Beiträge von schachtl

    2968-daria-pngDaria, Eric & Margaret | vor der Kapelle


    „Ist es dafür nicht schon zu spät..?“, erwiderte die junge Elfe auf ihre Schwester, sah die Ältere mit großen Sorgen in ihren blauen Augen an. Auch sie flehte stumm dass Margaret aufhörte, dass sie dem brünetten Mann den Rücken zu kehrte und einfach ihrer Schwester folgte. Dass sie gemeinsam diesen Ort verließen und einen schönen Tag irgendwo anders zu zweit verbrachten doch mit jeder Sekunde mehr, die sie in dieser merkwürdigen Situation verbrachte wusste sie, dass dieser Moment nicht so einfach, nicht so träumerisch enden würde. Daria biss sich auf die Unterlippe, grübelte, wie sie die Wogen glätten konnte. Doch konnte sie überhaupt etwas tun? Ohne zu wissen was vorgefallen war, war es ihr doch sowieso unmöglich zu helfen. Sie konnte vielleicht dämliche Worte aussprechen, sagen dass sie sich vertragen sollten, dass alles sicher nicht so schlimm war. Dinge, die man kleinen Kindern sagte aber das hier war weit entfernt davon. Die Magierin bemerkte die Anspannung der anderen Elfe, die mit jeder Bewegung und jedem Wort des Mannes anstieg. Sicher brodelte es in ihr, doch sie würde nichts tun solange Daria hier war. Oder? Die Elfe hob ihren Kopf etwas an als Eric auf sie zu ging, sie direkt ansprach und es malte sich sogar ein kleines Lächeln auf ihre rosigen Lippen. „Ja..“ Tatsächlich war es eine unsagbar lange Zeit gewesen, in denen sie sich nicht über den Weg gelaufen waren. So war Daria aber auch mehrere Wochen nicht in der Stadt gewesen, hatte sich seit ihrer Rückkehr länger in ihrem Zuhause verkrochen und hing momentan gerne an einsamen Orten ihren Gedanken nach. Vorallem drehten sich diese um James, der beinahe wie vom Erdboden verschluckt war. Fort, weg, nirgendwo zu finden und das nagte sehr an der jungen Frau. Sie zweifelte an sich, obwohl sie wahrscheinlich nicht einmal irgendeine Schuld traf, doch woher konnte sie das wissen? Wie konnte sie sich sicher sein? Als sie aus den Augenwinkeln heraus bemerkte, dass Margaret ihren Arm nach oben hob, ihre Hand nach vorne schnellte und auf die Wange des Mannes traf, öffnete sich ihr Mund. Geschockt darüber was sich hier abspielte, zunächst unfähig irgendwie zu reagieren, etwas zu sagen. Worte blieben ihr im Halse stecken. Das war nicht wirklich geschehen, das hatte ihre Schwester nicht getan. Nein, warum sollte sie sich so verlieren? Beinahe wie versteinert in ihren Bewegungen, blieb der Zauberlehrling stehen und sah nur dabei zu, wie die Elfe Eric am Kragen packte. Ihre Lippen bewegten sich, doch Daria konnte nicht verstehen was genau der Inhalt ihres Satzes war. Aber das war auch nicht weiter wichtig. Ohne etwas zu sagen trat sie ungewohnt ruhig für einen solchen Moment an die beiden heran, umfasste das Handgelenk ihrer Schwester und sorgte so dafür dass sie den Mann loslassen musste. Enttäuschung füllte ihren Blick, mehr fühlte sie nicht wenn sie die andere Elfe anblickte. Keine Dankbarkeit, keine Sorge mehr. Sie war enttäuscht von Meg. Natürlich wusste sie nicht was vorgefallen war, was Eric bis jetzt gesagt hatte, doch verdiente ein Mensch so etwas wirklich? Daria konnte diese Frage verneinen, wenn sie an das zurück dachte, was sie gerade zwischen den beiden mitbekommen hatte. Vielleicht sollte Margaret einfach aufhören ihre Beschützerin zu spielen. Wenn das dabei heraus kam, war Daria nicht weiter stolz auf die sonst so starke Elfe vor ihr. „Entschuldige, Eric.“, kam ihr schließlich über die Lippen während sie sich zwischen die beiden drängte und somit für etwas Abstand sorgte. „Entschuldige ihr Verhalten, es tut mir wirklich leid..“ Eine Hand hielt immer noch das Handgelenk von Meg, die andere legte sich vorsichtig auf die stark gerötete Wange des Jungen, die zu allem Übel noch von Kratzspuren geziert war. „Tut es weh? Kann ich dir irgendwie helfen?“

    1907-leon-pngLeon (& Shara) | in einem der Krankenzimmer


    Wie lange war es her seit er das letzte Mal an diesem Ort gewesen war? War es nicht sogar damals am Tag des Monsterangriffes gewesen? Als er zusammen mit diesem jungen Mann, wie war noch sein Name.., die Klinik verteidigt hatte. Nicht unbedingt mit Erfolg aber sie hatten Menschenleben gerettet und das war wichtiger als alles andere gewesen. Wirklich begutachten konnte er die neu erbaute Klinik auch nicht, da er auf den Armen der hübschen Dame eingeschlafen war. In Tierform war er deutlich kleiner und flauschiger und das Mädchen wippte hin und her und von ihrem Körper ging eine beruhigende Wärme aus, sodass Leon gar nichts gegen diesen Anflug von Müdigkeit machen konnte. Kurz tauchte Elena vor seinem inneren Auge auf, sie lächelte und das Halbwesen spürte sein schwaches Herz für einen Moment schneller schlagen. Ein leises Wimmern verließ seine Lippen im Halbschlaf, der sich gleich auflöste als sie ins Innere des Gebäudes ankamen. Seine guten Ohren hörten Stimmen, die von seiner tapferen Lebensretterin und noch weitere, die wahrscheinlich von den Heilern hier kamen, doch Leon hatte ehrlich keine Lust seine hellen Augen jetzt zu öffnen. Obwohl er die verwirrten Blicke der Heiler zu gerne gesehen hätte. War schließlich nicht alltäglich dass ein kleines Monster hierher gebracht wurde. Und dann auch noch von einem bisschen überforderten Mädchen, ihre Reaktion am Strand war ja doch schon ganz süß gewesen. Die Reaktionen auf seine tierische Gestalt waren oft gemischt, von Faszination bis hin zu Verständnislosigkeit und ab und an war auch ein bisschen Hass und Abscheu dabei. Aber so etwas hatte er der Fremden nicht zugetraut und das tat ihm ehrlich schon ganz gut. Die Heiler brachten das verletzte Tier in einen gesonderten Raum für ihre Verletzten während die Helferin vor der Türe Platz nehmen konnte. Sobald der Schakal die kühle Liege unter sich spürte, veränderte sich das Aussehen seines Körpers erneut. Nie hätte er gedacht dass es so anstrengend sein konnte, seinen menschlichen Körper wieder anzunehmen. Für ihn war das bis jetzt immer ein Spiel gewesen, eine Leichtigkeit, nie mit Stress und Anstrengung verbunden. Vielleicht nahm er das ja zu sehr auf die leichte Schulter aber er schob das auf seine Verletzungen, die ihm seine Kräfte raubten. So bewegte er sich auch nicht groß als die geschickten Hände des Heilers seine Wunden erkundeten und mit Salben und Verbänden versorgten. Leon versuchte den Vorfall zu erklären, auf die Fragen des Mannes einzugehen, doch es war schwer und irgendwann waren ihm sogar nochmals die Augen zu gefallen. Wie lange? Das konnte er gar nicht so genau sagen. Er hoffte nur dass seine neue Bekanntschaft nicht das Weite gesucht hatte. Schließlich musste Leon sich ja noch bei ihr bedanken und sich revanchieren.

    3060-pasted-from-clipboard-pngDarren & Yumi | Bergspitze


    Seine Schritte wurden langsamer, nicht nur weil der Weg schmaler wurde und unebener und er keine Lust hatte hinzufallen, auch wenn es ihn nicht weiter gewundert hätte. Schließlich spielte auch der Alkohol in seinem Blut mit ihm, mit seinem Gleichgewichtssinn. Die frische, dünner werdende Luft hier oben, ließ ihn das Gift in seinen Nerven mehr spüren. Doch er hatte Yumi an seiner Hand und da es ihr wahrscheinlich ähnlich ging, hatten sie beide eine gute Menge getrunken, stützten sie sich unterbewusst anscheinend gegenseitig. Darren musste leise schmunzeln als sie über einen kleinen Felsen stiegen. Da blieb er für den Moment stehen, verbeugte sich ein kleines Stückchen vor Yumi als ihre leisen Glückwünsche an sein Ohr drangen. „Das Geheimnis ist gelüftet. Das nächste Mal brauche ich wohl eine größere Herausforderung, etwas schwierigeres. Es sollte ja alles aufregend bleiben. Oder nicht?“ Seine letzten Worte, sein dezentes Sticheln in ihre Richtung untermalte er mit einem breiten Grinsen und ließ sich dann vom offenen Himmel und seinen unzähligen Sternen leiten als sie den dicht gewordenen Wald endlich verlassen konnten. Es war schnell ein verlassenes Plätzchen gefunden, auch wenn er kein Mensch war der sich gerne von seinen Mitmenschen fern hielt und jeden Kontakt scheute, so war es im gerade in diesem Augenblick doch lieber alleine mit Yumi zu sein. Deswegen war er ja auch mit ihr hierher gekommen. Ein frischer Windzug wehte über die jungen Menschen hinfort, seine Locken waren dabei nur noch mehr durcheinander geraten wie sie meist eh schon waren und der Student hob seine Augenlider wieder etwas an als er das Knistern ihres Feuerzeuges vernahm. „Hat es je aufgehört? Das war doch nur eine kleine kreative Pause..“, erwiderte der Musiker dabei mit einem leisen Schmunzeln und kam mit seinem Oberkörper wieder etwas nach vorne nachdem er sich zuvor nach hinten gelehnt hatte. Er musterte ihre weichen Lippen, die sich sanft um die Zigarette in ihren Fingern legte. „Ich weiß..“ Der Blick seiner braunen Augen folgte dem hellen Rauch aus ihren Lungen, der sich im dunklen Nachthimmel auch schnell verflüchtigte. Dort verweilte er auch, beobachtete weiter die funkelnden Sterne am Firmament während er auf ihre Worte Antwort gab. „Das hattest du mir doch bereits gesagt. Du bist gerne das Arschloch.. meine Frage war auch nicht wirklich dazu da, um dich wieder mit diesem Thema zu nerven.“ Es war rein aus Interesse, ohne großen Hintergedanken, weil es etwas war, das man doch sooft hörte. Egal ob es sich um Liebeskummer drehte, zerbrochene Freundschaften. Leider bekam man solche Dinge viel zu oft mit. Außerdem musste er Yumi doch glauben schenken, wenn sie weiter davon redete, dass sie einfach diese kalte Persönlichkeit hatte, die andere Menschen immer wieder von sich stieß. Darren selbst hatte das ja schon das ein oder andere Mal selbst schon erlebt. Mit ihren gut gewählten Worten, die immer wieder Distanz aufbauten und sich oftmals mit ihren Taten nicht so ganz einig waren. Der Musiker drehte sich etwas zu ihr und lächelte etwas während er ihre blauen Augen musterte. „Aber interessant dass du es immer wieder erwähnst.. als hätte ich in ein Wespennest gestochen.“ Aber es war nicht weiter seine Absicht irgendwas über das Mädchen herauszufinden oder besser, irgendwelche Vermutungen aufzustellen. Schließlich hatte sie ja mehr als deutlich erwähnt dass sie es einfach liebte so zu sein wie sie war und ihre Mitmenschen nicht von sich weg schubste da sie kein Vertrauen mehr in diese hatte. Oder? „Es bleibt einem eh nichts anderes über. Wir können nicht unser Leben damit verschwenden in der Vergangenheit zu leben und weiter zu trauern oder uns Gedanken über Dinge machen, die in der Gegenwart nichts mehr zu suchen haben.“, sagte der Bartträger darauf, wies ihr Angebot mit der Zigarette mit einer Handbewegung ab und lächelte. Aus dem Alter, in dem man Dinge machte, die man eigentlich nicht wollte und sich so verbog, um den anderen zu gefallen, waren sie ja schon längst raus. Egal ob es ein richtiges Angebot war und Yumi ihm nur die Möglichkeit geben wollte, es zu kosten, Darren war daran nicht interessiert. Fand er doch andere Möglichkeiten in seinem Leben um mit Stress umzugehen. „Als meine damalige Freundin sich von mir getrennt hat. Da dachte ich dass ich mit diesem Schmerz nie umgehen könnte. Es war wenige Tage vor meiner Weltreise. Sie hat gemeint sie könne mir nicht vertrauen, wenn ich so weit weg bin und andere Menschen treffe. Es tut wirklich weh von der Person, die man.. wirklich liebt, zu hören dass sie einem kein Vertrauen schenkt..“ Darren senkte seinen Kopf wieder, legte seine verschränkten Arme auf die etwas herangezogenen Knie und lächelte erneut. „Dadurch war die erste Zeit meiner Reise nicht ganz so schön aber wie du sagtest, man lernt damit zu leben. Und man lernt es zu vergessen. Was bleibt ist eine schöne Erinnerungen aber manche Menschen verdienen es nicht mit ins Hier und Jetzt zu kommen.“, fügte er dem hinzu, wusste selbst nicht so recht ob er das erzählte weil er der Blonden eine wahre Antwort geben und sie etwas an seinem Leben teilhaben lassen wollte oder aber weil der Alkohol sein Gehirn doch etwas vernebelte und das Gift aus ihm sprach. Seine Mundwinkel hoben sich weiter und mit einem breiten Grinsen und einem Schulternzucken sah er wieder zu ihr. „Die nächtlichen Heulattacken mit einem Becher Eis in der Hand, helfen beim Vergessen aber auch ganz gut.“

