Kyle & Luke // Did I dissapoint you? Will they still let me over? If I cross the line?
All Kyle ever wanted in life was to be loved.
Geliebt zu werden, für wer er war, geliebt zu werden, trotz allem, was passierte. Geliebt zu werden, auch wenn es vielleicht gar nichts zu lieben gab. Einfach nur.. geliebt zu werden.
Huh.. das machte keinen Sinn. Liebe - die hatte der Punk in seinem Leben schon des öfteren bekommen. Seine Eltern - sie hatten ihn immer geliebt. Ihn geliebt, auch dann, wenn es gar nichts zu lieben gab. Auch dann, als er keine Liebe verdient hatte. Selbst dann, vor ihrem Tod, als er sie brutal ignoriert hatte. Seine Mutter zumindest. Diese hatte ihn wirklich, wirklich geliebt. Bei seinem Vater war er sich nicht ganz so sicher. Er hatte das Gefühl gehabt, dass er ihn geliebt hatte, aber den Zweifel, den Hass - den konnte der Mann nie wirklich abschütteln, nicht? Es machte Sinn und trotzdem.. hatte Kyle diese Liebe nie gewollt. Die Liebe seiner Eltern interessierte ihn nicht. Es war unfair, womöglich, ganz wahrscheinlich sogar, aber so empfand er nun einmal. Er konnte sich nicht zwingen, Jemanden zu lieben - auch, wenn diese nie etwas getan hatten, was ihn davon abgehalten hätte. Liebe.. war eine komplizierte Sache. Und der Amerikaner war sich sicher, dass er sie einfach nicht verstand. Es war ganz einfach, nicht? Nicht jeder war in der Lage zu lieben. Und er gehörte schlicht und ergreifend dazu.
Der Punk zog die Augenbrauen verständnislos enger zusammen, als er die Worte seines besten Freundes, die Antwort auf seine vorherige Frage, hörte. Das Einzige, was in seinem miserablen Leben bisher Sinn machte, war er? Kyle? Auch das machte wieder keinen Sinn. Wie konnte das sein? Lukes Leben musste wirklich, wirklich grauenhaft gewesen sein, wenn er diese Worte so aussprechen konnte und sie auch tatsächlich ernst meinte. Er war mit Sicherheit nicht das Einzige, was Sinn machte. Er war wahrscheinlich das, was es am wenigsten tat. Das, was Lukes Leben endgültig ruinieren würde, sollte er darin weiterhin verweilen.
Das Halbblut wollte zu einer Erwiderung ansetzen, doch der Blauhaarige ließ ihn nicht. Zunächst nicht durch Worte, sondern durch.. Tränen? Kyles Augen weiteten sich unwillkürlich, als er erblickte, wie Luke in Tränen ausbrach. Sein Körper agierte, noch ehe er es realisierte, noch ehe er darüber nachdenken konnte und setzte sich auf dem Sofa auf, streckte sich nach Vorne, seine linke Hand streckte sich in die Richtung seines Gegenübers, wollte nach ihm greifen, ihn trösten, ihn um Verzeihung bitten - sie tat es jedoch nicht. Sie wurde zögerlich von von der anderen, der zittrigen, rechten Hand gegriffen, welche sie unsanft am Arm packte und wieder auf halben Weg zurückzog. Alles in Kyle, jeder Muskel, jede Faser zerrte sich dagegen, wollte zu seinem Freund eilen, wollte ihm beistehen, wollte, dass es aufhörte. Wollte ihn nicht weinen sehen, wollte nicht seine Schmerzen sehen, wollte nicht, dass er litt und - Because I fucking love you.
All Kyle ever wanted from his little, miserable life, was to find someone who truly loved him.
Luke.. loved him. Luke.. truly, truly loved him. It was.. terrible. Kyles Gesichtszüge entglitten ihm noch mehr, als sie es zuvor getan hatten. Es war absurd, dieses Gefühl, welches sich durch seinen ganzen Körper breit machte. Sein Herz fühlte sich gleichzeitig erfüllt und dennoch so, als würde es gerade von kalten, rauen Fingern in tausend Stücke zerrissen werden. Tell him. Tell him. TELL HIM.
Er hatte keinen Zweifel daran, dass die Sonne es ernst meinte. Dass die Sonne da war und ihn bei sich haben wollte. Und es tat weh. So unsagbar, unsagbar weh. Er konnte das Licht zwischen den Tränen, welche sich den Weg aus seinen Augen gebannt hatten nur noch schwer erkennen, das Bild war unscharf.
