Beiträge von Leesh

    Sky und Juliet - kommen an


    Es war irgendwie merkwürdig gemeinsam mit Sky durch die Gegend zu laufen. Es fühlte sich ein bisschen an wie früher, nur, dass es nicht mehr so wie früher war. Sie hatte so viel Hoffnung in die Beziehung gelegt gehabt. Ihre Eltern hatten alles was Beziehungen anging komplett gegen die Wand gefahren und sie hatte es besser machen wollen. Am Ende schaffte sie es genauso wenig eine Beziehung am Laufen zu halten. Wenigstens schienen sie das Drama aber so weit übersprungen zu haben. Zumindest fühlte sie sich nicht als müsste die das Kind einer Anderen die Klippe runterwerfen. Zum Glück blieb ihr das... Verlangen erspart zu bleiben.

    Während sie nebeneinander hergingen grübelte Juliet vor sich hin was sie mit dem Abend anfangen sollte. Klar, sie hatte vorgehabt auf das Halloween-Fest zu gehen, aber das erschien ihr nun wie eine unschaffbare Aufgabe. Sie verkündete Sky, dass sie wohl lieber ins Wohnheim gehen wollte um da irgendwas zu Netflixen. Das erschien ihr ein machbares Ziel für sie zu sein. Entweder das oder sie ging in die nächste Bar um sich zu betrinken, aber der Punkt mit dem Alkohol war undenkbar. Zumal sie sich nicht sicher war wohin das dann führen würde und das war niemand der sie sein wollte. Also gingen sie unterwegs noch bei einem Supermarkt vorbei wo sie sich mit Mikrowellenpopcorn, Eistee und tatsächlich auch einen Becher mit vorgeschnittenem Obst (Schokolade hatte sie nämlich sowieso noch gebunkert). In dem Wohnheim angekommen gingen sie zuerst in die Küche im ersten Stock um das Popcorn zuzubereiten. Während sie der Tüte beim drehen zuschauten breitete sich ein unangenehmes Schweigen aus. Juliet räusperte sich. „Also äh... danke, dass du mich begleitet hast und so... ich... keine Ahnung... vielleicht hast du ja wo besseres zu sein. Ich komme schon klar. Glaube ich hab gar keinen Nerv um mir heut noch jemanden anzutun“ sagte sie dann zu ihm und fuhr sich durch ihre Haare. „Ich ziehe mir einfach irgendeinen seichten Mist auf Netflix rein. Bridgerton oder sowas... Alex meldet sich bestimmt bald, oder Alice. Mal schauen“ fügte sie dann leiser hinzu, dann fuhr sie sich müde über das Gesicht.

    ~Luchia~

    [Im Schloss der Hexenprinzessin] Sherry, Majo & Noita


    MajoIllustration.pngMajos Nerven waren zum Zerreißen gespannt und am liebsten hätte sie hier und jetzt alles in die Luft gejagt um die beiden Junghexen aus dieser verdammten Situation zu bringen. Aber so war sie nicht. So war Noita nicht und irgendwie wollte sie auch nicht der Grund dafür sein, dass es keine Möglichkeit mehr für Sherry gab ein netter Mensch zu Noita zu sein, egal wie gering diese Wahrscheinlichkeit auch sein mochte. Die Blondine wollte einfach nur, dass das alles ein Ende hatte. Als hätte es Noita, als hätten sie beide es nicht schon scheiße genug gehabt. Was wollte diese widerwärtige Person denn wieder in ihrem Leben? Als ob sie den emotionalen Stress gerade auch noch bräuchten. Sie war so froh, dass ihre Cousine es gerade so weit aus ihrem Häuschen geschafft hatte, dass sie sich an ihre Magie trauen wollte und dann kam Sherry wieder um die Ecke um das wieder in Gefahr zu bringen. Denn es war definitiv nicht ihr Verdienst, nichts von alldem. Natürlich war nichts besser als die Liebe und Fürsorge einer Mutter, etwas was Noita gut gebrauchen konnte, aber die sogenannte Hexenprinzessin war bei aller Liebe nicht die richtige Person dafür.

    Irgendwas in dem Blick ihrer Tante irritierte Majo, sie konnte es beim besten Willen nicht deuten, aber sie glaubte den Ausdruck früher schon einmal in ihrem Gesicht gesehen zu haben. In dieser einen Millisekunde in der sie sowas wie Zuneigung ihrem Kind gegenüber verspürt hatte. Aber das war Unsinn. Woher sollte sie denn das haben? Ein Stein hatte mehr Mitgefühl mit dem Dreck auf dem es lag.

