Beiträge von Belly

    [Vishnal] vor Max' Tür


    3065-vishnal-pngNachdem die Situation im Esszimmer mehr oder weniger 'erfolgreich' überlebt worden war und er soweit keine weiteren Beschwerden aus dem Badezimmer gehört hatte, putzte er die zwei Damen ordentlich zusammen. Sie schienen eher genervt, als wirklich daran interessiert, was er zu sagen hatte, aber er machte es ihnen so gut es ging klar, dass sie ihre Stellung in diesem Haus zu schätzen wissen sollten. Im Nachhinein wunderte es ihn nicht sonderlich, dass die Dienerinnen dieses Hauses so nachlässig mit ihrer Arbeit waren. Schließlich war ihr einziges gleichgeschlechtliches Vorbild, welches über ihnen stand eine gewisse lilahaarige Dame, deren legitime Anwesenheit in dieser Residenz wohl mehr als nur ein wenig fragwürdig war, eine unterirdische Arbeitsmoral. Ich hoffe zutiefst, dass ich diese Gespräche nicht allzu oft führen muss... Normalerweise lief in diesem Haus eigentlich nicht so viel schief und der Blauhaarige hoffte inständig, dass die beiden einfach nur einen schlechten Tag erwischt hatten. Keine Entschuldigung, natürlich, aber es wäre ihm lieber, wenn es sich bei dem heutigen Abendessen um kein wiederkehrendes Event handeln würde. Gerade als er seinen Kamm aus seiner Innentasche nahm und seine Haare richtete - nach dem ganzen Stress mussten sie sicher Schaden genommen haben - wanderte auch schon die nächste Dienerin in die Küche. "Vishnal, entschuldigt..." Oh nein. Oh, nein, nein, nein. Er kannte dieses Gesicht. Er wusste genau, dass irgendetwas nicht so lief, wie es eigentlich laufen sollte, und man war wieder zu ihm gekommen, um die Situation zu retten. "Es gab da einen kleinen Fauxpas im Waschraum..." Die Dienerin erklärte ihm weiter, während er ihr mit einem versteinerten Gesicht zuhörte, dass der Wäsche des jungen Herrn Max wohl keine besonders große Bedeutung geschenkt wurde - so interpretierte er es zumindest, denn wer verpasste es, einem Wäschestapel für mehrere Wochen keine Beachtung zu schenken?? - und der junge Herr wohl nicht ausreichend ausgestattet für den morgigen Tag war. Er starrte sie einige Sekunden wortlos an, was sie nur noch nervöser machte, aber das war ihm Recht. Sie hatte gefälligst nervös zu sein. Selbst er war gerade nervös, denn ihm fiel keine Lösung ein, die um diese Uhrzeit noch möglich war, oder dem jungen Erben keine Umstände brachte. Die momentan gewaschene Kleidung würde um diese Jahreszeit keineswegs morgen in der Früh fertig sein, und es war anscheinend nicht bekannt, welche Kleidungsstücke überhaupt fehlten. Anscheinend wurde nur überbracht, dass es "nicht genug sei". Und wer wusste schon, wie weit diese Information von Diener zu Diener gewandert war, wer der eigentliche Überbringer war. Bis er das herausgefunden hatte, trat vermutlich sowieso schon die Morgenröte am Horizont hervor. Herrgott, am liebsten würde er sich jetzt die Haare raufen, aber dafür war ihm seine Haarpracht zu schade. Es half nichts. Er musste selbst die Gemächer des jungen Herrn untersuchen und einfach hoffen, dass es sich nur um ein leichtes Gewand handelte, welches vielleicht noch über dem Ofen einen trockenen Zustand erreichen würde. "Ich werde mich selbst darum kümmern. Wartet in der Waschküche auf weitere Anweisungen und macht euch dran jedes einzelne Kleidungsstück des jungen Herrn bis dahin zu waschen!", machte er klar, und die junge Dienerin huschte mit einem nervösen Nicken schnell davon. Tiiiief einatmen, Vishnal. Nachdem er seine Jacke richtete und zur Sicherheit - und auch ein wenig zur Beruhigung - seine Haare noch einmal durchkämmte, machte er sich auf zu den Gemächern von dem jungen Erben, sich während seines Ganges überlegend, was er sagen sollte, wenn der junge Herr denn schon von seinem Bad zurückgekehrt wäre. Ehe er es sich versah, stand er auch schon vor seiner Tür und klopfte an das teure Holz. "Entschuldigt die Störung, mein Herr, dürfte ich wohl eintreten?" Wie er den Grund seiner Störung formulieren sollte, würde er sich noch gut überlegen müssen. Natürlich verdiente jeder der ehrwürdigen Damen und Herren die gleiche, eines Adels würdige Behandlung, jedoch war es nicht unbekannt, dass gerade der junge Herr Max dazu tendierte, ein recht schnell angesäuerter junger Mann zu werden, wenn etwas nicht nach seinen Wünschen verlief, daher musste er seine Worte sehr bedacht wählen. Hätte er wirkliches Glück, wäre er natürlich noch gar nicht anwesend und er könnte einfach so eintreten und die Garderobe durchsuchen, aber er hatte das dumpfe Gefühl, dass heute einfach nichts Gutes passieren würde.