    3060-pasted-from-clipboard-pngDarren & Yumi | Bergspitze


    War es das? Wirklich? Vielleicht war das aber gar nicht so schlecht. Man sollte generell nicht darauf hören was andere Menschen über einen dachten, was sie sich in ihrem Kopf zusammensponnen, was für eine Rolle man in deren Leben einnahm. Doch gehörte ein gesundes Selbstbewusstsein dazu. Oder aber man war es Leid, war zu verletzt und hörte einfach nicht mehr hin. Blendete die Welt um sich herum aus und kümmerte sich letztendlich nur noch um sich selbst. Auf welche Seite gehörte das Blondchen wohl? Die sanften Gitarrenklänge im Hintergrund drangen an sein Ohr, seine dunklen Augen ruhten im Gesicht der jungen Studentin als könnte er darin eine Antwort finden. Eine Antwort auf soviele Fragen die er hatte, bei denen er sich nicht einmal sicher war ob er jemals eine Antwort bekommen würde. Oder ob er die überhaupt haben wollte. Ihre Hand in seiner, es war ein wunderbares Gefühl. Fast so als gehörte sie dorthin und doch war sein Herz ganz schwer. Weil er wusste dass es falsch war so zu fühlen, vielleicht sollte er es eigentlich sein, der einen Schlussstrich zog. An etwas, was doch noch gar nicht richtig begonnen hatte oder? Etwas war ins Rollen gekommen aber war es gut? Machte das Sinn? Darren drehte seinen Kopf kurz zur Seite, den starren Blick der angehenden Psychologin zurück an die Bar konnte er dabei gar nicht ignorieren, auch wenn er es vielleicht lieber hätte tun sollen, und seine Schritte wurden langsamer. Erneut fielen ihm die silbernen Haare auf, die er auch vorher schon in der Menge gesehen hatte, war es Zufall, dass dieser Kerl, der im gleichen Wohnheim wie sie wohnten, schon wieder auf der Bildfläche aufgetaucht war? Vielleicht war es aber auch nur Einbildung, vielleicht beobachtete Yumi jemand ganz anderen, doch von wem konnte sie ihre Augen nicht abwenden? Der Musiker biss sich auf die Unterlippe, es konnte ihm ja egal sein wem sie da hinterher schaute. Ihr nächster One-Night-Stand vielleicht, jemanden den sie sich vorhin ausgesucht hatte und den sie ansteuern würde, sobald sie ihr kleines Spielchen an der Spitze des Berges beendet hatten. Das konnte ihm wirklich egal sein, alles, ihre heimlichen Gedanken dazu, ihre Taten. Doch warum war es das nicht? „Widerspricht sich das nicht?“, fragte er schließlich und bezog seine Worte auf ihre vorherige Aussage. Um die eigentlich angenehme Stille zu durchbrechen, um seinen Kopf mehr zum Schweigen zu bringen und sich nicht weiter darum zu kümmern. „Diese bösen Schwierigkeiten die das leichte Leben so behindern können.. sollen dann auch noch aufregend sein?“ Er sah mit einem Grinsen in ihre Richtung, nachdem er sich vorhin wieder auf den Weg vor ihnen konzentriert hatte. „Aber jaja, ich versteh schon, du liebst halt die Gefahr.“ Ein Schmunzeln folgte und die Wälder um sie herum lichteten sich langsam, vereinzelt hörte man Kichern von jungen Pärchen, die ebenfalls die Spitze erklimmen wollten, doch Darren ließ sich von dieser romantischen Stimmung gar nicht erreichen. Deswegen hatte er Yumi nicht hierher gebracht. Es ging hier ja nicht um irgendwelche Gefühle, gar nie nicht, es war lediglich etwas worüber sie damals am Hafen gesprochen hatten. Worauf er jetzt reagierte, da sie sich ja eh schon in der Nähe befunden hatten. So ein Zufall. „Ugh ja, tut mir leid, das nächste Mal besorg ich ein paar Bären und Wölfe damit der werten Dame nicht zu langweilig ist.“, erwiderte der Lockenkopf mit einem gespielten und übertriebenen Augenrollen in ihre Richtung. Mit einem Mal blieb er stehen, sein Kopf war gerade aus gerichtet, etwas angehoben, auf seinen Lippen lag ein zufriedenes Lächeln. Ja, das war er, das schönste Fleckchen in dieser Gegend. Allein für diesen Anblick, der sich ihnen bot, nirgends konnte man die Sterne so hell erblicken wie hier, nirgends war es so ruhig wie an diesem Ort, allein dafür waren die anstrengenden letzten Meter wert gewesen. Sein Herz schlug ein paar Takte schneller bei dem Gedanken, dass er diesen Moment mit Yumi teilte. Es mochte für manch andere wahrscheinlich nichts besonderes sein, ein bisschen kindisch, aber gab man doch etwas über sich Preis in solchen Augenblicken. Jetzt kannten sie einander die Plätze, die eigentlich nur für sie bestimmt waren. Zu denen sie sich zurück zogen, wenn es zu laut wurde. Um sie herum oder in ihnen drin. Der Student ließ ihre Hand los und versteckte sie in seinen Hosentaschen, genoss den Wind der seine Locken aufwirbelte und schloss für den Moment seine Augen. Da sie sich etwas abseits hingestellt hatten, war auch kein Geräusch der anderen Besucher zu hören. Nur die Stille der Natur. Darren sank auf den Boden, lehnte sich mit den ausgestreckten Armen nach hinten und musterte den schlanken Körper der jungen Frau, die neben ihm stand. „Wurdest.. du schon mal so von einem Menschen verletzt und hattest das Gefühl dass es nie wieder gut wird?“

    1495-alice-pngAlice & Simon | im Lagerraum der Strandbar


    Sein Schweigen. Es sagte soviel. Mehr als ein Wort je sagen konnte. Wie dumm von ihr, wieso konnte sie nicht einmal erst nachdenken bevor sie irgend etwas sagte, wieso kam sie gerade jetzt in diesem Augenblick mit so einer bescheuerten Frage? Alice biss sich auf die Unterlippe während sie näher an den Lagerraum der Strandbar heran trat, dort, wo noch ihre Klamotten in einer Ecke lagen. In der sie sich vorhin umgezogen hatte, mehr oder weniger direkt vor Ludeus. Ob er sie beobachtet hatte? Das Blondchen hatte darauf nicht mal eine Antwort weil es sie weiter gar nicht gekümmert hatte. Und dann fragte sie ihren Freund, den Papa ihres ungeborenen Kindes wirklich, nachdem er sie quasi mit fremden Männerhänden an ihrem Körper erwischt hatte, ob er ein Ultraschallbild ihres gemeinsamen Kindes sehen wollte? Manchmal glaubte Alice, dass sie die Schläge, die blauen Flecke, die Wutausbrüche einfach verdiente. Obwohl das Wörtchen 'manchmal' da gar nicht mehr reichte. Langsam streifte sie den engen Schwimmanzug von ihrem blassen Körper und hörte wie die Tür erneut ins Schloss fiel. Das Mädchen warf einen Blick über ihre Schulter, ging aber nicht näher auf das Folgen ihres Freundes ein. Wahrscheinlich wollte er einfach nur sicher gehen dass sie sich auch wirklich wieder umzog und nicht durch ein Schlupfloch auf der anderen Seite davon lief. Der weiche Stoff ihres Kleides legte sich über ihren Körper, streichelte die kleine Wölbung an ihrem Bauch und als sie gerade damit beginnen wollte in ihre Strumpfhose zu schlüpfen, spürte sie die kräftige Arme, die sich um ihren Oberkörper schmiegten und sie fest an ihn heran drückten. Ihr blieb kurz der Atem weg als sein warmer Atem ihre Haut kitzelte und im gleichen Moment bildete sich dort eine Gänsehaut, die sich weiter über ihren gesamten Körper ausbreitete. Ein leiser Aufschrei verließ ihre Lippen als er Alice fest am Hals packte, gegen die Holzwand drückte und ihr keine Möglichkeit ließ sich zu bewegen. Simon hielt sie gefangen mit seinem Griff und die Schwangere schnappte nach Luft. Das Zusammenspiel ihres rasenden Herzens und der beginnenden Panik in ihr, machten es ihr nicht gerade leichter ruhig zu bleiben. Eigentlich wollte sie dem Kerl beweisen dass sie keine Angst mehr hatte. Sie war doch stark, sie war bald eine Mama und da durfte sie diese.. Gefühle nicht mehr zu lassen! Aber es war alles so leicht gesagt, sie hatte sich das alles einfacher vorgestellt. „Simon, bitte..“, flehte das junge Mädchen mit kaum mehr als einem Flüstern als sich die Finger um ihren Hals lockerten. Seine Worte vorhin hatte sie nur halb mitbekommen, zu laut war das Rauschen ihres Blutes in ihren Ohren. Bis er von damals sprach. Damals. Und mit einem Mal weiteten sich ihre roten Augen noch mehr, so sehr sie konnte drehte sie ihren Kopf in ihre Richtung. Pure Angst sprach aus ihrem Blick. Das war jetzt.. nicht sein Ernst oder? „Hast du dein Ziel nicht schon erreicht..?“ Ihr war es kaum möglich sich zu bewegen, sein kräftiger Körper ließ sie nicht frei, ließ ihr keinen Spielraum. Lediglich ihre Arme klammerten sich um Hand, die sich gerade zwischen ihren Beinen zu schaffen machten. Doch sie schaffte es kaum etwas dagegen anzurichten, ihre Beine zitterten, ihre Knie waren weich und ein Keuchen drang aus ihrem Mund. „Er kann jederzeit.. wieder zurück kommen, hör.. auf!“ Die Teenagerin wehrte sich, doch diese mickrigen Versuche waren fast schon lachhaft. Als könnte sie gegen ihn irgendwas ausrichten.

