Der Nebelwald

  • [Sherry] & Alice im Schloss der Hexenprinzessin
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    Es dauerte nicht lange, ein Teleportation-Zauber hatte nun mal seine Vorteile, und Sherry und das andere blonde Mädchen befanden sich im Schloss der Hexenprinzessin, mitten im Nebelwald. Sherry öffnete die Augen, widerwillig, verdammt, da stand sie, das Mädchen, das Alice hieß. Hatte sie sie tatsächlich mitgenommen, nein! Es war doch nur ein Gedanke! Ein Augenblick, der Schwäche, ein Moment, wo Sherry sich danach gesehnt hatte, dass junge Dinge, das junge Ding names Alice mit sich zu nehmen. Und da stand sie - ungläubig, im Gegensatz zu den anderen hatte sie nicht das Gedächtnis verloren, sie musste sich noch genau an den braunhaarigen Mann erinnern dessen Namen Sky war. Und sie erinnerte sich noch im genausten an ihre Schwester. An ihre innige Umarmung. An ihren Duft. Und an Sherrys eiskalte Berührung ihrer Schulter. An ihren Blick und zack, Zick zack, standen sie im Schloss der Hexenprinzessin. "Alice", kam es der Hexe über die Lippen, ehe sie vor Schmerzen zusammen zuckte. Die Reise nach Riverport war lang gewesen, die Zeit im Gebüsch im Park der Apah beschwerlich, die Enerigeverschwendung war hoch, als sie einen spitzen Schmerz in ihrer Magengegend verspürte, bereute sie den Zauber gesprochen zu haben. Wütende Augen blickten in die unschuldigen ihres Gegenübers. Sie schnappte scharf nach Luft. "Alice ... ", sagte sie, obwohl sie es gar nicht sagen wollte. "Endlich bist du hier." Und ihre Hand wanderte ganz automatisch an ihren Bauch, um die Tritte der dritten, ungeborgenen Person zu spüren, die eigentlich gar nicht da sein sollte. Ob das etwas creppy-haft war, ja? Aber Sherry war normalerweise nicht dafür bekannt nicht ganz normal zu sein. Felsenfest hielt sie die Hand an den Bauch der Fremden. "Es ist stark", ob sie das jetzt hören wollte oder nicht, aber die Energie, die von Alice' Bauch aus ging, erfüllte Sherry mit neuer Lebensfreude, die die Schmerzen von ebend fast verschwinden ließ.

  • [Cyril] bei Hinata & Lucus


    2941-cyril-pngAls sich der junge Mann namens Hinata vorstellte, verbeugte er sich ebenfalls leicht. Seine Eltern hatten schon des öfteren Freunde und Besucher aus Ostasien nach Hause eingeladen und so war er mit den Gepflogenheiten selbstverständlich vertraut. Sein Blick observierte seine äußere Erscheinung etwas näher, als er erwähnte, dass er sich nicht gerne im Wald aufhielt. Eine Einstellung, mit der er sich offensichtlich nicht identifizieren konnte, aber so viel wie er vom Wald selbst mitgetragen hatte, schien der arme Mann wirklich keine gute Zeit gehabt zu haben. Vielleicht konnte er ihn mit den Wundern der Natur, die er selbst sah, ja noch umstimmen. "Darf ich fragen welche Umstände dazu geführt haben, dass du dich hier unfreiwillig aufhalten musst?", lächelte er interessiert. Momentan war Cyril noch an einen Baum gelehnt, setzte sich allerdings lieber auf einen nahe gelegenen Holzstumpf, damit sie alle auf dem selben Level miteinander kommunizieren konnten.

  • AliceRPG.pngAlice & Sherry | im Schloss der Hexenprinzessin


    Okay – was zur Hölle war passiert? Alice erinnerte sich noch an die Wärme, die schlanken Arme ihrer großen Schwester. Den verwirrten und überraschten Blick ihrer blauen Augen, die zwischen ihrem kleinen Bauch und dem Gesicht der jungen Schülerin auf und ab gewandert waren. Stimmt, Juliet wusste es nicht. Woher auch? Alice hatte sich nie bei ihr gemeldet. Hatte ihr nie zurück geschrieben, war eigentlich eine beschissene Schwester gewesen. Was sollte sie erwarten. Es war ja eigentlich schon zu viel, dass sie ihr einfach so in die Arme gefallen war oder? Aber es hatte sich gut angefühlt. Juliet war ein Teil ihrer Geschwister, auf den sie sich wirklich verlassen konnte. Bei der sie nicht das Gefühl hatte mit Vorwürfen oder bissigen Kommentaren überhäuft zu werden. Doch sie kam gar nicht dazu sich mit ihr zu unterhalten. Ihr das zu sagen, ihr die vielleicht frohe Botschaft zu überbringen dass sie Tante wurde. Denn da war diese ältere Frau plötzlich vor ihr aufgetaucht. Hatte sie mit einem undefinierbaren Blick angeschaut, sie in ihren Bann gezogen und dann war alles schwarz geworden. Alice hatte sich unglaublich leicht gefühlt. Befreit, frei von allem. Hatte zuerst versucht mit ihren roten Augen irgendwas auszumachen, irgendeinen Punkt zu finden an dem sie sich fest halten konnte, doch dann schloss sie sie und legte ihre Hände auf ihren wachsenden Bauch. Wartete. Wusste aber gar nicht genau worauf. Bis es wieder hell wurde und sie die Stimme der Fremden hörte. Oder war sie fremd? Die Jugendliche wusste es nicht. Sie schien ihr nicht fremd und doch nicht bekannt. Irgendwas hatte sie an sich, was vertraut wirkte aber sie konnte sich auch täuschen. Ihre roten Augen wurden groß als sie um sich schaute. Als sie bemerkte dass sie nicht länger im Park war. Ein kühler Luftzug sorgte für eine Gänsehaut auf ihren nackten Beinen und sie hustete einige Male. Es war aber auch verdammt staubig hier oder? Wo war sie, was war das hier? Sie kannte dieses alte Gebäude nicht. Hier war sie noch nie gewesen. Was war passiert und wo war ihre Schwester, wo war Sky? „W-was..?“, erwiderte sie zögernd, schaute in die ebenso roten Augen ihres Gegenübers. Alice spürte ihr vibrierendes Handy in ihrer Tasche, schaute nach unten und wollte es in ihre Hand nehmen, spürte dabei ein merkwürdiges Kribbeln in ihrem Bauch als sie im nächsten Augenblick merkte wie Andere auf sie zu kam. Das schwangere Mädchen hielt ihren Atem an, war für den Moment wie gelähmt als die Ältere ihre Hände an die kleine Wölbung unter ihrem Kleid legte. „Stark? Was.. wer.. wie.. was soll das werden?“ Alice war durcheinander, wusste nicht wie sie reagieren sollte, was falsch war und was richtig und so machte sie einen Schritt zurück. Ein paar mehr Schritte und hielt ihre Arme vor ihren Bauch. Ließ die merkwürdige Frau nicht mehr an sich heran. „Was hast du mit mir gemacht? Wo sind wir?“ Je länger sie ihr ins Gesicht schaute, desto bekannter wurde ihr dieses Gesicht. Die Gesichtszüge. Diese Ausstrahlung.. so jemanden hatte sie doch schon getroffen.. oder?

