Beiträge von Death XIII

    Kyle & Ced


    'Ich weiß es nicht.' Hah. Ja, das machte Sinn. Es tat dies wirklich. Also was genau hatte Kyle hier nun eigentlich erwartet? Was für eine Antwort, was für eine Lösung? Vielleicht, ja womöglich war die Erwiderung darauf auch dieselbe - und er wusste es schlicht und ergreifend auch nicht. Weil er nicht genau wusste, was in dem Kopf seines Gegenübers vorging und es dies wissen wollte, zu wissen müssen gemeint hatte, zumindest um sich dessem Willen ein wenig anzupassen. Aber scheinbar lag gerade darin das Problem? Wenn Ced nicht wusste, nicht ausdrücken konnte, was es war, was er wollte, wenn es denn gar so etwas wie einen Willen im Moment gab - was brachte dann eine direkte Nachfrage diesbezüglich? Nichts, nichts weiter als Frustration und Verwirrung, für den Blonden zumindest und Kyle Selbst erhielt nichts weiter als leere Worte. Auch, wenn sie eigentlich nicht leer waren. Nein, im Gegenteil - sagten nicht gerade sie soviel aus? Dass Cedric es nicht wusste, keine genauere Antwort als dies geben konnte - war das nicht Antwort und Erkenntnis genug? Kyle holte einen tiefen Schwall Luft, ein lautloses Seufzen schlich über seine Lippen als er die Schultern sinken ließ, ein leichter Hauch der Verspannung löste sich zwischen ihnen. "Okay.", gab er schließlich von sich, sanft, so wie seine Stimme es oft war, warm in einer langsam kalt werdenden Nacht. "Dann machen wir das Ganze ganz einfach ein wenig anders.", fuhr er dann fort, auf seinen Lippen bildete sich ein kleines Lächeln, "Wenn du es nicht weißt, dann sag' ich dir einfach, was mir durch den Kopf geht und wenn du etwas dazu beisteuern willst, dann sagst du ganz einfach Bescheid, okay? No pressure. Falls du nichts sagen willst, dann brauchst du das auch nicht." Ob Cedric dem Russen da so ganz folgen konnte, war fraglich, aber auch das war vielleicht gar nicht so sonderlich wichtig. Im Endeffekt, da zählte doch nur, dass der Junge vor ihm noch am leben war. Und nicht allein. Und dass er ihn von hier weg bekam, so schnell wie möglich, ihn zu sich nach Hause brachte, dort ein Auge auf ihn werfen konnte. So schritt das Halbblut auf Cedric zu, nah genug, um den nächsten Schritt (...) machen zu können. "Ich trag' dich nach unten, Ced. Nicht, weil ich dir das nicht selbst zutraue oder so. Ganz einfach.. weil ich mich ansonsten die nächsten zwanzig Minuten verrückt machen würde, ob du nicht doch Umkippst, wir beide aus Versehen die Treppen runterpurzeln oder weiß Gott was passiert. Nennen wir es eine etwas egoistische Bitte." Eine kurze Pause folgte, in der Kyle mit den Schultern zuckte: "Hey, der Typ, der mich damals ertragen musste, musste mich auch schultern und selbst dann konnte ich nicht gescheit laufen und war a pain in his ass." Ein kleines Grinsen, was auf seine teils scherzhafte letzte Bemerkung folgte, ehe er sich so hinstellte, dass Ced recht einfach in die verlangte Position gehen konnte. "Also, bereit?"

    Rick & Ran


    Eine Tür, in einer belebten Bar, an einem nicht ganz so belebten Abend, die in den Riegel fiel - nicht gerade etwas, was unter eben genannten Umständen sonderlich auffiel oder zumindest sonderlich beachtet wurde. Es war also kein Wunder, dass auch Rick dem Ganzen nicht viel Aufmerksamkeit schenkte oder aber Gedanken darüber machte, wer genau es war, der diese so unsanft hatte zufallen lassen. Auch das wütende Knurren eben jener Person, die seinen Namen nannte, blieb ungehört, bloß Schritte, die näher kamen, eine Präsenz, die Sekunde von Sekunde mehr in seinen Umkreis drang, das war das Einzige und Erste, was dem Mann auffiel. Es folgte rasch eine Hand, eine flache, keine Faust, kein Inhalt - die auf die Theke, nicht weit von ihm knallte und eine Stimme, die erklang, gereizt, auf gewisse Weise bekannt und ihm eine absurde Frage stellte. Ein lautloser Schwall an Luft entkam der Kehle des Amerikaners, belustigt über jenes Geschehen, über das Auftauchen jener Person - schlicht und ergreifend belustigt, so wie sie er es oft war. Versprach dieser Abend also doch noch ein wenig Unterhaltung, war ein wenig Aufmerksamkeit seinerseits wert? Fraglich, doch der Mann würde die Gelegenheit zumindest nicht ignorieren. Er sah nicht auf, nein, warf keinen einzigen Blick in die Richtung der jungen Frau, die ihn so forsch angegangen war, brauchte dies auch nicht, wusste er doch, mit wem er es zu tun hatte und hatte diese Person ihre emotionale Lage doch so deutlich zu erkennen gegeben. Ruhig nahm der Latino einen Schluck von seinem Getränk, ließ es dann ein wenig sinken, begutachtete das Elixir in seiner Rechten. "Ich weiß.", gab er unter einem Seufzen hervor, in der Stimme lag ein Hauch von Enttäuschung und Selbsterkenntnis, "Ein Whisky on rocks mit so wenig Eis? Eine Schande, wirklich - aber ich dachte, ich könnte bei dem Barkeeper mal ein Auge zudrücken.", fuhr er schließlich fort, diesmal entkam der Schwall als ein leise vernehmbarer Laut. Die rechte Hand, die noch immer das Getränk hielt, hob sich zu seinem Gesicht, stützte dieses nun ab, während er seinen Körper ein wenig in die Richtung des Besuchers wand und ihr dann doch ein wenig seiner Aufmerksamkeit schenkte, seine Augen zu den ihren wandern ließ. Ob sie die Gelegenheit des Drinks in der Nähe seines Antlitz nutzen und ihm diesen aus den Fingern entreißen und in sein Gesicht kippen würde? Möglich, wenn man einmal bedachte, wen er da vor sich hatte und welch Temperament die Dame besaß. Und seine Antwort auf ihre Frage? Nun, die war auch nicht wirklich das gewesen, womit man eben jenes Feuer hätte löschen können - aber zum einen, hatte er dies auch nicht wirklich beabsichtigt und zum anderen, da war dies auch schlicht und ergreifend gar nicht möglich gewesen. Ganz gleich, was er von sich gegeben hätte - die Braunhaarige hätte sich wohl mit Nichten damit zufrieden gegeben. Es war ein kleines Schmunzeln, was auf seinen Lippen lag, bevor er weitersprach: "Gut, da wir beide das mit dem absoluten Schwachsinn von uns geben jetzt abgehakt haben, wie wäre es, wenn du mir einfach sagen würdest, was ich in deinen Augen so grotesk Falsches mache, damit aus dieser Konversation womöglich doch noch etwas Sinnvolles zustande kommt?"

    Gaius & Tori


    "Eintopf, huh..?", wiederholte der Schmied nachdenklich die Worte seines Gegenübers, begutachtete derweil noch immer das Küchenmesser, welches sich inzwischen auch schon in seinen Händen befand. Oh, das hatte aus der Ferne weitaus schärfer ausgesehen. Kümmerte sich denn Niemand um diese Messer hier? Vielleicht konnte man es noch ausreichend zum Kochen benutzen, da konnte Gaius natürlich nichts zu sagen, aber für seine Verhältnisse war das Schmuckstück in seinen Händen definitiv ein wenig der Zeit wegen verkommen. Vielleicht sollte er die ganzen Utensilien ja mit nach Hause nehmen? Sie ein wenig aufpeppen? Der Gedanke daran, sie einfach hier zu lassen brachte sein leidenschaftliches Herz dann doch ein wenig zum Bluten. Er erwischte sich dabei, in Gedanken versunken zu sein und bemerkte rasch, dass er ja noch gar nicht zu Ende gesprochen hatte: "Eintopf klingt gut. Da kann man alles hineinwerfen, was man nur möchte, nicht? Ja, das gefällt mir! Vielleicht sind Eintöpfe dann auch meine Leibspeise, wenn ich alles an Essen gerne mag..? Was meinst.. - Huh?" Eine plötzliche Bitte nach Hilfe, die den jungen Mann sofort aufblicken ließ. 'Hilf mir.' Für einen Sekundenbruchteil zuckten seine langen Ohren, alarmiert huschten seine Augen zur Bebrillten, die jedoch ins keinster Weise in Gefahr zu schein schien. Ging es ihr vielleicht auf einmal schlecht? Fühlte sie sich schwach? Hatte sie aus dem Fenster wieder diesen verfluchten Ork entdeckt, der sie einfach nicht in Ruhe lassen wollte? War es also doch gut, dass er bereits ein Messer parat hielt? Aber nein, nicht davon traf zu, denn sie fuhr schnell mit einem Auftrag fort - er solle ihr bei Linseneintopf mit Blumenkohl helfen. Ein kleines Schmunzeln gepaart mit einem kurzen Kichern entkam seiner Kehle: "Was meinst du mit 'Hilf mir'? Das war doch die Idee, dass ich dir helfe? Das wir zusammen kochen?" Etwas verwirrt, aber dennoch amüsiert von ihren Worten ließ er das Messer wieder auf die Theke sinken, hob jedoch in dessen Präsenz eine Hand zusammen mit seinem Zeigefinger in die Höhe, eine Geste, die dem neu gewonnenen Freund den provisorischen Abschied erleichtern und signalisieren sollte, dass er warten und auf seine baldige Rückkehr hoffen sollte. Gaius warf einen schnellen Blick durch die Küche, konnte jedoch auf Anhieb keinen verlangten Blumenkohl oder Linsen oder.. irgendeine andere Zutat, von der er vermutete, dass sie benötigt wurde, erblicken. ".... Tori?", begann er also, warf sein einzelnes Augenmerk wieder auf die Magd nicht weit von sich entfernt und legte den Kopf ein wenig schief dabei, "Was.. uhm.. ich glaub' ich brauch da etwas genauere Anweisungen."

    Kyle & Ced [Bro-time auf 'nem Dach]


    Ah. Da war sie wieder, diese kleine Phase der Stille, des Schweigens beider Anwesenden, dieser immer wiederkehrende Zeitraum, in jenem man die Stille der Nacht unverkennlich im Hintergrund wahrnehmen konnte, solange man doch nur ein wenig darauf achtete. Der Punk wartete auf eine Antwort, eine Reaktion seines Gegenübers - auch wenn es nicht darum ging, dass Cedric wählte. Man konnte eben jenes vielleicht meinen, hatte Kyle den Jungen doch gerade vor eine Wahl gestellt - aber ganz ehrlich? Händchen haltend runtergehen? Der Sicherheit halber? Wo war das denn bitte ein ernst gemeinter Vorschlag gewesen? Wie um Himmels Willen hätte das denn funktionieren sollen? Gut, sollte Ced in jenem Fall den Halt verlieren, so würde er bloß ein, zwei, vielleicht drei Treppenstufen fallen, bevor der Schutz von den Russens Griff in Kraft treten würde - aber wirklich hilfreich? Nein, das war das auf keinen Fall. Wahrscheinlich würde dies nur stressig für den Weißhaarigen enden, da er sich die endlos andauernden Etagen lang darauf konzentrieren müsste, aufmerksam zu bleiben, damit nicht am Ende er aus Versehen durch des Blonden Gewicht zu Boden geworfen werden würde. Im Endeffekt hatte er diese zweite Option also überhaupt erst in die Runde geworfen, damit die andere im Vergleich dazu so legitim und sinnvoll erschien, wie sie eigentlich auch war - aber Cedric? Der schien nicht sonderlich beeindruckt davon. Stattdessen sah er Kyle bloß eine Weile lang wortlos an, ehe sich ein gequälter Ausdruck auf seinem Gesicht ausbereite und er ein kleines, fragendes okay von sich gab, gepaart mit einem zähen Schulterzucken. Das Halbblut wusste einen Augenblick lang nicht, wie er eben jene Informationen nun zu verarbeiten hatte - und kräuselte letztendlich kurzerhand die Lippen, während er offensichtlich seine nächsten Schritte überdachte, da er seinen Kopf etwas unzufrieden hin und her bewegte. Es dauerte keine fünf Sekunden, da war der Gepiercte damit auch schon wieder fertig - und gab ein leicht frustriertes, eher geschlagen klingendes Seufzen von sich. "Ooooh, come on, dude!", entkam es seinen Lippen fast gleichzeitig mit dem Seufzen und er war derweil von einem Fuß auf den anderen getreten, hatte etwas unruhig sein Gewicht so von einer, zur anderen Seite verlagert. "Du kannst doch nicht mit Okay antworten und dabei so ein Gesicht ziehen! What am I supposed to do with that?", beschwerte er sich ein wenig, hob dann jedoch schnell den Zeigefinger in die Höhe, als ihm die Vermutung kam, dass Cedric daraufhin mit einer Entschuldigung reagieren mochte und mahnte ihn somit, dies nicht zu tun, ließ die Hand dann auch wieder sinken. Gott, er wollte seinen Gegenüber ja nicht auf deinen Rücken zwingen, wenn dies für ihn das Letzte wäre, was er in diesem Leben machen würde. Zumindest erweckte der Musiker gerade eben jenen Eindruck und sein Verhalten brachte Kyle dazu sich ein wenig schlecht zu fühlen - ah, verdammt, wo lag denn überhaupt das Problem?? Wieso sah Ced ihn an, als hätte er ihn gerade zu hundert Liegestützen aufgefordert? Sollte der Russe ihn nun wirklich einfach zu seinem.. konnte man es Glück nennen? zwingen? Ah, warte. Er konnte doch einfach fragen, nicht? Die andere Person, nicht sich selbst. "Was ist das Problem, Ced?", fragte er also gedankenlos aus dem Moment heraus, möglicherweise etwas ungeschickt, der Unterton hielt eine Mischung aus Besorgnis und Interesse bereit. Und dann kam er, der nächste Gedankenblitz und wieder erhob der Jüngere kurzerhand das Wort: ".. und nein, du bist nicht das Problem.", ergänzte er, um dem Mund oder den Gedanken des Älteren erneut zuvor zu kommen.