    1907-leon-pngLeon & Shara | am Ufer


    Die Warnung des fremden Mädchens kam nur eine Sekunde zu spät. Seine schmutzigen Finger lagen bereits in der blutenden Wunde und dass das ein bisschen dämlich von ihm war, merkte er spätestens als ein brennender Schmerz sich meldete und er seine Augen zusammen kniff. „Aua..“, verließ jammernd seine Lippen, wie ein kleines Kind und musste im nächsten Moment lachen als er das süße schmollende Gesicht der Unbekannten vor sich bemerkte. Wie niedlich. Wahrscheinlich hätte das Halbwesen sofort in die weichen Wangen gekniffen aber er war nicht wirklich bei Kräften und alleine das Sitzen an sich raubte ihm schon so einiges. Sanft berührte das Stückchen Stoff seine blutverschmierte Haut, Leon merkte dass es nicht ihr Beruf war, sie war keine Heilerin dazu zitterten ihr Hände viel zu sehr. Doch alleine dass sie sich die Mühe machte und ihm doch schon ein gutes Stückchen half, in dem sie seine Wunde mit frischem Wasser reinigte, war der junge Kerl ihr wirklich dankbar. Ein Lächeln zierte seine schmalen Lippen während er ihre sorgenvolle Mimik weiter musterte. Warum hatte er dieses hübsche Wesen zuvor noch nicht getroffen? Dass ihm so jemand noch nie über den Weg gelaufen war, wirklich eine Schande! Als das Thema wieder auf seine Freundin lenkte, hob der Jäger nur unwissend seine Schultern und ließ sich weiter von der Namenlosen behandeln. „Ich weiß nicht.“, gab er ehrlich zu, war er sich einfach nicht sicher ob Elena überhaupt jemals davon erfahren würde. Und sollte. Vielleicht war es auch besser, wenn die hübsche Blonde von der Geschichte auch gar nichts erfuhr. Sie sollte sich keine Sorgen um ihn machen, sie sollte keine Angst haben dass er in Zukunft noch einmal so unvorsichtig handelte. „Ich hab ja jetzt dich.“ Seinem für kurze Zeit betrübten Gesichtsausdruck wich ein breites Grinsen und die Unsicherheit, die sie ausstrahlte, ließen ihn sich nur noch mehr in ihre Richtung lehnten. Er war schwach, es war schwer sich aufrecht zu halten, da durfte er sich ja wohl anlehnen. Oder nicht? Daran war nichts verwerflich! Und das Atmen fiel ihm unter den Schmerzen, die er überall in seinem geschwächten Körper spürte, tatsächlich noch nicht wirklich leicht. Vielleicht sollte er diese Signale auch ernst nehmen. Aber das war nicht so ganz seine Stärke. „Na, dann hab ich ja nochmal Glück gehabt..“, antwortete der Langhaarige als seine Retterin meinte, dass er trotzdem noch ansehnlich war und angestrengt wischte er mit seinem Handrücken über seine Stirn. Im nächsten Augenblick ließ er sich wieder in den Sand fallen, es kostete alles soviel Energie und das Vorhaben des Mädchens ihn in die Klinik zu bringen, schien doch eigentlich auch zum Scheitern verurteilt. Leon war gut einen Kopf größer.. meistens. „Ich helf dir auch ein bisschen, okay?“ Der Wüstenbewohner lächelte ihr entgegnen und verschwand im nächsten Augenblick vor ihr. Zumindest seine menschliche Gestalt, denn als kleiner flauschiger Schakal konnte sie ihn sicher besser in die hiesige Klinik tragen! Selbst in diesem Dasein trug er die blutende Wunde in seinem Gesicht, sie verklebte sein sonst so gepflegtes Fell und ein trauriger Laut verließ das Maul des Tieres. Langsam und mit Mühe krabbelte er auf den Schoß des Mädchens.

    1677-cylie-pngCylie & Nick | in der Nähe der Bühne auf Sitzsäcken


    Das war Nick. Jemand, der sich nichts anmerken ließ, der seine Sorgen überspielte. Mit falschem Lachen und ein paar witzigen Sprüchen, die er komischerweise immer parat hatte. Ob er sich das im Vornherein schon zurecht legte, für alle Fälle? Die grünen Augen musterten den jungen Studenten, der beschwichtigend die Hand hob und seinen Drink mit einem großen Zug leerte. „Jaja, der gute Ahornsirup..“, erwiderte der Zwilling, lächelte schwach, war immer noch besorgt über den Zustand ihres besten Freundes. Und darüber, dass alle ihre Snacks bereits aufgegessen waren, das war ebenfalls ein großer Sorgenfaktor und als der Schwarzhaarige versuchte das Thema wieder etwas angenehmer zu gestalten, hopste die angehende Ärztin auf ihre Beine und grinste ihn breit an. „Ich bin gleich wieder da!“ Cylie legte für einen Moment ihre Hand auf seine dunklen Haare, zerzauste die eh schon wilde Frisur und kicherte ehe sie sich aufmachte um Nachschub zu besorgen. Es endete damit dass sie mit einem gut beladenen Tablett zurück kam und dies auf dem kleinen Tischchen vor ihnen abstellte. „Puh!“ Das Mädchen legte ihre Hände auf Höhe ihrer schmalen Taille an den Rücken und lehnte sich ein Stück zurück, wollte damit andeuten, wie unglaublich schwer sie gerade getragen hatte, und ließ sich dann geschafft auf den Sitzsack fallen. Auf dem Tisch türmten sich die Bestellungen der Studentin schon fast und sie zeigte mit flachen Händen auf ihre Beute als würde sie ein besonderes Objekt präsentieren wollen. Zwischen einigen Shots und zwei Longdrinks, standen kleine Schüsselchen gefüllt mit Sternchenchips, Schokoladenstückchen die glitzerten und schwarz-weißen Skittles. Ein Traum. Cylie reichte ihrem Mitbewohner ein kleines Gläschen und schaute ihn erwartungsvoll an. „Gut, mein Lieber, wir spielen jetzt ein Spiel.“, begann die Brünette und grinste. „Nein, wir sind jetzt nicht in Saw.. kein gruseliges Püppchen auf einem Dreirad..“, fügte sie lachend hinzu, da sie diesen Horrorfilm vor kurzem erst gemeinsam angeschaut hatten. Dabei hatte sie sich manchmal sogar an ihn heran gekuschelt, vielleicht zu nah, aber Nick hatte das ja nichts ausgemacht.. oder? Das hätte er ihr schon gesagt! „Wir genießen jetzt unser Singleleben und sagen bei jedem Shot eine Sache, die dieses Dasein so schön macht.“ Die Medizinerin legte kurz ihren Finger an ihr Kinn, schaute in den dunklen Himmel und danach in die dunkelblauen Augen ihres Freundes, die im Glanz der Lichter genauso schön funkelten wie die Sterne am Firmament. Cylie lächelte, räusperte sich und hob ihren Shot an. „Wir können soviel Süßigkeiten und Fast-Food essen wie wir wollen. Ohne dass hinter uns jemand steht der meckert weil wir uns so ungesund ernähren. Niemand der zuhause mit Salat auf uns wartet...“, sagte sie schmunzelnd und leerte das Glas in einem Zug.




