Beiträge von schachtl

    1699-darren-png

    Darren & Yumi | irgendwo im Maisfeld


    Ihre Hand war kalt. Nicht wirklich wundernswert bei diesen doch recht niedrigen Temperaturen. Darren schloss seine Finger fester um ihre schlanken Finger. Spürte aber auch, dass Yumi das nicht erwiderte. Dass sie es dennoch zu ließ für diesen Moment. Es waren solch kleine Momente, die der angehende Schauspieler genoss. Jede einzelne Sekunde davon. Weil sie so kostbar waren und gerade wegen der jungen Studentin so schnell wieder vorbei sein konnten. Eine Alternative wollte sie wissen. Gab es die denn? Was war diese Alternative, was wollte sie hören? „Eine Alternative?“, fragte und wiederholte er. Ein Schmunzeln drang aus seiner Kehle, ganz leise als hätte die andere einen Witz erzählt. „Die gibt es nicht.“ Der Musiker hatte es ausprobiert, hatte nach einer Alternative gesucht und war im Grunde nur gegen eine Wand gelaufen. War nicht vorangekommen, hatte einen falschen Weg gewählt und es eigentlich auch zu spät gemerkt. Darren hätte es wissen müssen. Dass es keinen anderen Weg gab. Nur diesen einen, der immer zu ihr führte. Immer zu Yumi, egal wie fern sie war. Wie nah sie war. Egal in welcher Geschwindigkeit sie sich bewegten und wenn er so darüber nachdachte, hörte sich das doch ein bisschen merkwürdig an aber so war das manchmal mit diesen Gefühlen oder? Oftmals ergab das alles gar keinen Sinn. Zumindest nicht für Außenstehende. „Es bleibt mir nur das zu nehmen, was du mir gibst. Was du mir geben willst und kannst.“ Weil er doch auch davon überzeugt war dass Yumi weit mehr wollte, in manchen Situationen aber sich vielleicht auch einfach selbst im Weg stand. Nicht dass er sich selbst als irgendeine Art von Retter darstellen wollte, das sah er ganz und gar nicht in sich aber trotzdem gab die Studentin ihm manchmal das Gefühl, dass sie ein wenig mehr zeigte. Dass sie ihm mehr zeigte als anderen. Und damit sprach er nicht auf irgendwelche Körperkontakte an. Schleppend konnte sich der Musiker aufrichten, verzog das ein und andere Mal schmerzverzerrt sein Gesicht weil es doch mehr schmerzte als er anfangs gedacht hatte aber es gab jetzt auch keine andere Möglichkeit. Es blieb ihm nichts als die Zähne zusammen zu beißen. Natürlich konnten sie auch den Rettungsdienst rufen aber die hatten sicher genug zu tun und spätestens wenn sie wieder irgendwo Nahe der Zivilisation waren, konnte man sicher ein Taxi bestellen, dass beide vor ihre gemeinsame Haustür brachte. Besser als ein Bus, der wahrscheinlich eh erstmal noch ewig brauchte bis er in dieses kleine Dorf kam. Vielleicht sollten sie auch die Notaufnahme ansteuern aber der Gedanke rückte auch erstmal in den Hintergrund als die Studentin sich ihm näherte, seinen Arm um sich legte und sich an seine Taille klammerte. Alles natürlich nur um ihn zu stützen und dennoch spürte er seinen Herzschlag in diesem Moment ganz deutlich. „Und dich.“, antwortete er darauf und schaffte es mit seinen Fingern kurz die kalte Haut ihrer Wangen zu streifen. „Es tut mir leid. Dass du mich hierher begleiten musstest und jetzt auch noch das..“ Er ließ seinen Kopf kurz sinken, sein Blick glitt hinab zu seinem verletzten Fuß mit dem sie beide nur langsam vorankamen. Jeder Schritt schmerzte und das konnte man ihm auch ansehen. Aber jetzt galt es einfach Zähne zusammenbeißen. „Hm, sei nicht so frech.“ Auch der junge Kerl schielte in ihre Richtung, musste ebenfalls grinsen und wurde schließlich noch langsamer als er eh schon war. Eigentlich blieb er sogar stehen und hielt Yumi davon ab weiter zu gehen. Indem er sie mit seinem Arm an sich heran drückte. Den Arm, den sie vorhin noch um ihre Schultern gelegt hatte. Vorsichtig und doch bestimmt drückte er die Studentin an seine Brust und vergrub sein Gesicht an ihrem Kopf. In der blonden Mähne. Darren atmete ihren Duft ein. Das süßliche Parfum stieg in seine Nase und ein Lächeln, sogar ein Grinsen umspielte seine Lippen. Auch mit seinem anderen Arm hielt er Yumi bei sich und legte seine Hand unter ihrem dunklen Umhang an ihren schmalen Rücken. „Es war doch dein Parfum.“, flüsterte er ganz leise, war schon fast stolz darauf dass er sie dabei ertappt hatte. Dass sie doch bei ihm im Bett gelegen hatte. Es fiel ihm schwer auf der Stelle stehen zu bleiben weil es ihn viel Kraft kostete und er ja eigentlich mehr auf einem Bein stand aber er erlaubte es sich auch, sich ein bisschen auf die Blonde zu stützen. Jedoch nicht zu sehr weil er ja auch nicht wollte, dass sie beide den Boden küssten. Langsam löste er sich von dem hübschen Mädchen, nahm seinen Arm von ihrer Schultern und strich dabei durch ihre langen Haare. Legte sie auf eine Seite und lächelte. Sein Blick wanderte langsam von ihrer hellen Mähne zu ihrem Gesicht hinauf, blieb an ihren Lippen hängen und kletterte schließlich doch weiter zu ihren hellen Augen. „Warum willst du es nicht zugeben?“, fragte er, während das Grinsen auf seinen Lippen verschwunden war und er die Studentin beinahe schon ernst anschaute. Oder erwartungsvoll. Hoffnungsvoll und irgendwie auch flehend.

    1699-darren-png

    Darren & Yumi | irgendwo im Maisfeld


    Der junge Musiker schmunzelte. „Hm, das ist ein guter Einwand..“, sagte er, erhaschte kurz einen Blick ihres schwachen Lächelns und versuchte seinen Fuß etwas zu bewegen. Es war okay, es schmerzte, gar keine Frage, aber vielleicht würde die Schmerztablette, die er vorhin von Yumi bekommen hatte, ja auch diesen Schmerz ein bisschen betäuben. Irgendwann. „Wahrscheinlich hat es das. Bis ich..“ Der Kerl stoppte in seinem Satz. Weil die Bewegung seines Knöchels in mit einem stechendem Schmerz strafte, er sich dadurch auch ein bisschen nach vorne beugte und ihn mit seinen Fingern umfasste. Allerdings nur kurz. Es hatte gereicht um zu bemerken, dass die Stelle langsamer dicker wurde. Warum hatte das jetzt eigentlich passieren müssen. Aber was genau eigentlich? Dass er gestolpert war, sich dabei verletzt hatte oder ging es bei seinen Gedanken um viel mehr? Naja, eigentlich kannte er die Antwort bereits aber er blieb still, richtete sich wieder etwas auf und drehte den Kopf zu ihr. Leise kamen diese Worte über seine Lippen während er sich zurück hielt, hätte Yumi eigentlich am liebsten in den Arm genommen und fest an sich gedrückt. Weil er das Gefühl vermisste ihr wirklich nahe zu sein, sie an sich zu spüren. Darren vermisste es wenn ihre langen Haare ihn kitzelten, wenn diese blauen Augen ihn zuerst kalt musterten und mit jeder Sekunde an Wärme gewannen. Er vermisste es, ihre zarte Haut unter seinen Fingern zu spüren und vorallem vermisste er das Lächeln auf ihren Lippen. Das Lachen und die Küsse, die diese Lippen geben konnten. Der Musiker erwischte sich selbst dabei, wie er auf ihren Mund schaute. Beinahe sehnsüchtig bis er seinen Blick wieder etwas anhob. Seine Augen wurden größer als sie ihre Worte ausgesprochen hatte. Ihre Stimme sagte nicht viel aus. Sie klang gleichgültig, als ginge es sie überhaupt nichts an und zwar war dem so aber dennoch hatte er das Gefühl, dass das nicht so ganz stimmte. Alleine weil sie es erwähnte. Dass sie ihm diese Aussage entgegen brachte. Wäre es ihr egal, hätte es sie nicht irgendwie gestört, hätte sie es dann überhaupt erwähnt? Zwar haben sie vorhin darüber geredet, dass Yumi ihn gesehen hatte mit seinen Begleiterinnen aber diesen einen Moment.. es hatte also genug mit ihr gemacht dass sie es ihm sagen musste. „Ich..“, begann er und ließ seinen Kopf sinken. Ließ seinen Blick kurz über ihren schwarzen Umhang gleiten, der ihren schlanken Körper umhüllte. „Ja..“ War es überhaupt nötig dass er sich erklärte? Musste er das? Eigentlich ja nichts, er war ihr ja keine Rechenschaft schuldig. Und doch wollte er es. Musste es alleine für sich. „Aber gebracht hat es.. rein gar nichts. Es wurde nur noch schlimmer..“ Nicht nur die Sehnsucht nach Yumi, sondern auch die Tatsache, dass er damit Alessa verletzt hatte. Es war nicht richtig von ihm gewesen, auch wenn es sich für diesen Moment vielleicht so angefühlt hatte. „Ich hab nur versucht dich aus meinem Kopf zu bekommen aber es wollte nicht so recht funktionieren.“, sagte der Kerl und seufzte, schmunzelte daraufhin. „Das zu tun was du willst, dich zu vergessen, das ist gar nicht so einfach aber.. ich will es auch gar nicht weiter versuchen. Es bringt nichts.“ Weil er es gar nicht konnte. Das Mädchen war Teil seiner Gedanken, seine Gefühle galten alleine ihr, wie also konnte er sie also so einfach vergessen? So einfach die Hoffnung aufgeben? Es war ganz und gar nicht einfach. Nicht so, wie sie es sich vielleicht vorstellte. Darren warf kurz einen Blick auf ihre Handtasche, in der sie nach etwas suchte, und versuchte dann sich etwas aufzurichten. Es geschah langsam und schleppend, doch er schaffte es irgendwie auf seine Beine. Auch wenn es ihm weh tat. „Es geht schon.“, versicherte er der Studentin. „Auch wenn ich enttäuscht bin, dass du mich nicht Huckepack tragen willst.“ Der Musiker schien für einen Moment zu schmollen, da er seine Unterlippe nach vorne schob aber schmunzelte anschließend. Vielleicht konnte ihn ja jemand anders Huckepack tragen.

