Der Platz des Volkes

  • [Am Dach eines Schaustellerwagens] Dorothy & Eric



    Erschrocken sah sie ihn durch ihre roten Augen an als hätte er etwas ganz und gar Absurdes vorgeschlagen. Ihre Wangen glühten und ihre Stimme zitterte bei dem einzigen Wort, welches ihr über die Lippen kam. Eric konnte nicht anders als zu lachen. Vielleicht dachte er einfach so selten über die Dinge nach die er tat. Vielleicht war er zu unbedarft. Der Blick seiner braunen Augen wanderte über das rote Gesicht des Mädchens als sie schließlich doch zögernd nach dem Getränk griff und es erst einmal nur musterte. Es duftete köstlich. Hoffentlich schmeckte es auch entsprechend und hielt was das Getuschel der anderen Mädchen versprach. Noch immer hatte Dorothy noch keinen Schluck gemacht und auch wenn es für den Jäger kein Problem wäre mit ihr aus einem Becher zu trinken so fiel es ihm plötzlich wie Schuppen von den Augen, dass es sie vielleicht ekelte - immerhin kannten die Beiden einander kaum und doch kreuzten sich ihre Wege immer wieder und hatten sie schließlich hier auf dieses Fest geführt - wie alte Bekannte - wie Freunde. Letztendlich waren sie das aber nicht, richtig? Vielleicht schickte es sich nicht aus einem Becher zu trinken. Eric wusste nicht um etwaige Gepflogenheiten, die man vielleicht in angeseheneren Häusern pflegte. "Ich habe nicht davon getrunken... du kannst also ruhig..." ermutigte er schließlich das Mädchen neben sich und schenkte ihr ein Lächeln. Irgendwie hatte Eric das Gefühl, dass er seiner Begleitung etwas schuldig war - immerhin hatte er sie noch vor wenigen Minuten in eine so missliche Lage gebracht. Er wollte gar nicht daran denken was in ihr vorgegangen war - was für Ängste sie gehabt hatte. Ein Seufzen kam über die Lippen des Größeren. "Ich brauche nichts - lass es dir schmecken!" versicherte er Dorothy und blickte in ihre Richtung als sie ihre Lippen an das Getränk führte - einen kleinen Schluck machte. Für einen Moment schloss sie die Augen und ihre Mundwinkel hoben sich kurz. Anscheinend hatte der Verkäufer nicht zu viel versprochen und das freute Eric ungemein. Es tat gut ihr auch endlich einmal schöne Erinnerungen schenken zu können im Vergleich zu ihren sonstigen Begegnungen. Dorothy wirkte weniger angespannt - schien das Fest für sich auch endlich genießen zu können - abseits und doch zugleich mittendrin. Irgendwie hatte es seinen ganz eigenen Charme auf diese Weise das Fest zu erleben. Eric hing seinen Gedanken nach während er das Treiben am Dorfplatz genoss. Wahrscheinlich einen Moment zu lange, da das Mädchen an seiner Seite darauf aufmerksam wurde - ihn darauf ansprach. Eric zögerte ihr zu antworten - senkte erst sein Haupt bevor er seinen Blick wieder nach oben richtete und anschließend in die roten Augen seiner Begleitung blickte. Er suchte nach den passenden Worten aber war sich nicht so recht sicher welche das wären immerhin wollte er das Dorothy sich wohl fühlte. "Ich dachte daran wie schön es ist hier mit dir zu sein." Der Jäger lächelte leicht. "Manchmal ist es doch okay einfach nur zu genießen, oder?" Eric wandte sich wieder ab und legte den Kopf in den Nacken und sah gen Himmel. Man konnte die Sterne über ihnen schon schwach erkennen da es mittlerweile immer dunkler geworden war. "Vielleicht ist es ein wenig feige sich nicht der Vergangenheit zu stellen und stattdessen einfach nur im Jetzt zu sein..." Eric lehnte sich ein Stück nach hinten und stützte sich mit den Händen ab.

  • 1951-dorothy2-pngDorothy & Eric | auf dem Dach eines Schaustellerwagens


    Zunächst war das junge Fräulein sich wirklich noch unsicher. War es okay einfach das Getränk anzunehmen, Eric es wegzunehmen wo er es doch besorgt hatte? Und war es wirklich ein so großes Problem es sich zu teilen? Vielleicht übertrieb Dorothy auch einfach und es war gar nichts dabei. Vielleicht hatte Eric sich darum gar keine Gedanken gemacht weil es normal war unter.. unter Freunden? Ja, was genau waren sie eigentlich? Fremde? Etwas mehr als Fremde? Ab wann genau war es denn überhaupt in Ordnung aus ein und demselben Becher zu trinken?! Die Heilerin spürte ihr Herz ganz stark gegen ihre Brust trommeln und doch wagte sie es schließlich, nippte an dem gut duftendem Gebräu. Sicher wäre Eric auch enttäuscht, wenn sie jetzt ablehnte. Immerhin hatte er sich die Mühe gemacht und war auf die Suche gegangen. Er hätte auch sie losschicken können, dass sie sich selbst etwas holte aber der junge Mann wusste bereits wie anstrengend das alles für sie war. Mit was für Ängsten sie zu kämpfen hatte. Eigentlich sollte sie dankbar sein. Viel mehr dankbar. Wie konnte sie das überhaupt gut machen, war das überhaupt möglich? Dorothy nahm nur aber was gab sie zurück? Es war so unhöflich von ihr, beinahe schon gemein oder? Während sie ihren Gedanken nachhing, wanderte ihr Blick langsam über das farbenfrohe Fest. Es war faszinierend wie schön Magie sein konnte. Was für Farben und Formen sie annehmen konnte und doch wusste das Mädchen ganz genau, was für eine zerstörerische Seite sie auch hatte. Wie stark sie war, wenn sie in falsche Hände geriet. Ihre Finger legten sich enger um die warme Tasse und sie ließ ihren Kopf sinken. Aber das war jetzt nicht der passende Ort um über so etwas nachzudenken. Wahrlich nicht. Eric hatte sich solche Gedanken darum gemacht ihr diesen gemeinsamen Ausflug so angenehm wie möglich zu gestalten. Wahrscheinlich waren sie nur wegen Dorothy hier oben auf dem Dach eines Schaustellerwagens. Damit die Heilerin etwas Ruhe bekam, damit sie all das genießen konnte ohne mittendrin zu sein. Und sie tat es. Wirklich. Doch wie konnte sie ihm das danken? War das möglich? Seit Zaid verschwunden war, hatte es niemanden mehr in ihrem Leben gegeben, der sich solche Gedanken machte, der Dinge tat nur damit es ihr gut ging. Als sie den Anderen auf das ansprach, was in seinem Kopf vor ging, kam sie sich im nächsten Moment unheimlich dumm vor. Dumm und aufdringlich, denn wenn der junge Kerl Lust darauf gehabt hätte zu erzählen, an was er dachte, hätte er das doch eigentlich auch getan oder? Stattdessen drängte sie sich auf und das ließ ihre Wangen nur wieder rosa schimmern. Kurz wand sie ihren Blick ab, dann jedoch erwiderte sie den ihrer Begleitung. Ihr Herz stolperte bei seinen Worten und sie öffnete ihren Mund, wollte etwas erwidern, weil sie sich ähnlich fühlte, weil sie diese Zeit mit Eric gemeinsam auf dem Fest genauso genoss. Allerdings wirkten seine nächsten Worte beinahe traurig. Sodass sie ihre Lippen wieder verschloss. Dorothy sah ihn weiter an, auch wenn er sich von ihr abgewandt hatte und den Ausblick genoss. „S-sind wir denn.. in irgendeiner W-weise gezwungen, uns mit der Vergangenheit z-zu beschäftigen..?“ Das Mädchen sprach diesen Gedanken aus und hob dann auch ihren Kopf, erkannte die winzigen Sterne, die sich blass am Himmel abzeichneten. „I-ich würde es n-nicht als feige bezeichnen.. du.. du bist nicht feige, E-eric..“ Dorothy nahm nochmal einen Schluck des Getränks und hielt kurz inne, schaute in das Innere des Bechers und hielt ihn schließlich Eric hin. Ihre Hände zitterten und so schwappte auch das süße Gebräu im Inneren etwas hin und her. „Wenn das Hier und Jetzt s-schön ist, s-solltest du a-auch nur da leben.“ Irgendwelchen Gedanken aus der Vergangenheit nachzuhängen, sich darum zu kümmern was damals war, was sich nicht mehr ändern ließ, das brauchte einen doch auch nicht weiter oder? „D-das ist.. wirklich.. wirklich lecker.. willst du.. p-p-probieren?“

  • [Kyle] mit Bianca an den Essständen


    2887-kyle-pngSein Herz zog sich etwas zusammen, als die Blauhaarige mit einem leisen "Ja" antwortete. Es klang so zierlich, so gebrechlich. Aber vor allem klang es ehrlich. Eine Ehrlichkeit, die er vielleicht gebraucht hatte, um besser zu realisieren, dass das alles hier gerade wirklich passierte. Allerdings wusste er immer noch nicht, ob ihm das Angst, oder glücklich machen sollte. Je mehr die Adelige schwieg, des do einfacher war es für ihn, sich in dieser Verwirrung zu verlieren, obwohl er sich in diesem Moment gerade lieber mit allem anderen außer mit sich selbst beschäftigen würde. Er ertappte sich bei dem Wunsch, dass er es vermutlich lieber hätte, wenn die Adelstochter sich die ganze Zeit über Dinge beschwerte und er damit keinen Moment finden könnte, in sich selbst zu verschwinden, gleichzeitig musste er aber auch über sich selbst bei diesem Gedanken lachen. War es jetzt schon so weit mit ihm, dass er sich schon das Mosern von Bianca wieder herbeisehnte? Wahrlich ein Armutszeugnis für seinen Zustand. Einige kurze Momente später verschwand die Hand, die bis eben noch tief in seiner gefangen war, und der kühle Wind, der gegen seine nun leere Handfläche blies, fühlte sich fremder an, als er es vermutlich wahrhaben wollte. Gleichzeitig sprach sie jedoch genau das aus, was er schon die ganze Zeit gefühlt hatte, sich aber nicht traute, mit ihr zu teilen. "Komisch", stieß er mit einem Atemzug voller Anspannung aus. "Ist gar kein Ausdruck" Ein schiefes, unsicheres Grinsen erschien für einen kurzen Moment auf seinem Gesicht. Bis jetzt hatte Bianca sich noch kein einziges Mal so aufgeregt, dass sie danach nicht mehr mit ihm hatte reden wollen, trotzdem kam ihm jedes Wort, dass er auf seine Lippen legte, wie ein Parkour auf einem Eierschalenfeld vor. War es nur eine Frage der Zeit, bis er wieder etwas kaputt machen würde? Nachdem ihre Hände voneinander abgelassen hatten, schien die Blauhaarige jedoch wieder ein wenig ihrer herrischen Ader durchsickern zu lassen, was ihn überraschenderweise ein wenig beruhigte. Vielleicht färbte ihre Unsicherheit doch ein wenig stärker auf ihn ab, als er es wahrhaben wollte. "Jetzt auf einmal hat es die Dame eilig...", schmunzelte er als Antwort auf ihren Kommentar. Es dauerte nicht lange, da hatten sie sich auch schon an einem Stand niedergelassen. Er selbst bestellte sich ein Bier und Bianca suchte sich zu seiner Überraschung tatsächlich ein recht populäres Damengetränk aus, welches wohl viel mehr Alkohol in sich hatte, als man es von seinem süßen Geschmack vermuten lassen würde. Er hätte nicht damit gerechnet, dass sie sich mit alkoholischen Partygetränken der Unterschicht gut auskannte, entschloss sich allerdings, nicht weiter darauf einzugehen. Schließlich konnte sie trinken, was auch immer sie wollte. "Na dann, Prost", lächelte er ihr zu, bevor er einen kräftigen Schluck nahm. Er hatte natürlich nicht vor, sich heute komplett zu betrinken, aber ein wenig Alkohol um runter zu kommen war definitiv nötig. Die Blauhaarige hatte ebenfalls einen großzügigen Schluck genommen, ihm entging jedoch nicht die Tatsache, dass sie aus dem Seitenwinkel immer mal wieder die Umgebung beobachtete. Neugierig folgte sie ihrem Blick. Ah, ich verstehe. Die Menge labert also schon, dachte er missbilligend. Allein schon seine Anwesenheit als niederer Bauer neben der wohlhabenden Adelsdame sorgte anscheinend für ein paar aufgeregte Zungen. Irgendwie nervte ihn die unerwartete Aufmerksamkeit mehr als gedacht, doch gerade war er sowieso lieber genervt, als... alles andere, wenn er es sich überlegte. Er sollte es wohl als willkommene Ablenkung betrachten. Schließlich lenkte ihn Bianca's kichernder Kommentar doch wieder zurück zu seiner Begleiterin. "Naja, kein Wunder, dass dir warm ist, so wie du dir den Alk hinter die Binde kippst", musste er daraufhin etwas lauter lachen, als gewollt. Vertrug sie wirklich so wenig? Ihr Glas war zwar schon fast leer, doch normalerweise sah er die Mädels in den Gasthäusern noch einiges mehr trinken, bevor sie so zu kichern anfingen. Irgendwie war es fast schon... niedlich, wie sie sich so an die Wange fasste und lächelte. Und auch erschreckend fremd, dass er solch einen Gedanken über die eigenwillige Adelstochter einmal formen würde.

