• [Tabatha] vor der Villa (bei Bianca & Leon)



    Die Gestalt hatte sie bemerkt, doch es hatte nichts genützt. Tief bohrte sich die Klinge ihres Dolches in sein Fleisch, sie spürte den Widerstand, den die Waffe nahm, spürte auch mehr als sie das sah das dunkle Blut, welches nun ihre Finger benetzte. Ihr wurde übel bei dem Gedanken, doch sie hielt ihre Gefühle bewusst klein. Emotionen hatten im Augenblick keinen Platz, alles was zählte war der Moment. Sie behielt den Dolch fest im Griff, als sie einen Schritt zurück machte, die Arme defensiv oben haltend, da sie fest mit einem Gegenangriff rechnete. Wo war Bianca? Hatte sie sich beim Sturz verletzt oder konnte sie zurück in die Villa laufen? Die Dunkelheit erschwerte es, die Situation schnell genug zu erfassen, doch ihre spitzen Ohren vernahmen Worte, die ihre Entschlossenheit mit einem Mal ins Wanken brachten. Bianca, pass auf. Eine Finte? Eine kluge List, um Verwirrung zu stiften? Ihr Argwohn verhärtete sich nur, doch alles was sie sah war, dass sie den Mann offenbar mehr verletzt hatte, als sie erwartet hatte. Er lag am Boden und schob sich vor ihre Herrin, wie ein Beschützer. Eine Rolle, die doch sie eigentlich hatte einnehmen wollen. Tabatha setzte in ihrem Angriff nicht weiter nach, denn die Unsicherheit hatte sich in ihrem Geist ausgebreitet und das, obwohl sie sich geschworen hatte, nicht länger zu Zögern, denn den Zauderern erlag stets das Nachsehen. "Ich verstehe nicht.", murmelte sie, mehr an sich selbst, als an irgendjemand anderen gerichtet. Die Hände hielt sie noch immer oben, doch das Adrenalin wich langsam aus ihrem Körper und wurde durch ein flaues Gefühl in ihrer Magengegend abgelöst. Eine Fehleinschätzung? Es war ihre Herrin, dessen Stimme sie nun vernahm. Bianca war also weder betäubt noch bewusstlos. Das erleichterte sie ein wenig, verstärkte aber auch ihr unangenehmes Gefühl gerade einen furchtbaren Fehler begangen zu haben. "Ich..." Ihr Mund war trocken. Nach Hause gebracht...? Um diese Zeit? Was mochte geschehen sein? "Seid Ihr... etwa unversehrt, Herrin?" Sie schluckte, ließ von ihrer Angriffshaltung langsam ab, wenngleich ihr ein wenig des Misstrauens blieb. Bianca hatte sich dem Verletzten zugewandt, behandelte diesen frei gekleideten, triefend nassen Mann gar wie einen... Freund? Tabatha wusste sich keinen Rat, stand unschlüssig neben den beiden Personen am Boden. Ihr Verlangen, sich Bianca einfach zu schnappen und in die Sicherheit der Villa zu bringen, stand gegen der Tatsache, dass die Adelige wohl nie wirklich in Gefahr gewesen war. Nie würde sie sonst so ruhig reagieren. Dies als wahr und gegeben anzuerkennen, war... in erster Linie verwirrend. Es bedeutete, dass sie Schuld auf sich geladen hatte und dieser Gedanke lähmte sie. Bade hatte Recht behalten. Es war nicht einfach, alles andere als das. Tabatha schloss für einen kurzen Moment die Augen und presste die Lippen zusammen, ehe sie mit einem gewissen Widerwillen zu dem vermeintlichen Entführer sprach: "Wie... ist es um die Wunde bestellt?" Wenn Bianca diesem Mann freundlich zugetan war, dann würde sie das auch sein. Ihr Ausdruck verblieb grimmig, noch immer wagte sie es auch keinen Schritt näher heran, so als wäre sie dem nicht würdig oder aus Sorge, Bianca möge sie aufgrund ihrer Gräueltat verscheuchen wollen. Für eine Erklärung - und Entschuldigung - war später noch Zeit. Vielleicht. Tabatha war sich unsicher, ob sie nicht einen Heiler rufen sollte oder ob es auch ohne ging und wollte (nicht erneut) voreilig handeln, ohne die Absichten ihrer Lady zu kennen. Wenn sie sich nachts von einem Halbwesen begleiten ließ, mochte das noch weitaus verworrener sein, als es bereits jetzt den Anschein hatte.

  • Electra & Beatrice (in ihrem Zimmer)
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    Vorhin noch hatte sie sich gefragt: bei Ventus Willen - konnte es noch schlimmer kommen? Und die Götter so: Ja, meine liebe Electra, schlimmer geht immer! Und jetzt stand dieses eigenartige Fräulein in ihrem Zimmer! Die Hand vor Erschütterung vor dem Mund gehalten, die vermeintlich geschehenen Ereignisse falsch interpretierend. Ihre Körpersprache deutete auf wahre Überraschung hin, doch das Grinsen, was sie unter ihrer Hand zu verstecken versuchte - oder bildete sich Electra das bloß ein? - und die blauen, giftigen Augen welche unablässig auf sie gerichtet waren, deuteten darauf hin, dass diese Emotion simuliert war. Diese blauen Augen erinnerten sie an den blauen Eisenhut, eine Pflanze, dessen Teile alle ausnahmslos giftig waren. Dieses Gewächs gab es zuhauf in Fenith Island. Wenige Gramm waren bereits für den Menschen tödlich. Electra schluckte schwer. Wiedermals. Ihr Mund war trocken, der Hals kratzte und dass kam nicht nur aufgrund der Erkältung. Wo, fragte sie sich. war die feindseelige Maerwen, wenn man sie mal brauchte? Nicht, dass sie sie eben noch für diesen Charakterzug verflucht hätte, jetzt, ganz unverhofft, sehnte sie sich sie herbei? Puh, man konnte es der jungen Lady aber auch nichts recht machen! Sie verkrümmelte sich tiefer unter den Kissen und Decken ihres Bettes, als könnte sie sich hinter den Polstern vor dem hämischen Blicken der Fremden schützen. Ja, sie fühlte sich hilflos, sie brauchte sie, Maerwen, ihre Freundin, sie fühlte sich er Fremden mit den giftigen Augen schutzlos ausgeliefert. Verdammt, Maerwen! Sie biss sich auf die Unterlippe. Wo bist du? Sie wollte doch bloß kurz einen Boten informieren, was, verdammt nochmal, hatte sie aufgehalten? Electra war zu kaputt, zu kaputt, um sich zu erklären, um der anderen die Situation, welche sie geglaubt hatte zu sehen, verständlich zu machen. Zu kaputt von der Situation mit Ren und der Auseinandersetzung zwischen ihn und Maerwen. Von seinem enttäuschten Blick, als sie ihm offenbarte, ihm etwas vorgespielt zu haben, seine Gutmütigkeit ausgenutzt zu haben ... Sie war - im wahrsten Sinne des Wortes - K.O., sodass sie nicht mal die Hälfte der Worte der anderen verstand. "...hochroten Kopf ...", "... junger Mann ...", "... verbotene Liebe ...", "...Skandel?" M-moment? Skandal!? Am liebsten wäre sie rücklings ins Bett gefallen, hätte die Augen geschlossen und gehofft, dass das alles bloß ein böser, böser Traum war, diese Situation, verdammt, verdammt nochmal, konnte ihren Ruf im Königshaus für immer ruinieren! Wenn sich das herum sprach, bei Gott, das wollte sie sich nicht ausmalen! Dabei war gar nichts passiert! Nicht zu glauben, dass sie das einmal dachte, aber hätte sie bloß auf Maerwen gehört, hätte sie die Villa und vor allem das Bett einfach nicht verlassen! Dann wäre das alles nicht passiert ...! Auf die wirren Thesen der anderen hatte Electra nichts erwidern können, selbst wenn sie es gewollt hätte, hätte sie keine Chance gehabt, dieses eigenartige Frauenzimmer redete ohne Unterlass. Sie stellte sich als Beatrice vor, mittlerweile war Electra wieder etwas klarer im Kopf, sie erklärte, dass sie erst seit kurzen in Trampoli angekommen war und dass sie aus einem weit entfernten Königreich stamme - und warum auch immer, wurde Electra mit jedem Wort, was diese komische Beatrice von sich gab, immer wütender ... Fragen wie, warum hatte sie einfach so ihr Gemach betreten?, oder warum stellte sie solch dreiste Behauptungen über sie und Ren auf?, blieben unbeantwortet. Der Punkt zwischen ihren Augenbrauen spannte sich an, als sich ihr Körper plötzlich und einfach so in Bewegung setzte. Mit einem Mal stand sie und wenige Sekunden später griff sie harsch nach dem Arm der (in ihren Augen) verzogenen Göre. "Schweig!", rief sie, vielleicht etwas zu laut, "schweig' endlich!" Wütende blaue Augen fixierten die ihrigen. "Verschwinde einfach! Und erwähne zu niemandedn mit keinen Sterbenswörtchen das, was du glaubst hier gesehen zu haben!" Auch wenn nichts passiert war, das Gerücht allein, das Gerede hinter ihrem Rücken reichte schon, um ihren Ruf zu ruinieren. Sie sollte gehen. Jetzt! Sofort! Electra wollte sich nicht 'freundlich' mit ihr unterhalten, dazu hatte sie nun wirklich keinen Nerv! Und niemals, niemals, nie, würde sie ihr ihren Namen verraten ... diesen würde sie früher oder später ohnehin in Erfahrung bringen.

