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    3336-pasted-from-clipboard-pngDarren & Yumi | in seiner neuen Wohnung


    „Und der Bestbietende könnte keinen schöneren Preis bekommen.“, kommentierte der Student mit einem Nicken, grinste dabei aber war von seinen Worten natürlich überzeugt. Es gab niemand besseren. Es gab niemanden der so war wie Yumi, niemanden der ihn so sehr in den Bann gezogen hatte wie sie. Während sie bei diesen Worten wahrscheinlich nur abfällig geschnaubt und ihm alle negativen und schlechten Dinge an ihr aufgezählt hätte, dachte er nur an ihre guten Eigenschaften, an all ihre Eigenheiten, die ihn manchmal zwar zum Verzweifeln brachten und zu genüge auch verletzten aber es gehörte einfach alles zu ihr. Das alles machte Yumi aus. Und er wünschte sich sooft dass sie sich durch seine Augen sehen könnte. Dass sie auch das sah, was sie liebenswert machte. Was sie so begehrenswert machte und das nicht nur körperlich. Auch wenn er diese Sache nicht unerwähnt lassen wollte. Denn jedes noch so kleine Detail an ihrem Körper wirkte anziehend auf ihn. Genauso wie damals, am Abend als sie sich kennengelernt hatten. Damals als all das angefangen hatte. Weshalb fast schon ein bisschen Wehmut in seiner Stimme mitschwang als er diese Zeit ins Gespräch brachte. Vielleicht auch das was er bei ihr erreichen wollte? Manchmal dachte er an diese Zeit zurück, nicht nur an diesen Abend, an ihre ersten Gespräche und die ersten Berührungen. Wie unvorbereitet ihn ihr Wesen getroffen hatte. Und vorallem diese blöde Zitrone. „Ich bin davon überzeugt dass du dich nicht an diese Regeln halten kannst.“, erwiderte der junge Mann schmunzelnd. Ja, vielleicht weil er auch von sich selbst überzeugt war, immerhin musste man das als Schauspieler auch ein bisschen sein, aber auch weil er wusste dass da mehr war. Immerhin wollte sie doch nur ihn. Oder wie waren ihre genauen Worte nochmal? Sollte er nachfragen? Doch er ließ es, blieb stumm und hob seine Schultern. „Ich meine, ich würde es nicht schaffen.“ Und daran war für ihn zumindest nichts verwerflich. Wobei, wenn man andere fragte war das wahrscheinlich ein Fall für ‚Typisch Mann‘ aber gut, dass ihn die Meinungen anderer vorallem in Bezug auf Yumi nicht interessierten. Weil niemand in ihn hinein sehen konnte und das fühlte, was er gerade für sie fühlte. Davon war er überzeugt und dazu gehörte eben auch ein bestimmtes körperliches Verlangen. Darren beobachtete sie dabei wie sie den Warenkorb auf seinem Handy auffüllte und es ihm schließlich wieder zu schob damit er es nehmen konnte und selbst noch ein paar Sachen bestellte. „Das ist eine verdammt gute Idee.“, sagte er tonlos während er die Bestellung abschloss, sein Handy sperrte und es neben sich ablegte. „Den Pullover auch noch?“ Der Kerl lehnte sich wieder nach vorne, nahm ihr dadurch ein bisschen die Sicht auf seinen nackten Oberkörper, den sie so zu bewundern schien, und streckte seine Hand nach ihr aus. Legte sie erst auf ihren Kopf und strich dann sanft über die Seite zu ihrer Wange bevor er ihn mit gefühllosen Fingern an ihrem Kinn anhob. Wobei diese etwas nachließen und er letztendlich seinen Handrücken benutzte. Zuerst schaute er Yumi stumm in die Augen. Im Hintergrund prasselte der Regen weiter gegen das große Fenster. Wann war es eigentlich so normal für ihn gewesen sie so zu berühren? Als wäre es selbstverständlich und seit wann akzeptierte Yumi diese sanften Berührungen ohne zu protestieren? „Warum möchtest du nicht zurück zu deinen Eltern?“, fragte er schließlich in die Stille hinein und legte seine Arme auf seine Oberschenkel. „Was haben sie getan?“ Oder woran lag es, dass sie nicht wieder zu ihnen ziehen wollte, wenn es doch eigentlich kein Problem wäre?

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    Hina, Alessa & Cedric | im Wohnzimmer


    War gar niemand zuhause? Hina wartete gefühlt eine Ewigkeit. Was dumm war, immerhin hatte sie einen Schlüssel in ihrer Tasche aber irgendwie fühlte es sich falsch an jetzt einfach in das Haus zu stürmen. Wie sie es sonst immer tat, selbst wenn niemand zuhause war fühlte sie sich wie zuhause. Bediente sich am Kühlschrank, machte es sich in Alessas Bett bequem und entspannte einfach wie in ihrem eigenen Haus. Nur fühlte sie sich im Zimmer ihrer besten Freundin weniger einsam. Sie schlang ihre schlanken Arme um ihren Oberkörper und arbeitete in ihrem Kopf bereits einen Plan aus was sie jetzt tun sollte, ob sie ihre Bestie einfach anrufen sollte, doch da öffnete sich die große Tür bereits und sie schnellte herum um dort ihre Freundin zu erblicken. Ihr Herz setzte aus nur um folgend schneller zu schlagen. Viel zu schnell eigentlich. „Ich.. ich ähm, ich hab den Schlüssel daheim liegen lassen. Ich hatte meine Tasche reinigen lassen und ihn wohl nicht mehr miteingepackt.“ Hina tippte sich selbst gegen die Stirn. „Entschuldige Süße.“ Ein Lächeln malte sich auf ihre Lippen als sie an Alessa vorbei huschte. Ohne eine Umarmung, ohne irgendeine Berührung. „Oh, noch.. mehr?“ Ihre nachgezogenen Augenbrauen hoben sich. Hatte das Mädchen etwa Besuch? Hatte sie Männerbesuch? Kam sie ungelegen? Aber das hätte sie ihr bereits vor ein paar Minuten noch vor der Haustür gesagt und Hina hätte das breit grinsend akzeptiert. Oder? „Habe ich! Und dabei habe ich auch noch einen super süßen Kerl kennen gelernt, der mir dann natürlich gleich helfen wollte. Und mich durch die dunkelsten und verlassensten Ecken des Krankenhauses geführt hat aber.. ich lebe noch und habe glaube ich, noch alle Organe an Ort und Stelle.“, erzählte das Mädchen schmunzelnd während sie sich auf den Weg ins Wohnzimmer machte. Kurz hielt sie inne als Alessa ihre Warnung aussprach und schien verwirrt, nahm das bis oben hin befüllte Glas Smoothie entgegen und betrat das Wohnzimmer, wo sie den älteren Bruder ihrer Freundin auf der Couch sitzen sah. „Na, Cedric!“, rief sie überrascht aus. Das Blondchen eilte auf ihn zu und ließ sich ungefragt neben ihn nieder. „Ich hielt dich für verschollen. Selbst die Suchplakate haben keine Ergebnisse geliefert.“ Sie klopfte dem Typen auf die Schultern, der sie zunächst wie ein erschrockenes Reh auf der Straße ansah. „Das war ein Spaß.“, klärte sie überflüssigerweise auf und schloss ihre zweite Hand um das kühle Glas. Ihr Blick heftete sich an Alessa als diese ebenfalls das Wohnzimmer betrat und sich setzte. „Nein, alles gut, ich habe daheim noch etwas gegessen und außerdem haben die letzten Alkoholeskapaden ihre Spuren hinterlassen..“ Sie seufzte schwer, meinte damit nicht nur die dicken Augenringe, die sie heute gut überschminkt hatte, sondern auch die paar Gramm mehr auf der Waage und ihrer Hüfte. Dass die Augenringe vielleicht auch von den schlaflosen Nächten kamen, erwähnte sie nicht. Suchend blickte sie sich um. „Wo habt ihr Simon gelassen? Gehört er nicht mehr zur Familie oder warum wurde er nicht zum Familientreffen eingeladen?“ Nichts gegen Cedric aber der andere Bruder war ihr schon immer lieber gewesen. Weil sie sich mit ihm auch etwas hätte vorstellen können. Auch wenn Brüder ja eigentlich tabu waren aber mit Sicherheit hätte ihre Beste auch eine Ausnahme gemacht oder? Wegen dem einem Mal und so. „Ich.. hoffe ich störe nicht?“ Die Stimmung schien irgendwie merkwürdig und das nicht nur weil zwischen Alessa und ihr etwas nicht ganz stimmte. Vorsichtig nippte sie an ihrem Smoothie, lächelte weil er wirklich gut schmeckte und wandt sich an den Zwilling. „Was macht das Leben, mein Guter?“ Dass sie damit die Stimmung wahrscheinlich nicht wirklich auflockerte, konnte das Blondchen ja nicht wissen aber immerhin versuchte sie es irgendwie.

