Beiträge von Belly

    [Tara] bei Noita abseits vom Fest


    Ihre Annahme bestätigte sich. Es war also tatsächlich etwas auf der Party geschehen, aber es lief nicht so ganz ab, wie sie vermutet hatte. Als die Schwarzhaarige den Grund ihres Zustandes erklärte, weiteten sich ihre Augen und Mund ein wenig. Au weia, dachte sie sich nur. In dieser Situation hatte sie sich schließlich auch einmal befunden. Wie aus Reflex musste sie sich an den Moment erinnern, als sie nach einer langen Phase des Liebeskummers das Foto von sich und Simon auf dem Weihnachtsmarkt von ihrem Handy gelöscht hatte und mit der Situation endlich abgeschlossen hatte. Doch dieses Mädchen stand noch ganz am Anfang einer anscheinend unerwiderten Liebe. Vielleicht ist es ja auch ganz anders... Ein kurzer Gedanke kam ihr in den Kopf, der ihr riet, die Situation der Schwarzhaarigen nicht so sehr mit ihrer zu vergleichen. Tara fühlte sich zwar durch diese kleine Gemeinsamkeit ihr gegenüber noch empathischer, als zuvor, aber letztendlich wusste sie, dass sie ihrem Hang zu viel in Situationen reinzuinterpretieren eigentlich nicht nachgeben sollte, so sehr ihre Gefühle sie dazu anleiteten. Immerhin hatte sie außer diesem einen Satz noch nichts Genaues von den Umständen der Fremden erfahren und innerlich wollte die Hobby-Soziophobikerin immer noch bereit für ein 'Ich will jetzt eigentlich alleine sein' sein. Dennoch - vielleicht war es gar nicht so unklug dem Mädchen das Gefühl zu geben, man verstand sie? Selbst wenn sie in diesem Moment nur eine bedeutungslose Fremde war. Schließlich war die Schwarzhaarige war immer noch entschlossen dazu, es zu versuchen. Utopische Vorstellungen, dass sie die Stimmung des Mädchens zum Positiven wenden konnte, hatte sie sowieso nicht, aber vielleicht konnte sie ja wenigstens ein bisschen runterkommen? Ein Versuch war es auf jeden Fall wert. "Das Gefühl kenne ich...", sagte sie daher kleinlaut. "Wenn man seine Gefühle so sehr auf diesen einen Menschen konzentriert, und dann werden sie nicht erwidert. Das ist unglaublich niederschmetternd" Ihre eigene Stimme brach ein wenig, während sie diesen Satz aussprach. Die Nervosität und der zusammengezogene Knoten in ihrer Brust machten ihre Kehle trockener, als sie es erwartet hatte und sie räusperte sich, etwas irritiert von ihrer eigenen Körperreaktion, während sie selbst auf ihre Knie starrte.

    [Ran] mit Kyle in der Tankstelle


    So ein Sack. Da waren sie noch nicht einmal richtig bei der Tankstelle angekommen - hatten also auch einen nicht so langen Weg zur Haltestelle - und trotzdem fuhr dieser bescheuerte Hans einfach an ihnen vorbei! "Ich glaub's nicht!", beschwerte sich die frisch ausstudierte Innenarchitektin. "Was hat der Penner für'n Problem?" Der wird doch bezahlt, um Menschen zu transportieren und nicht um an ihnen vorbeizufahren! Das nächste Mal würde sie sich sicher ein Taxi gönnen, anstatt auf diesen blöden Bus zu warten. Die waren ja zu nichts gut! Aber gut, jetzt war der Drops sowieso gelutscht. Einfach nachkippen und sie würde diesen dämlichen Horst schon noch vergessen. "Naja, fuck it. Gehen wir erst mal Alk einkaufen, ich werd' schon wieder nüchtern. Danach können wir ja rumlaufen, oder ein Taxi anrufen, oder whatever", murmelte sie aggressiv und ging trotz einem Balancegefühl, welches definitiv zu wünschen übrig ließ recht schnell auf die Tankstelle zu, ohne jedoch viel auf ihren Kollegen zu achten und was er wollte. Dafür hatte sie einfach gerade keinen Nerv. Und er würde sich wohl kaum darüber beschweren, wenn sie erst mal noch mehr Alk besorgen würden. Schließlich hatte er in der Bar ja auch recht großzügig zugelangt, also zumindest als Spaßbremse schätzte sie ihn nicht ein. Den kleinen Kratzer an ihrem Knie hatte die Braunhaarige in ihrem Rausch schon wieder vergessen. Wahrscheinlich würde sie sich morgen nur aufregen, dass ihre hübsche Jeans kaputt war, aber in diesem Moment betäubte der Alkohol dann doch den Schmerz zu gut, um ihm irgendeine Art von Aufmerksamkeit zu schenken.