    [Ran] mit Kyle in der Tankstelle


    "Bei 43 bin ich dabeei", grinste sie mit halboffenen Augen. Ein besonderer Fan von Bacardi war die Braunhaarige zwar nicht, aber in ihrem Zustand interessierte sie der Flavor ihres flüssigen Gifts sowieso nicht mehr. "Take what you want", zuckte sie daher mit den Schultern und nahm sich selbst noch irgendeine Vodkamischung aus dem Regal, die sie sich nicht wirklich genauer angesehen hatte. Es war irgendeine gelbe Frucht drauf, also war es wohl irgendwas Zitroniges. Gerade, als sie sich die Flasche aus Kühlregal nahm, hörte sie ihren Kollegen fluchen. What the... Einen Moment lang hatte der junge Mann noch ein siegessicheres Grinsen auf den Lippen, aber schon nach einem Augenblinzeln lag die Flasche auf dem Boden, in viele viele kleine Teile zersplittert. Also wenn sie nicht schon vorhin, als sie fast auf die Fresse gefallen war gemerkt hatte, dass sie langsam echt betrunken war, hätte sie es sicher jetzt gemerkt, denn die ganze Situation passierte etwas zu schnell für sie. Nach ein paar Sekunden, als sie die Situation völlig realisiert hatte, musste sie zusammen mit ihrem Kollegen anfangen, zu kichern. Warum er das tat, wusste sie nicht, aber sie fing an zu glucksen, weil sie sich fragte, ob er jetzt wohl die Idiotensteuer für sein Missgeschick bezahlen musste, oder nicht. Ein Blick an die Kasse versprach allerdings ein wohlmöglich mehr oder weniger glückliches Ende. Die Dame, die ziemlich übernächtigt aussah, schaute nur einmal kurz zu ihnen rüber, seufzte scheinbar genervt, und widmete sich dann wieder ihrem Handy. "Got the devil's luck it seems. Die kümmert's echt 'n Scheiß", lachte sie jetzt noch einmal, vermutlich lauter, als sie sollte, aber was kümmerte sie das gerade schon. Der ganze Sinn im Betrunkensein war doch sowieso, dass man sich um nichts mehr kümmerte. Und vor allem heute brauchte sie dieses Gefühl mehr als sonst. Erfreut bemerkte sie, wie sich ihr Gehirn bereits wie eine wohlige, schwankende Masse anfühlte, die vermutlich keinen der sonst so schmerzhaften und wuterregenden Gedanken ernsthaft für eine längere Zeit halten konnte. Einen kurzen Moment flackerte Cedrics Gesicht auf. Die Emotionen, die er ihr gezeigt hatte, die Vorwürfe, die genauso schlimm waren, wie sie erwartet hatte, die Enttäuschung, und auch irgendwie die Bestätigung, die sie dadurch bekommen hatte. "Well, lass mal zahlen", murmelte sie, das Lachen war auf ihrem Gesicht verschwunden. "Ich bin noch nich betrunken genug" Der letzte Satz hätte wahrscheinlich nur in ihren Gedanken stattgefunden, wäre sie nüchtern gewesen, aber in ihrem Zustand lockerte sich ihre Zunge schon merklich. Das Chaos auf dem Boden hatte sie schon fast wieder vergessen, als sie auf eine Scherbe trat und unbeeindruckt auf den Boden starrte.

    [Leonel] auf dem Küchenboden


    2891-leonel-jpgAls Aria ihn am Arm zog, machte er sich instinktiv drauf und dran, von der Gefahrensituation zu flüchten. Er drehte sich um, und lief hinter ihr her, war vermutlich nicht mehr als zwei bis drei Schritte von ihr entfernt. Er hatte eigentlich vor, ihr zu folgen und ebenfalls aus dem Fenster zu springen, aber gerade als die Rothaarige vor ihm aus dem Fenster verschwand, übersah er einen Besen, der anscheinend noch von der Aufräumaktion an den Tisch angelehnt war, und stolperte über ihn, landete mit dem Gesicht vorwärts auf dem Boden. "Auwaa...", jammerte der Blonde. So war die ganze Aktion ganz und gar nicht geplant!

    [Tara] geht nach Hause


    Die letzten Worte der Schwarzhaarigen brachte ihre eigenen Augen dazu, glasig zu werden. Er musste ein unglaublich besonderer Mensch für sie sein, dass sie solch starken Gefühle für ihn hegte, und auch, wenn sie vorher schon Mitgefühl für das Mädchen hatte, so traf sie der Kommentar, dass sie ihn nicht aus ihrem Leben verbannen wollte, besonders. In ihrem Fall hatte sie zwar auch nicht wirklich den Kontakt abgebrochen, nur weil ihre Gefühle nicht erwidert wurden, sondern lediglich weil sie mit ihrem eigenen Leben nicht mehr klar kam und nicht in der Lage war, den Kontakt zu anderen Menschen, die ihr eigentlich wichtig waren, Aufrecht zu erhalten. Doch das konnte sie nicht wissen. "Das verstehe ich", sagte sie daher. Schließlich hatte sie sich auch nicht direkt ausgesucht, dass alles so abgelaufen war, auch wenn sie sich selbst dafür verantwortlich machte. "Sorry, ich wollte es auch nicht klingen lassen, als wäre das der einzige Weg. Das ist nur bei mir so gelaufen, aber es gibt sicher noch andere Wege", versuchte sie, sie zu beschwichtigen, als sie wieder anfing zu weinen. Irgendwie fühlte sie sich schuldig, dass sie etwas gesagt hatte, was bei der Schwarzhaarigen eine negative Reaktion hervorgerufen hatte, aber sie versuchte sich einzureden. Immerhin ging es ihr doch sowieso schon schlecht. Doch bevor das Gespräch einen weiteren Verlauf nehmen konnte, kam eine weitere Person auf die Bank zu, ließ sich neben Noita fallen und begann sogleich das Gespräch mit ihr. Es war offensichtlich, dass die beiden sich kannten und wohl ein sehr vertrautes Verhältnis zueinander hatten, da sich die Schwarzhaarige auch gleich an ihr anlehnte. Ein Gefühl der Überflüssigkeit machte sich in ihr breit. Sicher konnte Jemand, der sie so viel besser kannte, als sie selbst, ihr eine bessere Stütze in ihrer jetzigen Situation sein, und wenn sie ehrlich war, fühlte sie sich auch irgendwie wie das dritte Rad am Wagen. "Ich sollte wohl besser gehen", murmelte sie leise, war sich noch nicht einmal sicher, ob man sie überhaupt hörte, aber wenn nicht, war das sicher auch nicht schlimm. Lieber wollte sie ohne viel Aufsehen zu erregen, von der Bildfläche verschwinden, damit die Zwei ihr Gespräch ohne eine Fremde in ihrer Mitte weiterführen konnten. Ich hoffe, dir geht es bald wieder besser, dachte sie ehrlich, hatte aber nicht den Mut dazu, ihren Mund noch einmal aufzumachen. Mit einem vor Nervosität rasendem Herzen stand sie also so leise wie möglich von der Bank auf und verschwand in das grüne Dickicht, welches sie umgab, und begab sich nach Hause.