    3336-pasted-from-clipboard-pngDarren & Yumi | in seiner neuen Wohnung


    Darren warf für einen kurzen Augenblick spaßeshalber seine Hände in die Luft. Als feierte er einen großen Erfolg und eigentlich tat er das ja auch oder? Wobei er behaupten würde es war nicht wirklich schwer herauszufinden dass sie junge Frau keinen Plan hatte wohin ihr nächster Weg sie führte. Und unter anderen Umständen, wenn es nicht gerade darum ging in ein paar Wochen ohne Dach über dem Kopf da zu stehen, wäre das wahrscheinlich nicht einmal wirklich schlimm gewesen. Denn wer sagte oder verlangte schon, dass man für alles einen zurecht gelegten Plan brauchte? Dass jeder Takt des Lebens durchgeplant sein musste? Aber es ging hier immerhin nicht um das nächste Abendessen oder die nächste Reise. Es ging um weitaus mehr. Ja, vielleicht sollte der Kerl es einfach sein lassen und das Blondchen ihren Weg gehen lassen. Vielleicht sollte er abwarten was passierte, wo sie Unterschlupf fand und wie sie weiter voran ging. Aber er wollte so gerne Teil davon sein. Er sehnte sich so sehr danach. Nicht nur einen kleinen Teil, auch, wenn ihm dieser schon reichen würde. Doch sein Herz verlangte weitaus mehr. Aber diesen Wunsch konnte er nicht aussprechen. Nicht ohne bei Yumi genau das Gegenteil zu erreichen. „Bist du dann mein Preis?“, fragte er als er die Arme wieder vor seiner Brust verschränkt hatte und begutachtete das schöne Wesen zentimeterweise mit seinem Blick als würde er abschätzen ob es sich um einen guten Preis handelte. Dabei musste er aber selbst schmunzeln und versuchte zu verstecken dass er auch etwas stolz war, dass er sie doch schon mehr kannte als es ihr wahrscheinlich lieb war. Dass er schon weit mehr hinter ihre Fassade blicken konnte, die in seiner Nähe doch sooft bröckelte und die er am liebsten komplett einreißen wollte. Aber nur in seiner Gegenwart. Niemand sonst sollte Yumi so zu sehen bekommen. War das egoistisch? Oder vollkommen idiotisch? Wahrscheinlich beides. Darren genoss den Moment viel zu sehr als die Verwirrung sich in ihren Augen zeigte, als sich ihre Wangen auf einmal ungewöhnlich warm anfühlten und aus dem Augenwinkel heraus, als er sie wieder los ließ, meinte er auch einen kleinen Hauch von rosa Farbe auf ihren Wangen zu sehen. Aber bestimmt hatte er sich das nur eingebildet. Wie so viel. Aufmerksam wischte er bereits über sein Handy, suchte nach einem Restaurant das ihm zusagte bis die Blonde ihm gegen die Stirn schnippte und er mit geöffnetem Mund und empörten Blick auf sie herab sah. „Gilt das dann nur innerhalb der Wohnung?“, fragte er gerade heraus und neigte den Kopf zur Seite. Eine Anspielung dass sie sowieso weder Bett oder Sofa oder derartiges brauchten. Hatten ihre intimen Begegnungen sowieso überwiegend woanders statt gefunden oder? Darren grinste. Mehr als er wahrscheinlich sollte. „Das erinnert mich an unser erstes Treffen..“ Seine Stimme war etwas leiser geworden und ein Lächeln schlich sich auf seine Lippen. Zwar galt sein Blick seinem Handy, doch eigentlich achtete er gar nicht wirklich darauf was dort zu sehen war. Viel mehr verschwand er für ein paar Sekunden in seinen Erinnerungen. An jenem Abend hatten sie doch ein ähnliches Spiel gespielt oder? Ähnliche Regeln aufgestellt. Wer zuerst nachgab hatte verloren. „Bist du etwa immer noch so nachtragend?“ Er hob seinen Blick wieder und traf den ihren. Er schmunzelte. Schon damals hatte sie verloren. Oder nicht? Der Student legte sein Handy neben sich damit Yumi einen besseren Blick auf das Menü eines Sushirestaurants hatte bevor er sich nach hinten lehnte, sich mit seinem ausgestreckten Arm ablehnte. „Auf dich natürlich.“, erwiderte er selbstverständlich. Wenn sie ihm schon so eine Frage stellte, musste sie auch mit dieser Antwort rechnen. „Und wenn du dem Lieferjungen so die Tür aufmachst, ist es bestimmt auch gleich wieder vergessen dass er durch den Sturm laufen musste.“

    3336-pasted-from-clipboard-pngDarren & Yumi | in seiner neuen Wohnung


    Er musste ja jetzt nicht wirklich über ihre Bewertung sprechen oder? Ihre teilweise spitzen Fingernägel in seiner Haut waren schon Bewertung genug weshalb der Schauspielstudent ihre Worte auch mit einem Schmunzeln abtat. Lieber beobachtete er die junge Frau dabei wie sie in seinen Hoodie schlüpfte, auch wenn ihm die Sekunde, in der sie weder vom Hoodie noch vom Handtuch bedeckt war, eigentlich am liebsten wäre aber er verstand auch, dass es in der Wohnung einfach noch zu kalt war und er wollte ja auch nicht, dass Yumi fror. Auch wenn er ihr natürlich gerne dabei geholfen hätte, sich aufzuwärmen aber sie hatte noch vor ein paar Momenten in der Dusche klar und deutlich gemacht, dass sie nicht wollte. Dass sie diese zu oft verschwommene Grenze nicht überschreiten wollte. Aus welchem Grund auch immer. Weil sie wieder beweisen wollte dass sie Abstand halten konnte? Dass sie ihm nicht weiter verfallen war? Dass das zwischen ihnen aus war, was auch immer es war? Seine Hände ruhten locker an ihrer Taille während sie sein Angebot abermals ablehnte. „Oh, das willst du nicht wissen..“, erwiderte er und seufzte einmal tief durch, seinen Kopf ließ er hängen als trauerte er um nicht nur eine sondern gleich beide seiner Nieren. Auch wenn diese noch gesund in seinem Körper verweilten. Dass die Zeit in der WG in der er die ersten Monate nach seiner Ankunft in Riverport gewohnt hatte nicht die schönste war und seine Mitbewohner eigenartige Kreaturen waren, darauf ging er aber auch nicht näher ein. „Du siehst doch, was sie mit mir angestellt haben!“ Darren hob seinen Kopf, schaute in ihre Augen nur um dann wieder nach unten auf seinen Bauch zu sehen. Sie beide wussten dass die große Narbe die dort zu sehen war nicht von irgendwelchen wilden Angriffen von Mitbewohnern auf seine Organe war und trotzdem brachte er sie ins Spiel, vielleicht auch um dem Geschehenen etwas die Ernsthaftigkeit zu nehmen. Auch wenn das wahrscheinlich unmöglich war und Yumi nur noch mehr davon überzeugte, dass sie die Schuld dafür trug. Sein Blick folgte ihr als sie hinüber ans Fenster trat. Draußen regnete es immer noch. Es hatte kein bisschen nachgelassen. Die Wolken hingen immer noch grau und schwer über der Stadt. „Ich glaube du hast gar keinen Plan.“ Darren fuhr sich mit der Hand durch die dunklen Locken. Warum wollte sie nicht einfach einsehen dass es der einfachste Weg war? Dass er es gut mit ihr meinte? Dass er verdammt nochmal einfach wollte dass sie einen Ort hatte an dem sie sich zurück ziehen konnte, ein Dach über dem Kopf, keine Brücke oder das nächste fremde Bett. Und auch wenn Yumi ihm die Worte beinahe entgegen spuckte wussten sie doch beide, dass dort ein Fünkchen Wahrheit drin lag, der ihn dazu brachte seine Hände zu Fäusten zu ballen. Also eine Hand, denn die andere wollte aus Gründen ja nicht. Ihre Sturheit machte ihn wütend. Doch sein Gemüt kühlte sich mit ihrem Blick wieder ab. Er erwiderte die Kälte darin und presste die Lippen aufeinander. Sie sprach von ihrer Familie. Eine Möglichkeit an die er tatsächlich gar nicht gedacht hatte. Weil sie so oder so kaum, eigentlich nie von ihr sprach. Weil es ein Thema war über das sie nicht gerne sprach oder weil es etwas war, das nur noch mehr von ihr Preis gab, das mehr Nähe zu ließ als sie jemals hergeben wollte? Er selbst kannte das nicht. Für ihn war seine Familie ein Rückzugsort. Ein Ort an den er gehen konnte, wenn alles andere zusammen brach. Zumindest hatte er lange dieses Gefühl gehabt und doch hatte er es nach seinem Krankenhausaufenthalt Wochen gebraucht bis er sich bei seinen Eltern hatte melden können. Weil er ihnen keine Sorgen hatte bereiten wollen aber am Ende hatte er sich dadurch nur gespielten Ärger eingesammelt. Darren machte einen Schritt nach vorne, war gerade schon dabei die Decke vom Sofa zu fischen da er merkte, wie die ehemalige Studentin fröstelte, doch da drehte sie sich herum und trat wieder an ihn heran. Sein Name aus ihrem Mund bereitete ihm wie so oft eine Gänsehaut. Vorallem wenn sie es in diesem sanften Ton aussprach, das ihm ein kleines Lächeln auf die Lippen zauberte. Auch wenn er ihren nächsten Worten widersprechen hätte können, auf eine ernste Art und Weise, die auch auf seinem Körper zu sehen war. Denn wer wusste schon was für Typen es ausnutzten wenn sie von einer Frau wie Yumi nachhause eingeladen wurden? Beinahe wäre sein Kopfkino angesprungen und hätte die wildesten Filme gezeigt, doch ihr heißer Atem an seinem Hals ließ ihn inne halten und sämtliche Gedanken stoppten. Sie vögelte also keine Mitbewohner? „Hmm..“ Gerade noch wollte er etwas erwidern und seinen Arm um ihre Taille legen, doch sie entglitt ihm und verschwand ins Bad um sich dort wenigstens noch ein weiteres Kleidungsstück anzuziehen, das sie folgend auch gleich präsentierte als sie sich streckte. Der hübsche Spitzenstoff ihrer Unterwäsche blitzte unter dem langen Hoodie hervor. Ein Grinsen umspielte seine Lippen und kurz ließ er seinen Blick, der sie zuvor noch keine Sekunde aus den Augen gelassen hatte, sinken wobei er tief durch atmete. Er liebte es wenn sie durch diese kleinen Gesten mit ihm spielte. Weil sie genauso wusste, was sie damit anrichtete. „Du willst es also offiziell machen?“, griff er das Thema wieder auf und näherte sich ihr wieder ein paar Schritte, hatte zuvor aber noch sein Handy vom Sofa aufgesammelt. „Ich dachte echt nicht dass du schon soweit bist..“ Ohne Vorwarnung legte er seine Hände an ihr Gesicht nachdem er zu ihr aufgeschlossen hatte. Darren sorgte mit seinen Händen dafür dass sie ihn anschaute und ein bisschen genoss er den Hauch von Verwirrung, der in ihren blauen Augen ruhte. „Freund und Freundin also.“ Ein Grinsen schlich sich auf seine Lippen. Wenn sie nicht mit Mitbewohnern vögelte, mit ihm aber schon mehr als nur einmal im Bett und anderswo war, heiß es ja, dass sie bereits einen Schritt weiter waren oder nicht? Den Fakt, dass sie längst keine offiziellen Mitbewohner waren und wenn es nach Yumi ging, dies auch nie so passieren würde, ließ er dabei unter den Tisch fallen. Der Blick seiner braunen Augen glitt über ihr hübsches Gesicht, blieb ein paar Sekunden an ihren Lippen haften bevor er ihr einen Kuss auf die Stirn hauchte und anschließend lachte. Seine Worte ließ er unaufgeklärt im Raum steht. Auch wenn es gar keine Erklärung oder Auflösung brauchte, wussten sie beide dass es einer Märchengeschichte ähnelte. Der Student machte ein paar Schritte auf die Küchenzeile der offenen Küche zu, hüpfte hinauf und entsperrte das Handy, welches er aus seiner Hosentasche geholt hatte. „Aber ich war vorhin der Böse weil ich den Lieferjungen bei dem Wetter rausschicken wollte..“, murmelte er und seufzte schwer.