  • [An den Essständen] Kyle & Bianca



    Er wiederholte dieses winzige Wort - ein Wort, welches doch so genau beschrieb was das zwischen ihnen war aber zugleich war es nicht einmal annähernd in der Lage all das zusammenzufassen. Kein einziges Wort der Welt könnte das - nicht einmal eine Vielzahl an Worten. Sie sah ihn an, begegnete einem unsicheren Grinsen welches im nächsten Augenblick schon wieder verschwunden war. Aber dennoch war es da gewesen, hatte eine ungewohnte Vertrautheit geschaffen. Bianca wusste nicht so Recht ob es ihr lieber gewesen wäre wenn er anders empfunden hätte oder ob gerade die Tatsache, dass es ihnen gleich erging irgendwie beruhigend war. Vielleicht war in all der Zeit schon so viel passiert das sie schlichtweg kein Glück empfinden konnten oder es in gewisser Weise neu erlernen mussten. Es war kein vollkommenes Glück - vielleicht nur eine winzig kleine Portion davon aber alles was in diesem Moment möglich war - vielleicht sogar in diesem Leben. Ein Leben in dem sie eine Adelstochter war und er einfach nur ein gewöhnlicher Bürger. Bianca verabscheute Gewöhnliches - normalerweise würdigte sie es nicht einmal eines zweiten Blickes aber bei Kyle war es schon immer anders gewesen. Er hatte seit jeher ihre Blicke auf sich gezogen - nicht zuletzt um ihn für irgendetwas zu schelten aber in Wirklichkeit war es schon immer mehr gewesen - sie hatte es nur nicht weinsehen wollen - nicht wahrhaben wollen weil es alles verkomplizierte. Jahre später standen sie nun hier - bis vor wenigen Sekunden noch Hand in Hand- Unbeholfen wie Kinder. Biancas Mundwinkel hoben sich ebenfalls für einen Moment als sie seinen Blick begegnete. Er redete es nicht schön - versicherte ihr nicht das es richtig war was sie hier taten sondern war wie sie mit Zweifel gespickt. Vielleicht flüchtete sich das Mädchen deshalb in die Rolle der verzogenen Adelstochter die ihn durch die Gegend kommandierte. Eine Rolle die ihr lag. Eine Rolle, die sie zum Teil nicht einmal spielen musste weil sie sie lebte. Sie fanden sich an den Essständen ein und hatten gerade noch einen Platz ergattert. Das Fest war gut besucht und wahrscheinlich wäre es Bianca eher aufgefallen wenn ihre Gedanken nicht kilometerweit weg gewesen wären. Sie waren zwar weit weg aber letztendlich drehten sie sich um die Person an ihrer Seite - um Kyle, der gerade gegenüber von ihr Platz genommen hatte. Eigentlich war all das neu für sie. Sie unternahmen normalerweise nichts zusammen. Sie hielten doch eigentlich gar nicht aus ohne aneinander anzukeifen. Früher einmal hatten sie in der Gruppe viel unternommen aber letztendlich waren sie auch da keine Freunde gewesen. Der Blick ihrer blauen Augen wanderte über das Gesicht ihres Begleiters. Jetzt saßen sie hier. Waren in einer Beziehung. Oder soetwas in der Art. Noch vor wenigen Minuten hatten seine Lippen die ihren berührt - noch vor wenigen Sekunden hatten sie einander an den Händen gehalten und unweigerlich fragte Bianca sich ob das Klopfen ihres Herzens nicht vielleicht doch der Beginn einer Panikattacke war. Die Blicke waren auf sie gerichtet oder vielmehr auf ihn. Es musste ihm aufgefallen sein. Die Bestellung war schnell getan und noch schneller serviert. Sie tat es dem Anderen gleich und hob ihr Getränk an, erwiderte das 'Prost' und nahm einen kräftigen Schluck nach dem anderen. Es überraschte sie ein wenig, dass sie hier so köstliche Getränke ausschenkten. Ob der Stand von einem Händler betrieben wurde, der von weiter weg kam? Sie lugte in die Richtung des älteren Herren. Bianca könnte sich nicht erinnern ihn jemals hier in Trampoli gesehen zu haben - allerdings hatte er auch ein Allerweltsgesicht und für gewöhnlich hatte die Adelstochter für das gemeine Volk nicht viel übrig. Aber Ausnahmen bestätigten die Regel doch bekanntlich - wer auch immer diesen Spruch in die Welt gerufen hatte, hatte anscheinend nicht Unrecht. Sie spülte ihre Nervosität mit dem Getränk hinunter - es war binnen kürzester Zeit beinahe geleert aber zumindest schien sie sich auf diese Weise ein wenig zu entspannen. Ob vielleicht beruhigende Kräuter im Getränk die Ursache waren? Biancas Augen wurden ein Stück größer als Kyle ihre Frage kommentierte - ein herzliches Lachen seine Lippen verließ. Einen Moment schien ihr Herz anzuhalten bevor es in überragender Geschwindigkeit weiter schlug. "A-Alk...?" kam es ungläubig über die rosafarbenen Lippen des Mädchens und sie begutachtete ihr Getränk noch einmal etwas genauer. Sie hatte nicht gewusst was sie bestellte - der Name hatte sich interessant angehört und die Inhaltsstoffe, die in der Getränkekarte mit angeführt waren klangen eigentlich ganz lecker. Bianca hatte nur flüchtig drüber gelesen vielleicht weil sie gedanklich mit etwas ganz Anderem beschäftigt gewesen war. So oder so hatte die Adelstochter jetzt in kürzester Zeit ziemlich viel Alkohol in sich geschüttet. Ihre Wangen brannten - zum Einen weil ihr wirklich warm war, was wie Kyle schon gesagt hatte vermutlich am Alkohol lag und zum Anderen weil es das Mädchen unheimlich beschämte, dass sie absolut keinen Alkohol vertrug. "Ich wusste nicht..." Fast schon verunsichert sah sie ihren Gegenüber an, der genüsslich einen Schluck von seinem Bier nahm während sein Blick auf ihr lag. "Ich vertrage keinen Alkohol..." flüsterte sie über den Tisch hinweg dem jungen Mann zu, war ihm dafür etwas näher gekommen. Im nächsten Moment kam jedoch wieder ein Kichern über ihre Lippen und ihre blauen Augen funkelten in Kyles Richtung. Eigentlich sollte sie besorgt sein. Bisher hatte Bianca nur einmal Alkohol getrunken - auf einem Fest das ihre Familie ausgelegt hatte. Da war sie das erste Mal damit in Berührung gekommen. Es hatte nicht lange gedauert und nach wenigen Schlucken wurde Bianca von ihrer Zofe ins Bett gebracht weil sie kaum noch gerade stehen konnte. Um ihrer Familie - nicht zuletzt sich selbst - die Peinlichkeit zu ersparen, hatte Bianca seit diesem Vorfall darauf verzichtet aber zugleich tat diese wohlige Wärme irgendwie gut und irgendwie hatte sie das Gefühl nicht mehr dem Zwang der Adelsetikette zu unterliegen. Irgendwie war es doch ganz schön. Biancas Blick fokussierte eine Gruppe an Menschen, die eindeutig in ihre Richtung schielten nur um jetzt ganz auffällig wegzugucken. Bianca hob eine Augenbraue und begegnete dem Blick der Frau, die es als Erste wagte wieder in ihre Richtung zu sehen. Bianca wandte sich wieder ab und war vielleicht noch eine Spur davon entfernt die Gruppe Bauern anzustänkern. "Sie zerreißen sich das Maul. Egal was ich tue..." Die Adelstochter senkte den Blick - er ruhte auf der Tischplatte während sie ihr Getränk in ihren Händen drehte. "Meistens ist es mir egal und manchmal frage ich mich wie sie reagieren würden, wenn ich etwas Unerwartetes tun würde..." Sie hob ihren Blick wieder an und sah in die dunklen Augen ihres Gegenübers. Ihr Blick wanderte wieder kurz zu seinen Lippen bevor ein leises Lachen aus ihrer Kehle drang. Sie spürte die Wirkung des Alkohols - er verführte sie dazu Dinge zu tun, die sie normalerweise nicht tun würde aber irgendwie fühlte es sich an als würde die Last auf ihren Schultern so weniger schwer sein.