    [Kyle] bei Bianca vor dem Wachposten


    2887-kyle-pngScheiße, warum musste sie denn jetzt auch noch anfangen zu weinen? Er selbst verbrauchte gerade genug Energie, um seine eigenen Gefühle und eventuellen Tränen herunterzuschlucken, und jemand anderes weinen zu sehen half ganz sicher nicht dabei. Eigenartigerweise schockte ihn dieser Ausdruck ihrer Gefühle jedoch nicht so sehr, wie ihre Verletzlichkeit, die sie an jenem Abend gezeigt hatte, was ihn ehrlich gesagt überraschte. Er wusste nicht recht, was er mit dieser Erkenntnis anfangen sollte, aber es half definitiv nicht dabei, seine eigenen Tränen aufzuhalten, also tat er das Einzige, was ihm gerade in den Sinn kam, um seine Gefühle erfolgreich zu verstecken, und drehte sich um. Irgendwie fühlte er sich kindisch, während er das tat. Sollte er als erwachsener Mann nicht eigentlich seine Gefühlsreaktionen so gut unter Kontrolle haben, dass er diese Maßnahme gar nicht nötig haben sollte? Und dennoch war es die einzige Möglichkeit, die Konversation irgendwie weiterzuführen, ohne seine eigene Schwäche vor der Adeligen zur Schau zu stellen. Während er seinen Arm so über sein Gesicht legte, dass er damit gleichzeitig die losgelassene Träne mit seinem Handschuh auffangen und trotzdem so aussah, als würde er seinen Kopf kratzen, dachte er mehr über ihre Aussage nach. Er hatte sie nicht aufgehalten. Er musste schlucken. Was hätte es auch gebracht? Menschen, die ihn verlassen wollten, taten es einfach, egal, wie sehr er wollte, dass sie bei ihm blieben. Wie oft hatte er schon Menschen nachgetrauert, die er nicht bei sich halten konnte. Seinen Vater, seine Mutter, Cammy. Cammy war zwar theoretisch, angeblich wieder zurück auf dieser Welt, aber bis er es nicht mit seinen eigenen Augen gesehen hatte, konnte er nicht daran glauben, wollte es nicht. Bianca war die Einzige, auf die er bis jetzt immer wieder traf, der er irgendwie nicht aus dem Weg gehen konnte. Doch er war sich sicher, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis es passierte. Er wusste es einfach. Es musste so passieren. Oder hatte sie wirklich die Macht, diesen schmerzhaften Kreislauf in seinem Leben zu ändern? ...Nun, sie war verdammt stur, so viel stand fest, aber er konnte sich einfach nicht mit dem Gedanken anfreunden, jemanden in sein Leben zu lassen mit der Erwartung, dass er ihn behalten würde. "Hätte es denn etwas geändert?", fragte er, immer noch mit dem Rücken zu ihr gewandt. Wärst du wirklich geblieben?

    [Tara] bei Noita abseits vom Fest


    Schon wieder eine Frage, die sie nicht wusste, wie sie sie beantworten sollte. Sie war schließlich weit davon entfernt, besonders erfahren im Thema Liebe zu sein. Sie hatte sich ein paar Mal verknallt gehabt, aber das war es auch schon. Allein der Fakt, dass ihr Gegenüber gerade einen Breakup durchmachte und somit schon mal vermutlich eine richtige Beziehung hatte, machte das Mädchen vor ihr zu einer um einiges qualifizierteren Quelle, als sie. Was sollte sie also darauf sagen? ‚Es passiert‘. So war es zumindest bei ihr gewesen. Doch jeder ging anders damit um. Manche Menschen schleppten diese Gefühle noch jahrelang mit sich herum, und sie hoffte inständig, dass es bei diesem Mädchen nicht genau so sein musste. „Das kann ich dir nicht genau sagen… Ich hab die Person echt lange nicht mehr gesehen, und dann irgendwann den Bezug verloren“, gab sie nüchtern zu. „Aber ich hatte auch nicht viele Möglichkeiten, ihm über den Weg zu laufen…“ Oder irgendwem anders... Der Grund dafür war natürlich, dass sie sich ziemlich lang wie ein Häufchen Elend in ihrem Zimmer verkrochen hatte und vor sich hinvegetiert hatte, aber sie wollte jetzt nicht anfangen von ihren Problemen zu reden, wenn jemand vor ihr so am Ende war. Und ihre Vorgehensweise wollte sie eigentlich auch niemand anderem anraten. Letztendlich hatte sie ja auch irgendwie den Weg aus ihrem Zimmer gefunden, auch wenn sie sich seitdem eigentlich nur in eigenartige Situationen katapultiert hatte. Vielleicht zogen sie solche Situationen einfach an. Als sich die Fremde als ‚Noita‘ vorstellte, lächelte sie automatisch. Stimmt. Sie hatten ja noch nicht einmal Namen ausgetauscht. „Ich bin Tara“, stellte sie sich nun ebenfalls vor. „Und mach dir keine Sorgen. Ich hatte schon komischere Begegnungen“, versicherte sie ihr. Immerhin war sie ja im Prinzip dafür verantwortlich, dass sie auf sie zugegangen war. So konnte sie sich auch nicht beschweren. Und vielleicht war es ja auch besser, sich unter solchen Umständen kennengelernt zu haben, als gar nicht?