  • [Rosalind] ~ mit Maerwen in ihren Gemächern

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    Ein sanftes Lächeln legte sich auf die rosigen Lippen der Adelstochter, während sie die Zofe ihrer Cousine ansah. "Ihr seid ein wahrer Segen für dieses Haus, Maerwen. Bei solch gutem Personal sind wir viel zu verwöhnt." Es stimmte. Der Großteil ihrer Familie würde es tatsächlich als Selbstverständlichkeit ansehen, dass die Bediensteten sich jede Sekunde ihres Daseins um sie sorgten und für die zu Verfügung standen. Vermutlich fehlte ihnen die Wertschätzung dieser Gesten und auch Rosalind konnte sich davon nicht gänzlich ausnehmen. Jedoch gab sie sich Mühle, bewusster durch ihre Tage zu schreiten und mehr auf ihre Umgebung zu achten. "Das hat er wirklich. Eines seiner größten Talente." Stimmte Rose der Dunkelelfe zu. Ihr Bruder mochte Vieles sein, jedoch hatte er ein exzellentes Auge für Schönheit und Eleganz. Und sein Geschenk zeigte dies nur zu deutlich. Rosalind musste sich später unbedingt bei ihm bedanken. Allem Anschein nach musste dies jedoch noch etwas warten, da Max noch nicht wieder in der Villa zu sein schien. "Nein, nein, das ist nicht nötig. Ich treffe ihn sicher noch früh genug." Winkte die Blauhaarige freundlich ab. Maerwen hatte sicher eine Menge zu tun und da wollte sie ihr nicht auch noch weitere Aufgaben aufhalsen, wenn es nicht wirklich notwendig war. Max lebte schließlich ebenfalls in der Villa und so groß war diese dann auch wieder nicht als dass die Adelstochter ihren Bruder nicht selbst finden würde, sobald sie wieder auf den Beinen war. Die Blauhaarige sah zu der Dunkelelfe auf, welche ihr nach wie vor ihre Dienste anbot, und überlegte kurz. Eigentlich wollte sie Maerwen nicht unnötig aufhalten, jedoch glaubte Rose nicht, dass sie schon in der Lage war, länger als den Gang ins Badezimmer außerhalb des Bettes zu verbringen. "Tatsächlich gäbe es da etwas. Wärt Ihr so gut mir etwas Tee zu bringen?" Fragte sie dann schlussendlich.

  • [Kommen an] Sophia & Eric - Eric geht

    Unweigerlich fragte der junge Jäger sich ob es wirklich dazu kommen würde. Ein Treffen zwischen ihnen bei dem sie die Freuden des Alltags genossen. Gemeinsames Kochen. Für so Viele war es etwas alltägliches und doch kam es dem Dunkelhaarigen fast schon absurd vor wenn er sich vorstellte wie er mit Sophia gemeinsam hinter dem Herd stand. Ein Szenario, welches ganz und gar sonderbar war aber der Gedanke daran war auch irgendwie schön - hinterließ ein gutes Gefühl weshalb Eric unweigerlich lächeln musste. Ein Teil von ihm hoffte sogar das es sich bei eben genanntem Szenario nicht nur um ein Hirngespinst handelte sondern vielmehr um eine mögliche Realität. Eine Realität in der sie sich öfter sehen würden und durch diese Regelmäßigkeit vielleicht auch seine in Schatten gehüllte Vergangenheit Stück für Stück beleuchtet wurde. Es würde eine Last von ihm nehmen auch wenn er sich dafür schämte Sophia auf diese Weise zu benutzen. Nicht das er ihre Anwesenheit nicht auch genoss - sich bei ihr sogar wohl fühlte - viel mehr noch als das. Er vermochte es nicht so Recht in Worte zu fassen was ihre Gegenwart mit ihm machte. Gemischte Gefühle tobten in seinem Inneren. Ein leises Kichern verließ die Lippen der Adelstochter und der Blick seiner dunkelbraunen Augen wanderte dabei über ihr makelloses Gesicht. Sie wirkte ganz anders wenn sie ausgelassen lachte - sich ihren Emotionen hingab. So viel lockerer. So viel entspannter. Erreichbar. Vielleicht hätte er es damals gewagt sie um einen Tanz zu bitten wenn sie diese Seite von sich gezeigt hätte. Vielleicht. Aber auch das war Vergangenheit und nicht länger relevant. So oder so hatte ihn Etwas zu ihr hingezogen. Schon damals. Alte Gefühle - gemeinsame Erinnerungen - was es auch war. Es freute Eric, dass sie seinem Vorschlag mit solcher Freude zustimmte. So würde jeder ein Stück weit die Welt des Anderen kennenlernen. Oder zumindest würde er die ihre kennenlernen. Sophia hatte dem jungen Mann doch ein gutes Stück Wissen voraus, nicht wahr? Wissen, welches ihm vorenthalten blieb. Vielleicht weil sie ihn nicht überfordern wollte - weil sie ihm Zeit geben wollte. Vielleicht weil es dieses Mal anders laufen sollte. Immerhin war er einfach so verschwunden wenn man den Worten der Adelstochter Glauben schenken wollte. Sie hatte keinen Grund zu lügen. Er hatte es in ihren Augen gesehen. Den Schmerz - das Leid - durch ihn verursacht. Vielleicht hatte er seine Gründe gehabt. Vielleicht waren sie berechtigt gewesen aber aus heutiger Sicht war er einfach nur egoistisch gewesen und das bestärkte nur seine Vermutung darin, dass er kein guter Mensch war. Auch wenn es ihm ein Stück weit zu ihr hinzog entschied er sich dem Bedürfnis ihr nahe zu sein nicht nachzugehen. Vielleicht weil er sich nicht sicher war ob diese Gefühle wirklich echt waren oder nur die Schatten der Vergangenheit, die ihn einholten. Es war nicht fair ihr gegenüber. Es würde alles nur komplizierter machen, richtig? Er wich ihren Blick aus und lies ihn hinüber zum Musiker wandern. Verfluchte sich während er gute Miene zum bösen Spiel machte. Im Grunde hatte er sie doch erst vor wenigen Tagen kennengelernt. Sie war fremd und vertraut zugleich. Er durfte die Verbindung, die sie in der Vergangenheit hatten nicht mit der jetzigen verwechseln. Doch konnte man das so genau trennen? War er noch der selbe Mensch wie damals? Das zu beurteilen oblag wohl Sophia. Er griff nach ihrer Hand, wie schon vorhin als sie zu den wunderschönen Klängen des Tanzbein geschwungen hatten. Ihre Hand war warm. Es fühlte sich fast schon natürlich an sie zu halten. Ihre Wärme ganz bewusst war zu nehmen - sie zu zu lassen. Nach und nach näherten sich die Beiden der Villa. Eric warf einen letzten Blick auf die untergehende Sonne, die Trampoli nur noch spärlich Licht spendete. Den größten Teil übernahmen die Straßenlaternen. Auch sie tauchten den Nachhauseweg der Beiden in ein angenehmes Licht. Sophia ergriff schließlich wieder das Wort. Sie wirkte fast schon unsicher in ihrer Wortwahl. "Es war einer der schönsten Tage seit Langem..." Der Jäger lächelte das Mädchen an seiner Seite an, versuchte ihr damit klar zu machen, dass sie ihn keineswegs Zeit gestohlen hatte. Vielmehr hatte sie neue Erinnerungen mit ihm geschaffen und das tat so unheimlich gut. "Ich hoffe ich war kein allzu schlechter Tanzpartner." Das Lächeln auf den Lippen des Dunkelhaarigen wurde zu einem Schmunzeln bevor er sich vor dem Tor zur Villa in ihre Richtung drehte, ihre Hand noch festhielt weil ein Teil von ihm nicht wollte das der Abend zu Ende ging. Vorsichtig hob Eric seine zweite Hand und strich der Adelstochter zögerlich eine lose Haarsträhne hinters Ohr bevor der Blick seiner braunen Augen über ihr Gesicht wanderte - jeden Millimeter davon in seinem Kopf abspeicherte als hätte er Sorge auch diese Erinnerung wieder zu vergessen. Einen Moment verweilte seine Hand an ihrer Wange, während sein Daumen sachte über ihre zarte Haut strich. "Ich hoffe wir sehen uns bald wieder..." Eric lies seine Hand sinken und blickte in die einzigartigen Augen seines Gegenübers. "Pass dann lieber auf deine Füße auf..." warnte er Sophia noch einmal im Hinblick auf ihre gemeinsamen Tanzstunden. Nun löste er auch seine zweite Hand von der ihren und deutete eine Verbeugung an. "Bis bald." Ein ehrliches Lächeln zierte seine Lippen als er noch ein wenig verweilte bis Sophia durch das Tor geschritten war - es hinter ihr ins Schloss fiel - ehe auch er nach Hause ging.