    Kyle & Ced [Bro-time auf 'nem Dach]


    Der Kopf des jungen Mannes neigte sich ein wenig zur Seite, der Blick in seinen Augen wurde ein wenig schief, als Cedric seine Worte wiederholte, langsam, zäh - und dann wortlos mit den Schultern zuckte. Gepaart mit der Tatsache, dass der Ältere sich immer noch an ihn klammerte, womöglich allein schon das Stehen ohne seine Stütze eher schlecht, als recht von statten gehen würde - das alles waren super Argumente dafür, dass der Blonde das Zusammentreffen mit den Treppen heil überstehen würde! Aber auch nur deshalb, weil er den Teil mit dem Zusammentreffen wahrscheinlich wörtlicher nehmen würde, als es Kyle lieber war und er hoffte wirklich, dass sein Gegenüber jetzt nicht tatsächlich darauf bestehen würde, es doch allein zu versuchen. Wieder wiederholte er einen Teil von des Punks Worten und schüttelte ganz schwach den Kopf, ehe sich dieser Richtung Ausgang wand, in das leere Schwarz der Tür blickte. Der Blick des Russen hingegen blieb auf Cedric hängen, beobachtete seine Mimik und wartete einige Momente, doch.. ja, bis auf das Anstarren der schweren Tür geschah nichts weiter mehr. Kyle hatte die Geste des Musikers als Verneinung aufgenommen, runzelte dann jedoch ein wenig die Stirn, denn von selbst losgehen, das schien der Junge ja auch nicht zu wollen. Ein Umstand, über den das Halbblut erneut sehr froh war, aber weiter kommen.. taten sie so definitiv auch nicht. Also folgte Kyles Blick kurz dem seines Gegenübers, kam jedoch schnell auf den Blauäugigen zurück und er bewegte sich ein kleines bisschen, so, dass er die Sicht seines Chatkumpels auf das Ungewisse blockierte und dieser stattdessen nun das Gesicht des Anderen vor sich hatte. Eine wortlose Erinnerung daran, sich auf ihn zu konzentrieren und nicht auf die unzähligen Gedanken, die ihm bei der gähnenden Schwärze vor sich in den Sinn kamen. "Yeah.", erwiderte er dann, etwas spät und auch etwas verwirrt, allerdings auch genauso belustigt auf Ceds Frage, "Ich will dich definitiv die Treppen runtertragen." Eine kurze Pause, dann wurde der Blick des Weißhaarigen wieder etwas ernster, auch wenn auf seinen Lippen, wie so oft, der Ansatz eines Grinsens nicht weit entfernt lag. "Either wir machen das so, also, dass ich dich Huckepack nehme... ooooder aber wir werden Händchen haltend runtergehen. Das ist mein absoluter Ernst, Ced. Das sind unsere beiden Optionen. I repeat, I am not joking." Ihm entkam ein kleines Glucksen, auch, wenn seine Worte ansonsten eigentlich die passende Ernsthaftigkeit für die Situation ausgestrahlt hatten - aber die Vorstellung, zumindest Letztere und Ceds Reaktion darauf brachen diese dann doch kurz auf, zu amüsiert war er darüber. "Also sag mir, welche dir lieber ist."

    Kyle & Ced [Bro-time auf 'nem Dach]


    Versprechen waren merkwürdig, nicht? Menschen machten sie immer wieder, in der unterschiedlichsten Art und Weise, aus den unterschiedlichsten Gründen. Versprechen hatten ein simples Konzept - sie basierten auf Vertrauen, sie waren ein Schwur, eine Versicherung, dass die gesagten Worte der Wahrheit entsprachen, dass das, was in den Raum geworfen wurde, auch wirklich in die Tat umgesetzt werden würde. Was jedoch nicht so simpel war - das war wohl die Ausführung. Wieso machten sich Menschen stets Versprechen, wenn die meisten am Ende des Tages doch sowieso gebrochen wurden? Was war es, was diese Lebewesen so sehr von diesem Konzept überzeugte? War es eine Selbsttäuschung? Ein Versuch, mit dieser Geste, die doch soviel Wert zu haben schien, das unumgängliche Schicksal, den Lauf der Dinge auszutricksen? Vielleicht auch einfach nur sich selbst umzustimmen? Waren Versprechen wertlos, konnte man sich doch nie auf deren Ausgang, auf deren Richtigkeit verlassen? Es war unwahrscheinlich, dass irgendwer behaupten konnte, noch nie in seinem Leben einem gebrochenem Versprechen begegnet zu sein. Vielleicht, vielleicht da konnte auch Niemand von sich behaupten, noch nie eines gebrochen zu haben. Also wieso? Wieso machte man sie denn dann? Falsche Hoffnung? War es das? Und nahm es das Gewicht aus einem Versprechen, wenn dieses letztendlich doch nicht gehalten werden konnte? Oder war es der bloße Gedanke, der bloße Wille, ja, lediglich das Vorhandensein der ehrlichen Intention der die eigentliche Essenz dessen ausmachte? Hielten Menschen deshalb an diesem Konzept fest? Weil die Aussprache eines Versprechens etwas über die Person sagte, die es machte? Dass sie zumindest versuchen wollte, sich zumindest der Gedanke, dies zu tun, in ihren Kopf geschlichen hatte?
    Kyles kindlicher Ausdruck verschwand nicht aus seinem Gesicht, auch dann nicht, als ihm auffiel, wie sich das seines Gegenübers merklich änderte. Der Weißhaarige wusste nicht weshalb - ja, das mit dem Nachvollziehen war nicht so einfach, bei einem Fremden gab es nur Vermutungen, die getroffen werden konnten. Ob es also an dieser Geste lag, ob Cedric mit sich selbst haderte, ob er Kyle vertrauen konnte - etwas, was dem Punk sowieso schon bewusst gewesen war - oder etwas ganz anderes, ah, wer konnte das mit Sicherheit sagen? Der Russe erwartete nicht einmal, dass der Blonde seine Geste erwidern würde. Das brauchte er nicht, dafür bestand keine Notwendigkeit. Es war mehr eine Verdeutlichung, eine symbolische Aktion, auch, wenn der Ältere nicht reagiert hätte. Kyle brauchte sich nichts mit Cedric zusammen zu versprechen, um es genauso ernst zu meinen, wie er es tat. Er wusste ohnehin, dass er sein Versprechen halten würde - simpler konnte er es gar nicht ausdrücken. Wenn es eine Sache gab, die Kyle wirklich, wirklich wichtig war - dann war es, die Menschen, die er einmal in sein Leben ließ, nie wieder loszulassen. Selbst, wenn diese glaubten, dass er nicht auf ihrer Seite stand, selbst wenn sie ihn von sich stießen - der Amerikaner würde alles tun, um sicherzugehen, dass er blieb. Wenn er einmal versprach, zu bleiben, den Anderen niemals allein zurückzulassen, nie zu verraten - dann meinte er das auch so. Auch, wenn der Teil mit dem Verraten schwierig war. Man konnte sich auch ohne richtigen Verrat betrogen fühlen, etwas als Verrat sehen, was nie ein Verrat gewesen war.. was man selbst nie bemerkt, nie so gesehen, nie so intentioniert hatte.. ah, ja, das hatten wir schon einmal gehabt, nicht? Und das Lächeln wandelte sich erneut zu einem kleinen Grinsen, als Ced die Geste erwiderte - wich dann jedoch aus zwei Gründen schnell wieder ins Neutrale. Zum einen, da Kyle bewusst war, dass irgendetwas nicht stimmte, dass das hier aufgezwungen wirkte - und das, obwohl es das doch nicht war, obwohl der Punk keinerlei Erwartungen an den Musiker gerichtet hatte. Aber er entschied sich dafür, nichts zu sagen, dies unkommentiert zu lassen, Cedric nicht mit einem Hinterfragen seiner Aktionen zu überrumpeln, zu überraschen und zu überfordern. Das mit dem Hinterfragen, das machte der Blonde wahrscheinlich eh schon zu genüge, gerade, oft, immer? Aber dann war es doch der Gepiercte, der ein wenig überrascht wirkte, als Cedric die Geste wandelte, die Finger nach seiner Hand ausstreckte, darauf wartete, dass auch er das tat. Ironisch, irgendwie. Immerhin war einer der Gründe, weshalb der Grauäugige überhaupt erst den kleinen Finger gereicht hatte, gewesen, um Ced danach die Hand reichen zu können, so dann noch einmal die Frage von zuvor stellen zu können. Aber der Mann kam ihm zuvor und nach einem Moment der Verwunderung tat auch Kyle es ihm gleich, umklammerte die Hand, die ihm gerecht wurde, fest und er gab sich überhaupt nicht mal die Mühe, den erfreuten, glücklichen Ausdruck auf seinem Gesicht irgendwie zu verbergen. "Alright, Ced.", sprach er leise, die Blicke trafen sich noch ein letztes mal, fest, aussagekräftig, und dann hob sich sein Körper leicht aus der Hocke hervor, "Aaaaaand... Up we go!" Und während er sich dann letztendlich wieder komplett aufrichtete, zog er auch den anderen, seinen Gegenüber mit sich, zog ihn hoch, solange, bis beide zusammen wieder auf den Beinen standen. Nicht sicher, ob der Student sich auch mit Sicherheit auf diesen halten konnte, stand das Halbblut nah an ihm dran, stützte ihn sicherheitshalber ab. "Okay - wie sicher fühlst du dich gerade auf den Beinen? Denn von dem, was ich hier gerade sehe.. würde ich dich definitiv lieber die Treppen runter tragen, als dich beim randomly Purzelbäume schlagen zu beobachten." Auch, wenn ihm diese Vorstellung ein kleines Schmunzeln auf die Lippen schmuggelte.

    Kyle & Ced [Bro-time auf 'nem Dach]


    Es war ulkig, wie sich das Ganze hier ergeben hatte. Um ehrlich zu sein - Kyle hätte niemals erwartet, sich auf einem Dach wiederzufinden, nicht so, nicht mit jemand anderem, nicht in solch einer Konstellation. Er war froh, dass er hier war, das war er ungemein. Aber es war auch komisch, in welche Richtung sich die Dinge manchmal entwickelten. Damals, da hatte der Punk nicht weiter gewusst. Ah, das Gespräch mit Dirk, die ganze Situation einfach war wirklich komplett anders abgelaufen als das hier. Zum einen, weil der Halbrusse bei der Ausübung seines Plans so betrunken, wie nur möglich sein wollte - verständlich, nicht? Und zum anderen.. war er wirklich wütend auf den Postboten gewesen, schlicht und ergreifend deshalb, weil er ihn vorm Sturz bewart hatte. Und.. aus viel komplizierten Gründen natürlich auch, immerhin war auch die Beziehung der Beiden damals durchaus als kompliziert zu beschreiben. Und Dirk? Der Braunhaarige hatte ebenfalls einen komplett anderen Schlachtplan als Kyle gerade an den Tag gelegt. Eine merkwürdige, verwirrende Mischung aus Sorge, Fürsorge gar, einer netten, kindlichen Naivität und das gemischt mit Desinteresse und Sarkasmus und passiv Aggressivität - ah, wie hätte das Halbblut da nicht wütend werden können? Das war immerhin schon immer das Problem gewesen, nicht? Wer wäre von so einem Verhalten denn nicht überfordert? Unter normalen Umständen bereits schon? Im Endeffekt, hatte der Weißhaarige nie verstanden, wieso Dirk ihn immer wieder zu sich zog, ob nun metaphorisch oder bildlich wie auf dem Dach, nur um ihn dann im nächsten Moment wieder von sich zu stoßen. Ah, es hatte ihn wirklich verrückt gemacht. Aber eine Sache - die eine, die hatten sie gerade wirklich gemeinsam. Sowohl Kyle und Cedric, als auch Dirk und er. Bei dem einen Paar lag die Gemeinsamkeit darin, dass auch er damals gefragt worden war, ob er nicht langsam mal gehen wollte - und auch ihm hatte das die Sprache verschlagen. Wohin hätte er damals denn auch gehen sollen? Einfach weiter auf den Straßen rumlaufen, so, als ob nie etwas gewesen wäre? Ganz allein? Ohne Luke und auch ohne Dirk, denn mal ganz ehrlich - der Kerl wäre sowieso wieder verschwunden, hätte sich wahrscheinlich nicht einmal einen zweiten Gedanken um das Ganze geschert. Und damals, bei ihm, da war es Kyle gewesen, der, fast schon ein wenig unverschämt, vorgeschlagen hatte, bei dem Postboten zu übernachten - aber was hatte er in dem Moment schon groß zu verlieren gehabt, nicht? Auch das war interessant - die zwei verschiedenen Arten, mit denen die Beiden Lebensmüden damals mit der Situation umgegangen waren. Sie waren komplett verschieden, nicht? Cedric benahm sich passiv, während Kyle aktiv geworden war. Aber das Ziel? Das war an dem Tag für beide doch das Gleich gewesen. Ah, wie sehr war dem Amerikaner damals nur ein Stein vom Herzen gefallen, als Dirk sich mit seinem Schicksal abgefunden und ihn tatsächlich bei sich hatte übernachten lassen? Erleichterung. Die hatte er wirklich verspürt. Auch, wenn er dann nach ein paar Stunden des ausnüchternden Schlafes wortlos das Weiter gesucht hatte. Und Dirk, er hatte..
    Ah. Kyle machte es besser, als Dirk, nicht? Gott, das hoffte er ja wohl. Actually - es würde ihn wirklich, wirklich anpissen, würde er gerade genauso scheiße sein, wir der Ältere es gewesen war. Klar, der Typ hatte ihn am Ende des Tages gerettet und bei sich schlafen lassen, aber der ganze Rest..? Und dann hatte er ihn vor ein paar Stunden auch noch in der Plaza gesehen, das war wirklich.. Egal. Gerade, zumindest. Am Ende, da hatten Ced und Kyle die Tatsache gemeinsam, dass sie beide einen Ort gesucht hatten, der sie aufnimmt, sie auffängt. Und noch bevor Kyle darüber hatte nachdenken können, dass der Blonde vermutlich genau das gerade wollte, was er früher gewollt hatte - da war für ihn sowieso schon klar gewesen, dass der Musiker heute Nacht bei ihm schlafen würde. Ehrlich, hatte wirklich irgendjemand etwas anderes von ihm erwartet? Dass er den Jungen einfach mit ein, zwei aufmunternden Worten in die Welt schicken, sich nicht mehr um ihn Sorgen, nach ihm sehen würde? Er hatte sich gottverdammt nochmal versucht umzubringen - und er war gerade zum Freund des Punks erklärt worden, also war der weitere Verlauf der Dinge nur selbstverständlich. Und als Cedric dann sprach, dieses eine, kleine Wort, diese fast schüchterne Nachfrage - da sah der Jüngere ihn einen Augenblick lang stumm, ein wenig verblüfft über die Aussage - aber eigentlich doch auch so gar nicht - an. Ein klares Glucksen entkam aus seiner Kehle, und das Grinsen auf den Lippen glich nun wieder mehr einem Lächeln: "Wirklich.", wiederholte er, das Wort bestimmt betont. Es hätte mehr gesagt werden können, ja, definitiv - mehr Erklärungen, mehr Versicherungen. Oh, ja, wir wussten, dass Kyle gern und viel reden konnte. Aber gerade? Da fand er eine solche Antwort mehr als passend. Manchmal brauchte es keine großen Ausschweifungen - manchmal, ja, da waren wenige Worte glaubwürdiger, als ein Roman, der doch irgendwie so wirken konnte, als wolle er vom eigentlichen Thema ablenken, als würde er lügen, flunkern und mit dem Schwall an Buchstaben von dieser Tatsache ablenken, den Gegenüber von der falschen Wahrheit überzeugen zu versuchen. Die linke Hand hob sich ein kleines Stück, wirklich nur ein klitzekleines bisschen und der Amerikaner formierte seine Hand so, dass sie zur Faust geballt war und nur noch der kleine Finger in Richtung Cedric herausstreckte: "Pinky promise?", fragte er in kindlicher Seriosität nach dem Kindergartentagen Schwur und jetzt wich die Grimasse doch noch einmal in Richtung albernes, doch breites Grinsen.