    1699-darren-png

    Darren & Yumi | irgendwo im Maisfeld


    Darren hatte seinen Blick weiternach vorne gerichtet. Schaute zuerst auf seinen verletzten Knöchel, das Bein hatte er wieder ausgestreckt und dann hob er seinen Kopf ein bisschen. Sah in die Ferne, in den wolkenbedeckten Himmel oder auch in das Maisfeld. So genau konnte er das gar nicht sagen, irgendwie sah er sowieso ins Leere. Versuchte weiter darüber nachzudenken was gestern passiert war. Ob überhaupt etwas passiert war. Zuerst war er der Meinung gewesen oder hatte eher daran gedacht, dass er sich mit Alessa und Rumi einfach betrunken hatte und direkt ins Gästezimmer gebracht worden war. Aber das stimmte nicht. Es war viel passiert oder? Für einen Moment schloss der Student seine dunklen Augen. Sein Kopf wollte ihm diese Erinnerungen nicht wieder geben. Vielleicht war es ja auch besser so. Vielleicht hatte er sich gestern auch irgendwo zum Affen gemacht oder sonst was angestellt? Wobei er sich das auch nicht wirklich vorstellen konnte aber hey, Alkohol war nicht immer ein Freund und ließ einen schnell mal Dinge machen über die man keine Kontrolle hatte. Aber ob wirklich er alleine wusste, was am gestrigen Abend passiert war? Ob es vielleicht noch jemanden gab, der ihm weiter helfen konnte? Das aber aus bestimmten Gründen nicht wollte? Darren spürte die zarte Berührung des Mädchens, als diese mit ihren Fingern über seinen geröteten Fußknöchel strich. Sein Blick wanderte dorthin, beobachtete die Situation als seine Lippen sich einen Spalt öffneten. „Ja..“, antwortete der Musiker. Die Studentin war ihm näher gekommen. Musste sie zwangsläufig bei ihrer Berührung, die ihn doch kurz zusammen zucken hatte lassen. Weil es doch mehr schmerzte als er dachte. Aber was genau? Sein verletzter Fuß oder doch eher die Tatsache, dass ihm Yumi wieder näher gekommen war, dass sie ihn berührte und er wusste, dass er es doch nie schaffen würde das zu sein, was sie wollte. Weil sie es vielleicht selbst nicht wusste? Nicht wissen wollte? Er drehte seinen Kopf in ihre Richtung und erwiderte den Blick ihrer blauen Augen. Dass die Blonde beinahe wie aus der Pistole geschossen seine Frage verneint hatte, hatte ihn vorhin schon stutzig gemacht. Als hätte sie nur auf diese Antwort gewartet, als wollte sie jede Vermutung dass sie gestern gemeinsam hier gewesen waren schnellstmöglich im Keim ersticken. Ein kleines Lächeln umspielte seine Lippen als Darren ihren Blick bemerkte, als dieser an seinen Lippen hängen blieb. Wenn auch nur für eine Sekunde, ganz kurz, und doch war es ihm aufgefallen. Sein Herz schlug einige Takte schneller. Er spürte ein Kribbeln in seinem Bauch. Mit einer Hand griff er nach ihrer, ließ zunächst seine Fingerspitzen über ihren Handrücken streichen und umfasste ihre Hand schließlich während sein Daumen weiter über ihre weiche Haut streichelte. „Ich hab dich vermisst.“, flüsterte er und auch, wenn er eigentlich lächeln wollte weil sie seit langem wieder bei ihm war, näher als sonst, konnte er es nicht. Sein Blick wirkte eher traurig, geschmerzt. Was teils auch einfach seinem verletzten Fuß zu schulden kam, mit dem er gerade gestolpert und umgeknickt war. Aber irgendwie bemerkte er jetzt auch, wie sehr ihm die letzten Wochen zu schaffen gemacht hatten. In der Zeit, in der er sie nicht gesehen hatte. Wo er ständig an den Moment im Treppenhaus gedacht hatte und auch daran, dass sie ihn einfach hatte stehen lassen. Auch wenn Yumi ihm rein gar nicht schuldig war, dass sie dieses eine Mal das getan hatte, wovon sie sooft sprach.

    1699-darren-png

    Darren & Yumi | irgendwo im Maisfeld


    „Nicht einmal an Halloween? Wow, beeindruckend.“, erwiderte der junge Kerl mit einem Tonfall als wäre er ernsthaft begeistert davon wie resistent die blonde Dame gegenüber Angst und Schrecken war. Dass es dabei weniger darum ging, sich vor schaurigen Dekoartikeln oder irgendwelchen ach so gruseligen Darstellern zu erschrecken, das war wohl beiden bewusst und da jetzt mehr sein endlich gefundenes Handy in den Vordergrund rückte, ließ Darren das Thema einfach ruhen. Wie er es schon von Anfang an hätte tun sollen. Wenn sie mit Alex hier gewesen war, dann war es eben so gewesen und wenn sie sich gemeinsam wie kleine Schweinchen auf dem kalten Boden herum gekugelt und ihren Spaß gehabt hatten. Dann konnte er ihr es wenigstens zu gute halten, dass sie es ihm nicht unter die Nase rieb. Damit er ganz schnell aufgab und jegliche Hoffnungen verlor. Weil das ja alles war, was sie wollte. Nicht ihn, rein gar nichts von ihm. Deshalb hielt sie sich auch immer so gut an ihre eigenen Worte und hielt sich immer von ihm fern. Der Student dachte noch kurz darüber nach bis sie ihm das Handy in die Hand drückte, sich nach diesem eindringlichen Blick aus dem Staub machte. Ihr Name glitt ihm über die Lippen und er folgte ihr, wollte nicht dass sie ging. Nicht so, nicht wenn sie dieses dämliche Gefühl in ihm hinterließ. Doch recht weit kam er dann auch nicht. Während er mit seinen Fingern über die schmerzende Stelle strich, hob er seinen Kopf an. Der Schmerz in seinem Knöchel war jetzt lange nicht so wichtig. Verdammt, warum genau hatte er sich gestern eigentlich so maßlos voll laufen lassen? Es hatte doch rein gar nichts gebracht, überhaupt keinen Sinn gehabt. Darren erkannte die junge Frau schließlich wieder in der Ferne, seine verschwommene Sicht klarte auf und als er bemerkte, dass sie umdrehte, ihren Weg nicht weiter ging sondern zu ihm zurück kehrte, zeichnete sich ein schwaches Lächeln auf seine Lippen. Sein Herz schlug schneller je näher die Studentin kam. „Wird schon gehen.“, antwortete der Musiker und streckte sein verletztes Bein aus, versuchte seinen Fuß etwas hin und her zu bewegen, zuckte jedoch gleich zusammen als ein stechender Schmerz seinen Körper durchfuhr. „...vielleicht nach einer kurzen Pause.“, fügte er hinzu, schmunzelte sogar ein bisschen und krempelte seine schmutzige Hose ein bisschen nach oben. Sein Knöchel war bereits jetzt schon gut rot und ein Seufzen entfuhr dem Kerl. „Das hat ja gerade noch gefehlt.“ Weil es ihm ja heute auch so wunderbar ging. Als hätte er nicht eh schon Probleme mit dem Laufen. Bei dem Restalkohol, den er noch hatte. Er hob seinen Kopf wieder an, schaute hinauf zu Yumi und kniff die Augen ein bisschen zusammen, da die Sonne ihn ein wenig blendete. Sein Mund öffnete sich, er wollte etwas darauf erwidern aber kam letztendlich nicht dazu. Huckepack nehmen..? Das war reiner Zufall oder? Der Schauspielstudent ließ seinen Kopf wieder sinken und blieb weiter stumm. Dieses unbeschreibliche Gefühl, dass er seit ihrer Begegnung draußen vor der Gaststätte in sich trug wurde nicht weniger. Verstärkte sich eher mit all den Worten, die sie von sich gab. Darren lehnte sich ein bisschen nach vorne. „Hab ich gestern irgendwas.. falsch gemacht?“ Seine Worte waren leise und er sah auch nicht auf, hatte seinen Blick leer gerade aus gerichtet. „Ich werde das Gefühl nicht los dass irgendwas nicht stimmt. Mehr als sonst.“ Dass außerhalb dieses Dorfes und dieser Momente etwas zwischen ihnen nicht so ganz passte, das war ja jetzt auch kein wirkliches Geheimnis nicht und wahrscheinlich war es auch einzig die Tatsache dass er mehr wollte. Das war es, was nicht stimmte, was alles unnötig kompliziert machte.

    1699-darren-png

    Darren & Yumi | irgendwo im Maisfeld


    Hm, es hätte ihn eigentlich gar nicht wundern sollen. Im Grunde hätte er gar nicht nachfragen sollen, er sollte sich nicht dafür interessieren mit wem Yumi irgendwo war und tat es doch. Aus einem ganz einfachen Grund, der beiden bereits bewusst war. „Und nur du alleine hast den Ausgang gefunden?“, fragte der Student nach einer ganzen Weile, hatte ihren kurzen Blick erwidert, seinen jedoch genauso wieder von ihr abgewandt und konzentrierte sich so gut er konnte einfach auf den Weg, der vor ihnen lag. Umringt von so einigen Maispflanzen, die hin und wieder zur Belustigung anderer ausgerissen am Boden lagen. Natürlich vermutete der Musiker zuerst dass sie mit ihrem Ex-Freund hier gewesen war. Wieso auch nicht? Das letzte woran er sich erinnerte war eben das Bild von ihnen gemeinsam. Als Yumi ihm etwas ins Ohr geflüstert hatte, ihm so nah gewesen war und sie einander diese Lächeln geschenkt hatten. Die irgendwie anders gewesen waren aber Darren hoffte nur weiter, dass er sich das von der Ferne eingebildet hatte. Eigentlich sollte er gar nichts mehr hoffen aber der Zug war eh schon längst abgefahren. „Nicht dass der andere noch hier herum irrt und uns erschrecken will..“ Aufmerksam schaute sich der Schauspielstudent um. Als würde er etwas oder jemanden suchen, als wäre er ganz genau auf der Hut und vielleicht spiegelte sich sogar ein bisschen Angst in seinem Blick wieder, was allerdings nur gespielt war. Wahrscheinlich waren sowieso sie hier die einzigen und letzten, die durch das Labyrinth gingen und das auch nur weil er sein Handy verloren hatte. Einen anderen Grund gab es ja nicht wirklich. „Du bist eh immer wach? Hm, ich kann dir auch ein Schlaflied singen, wenn dir das lieber ist. Damit du endlich in Ruhe schlafen kannst.“ Für einen Moment tat Darren wirklich so als würde er überlegen, in seinem Kopf schon mal nach einigen Titel dafür suchen, die er so kannte. Aus seiner Kindheit und von sonst wo her aber wahrscheinlich kannte die junge Frau schon genug Methoden um in den Schlaf zu finden. Manche davon eher weniger legal aber wen kümmerte das schon. Trotzdem fand er Gefallen an diesem Gedanken.. Yumi etwas vorzusingen, für sie etwas auf seiner Gitarre zu spielen. Ihr wieder ein Lied zu widmen. Sein Herz schlug ein bisschen schneller, was vielleicht auch daran geschuldet war, dass er gerade über seine eigenen Beine gestolpert war. Sich jedoch gleich wieder gefangen hatte. Zunächst bemerkte er gar nicht, dass die Studentin bereits einige Schritte voraus gegangen war, sein Handy offensichtlich gefunden hatte, denn er hatte noch damit zu kämpfen seinen Gleichgewichtssinn in Ordnung zu bringen. „Hast du es..?“, fragte er zögernd, da die junge Frau länger als nötig an diesem einen Fleck stand, jedoch etwas aufgehoben hatte. Das Geräusch seines Klingeltons verstummte und so passierte es auch mit ihren Gesprächen, die sie in den letzten Minuten geführt hatten. Ein kühler Wind fegte über die Studenten hinweg. Darren fröstelte und wollte trotzdem im nächsten Augenblick aus seiner Jacke schlüpfen um sie der Psychologiestudentin zu geben, immerhin musste ihr noch kälter sein, als diese sich herum drehte und ihm sein Handy in die Hand drückte. Zunächst wortlos. Schenkte ihm nur einen Blick, der ihn förmlich durchbohrte. Als wollte sie eine Antwort, eine Reaktion, irgendwas. Vielleicht verurteilte sie ihn aber auch, Darren konnte das im Moment nicht deuten. Der Student öffnete seine Lippen, wollte sich bedanken als sie ihm diese Worte entgegen warf. Ihm irgendwie schon fast hinspuckte. Die junge Frau drehte sich weg und für einen Augenblick schaute er auf das Handy in seiner Hand, doch interessierte sich eigentlich gar nicht mehr weiter dafür. „Yumi..?“ Ihr Name kam leise über seine Lippen. „Du weißt ganz genau, dass ich das nicht habe.“ Er blieb stehen als er diese Worte sagte. Sie an Yumi richtete, die ihm schon ein bisschen voraus war. Anscheinend wollte sie auch gar nicht mehr auf ihn warten. Aber gut. Warum auch? Seine Finger legten sich kräftiger um das Handy in seiner Hand. „Yumi, warte!“ Die Stimme des Mannes war lauter geworden, da die Dame sich schon einige Schritte von ihm entfernt hatte, irgendwie schon halb vom Maisfeld verschluckt schien. Er setzte sich in Bewegung, langsam wieder einen Fuß vor den anderen als er in einem kleinen Erdloch am Boden mit seinem Fuß hängen blieb und stolperte. Mal wieder. Aber so war das halt, wenn man noch etwas Alkohol in seinem Körper hatte. Es brauchte ja doch seine Zeit, bis der sich komplett verflüchtigt hatte. Vielleicht wäre es ihm komplett nüchtern auch passiert aber es war ja eigentlich eh egal. Der Musiker landete auf dem Boden, fing sich mit den Armen ab und spürte einen stechenden Schmerz in seinem Knöchel. Dabei war ihm das Handy wieder aus der Hand gefallen, lag dieses mal aber glücklicherweise gleich neben ihm und auch der Bildschirm war dabei hell geworden. Flüchtig erkannte er die Nachricht, die da zu sehen war. Alessa hatte sich also noch gemeldet. Im ersten Moment konnte man vielleicht denken, dass sie wütend war und ja, irgendwie war sie das bestimmt, aber trotzdem wusste er, dass sie es ihm nicht übel nehmen würde. Zumindest nicht für immer. Nur für eine lange Zeit wahrscheinlich. „Scheiße..“, murmelte er, setzte sich auf den schmutzigen Boden und zog sein Bein heran, legte die Hand auf die schmerzende Stelle und verzog sein Gesicht. Hatte Yumi diese Nachricht gesehen? Wahrscheinlich. Als sie sein Handy vom Boden aufgehoben hatte. Vielleicht nur ganz kurz. Viel mehr ging es um den Namen, den Alessa sich selbst in seiner Kontaktlilste gegeben hatte. War.. es das? War das der Grund, warum die angehende Psychologin jetzt so schnell voran gegangen war? Fast schon flüchtete? Hatte sie ihm deshalb diesen stechenden Blick zugeworfen, der irgendwie doch mehr aussagen sollte oder? Der Kerl seufzte, in seinem Kopf drehte sich alles und als er flüchtig in die Richtung der Studentin schaute weil es für den Moment auch schwer war sich auf irgendwas zu konzentrieren, hatte er das Gefühl dass das hier irgendwie nicht neu war.