    3060-pasted-from-clipboard-pngDarren & Yumi | auf dem Weg zur Bergspitze


    „Keine Frage des Wollens also..“, wiederholte er ihre Worte während er gefangen im Blick ihrer blauen Augen war. Eine interessante Aussage ihrerseits. „So sicher wäre ich mir da nicht. Schließlich bestimmst du mit deinem eigenen Verhalten, mit deiner Reaktion, mit deinen Worten doch genau den Verlauf der Geschichte. Man wird nicht als böser Mensch geboren, das entscheiden wir schon selbst..“ Darren befreite sich von ihr, drehte seinen Kopf zur Seite und beobachtete das rege Tummeln auf dem Platz vor der Bühne. Manche Besucher tanzten, andere plauderten miteinander und andere schienen schon ein bisschen zu angetrunken für alles. Auch der Schauspieler bemerkte den Alkohol in seinem Blut, sein Herz hatte gute Arbeit zu leisten, sein Kopf hatte da gefühlt schon etwas nachgegeben. „Schließlich wissen wir was wir mit unseren Worten und Taten anrichten können, meistens jedenfalls, und jemanden mit Absicht zu verletzen oder andere Dinge zu tun... Machte einen in vielen Momenten ja schon zu einem Arschloch. „Gibt sicher Ausnahmen, manchmal will man wahrscheinlich gar nicht böse sein, macht es nicht mit Absicht.. aber dann sollte man selbst wissen ob man mit diesem Stempel leben will oder es versucht besser zu machen.“ Sein Philosopieren fand ein Ende als er sich wieder an Yumi wand und diese anlächelte. Vielleicht gab es Menschen, die sich gerne als Arschloch betiteln ließen, nein eigentlich gab es diese auf jeden Fall, aber Darren konnte nichts Positives daran finden. Schließlich endete das Leben nicht immer wie im Film, in dem man damit eine Reihe an Liebhabern gewann und am Ende noch das Herz des beliebtesten Mädchens der Schule. Ein Schmunzeln kam über seine Lippen als sie seiner Aussage mit einer Frage entgegnete. „Außer du bist eine gute Lügnerin..“, sagte der Musiker und hob seine Augenbrauen neugierig an. „Lügen bringen einen in den meisten Fällen doch nur in Schwierigkeiten.“ Der junge Kerl hob seine breiten Schultern. Das musste jeder für sich selbst wissen, jeder Mensch konnte darüber entscheiden wie er durchs Leben schritt. Ob ehrlich oder nicht, ob mit einem Gerüst voller Lügengeschichten. Darüber hatte kein anderer zu entscheiden. Generell. Yumi nahm die beschriftete Serviette in die Hand und er konnte sogar so etwas wie Aufregung in sich spüren, kleine Schmetterlinge die in seinem Bauch herumflogen und bei denen er sich nicht sicher war, ob das alles gut so war, ob das überhaupt einen Sinn so hatte. Seine braunen Augen richteten sich gespannt auf die blonde Studentin, ob sie diesen Schritt gehen würde? Schließlich kannte er ihre Einstellung, ihre Meinung zu alledem. Sicher war er sich nicht, auch wenn es doch nichts zu bedeuten hatte. Damit ging sie keinerlei Verpflichtungen ein.. aber wer wusste schon was sie darüber dachte? Was sie sich ausmalte? Darrens Blick wanderte auf seine offene Hand, die darauf wartete, dass Yumi eine Entscheidung traf und erst als sie ihre zarten Finger spürte, die Wärme die davon ausging, lächelte der Lockenkopf und schloss seine Hand um ihre. „Worauf lässt du dich da nur ein?“ Mit einem Grinsen auf den Lippen führte er die angehende Psychologin fort von der Bar, die Serviette, die mit den drei einfachen Worten beschriftet waren, fiel zu Boden, landete vor den Füßen eines anderen Besuchers, doch darauf hatte er gar nicht weiter geachtet. Die Livemusik rückte mit jedem Schritt weiter in den Hintergrund, wurde leiser sowie die Stimmen der vielen Menschen. Es wurde stiller. Mit jedem Meter den sie weiter in die Höhe stiegen. Ein schmaler, schwach beleuchteter Pfad führte durch die Wälder hinauf auf die Spitze des Berges. Darren hielt weiter ihre Hand, natürlich zur Sicherheit, denn es war teils schon sehr rutschig und die Äste und Steine die manchmal im Weg lagen.. nicht dass sich die Blonde noch verletzte. Eine frische Windböe wehte um ihre Köpfe, der Student atmete tief ein, es war nur ein Grund warum er es hier oben liebte. Es wurde kühler hier oben und sein Pullover lag noch immer im Rucksack auf der Bank, auf der er vorher mit Noita geredet hatte. Sehr gut! „Ja, tut mir leid, meinen Lieblingsort erreicht man auch ohne über Absperrbänder zu klettern...“, sagte er leicht schmunzelnd in ihre Richtung und drückte ihrer Hand etwas fester.

    2838-collettehappy-pngCollette,Lily & Julia | in der Schmiede


    Mit jedem Schritt mehr stieg die Aufregung im zierlichen Körper der jungen Frau, ihr kleines Herz pochte ganz schnell und voller Neugier folgte sie den Damen in die örtliche Schmiede. Was für eine Waffe würde sich ihre neue Freundin wohl aussuchen? Collette hatte keine Ahnung, sie kannte das Mädchen ja so gar nicht, wozu war sie wohl im Stande? Ihre braunen Augen beobachteten ihre eleganten Bewegungen, die auch ein bisschen unsicher wirkten. Oder bildete sie sich das vielleicht ein? Bestimmt! Eben jene machte auf einen außergewöhnlich hübschen Bogen aufmerksam, der an der Wand der warmen Schmiede ausgestellt war. Mit glänzenden Augen näherte sich die Bäckerstochter und musste sich auf die Finger hauen, um das Meisterwerk nicht anzutatschen. Das war sicher keine gute Idee.. und sie war auch ganz froh über ihre Selbstbeherrschung, denn im nächsten Moment trat auch schon Leo in den Verkaufsraum, der wie immer mies gelaunt auf seine Kunden zu ging. Die Heilerin stemmte ihre Hände in die Hüfte und plusterte ihre Wangen auf. Was dachte sich der alte Kauz nur! „Also wirklich! Nur weil wir hübsche und junge Mädchen sind heißt das nicht, dass wir nicht lesen können. Wir wollen Waffen kaufen, ich denke da sind wir ja wohl richtig bei dir. Oder nicht?“ Sie trat langsam an den Tresen heran und lächelte lieb als sie den mürrischen Blick des Mannes einfing. „Mir hast du schon eine Waffe verkauft, vor langer Zeit und sieh her, ich lebe noch!“, verkündete sie zufrieden und stolz auf sich selbst. Dass sie ihre Dolche meist nur zum Kräuter pflücken benutzte und weniger zum Kämpfen, das musste er ja nicht wissen! „Also bitte, lieber Meister Leo, was für Waffen kannst du uns denn empfehlen? Meine Freundinnen brennen darauf eine deiner so perfekt hergestellten Waffen auszuprobieren! Ich meine, man hört schließlich nur Gutes von dir!“

    1907-leon-pngLeon & Shara | am Ufer


    Das Halbwesen atmete tief und langsam, konzentrierte sich auf die Schmerzen in seinem Körper, die er gar nicht genau orten konnte. Es war nicht nur die tiefe Wunde an seiner Wange, sein gesamter Körper pochte und brannte. Wahrscheinlich verschwand allmählich das Adrenalin in seinen Adern, sein Herzschlag beruhigte sich auch dank des beruhigenden Geräusches der gleichmäßigen Wellen, die ans Ufer schwappten. Seine Augenlider wurden schwer aber war es eine gute Idee sich jetzt auszuruhen? Am Ende wurde er nur von einer riesigen Welle wieder ins Meer gezogen und dann war es das mit seinem schönen Leben. Wo war seine Freundin, wenn er sie brauchte, wo war Elena? Er vermisst die kleine Blonde, er vermisste ihre schüchternen Küsse und während er an seine Schmiedin dachte, tauchte eine fremde Dame neben ihm auf. Fast schon erschrak der junge Kerl, doch war er froh dass er nicht alleine am Strand war, sie war wohl seine Rettung. Den Spruch mit dem Himmel und den Engeln sparte er sich, auch wenn es hart für ihn war sich zurück zu halten. Leon schmunzelte als er in das niedliche Gesicht der Unbekannten guckte. Sie schien geschockt, verunsichert, gar ängstlich? Vielleicht bildete er sich in seinem Zustand aber auch nur die Hälfte ein, ganz sicher war er sich da nicht. „Ich war..schwimmen?“, antwortete er auf ihre zögernde Frage und versuchte sich dabei langsam aufzurichten. Fast wie in Zeitlupe erhob sich der Oberkörper des jungen Mannes und es fühlte sich an als würde er dabei einen richtigen Kraftakt leisten. Als er schließlich saß, atmete er erneut tief durch, sein Gesicht verzog sich vor Schmerzen und seine schmutzigen, sandigen Finger strichen über die noch leicht blutende Wunde auf seiner Wange. „Wir wurden angegriffen und.. ich weiß nicht mehr..“ Seine Stimme war dünn, es war alles so anstrengend, konnte er es je schaffen wieder aufzustehen? Gerade schien es so schwer, wie ein kaum erreichbares Ziel, obwohl es etwas so normales war. Sein Körper war schwach, er fühlte sich schwach und war wütend auf sich selbst. „Warte, ich schaff das schon. Irgendwann.“, erwiderte er auf ihre Frage, alleine würde sie es nicht schaffen ihn in die Klinik zu bringen. Das konnte er dem hübschen Mädchen nicht antun, sie zog sich dabei ja noch selbst eine Verletzung zu. Leon betrachtete die Fremde, die niedlichen Blumen in ihren Haaren und den besorgten Blick in ihren blauen Augen. Er lächelte. Vielleicht bedankte er ihr ja sein Leben? „Ich würde gerade lieber zu meiner Freundin gehen..“, gab das Halbwesen ehrlich zu und seufzte enttäuscht, weil Elena nicht hier war und weil es auch dämlich war, so etwas jetzt zu denken. „Aber jaja, ich weiß schon, ich muss in die Klinik. Dieses.. Monster, ich hatte nicht aufgepasst..“ Der Wüstenbewohner drehte seinen Kopf weg vom Sonnenuntergang, wieder zu der Dame neben sich und jetzt konnte man ebenfalls fast so etwas wie Sorge in seinem Gesicht erkennen. „Seh ich.. schlimm damit aus?“ Ganz so ernst meinte er das natürlich nicht aber.. sein Aussehen war ja wichtig.

    1907-leon-pngLeon | am Ufer


    Stunden, Tage, Wochen, Monate.. so lange kam es dem jungen Mann vor. Seine Welt war rabenschwarz, er erkannte nichts, er spürte Schmerzen in seinem gesamten Körper. Kaltes Wasser umhüllte den kräftigen Körper des Halbwesen, unruhige Wellen ließen ihn umher treiben. Wohin? Ahnungslos und ohne Plan trieb er im Meer, erwartete fast schon die nächste Attacke von bissigen Fischen oder giftigen Seeigeln. Ob sein Körper noch mehr Gift ertragen würde? Er fühlte sich schwach, kraftlos, hilflos und doch konnte er langsam seine müden Augen öffnen. Der Himmel war in einem ruhigen Orange getaucht, die Sonne stand tief am Horizont. Anscheinend war es doch keine geraume Zeit gewesen, die der Kerl im Meer gelebt hatte. Nur ein paar Stunden, das ging ja noch. Eine hohe Welle überschlug ihn, tauchte ihn weiter nach unten, riss ihn plötzlich in die Tiefe des unbekannten Meeres. Was wartete dort unten auf ihn? Der sichere Tod? Wie dramatisch. Leon schnaufte tief durch als sein Kopf wieder die Oberfläche erreicht hatte, er schnappte nach Luft und hustete kräftig, da sich doch etwas Wasser in seine Lunge verirrt hatte. Warum war er eigentlich hier im Meer, was wollte er und woher kamen diese schrecklichen Schmerzen? Der tiefe Schnitt auf seiner Wange brannte aufgrund des Salzwassers, seine Gliedmaßen fühlten sich taub an, es war ihm beinahe unmöglich sie zum Schwimmen zu benutzen. Doch trotz der kleinen Bewegungen gelang es ihm, sich dem Ufer anzunähern. Es war fast so als wollten ihm die Wellen helfen, ihn endlich wieder los werden. Laut keuchend zog sich der Jäger an Land und drehte sich auf den Rücken als nur noch seine Füße das Wasser berührten. Seine Kleidung war teilweise zerfetzt, merkwürdige Flecken zierten seinen geschwächten Körper. Wahrscheinlich durch das Gift, das sich durch die infizierte Wunde an seiner Wange ausgebreitet hatte. Vielleicht war es dann jetzt doch so weit. Seine Hand legte sich auf seine Stirn als könnte er dadurch die Schmerzen in seinem pochenden Kopf zurück halten. „Aaah.. verdammt..“, stöhnte das Halbwesen und schloss seine Augen wieder. Hoffentlich hatte es Cinnamond und Seriza nicht so schwer erwischt, hoffentlich lebten sie noch. Er musste zurück und ihnen helfen! Doch jegliche Versuche aufzustehen misslangen ihm. Wann kam denn hier ein Fischer, der ihm helfen konnte?