  • Maerwen und Rosalind (Geht schnell zur Küche)


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    Maerwen war zugegeben ein wenig überrascht über die netten Worte der Adelstochter. Es war nicht so als würde sie der Blauhaarigen widersprechen wollen, ganz im Gegenteil. Sie war auch der Meinung, dass die Adeligen ein viel schlechteres Leben hätten, wenn da nicht so fleißige Bedienstete um sie herum wären, die ihnen wirklich jeden Wunsch von den Lippen ablesen konnten. Sie war aber dennoch überrumpelt, dass Rosalind sich dessen bewusst war. Bislang hatte die Dunkelelfe geglaubt, dass nur Electra mit dieser Einsicht gesegnet war und die anderen Saint-De-Coquilles mit einer gewissen Selbstverständlichkeit ihren Luxus hinnahmen. So war Maerwen es auch überhaupt nicht gewohnt, dass man ein Wort des Lobes in ihre Richtung aussprach. Bei dem Personal war es meistens so: Nicht geschimpft war genug des Lobes. Diese für sie neue Situationen sorgte auch dafür, dass sie ein wenig verlegen auf ihre Schürze sah, bevor sie mit ernsten Blick wieder aufsah. "Ich tue nur meine Pflicht, Lady Rosalind.", versuchte sie die lieben Worte ein wenig abzuwehren. Da war es ihr sogar ausnahmsweise einmal angenehmer über den Bruder der Bettlägrigen zu sprechen. Auch wenn sie ansonsten jede Erwähnung dieses Ekelpakets vermied. Es fiel ihr deswegen auch nicht leicht nette Worte über ihn zu verlieren und atmete deswegen kaum hörbar aus, als Rosalind meinte, dass sie nicht ihren Dank ausrichten musste. Das hieß also glücklicherweise für sie, dass sie ihn nicht suchen musste. Auf eine weitere Konversation mit ihm war sie sowieso nicht erpicht gewesen. Aber Rosalind war sie gern weiter noch behilflich, vor allem lenkte sie das gerade ein wenig ab von der Situation, die sie vorhin erleben hatte müssen. Wenn sie jetzt nichts zu tun hatte, musste sie wohl oder übel zu Electra zurückkehren und das wollte sie nicht. Als sie also gebeten wurde der jungen Frau ein wenig Tee zu bringen, nickte sie eifrig. "Sehr gerne! Ich bin gleich wieder da, ruhen Sie sich vielleicht in der Zwischenzeit etwas aus." , meinte sie und huschte schnell aus dem Zimmer, um sich zur Küche zu begeben.

  • Sophia bei Eric vor der Villa, später in ihrem Zimmer

    Freude erfüllte ihr Herz, verscheuchte die leichte Unsicherheit. Es war schön, dass Eric ihre gemeinsame Zeit an diesem Abend ebenso genossen hatte, wie sie. Besonders freute sie, dass er es ihr nicht übel nahm, dass sie ihn so mir nichts dir nichts in einen kleinen Tanz verwickelt hatte. Die Adelstochter schüttelte den Kopf bei Erics Anmerkung bezüglich seiner Fähigkeiten als Tanzpartner. “Ganz und gar nicht.” Aufmerksam schweifte ihr Blick über Erics Gesicht, welcher dann, wie fast immer, an dem schönen sanften Braun seiner Augen hängen blieb. Jedoch schlug sie die Augen nieder, als Eric die Hand nach ihr ausstreckte und eine verlorene Strähne ihres violetten Haares hinter ihr Ohr strich und seine Hand auf ihrer Wange für einige Sekunden verweilte. Es war nur eine kleine Geste, aber sie berührte sie sehr. Ein wenig Röte zierte ihre Wangen, während sie erst wagte ihr Gegenüber wieder anzusehen, als er seine Hand zurück zog. Ein Lächeln zeigte sich zusätzlich auf ihren Lippen bei Erics nächsten Worten. “Ich bitte darum.” Nein, sie hoffte nicht nur auf ein Wiedersehen. Es sollte auf keinen Fall viel Zeit vergehen bis zu ihrem nächsten Treffen und vermutlich lag deshalb auch etwas leicht flehendes in ihren Augen. Doch allzu lange hielt dies nicht an, denn die Worte ihrer Begleitung entlockten ihr ein Kichern. Eine gescheite Antwort fiel ihr dazu allerdings nicht ein, weshalb sie einfach nur nickte. Schlagfertigkeit lag ihr nicht besonders, aber das lag wohl auch daran, das wohl zu damenhaft dafür war.