    [Tara] bei Noita abseits vom Fest


    Irgendwie hatte die Schwarzhaarige die Illusion gehabt, dass sich die Unsicherheiten in ihrem Kopf zurückziehen würden, als sie die Entscheidung getroffen hatte, auf das fremde Schluchzen zuzugehen und nachzufragen. Diese Illusion stellte sich jedoch ziemlich schnell als falsch heraus. Nicht nur, dass sie sich nicht zurückgezogen hatten, sie hatten auch an Volumen zugenommen, fragten sie ständig, was sie eigentlich hier machte, warum sie diese Entscheidung, die vor ein paar Sekunden noch so plausibel erschienen hatte, überhaupt getroffen hatte. Als das fremde Mädchen dann vorsichtig den Kopf hob und ihr tränenüberströmtes Gesicht zum Vorschein kam, zog sich ihr Herz kurz zusammen. Menschen so leiden zu sehen war wirklich nichts Schönes, und sie selbst hatte schließlich schon genug schmerzhafte Erlebnisse hinter sich, weswegen sie sich nachts in den Schlaf geweint hatte, dass sie nicht anders konnte, als mit der Fremden mitzufühlen. In diesen Momenten hatte sie sich nichts Sehnlicheres gewünscht, als von jemandem gehört zu werden, der sich um sie kümmern würde, aber vielleicht ging es nicht jedem so. Nichtsdestotrotz stand sie jetzt trotzdem hier, fühlte sich wie angewurzelt, auch wenn sie immer noch unsicher war. Langsam und mit so viel Abstand wie möglich nahm sie ebenfalls auf der Bank Platz. Als die Schwarzhaarige auf ihre Frage mit der offensichtlichen Aussage antwortete, dass nichts in Ordnung war, besserte sich dieser Zustand nicht. Sie hatte nichts darüber gesagt, ob sie alleine sein wollte, oder nicht, was Tara nur noch mehr hemmte. Aus Reflex hätte sie fast noch mal gesagt, dass sie sie auch alleine lassen könnte, aber sich nochmal zu wiederholen, nur um sich selbst zu beruhigen, würde jetzt sicher nichts bringen. Immerhin war der Fremden ihre momentane Unsicherheit vermutlich recht egal, auch, wenn sie sich damit die ganze Zeit beschäftigte. Noch ein bisschen, nahm sie sich vor. Wenigstens ein bisschen sollte ich es versuchen. Vielleicht ergab sich ja noch eine klare Reaktion, die sie zum Gehen bringen würde, aber fürs Erste versuchte sie, ihre eigenen Komplexe zu ignorieren und sich für die Umstände der Fremden zu interessieren. "Ist... irgendwas auf der Party passiert?" Der Schülerin fiel auf, wie die Schwarzhaarige in die Nähe des Events schaute. Wartete sie vielleicht auf jemanden? Oder hatte ihr vielleicht jemand weh getan, sie begrapscht? Sowas passierte ja bekanntlich recht oft auf Feiern mit viel Alkohol.

    [Leonel] mit Aria im Waisenhaus


    2891-leonel-jpgGerade, als der Blondschopf Aria antworten wollte, sprang sie ihm fast schon in die Arme, als das Fenster hinter ihnen zufiel. Innerlich zuckte der Junge zwar ein bisschen zusammen, aber er tat sein bestes, um es sich ihm nicht ansehen zu lassen. Schließlich musste er Mut ausstrahlen, damit seine neue Freundin selbst nicht den Mut verlor! Seine Eltern hatten ihm schon von Kindheit an beigebracht, dass Emotionen ansteckend waren, deswegen sollte man immer nur die positiven Emotionen zeigen, und die negativen Emotionen mit sich selbst ausmachen. "Alles gut", flüsterte er zusprechend. Dass Aria ihn umarmte, machte ihm natürlich nichts aus. Es freute ihn irgendwie, dass sie ihm schon so schnell vertraute, obwohl sie am Anfang des Tages noch so scheu gewesen war. Nachdem sie aber auch noch an den Tisch knallte und er aus dem Nebenzimmer ein lautes Stöhnen hörte, wurde er aufmerksam. "Oh nein, haben sie uns gehört?" Schnell nahm er die Rothaarige am Arm. "Besser wir gehen ganz schnell nach oben" Er drückte Aria noch eine der Sandbomben in die Hand, damit sie sich verteidigen konnte, und stürmte aus dem Raum. Hoffentlich schafften sie es noch, ihre Mission zu beenden, bevor sie erwischt wurden.

    [Tara] bei Noita abseits vom Fest


    Der Spaziergang führte sie an einen altbekannten Ort. Die Rivermountains, wo sie schon den letzten Sommer im Camp verbracht hatte und viele neue Seiten an sich entdecken konnte. Das Camp musste leider aufgrund eines Unwetters abgebrochen werden, aber trotzdem ging sie gerne immer mal wieder hierher zurück und genoss ein wenig die Landschaft, während sie die Stille genoss. Je näher sie dem Gelände jedoch kam und von weitem schon eine Menschenmasse sehen konnte, des do offensichtlicher wurde es, dass Stille nicht unbedingt zu den heutigen Eigenschaften der Location gehören wurde. ...Bin ich jetzt wirklich schon wieder in ein Fest gelaufen? Sie hatte letztes Jahr in Sternbach schon das 'Glück' gehabt, eine Veranstaltung zu entdecken, aber was einmal passierte, musste wohl per ungeschriebenen Gesetz auch ein zweites Mal passieren. Glücklicherweise fühlte sich die Schwarzhaarige durch den gestrigen Abend um einiges besser, als letztes Jahr und hatte sogar fast schon ein wenig Lust, sich unter Menschen zu mischen. Als sie sich ihre Kopfhörer aus dem Ohr zog, wurde sie jedoch von einem anderen Geräusch von der Feier abgelenkt. Ein wiederkehrendes Schluchzen schien von nicht weit entfernt von ihr zu sein und für einen Moment blieb die Schülerin stehen, unsicher, was jetzt zu tun war. Eigentlich ging es sie ja gar nicht an, wenn jemand im Freien weinte, aber andererseits fühlte sich die Vorstellung, dass hier jemand scheinbar alleine schluchzte, während jeder anderer auf der Party Spaß hatte, zutiefst traurig für Tara an. Nicht nur traurig, es fühlte sich auch leider ziemlich vertraut an. Schließlich saß sie selbst letztes Jahr an einen Baum gelehnt und war eigentlich ziemlich glücklich darüber, als sie jemand ansprach - zumindest bis eine weitere, nicht so gut gesonnene Person die Szene betrat -. Mit einem klopfenden Herzen ging sie nervös auf das Geräusch zu. Wenn sie alleine sein wollte, konnte sie ja immer noch gehen, oder? Aber was, wenn die Person wütend wurde und sie anschreien würde? Was, wenn sie ganz und gar nicht erwünscht war? Aber sie kannte sich zumindest so gut, um zu wissen, dass sie sicher ein schlechtes Gewissen haben würde, wenn sie dieses Schluchzen ignorieren würde. Es half alles nichts. Sie würde es einfach hinter sich bringen und ihrem Drang zu fragen ob alles in Ordnung war, nachzugeben. Es dauerte nicht lange, da erkannte sie auch schon ein schwarzhaariges Mädchen zusammengekauert auf einer Bank sitzen. "Hey...", sagte sie vorsichtig, darauf bedacht, sie nicht erschrecken zu wollen. "Ist alles in Ordnung bei dir?" Natürlich war es das nicht, aber wie sonst begann man so ein Gespräch? "Ich kann auch wieder gehen, wenn du alleine sein willst. Ich wollte bloß lieber mal nachfragen" Unsicher bewegte sich ihr Blick abwechselnd zum Boden und dann wieder auf die Schwarzhaarige, immer noch in der Hoffnung, sie würde nicht sauer werden, oder sie sonst irgendwie zum Teufel jagen.