  • [Sherry] & Alice im Schloss der Hexenprinzessin
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    Es war lange her. Wochen, Monate, Jahre? Jahrzehnte? Sherry wusste es nicht genau. Sie wusste nur, dass sie zu lange nicht mehr im Schloss, im Schloss der Hexenprinzessin, verweilen durfte. Durfte? Konnte. Ihre roten Augen fixierten das Mädchen, den Eindringling, in ihrem Schloss. Eindringling? Niemand, niemand geringeres als die Hexenprinzessin selbst hatte das Mädchen in ihr Schloss geholt. Das Mädchen, mit den unschuldigen Augen. Das sich von ihr abwandt hatte und einige Schritte zurück gewichen war, und die Hände schützend auf den großen Bauch gelegt. Die Hexenprinzessin, dessen Lebensenergie langsam zu ihr zurückgekehrt war, beobachtete sie aufmerksam. Sie analysierte jede Bewegung ihrer potentiellen Beute. Potentiellen Beute? Moment! Eigentlich war das nicht geplant gewesen! Gewiss nicht! Sie hatte es nicht geplant, das Weibsbild mit sich zu nehmen. Nicht wissentlich. Wie gesagt, es handelte sich um einen Moment der Schwäche. Für einen Moment hatte sie geglaubt, sich mit der Situation des Mädchens identifizieren zu können. Diese roten, unschuldigen Augen ... irgendwo hatte sie diese doch schon mal gesehen, oder? Notia? Nein! Dieser unwürdige Name sollte ihr nicht über die Lippen kommen! Niemals! Niemals, wenn es nicht nötig war ... Alice war etwas anders. Etwas ganz anders. Sie hatte es gespürt, als sie ihre Hand an ihren Bauch gelegt hatte. Sie hatte sie gespürt. Die Kälte. Die Brutalität. Die Aggressivität, die von diesem Etwas, diesem Baby ausging. Sherry konnte sich nun im Geringsten vorstellen, wie es entstanden war und schließlich empfand sie soetwas ... soetwas wie Mitleid für dieses Mädchen. Ihr Blick, es lag keine Wut, kein Zorn in ihm. Ungewöhnlich für die Hexenprinzessin. War sie während ihrer Reise etwa gealtert? Gewachsen? Bei der Person, die aussah, wie die grausame Hexenprinzessin von damals, handelte es sich wirklich noch um diese? Nein. Gewiss nicht. In Ihrem Blick lag soetwas wie Zartheit? Keine Ahnung, was in diesem lag, aber das Mädchen, das Mädchen namens Alice erweichte irgendwie etwas hartes, etwas, was niemand - außer jemand ganz bestimmtes - zuvor erweichte: das steinharte, kalte, grausame Herz der Hexenprinzessin. "Das was dir geschehen ist, sollte niemanden geschehen", sagte sie schließlich. Und so meinte sie es auch. Das Mädchen, was so viel Gewalt, so viel emotionale Gewalt (und echte Gewalt) widerfahren, spürte das übernatürliche Wesen der Hexenprinzessin. Welches Monster konnte ihr das antun? Es war anders, anders, als das, was der Hexenprinzessin widerfahren war, damals. Alles war mit ihrem Einverständnis, nein, mit ihren Bitten, ihren Flehen, geschehen. Michael? ... oh Michael. Wenn sie könnte, würde sie alles rückgängig machen, aber dafür war auch die sogenannte Hexenprinzessin nicht mächtig genug.
    Sie blickte nochmals zu Alice. Angst, Angst, bittere, unbändige Angst lag in ihren Augen. "Verzeih". sagte sie schließlich, sagte die Hexenprinzessin. "Du befindest dich in Sicherheit, Keine Menschenseele wird dich je hier finden. Du befindest dich", sie holte tief Luft, solange hatte sie es nicht mehr sagen können, "im Schloss der Hexenprinzessin." Im Schloss ... oder das, was davon übrig war. Staub, Dreck. Widerlich. Ein Zauber und es würde im alten Glanz, im Strahl erblühen. Aber das bedeutete neue Energieverschwendung ... und die einst so mächtige Hexenprinzessin war gewiss nicht bereit dazu. Sollte es doch oll und ecklig aussehen, so wie sich die Hexenprinzessin seit längeren im Inneren fühlte. "Du kannst mich Sherry nennen", sagte sie schließlich, ehe sie dem Mädchen den Rücken zuwandte. Sie nahm sämtliche Zauberbücher in die Hände. Blätterte sie durch, auf der Suche nach jenen Zauber, als plötzlich ...