    Nur langsam wandte Sophia sich dem Gartentor zu, um es zu öffnen. Nur widerwillig ließ sie zu, dass Eric ihre Hand losließ. Doch sie lächelte und wünschte ihm eine gute Nacht. “Gib auf dich acht.”, fügte sie nach einem kurzen Zögern noch hinzu. Immerhin war die nahende Dunkelheit der Nacht nie gänzlich ungefährlich.

    Das Tor fiel ins Schloss nachdem die Adelstochter hindurchgeschlüpft war und sie bewegte sich auf den ebenso prunkvollen Eingang der Villa zu. Lauschte Erics verhallenden Schritten.

    Auf direkt Weg führten sie ihre Füße in ihre eigenen Räumlichkeiten. Hunger hatte sie keinen, die Müdigkeit war plötzlich lauter geworden. Vermutlich hatte sie diese bisher einfach nur verdrängt und kaum Aufmerksamkeit geschenkt. Somit beschloss sie sich in ihr weiches Bett zu kuscheln und den Tag frühzeitig zu beenden.

  • 4047-beatrice-pngBeatrice | verlässt die Villa


    Wahrscheinlich, sogar sehr wahrscheinlich, genoss die junge Prinzessin die Tatsache dass der Anderen zunächst kein einziges Wort über die Lippen kam. Keine Antwort, keine Widerworte, keine Erklärungen. Nicht etwa, dass man diese Beatrice schuldete, im Grunde ging es sie natürlich auch gar nichts an, was hier drin passiert war aber gerade als ein Teil einer hoch angesehenen Adelsfamilie sollte man sich doch keine Fehltritte leisten. Solche Skandale konnten böse enden und war man deshalb nicht darauf bedacht so etwas schnellstmöglich aus der Welt zu schaffen? Beatrice strich sich durch das silberne Haar während sie die Fremde in ihrem Bett beobachtete, ihre Blicke immer wieder durch das Zimmer der Dame wanderte. Ganz flüchtig aber dennoch aufmerksam. Als könnte sie etwas entdecken. Irgendwas interessantes, irgendwas verbotenes. Vielleicht auch noch ein Kleidungsstück des jungen Mannes? Ein leises Kichern glitt über ihre Lippen, welches sie hinter hervorgehaltener Hand versteckte. Irgendwie wurde ihr langweilig. Hatte sie denn wirklich nichts zu sagen? Wollte sie nicht darauf erwidern und einfach alles über sich ergehen lassen. Das junge Fräulein seufzte während sie ihr hübsches Kleid wieder zurecht brachte nachdem sie sich etwas verbeugt hatte und wollte gerade zu einem Abschied ansetzen, als die verstummte Frau auf sie zustürmte. Wie eine Furie oder Bestie oder beides zusammen. Der Blick ihrer blauen Augen war unmöglich auszuweichen und gleiches war mit ihrem Griff, mit dem sie Beatrice fest hielt. Sie spürte die warmen Finger der Fremden, spürte auch ihre Fingernägel in ihrer Haut. „Na, na..“, sagte sie leise während ihr Blick kurz zu ihrem Arm schweifte, die Hand beobachtete die sie festhielt. „Das gehört sich nun wirklich nicht.. ein Fauxpas nach dem Anderen.“ Beatrice bewegte sich nicht, sie blieb stehen, an Ort und Stelle und fixierte das ihr noch unbekannte Fräulein mit ihrem Blick. Noch hatte sie sich nicht vorgestellt und das erwartete sie auch gar nicht mehr. Die Wut brannte in den blauen Augen, die sie beobachteten. „Das.. das tut wirklich weh..“, jammerte die Prinzessin, ihre Stimme klang beinahe weinerlich und zitterte. Nicht, dass sie wirklich Schmerzen hatte. „Warum tust du das? Das ist gar nicht nett von dir.. behandelt man so eure Gäste?“ Was machte so jemand in einer Adelsfamilie? Was machte diese Frau in diesem Haus, jemand der absolut keine Selbstbeherrschung hatte, wie es schien. Lernte man so etwas denn nicht? Beatrice schlug die Hand des Mädchens von sich und hob ihren Finger, legte ihn an das Kinn der Anderen und ließ ihren Blick über ihr Gesicht wandern. „Du lernst besser deine Wut zu zügeln. Sowas gehört sich nicht. Hat man dir das nicht beigebracht? Das wirft ein wirklich schlechtes Licht auf dich, meine Liebe.. und wer weiß was passiert, wenn so etwas die falschen Menschen mitbekommen?“ Beatrice strich ihr eine verlorene Haarsträhne aus dem Gesicht und trat schließlich einen Schritt zurück. Dem amüsierten Gesichtsausdruck, dem Spot und Ernst, wich ein zuckersüßes Lächeln, das sie ihrem gegenüber schenkte. „Deine Haare sind so weich! Eines Tages musst du dein Geheimnis mit mir teilen, ja?“ Das Mädchen winkte und verließ wie gewünscht das Gemach der jungen Frau, prüfte ob sie jemand beobachtete und wanderte dann gut gelaunt durch die großen Hallen der Villa. Wer hätte gedacht dass sie so schnell auf so schwarze Schafe traf? Das war wirklich einfach gewesen! An manchen Ecken der Villa unterhielt sie sich aufgeregt und nett mit einigen Bediensteten, bedankte sich, stellte interessierte Fragen und machte guten Eindruck, bis sie sich dazu entschied auch den Rest Trampolis zu erkunden. Was sie da draußen wohl erwartete?




    3814-leon-pngLeon, Bianca & Tabatha | vor der Villa


    Das Gerede über ihre aktuelle Hilfsbedürftigkeit oder der Tatsache dass sie ein sehr starkes Mädchen war das absolut keine Hilfe von Nichts und Niemanden brauchte, was auch immer jetzt der Wahrheit entsprach, alles rückte in den Hintergrund und so auch der Fakt dass Leon sich nicht wirklich für das Leben innerhalb des goldenen Käfigs interessierte. Bianca schien das zu überraschen und stürmte da nicht gerade eine Verrückte mit einer glänzenden Waffe auf sie zu, hätten sie sich bestimmt noch mehr und ausschweifender darüber unterhalten. Aber es war keine Zeit mehr. Es war sowieso zu wenig Zeit gewesen. Wahrscheinlich hatte ihre Alkoholfahne schon seine Sinne vernebelt oder vielleicht hatte ihre ganze Erscheinung den jungen Mann etwas abgelenkt, denn er bemerkte den Angreifer einfach viel zu spät. Gut möglich auch dass er es ein bisschen ignoriert gehabt hatte. Oder eher ausgeblendet da er genug damit beschäftigt war die edle Dame zur Villa zu bringen. Ganz so leicht war sie ja schließlich auch nicht. Wahrscheinlich hatte sie auf dem Fest auch ein bisschen zu viel genascht. Und wahrscheinlich hätte er auch über seine Gedanken geschmunzelt, steckte da nicht gerade ein Messer in seinem Bein. Leon verfluchte sich im Stillen selbst, dass er nicht schnell genug gehandelt hatte, dass er nicht schneller beiseite getreten war, dass er der Klinge nicht rechtzeitig hatte ausweichen können aber mit Bianca in seinen Armen war das auch nicht ganz so einfach gewesen. Das Halbwesen spürte den stechenden Schmerz, spürte das warme Blut an jener Stelle und hörte die aufgebrachte Stimme der Adeligen. Und das beruhigte ihn etwas. Zu hören dass es ihr gut ging. Zumindest den Umständen entsprechend. Ein bisschen war der Jäger zu ihr gerobbt und hatte sich schützend vor sie gelegt, bereit für einen nächsten Angriff, der aber nicht kommen sollte. Glücklicherweise. Denn wirklich beschützen hätte er Bianca wohl nicht können, auch wenn er natürlich alles in seiner Macht stehende versucht hätte. Schließlich beherrschte er auch ein paar Zauber, die er einsetzen konnte aber all die Gedanken schob er beiseite, da sie eh nicht weiter wichtig waren. Viel mehr versuchte er dem Gespräch zu folgen, was sich aber auch nicht unbedingt als leicht herausstellte bei den Schmerzen, die er fühlte. Leon presste seine Lippen aufeinander und richtete sich etwas auf, setzte sich hin und streckte das verletzte Bein aus. Versuchte es so wenig wie möglich zu bewegen. „Ich bin ein Held.“, erwiderte der junge Kerl schmunzelnd und beobachtete die Adelsdame wie sie ihren feinen Schal von den Schultern zog und seine Wunde mehr schlecht als recht damit versorgte aber wenigstens stillte es die Blutung etwas, was wohl auch Sinn der Sache war. „Oh ja.“ Leon legte seine Finger an sein Kinn. „Da muss ich mir ja was ganz Besonderes einfallen lassen. Eine Wiedergutmachung des Adels.. da kann ich nicht einfach mit banalen Dingen um die Ecke kommen.“ Er legte seinen Kopf für einen Moment in den Nacken, schloss die Augen als würde er sich Gedanken darum machen was er sich wünschte. Ein neues Zuhause, ein großes Festmahl, unendlich viele Taler. Aber eigentlich versuchte er nur sich zu beruhigen, den Schmerz auszublenden, was wohl auch seine angestrengten Gesichtszügte verrieten. „Es tut verdammt weh. Es brennt, es pocht und es blutet der lieben Bianca gerade das Tuch voll.“, gab er der Angreiferin als Antwort, warf ihr dabei auch einen Blick zu, der auffallend prüfend war. „Und was war deine Mission? Greifst du hier immer einfach Menschen an?“ Seine Stimme klang ein bisschen wütend und vorwurfsvoll, vielleicht sogar etwas genervt von der Situation und eigentlich war er auch alles davon.