    [Vishnal] bei Max & Rosalind


    3065-vishnal-pngSeit den Geschehnissen im Zimmer seiner Kollegin, war für den jungen Vishnal wieder einigermaßen der ruhige, friedlichere Alltag eingekehrt. Ein nicht unwichtiger Grund dafür war, dass er sich seitdem so weit wie möglich von der Lilahaarigen ferngehalten hatte, und die angehende Butlerin - wenn man sie bei ihrem anzüglichen Verhalten überhaupt so nennen durfte! - schien sich anscheinend auch lieber auf die faule Haut zu legen, als ihm das Leben schwer zu machen. Es gab zwar hin und wieder Momente, die seine Gedanken zurück an jene emotional aufreibende Tage brachten und sein Herz ein wenig höher schlagen ließen, doch in diesem Fall vergrub er sich einfach weiter in Arbeit. Er hatte ja auch eigentlich keine Zeit, um sich mit den unflätigen Verhalten ihrerseits zu beschäftigen! Er war gerade aus dem Lager zurückgekommen, um festzustellen, was gekauft werden musste, um die Bestände zu füllen, da sah er es. Die Mägde in der Küche standen da und erzählten tatsächlich miteinander, während zwei Mitglieder der Adelsfamilie am Tisch saßen und ihnen keine Beachtung geschenkt wurden. Nun gut, dachte sich Vishnal, wieder etwas ruhiger. Vielleicht brauchen sie ja momentan nichts. Doch ein Blick auf den Tisch offenbarte anderes. Ihr Mahl vollendet hatte zwar nur das gnädige Fräulein, weswegen laut Etikette noch kein Abräumen des Tisches angebracht war, aber die Gläser der zwei Adeligen waren leer. Kopfschüttelnd bewegte er sich zum Tisch - natürlich nicht ohne den zwei Mägden einen missbilligenden Blick zu zuwerfen - und schenkte ihnen wortlos Wein und Wasser nach. In einer passenden Gesprächspause, meldete er sich dann mit einem höflichen Lächeln zu Wort. "Gibt es sonst noch einen Wunsch, den ich Euch erfüllen darf?" Normalerweise wäre es nicht üblich für Vishnal gewesen, mitten während dem Essen nach den Wünschen seiner Damen und Herren zu fragen, aber nachdem er die zwei Dienerinnen so zwanglos in der Küche hatte tratschen sehen, wollte er lieber noch mal auf Nummer sicher gehen, ob die zwei jungen Adeligen nicht sonst irgendwie vernachlässigt wurden.

    Welp, es kommt wie es kommen musste.

    Nachdem ich RF 4 letztens angefangen hab, habe ich wieder richtig Lust auf Vishnal bekommen und würde ihn gerne wieder haben ^^

    Tara an Cedric Seaice

    [Tara] kommt an und wacht am nächsten Tag wieder auf ~ geht nach draußen


    Am liebsten hätte sie noch gerne am gleichen Abend eine Nachricht an Cedric mit einem Lied gesendet, aber der Gedanke, dass er sicher heute noch was vor hatte und dass sie auch selbst nicht wusste, was genau sie ihm senden sollte, hatte sie unsicher gemacht. Sie hatten sich immerhin einen Großteils des Tages unterhalten und vielleicht hatte er auch gerade einfach genug von ihr. Also entschied sie sich, inspiriert von dem Aufeinandertreffen der beiden Musiker, doch noch einmal die Violine in die Hand zu nehmen und die Lieder, die sie von Cedric hatte hören wollen, selbst einmal zu üben.