    Als sie plötzlich eine weitere Anwesenheit spürte.
    W-was zum-?
    Sherry fuhr herum. Sie war da. Und das schon die gesamte Zeit seit sie mit Alice das Schloss betreten hatte! Aber wie-? Anfangs war sie bloß ein Schatten, eine kleine Unstimmigkeit im Raum, die bei der Unordnung, bei dem Chaos im Schloss nicht weiter aufgefallen wäre. Aber dann ... dann spürte sie ein Kribbeln auf ihrer Haut. Gänsehaut? Nein! Schlimmer, als würden sich fremde - unwürdige - Augen spitz in ihren Nacken bohren! Blitzschnell hatte sich Sherry umgedreht und dabei einige Bücher, welche sie eines Tages mal zu einen instabilen Turm gestapelt hatte, umgeworfen. A-aber! D-da stand sie! Notia! Sherry erkannte sie, erkannte ihre Silhouette, glaubte sie zumindestens. Sie glaubte ihr direkt in die Augen gesehen zu haben! Rote, ängstliche Augen! Ängstliche Augen ... wie? "Alice?" Was-? Sherry begann zu blinzeln, mehrmals. Die roten Augen, welche sie ebend für die ihrer unwürdigen Tochter gehalten hatte, wurden nach und nach durch Alice' ersetzt. Hä? Hatte sie sich geirrt? Spielte ihr ihre Fantasie einen Streich? Oder war das eine Auswirkung. eine Nachwirkung ihres Wahrheitszaubers? Einen kurzen Moment lang hatte sie Alice mitnehmen wollen ...? Aber ihre Augen! Oder hatte sie in Wahrheit jemand ganz anderes mitnehmen wollen ...? War es ein Wunsch? War ihr körperlicher Zustand zu schlecht und dadurch ihre Magie zu schwach? Tauchte Notia deshalb nur als ein "Schatten" auf? Oder - das wagte sie gar nicht zu denken - hatte Notia vielleicht endliche ihre Zauberkräfte für sich entdeckt? Sei nicht töricht! Sie könnte niemals so mächtig werden, um Sherrys Anwesenheit zu bemerken! Es musste sich also um einen Fehler ihrerseits handeln. Verdammt! Sherrys Hand wanderte ganz automatisch an ihre Stirn, sie drückte einen Punkt zwischen ihren Augenbrauen. Komisch, wo kamen denn jetzt plötzlich diese höllischen Kopfschmerzen her?

    [Hinata] mit Lucus & Cyril
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    Lucus, schrieb er in sein gedankliches Notizbuch. Er saß auf einen Baumstamm und bot den jungen Japaner an sich zu ihnen zu setzen. Hinata setzte ein freundliches Lächeln auf und doch tat er einen kurzen Moment so als würde er zögern. "Hm ... nagut, warum eigentlich nicht. Vielleicht könnt' ihr mir dann auch erklären, was ihr an diesen Wald so 'schön' findet?" In seinen Worten lag Missbilligung, nein, im Gegenteil er bemühte sich besonders interessiert zu klingen.
    Der dritte im Bunde stellte sich als Cyril vor, sein Äußeres war noch sonderbarer als das des anderen. Und er schien auch besonders neugierig zu sein. "Eigentlich", sagte Hinata und diesmal entsprach es auch der Wahrheit, "kenne ich mich hier noch nicht so gut aus. Ich war vorhin in der Stadt und habe mich auf den Weg zurück ins Wohnheim einfach verlaufen."


  • [Im Schloss der Hexenprinzessin] Majo & Noita bei Alice & Sherry



    Natürlich gab es andere Arten auf emotional aufwühlende Situationen zu reagieren als etwas in die Luft zu sprengen oder sich an einen anderen Ort zu teleportieren. Aber Noita war nicht gut darin alternativen dazu zu finden. Schreien wäre wahrscheinlich eine dieser besagten Alternativen aber das gehörte weniger zu den Optionen, die für die Schülerin in Frage kamen. Weinen. Ja das beherrschte die junge Hexe ziemlich gut. Darin hatte sie jahrelange Erfahrung. Wenigstens schien es Majo nicht anders zu ergehen, weshalb Noita ein wenig schmunzeln musste als sie ihr versprach, dass sie ihr Bescheid gab, wenn sie hinter das Geheimnis kam, wie man am besten mit derartigen Situationen umging. Die beiden Mädchen hatten nicht sonderlich lang die Gelegenheit darüber zu philosophieren, da die unerwartete Anwesenheit einer weiteren Person sie davon abhielt. Noita rang nach Atem als sie wieder Frau über ihr Bewusstsein war. Sie schreckte hoch und sah um sich als müsste sie sichergehen, dass sie wirklich noch hier im Wald mit ihrer Cousine war. Das war sie. Besagte Person musterte sie auch mit einem besorgten Blick. Tränen standen in den roten Augen der Blonden aber Noita selbst war tatsächlich nicht in der Lage. Ihre Kehle war trocken. Ihre Stimme versagte und es fühlte sich an als würde etwas auf ihrer Brust sitzen - so erdrückend war die bloße Vorstellung ihr wieder zu begegnen aber sie war nicht fähig zu weinen. Majos Stimme war nur ein Flüstern - direkt neben ihrem Ohr. Natürlich hatte sie es auch gespürt. Sie waren alle unweigerlich miteinander verbunden. Ob sie es wollten oder nicht. Noita schilderte die Version während Majos Blick sich immer weiter zu verfinstern schien. Mit jedem Wort, welches über die Lippen der Schwarzhaarigen kam. Die Schülerin wusste nicht ob sich der blonde Lockenkopf selbst Mut zusprechen wollte oder ob sie es ihretwegen tat. Noita wusste auch gar nicht ob es funktionierte. Irgendwie wusste sie gar nichts mehr. Allein die Vorstellung sie nach all den Jahren wieder zu sehen machte sie völlig handlungsunfähig. Wie also sollte sie an Majos Seite gegen die Hexenprinzessin ankommen. Sie war doch so viel mächtiger. Immer noch in einer Art Lethargie feststeckend erhob sich Noita schließlich von dem Waldboden. Sie tat es Majo gleich und schlüpfte wieder in ihre alten Klamotten. Halloween war damit wohl abgesagt aber die Schwarzhaarige wäre ohnehin nicht einmal annähernd mehr in der Lage gewesen das zu genießen. Die Worte ihrer Cousine prasselten auf sie nieder und das Einzige wozu sich Noita in der Lage fühlte war ein Nicken und schon im nächsten Moment wurde sie von Majo mit gezogen. Ihre Beine bewegten sich von alleine aber gedanklich spielte sich eine ganze Menge ab. Abertausende Fragen kreisten in ihrem Kopf umher. Aber sie fand keine Antwort darauf. Alle würden sich erst mit dem Wiedersehen beantworten - oder auch nicht.

