge Schmied fest, nachdem er in etwa einen Meter vor dem Schild angehalten hatte. Er konnte die lange Anreise bereits tief in seinen Muskeln spüren. "Wir sollten eine kurze Pause machen und uns besprechen, wie wir vorgehen." Schlug er vor, seine Augen auf den Krater gerichtet, welcher sich in nicht mehr allzu großer Entfernung von ihnen in den Himmel empor hob. "Wenn wir hier planlos drauf los gehen, ist das Selbstmord. Wir brauchen einen Plan." Sein Blick wanderte von dem beeindruckenden Krater zum Weg direkt vor ihnen. Das Gebiet erinnerte ihn ein wenig an die Kelve-Lavaruinen in Rigbarth, auch wenn Martin nur selten dort nach Erz gesucht hatte. Meist hatten ihnen die Ranger von Seed ihre Schätze mitgebracht und Martin war immer sehr auf seine Ausbildung fokussiert gewesen. Aber zumindest war er nicht gänzlich unerfahren mit Monstergebieten. Der junge Schmied wandte sich zu Joe, um dessen Reaktion abzuschätzen. "Warst du schon mal hier?"

    [Martin] & Joe


    Die Nacht war kurz und wenig erholsam für den jungen Schmied. Er wälzte sich hin und her in dem engen Raum, der ihm keinerlei Bewegungsfreiheit gab und es fühlte sich nach Stunden an, ehe Martin endlich Ruhe fand. Doch auch sein Schlaf war von Unruhe geplagt. In seinem Kopf kreisten auch dann noch die Gedanken über seinen ersten, vollkommen katastrophalen Tag in Trampoli und die möglichen Konsequenzen seines eigenen Übermutes. So war es auch nicht ungewöhnlich, dass der Kopf des jungen Mannes brummte nachdem der andere ihn früh am nächsten Morgen weckte. Martin brummte nur und erhob sich nur schwermütig von seinem Schlafsack. Er hatte hier nicht wirklich etwas, um sich frisch zu machen und entschied sich darum, sich Zuhause kurz umzuziehen, bevor sie zum Vulkan aufbrachen. In der Zwischenzeit begnügte sich Martin damit, richtig wach zu werden und seine Gedanken zu ordnen bis Joe wiederkam.

    Als die Tür sich wieder öffnete und er seinen unliebsamen Reisepartner erblickte, seufzte Martin auf und erhob sich. Missmutig aber auch fest entschlossen griff er nach seiner Ausrüstung, ehe er sich wieder zu Joe umwandte. "Bereit. Ich hole, was ich noch brauche von Zuhause. Und dann können wir los zum Vulkan." Antwortete der junge Schmied mit ruhiger Stimme. Dann ließ er sich von Joe zum Hintereingang führen, ohne gesehen zu werden. Mit dem Wagen und der Ausrüstung machten sie sich dann also auf den Weg.


    Kaserne -> Ymir-Vulkan


    (Ich lasse sie auch gleich ankommen. heartpink)

    [Priscilla] & Misasagi in ihrem Laden


    Die junge Frau zuckte zurück als Misasagi ihr plötzlich so nah kam, ihre Worte so bedrohlich, wenn auch nicht gegen sie gerichtet, Ihre Augen waren weit und verunsichert während die Rosahaarige fast schon einen Satz zurück machte. So schnell wie Misasagi ihr viel zu nahe gekommen war, so schnell war sie auch schon wieder weg und lächelte. Ein wenig wurde der jungen Aushilfe des Blumenladens bei diesen ganzen Schwankungen schwindelig. Ein solches hin und her mit ihren Mitmenschen war die ohnehin schon schüchterne Priscilla nicht gewohnt. Und es gefiel ihr auch nicht. Allerdings wusste sie auch nicht, ob das nur an ihr lag oder ob das Verhalten ihrer neuen Bekanntschaft wirklich so über die Stränge schlug. Misasagis Antwort auf die doch ziemlich dreiste Frage der jüngeren Frau verwirrte Priscilla nur mehr. Sie kannte den Vater ihrer Tochter nicht? Wie denn das? Aber vielleicht verdiente die Rosahaarige auch solch eine nichtssagende Antwort für ihre Dreistigkeit. Sie entschied sich, das Thema ruhen zu lassen. Schließlich wollte sie es sich nicht mit ihrer neuen Bekanntschaft verscherzen. Als sich dann endlich die Türen des Ladens öffneten, spürte Priscilla die Nervosität erneut in sich aufsteigen. War dieses Gebäude denn überhaupt sicher? Die junge Frau war sich unsicher, wagte es aber nicht, zu protestieren. Vorsichtig folgte sie dem Halbwesen ins innere des baufälligen Gebäudes. Das Innere des Ladens entsprach der äußeren Verpackung, nur war es drinnen viel voller als draußen. Priscilla setzte langsam einen Fuß vor den anderen, doch je mehr sie sah, umso neugieriger wurde sie. "Nichts anfassen..." Wiederholte sie, eher für sich selbst als für Misasagi. Ihre lilanen Augen schweiften über die vollen Regale, all die Objekte die Misasagi gesammelt hatte. Und langsam begann die Neugier und Begeisterung Überhand zu nehmen. "Das ist.., unglaublich..." Die Worte verließen ihren Mund ehe sie nachdenken konnte. Der ursprüngliche Grund für ihren Besuch war schneller vergessen als es gedauert hatte, den Laden aufzuschließen. "Wo... Woher hast du das alles?" Fragte die junge Frau, fast so begeistert wie ein kleines Kind. So nervös sie auch war und so große Angst sie vor Monstern hatte, Misasagis Schätze faszinierten Priscilla auf eine Art und Weise, wie es selten etwas tat.