  • [Vor der Villa] Leon, Tabatha & Bianca

    Als sie das nächste Mal den Blick ihrer blauen Augen von dem Verletzten abwandte und über ihre Schulter Tabatha musterte, war diese immer noch in Kampfposition - bereit jeden kommenden Angriff ab zu wehren - ihn gar zuvor zu kommen wenn es von Nöten war. Leon jedoch kauerte einfach nur verletzt am Boden - hatte sich mittlerweile unter den scharfen Blicken der Elfe aufgerichtet während die Adelstochter zwischen ihnen hockte. Nicht lange ruhte ihr immer noch irritierter Blick auf ihrer treuen Freundin sofern man sie nach all dem was passiert war überhaupt noch als solche bezeichnen konnte. Irgendwie hatte es eine gewisse Distanz zwischen die Beiden gebracht. Unausgesprochen ruhte sie zwischen ihnen. Die Villa war glücklicherweise groß genug um sich aus dem Weg zu gehen aber offenbar immer noch klein genug um solche prekären Situationen zu vermeiden. Bianca stieß ein Seufzen aus als kostete sie diese Begegnung unheimlich viel Kraft und irgendwie tat sie das auch. Der Wunsch sich einfach in ihr Zimmer zurück zu ziehen nach dem heutigen Tag wurde immer größer. "Natürlich bin ich unversehrt..." kam es über die Lippen der jungen Frau. Die Antwort auf die Frage ihrer Bediensteten. Ein Stück weit versuchte sie auch ihren eigentlichen Zustand vor Tabatha zu verbergen. Sie musste ja nicht wissen, dass ihre Herrin sich ein kleines bisschen beim Alkohol verschätzt hatte. Wer hätte auch ahnen können, dass sie so schnell darauf reagierte? Nur weil es schon einmal passiert war, hieß das doch noch lange nicht das es immer so war, oder? Bianca senkte ihren Kopf, versteckte ihre geröteten Wangen und gab sich Mühe einen relativ nüchternen Eindruck zu machen. Früher einmal wäre es ihr egal gewesen in welchem Zustand Tabatha sie antraf. Früher einmal war sie ihre Vertraute - wusste Alles von ihr. Was hatte sich verändert? Das Mädchen mit den blauen Locken presste ihre Lippen aufeinander ehe sie fortfuhr. "Behandelt mich nicht alle immer als könnte ich mir selbst nicht helfen..." spuckte sie die Worte fast schon aus, vermied es aber dabei auch nur Einen der Beteiligten anzusehen. Sie rechnete fast schon damit das Leon einen dummen Spruch bringen würde - sie zum wiederholten Male daran erinnerte, dass sie es ohne ihn nicht einmal bis zur Villa geschafft hätte. Aber er schwieg - war wahrscheinlich anderweitig beschäftigt im Angesicht der Tatsache, dass Tabatha ihn gut getroffen hatte. Es war nicht fair, dass sie ihre Zofe so anschnauzte aber dennoch hatte sich ein unbewusster Groll in de Adelstochter aufgestaut. Ihr gegenüber? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Aber wie schon so oft in der Vergangenheit war sie ein Ventil für ihre Gefühlsausbrüche. Es ging ihr dabei nicht darum, dass sie es nicht genoss wenn man ihr die Haare machte, ihr ein ausgiebiges Schaumbad einließ oder sie in teure Kleider hüllte. All das waren Dinge, die Bianca durchaus genoss aber sie wollte nicht wie ein hilfloses Mädchen behandelt werden - das wollte sie noch nie. Bianca widmete sich wortlos wieder dem verletzten Halbwesen vor ihr, war dabei fast schon beeindruckt, dass er trotz offensichtlicher Schmerzen ein Schmunzeln auf den Lippen trug und ihr versicherte, dass er den Helden nicht nur spielte. Ein amüsierter Laut drang aus der Kehle der Adelstochter. "Wie konnte mir das nur entgehen? Richtig heldenhaft wie du hier am Boden sitzt..." Vielleicht war das ihre Art und Weise 'Danke' zu sagen aber das wusste wohl nur Bianca selbst. Sie war nicht sonderlich geschickt in der provisorischen Wundversorgung aber zumindest konnte das Mädchen die Blutung irgendwie stillen sofern sie das in der Dunkelheit beurteilen konnte. Ihr Blick wanderte über das Gesicht des Anderen als er sich wohl gerade Gedanken darum machte was er als Wiedergutmachung einfordern könnte. Versuchte er den Schmerz zu verbergen? Versteckte er ihn hinter irgendwelchen Witzchen? Wortlos verfolgte die Adelstochter den Wortwechsel der beiden Anderen. Tabatha war ein Stück zurück gerudert - hatte ihr Fehlverhalten dem Halbwesen gegenüber wohl erkannt und erkundigte sich nach dessen Befinden oder vielmehr um die Wundsituation. "Wir müssen ihn ins Krankenzimmer bringen. Die Wunde muss versorgt werden..." kam es über die Lippen der Adeligen. Die ganze Situation hatte sie doch ein gutes Stück nüchterner gemacht aber ob sie Tabatha eine große Hilfe dabei sein konnte das Halbwesen in die Villa zu schaffen? Vielleicht wenn er eine andere Form annahm? Als Schakal wäre er doch wesentlich leichter zu transportieren, richtig? "Nun ist es wohl doch an mir dich zu tragen..." Bianca erhob sich schließlich vom Boden während ein schweres und theatralisches Seufzen ihre Lippen verließ. Immer noch waren ihre Bewegungen nicht von der Eleganz begleitet, für die sie normalerweise bekannt war. Zumindest schaffte sie es nun sich auf den Beinen zu halten ohne umzukippen. Sie sah von oben auf den jungen Mann herab. Fast so als wartete nun sie auf die magischen Worte - auf die Bitte um Hilfe.