    Schwer atmend kamen die Mädchen schließlich an. Noita wusste zu dem Zeitpunkt als sie den Wald betraten, dass sie richtig waren. Es war schwer zu beschreiben aber eine erdrückende Stimmung erfasste sie als sie die ersten Schritte auf diesem Waldboden tat. Sie folgte Majo obwohl sie ihr die Möglichkeit gelassen hatte nach Hause zu gehen. Es war keine Sekunde zur Auswahl gestanden für die junge Hexe. Niemals würde sie ihre Cousine, die doch eigentlich viel mehr wie eine Schwester für sie war, alleine ins Verderben rennen lassen. Vielleicht würde sie keine große Hilfe sein aber sie würde Majo ganz sicher nicht in Stich lassen. Es war immerhin im Bereich des Möglichen, dass genau dieses Chaos das in ihr tobte letztendlich hilfreich sein konnte denn auch wenn sie vielleicht nicht gezielt zaubern konnte so hatte die Vielzahl an Gefühlen in ihr schon Großes bewirkt. Nicht immer auf die gute Art und Weise aber wie hatte Majo es so schön gesagt: Es war egal wenn sie dort alles in die Luft sprengte. Immer tiefer drangen die beiden Mädchen in den Wald vor und fanden sich schließlich vor einer alten Villa wieder. Noita fröstelte es und sie zog den Cardigan um ihre Schultern etwas enger zusammen. „Da drinnen ist sie...richtig?“ Majo konnte es mit Sicherheit ebenfalls spüren. Sie war seit jeher empfänglicher für diese Dinge immerhin hatte die Schwarzhaarige sich seit Jahren davor verschlossen. Das Mädchen drückte die Hand ihrer Cousine als der Blick ihrer roten Augen über die alte Fassade des Gebäudes wanderte. Sie hielt kurz an. Nur wenige Meter trennten sie von ihr. Irgendwie schien alles so unwirklich. Noita hätte nicht gedacht sie überhaupt jemals wieder zu sehen - hatte damit ihren Frieden gemacht. Die Schwarzhaarige hatte Angst. Sie hatte schreckliche Angst aber besagte Angst machte sie auch stark. Die Menge an Gefühlen in ihrem Herzen konnte ihre Stärke sein. Das Mädchen zog die Augenbrauen zusammen und preschte voran. Ihre Schritte hatten sich beschleunigt und ohne einen Moment länger zu zögern griff sie nach der Türklinke und riss die alte Tür zur Villa auf. Sie war nicht verschlossen. Entweder sie erwartete die beiden Mädchen oder aber sie war einfach unvorsichtig - hatte nicht damit gerechnet das jemand ihr Spiel durchschauen würde. Aber taten sie das? Eigentlich nicht. Sie hatten keine Ahnung aber zumindest waren sie hier um den Plan der Hexenprinzessin zu vereiteln. Majo war dicht hinter ihr, schloss schließlich zu ihr auf und war an der Seite der Jüngeren. Sie mussten nicht lange suchen, denn sie fanden besagte Person gleich in der Eingangshalle. Sie war nicht alleine - wie es bereits diese Vision prophezeit hatte aber als sie die Tür aufstießen staunte Noita nicht schlecht. Sie sah ein ihr sehr wohl bekanntes Mädchen - in die Ecke gedrängt - zitternd vor Angst. „Alice!“ kam es fast schon automatisch über die Lippen des Mädchens und im selben Augenblick drehte sich die Hexenprinzessin nach ihr um. Ihre Blicke trafen sich und Noita runzelte die Stirn. Ihre bloße Anwesenheit sog ihr die Luft zum Atmen aus den Lungen, raubte ihr jegliches Vorhaben eines taffen Auftrittes. Sie war es wirklich. Kein böser Traum. Kein Hirngespinst. Sie war hier in Riverport und hatte tatsächlich ihre schwangere Freundin entführt. Wie angewurzelt verharrte Noita in ihrer Position, war unfähig sich zu bewegen - unfähig das Wort an sie zu wenden. Besorgt wanderte der Blick ihrer roten Augen zu Alice. Es schien ihr gut zu gehen. Wenn man von der Tatsache absah, dass eine geisteskranke Hexe sie entführt hatte aber zumindest schien sie unbeschadet - hatte schützend ihre Hände auf ihren Bauch gelegt. Sie schien verwirrt - konfrontiert mit Magie - konfrontiert mit dem leibhaftigen Bösen.