    Kyle & Ced [Death & Shit - auf 'nem Dach]


    Es war immer merkwürdig, wenn man Dinge nicht wusste. Wie viele Dinge zusammenhingen, wie viele Dinge durch einen beeinflusst wurden, wessen Leben durch die kleinste Aktion von einem Selbst anfingen, sich zu verändern. Eine Erkenntnis, die beängstigend und doch so vollkommen, so bedeutsam zugleich war. In einem jeden Menschen lag solch eine Unwichtigkeit, solch eine Kleinheit im großen Ganzen und doch, doch war es nicht zu verneinen, dass jegliche Aktion eine Gegenreaktion hervorbrachte. Selbst das bloße Fehlen, das Nichts tun war etwas, was etwas Neues bewirkte - wieder etwas, dessen sich Kyle nicht komplett bewusst sein konnte, aber so wäre wohl auch Cedric nicht mehr hier, hätte es sich für das Nichts entschieden. Und genauso wenig wusste der Punk, wie sehr er gerade ins Schwarze traf, hatte absolut keine Ahnung davon, die Worte der Unbekannten wiederholt und später noch eine weitere der Karten, die jene gezogen hatte, auf das Dach geworfen zu haben. Genauso wenig war er sich der Symbolik bewusst, die sich doch so offensichtlich, so aufdringlich im Hintergrund abspielte - der Mond, der auf ihn hinab schien, der von Illusionen und Betrug sprach. Das absolute Gegenteil von der Sonne, in der zuvor der erste Kumpane des Musikers gestanden hatte - die Sonne, die zu einem glorreichen Abenteuer lud, die versprach, auf dem richtigen Weg zu sein. Wieso also waren diese beiden Himmelskörper vertauscht? Hatte sich der Blonde also falsch entschieden? Log der Russe ihn in wirklich doch an? Gab falsche Versprechen, hatte eigentlich andere Hintergedanken im Kopf? Pläne, die er schmiedete, Dinge, die er sich hiervon versprach? Wer war also gefährlicher? Der Mann, der seine Intentionen offen ausgesprochen, sie bloß schön verpackt hatte - oder aber jener, der das versprach, was richtig zu sein schien? Das, was man von Anfang an gewollt hatte? Von dem Vergessen wurde, es überhaupt jemals gewollt zu haben? Konnte Jemand tatsächlich in so ehrlicher Absicht agieren? Wieso überhaupt? Schließlich hatte er Cedric zuvor doch nur eine knappe Stunde, vielleicht sogar weniger gesehen. Man sagte doch nicht umsonst, Fremden war nicht zu vertrauen, nicht?
    Cedrics Augen weiteten sich, der Gepiercte sah, wie er seinen Mund einen Spalt weit öffnete - er fragte sich, ob er etwas hatte sagen wollen und wenn ja, was es denn wohl gewesen wäre? Seine Knie zogen sich wieder näher an seinen Körper, in seinem Gesicht bildete sich ein Ausdruck des Schmerzes ab, welchen der Amerikaner nicht deuten, aber dafür umso mehr gleichermaßen spüren konnte. Einen Moment später wurde ihm bewusst, was er unterbewusst wohl schon zu wissen gepflegt hatte - die Wiederholung, die er hier vollbrachte. Die, des Mannes, der Cedric zuvor fast das Leben genommen hatte - das war es doch auch gewesen, was hier passiert war, nicht? Das Lächeln auf seiner Miene wurde etwas schwächer, während er den Älteren vorsichtig beobachtete. Auch, wenn diese Aktion, diese Nachahmung zumindest unterbewusst geschehen war - lag nicht die Stärke, die Immens dahinter fast schon an eben jenem Fakt? Das Gegenteil aufzuführen, aus etwas Schlechtem etwas Neues, etwas Gutes machen. Das machte Sinn, ja - aber auch darin lag die Gefahr, die Angst, die erdrückende, schon bekannte Erfahrung. War der Blick des Studenten deshalb so gequält? Waren die frischen Wunden erneut aufgerissen, drohte ein möglicher Verrat sich anzukündigen? Ein Flüstern. Ein Blick, der sich senkte. Augen, die sich mieden. Die Hand des Mannes sank ein wenig, ein Hauch von Sorge, mehr des Mitgefühles legte sich in die grauen Iriden, ein paar wenige Sekunden der Stille herrschten im Raum. Angst, huh? Eine solch simple und doch so komplizierte Aussage. Ein Blick, der wieder hoch huschte, nun eben jene Iriden zu suchen schien. Eine Stimme, die versagte, Worte, die nicht folgten, die niemals würden ausgesprochen werden. Die ausgestreckte Hand, sie sank nun völlig, verschwand aus der Sichtweite des Älteren. Noch während er gesprochen hatte war das Halbblut in Bewegung gekommen, erneut, hatte sich vorsichtig, langsam mit dem Körper nach unten bewegt, war in die Hocke gegangen, befand sich mit seinem Gegenüber nun fast wieder auf Augenhöhe. "Das glaub ich dir.", erwiderte er gemächlich auf die erste Aussage des Mannes hin, "Das hätte ich an deiner Stelle wohl auch." Das Gesicht, welches einen Moment lang ins Neutrale gewichen war, welches von nichts anderem, als Verständnis und Empathie dem Anderen gegenüber gefüllt war, begann wieder die Spuren eines kindlichen, des bekannt herzlichen Lächelns zu zeigen. Die Hände, die ebenfalls mit ihm gen Boden gewandert waren, bewegten sich nun wieder ein Stück weit in die Höhen, blieben dort stehen, wo sich die Arme des Blonden befanden und ruhten sich letztendlich mit kaum vorhandenem Druck auf diesen aus. Wenn er bereit war, dann konnte der Musiker so selbst nach den Händen greifen, selbst bestimmen, war nicht einem Greifen ausgeliefert, nicht dem Wohlwollen eines anderen ausgeliefert. Er hatte ein Mitbestimmungsrecht, er besaß das Wissen, dass Jemand da war - und das hier war etwas, was die Beiden gemeinsam taten, keine Rettung, keine Niederlage. Cedric war kein Prinz, der von dem bösen Drachen gerettet werden musste - und es wäre anmaßend gewesen, ihn so zu behandeln.
    "Wieso machst du dir darüber so einen Kopf? Ich hab' doch gesagt, dass wir zusammen runtergehen, Ced. Ich hatte eigentlich gedacht, heute wäre der perfekte Zeitpunkt für unsere erste gemeinsame Übernachtungsparty..", ein kleines, freches Grinsen huschte über seine Lippen, "Wieso sonst hab' ich denn vor ein paar Tagen meine komplette Wohnung aufgeräumt?" Ah, vielleicht hätte er direkter sein sollen? Die Einladung, die er dem Blonden übergab, die Worte, die in einer leichten, unbedrückten Weise formuliert und gesprochen waren, aber letztendlich nicht präzise auf den Punkt kamen. Vielleicht sprach er ja tatsächlich ungewollt in Rätseln? Aber nein, seine Absicht hier war doch eindeutig genug, oder? "You know.. ich hab' nicht vor dich mit dem ganzen Shit allein zurückzulassen. Dein Shit ist jetzt offiziell auch mein Shit, okay? That's just how friendship works." Er zuckte ein wenig überdramatisiert mit den Schultern: "I dont make the rules." - Obviously, it was him who made the rules.

    Gaius & Tori


    Ein wenig überrascht wirkte er dann schon, der Zwerg, als die Blonde gleich vorschlug etwas komplett Neues zuzubereiten. Ah, aber war das nicht wahnsinnig viel Arbeit, Tori? Und war es nicht bereits ebenso wahnsinnig spät? Dabei hatten sie das andere Essen doch noch gar nicht verspeist, auch wenn dieses wahrscheinlich inzwischen schon kalt, matschig und ungenießbar war. Gaius Verwirrung über diesen Vorschlag war ihm also ins Gesicht geschrieben, dennoch blieb er still und überlegte kurz, ob er denn wirklich einen Einwand erheben wollte - immerhin schien sein Gegenüber so begeistert, so voller Tatendrang, dass es wirklich, wirklich schwer fiel. Der Schmied war sich nicht sicher, ob Tori in ihrer Ekstase gar nicht bewusst war, worauf sie sich da gerade einließ, oder sie es sehr wohl war - und es dementsprechend dumm gewesen wäre, etwas dagegen zu sagen. Aber dazu kam er dann auch nicht, denn schnell wurde der Mann von der Bebrillten Richtung Haus befördert, daran seine Hand loszulassen schien sie überhaupt nicht zu denken und Gaius konnte nicht anders, als die Magd fasziniert dabei zu beobachten. Ein kleines Grinsen schlich sich auf seine Lippen und auch, wenn ihm nicht ganz klar war, wieso die Frau sich so benahm, wie sie es gerade tat - da erfreute diese Tatsache ihn dennoch. Die Alchemistin war schon immer Jemand gewesen, der wirklich aufblühte, wenn er in seinem Element war. Der Einäugige war schon immer davon gefesselt gewesen, wie sie über die Dinge sprach, die sie begeisterten, wie sie sich dann gab, wie sie sich benahm, was sie dann ausstrahlte. Und gerade, da gab die Belesene eben jene Energie frei, glich einer Kraft der Natur, die aus dem Nichts entfacht worden war und wer wäre er gewesen, wenn er da den Blick hätte abwenden können? Bedeutete dies, dass.. er sie gerade begeisterte? Diese Sache, die gerade zwischen ihnen ablief? Liebe? Hatte diese die Besonderheit all jene alltäglichen, nicht wirklich atemberaubenden Dinge in etwas komplett anderes zu verwandeln? Nicht, dass Gaius sonst eine zynische oder nihilistische Einstellung an den Tag legte, aber.. oh. Da waren sie ja auch schon, wieder in diesem Raum, dieser relativ großen Küche. Es war etwas verwirrend in seinen Gedanken zu leben, so darin versunken zu sein, dass man viel weniger von der Außenwelt mitbekam, als sonst - für den Schmied, zumindest. Ob es an den heutigen Geschehnissen, an Tori oder sonst etwas lag - das vermochte er mit Nichten zu sagen. In der Schmiede hatte er wenig Zeit mit seiner Gedankenwelt verbracht - naja, zumindest hatte er sie immer laut ausgesprochen und somit in die Realität befördert. Wieso denn auch nicht? Bei der Arbeit war er immer allein gewesen und auch wirklich gesellig hatte die Bewohner dort sich ebenfalls nicht gezeigt.. und vor Leo hielt sich der Zwerg sowieso nie zurück, dieser wäre doch sowieso mit beiden Optionen je nach Wetterlage unzufrieden gewesen. Jetzt mit einem anderen Menschen jedoch und das schon eine so lange Zeit über.. war es da merkwürdig jeden Gedanken über die Zunge gleiten zu lassen? Nachdenklich beobachtete Gaius die blonde Frau vor ihm, "Ich weiß gar nicht wie das hier funktioniert..", sprach er leise, ein wenig geistesabwesend die unbedachten Worte, realisierte gar nicht, dass sein Mund doch dasselbe macht wie immer und das aussprach, was ihm auf dem Herzen lag - bis er dann zu spät dafür war. Ah. Auch noch so ungeschickt, so ungefiltert formuliert! Es war doch bloß eine nüchterne Feststellung gewesen - die er auch genauso ausgesprochen hatte. Liebe. Zwischen zwei Lebewesen - ja, wie funktionierte die? Wenn er so darüber nachdachte, da wusste er noch nicht einmal, ob die Anatomie von Menschen dieselbe wie die von Zwergen war - von den spitzen Ohren und Zähnen mal abgesehen und.. Moment, Toris Anatomie? Ein leichter Rotschimmer schlich sich auf seine Wangen, als er sich selbst bei diesem Gedankengang ertappte und er sah hastig von der Frau weg, Richtung Küche. "Also.. Kochen. Ich glaube ich habe noch nie etwas gekocht.", ergänzte er dann und hey, dies war nicht mal gelogen oder eine wirkliche Ablenkung! Er wusste von beiden Dingen absolut gar nicht! Hurrah! Warte, vielleicht war das genau genommen kein Grund zum Jubeln: "Was ist denn überhaupt dein Lieblingsgericht? Wie wäre es wenn wir das machen? Oder unsere beiden Lieblingsessen? Oder wäre das zuviel Aufwand? Zu viele Sachen? Zu teuer? Dürfen wir uns denn eigentlich alles von hier nehmen? Ich merke, ich weiß gar nicht wie das hier funktioniert.. Oh! Kann ich irgendetwas mit dem Messer dort machen? Das große da, dass ein bisschen aussieht wie meine Schwerter?!" Ein wenig hibbelig lief der Junge von einer Stelle zur anderen umher, als er immer mehr aufregende Dinge erblickte, die er wenige Stunden zuvor situationsbedingt noch gar nicht beachtet hatte. Soviel, was er noch nie gesehen hatte! Wozu man dies alles wohl benutzte? Seine Neugier, zusammen mit der innigen Liebe zum Essen hatten den Enthusiasmus in ihm geweckt - und das mehr als offensichtlich!