    [Auf dem Dach eines Schaustellerwagens] Dorothy & Eric



    Sie hob ihren Kopf ein wenig an - begegnete seinen Blick. Automatisch hoben sich seine Mundwinkel. Es war schön wenn sie sich nicht vor der Welt versteckte sondern ihr mit einem lächeln begegnete. Ansonsten versteckte sie sich oft hier einem Schopf Haare, hinter einem gesenkten Haupt. Dabei war sie so stark. Hatte gewiss auch viele unschöne Dinge erlebt und hatte wenn es darauf ankam den Mut sich Anderen entgegen zu stellen. Sie versteckte sich nicht im Ernstfall. Sie verschluckte die Worte, die ihr als Erstes in den Sinn kamen - dachte wahrscheinlich darüber nach ob sie überhaupt passend waren. Sie überlegte sich vielleicht eine bessere Formulierung oder beschloss das Schweigen eine bessere Wahl war. In Wirklichkeit versteckte sich hinter diesem schüchternen Lächeln doch ein starkes Mädchen - einfühlsamer und empathischer als eine Vielzahl an Menschen, die dort draußen herumwandelten und sich selbst mit diesen Eigenschaften brüsteten. Eric lächelte als er seinen Kopf gen Nacken gelehnt hatte und die Worte seiner hübschen Begleitung an ihn drangen. "Nein nicht wirklich aber... wir zwingen uns selbst dazu... denke ich..." Vielleicht betraf es ja auch nur ihn weil besagte Vergangenheit einfach verschleiert war - ein großes Fragezeichen. Er hatte zwar verstanden, dass er all die Erinnerungen nicht zurück bringen konnte aber hatte er es akzeptiert? Er sagte es zwar aber Worte waren doch letztendlich auch nur Schall und Rauch - dankbar sofern der Hörer ihnen Glauben schenkte. Er wollte ihren Worten genauso glauben - wirklich. Eric schenkte dem Mädchen sogar ein dankbares Lächeln - riss seinen Blick vom Sternenhimmel los um in ihre einzigartigen roten Augen zu sehen. Ein leises aber ehrliches Lachen verließ seine Lippen. "Danke Dorothy für deine freundlichen Worte..." Der Jäger streckte seine Hand aus und strich über ihren Kopf, der nach wie vor von einer Kapuze bedeckt war. Die Geste war zögerlich immerhin wollte er ihr nicht zu nahe treten aber gleichzeitig war das Bedürfnis da ihr nahe zu sein - seine Dankbarkeit zu zeigen. Es freute den jungen Mann, dass ihr das Getränk zu schmecken schien - das sie mit einem fröhlichen Gesicht einen weiteren Schluck davon nahm. "Gibt es nichts was dich auch an der Vergangenheit festhalten lässt... obwohl es vielleicht zwecklos ist?" Eric sah sie von der Seite an, bemerkte das Zittern ihrer Hände. "Oh - ist dir kalt?" Er zögerte keine Sekunde und schlüpfte aus seinen Mantel, musste dabei Acht geben nicht das Gleichgewicht zu verlieren aber legte dem zierlichen Mädchen ungefragt das Kleidungsstück um die Schultern. Abends konnte es ganz schön frisch werden. Gerade wenn man ungeschützt auf einem Dach herumsaß. Glücklicherweise war der Jäger auch so noch relativ warm bekleidet und fror nicht so leicht. Für Jemanden der im Sommer geboren war relativ ungewöhnlich. Man sagte doch eigentlich das Winterkinder leichter mit Kälte umgehen konnten oder nicht? Vielleicht war es aber auch einfach nur Humbug, wie die Wahrsagerin da unten in dem kleinen Zelt, die nach und nach den Leuten das Geld aus der Tasche zog. Es gab niemanden der die Zukunft vorher sagen konnte, richtig? Das war unmöglich. Immerhin lagen so viele Entscheidungen tagtäglich zwischen dem Jetzt und dem Morgen. So viele mögliche Abzweigungen. Schließlich bot Dorothy ihm einen Schluck des Getränks an, welches sie in ihren beiden Händen hielt. Ihre Stimme zitterte leicht. "Sehr gern." Er nahm ihr den Becher kurz ab und führte ihn an seine Lippen um einen kleinen Schluck zu machen - eigentlich nur um zu probieren ob der ältere Mann auch nicht zu viel versprochen hatte. Der Mix aus verschiedenen Früchten und Kräutern harmonierte unheimlich gut und die warme Flüssigkeit wärmte ihn auch ein bisschen von innen. "Das schmeckt gar nicht so schlecht." Die Mundwinkel des jungen Mannes hoben sich und er reichte seiner Begleitung wieder den Becher damit sie den Rest für sich behalten konnte. "Trink ruhig aus - das wärmt sich von innen." Wollte sie jetzt überhaupt noch aus dem Becher trinken? Immerhin schien Dorothy vorhin von seinem Vorschlag doch recht irritiert. Ansteckende Krankheiten hatte er zumindest keine. Nicht das er wüsste zumindest. Er war zwar kein seltener Gast in der Klinik aber das hatte meist andere Ursachen. Eric rückte den Verband an seinem Kopf etwas zurecht. Durch die Bewegung war er ein wenig verrutscht.

  • [Rosalind] ~ bei Vishnal

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    Die Adelstochter blickte den Butler fragend an und bekam jedoch nur eine Gegenfrage zurück. Wie immer war Vishnal überaus höflich und die Vermutung der Blauhaarigen, dass er sich vielleicht verpflichtet fühlte, schien sich zu bestätigen, als der junge Mann fragte, ob das auf dem Fest Angebotene wirklich ihrem Standard entsprach. Rose musste ein Seufzen zurück halten. "Vishnal, von Allen solltet Ihr doch mit am Besten wissen, dass ich mir nichts auf meine Familie einbilde und mir das Bürgertum nicht zu schlecht ist." Vielleicht hatte er aber auch nur nach einer Ausrede gesucht? "Ich habe Euch dies nicht als Eure Herrin gefragt, sondern als Individuum. Ihr seid nicht verpflichtet, mir zuzusagen. Auch wenn ich mich über Gesellschaft freuen würde, habt Ihr mir nicht stetig zur Verfügung zu stehen." Erklärte sie mit weichem Blick. Rosalind wusste ja, wie hart der Blauhaarige arbeitete, gar schuftete, um es der Adelsfamilie stets Recht zu machen. Und auch, dass ihm das leider nicht immer gelang, da die Ansprüche einiger ihrer Familienmitglieder unvorstellbar hoch waren. Bei all dem, wollte sie ihm seine Pause nicht ruinieren, indem sie sich ihm aufdrängte. Sie würde auch damit zurecht kommen, sich eine andere Beschäftigung zu suchen. Zwar stimmte es sie etwas traurig, dass Vishnal sie wohl nur als Dame des Hauses Saint-Coquille ansah und nicht unbedingt als eigenständige Person, welche seine Gesellschaft schätzte, aber damit würde sie wohl leben müssen. Das kam mit dem Titel. "Also, wollt Ihr den Mittag mit mir verbringen oder nicht? Bitte seid ehrlich, es gibt keine falsche Antwort." Rosalind versuchte ihn beruhigend anzulächeln. Sie wollte wirklich, dass er aufrichtig war und nicht nur aus Pflichtbewusstsein handelte.


    [Iris Noire] ~ bei Dylas


    Die Worte des rothaarigen Intelligenzallergikers schienen eine Wirkung zu haben: Das Halbwesen, welches er angesprochen hatte, auf 180 zu bringen. Und es ging schnell, sehr schnell. Der Mann wurde immer lauter und lauter, zügelte seine Wut kein bisschen, bis sich der angeschriene Zwerg schließlich das Mädchen, welches ihn zuvor noch angehimmelt hatte, schnappte und mit einem letzten Ruf, die Orks sollten doch unter sich bleiben, an die Vampirdame und das Halbwesen in der Menge verschwand. Mit hochgezogenen Augenbrauen sah Noire ihm nach. Ihr kleiner Sonnenunfall vor völlig untergegangen, was sie durchaus erleichterte. Die Silberhaarige wandte sich schließlich an das Halbwesen, von welchem sie noch nicht sicher war, dass er sich bereits von seinem Wutanfall erholt hatte. "Ist der immer so?" Fragte sie dann. Das war eine äußerst skurille Situation gewesen, aber die beiden Wesen, deren Raum hinter der Stirn offenbar nur mit heißer Luft gefüllt zu sein schien, loszuwerden, war nicht unwillkommen für Noire. Ob das grimmige Halbwesen eine bessere Gesellschaft war, dessen war sie sich jedoch auch nicht sicher. Doch bisher hatte sie ja noch nicht viel von ihm gehört. Iris war definitiv lieber alleine, doch nun war sie den ganzen weiten Weg hierher gekommen, dass sie noch nicht sofort wieder umkehren wollte. Und betrachtete sie den Mann, dessen Namen sie nicht kannte, nur stumm und wartete darauf, dass er etwas sagte. Würde er den beiden Geflohenen nachstürmen oder nicht? Die kleine Szene, die sich so ergeben würde, könnte ganz unterhaltsam sein, jedoch könnte das Geschrei sie auch nur mehr ermüden. So war es ihr gleichgültig, wie es nun weiterging.

  • Sophia Bei Aria


    Sophia freute es über die Maßen, dass sie mit ihrer Vermutung (oder war es eher Hoffnung gewesen?) richtig gelegen hatte: Das Mädchen besaß ein Kleid. Aufmerksam lauschte die Adelstochter der Beschreibung. Vor ihrem inneren Auge nahm das gute Stück immer mehr Gestalt an und vermutlich deckte sich dieses Bild, welches Sophia nun von dem Kleid hatte, nicht ganz mit der Realität, fügte ihr Verstand doch automatisch Eigenschaften ihrer eigenen Kleider hinzu, die das einer einfachen Bürgerin wohl nie aufweisen würde. “Das klingt nach einem ausgesprochen hübschen Kleidungsstück!”, kommentierte Sophia schlussendlich die Beschreibung und meinte das auch so. Kurz hielt sie inne, war für einen Wimpernschlag verwirrt, als sich so etwas wie Unsicherheit in die Züge des Mädchens schlich und sie kleinlaut erklärte, dass sie kein Geld hätte. Die Ältere begann zu kichern und bemerkte erst jetzt, dass sie der Ausdruck besorgt hatte, da Erleichterung ihr Herz ergriff. Eine kaum merkliche wegwerfende Handbewegung folgte. “Darüber brauchst du dir keine Sorgen machen. Es war mein Vorschlag, also bezahle ich auch.”, die violetten Augen funkelten verschwörerisch, während ein freundliches Lächeln ihre zarten Lippen zierte.

    Sophia erhob sich und streckte dem Mädchen anschließend leicht ihre Finger hin, damit sie sie bei der Hand nehmen konnte. Nicht, dass der kleine Rotschopf ihr verloren ging und am Ende noch einmal umgestoßen wurde. Kurz musterte sie das hübsche kindliche Gesicht. Bestimmt würde sie mal eine überaus reizende Dame werden. “Verrätst du mir deinen Namen?” Es war merkwürdig etwas mit jemandem zu unternehmen und dessen Namen gar nicht zu kennen. Zudem war Sophia eben sehr neugierig und wollte nur zu gerne erfahren, wie das kleine Fräulein denn hieß.

    Sie löste den Blick von ihrer Begleitung und sah sich um. Wo war wohl der nächste Stand mit funkelnden Accessoires? Aufmerksam wanderte ihr Blick über die umliegenden Stände, Menschen, Wägen …. und ihr Blick blieb unwillkürlich an einem dieser hängen, der etwas weiter weg stand. Das seltsame an dem Anblick war nicht der Wagen selbst, sondern die Tatsache, dass sich etwas auf dem Dach befand und sich daher auffällig von den anderen unterschied. Beziehungsweise jemand, wie sie wenige Sekunden später feststellte. Dort saßen zwei Personen, die ihr doch irgendwie sehr bekannt vorkamen. Für eine Weile ruhten die violetten Augen der jungen Dame auf ihnen, doch sie konnte nicht mit Sicherheit sagen, ob ihr Verstand ihr einen Streich spielte, oder ob eine davon tatsächlich … Eric war...? Ihr Herz begann aufgeregt zu klopfen, krampfte sich aber gleichzeitig schmerzhaft zusammen. Bevor sie jedoch länger darüber sinnieren konnte, riss das kleine Mädchen sie aus ihren eh völlig unstrukturierten Gedanken, als diese ihre Hand ergriff, die sie ihr zuvor angeboten hatte. Kurz blinzelte Sophia, sah sie an, warf noch einmal einen schnellen Blick zu den beiden Personen auf dem Dach, ehe sie sich abwandte. So oder so war es absolut unhöflich einfach die Leute so anzustarren und sie schämte sich etwas für ihr ungeschicktes Verhalten. Die Adelstochter drückte die Hand des Mädchens kurz und zog sie dann in die entgegengesetzte Richtung, dabei nach einem Stand mit Schmuck Ausschau haltend. “Wenn dir etwas Schönes ins Auge fällt, sage einfach Bescheid, ja?” Sie selbst schaute ebenfalls nach etwas, dass zum beschriebenen Kleid passen könnte. Doch sie konnte nicht recht verhindern, dass nun ständig Eric in ihrem Kopf umher geisterte, sie sich fragte, ob er es gewesen war oder nicht und ihre Gedanken dann gänzlich abdrifteten.