  • 3700-alicerpg-pngAlice, Sherry, Majo & Noita | im Schloss der Hexenprinzessin


    Alice wusste gar nicht was sie fühlen sollte. Wohin sie schauen sollte. Es war so vieles auf einmal. So viele unerklärbare Dinge, die gerade eben passierten. „Was willst du von mir?“, fragte sie schließlich. Durchbrach die Stille, die diesen riesigen Raum erfüllte. Ihre helle Stimme zitterte. Genau so wie ihr gesamter Körper. Spürte gleichzeitig wie sich ihre Muskeln versteiften, wie die Angst sie lähmte. Die Angst, dass diese fremde Frau etwas mit ihr anstellte. Ihr schaden wollte und noch schlimmer, dass etwas mit ihrem ungeborenem Kind geschah. Die junge Schülerin spürte ein Ziehen in ihrem Bauch, senkte ihren Kopf, strich vorsichtig mit ihren Fingern über die Wölbung, die klar unter ihrem Kleid zu sehen war und hob schlagartig ihren Kopf wieder, als die Andere zu sprechen begann. Was meinte sie? Es dauerte einen kurzen Moment bis sich ihre roten Augen weiteten. Das konnte gar nicht sein. Das konnte sie nicht wissen. Oder? Woher.. was genau meinte sie und wenn sie das meinte, wer hatte ihr das erzählt? „Was meinst du..“ All die Emotionen der letzten Wochen und Monate, seit Simon wieder in diesem Land war, seit er sich so verändert hatte, sie kamen hoch und ihr wurde mit einem Mal so unglaublich schlecht. Es war eine Mischung aus Angst, Wut, Reue. Das Mädchen war traurig und gleichzeitig doch so unheimlich glücklich. Es gab keine Chance, dass diese Frau das wissen konnte. Sie konnte nichts wissen! Das war doch richtig oder? Oder was hatte sie gespürt als sie ihre Hände auf ihren Bauch gelegt hatte. Was hätte sie spüren können. Und wie konnte sie überhaupt etwas spüren?! Das schwangere Kind war überfordert von all dem. Wünschte sich gerade nichts mehr als Simon bei sich zu haben. Simon würde sie doch beschützen.. oder? Natürlich würde er das.. natürlich.. Langsam glitt ihre Hand in ihre Jackentasche, sie schloss ihre Finger um ihr Handy und zögerte bis sie die Stimme der Anderen hörte und ihre Lippen aufeinander presste. „Ich war.. niemals in Gefahr!“, entgegnete sie der Älteren, schrie ihr das förmlich entgegen. „Lass mich einfach gehen!“ Wahrscheinlich hätte das Mädchen auch einfach wegrennen können. Schnell die Flucht ergreifen. Doch ihre Beine wollten sich nicht bewegen. Sie schien wie angewurzelt. Die Angst vor all dem lähmte sie. „Du..“, begann sie, hielt eine Hand vor ihren Mund und kam Sherry wieder einen Schritt entgegen. Wollte zuerst ihren Arm ausstrecken, ließ es aber bleiben. „Du hast ihm nichts getan oder.. sag mir, dass es ihm gut geht.“ Wenn diese verrückte Alte etwas wusste, wenn sie über jedes Detail bescheid wusste.. wer konnte da schon sicher sein, ob sie Simon nicht schon etwas angetan hatte? Sie biss sich auf die Unterlippe. War nervös und langsam kroch auch die Wut in ihrem jungen Körper hoch. Was wenn ihr Freund irgendwo lag, Hilfe brauchte und keiner fand ihn? Alice ballte ihre Hände zu Fäuste und konnte endlich ihre Beine bewegen als sie nicht weit vor ihr eine schemenhafte Figur entdeckte. Es war wie ein dichter Nebel, konzentriert auf einen Fleck. Sie kniff ihre Augen zusammen. Was war das..? „Sherry?“ Leise kam der Name des Lockenkopfs über ihre Lippen. Da stimmte etwas nicht. Plötzlich schien sie wie ausgewechselt. Als hätte sie etwas gesehen, was nicht da war. Was nicht da sein hätte dürfen. Was sie nicht sehen wollte. Alice neigte ihren Kopf zur Seite. Überlegte sogar sich ihr etwas anzunähern. Was auch immer sie gesehen oder gespürt hatte, es war nicht schwer zu erkennen, dass es ihr nicht gefiel. Dass da irgendwas war, was Chaos herein brachte. Für Alice selbst war es alleine schon die Tatsache dass sie ins Schloss der Hexenprinzessin entführt worden war. Mit.. Magie? Anders konnte das Blondchen sich das nicht erklären aber was war Magie für eine Art Dinge zu erklären? „Ist alles in-“ Plötzlich schlug die große Tür auf. Brachte sowohl frische Luft als auch etwas Helligkeit in diese dunklen Hallen. Wirbelte den Staub auf und die Schülerin trat reflexartig einen Schritt zurück, schaute genauso wie Sherry hinüber zu den nächsten Gasten, die das alte Schloss hier besuchten. „Noita?“ Die Blonde konnte ihren Augen kaum trauen, konnte gar nicht glauben dass ihre Freundin auf einmal hier war. Hatte sie das im Park mitangesehen, woher wusste sie wo sie war oder war das alles nur reiner Zufall? Ein anderes Mädchen folgte ihrer schwarzhaarigen Freundin. Die Ähnlichkeit zu Sherry war kaum zu übersehen. Es war Majo oder? Kurz hielt das Mädchen noch inne, dann setzte sie sich in Bewegung und rannte zu den beiden Mädchen, klammerte sich an Noita und kniff kurz ihre Augen zusammen. „Was passiert hier..?“, fragte sie leise als hätten Noita und das andere hübsche Mädchen die Antwort auf alles.