  • [Tabatha] auf dem Weg zum Krankenzimmer (mit Bianca & Leon)



    Die Magd regte sich kein Stück. Tabatha hielt sich mit angespannter Geduld zurück, wagte es nicht ihre Vorsicht fallen zu lassen - nicht ehe sie sich nicht sicher sein konnte. Ihr Magen drehte sich, als Bianca ihr klar zu verstehen gab, dass nie Gefahr für sie bestanden hatte. Auch der Rüffel - selbst wenn von 'allen' die Rede sein mochte - ging klar in ihre Richtung. Oder? Ihre Kehle schnürte sich zu und Tabatha wandte den Blick ab, konnte ihrer Herrin nicht länger in die Augen sehen. Warum musste es so sein? Eine Erklärung brannte ihr unter den Nägeln, doch das war nun kaum der Ort oder die Zeit für eine Rechtfertigung - erst recht nicht vor einem Fremden. Sie hatte es nur gut gemeint. Obwohl Bianca gerade so unmittelbar vor ihr stand, schien sie weiter weg denn je zuvor. Tabatha steckte das Messer weg, bemühte sich zwanghaft um eine ruhige Hand, was ihr auch gelang. Verzweiflung und Frust fraßen sich in ihr durch und umso schlimmer war es, weil sie ihren Emotionen keinen Ausdruck verleihen konnte.

    Eins nach dem anderen, sagte sie sich. Tabatha wollte Struktur in das Chaos bringen - in ihrem Kopf ebenso wie in die Szene, die sie dummerweise selbst zu verantworten hatte. Sie hasste Fehler - und doch musste sie zugeben, würde sie jedes mal wieder gleich handeln. War ihre Aktion also überhaupt als Fehler zu sehen? Zumindest gab es ihr ein wenig Selbstsicherheit. Gerade als sie das Wort ergreifen wollte, hörte sie die ironische Aussage des Verletzten, die gar nicht gut bei ihr ankam. Ihre Augen wurden schmal. Selbst im Scherz war es ein Sakrileg, die Adelsfamilie zu erpressen! Der passiv aggressive Kommentar ihr gegenüber war auch absolut unnötig. Konnte er sich nicht zivilisiert ausdrücken? Offenbar hatte sie doch nicht fest genug zugestochen, wenn er noch immer in der Lage war so dumme Sprüche zu bringen. Wie hing Bianca bloß mit dieser Person zusammen? "Nein.", erklärte sie steif, "Aus meiner Perspektive sah es nur eindeutig danach aus, als wolltet ihr die Lady entführen." Dazu stand sie auch. Eine Entschuldigung, die sie bisher zurückgehalten hatte, ließ sie jetzt einfach komplett fallen. Als Bianca etwas von ihm tragen erwähnte, schürzte sie nur die Lippen. Nun, wo ihre Herrin stand, wurde auch deutlich, was sie zuvor in der allgemeinen Situation übersehen hatte. Schwankte Bianca etwa? Tabatha warf ihr einen kurzen, musternden Blick zu, bemüht die eigene Skepsis zurück zu halten. Sicher nur der Aufregung geschuldet? Wobei noch immer die Frage offen stand, wieso Bianca sich des Nachts heimtragen ließ - lassen musste? Nun, es stand ihr nicht zu zu urteilen - nicht hier, nicht jetzt. Tabatha schloss ihre Gedanken und Gefühle zeitweise weg und griff dem Verletzten unter die Arme. Erst um ihn hochzuziehen, dann um ihn entsprechend zu stützen, damit sie sich in die Villa schleppen konnten. Die Wunde selbst hatte ihre Lady ja bereits provisorisch verbunden und daran würde sie nun nicht herumpfuschen. Tabatha steuerte den Dienstboteneingang an. Nicht nur, weil sie ihn sowieso standardmäßig nutzte, sondern auch weil er diskreter war. Hoffentlich sparte sich der Kerl weitere unnötige Kommentare - zumindest mal bis zum Krankenzimmer.

    »My life to yours. My Breath become yours.«

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  • [Rosalind] ~ (mit Maerwen) in ihren Gemächern

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    Die Bescheidenheit der Zofe war bewundernswert. Die Adelstochter war mehr als dankbar, sich in der Obhut der Dunkelelfe zu befinden. Als Maerwen die Gemächer der Blauhaarigen verließ, um dieser den gewünschten Tee zu holen, richtete sich Rosalind leicht in ihrem Bett auf. Sie ließ die Hand über das schöne Schmuckstück gleiten, welchen in ihrem Schoß lag. Ein sanftes Lächeln schlich sich auf ihre rosigen Lippen. Sie fühlte sich schon besser, jedoch fröstelte es sie ein wenig. Während sie also auf Maerwen wartete, stand die Adelstochter vorsichtig aus ihrem Bett auf. Sie hatte noch ein paar zusätzliche Decken in einem ihrer Schränke und gleichzeitig könnte sie Max' Geschenk aufräumen. Einen Schritt vor den anderen setzend steuerte Rosalind ihre Schmuckkommode an. Dort platzierte sie die wunderschöne Brosche, ehe sie sich zu ihrem Schrank mit den Decken wandte. Die ganze Zeit über hielt sie sich vorsichtig den Bauch, welcher noch immer ein wenig schmerzte. Mit einer dicken Decke beladen machte sich Rose auf den Rückweg zu ihrem Bett, als ihr plötzlich wieder ein stechender Schmerz in den Bauch zog. Der plötzliche Krampf war so heftig, dass es ihr kurz den Atem nahm. Anscheinend war das scharfe Essen wohl doch noch nicht überwunden. Wie es Vishnal wohl erging? Doch Rosalind hatte nicht wirklich Zeit, darüber nachzudenken, denn durch den plötzlichen Schmerz war sie ins Taumeln geraten. Unbeholfen stürzte sie nach vorne auf den Boden. Glücklicherweise hatte die Decke ihren Fall abgefedert. So lag sie nun, mit dem schönen Gesicht in der Decke vergraben, auf dem Fußboden. Heute musste auch alles schief gehen, oder?