    1699-darren-png

    Darren & Yumi | irgendwo im Maisfeld


    Für einen kurzen Moment fragte sich der Student ob es eine gute Idee gewesen war mit Yumi hierher zu kommen. Offensichtlich schien sie zu frieren. Wenn sie nicht gerade damit beschäftigt war ihren warmen Kaffeebecher zu umklammern, hüllte sie sich immer mehr in ihren dunklen Umhang, der aber längst nicht alles bedeckte. Die letzten Tage waren aber auch immer kühler geworden, der Winter war herein gebrochen und es dauerte wahrscheinlich nicht mehr lange bis auch der Schnee diesen Teil der Welt bedeckte. Darauf freute sich der Musiker. Er liebte die Stimmung, die damit einkehrte. Die Wärme, wenn es um Weihnachten ging und die Kälte, die kleine Eiskristalle auf die eisigen Fensterscheiben malte. Es war eine gar magische Zeit und auch wenn viele immer sagten, dass mit der dunklen Jahreszeit auch schlechte Laune vorprogrammiert war, die Menschen trauriger waren, so sah er das eigentlich ganz anders. Zumindest kamen ihm viele seiner Mitmenschen nicht so niedergeschlagen vor, wie immer gesagt wurde. Nicht mehr als sonst.. Darren hatte eine Zeitlang nur die blonde Studentin beobachtet während sie gemeinsam hierher gingen, er war zeitweise ein bisschen zurück gefallen, ging aber auch ein wenig langsamer als Yumi. Verständlicherweise, da er ja immer noch mit den bösen Nachwirkungen des gestrigen Abends zu kämpfen hatte. „Alleine..?“, fragte er und bekam noch einen Blick ihrer blauen Augen geschenkt bevor sie sich ins Maislabyrinth wagten. Seine Frage oder eher dieses einzelne Wort war ihm etwas zögernd über die Lippen gekommen. Darren wollte wissen ob sie in Begleitung gewesen war. Wer an ihrer Seite gewesen war und natürlich dachte er an jemand ganz bestimmten, der ihm vor kurzer Zeit noch so etwas wie eine Kampfansage gemacht hatte. Zumindest hatte es sich so angefühlt doch je mehr er darüber nachdachte, desto absurder war das eigentlich. Aber eigentlich wollte der Musiker auch wissen ob es vielleicht nicht er selbst gewesen war, der Yumi hier drin begleitet hatte. Ob sie sich begegnet waren, ob das draußen vor der Gaststätte reiner Zufall gewesen war, das Schicksal oder so etwas, oder ob ihn der süßliche Duft an seinem Kissen doch getäuscht hatte. Aber wahrscheinlich würde er diesbezüglich auch nie etwas erfahren. Schließlich hatte nur Yumi Zugriff auf diese Information, behielt sie in ihren Gedanken und wenn die Dame nichts Preis geben wollte und das geschah ja doch desöfteren Mal, dann war es beinahe unmöglich irgendwas in Erfahrung zu bringen.. das hatte er mittlerweile ja schon mehrmals mitbekommen. Ihre Schritte führten sie langsam ins Innere des Labyrinth und irgendwie wurde ihm beim Anblick der vielen Maispflanzen und dem Wirrwarr nur wieder schwindelig, weshalb er kurz stehen blieb um auch seine Idee an Yumi weiter zu erzählen. Ein Schmunzeln kam über seine Lippen. „Oh Mist, ich wurde wohl ertappt..“, sagte er, seufzte übertrieben und warf die Hände kurz ein bisschen in die Höhe als hätte man ihn bei etwas sehr schlimmen erwischt. Bis jetzt war es ihm gar nicht so richtig bewusst gewesen, dass es eigentlich gar keine Möglichkeit gegeben hatte Kontakt aufzunehmen. Ihre Treffen waren immer zufällig gewesen. Nie hatten sie einen Treffpunkt ausgemacht, einen Ort an dem sie sich zu einer gewissen Uhrzeit sehen würden. Alles war immer einfach so passiert. Ob das jetzt mehr zu bedeuten hatte oder einfach wie so vieles im Leben purer Zufall, das ließ er mal dahin gestellt. Denn darüber dachte eh jeder anders, da gab es doch so einige Meinungen was das Schicksal betraf. „Hättest du mir deine Nummer denn so einfach gegeben?“ Der junge Kerl hob eine Augenbraue und sah fragend und mit einem Grinsen auf den Lippen zu Yumi, die ebenfalls in seine Richtung schaute bis beide irgendwo entfernt und ganz leise das Klingeln hörten. „Wahrscheinlich hättest du dich nur wieder geweigert, gemeint dass du mir keine Hoffnungen damit machen willst.. weil ich mich dann ja jede Sekunde melden kann und sowas.“ Darren sagte das als würde er einen Scherz machen, als wäre das ein ganz leichtes Thema. Etwas, das nicht verletzen konnte und doch tat es das ganz gewaltig. Zumindest verletzte es ihn aber er war trotz des Restalkohols in seinem Blut noch Schauspieler genug um diese Worte mit einem Schmunzeln zu untermalen, ihnen dadurch eine Leichtigkeit zu geben. Gar so als hätte er einen Witz erzählt. „Jetzt kommst du mir leider nicht mehr aus.. erwarte schon mal Anrufe um vier Uhr morgens oder Sprachnachrichten in denen ich dir etwas vorsinge. Oder spiele. Du kannst wählen.“ Darren lachte kurz auf und hielt dann inne, überlegte ob der Klingelton, der irgendwo hier in der Nähe zu hören war, auch wirklich der seines Handys war.. aber was sollte es auch sonst sein. Liefen ja sicherlich nicht noch zehn Leute hier herum die ihre Handys suchten weil sie genauso dämlich besoffen gewesen waren wie er am gestrigen Abend. Langsam schienen sie der Geräuschquelle näher zu kommen. Darren zog seine Augenbrauen zusammen. „Es wundert mich ja dass ich anscheinend alleine hier wieder heraus gefunden hab.“ Sein Blick schien kurz ernst, auch ein bisschen irritiert, dann grinste er wieder und hob seine Schultern. „Hätte eher darauf getippt dass ich mich irgendwo hier auf den Boden lege und warte bis der nächste Morgen kommt.“, vermutete der Wuschelkopf. „Wobei es bei Tageslicht auch nicht leichter scheint.“ Aber das konnte auch einfach an seinem verschwommenen Eindruck dieses Labyrinths liegen..

    1677-cylie-pngCylie & Chris | irgendwo bei den Tischen


    Ein bisschen wahllos stopfte der jüngere Zwilling sich die leckeren Häppchen auf dem Teller in den Mund. Ihr Handy lag direkt daneben auf dem Tisch damit sie sehen konnte, wann ihr Bruder sich dazu erbarmte ihr zu antworten. Cylie wusste nicht wo er sich herum trieb und mit wem, vielleicht hatte er es ja endlich geschafft und das Mädchen aufgerissen, von der er letztens so sehnsüchtig auf eine Nachricht gewartet hatte. Irgendwie ein merkwürdiger Gedanke, dass sie ihren Bruder irgendwann mal wieder teilen musste. Nicht, dass sie in irgendeiner Art und Weise von ihm abhängig war, auf gar keinen Fall, aber sie waren nun einmal Geschwister, Zwillinge, und es war nicht abstreitbar, dass sie einander brauchten. Manchmal mehr, manchmal weniger aber ohne einander war es auch irgendwie doof. Das merkte die Medizinstudentin gerade eben, wo ihr der beste Freund fehlte. Oder generell irgendwelche Freunde, mit denen sie sprechen konnte. War ja auch ein bisschen merkwürdig wenn sie mit Nick über ihn und ihre Gefühle redete. Wäre vielleicht am besten aber so einfach ging das nun mal nicht. Während Cylie in ihren Gedanken versunken war und eines der süßen Häppchen über den Teller schob, bemerkte sie die Ankunft ihres Bruders gar nicht und wollte gerade lautstark protestieren als sich eine Hand an ihrem fast leeren Teller zu schaffen machen wollte. Eigentlich hatte sie gar keinen Hunger mehr aber das war noch lange kein Grund einfach so über das Essen anderer herzufallen! Doch es fiel ihr relativ schnell auf, dass es sich dabei um ihren Zwilling handelte, denn nur der konnte so dumme Sprüche zu solch unpassenden Momenten hervor bringen. Das Mädchen schob ihre Unterlippe nach vorne, schaute ihn ein paar Sekunden trotzig an und seufzte dann tief. Wäre dann beinahe von der Holzbank gefallen auf der sie saß, da sie vergessen hatte, dass die gar keine Lehne hatte. "Irgendwann werde ich noch fett..", kam es der zukünftigen Ärztin über die Lippen während sie weiter schmollte, Chris nur dabei zu schaute wie er sich eins der Häppchen klaute und anscheinend gleich dafür bestraft wurde. "Hast du jetzt davon..", meinte Cylie nur dazu und grinste ihn tatsächlich an, bis sich ihr Zwilling wieder aus dem Staub machte. Beinahe hätte sie ihm schon nachgerufen aber er holte anscheinend nur Nachschub, da auch ihr Getränk schon lange leer war. "An Schmerzmittel komme ich auch ohne deine Hilfe ran, keine Sorge.." Das Mädchen schmunzelte und rückte etwas näher an den Tisch. So gut es ihr möglich war, da sie ihr Bein weiter ausgestreckt auf der Bank lagerte. Ihr gegenüber saß jetzt Chris, der auch gleich mit ihr anstieß. "Jetzt ist seine Ex-Freundin auch noch hier aufgetaucht.. und dumm wie ich bin, hab ich ihn gleich zu ihr geschickt." Cylie wusste selbst dass Chris wahrscheinlich eher weniger Lust auf dieses Thema hatte. Aber selber Schuld. Jetzt war er hier und musste sich das eben anhören. Weil sie jetzt gerade irgendwie sonst niemanden hatte. Bitter eigentlich. "Erst hab ich sie halb umgerannt und dann das.. ich hab das Gefühl das mit Nick und mir soll einfach nicht sein."