  • MajoIllustration.png[Im Schloss der Hexenprinzessin] Majo & Noita bei Alice & Sherry


    Mit jedem Schritt näher zu Sherry wuchs in der jungen Hexe die Entschlossenheit dieser unfassbar schlechten Person den Kopf abzureißen. Ein für allemal. Aber auch die Angst. Angst um das was das Wiedersehen mit Noita machen würde, vielleicht auch ein bisschen mit ihr. Angst davor, dass sie im Angesicht ihrer Tante wieder zu dem Kind wurde, welches sich von ihr hatte einschüchtern und demütigen lassen. Eigentlich war ihr das Wohlwollen der letzten Erwachsenen in ihrer Familie zu dem sie "Kontakt" hatte, inzwischen vollkommen Schnuppe. Sie war weder schwach noch ungeschickt. Trotzdem war da das kleine Mädchen in ihr, dass noch immer nach Anerkennung hungerte. Dasselbe Mädchen, dass womöglich auch in Noita schlummerte. Aber Sherry würde ihnen diese Liebe niemals geben können. Inzwischen war sie sich sicher, dass die sogenannte Hexenprinzessin nicht einmal Michael wirklich geliebt hatte. Keine Ahnung was das gewesen war, aber diese Frau trug keinen Funken Liebe in sich, nur egozentrischen Stolz. Die trostlose Außenfassade des Schlosses stoppte sie in ihren düsteren Gedanken. "Wie ich dieses Schloss hasse" knurrte sie kaum hörbar in ihren nicht vorhandenen Bart. Sie schielte zu Noita als diese ihre Frage stellte. "Spürst du nicht die Abscheu und Enttäuschung aus dem Gemäuer sickern?" versuchte sie zu scherzen während sie das Gebäude auf sich wirken ließ. Die Aura dieses Dings hatte sie ganz sicher nicht vermisst. Auch wenn dieses Schloss nicht dasselbe war wie das in Destiny Valley, fühlte es sich doch genauso an. Als hätte Sherry das Teil einfach hierher verfrachtet. Wie konnte es eigentlich sein, dass es sie genau in dieselbe Stadt geschlagen hatte wie die beiden letzten Personen die sie jemals wiedersehen wollten? Wieder wurden ihre Gedanken abrupt unterbrochen da Noita zur Tür stürzte und in die Eingangshalle des Gebäudes wehte. Majo folgte ihr auf den Fersen. Drinnen angekommen fielen ihre Augen direkt auf das Mädchen welches Alex versucht hatte vor diesem Wichser zu retten. Alice? Noitas Ausruf bestätigte ihr Namensgedächtnis. Alice schien vollkommen verstört, was vollkommen verständlich war. Das blonde Mädchen kam direkt zu ihnen gelaufen und klammerte sich an ihre Cousine. Majo wiederum trat nun um sie herum und schob sie somit hinter die beiden Junghexen. "Das äh... ist eine längere Geschichte befürchte ich... du solltest glaube ich besser gehen..." flüsterte sie ihr zu auch wenn sie bezweifelte, dass die Andere auf den Hinweis hören würde. "Na Sherry, wie ich sehe bist du noch genauso unordentlich wie früher" sagte sie dann lauter damit sie ihre Tante hören konnte, ihr Blick wanderte über das Chaos in dem Raum. "Was hast du mit dem Mädchen vor? Brauchst du ein Neugeborenes für ein Opfer um deine Boshaftigkeit zu nähren oder wolltest du einfach nur mal wieder ein Kind so richtig traumatisieren?"

    "Come on, little lady, give us a smile"
    No, I ain't got nothin' to smile about
    I got no one to smile for, I waited a while for
    A moment to say I don't owe you a goddamn thing

    Nightmare - Halsey

  • [Sherry] & Alice und Noita & Majo im Schloss der Hexenprinzessin
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    Große, ängstliche Augen schauten sie an. "Was willst du von mir?" Das Zittern in ihrer Stimme war nicht zu überhören. Tja, dachte sie, das erfährst du noch früh genug! Sie zitterte am ganzen Körper wie Espenlaub, sie erinnerte Sherry an ein scheues Reh, welches man gewaltsam aus seiner natürlichen Umgebung gerissen und, ja, in einen kleinen Käfig gesperrt hatte. Oh, M-moment mal? Genau das war ihr ja passiert! Ha, aber was soll man sagen; allen Anscheins war die schwere Eingangstür niemals verschlossen gewesen - aber dazu später mehr -Alice hätte also jederzeit, also reintheoretisch, wenn die Hexe sie gelassen hätte, tatsächlich abhauen können! Aber jetzt, wo sie erfahren hatte, was da im Bauch der Kleinen reifte, sollte sie doch der Teufel (oder Majo höchstpersönlich) holen - sie würde sie nicht mehr gehen lassen! Niemals, nur über ihre Leiche! Ha!
    Hochkonzentriert suchte die Hexen in den Büchern nach einer Antwort, so konnte sie auch die ersten beiden Fragen der jungen Blonden gekonnt ignorieren. Als sie jedoch sagte "Ich war.. niemals in Gefahr!" erfüllte plötzlich brüllendes Gelächter den Raum. "Tatsächlich?", sie schaute von ihren Büchern hoch. "Das bezweifel' ich ...", ihre Augen verengten sich zu schmalen Schlitzen, wie die einer aufmerksamen Katze, die ihre Beute inspizierte. "Dann wärst du jetzt nicht in anderen Umständen, oder?" Danach wich jegliche Verkrampfung, was manch' andere auch als 'Lächeln' bezeichnen würden, aus ihrem Gesicht. Arme Alice, ihr bishergies Leben musste dem eines Trauerspiels gleichen. Die Traurigkeit, diese tiefe, grausame Traurigkeit, entsprang nicht nur von der erzwungenen Zeugung dieses Dings, nein. Es kam, es triefte förmlich aus jeder Pore, aus jeder Zelle ihres Körpers und Sherry-? Sherry labte sich daran, sie labte sich an dieser, an dieser abgrundtief tiefen Traurigkeit dieser verlorenen Seele, dieser verlorenen Seele namens Alice. Sie öffnete die Augen, unbewusst dessen, dass sie sie jemals geschlossen hatte, und erblickte sie, erblickte Alice. Ihre Augen waren größer - sofern das noch möglich war - und blickten sie ängstlich an. W-was? Sie hatte die Hände schützend vor dem Bauch gelegt. Ob sie ihm - ihrem Baby - etwas getan hätte? Sie? Sherry öffnete den Mund, sie wollte gerade etwas sagen, als plötzlich ...