  • 3814-leon-pngLeon, Bianca & Tabatha | im Krankenzimmer


    Zwischen die bissigen Kommentare, die Bianca der anderen Dame entgegen schleuderte wollte sich das Halbwesen ausnahmsweiße einmal nicht einmischen. Fand es eher amüsant mitanzuhören und auch mitanzusehen. Ein klarer Hinweis dafür dass hinter diesen dicken Mauern ganz sicher nicht alles so wunderschön war wie man immer versuchte es nach außen hin darzustellen. Ein goldener Käfig wohl, wie er vorhin schon vermutet hatte und die Aussage der Adeligen bestätigte das nur noch einmal. Aber warum nicht einfach ausbrechen? Fehlte Bianca der Schlüssel? Der Mut dazu es zu tun? Oder genoss sie es am Ende doch mehr darin eingesperrt zu sein? Was es auch war, ihm stand es erstens nicht zu darüber zu urteilen, vielleicht auch noch nicht, wer wusste schon ob das hier das letzte Treffen war, und zweitens war es für ihn gerade im Moment auch gar nicht so wichtig. Die pochenden Schmerzen ließen das doch etwas in den Hintergrund rücken und er presste seine Lippen aufeinander während er sich bewegte, sich irgendwie halbwegs aufrichtete und sein Bein anders platzierte. Auch jetzt erst hatte er eine einigermaßen klare Sicht auf die klaffende Wunde, die die Fremde ihm zugefügt hatte. Als diese sich erklärte, klang das ja auch ganz plausibel, sodass Leon ihr eigentlich gar nichts entgegenbringen konnte aber er ließ es sich trotzdem nicht nehmen. „Sehe ich etwa aus wie ein Gauner?“ Tief bestürzt legte er eine Hand an seine Brust und sog auch die Luft scharf ein, erschrocken darüber wie man über ihn dachte und doch hielt er es nicht lange durch, durchbrach der Schmerz sein kleines Schauspiel und so lachte er, wenn auch nur kurz, denn er musste zugeben, dass es doch schlimmer war als er dachte. Der Dreck der sich in der Wunde gesammelt hatte, musste ja wenn er schon am Boden lag, machte das alles nicht besser. Aber wenigstens half Biancas Tat etwas und die Blutung stoppte so gut wie. „Und wer würde Bianca schon entführen? Nach wenigen Augenblicken bringt man sie freiwillig wieder zurück.“ Mit gehobenen Augenbrauen, als wäre ihm es ganz suspekt wie ein Mensch überhaupt auf diese Idee käme das adelige Mädchen zu entführen, sah er zwischen eben jener und ihrer Bediensteten hin und her. Es war seine Art so mit solchen Situationen umzugehen. Humor war doch immer besser und so konnte er vielleicht auch verstecken dass es ihm gerade wirklich nicht gut ging was die Schmerzen anging. Auch wenn man es ihm wahrscheinlich nicht hätte übel nehmen können wennn er etwas jammerte aber so war Leon nicht. Er beobachtete Bianca dabei wie sie aufstand, unterdrückte ein Lachen dabei weil es weitaus weniger elegant aussah wie sie es sich wahrscheinlich erhofft hatte und erwiderte dann ihren Blick. „Du brichst doch nur zusammen.“, sagte er kopfschüttelnd und versuchte gerade irgendwie aufzustehen, was sich als weitaus komplizierter gestaltete mit einem Bein als er gedacht hatte, da kam die Schuldige der Runde auf ihn zu und half ihm. So war es leichter. „Danke.“ Leon achtete im Inneren der Villa nicht auf irgendwelche anderen Menschen oder den beeindruckenden Fluren oder sonstigen Schnörkeleien, konzentrierte sich eher darauf nicht in Ohnmacht zu fallen. Die Schmerzen wurden mit jedem Schritt oder eher Humpeln heftiger und er spürte auch wie die Blutung wieder einsetzte, wie einzelne Tropfen sein Bein hinab liefen. Die, die Biancas Tuch nicht aufhalten konnte. Ein erleichtertes Seufzen verließ seine Lippen als sie das Krankenzimmer erreichten, ein Raum der einige Erinnerungen in ihm hervorrief. War er schließlich schon einmal hier gewesen. Mit Elena. „Hier muss man ja Angst haben um sein Leben.“, sagte das Halbwesen, übertrieb damit natürlich ein bisschen da es bei Weitem keine lebensgefährliche Wunde war aber trotzdem gab es doch auch angenehmere Dinge. „Dein zukünftiger Ehemann muss wirklich auf sich aufpassen.“ Leon schmunzelte und setzte sich, legte sein Bein hoch und begann vorsichtig und langsam den Knoten des Tuches zu lösen. „Das ist wohl hinüber.“ Egal was für eine Farbe das Tuch der Dame vorhin gehabt hatte, jetzt war es auf jeden Fall schön rot.

  • Maerwen und Rosalind


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    Maerwen hatte nicht vorgehabt lange zu brauchen. Es war eine wichtige Eigenschaft als Dienstpersonal schnell zu sein. Denn die Adeligen waren in der Regel nicht unbedingt mit einem dicken Geduldsfaden ausgestattet. Das Meiste musste sofort passieren. Die Dunkelelfe hatte da stets Glück gehabt, dass ihre Herrin nicht diese Mentalität vererbt worden war. Electra war sehr geduldig, aber vor allem war sie nicht komplett hilflos und auf die Pflege der Dienerschaft angewiesen. Das war zwar für die pflichtbewusste Maerwen oft ein Ärgernis, aber irgendwie schätzte sie das doch auch an ihrer Herrin und Freundin. Es war einfach erfrischend zu wissen, dass nicht jeder, der mit dem goldenen Löffel im Mund geboren war, dies auch irgendwie als selbstverständlich ansah. Zumindest wirkte es auf sie so. Die Dienerin hatte auch das Gefühl, dass Rosalin glücklicherweise eher ihrer entfernten Verwandten glich als ihrem unsäglich nervigen Bruder. Da konnte man eigentlich nur drei Kreuze machen. Wegen dieser Einschätzung half Maerwen ihr auch gern und eilte rasch zur Küche um ihr ein wohltuendes Getränk zu besorgen. Vielleicht ging es ihr dann auch ein wenig besser. In der Küche wurde sie dann aber ein wenig aufgehalten. Manche vom Personal hatten wieder in ihren Augen eine nicht zufriedenstellende Arbeit geleistet, weswegen sie von ihr eine Strafpredigt bekamen. Sie war unter den Kollegen nicht wirklich beliebt, aber das machte ihr nichts aus. Sie verbrachte ja sowieso die meiste Zeit mit Electra und diese reichte ihr als Gesellschaft. Nachdem das Teewasser mit einem Pfeifen im Kessel ankündigte, heiß genug zu sein, goss Maerwen das Wasser in eine Tasse, wo sich bereits ein Kräutertee befand, der vor allem bei Hals- und Magenbeschwerden wahre Wunder wirken konnte. Mit diesem ging sie dann von der Küche wieder den Stock hinauf, wo sich die Zimmer der Familie befand. Sie machte vorsichtig die Tür zu Rosalinds Zimmer auf und ließ dann bei dem sich ihr bietenden Anblick doch fast die Tasse fallen. "Was ist passiert?", fragte sie entgeistert, als sie die Blauhaarige auf dem Boden liegen sah. Schnell stellte sie die Tasse ab und eilte Rosalind zur Hilfe. "Hast du dir weh getan?"

  • Sophia in ihrem Zimmer, zwischenzeitlich im Bad


    Schon seit einer Weile saß Sophia in einem der großen gemütlichen Sessel in ihren Gemächern, sah der Sonne dabei zu, wie sie über den Horizont kletterte und den Himmel in den buntesten Farben malte. In den Händen hielt sie eine warme Tasse Tee, die Gedanken ganz woanders. Eigentlich war es noch früh am Morgen - viel zu früh. Doch ihr Kopf schien viel zu voll mit allen möglichen Dingen, alsdass sie gescheit zur Ruhe kommen und nocheinmal in den Schlaf finden würde. Viel zu oft hatte sie den Abend mit Eric Revue passieren lassen. Viel zu viel wirbelte es immer wieder in ihr auf. Zu viele verschiedene Gefühle und Gedanken stoben umher wie das Laub der Blätter, die der Wind von den Ästen pustete. Langsam wurde die Tasse in ihren Händen kühler, der Tee ging zur Neige. Sie sollte den Tag langsam richtig beginnen, doch so wirklich stand der Adelstochter nicht der Sinn danach. Vielleicht würde ein warmes Bad helfen? Nur wenige Sekunden später ließ sie nach einer Zofe schicken, die ihr das Bad vorbereiten möge. Später sollte sie Recht behalten: Das heiße Wasser und der wohltuende Duft weckten ihre Sinne.

    Nun saß Sophia vor dem Spiegel und ließ sich das Haar kämmen. Zwar hatte das Bad geholfen; dennoch hatte sie keine Pläne. Was sie mit dem heutigen Tag wohl anfangen sollte?