    [Kyle] bei Bianca vor dem Wachposten


    2887-kyle-png'Normal'? Beschwerte sich Bianca gerade allen Ernstes darüber, dass er nicht normal mit ihr umging? Sprachlos griff er mit seinen Händen kurz in seine Haare, um sie dann in seinem Nacken ruhen zu lassen, während er gen Himmel starrte. Dass er der Blauhaarigen nichts recht machen konnte, war ja nichts Neues, eigentlich müsste er sich schon längst daran gewöhnt haben, die weiße Fahne schwenken und einfach gehen, aber er war noch nicht fertig. Er hatte noch Dinge zu sagen, angestauten Frust abzulassen. Aus irgendeinem Grund war es heute einfach zu viel. "Oh, klar, jetzt ist es wieder meine Schuld, was? Wann hast du mich denn das letzte Mal freundlich begrüßt und mich normal behandelt, hm? 'Oh, Kyle, schön dich mal wieder zu sehen! Wie geht's dir denn so?' Wann ist das das letzte Mal passiert?" Wahrscheinlich war es unfair, diese Frage zu stellen. Die beiden schienen sich schließlich immer in den dümmsten Situationen zu begegnen. Entweder es ertrank fast jemand, oder er wurde für tot gehalten, oder sie wurden an ein traumatisches Event aus der Vergangenheit erinnert und waren am Ende. Vielleicht war es ja so schwierig für die beiden sich normal zu verhalten, weil sie einfach viel zu wenig Normalität in ihrem Leben hatten und diese Normalität eben auch nicht miteinander teilen konnten. Doch so unsinnig es auch war, im tiefsten Inneren sehnte man sich trotzdem danach. 'Warum kann nicht einfach alles normal sein?' Es wäre doch so schön, so einfach, aber es funktionierte nicht für sie. Und Kyle wusste nicht, wie er damit umgehen sollte. Mal befand er sich in lethargischer Apathie und akzeptierte sein Schicksal, und mal regte es ihn unglaublich auf, aber beides würde zu keiner zufriedenstellenden Lösung führen. Wie oft musste er sich denn noch im Kreis drehen, bis er ihn durchbrechen konnte? Als Bianca sich vor Wut selbst verletzt hatte, wusste er nicht, wie er darauf reagieren sollte. Es war schließlich keine tiefe Wunde, und sie schien selbst zur Genüge damit klar zu kommen, also sagte er einfach nichts. Im Hinterkopf wusste er, dass er jetzt vermutlich wieder irgendwas falsch gemacht hatte, aber er war zu wütend, um diesen Gedanken vollkommen an sich ran zu lassen. Stattdessen machte er weiter. Ließ seinen eigenen Schmerz an ihr aus, obwohl er selbst vermutlich genauso viel Verantwortung für ihre konfuse Beziehung zueinander hatte. "Du bist diejenige, die letztes mal gegangen ist..." Mit diesem Satz wurden seine Augen wieder glasig. Das verletzende Gefühl, verlassen worden zu sein kochte wieder in ihm hoch und hätte er nicht ausnahmsweise hören wollen, was sie zu seinen Vorwürfen zu sagen hatte, wäre er vermutlich jetzt wieder weggegangen.

    [Kyle] bei Bianca vor dem Wachtposten


    2887-kyle-pngUnglaublich. Anscheinend hatte sich Bianca tatsächlich zusammengerissen und ließ sich ihre Wut - die sie auf jeden Fall haben musste, so gut kannte er sie zumindest - nicht anmerken. Ob es wohl wegen dem Silberhaarigen war, der neben den beiden stand? Dabei machte sich die Blauhaarige ja sonst eigentlich auch keine Gedanken darüber, ob sie bei ihren Wutanfällen zwei, oder fünfzig Zuschauer hatte. Argwöhnisch wartete er die Situation ab, immer noch darauf wartend, dass sie ihn anschreien würde, als sich der Wächter verabschiedete. Oh, verdammt. Jetzt würde es gleich passieren, oder? Auf den Kommentar, dass er zu Unterhaltungszwecken gerne wieder vorbeischauen könnte, schaffte er es gerade mal, ein schiefes Lächeln auf seinem Gesicht zu platzieren. Vielleicht war das wirklich alles, wozu er gut war. Ein Sandsack, den man zu Unterhaltungszwecken immer mal hin und her schubsen konnte, um zu sehen, wann er denn letztendlich platzen würde. Der Silberhaarige konnte nicht wissen, dass dieser Kommentar ihn viel persönlicher traf, als er hätte sollen, aber dennoch traf er ihn tief. Er hob die Hand zum Abschied, wollte immer noch nicht den Kopf zur Blauhaarigen drehen, deren Blicke sich geradezu in seinen Hinterkopf zu bohren schienen. Als sie dann endlich das loswurde, was sie ihm vermutlich schon die ganze Zeit an den Kopf werfen wollte, wich seine innere Nervosität schlagartig. Wie der letzte Tropfen, der im Fass seiner Gefühle gefehlt hatte, um es zum Überlaufen zu bringen. Irgendwie war er genervt davon, dass letztendlich alles wieder genauso war, wie er es erwartet hatte. Während des Abends damals wusste er noch nicht, dass er dieses unbehagliche Gefühl, welches durch das unnatürliche Verhalten der Adeligen entstanden war, vermissen würde, aber jetzt wünschte er es sich sehnlichst zurück. Er war an einem Punkt angekommen, an dem er gesehen hatte, dass es anders sein konnte, und bei dem ganzen Mist, der in seinem Leben passiert war, hatte er es langsam satt, dass immer das Gleiche passierte. "Und du?", drehte er nun seinen Kopf, während sie sich schon wieder von ihm abgewandt hatte. "Du bist doch auch nicht besser! Ständig meckerst du nur an mir rum!" Als er diese Worte ausgesprochen hatte, fühlte er sich bescheuert. Lächerlich, dass er auch nur eine Sekunde geglaubt hatte, dass dieser Abend wirklich etwas zwischen den beiden verändert hätte können. Letztendlich war es doch wieder das Gleiche, nur mit dem Zusatz, dass es noch schmerzhafter war, von ihr weggestoßen worden zu sein, nachdem sie ihn an zuvor sich gezogen hatte. Aber hey, er war ja schließlich sowieso nur zu Unterhaltungszwecken da. Und er machte seinen Job wohl verdammt gut, wenn die Leute um ihn herum immer so einen verschissenen Spaß daran hatten, an seinen Gefühlen zu zerren.