    ... als plötzlich die schwere Eingangstür geöffnet wurde. Und plötzlich wichen sämtliche Züge aus ihrem Gesicht. "Sie sind hier." Eine Feststellung. Eine Tatsache. Verdammt. Sie waren viel zu früh dran. Viel zu früh. Sherry verschwand - allmählich - im Schatten, Stück für Stück, ganz automatisch im Schatten ihres dunklen, in die Jahre gekommenden Schlosses. Es war also kein Streich ihrer eingerosteten Fantasie, sie war wirklich hier gewesen. War sie so mächtig? Was war passiert während ihrer Abwesenheit? Oder war es nur Zufall? So viele Fragen. So wenig Antworten. Die beiden Eindringlinge erreichten die Lobby, die Empfangshalle des Schlosses der Hexenprinzessin und erblickten sie, das Häuflein Elend namens Alice. Sofort begab sie sich in die vermeintliche Zuflucht der beiden bekannten Gesichter. Majo & Noita.
    Noita.
    Ein Name, der ihr ein Schauer des Abschaums über die Haut jagte. Ein Name der ihr Herz kurz schneller schlagen ließ und sie mit Ehrfurcht erfüllte, nein, nein, NEIN! Das konnte nicht sein! Sie hatte ihr den Rücken zugewandt und trotzdem spürte sie sie. Diese Augen ... diese roten, wehmutsvollen Augen. Sie spürte sie, wie sie sich in ihren Nacken, in ihr Inneres bohrten. Verdammt. Sie erinnerte sich, sie erinnerte sich genau, wie die kleine Hand, die kleine Hand Noitas ihren Rocksaum verzweifelt ergriff. Und sie hörte sie sagen: "Mama?" Mama? Diese verzweifelte Frage: wo willst du hin? Nimmst du mich mit? Lass mich nicht alleine! Es lag so viel in diesem kleinen Wort: Mama. Soviel Sehnsucht. Soviel Liebe. Aber Sherry konnte sie nicht erwidern. Sie konnte es nicht. Sie hatte es versucht. Wahrlich versucht. Sie hatte es für Michael versucht. Sie hatte es für Noita versucht. Wahr. Wirklich wahr. Sie hatte es gewollt und doch, war sie bitter gescheitert. Es entsprach nicht ihrer Natur. O-Oder? Ihrer grausamen Natur. Der Natur der Hexenprinzessin.
    Und dann? Dann erklang sie, die Stimme Majos. Sherry horchte auf. W-was? "Das sollte sie lieber nicht tun", bluffte sie. Gehen. Alice musste hier bleiben. Um jeden Preis. Ein Teil ihres Gesichtes blitzte im Schatten auf. Der Theatralik wegen! Vielleicht hatte sie sie ja verzaubert? Vielleicht hatte sie das, was in Alice' Bauch wuchs, verzaubert? Wer würde das Risiko eingehen?! Niemals die friedliebenden Wesen der beiden Möchtegern-Hexen, o-oder? Sherry jedenfalls hoffte darauf. Wer weiß, vielleicht hatte sie sie wirklich verhext? Anfangs hatte sie Alice ja auch gar nicht mitnehmen wollen und trotz dessen war sie hier. Hier, im Schloss der Hexenprinzessin.
    Sherry trat langsam aus dem Schatten, sie schaute Majo an. Standhaft. Sie war ihr wie aus dem Gesicht geschnitten. Unglaublich. Niemand könnte ihr die Verwandschaft abschätzig reden. Niemand. "Natürlich hätte ich aufgeräumt", sagte sie, "wenn ich hohen Besuch erwartet hätte. Aber ihr seid nicht mal den Dreck und Staub würdig auf dem ihr wandelt." Sie legte das Buch, welches sie ebend durchgeblättert hatte zurück in die Kiste. Sie wartete lieber erstmal ab, mal sehen, wie sich die anderen verhielten. Sherry versuche sich für alles zu wappnen.

  • Lucus, Cyril & Hinata | auf einem Baumstamm


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    Nachdem der Junge sich zu den Beiden gesetzt hatte, war die Situation erstmal viel ruhiger als zuvor. Als er sich hingesetzt hat, fragte er, warum es so schön in einem Wald zu sein und warum es die Beiden nicht so stresste. "Also es ist einfach sehr entspannt", meinte Lucus, der eigentlich auch für die Inspiration in die Stadt gekommen war. "Ich finde auch, dass man hier gut die Seele baumeln lassen kann." fügte er noch an. Dabei dachte er sich, dass er eigentlich noch eher was zeichnen sollte. Weiter packte er dann erstmal alles in seinen Rucksack. "Oh du hast dich vom Wohnheim hierher verlaufen?" sagte Lucus fragend, "Sollen wir dir den Weg erklären, oder möchtest du noch etwas den Wald geniesen?"