    1699-darren-png

    Darren & Yumi | irgendwo im Maisfeld


    Diese kurze und knappe Antwort war es eigentlich. Es drückte doch mehr aus, es war mehr als eine einfache Reaktion auf seine Frage, ob Yumi ihn gesehen hatte. Gemeinsam mit den anderen Mädchen, gemeinsam mit Alessa. Zwar hatte er seine Frage nicht direkt darauf gelenkt doch wussten beide genau, dass sie diesen Moment meinte. Dass sie es gesehen und mitbekommen hatte. Vielleicht versuchte der Schauspielstudent für eine kurze Zeit sogar mehr in ihrem Blick zu sehen. Einen Hoffnungsschimmer oder so etwas. Irgendwas, was ihm mehr sagte, als dieses winzige Ja. Doch er wand relativ schnell den Blick wieder ab. Weil es ihm heute gar nicht möglich war in irgendwelchen Gesichtern naach Antworten zu suchen, war er schon froh dass er sich überhaupt einigermaßen auf ein Gespräch konzentrieren konnte und weil er sich manchmal auch daran hielt, was die Blonde ihm sagte. Dass er versuchte aufzuhören mehr zu sehen. Mehr sehen zu wollen. Weil es ja auch nie etwas zu entdecken gab oder? Schließlich gab es da nichts von ihrer Seite. Rein gar nichts. Deshalb war sie ja auch noch hier. Deshalb ließ sie ihn nicht einfach allein. Weil da rein gar nichts war, weil sie sich immer so gut an ihre eigenen Worte hielt. Darren schmunzelte. Die Psychologiestudentin war eben einfach um das Wohlergehen ihrer Mitmenschen bedacht, das war sicher der einzige Grund, warum sie nicht schon das Weite gesucht hatte. „Ja, das hat schon so seine Vorteile.“, erwiderte der junge Kerl, sah das Grinsen auf ihren Lippen. „Vielleicht sollte ich mir mal ein Beispiel daran nehmen.“ Darren schmunzelte und versuchte mit seinen Fingern irgendwie Ordnung in das Chaos auf seinem Kopf zu bringen. Strich eine Locke von seiner Stirn und trotzdem hatte er das Gefühl, dass seine Haare mehr einem Vogelnest ähnelten als sonst irgendwas und irgendwie war es ihm auch egal aber die Blicke der fremden Menschen, die nach und nach die Gaststätte verließen, wurden auch immer auffälliger. Vielleicht stank er auch einfach noch fürchterlich, das konnte schon gut sein. Der Musiker hob seine Schultern und atmete einmal durch, ließ die frische Luft in seine Lungen. „Anscheinend. Wenn du schon alleine gelassen wurdest..?“ Die nächste Vermutung, die er in den Raum stellte. Er sagte jedoch nichts weiter dazu. Sicher verstand sie schon, worauf er anspielte. Auf wen weil er das Bild trotz des Versuches nicht aus seinem Kopf bekommen hatte. Darren blieb noch einen Moment stehen, wartete vielleicht auf eine Antwort der jungen Frau aber eigentlich war er wie immer nur davon fasziniert, wie unglaublich schön sie war. Auch, wenn sie genauso müde und ein bisschen durch wirkte aber es schien, das diesmal nicht der Alkohol der Grund dafür war. Wollte er es so genau wissen? Was sie die Nacht getrieben hatte? Im Inneren der Gaststätte bekam er leider nicht die Information, die er haben wollte, niemand der Angestellten konnten ihm etwas sagen und so verließ er seufzend und ein bisschen wütend auf sich selbst die Gaststätte, reichte draußen auch gleich Yumi den zweiten Kaffee während er die Flasche Wasser in seiner Jackentasche teils verschwinden ließ.

    Eigentlich war der Weg zu diesem Maisfeld nicht lange. Es war schließlich ein Dorf, da lag alles nur einmal umfallen entfernt aber heute brauchte der Student einfach ein bisschen länger. Sein Körper war noch damit beschäftigt den restlichen Alkohol abzubauen und generell fehlte ihm Schlaf, sodass er einfach ein bisschen mehr Zeit für alles brauchte. Irgendwie wurden seine Kopfschmerzen wieder etwas schlimmer je näher sie den Feldern kamen. Hoffenlich wirkten diese Tablette bald, das war ja nicht auszuhalten. Aber damit musste er jetzt halt kurz leben. „Warst du auch hier?“, fragte er die junge Studentin und sah zu ihr, dann wieder auf das Maisfeld, das vor ihnen lag und auf die Vogelscheuche, die sie da am Eingang erwartete. Viele der Dekosachen waren noch an Ort und Stelle aber bei Tageslicht natürlich weitaus weniger schaurig. „Ich sag dir mal meine Nummer okay? Dann kannst du anrufen und vielleicht hören wir es irgendwo.“ Der Musiker blieb nach einigen Schritten im Maisfeld stehen, nahm einen Schluck des warmen Kaffees und fing den Blick ihrer blauen Augen ein. „Sonst.. hab ich keine Ahnung, wie wir das hier angehen sollten.“ Weil wo sollten sie schon anfangen zu suchen.. wenn er nicht einmal wirklich mehr wusste, dass er hier gewesen war. Schließlich hätte er es überall verlieren können. Oder gab es einen Ort, an dem er kurz Pause gemacht hatte? Hm.

    Darren (& Yumi) | in der Gaststätte1699-darren-png


    Die dunklen Augenbrauen des Mannes hoben sich etwas, fragend und genauso überrascht, als Yumi ihm ohne Worte zuerst eine eingepackte Tablette in die Hand gelegte und folgend auch die warme Tasse Kaffee. Darren wusste nicht ob er beeindruckt sein sollte, davon wie gut die junge Frau doch vorbereitet war oder ob er das mit etwas Sorge betrachten sollte. Wobei es jetzt auch nichts absolut ungewöhnliches war, Schmerztabletten und andere Medikamente mit sich herum zu tragen, wenn man eben für alles gewappnet sein wollte aber sie wussten doch beide ganz genau was der eigentliche Grund für diese Schmerztablette war. Warum sie diese in ihrer Handtasche hatte und so tollpatschig, dass sich die Blonde an allen Ecken und Enden und allen Möglichkeiten verletzte, so hatte er sie jetzt nicht kennen gelernt. Dankend nahm er das Medikament entgegen und beförderte es mit einem kräftigen Schluck Kaffee auch gleich in seinen Magen, wo es hoffentlich nicht zu lange dauerte, bis es seine Wirkung entfalten konne. Diese frische Luft hier draußen war zwar schön und gut aber die grelle Sonne, die heute auf jeden Fall nochmal heller war als sonst, trugen nicht gerade dazu bei, dass die Schmerzen verschwinden wollten. Vielleicht war es aber auch einfach die Tatsache, dass der Musiker wirklich viel darüber nachdachte, was am gestrigen Abend passiert war. Ob überhaupt irgendwas passiert war. Vielleicht hatte er sich einfach so volllaufen lassen und war anschließend gleich in das Gästezimmer getorkelt weil er es woanders hin gar nicht geschafft hatte. „Ich muss ja schrecklich gewesen sein, wenn sogar beide das Weite gesucht haben.“, sagte der Student, seufzte erst aber schmunzelte dann. Aber nur kurz bis er wieder inne hielt. Hatte er vielleicht wirklich etwas getan oder gesagt, was sich absolut nicht gehörte, warum Rumi und auch Alessa ihn sitzen hatten lassen? Darren erinnerte sich an den Kuss, unbewusst wanderten seine Finger an seine Lippen als könnte er die Lippen des Mädchens immer noch dort spüren. Es war ein Abschiedskuss gewesen. Das Ende dieser kleinen Liebschaft, die eigentlich gar nicht wirklich begonnen hatte. Diesmal war es eher er gewesen, der falsche Hoffnungen gemacht hatte. Aber wenigstens war Darren in der Lage, das zu beenden, einen Schlussstrich zu ziehen. Und zwar wirklich, nicht nur so halb. Nicht so, wie es manch andere machten. Weil sie es ganz einfach auch gar nicht wollten, nicht konnten. Aber das zu geben? Nein, niemals. „Du hattest uns also gesehen?“, fragte der angehende Schauspieler aber sah die junge Frau dabei nicht an. Beobachtete die fremden Personen, die aus der Gaststätte nach draußen traten, die sich unterhielten, über den letzten Abend oder über etwas anderes. Die unbesorgt und gut gelaunt ihren Weg nachhause antraten. Darren erinnerte sich an die Worte der jungen Blonden gestern, erinnerte sich daran was Alessa gesagt hatte. Dass Yumi eifersüchtig wäre. Kurz grinste er, musste schmunzeln über das Verhalten der Schülerin. Wenn sie etwas sagte, dann stand sie dazu, sagte es so, dass jeder ihr glauben musste. Dass einem gar nichts anderes über blieb. „Aber..“ Er schloss seinen Mund wieder, stand kurz davor Yumi nicht einfach diese Frage zu stellen. Ob es etwas mit ihr gemacht hatte, ob sie wirklich.. eifersüchtig gewesen war. Weil Alessa das eben so gesagt hatte. Aber genau wissen, konnte das natürlich niemand. Niemand außer die Psychologiestudentin selbst. Jedoch war diese Frage im Grunde doch auch völlig überflüssig oder? Als bekäme er eine Antwort darauf. Eine Antwort, die er hören wollte. „Naja, wie du siehst, ist niemand der beiden noch hier und ohne mein Handy kann ich sie auch nicht erreichen.. daher bleibst eben nur du.“ Darren drehte seinen Kopf zu ihr, suchte ihren Blick, sah in die hellblauen Augen und das vielleicht einen Moment zu lange. Was seinen Worten eine Tiefe gab, die er so gar nicht wirklich geplant hatte aber es stimmte auch. Es blieb nur Yumi. Nur sie alleine. „Im Maisfeld..?“, wiederholte der Kerl ungläubig nachdem er es auf seine Beine geschafft hatte. Wie viel fehlte ihm eigentlich vom gestrigen Abend? Ganz dunkel erinnerte er sich. An diesen ewig langen Weg, der wahrscheinlich überhaupt nicht so lange war aber wenn man betrunken war, konnte man mit Zeitangaben sowieso nichts mehr anfangen. Darren neigte seinen Kopf etwas zur Seite. „Und du bist uns wohl gefolgt oder woher weißt du das?“ Er schmunzelte und prüfte seine Taschen nochmal aber wurde natürlich trotzdem nicht fündig. „Ich.. gehe nochmal rein und frage nach. Wartest du.. auf mich?“ Es war ja nicht wirklich selbstverständlich, dass die Blonde einfach hier stehen blieb und Däumchen drehte. Aber etwas anderes blieb ihm auch nicht über, dennoch wollten sich seine Beine für den Moment nicht bewegen. Als wäre es der falsche Weg und es war auch eigentlich immer der falsche Weg, wenn er weg von Yumi führte aber sein Handy zu finden war jetzt auch wichtig und vielleicht konnte er damit ja auch etwas anfangen, Alessa schreiben und sie fragen was passiert war, zum Beispiel. Darren wartete nicht auf eine Antwort sondern ging an ihr vorbei zurück in die Gaststätte. Fragte dort an der Rezeption nach und holte auch nochmal eine Flasche Wasser. Und zwei Becher Kaffee für unterwegs. Das dauerte jedoch einen Augenblick, da er nicht der einzige war, der Lust auf das Gebräu hatte.