  • Im Krankenzimmer - Leon, Tabatha & Bianca

    hmforever.de/index.php?attachment/4124/

    Eigentlich sollte es nichts Neues für ihre Untergebenen sein, dass sich das werte Fräulein im Ton vergriff. Eigentlich standen Eskapaden verbaler Art nahezu an der Tagesordnung in der Villa. Böse Zungen behaupteten, dass es der Adelsfamilie im Blut lag auf diese Art und Weise mit dem gemeinen Volk umzugehen. Tabatha wich dem scharfen Blick ihrer Herrin aus woraufhin diese ebenfalls ihr Haupt senkte und ein leises und kaum hörbares Seufzen von sich gab. Nicht nur weil sie es satt hatte, dass man ihr nichts zutraute sondern auch weil sie sich ein Stück weit schämte, dass ausgerechnet sie ihre Wut über diese Tatsache abbekommen hatte. Es war nicht fair aber sie scheute sich zugleich davor hier und jetzt zurückzurudern - diese Situation mit ihrer einstigen Freundin auszudiskutieren. Nicht zuletzt weil es noch so viel ungesagtes zwischen ihnen gab. Unausgesprochene Dinge die vielleicht hier und jetzt auch nicht den nötigen Raum hatten um ausgesprochen zu werden. Nicht hier und jetzt vor Leon, der nach wie vor mit seiner Verletzung zu kämpfen hatte, es sich aber nicht nehmen lies ein schamloses Kommentar von sich zu geben. Bianca hob eine Augenbraue. Selbst in einer Situation wie diese es war hatte das Halbwesen eine unverbesserlich große Klappe. Bianca musste nicht in die Richtung ihrer Zofe blicken um zu wissen das sie den Verletzten mit Argusaugen beobachtete. Die Art wie er mit einer Angehörigen des Adelshauses sprach war überaus unpassend und Bianca wäre im Normalfall die Erste, die eben jenes Verhalten anprangern würde aber das hier war kein Normalfall. Sie war ein Stück weit auf diesen Mann angewiesen gewesen auch wenn sie dies auf jeden Fall bestritten hätte wenn es zur Sprache gekommen wäre. Auch Tabatha hielt sich zurück. Letztendlich wahrscheinlich weil sie Bianca nicht erneut verärgern wollte und noch an ihrer letzten Aussage zu knabbern hatte. Es hatte sich Vieles verändert seit ihrem letzten Treffen aber dennoch war die Elfe immer noch die treue Freundin, die das Mädchen mit den Korkenzieherlocken in Erinnerung hatte. Zumindest bemühte sie sich eben jenes Bild aufrecht zu erhalten. Für wen genau? Für die Öffentlichkeit? Für sich selbst? Für Bianca etwa? Konnten sie überhaupt dahin wieder zurück - zu jener Beziehung, die sie einst vor dem Vorfall verband zurück. War es in Ordnung sich ein Stück weit zurückzuziehen weil man fürchtete den Anderen wieder zu verlieren? War das fair? Wahrscheinlich nicht aber es war eine dunkle und gar düstere Zeit für die Adelstochter gewesen. Sie hatte sich allein gefühlt - in Stich gelassen von eigentlich Allen. Sie müsste froh sein, dass ihre Freundin, ihre Vertraute, ihre Beraterin wieder unter den Lebenden weilte und doch hielt sie irgendetwas zurück an jenen Punkt weiter zu machen wo sie einst auseinander gerissen worden waren. Tabatha erklärte sich dem Anderen gegenüber - erklärte warum es überhaupt erst zu diesem Missverständnis gekommen war woraufhin dieser vor den Kopf gestoßen schien. Bianca kam ein amüsierter Laut über die Lippen. „Scheint als müsstest du über eine Typveränderung nachdenken...“ Ein fast schon freches Grinsen zierte die Lippen der Adelstochter. „Gleich zwei Mal an einem Tag für einen Gauner gehalten zu werden...“ Sie schüttelte theatralisch den Kopf um ihre Aussage zu untermalen - fast so als sehe sie keine Hoffnung mehr für den Anderen wenn er sich weiter auf diese Weise der Öffentlichkeit präsentierte. Leon lies diese Aussage nicht lange auf sich sitzen. Selbst durch seine nicht gerade kleine Verletzung lies er es sich nicht nehmen zu kontern. Bianca zog die Augenbrauen zusammen und runzelte ein kleines bisschen die Stirn. „Überleg dir gut wie du über mich sprichst sonst muss ich mir die ganze Situation noch einmal durch den Kopf gehen lassen und mir fällt ein das es wohl doch eine versuchte Entführung war...“ drohte die Adelstochter dem jungen Mann halbherzig und funkelte ihn durch ihre blauen Augen an.

    Es dauerte ein Weilchen bis sich die Drei im Krankenzimmer wiederfanden. Nicht zuletzt weil Leon auf die Unterstützung von Tabatha angewiesen war und Bianca ebenfalls nicht gerade auf der Höhe war. Erst als das Halbwesen darauf zu sprechen kam fiel dem Mädchen auf, dass ihr Tuch, welches die Blutung hätte stoppen sollen bereits völlig durchtränkt war. Eine Spur aus Blutstropfen zierte den Boden und führte wahrscheinlich von hier bis zum Angestellteneingang, welchen Tabatha angesteuert hatte. Eine diskretere Variante als durch den Haupteingang obwohl sich Bianca fast schon sicher war, dass die ganze Sache trotzdem nicht unbemerkt bleiben würde. Hier in der Villa hatten selbst die Wände Ohren. Lediglich ein Spruch aber genau genommen traf er doch ins Schwarze. Bianca nahm auf einem Stuhl Platz während Tabatha Leon dabei unterstützte sich auf die Liege zu setzen. Der Blick ihrer blauen Augen wanderte über das Gesicht des Halbwesens. Der Schweiß stand ihm auf der Stirn. Es ging ihm wahrlich nicht gut und dennoch scherzte er weiter während er das Tuch, welches sie selbst vorhin um sein Bein gewickelt hatte, löste. „Mein zukünftiger Ehemann wird höchstwahrscheinlich nicht regelmäßig mit einem Gauner verwechselt...“ antwortete Bianca auf die Aussage des Anderen. Idiotischer Weise hatte ihre eigene Aussage einen bitteren Beigeschmack. Es käme sowieso nie Jemand in Frage, der nicht ebenfalls aus einem Adelshaus stammte. Nicht für ihre Familie. Nicht für sie. Oder? Ein Seufzen verließ ihre Lippen. Kaum hörbar und bereits eine Sekunde später vertrieb sie die düsteren Gedanken und blickte auf das Tuch, welches über und über voll mit Blut war. „Dann sind wir ja quitt. Normalerweise steht darauf die Todesstrafe...“ Ihr Gesichtsausdruck lies nicht darauf schließen ob sie ihre eigene Aussage ernst meinte oder ob sie nur zu scherzen beliebte. Bianca warf einen Blick zu Tabatha. Es fühlte sich immer noch befremdlich an mit ihr im selben Raum zu stehen obwohl sie sie vor wenigen Monaten doch eigentlich begraben hatte. „Kennst du dich mit dem Versorgen von Wunden aus?“ Bestimmt tat sie das. Sie war eine Alleskönnerin. Sie wusste sich zu helfen. Und dennoch hatte es Tabatha und nicht Bianca getroffen. Die Adelstochter griff nach einem Fläschchen, welches dort auf der Theke stand und drehte es in ihren Händen. Ein Desinfektionsmittel. Sehr gut. Das war doch genau das was sie brauchten nicht wahr? Eine Wunde musste desinfiziert werden. Das es sich dabei jedoch nicht um ein Desinfektionsmittel für Wunden handelte übersah Bianca blöder Weise als sie es über die offene Stelle an Leons Bein kippte um die Wunde zu reinigen. Erst als der Schrei des Halbwesens an ihr Ohr drang sah sie noch einmal genauer nach. Hoppla.

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