  • [Max] & Maerwen | bei den Schmuckständen



    Während Max durch die Reihe der Händler schlenderte und seinen kritischen Blick auf die dargebotenen Warfen warf, erwartete er ganz einfach, dass Maerwen ihm folgte. Am Rande lauschte er auch ihrer Erklärung, die weitaus unspektakulärer war, als erwartet. Schade. Über eine gute Geschichte oder etwas, dass Skandale begünstigen würde, hätte der junge Herr sich durchaus gefreut. Als die Zofe schließlich einen grünen Stein hervorhob, verwarf Max ihren Vorschlag augenblicklich. "Meiner Ansicht beißt sich der Ton eher mit der Farbe ihrer Haare.", erklärte Max betont höflich. Electra... hatte doch blaue Haare oder? Vielleicht legte Max das auch nur nahe, weil Rosalind und Bianca blaue Haare besaßen. Und Grün auf Blau, das passte doch nicht. Er als Modekenner musste es ja wissen. Dabei fiel ihm ein, dass er seiner Schwester und seinen anderen Cousinen ebenfalls etwas mitbringen könnte. Sicherlich könnten sie sich auch selbst einfach etwas kaufen, aber ein Geschenk, das bedeutete Aufmerksamkeit, das war etwas Schönes. "Ach hier." Max besah sich eine Halskette aus Saphiren, die er sich gut an Bianca vorstellen könnte. Kurz darauf wart sie gekauft und er ließ Maerwen das verpackte Schmuckstück nehmen. "Trag das.", gab er ihr auf, ohne sie dabei anzusehen. Nein, Max Aufmerksamkeit lag mittlerweile bei gänzlich anderen Dingen. Ob er sich leicht vom Luxus blenden ließ? Na aber selbstverständlich! Für Sophia hatte er da auch schon etwas im Auge. Nur Rosalind würde schwieriger werden. Manchmal fragte er sich, ob sie an derlei Dingen wirklich noch gebührendes Interesse zeigte. Achja und Electra... für sie würde sich sicher auch noch etwas finden lassen. Nach sich selbst natürlich. Wie gut das er auf Maerwen getroffen war, ansonsten hätte er am Ende wohl noch Schwierigkeiten die ganzen Sachen selbst zu tragen ohne dabei lächerlich auszusehen.


    [Cinnamon] & Joe bei den Ständen



    "Du laberst." Ob Joe wirklich so viel Nonsens brabbelte oder ob Cinnamon nur schon einfach zu viel getrunken hatte um ihn richtig zu verstehen - oder beides - war die Frage. "Löst Met etwa all deine Probleme?", meinte sie mit einem Kichern, sie was? Kicherte? Na hoppla! Sowas passierte eben! Vor allem bei der Vorstellung wie Joe jede schwierige Frage in der Taverne anging. Welch orthodoxe Methode! Ob sie es vielleicht auch mal so versuchen sollte? Oder besser nicht... sie hatte sich schon zur Wette hinreißen lassen. Wobei, moment! Die war ja gut für sie ausgegangen, richtig? Kurz musste Cinnamon darüber nachdenken. Doch ja, sie hatte das Geld verloren, Joe gewonnen, ich meine andersherum, deswegen wollte Joe ihr jetzt auch was Hübsches kaufen. Oder so. "Ach, ein bezauberndes Geschenk also, hm? Was findest du denn bezaubernd für mich?" Damit würde sie ihn jetzt auf die Probe stellen! Richtig, denn ihm zu sagen was sie wollte - obwohl sie ja gar nicht wusste ob sie etwas wollte - das wäre ja viel zu leicht. Dabei sah sie Joe durch ihre Brille hindurch intensiv an - herausfordernd wie sie meinte. Das er ihre Hand ergriffen hatte, registrierte sie gar nicht so recht - genau genommen hatte sie vorher ja nichts anderes getan, was war schon dabei? Sonst würden sie sich in der Menge noch verlieren und wer sollte ihr sonst ein Geschenk machen und weiter Met mir ihr trinken? Eine kleine, leise Stimme im Hinterkopf meldete sich, ob das wirklich so verkehrt währe, doch wie gesagt: sie war klein und leise und schaffte es so gar nicht in die lebendige Realität vorzudringen.


    [Doug] & Kohaku mittendrin



    Doug verstand im ersten Moment überhaupt nicht, wovon seine kleine Freundin redete. Oder, wie Iris Noire ihn in ihren Gedanken betitelt hatte: Intelligenzallergiker. Das war natürlich Humbug, denn wer hätte auch ahnen können, dass Kohaku seine Worte so ernst nehmen würde? Er blinzelte ein paar Mal verwirrt, ehe er verstand, was das Mädchen so sehr bewegte. Daraufhin konnte er ein herzliches Lachen nicht mehr zurückhalten. Das war nicht ganz fair, vielleicht auch gemein, aber er fand Kohaku's ernste Reaktion so dermaßen niedlich, dass er gar nicht anders konnte. "Tut mir leid Kohaku.", entschuldigte er sich daraufhin, während er sich die Tränen aus den Augenwinkeln wischte. "Mit Orks hab ich deinen Angreifer und meinen Kumpel beschimpft um dem ganzen mehr Ausdruck zu verleihen.", erklärte er mit einem Grinsen, "Hier sind keine echten Orks! Und selbst wenn, würde ich dich einfach wieder beschützen, so wie gerade eben!", fügte er - vielleicht ein bisschen großspurig, aber was soll's - hinzu. Wie Dylas sich wohl mit der seltsamen Ollen herumschlug?

  • [Joe] & Cinnamon bei einem Händler
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    Vermutlich wollte Cinnamon ihn bloß aufziehen, diese Frage konnte sie unmöglich ernst meinen, und doch, endlich konnte er an diesen Abend einen Erfolg verzeichnen: ein Kichern. Ein herzliches, echtes Kichern. Es klang wie Musik in seinen Ohren, es stand ihr gut, sie sollte viel öfter so ausgelassen kichern. Seine Gesichtszüge wurden unwillkürlich weicher und doch erwiderte er entschieden: "Kein Alkohol ist auch keine Lösung." Irgendwo, der Teufel weiß wo, hatte er das mal jemanden sagen hören. Wochen-, monate-, wenn nicht sogar jahrelang hatte er darauf gewartet, das mal jemanden sagen zu können. Und endlich war dieser Tag gekommen!
    Wow, zwei Erfolgserlebnisse. Und das in so kurzer Zeit. Ein cooler Spruch, der lange darauf gewartet hatte, gesagt zu werden und Cinnamons herzzerreißendes Kichern. Ein gutes Omen, und das auf dem Festival der Magie!
    Wie erwartet verlangte Cinnamon, dass er etwas Bezauberndes für sie aussuchen sollte. "Hmm, nagut", er wandte sich - leicht schwankend - von ihr ab, ließ sogar ihre Hand los, um sich völlig ungestört den schönen Waren der Händler widmen zu können. Was könnte ihr wohl gefallen ... hm. Er ließ seinen Blick über die Tische der Händler schweifen. Hin und Her. Vor und wieder zurück. Als sein Blick plötzlich an etwas hängen blieb ... Genau! Das könnte genau das richtige für seine eigensinnige Gesellschaft sein! "Wie viel?", fragte er den Händler - bewusst fragte er nicht nach Cinnamons Meinung, nein, sie hatte ihn die Entscheidung übertragen und nun sollte sie damit leben! Ob es ihr gefiel oder nicht! Aber Joe war sich diesmal zu hundert Prozent sicher, dass es ihr gefallen wird ... "Zwanzig Goldstücke", erwiderte der Händler trocken und vernichtete somit Joe's Pläne. So viel hatte er nicht mehr ausgeben wollen ... "Wie wärs mit fünfzehn?", erwiderte er mit einem Lächeln. Zu Joe's Unglück winkte der Händler ab. "Das kann ich nicht machen", erwiderte er, "es handelt sich hierbei um eine echte Mala-Kette, eine Gebetskette, die vor schlechten Anwesenheiten und bösen Geistern schützt ... bei fünfzehn Goldstücken verkaufe ich sie weit unter ihren Wert." Joe knirschte unwillkürlich mit den Zähnen. Diese Antwort hatte er wirklich nicht erwartet. "Das verstehe ich", erwiderte er, "ich selbst besaß auch schon mal so eine Kette ... ich kenne mich mit dessen Schutzmagie bestens aus ... wie wärs mit siebzehn Goldstücken?" Sein letztes Angebot. Hoffte er.

    [Kohaku] & Doug mittendrin
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    Kohakus kleines Herz klopfte heftig gegen ihre Brust. Als Doug plötzlich zu lachen anfing, rutschte es ihr kurz in die Hose. Was gab es denn da zu lachen? Hä? Es gab gar keine Orks? Aber ... warum hatte er es dann ... oh ... Kohaku wollte es nicht zugeben, aber so ganz verstand sie es immer noch nicht, warum jetzt keine Orks hinter ihnen her waren ... Anscheinend hatte es irgendwas mit dieser dunklen Gestalt und der anderen dunklen Gestalt zu tun ... Kohaku wusste ja von Anfang an, dass man diesen nicht vertrauen kann! Als Doug jedoch sagte, dass er sie im Falle des Falles beschützen würde, lief sie unwillkürlich wieder knallrot an. "Ähh", erwiderte sie, "d-danke ... D-Doug!" Sie drückte die Zeigefinger vor ihrer Brust gegeneinander. Ihr Held ... er hatte sie beschützt und in Sicherheit gebracht! Wie konnte sie ihm das jemals danken! Ob es nun Orks gab oder nicht! A-aber ... "U-und ... äh ... was machen wir jetzt?", fragte sie mit großen Augen. Kohaku hatte noch nie so etwas wie ein Fest der Menschen besucht. Hoffentlich wusste Doug, wie man sich auf so was zu verhalten hatte.

  • Eunice und Orland


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    Eunice hatte sich schon die ein oder andere Speise gegönnt, als sie eine Stimme vernahm, die sich offensichtlich an sie richtete. Noch etwas von dem Klebereis um den Mund, drehte sie sich erstaunt um und musste zunächst einmal ihren Kopf nach unten richten, um die Person zu entdecken, der offensichtlich eine Frage hatte. Es war ein kleiner Junge gewesen, der irgendwie ein wenig verloren wirkte, auch wenn sein Gesichtsausdruck nicht unbedingt ängstlich wirkte, sondern eher genervt. Eunice sah auch schnell seine spitzen Ohren und konnte daraus schließen, dass es sich hier um einen Elfen handelte. Natürlich wunderte sie sich, dass er ganz alleine hier unterwegs war, aber wenn sie darüber nachdachte, war es für Trampoli wahrscheinlich gar nicht einmal so untypisch, dass die Kinder alleine unterwegs waren. Auch wenn es nämlich hin und wieder zu gefährlichen Situationen gekommen war, war es hier doch im Grunde sehr friedlich und man konnte davon ausgehen, dass die Jüngsten wussten, dass sie sich nicht in den Monsterarealen aufhalten sollten. „Oh, ich war selber noch gar nicht dort, aber ich glaube ich bin vorhin bei einem Wolly vorbeigekommen. Ich helfe dir gern.“ Mit diesen Worten wischte sie sich ihre Hände an ihrer Schürze ab und lächelte den kleinen Jungen freundlich an.