Und dennoch... "I love you.. more than anything in the world, Luke. More.. than my fucking life.", entkam es ihm dann schließlich, unter einem Schluchzen, welches sich auch durch größte Mühe nicht hätte vermeiden lassen können. Das war die Wahrheit, nicht? Er liebte Luke. Er liebte seinen besten Freund mehr, als alles andere. Er war der einzige Grund, weshalb er noch hier war. Der einzige Grund, weshalb er sich Tag für Tag durchgekämpft hatte. That's not what you're supposed to tell him. Tell him. TELL HIM. Er wusste, was gemeint war. Und er hatte nicht vorgehabt, es nicht zu sagen. Wahrscheinlich, da hätte er Lukes Gefühle ignorieren sollen. Nicht darauf antworten. Aber er konnte nicht anders, als es zu tun. Seine Seele wäre ansonsten vermutlich entzwei gerissen worden.
"But..", begann er, zögerlich, seine Stimme, auch wenn nur noch ein Häufchen Elend, war bestimmt und ließ keinen Zweifel daran bestehen, dass er wollte, dass Luke ihn unbedingt ausreden ließ. Seine Lippen waren unruhig, zitterten, so, wie es sein ganzer Körper tat. Er liebte Luke. So, so sehr. Self-sabotage. Es war unfair. Er konnte es nicht unausgesprochen lassen. Es machte keinen Sinn, es weiterhin zu ignorieren. Er schuldete Luke die Wahrheit. Lieber jetzt, als zu irgendeinem anderen, späteren Zeitpunkt. Irgendwann musste er ihm die Wahrheit sagen. Und sie würde alles zerstören. Alles. Es brachte nichts, zu versuchen, etwas wieder aufzubauen, was sowieso unwiderruflich dem Untergang geweiht war, nicht? Spätestens dann, wenn Luke es heraus fand - da war sowieso alles vorbei. Und trotzdem konnte Kyle einfach nicht aufhören zu schluchzen. "But... I lied to you. I.. I betrayed you. I.. fucking tricked you into loving me." Self-sabotage. Ein schwaches Grinsen auf seinen Lippen. Keines, welches irgendetwas positives an sich hatte, nein. Es war eines dieser Grinsen, die man aufsetzte, wenn die Wahrheit so grotesk, so absolut böse war, die Gefühle so absolut überwältigend, dass man keine andere Wahl hatte, als zu grinsen. Es war wackelig, so, so so so wackelig. Drohte jeden Moment einzubrechen, wurde überzogen von unzähligen Tränen, die sich immer schneller ihren Weg über sein Gesicht bahnten. Ihm war schlecht. So verflucht schlecht. Er wusste, wie weh Luke die Wahrheit tun würde. Wusste, was sie bei ihm auslösen wurde. Er wusste auch, dass er Luke nicht verdiente. Er hatte es von Anfang an gewusst. Nicht gewusst, dass dies eine Wahrheit war, welche sie von Anfang an verdammt hatte, ihnen jeglichen Happy End verwehrt.. hatte es erst im Laufe der Zeit erfahren. Aber es änderte nichts, nicht? Kyle konnte es trotz allem nicht ändern. "I.. I killed my little brother, Luke." Self-sabotage. Sie hatten nie die Chance auf ein Happy End gehabt, nicht? All Kyle ever really wanted in life was to be loved. Doch das würde er niemals bekommen. Er hatte sich jegliche Chance darauf verspielt. "How could you ever.. love someone like that?" Das tat er nicht. Konnte er nicht. Würde er nicht. Es war das Schlimmste, das Abscheulichste, was er hätte Luke erzählen können. Es war evil. Aber es war die Wahrheit. Und Luke verdiente die Wahrheit, nicht? Er hatte es nicht gewusst. Nicht von Anfang an.. erst, als sich ihre Freundschaft langsam entwickelt hatte.. aber das machte keinen Unterschied. Und dies hätte ihre Freundschaft irgendwann sowieso zerstört. Es machte also keinen Sinn weiterhin zu lügen. Luke kannte ihn nicht. Hatte das nie, nicht? Hielt Kyle für jemand ganz anderen, als er tatsächlich war. Und Kyle liebte ihn wirklich. Liebte ihn so sehr, dass es ihn fast umbrachte ihn mit dieser Tatsache zu konfrontieren. Aber er war besser dran ohne ihn. War es schon immer gewesen. Lukes Liebe.. war nicht echt. Galt einer Person, welche nicht existierte. Wie hatte Kyle ihm das nur antun können..?
Self-sabotage.
All Kyle ever wanted was to have Luke at his side. Forever.
But it was doomed right from the start.