    Am nächsten Tag wachte sie spät auf. Es waren schließlich Sommerferien und die Schwarzhaarige hatte keine besonderen Verpflichtungen, die sie aus dem Bett zwingen konnten. Eine Tatsache, die sie eigentlich gar nicht so toll fand. Tatsächlich hätte sie gerne mehr zu tun. Es war bereits 9 und die Schülerin machte sich in aller Ruhe ihr morgendliches Müsli, als sie schon darüber nachdachte, welche Musik sie wohl am ehesten Cedric schicken sollte. So wie er im Café schien, sah er nicht gerade vor Freude sprühend aus, und irgendwie zweifelte sie auch daran, dass ein fröhliches Lied seine Laune aufheitern würde, also schloss sie diese Möglichkeit schon mal aus. Hm... Aber was, wenn ich ihm ein trauriges Lied schicke und ihn das dann noch deprimierter macht? Das... würde natürlich auch nicht den gewünschten Effekt haben. Nach dem Frühstück klappte sie ihren Laptop auf und scrollte durch ihre Playlist. Da sie ein Fan von großen Symphonien war, waren einige Lieder auf der Liste ziemlich lang, und gleich einen großen Brocken klassischer Musik zu senden wäre vermutlich auch ein wenig too much. Als sie so durch ihre Playlist ging und sich nicht davon abhalten konnte, manche Lieder in ihrer Gänze zu hören, während sie einen Abstecher in das Tagtraumland machte, vibrierte ihr Handy plötzlich. Es war eine Nachricht von Cedric, die dafür sorgte, dass ihr Herz einen kleinen Sprung machte. Sie hatte schon lange keine Nachricht mehr über WhatsApp bekommen, oder überhaupt irgendeine Nachricht. Ohne viel über die Nachricht nachzudenken und darüber, was 'mit und ohne Gesang' bedeutete, öffnete sie den YouTube Link. Was sie hörte, war definitiv nichts, was sie erwartete hätte. Als der Sprechgesang anfing, zogen sich ihre Augenbrauen instinktiv zusammen. Von Sprechgesang war sie eigentlich nicht wirklich angetan, aber sie versuchte, sich dafür zu öffnen und sich auf die Lyrics und die Violine separat zu konzentrieren. Immerhin war das der erste Song, den er ihr geschickt hatte. Da wollte sie nicht gleich ein Downer sein. Und nachdem sie das Lied zum zweiten Mal anfing, hatte sie sich schon fast daran gewöhnt, konnte sich sogar mit dem Text ein wenig identifizieren. Innerlich fragte sie sich, ob dieser Song nicht vielleicht auch als kleiner Einblick des Blonden galt. Die Idee bekam sie sofort, als es in dem Lied um ein Krankenhaus ging, und dass dieser Mensch nie wieder laufen, oder generell, irgendwelche Freude im Leben empfinden können würde. Ob er sein Leben nach dem Krankenhausaufhalt wohl auch so sah? Nachdenklich hörte sie sich das Lied noch ein paar Mal an, bis sie sich dazu entschieden hatte, welches Lied sie ihm wohl schicken wollte. Es handelte sich um Schönberg's "Verklärte Nacht". Ein trauriges, und doch aufreibendes Lied, mit dem sie allerlei negatives Emotionschaos verband. Nachdem sie sich ihr Mittagessen gemacht hatte und sich ausreichend überlegt hatte, wie sie ihre Nachricht genau formulieren könnte, sodass sie zwar nicht log, was sein Lied betraf, aber auch nicht zu negativ war, sendete sie die Nachricht und entschloss sich, noch ein wenig draußen spazieren zu gehen, während sie weiterhin den Song des Musikstudenten auf sich einwirken ließ.

    [Tara] geht nach Hause


    Ein bisschen traurig war Tara schon, dass das Treffen ein Ende fand, aber es war schließlich auch schon Abend und die Schwarzhaarige war sich nach den ganzen Malen, die der Blonde aufs Handy geschaut hatte fast sicher, dass er noch etwas vorhatte. Und doch hatte sie irgendwie Angst davor, jetzt wieder zurück nach Hause zu gehen und mit niemandem zu reden. Selbst wenn es nur Smalltalk war, es fühlte sich gut an, mit einem anderen Menschen zu kommunizieren. Glücklicherweise war ausnahmsweise jedoch nicht alles in ihrer Gedankenwelt negativ. Nachdem Cedric so oft betont hatte, dass sie ihm ein paar Lieder schicken solle und sie sich unbedingt weiter austauschen mussten, konnte selbst Tara das Gefühl der Unerwünschtheit nicht weiter in sich aufrechterhalten. Sie wusste schon, was sie zu Hause als nächstes machen würde. "Ich fands auch schön", lächelte sie ehrlich, als die beiden sich voneinander verabschiedeten. "Wird gemacht, versprochen!" Die Umarmung von Cedric war kurz und flüchtig, aber dadurch, dass der letzte Körperkontakt von ihr schon eine Weile her war, fühlte diese sich trotzdem recht intensiv an. Ein kurzer Schlag von positiven Gefühlen schoss durch ihren Körper und blieb auch dann noch bestehen, als sie sich von ihm verabschiedete und sich auf dem Weg nach Hause machte.