    1699-darren-pngDarren & Yumi | vor der Gaststätte


    Unter anderen Umständen, wenn er sich nicht gerade mit Kopfschmerzen und Übelkeit herum schlagen musste, er nicht das Gefühl hatte dass sein Körper jeden Moment keine Lust mehr hatte und er einfach umfiel weil ihm die Energie fehlte sich aufrecht zu halten, da hätte er vielleicht etwas mit der Überraschung, die in ihren hellen Augen blitzte, anfangen können. Jetzt schien er eher irritiert dadurch. Wobei das auch nicht ganz das richtige Wort war aber deuten ob Darren sie jetzt ertappt hatte oder ob Yumi sich einfach fragte, wie er darauf kam weil es absolut nicht stimmte, das fiel ihm gerade richtig schwer und so neigte er einfach seinen Kopf zur Seite. Der Student öffnete seinen Mund aber es kamen keine Worte hervor. Er hustete mehrmals hinter hervor gehaltener Hand und wünschte sich gerade noch einige Flaschen Wasser mehr hervor. Irgendwie fühlte er sich krank, wobei das jetzt auch alleine vom Kater kommen konnte. Oder er war gestern in der Kälte der Nacht noch draußen herum geirrt aber irgendwie erinnerte er sich im Moment nicht daran, die Gaststätte je verlassen zu haben. Der beißende Geruch des Nikotins kratzte in seiner Nase. Eigentlich machte ihm das gar nichts aus aber gerade eben hatte er einfach das Bedürfnis, die Zigarette der jungen Frau zu nehmen und ganz weit weg zu werfen. Davor auf jeden Fall noch auszumachen, natürlich, bevor er noch irgendwas damit in Brand steckte. Daher drehte der Schauspielstudent sich einfach herum, wand seinen Blick von ihr ab und stützte seinen Kopf auf seine Arme, die er auf seinen Knien bettete. Sein Kopf fühlte sich eh so verdammt schwer an. Er zog die Augenbrauen enger zusammen, hörte das Schmunzeln der Anderen und musste daher selbst etwas grinsen. Auch, wenn es eigentlich keinen Grund dazu gab, denn sich so zu besaufen, dass man am nächsten Tag keinerlei Erinnerungen mehr hatte, das war ja jetzt eigentlich nichts worüber man lachen konnte oder sollte, schließlich hätte er ja sonst was machen können. Aber es war auch nicht das erste Mal, dass er so etwas erlebt hatte. Nur war das letzte Mal, schon ziemlich lange her.. und da war der Grund auch einfach weil man den Alkohol noch nicht so sehr einschätzen konnte. Gestern war das anders gewesen. Gestern war der Grund anders gewesen aber wahrscheinlich nicht weniger idiotisch, wenn er so darüber nachdachte. „Ich hoffe dir ist klar, dass du mir jetzt dabei helfen muss.“, sagte er nach einer kurzen Zeit des Schweigens. Darren drehte seinen Kopf wieder ein Stückchen zur Seite. Zu ihr, schaute in das ebenfalls nicht ganz hellwache Gesicht der jungen Frau. Erkannte das Grinsen auf ihren Lippen und spürte sein Herz etwas schneller schlagen als er ihre Lippen betrachtete. „Oder willst du mich einfach mit dieser Gedächtnislücke hier sitzen lassen? Das würdest doch selbst du nicht tun.“ Ja, doch, wahrscheinlich würde Yumi das schon tun weil es sie im Grunde ja auch überhaupt nichts an ging oder? Seiner vorhin ausgesprochenen Vermutung, dass sie es gewesen war, die ihn dort in das Gästezimmer gebracht hatte, verfolgte er nicht weiter. Weil er es nicht wusste, sich nicht erinnern konnte und naja, vielleicht teilte Yumi ihre Vorliebe für dieses Parfum ja auch mit anderen. Alessa eben, das erklärte so einiges. Wo war das Mädchen eigentlich? Hatte er sie einfach sitzen lassen? Abermals schien der Musiker etwas abwesend, was dieses Mal aber nicht daran geschuldet war, dass er versuchte seinen Magen unter Kontrolle zu bringen. „Du hast mir wohl noch nicht genug beigebracht, Frau Lehrerin.“, sagte er schließlich, seufzte enttäuscht und lehnte sich ein bisschen nach hinten, legte seine Ellbogen auf den hinteren Stufen ab und bettete seinen Kopf in seinem Nacken. Darren schloss seine müden Augen und genoss für einen Moment den kühlen Wind, der über sie hinweg fegte. Die Tage wurden immer kälter, es fröstelte ihn etwas obwohl er noch diese einigermaßen dicke Jacke über seine Schultern trug. Aber das gehörte auch zu diesen Morgenden dazu, nachdem der Körper noch damit zu kämpfen hatte, das Gift abzubauen. Mit einer Hand tastete er seine Hosentaschen ab, dann seine Jackentaschen bis er seine Augen wieder öffnete und ein Seufzen seine Lippen verließ. Träge richtete sich der Student wieder etwas auf, streckte dabei den Rücken durch weil er zudem auch noch wirklich schlimme Rückenschmerzen hatte und stieß sich von der Treppe ab, sodass er etwas wankend wieder zum Stehen kam. Ein letzter prüfender Griff an seine hinteren Hosentaschen und er senkte seinen Blick auf Yumi. „Du hast nicht zufällig mein Handy gesehen..?“, fragte er, wahrscheinlich überflüssigerweise und ging auch gar nicht davon aus, dass die Blonde irgendeine Ahnung hatte, wo er sein Handy hingepfeffert hatte. Kurz versuchte er sich zu erinnern, wann er das Teil das letzte Mal in der Hand gehalten hatte aber da fehlte so viel was den gestrigen Abend anging, dass er sich überhaupt nicht erinnern konnte. Wie an so viel. Es störte ihn, nervte ihn richtig, dass er so viel gebechert hatte. Dass es überhaupt so weit gekommen war. Sein Blick ruhte in ihren blauen Augen. Hatte weiter das Gefühl, dass hier etwas nicht.. so ganz stimmte. „Ich.. hab nur keine Ahnung, wo ich überhaupt gewesen bin.. gestern Abend.“, kam es ihm zögernd über die Lippen. Nicht, dass es ihm irgendwie unangenehm war, das zu zugeben, okay vielleicht ein kleines bisschen, aber eventuell wusste die Psychologiestudentin ja mehr. Vielleicht so, rein zufällig?

    3717-reinhard-pngReinhard & Electra | irgendwo im Park


    Eine wirklich gute Antwort konnte die junge Dame ihm nicht geben. Aber das war eigentlich auch gar nicht nötig. Electra hatte keinen Grund ihm diese zu geben, er sollte gar keine erwarten und doch tat er es irgendwo. Vielleicht weil er ein bisschen neugierig war ohne es wirklich zu wissen, viel mehr machte er sich ja einfach Gedanken und Sorgen um die Bürger dieser Stadt. Immerhin war es seine Arbeit, seine Aufgabe diese zu beschützen und vorallem die Adelsfamilie verdiente doch einen besonderen Schutz! Oder nicht? Der junge Kerl hob seine Augenbrauen als die hübsche Frau nur zögernd kurze und knappe Worte über die Lippen brachte. Als suchte sie nach einer guten Ausrede. Aber das tat sie doch mit Sicherheit nicht! Das gehörte sich ja nicht. Zu lügen und Unwahrheiten zu verbreiten. Ren lehnte sich ein bisschen nach vorne in ihre Richtung, blickte beinahe besorgt und hob eine Hand etwas. Wollte frage, ob es ihr gut ging, ob ihr etwas fehlte, da sprudelten die Worte auch schon aus ihr heraus. Dass sie damit etwas von sich ablenkte und der eigentlichen Frage weshalb sie mit diesem schlichten Umhang durch die Straßen des Parks zog aus dem Weg ging, das fiel ihm sehr wohl auf aber es schickte sich auch nicht noch einmal nachzufragen. Gar zu stochern und solange zu kitzeln bis sie etwas sagte. Das stand Reinhard nicht zu und wenn Electra das nicht sagen wollte, dann war es so. Der junge Wächter räusperte sich. „Nun gut.. sie werden ihre Gründe haben. Seid aber unbesorgt. Wir werden sie stets beschützen und unsere Augen offen halten. Jegliche Gefahr werden wir abwenden!“ Das war ja immerhin so etwas wie ein Eid, den sie ableisten mussten. Warum sonst war man auch Wächter einer solch schönen Stadt. Seine braunen Augen weiteten sich etwas als die hübsche Dame den Spieß herum drehte und es sich beinahe so anhörte als machte sie ihm einen Vorwurf. Den er mit einem Kopfschütteln ganz schnell von sich abwies. Er hob sogar seine Arme. Fast so als wollte er sie beruhigen, da es kurz so wirkte als wäre sie ganz aufgebracht, dass er sich nicht um das statt findende Fest kümmerte. Aber vielleicht war das auch nur einfach sein Eindruck und dem geschuldet, dass sie zudem etwas kränklich aussah. Reinhard hielt trotzdem kurz inne als er mehr von ihrem makellosen Gesicht zu sehen bekam. Hielt ja schon fast die Luft an. Der Kerl erschrak kurz als sie nieste. „Manche Diebe und Unruhestifter nutzen solche Feste. Achten darauf welche Bewohner nicht zuhause sind und steigen in genau diese Häuser ein. Stehlen wertvolle Gegenstände, Gold und dergleichen. Deshalb sind manche von uns auf Patrouille außerhalb des Festes!“, erklärte er seine Abwesenheit an jenem Platz und nickte, unterstrich damit seine Aussage. Doch das war auch nicht weiter wichtig, denn die Sorge, dass etwas mit Lady Electra nicht stimmte, rückte in den Vordergrund, sodass er sich gleich dazu verpflichtet fühlte, sich um sie zu kümmern. Zumindest erstmal kontrollieren ob sie vielleicht erhöhte Temperatur hatte. Aber es schien als war das doch ein Schritt zu weit oder ein Schritt in die falsche Richtung, denn die Adelige taumelte zurück und stieß erschrocken und wütend ein paar Worte aus, die ihn erstarren ließen. „Ich-“, begann er, wollte sich erneut für seinen Fehler entschuldigen, für dieses Missgeschick, das ihm nicht hätte passieren dürfen. Aber machte man das nicht so? Dass er vielleicht nicht an dieser Position stand, dass er Electra nicht einfach hätte berühren dürfen und sollen, daran dachte der Wächter in diesem Augenblick gar nicht. War folgend eher damit beschäftigt das junge Fräulein im letzten Moment noch vor dem harten Boden zu schützen. „Lady Electra!“, stieß er erschrocken aus als sie sich nicht rührte und nicht auf ihn reagierte. Erst vorsichtig schüttelte er den regungslosen Körper, legte sie vorsichtig auf dem Boden ab und schaute nach links und nach rechts. Niemand war hier. Niemand der helfen konnte und somit überlegte er selbst schnell und intensiv was zu tun war. Mund zu Mund Beatmung oder? Das musste es sein! Reinhard erinnerte sich zurück an die Lehrstunden die sie bekommen hatten. An die Dinge, die man in Notfällen tun musste und ehrlicherweise fehlte ihm vieles an diesem Wissen gerade. Hatte er es auch noch nie gebraucht und vielleicht war er auch etwas in Panik und daher ratlos. Aber Electra bewegte sich nicht daher war das sicher die einzige Lösung! Ren hob seine Arme über ihren Körper, wusste nicht so recht wo er anfangen sollte. Die Beatmung alleine reichte ja eigentlich nicht aus oder? Musste er nicht auch irgendwie auf ihrem Brustkorb drücken? „Electra! Wachen sie auf!“, versuchte er es immer wieder, packte die Dame an ihren schmalen Schultern und schüttelte sie. „Der Adel braucht sie!“ Schließlich beugte Reinhard sich über sie, kam ihrem Gesicht näher und es fehlte nicht mehr viel bis seine Lippen die ihren berühren würden.... alles für ihr Leben!