    1907-leon-pngLeon | im Wasser davon treibend


    „Deine Flügel?“ Seine Stimme war leise. Jedes weitere, zu laute Wort konnte ein Monster anlocken oder ihm eher ihre genaue Position verraten. Angelockt war es bereits, irgendwas lauerte im Schutz des dichten Dschungels und wartete nur noch auf den richtigen Augenblick. „Warte, Kleine, ich helf dir.“, flüsterte er Seriza zu und krabbelte hinter das weibliche Halbwesen. Blätter und kleine Äste hatten sich in den klebrigen Fäden verfangen, die sich an die hellen Federn ihrer Flügel geheftet hatten und es ihr unmöglich machten diese zu benutzen. Der Jäger zupfte gefühlt den halben Wald von ihrem Rücken und hoffte dabei, dass er ihr keine Schmerzen zu fügte. Natürlich war der junge Kerl vorsichtig und sanft wie immer, zärtlich sein, das konnte er! Auch in solchen Situationen. „Ist es besser?“ Dass die Gleichgesinnte im Grunde genommen Schuld daran war dass sie vielleicht bald als leckeres und schmackhaftes Futter endeten, das nahm er dem Kind nicht übel. Das passierte und eigentlich war das alles ja nur für Cinnamon ein bisschen blöd, die sich den beiden näherte und als einzige Anwesende kein Halbwesen war, das sich fast in Sekunden aus den Staub machen konnte. Aber stolz trug sie ihren langen Speer nah an ihrem Körper, konnte sie damit überhaupt umgehen? Leon schmunzelte bei diesem Anblick, doch sein Gesicht erstarrte im nächsten Augenblick als ein dunkler Pfeil schnell wie der Blitz an ihm vorbei zischte. Die Haut an seiner Wange streifte und eine offene Wunde hinterließ. Ein schmerzhafter Schrei entkam ihm, woraufhin er sich sofort auf die Unterlippe biss um nicht weiter auf sich aufmerksam zu machen. Seine Hand strich über den blutenden Schnitt und seine hellen Augen versuchten die Herkunft des Angriffes ausfindig zu machen. Cinnamons Worte hatten ihn zu spät erreicht, verdammt. Ein schreckliches Monster gab sich zu erkennen, trat langsam und gefährlich aus seiner gewohnten Umgebung ins Freie. Das Halbwesen verzog den Mund. „Ugh, bei dem hat es Mutter Natur aber auch bisschen übertrieben.“, kommentierte er das Aussehen der unansehnlichen Gestalt, das sich sogleich mit einem ekelhaften Gebrüll bemerkbar machte. War ja nicht so als hätten sie es bereits gemerkt aber warum nicht! Stechende Schmerzen breiteten sich augenblicklich in seinem Kopf aus, er hielt sich die warme Stirn, presste die Augenlider zusammen und stöhnte. Dafür war keine Zeit, warum ausgerechnet jetzt? War der Pfeil Schuld, trug er Gift in sich? Er öffnete seine hellen Augen, es drehte sich alles, doch er riss sich zusammen und schnappte Cinnas Hand. „Flieg, Seriza, das ist deine einzige Chance, Mädchen!“, rief er ihr zu, sah starr in die kleinen Augen des beflügelten Fräuleins und rannte keine Sekunde später los. Mehrmals wäre er mit dem Zimtmädchen an seiner Hand gestolpert, mit jedem Schritt wurde es schwerer sich zu konzentrieren. Das Mittel, das am Pfeil des Mantikors haftete, durchströmte seinen Körper und mit Mühe hüpfte das Halbwesen über einen Stein, landete am Anfang einer Lichtung, die sich mitten im Dschungel erstreckte. „Cinna, bleib.. im Wald, versteck dich..!“, riet er der jungen Frau und sah sie mit Schweißperlen auf der Stirn an. Es lag Sorge in seinen Augen, verdammt, das hatte er nicht gewollt. Warum hatte Seriza solch einen Kindergarten veranstalten müssen, wusste sie denn nicht, wo sie waren? Leon hatte versagt, seine Aufgabe war es als Mann gewesen auf die beiden Frauen Acht zu geben und nur durch diese kleine Ablenkung hatte er nicht aufgepasst und beide in Gefahr gebracht. Naja.. er? Aber das war jetzt egal, keine Zeit für Schuldzuweisungen, die ihnen am Ende vielleicht nur den sicheren Tod brachten, wenn sie weiter hier dämlich herum saßen und auf ein Wunder warteten. Seine Ohren richteten sich aufmerksam auf, das Monster kam, gemächlich aber es näherte sich den jungen Erwachsenen. Hatte Seriza es geschafft, war sie entkommen? Sein Kopf hob sich, doch am Himmel entdeckte er sie nicht. Mist.. „Bleib, ich schaff.. das. Denk einfach.. aah, denk einfach immer.. an mich, ja?“ Fast schon theatralisch legte er seine Hand an seine Stirn, wischte den Schweiß von dort und grinste Cinnamon ins Gesicht. Wind sammelte sich im Inneren seiner Hände, die er anschließend vor seiner Brust zu einer Kugel geformt hatte. Er weitete den Bereich dazwischen aus, erschuf mehr Druck, mehr Wind. Seine langen Haare gerieten durcheinander und sein Atem wurde schneller, doch er versuchte weiter ruhig und tief ein- sowie auszuatmen. Das Halbwesen sammelte seine letzte Kraft ehe das bösartige Monster ihn entdeckt hatte und am Rande der Lichtung drauf und dran war seinen nächsten, vielleicht tödlichen Pfeil aus seinem Schwanz in seine Richtung zu schießen. Mit einem lauten Schrei feuerte Leon seine angesammelte Energie in seinen Händen als Luftbombe auf den Mantikor, es war vielleicht nicht viel, nicht effektiv, ganz und gar nicht vernichtend aber sein Zauber sollte mehr der Ablenkung dienen. Cinnamon helfen! Denn er wirbelte Staub auf, Dreck, Blätter, kleine Äste unter denen die Tochter des großen Magiers beinahe zu verschwinden schien. Hoffentlich nutzte sie seine Idee weise, mitbekommen würde er das nicht mehr. Die Welt um ihn herum wurde schwarz, das Gift hatte seinen Körper eingenommen und mit stillen Worten verabschiedete sich das Halbwesen. Hatte sein Leben doch so schnell ein Ende gefunden? Dass ein unbekannter Vogel, den er so wahrscheinlich noch nie entdeckt hatte, ihn im nächsten Moment mit seinen Krallen ergriff und anscheinend als nahrhafte Beute mitschleppen wollte, das bekam er gar nicht mehr mit. In den Fängen des übergroßen, schillernden Vogels schwebte der Wüstenbewohner davon, doch gar nicht so weit und gar nicht bis zu seinem Lebensende, denn ein letzter wütender Pfeil des Monsters erwischte das bis gerade eben noch glückliche Tier an den Beinen und Leon fiel einige Meter tief in das tiefe Meer, über dem sie sich bereits befunden hatten. Zu seinem Glück! Der Körper des Mannes erreichte die Wasseroberfläche, er trieb mit dem Gesicht nach oben. Die Wellen trugen ihn, immer weiter weg von der schrecklichen Insel und auch wenn er keine klaren Gedanken fassen konnte, auch wenn er nicht im Hier und Jetzt war, machte sich der Mann Sorgen. Ging es ihnen gut, lebten Cinnamon und Seriza? Hatte er sein Möglichstes getan um ihnen zu helfen? Eine Frage, die vielleicht eine Zeit lang unbeantwortet bleiben würde.....

    Hina, Alessa & Chase | im Keller


    Humor hatte der Schönling auf jeden Fall, seine Antwort zu seinem Dasein als edler Prinz mit weißem Ross gefiel dem jungen Mädchen und so kicherte sie als seine Worte gefallen waren. „Sicher ist eine Reise auf deinem Gaul angenehmer als in diesem muffigen Bus, der wahrscheinlich seit Jahren nicht mehr geputzt wurde. Und aufregender war es sicher auch, Reiten macht schließlich Spaß.“, antwortete die Schülerin darauf, die zweideutige Aussage war dabei natürlich gewollt doch sie verzog keine Miene. Grinste nicht sondern sah sich weiter um. Irgendwo musste es ein verdammtes Schild geben oder einen Plan? Niemand konnte ihr erzählen dass sich die frischen Nonnen hier sofort ab ihren ersten Tag hier auskannten und wussten wo sich alles versteckte! Andererseits waren die Bewohner hier bestimmt schon alle mindestens über 100 Jahre alt.. Hina schüttelte sich bei dem Gedanken. Bei ihrer vertieften Suche war ihr gar nicht aufgefallen dass sich ihre Beste für einen Moment von ihnen enfernt hatte. Sie hatte lediglich das leise Fluchen gehört, das sich in den hohen Hallen ausgebreitet hatte, aber da sie sich nicht sicher war ob hier nicht schon irgendwo ein Geist sein Unwesen trieb, sagte sie nichts dazu und seufzte nur laut. „Sobald wir diesen Keller gefunden habe, packe ich unser Bettzeug und wir ziehen da hin. Dort wimmelt es mindestens genauso vor Spinnen und anderem Ungeziefer. Der einzige Unterschied ist die bessere Unterhaltung in Form von gutem, altem Alkohol.“ Der war auf jeden Fall um einiges besser als die hässlichen Mädels in ihrem Schlafsaal. Hina drehte sich um ihre eigene Achse und entdeckte dann auch Alessa, die wild mit ihrem Handy herum fuchtelte. „Du hast Empfang?!?“, rief die Blondine in ihre Richtung, das war ja fast schon ein Wunder! Der Ausdruck im hübschen Gesicht ihrer Freundin verriet ihr sofort alles, was sie über die Nachrichten, die sie anscheinend empfangen hatte, wissen musst. „Hat er dir geschrieben??“ Pure Neugier sprudelte aus dem jungen Mädchen, dabei ignorierte sie zwar den Neuankömmling aber damit musste er mal kurz leben. „Ein Foto?? Eine Nachricht? Was, was ist es? Sag bitte nicht dass er dir ein Dick-Pic geschickt hat.....“ Die Schülerin lief Alessa entgegen, die ebenfalls zurück ging und auf dem Weg freudig verkündete, dass sie den geheimen Zugang zum Keller erspäht hatte. „Hallelujah!“, trällerte der Teenager und seufzte erleichtert. Die Dreiergruppe versammelte sich schließlich vor der Kellertreppe. Hina schluckte. „Naja, vielleicht habe ich mich doch geirrt und der Schlafsaal ist gar nicht mal so übel...“ Der modrige Geruch, der in ihre Nase kroch, ließ sie erschaudern, doch das Handy ihrer Besten vor ihrem Gesicht brachte sie augenblicklich auf andere Gedanken und mit weit geöffnetem Mund sah sie sich das Bild des Mannes an von dem Alessa vorhin so geschwärmt hatte. Na, da konnte man wirklich nur noch Hallelujah sagen. „Oh.mein.Gott!?“, flüsterte sie ganz, ganz leise. Deutete diese Worte eigentlich nur an während sie in die schönen roten Augen blickte. „Okay, Süße, aber den musst du dir schnappen!“ Ihre Stimme war immer noch relativ leise, immerhin wollte sie den Namenlosen nicht gleich verscheuchen aber trotzdem musste sie mal kurz von diesem Bühnentalent schwärmen. Für ihre Beste natürlich. Denn wenn er wirklich so talentiert war und wenn man den Worten Alessas Glauben konnte, war er zumindest in einer Sache seeehr talentiert, musste sie diesen Unbekannten an ihrer Seite haben. Aber das war jetzt ein privates Thema, mehr oder weniger, deswegen legte Hina ihren schlanken Finger auf ihre geschminkten Lippen und zwinkerte ihrer besten Freundin zu. „Ich nehme selbst billigen Fusel. Alles ist besser als nüchtern zu sein.“, erwiderte sie auf die Worte des anderen Mädchens und folgte dem jungen Kerl schlussendlich in den Keller der Klosterburg. Unzählige Holzfässer lagen dort, gut gelagert für die nächsten fünfhundert Gottesdienste.. „Die können mir aber auch nicht erzählen dass die das nur für ihre heiligen Messen oder so nen Scheiß hernehmen.“ Hina fand einen mit Spinnenweben umrahmten alten Lichtschalter an der Wand. Flackernd erhellte sich der Raum, zumindest ein bisschen, und die Blonde bückte sich vor dem nächsten Fass tief nach unten damit sie die Aufschrift lesen konnte. „Ja, hm, genau.. keine Ahnung also, wo sind die Flaschen?!“