    Kyle & Ced [Death & Shit - auf 'nem Dach]


    Kyle, der seinen Blick zu den unzähligen, kleinen Himmelskörpern gewandt hatte, sie langsam den Kampf mit dem Licht des Tages und den Schatten der Dunkelheit bestreiten, ihn letztendlich sogar gewinnen sehen hatte, blickte rasch wieder zurück in die blauen Augen seines Gegenübers, als dieser zum Wort griff. Es war nicht viel, eine fast nichtssagende Aussage, die er ihm zur Antwort auf den ersten Teil seiner eigenen Erzählung gab - und trotzdem schlich sich ein kleines, erfreutes Lächeln auf seine Lippen, als der Ältere ausgesprochen hatte. "Deal.", war das Einzige, was auch er daraufhin erwiderte - auch das geschah oder einen größeren Grund. Er wusste nicht, was das war, dass Cedric dort gerade ausgesprochen hatte - ein kleines Versprechen? Eine Erinnerung? Ein Interesse an seiner Person, eine nette, aber ehrliche Geste? Es gab sicher viele Möglichkeiten diesen winzigen Satz zu interpretieren und womöglich waren viele davon richtig, viele falsch - aber es spielte im Endeffekt ja keine Rolle, nicht? Der Halbrusse hatte nicht vor sich darüber den Kopf in irgendeiner Form zu zerbrechen, fand lediglich Gefallen an dem, was er gehört hatte und stimmte dem Mann mit seinem eigenen Wort zu. Irgendwann mal würde er ihm davon erzählen, an einem anderen Ort, zu einer anderen Zeit vielleicht, aber doch gleich. In derselben Konstellation, die beiden, anders - wann würde das wohl sein? Niemand konnte dies sagen, dies wissen - und lag darin nicht der Reiz? Es war fast wie eine Bestätigung, dass es noch genügend Gelegenheiten geben würde, um zu solch einem Gesprächsthema zurückzukehren und das, das war im Moment viel. Auch der Blick des Musikers richtete sich wieder auf den Jungen, der unter ihm lag, als er sich dazu entschied ihn eine Weile lang anzuschweigen. Der Punk wusste nicht, was genau es war, worauf er wartete, aber wie es Cedric heute schon einmal gesagt hatte - er ließ ihm Zeit. Sie hatten alle Zeit der Welt, nicht? Also wartete er geduldig, und sein Kumpel fing tatsächlich zu einer Erklärung seiner Frage an. Wieder war der Blick zwischendrin verloren gegangen, in die Ferne gehuscht, dann wieder zurück zu Kyle, diesmal mit einem verzogenen Grinsen und auch jenes verschwand genauso schnell. Der Amerikaner hingegen setzte ein kleines Schmunzeln auf: "Das muss es nicht. You're doing just fine, Ced. Ich weiß ganz genau, was du meinst.", beschwichtigte er leise - nicht, weil es irgendeinen Grund gab, diese Worte leise zu sprechen, sondern einfach deshalb, weil es hier oben nicht nötig war, seine Stimme in irgendeiner Art und Weise zu heben. Man konnte ihn auch so die Stille des Abends durchbrechen hören und nun war es an den Weißhaarigen, sein Augenmerk wieder zur untergehenden Sonne zu wenden. Fünf Karten also? Nun wusste das Halbblut zumindest, um welche Legeart es ging. Es brachte nicht unbedingt viel, wenn er nicht die Frage kannte, die gestellt worden war, aber er wusste inzwischen, was die Unbekannte getan hatte. Allein die Erklärung zur fünften Karte - seiner Karte, wie Cedric eben gesagt hatte - schien doch darauf zu deuten, dass die Frau eine Ahnung von dem hatte, wovon sie da sprach. Es ging um das Potential in der Situation und Cedric hatte keine voreiligen Schlüsse in dieser Situation ziehen sollen? Diese Aussage ließ ihn vermuten, dass es bei dem Reading um das Leben des Blonden an sich gegangen war, aber auch das ließ viele Möglichkeiten zur Interpretation offen. "Aber eigentlich hast du damit gerade im Prinzip deine eigene Frage beantwortet.", erklärte er und war sich erneut bewusst, dass ohne fortführende Erklärung sicher wieder die Fragezeichen über den Kopf des Anderen schweben würden. "Ich meine - klang das für dich etwa nach was Schlechtem?", fragte er, in Bezug zu dem, was der Ältere eben gesagt hatte - eine Frage, die keine Antwort benötigte, auch keine erwartete. Der Russe hatte noch immer keine genaue Ahnung, was das Ganze nun mit ihm zu tun haben könnte - in dieser Hinsicht hatte ihm der lose Kontext von Cedric tatsächlich relativ wenig gebracht. Aber auch das machte Nichts. Er vermutete noch immer, dass es zu passend war, dieser Bezug zu sich selbst, diese unzufälligen Zufälle, als dass er es einfach von der Kante schieben konnte. Doch weitere Gedanken darüber machen? Das würde er sich nicht. Und selbst wenn? Dann war auch das doch etwas Positives? Auch, wenn sein eventuelles Fehlen in dieser Situation dann vermutlich tatsächlich den wortwörtlichen Tod des Anderen bedeutet hätte. Es war gut, sich dies im Hinterkopf zu behalten, dessen im Klaren zu sein - von allen Facetten des Lebens. Aber das war's auch schon wieder. Letztendlich war er doch hier, nicht? Und Cedric war am Leben - man durfte was wenns oder abers nicht soviel Macht, nicht soviel Zuwendung geben. Oh, stimmt ja. Kein Wunder, dass es trotz der Höhe des Gebäudes und der verschwindenen Sonne nicht allzu dunkel auf diesem Dach war - heute hatten wir ja Vollmond. "Diese Karte steht für das Ende und den Neuanfang, das stimmt so. Aber nicht für das Ende eines Lebens, sondern für das Ende einer Phase, eines Abschnittes. So wie der Wechsel von Tag zu Nacht zum Beispiel. Auch der Tag endet irgendwann, um der Nacht Platz zu machen. Und auch, wenn viele die Nacht fürchten - im Grunde genommen ist sie doch nichts Schlechtes. Die Nacht ist eigentlich ziemlich schön, nicht?" Der Amerikaner machte eine kleine Pause, nicht sicher, wie klar er sich ausgedrückt hatte, da er zum Verständnis das genommen hatte, was er gerade vor Augen gehabt hatte. "Also.. im Tarot taucht diese Karte oft dann auf, wenn man das Gefühl hat, die Kontrolle zu verlieren. Wenn sich alles um einen herum ständig ändert und man sich überwältigt davon fühlt, nicht weiß, wie man der stätigen Veränderung entkommen kann. Wenn die einzige Konstante man selbst ist und man selbst scheinbar die einzige Sache, die sich nicht zu ändern können scheint. Aber.. das ist falsch. Das ist es, was diese Karte im Grunde genommen aussagst, weißt du? Dass der Tod, dieser symbolische Wechsel von Ende und Neuanfang zum Leben gehört, in jedem Aspekt davon steckt. Und einem dementsprechend auch immer die Möglichkeit offen bleibt, sich oder seine Umstände zu ändern. Es ist schwierig - sonst würde die Karte sicher auch nicht so einen beängstigenden Namen haben.", ein kleines Schmunzeln huschte über seine Lippen, "Aber es ist eigentlich doch einfacher, als man denkt. Man muss nur herausfinden wie." Es wurde langsam wirklich dunkel. Ein wenig zu dunkel. Auch, wenn die Nacht schön war - die Sonne war inzwischen komplett verschwunden und der Schein des Vollmondes war das Einzige, was den Beiden auf diesem unbebautem Dach noch irgendeine Art Licht spendete. Kyle kam in Bewegung, hob seinen Oberkörper an, setzte sich dann mit wenigen Bewegungen auf, hatte nun in dieser Position Cedric dem Rücken zugekehrt, als er sich dazu entschied, noch ein wenig weiterzusprechen. "Es fühlt sich ein wenig komisch an, dass Jemandem so zu sagen, aber.. Der Name macht doch Sinn, oder? Zu erkennen, wenn andere in einer Lage sind, aus der sie nicht mehr rauskommen, andere zu sehen, im Ganzen - zu erkennen, dass es ihnen schlecht geht, zu wissen, zu verstehen, wieso. Jemandem dabei helfen, einen Neuanfang zu wagen, dabei zu unterstützen.. egal in welcher Hinsicht. Eine so gewaltige Änderung im Leben anderer zu bewirken, eine Änderung, die sie allein vielleicht nicht geschafft hätten, eine, die so gewaltig ist, dass sie wirklich alles ändern könnte.. I don't know, man. I just fucking hate seeing people suffer. Sich damit assoziieren zu wollen schien mir also.. nicht die schlechteste Idee." Der Rücken, der inzwischen angefangen hatte, sich aufzurichten, wieder auf beiden Beinen stand, zuckte nun mit den Schultern und gab ein kurzes, etwas unbeholfenes Kichern von sich. Ah, er war inzwischen soweit, das zu sagen was er dachte und auch das, was er sagen wollte - aber Jemandem dabei direkt in die Augen zu sehen? Und nicht verunsichert von dem zu sein, was er da genau gesagt hatte? Das war eine Kunst die es definitiv noch zu lernen galt - zumindest bei solchen Dingen, die auf eine Weise so persönlich waren, dass es fast schon unmöglich schien, da nicht in Unsicherheiten zu geraten. Er hatte keine Ahnung, wie weit man seinen Gedanken hatte folgen können und auch keine Ahnung, was Ced davon halten würde. Klang das so, als ob er das alles über sich selbst hatte machen wollen? Als hätte er sich gerade hochgeschaukelt und unbedingt super toll darstellen wollen? Darum war es ihm nicht gegangen, aber vielleicht mochte es für Andere doch so klingen? Shit. Egal, weiter mit dem, was er gerade angefangen hatte. Ein, zwei Schritte passierten. Dann stand Kyle nicht weit von dem Älteren entfernt, sah zu ihm runter, neigte sich ein wenig mit dem Oberkörper nach Vorne: "Also, Rapunzel..", begann er, seine linke Hand bewegte sich nach Vorne und er streckte sie dem Anderen entgegen, wartete darauf, dass er danach griff, um ihm auf die Beine zu helfen, "..wie wäre es, wenn wir zusammen deinen Turm verlassen und zurück in die Welt kehren?" Seine Stimme war ruhig, warm, einladend und genauso war es das Lächeln, dass sich auf seinen Lippen bei den Worten breit gemacht hatte. Es war eine wahrscheinlich beängstigende Frage - diese Rückkehr, in die Welt. Dem war sich der Weißhaarige bewusst, aber es war trotzdem eine, die gestellt werden musste. Sie konnten nicht ewig hier bleiben - Änderung musste immer wieder geschehen, schon vergessen? Doch ob es dem Punk bewusst war, ob er absichtlich genau dieselbe Geste spiegelte, die er Rick bei seinem Ankommen hatte machen sehen - wer wusste das schon so genau? Es war ironisch, irgendwie. Zum zweiten Mal an diesem Tage wurde Ced eine helfende Hand angeboten - zuerst, von der Welt, die ihn charismatisch, selbstsicher zum Tod geladen hatte - die Hand, die von dem Tode höchstpersönlich weg geschlagen wurde. Und nun war es eben jener Tod, der ihn für diesen Namen viel zu herzlich dazu einlud, zurück in die Welt zu kehren, ihm diese präsentierte. Die Dinge waren wohl doch oft nicht so, wie sie von außen hin schienen, huh?

    Rick an der Bar


    Ah. Die Bar, huh? Der Ort, an dem Jeder in dieser Stadt irgendwann einmal vorbeikam. Alle aus verschiedenen Gründen, verschiedenen Motivationen halber, natürlich - aber im Endeffekt waren selbst diejenigen, die nicht einmal etwas mit der Bar an sich und ihrem Prinzip und ihrem wirklichen Nutzen etwas anfangen konnte, irgendwann einmal hier gewesen. Gott, selbst Kinder hatte man hier bei einer Wichtelaktion rein gelassen - welcher pseudo Erwachsene das auch immer für eine gute Idee gehalten hatte. Aber hey, im Endeffekt passierten solche Dinge hinter geschlossenen Türen doch sowieso ständig - wozu also den Einblick in die wahre Welt entbehren, ihn hinter geschlossenen Vorhängen halten? Nur, um die nörgelnde Menge zu befriedigen? Um ihnen keinen Grund zur Zweifel zu geben? Ah, nein, ergötzten sie sich nicht sowieso an den Fehlern anderer? Es wäre absurd, etwas Anderes zu behaupten. Viele Leute lebten quasi davon, vollkommen falsch zu liegen und die eigenen Fehler an anderen zu bemängeln, zu verteufeln. Oder aber alles Unbekannte, jeder hatte da seine eigenen Vorlieben. Und auch Rick begab sich nun, heute, in diese Bar - aus dem einfachen Grund, dass er sich einen Drink genehmigen mochte. Natürlich hätte er das auch Zuhause machen können, in den großen, geräumigen Zimmern der Villa - zumal Pandora ebenfalls nicht daheim war, sondern für ein paar Tage zu Besuch bei ihrer Mutter, die doch noch länger auf Reisen bleiben musste, als gedacht -, zumal er denselben Alkohol auch dort zu sich nehmen konnte. Aber ganz ehrlich? Die Show hier war meistens einfach um Einiges besser. Die Menschen in dieser Stadt hatten ein besonderes Talent dafür in unnötige, in überflüssige Situationen zu gelangen und ihr Leben um einiges furchtbarer zu machen, als es doch ohnehin schon für sie war. Und er hatte irgendwie das Gefühl, dass sich diesmal wieder etwas Interessantes anbahnen würde - ah, wie sehr Recht sollte er diesbezüglich nur behalten? Als Rick die Bar betrat war schon einiges los, die abendliche Aktivität war definitiv zu sehen und der Braunhaarige strich sich eine seiner langen, vorderen Haarsträhnen von hinter seinem Ohr zurück ins Gesicht, um die kleine Wunde, die er noch vor ein paar Tagen von einer gewissen Person geschenkt bekommen hatte dadurch zu verbergen. Langsame, gemächliche Schritte wurden durch das Ambiente gemacht, auf einem der Hocker direkt an der Bar nahm er Platz. Huh. Also keiner der beiden Kandidaten, die am meisten für Spannung mit ihm in der Kombination gesorgt hätten, schien an jenem Tage, zu jener Stunde zumindest, auf dem Arbeitsplan zu stehen. War das ein wenig enttäuschend? Mhm, Rick wusste es nicht genau. Diese Tatsache löste herzlich wenig was einer Gefühlsregung gleichkommen könnte ihn im aus. Er bestellte einen doppelten Whisky auf Eis - ja, ein fast schon klischeehafter Drink, aber er schmeckte ihm. Und der Amerikaner war noch nie Jemand gewesen, der schnell betrunken wurde, also wieso nicht? Falls er sich doch für eine Änderung seines geistigen und körperlichen Zustandes entscheiden mochte, dann blieb ja ohnehin noch genug Zeit, um sich an etwas mehr Vielfalt und Farbe zu wagen, nicht?