    1699-darren-pngDarren & Yumi | vor der Gaststätte


    Die frische Luft in seinen Lungen fühlte sich gut an. Natürlich hätte er auch einfach oben in seinem Gästezimmer das Fenster öffnen können aber es dauerte wahrscheinlich seine Zeit bis der Gestand von Alkohol und Schlaf schwinden würde. Außerdem musste er auch gehen. War das Zimmer überhaupt umsonst? War er jetzt einfach gegangen ohne zu zahlen? Darren erinnerte sich schwach gehört zu haben, dass die Besucher des Festes diese besondere Halloweennacht nicht bezahlen mussten aber vielleicht hätte er noch einmal nachfragen sollen.. wobei ihn die Dame an der Rezeption auch offensichtlich gesehen hatte. Den besorgten und vielleicht auch vorwurfsvollen Blick hatte er deutlich gespürt und aus den Augenwinkeln heraus auch gesehen. Aber das war jetzt auch irgendwo egal, man hätte es ihm auch sagen können. Spätestens als er sich schnell die Flasche Wasser geschnappt hatte, die jetzt teils verschüttet auf der Treppe vor der Gaststätte lag. Vielleicht hätte er sich einfach mehr nehmen sollen. Ganz sicher sogar, dieses bisschen Wasser losch ganz sicher nicht den Durst den er hatte. Der normal war nach so einem.. naja, erfolgreichen Abend. Was den Alkohol anging zumindest. „Wenn ich die jetzt aufhebe, fall ich um... und komme so schnell nicht mehr hoch.“, seufzte der junge Kerl und schmunzelte leise, lehnte weiter am Treppengeländer während er den Blick senkte und auf den Blondschopf schaute. Der beißende Geruch ihrer Zigarette stieg ihm in die Nase. Das machte seine Kopfschmerzen jetzt irgendwie nicht besser und sein Plan frische Luft zu schnappen, war auch irgendwie dahin aber so war das eben in ihrer Nähe. Da funktionierten Pläne nicht immer so, wie man es wollte. Aber in den meisten Fällen war das ja auch gut so. Spannend und aufregend. Darren erwiderte den Blick der jungen Studentin, die sich etwas in seine Richtung gedreht hatte, über ihre Schulter sah und damit das ganze Elend anschauen konnte. Viel besser sah er im Moment wohl nicht aus. Immer noch wie ein Zombie aber ohne Make-Up. „Wie ich das wieder gut machen will..?“, fragte er und hob seine Augenbrauen. Kurz warf er einen Blick auf die Tasse Kaffee, die neben Yumi stand und jetzt nicht mehr ganz so voll war wie vorhin. „Sind wir nicht eher quitt damit?“ Der Musiker stieß sich langsam vom Geländer ab und trat die wenigen Stufen nach unten. Das alte Holz knarrte unter seinem Gewicht. „Nachdem du mich einfach so alleine gelassen hast..“ Auf den Pflastersteinen blieb er stehen und drehte sich herum, verschränkte die Arme vor seiner Brust und blinzelte einige Male. Naja, so ganz sicher wusste er jetzt nicht ob seine Theorie stimmte. Weil er sie ja nicht gesehen hatte. Neben sich im Bett.. aber das hier gerade fühlte sich nicht an wie eine Begegnung seit langer Zeit. Und ihr letztes Treffen war ja eigentlich schon einige Tage oder eher Wochen her, oder? Vielleicht irrte er sich auch, hatte völlig falsche Gedanken und naja, vielleicht spazierte Alex auch gleich durch die Tür, nahm sie mit sich und verschwand mit ihr zusammen. Arm in Arm, Händchen halten oder so etwas. Für ein paar Sekunden schaute er Yumi nur an, überlegte tatsächlich einfach zu gehen und sich zuhause richtig auszuschlafen aber etwas hielt ihn davon ab. Vielleicht einfach die Sehnsucht nach ihr. Die sich unter all die Gefühle, die er gerade spürte, mischte. Ganz präsent war. „Oder vielleicht täusche ich mich und irgendwer da drin benutzt das gleiche Parfum wie du.“, sagte er schließlich, hob seine Schultern und grinste. Setzte sich dann doch nochmal auf die Treppe, eine Stufe unter der angehenden Psychologin, drehte sich aber etwas zu ihr und sah in dieses hübsche Blau ihrer Augen.

    1699-darren-pngDarren & Yumi | vor der Gaststätte


    Ein leises Schmunzeln verließ seine Lippen. Lachte etwas über ihre Aussage, die wahrscheinlich gar nicht zum Lachen war. Natürlich war sie das nicht aber dennoch konnte er in diesem Moment nicht anders. Während seine Augenlider immer schwerer wurden und es deutlich anstrengender war diesem Gespräch zu folgen. Etwas Sinnvolles von sich zu geben. Wobei, wenn man Yumi fragte, gab es da am heutigen Abend wahrscheinlich generell nicht wirklich viel gutes und sinnvolles, was über seine Lippen gekommen war. „Wenn du aufhörst zu lächeln..“, gab er der Studentin als Antwort, auch wenn es gar keine richtige Antwort war. Es war weiß Gott nicht der richtige Zeitpunkt mehr für ihn um über solche Dinge nachzudenken. Was ihn an meisten verletzte.. so, dass er es niemals verzeihen könnte? Wahrscheinlich wäre es bei vielen im ersten Moment Betrug. Betrogen werden. Von dem Menschen, den man sein Herz geschenkt hatte. Lügen, demjenigen etwas vorspielen. Ja, solche Sachen fielen ihm gerade schon ein, doch war es alleine das? Eher nicht. Darren zog seine Augenbrauen zusammen als würde er angestrengt nachdenken. Jede Möglichkeit durchgehen, nach einer wirklich guten und auch richtigen Antwort suchen aber eigentlich versuchte er damit nur ein bisschen den Schmerzen und dem Pochen in seinem Kopf entgegen zu wirken. Indem er sich nur auf einen Punkt konzentrierte und sonst alles ausblendete. Funktionierte natürlich nicht ganz so gut, wie er es vielleicht wollte. Aber wie auch, wenn dieser wunderschöner Mensch in seiner Nähe war, die generell alles durcheinander brachte. Ein Lächeln zierte seine Lippen bei diesem Gedanken. Ja, Yumi hatte tatsächlich schon einiges an Chaos in sein Leben gebracht, viel angerichtet und auch, wenn es merkwürdig klang, aber genau das genoss er so. Behielt jeden dieser Augenblicke in seinem Herzen. Denn sie waren kostbar. Sicher sah die Studentin das anders, hätte vielleicht den Kopf darüber geschüttelt, aber das war ihm eigentlich relativ egal. „Hmm.. von dir..“ Das waren dann auch die schönsten Träume. Mit einem Lächeln im Gesicht, zufrieden und glücklich und immer noch betrunken, schlief der angehende Schauspieler auch ein. Darren schlief wahrlich wie ein Stein. Eng an die junge Frau gekuschelt. Ihm war warm, sowohl vom Alkohol aber auch aufgrund ihrer Nähe. Es war ihm egal, was sie immer sagte, was andere vielleicht sagten aber das Mädchen hatte längst nicht nur Kälte in sich. Wirklich nicht. Im Schlaf gab der Mann einige wirre Worte von sich aber er bewegte sich kein Stück. Keinen einzigen Zentimeter rutschte er von Yumi fort, krallte sich eher noch mehr an sie. Wahrscheinlich weil er selbst im Schlaf und halbtot vom Alkohol noch die Angst hatte, dass sie fort ging. Was sie ja irgendwann wieder tat, wie sie so schön verkündet hatte. Weil weglaufen ja auch die Lösung für alles war. Wie Alkohol. Meistens.. Die Kälte, die ihn nach einigen Stunden erwartete, war der Grund dafür, weshalb der Musiker langsam seine Augen aufschlug und sofort von schrecklichen Kopfschmerzen geplagt wurde. Er blinzelte einige Male und verzog das Gesicht, musste sich erst einmal zurecht finden. Doch je mehr er das versuchte, desto weniger ergab alles Sinn und warum und wieso er jetzt in diesem fremden Bett lag, das konnte er sich selbst am allerwenigsten beantworten. Ein erschöpfter, sowie schmerzerfüllter Laut kam aus seiner Kehle als er sich das Kissen, das verloren neben ihm lag, ins Gesicht drückte. Angestrengt versuchte der Kerl die Lücken von gestern Abend zu füllen, erinnerte sich nur noch an Bruchstücke, An Alessa, Rumi.. das Bild, das er verdrängen wollte, tauchte vor seinem inneren Auge auf und plötzlich war ihm unglaublich schlecht. Dass er gestern wirklich zu tief ins Glas geschaut und es ordentlich übertrieben hatte, das war gar keine Frage mehr und in diesem Augenblick hasste er sich dafür. Aber so war das auch immer. War ja nicht sein erster Kater. Sowas überlebte man schon. Darren atmete tief ein und hielt inne. Es haftete ein süßlicher Duft an dem Kissen, das er langsam von seinem Gesicht drückte und einige Zeit darauf starrte. Als würde es ihm eine Antwort geben. War er denn alleine in dieses fremde Zimmer gekommen oder hatte ihm jemand geholfen? Dieses Parfum kam ihm so bekannt vor. Sein Herz schlug ein kleines bisschen schneller. Auch, weil er sich in Zeitlupe aufrichtete und das schon gut anstrengend war. Mit einer Hand fuhr er sich über das müde Gesicht und erst durch die schaurige Dekoration in diesem Raum fiel ihm wieder ein, dass er diese Halloweenparty besucht hatte. Oder anscheinend immer noch war, denn den Hahn, den er von draußen rufen hörte, der passte eher weniger nach Riverport und ins Studentenwohnheim. Der Schauspielstudent erhob sich mit einem Ruck und brauchte einen Moment um sein Gleichgewicht zu finden, hielt sich derweil am Bettgitter fest während seine andere Hand auf seiner Stirn lag. So verharrte er ein bisschen, torkelte dann in das kleine Bad und spritzte sich etwas kühles Wasser ins Gesicht bevor er sich daran erinnerte, dass er doch eigentlich noch diese kunstvolle Theaterschminke im Gesicht gehabt hatte oder? Er selbst wäre dazu nie mehr in der Lage gewesen, das zu entfernen. War es also Alessa, die sich um ihn gekümmert hatte? Musste wohl. Aber wieso war sie schon gegangen und hatte ihn allein hier liegen lassen, das passte gar nicht zu ihr. Das passte eher zu Jemand anderen und plötzlich hatte er das Gefühl zu wissen, wem er dieses süße Parfum zuordnen konnte. Jedoch schüttelte er den Kopf, wanderte hinaus in das Zimmer und schließlich nachdem er sich noch einmal umgeschaut hatte ins untere Geschoss des Gasthauses. Seine Vermutung, immer noch an diesem Ort zu sein, bestätigte sich also und als ihm der Geruch von frischem Rührei und Speck in die Nase stieg, musste er kurz inne halten um nicht gleich die Häppchen vom gestrigen Abend auf dem Boden zu verteilen. Jedoch brauchte er eine Flasche Wasser. Und frische Luft. Darren fühlte sich trotz der nicht mehr vorhandenen Schminke in seinem Gesicht wie ein Zombie. War blass, hatte dunkle Augenringe und schwankte immer noch etwas hin und her. Deshalb musste er sich draußen, nachdem er den Gasthof verlassen hatte, auch erstmal am Treppengeländer fest halten und leerte die Flasche beinahe in einem Zug. „Oh man..“ Jetzt musste er erstmal irgendwie nachhause kommen und da einfach weiter schlafen. Der junge Kerl räusperte sich und wollte den Deckel wieder auf die Flasche drehen als ihm beides aus der Hand fiel und auf der Treppe landete. Zumindest die Flasche, denn der Deckel davon schwamm jetzt im Kaffee, der da herum stand. Neben Yumi. Und jetzt fiel es ihm auch wie Schuppen von den Augen. Oder? Irgendwie war alles so verschwommen. „Oh..“