  • 1951-dorothy2-pngDorothy & Eric | auf dem Dach eines Schaustellerwagens


    „Wir z-zwingen uns sooft zu D-dingen, die wir nicht w-wollen.. oder?“, gab das junge Fräulein zu Bedenken. Drehte den warmen Becher in ihren Händen. Weil die Menschen das Gefühl hatten, dass sie es tun mussten? Weil sie sonst nicht glücklich wurden? „A-aber das gehört wohl dazu.. man kann leider d-davor nicht wissen, ob es uns Glück o-oder Unglück bringt..“ Oder ob danach einfach alles besser war. Weil man dann das erreicht hatte, was vorhin noch unmöglich schien. Weil man oft einfach über seinen inneren Schweinehund springen musste. Aber ab und an war es wohl auch richtig zu überlegen, was ein Ziel man hatte, ob es wichtig war, sich selbst zu etwas zu zwingen. Oder ob man am Ende nur noch mehr verzweifelt war. Noch trauriger. Die ehrlichen Worte des Mannes ließen ihr Herz kurz schneller schlagen und sie senkte den Kopf, auch wenn sie gerade den Sternenhimmel weiter betrachten wollte. Aber ihr Gesicht war sicher rot und irgendwie war ihr das auch unangenehm. Sie hatte doch nichts getan. „I-ich habe doch n-nichts w-wichtiges gesagt..“, sagte sie deshalb und ließ die losen Strähnen in ihr Gesicht fallen. Zuckte kurz zusammen als sie die Berührung des Anderen spürte. Wie er sanft über ihren Kopf strich. Dem Mädchen wurde warm. Sooft hatte er das schon getan. Ihr damit gedankt. Ein Lächeln malte sich auf ihre Lippen, das sie jedoch hinter ihrer Kapuze versteckte. Das verschwand jedoch gleich wieder als Eric weiter sprach. Die Vergangenheit. Dieses dunkle Kapitel. Zögernd nickte die junge Frau. „I-ich frage mich oft o-ob ich etwas hätte tun können..“, antwortete sie, ihre Stimme war leise. „Als meine Schwester gestorben ist.. hätte ich es verhindern k-können?“ Dorothy hob ihren Kopf ein kleines Stückchen an, ließ ihren Blick über die sich freuenden Menschen wandern. „Obwohl ich es wahrscheinlich nur noch schlimmer g-gemacht hätte.“ Auch, wenn ihr gerade nicht wirklich ein fiel, was schlimmer wäre als der Tod. Aber so dachte das Mädchen. Sie machte immer ihre Fehler, war nur eine Last und machte Dinge schlimmer, die eigentlich verhindert hätten werden können. „I-ich hätte ihr diese E-erfahrungen gerne erspart..“ Jetzt war ihre geliebte Schwester zwar wieder zurück, war dem Reich der Toten entkommen, doch trotzdem hatte die Heilerin dieses Gefühl in sich. Dass sie damals nutzlos gewesen war. Damals und heute. „W-was? N-n-nein, warte..!“ Gerade wollte sie Eric noch aufhalten, sie wollte nicht dass er noch mehr für sie tat. Aber aufhalten ließ der junge Mann sich doch eh nicht. Wenn er etwas machen wollte, dann war das so und so hüllte sie sich in den Mantel, den er ihr umgelegt hatte. Mit einem Mal war ihr warm. Sie nahm seinen Duft war. Und wäre es noch heller, hätte man sicher auch die roten Wangen des Mädchens entdecken können. „Eric ist so gütig, er ist ein guter Mensch.“, flüsterte sie und es war ihr gar nicht bewusst, dass diese Worte tatsächlich ihre Lippen verlassen hatte. Eigentlich sagte sie so etwas nur zu sich selbst, dachte es sich oder verriet diese Gedanken ihrem besten Freund Fern. Aber der war nicht hier. Dorothy zog den Mantel näher an sich heran während der Andere sich ebenso etwas von dem Punsch gönnte. Ein Lächeln umspielte ihre Lippen und sie nickte. „Nicht wahr? Er ist fantastisch.“, pflichtete sie ihm bei und nahm den Becher wieder entgegen. Noch immer zitterten ihre Hände. Fragte sich, ob das jetzt in Ordnung war, wieder daraus zu trinken. Nicht dass sie etwa Angst hatte, dass Eric irgendwelche Krankheiten hatten oder so etwas aber das war doch schon ein Stückchen intim.. oder? Nein, nein, wahrscheinlich machte sie sich wie immer einfach zu viele Gedanken. Und so nahm sie einen weiteren Schluck, spürte die Wärme in ihrem Körper. Die nicht nur alleine von dem warmen Getränk kam. „Ich bin wirklich.. g-glücklich..“

  • [Cinnamon] & Joe bei den Händlern



    Joe musste wirklich den Macker raushängen lassen, oder? Cinnamon folgte mit dem Blick seiner Gestalt und wie sie sich - wankend und schwankend - zu den nächsten Händlerständen bewegte. Der Rotschopf nahm kurz seine Brille ab, um sie zu putzen - irgendwie kam ihr die Umgebung doch ein wenig diffus vor - ehe sie sich wieder umsah. Joe schien mit einem der Händler zu feilschen und sie? Sie fühlte sich gerade ein wenig verloren in der Menge, so nicht mehr ganz Herrin ihrer Sinne. Ach was! Noch ein Met und für den restlichen Tag könnte sie jedenfalls nichts mehr garantieren, so viel verstand sie gerade noch. Gut, dass Joe sie erstmal nicht weiter abfüllen konnte, zum einen, weil er gerade mit anderen Herausforderungen kämpfte und zum anderen, weil er kein Geld mehr hatte. Aber wäre das wirklich so fatal...? Bisher war es ja ganz lustig gewesen. Mit nicht ganz geraden Schritt trat sie schließlich zu dem Hünen heran, weil ihr die Warterei zu bunt wurde. "Brauchst du Hilfe beim Feilschen?", fragte sie mit zweifelndem Blick - zweifelnd, definitiv an seinen Fähigkeiten gerade. Ihr Blick fiel ebenso skeptisch zu den Waren, die ihr gerade nur wenig zusagten. Aber vielleicht lag sie ja falsch und Joe suchte gerade etwas für sich selbst, was sein Herz erobert hatte. Sollte sie ihm da mit dem Preisgeld aushelfen?


    [Doug] & Kohaku mittendrin



    Kohaku lief bis in die Haarspitzen hin rot an. Ob es nun Verlegenheit, Nervosität oder Scham war, konnte Doug nicht auseinanderhalten, aber es führte dazu, das für einen kurzen Augenblick lang, auch auf seinen Wangen ein roter Schimmer erschien. Bis sich die Aufregung schließlich gelegt hatte. Um sie herum hatte das Fest wie gewohnt stattgefunden, nur sie beide standen mitten drin in der Menge. "Jetzt?", hakte der Zwerg nach, "Jetzt haben wir ganz einfach Spaß.", beschloss er. Mit Dylas hatte er schlussendlich auch Spaß gemacht - man hätte es ja kaum glauben mögen - aber Doug war auch generell der gesellige Typ. Im positiven wie im negativen, denn auch den ein oder anderen Streit vom Zaun brechen, war eine seiner vielen Fähigkeiten. Aber mit Kohaku doch nicht! Wo kämen wir denn dahin? "Hier gibt's ne Menge Sachen zu sehen... vorausgesetzt man hat Geld." Doug's Miene verfinsterte sich für einen Augenblick, denn viele Taler in der Tasche hatte er ja nun nicht. Und er bezweifelte das das Mädchen da besser aufgestellt war. "Hast du?", fragte er trotzdem nach - vielleicht wurde er ja überrascht. Ansonsten mussten sie sich etwas anderes überlegen. Sich umsehen konnten sie ja trotzdem!

  • [Joe] & Cinnamon bei dem Händlern
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    Siebzehn Goldstücke?
    Abschätzig hob der Händler eine Augenbraue. "Wie gesagt", entgegnete er und zerstörte so Joe's Hoffnung, "diese Kette ist sehr mächtig, auch siebzehn Goldstücke entsprechen nicht ihren Wert." Dem Rothaarigen entfuhr ein Seufzen, dieser Händler war wirklich eine harte Nuss, die er knacken musste - immerhin besaß Joe auch einen ziemlichen Dickkopf. Er wollte gerade sein nächstes Angebot formulieren, als plötzlich Cinnamon neben ihm auftauchte und fragte, ob er ihre Hilfe bräuchte. "Nein", sagte er entschieden. Er hatte alles im Griff, oder? Oder?! "Ich halte siebzehn Goldstücke für angemessen", erwiderte er, doch bevor er seine Aussage begründen konnte, fiel ihm der Händler ins Wort: "Neunzehn Goldstücke. Darauf könnte ich mich einlassen." Seine Gesichtszüge sind seit Cinnamons Auftreten etwas weicher geworden, jedenfalls glaubte Joe das beobachtet zu haben. Neunzehn Goldstücke? Immer noch zu viel ... "Achtzehn!", erwiderte Joe. "Dann sind auf jedenfall noch zwei Met drin!", sagte er an Cinnamon gewandt.
    Der Händler schien kurz zu überlegen. Er schaute zu Cinnamon, dann wieder zu Joe. Und schließlich wieder zu Cinnamon. Vielleicht würde ein Wort ihrerseits den Händler wirklich umstimmen?

    [Kohaku] & Doug mittendrin

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    Spaß? Kohaku legte den Kopf etwas schief. Auf diesem eigenartigen Fest konnte man Spaß haben? Sie blickte sich flüchtig um, so viele Menschen, so viele bunte Farben, so viele Gefahren ... ach ja! Beinahe hätte sie es vergessen, es gab ja gar keine Orks! Haha, das war ja alles nur ein Scherz, haha ... (*nervöes Gelächer*). Und auch wenn alles so befremdlich und eigenartig war, irgendwie freute sich Kohaku schon darauf etwas Spaß mit Doug zu haben! Auch wenn das bedeutet, so sagte es Doug jedenfalls, dass sie dafür 'Geld' benötigen. Geld? Das war doch das, was die Menschen immer benutzten um ... ja, wozu eigentlich? Sicherlich hatte sie schon mal davon gehört, oder? In der freien Natur benötigte sie kein Geld, sie bekam alles was sie brauchte auch so, ihr Schlafgemach befand sich schließlich ganz oben in einer Baumkrone ... "Ähh", sagte sie schließlich auf die Frage, ob sie welches hätte. "I-ich ... äh ... g-glaube nicht!" Nervös legte sie ihre Hände wieder auf ihre Fühler. "Oh, das tut mir so leid, Doug!", rief sie etwas hysterisch. "Ich habe kein Geld! Und jetzt können wir keinen Spaß haben! Oh nein! Und dabei hast du mir so geholfen! Und ich kann es dir nicht mal danken ... weil ich kein Geld habe!", kam es unbeherrscht aus ihr heraus. Sie redete sich wieder richtig in Rage ... ach, ausgerechnet heute war wieder einer dieser Tage.