    [Wayne] geht


    Sag was, irgendwas. Mach den Mund auf! Oder vielleicht besser doch nicht... Die Streitereien in seinem Inneren ließen Wayne eine Sekunden wie angewurzelt dastehen. Bis er sich schließlich so unglaublich dumm vorkam, dass sich endlich seine Beine in Bewegung setzten.. Schnellen Schrittes aber noch im regulären Gang eilte der junge Mann durch die Tischreihen und raus aus dem Café. Als die kühle Luft im entgegen schlug, ließ seine Selbstkontrolle dann endlich nach. Die Tränen liefen ihm unkontrolliert über die Wangen, verschleierten ihm die Sicht. Wayne brauchte einen Moment, in welchem er einfach nur vor dem Café stand, um die unbändige Wucht seiner Emotionen ihm nicht die Beine unter dem Körper wegziehen zu lassen. Als er sich wieder in Bewegung setzte, war der Cowboy fast schon mechanisch. Sein Herz schmerzte und fühlte sich gleichzeitig leer an. So schlimm war es während der Funkstille nicht gewesen, aber damals hatte er zumindest noch ein wenig Hoffnung gehabt. Nun war es vorbei. Wirklich vorbei. Und nichts hatte ihn zuvor so sehr getroffen wie dieser Abschied. Der erste richtige Liebeskummer, vielleicht. Auch wenn das in seinem Alter in den Augen mancher etwas spät war. Mit geröteten Augen und nassen Wangen bewegte sich Wayne mit gesenktem Kopf zur nächsten Bushaltestelle. Er musste hier raus, raus aus der Stadt und zurück in sein geliebtes Sternbach. Was auch immer er zunächst in der Stadt gewollt hatte, es war spätestens jetzt nicht nur völlig vergessen sondern auch völlig irrelevant. Der Blonde versuchte sich zu beruhigen, während er auf den Bus wartete. Und als er dann endlich kam, setzte er sich in Windeseile in die hinterste Ecke und schenkte niemanden irgendwelche Aufmerksamkeit. Wayne fühlte sich schrecklich und wollte nichts mehr als nachhause und sein Gesicht in Engelberts Fell vergraben. Auf der Fahrt zurück nach Sternbach beachtete er die Landschaft kein bisschen, obwohl er das sonst so sehr genoss. Aber heute war nichts so wie es sonst war.


    -> geht

    [Rumi], Yahto & Hahkota

    (Outfit- Frisur)