    1699-darren-pngDarren & Yumi | in einem der Gästezimmer


    Für einen kurzen Moment hatte der Student seine Augen geschlossen. Versuchte sich zu sammeln, auch wenn es nicht wirklich gut funktioniert hatte. Wie denn auch, bei der Menge Alkohol, die seinen Körper noch beeinflusste. Sein Denken, sein Handeln. Vielleicht nicht mehr so viel wie noch auf dem Maisfeld, in dem sie aufeinander getroffen waren, aber dennoch war es nicht alleine er, der da sprach. Die zwei kleinen Worte ließen ihn aufhorchen, er schlug seine Augenlider auf. Beinahe wollte er schon nachfragen womit, es dauerte einen Augenblick, dann sprach Yumi weiter und der Musiker hob seine Augenbrauen. Hätte auch beinahe seine Augen verdreht aber ließ es dann doch. „Und was lässt dich denken dass ich nur leere Versprechen gebe?“ Darren erwiderte den Blick ihrer blauen Augen, konzentrierte sich darauf während alles um ihn herum wieder etwas verschwamm und unscharf wurde. „Hör auf das zu sagen.“ Das konnte er genauso gut wie die Studentin selbst. Vielleicht bekam er diesen scharfen Ton nicht hin, den sie gerade aufgelegt hatte aber trotzdem klang auch seine Stimme längst nicht mehr so amüsiert oder sonst etwas, wie vielleicht gerade eben noch. „Stell dir vor, es gibt auch Menschen die es ernst meinen. Die nicht wegrennen weil sie keine Lust mehr haben oder die dich alleine lassen wollen. Ich bin nicht wie er und auch nicht wie die anderen in deinem Leben.. aus deiner Vergangenheit.. oder Gegenwart. Du musst nur mal deine Augen aufmachen. Und zwar richtig.“ Zuerst schien er etwas genervt. Von ihrer Sturheit, von diesem verletzten Dickschädel, die ihn doch genauso beurteilte. Wenn nicht sogar verurteilte. Ihn auf eine Liste mit all den anderen schrieb. Weil sie es nicht anders kannte. Ja, Darren hatte das Gefühl mit einer Wand zu sprechen. Von der einfach alles abprallte und dennoch hörte er nicht auf weil er wusste, dass es irgendwann ankommen würde. Er musste es nur lange genug versuchen, lange genug dran bleiben und da konnte der junge Kerl schon ausdauernd sein. Zum Ende hin war seine Stimme leiser geworden, er hatte seine Augenbrauen zusammen gezogen und schmunzelte. „Ja ja.. ich bin ganz ganz anders als alle anderen.“, meinte er scherzhaft. Lachte darüber. Sowas sagte doch aber auch jeder oder? Jeder wollte anders sein, einzigartig, etwas ganz besonderes. Seine Lippen zierte schließlich noch ein Lächeln. „Du musst mir nur glauben..“ Aber so einfach war das dann auch nicht oder? Kurz stellte er sich die Frage, ob Yumi ihm überhaupt zugehört hatte. Immerhin hatte sie sich von ihm abgewandt, schien auch gar nicht so ganz da mit ihren Gedanken und auch er ließ seinen Kopf sinken. Wahrscheinlich verstrichen jetzt auch ein paar Sekunden oder mehr, so genau konnte er das gar nicht sagen, bis das Lachen der Anderen an sein Ohr drang, das er mit einem Grinsen und hoch gezogener Augenbraue erwiderte. „Hm, vielleicht noch nicht.. ich weiß ja, dass da drin ein ganz großes Herz schlummert.“, erwiderte der junge Schauspielstudent, hätte wahrscheinlich auf ihre Brust gedeutet wenn sie näher gewesen wäre und nicht noch im Raum stand. Aber das auch nicht mehr lange, da er sie bei ihrem Versuch ihn aufs Bett zu drücken ganz einfach mit sich zog. Das hätte sie aber auch erahnen können oder? „Oh sorry.. ich hatte Angst alleine zu fallen.“, kommentierte er seine Aktion überflüssigerweise und mit einem Grinsen als sich die junge Frau schließlich neben ihn legte und sein Blick ihr folgte. Sie gar nicht mehr aus den Augen ließ. „Man..“ Darren schob seine Unterlippe nach vorne, schmollte. Schließlich hatte Yumi ihm gerade etwas verboten. Etwas, was er gerade wirklich gerne tun würde und hey, wenn sie sich nicht an sowas halten konnte, an Verbote, Regeln und dergleichen, warum sollte er das dann tun? Als wäre es ihm in seinem betrunkenem Zustand nicht eh schon egal. War er doch eh schon mehrmals über die imaginäre Linie geschritten. Warum sich jetzt noch zurück halten. „Ich will aber.“, murmelte der Wuschelkopf und rutschte näher an sie heran, legte einen Arm um ihren schlanken Körper und zog sich näher an sie heran. Egal was noch passierte, er hatte diesesmal ja schon wieder gewonnen oder? Yumi war da, ganz sicher blieb sie und das, obwohl sie vorhin noch gesagt hatte, dass sie so gerne gewann. Hm, war wohl gelogen. „So warm..“ Seine Stimme war nur ein Flüstern, ein zufriedenes Lächeln lag auf seinen Lippen. Zuerst erfolglos tastete er mit dem Arm, den er um Yumi gelegt hatte, nach einer Decke. Erfolglos weil seine Hand erstmal nur über den Rücken der Studentin strich aber da konnte er natürlich eher nicht fündig werden. Doch schließlich konnte er nach etwas greifen, was sich letztendlich nur als großes Kissen herausstellte aber das war immerhin besser als nichts. Somit legte er das mit einem leisen Kichern auf die beiden, die eh so nah beeinander lagen, dass es auch irgendwie ausreichte. Zumindest für einen Teil ihrer Körper. Darrens Kopf lag an ihrer Brust und eigentlich wartete er nur auf Widerworte, wartete darauf dass sie sich wehrte, ihn die Decke über den Kopf warf und auf dem Stuhl schlief. Aber entweder sie machte nichts, ließ es einfach über sich ergehen, genoss es vielleicht auch.. oder er war schon längst eingeschlafen, da war er sich zu dem Zeitpunkt gar nicht so sicher.

    1699-darren-pngDarren & Yumi | in einem der Gästezimmer


    „Und was, wenn ich es nicht sehe? Weils da nichts gibt, was ich erkennen oder sehen muss? Meine Güte, nur weil du glaubst du bist ein schlechter Mensch, müssen das nicht alle um dich herum genau so sehen. Das eigene Selbstbild gleicht halt oft nicht dem, was andere in einem erkennen..“ Der junge Schauspielstudent dachte gar nicht groß über seine Worte nach, eher platzten sie aus ihm heraus weil er beinahe schon genervt war davon, wie Yumi über sich selbst dachte. Wie wenig sie anscheinend von sich hielt. „Aber es ist ja wirklich süß von dir, dass du dich weiter vor mir verstecken willst.. anscheinend machst du dir ja doch mehr Sorgen um mich, machst dir Sorgen dass ich wieder gehe wenn ich dich wirklich kenne? So.. alles von dir.. aber da brauchst du wirklich keine Bedenken haben..“ Darren hatte ein schwaches Grinsen auf seine Lippen gelegt, den Blick auf Yumi gerichtet, die ihre blonde Mähne etwas richtete. Es war wahrscheinlich ein Thema, dass zum falschen Zeitpunkt auf den Tisch kam. Weil er nicht ganz Herr seiner Sinne und Gedanken war, weil er vielleicht Dinge aus- und ansprach, die nicht ganz passend waren und in seinem Kopf doch Sinn ergaben. Aber so war das eben, wenn der Alkohol über den Körper herrschte. Da machte und sagte man manchmal etwas, das man nicht so meinte oder was man eben genau so meinte und sich sonst nie traute anzusprechen. Nicht, dass Darren sich je groß zurück hielt, sprach er vor der angehenden Psychologin auch oft das an, was in seinem Kopf vorging, doch wählte er seine Worte da doch meist anders. Die braunen Augen des Studenten verengten sich für einen Moment als die Blonde einen Kommentar zu seiner Aussage bezüglich ihrer zukünftigen Gedanken abließ. „Du bist einfach zu freundlich.. zu gütig.“, antwortete er darauf und nickte einige Male. „Wie kannst du ein schlechter Mensch sein wenn du dir um so etwas Gedanken machst? Wenn du ja nicht unhöflich sein willst.“ Mit Absicht und auch aus Spaß griff er dieses Thema wieder auf und schmunzelte. „Dann solltest du wohl nur noch mit mir Sex haben..“ Auch wenn die junge Frau diese Aussage nur gebracht hatte um ihn zu verletzen, um ihm zu zeigen wie sie drauf war, um ihm damit zu sagen wie absolut dämlich seine vorher gesagten Worte waren, irgendwie machte ihm diese Tatsache auch gar nichts aus. So kannte er Yumi. So und nicht anders. Er nahm diese Worte gar nicht mehr für Voll, warum auch? Ihre Taten sprachen sooft andere Dinge als ihre Worte und mittlerweile hatte er schon gelernt, damit umzugehen. Vielleicht sah er das anders sobald der Alkohol nicht mehr sein Denken und Handeln beeinflusste aber gerade eben fand er das eigentlich nur witzig. „So ist es den anderen gegenüber nicht unhöflich.“, fügte er grinsend hinzu als wäre es die einzige Alternative, die es dazu gab und für ihn war es das auch. Ein Schmunzeln glitt über seine Lippen während er sich langsam wieder aufrappelte und Yumi weiter nach Möglichkeiten suchte, die Dunkelheit in diesem Raum zu vertreiben. Was absolut nicht das war, was er damit sagen wollte aber das wussten beide, weshalb er nicht weiter darauf einging und er sich wieder auf die Studentin konzentrierte, deren Blick er eingefangen hatte. Ihre Worte schwebten über ihnen während sie sich ansahen, nur ihre Blicke sprechen ließen. Wer ihn beschützen sollte? Brauchte er denn jemanden? Der ihn beschützte, vor was eigentlich? Vor Yumi oder am Ende vor sich selbst? Irgendwie versuchte die Psychologiestudentin ihn ja zu schützen oder? Indem sie immer wieder auf Abstand ging. Ihm sagte dass es keinen Sinn hatte, dass sie gemeinsam keine Zukunft hatten. „Na, du beschützt mich. So, wie du es gerade doch auch versuchst, nur.. bin ich wohl ein bisschen stur, was das angeht..“, antwortete er und seine Stimme klang ein bisschen als hätte man ihm bei etwas ertappt. Er schmunzelte, sah in diese wunderschönen blauen Augen, in denen er sich nur zu gerne verlor.„Ah.. touché. Sei nur sicher, dass die Menschen dir das dann auch glauben..“, erwiderte der junge Kerl, ebenso grinsend, genoss das Hin und Her zwischen ihnen. Den Wechsel zwischen Ernst und Spiel. Als sie sich wieder näherte, hob er seinen Kopf etwas an, hielt seinen Blick in ihrem Gesicht bis er den leichten Druck spürte mit dem sie ihn zurück ins Bett befördern wollte. Damit er das machte, was sie sagte. Hinlegen und schlafen.„Okay..“, sagte er zunächst und griff im letzten Augenblick um das Handgelenk der Studentin. Fiel zurück auf den Rücken und zog auch Yumi mit auf das Bett, die genau auf ihm landete. Was vielleicht nicht unbedingt gut tat aber so war das eben. Dabei hatte sie auch ihre hübschen schwarzen Hörner verloren, die aber glücklicherweise nicht auf ihm sondern irgendwie neben ihm auf dem Bett gelandet waren. „Aber hier kann ich wenigstens das tun was ich vorhin gesagt habe..“, begann er, streckte seinen Arm aus und berührte mit seinen Fingerspitzen ihre Wange. Hätte im ersten Moment beinahe daneben gegriffen.. „Dich beschützen.“