    Yuri & Dirk nach dem Cupcakedisaster


    Aaah, was für ein angenehmes Wetter! Es war einer dieser Frühlingstage, die einfach perfekt waren. Nicht zu warm, nicht zu kalt - naja, es wurde langsam ehrlich gesagter kälter und die Rosahaarige konnte kaum abwarten an ihrem heißen Tee zu schlürfen, da sie heut morgen keine Jacke mitgenommen hatte... aber!! Der Tag und das Wetter waren perfekt, okay!! Für ihre verpeilte Art konnten ja beide nichts! Yuri folgte Dirk, der die beiden Küchlein trug zu einem der mehreren, einzeln herumstehenden Tischen und setzte sich auf den noch übrig gebliebenen, freien Platz. Rasch und ungeduldig griff sie nach ihrer Portion, die sie schnell zu ihrer Seite des Tisches zog, um sofort mit dem verspeisen davon anzufangen, als Dirk das Wort erhob. Ein wenig verdutzt, die Gabel mit dem ersten Bissen noch im Mund, sah die Lachshaarige von ihrem Dessert auf und kaute dann noch weiter, während der Postbote wohl versuchte ein Gespräch zu starten. Dass er dabei pure Unbeholfenheit ausstrahlte, fiel der jungen Frau gar nicht auf - immerhin hatten die sich mehr als ein Jahr lang nicht mehr gesehen! Da war das selbstverständlich schon ein wenig schwierig direkt ein Gesprächsthema zu finden. Trotzdem entkam ihr ein kleines, belustigtes Kichern auf die Worte des Mannes hin: "Ohje, gut dass du das nicht gemacht hast!", sagte sie dann und gab der getroffenen Aussage ungewollt einen dramatischen Effekt, da sie eine Pause machte um das Stück mit einem Schluck Erdbeertee runterzuschlucken, "Die Schneiderei ist nämlich seit gut sechs Monaten geschlossen." Der Becher in ihrer Hand gesellte sich zu dem nicht mehr ganz so halben Cupcake und sie sah ein wenig zur Seite, versuchte sich offensichtlich an etwas zu erinnern. "Ja, doch. Sechs Monate müssten es nun sein. Ich bin tatsächlich selbst erst letzte Woche aus Polen zurückgekommen. Mein Papa hatte einen Autounfall gehabt..", ihr Blick hatte sich beim Sprechen wieder zurück zu Dirk und bei diesem einen Wort dann kurz abweichend auf ihren Tee fixiert, ihre Stimme war kurzzeitig leiser geworden - doch sie schien sich schnell wieder zu fangen und sah mit einem kleinen Lächeln wieder zu ihrem Gegenüber hinauf, "Aber ihm geht es jetzt gut!! Ich bin nur zu ihm geflogen, weil mein anderer Papa bereits im sechsten Monat schwanger gewesen ist und sich nicht gut um ihn kümmern konnte und dann wollte ich natürlich noch eine Weile bleiben, da ich meine kleine Schwester kennenlernen wollte.. Aber ich denke ich mache in ein paar Tagen wieder auf. Zum Glück konnte ich von Polen aus einige Aufträge erledigen. Oh! Wenn du möchtest kannst du gerne zur kleinen Wiedereröffnungsfeier kommen!!" Als sie ihre letzten Worte ausgesprochen hatte, waren ihre Augen schon wieder dabei wie zwei Diamanten zu funkeln. Ahhh!! Sie stellte sich das Ganze so toll vor!! Hoffentlich würden viele Menschen kommen - immerhin hatte sie sich schon tolle Pläne für die Dekoration und tolle Rezepte für Kekse, Kuchen und Hauptgerichte rausgesucht! Dass sie zuvor einige, für außenstehende Personen wahrscheinlich fragwürdige oder zumindest verwirrende Informationen in die Runde geworfen hatte, darauf fixierte sie sich gerade natürlich überhaupt nicht. Immerhin konnte Dirk ja auch nachfragen wenn etwas unklar war!

    Gaius & Tori


    Die Macht, die das Lächeln, die Emotionen einen anderen, einer geliebten Person inne hielten - ah, sie waren wirklich nicht fair, nicht? Aber auch, wenn sie eine unfaire Ader beherbergten, so lag auch eine gewisse Faszination, ein gewisser Rausch darin. So sehr auf das zu reagieren, was man vor sich sah - und das, obwohl es im Prinzip, ja von Grund auf eigentlich doch überhaupt nichts mit einem Selbst zu tun hatte. Und trotzdem, trotzdem erwischte sich der Einäugige immer wieder dabei, wie sich das Lächeln, die Freude auf ihren Lippen in seinem eigenen Gesicht wiederspiegelte, sein Auge, seine Essenz zum Leuchten brachten. Sie war verwundert, die Frau - und auch diese Verwunderung über seine Worte löste einen Schwall an Gefühlen in ihn aus. Ein wenig Belustigung, ein wenig Glück, ein wenig der erneute Gedanke daran, wie süß, wie unschuldig die Bezopfte doch dabei aussah. Wie schlau und wie sichtlich verloren sie doch manchmal war. Kontraste, die in ihr hausten, die sich nach Außen hin zeigten, die sie so perfekt machten, ihr doch vollkommen unbewusst. Eine verlorene Strähne war es, die Gaius der Magd aus dem Gesicht, hinter das Ohr strich, welches ganz anders geformt war, als das seine. Zwei verschiedene Rassen, ja, das waren sie - aber das hatte noch nie auch nur den Hauch einer Rolle gespielt, nicht? Nicht für sie, nicht für ihre Freundschaft, nicht für ihre Liebe.. nein, in keinster Weise war es von Bedeutung. Ein wenig Verwirrung mischte sich in seinen Blick, als Tori den Mund aufmachte, nur um ihn gleich wieder zu schließen. Ein wenig schwer war es auch, nicht auf diese Lippen zu blicken, sich nicht wieder in diesen zu verlieren, jetzt wo doch die gängige, die stätige Option bestand, eben jenes zu tun - doch die Augen, das Gesicht der Frau, es zog ihn noch viel mehr in den Bann, ließ ihn diesen erneuten, etwas übereilten Kuss vermeiden. Ah, und da kamen sie, die Worte. Ein kleines Glucksen aus der Kehle des Schmiedes folgte. Erneut hatte sie ihn zuvor gebeten, bei ihr zu bleiben, ihr zu versprechen, stehts bei ihr zu sein. Und erneut, wie schon am Tage zuvor, sprach sie die Option aus, dass er bleiben konnte. Anders, aber im Endeffekt doch gleich. Ein Schmunzeln, dann ein verwegenes Grinsen zierte seine Lippen, als er nach einer kurzen Pause zum Wort ansetzte: "Aber Tori..", begann er und ein Hauch von Verspieltheit schwang in seiner dunklen Stimme mit, "Hast du deine Konditionen von eben schon vergessen?" Eine Pause, um Tori Zeit zu geben, sich zu erinnern, ein kleines Kichern, als der Blonden offensichtlich nicht sofort ein Licht aufging: "Du sagtest 'Küss mich und bleib.'", erinnerte er sie also und eine seiner Hände, die, die eben noch die verlorene Haarlocke wieder eingefangen hatte, blieb sanft auf ihrer Wange ruhen, "..Also hab' ich doch sowieso keine andere Wahl mehr, oder?" Es wäre gelogen gewesen, würde er behaupten, die Bebrillte in Verlegenheit zu bringen würde ihm gerade keinen Spaß machen. Doch man wollte es ja nicht übertreiben, nicht? Also entkam ihm erneut ein Kichern, diesmal etwas lauter, etwas intensiver und sein Gesicht wich ein kleines Stückchen zurück: "..Außerdem hab' ich das Essen vorhin kaum angerührt und ehrlich gesagt sterbe ich vor Hunger.", gestand er mit einem schiefen Grinsen.

    Kyle & Ced [Death & Shit - auf 'nem Dach]


    Es war teilweise wirklich schwierig, einzuschätzen, was Cedric über die Dinge, die Kyle so von sich gab und machte, dachte und ob er überhaupt verstand, was er zu sagen versuchte. Vorhin zum Beispiel war es offensichtlich gewesen - wie um Himmels Willen hätte er auch verstehen können, was Kyle mit seinem scherzhaften Hilfsangebot gemeint hatte? Das war dem Heranwachsenden ja selbst aufgefallen, selbst klar gewesen. Aber alles andere? Das schien doch eigentlich relativ verständlich? Zumindest stellte der Ältere wenige Nachfragen an und wenn er es denn tat, dann gab sich der Weißhaarige auch die Gelegenheit, um die Dinge so gut wie möglich zu erklären, zu beantworten. Er hatte schließlich auch keine Geheimnisse, keinen Grund zu lügen, etwas zu verheimlichen. Oder würde es so einen noch geben? Irgendwann mal? Im Verlaufe ihres Gespräches? Eigentlich konnte der Punk sich das nicht vorstellen - aber wer konnte schon jemals bei solch philosophischen Fragen sicher sein? Die Option, verblüfft zu werden stand immer offen, ob gewollt oder ungewollt, aber zumindest absichtlich lügen, das würde er nie. Aber im Endeffekt - da stellte Kyle sich diese Fragen nicht. Ganz einfach deshalb, weil er sich gerade nicht mit so etwas den Kopf zerbrach - er nutzte viel lieber die bequeme Position um seinen Gegenüber zu mustert, ihm zu lauschen und gleichzeitig auch dem Himmel, der Luft, dem Winde, den leisen, aber normalerweise doch so lauten Geräuschen der Stadt im Hintergrund. Cedric stellte ihm eine Frage und der Weißhaarige, dessen Blick sich derweil wieder in den vielen, hübschen Wolken verloren hatte, ließ sein Augenmerk schnell wieder auf den Älteren sinken. Einen Augenblick lang herrschte Stille, eher der Russe kurz über die Frage nachgedacht hatte und zu einer Antwort ansetzen wollte - doch soweit kam er gar nicht, denn der Blick seines Gegenübers änderte sich schnell, er schaute ziemlich gequält drein. Lag das nun an seiner Position oder an den Aussagen, die er soeben getätigt hatte? Oder lag es an seiner vorherigen Frage, an der Erinnerung dessen, was die Unbekannte ihm verraten hatte? Ah, was konnte es nur genau gewesen sein? Das Halbblut fragte sich, ob er sich die Frage mithilfe seiner eigenen Tarot- und Orakelkarten nicht selbst beantworten konnte.. als ein leises Geräusch seine Aufmerksamkeit packte. Kyle klimperte auf den Kommentar des Mannes hin einige Male ausdruckslos mit seinen Wimpern, bevor ihm ein kleines, melodisches Kichern als Reaktion darauf entkam: "Was? Natürlich bin ich das nicht!", erklärte er schnell und der Gedanke daran schien ihn tatsächlich einigermaßen zu belustigen - oh, hatte der Mann das wirklich so wörtlich genommen? "Ced, dass ist alles letztendlich doch nur symbolisch gemeint. Ansonsten wäre ich ja offensichtlich ziemlich scheiße in meinem Job." Ein kleiner Scherz, ein genauso kleines Grinsen auf seinen Lippen und dann ein schwaches Schulterzucken seinerseits. "Und wieso ich mich so nenne.. Keine Ahnung - Wieso nenn' ich mich denn Kyle? Es hat einen, aber auch keinen Grund? Zumindest keiner, der sich so schnell erklären lassen würde.. und ich will dich nicht unbedingt mit irgendwelchen uninteressanten Romanen zuschütten.." Er wand den Blick wieder ein wenig ab, zurück zu den Himmelskörpern, die langsam komplett im Horizont verschwanden und dadurch eine gigantische Ansammlung neuer freigaben. Außerdem.. was es schwierig, Dinge zu erklären, wenn Cedric ihm nicht dabei half aus den Puzzelteilen vor sich ein großes und ganzes Bild zu basteln. Wie sollte er da irgendetwas halbwegs vernünftig erklären können, ohne dass es wie ein abstraktes, unsinniges Gebilde aussah? Und zu sehr verwirren, zu sehr mit eventuell unnötigen Informationen durch die Gegend werfen - das war eigentlich auch nur suboptimal. "Und was ist mit dir? Krieg' ich da noch eine Antwort? Ist übrigens völlig okay, falls du nicht willst."