    3060-pasted-from-clipboard-pngDarren & Yumi | an der Bar


    „Warum willst du denn so sehr das Arschloch der Geschichte sein?“ Neugierig lehnte sich der Musiker etwas weiter nach vorne in ihre Richtung, ein Grinsen lag auf seinen Lippen damit seine Frage nicht zu ernst wirkte. „Hast du Angst dass du mich sonst nicht los bekommst?“ Direkte Worte an die junge Studentin, die durch seine Stimmlage vielleicht eher wie ein Scherz klangen aber einen doch wahren Kern hatten. Yumi versuchte es ja beinahe mit jeder ihrer Worte. Den Studenten von sich wegstoßen, die kalte Schulter zeigen. Jetzt wollte sie ihm also auch noch beweisen, sicher gehen, dass er auch glaubte, dass sie die böse Person der beiden waren? Ihre Bemühungen waren ja fast schon süß. Darren schmunzelte. „Vielleicht wirst du auch das erste Arschloch in meinem Leben und ich kann dir bald aus eigener Erfahrung sagen ob deine psychologischen Ansätze der Wahrheit entsprechen...“, entgegnete er der Blonden, umschloss den gläsernen Strohhalm mit seinen Lippen und nahm einen kleinen Schluck von seinem Drink. Der süß-herbe Geschmack des Alkohols breitete sich in seinem Mund aus während die Wirkung des verlockenden Giftes sich in seinem Kopf bemerkbar machte. Es kam meist mit einem Schlag, der Schwindel, dieses befreiende Gefühl. Die kreisenden Gedanken hielten an, stoppten, rückten in den Hintergrund und der Musiker hob nur noch die Schultern. Was konnte er dem schon weiter erwidern? Nichts, am besten spielte er mit. Spielte den armen Kerl, der sich von ihr ausnutzen ließ. Für ihre Zwecke, rein für den Spaß. Mehr war er für die angehende Psychologin ja nicht. Oder? Der Lockenkopf überreichte dem kleinen Mädchen ihr gewünschtes Autogramm, dass Yumi sich aufgrund seiner Antwort beinahe verschluckt hatte, war ihm natürlich nicht entgangen und er fand es durchaus amüsant, dass sie doch darauf reagiert hatte. Eher ungewollt aber er hatte etwas erreicht und das war es, was seine Worte tun sollten. In der Zeit, in der er sich mit seinem größten Fan beschäftigt hatte, war die Studentin wohl auf den Alkoholzug mit aufgesprungen, die leeren Gläschen vor ihr kamen schließlich nicht von irgendwoher. Aber sie sprach ihn vorhin darauf an? Er grinste, ließ es aber kommentarlos, konnte sowieso nichts darauf erwidern, da Yumi ihm beinahe schon Vorwürfe machte. Bestürzt hielt er seine Hand an die Brust. Der Schauspieler in ihm war eigentlich immer da. Immer irgendwie, er konnte diese Art fast gar nicht mehr ablegen. Manchmal war das gut, zeugte es doch von seinem Talent, doch manchmal zeigte er so nicht sich selbst und war es nicht unfair den Mitmenschen gegenüber, wenn man nie sein wahres Gesicht zeigte? Die braunen Augen des Bartträgers funkelten bei diesen Gedanken, sahen in die Richtung seiner hübschen Begleitung. Ob er es je überhaupt schaffen würde hinter diese kalte Fassade zu sehen? Ob er sich das alles einbildete? Vielleicht war sie einfach eine scheiß Person, hey, sowas gab es. Manche Menschen waren einfach so, wollten keine Zuneigung, keinen zu nahen Kontakt, hielten nichts von ihren Mitmenschen und waren darauf aus alleine ihr Leben zu beenden. Doch Darren spürte in ihrer Nähe etwas, es war das Kribbeln in seinem Bauch, die Schmetterlinge und ihre warmen Blicke, das Funkeln, das sie manchmal nicht so gut verstecken konnte. Wahrscheinlich wiederholten sich seine Gedanken abermals, immer wieder, aber warum war sie hier und scherzte mit ihm, trank mit ihm, zeigte überhaupt Interesse, wenn sie letztens klar gemacht hatte, dass da nichts weiter war? Dass sie nur auf die schnelle heiße Nummer aus war. Ohne Gefühle, ohne Kerzen und Rosenblätter, ohne romantische Liebesbriefchen danach. Ob sie das selbst nicht so genau wusste? Darren fuhr sich mit den Fingern durch die dunklen Locken, er machte sich definitiv zu viele Gedanken um diese Frau, die es von außen betrachtet doch gar nicht verdiente. „Ich lüge keine Kinder an, was denkst du von mir?“, antwortete er empört, zog einen Schmollmund und verschränkte seine Arme. Fast als wäre er selbst ein kleines Kind, dem gerade etwas wirklich sehr Schlimmes vorgeworfen wurde. „Mit der Wahrheit kommt man oft schneller an sein Ziel...“ Darren wand seinen Blick von ihr ab, sah in den Himmel, betrachtete die funkelnden Lichter, die den Platz am Berg erhellten. Er legte seinen Kopf für einen Moment in den Nacken, schloss seine dunklen Augen während er tief einatmete und die Luft wieder aus seinen Lungen blies. In den Bergen war die Luft anders. Klarer, reiner. Besser. Ihre kalten Finger berührten seine Haut, es war wie eine Art Stromschlag, der augenblicklich seinen Körper durchzog. Der Student öffnete seine Augenlider wieder als Yumi ihn schlussendlich doch nach einem Autogramm fragte. Spielerisch natürlich, auch wenn er bei ihrem Anblick ebenfalls kurz auf seine Unterlippe biss. Ein Grinsen folgte und seine Finger legten sich an sein Kinn. „Einfach so..?“ Er beobachtete jede Regung in ihrem Gesicht genau und seufzte im nächsten Augenblick tief, als hätte ihn allein dieser Anblick schon mehr als überzeugt. Was im Grunde ja auch so war, nicht dass er irgendwelche Forderungen für ein Autogramm stellte.. noch nicht? „Für den Fan, der als erstes in meine Gedankenwelt sehen durfte. Also ins Innere meines Blocks.“, fügte er seiner Entscheidung hinzu, schmunzelte und griff nach einer unbenutzten Serviette auf den Tresen. Natürlich schrieb er nicht wirklich seinen Namen auf das weiche Papier, kein Herzchen, keinen kurzen Text, keine Danksagung. Nur eine Bitte. Darren drückte auf den Kugelschreiber, legte ihn auf das Holz und schob Yumi ihr persönliches Autogramm näher. „Hier, Yumi, als könnte ich dir einen Wunsch abschlagen...“ Mit schwarzer Farbe stand dort nur ein 'Komm mit mir'. Dahinter einige kleine Sterne. Wenn die Psychologiestudentin nachts wirklich noch nie an der Spitze des Berges war, wenn sie dieses Stille, diesen Sternenhimmel, diese besonderen Momente noch nicht erlebte hatte, war es jetzt einfach an der Zeit. Der Darsteller leerte seinen Drink ehe er seine Hand neben die Serviette legte und drehte, damit seine Handfläche nach oben zeigte. Es war fast wie eine Frage, würde sie mitkommen? Schließlich war es doch nur ein kleiner Spaziergang, nicht mehr, das sah sie ja sicher auch so.