    3336-pasted-from-clipboard-pngDarren & Yumi | in seiner neuen Wohnung


    Der junge Schauspielstudent öffnete seine Lippen und doch entkam ihm kein Wort. Langsam ließ er seine Arme sinken und auch sein Blick glitt nach unten, gleichzeitig aber auch in die Ferne. Für einen kurzen Augenblick schien er abwesend, seine Gedanken drehten sich wie sooft um dieses Thema, um diese Situation weil er vielleicht auf eine Antwort hoffte die sich besser anhörte wie die letzten Worte, die sie dazu gesagt hatte? Auch wenn er Yumi nicht glaubte, dass sie ihrem Ex noch eine Chance gegeben hatte, dem, der vor einigen Jahren noch handgreiflich ihr gegenüber geworden war, aber wer wusste schon was für Entscheidungen die junge Frau traf? Vielleicht wollte Darren einfach hören dass es nicht wahr war, dass sie gelogen hatte. Weil er sich weiter Chancen errechnete oder weil er einfach wollte dass sie dieses Arschloch endlich vergaß nach allem, was er getan hatte? Weil er Yumi für sich wollte, auch wenn er wusste, dass es niemals so sein würde? Denn Menschen konnten einander nicht gehören. Ein kleines Schmunzeln umspielte seine Lippen bevor er sich geschlagen hab und das Thema ruhen ließ. Weil es wichtigere Dinge gab. Wie zum Beispiel der Liebe seines Lebens oder die Sorgen der Blonden, dass seine neuen Nachbarn seinen nackten Hintern sehen konnten "Oh weißt du, jeden Tag aufs Neue finde ich sie...", begann er und machte natürlich eine längere Pause zwischen seinen Worten. "Immer eine mehr wenn ich morgens in den Spiegel schaue." Der Student fuhr sich durch die stets zerzausten Locken und hob das Kinn etwas bevor er seine selbstverliebte Haltung löste und sie mit in die Höhe gezogenen Augenbrauen anschaute. "Du brauchst kein Schild." Der Kerl machte eine beschwichtigende Handbewegung bevor er mit einem Grinsen auf den Lippen wieder in ihre blauen Augen sah. "Deine mehr als deutlichen Blicke und gierigen Finger sind genug Bewertung." Seine Stimme war etwas leiser geworden, sein Blick sank auf ihre weichen Lippen und hob sich doch wieder als sie die Beurteilung ihrer Freundin erwähnte und ihm, wahrscheinlich genauso wie ihr, dieser besagte Moment wieder in den Sinn kam. Spannend und aufregend und trotz der kleinen Panne nicht weniger intensiv. Sein Atem beschleunigte sich bei seinem Kopfkino für ein paar winzige Sekunden, doch er fing sich wieder und atmete einmal tief ein bevor sich alleine durch das Wiederholen in seinem Kopf noch mehr an ihm rührte. Dass sie nun vor ihm elegant und doch nicht ganz gekonnt von Handtuch auf Pullover wechselte und wenn auch nur für kurz ein bisschen zu viel Haut zeigte, machte es seinem Körper nicht gerade einfacher. Doch der Wechsel auf ihre baldige Obdachlosigkeit ließ dann auch jeden aufkeimend heißen Gedanken wieder verschwinden. Natürlich lehnte sie sein Angebot ab noch bevor er es überhaupt richtig zuende gesprochen hatte. Es war ihm klar gewesen, schon bevor sich dieser Gedanke in seinem Kopf zuende geformt hatte. Aber was war ihre Alternative? Sich durch die halbe Stadt vögeln damit sie nachts ein Dach über dem Kopf hatte? "Ich habe da eine wirklich.. wow, also wirklich sonderbare Lösung für dieses Problem.", antwortete er auf ihre Sorge dass sie niemanden mehr ungestört mit nach Hause bringen konnte wenn sie Mitbewohner waren. "Du lässt das einfach sein." Die Arme vor seiner Brust lösten sich und er legte die Hand auf ihre schmalen Schultern. Schaute dabei in das Blau ihrer Augen und sein Blick war eine Mischung aus Spaß, Ernst, Hoffnung und Hoffnungslosigkeit. Ein wildes Durcheinander. Nicht für lange hielt er den Blickkontakt aufrecht, dann öffnete er abermals seinen Mund als wollte er seine Worte als lustigen Spaß enttarnen. Doch er sagte nichts. Stattdessen wanderten seine Hände langsam an ihren Oberarmen und Ellenbogen entlang bevor er sie an ihrer Taille, die vom viel zu großen Pullover versteckt wurde, ruhen ließ. Seine Finger gruben sich in den weichen Stoff und sogleich auch in ihre schlanke Seite. Der Student biss sich auf die Unterlippe bevor er seinen Kopf genauso wie seine Schultern wieder anhob. "Bleib hier. Ich wohne weiter drüben im Wohnheim, das stört mich nicht. Dann kannst du tun und lassen was.. du willst." Und mit wem. "Bitte. Ich will nicht dass du am Ende in irgendeine zwielichtige Wohngemeinschaft ziehst, wo du am nächsten Tag mit einer Niere weniger aufwachst." Darren schüttelte den Kopf, vielleicht auch ein bisschen wegen seinem etwas übertriebenen Beispiel. "Nichts ist mir wichtiger als deine Sicherheit." Hatte er ihr das nicht schon einmal bewiesen? Und hatte sie nicht schon mindestens einmal ganz deutlich bewiesen dass sie Gefahren nicht einschätzen konnte? Nicht umsonst waren die Knochen seiner Finger unzählige Male gebrochen.

    3336-pasted-from-clipboard-pngDarren & Yumi | in seiner neuen Wohnung


    Es wunderte den jungen Studenten nicht wirklich dass Yumi sofort in den Angriff überging. Seine Worte nicht nur mit einem bösen Blick ignorierte sondern ihn sogleich ankeifte. Fast musste er sich ein Grinsen verkneifen, wusste er doch mittlerweile wie man das Blondchen aus der Reserve locken konnte. Also meistens. Nicht immer. Manchmal machte auch sie noch Dinge, die ihn überraschten und so trauerte er ihrer gemeinsamen Liebelei vorhin in der Dusche immer noch ein bisschen nach. Darren hob abwehrend und schuldbewusst seine Hände. „Sicher dass ich es bin, der etwas dazu zu sagen hat?“ Auch wenn er dieses Thema angerissen hatte, so war sicherlich nicht er derjenige, der da was zu klären hatte. Auch wenn sie das längst nicht musste, immerhin war sie ihm nichts schuldig. Immerhin sollte es ihn am besten so oder so nicht stören. Seines Herzens wegen. Aber wann schon konnte man seine Gefühle einfach so ausschalten? Vorallem wenn sie längst schon zu tief sind, zu ehrlich, zu echt.. und sich auch noch so gut anfühlten? Meistens zumindest. „Natürlich glaube ich daran.“, erwiderte er ungeniert und überzeugt, war er doch fest davon überzeugt dass ein Jeder der wollte diese Liebe finden konnte. Und vielleicht hatten all die Disneyfilme die er in seinem Leben schon gesehen hatte Einfluss darauf genommen. Aber war es so verkehrt daran zu glauben? Der Kerl schmunzelte. „Na sicher. Die netten Nachbarn mit ihren Ferngläsern am Fenster sollen doch einen guten Ausblick haben.“ Er wuschelte sich einmal durch die nassen Locken und warf einen Blick aus dem Fenster. Nach draußen wo es immer noch stürmte und regnete. „Ein bisschen noch, vielleicht heben sie gleich noch Schilder mit einer Punktzahl für mich hoch!“ Noch für ein paar Sekunden starrte er gebannt nach draußen bevor er sich erneut schmunzelnd wieder an Yumi wand, die sich über seine schlechte Gastfreundschaft beschwerte. „Hey, sei froh wie gütig ich doch bin dass du wenigstens ein Teil bekommst ja? Ich hätte auch kein Problem damit dass du nichts davon trägst aber ich möchte ja nicht dass du frierst..“, sagte der Schauspielstudent und hob seine Schultern während sein Blick langsam an der ehemalige Studentin hinab wanderte. Dass er Yumi äußerst anziehend und verdammt sexy fand war wohl längst kein Geheimnis mehr und trotzdem musste über seine Aussage schmunzeln. Als die junge Frau sich zurück lehnte und ihn direkt anschaute, ließ er sich von ihren blauen Augen einnehmen. In denen er ziemlich schnell entdeckte, dass etwas nicht stimmte. Dass sie durchaus schlechte Nachrichten bekommen hatte. Er zog seine Augenbrauen zusammen und wartete auf eine Antwort, von der er kurz glaubte sie gar nicht zu bekommen. Schließlich war Yumi nicht dafür bekannt ein offenes Buch zu sein. Auch wenn sie ihn schon öfter, vielleicht eher unfreiwillig, vom Gegenteil überzeugt hatte. „Wie..“ Es dauerte einen kurzen Moment bis es bei ihm Klick machte, bis er verstand was sie damit sagen wollte. „Ich bin enttäuscht.. muss ich dich nun unter der Brücke besuchen?“ Erstmal erwiderte er ihr Grinsen bis er die Hand hob und sie an ihre Wange legte. Sein Zeigefinger zeichnete ihre Konturen nach, wanderte über ihr Kinn und strich über ihre andere Wange bevor er seine Hand wieder zurück zog. Er hob seinen Kopf und entzog sich so ihrem Blick während der seine abermals durch seine neue Bleibe streifen ließ. „Ich habe da eine Idee..“ Mehr sprach er auch gar nicht aus. Mehr brauchte es wahrscheinlich auch gar nicht damit Yumi verstand. Es war nicht das erste Mal dass Darren ihr seine Hilfe anbot. Es würde auch nicht das letzte Mal sein und er würde auch nicht damit aufhören bis sie sie annahm. Bis er ihr helfen durfte. „Ich akzeptiere kein Nein.“, fügte er hinzu und verschränkte die Arme vor seiner nackten Brust, bemerkte dabei ein dumpfes Ziehen in seiner verletzten Hand und guckte nach unten zu Yumi. Wahrscheinlich wirkte seine Körperhaltung wie die eines kleinen Kindes dass keine Widerworte ihrer Eltern auf die Frage nach Süßigkeiten akzeptierte. Aber das passte schon so.