    Das Handgemenge der beiden jungen Männer war einerseits lustig mit anzusehen, jedoch auch irgendwie herzerwärmend, auch wenn Rumi die gesprochenen Worte in der Muttersprache der beiden nicht verstehen konnte. Es war allerdings offensichtlich, wie sehr die beiden aneinander hingen und sich um einander sorgten. Ein wenig verpasste der Jugendlichen das einen Stich ins Herz, wenn sie im Vergleich dazu an die angespannte Beziehung zu ihrer älteren Schwester dachte. Aber jetzt war keine Zeit dafür. Durch ihre Geste hatte sie zumindest die Diskussion zwischen Hahkota und Yahto unterbrochen. Zwar brachte ihre Jacke dem weitaus größeren Hahkota so rein gar nichts, aber es war trotzdem besser als nichts und sie sah auf seinen Schultern auch irgendwie niedlich aus. Als die Feuerwehrmänner auf die kleine Gruppe zukamen und sie befragten, versuchte Rumi ihr bestes, Yahtos Erklärungen zu folgen. Aber auch über ihrem Kopf bildete sich lediglich ein stetig wachsendes Fragezeichen. Ganz besonders bei der Stelle, bei dem das in Weihwasser getauchte Tuch Feuer fing. Wie sollte es denn anfangen zu brennen, wenn es im Wasser war? Es sei denn... es war wirklich verflucht?! Die Rosahaarige sah mit großen Augen zwischen den beiden jungen Männern hin und her, die Ratlosigkeit und Besorgnis klar auf ihrem Gesicht ablesbar. Sie konnte nicht verstehen, was Hahkota vor sich hin murmelte, jedoch sagte sein Gesichtsausdruck schon mehr als tausend Worte. In der Hoffnung, etwas Trost zu spenden, drückte das Mädchen sanft seine Hand. Das gleiche tat sie mit Yahto nur kurz danach. Erst als Rumi ihre Augen wieder auf das Haus fallen ließ, welches von der Feuerwehr gelöscht wurde, wurde ihr das Ausmaß der Tragödie bewusst. Die beiden Männer könnten froh sein, wenn es jemals wieder bewohnbar werden würde. Und die Feuerwehrmänner bei ihnen bestätigten Rumis Annahme mit einem mitfühlenden Blick, auch wenn sie die Brandursache noch immer nicht ganz verstanden. Aber eines stand nun fest, Yahto und Hahkota konnten erst einmal nicht hier bleiben. Sie mussten irgendwo anders unterkommen. Als einer der Feuerwehrmänner sie fragte, ob sie denn eine andere Unterkunft hätten, sah Rumi wieder besorgt zu den beiden jungen Männern, welche sie noch immer bei den Händen hielt. Die Jugendliche wusste, dass sie die zwei auf keinen Fall mit Nachhause nehmen konnte. Nicht nur würde Kotomi ihr den Kopf abreißen, die kleine Wohnung der beiden Schwestern hätte auch gar nicht genug Platz um ihren besten Freund und seinen Blutsbruder zu beherbergen. "Wir... Wir finden eine Lösung. Ich... Ich lass' euch nicht alleine, okay?" Rumi wusste gar nicht, ob sie den Jungs gut zuzureden versuchte, oder sich selbst. Aber irgendeine Lösung würden sie finden. Vielleicht Hilfe durch die Stadt? Eine zeitweise Unterkunft am Campingplatz? Darüber würden sie sich später in Ruhe Gedanken machen müssen, aber eines stand für die Rosahaarige zumindest fest: Es kam gar nicht in Frage, dass die beiden da alleine durch mussten.