    [Cyril] mit Gabriel & Thomas an der frischen Luft


    2941-cyril-pngUnglücklicherweise schien der Blonde nicht so erfreut darüber zu sein, sich hier zu befinden. Schade eigentlich. Innerlich hoffte Cyril dennoch, dass er vielleicht eine Aktivität finden würde, die seine Miene wieder aufhellen würde. Mit schlecht gelaunten Menschen umzugehen, machte ihm zwar nichts aus, aber es war immer besser für die Atmosphäre im Raum, wenn es allen gut ging. Der hinterbliebene Junge schaute leider jedoch auch etwas unkomfortabel drein. Sein starrer Blick machte ihn etwas unsicher, was denn nun los mit ihm war, und er schaute instinktiv zu Gabriel, der seinen Blick erwiderte. Beide waren sich wohl unsicher, was in dieser Situation zu tun war. Der bebrillte Junge löste die Verwirrung jedoch recht schnell auf, und bevor Cyril den Gang nach draußen vorschlagen konnte, sprach der Braunhaarige auch schon seine Idee aus. "Eine hervorragende Idee!" Ob sie jetzt nun nach draußen gehen, oder drinnen bleiben würden, war schließlich kein Problem, vor allem, wenn es jemand anderem dadurch ein wenig besser gehen könnte. Abgesehen davon schlug sein Herz schon etwas schneller, wenn er an die Flora und Fauna dachte, die es zu entdecken gab. Draußen angekommen wollte er am liebsten schon in den angelegenen Wald rennen und nach Insekten und wilden Blumen Ausschau halten, aber er musste sich zügeln. Das Wohl eines Klassenkameraden war schließlich wichtiger, als seine aus Neugier getriebenen Bedürfnisse. "Was für eine bezaubernde Umgebung" Er empfand wahrhaftiges Glück, dass er noch kurzfristig mit auf diese Klassenfahrt durfte, mehr als er es sowieso schon getan hatte. "Ich bin mir sicher, dir geht es schon bald besser", stimmte er seinem dunkelhäutigen Freund zu und konnte doch nicht umher, sich einmal umzudrehen. Ein schwarz-blauer Schmetterling mit weißen Flecken, der sich auf der Burgmauer hinter ihnen niedergelassen hatte, weckte dann sein Interesse. Er war nicht allzu weit entfernt von den Dreien und so entschied er sich, die anderen auch darauf aufmerksam zu machen. Wenn er sich schon seinem Hobby widmete, sollte er sich schließlich nicht selbst ausgrenzen. "Seht nur, ist dieser Schmetterling nicht wunderschön?" Er zeigte auf die Mauer hinter ihnen und holte sofort sein Taschenlexikon aus seiner Umhängetasche. In seiner Umhängetasche waren allerlei kleine Lexika für unterwegs verstaut. Man konnte ja nie wissen, wann man sie brauchte! Er konnte schon an der Art des Schmetterlings erkennen, dass es sich hier um einen Tagfalter handeln musste, und so fand er schnell, wonach er suchte. "Ein Apatura iris also...", murmelte er interessiert. "Äußerst interessant. Diese Schmetterlinge kann man sogar in Korea und China antreffen. Beeindruckend, wie weit sich diese kleinen Insekten verbreiten können, nicht wahr?" Mit einem ermunterndem Lächeln sah er zu seinen beiden Schulkameraden. Der kurze Gedanke, dass einer der beiden vielleicht eine Angst vor Insekten haben könnten, kam ihm in den Sinn, aber er hoffte inständig, dass dem nicht so war und er nichts Unerwünschtes getan hatte.

    [Kyle] bei Bianca, Brodik & der Elefantendame


    2887-kyle-pngKyle war gerade damit beschäftigt, sich innerlich weiter zu verfluchen, als der überraschende Dank Biancas ihm einen warmen, kribbligen Schauer durch den Magen schoss. Plötzlich fühlte er sich wieder an den vergangen Abend des Balls versetzt. Der Abend, an dem die Adelige ihn einen Teil ihrer verletzlichen Seite hatte sehen lassen. Der Abend, an dem er sich an bestimmten Punkten sogar willkommen bei ihr gefühlt hatte. Für einen kurzen Moment flackerte in ihm die Hoffnung auf. Die Hoffnung, dass sie sich jetzt vielleicht doch nicht wieder am Anfang befanden, dass sich doch irgendetwas zwischen den beiden geändert hatte. Doch dieser Gedanke hielt nur kurz an. Er wurde vertrieben, wie eine nervige Mücke vor der er Angst hatte, gestochen zu werden. Es wäre gefährlich, sich von dieser Mücke stechen zu lassen und sich der Hoffnung hinzugeben. Hoffnung war eines dieser Dinge, die nie gut für ihn ausgegangen waren. Sie war verführerisch und heimtückisch, und rammte ihm immer ein Messer in den Rücken, wenn er am glücklichsten war. Und doch blieb der Schauer in seinem Körper, als der Dritte im Bunde die ganze Aktion kommentierte und ihnen etwas Gemüse in die Hand drückte. Irgendwie fühlte er sich fast wie ein Angestellter, der von seinem Boss eine Aufgabe bekommen hatte. Und wenn sie zusammen das Elefantenmonster füttern mussten, würden sie auch wieder ein wenig enger zusammen stehen müssen... Mensch, hör auf die so ins Hemd zu machen, nur weil du neben jemandem stehen musst!, versuchte ihn der Rest Vernunft, von dem er ehrlich gesagt nicht wusste, dass er überhaupt noch existierte, zu belehren, aber es nützte nichts. Sein Herz machte, was es wollte, flatterte wild umher auch nur bei der Vorstellung, die Gelockte noch einmal unabsichtlich zu berühren. Den Blick, den Bianca ihm zuwarf, bekam Kyle nur aus seinem Blickwinkel mit und als er sich zu ihr drehte, hatte sie sich auch schon wieder von ihm abgewandt, sodass er sich nicht einmal sicher war, ob er sich das Ganze nicht einfach nur eingebildet hatte. Während sie davon redete, dass Dickhäuter anscheinend doch sensibel sein konnten, ging er unsicher ein wenig auf den Elefanten, und somit auch auf Bianca, zu. Tja, er hatte sich selbst eigentlich auch immer für jemanden mit einer harten Schale gehalten, aber anscheinend traf das nur auf den Kyle zu, der irgendwo in den Monsterarealen irgendwelche Viecher in zwei Teile spaltete. Der Kyle, der unter Menschen war, die ihm etwas bedeuteten, fühlte sich hingegen um so vieles kleiner und unfähiger an, als sonst. Als jedoch unerwartete das Wort 'Diva' fiel, um das Elefantenmonster zu beschreiben, konnte er sich ein kurzes Prusten nicht zurückhalten. Oh, scheiße. Das Geräusch verließ instinktiv seinen Mund. Wenn man bedachte, wer dieses Wort gerade verwendet hatte, war die Ironie einfach zu groß gewesen, um es nicht auch nur ein klein wenig amüsant zu finden. Der Witz in ihm weichte jedoch der Angst. Irgendwie rechnete er wieder mit einer Ohrfeige. Naja, aber... in der Öffentlichkeit wird sie mir wohl kaum eine scheuern, oder? ...Ach, wem machte er etwas vor. Als ob die Präsenz eines anderen Menschen sie jemals davon abhalten würde. Aber vielleicht hatte sie ja gerade gute Laune? Oder bezog den kurzen Ausstoß an Luft gar nicht auf sich? Er fühlte sich jedenfalls jetzt schon ertappt und senkte den Blick, tat so, als ob er nach einem geeigneten Gemüse für den Elefanten suchte, während er nervös auf eine Reaktion ihrerseits wartete.