    3336-pasted-from-clipboard-pngDarren & Yumi | in seiner neuen Wohnung


    Als Yumi ihre Stimme gefunden hatte und ihn beinahe schon tadelte, hielt der junge Student auf dem Weg nach oben inne. Sein Kopf drehte sich, er sah über seine Schulter erst zu ihr und dann nach draußen, wo in diesem Augenblick ein Blitz den grauen Himmel zierte. „Oh..“ Tatsächlich hatte er gar nicht so weit gedacht, hatte einfach selbst nur wirklich Hunger und Lust auf ein warmes Getränk aber wahrscheinlich hatte die ehemalige Studentin recht. „Grausam? Dann muss ich das wohl tun, das wertet mein Bad Boy Image bestimmt auf. Autos zertrümmern kann jeder aber einen armen Lieferjungen bei Blitz und Donner nach draußen schicken? Eine ganz neue Ebene von Bosheit.“, erwiderte der Lockenkopf darauf mit ernster Stimme während er langsam Stufe um Stufe weiter nach oben ging und schließlich in seinem Schlafzimmer ankam. Oder Schlafbereich, wie auch immer man es nennen wollte. Denn es gab keine Tür zum Schließen, es war wie eine Galerie von wo aus man nach unten sehen konnte. Von hier oben sah die Wohnung noch viel größer aus und Darren hielt für einen Moment inne, lehnte sich auf die Abzäunung und ließ seinen Blick langsam über sein neues Zuhause wandern. Die neue Küche, die neuen Möbel, ein neuer Ort um Erinnerungen zu sammeln. Ein Lächeln umspielte seine Lippen wenngleich sich seine Augenbrauen zusammen zogen und eine kleine Falte sich dort bildete. Irgendwie fühlte es sich nicht richtig an. Irgendetwas war nicht richtig. Zwar wusste der Lockenkopf vom Vermögen seiner Eltern doch hatten diese selten solch große Anschaffungen gemacht. Lieber reisten sie um die Welt oder investierten es in gutes Essen als in Hab und Gut. Und vorallem schoben sie es ihren Kindern nicht einfach so ohne Grund zu, denn auch wenn er natürlich immer ein bisschen mehr Taschengeld als seine Freunde bekommen, so hatten ihm seine Eltern beigebracht achtsam mit Geld umzugehen und ihn auch nicht damit überschüttet. Sonst hätte Darren keinen Job angenommen. Er stieß sich ab, sah noch wie Yumi zu ihrem Handy griff aber drehte sich herum und öffnete nach ein paar Schritten den nahezu leeren Kleiderschrank. Etwas anderes hatte er auch nicht erwartet und doch schmunzelte er als er einen grauen Hoodie und eine schwarze lange Jogginghose heraus zog. Auf dem Hoodie war eine verwaschene Flagge der Philippinen gedruckt während auf der Hose klein der Schriftzug dazu gestickt war. Es war ein Geschenk seiner Mutter gewesen, kurz bevor er sich entschlossen hatte nach Riverport zu ziehen. Mehr fand er jedoch nicht, was ihn nicht wunderte, und so schloss er den Schrank wieder, ging vorbei an dem neuen großen Bett und nahm die Treppe wieder nach unten, wollte die Blonde auf seiner Couch gerade vor die Wahl stellen als diese sich anscheinend über etwas beschwerte. Mit langsamen Schritten kam er ihr näher als ihr Handy fliegen lernte und am anderen Ende der Couch landete. „Stress mit deinem Freund?“, fragte der Kerl mit monotoner Stimme. „Hat er herausgefunden wo du bist? Bei wem du bist?“ Er warf den Pullover über die Couchlehne. „Nicht dass es noch Probleme gibt mit deiner.. Liebe des Lebens.“ Während er sprach schaute er das Blondchen nicht an, löste stattdessen den Knoten an seinem Handtuch, was auch gleich auf den Boden fiel und ihn zunächst nackt zurück ließ, und schlüpfte in die Jogginghose, die er oben gefunden hatte. „Außer du möchtest die Hose haben..“ Die junge Frau nur bekleidet mit einer Hose zu sehen würde ihn jetzt auch nicht stören aber sicher tendierte sie dann doch lieber zu einem Hoodie. Der Verletzte setzte sich auf die Lehne, nahm tief Luft und sah auf Yumi hinab. „Was ist los? Schlimm?“ Er nickte in die Richtung ihres Handys. Dass er seine vorhin gesagten Worte nicht ernst meinte, es ein Scherz war und abermals darauf hindeutete dass er ihr ihre Geschichte nicht abkaufte, musste er wohl nicht sagen aber irgendwie hatte er es sagen müssen.

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    Cylie & Nick | in ihrem Zimmer


    Ihr Herz klopfte wie wild. Noch immer spürte sie seine warmen Lippen auf ihren während sie unkontrolliert das Chaos auf ihrem Schreibtisch verschlimmerte. Später würde sie sich verfluchen, dass sie sämtliche Notizen verschiedener Kurse durcheinander brachte nur um beschäftigt zu wirken. Was vollkommener Quatsch war, immerhin konnte sie sich gerade überhaupt nicht konzentrieren und war eher damit beschäftigt wieder Ruhe in ihre Atmung zu bekommen, ihr Herz zu entschleunigen und ihren Kopf zum Schweigen zu bringen. Auch wenn das alles unmöglich war. Sie hatte gerade ihren besten Freund geküsst. Sie hatte Nick geküsst. Und damit ihre Freundschaft vollkommen ruiniert oder? Gerne hätte sie gerade den dicken Block in ihrer Hand gegen ihren Kopf geschlagen doch sie ließ es und schob ihn lieber zweimal nach links und rechts. Verdammt, sie sollten doch einfach nur Freunde bleiben. Das waren doch ihre Worte gewesen. Er hatte Leila. Ein bisschen reden, ein paar Erklärungen und sicher wären sie wieder glücklich oder? Nick hing doch noch an ihr, wieso hatte sie jetzt alles unnötig kompliziert gemacht? Plötzlich spürte sie seine Hand an ihrem Handgelenk, überrascht drehte Cylie sich herum und ihre grünen Augen weiteten sich. Nur kurz erhaschte sie einen Blick seines Gesichts, eine Möglichkeit zu reagieren ließ er ihr gar nicht. Denn schon verwickelte er die Studentin in einen Kuss. Jedoch blieb ihr gar nicht wirklich die Zeit darauf zu reagieren, denn seine Lippen lösten sich von den ihren. Er flüsterte eine Entschuldigung, gefolgt von einem weiteren Kuss, der sich sofort inniger anfühlte. Cylie kämpfte mit sich. Kämpfte mit ihren Gedanken, die einfach nicht ruhig sein wollten. Trotz der Zweifel, ihrer inneren warnenden Stimme, krallte sie sich wieder an sein Shirt und zog ihn näher zu sich heran. Die Medizinstudentin stellte sich etwas auf ihre Zehenspitzen, kam ihm somit näher und ließ sich vom Rausch des Kusses mitnehmen. Warum fühlte sich etwas das so falsch war so gut an? War es dann überhaupt falsch? „Dann..“, erwiderte der Zwilling nachdem Nick ihren Kuss unterbrochen hatte. Sie hielt inne. Jetzt wäre der Punkt um ihn wegzuschubsen, um ihren besten Freund zu sagen dass das eine blöde Idee war und er erstmal sein Liebesleben auf die Reihe kriegen sollte bevor er den nächsten Schritt machte und mehr Frauen in sein Herz ließ. Es wäre der Punkt wo sie noch darüber lachen könnten, sich gegenseitig vorwerfen was für schlechte Küsser sie wären und dass sie Mundgeruch hätten oder sowas. Es wäre der Punkt wo sie es vernünftig beenden und ihre Freundschaft retten könnten. Aber dafür fühlte es sich zu gut an. Dafür schlug ihr Herz viel zu schnell. Dafür hatte sie viel zu lange schon darüber nachgedacht um ihn jetzt von sich zu stoßen. „..dann hör nicht auf.“ Ihre Stimme war nur ein leises Flüstern, der Blick ihrer grünen Augen ruhte auf seinen Lippen. Vielleicht weil sie ihm nicht in die Augen sehen wollte, weil sie keine Zweifel, keine Reue in ihnen sehen wollte. Keine Verwirrung mehr, nichts was sie jetzt aufhielt. Auch wenn es vielleicht besser war. Cylie tastete mit ihrer Hand hinter sie, sie schob das Chaos an Blättern und Stiften etwas zur Seite und hüpfte auf die freie Fläche bevor sie Nick mit ihrer anderen Hand an seinem Shirt zu sich zog, ihn sogleich in den nächsten Kuss verwickelte, der nichts mehr von der anfänglichen Sanftheit hatte. Sie küsste ihn fordernd, verlangend. Ihr Herz schlug ihr bis zum Hals, ihre Hände schlüpften unter das Shirt des jungen Mannes. Fühlten die sanften Muskeln darunter, was sie unter anderen Umständen dazu gebracht hätte auf ihre Unterlippe zu beißen aber die war bereits beschäftigt.