    [Aria], Orland, Murakumo, Elsje & die Entführer


    Die Sekunden, die vergingen, während ihr unbekannter Retter versuchte, die Kiste zu öffnen, fühlten sich an wie quälende Stunden. Aria hielt Orlands Hand fest, so fest sie nur konnte, während sie ihre andere Hand um ihre ruinierte Brosche klammerte. Die einzige Waffe, welche sie hatte. Ihr Herz blieb beinahe stehen als es ein lautes Klacken gab und plötzlich Licht in die Kiste schien. Sie war auf. Die Kiste war auf. Sie war wirklich auf! Aria konnte es kaum glauben. Sie musste die Augen zusammenkneifen als das helle Sonnenlicht an ihre grauen Augen drang. Sie spürte den Arm ihres Begleiters um sich und für einen Moment zuckte sie in sich zusammen. Mit einer solchen Geste hatte sie von Orland nicht gerechnet, vor allem, da es ihm doch selbst nicht gut ging. Mit einem dankbaren aber auch verheulten Lächeln schlang Aria ihren Arm um seine Mitte, um ihn zu stützen. Und während ihr Retter gegen die Entführer kämpfte, krochen die Kinder aus der Kiste und fielen neben dem Wagen auf den Boden. Das junge Mädchen stöhnte auf als sie aufprallte, ein dumpfer Schmerz in ihrem zierlichen Körper. Ihre grauen Augen trafen die von Orland als ihr Retter verwundet wurde und laut aufschrie. Arias Herz raste so schnell, dass sie das Gefühl hatte, kaum noch Luft zu bekommen. "Wir müssen... hier weg." Presste sie hervor und versuchte sich aufzurichten. Mit ihrer freien Hand griff sie nach Orlands Arm mit der Intention, ihn zum Gehen zu bewegen. Zwar wollte sie ihren Retter nicht zurücklassen, aber was sollten die beiden Kinder denn ausrichten? Doch gerade als die Rothaarige darüber nachdachte, verwandelte sich der fremde Mann in eine Art Wolf und stürzte sich auf seinen Angreifer. Es war brutal, blutrünstig aber auch auf eine markabere Art und Weise faszinierend. Und dennoch musste sie gehen, mussten sich in Sicherheit bringen. Aria wollte gerade wieder an Orlands Arm ziehen, welcher das Geschehen gebannt beobachtete, da spürte sie plötzlich etwas kaltes an ihrem Hals und etwas warmes hinter sich. Viel zu spät realisierte das junge Mädchen, was geschehen war. Aria sog erschrocken und verängstigt die Luft ein als der zweite Entführer sie festhielt und ihr die Klinge an die Kehle hielt. Sie wagte es nicht, zu sprechen oder zu schreien bevor der Mann hinter ihr anfing, dem Halbwesen zu drohen. Er sollte sich selbst in Ketten legen oder aber der Mann würde Aria umbringen. Ihr Atem ging schnell und flach, die Angst fast schon paralysierend. Sie konnte keinen klaren Gedanken fassen, handelte nur instinktiv. Sie hörte ein Fluchen von einer unbekannten Stimme. Und für einen kurzen Moment ließ der Griff an ihrem Körper locker, entfernte sich die Klinge in ihrer Kehle für nur einen Millimeter als der Entführer sich von der unbekannten Frau ablenken ließ. Ohne nachzudenken, instinktiv, holte Aria aus, mit der Hand, in welcher sie ihre kaputte Brosche, in welcher noch immer ein Stück Holz steckte, fest umklammert hielt. Ohne zu sehen, wo sie hinzielte, donnerte Aria ihre Hand hinter sich und schlug die Brosche mit aller Kraft gegen den Entführer. Ein Schrei. Sie hatte getroffen. Aber wo? Aria fühlte, wie sie zu Boden fiel, der Griff um ihren Körper plötzlich weg. Gleichzeitig spürte sie etwas warmes an ihrem Schlüsselbein. Etwas warmes und... nasses. Sie realisierte zunächst nicht, dass der Entführer sie, wenn auch unabsichtlich, geschnitten hatte bevor er von ihr abgelassen hatte. Die Wunde war nicht tief, denn ihre Kleidung hatte einiges von der Klinge abgefangen, aber Aria stand so unter Adrenalin, dass sie die Verletzung gar nicht bemerkte. Jetzt musste jemand anderes dem Entführer endgültig zur Strecke bringen,

    [Rosalind] & Lukas


    Die Adelstochter hörte dem Gottesdiener zu, wie er ihre eher betrübten Worte mit einer etwas positiveren Rede erwiderte. Seine Worte klangen einerseits einfach, zu einfach, viel zu einfach. Aber andererseits auch irgendwie schön. Nach dem Regen kommt die Sonne, so die Kurzfassung. Rosalind fragte sich, ob dies immer so war. Ihre Gedanken wanderten kurzzeitig zu ihrem Bruder. Wie es Max wohl gerade ging? Hatte er sich wieder in die Welt der Lebenden eingefunden und fühlte sich einigermaßen wohl? Oder fühlte er sich als würde etwas fehlen? War für ihren Bruder die Sonne gekommen? Und was war mit ihr selbst? Da war sich Rose nicht ganz so sicher. Es ging ihr besser als bevor sie ihre Auszeit außerhalb der Stadt genommen hatte. Aber konnte man das als die Wiederkehr der Sonne bezeichnen? Vermutlich eher nicht. Aber als sie das Strahlen in den Augen des jungen Mannes sah, so konnte sich die Adelstochter nicht dazu bringen, seine optimistischen Worte mit ihrem etwas härteren Pragmatismus zu erwidern. "Ihr mögt Recht haben." Antwortete sie also stattdessen mit Zustimmung. Ihre wahren Gefühle hielt sie dabei noch immer bedeckt, nah an ihrem Herzen als würde ihr Mantel sie verdecken können. Ihre grünen Augen erwiderten stattdessen seinen Blick, als könne sie daraus etwas mehr über ihn erfahren. Versuchte er gerade wohl dasselbe? Rose war sich nicht sicher, doch sie konnte den Blickkontakt nicht lange halten. Stattdessen lauschte sie seiner Antwort auf ihre Frage. Seine Worte klangen dabei ähnlich wie bei seiner kleinen Rede zuvor, jedoch konnte Rosalind sehen, dass das Strahlen, welches zuvor noch in seinen Augen gewesen war, nicht mehr ganz so funkelte. Und sein Lächeln erreichte nicht seine Augen. Die Worte klangen überzeugend, aber irgendetwas störte sie daran. Rosalind sah den Gottesdiener ganz lange an, während sie versuchte zu erahnen, was es war, dass sie störte. Bis plötzlich... "Das ist eine wirkliche schöne Rede. Ihr habt sie sicher sehr oft geprobt." Erwiderte sie schließlich, ihr Ton nicht angreifend aber doch durchdringend. Denn das, was der junge Mann da gerade tat, das kannte sie nur zu gut. Zumindest hatte sie das Gefühl, dass er gerade etwas ähnliches tat, wie sie es schon so lange tat. Die Dinge zu wiederholen, welche man einstudiert hatte, den Schein waren, das sagen, was von einem erwartet wurde. Das bedeutete nicht, dass es sich dabei um Lügen handelte, ganz und gar nicht. Aber es kam nicht von Herzen, spiegelte eben nicht die tatsächliche Gefühlssituation des Moments wider. Vielleicht irrte Rosalind sich auch aber aus irgendeinem Grund fühlte sie genau deswegen eine Art Verbundenheit mit ihrer neuen Bekanntschaft. "Aber das erwartet man auch von Euch, nicht wahr?"