    [Tara] bei Noita abseits vom Fest


    Die Frage der Unbekannten war verständlich, und doch war sie sich nicht sicher, wie sie darauf antworten sollte. Die Antwort für sie war: Ja, es tut irgendwann nicht mehr weh. Andere Dinge passieren in der Gegenwart, die dich von deiner Vergangenheit ablenken. Und irgendwann kommen so viele neue Dinge dazu, dass sich diese Gefühle wie eine weit entfernte Erinnerung anfühlten. In ihrem Fall fühlten sich diese Gefühle jedoch nur so weit entfernt an, weil der Schmerz, den sie danach empfunden hatte noch größer wurde als das, was sie in dieser Zeit gefühlt hatte. Was sollte sie also sagen? 'Ach, das wird nicht das Schlimmste in deinem Leben sein. Es wird sicher noch schlimmer!'... Wohl eher nicht. Gleichzeitig hatte Tara auch die Befürchtung, dass sie jetzt vermutlich alles sagen könnte und ihr trotzdem nicht den Schmerz nehmen würde, den sie in diesem Moment gerade fühlen musste. In solchen Momenten hatte man das Gefühl, dass man nie wieder glücklich, oder geliebt werden würde, und wenn jemand einem was anderes sagte, glaubte man das nicht. So war es zumindest immer für sie gewesen. Aber irgendwas musste sie trotzdem sagen. Sie hatte sich dafür entschieden, sich um dieses ihr fremde Mädchen zu kümmern, oder es immerhin zu versuchen, also fühlte sie sich irgendwie verantwortlich, diese Frage so gut es ging zu beantworten. "Ich weiß nicht genau, wie man es schafft. Das macht vermutlich jeder anders", murmelte sie nervös. "Aber ich glaube, mit der Zeit scheint alles so weit in der Ferne, dass es irgendwann nicht mehr so weh tut" Hoffentlich wurde diese Antwort ihrer Frage gerecht, wenn das überhaupt gerade möglich war. "Du hast doch sicher Menschen in deinem Leben, denen du wichtig bist, oder? Vielleicht hilft es ja, wenn du mehr Zeit mit ihnen verbringst" Sie selbst wusste zwar, dass sie sich nie auf ihre Familie verlassen konnte, aber das war schließlich auch nicht bei jedem so. Vielleicht war sie ja gesegnet mit einem dieser seltenen, unterstützenden Umfelder, denen sie alles anvertrauen konnte? Allerdings saß sie hier auch alleine auf einer Parkbank. Ohje. Was, wenn sie eigentlich überhaupt kein gutes soziales Umfeld hatte und sie jetzt einfach nur noch mehr Wunden in ihr aufgerissen hatte? Innerlich verfluchte sie sich dafür, dass sie vermutlich zu viel gesprochen hatte, wieder eine Annahme getätigt hatte, die sich potentiell als komplett falsch herausstellen könnte. Würde es jetzt überhaupt etwas bringen, wenn sie diesen Satz zurücknahm und irgendwas davon redete, dass sie es alleine auch schaffen würde? Oder wäre das wieder zu viel des Guten? Fast wie zugefroren saß sie stattdessen einfach steif da, ihr Mund fühlte sich zu trocken an, um jetzt noch etwas dazuzusagen. Ihre Haltung entspannte sich allerdings wieder, als das fremde Mädchen wieder den Kopf hob und ein einfaches 'Danke' aus sich herausbrachte. Leise atmete sie etwas von ihrer inneren Anspannung aus. Sie war sich nicht sicher, ob das 'Danke' nur aus Höflichkeit, oder wahrhaftig gemeint war, aber es fühlte sich trotzdem gut an. Vielleicht war es ja doch nicht die bescheuerteste Idee gewesen, dieses Mädchen anzusprechen. Nur vielleicht. "Schon in Ordnung", erwiderte sie mit einem leichten Lächeln und nahm währenddessen kurz den Blick von ihrem Schoß, um ihr in die Augen zu blicken. Nicht überraschend sah sie immer noch wie ein Häufchen Elend aus, aber das war zu erwarten. Sie konnte nur hoffen, dass dieser Typ wenigstens wusste, was für einen Schaden er bei dem Mädchen hinterlassen hatte.

    November ist wieder NaNoWriMo (National Novel Writing Month) für mich und das bedeutet: 50.000 Wörter in einem Monat an meiner Geschichte. Letztes Jahr hab ichs ausgelassen, aber dieses Jahr wollte ich unbedingt wieder mitmachen und da das schon recht viele Wörter sind, werde ich mich definitiv primär darauf konzentrieren. Ob ich im RPG dann was schreibe hängt also stark davon ab, wie schnell und gut ich mit dem Ziel vorankomme :'D

    [Vishnal] bei Max & Rosalind -> in der Küche


    3065-vishnal-pngNachdem die Dame am Tisch sich freundlich bei ihm bedankte, hatte Vishnal fast schon die Illusion gehabt, dass den beiden die leeren Gläser nicht ganz so viel ausgemacht hatten, aber diese Annahme schlug der blonde Adelige schnell. Er war die scharfe Zunge von dem jungen Max zwar schon gewöhnt, dennoch trafen diese harten Worte genau in den Kern seines perfektionistischen Daseins. Am liebsten wäre er ehrlich gewesen und hätte sich gleich über die zwei Tratschtanten in der Küche ausgelassen, aber was hätte das denn für einen Eindruck auf ihn gemacht! Ein Butler, der über die anderen Diener offen lästert - undenkbar! Das hätte seinem Ruf viel mehr Schaden zugefügt, als diesen nichtsnützigen Funzeln. "Keinen legitimen, mein Herr. Ich entschuldige mich nochmal vielmals", antwortete er darauf mit einem kurzen Beugen seines Oberkörpers und musste sich zurückhalten, nicht die Zähne zu fest zusammenbeißen vor Entnervtheit. Als die Zwei das Gespräch fortführten, bewegte er sich wortlos wieder zurück in die Küche. Für das Bad war er selbst nicht verantwortlich, sollte er nicht direkt damit beauftragt werden und diese Aufgabe sollten die dafür zuständigen Mägde ja wohl hoffentlich auch ohne ihn hinbekommen.