    3336-pasted-from-clipboard-pngDarren & Yumi | in seiner neuen Wohnung


    Unter seinen Fingern spürte er ihre Gänsehaut, spürte wie ihr Körper auf seine Berührungen reagierte und auch wie seine Küsse erwidert wurden. Langsam und fast schon quälend ließ er seine Finger in die Tiefe gleiten, nur um im entscheidenden Moment gestoppt zu werden. Nicht etwa weil plötzlich das Wasser eiskalt geworden oder ein Vogel gegen das Fenster gedonnert war. Eigentlich wären das angenehmere Gründe gewesen als der, der ihn schließlich dazu brachte seine Hand zuerst nicht zu bewegen und dann zurück zu ziehen. Ihre pochenden Lippen lösten sich voneinander und seine Augenbrauen zog er etwas zusammen, wusste nicht so recht ob es ein weiterer Spielzug der jungen Frau war oder ob es doch eine andere Bedeutung hatte. Anscheinend konnte er sich doch nicht ganz so sicher sein dass das Blondchen aus Aufeinandertreffen wie diesen nicht einfach so flüchtete. Denn genau das tat sie jetzt. Nicht mehr als ein paar freche Worte und ein Grinsen hinterließ sie dem Studenten als sie sich an ihm vorbei schob, sich in ein übergroßes Handtuch wickelte und ihn allein im Wasserdampf stehen ließ. Und das fühlte sich absolut nicht gut an. Eine Weile noch blieb er unter dem prasselnden Wasser stehen, den Blick auf die geschlossene Zimmertür gerichtet als wartete er dass sie zurück kam, ihm die Zunge herausstreckte und da weiter machte, wo sie aufgehört hatten aber es war immerhin Yumi. Darauf dass sie zurück kehrte konnte er lange warten. Seufzend lehnte er seine Stirn gegen die Duschkabine und verweilte ein paar Minuten bevor er seine Augen wieder öffnete und auf die vernarbten Finger seiner linken Hand starrte, die sich, egal wie sehr er es versuchte, absolut nicht bewegten. Ein weiteres Schnauben, dann drehte er das Wasser ab und nahm sich selbst eines der Badetücher. War dankbar dass, egal wer damit beauftragt worden war diese Wohnung ein bisschen einzurichten, an Handtücher gedacht hatte. Er wuschelte sich damit durch die nassen Locken, trocknete seinen Körper sporadisch ab und wickelte sich den Stoff um die Hüften. Sein Blick fiel auf den Mann im Spiegel. Wie lange würde er das noch aushalten? Dieses Spielchen, das sie spielte. Dieses Viel aber ja nicht Zuviel. Das Nehmen ohne wirklich zu geben. Ja, Darren hatte gesagt, dass er damit klar kam und eigentlich tat er das ja auch. Aber es hieß nicht, dass es ihm nicht weh tat. Dass es seinem Herz immer wieder einen kleinen Riss hinzufügte. Den sie aber mit jedem ihrer sanften Küsse, mit jedem Lachen und mit jedem Blick ihrer ozeanblauen Augen wieder heilte. Und das war es doch was zählte oder? ..Oder? Manchmal verfluchte der Schauspielstudent selbst die Gefühle die er hatte. Den bittersüßen Schmerz, den er jedes Mal wieder spürte. Darren öffnete leise die Tür, der Dampf waberte aus dem Badezimmer und ließ ihn beinahe fühlen als wäre es jetzt an der Zeit einen großartigen Auftritt hinzulegen. Doch er griff lediglich nach seinem Handy, dass er zuvor noch auf den Küchentresen abgelegt hatte während er wortlos an den Kühlschrank seiner neuen Wohnung ging. Etwas, das sich immer noch ein bisschen merkwürdig anfühlte. Dass sein Besuch nicht bereits alle Zelte abgebrochen und geflüchtet war, war ihm aufgefallen, doch was brachte es sich gleich auf sie zu stürzen? Wenn es vielleicht etwas Abstand war, was sie brauchte. Was sie eigentlich immer brauchte und doch war sie mit ihm gekommen. Widersprüchlich wie eh und je. Ein Schmunzeln kam über seine Lippen als ein lautes Donnergrollen über sie herein brach. Das Unwetter hatte sich wohl immer noch nicht gelegt, was auch ein gleisender Blitz noch untermalte. Dass der Kühlschrank leer war wunderte ihn eigentlich nicht denn bestimmt wären so manche Lebensmittel vielleicht schon verdorben aber trotzdem war er etwas enttäuscht, sodass er ihn wieder schloss und mit langsamen Schritten am Handy scrollend der großen Couch näherte. „Weißt du..“ Darren blieb stehen. Er stand genau hinter der jungen Frau, die starr aus der Fensterfront starrte. Sich das Gewitterschauspiel an sah, in das auch er sich kurz verlor. Denn Gewitter hatten immer etwas ganz eigenes an sich und er wusste jetzt schon, dass er wohl viele Gewitter hier auf dieser Couch verbringen würde. Der Kerl ließ seinen Kopf sinken. „Die Großstadt hat viele Vorteile und eines davon ist sich jederzeit etwas bestellen zu können also.. welchen Kuchen möchtest du zu deinem Kaffee?“, fragte er sie mit einem Grinsen und warf sein Handy neben sie auf das Polster. Geöffnet mit einer Bestellseite, die Kaffee und so manch andere Dinge lieferte. Für Pumpkin Spice Latte war es aber wahrscheinlich noch zu früh. „Ich schau derweil ob es vielleicht sogar ein paar Klamotten hier her gefunden haben.“ Mit diesen Worten stieg er die Treppe nach oben, denn das Schlafzimmer mit Bett und Kleiderschrank waren dort oben zu finden. „Auch wenn die dann nur wieder klitschnass werden, wenn du jetzt gehst.“

    3336-pasted-from-clipboard-pngDarren & Yumi | in seiner neuen Wohnung


    „Oh nein, sie ist mir auf die Schliche gekommen..“, kam es über seine mittlerweile angefeuchteten Lippen mit einem leisen Schmunzeln. „Tut mir leid, den versprochenen Kaffee mit Kuchen gibt es leider nicht.“ Der Student hauchte die Worte an ihre feuchte Haut während er diese mit Küssen übersäte. Sich langsam ihren Hals hinauf arbeitete und ihren sehnsüchtigen Laut in seinem Kopf wiederhallen ließ. Ihre Hand an seiner Wange löste ein sanftes Kribbeln aus, das sich in seinem Körper ausbreitete. Der Blick ihrer blauen Augen verstärkte dieses Gefühl nur noch und je mehr sie auf seine Lippen starrte, desto höher wurde das Verlangen, die letzten Zentimeter zu überwinden. Ihre Lippen zu spüren, sie zu spüren, sein Körper verlangte danach. „Wie könnte mir jetzt noch kalt sein.“, erwiderte der junge Mann mit einem Schulternzucken, ließ offen ob er über die wärmende Dusche oder ihre bloße Anwesenheit sprach. Darüber, dass sie nackt gemeinsam unter der Dusche standen und sich in mehr als nur heißen Wasserdampf hüllten. Yumi drehte sich in seinem mittlerweile gelockerten Griff schließlich ganz zu ihm herum, ihr Blick hatte sich von bestimmten Körperpartien gelöst und es waren nur Sekundenbruchteile bis er sie spürte. Bis ihre Lippen auf die seinen prallten und er ihren Kuss mit einem wohligen Laut erwiderte. Seine Arme schlangen sich augenblicklich wieder enger um ihren schlanken Körper, drückte sie an sich, spürte ihre nasse Haut und ihre weichen Lippen. Der Kuss wurde von Sekunde zu Sekunde inniger, leidenschaftlicher, heftiger und schließlich spielten auch ihre Zungen miteinander. Die Finger seiner rechten Hand gruben sich abermals in ihre Haut, fast als wolle er sie festhalten, doch er war sich sicher dass sie in Momenten wie diesen niemals das Weite suchen würde und über andere Augenblicke dachte er jetzt in dieser Sekunde eher nicht nach. War sein Verstand so oder so vernebelt. Das warme Wasser prasselte auf ihn, machte es ihnen schwerer auch nur irgendwie Luft zu schnappen weshalb sich ihre Lippen eine kurze Pause gönnten. Seine andere Hand wanderte über ihren Rücken nach unten, umfasste ihren Hintern und zu gerne hätte er sich auch dort fest gekrallt jedoch machten es bestimmte Umstände unmöglich. Durch leicht geöffnete Lider beobachtete er die ehemalige Studentin. Wie sie sich bewegte und ihre Lippen sich langsam seinen Hals hinab arbeiteten. Sein Atem wurde schwerer je mehr Küsse sie auf seinem Körper verteilte. Seine Augen hatte er wieder geschlossen, den Kopf etwas in den Nacken gelegt und seufzte sehnsüchtig. Es war egal wie oft sie diese Sache wiederholten, egal wie oft sie sich auf diese Weise begegneten, es war mit jedem Mal einzigartig, mit jedem Mal wurde es besser. Inniger. Bedeutungsvoller. Für ihn und sein Herz, auch wenn er wusste, dass er dieses vielleicht besser aus dem Spiel bringen sollte. Aber so etwas sagte man immer so leicht. Es gab Sex ohne Gefühle, gar keine Frage, doch das hier war mehr und Yumi wusste das. Auch, wenn sie es noch so oft abstreiten wollte. Der Dunkelhaarige krallte seine Finger in ihre nassen Haare, zog sanft aber bestimmt daran und lotste ihr Gesicht wieder zu seinem sodass er sie erneut in einen Kuss ziehen konnte. Seine Zunge wieder die ihre traf und ihren Körper schließlich zurückdrängte, sie an die Fliesen presste und seine linke Hand locker an ihren Hals legte. Der Wasserdampf hatte mittlerweile das gesamte Bad in Nebel verschwinden lassen und jetzt war ihm auch nicht mehr länger kalt sondern eher viel zu warm. Mit den Fingern seiner rechten Hand umkreiste er ihre Brust, streichelte sanft über ihre Brustwarzen und endete zwischen ihren Beinen um dort ganz andere Dinge zu liebkosen.