    Kyle & Ced [Way to ruin Magical time auf 'nem Dach, Ced]


    Um Himmel's Willen Kyle, weißt du was du tust? Haha. You know what? Probably not. Die Wahrscheinlichkeit lag zumindest gerade relativ niedrig. Unter anderen Umständen? In einer anderen, alltäglicheren Situation? Vielleicht schon eher, vielleicht da sogar recht oft! Aber wie gesagt - gerade gab es herzlich wenig, was richtig und was falsch war. Also musste der Punk frei nach Gefühl, gemischt mit ein wenig Verstand gehen - das mit der Intuition war an diesem Tag bereits schon ein paar Mal überaus wichtig gewesen, nicht vergessen! Und noch etwas konnte man erneut feststellen: Cedric war wirklich das miesester Kopfkissen der Welt. Zumindest am heutigen Tag hätte der Russe mehr als genug Gründe gehabt um bei der örtlichen Kissenbehörde Beschwerde einzureichen. Kyles Blick war noch immer direkt auf das Gesicht des anderen Jungen fixiert, als die Dinge dann plötzlich anfingen, ein wenig aus den Fugen zu geraten. Mal abgesehen davon, dass der Blick des Blonden sich in wenigen Sekundenbruchteilen komplett verändert hatte, kam der Punk durch die Tatsache, dass er sich gerade mitten auf Ceds Körper befand, nicht daran vorbei, wahrlich zu spüren, wie sich der Ältere verspannte. Das breite Grinsen auf dem Gesicht Kyles wurde schwächer, etwas schief, während das seiner Bekanntschaft ebenfalls immer mehr in andere Wogen glitt. Man sah dem Musiker wahrlich an, dass er sich unwohl, verunsichert fühlte und auch der Weißhaarige war von dem unerwarteten Wandel irritiert. Das war nicht das, was er erwartet hatte, auch, wenn er eigentlich keine Erwartungen gehabt hatte. Zumindest hatte er nicht gedacht, dass sein Chatkumpel so reagieren würde - ansonsten hätte er die ganze Aktion ja auch gar nicht erst gestartet! Oder? Tatsächlich war das Halbblut für eine Millisekunde über den Anblick erschrocken - ich meine.. Shit? Hatte er sich komplett verschätzt? Okay, das war nicht schlimm - sowas kam vor, konnte ganz einfach Jedem mal passieren. Aber was sollte er jetzt tun? Das unwohle Gefühl schien im ersten Moment auf Kyle überzuschwappen, er überlegte, was jetzt der beste nächste Zug war. Sollte er ganz einfach wieder aufstehen? Sich bei dem Anderen entschuldigen? Dafür, dass er zu überstürzt gehandelt hatte? Immerhin konnte und wollte er ja unmöglich auf einem Kerl liegen bleiben, der am liebsten aufstehen und das Weite suchen wollte. Wer würde schon absichtlich eine andere Person, einen Freund in eine Lage bringen wollen, die für einen selbst zwar günstig, für den anderen aber eine Misere war? Okay.. ehrlich gesagt wahrscheinlich genug Leute. Oh. Kyles Augen blitzten überrascht auf, als sein eigener Körper dadurch in Bewegung kam, dass Cedric die Beine doch noch auf seine Aufforderung hin sinken ließ. Froh darüber zu sein schien der Mann dennoch ganz und gar nicht - aber hey. Er war seinen Worten gefolgt, nicht? Hätte er dies nicht getan, dann wäre der Gepiercte schon längst wieder aufgestanden, erst Recht, wenn er ihm stattdessen noch ein weiteres Signal der Missgunstes gesendet hätte. Aber so? So wich auch das Gefühl, etwas gegen die unangenehmen Gefühle des Anderen unternehmen zu wollen und zu müssen und er entspannte sich wieder, als er sich dazu entschied, einfach weiter zu machen und dabei darauf zu achten, wie Cedric weiterhin reagieren würde. Falls er in ein paar Minuten immer noch so aussah, als würde er gleich einen unvorbereitet Vortrag vor der gemeinen Klasse abhalten müssen, dann könnte er ja noch immer aufstehen und sich womöglich für seine vorherige Tat entschuldigen, sollte dies dann angebracht sein. Jetzt gab es sowieso ein anderes Thema - immerhin, da hatte Ced seinen Teil des Deals erfüllt! Da konnte Kyle nicht einfach wortlos hier liegen bleiben. Seine Mimik war wieder ins neutrale gewichen und kurz sah man, wie er nachdachte, überlegte, wie er das kleine Rätsel am besten wohl auflösen, erklären sollte. Er bewegte seinen Kopf einige Millimeter, genauso wie seine Arme, damit er so lag, dass sein Kumpane ebenfalls in sein Handy hinein blicken konnte, sah, was auf dem Bildschirm passierte, während er es in der Hand hielt. Kyle schaltete das Handy an, wischte mit dem Finger nach oben, um es zu entsperren und klickte dann auf das Whatsappsymbol. "Don't freak out, okay?", bat und ermahnte er den Jungen zugleich, erneut mit einer sanften, ruhigen Stimme, aber auch so, das Betonung in seinen Worten lag. Das war definitiv keine gute Einleitung dafür, aber wie und wann sonst sollte er eben jene Worte sprechen? Er wusste ja nicht einmal, ob Ced das tun würde - es war nur eine mögliche Option und falls er das tun würde, wäre es wohl ganz gut ihn jetzt schon zu versichern, dass es dazu wenig Grund gab. Die Pupillen des Jüngeren wanderten wieder zum Gesicht des Blonden, er wollte wissen, was in diesem grad vorging und setzte dann zu einer eventuell vielsagenden Erklärung an, während er mit den Fingern zu den drei Punkten wanderte, die sich in der rechten oberen Ecke der App befanden, danach zu dem Feld, das Einstellungen buchstabierte und draufklickte: "Das.. war es worauf ich mit dem Insider eben eigentlich hinaus wollte." Er sprach langsam, vorsichtig, blickte zu dem hellen Bildschirm hinunter, der beim Klick auf die Einstellungen direkt zu einer Seite mit seinem Profilbild und seinem Anzeigenamen gewechselt war, der ganz offensichtlich 'Death XIII' zeigte. Es war nicht so, dass er diesen Namen die ganze Zeit über benutzte, er wechselte seine Nicknames dort, wo es möglich war, tatsächlich relativ oft, aber passend zum Thema und seinem ersten Tattoo wiederholte sich die Zahl 13 sowie das Wort Death des öfteren mal. Er blickte wieder zurück zu Ced, nicht sicher, ob er schon verstanden hatte, wo er hingucken sollte. "Ich fand' es lustig, dass du die Idee hattest, du und ich könnten tot sein, während ich gerade - wegen der Karte - Death heiße.. Knapp daneben, huh? Deshalb war ich neugierig, was man zu dir gesagt hat, weil.. Was soll das heißen, sie fand den Tod genauso hilfreich wie ich.. wenn ich doch über mich selbst geredet hab?" Der Ausdruck in seinen Augen war vorsichtig geworden, achtete präzise darauf, was jetzt in der Mimik seines Gegenübers passieren würde. Er war sich nicht sicher gewesen, ob das ein gutes Thema zum ansprechen gewesen war - aber inzwischen wollte auch er irgendwie verstehen, was für Puzzleteile hier vor ihm lagen. Eine andere Kartelegerin? Die Karte des Todes wurde mehrfach erwähnt? Seine Intuition hatte ihn angeschrien, auf sie zu hören, und Rick hier hinauf zu folgen? Nur, um ihn dann in fast derselben Szenerie, wie einige Jahre zuvor vorzufinden? Zusammen mit Cedric? Der ihm vor einigen Monaten geschrieben hatte, er hätte ihn umgebracht? Auch wenn inzwischen klar war, das Letzteres nicht so gemeint gewesen war. Aber wäre er nicht gekommen, wäre auch nur eine Sache davon anders gelaufen, hätte er sich vielleicht irgendwann in letzter Zeit anders entschieden, hätte Dirk nicht in der Plaza gesehen, wäre stattdessen vielleicht dort eingekauft, nicht hier in der Stadt - hätte er Cedric dann wirklich umgebracht? Indirekt? Ohne es zu wissen? Weil er in einer alternativen, in der richtigen Zeitlinie, in der, in welcher wir uns gerade befanden - die Option, die Möglichkeit gehabt hatte, ihn zu retten? Ihm zu helfen? Nein, es waren wirklich zu viele Übereinstimmungen.

    Kyle & Ced [Magical time auf 'nem Dach]


    Dieses Mal war es ein Schwall Luft, der sich seinen Weg zwischen den Lippen des Punks hindurch bahnte, ein kleines, amüsiertes Prusten, welches sich schnell in ein behutsames Kichern wandelte und in einem Schmunzeln gipfelte. Mit dieser Antwort hatte das Halbblut nun wirklich nicht gerechnet - dabei war sie so passend, so verständlich gewesen! "Du weißt es nicht?", hinterfragte er, halb rhetorisch, halb ernst, denn sein Gegenüber wirkte noch viel überraschter, viel verwirrter, als er selbst. Der Gepiercte musste zugeben, dass er die Reaktion des Mannes als ziemlich niedlich empfand, er wirkte irgendwie wie ein junger Welpe, ein verlorenes Kind. Aber irgendwie freute er sich auch über diese Antwort? Dass Cedric nicht wusste, wieso er dies getan hatte - er nicht darüber nachgedacht, einfach agiert hatte. Das war ein echt gutes Zeichen, eine nette Überraschung - fand er. Und dann setzte der Ältere wieder, wie so oft, zur Gegenfrage an. Ah, er war wirklich mies in ihren Fragespiel! Zwar gab er ihm meist schon eine Antwort, irgendwann, irgendwie - aber am Ende wurde es durch das ständige Hinterfragen Cedrics zu 10 Fragen, die er selbst beantworten zu hatte, um eine einzige vom Musiker zu bekommen. Aber okay - diesmal war es fair, soviel konnte man dem Blonden lassen. Nach dem Inhalt eines Tarotreadings zu fragen? Das war wirklich persönlich, wirklich intim. Und Kyle wusste ja auch nie wie intim womöglich, immerhin waren ihm ja die Fragen, die gestellt worden waren, absolut unbekannt. Kyle zuckte mit den Schultern, ein wenig theatralisch: "Ich dachte, du könntest dir inzwischen denken, dass ich für alles meine Gründe hab'? Auch wenn sie manchmal wohl ein wenig weird sind, huh?" Das Grinsen wurde ein wenig breiter und den letzten Teil hatte er offensichtlich absichtlich angehängt, um den Jungen ein wenig aufzuziehen - vielleicht aber auch, um dies ein wenig mit sich selbst zu tun. Immerhin hatten wir heute ja schon festgestellt, dass der Student den Amerikaner oft nicht nachvollziehen, nicht ganz verstehen konnte. Kurz überlegte er - war es vielleicht besser, diese Kiste, diese unbekannte Schublade doch nicht zu öffnen? Sie für Cedric zumindest verschlossen zu lassen? Und gleichzeitig, die Schublade darunter, für sich selbst? Manchmal war es besser, Dinge nicht zu wissen, nicht zu verstehen, oder? Aber das war zu kompliziert und Kyle wollte sich in jenem Moment nicht anmaßen, für Cedric zu entscheiden. Auch, wenn er einen recht aussagekräftigen ersten Eindruck von ihm bekommen hatte, so kannte er ihn doch zu wenig, um zu wissen, was das Beste für ihn war - und was eben nicht. Und wenn Ced Antworten wollte - wer war er dann, ihm diese zu verweigern? Der Musiker musste selbst entscheiden, ob er diese wollte und falls nicht, so war der Weißhaarige ja da, um notfalls Schadensbegrenzung anzustellen. Und vielleicht, ja - da würde es das auch gar nicht müssen? Am Ende war Kyle immer noch irgendwo ein Optimist. Also kramte er ein wenig in der rechten Tasche seines Mantels herum, zog sein Handy heraus, behielt es fest in seiner Hand umklammert - wir hatten im Leben definitiv schon genug ungute Vorfälle mit diesen Dingern gehabt. Ein Blick zu Cedric - dann kam er in Bewegung. Ein wenig unfair, womöglich - dass der Jüngere sich immer so schnell in Bewegung setzte, wenn er es denn tat, also etwas Größeres. Der Punk hatte sich erneut auf seinen Händen abgestützt, diesmal nur kurz, um sein eigenes Gewicht ein wenig heben zu können, seinen Oberkörper, sowieso den Rest von ihm ein Stück weit nach links zu drehen, so, dass er nun mit dem Rücken zur Seite seines Gegenüber saß und dann? Dann hatte er den Mann, der sowieso Probleme damit hatte, schnell genug zu reagieren und mitzuverfolgen, was um ihn herum passierte, schnell genug überwältigt, um seinen Plan auszuführen. Er hatte den Kopf nach rechts gedreht, zu Cedric, mit der Hand, die noch das Handy hielt, auch den Arm des Älteren gepackt, der näher an ihm dran war, ihn nach Oben gehoben, damit dieser nicht mehr im Weg war und hatte sich dann ganz dreist mit einem Teil seines Oberkörpers auf die freie Stelle zwischen Cedrics Beinen, und der seinen oberen Hälfte fallen lassen. Nun Blickte der Halbrusse dem Gesicht seines Kumpels von Unten entgegen und das selbstgefällige und stolze Grinsen, welches sich auf seiner Grimasse befand, war wohl kaum zu überbieten. "Hi~", warf er zunächst in die Runde, den Arm Cedrics hatte er schon lange wieder losgelassen und stattdessen hielt er jetzt demonstrativ sein eigenes Handy in die Höhe. "Wenn du deine Beine ausstreckst, damit ich es mir bequemer machen kann, dann zeig' ich dir was da drauf ist. Das würde dann im Übrigen auch kinda deine Frage beantworten. Let's play our game fair and square, Ced."

    Kyle & Ced [Magical time ;) auf 'nem Dach]


