Die Taverne

  • 1159-anette-png[Anette] & Danny


    »Ein Ratespiel?!«, es war ein seltsamer Mix aus Verdutztheit, Begeisterung und Empörtheit, der da aus ihrem Mund prasselte, als Danny einer Antwort auswich, um ihr stattdessen eine Aufgabe zu stellen. Sogleich zog Anette die Augenbrauen in die Höh' und runzelte die Stirn. Sie ließ sich in den harten Holzstuhl fallen, drückte ihren Körper gegen die Lehne und wippte hin und her. »Hmm... Dannys Lieblingsfarbe...«, murmelte sie dabei, während ihre Äuglein sich auf einen zufälligen Punkt an der Decke fixierten. Sie war diejenige gewesen, die das Thema überhaupt erst aufgeworfen hatte, aber das hieß bei weitem noch nicht, dass sie auch nur die leiseste Vorstellung von einer Antwort hatte. Zunächst warf sie ihm aus den Augenwinkeln einen Blick zu, raufte sich dann jedoch immer noch ahnungslos durch die Haare. Sie würde einfach - wie so oft - ihrem Bauchgefühl folgen und ins Blaue hineinraten müssen. »Ich sage... blau! Oder grün! Blaugrün! Ich weiß nicht, die passen irgendwie so zu dir.« Anschließend ließ die Briefträgerin von der Tischkante ab, sodass sie mitsamt Stuhl ruckartig zurück nach vorne klappte. »Oh, aber so ein Rotbraun könnte ich mir auch ganz gut vorstellen...«

    Haach, es gab so viele Optionen und irgendwie schien keine plausibler als die andere... Noch immer nachdenklich gestimmt schob Anette sich den nächsten Knödel in den Mund, auf dem sie auch gleich munter rumkaute. Gerade als sie diesen jedoch schlucken wolte, entkam ihr ein entsetztes »WAAS?!«, dicht gefolgt von einem Hustenanfall ausgelöst durch die verschluckten Reste. Entsprechend hastig griff sie nach dem nächstbesten Glas Wasser. Hatte er gerade... Hatte er ihr gerade auf die selbstverständlichste Art und Weise direkt ins Gesicht gesagt, dass er noch nie Kürbiskuchen probiert hatte? Blinzeln. Irgendwie fehlten ihr die Worte. Nicht dass sie nicht wusste, dass unterschiedliche Menschen unterschiedliche Geschmäcker hatten, aber... Das musste sie sofort ändern! Kürbiskuchen war GÖTTLICH! Nun, zumindest der ihrer liebsten Ma. Der Gedanke an ihren eigenen allerdings... »Wie gemein!!«, entgegnete sie dem Verkäufer auf seine Drohung und plusterte schmollend die Wangen auf, ehe sie ihre Finger, dickköpfig wie sie war, in den Saum seines Ärmels grub. Natürlich war ihr klar, dass er scherzte und sie aufzog. Ebenso war ihr klar, dass er bestimmt nicht wegen eines verbockten Kuchens die Stadt verlassen würde. Aber... Auch wenn es nur ein Scherz war, sie wollte keinesfalls, dass jemand, egal wer, wegen ihr wegzog.

  • Collette & Julia an einem Tisch


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    Sogar Collette schien begeistert und das obwohl sie das Essen hier bestimmt jeden Tag genießen konnte. Sofort bot sie Julia die Schüssel mit der Gulaschsuppe an, die sie auch sogleich lobte. Die Badehausleiterin nahm sich einen Löffel, pustete einige Male vorsichtig, bis er die richtige Temperatur hatte und schob ihn sich dann in den Mund. Es war wie Collette bereits gesagt hatte: Das Fleisch löste sich quasi von allein in ihrem Mund auf, sie musste es nicht einmal richtig zerkaufen. Außerdem ergänzten sich die Gewürze perfekt. Ein Bissen folgte dem nächsten. "Ich habe wirklich keine Ahnung was uns das erwartet.", entgegnete sie ihrer Freundin und war selbst schon etwas aufgeregt bei den vielen Möglichkeiten, die sich ihnen boten. "Ich habe bisher nur das ein oder andere von den Badehausgästen gehört. Anscheinend haben manche Kräuter gesucht, andere haben Abenteuer in Monsterhöhlen erlebt und wieder andere haben einfache Besorgungen erledigt.", erzählte Julia, während sie einen Löffel nach dem anderen von der Suppe verschlang. Nach der Suppe folgte sogleich der Hauptgang und die Würze und der Geschmack der Gerichte lies nicht nach. Bevor sich die Badehausleiterin versah, saßen Collette und sie schon vor dem Nachtisch, den sie sehr langsam genoss. Nicht, weil er nicht schmeckte, sondern weil sie einfach schon so satt von den vielen anderen Speisen war. "Ich denke wir sollten so langsam los.", sagte sie und kramte ein paar Münzen aus ihrer Tasche, um das Essen zu bezahlen. Danach klaute sie mit dem Löffel ein Stück von Collettes Nachtisch. Einfach himmlisch.