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    Hina | vor der Haustür


    Einmal quer durch die Stadt. Warum konnte das Haus ihrer besten Freundin eigentlich nicht direkt neben dem Haus ihrer Eltern liegen? Es war anstrengend jedes Mal durch die Stadt kutschiert zu werden, vorallem in der Rush Hour, wo es noch länger dauerte. Es war ein festes Vorhaben ihrer gemeinsamen Zukunft direkt nebeneinander zu wohnen. Besser eigentlich noch miteinander als beste Freundinnen. Oder.. mehr? Hina erschrak fast bei diesem Gedanken und noch mehr als das Taxi eine Vollbremsung machte. Erst wollte die Schülerin sich lauthals beschweren und fragen ob der Typ seinen Führerschein im Lotto gewonnen hatte und ob er nicht aufpassen konnte, dass man ihn am besten kündigen sollte aber sie hielt inne, atmete tief durch und bezahlte den verlangten Betrag passend. Der bekam keinen Cent Trinkgeld. Voller Elan schlug sie die Autotür zu und blieb erstmal stehen, betrachtete das riesige Haus vor ihr. Schon von außen war zu erkennen dass die Familie, die dort lebte, keinerlei Geldsorgen hatte. Eigentlich hatte sich das Blondchen immer gefreut hier her zu kommen. Sie war immer voller Freude gewesen, konnte es kaum erwarten durch die große Haustür zu marschieren. Aber jetzt? Es hatte sich verändert. Ihr Leben hatte sich verändert und noch viel wichtiger als ihr Leben war die gemeinsame Freundschaft mit Alessa, die sich verändert hatte. Vielleicht ein bisschen überdramatisch aber so war es eben. Alessa war alles für sie. Nicht nur ihre beste Freundin. Eigentlich war sie weitaus mehr. Ihre Seelenverwandte. Ihre Stütze, ihr Halt. Das Puzzleteil, das ihr fehlte. Vorallem wenn ihre Eltern nicht da waren und das waren sie sehr oft. Schon immer hatte sie irgendwie alleine klar kommen müssen, denn auch wenn Mama und Papa ihre Tochter liebten, waren sie immer mehr mit sich selbst und ihrer Arbeit beschäftigt gewesen. Und in solchen Momenten war Alessa an ihrer Seite gewesen. Sie hatten sich gegenseitig die Einsamkeit genommen und jetzt sollte das alles vorbei sein? Wegen dieser einen Nacht? Weil sie einen Schritt zu weit gegangen waren? Weil das Mädchen sich ausprobieren wollte? War es überhaupt so gewesen? Hina war verwirrt, seufzte und stieg die Stufen zur Haustür hinauf. Sie hatte einen Schlüssel. Sie konnte jederzeit zu ihrer Freundin, genauso wie Alessa einen Schlüssel zu ihrem Zuhause hatte. Weil sie sowieso immer und zu jederzeit Willkommen war. „Gott, Hina, das ist lächerlich.“, sagte sie zu sich selbst, strich sich eine Strähne hinters Ohr und atmete tief durch. Sie besuchte ihre beste Freundin und keinen Kettensägenmörder oder Michael Myers. Trotzdem klingelte sie und trat einen Schritt zurück. Wartete und wartete..

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    Hina | kommt & geht


    Mit dem Taxi hatte sich das Mädchen zurück nachhause bringen lassen, nachdem sie im Krankenhaus ihr Glück gefunden hatte. Also ihr Handy bei den Fundsachen, nicht irgendwie etwas anderes. Auch, wenn der Kerl, sie hatte ihren Namen auf dem Weg schon wieder vergessen, ganz süß gewesen war. Und natürlich super hilfsbereit. Eine Krankheit, die wohl irgendwie alle hatten, die in einer Klinik arbeiteten oder? Wie auch immer, Hina war einfach nur froh, dass sie ihr Heiligtum wieder hatte, obwohl sie jetzt ja wohl oder übel ein neues Handy brauchte, immerhin war der Display kaputt und auch ihre süße Handyhülle hatte etwas abbekommen. Seufzend bezahlte sie den Taximann, verschwand im leeren Haus ihrer Eltern und warf ihre Handtasche aufs Bett, wovor auch kurz darauf ihre Klamotten landeten, denn das Krankenhaus und vorallem dieses staubige Fundbüro hatte ein ekelhaftes Gefühl auf und in ihr zurück gelassen, sodass sie erst einmal eine Dusche brauchte. Das heiße Wasser wusch den imaginären Dreck von ihrem makellosen Körper. Sie musste zu Alessa. Sie hielt das nicht länger aus. Dieses merkwürdige Gefühl, diese merkwürdige Anspannung zwischen ihnen. Zwar hatte Hina versucht, all das irgendwie zu ignorieren, es weit hinten in ihrem Köpfchen zu verstecken aber was brachte es, wenn sie nicht mehr normal und wie zuvor miteinander umgehen konnten? Wahrscheinlich hatte dieser Moment der Zweisamkeit alles ruiniert, vielleicht wollte Alessa eigentlich gar nichts mehr von ihr wissen, vielleicht war die Freundschaft der beiden auch gar nicht mehr zu retten. Aber vielleicht konnten sie auch einfach alles vergessen und von dem Zeitpunkt aus starten bevor das alles passiert war? Aber konnte das Blondchen das Herzklopfen und das Kribbeln im Bauch, wenn immer sie ihre beste Freundin sah, überhaupt ignorieren? Verdammt. Hina biss sich auf die Unterlippen, fuhr sich mit den Fingern über das nasse Gesicht und presste die Augen zusammen. Alessa war ihre beste Freundin. Eine Freundin. Da war nicht mehr, immerhin galt ihr Interesse doch nur Männern. Nie hatte sie sich anderweitig umgeschaut. Bei Alessa war das anders, das wusste sie und damit hatte sie auch überhaupt kein Problem, doch für sie schien das nie die Wahl zu sein. Wenn es überhaupt eine Wahl war. Die Schülerin drehte das Wasser ab, griff nach einem Handtuch und trocknete sich ab bevor sie ihre langen Haare aus dem hohen Dutt löste und sie über ihre Schultern nach unten fielen. Für einen kurzen Moment betrachtete sie sich im leicht beschlagenen Spiegel und suchte dann in ihrem begehbaren Kleiderschrank nach einem luftigen Kleid, denn die Temperaturen waren in den letzten Tagen deutlich angestiegen. Nachdem sie erneut Make-Up aufgelegt und ihre Haare etwas hochgesteckt hatte, verstaute sie ihr Portmonee und all die anderen wichtigen Dinge in einem kleinen Rucksack, in dem auch ihr Haustürschlüssel verschwand, nachdem sie abgeschlossen hatte und sich abermals ein Taxi rief.

    4589-hinaaaa-pngHina | verlässt das Krankenhaus


    Es war ja schon fast ein Wunder dass Hina ihr Handy noch gefunden hatte. Eigentlich war sie davon überzeugt gewesen dass man es am Unfallort hatte liegen lassen oder es jemand anderes sich angeeignet hatte. Immerhin war es das neueste Modell mit einer süßen Hülle. Irgendein armer Schlucker hätte da sicherlich nicht zweimal überlegt und es irgendwo zwielichtig weiter verkauft. Davor noch all die Erinnerungen in Form von Fotos und Videos gelöscht – wobei das bei manchen Bildern gar nicht so schlecht wäre. Nicht dass diese hässlich waren aber möglicherweise etwas.. pikant. Als Chris sie fragte ob das Teil nicht mehr funktionierte, schüttelte sie knapp den Kopf und hielt es ihm dann schon zuckersüß unter die Nase. Das junge Mädchen stieß gespielt empört die Luft aus und stemmte eine Hand in ihre schmale Hüfte. War das jetzt eine billige Ausrede? Wollte er ihr wirklich nicht seine Nummer geben? Wollte er das hier wirklich verpassen? Und auch wenn sie eigentlich nie Zweifel an sich hatte und bis jetzt immer die Kontaktdaten der Männer bekommen hatte, die sie haben wollte, egal wie, hatte sie doch kurz die Luft angehalten und fragte sich zugleich, woher diese Unsicherheit kam. Doch bevor sie weiter darüber nachdachte, warf sie dem Älteren einen vielsagenden Blick zu und nahm sein Handy in die Hand, tippte kurzerhand ihre Nummer ein und gab es ihm wieder zurück. „Und ich lasse mich von so einem billigen Spruch auch noch überreden.“ Hina strich sich eine Strähne hinter ihr Ohr nachdem sie ihn zur Seite geneigt hatte, Chris mit gehobenen Augenbrauen ansah und dabei etwas grinste. „Das hat viel zu bedeuten. Ich hoffe, du fühlst dich jetzt besonders.“ Schmunzelnd ließ sie ihr Handy in ihre kleine Handtasche verschwinden, klopfte dem Anderen auf die Schultern und schlüpfte an ihm vorbei an der alten Dame vorbei nach draußen in den Flur, wohin Chris ihr auch gleich folgte. Gemeinsam traten sie wieder den Weg zur Eingangshalle an. Dort, wo ihr Kurztrip in die Tiefen des Krankenhauses angefangen hatte. „Wehe du wartest die drei Tage.“ Das Blondchen verschränkte die Arme vor ihrer Brust und drehte sich zu ihm. Der Blick ihrer grauen Augen wanderte über sein fragendes Gesicht. Kannte er diese dämliche Drei-Tage-Regel bezüglich Dates überhaupt? Egal, ansonsten wusste sie ja wo sie ihn fand. Nicht dass sie es überhaupt nötig hätte, irgendwem nach zu rennen, es war eigentlich eher umgekehrt. Aber trotzdem konnte sie Ablenkung irgendwie gebrauchen.. auch wenn sie das Gefühl hatte, dass sie sich dem Grund für ihr Gedankenwirrwarr mal stellen musste. „Danke, Chris.“ Sie schenkte ihm nochmals ein süßes Lächeln und drehte sich schwungvoll um bevor sie vorbei an Patienten und Besuchern das Krankenhaus verließ.