    [Cyril] mit Gabriel & Thomas an der frischen Luft


    2941-cyril-pngGlücklicherweise schien es dem Jungen schon viel besser zu gehen, nachdem sie draußen an der frischen Luft angelangt waren. Ein ehrliches Gefühl der Freude machte sich in seiner Brust breit, wissend, dass sich jemand anderes besser durch ihre Taten fühlte. "Nein, das war nun wirklich nicht die Rede wert. Ich bin nur froh, dass es dir besser zu gehen scheint" Als seine beiden Schulkameraden sich dann auch noch für seine Entdeckung interessierten und ihn nach seinem Hobby fragen, erschien ein noch größeres Glitzern in seinen Augen, als zuvor. "Interessiert? Nein", er schüttelte lächelnd mit dem Kopf. "Ich bin nicht einfach nur interessiert daran, ich habe es zu meiner Lebensaufgabe erkoren, so viele Arten von Lebewesen wie möglich in meinem Leben gesehen zu haben! Flora, Fauna, Fungi, sie alle haben ihre faszinierenden Seiten. Alle sehen sie anders aus, sind in den verschiedensten Biomen und über alle Kontinente verteilt, und doch gehören sie alle zu derselben Kategorie...", ein schwärmender Seufzer entwich ihm. "Eines Tages möchte ich wirklich überall auf der Welt gewesen sein und all diese Dinge gesehen haben" Doch so sehr er auch weiter über die vielen Phänomene der Artenvielfalt reden wollte, so zügelte er sich letztendlich erfolgreich. Seine Eltern hatten ihn immer wieder ermahnt, dass er seine Gesprächspartner nicht zutexten und sie auch zu Wort kommen lassen sollte. Und gerade wenn man neue Menschen kennenlernte, sollte man sich Mühe geben, einen guten ersten Eindruck zu machen. "Wie steht es mit euch beiden? Interessiert ihr euch auch für die vielen Arten, die das Leben annehmen kann?" Aus seinem Blickwinkel bemerkte er die zwei Zwillinge, Iuka und Shuka, wie er sich dank der Introduktion von Gabriel erinnern konnte, und winkte ihr ebenfalls mit einem Lächeln zu. Fast schon hätte er seiner extrovertierten Ader nachgegeben und versucht, die beiden auch in ihr Gespräch einzubinden, aber seiner neuesten Bekanntschaft ging es gerade erst ein wenig besser, und er wollte auf keinen Fall riskieren, dass er sich durch noch mehr Menschen in die Enge gedrängt fühlte.

    [Tara] bei Noita abseits vom Fest


    Ihre Annahme bestätigte sich. Es war also tatsächlich etwas auf der Party geschehen, aber es lief nicht so ganz ab, wie sie vermutet hatte. Als die Schwarzhaarige den Grund ihres Zustandes erklärte, weiteten sich ihre Augen und Mund ein wenig. Au weia, dachte sie sich nur. In dieser Situation hatte sie sich schließlich auch einmal befunden. Wie aus Reflex musste sie sich an den Moment erinnern, als sie nach einer langen Phase des Liebeskummers das Foto von sich und Simon auf dem Weihnachtsmarkt von ihrem Handy gelöscht hatte und mit der Situation endlich abgeschlossen hatte. Doch dieses Mädchen stand noch ganz am Anfang einer anscheinend unerwiderten Liebe. Vielleicht ist es ja auch ganz anders... Ein kurzer Gedanke kam ihr in den Kopf, der ihr riet, die Situation der Schwarzhaarigen nicht so sehr mit ihrer zu vergleichen. Tara fühlte sich zwar durch diese kleine Gemeinsamkeit ihr gegenüber noch empathischer, als zuvor, aber letztendlich wusste sie, dass sie ihrem Hang zu viel in Situationen reinzuinterpretieren eigentlich nicht nachgeben sollte, so sehr ihre Gefühle sie dazu anleiteten. Immerhin hatte sie außer diesem einen Satz noch nichts Genaues von den Umständen der Fremden erfahren und innerlich wollte die Hobby-Soziophobikerin immer noch bereit für ein 'Ich will jetzt eigentlich alleine sein' sein. Dennoch - vielleicht war es gar nicht so unklug dem Mädchen das Gefühl zu geben, man verstand sie? Selbst wenn sie in diesem Moment nur eine bedeutungslose Fremde war. Schließlich war die Schwarzhaarige war immer noch entschlossen dazu, es zu versuchen. Utopische Vorstellungen, dass sie die Stimmung des Mädchens zum Positiven wenden konnte, hatte sie sowieso nicht, aber vielleicht konnte sie ja wenigstens ein bisschen runterkommen? Ein Versuch war es auf jeden Fall wert. "Das Gefühl kenne ich...", sagte sie daher kleinlaut. "Wenn man seine Gefühle so sehr auf diesen einen Menschen konzentriert, und dann werden sie nicht erwidert. Das ist unglaublich niederschmetternd" Ihre eigene Stimme brach ein wenig, während sie diesen Satz aussprach. Die Nervosität und der zusammengezogene Knoten in ihrer Brust machten ihre Kehle trockener, als sie es erwartet hatte und sie räusperte sich, etwas irritiert von ihrer eigenen Körperreaktion, während sie selbst auf ihre Knie starrte.