    [Priscilla] & Misasagi vor ihrem Laden


    Misasagi. Ein interessanter Name. Nun hatte Priscilla zumindest einen Namen zu der sonderbaren Frau, welche sich einen Scherz nach dem anderen mit ihr erlaubte. Die Rosahaarige konnte ihre neue Bekanntschaft wirklich nur schwer einschätzen. Einerseits war sie ein Halbmonster, welches sich einen Spa0 daraus zu machen schien, sie zu erschrecken. Aber andererseits schien sie auch eine nette Frau zu sein, welche ihr angeboten hatte, ihr durchnässtes Notizbuch zu ersetzen. "P-Priscilla. Also... Das ist mein Name." Antwortete die junge Aushilfe des Blumenladens zaghaft, während die beiden Frauen nebeneinander in Richtung des Marktplatzes gingen. Die Erzählungen von Misasagi waren schon sehr interessant. Sie trieb sich oft in Dungeons rum? Das klang eher schaurig als aufregend aber ihre neue Bekanntschaft war ja auch ein Halbwesen. Da hatte sie vermutliche bessere Chancen gegen Monster als ein wehrloses kleines Persönchen wie Priscilla. "Ist das nicht gefährlich? Oder... lassen dich die Monster in Ruhe?" Wagte es die junge Frau zu fragen, ihre lilafarbenen Augen auf Misasagi gerichtet. Priscilla lauschte weiter den Erzählungen des Halbwesens. Ihre Neugier war durchaus geweckt, auch wenn sie noch etwas unsicher war. Die Blauhaarige lebte also mit ihrer Tochter und ihrem Bruder zusammen? Und ihr Bruder hatte die Idee mit dem Laden? Es klang auf jeden Fall nach einer guten Idee. Aber eine Frage stellte sich der jungen Frau dann doch, auch wenn diese vermutlich viel zu privat war um sie einfach so zu stellen. Aber das war der Rosahaarigen gar nicht so bewusst. "Was ist denn mit dem Vater deiner Tochter?" Fragte sie also, zwar noch etwas zaghaft aber doch neugierig.

    Als der Marktplatz in Sicht kam, wurde Priscilla wieder etwas aufgeregter. Sie fragte sich wirklich, wie Misasagis Laden wohl aussehen würde. Vor ihrem inneren Auge malte sich die junge Frau einige Bilder aus. Doch nichts hätte sie auf die tatsächliche Realität vorbereiten können. Das Gebäude sah mehr aus wie ein verlassenes Geisterhaus wie ein Ladengeschäft und Priscillas Augen weiteten sich merklich. "Äh..." Der Laut war leise und zaghaft als er über ihre Lippen kam. Aber mehr kam zunächst nicht aus ihrem Mund heraus. Erst als Misasagi ihr den Schlüsselbund unter die Nase hielt, riss es die Rosahaarige aus ihrer überraschten Starre. Ihre Augen fielen auf die ganzen Schlösser, welche die Eingangstür schmückten und ihre Augenbrauen schossen in die Höhe. Für so eine... Bruchbude... schien dem Halbwesen die Sicherheit sehr wichtig zu sein. Aber wenn sie darin wirklich ein paar wertvolle Stücke hatte, dann konnte Priscilla das irgendwo auch verstehen. Allerdings musste man sich bei den ganzen Schlüsseln erst einmal zurecht finden. "Das sind wirklich... eine Menge Schlüssel..." Antwortete die junge Frau etwas überfordert. "Wie findet man da denn den richtigen?" Fragte sie, während sie ihrer neuen Bekanntschaft dabei zusah, wie sie die Schlüssel nach dem richtigen durchsuchte.