    Ein, vielleicht zwei kleine Minuten der Ruhe, Minuten der Pause - ein winzig kleines bisschen Auszeit, um die vielen, die teils wirren Gedanken im Inneren, im Kopf zu ordnen - war das wirklich zuviel verlangt? Möglicherweise war es das, in der momentan Situation, in dem hier und jetzt, aber Kyle konnte es dennoch nicht vermeiden. Er brauchte diese paar Augenblicke gerade einfach, musste die ganzen Eindrücke sortieren, um danach wieder halbwegs vernünftig funktionieren zu können. Gott - wieso passierte das eigentlich immer und immer wieder? Dieses ständige Wiederholen der Dinge, diese Muster, diese Zusammenhänge, die man nur dann sah, wenn man sie sehen wollte, wenn man sie erkannt hatte. Es hatte ihn tatsächlich ein wenig genervt, zumindest gerade. Dass er schon wieder ein Schema sehen konnte, dass es die Tarotkarte des Todes war, die sich immer wieder in die Gespräche mit Cedric schlich - und dass diese es sogar bei Gesprächen tat, in denen nur der Blonde und nicht auch er involviert war. Er hatte ja schon gesagt, dass manche Zufälle zu offensichtlich waren, um einfach nur Zufälle sein zu können, nicht? Aber was war es dann? Schicksal? Komplett bevorbestimmt? Hatten weder Cedric noch er je eine Entscheidungsfreiheit gehabt? Die fremde Kartenlegerin ebenfalls nicht? Waren sie alle, die ganze Welt bloß Spielfiguren in einem schon fertig programmierten Videospiel? Gab es keine Optionen? Keinen eigenen, keinen freien Willen? Nein, Kyle gefiel die Idee nicht. So einfach konnte es nicht sein, oder? Alle Dinge auf der Welt entwickelten sich, sie waren eigentlich nie so in die Existenz gekommen, wie wir sie heute kannten. Also musste es auch genauso mit dem Leben eines jeden einzelnen sein. Sie waren alle unbestreitbar verbunden - manchmal offensichtlicher, als bei anderen. Aber trotzdem hatte jeder von ihnen in jedem Moment die Wahl, nicht? Hatte er nicht eben auch die Wahl gehabt? Dazwischen jetzt hier zu sein oder aber zuhause, nichts ahnend von all dem, was hier vor sich gegangen wäre. Vielleicht, vielleicht aber gab es auch noch viel mehr Möglichkeiten als diese zwei? Ah, es war alles so kompliziert, auch wenn es eigentlich so einfach sein könnte - vielleicht auch so einfach klang? "I don't think I like this..", murmelte er so leise, dass außer ihm nur ein angestrengter Hörer vielleicht seine Stimme erhaschen konnte und ließ die Handinnenflächen nun still auf seinem Gesicht ruhen, die Augen hielt er die ganze Zeit über geschlossen. Ja, wieso mochte er es eigentlich nicht? War das hier nicht irgendwo sein verdammtes Ziel gewesen? Die Wirkung, die Rolle auf andere zu haben, wie Death es in einem Reading hatte? Das war es doch, wenn man es schlicht ausdrückte, nicht? Natürlich steckte da mehr dahinter, Dinge waren oft nicht so simpel, wie man dachte - und gleichzeitig ja schon. Und nahm Kyle nicht gerade eben jene Rolle ein? Sorgte er nicht für einen abrupten Wandel im Leben des Blonden? Machte er damit nicht was wirklich Positives? Hatte er nicht im Endeffekt eben sein fucking Leben gerettet? Das hatte Ced doch auch so gesagt, oder? Ja das hatte er. Also stimmte das so? Hatte Kyle das wirklich getan? Es war eine Sache das zu tun und eine andere sich dem während des Prozesses so wirklich bewusst zu werden. Ced das Leben gerettet zu haben.. Darin lag eine menge Verantwortung. Und dafür zu sorgen, dass das auch so blieb? Dass der Mann hier weiterhin am Leben blieb? Das war.. merkwürdig. Irgendwie. Und es nervte ihn auch, dass ihn das Ganze nun ein wenig verunsicherte, ein wenig nervös machte. Selbstverständlich war das auch vorher sein Plan gewesen, wie gesagt. Er hätte Ced nicht einfach nach Hause gebracht und wäre dann so mit seinem Leben fortgefahren, als wäre nie etwas geschehen - so von wegen, ja, jetzt wo die akute Gefahr vorbei war, konnte er ruhig selbst sehen, woran er blieb. Ihm war auch vorher bewusst, dass die Angelegenheit ein wenig delikat war. Aber jetzt hatte sich das Ganze um ein vielfaches summiert und die Angst, etwas falsch zu machen, welche der Weißhaarige eigentlich nach fünf Minuten schon abgelegt hatte - sie war in jenem Augenblick intensiver zurückgekommen, als erwartet. Aber das war bescheuert - eigentlich. Also nicht, weil er keinen Sinn machte - denn doch, das tat es absolut. Aber wieso sollte der Punk sich Sorgen machen? Je mehr Zeit er dafür in Anspruch nehmen, dafür vergeuden würde - desto mehr sanken die Chancen, die Dinge so zu machen, wie er es sonst eigentlich tun würde. Wann hatte er eben eigentlich kurz sein Selbstvertrauen gedropped? Es wurde Zeit es wieder aufzuheben - vor allem deshalb, weil er doch noch immer keine Ahnung hatte, worum genau es doch eigentlich ging. Auch, wenn er trotzdem überzeugt war, dass seine Theorie in etwa stimmte. Eine Hexe vertraute nun einmal ihrem Gefühl - und genauso wusste der Amerikaner, wann er richtig lag. Ob er dies durch The Law of Attraction angezogen hatte? Durch seine bloßen Gedanken, Aktionen? Auch ein merkwürdiges Gefühl, anzunehmen, in solch einer Weise so mächtig zu sein. Hatte er früher dann gegenteilig ebenfalls Dinge dadurch angezogen..? War es also am Ende doch seine Schuld gewesen, dass..? Okay, Kyle. Time to shut the fuck up. Die erbetenen zwei Minuten waren um und wer wäre der Punk denn, wenn er sich nicht an seine eigenen Worte halten würde? Der Junge gab ein kleines Seufzen von sich, die Augen blieben noch immer geschlossen, die Beine, die er leicht angelehnt hatten, sanken wieder ein Stück weit zu Boden. Mit einer schnellen, fast ruckartigen Bewegung hob sich sein Oberkörper an, schoss ein Stück weit nach Hinten, nur ein bisschen weiter, als wenn er aufrecht sitzen würde und er ließ den Kopf auf den Schultern nach hinten fallen. Die Arme baumelten zwischen seinen offenen Beinen herum, er holte mit leicht geöffnetem Mund einige Male tief Luft, stieß diese genauso tief wieder aus - nahm sich erneut ein paar wenige Sekunden Zeit dabei. Okay, ja - doch. Er hatte seine Gedanken und Gefühle doch ein wenig einordnen können - zumindest war er zu dem Entschluss gekommen, auf der richtigen Spur zu sein und sich auch nicht durch fast unheimliche Übereinstimmungen aus dem Konzept bringen zu lassen. "Ced?", fragte er dann in die Runde, seine Stimme wieder in einer normalen, sanften Tonlage. "Was.. genau hat sie dir darüber..", begann er, senkte das Haupt wieder, drehte es in die Richtung, in der er den Älteren vermutete, hatte den Schädel ein wenig zur Seite geneigt und öffnete dann inmitten seiner Worte die Augen, nur um dann ein wenig verwirrt die Augenbrauen zu verziehen, als er doch nicht, wie vermutet, direkt in das Gesicht des Anderen blickte, "... gesagt?" Aus den Augenwinkeln heraus bemerkte er, wieso er zu einem Fehler gekommen war, sein Kopf drehte sich ein Stück weiter nach links, wo seine Bekanntschaft nun ziemlich nahe an ihm saß - also auf ihn zugekommen war? Wann war das denn passiert? Warum hatte er das gemacht? Hatte er Kyles Verhalten gerade fehlinterpretiert? Gedacht, irgendetwas Schlimmes, etwas Drastisches würde vor sich gehen? War das ein Versuch gewesen, ihm beizustehen? Die Lippen des Russen kräuselten sich bei diesem Anblick und ihm entkam ein leises Glucksen: "Was machst du da?", fragte er, sichtlich von dem Verlauf überrascht und erheitert.

    Kyle & Ced [Doing whatever auf 'nem Dach]


    Am Ende entschloss sich Cedric wohl doch noch ihm zu antworten. Das war etwas, was nicht selbstverständlich war, soviel hatte Kyle inzwischen definitiv schon verstanden. Ob es nur gerade so war - oder aber immer, nur bei ihm oder auch bei allen anderen Menschen in seinem Umkreis? Das wusste der Punk hingegen nicht. Vermutlich wählte der Blonde auch sonst lieber zweimal mehr, als einmal zu wenig ab, welche Informationen er wem und wann und wo preisgab - immerhin hatte er ja auch bei ihrem ersten Treffen ungern mit der Sprache rausgerückt. Aber war das überhaupt ein Vergleich? Denn man musste schon zugeben, dass man Jemanden, der sich spontan in das Handy von einem gehackt hatte, eventuell doch nicht die halbe Lebensgeschichte erzählen würde oder gar wollte. Aber andererseits.. war er hier, nicht? Ced. Er war hier und Niemand schien davon zu wissen - von dem Hurensohn der eben das Dach verlassen hatte mal abgesehen, okay - und.. das müsste irgendwo doch auch einen Grund haben? Nicht immer merkte man, wie schlecht es den Menschen ging. Nicht immer mussten Leute ihren Liebsten eindeutige Zeichen geben, aber oft, aber manchmal - da taten sie es schon. Hatte der Ältere Zeichen gegeben? Waren sie nur Keinem aufgefallen? Oder hatte er auch diese Information so dicht an sein Herz, an seinen Verstand gebunden, dass es ihm unmöglich gewesen war, irgendwelche Informationen diesbezüglich in die Welt zu rufen? War er selbst mit den Gedanken am eigenen Tod, ans Ende selektiv umgegangen? War auch dies etwas, was er nicht preisgeben würde? Nicht konnte? Ced presste die Lippen aufeinander und wiederholte noch einmal, dass er Kyle immer noch nicht wirklich verstanden hatte. Das war okay. Das war ja auch gewollt gewesen, im Endeffekt. Der Russe wollte wirklich nicht, dass sein Gegenüber die unbedachten Worte, den zeitlich falsch positionierten Witz völlig überinterpretierte, auch wenn er das wahrscheinlich, vielleicht, sowieso schon getan hatte. Aber mit einer klaren Antwort würde er das doch ebenso wahrscheinlich gleich tun? Vielleicht noch mehr? Wenn wir davon ausgingen, dass er nicht zu der Überzeugung kam, dass der Weißhaarige ein absoluter Spinner war. Aber das hatten wir ja schon beim letzten Treffen ausgeschlossen, nicht? Aber Meinungen konnten sich bekanntlich ziemlich schnell ändern..
    "Oooooh?", entkam es ihm, ganz automatisch, als der Chatkumpel mitteilte, dass ihm letztens die Karten gelegt worden waren. Okay, das erklärte das mit dem 'Nicht du auch noch' schon irgendwie. Aber das warf wieder mehrere Gedanken in die Runde. Wer hatte Cedric die Karten gelegt? Wieso hatte er sich die Karten legen lassen? War dies von ihm aus passiert? Oder nicht? Konnte man jemanden dazu zwingen, Karten mit teils dubiosen Namen vors Gesicht gelegt zu bekommen? Wieso hatte er seinen Kommentar so formuliert? Er hatte nicht glücklich darüber geklungen, oder? Oder? Verdammt, Kyle konnte sich nicht mehr hunderprozentig daran erinnern, auch wenn es nur wenige Minuten, wenige Augenblicke her war. Ah, er wollte wirklich gerne nachfragen, von wem er da sprach. Er war tatsächlich sogar ein kleines bisschen enttäuscht davon, dass der Junge dies nicht genauer erläuterte. Außer ihm hatte er wirklich noch Niemanden getroffen, der sich auch nur ansatzweise mit solchen Dingen beschäftigt - naja, zumindest nicht seit seinen frühen Kindheitstagen eben. Und ein wenig war er eifersüchtig auf diese unbekannte Person. Ein klein wenig. Er fragte sich unwillkürlich, wie gut sie war, ob sie vielleicht besser im Deuten der Dinge war, als er - ob ihre Aussagen, ihre Ratschläge passender, treffender waren. Es machte vielleicht keinen Sinn, da Tarot nicht unbedingt etwas war, wo man jemanden drin ausstechen konnte, aber.. es lag nun einmal in der menschlichen Natur sich mit anderen zu vergleichen. Da war es nur logisch, dass dieser Gedanke kurz in ihm aufkam. Aber dann sprach Ced auch schon weiter - er war gar nicht fertig gewesen. Und diesmal war Kyle wirklich von seinen Worten überrascht. Irritiert blieb er wort- und reglos an seiner Stelle sitzen, runzelte dann nach einigen Sekunden, die die Worte brauchten, um gänzlich im Gehirn anzukommen, die Stirn: "Sie.. was?", entkam es ihm, genauso unbedacht, wie der Laut zuvor, doch diesmal in einer komplett anderen Tonlage. Die Aussage war angekommen, doch der junge Mann konnte doch noch nichts mit ihr anfangen. Sie fand den Tod genauso hilfreich wie er? Und er fragt sich, warum er dann noch hier war? Das waren zwei so schlagfertige und tiefgehende Aussagen, dass der Grauäugige von ihnen komplett überwältigt war. Was sollte das heißen, sie fand den Tod hilfreich? Wusste die Unbekannte überhaupt, wovon sie sprach? Wusste sie, was sie machte? Sollte das heißen, sie hatte ihm den Tod gezogen und sie dann als buchstäblichen Tod interpretiert? Ihm das verkauft? War er.. holy shit, war der Blonde deshalb hier? Wegen einer unbedachten, absolut hirnrissigen Empfehlung? Kurz wollte Kyle nachfragen, wissen, ob dies wirklich so stimmte - ließ es dann jedoch sein. Lag da doch was anderes hinter? Hatte sie es ihm überhaupt nicht erklärt? Hatte Ced es bloß falsch verstanden? Warte, in welchem Kontext war der Tod überhaupt gezogen worden? Es gab so viele verschiedene Möglichkeiten, so viele verschiedene Fragen die gestellt hätten werden können, so viele Zweige am Baum, die ihm doch unbekannt waren. Sie hatte den Tod hilfreich gefunden? Lag der Tod also in Ceds Zukunft? Wow, so formuliert klang das wirklich.. ernüchternd. Depremierend. Zertrümmernd? "What the.. fuck?", war das Einzige, was er in seiner Konfusität über die Lippen brachte - ein leises Hauchen, welches zum Ende hin fast lautlos wurde. Seine Augen hatten sich inzwischen wieder vom Studenten abgewandt, der Amerikaner sah zu Boden, nicht immer nur an dieselbe Stelle, schien fast schon eine Antwort, eine sinnvolle Anordnung für die Gedankengänge am Boden finden zu wollen. Ah. Der Tod lag in Ceds Zukunft..? Seine Augen weiteten sich bei dem Gedanken ein wenig, eine Realisation machte sich in seinem Kopf breit. Der Gepiercte war Niemand, der an absolutes Schicksal glaubte. Daran, dass alles vorherbestimmt war, dass die Menschen, dass alle Wesen kein Mitbestimmungsrecht hatten oder aber nur winzige Bewegungsfreiheit in ihren Entscheidungen, in ihren Wegen hatten. Die Menschen waren frei, das Leben eines jeden offen - die Unendlichkeit war das Einzige, was gewiss sein konnte. Aber er war auch Niemand, der an komplette, an willkürliche Zufälle glaubte. Manche Zufälle waren zu passend, zu perfekt, zu wichtig, um wirklich Zufälle sein zu können. Nur ein Depp würde sechs Richtige im Lotto vor sich liegen sehen und sie mit einem Schulterzucken abwinken. Manchmal war es das irrsinnigere, die Irrsinnigen Dinge zu ignorieren, sie als Unsinn, als Humbug abzustempeln. Also wie hätte Kyle dann ignorieren können, dass es nun schon zwei Mal um den Tod ging? In den letzten Minuten allein? Wie hoch lagen die Chancen, dass er davon sprach, nur um dann zu Erfahren, dass eine andere Tarotlegerin auch schon davon gedichtet hatte? Moment.. uff. Wie war das noch einmal bei ihrem ersten Treffen gewesen? Als er Ced betrunken eine Warnung geschickt hatte? Es hatte sich um Death reversed gehandelt und auch die Situation um die es sich gehandelt hatte, war wahrscheinlich schon lange vorbei, doch.. da war sie wieder, diese Karte. Zum dritten Mal? Hatte er damals genau dasselbe vorausgesagt, was auch die Unbekannte später tun würde? War es ihm bloß vorher einfach nicht aufgefallen? Aber was genau hatte er vorausgesagt? Das.. hier? Ein kurzer Blick auf Cedric. War dies das Ende eines Zyklus? Der metaphorische Tod Cedrics? Der beinahe wortwörtliche Tod, der vermieden wurde? Der - Ah. "..." Kyle setzte sich wieder richtig auf, die Hände, die ihn bis eben abgestützt hatten, wandern nach Vorne, zwischen seinen offenen Beinen auf den Boden und er ließ mit einem lauten, teils unzufriedenem, teils genervtem Aufstöhnen, den Kopf nach unten sinken, vergrub das Gesicht in seinen Händen, die sich letztendlich doch noch dafür entschieden hatten, mithilfe der Ellbogen auf seinen Oberschenkeln zu ruhen, und fuhr sich mit diesen ein wenig durchs Gesicht. "You gotta be fucking kidding me..", murmelte er, auch wenn es für ein Murmeln fast schon zu laut gewesen war. Aber mit dem Tod könnte er ihm eher helfen, huh? Hatte er sich ungewollt über sich selbst lustig gemacht? Hatte sie ernsthaft ihn damit gemeint? War das möglich? Machte das Sinn? Hatte sie wirklich sein Kommen vorausgesagt? Aber was genau hatte sie denn überhaupt gesagt? Aber es war zu passend, nicht? Nur ein Idiot verschloss die Augen und behauptete, man könne ihn dadurch nicht mehr sehen. Hatte er sich nicht sowieso schon oft genug mit der Karte gleichgesetzt? Damals die falsche Bedeutung für sich angenommen? Spielte er jetzt die Rolle des Wandels für seine Bekanntschaft? Sollte es darauf hinaus? Konnte es das überhaupt bedeuten? Ein merkwürdiger, etwas beängstigender Gedanke. Was hatte er noch einmal über Schicksal gesagt? War es von Anfang an geplant gewesen, dass er hier sein sollte? An diesem Ort, an dieser Stelle? Hatte er überhaupt eine Entscheidungsfreiheit gehabt? Wie lange war die erste Tarotkarte an Cedric nun her? Ein halbes Jahr? Hatte sich seit dem nichts, absolut rein gar nicht verändert? Und selbst wenn es nicht so war, wenn es nicht daran lag, wenn es doch einfach die Route war, die die beiden zufällig gewählt, zufällig gegangen waren - eine, von unzähligen, von unendlich vielen - dann fuck? Hatte er jetzt etwa die Verantwortung gegenüber Ced? Es war nicht so, dass er nicht ohnehin vorgehabt hatte, dem Mann beizustehen aber.. wen Jemand voraussagte, man würde hilfreich für die Person sein? Wenn dies mit einer so mächtigen, so intensiven Karte wie dem Tod gleichgesetzt wurde? Da nicht ein wenig Druck auf den Schultern zu spüren erwies sich wirklich als schwierig. Gott, er wusste im Endeffekt doch eigentlich die Hälfte der Zeit überhaupt nicht, was er da eigentlich machte?! Konnte er so einer Rolle überhaupt gerecht werden? Warte, machte das überhaupt Sinn? Oder war er es jetzt, der überinterpretierte? Narzisstisch dachte? Selbstgefällig war? Als ob ihm soviel Verantwortung in den Schoss geworfen werden würde? Und irgendeinen wertvollen Input hatte er seinem Gegenüber jetzt auch nicht gegeben, das war ihm aufgefallen. Okay - vielleicht doch einen Moment an sich Selbst denken. Die eine Minute des Ausflippens sollte ihm ja noch genehmigt sein.