    1699-darren-png

    Darren & Yumi | in einem der Gästezimmer


    „Du weißt es, hm..“, wiederholte er die Worte der jungen Psychologiestudentin, wie er es schon oft am heutigen Abend gemacht hatte. Weil es manchmal auch einfacher war, schließlich war das Denken in seinem momentanen Zustand jetzt auch nicht mehr ganz frei von Anstrengung. „Was macht dich denn zu einem schlechten Menschen? Erzähl mir was, ich bin ganz Ohr.“ Zuerst hielt er seine Augen geschlossen, versuchte den Schmerz in seinem Kopf ein bisschen zu unterdrücken und wünschte sich gerade ein paar weitere Becher der leckeren Bowle in der Hoffnung, dass sie den Schmerz vielleicht betäuben konnten, auch wenn er insgeheim wusste, dass es eher keine gute Idee wäre. „Vielleicht redest du dir das auch nur ein. Sagst dir sooft was für ein schlechter Mensch du bist damit du es dir glaubst.. damit die anderen dir das glauben und schnell Reißaus nehmen..“ Somit hatte Yumi immerhin einen Grund Bekanntschaften oder intime Begegnungen schnell wieder aus ihrem Leben zu scheuchen. Weil sie ja so schlimm war. Mit ihr konnte man nicht umgehen weil sie so schlecht war. Hm. Bisher hatte Darren diese Seite an ihr ja eher nicht gesehen, hatte noch keine Eigenschaften an ihr entdeckt, die diese Meinung über sie selbst zu unterstützen aber vielleicht oder aber auch ganz sicher, hatte er längst noch nicht alles von der Blonden zu Gesicht bekommen. Ob es etwas ändern würde? Ob er der jenige sein würde, der dann eine Mauer aufbaute, der das Weite suchte? Die Antwort war ihm längst klar, weshalb es gar keinen Sinn hatte darüber nachzudenken und noch weniger darüber zu sprechen. Aber glauben würde sie ihm doch sowieso nicht. „Vielleicht solltest du einfach mehr an mich denken.“, erwiderte der Musiker mit einem Schmunzeln als die Studentin darüber sprach, was für ein gefährlicher Ort wohl ihre eigenen Gedanken waren. „Oder macht es das noch gefährlicher? Schwierig..“ Das kam dann wohl darauf an was die Blonde generell über ihn dachte. Was für Gedanken sie sich über ihn machte. Vielleicht auch einfach gar keine, konnte natürlich auch sein. Vorsichtig machte sich die junge Frau daran das Make-Up aus seinem Gesicht zu lösen. Darren spürte jeden Zentimeter der von der Theaterschminke befreit wurde. Irgendwie juckte es ganz fürchterlich doch er hielt sich zurück, wollte den Schmutz nicht auch noch an seinen Fingern, wobei diese vom Dreck des Maisfeldes wahrscheinlich sowieso nicht ganz so sauber waren. „Ja.. es ist immer noch recht dunkel..“, murmelte der Student und grinste während er mit geschlossenen Augen die Prozedur über sich ergehen ließ. Damit spielte er natürlich auf seine vorhin gesagte Ausrede an. Obwohl es auch stimmte, da es trotz der schwachen Nachttischlampe immer noch ein bisschen dunkel in diesem fremden Raum war. „Jemanden einsam zurück zu lassen ist doch auch nicht schön oder?“ Wie wollte Yumi das denn mit ihrem Gewissen vereinbaren?! Der junge Kerl schmunzelte ganz leise und öffnete seine braunen Augen wieder, schaute an die Decke und anschließend in das hell beleuchtete Gesicht des Mädchens. Da sie sich genau in diese Richtung hingesetzt hatte, man musste ja sehen woran man arbeitete. „Ich beschütze dich ganz einfach vor dir selbst.. wenn du mich lässt.“ Keine Sekunde wandt er seinen Blick von ihr ab. Meinte es so, wie er es sagte, auch wenn er betrunken war und nach Alkohol stank. Was seine Glaubwürdigkeit vielleicht ein wenig herabsetzte. „Auch wenn du es einer Straftat gleich setzen willst, also wirklich.“ Der Wuschelkopf schmollte einen kurzen Moment lang als wäre er empört darüber dass Yumi überhaupt an so etwas dachte. Dass er dazu fähig wäre. „Wir wissen doch ganz genau, dass du hier diejenige bist, die sich mit Stalking am besten auskennt.“ Ein Grinsen umspielte seine trockenen Lippen. Über dieses Thema hatten sie ja schon oft geredet, schon oft hatten sie sich einen Spaß daraus gemacht. Schließlich war sein Gesicht von all der Schminke befreit, wahrscheinlich sah er darunter ziemlich fertig aus und war froh, dass kein Spiegel in der Nähe war. Unter anderen Umständen wäre es ihm vielleicht sogar unangenehm gewesen, hätte es nicht gewollt dass Yumi ihn so sah aber gerade eben war ihm das egal und diese Sorgen und Gedanken, die würde er morgen früh dann erst haben. Jetzt war dafür gar kein Platz in seinem Kopf. Konzentrierte sich eher auf das zweideutige Grinsen auf ihren Lippen. „Ah ja?“ Langsam richtete sich der Student wieder auf, setzte sich hin und wischte sich mit einem letzten Kosmetiktuch, das noch in seiner Nähe lag selbst über das Gesicht. „Ist das dann ein sexueller Übergriff oder..?“, kommentierte er ihre Worte schmunzelnd und rutschte weiter nach vorne, sodass er mit den Füßen wieder den Boden berührte. Nicht, dass es ihn in irgendeiner Weise stören würde aber.. naja. Yumi blieb stehen und Darren hob seinen Kopf wieder, schaute vom Boden auf. Eigentlich wollte er irgendwas sagen, wollte sie zurück halten, hatte das Gefühl dass sie einfach weglaufen wollte. Wie sie es sooft tat. Aber gab es überhaupt Worte, die sie hier halten würden? „Du solltest nicht gehen.“, kam es ihm schließlich über die Lippen, auf denen sich kurz darauf ein Grinsen abzeichnete. „Nicht dass dich noch ein paar der Geister erwischen..“

    3814-leon-pngLeon & Shara | verlassen das Warenhaus


    „Eine gute Gastgeberin? Ha, das ist doch eh schon zu spät.“, erwiderte das junge Halbwesen und seufzte übertrieben während er dazu auch noch seine Augen rollte. „Ich meine, erst lässt du mich in diesem schäbigen Bett schlafen, wo ich kaum Platz habe und dann gibt es auch gar kein Frühstück!“ Der Jägerlehrling erhob sich von dem eben erwähnten Bett und richtete seine langen Haare ein bisschen zurecht. Sammelte eher die einzelnen Strähnen aus seinem Gesicht da sie ein bisschen kitzelten. Kurz blieb er mit dem Rücken zu Shara stehen, wartete darauf dass sie sich stammelnd rechtfertigte oder gleich aufsprang um ein leckeres Frühstück zuzubereiten aber bevor sie noch in Panik geriet, drehte sich der halbnackte Mann herum und grinste sie nur breit an. Shara war ebenfalls schon aufgestanden, wollte sich wahrscheinlich auch erstmal in frische Kleider hüllen. „Wie gut, dass deine Schönheit das alles wieder gut macht.“, erklärte er schließlich und nickte. Ein Schmunzeln verließ seine Lippen während er seinen Körper mit den schmutzigen Kleidern hüllte und die nächste Idee für einen gemeinsamen Tag aussprach. Der schien bei dem Blumenmädchen auch gleich Anklang zu finden und das freute ihn wirklich. Es war immer wieder schön ein Lächeln auf den Gesichtern seiner Mitmenschen zu sehen. Und noch schöner war es, wenn man selbst der Grund dafür war. Natürlich war es eher weniger schön, wenn man belächelt wurde aber dieses Lächeln auf ihren rosigen Lippen, das war eins aus Freude und das sah er doch gerne. „Hm, naja, ich weiß nicht wer von uns beiden schlimmer aussieht.. aber bei mir sind es wenigstens nur die Klamotten.“, antwortete der junge Mann und schaute an sich herab bevor er einen Blick in das müde Gesicht der Anderen warf. „Ah, keine Sorge, vielleicht bekommen wir eine Packung Kräuter oder einen leckeren Tee umsonst weil sie Mitleid mit dir haben.“ Der Wüstenbewohner lachte laut und klopfte dann auf seine Wangen, da er doch noch nicht so wach war, wie er vielleicht meinte. Ein herzhaftes Gähnen folgte. „Dann lass uns los. Nicht, dass noch einer deiner Mitbewohner herein stürmt und uns hier sieht.“, sagte er mit einem Grinsen, da die Situation wahrscheinlich ziemlich unangenehm für das Fräulein wäre. Ob sie solche Mitbewohner hatte, die einfach in andere Zimmer spazierten, das wusste er jetzt nicht aber wollte es auch gar nicht heraus finden. Daher machten sich die beiden auch gleich auf den Weg ins örtliche Badehaus.

    3772-dorothy123-pngDorothy & Eric | auf dem Dach eines Schaustellerwagens


    Die roten Augen des Mädchens weiteten sich ein Stück weit als Eric seine Worte aussprach. Irgendwie klang das ganz schön kompliziert, je mehr sie darüber nachdachte. „S-solange diejenigen glücklich sind.. ist es doch.. irgendwie in Ordnung.. oder?“ Denn das war doch mit am wichtigsten im Leben. Glücklich sein. Sein eigenes Glück zu finden. Das machte jeder an etwas anderem fest. „Wobei Lügen doch.. immer irgendwann.. aufgedeckt werden..“ In den meisten Fällen zumindest. Und was passierte dann? Viel man in ein schwarzes Loch, weil das Leben in diesem Moment keinen Sinn mehr hatte? Weil einem auffiel, dass man jahrelang nicht die Wahrheit gesehen hatte? Es war ein schweres Thema und ehrlich gesagt, bedrückte es das Mädchen. Dass es da draußen Menschen gab, die blind in ihr Verderben liefen, weil sie ihre Augen verschlossen. Das war nicht wirklich einfach aber was konnte man schon tun? Das leise Lachen des Mannes ließ sie aufhorchen, sie ließ sich seine Worte durch den Kopf gehen und kicherte. Dorothy nickte. „Da hast du wohl recht.. es.. da draußen gibt es g-genug Menschen, die s-sich in unser Leben einmischen wollen..“, stimmte sie ihm zu. „M-manche meinen es wahrscheinlich auch g-gar nicht b-böse..“ Vielleicht auch nur die wenigsten. Aber diese wussten es nicht besser. Wussten vielleicht nicht, dass man gewisse Ratschläge gerade nicht hören wollte. Dass sie einen nicht voran brachten. Nicht auf diesen richtigen Weg, den man sich selbst gesucht hatte. Als Eric schließlich in ihr Lachen mit ein stimmte, diese Worte aussprach, die beinahe schon wie eine Drohung klangen, hob die Heilerin ihre Augenbrauen. Sah etwas überrascht und fragend in das Gesicht des Mannes. „I-ich will a-aber nicht dass du jetzt.. Tag für Tag.. an meinem Fenster stehst und mich beobachtest..“, murmelte das Mädchen und bekam dabei beinahe schon rote Wangen bei der Vorstellung. „Das wird Fern verhindern!“ Das Mädchen kicherte erneut, fand die Vorstellung irgendwie witzig. Wenn auch ein bisschen merkwürdig. Dorothy wand mit einem Lächeln auf den Lippen ihren Blick ab. Entdeckte die Freundin des Anderen. „W-was..?“, stieß die Tochter des Priesters wahrscheinlich ein bisschen zu laut hervor. Oh nein, sie hatte sich dazwischen gedrängt. Wahrscheinlich wollte Eric gar nicht mit ihr hierher. Wollte eigentlich Sophia sehen. Nicht sie. Dorothy fühlte sich schlecht, sie spielte nervös mit ihren Fingern und schaffte es doch, ihren Kopf zur Seite zu drehen. Eric anzusehen, auch wenn dieser seinen Blick gesenkt hatte. „I-ich.. es.. entschuldige ich.. ich wollte mich wirlich nicht.. es tut mir so leid, ich.. vielleicht sollte ich g-gehen..“ Die junge Frau rutschte ein bisschen zurück und wollte aufstehen bis ihr auffiel, dass sie immer noch seinen Mantel um ihre Schultern trug. Der sie so wärmte, der immer noch so gut nach ihm duftete. Bei genau diesem Gedanken trieb es ihr die Schamesröte ins Gesicht und sie hielt kurz inne, hatte ihre Beine an ihren Körper heran gezogen und schloss ihre Arme darum. „Magst du.. sie denn noch..?“ Dorothy wagte es nicht ihn anzusehen, schaute stattdessen weiter in die Menge und bildete sich ein, dass auch die Adelstochter in ihre Richtung sah. Ob sie sie entdeckt hatte? Sollte Dorothy ein schlechtes Gewissen haben? Obwohl sie doch eigentlich nichts getan hatte oder? „Ich glaube sie.. sie hat d-dich gesehen..“