    [Ran] mit Kyle in der Tankstelle


    So ein Sack. Da waren sie noch nicht einmal richtig bei der Tankstelle angekommen - hatten also auch einen nicht so langen Weg zur Haltestelle - und trotzdem fuhr dieser bescheuerte Hans einfach an ihnen vorbei! "Ich glaub's nicht!", beschwerte sich die frisch ausstudierte Innenarchitektin. "Was hat der Penner für'n Problem?" Der wird doch bezahlt, um Menschen zu transportieren und nicht um an ihnen vorbeizufahren! Das nächste Mal würde sie sich sicher ein Taxi gönnen, anstatt auf diesen blöden Bus zu warten. Die waren ja zu nichts gut! Aber gut, jetzt war der Drops sowieso gelutscht. Einfach nachkippen und sie würde diesen dämlichen Horst schon noch vergessen. "Naja, fuck it. Gehen wir erst mal Alk einkaufen, ich werd' schon wieder nüchtern. Danach können wir ja rumlaufen, oder ein Taxi anrufen, oder whatever", murmelte sie aggressiv und ging trotz einem Balancegefühl, welches definitiv zu wünschen übrig ließ recht schnell auf die Tankstelle zu, ohne jedoch viel auf ihren Kollegen zu achten und was er wollte. Dafür hatte sie einfach gerade keinen Nerv. Und er würde sich wohl kaum darüber beschweren, wenn sie erst mal noch mehr Alk besorgen würden. Schließlich hatte er in der Bar ja auch recht großzügig zugelangt, also zumindest als Spaßbremse schätzte sie ihn nicht ein. Den kleinen Kratzer an ihrem Knie hatte die Braunhaarige in ihrem Rausch schon wieder vergessen. Wahrscheinlich würde sie sich morgen nur aufregen, dass ihre hübsche Jeans kaputt war, aber in diesem Moment betäubte der Alkohol dann doch den Schmerz zu gut, um ihm irgendeine Art von Aufmerksamkeit zu schenken.

    [Tara] bei Noita abseits vom Fest


    Irgendwie hatte die Schwarzhaarige die Illusion gehabt, dass sich die Unsicherheiten in ihrem Kopf zurückziehen würden, als sie die Entscheidung getroffen hatte, auf das fremde Schluchzen zuzugehen und nachzufragen. Diese Illusion stellte sich jedoch ziemlich schnell als falsch heraus. Nicht nur, dass sie sich nicht zurückgezogen hatten, sie hatten auch an Volumen zugenommen, fragten sie ständig, was sie eigentlich hier machte, warum sie diese Entscheidung, die vor ein paar Sekunden noch so plausibel erschienen hatte, überhaupt getroffen hatte. Als das fremde Mädchen dann vorsichtig den Kopf hob und ihr tränenüberströmtes Gesicht zum Vorschein kam, zog sich ihr Herz kurz zusammen. Menschen so leiden zu sehen war wirklich nichts Schönes, und sie selbst hatte schließlich schon genug schmerzhafte Erlebnisse hinter sich, weswegen sie sich nachts in den Schlaf geweint hatte, dass sie nicht anders konnte, als mit der Fremden mitzufühlen. In diesen Momenten hatte sie sich nichts Sehnlicheres gewünscht, als von jemandem gehört zu werden, der sich um sie kümmern würde, aber vielleicht ging es nicht jedem so. Nichtsdestotrotz stand sie jetzt trotzdem hier, fühlte sich wie angewurzelt, auch wenn sie immer noch unsicher war. Langsam und mit so viel Abstand wie möglich nahm sie ebenfalls auf der Bank Platz. Als die Schwarzhaarige auf ihre Frage mit der offensichtlichen Aussage antwortete, dass nichts in Ordnung war, besserte sich dieser Zustand nicht. Sie hatte nichts darüber gesagt, ob sie alleine sein wollte, oder nicht, was Tara nur noch mehr hemmte. Aus Reflex hätte sie fast noch mal gesagt, dass sie sie auch alleine lassen könnte, aber sich nochmal zu wiederholen, nur um sich selbst zu beruhigen, würde jetzt sicher nichts bringen. Immerhin war der Fremden ihre momentane Unsicherheit vermutlich recht egal, auch, wenn sie sich damit die ganze Zeit beschäftigte. Noch ein bisschen, nahm sie sich vor. Wenigstens ein bisschen sollte ich es versuchen. Vielleicht ergab sich ja noch eine klare Reaktion, die sie zum Gehen bringen würde, aber fürs Erste versuchte sie, ihre eigenen Komplexe zu ignorieren und sich für die Umstände der Fremden zu interessieren. "Ist... irgendwas auf der Party passiert?" Der Schülerin fiel auf, wie die Schwarzhaarige in die Nähe des Events schaute. Wartete sie vielleicht auf jemanden? Oder hatte ihr vielleicht jemand weh getan, sie begrapscht? Sowas passierte ja bekanntlich recht oft auf Feiern mit viel Alkohol.

    [Leonel] mit Aria im Waisenhaus


    2891-leonel-jpgGerade, als der Blondschopf Aria antworten wollte, sprang sie ihm fast schon in die Arme, als das Fenster hinter ihnen zufiel. Innerlich zuckte der Junge zwar ein bisschen zusammen, aber er tat sein bestes, um es sich ihm nicht ansehen zu lassen. Schließlich musste er Mut ausstrahlen, damit seine neue Freundin selbst nicht den Mut verlor! Seine Eltern hatten ihm schon von Kindheit an beigebracht, dass Emotionen ansteckend waren, deswegen sollte man immer nur die positiven Emotionen zeigen, und die negativen Emotionen mit sich selbst ausmachen. "Alles gut", flüsterte er zusprechend. Dass Aria ihn umarmte, machte ihm natürlich nichts aus. Es freute ihn irgendwie, dass sie ihm schon so schnell vertraute, obwohl sie am Anfang des Tages noch so scheu gewesen war. Nachdem sie aber auch noch an den Tisch knallte und er aus dem Nebenzimmer ein lautes Stöhnen hörte, wurde er aufmerksam. "Oh nein, haben sie uns gehört?" Schnell nahm er die Rothaarige am Arm. "Besser wir gehen ganz schnell nach oben" Er drückte Aria noch eine der Sandbomben in die Hand, damit sie sich verteidigen konnte, und stürmte aus dem Raum. Hoffentlich schafften sie es noch, ihre Mission zu beenden, bevor sie erwischt wurden.