  • Anette & Danny | an einem Tisch in der Ecke

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    Zunächst konnte er nicht sagen, ob Anette begeistert oder enttäuscht war, seine Lieblingsfarbe erraten zu müssen. Letztlich vermutete er aber, dass sie nichts dagegen hatte, immerhin tat sie wie geheißen und versank in ihren Gedanken. Er spürte ihren Blick auf sich und wusste, dass sie absolut keine Idee hatte. Wie denn auch? Die hatte er selbst nicht! Und es war nicht einmal so, dass sie einander allzu gut kannten, sonst wären sie gar nicht in diese Misere gerutscht.

    Sie begann zu raten und er musste grinsen als sie mehrere Farben nannte. Er wusste gar nicht, wie ihm geschah, die Worte verließen seinen Mund ohne sein Zutun, purzelten hinaus in die Welt, um ihr Gehör zu finden. »Oh wow«, sagte er und fuhr sich mit einer seiner Hände durch sein Haar, brachte es durcheinander, obwohl es sicher keinen Unterschied mehr machte, da er diese Geste oftmals auszuführen schien. »Wie hast du das gewusst? Blau und grün, blaugrün, ja, das ist wirklich meine Lieblingsfarbe.« Ein beinahe sanftes Lächeln erweichte seine Gesichtszüge. »Rotbraun ist knapp vorbei, auch wenn ich es mag, aber da du die richtige Farbe, die richtigen Farben zuerst genannt hast, lasse ich es gelten.« Was war er doch gnädig! Selbstverständlich hatte er anfangs ein wenig überrascht getan. Es war eine Lüge, eine halbe zumindest. Er mochte rotbraun, und er mochte die Kühle des Blaugrün, das in verschiedenen Facetten zu finden war. Nur hatte er dem nie einen besonderen Stellenwert beigemessen. Aber nun, dass er darüber nachdachte … Waren nicht selbst Anettes Augen von einem ähnlichen Ton?

    Sie riss ihn aus seinen Gedanken, indem sie schon beinahe die Taverne zusammenschrie. Einen Hustenanfall und misstrauische Blicke von den Nachbartischen später, wusste er, dass sie seine Unwissenheit nicht auf sich sitzen lassen würde. »Nicht gemein«, antwortete er. »Wenn du mir einen guten Kuchen bäckst, dann kann ich ja schließlich auch bleiben, oder?« Er widerstand dem Drang, ihr noch einmal den Kopf zu tätscheln, aber sie war kein Kind mehr. Auch wenn sie durchaus einige kindische Verhaltensweisen an den Tag legte, die sie irgendwie liebenswert machten.

  • 1990-normal-by-nijurah-d8joqgi-pngCollette & Julia | verlassen die Taverne


    Bei den Wörtchen 'Kräuter sammeln' weiteten sich ihre dunklen Augen und sie lehnte sich etwas nach vorne auf den Tisch, achtete dabei aber natürlich darauf sich nicht in den fast leeren Suppenteller zu legen. Würde nur Flecken geben und warum die leckere Suppe verschwenden. „Na das wäre doch perfekt!“, rief das junge Mädchen begeistert aus als stünde die Idee, die sie in ihrem kleinen Köpfchen hatte, schon fest und hing schön auf ein Stückchen Pergament geschrieben am schwarzen Brett. „Vielleicht hat Natalie ja sogar eine Aushang dazu ans Brett genagelt und wir können sowohl etwas davon erledigen als auch unserer Meisterin helfen.“ Collette erklärte ihre Gedanken weiter während sie das zarte Fleisch auf ihrem Teller genoss. Der Koch hatte sich mal wieder selbst übertroffen. Die Heilerin stellte sich weiter die Frage was für Aufgaben sie an diesem Tage erwarten würde aber das konnten die beiden Freundinnen nur erfahren, wenn sie hin machten und das leckere Essen verspeisten. Damit sie endlich los konnten! Coco nickte als die Besitzerin des Badehauses meinte, dass sie langsam los sollten und so schaufelte sie ihren Nachtisch hastig in den Mund. Er war gut aber lange nicht so gut wie ihre Törtchen. Da merkte man ihr fehlen aber bevor das auch noch ihrem Chef auffiel, schnappte sie sich Julias Hand und zog das Mädchen mit hinaus vor die Türe.