    [Leonel] mit Aria im Waisenhaus


    2891-leonel-jpgSeinen optimistischen Erwartungen entsprechend, schaffte Aria es tatsächlich ins Innere des Waisenhauses. "Super!", flüsterte der Blondschopf, in der Hoffnung, dass die Rothaarige seine positive Zustimmung noch hören konnte. Nachdem seine neue Freundin für einige Zeit verschwunden war und ein wenig Rütteln an der Hintertür bemerkte, ging er ein paar Schritte auf diese zu, nur um von einem Rotschopf überrascht zu werden, die ihren Kopf aus einem Fenster neben besagter Hintertür herausstreckte. Vermutlich konnte sie also auch von Innen die Tür nicht öffnen. Den Schlüssel müssen wohl die Betreuerinnen haben... Schulterzuckend versuchte er, durch das Fenster zu klettern. Zum Glück war es nicht besonders hoch, sodass er es mit einem gut gelungenem Sprung erreichen konnte. Als sie dann beide in einem dunklen Raum standen, der lediglich durch den Mondschein, der durch das Fenster schien beleuchtet wurde, konnte Leonel schon die Umrisse der Küche bemerken. Das Mehl von ihrer vorherigen Schlacht sah er allerdings nicht mehr. "Okay, also die Kinderzimmer sind oben. Wir müssen jetzt nur gaaanz leise sein, weil unten die Betreuerinnen schlafen"

    Ich werd mich leider auch einreihen müssen, denn von heute bis nächsten Mittwoch bin ich mit meinem Freund im schönen Wachenheim und danach gibts über den September und Anfang Oktober verteilt noch die restlichen Prüfungen des Semesters.

    Ich denke mal, dass ich trotzdem zum Posten komme, aber wird wohl nicht so rege werden wie der August :'D

    (Kein Ding :D)


    [Leonel] mit Aria im Garten


    2891-leonel-jpgDer blonde Waise war echt beeindruckt von seiner willensstarken neuen Freundin. Enthusiastisch nickte er, nachdem sie ihm ihre Entscheidung mitgeteilt hatte. "Okay" Nachdem er versuchte, eine so gute Stütze wie möglich zu sein, zeigte sie auf ein halb geöffnetes Fenster. "Super!", flüsterte er so leise wie möglich, was echt schwer war, denn langsam wurde die ganze Aktion sogar noch aufregender, als zuvor! Es befand sich sogar auf dem höheren Stockwerk, also wären sie schon auf dem Stockwerk der Kinderzimmer und könnten die Erwachsenen wenn alles gut ging überwinden! Aria hörte sich so an, als wüsste sie von was sie da redete, als sie meinte, dass man dieses Fenster einfach mit einem Stock öffnen konnte, also beschloss er, sie einfach machen zu lassen und sie dabei so gut es ging zu unterstützen. Es dauerte nicht lange, bis er einen abgefallenen Ast, der relativ stabil aussah im Garten fand. Hier standen immerhin auch ziemlich viele Bäume. Er streckte ihn der Rothaarigen hin und machte danach eine aufhaltende Geste mit seiner Hand. "Hier. Ich helf dir rauf"