    Kyle & Ced [Doing whatever auf 'nem Dach]


    Verwirrung war es, die sich allmählich in dem Amerikaner ausbereitete, als er beobachtete, wie Cedrics Mimik sich nach seinen Worten zu ändern schien. Sein Gegenüber hatte mit einem Mal die Augen ein Stück weit aufgerissen, blinzelte, sah ihn ein wenig so an, als hätte er sich vor seinen Augen gerade in einen Zwerg oder Sonstiges verwandelt und - gut, Kyle konnte jetzt nicht behaupten, dass seine Erklärung wirklich legitim und nicht irgendwie absurd und abstrus klingend gewesen war. Doch? War sie wirklich so fern von jeder Norm gewesen, dass eine solche Reaktion angebracht wäre? Machte es Sinn? Wieso genau sah der Blonde ihn jetzt eigentlich so überwältigt an? Sein Chatkumpel setzte tatsächlich doch noch zum Wort an - eine Aktion, die momentan wohl definitiv nicht als Voraussetzung anzunehmen sein durfte - und ja, das mit den Verwirrung wurde letztendlich doch nicht wirklich weniger. Sie wurde möglicherweise bloß.. ein wenig anders? Nicht du auch noch? Oooh, jetzt spiegelte sich auch ein Hauch von Neugier in seinen Augen wieder. Was er auch noch? Ging es um seine Anspielung? Um Tarotkarten? Was meinte er mit auch noch? Eine andere Person? War ihm das Thema schon vorher unter die Nase gekommen? Stimmt ja, Kyle hatte doch bereits einmal eine Karte für ihn gezogen gehabt, damals auf dem Spielplatz. War es nicht auch Death Reversed gewesen? Meinte er das damit? Nein - halt. Da war Cedric doch gar nicht mehr da gewesen. Und auch später hatte er das nie so wörtlich formuliert gehabt - naja, anders, als in seiner absolut betrunkenen Warnung. Jetzt wo er so darüber nachdachte, war er eigentlich ziemlich beeindruckt davon, dass er trotz seines Alkoholpegeln hingekriegt hatte halbwegs vernünftig zu tippen. Aber ja - nein! Das meinte der Ältere sicherlich nicht. Also was dann? Ah, der Kerl konnte einen wirklich auf die Folter spannen. "Was meinst du damit?", hinterfragte er also, völlig direkt, ohne groß über irgendeine Formulierung nachzudenken und ja, ein bisschen hatte ihn zusammen mit der Neugier auch die Begeisterung gepackt. Rätsel und das Unbekannte waren halt immer irgendwie aufregend, okay? Und Kyle war nun wirklich ein wissbegieriger junger Mann. Ced sprach nach einer Weile weiter, machte nach zwei kleinen Worten wieder eine Pause. Er legte wirklich oft Pausen zwischen seinen Worten ein, nicht? Machte er das immer so? Hatte er das auch bei ihrem letzten Treffen so gemacht? Oder hatte er gerade einfach zu viele Gedanken in seinem Kopf und brauchte zu lange um diese halbwegs vernünftig einzuordnen? Zu sortieren, zu filtern? Der Punk versuchte sich, nicht von dem ständigen wegsehen seines Gegenübers ablenken, irgendwie irritieren zu lassen - was er im Endeffekt auch per se gar nicht tat. An sich war diese Aktion gar nicht so ungewöhnlich, gar verständlich - aber Cedric tat es so oft, an diesem Abend, dass er nicht umher kam, irgendwie das Bedürfnis zu verspüren langsam mitzuzählen. Warum bekam er in so einer Situation einen so absolut willkürlichen Drang? Oh, hatte er seine Gedanken laut ausgesprochen? Wie gerufen hatte der Student just in jenem Moment den Blick wieder auf das Halbblut geworfen. Moment - er hatte jetzt nicht wirklich laut gedacht, oder? Er beendete seinen vorherigen Satz und diesmal war er fast schon einige Augenblicke lang verdutzt von dem Anblick, der sich ihm da plötzlich bat. Sein Gegenüber hatte ihn schon vorher, versuchsweise angelächelt und das jetzige Lächeln war nicht perfekt, nicht viel besser, als das schiefe, das leidige zuvor - aber auch komplett anders? Es war der Gesichtsausdruck zusammen mit den Worten gepaart, der Kyle ebenfalls einige Male mit den Wimpern klimpern ließ. Manchmal da.. verwirrst du mich? Und ein schiefes, ehrliches Lächeln? Okay, das.. war irgendwie unerwartet. Dass Cedric von ihm oft verwirrt war, das war im offensichtlich nicht entgangen - und hey, es war auch wirklich keine Absicht gewesen. Es war nicht so, als ob er immer darauf aus war, Leute zu verwirren, unverständlich zu sein - aber Dinge waren nun einmal schwer in Worte zu fassen, also oft. Vor allem, wenn es um so komplizierte Dinge, so abstrakte Konzepte ging. Cedric jetzt seine Affinität zur Death Karte zu erklären? Wie sollte er dass denn bitte in einem normalen Gespräch hinkriegen? Auch, wenn normal sowieso subjektiv war. Immer und überall. Und alles was vor dem letzten Jahr gewesen war.. ja, es war schwierig, Sinn zu ergeben, wenn die eigene Welt doch keinen Sinn machte. Wenn man aus sich selbst nur bedingt schlau wurde. Und der Blonde vor ihm wurde scheinbar nicht wirklich schlau aus ihm - aber das schien ihm nichts auszumachen? Meistens waren die Leute frustriert, wenn etwas keinen Sinn ergab, wenn man in Rätseln sprach - egal ob gewollt oder ungewollt. Aber er? Er lächelte und legte automatisch den Kopf ein wenig schief, bevor er sanft und leise auflachte. "Nur manchmal? Das klingt doch nach einer ziemlich guten Quote, Ceddy.", witzelte er und konnte sich nicht ganz verkneifen, wie ein Honigkuchenpferd zu grinsen. Falls der Ältere durch seine dumme Whatsapp Aktion noch Punkte verloren gehabt hätte, dann waren diese inzwischen definitiv wieder aufgesammelt worden. Ein wenig fragte er sich schon, warum genau Ced hier war. Was brachte ihn dazu sich selbst so sehr zu hassen? Die Welt? Es machte.. keinen Sinn, auch wenn es das natürlich bei dieser Thematik niemals machen musste. Aber konnte es sich bei dem Blonden wirklich um einen schlechten Kerl handeln? Ah, who the fuck even cares - Kyle war auf jeden Fall vom Gegenteil überzeugt.

    Kyle & Ced [Doing whatever auf 'nem Dach]


    Uuuuund der Typ bewegte sich tatsächlich schon wieder! Was sollte das eigentlich werden, wenn es fertig war, Cedric? Du gabst wirklich das schlechteste Kopfkissen der Welt ab! Kyle war sich zunächst einmal nicht sicher, ob sein Gegenüber sich nicht einfach erneut neu positionieren wollte oder aber aufgrund seiner Worte in Bewegung kam - doch die Antwort darauf folgte schnell, als der Kopf des Weißhaarigen sich auf einmal in der Luft befand und er sich etwas irritiert wieder richtig aufsetzen musste, um einerseits nicht völlig bescheuert auszusehen und andererseits, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Es passierte so sehr out of nowhere, dass der Punk einige Male verwirrt blinzelte, als er wieder in seiner Ausgangsposition saß und Cedric noch immer verdutzt dabei beobachtete, wie er sich ein Stück weit von ihm entfernte, sein Bein in Bewegung brachte. Für einen Moment klopfte das Herz des Amerikaners schneller, wusste er doch nicht, wie er das gerade Geschehene jetzt interpretieren sollte. Was ihm definitiv bewusst gewesen war, war, wie blöd seine vorherige Wortwahl gewesen war und, dass er diesen kleinen Kommentar, auch wenn er bloß als Scherz gemeint gewesen war, lieber für sich hätte behalten sollen.. aber nahm der Musiker ihm das jetzt bei weitem übler, als gedacht? Hatte er etwas so dummes gesagt, dass Ced sofort auf Abstand ging? Ihn deshalb auf einmal so unbedingt meiden wollte? Jesus, chill., ermahnte er sich selbst in Gedanken, als er realisierte, dass er das Ganze wieder viel zu voreilig überinterpretierte. Warum machte er sich eigentlich so verrückt? Okay, die Antwort darauf war eigentlich ganz einfach, aber er musste sich trotzdem immer wieder mal daran erinnern, eben das nicht mehr zu tun. Aber alte Angewohnheiten wurde man bekanntlich schwer los, nicht? Also war es kein Wunder, dass sein Herz trotzdem noch etwas schneller schlug als zuvor - aber die kreisenden, negativen Gedanken blieben immerhin aus und das war ja das Wichtigste, irgendwie? Irgendwo? Der Ältere setzte zum Wort an, hörte jedoch schnell wieder auf und tatsächlich blieb es wirklich nur bei einem kleinen Wort. Er? Er was? Cedric hatte seinen Blick auf das Halbblut fokussiert, wich ihm nicht aus, wie so oft zuvor und auch Kyle blickte ihm direkt entgegen. Es schien sich um etwas Wichtiges zu handeln, oder? Sonst würde der Student sich jetzt nicht so benehmen, nicht so handeln, ihn nicht so anstarren? Der Blonde brauchte ein paar Sekunden, um sich zu sammeln, um die passenden Worte zu finden, vielleicht? Dann schien er sie gefunden zu haben und: "Duuuude..", Kyle ließ, zusammen mit einem kleinen Schwall Luft zwischen seinen Lippen, den Kopf geschlagen ein Stück weit nach hinten fallen. "Seriously? Von all den Sachen, die du nicht ignorieren hättest können, suchst du dir genau diese eine aus?" Nachdem die Frage seine Lippen verlassen hatte, streckte er seine Arme nach hinten aus, um sich so mit den Händen abstützen zu können und sein Kopf neigte sich wieder zurück nach vorne, sodass er seinen Chatkumpel wieder gescheit ansehen konnte. Seine Mimik hatte sich bei den eigenen Worten in ein kleines Grinsen gewandelt - allem Anschein nach, fand er die Nachfrage, trotz aller Umstände wohl doch ein wenig amüsant - und er blieb noch einige Augenblicke lang still, bevor er sich dazu entschied, dem Anderen doch noch zu antworten und die Grimasse auf seinem Mund ein wenig schief wurde. "Das war.. eine Art dummer Insider? Was absolut keinen Sinn macht, weil du ihn nicht kennst und.. actually, glaub' ich auch so keiner außer mir versteht.. Ich sollte wahrscheinlich echt mal damit aufhören solche Sachen zu bringen, huh..", erklärte er dann, beim letzten Teil ein wenig abdriftend und mit sich selbst am reden - seine Pupillen waren ein wenig zur Seite, über das kahle Dach gewandert. Er schwieg wieder eine kleine Weile, sein Ausdruck war ins Neutrale gewichen und er war gedanklich für die Zeit offensichtlich woanders. Dann, plötzlich, hatte er sich wieder gefasst, die Iriden fixierten sich wieder auf Cedric, ihm entkam ein kaum hörbares, belustigtes Schnauben. "Diiiiese Antwort wird dich nicht zufrieden stellen, oder? Ich weiß aber auch echt nicht, wie ich das jetzt erklären soll... Sagen wir einfach mal, es war eine.. Anspielung auf eine Tarotkarte, die so heißt? Also keine insgeheime Morddrohung oder so.. Ich hab' einfach geredet, bevor ich nachgedacht hab'. I do that sometimes. Honestly.. dont sweat it."