    [Tara] bei Noita abseits vom Fest


    Der Spaziergang führte sie an einen altbekannten Ort. Die Rivermountains, wo sie schon den letzten Sommer im Camp verbracht hatte und viele neue Seiten an sich entdecken konnte. Das Camp musste leider aufgrund eines Unwetters abgebrochen werden, aber trotzdem ging sie gerne immer mal wieder hierher zurück und genoss ein wenig die Landschaft, während sie die Stille genoss. Je näher sie dem Gelände jedoch kam und von weitem schon eine Menschenmasse sehen konnte, des do offensichtlicher wurde es, dass Stille nicht unbedingt zu den heutigen Eigenschaften der Location gehören wurde. ...Bin ich jetzt wirklich schon wieder in ein Fest gelaufen? Sie hatte letztes Jahr in Sternbach schon das 'Glück' gehabt, eine Veranstaltung zu entdecken, aber was einmal passierte, musste wohl per ungeschriebenen Gesetz auch ein zweites Mal passieren. Glücklicherweise fühlte sich die Schwarzhaarige durch den gestrigen Abend um einiges besser, als letztes Jahr und hatte sogar fast schon ein wenig Lust, sich unter Menschen zu mischen. Als sie sich ihre Kopfhörer aus dem Ohr zog, wurde sie jedoch von einem anderen Geräusch von der Feier abgelenkt. Ein wiederkehrendes Schluchzen schien von nicht weit entfernt von ihr zu sein und für einen Moment blieb die Schülerin stehen, unsicher, was jetzt zu tun war. Eigentlich ging es sie ja gar nicht an, wenn jemand im Freien weinte, aber andererseits fühlte sich die Vorstellung, dass hier jemand scheinbar alleine schluchzte, während jeder anderer auf der Party Spaß hatte, zutiefst traurig für Tara an. Nicht nur traurig, es fühlte sich auch leider ziemlich vertraut an. Schließlich saß sie selbst letztes Jahr an einen Baum gelehnt und war eigentlich ziemlich glücklich darüber, als sie jemand ansprach - zumindest bis eine weitere, nicht so gut gesonnene Person die Szene betrat -. Mit einem klopfenden Herzen ging sie nervös auf das Geräusch zu. Wenn sie alleine sein wollte, konnte sie ja immer noch gehen, oder? Aber was, wenn die Person wütend wurde und sie anschreien würde? Was, wenn sie ganz und gar nicht erwünscht war? Aber sie kannte sich zumindest so gut, um zu wissen, dass sie sicher ein schlechtes Gewissen haben würde, wenn sie dieses Schluchzen ignorieren würde. Es half alles nichts. Sie würde es einfach hinter sich bringen und ihrem Drang zu fragen ob alles in Ordnung war, nachzugeben. Es dauerte nicht lange, da erkannte sie auch schon ein schwarzhaariges Mädchen zusammengekauert auf einer Bank sitzen. "Hey...", sagte sie vorsichtig, darauf bedacht, sie nicht erschrecken zu wollen. "Ist alles in Ordnung bei dir?" Natürlich war es das nicht, aber wie sonst begann man so ein Gespräch? "Ich kann auch wieder gehen, wenn du alleine sein willst. Ich wollte bloß lieber mal nachfragen" Unsicher bewegte sich ihr Blick abwechselnd zum Boden und dann wieder auf die Schwarzhaarige, immer noch in der Hoffnung, sie würde nicht sauer werden, oder sie sonst irgendwie zum Teufel jagen.

    [Vishnal] bei Max & Rosalind


    3065-vishnal-pngSeit den Geschehnissen im Zimmer seiner Kollegin, war für den jungen Vishnal wieder einigermaßen der ruhige, friedlichere Alltag eingekehrt. Ein nicht unwichtiger Grund dafür war, dass er sich seitdem so weit wie möglich von der Lilahaarigen ferngehalten hatte, und die angehende Butlerin - wenn man sie bei ihrem anzüglichen Verhalten überhaupt so nennen durfte! - schien sich anscheinend auch lieber auf die faule Haut zu legen, als ihm das Leben schwer zu machen. Es gab zwar hin und wieder Momente, die seine Gedanken zurück an jene emotional aufreibende Tage brachten und sein Herz ein wenig höher schlagen ließen, doch in diesem Fall vergrub er sich einfach weiter in Arbeit. Er hatte ja auch eigentlich keine Zeit, um sich mit den unflätigen Verhalten ihrerseits zu beschäftigen! Er war gerade aus dem Lager zurückgekommen, um festzustellen, was gekauft werden musste, um die Bestände zu füllen, da sah er es. Die Mägde in der Küche standen da und erzählten tatsächlich miteinander, während zwei Mitglieder der Adelsfamilie am Tisch saßen und ihnen keine Beachtung geschenkt wurden. Nun gut, dachte sich Vishnal, wieder etwas ruhiger. Vielleicht brauchen sie ja momentan nichts. Doch ein Blick auf den Tisch offenbarte anderes. Ihr Mahl vollendet hatte zwar nur das gnädige Fräulein, weswegen laut Etikette noch kein Abräumen des Tisches angebracht war, aber die Gläser der zwei Adeligen waren leer. Kopfschüttelnd bewegte er sich zum Tisch - natürlich nicht ohne den zwei Mägden einen missbilligenden Blick zu zuwerfen - und schenkte ihnen wortlos Wein und Wasser nach. In einer passenden Gesprächspause, meldete er sich dann mit einem höflichen Lächeln zu Wort. "Gibt es sonst noch einen Wunsch, den ich Euch erfüllen darf?" Normalerweise wäre es nicht üblich für Vishnal gewesen, mitten während dem Essen nach den Wünschen seiner Damen und Herren zu fragen, aber nachdem er die zwei Dienerinnen so zwanglos in der Küche hatte tratschen sehen, wollte er lieber noch mal auf Nummer sicher gehen, ob die zwei jungen Adeligen nicht sonst irgendwie vernachlässigt wurden.

    Welp, es kommt wie es kommen musste.

    Nachdem ich RF 4 letztens angefangen hab, habe ich wieder richtig Lust auf Vishnal bekommen und würde ihn gerne wieder haben ^^