    3336-pasted-from-clipboard-pngDarren & Yumi | in seiner neuen Wohnung


    „Ich bin immer enttäuscht wenn du etwas oder.. Jemand anderen mehr Aufmerksamkeit schenkst wie mir.“, entgegnete der Schauspielstudent und erwiderte gleichzeitig ihren Blick als sie ihn von der hübschen Inneneinrichtung wohl nur mit Müh und Not losreißen hatte können. Ja, vielleicht war er sogar eifersüchtig wenn so etwas passierte. Nicht wirklich auf die große Badewanne oder die einladende Dusche, viel mehr richtete sich dieses nicht immer gute Gefühl auf andere Menschen. Auf einen ganz bestimmten Menschen, der aber auch gar nicht erwähnt werden musste. Doch bevor er sich in diesen eher unschönen Gedanken verlor, stieg er lieber in das Spiel der ehemaligen Studentin mit ein und seufzte ebenso theatralisch. „Sie will also doch nur mein Geld.. sie ist nur wegen der Regendusche hier. Ich wusste es.“ Seine breiten Schultern senkten sich. Ihm entging ihr gieriger Blick auf das letzte Stückchen Stoff auf seiner Haut natürlich nicht und als er sich laut darüber beschwerte dass er es alleine wohl nicht schaffen würde, sich davon zu befreien, erklärte sich Yumi wohl bereit ihm unter die Arme zu greifen. Zumindest glitt sie elegant von ihrem Sitzplatz und gab ihm somit freie Sicht auf all das was er begehrte, wenn auch nur für den Bruchteil einer Sekunde. Bis sie sich ihm näherte, ihre Hände auf seinen nackten Oberkörper legte und allein diese Berührung für eine Gänsehaut bei ihm sorgte, die über seinen ganzen Körper kletterte. Darren schloss seine Augen, spürte die sanften Berührungen ihrer Finger und ihren warmen Atem an ihrem Hals. Wogegen er seinen Atem anhielt, vorallem als sie sich an seiner Hose zu schaffen machte. Eigentlich war ihm bereits klar gewesen, dass sie ihm natürlich nicht helfen würde, doch alleine für diese Sekunden, die seinen Körper auch ohne heißes Wasser aufheizte, war es sein kleiner Hilferuf wert gewesen. „Jetzt muss ich meine Hose auch noch selbst ausziehen. Wie anstrengend.“ Der Student rollte mit den Augen während sich das Grinsen auf seinen Lippen spiegelte. Yumi wandt sich von ihm ab, befreite sich vom letzten Stückchen Spitzenstoff und sein Blick wanderte vom Fleckchen Boden auf dem es gelandet war, ihren atemberaubenden Körper hinauf. Die schlanken Beine, ihr kleiner Hintern, der schmale Rücken und die langen Haare, die wild über ihren Schultern lagen. Es war allein dieser Anblick auf den sein Körper bereits reagierte und manche Dinge sich nicht länger wegen der Kälte versteckten. Verdammt. Was hatte sie für eine Wirkung auf den jungen Mann.. Darren schloss kurz seine Augen, biss sich auf die Unterlippe und atmete einmal tief durch bevor er seine Hose auszog und auch die eng anliegende Schiene an seiner Hand abnahm. Bevor er schließlich ihrer Einladung folgte, die sie im gleichen Wortlaut gewählt hatte wie er zuvor, weshalb ihm ein Schmunzeln entkam. Zuerst spürte er das Wasser an seinen Füßen, dann umhüllte ihn der warme Wasserdampf, der sich langsam von der Dusche aus im Badezimmer ausbreitete. Spätestens jetzt kümmerte ihn diese Dusche nicht weiter. Er hatte gar kein Interesse mehr daran sich unter dem heißen Wasser aufzuwärmen. Zwar sehnte Darren sich nach Wärme doch die wollte er sich von anderer Stelle holen. Seine Hände berührten ihre Taille, er kam ihr näher und schloss schließlich seine Arme um ihren Körper. Seine Lippen küssten ihre nackten Schultern nachdem er ihre nassen Haare beiseite gestrichen hatte. Langsam küsste er sich ihren Hals hinauf und die Finger seiner rechten Hand krallten sich in die Haut ihrer Seite. Das Wasser prasselte auf ihre Körper und sorgten zusätzlich dafür dass es immer wärmer wurde. Wie sehr er Yumis Nähe genoss. Wie sehr er es liebte sie an sich zu spüren, ihre nackte Haut an seiner und in solchen Momenten merkte er erst Recht, wie sehr er sich jede Sekunde nach ihr sehnte. Immer wenn sie nicht bei ihm war fühlte er sich fast schon ein bisschen verloren.

    3336-pasted-from-clipboard-pngDarren & Yumi | in seiner neuen Wohnung


    Als die junge Frau ihre Vorliebe für Katzen erklärte, schaute sich der Student noch einmal in seiner neuen Wohnung um. Sah die Treppe hinauf und wieder zurück zu Yumi. „Ach, kein Problem..“, erwiderte er und setzte sich in Bewegung. Weg vom Fenster, weg vom Sturm der da draußen tobte. „Den Platz für einen großen Kratzbaum und Kuschelmöglichkeiten gibt es bestimmt. Sodass sich wirklich jede Katze hier wohl fühlt.“ Natürlich war das eine Anspielung, die er aber gar nicht weiter ausführte, es war immerhin zumindest für ihn bekannt dass Yumi sich so manche Charakterzüge einer Katze teilte. Es war ein gutes, auf jeden Fall besseres Gefühl als der nasse Stoff nicht länger auf seiner Haut klebte und doch fröstelte er so langsam, denn wirklich warm war es in der Wohnung nicht. Auch wenn sie sich vielleicht ein bisschen durch die vorher noch strahlende Sonne aufgewärmt hatte, um in nassen Klamotten hier herum zu laufen oder gar nackt müsste er vielleicht noch die Heizung einschalten. Jedoch schien eine heiße Dusche jetzt die beste Möglichkeit. Vorallem wenn er sich diese mit Yumi teilen konnte. Die ihm auch gleich folgte nachdem er ihr die Tür zum Badezimmer aufgehalten hatte. Der Seitenhieb der Blonden ließ ihn schmunzeln und zugleich den Kopf schütteln. Bis zu diesem Moment hatte sie vielleicht recht gehabt doch als sie an ihm vorbei ging, sich ebenso das nasse Shirt über den Kopf zog und freien Blick auf ihren mit Spitzen besetzten schwarzen BH frei gab, war sein Körper vielleicht nicht mehr ganz so kalt. Wenn auch nur kurz, denn dieses Stückchen Stoff segelte sogleich auch auf den Boden. Der Blick seiner braunen Augen wanderte über die nackte Haut der ehemaligen Studentin. Als hätte er diese nicht schon mehr als einmal gesehen. Mehrmals und doch nicht oft genug. Jedes Mal kribbelte es in seinem Bauch. Und an anderer Stelle. Darren zog die Tür zu, beobachtete weiter wie sie sich aus den Klamotten schälte und räusperte sich einmal als sie schließlich beinahe nackt vor ihm stand, doch ihre Aufmerksamkeit mehr auf die Einrichtung und das doch recht geräumige Badezimmer richtete. Es war nicht nur Platz für eine relativ große Dusche mit einer kleinen Ablage. Auch eine Badewanne war eingebaut, stand vor der großen Fensterfront, die in diesem Raum jedoch aus Milchglas bestand. Geschützt von neugierigen Blicken, die in diesem Moment nur von dem Schauspieler selbst kamen. Er biss sich auf die Unterlippe als Yumi es sich auf einem der Badezimmerschränke bequem machte und ihm dann auch noch die wunderbare Aussicht nahm. Wie fies. „Oh, warte, du möchtest jetzt eine kleine Show von mir oder wie darf ich das verstehen..?“ Der Student wirkte überfordert und gar überrumpelt, er fummelte mit den Fingern seiner rechten Hand an seiner Hose herum, stellte sich furchtbar ungeschickt an als hätte er im Leben noch einen einfachen Knoten geöffnet und seufzte schließlich übertrieben, warf den Arm etwas in die Luft. „Oh nein!“ Er zog die Worte in die Länge, ebenso übertrieben wie seine Reaktion zuvor. Denn wirklich überfordert oder dergleichen war er natürlich nicht gewesen, aber das musste er ja wohl nicht erklären. „Ich glaube ich brauche dabei wohl Hilfe..“ Darren ließ seine Schultern sinken. „Wenn doch nur jemand so nett wäre.“

    4589-hinaaaa-pngHina & Chris | im Fundbüro


    Aber ein kleines bisschen des Nervengiftes war doch in Ordnung oder? Hina musste daran denken wie oft sie sich mit Alessa drüber unterhalten hatte, sobald die ersten Fältchen kamen, war der Besuch beim Beautydoc sicher. Da wollten sie immer gemeinsam hin, sich gegenseitig die Händchen halten und wenn man es nicht übertrieb, so wie all die bekannten Stars und Sternchen, dann trug sie an ihrem Lebensende eine zarte und faltenlose Maske und konnte weiterhin ihr zuckersüßes Lächeln zeigen. Aber das waren alles Zukunftsprobleme, denen sie sich jetzt nicht stellen musste. Wenn sie weiterhin an ihrer Skincare Routine festhielt, denn nur so blieb ihre Haut so jung und gesund. „Ach natürlich.. die obligatorischen roten Rosen.“, erwiderte das Blondchen und rollte mit ihren Augen bevor sie ihren Kopf schüttelte. „Ich glaube du solltest dir eine neuere Version deines Ratgebers holen.. mittlerweile folgen auf Enttäuschungen eher eine gebuchte Reise auf die Seychellen oder gleich ein eigenes Ferienhaus auf Bali. Aber hey, ich mache diese Regeln nicht..“ Hina hob unschuldig ihre Hände und grinste. Auch sie leerte den kleinen Kaffeebecher und zielte beim Vorbeigehen auf den Mülleimer, den sie auch traf und schließlich mit leeren Händen das Fundbüro erreichte. Nicht nur dass die Regale bis oben hin voll waren mit unnützem Zeug wovon die Jugendliche sich fragte wer zum Teufel so etwas mit sich überhaupt herum schleppte und sie sich zur gleichen Zeit nicht wunderte warum es noch hier war und nicht abgeholt wurde, waren auch noch viel zu viele Staubschichten zwischen all dem Gerümpel. Sie rümpfte die Nase. „Vielleicht werden so auch neue Mitarbeiter gewonnen.. wer würde schon freiwillig in einem Krankenhaus arbeiten?“ Das Mädchen schüttelte ihren Kopf, strich dann ihre verirrten Strähnen wieder hinter das Ohr und ging weiter langsam und aufmerksam durch die Regale. Als Chris die Arschkiste erwähnte, hob sie angewidert ihre Augenbrauen. Verzog den Mund und schüttelte sich. Jemand der Serien wie Grey’s Anatomy nicht gesehen hatte, hätte vielleicht erstmal nachfragen müssen was genau der junge Mann damit meinte oder Jemand, der nicht viel im Kopf hatte, denn der Begriff erklärte sich irgendwie auch selbst aber Hina war Dank dieser wunderbaren Serie natürlich im Bilde und hob die Hände. „Einfach nur ekelhaft.“, sagte das Mädchen darauf, musste dann aber auch schmunzeln. „Gut, kein Kink Shaming, jeder wie er will…“ Dann sollte man dabei nur aufpassen dass man die Dinge auch wieder aus seinem Allerwertesten rausbekam. Es dauerte noch ein paar Schritte bis sie auf quietschte und mit einem schnellen Griff ihr Smartphone in die Hände nahm. „Ich habs!“, rief sie begeistert, tippte auf den zerkratzten Bildschirm und tatsächlich hatte das Teil noch etwas Akku. Die vielen Nachrichten und Instagram-Benachrichtigungen ignorierte sie zunächst. Tief seufzte die Blonde und näherte sich Chris. „Oh nein..“ Ihre Stimme klang verzweifelt. Als wäre ihr Handy kaputt, als ließe es sich nicht mehr einschalten oder Schlimmeres. Als sie vor ihrer neuesten Bekanntschaft stehen blieb, tippte sie ein paar Mal auf den hellen Bildschirm und hielt ihm das Teil mit einem süßen Lächeln vor die Nase. „Deine Nummer ist gar nicht eingespeichert..“