    3060-pasted-from-clipboard-pngDarren & Yumi | an der Bar


    Die blonde Frau verstummte, er konnte den Ausdruck in ihren so schönen blauen Augen nicht deuten. In diesen Augen, in denen er sich sooft verlor, ohne dass er es wollte. Die Blicke, die Yumi ihm schenkte, gaben ihm meist auch keine andere Möglichkeit. Sie hatte etwas so anziehendes an sich und auch wenn er sich gedanklich immer wiederholte, konnte er nicht aufhören. Dass er sich dafür ein bisschen selber hasste, das behielt er aber doch noch für sich. Es war schließlich nicht wirklich immer von Vorteil wenn man einem anderen Menschen so verfallen war. Darren hob zunächst überrascht seine Augenbrauen als sie ihm antwortete und nicht verheimlichte dass es in ihrem Leben tatsächlich ein solches Arschloch geben. Einen solchen Typ Mensch, von dem sie gerade so philosophiert und psychologische Fakten präsentiert hatte. Doch ihre nächsten Worten ließen ihn schmunzeln, vielleicht war er auch etwas enttäuscht. „Nein, dafür bist du nicht abweisend genug.“, widersprach der Lockenkopf, legte seinen Kopf zur Seite und seine Finger platzierten sich an seinem Kinn als würde er an verschiedene Situationen mit ihr denken, bei denen das gewisse Fünkchen gefehlt hatte, dass er sie wirklich auch als Arschloch betiteln würde. Aber dem war nicht so, die junge Erwachsene war vielleicht abweisend, kalt, manchmal etwas verletzend aber in seinen Augen in keinster Weise so.. schlimm. Darren lächelte und schüttelte seinen Kopf, äußerte sich aber nicht weiter dazu. Gab es in seinem Leben überhaupt so jemanden? Er überlegte, doch auf die Schnelle würde ihm so eine Person gar nicht einfallen. Ob er es verdrängt hatte? „Ah, najaa..“, erwiderte er auf ihre belustigte Frage und hob seine Schultern, das Grinsen auf ihren Lippen spiegelte sich in seinem Gesicht wieder. „Das Singen hat meinen Mund ganz schön ausgetrocknet.“ Eine einfache Ausrede, bei der er sich nicht einmal die Mühe machte dass sie irgendwie glaubhaft wirkte. Was war denn an ein paar Shots und Longdrinks so schlimm, er hatte die Menge ja schließlich nicht für sich alleine bestellt. Daher war es doch vollkommen in Ordnung. Der junge Student bedankte sich mit einem Nicken als der Barkeeper die zunächst letzten Longdrinks für ihn auf die Theke stellte und er einen davon in ihre Richtung schob. Die Getränke waren tiefblau, verschiedene Glitzerpartikel schwammen im hochprozentigen Alkohol. Zierten aber auch den Rand des Glases. Highlight sollte wohl der kleine flauschige Ball Zuckerwatte sein, der vielleicht die Milchstraße oder aber auch eine Wolke darstellen sollte, die im dunklen Nachthimmel schwebte. Eigentlich ja egal, auch wenn Darren beeindruckt davon war, wie viel Mühe sich die Anwesenden bei der Verwirklichung dieses Mottos gaben. Seine braunen Augen waren weiter auf Yumi gerichtet, die ihren Kommentar zu seiner Musik nur ab tat, als wären ihre Worte gar nicht so wichtig wie er es meinte. Aber auch wenn sie das nicht so sehen wollte, war es so. Für ihn waren sie besonders. Der Darsteller nickte während er die Zuckerwatte in sein Getränk mischte. „Warst du nachts schon mal ganz oben?“, fragte er, lächelnd und zugleich neugierig, vielleicht auch ein bisschen verträumt. „Ich finde es gibt keinen vergleichbaren Ort. Ja, ich liebe die Stadt aber...“ Darren wurde unterbrochen, ein junges Mädchen tippte ihn an. Überrascht und auch etwas irritiert sah er zu ihr, beugte sich nach unten um etwas mehr auf ihrer Höhe zu sein. Sein Lächeln kehrte auf seine Lippen zurück als sie mit zitternder und aufgeregter Stimme anfing zu sprechen. „Du willst ein Autogramm?“ Damit hatte er tatsächlich nicht gerechnet. Es war nicht sein erster Bühnenauftritt gewesen, schon mehrmals war er für Kollegen eingesprungen oder hatte auf seiner Weltreise auf kleineren Konzerten gespielt aber nach einer Unterschrift von einem anscheinend großen Fan wurde er noch nie gebeten. War er denn schon so berühmt, dass das überhaupt einen Wert hatte? Der Schauspieler verstummte kurz bis ihre neugierigen Worte an sein Ohr drangen, die ihn leicht zum Schmunzeln brachten. Er hob seine Hand vor seinen Mund um ihr im Geheimen etwas zurück zu flüstern. Dabei senkte er seine Stimme aber nur ein klein wenig, sodass Anwesende eigentlich jedes Wort mitbekommen konnten. „Das ist ein bisschen kompliziert, weißt du?“, erklärte der Bartträger und seine Mundwinkel sanken nach unten, sein Gesichtsausdruck wurde traurig. Gespielt oder nicht? „Sie will meine Gefühle nicht so wirklich akzeptieren. Aber ich gebe mir Mühe!“ Sein kleiner großer Fan wusste wohl zunächst nicht so recht damit umzugehen aber da sein Blick wahrscheinlich das in ihr auslöste, was er damit irgendwie erreichen wollte, nickte sie ganz eifrig und faltete aufgeregt ihre Hände vor ihrer Brust. „Du schaffst das! Ihr seht so süß zusammen aus, ihr wärt ganz sicher ein ganz tolles Paar! Und dann sieht man überall Fotos von euch zwei weil das ist doch so bei großen Stars oder?“ Der Student lachte und nickte, strich dem Mädchen über den Kopf und schrieb seinen Namen wie verlangt auf das Stückchen Papier. Überglücklich hüpfte sie auf und ab und bedankte sich überschwänglich ehe sie zurück in die Menge lief. Die andere Horde Mädchen hatten sich anscheinend zurück gezogen, zumindest war nur noch eine über, die weiter hastig auf ihr Handy tippte als müsste sie irgendwem minütlich einen Statusbericht schicken. Darren erhob sich wieder. „Vielleicht solltest du dir doch eines holen. Die scheinen bald ganz viel wert zu sein.“, meinte er schmunzelnd.

    3060-pasted-from-clipboard-pngDarren & Yumi | an der Bar


    „Ja wirklich?“ Ganz überrascht, als hätte er noch nie in seinem Leben gehört dass manche Menschen es durchaus interessant fanden wenn sie wussten dass dort draußen jemand lauerte der ein Auge auf sie geworfen hatte, änderte sich sein Gesichtsausdruck und seine dunklen Augenbrauen hoben. „Danke für den Tipp, ich bin noch ganz neu in diesem Business, weißt du.. da kann ich die Hilfe von erfahrenen Menschen ganz gut gebrauchen..“, fügte Darren seinem Schauspiel hinzu ehe er schmunzelte. Die Anspielung auf eine gewisse Serie hatte er sogar verstanden, die war nicht an ihm vorbei gezogen aber vielleicht sollte er nicht erwähnen, dass er mit dem eigentlich bösen Jungen der Serie sympathisiert hatte. Oder sollte er es in ihrem Fall vielleicht doch erwähnen? Seine braunen Augen wanderten über das Gesicht der hübschen Psychologiestudentin. Es war immer so leicht zwischen ihnen. Normale Gespräche ohne großen Hintergrund, oberflächlich und doch interessant zu wissen, was der andere dachte. Was der andere für eine Meinung hatte, wie er drauf war. Selbst wenn ihre Themen tiefer gingen, ernster wurden. Der Lockenkopf hatte nie das Gefühl dass es in irgendeiner Art und Weise schwer wurde. Vielleicht hatten sie manchmal andere Ansichten, das war in Ordnung, okay, selbst wenn es über ihre Beziehung zueinander ging. Man konnte nicht immer erwarten, dass der andere genau dasgleiche wollte. Dasgleiche fühlte. Der Bartträger wand seinen Blick von ihr ab während sie über das Verhalten der jungen Mädchen philosophierte und einen Einblick in deren hübsche Köpfe bot. Da war sie, die Psychologin, anscheinend hatte sie ja doch etwas in ihren Vorlesungen mitgenommen. Auch wenn sie so selten da war, wie sie erzählte. Der junge Kerl lachte kurz auf nachdem er seinen Cocktail geleert hatte. „Sieh an, das Studienfach scheint dir doch zu liegen.“, bemerkte er grinsend und fing ihren Blick wieder ein nachdem sie ihre Erklärung abgeschlossen hatte. Er hielt inne, sah sie einen Moment lang nur an während seine Mundwinkel etwas sanken und er sie nur noch anlächelte. „Und?“, begann der Musiker, griff nach dem kleinen Gläschen und hob es ihr entgegen um erneut anzustoßen. „Gibt es so ein Arschloch in deinem Leben? Es klingt nicht so als würde deine Erklärung so rein aus einem Psychologiebuch stammen..“ Er fixierte sie noch für einige Sekunden mit seinem Blick, war ganz neugierig, ließ sich das aber nicht anmerken. Vielleicht lag er auch einfach nur daneben oder bildete sich etwas ein. Doch da war auch wieder dieses Verlangen mehr über sie herauszufinden, sie besser kennen zu lernen, alles von ihr. Erneut kippte er den Inhalt des Glases in seinen Mund, merkte wie der herbe Geschmack sich in seiner Kehle ausbreitete und wie befriedigend dieses Gefühl sein konnte. Einfach ein bisschen freier werden, daran war ja nichts verwerflich. Deswegen schüttete er den zweiten und letzten Shot auch gleich hinterher und orderte einen zunächst letzten Longdrink, den aber gleich zweimal da Yumi anscheinend auch auf dem Trockenen saß. Es wanderte ein Geldschein aus seiner Hosentasche über den Tresen, dabei bemerkte er dass er seinen Rucksack auf der Bank, auf der er sich mit Noita unterhalten hatte, vergessen hatte weswegen seine Augen suchend in diese Richtung steuerte. Doch in genau diesem Augenblick lief das Mädchen weg und Darren sah ihr fragend und auch ein wenig mit Sorgen im Bauch nach. Was war passiert? Der Student konnte sie in der Menge der Menschen nicht mehr sehen, ein seltsames Gefühl breitete sich in ihm aus, doch er konnte in diesem Moment nicht sagen ob es wegen Noita war oder der Tatsache dass Yumi so ehrlich über seine Musik redete. Das konnte man hören, das konnte er hören. Da waren keine witzigen Worte, keine zweideutigen Sprüche. Da war nur Yumi, die sich zur Bühne gedrehte hatte und ihn nicht weiter mit ihren Blicken gefangen hielt. Ein Lächeln malte sich auf seine schmalen Lippen. Sein Herz geriet aus dem Takt, es hüpfte. „...Danke.“ Es berührte die Menschen. Hatte es sie berührt? Hatten seine gesungenen Worten das erreicht was er gewollt hatte? Sie erreicht? Darren hatte gar nicht sicher gewusst ob sie hier war, lediglich Schatten hatte er aus seinen Augenwinkeln heraus bemerkt aber er war sich lange nicht sicher gewesen ob sie seinen Gesang an diesem Abend hören würde. Doch sie hatte ihn gehört, jedes einzelne Wort, und sie hatte ihn verstanden. „Das von dir zu hören bedeutet mit viel.“, sprach der angehende Schauspieler. Der Kellner stellte die neuen Getränke zu ihnen, das Klirren der Gläser holte ihn ein bisschen aus seinem verträumten Dasein zurück, manchmal erkannte er sich selbst nicht wieder, und drehte sich etwas von ihr in die Menge, hob seinen Kopf und grinste als er den dunklen Nachthimmel beobachtete, an dem durch die vielen Lichter am Boden kaum Sterne zu sehen war. „Erinnerst du dich noch daran als du mich nach meinem Lieblingsort gefragt hattest?“ Das war vielleicht nicht allzu lange her aber im alltäglichen Leben konnte man das aufgrund von Stress, nervigen Vorlesungen und Alkoholexzessen schon mal vergessen..