    [Orland] & Eunice
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    Die Frau drehte sich zu ihm um, leider kam er nicht umhin ihr Gesicht missbilligend zu beäugen, da noch etwas Reis von vergangenen Speisen um ihren Mund herum klebte. Jedoch sagte er nichts dazu, er verschwendete nicht mal einen schlechten Gedanken daran, schließlich sagte sie aufopferungsvoll, dass sie ihm helfen wolle. Und das genügte ihm - erstmal. "Danke", sagte er, das war schließlich das, was die Betreuer im Waisenhaus dem Kindern immer einbläuten: "Bitte und Danke". Das schien bei Erwachsenen jedenfalls immer gut anzukommen. Etwas an ihrer Aussage beunruhigte ihm allerdings. "Woolys?", sagte er. "Es gibt hier aber noch andere Monster, oder?" Sonst könnten sie den Ausflug zum Monstergehege auch gleich sein lassen. Ein Wooly war nicht gerade das, was er sich als perfekten Partner vorstellte ... Er stellte sich eher etwas mächtigeres, etwas, was andere in Angst und Schrecken versetzte, vor.

  • [Auf dem Dach eines Schaustellerwagens] Dorothy & Eric



    Einen Moment lang dachte Eric über die gesagten Worte seiner Begleiterin nach - lies sie sich durch den Kopf gehen und fragte sich ob er vielleicht gar nicht erinnern wollte. War das der Grund warum bisher keine Besserung eingetreten war? Schützte ihn letztendlich sein Unterbewusstsein davor sich an Dinge zu erinnern, die ihn mehr verletzen würden als eine Vergangenheit ohne Erinnerungen? Möglich wäre es aber hatte sich dieser Fakt geändert seit dem er Sophia begegnet war oder das nur noch bestärkt? Er presste seine Lippen aufeinander und bemerkte das er doch schon eine ganze Weile schwieg - sie mit sich und seinen Gedanken verbrachte statt sich mit dem Mädchen neben sich zu unterhalten. Wie unhöflich von ihm. "Wahrscheinlich hast du nicht Unrecht." kommentierte der junge Jäger die Aussage seiner hübschen Begleiterin dann doch noch auch wenn sie wahrscheinlich gar nicht mehr mit einer Antwort gerechnet hatte. Er lauschte den folgenden Worten des Mädchens und sein Lächeln wurde etwas breiter vielleicht sogar zu einem Grinsen. "Naja wir nicht aber sie vielleicht schon..." Eric deutete in Richtung des kleinen Zeltes, welches man von ihrer Position hier oben sehr gut erkennen konnte. Es war mit goldenen Sternchen gespickt und davor prangerte ein Holzschild, welches eine Wahrsagerin ankündigte, die dort offensichtlich den Menschen gegen Geld ihre Zukunft verriet oder vielmehr ob sie mit Glück oder Unglück gesegnet war. Ein leises Lachen drang aus seiner Kehle. Nicht zuletzt weil er an soetwas einfach nicht glaubte sondern weil er die kleine Menschenschlange davor sah, die nur darauf warteten Honig ums Maul geschmiert zu bekommen. "Ich glaube manchmal ist es auch gut so das man nicht weiß was passieren wird..." Wenn jeder so denken würde, würde die gute Lady dort unten ganz sicher pleite gehen also war es wohl gut so das einige der Besucher sich dafür zu interessieren schienen. Wieder versteckte sie ihr Gesicht als er ihr dankte, wies seine Worte von sich - konnte sie nicht annehmen und Eric kam nicht drumrum sich zu fragen was wohl vorgefallen sein musste, dass Dorothy so wenig von sich selbst hielt. Er behielt diese Frage für sich - hatte ihr ohnehin schon eine viel zu persönliche Frage gestellt - eine Frage. die natürlich alte Wunden aufriss, die wahrscheinlich noch nicht einmal richtig verheilt waren. Schweigend hörte er ihr zu - hörte den Schmerz in ihrer Stimme - das Bedauern. Ohne zu zögern hätte sie an ihrer Stelle all das auf sich genommen, nicht wahr? Sie liebte ihre Schwester und man hörte es daran wie sie über das andere Mädchen sprach. Aufmerksam hörte Eric ihr zu und als er sich sicher war, dass sie zu Ende erzählt hatte. "Hör zu... ich weiß nicht wie die Situation damals war aber eines weiß ich genau und zwar das du nicht Schuld hast." Er richtete seinen Blick auf das Mädchen neben sich und sah ihr in die Augen, da sie mittlerweile ihren Kopf wieder angehoben hatte. "Manche Dinge lassen sich einfach nicht verhindern. Egal wie oft man an das Szenario zurückdenkt was man besser hätte machen können..." Eric nickte als Dorothy erwähnte, dass sie ihrer Schwester all das gerne erspart hätte. Soetwas hatte niemand verdient. Er ignorierte die Widerworte seiner Begleiterin als er ihr den Mantel um die Schultern legte. Mittlerweile war Eric es gewohnt, dass sie nichts annehmen konnte also tat er einfach so als konnte er sie nicht hören und freute sich ein kleines bisschen, dass das Mädchen nicht mehr fröstelte. Er vernahm ihr leises Flüstern und lächelte. Wahrscheinlich hatte sie ihre Gedanken einfach laut ausgesprochen. Der Braunhaarige lehnte sich ein wenig in die Richtung seiner Begleitung, streifte ihre Schulter, die von seinem Mantel bedeckt war mit der eigenen und flüsterte. "Dorothy ist auch ein guter Mensch." Sein Lächeln wurde breiter und er hoffte insgeheim, dass sie sich davon nicht wieder vor den Kopf gestoßen fühlte. Er setzte sich im nächsten Moment schon wieder aufrecht hin und lies seine Beine über das Dach baumeln, während er den Feierspielen zusah, die gerade auf der Bühne präsentiert wurden. Beinahe konnte er die Hitze bis hierhin spüren aber wahrscheinlich bildete er sich das nur ein. Vielleicht war es einfach die Wärme des Getränks, die sich nach und nach ins einem Körper ausbreitete. Ihre nächsten Worte freuten ihn. Vielleicht war es egoistisch zu denken ein wenig zu diesem Gefühl beigetragen zu haben aber dieser egoistische Gedanke brachte ihn zu lächeln. Hier oben auf diesem Dach mit ihr - fernab der Vergangenheit - fernab der Probleme, die man sich vielleicht letztendlich selbst aufhalste - hier war auch er glücklich. Zugleich war die Sorge da, dass dieses Glück nur kurz andauern würde. "Ja..." erwiderte er deshalb nur und er schenkte Dorothy ein Lächeln.

  • [Cinnamon] & Joe bei den Händlern



    Ohoo, der starke Mann brauchte also nicht ihre Hilfe! Das dachte Cinnamon zumindest leicht amüsiert, als sie Joe's geknirschtes 'Nein!' vernahm. Neugierig beobachtete sie seine kläglichen Feilschversuche. "17!" - "19!" - "18!" "Um was geht's überhaupt?", warf Cinnamon mal ein, während sie vom einen zum anderen sah. "Etwa um dieses Ding hier?", fragte sie und nahm forsch die Kette in die Hand, die zwischen den beiden Streithähnen lag. Mit Spannung und Skepsis betrachtete sie die anmutig wirkende Kette im Sonnenlicht und legte dabei den Kopf leicht schief. "Die ist doch mit Sicherheit gefälscht.", platzte es gedankenlos aus ihr heraus, nicht ahnend, ob sie damit nicht jemanden auf den Schlips trat. Vermutlich waren es nicht die Worte die Joe sich als Unterstützung gewünscht hatte. Ups. Der Händler setzte eine finstere Miene auf. "Jemand der den wahren Wert meiner Antiquitäten nicht zu schätzen weiß, verdient solch hochwertige Ware auch nicht!", meinte er empört und schnappte ihr dabei die Kette weg. "Auch nicht für 20 Goldstücke!" Uuups. Ein wenig verlegen schielte sie zu Joe. Das hatte sie nun wirklich nicht beabsichtigt, aber der gute Alkohol löste ja bekanntlich die Zunge. Hoffentlich war ihr Kumpel nicht allzusauer?



    [Doug] & Kohau auf der Anhöhe neben dem Wasserfall



    Oh Gott, hatte er Kohaku etwa unter Druck gesetzt?! Der Zwerg war nunmal wahrlich kein Meister der Worte und sprach meist eher... nunja, unbedarft. Auf jeden Fall hatte er es so geschafft, das Mädchen wieder in Panik zu versetzten. Am liebsten hätte Doug sie einmal kurz geschüttelt, aber Kohaku war so klein und zart, dass er sich nicht ganz traute. "Quatschkopf.", meinte er und rieb sich einmal unter der Nase entlang. "Gibt auch Sachen, die wir ohne Geld machen können du Dulli." Man mochte es seiner Wortwahl nicht anhören, aber Doug sprach wirklich liebevoll zu ihr - so, wie mit einer kleinen Schwester eben! Klar, viele Sachen hier mussten bezahlt werden, Speis und Trank sowieso und sicher auch einiges, was sich in den Zelten befand, aber sie konnten ja auch über die Stände schlendern ohne etwas zu kaufen. Obwohl Doug bezweifelte, ob sich Kohaku für so etwas interessierte. Auf der Bühne schien gerade auch Pause zu sein. Schade! "Ich hab 'ne Idee.", meinte er schließlich, "Komm mit!" Zum einen kaufte Doug tatsächlich etwas - von seinem letzten Kupfertaler eine Tüte Feuerchips, die sie sich teilen wollten - dann aber wollte er auf etwas anderes hinaus. Nachdem der Platz des Volkes in einen Berg hineingebaut worden war in dessen Mitte zentral ein Wasserfall seinen Weg fand und in einen Brunnen geleitet wurde, war es wirklich ein schön angelegter Ort. Von unten - aber genauso wie von oben! Also stiegen die beiden, Doug voran, Kohaku hinterher, die Stufen der Amphitheaterreihen hinauf um sich eine bessere Übersicht zu verschaffen. Von ihr oben hatte man wirklich eine tolle Aussicht! Man sah das ganze Fest: Die Monster auf der einen Seite, die große und die kleinen Bühne, all die Zelte und Stände, um die sich die Dorfbewohner tummelten. Das rege Treiben war wahrlich faszinierend zu beobachten! "Was meinst du? Cool, oder?", meinte Doug, stolz auf sich selbst und seinen Einfall, ehe er die Tüte Feuerchips aufriss und sie Kohaku hinhielt.

  • Dylas und Iris Noire

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    Nachdem Doug mit Kohaku angsterfüllt weggerannt war, was Dylas immer noch auf 180. Während Dylas noch sehr in seinem Tunnel war, sprach ihn der Vampir auf einmal an. Dylas probierte sich zu besinnen, damit der die andere Person nicht zerfleischte. "Ich weiß nicht so wirklich, eigentlich war er zwar noch nie der schlaueste, aber eigentlich ist es ein ganz netter kleiner Zwerg." meinte Dylas zu Iris. "Wie bist du eigentlich in deine Lage gekommen?" fragte Dylas noch die andere, welche weitaus netter schien als zuvor. Neben bei probierte das Halbwesen sich weiter zu beruhigen und er ging erstmal weiter von der Mitte des Platzes weg, da es ihm dort einfach zu viel war. "Möchtest du auch etwas mehr Ruhe habe?" fragte Dylas als er schon losging.