    [Cyril] bei den Dudes im Jungenschlafsaal


    2941-cyril-pngGabriel erzählte ihm erfreulicherweise überraschend viel von seinen Klassenkameraden, auch wenn er nur nach möglichen Neuankömmlingen gefragt hatte, aber das war ihm sehr recht. Die Gruppendynamik, so wie Gabriel sie ihm erläuterte, war zumindest ähnlich, wie in seiner alten Schule gewesen. Die Beliebten, die Neuen, die, die weder beliebt noch unbeliebt waren und in einer bequemen Mitte herumschwebten. Nicht gehasst von den Beliebten, nicht out of touch mit den Außenseitern der Klasse. Das war auch sein eigenes Ziel gewesen. Er erzählte ihm noch, dass der zur Kaiser Wilhelm Privatschule in Leuchtdorf zur Schule gegangen war, und machten noch ein wenig Smalltalk, bevor sie ankamen. Natürlich hatte sich der Blonde schon vorher mit seinen Eltern über den Ort des Schullandheims informiert und waren sehr erfreut darüber gewesen, dass sie ihren Sohn an einen Ort mit so viel Geschichte schickten. Sicherlich besser, als eine Großstadt mit ihrer Meinung nach fragwürdigen Gestalten, die ihm wohl an jeder Straßenecke Drogen anbieten würden. Er selbst war sich nicht sicher, wie das Leben in einer Großstadt wohl so war, vertraute aber einfach darauf, dass seine Eltern Recht hatten. Die Erklärung des Paters erweckte dazu noch mehr sein Interesse. Es war so, wie er es sich vorgestellt hatte und er konnte es kaum erwarten, die Klosterburg zu erkunden. Selbst die schaurige Anspielung auf den Folterkeller schreckte ihn nicht ab. Natürlich fühlte er sich nicht gut bei dem Gedanken, dass Menschen an diesem Ort gestorben waren, aber er konnte sich im Allgemeinen sehr gut auf die Geschichte eines Ortes, oder Ereignisses fokussieren und das Ganze distanziert betrachten. Doch das Erkunden musste noch ein klein wenig warten. Zuerst sollten sie nämlich noch ihre Gepäckstücke im Schlafsaal verstauen, wo das vorbildliche Verhalten von Gabriel weiterhin Cyril zum Staunen brachte. Er hätte nicht damit gerechnet, dass er daran denken würde, nicht nur sich, sondern auch ihn vorzustellen. "Freut mich, euch kennenzulernen", schloss er an der Vorstellung von Gabriel an, und nickte seinen Kopf mit einem höflichen Lächeln. Als er eine Erkundung vorschlug, schloss er sich selbstverständlich ebenfalls an. "Das ist eine hervorragende Idee. Die Möglichkeit, ein wenig alte Geschichte zu erkunden hat man schließlich nicht alle Tage zur Verfügung", stimmte er ihm zu und wartete danach auf die Reaktionen der anderen. Er wollte noch etwas warten, bis er sich für einen Schlafplatz entschied. Ihm selbst war es nicht wichtig ob er oben, oder unten schlief und so sollte jeder, der bestimmte Wünsche hatte, sich erst einmal vor ihm für sein Bett entscheiden. Er würde einfach das nehmen, was übrig blieb.

    [Tara] mit Cedric im Zoocafé


    "Mach ich!", versicherte sie. Irgendwie fühlte sie sich fast schon ein wenig dumm, dass sie sich so sehr auf ein wenig sozialen Kontakt freute, aber sie konnte dieses warme, wohlige Gefühl, welches sich in ihrer Magengrube ausgebreitet hatte auch nicht ignorieren und so erlaubte sie es sich einfach, es für ein wenig zu genießen. Auch, wenn sie innerlich Angst hatte, dass wieder irgendwas passieren würde, was ihr die Freude verdarb. Als Cedric sich selbst und sein soziales Verhalten ansprach, bekam Tara zum ersten Mal einen genaueren Einblick in die Sichtweise, die Realität ihres Gegenübers. Ihr war nicht bewusst gewesen, dass sie mit ihren Gefühlen tatsächlich nicht alleine war und auch, wenn die beiden keine genauen Details darüber ausgetauscht hatten, warum sie sich so fühlten, wie sie es taten, was in ihrem Leben so ablief, dass es dazu gekommen war, irgendwie fühlte sie sich trotzdem verstanden, als liefen sie auch ohne es direkt zu sagen auf der gleichen Frequenz. Immerhin fühlte sie sich jetzt etwas weniger so, als würde sie nerven, als wäre sie nicht erwünscht. Anscheinend hatte sie ausnahmsweise einen positiven Effekt bei jemandem hinterlassen, und das war sicher ein gutes Gefühl. "Wow, echt? Ich fand dich irgendwie nie so unsozial", gab sie verwundert zu und leerte den Kakao vor ihr, dessen Sahnenrest natürlich einen peinlich offensichtlichen Schnurrbart hinterlassen hatte, von dem sie nichts mitbekam. "Um ehrlich zu sein, ich weiß gar nicht mehr so richtig, warum ich zum Zoo gelaufen bin. Aber ich bin auch froh darüber!", gab sie ehrlich zu und lächelte, was mit dem weißen Streifen sicher recht bescheuert aussah. Vielleicht sah das Universum ja, dass sie sich beide schlecht fühlen und führte sie zusammen, damit sie sich etwas aufheitern konnten. Recht unwahrscheinlich, aber Tara gefiel die Idee gut genug, um einfach daran zu glauben.