  • [Im Schloss der Hexenprinzessin] Sherry, Majo, Alice & Noita





    Alice war irritiert sie zu sehen. Natürlich war sie das. Im Grunde waren sie hier mitten im Nirgendwo. In einem schäbigen alten Gebäude und offensichtlich war ihre Freundin gerade Opfer einer Entführung geworden. Und Noitas Mutter war der Grund dafür. Aus welchen Gründen auch immer. Einen Moment verharrte Alice in ihrer Position bevor sie sich in Bewegung setzte und sich ihr näherte. Die Blonde zitterte als sie sich an sie klammerte. Ihre Stimme bebte. Fragend sah sie ihr in die Augen. Noitas Lippen öffneten sich einen Spalt aber es kam kein Ton heraus. Zu gerne hätte sie ihr alles erklärt, ihr vielleicht ein Stück weit die Angst genommen, die sie heimgesucht hat seit Sherry sie mit sich genommen hatte. Die Sorge um ihr ungeborenes Kind. Sie hätte weit ausholen müssen für diese Erklärung. Zu weit. Würde sie ihr überhaupt Glauben schenken? Wie könnte sie. All das war so fernab der Realität, die Alice kannte. Es war absurd für die Menschen da draußen, die eigentlich keine Ahnung von Magie hatten. Majo war schließlich noch vor ihr in der Lage die Frage ihrer Freundin zu beantworten. So gut es in dieser Situation eben möglich war. Aber es war nicht die Zeit um ihre ganze Existenz und ihr Dasein zu diskutieren. Alice musste in Sicherheit gebracht werden. Sie und ihr Baby. Aber konnte sie jemals sicher sein wenn Sherry es auf sie abgesehen hatte? Oder war es reiner Zufall? Wer vermochte schon zu sagen was in dem kranken Kopf dieser Frau vorging. Noita griff nach der Hand ihrer Freundin und drückte sie ein kleines bisschen. "Majo hat Recht..." Der Blick ihrer roten Augen wanderte über das Gesicht ihrer Freundin, musterte sie schließlich um sicherzugehen, dass diese Frau - ihre leibliche Mutter - ihr nichts angetan hatte. Aber es schien Alice zumindest körperlich gut zu gehen. Zu gerne hätte Noita ihr die Erinnerung an dieses schreckliche Erlebnis genommen aber noch war sie nicht dazu in der Lage. Vielleicht würde sie nie dazu in der Lage sein aber sie wollte es zumindest versuchen. Sie wollte über ihren Schatten springen - wenn nicht für sich selbst dann um Gutes zu bewirken. Um das auszugleichen was diese furchtbare Frau anrichtete. "...ich erkläre dir alles irgendwann aber du musst von hier verschwinden. Hier ist es nicht... sicher." Noita ignorierte die Warnung ihrer Mutter. Sie ignorierte ihre lächerliche Drohung. Es war ein dreiste Behauptung - ein kläglicher Versuch sie bei sich zu halten - vielleicht als Schutzschild. Die Schwarzhaarige bemerkte das Zögern in den Augen ihrer Freundin aber sie zwang sich zu einem Lächeln. "Wir können schon auf uns aufpassen. Du hast Jemanden den du beschützen musst." Ihr Blick wanderte zu dem leichten Bäuchlein ihrer Freundin, das sich unter ihren Klamotten abzeichnete. Schützend wie eine Wand stellten sich Majo und Noita vor Alice. Selbstverständlich zögerte der blonde Wirbelwind neben ihr nicht lange um Sherry zu konfrontieren. Sie nahm kein Blatt vor den Mund. Tat sie nie und ein kleines bisschen beeindruckte Noita dieses Verhalten. Sie selbst schwieg fürs Erste - so hatte sie sich bis eben ohnehin noch um Alice gekümmert - versucht sie zu beruhigen. Vielleicht nicht unbedingt auf magische Art und Weise aber so gut es ihr eben möglich war. Sie war wirklich wieder hier. Dort stand sie. Wie lange war es her? Sie war wie eine Fremde. Der Blick ihrer roten Augen wanderte über die Frau, die vor ihnen stand. "Wieso bist du hier...?" Warum konnte sie nicht einfach fort bleiben? Warum konnte sie ihr Leben nicht irgendwo weit entfernt von ihr Leben. Dafür hatte sie sich doch entschieden. Also warum stand sie nicht einfach zu ihrer Entscheidung? Noita war nicht naiv genug um ihre Rückkehr als einen Anfall von Wehmut abzutun. Wahrscheinlich war es Langeweile. Dennoch schmerzte ihr Anblick. Sie spürte ihre Abneigung, fühlte sich in ihrer Gegenwart klein und nichtig. Dieses Gefühl hatte sie schon immer in ihr hervorgerufen aber sie würde nicht weinen. Nein. Diese Frau war keine einzige Träne wert. Zu viele hatte sie schon für sie vergossen. Zu viele Stunden damit verbracht sich zu fragen warum sie nicht liebenswert genug war - warum nicht einmal ihre eigene Mutter sie lieben konnte. Noch heute erdrückte ihre Präsenz sie förmlich aber sie war stärker geworden - vielleicht nur ein kleines bisschen aber trotzdem stärker. "Verschwinde einfach wieder und lass die Leute hier in Ruhe..." Sie war nicht auf Krieg aus, wie vielleicht Majo, die seit jeher darauf aus war Sherry zu übertrumpfen. Noita wollte tatsächlich einfach ihre Ruhe. Sie hatte lange genug gebraucht um damit abzuschließen - mehr oder weniger. Ihre Präsenz machte alles nur wieder schlimmer. Sie brauchte keinen Menschen in ihrem Leben, der auf ihr rumhackte und ihr das Gefühl gab nicht wertvoll zu sein - manchmal schaffte sie das auch ganz gut selbst. Es war also an manchen Tagen schon schwer genug sich selbst vom Gegenteil zu überzeugen. Tatsächlich hatte sie nach der Geschichte mit Cedric jetzt auch nicht auch noch die Kraft sich mit ihr auseinander zu setzen. Sie wollte erst einmal wieder zu sich selbst finden. Vielleicht war es ungewohnt so kalte Worte aus ihrem Mund zu hören - Noita war immerhin stehts ein Mensch, der sich um seinen Gegenüber bemühte aber sie konnte es in diesem Fall einfach nicht. Nicht mehr.