  • [Aria] ~ bei Sophia

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    Die Rothaarige konnte ein leichtes Erröten ihrer Wangen nicht verhindern als die Unbekannte der Beschreibung des Kleides ein Kompliment aussprach. In der Tat war das handgestickte Kleid eines der schönsten Stücke, die die Waise besaß und eine Bestätigung dessen von einer anderen Person zu hören, auch wenn jene das Kleid nicht selbst gesehen hatte, fühlte sich gut an. Es war mit eines der wichtigsten Stücke, welches Aria von ihren Eltern geblieben war. Ihre Familie fühlte sich inzwischen so weit entfernt an, so zerbrochen. Selbst ihr eigener Zwilling schien sich immer mehr zurückzuziehen und Aria bekam ihn kaum noch zu Gesicht. Das schöne Kleid war ein Symbol der Zeiten als noch alles gut war und so hing die Rothaarige sehr daran. Eine Welle der Erleichterung überkam das Mädchen als die anmutige Dame bekannt gab, dass sie die Kosten übernehmen werde, da es auch ihr Vorschlag war. "Dankeschön." Aria sah die junge Frau mit Faszination und bewegter Dankbarkeit in den großen, runden Augen an. So viel Freundlichkeit und Zuwendung von einer völlig Fremden hatte der Rotschopf nicht erwartet. Doch es tat gut, so unglaublich gut. Sie stand auf und nahm die Hand der Lilahaarigen entgegen. Bei all dem Gedränge war es sicherlich das Beste, um einander nicht zu verlieren. Und es hatte auch etwas behütendes an sich, was Aria ein Gefühl der Sicherheit gab. Verwundert sah sie auf, denn es war ihr bis eben gar nicht aufgefallen, dass sie die Namen des jeweils anderen noch gar nicht kannten. "Aria." Antwortete sie kleinlaut, leicht peinlich berührt. Doch die Dame schien keineswegs verärgert zu sein. "Und...?" Sie sah fragend zu ihrer Begleitung auf. Was war wohl ihr Name? Irgendetwas mystisches und edeles, sicherlich. Zusammen schritten sie also voran und die Rothaarige ließ ihren Blick über die verschiedenen Stände schweifen. Es gab so viel, so viel Schönes, so viel Skurilles, so viel Teueres. Bei all dem Überfluss an Reizen fiel ihr Sophias gedankliche Abwesenheit gar nicht auf. Konnte sie sich denn wirklich etwas aussuchen? Die Worte der vornehmen Dame drangen jedoch nur halb an ihr Ohr als Aria etwas entdeckte, das förmlich nach ihr zu rufen schien. Es war eine schöne Brosche. Eine solche, welche man an die verschiedensten Kleidungsstücke anbringen konnte, von einem Mantel bis hin zu einem Haarband. Die Brosche war relativ schlicht mit wenigen sauberen Eingravierungen. "Die ist wunderschön." Das Mädchen war näher herangetreten und hatte Sophia an der Hand mit sich gezogen. Arias Augen leuchteten, für nichts anderes hatte sie Aufmerksamkeit übrig. So schlicht es doch schien, dieses Schmuckstück war perfekt.


    [Iris Noire] ~ bei Dylas


    Noire lauschte den Worten des Halbwesens aufmerksam, welches wohl schon um einiges ruhiger war. Eigentlich ein netter Zwerg, hm? So schien der Rotschopf, welcher zuvor die Flucht ergriffen hatte auf jeden Fall nicht. Doch der erste Eindruck konnte bekanntlich täuschen. Ironischer Weise war sie selbst am heutigen Tage bereits Opfer davon geworden als das grünhaarige Mädchen felsenfest davon überzeugt gewesen war, dass Noire zu verspeisen gedenkte. Dies war jedoch nicht der Fall, war an dem kleinen Ding auch kaum genug dran, um wirklich satt zu werden. Iris' prüfender Blick wanderte über das Halbwesen als dieses ihr eine Frage stellte. "Auch wenn es unglaublich scheint, so steht auch mir alle paar Dekaden einmal der Sinn nach Kontakt zu anderen Lebewesen. Und die Neuigkeit dieser Festivitäten ist selbst zu mir durchgedrungen." Erklärte sie. "Und dann sind wir zufällig aufeinander getroffen. Das Geschrei hätte eines jeden Aufmerksamkeit auf sich gezogen." Ihre armen Ohren klingelten noch immer von der schrillen Stimme des Mädchens. "Auf jeden Fall." Antwortete die Silberhaarige und folgte dem Unbekannten aus der Menge an den Rand des Platzes. Hier war weitaus weniger los und es gab auch ein wenig Schatten. Kaum hörbar seufzte die Vampirdame auf. "Was finden Menschen nur an all dem Gedränge?" Sprach sie ihre Gedanken laut aus, eine fragende Miene aufgesetzt. Der Schatten tat gut, schließlich hielt er den dunklen Stoff, mit welchem Noire sich schütze davon ab, sich weiter durch die Sonnenstrahlen aufzuheizen. "Wie heißt du eigentlich?" An sich wusste Iris schon gerne, mit wem sie es zu tun hatte. Ihre verschiedenfarbigen Augen wanderte von der Menge zu dem jungen Mann mit welchem sie sich unterhielt. Wie lange war es eigentlich schon her, seit sie das letzte mal so lange mit anderen konversiert hatte? Sicher schon länger als dass sie das letzte Mal ihren Turm verlassen hatte. Waren ihre sozialen Kompetenzen eingerostet? Waren sie überhaupt je vorhanden gewesen?

  • [Joe] & Cinnamon auf dem Weg zum nächsten Getränkestand
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    Über die aktuellen Ereignisse konnte Joe bloß leicht amüsiert den Kopf schütteln. Sie hatten sich einige Meter von den Ständen entfernt, als es plötzlich aus ihm heraus brach: "Ach Cinnamon!" Er gestikulierte etwas wild umher, um seiner emotionalen Situation mehr Ausdruck zu verleihen. "Ich hatte ihn doch fast! Und dann kommst du ...!" Er warf einen flüchtigen Blick hinter sich. Gut, besagten Händler hatten sie mittlerweile weit hinter sich gelassen. "Ha!", platzte es schließlich aus ihm heraus. "Und dann kommst du und du sagst ihm einfach so eiskalt, dass es sich dabei sicherlich um eine Fälschung handelt ... Ha! Hast du sein Gesicht gesehen!?" Er klopfte ihr herzhaft gegen die Schulter, während er sich vor Lachen beinahe gar nicht mehr einkriegte. Dann vergrub er seine Hände tief in seine Manteltaschen, er baute sich vor Cinnamon auf und fragte mit ernster Miene: "Aber eins verstehe ich nicht ...", er beugte sich etwas nach vorne, schaute ihr tief in die Augen, wie so oft schon an diesen Tag, "wie konntest du nur mit diesen schlechten Augen erkennen, dass es sich bei dieser Kette um eine Fälschung handelt?" Dies war natürlich eine Anspielung auf ihren stumpfen Speer, er wusste zwar, dass sie diese nicht verstehen würde/konnte, schließlich wusste sie allen Anschein nichts davon und doch verwunderte es Joe, dass sie beim einfachen Hinsehen eine Fälschung erkannte, aber nicht bemerkte, dass etwas mit der Spitze ihrer einzigen Waffe nicht stimmte ... hm. Aber das war ja auch irgendwie egal, oder? Jetzt hatte er wenigstens etwas mehr Geld für das wichtiges im (Joe's) Leben: Met. Und dort führte er Cinnamon ohne große Umschweifen hin, zu einem Getränkestand. Er schaute noch einmal nervös hinter sich. Die Menschenmengen wurden etwas dichter. Der Händler war nun nicht mehr in Sichtweite. "Hey", lächelte er ihr zu. "Schau mal", er deutete auf die rechte Hand in seiner Manteltasche, wo er einen Teil der besagten Mala-Kette frei legte. "Nicht schlecht, oder? Während du dafür sorgtest, dass dem Händler alle Gesichtszüge entglitten, habe ich einfach eine davon mitgehen lassen", erklärte er. Dieser komische Händler hatte soviele davon auf dem Tisch, er bemerkte sicherlich nicht mal, dass eine davon fehlte. "Ob Fälschung oder nicht", fuhr der Rothaarige fort und setzte sein charmantestes Lächeln auf, "es kommt vom Herzen!"

    [Kohaku] & Doug auf der Anhöhe neben dem Wasserfall
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    Was sagte er denn da?! Kohakus kleines Herz schlug immer schneller und schneller. Lag es an der ganzen Aufregung? Oder lag es an den aufregenden Jungen vor ihr? Wer weiß. Sicher war nur, dass ihr kleines Herzchen unaufhörlich gegen ihre Brust hämmerte. Als er sie zu beruhigen versuchte, nahm sie unwillkürlich ihre Hände vom Kopf und verschränkte sie vor ihrer Brust. "Q-quatschkopf?" Hä? Was soll das denn bedeuten? Doch noch bevor sie ihn das fragen konnte, verkündete ihr kleiner Held, das er eine Idee hätte. Er kaufte etwas, was sich "Feuerchips" nannte, was etwas beunruhigend klang, wenn man Kohaku fragte. Aber bevor sie sich darüber echauffieren konnte, führte Doug sie irgendwelche Stufen hinauf. Umso höher sie kamen, umso aufgeregter wurde sie. Man müsste ja meinen, dass ein sogenanntes Schmetterlingsmonster an Höhe gewöhnt war, aber an Tagen wie diesen war nichts wie gewohnt.

    Als sie endlich den höchsten Ort am Platz des Volkes erreichten, versteckte sich Kohaku noch unbewusst hinter Doug. Nur auf seine freudigen Worte hin, wagte auch Kohaku einen vorsichtigen Blich nach vorne. "W-wow ...", staunte sie schließlich. Von hier oben konnte man nun mal alles sehen! Die ganzen Leute, die vielen Stände, die ganzen Farben! Die Bühnen! Die Monster in ihrem Gehege! Kohaku hätte gar nicht gedacht, dass dieses "Menschen-Festival" so groß war. "Das ist ja unglaublich!", sagte sie mit wahrlich strahlenden Augen. Das war ein toller Einfall von Doug! Von hier oben konnte man einfach alles sehen!

    Nun reichte er ihr die Tüte mit den Feuerchips und ohne groß darüber nachzudenken greifte sie zu. Wahrscheinlich zu viel. Viel zu viel. "Argh!", beschwerte sie sich, da ihre Geschmacksnerven von den vielen Aromen und Gewürzen völlig überfordert waren. "Sch-scharf!" Wäh! Bei Ambrosia was war das?!