    [Kyle] bei Bianca & Brodik & der Elefantendame


    2887-kyle-pngAls die Blauhaarige dann seinen Namen flüsterte, konnte er seinen Entschluss, den Augenkontakt zu vermeiden, dann doch nicht durchziehen. Aus einem Reflex heraus, blickte er ihr kurz in die Augen. Ein stechendes Gefühl trat dabei durch seine Brust. Es war vielleicht nur eine kurze Sekunde, in der er in das Gesicht der Adeligen blickte, aber er fühlte sich sofort an diesen wundersamen, aufwühlenden Abend zurückversetzt. An die Reihe von Ereignissen, von denen er nie gedacht hätte, dass sie so passieren würden. Die unerwartete Sänfte ihrer Haut, ihrer Lippen, sogar ihrer Blicke, die sie damals auf ihn legte. Er wollte nicht zugeben, wie sehr er sich das alles zurückwünschte und einfach diesen Traum weiterleben wollte. Es war zu schmerzhaft, sich dies einzugestehen. Damit er sie nicht nur dumm anstarrte, verließ ein kurzes "Hey" seine Lippen, sprachlos, andere Worte zu finden, die vermutlich angebrachter waren. So, und was jetzt? Konnte er jetzt so einfach gehen? Er stand ja eigentlich nur aufgrund eines Missverständnisses hier. Jetzt, da sich dieses Missverständnis aufgeklärt hatte, wäre es sicher nicht komisch, wenn er einfach nur ein freundliches "Na dann, auf Wiedersehen" murmelte, sich umdrehte und das ganze Ereignis in den Tiefen seines Bewusstseins vergrub, damit er nicht weiter darüber nachdenken musste. Doch seine Beine wollten sich einfach keinen Millimeter bewegen. Seine Lippen wollten nicht die Worte "Auf Wiedersehen" murmeln. Es passierte nicht das, was er wollte. "Stellt die Wache denn seit neuestem schon Monster ein, um die Stadtmauern zu zu beschützen?", wandte er sich wieder an Brodik. Warum. Warum, warum, warum, machte er jetzt diesen ihm unangenehmen Smalltalk, den er eigentlich gar nicht wollte? Was hatte er denn davon, diese Situation in seiner Länge hinauszuziehen? Nichts, sollte man denken. Zumindest nichts, worüber er sich bewusst war. Doch er hatte keine Zeit, sich darüber zu ärgern. Anscheinend war das Wesen mit irgendetwas unzufrieden und sorgte dafür, dass Bianca sich lautstark erschreckte. Nicht sicher, wie die Elefantendame darauf reagieren würde, nahm er sie reflexartig am Unterarm und zog sie zu sich. Sicherlich nicht in einer besonders sanften Art, aber seine instinktive Priorität war immerhin gewesen, sie erst einmal aus der Reichweite des Rüssels zu bekommen. Glücklicherweise schien die Konsequenz des Schreis nicht so gefährlich zu sein, wie er im ersten Moment erwartet hatte. Ein kurzer Wasserstrahl schoss auf die Stelle, an der Bianca vorher stand. Keiner wurde verletzt. Das Einzige, was vielleicht darunter leiden musste, waren ihre Klamotten, die ein wenig von den Spritzern des Wasserstrahls abbekommen hatten. Als das Elefantenwesen seinen Schuss beendet hatte und nur noch ungeduldig schnaubte, realisierte der Magier, wen er da gerade am Arm genommen hatte, und entfernte sich ein Stück. Heute war wirklich nicht sein Tag, oder? Wieso fühlte er sich eigentlich nur in der Gegenwart von Bianca immer so dumm, als würde er eine Situation ständig falsch einschätzen?

    [Cyril] mit Gabriel im vorderen Busdrittel


    2941-cyril-png"Das ist sehr großzügig von dir" Die Aufforderung, sich doch an ihn zu wenden, wenn er irgendwelche Fragen oder Probleme hatte, stimmte Cyril äußerst glücklich. Sein erster Tag und er hatte schon einen Ansprechpartner gefunden - und dazu noch einen sehr Netten! Der Einstieg in den Bus war dann aber doch noch ein kleiner Kulturschock für ihn. Zwar waren die Konversation in diesem Bus sehr rege und man konnte bei jedem Grüppchen nicht wirklich heraushören, worum es ging, aber die Art, wie sie sich unterhielten war... Nun ja, nicht gerade zurückhaltend. Wildes Gestikulieren, lautes Gelächter, Kraftausdrücke und eine Reihe an ausdrucksstarken Gesichtszügen, denen er in diesem Ausmaß und Kontext noch nicht begegnet war, überwältigten ihn erstmal. Ein signifikanter Unterschied zu der sonnigen und entspannten Art, die seine neue Bekanntschaft Gabriel an den Tag legte. Aber gut, der blonde Adelige war fest entschlossen, sich nicht von dem ersten Eindruck abschrecken zu lassen und eine Konversation mit ihnen immer noch Teil des Möglichen sein zu lassen. Schließlich wollte er sich ja erfolgreich integrieren und das bedeutete nun mal, dass man sich auch mit den etwas weniger sympathischen Individuen eines Kreises unterhielt. Er war schon fast dran, einen Kommentar über den Geräuschpegel des Busses zu machen, entschloss sich dann aber dagegen. Wenn das normal für eine Klassenfahrt war, dann würde er dadurch sicher nur dumm dastehen. "Dann ist es kein Wunder, dass du dich so darüber freust. Ich bin mir sicher, wir werden eine ausgezeichnete Zeit haben", kommentierte er seine Aussage und war sehr erfreut darüber, dass Gabriel ihn danach fragte, ob sie nicht zusammen sitzen wollten. Nach der netten Konversation im Schulhof hatte er sowieso die Hoffnung gehabt, dass sie zusammen sitzen würden, aber es war sehr höflich von ihm, noch einmal nachzufragen. "Es wäre mir eine Freude", entgegnete er daher und sie setzen sich in eine Bank des vorderen Busdrittels. Cyril entschied sich spontan, dass das wohl ein guter Zeitpunkt wäre, um ein paar Informationen über seine neuen Klassenkameraden einzuholen. "Gibt es hier eigentlich noch mehr Neuankömmlinge? Ich frage mich, ob ich der einzige bin" Wenn es noch mehr gab, könnte es vielleicht eine gute Idee sein, sich zuerst mit ihnen zu unterhalten. Eine gemeinsame Situation, wie etwa "Der Neue" zu sein, könnte dabei helfen, den Kontakt zu knüpfen.