    3336-pasted-from-clipboard-pngDarren & Yumi | in seiner neuen Wohnung


    Hast du das nicht schon? Es brannte ihm auf der Zunge. Mit jedem Schritt mehr, mit jeder Stufe weiter hinauf in das Gebäude wurde das Verlangen diese Worte zu sagen größer. Ich will niemanden anderen. Dieser Satz hatte sich in seinen Kopf eingeprägt, hatte Fragen aufgeworfen und zugleich beantwortet. Kurz war er langsamer geworden, war beinahe stehen geblieben, hatte für den Bruchteil einer Sekunde daran gedacht sich zu Yumi umzudrehen doch schlussendlich ging er weiter, brachte die letzten Stufen und Meter bis zu seiner neuen Bleibe hinter sich. Bevor sie noch fragte was los sei. Bevor sie sich nochmal darüber amüsierte dass er außer Puste war. Bevor noch Dinge gesagt und getan wurden, die er im Nachhinein vielleicht bereute. Lieber konzentrierte er sich jetzt auf die Wohnung. Im obersten Stockwerk, die jetzt ihm gehörte. Ohne dass er wirklich danach gefragt hatte weil er konnte seine Eltern zwar um viele Gefallen bitte, doch um eine Wohnung, das wäre dann doch ein bisschen zu viel. „Willst du dich etwa unter meinem Namen dort einnisten?“, entgegnete er der ehemaligen Studentin schmunzelnd. „Ich glaube wenn die Alte dich noch einmal dort sieht bekommt sie einen Herzinfarkt vor Wut.“ Die Leitung des Wohnheims war immerhin nicht sonderlich gut auf die Blonde zu sprechen. Das freche Grinsen auf ihren Lippen war ansteckend, so schlich es sich auch auf seine Lippen als er nach ihrem Stupser zu ihr gesehen hatte. Nasse Strähnen klebten in ihrem Gesicht, Regenwasser tropfte ihr vom Kinn. Das Gewitter hatte sie doch schlimmer erwischt als gedacht oder vielleicht blendete er die an ihm klebenden Klamotten auch einfach aus weil er immer noch überwältigt von dieser Situation und dieser Wohnung war. Ein greller Blitz erhellte den wolkenverhangenen Himmel und Darren wandt seinen Blick wieder nach draußen. Aber nur kurz bevor er sich umdrehte und sich der Aussicht in die Wohnung anstatt nach draußen widmete. Die Frage der jungen Frau blieb zunächst unbeantwortete während er versuchte sich zu ordnen, er den Kopf nach links und rechts drehte um sich nochmals umzusehen. „Ach..“, begann er schließlich und machte ein paar Schritte nach vorne. Weg vom Fenster, weiter in die Wohnung hinein. „Ich überlege wo wir unsere Pärchenbilder aufstellen können und wohin das Hundebettchen kommt. Und nicht zu vergessen den perfekten Ort für den Weihnachtsbaum damit die Fotos die wir davor machen und für die Weihnachtskarten verwenden auch besonders schön aussehen.“ Der Schauspieler legte seine Finger an sein bärtiges Kinn und tat als würde er sich im Kopf schon alles ausmalen. Weshalb er auch für ein paar Sekunden mehr still blieb bevor er sich schließlich wieder Yumi zudrehte und schmunzelte. „Nur ein Spaß.“ Der Kerl schüttelte den Kopf. „Unsere Fotos kommen natürlich als Tapete an die Wand.“, sagte er noch im Vorbeigehen, klang dabei viel zu ernst und zog sich das nasse T-Shirt vom Körper. Er öffnete die Tür zum Bad, zumindest hatte er vermutet dass diese zum Bad führte, denn wo wäre es sonst gewesen und blieb in der Tür stehen. „Kommst du?“ Als wäre es selbstverständlich dass sie gemeinsam das Badezimmer benutzten. Als wäre es das normalste der Welt. Aber eigentlich gab es ja auch längst nichts mehr zu verheimlichen. Da war nichts was sie nicht schon voneinander gesehen hatten. „Dir scheint kalt zu sein..“, fügte er mit einem Grinsen auf den Lippen hinzu. Er konnte den schwachen Abdruck ihrer aufgestellten Brustwarzen durch den dünnen Stoff ihres Oberteils erkennen.

    3336-pasted-from-clipboard-pngDarren & Yumi | in seiner neuen Wohnung


    Er konnte seinen Blick nicht von ihr abwenden. Er stand noch halb im Türrahmen, stand noch halb im Trockenen. Lediglich ein paar der Regentropfen trafen seine Beine. Doch er spürte sie nicht, spürte nur das Kribbeln in seinem Bauch während sein Blick auf Yumi ruhte. Sie beobachtete wie sie Sekunde für Sekunde mehr vom Regen eingehüllt wurde, wie die Regentropfen ihre Kleider und Haare benetzten und ihr Lachen dafür sorgte dass sein Herz ein paar Takte schneller schlug. Darren lächelte, er konnte nicht anders, er konnte seinen Blick nicht von ihr abwenden. Nicht nur weil sich ihr schwarzer Spitzen-BH unter dem nicht mehr ganz so blickdichten weißen Top abzeichnete und sein Blick auch kurz dort hinhuschte sondern es war das Gesamtbild wie Yumi sich im Regen bewegte, wie glücklich sie in diesem Moment aussah, wie ihr Lachen das Gegenteil zum tristen Wetter bildete. Verdammt, wie einnehmend konnte ein Mensch sein? Yumi hatte sich in sein Leben geschlichen, es mit ihrer Art und Weise durcheinander gebracht, es auf den Kopf gestellt und jetzt war er hier mit seinen Gefühlen, seinen viel zu starken Gefühlen, die erwidert wurden und irgendwie auch nicht. Darren antwortete ihr mit einem Schmunzeln, dann kam er ihr näher, hielt das Verlangen zurück sie in diesem viel zu klischeehaften Moment zu küssen und nahm stattdessen ihre Hand damit sie gemeinsam im strömenden Regen zu seiner neuen Wohnung laufen konnten. Im wahrsten Sinne, auch wenn sie bereits nach zwei Schritten schon pitschnass gewesen waren. Sie liefen die Straße entlang, es war nicht wirklich weit sonst hätten sie den Weg nicht zu Fuß hinter sich gebracht. Sie hielten sich weiter an den Händen, jeder den anderen, als wäre es das Normalste der Welt, als gehörten ihre Hände zueinander. Als gehörten sie zueinander, doch da hatten sie wohl nach wie vor unterschiedliche Meinungen. Der Schauspielstudent wurde langsamer und blieb schließlich stehen, spürte es gar nicht so recht als Yumi gegen ihn prallte, denn seine Aufmerksamkeit lag eher auf dem Gebäude vor ihnen. Mit einem Blick kontrollierte er nochmal die Adresse, an dem Wohnkomplex und auch dem mittlerweile durchnässten Zettel in seiner Hosentasche. Sie waren richtig. „Hey, ich kam in letzter Zeit eben nicht so sehr zum Sport..“, erwiderte der Kerl gespielt beleidigt. Doch sein Schmollmund wich sogleich wieder einem Schmunzeln. Gerade jetzt wollte er nicht an die letzten Wochen denken, in denen sein Sport lediglich aus eher erfolglosen Rehasport Einheiten für seine linke Hand bestand.. Yumis Blick war herrlich als ihr wohl langsam bewusst wurde dass sie bereits angekommen waren, dass das hier der richtige Ort war. „Ich hab mir die Wohnung nicht gekauft, ich habe hier nichts mitentschieden.“ Darren wusste selbst nicht so recht was er davon halten sollte, immerhin hatte er seinen Vater nicht darum gebeten, das Wohnheim war vielleicht in die Jahre gekommen aber wirklich beschweren konnte er sich ja nicht. „Aber naja…“, begann der Student während er die andere mit ins Wohngebäude zog nachdem er die Haustür aufgesperrt hatte.“Ist das jetzt der Moment wo ich dir offenbaren sollte dass ich eigentlich mehrfacher Millionär bin und dass nur eine von vielen Wohnungen ist, die ich auf der ganzen Welt besitze?“ Darren warf ihr einen Blick zu, fast ein bisschen zu ernst und hielt dann Ausschau nach einem Weg nach oben, den die beiden dann tropfnass wählten. An den Türen der anderen Apartments vorbei fand er im obersten Stockwerk die gesucht Nummer, die gesuchte Tür. Und den Namen seiner Mutter am Klingelschild direkt neben der Wohnungstür. Er musste sich noch immer darüber wundern warum sein Vater genau diesen Namen dafür ausgewählt hatte aber trotzdem freute er sich etwas darüber. In letzter Zeit hatte er sich selten bei seinen Eltern gemeldet. Vielleicht um das ein oder andere zu verheimlichen weil sie sich sowieso viel zu viele Sorgen machten? Der Kerl öffnete wortlos die Tür und ließ der ehemaligen Studentin den Vortritt bevor er sie wieder ins Schloss fallen ließ, die Welt vorerst draußen ließ. Sie zeigte sich nur durch das große Fenster. Der Regen prasselte dagegen, ein Blitz erhellte den großen Raum, der zugleich Küche, Ess- und Wohnzimmer war. Er machte ein paar Schritte nach vorne, bemerkte die Treppe, die auf eine Zwischenebene führte. Die wichtigsten Möbel waren bereits hier, natürlich fehlte Dekoration und das Leben aber dafür war er dann selbst zuständig. Vor dem riesigen Fenster, das sowohl Licht spendete als auch eine wunderbare Aussicht auf die Stadt bot, blieb der angehende Schauspieler stehen. Er hielt sich seine verletzte Hand, spürte jeden Tropfen der von seinen Locken nach unten fiel und schüttelte dann den Kopf, wobei sich nur noch mehr Regenwasser verteilte. „Mein Vater hat es wohl sehr gut mit mir gemeint..“