    1951-dorothy2-pngDorothy & Eunice | bei Sophia

    Je weiter sich die jungen Frauen von der Kapelle, ihrem Zuhause entfernten, desto mehr entspannte sich ihr zierlicher Körper. Ihr junges Herz beruhigte sich, schlug wieder in seinem gewohnt langsamen Rhythmus und als ihre roten Augen die Nähe zur Taverne entdeckten, bemerkte sie auch ein Knurren aus ihrer Magengegend. Im Stress, im Streit, in dieser bizarren Situation war für solche Dinge gar keine Zeit, da machte sich der Körper nicht auf eine solche Art bemerkbar. Ihre Gedanken kreisten weiter um Eric, ob es ihm gut ging, ob diese bösartige Elfe ihm wieder etwas antat..? Hatte sie wirklich richtig gehandelt, hätten sie nicht doch dort bleiben sollen? Fast wäre sie stehen geblieben und wäre zurück gelaufen, doch da erinnerte sie sich an das freudestrahlende Lächeln Eunice', die sie fast schon weiter in die Taverne drängte und das war vielleicht auch gut so. Dorothy sollte abschalten, nicht weiter an diesen Vorfall denken und viel wichtiger, sie sollte Fern etwas zu essen geben! Nicht dass ihr bester Freund noch verhungerte! Warme Luft empfing die Damen, ein herzhafter Duft verschiedener Speisen, gepaart mit ein paar süßen Noten von Schokolade und anderen Nachspeisen. Wirklich herrlich. „D-danke, dass du.. dass du mit mir hierher kommst. Dass du.. mich, uns, begleitest!“ Doro sah in die Richtung ihrer neuesten Bekanntschaft, sie schien auf einmal so glücklich und vollends zufrieden. Das war ein so niedlicher Anblick, die angehende Heilerin schmunzelte. „Magst.. du diesen Ort?“ Im Grunde, mochte doch ein jeder Mensch Essen. Es lenkte von Problemen ab, wenn auch nur für diesen kleinen Moment und konnte sogar Trost spenden! Das hatte sie zumindest oft gehört, wenn sich ältere Herrschaften in der Kapelle darüber unterhielten oder sie auf dem Markt war um frische Lebensmittel für ihre Familie zu besorgen. Ein lautes Klirren, am Tisch, an dem sie gerade vorbei gingen, stießen ein paar anscheinend schon leicht beschwipste Herren an, ihre Krüge gaben einen erschreckenden Laut von sich, die Tochter des örtlichen Priestern hatte fast Angst, dass sie in tausend Scherzen zersprangen. Die Kapuzenträgern hatte sich erschreckt, damit hatte sie beim besten Willen nicht gerechnet, wahrscheinlich ihre eigen Schuld, und aus ihrer Unachtsamkeit heraus fiel auch noch Fern aus ihren Armen, da sie ein bisschen zur Seite gehüpft war. „F-fern!“, kam ihr über die Lippen als sie das Plüschtier auf dem Schoß einer ziemlich edel wirkenden Dame entdeckte. Augenblicklich streckte sie ihre Hände nach ihm aus, hielt aber in ihrer Bewegung inne als sie den Gesichtsausdruck der fremden Frau bemerkte und blieb in ihrer Haltung. War es jetzt unhöflich einfach dorthin zu fassen? Oder war es in Ordnung? Fern gehörte ihr! Aber er lag auf ihrem Schoß.. Unsicher begannen ihre Arme zu zittern und ein roter Schimmer legte sich auf ihre Wangen, der kaum zu sehen war, da sie ihr Gesicht weiter hinter ihrer Kapuze versteckte. „Ich.. ähm.. das, das da ist.. ähm..“, stammelte das junge Mädchen, hoffte dass die Fremde nicht böse war und dass ihr Eunice vielleicht aus der Patsche half. Wieder!

    Catch : Jap, also sofern man das nicht unbedingt irgendwo für irgendein Ziel braucht oder so und so viele 5* Früchte für irgendeine Erweiterung verkaufen muss, störe ich mich nicht weiter daran! Ich bin da ein bisschen mehr bei den alten Harvest Moon, da gab's das ja noch nicht so und tatsächlich bin ich bei SoS halb durchgedreht bei den unzähligen Düngern und Leckerlies! :D Aber nur deswegen werde ich mir das Spiel jetzt nicht nicht kaufen. Kann verstehen dass viele das auch mögen als Herausforderung aber für mich ist Herausforderung schon alle Feldfrüchte perfekt anzubauen und ein Freigehege für die Tiere zu bauen und das alles so, dass es auch hübsch aussieht und effektiv ist! Wobei man jetzt ja "über Feldfrüchte" laufen kann, laut fogu! Das erleichtert finde ich schon auch vieles! Da braucht man bei den 3x3-Feldern nicht eines wegsicheln um in die Mitte zu kommen.. jaja, gute alte Zeiten hmheart

    3060-pasted-from-clipboard-pngDarren & Yumi | an der Bar


    Darren schmunzelte. Natürlich konnte die hübsche Studentin auf sich selbst aufpassen, was dachte er sich nur bei diesem Angebot? „Okay, muss ich mir eben eine andere Ausrede suchen. Vielleicht lasse ich das auch einfach und stalke dich ohne irgendeinen besonderen Vorwand.“, erwiderte er darauf und lehnte sich weiter an die Holztheke während seine Lippen den Glasstrohhalm seines Cocktails umschlossen und er sich einen kräftigen Schluck des fruchtigen Getränks, das mit einem Marshmallow als mögliche Wolke verziert war, gönnte. Seine braunen Augen musterten das Profil der angehenden Psychologin als diese sich zu der Horde Mädchen drehte, die die beiden beobachteten. Wie ein Magnet zog sie ihn an, ließ ihn nicht los, es war schier unmöglich sich von dieser Schönheit loszulösen. Sie nahm einen gefangen mit ihrer ganz eigenen Art, die so manche auch abstoßen mochte. Doch genau das hielt ihn hier. Ihr abweisendes Handeln, ihre kalten Worte. Es war eine Herausforderung, die er gerne annahm. So kühl wie Yumi spielte, so konnte sie gar nicht sein. Das glaubte er nicht und vielleicht war es der Nervenkitzel den er in ihrer Nähe verspürte, die das Kribbeln in seiner Körpermitte auslöste, das ihn hier bei ihr hielt. Wahrscheinlich würde er sofort um einiges mehr Zuneigung und Aufmerksamkeit und Schwärmereien von den Teenagern bekommen, die wenige Meter von ihm entfernt standen und natürlich wollte er hier kein einziges Herz brechen aber jetzt war er bei ihr, der Studentin, die ihm den Kopf verdrehte. „Die fühlen sich dadurch nur noch mehr angezogen.. also wirklich, hast du denn damals keine Teenagerfilme angeschaut? Du weißt doch, je mehr Arschloch der Kerl ist, desto mehr wird er verehrt.“ Seine braunen Augen funkelten. Ja, sie sollte sich auch ruhig angesprochen fühlen. Denn je mehr die angehende Psychologin versuchte sich zu wehren und ihn abwies, desto mehr Interesse hegte er und auch wenn es ein bisschen arrogant wirkte, es war bei ihr doch nicht anders oder? Wäre da nicht irgendwo ein Fünkchen Zuneigung oder wie auch immer man es in ihren Worten nennen mochte, in ihr, dann hätte sie ihn doch vorhin nicht so mit ihren Blicken angezogen oder? „Oh, entschuldige..“, erwiderte der Lockenkopf, legte eine Hand an seine Brust und die andere erneut kurz auf ihre schmale Schulter. Dabei schaute er sie bemitleidenswert an, seine Augen waren groß und auf sie gerichtet. „Ich mach's wieder gut.“ Ein Grinsen zierte seine schmale Lippen ehe seine Finger das zweite Gläschen umfassten und den Inhalt in seinen Mund kippten. Ob er es mit der nächsten Runde Schnaps, die er sogleich bestellte, wieder gut machen wollte oder mit etwas ganz anderem, das ließ er im Raum stehen. Vielleicht überließ er die Entscheidung aber auch ganz einfach Yumi, die er noch immer mit seinen Augen gefangen hielt. Das Schmunzeln auf ihren Lippen war schön. Noch schöner der Gedanke daran, dass er der Grund dafür war. „Nicht alle!“, entgegnete Darren der Blonden ebenso schmunzelnd als diese ihn auf seine Art und Weise, seine anscheinend ja so zahlreich vorhandenen Fans mit Nachhause zu locken ansprach. Der Student hob seine Schultern und rührte mit seinem Strohhalm im glänzenden Getränk während seine Gedanken kurz an den letzten Abend abschweiften. Das junge Mädchen, diese so hübsche, sonderbare Namenlose, wie hätte sie wohl auf sein nicht wirklich ernst gemeintes Schauspiel reagiert? Gelacht, den Kopf geschüttelt? Sein Daumen strich über seine rauen Lippen, als könne er ihre innigen Küsse noch immer dort spüren. Ein Lächeln folgte, das Klirren ihrer Gläser holte ihn ins Hier und Jetzt und er überlegte ob es ein Gutes war, dass diese Unbekannte ihm so im Kopf herum spukte. Vielleicht, es lenkte ihn ab. Es sollte ihn ablenken. Von ihr, von Yumi, die jetzt wieder bei ihm war. Vor ihm saß und mit ihm den Abend genoss. Wieder. Als wären sie dafür gemacht ihre Abende und Nächte gemeinsam zu verbringen. Ihre blauen Augen fingen ihn ein, ließen ihm nicht die Möglichkeit sich von ihr abzuwenden und Darren war froh als die nächste Runde Shots serviert wurde. Es war nicht so dass er die Psychologiestudentin abfüllen wollte, das brauchte er nicht und außerdem war sie nicht dumm genug um das mit sich machen zu lassen, traurig dass es so etwas überhaupt gab, aber dieses Gefühl der Leichtigkeit, das den Kopf befreite und die schweren Gedanken beiseite schob, das konnte er jetzt gebrauchen. Generell sollte er sich mehr auf Yumi konzentrieren, nicht auf diese Horde wilder Hormone zu seiner Linken und auch nicht auf seine unbekannte Prinzessin, die er sowieso nie wieder sehen würde. „Was.. wie hat es dir.. gefallen?“ Beinahe schüchtern und zurückhaltend kamen diese Worte über seine Lippen als er sich von ihren Blicken befreien konnte und sein Finger um den Rand des Glases gleiten ließ. Dabei erfüllte ein leises Geräusch die Nacht, das aber im Gesang des Musikers auf der Bühne unterging. Darren fragte zwar öfter und immer wieder seine Zuhörer was sie von seiner Musik hielten, ob er etwas verbessern sollte oder was er generell für einen Eindruck auf der Bühne vermittelte. Dass er sich manchmal wirklich unsicher war, das wusste Yumi ja schon. Zwar kam er immer super selbstbewusst rüber und so gab er sich auch auf der Bühne, das musste ja auch so, aber dennoch zweifelte er oft an sich und seinem Können, auch wenn es meist völlig grundlos war. Der Bartträger hielt seinen Blick von ihr entfernt, schlürfte während der Stille an seinem Cocktail und fragte sich für einen Moment, was die Mädchen mit den Fotos und Videos eigentlich anstellten...