  • [Cinnamon] & Joe auf dem Weg zum nächsten Getränkestand



    Als der Händler sie abblitzen ließ, war Cinnamon im ersten Moment wirklich geknickt, weil sie Joe das Geschäft verdorben hatte. Sie fürchtete ihr neuer Freund könnte sauer auf sie sein - und das zurecht! Doch der schlaksige Kerl nahm es locker. Nein er schien sogar regelrecht überrascht, weil sie die Kette als Fälschung identifiziert hatte - dabei war ihr die Behauptung ja nur rausgeplatzt. Beweise hatte sie nicht und einen Kennerblick schon gleich gar nicht. Schön jedoch, dass Joe ihr das zutraute, weswegen sie um eine klare Erklärung auswich: "Ach, bestimmt ist mehr als die Hälfte hiervon nicht echt! Um sowas auseinander zu halten braucht man schon einen Kennerblick." Nicht, dass sie den hatte - aber vermutlich kaum jemand der Dorfbewohner. Darauf spekulierte das fahrende Volk schließlich, oder? Als Joe ihr jedoch tief in die Augen sah, wich sie seinem Blick aus. Sie fühlte sich merkwürdig unangenehm an den Moment zurück erinnert, als er sie vorher so überrumpelt hatte. Auf seine Bemerkung zu ihren schlechten Augen - ach daher der starrende Blick! - entgegnete sie unwirsch: "Deshalb trage ich ja eine Brille!" Ohne Brille könnte sie wohl Freund nicht von Feind unterscheiden. Wie um ihr Schmuckstück zu betonen, rückte sie die Brille auf ihrer Nase zurecht. Das der Speer stumpf war, hatte sie nach wie vor nicht bemerkt. Wie auch? Sie hatte ihn ja auf ihren Rücken gebunden, damit er ihr auf dem Fest nicht im Weg umging und sie nicht versehentlich jemanden damit aufspießte. Ob sich Kanno's Zauber nach einer Weile von selbst abnutzen würde oder ob er ihn auch selbst wieder lösen musste war dabei fraglich. Langsam verließen sie die Reihen der Händler auch wieder und schon hatte Joe wieder einen Tavernenstand in Visier. Oh oh. Cinnamon war sich nicht sicher, wie viel sie noch verkraftete, doch immerhin hatte sie noch nicht so viel, dass sie sich diese Frage nicht mehr stellte. Ein schwacher Trost. Doch soweit kam es erstmal noch gar nicht. Joe blickte nämlich nervös einmal nach links, einmal nach rechts, ehe er sie mit einem schelmischen Grinsen anblickte. Verwundert blickte Cinnamon ihn an. Was versetzte ihn nur in solche Euphorie? Die Lösung sollte ihr schon einen Moment später präsentiert werden - der Kerl hatte doch tatsächlich die Kette geklaut! Sie konnte nicht fassen was sie da hörte. Mit der Aktion hatte Joe sich bei Cinnamon aber gehörig verkalkuliert. Als Enkelin des Magiermeisters waren ihr moralische Werte schon in früher Kindheit mitgegeben worden und Stehlen das ging für sie sowas von gar nicht. Und dann auch noch unter dem fadenscheinigen Vorwand, er hätte es für sie geklaut? So ganz sicher, ob sie ihn da richtig verstanden hatte, war Cinnamon sich mit ihrem angetrunkenen Gehirn zwar nicht, aber es klang danach. Sie sollte sich wohl geschmeichelt fühlen, aber stattdessen war sie entsetzt und ziemlich enttäuscht von der Aktion. "Bring das sofort zurück.", verlangte sie sauer, "Oder hast du nicht die Eier in der Hose dazu? Dann mach ich's nämlich!" Na hoffentlich brachte sie sich dadurch nicht selbst in Schwierigkeiten, in dem sie ihm aushelfen wollte. Warum ging sie nicht einfach? Weil sie tief im Inneren davon überzeugt war, dass Joe ein guter Kerl war - der nur mal den ein oder anderen Fehltritt kassierte, weil er eben nicht zuende dachte. Na ob sie sich da mal nicht täuschte?



    [Doug] & Kohaku auf der Anhöhe neben dem Wasserfall



    Auch Dougs Augen leuchteten für einen Augenblick lang auf, als er das wundervolle Panorama unter sich sah. Er freute sich umso mehr, dass auch Kohaku davon begeistert war. Das Fest zu ihren Füßen war wirklich ein spektakulärer Anblick, ganz besonders von hier oben, wo man von der drängelnden Menge abgeschieden war und seine Ruhe hatte. Entspannt ließ sich der Zwerg ins Gras plumpsen und schaute noch eine Weile gespannt in die Menge. Dann hörte er plötzlich einen hohen leisen Aufschrei neben sich und sah mit einem verwunderten Ausdruck im Gesicht zu dem Mädchen herüber, ehe er anfangen musste zu kichern. "Na klar sind die scharf.", erklärte er, "Sind ja auch Feuerchips!" Das genügte als Erklärung doch, oder? Doug liebte scharfes Essen. Und Snacks sowieso. Der Zwerg ließ sich schließlich nach hinten ins Gras fallen, sodass er nun den strahlend blauen Himmel über sich hatte. Zusammen mit dem sanften Rauschen des Wasserfalls ganz in der Nähe war die Stimmung wahrlich friedlich. "Ich finds toll das wir uns wieder gesehen haben.", meinte er schließlich, "Ist echt schon ne Weile her, was?" Er schmunzelte, betrachtete die wenigen vorbeiziehenden Wolken. So ein Fest war wirklich anstrengend! Er dachte mit geschlossenen Augen an die Auseinandersetzung zurück. Hoffentlich war Dylas ihm nicht wirklich böse. Aber irgendwie hatte er Kohaku ja in Sicherheit bringen müssen! Und hoffentlich wurde Kohaku ihm nicht böse, denn er wurde - gääääähn - wahrlich müde. Es war auch einfach der perfekte Tag für ein Nachmittagsnickerchen, nicht wahr? Na hoppla, war der Zwerg nun tatsächlich neben seiner liebreizenden Begleitung eingeschlafen?

  • Dylas und Iris Noire

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    Nachdem Dylas etwas über Doug geredet hatte, wunderte er sich weiter, warum der kleine Zwerg vor ihm und der Dame neben ihm weggerannt war. Diese find dann auch an zu erzählen, warum sie in dieser misslichen Lage gelandet war. "Also warst du viele Jahre nicht unter Menschen und dann direkt so ein großes Fest, das hätte man ja auch ruhiger angehen können", meinte Dylas zu der immer noch fremden Dame. Währenddessen hat er sich zu großen Teilen wieder beruhigt.

    Nachdem die Beiden das Gedränge hinter sich gelassen hatten, drückte die Andere auch ihren Missmut gegenüber großen Menschenmengen aus. "Ich verstehe auch nicht, warum viele Menschen das gerne machen. Eigentlich könnte man auch einfach das in kleinen Gruppen auch machen." Dabei kam Dylas ins Grübeln, warum er eigentlich mit Doug hierhin mitgegangen war. Während die beiden nun sich etwas vorgestellt hatte, fragte die Vampierin, wie Dylas hieß, da er sich mittlerweile gut mit der Anderen unterhalten konnte meinte er "Ach so stimmt, ich bin Dylas und wie heißt du denn?" Dabei dachte sich Dylas auch, wäre es angebracht zu fragen, was für ein Wesen sie war, oder wäre das unangebracht.

  • 1951-dorothy2-pngDorothy & Eric | auf dem Dach eines Schaustellerwagens


    Eigentlich war es der jungen Frau gar nicht aufgefallen, dass Eric für einen Augenblick zu lange seinen Gedanken nach hing. Sie tat es ja selbst. Viel zu oft eigentlich. Viel zu oft dachte sie an irgendwelche, meist unnötigen Dinge. Machte sich Gedanken um etwas, was sich gar nicht lohnte. Malte sich Szenarien aus, die niemals so geschehen würden oder dachte zurück an Erlebnisse, die sie nie ändern konnte. Ein leises und kaum hörbares Seufzen verließ ihre Lippen bis die sanfte Stimme des Mannes ihr Ohr erreichte und sie ihren Kopf ein Stückchen hob damit sie in dieses markante Gesicht sehen konnte. Es fiel dem Mädchen immer etwas schwer Augenkontakt aufrecht zu halten. Ihn überhaupt herzustellen. Dorothy wusste, dass es eigentlich ziemlich unhöflich war so etwas nicht zu tun, wenn man mit jemanden ein Gespräch führte. Aber es war nicht so leicht. Für sie war es eine große Überwindung. Doch das Braun der Augen, die sie ansahen, es wirkte so warm. So einladend. Beinahe vertraut. Es fiel ihr nach wie vor schwer, doch es wurde einfacher. Stück für Stück. Im ersten Moment schien sie etwas irritiert, wusste nicht so recht worauf Eric hinaus wollte bis er mit einer schnellen Kopfbewegung in eine Richtung deutete, in die sie auch gleich schaute und das hübsch mit Sternen verzierte Zelt einer gewissen Dame deutete. Eine Wahrsagerin. "W-wer weiß schon, o-ob sie die Wahrheit s-sagt.. oder uns nur das s-sagt, was wir hören wollen.." Dorothy wusste nicht so recht ob sie dem Glauben schenken sollte. Ob es wirklich Menschen gab, die in die Zukunft eines anderen sehen konnten. War es Magie? War es Humbug? War es eine Anlaufstelle für durchaus verzweifelte Menschen? Zögernd nickte die junge Frau. "Ich g-glaube das auch.. sicher macht es viele D-dinge trotzdem nicht l-leichter.", antworte die angehende Heilerin und spürte den etwas schwereren Stoff seines Mantels auf ihren Schultern. Hatte seinen Duft in ihrer Nase und verbarg ein Lächeln hinter hervor gefallener Haare. Ihr Herz klopfte ein bisschen schneller. Auch, weil sie an diese grausame Situation von damals zurück denken musste. Weil sie unweigerlich daran erinnert wurde. Weil sie sich selbst daran erinnerte und der Griff um den Becher wurde etwas fester. Weil sie das Gefühl hatte sich irgendwo festhalten zu müssen. Auch, wenn es eigentlich ein bisschen dumm war. "Es fällt mir nur so.. so schwer..", gab die Tochter des hiesigen Priesters zu und hielt ihre Tränen zurück. Presste ihre Lippen aufeinander. "Ich möchte das nicht noch einmal erleben müssen.." Noch einmal diesen Schmerz spüren. Sich darin verlieren. Ständig mit der Frage leben ob sie es hätte verhindern könnten. Zwar tat sie das jetzt noch, doch war es ein kleiner Trost, dass ihre Schwester wieder an ihrer Seite war. Also, es war ein großer Trost, es war alles was sie sich je gewünscht hatte, doch vergingen dadurch diese Gedanken nicht. Wahrscheinlich sollte Dorothy einfach froh sein. Das war sie auch. Natürlich war sie das. Aber ihr Kopf wollte in so vielen Dingen einfach keine Ruhe geben. Sie gab Eric keine Antwort. Hatte keine Antwort für seine Worte, horchte nur auf als er ihren Namen nannte. "W-was..?" Das Mädchen brauchte einen kurzen Augenblick. Dann färbten sich ihre Wangen in ein zartes Rosa. Hatte sie ihren Gedanken etwa doch lauter ausgesprochen..? Seine kurze Berührung ließ sie erschaudern. Nicht weil es unangenehm war. Viel mehr weil sie sich kurz erschreckt hatte. Das Lächeln auf seinen schmalen Lippen war ansteckend. So spiegelte es sich in ihrem Gesicht wieder während sie ihren Kopf wieder nach vorne richtete und das wilde Treiben beobachtete. Es freute sie ungemein dass Eric Spaß hatte. Dass er glücklich war. Dass sie überhaupt noch fähig war jemanden dieses Gefühl zu geben. Kurz krochen die Zweifel in ihr hoch, sie fragte sich ob der Junge es wirklich so meinte, ob er ihr nicht auch eine Lüge erzählte. Ob er eigentlich lieber woanders wäre. Doch diesesmal unterdrückte Dorothy diese negativen Gedanken. War stark und hörte einfach auf das, was der Andere sagte. Hinterfragte nicht weiter und trank den Becher leer, stellte ihn ab und lehnte sich ein Stückchen nach vorne. "I-ich bewundere sie..", begann das Mädchen, ihr Kopf sank leicht nach unten auf ihre wippenden Beine. "Wie unbeschwert M-menschen sein können.. m-meinst du es gibt jemanden o-ohne Sorgen? Was für ein schönes Leben das wohl sein mag.."