    Da sie, zu ihrer eigenen Schande, einen kurzen Augenblick von ihrem Smartphone abgelenkt gewesen war, bekam sie nur am Rande mit wie Sherry nach etwas griff. Sobald sie ihr wieder ihre volle Aufmerksamkeit zukommen ließ, stieß sie ein leises Fluchen aus. Ihr Blick zuckte zu ihrer Cousine, sie zuckte mit den Achseln. Sie hatte keinen blassen Schimmer was da passierte. Als dieses Ungetüm sich immer weiter entfaltete Fluchte sie ein weiteres Mal. "Du willst mich doch auf den Arm nehmen. Da will man sich einmal um jemand anders kümmern und dann sowas!" stieß sie aus während ihr Hirn versuchte für diese gequirlte Scheiße eine Lösung zu finden. Bei den Beben die das Monster auslöste fiel es teilweise schwer auf den Füßen stehen zu bleiben und Majos Konzentration zersprang in sämtliche Einzelteile. Sie wollte gerade mehr oder weniger Feuer mit Feuer bekämpfen, als die Schallwelle auf sie zurollte und Noita auf die dumme Idee kam sich vor sie zu stellen. Noch bevor sie das korrigieren konnte war es auch schon zu spät. Aus Sorge um die Schwarzhaarige verpasste sie den Zeitpunkt um aktiv einen Zauber zu sprechen und konnte nur noch reflexartig die Augen schließen und ihre Cousine an sich ziehen. Es passierte allerdings... nichts. Das Getöse brach einfach ab. Verwirrt sah sie auf und sah Sherrys Kreatur auf den Boden liegen. "Was zum..." sie runzelte die Stirn. Also sie war es definitiv nicht gewesen. Sobald es ihr dämmerte, dass Noita wieder einmal im Affekt gezaubert hatte, explodierte in ihrer Brust Stolz, Angst und unglaubliche Wut. Aufgebracht stieß sie ihre Cousine von sich. "Sag mal hast du noch alle Tassen im Schrank?!" schrie sie sie fast schon an. "Wie kommst du denn auf die beschissene Idee mich hinter dich zu ziehen?! Dir hätte sonst was passieren können!" Ihr traten Tränen in die Augen, sie riss ihr einziges Familienmitglied wieder an sich und schniefte aufgelöst in deren Haar. "Mach sowas nie wieder verstehst du? Ich hab wirklich kein Bedürfnis danach, dass du dich irgendwie für meine verkorkste Wenigkeit opferst!" Sie ließ die Andere wieder los um ihr einen Knuff gegen die Schulter zu geben. "Man ey, wegen dir fühle ich mich jetzt richtig nutzlos. Schau was du mit dem Ding angerichtet hast" murmelte sie dann während sich auf ihrem Gesicht ein Grinsen ausbreitete. Langsam ging sie auf das ausgeknockte Wesen zu. "Respekt!" Nachdem sie sich versichert hatte, dass es vorerst nichts mehr anstellte, kletterte sie darauf und versuchte daraus schlau zu werden, sie hatte nämlich nicht vor es da so liegen zu lassen. Es dauerte eine Weile bis sie glaubte verstanden zu haben was sie damit anstellen musste. Ein Hoch darauf, dass die meisten magischen Relikte mit Runen übersäht waren. Mit einem unwilligen Brummen stieß sie ihre Rechte in den Brustraum aus Dreck um darin nach einem kleinen Würfel zu suchen, als sie ihn gefunden hatte schloss sie die Augen. Worte in einer fremden Sprache kamen über ihre Lippen und etwas Magie floss in das kleine Objekt in ihrer Hand. Nach ein paar Augenblicken begann der ganze Vorgang von vorhin wieder rückwärts zu laufen. Es dauerte etwas bis die beiden Hexen wieder den Würfel vor sich hatten. Mit gerunzelter Stirn hob sie ihn auf und musterte ihn misstrauisch. "Ich hab echt keine Lust das Ding mit zu nehmen, aber ich denke hier liegen lassen können wir ihn auch nicht... ich schicke ihn an den Zirkel... sollen die doch austüfteln was sie damit anstellen" erklärte sie dann und steckte ihn in ihre Tasche. Seufzend ging sie wieder zu Noita zurück. "Alles klar? Sorry, dass ich mit meinem Handy abgelenkt war... ich wollte nur dafür sorgen, dass Alex nach Alice schaut... hatte irgendwie Sorge, dass ihr was passiert oder so... apropos..." sie fummelte das Gerät hervor, er hatte ihr geantwortet. Wieder die Stirn in Falten gelegt antwortete sie ihm. "Er hat sie anscheinend gefunden. Keine Ahnung wie ich ihm das erklären soll..."

    JulietIllustration2.pngSky und [Juliet]


    Juliet fühlte sich wie zwei Personen. Auf der einen Seite fühlte sie eine unglaubliche Schwere die drohte sie nieder zu drücken, aber auf der anderen Seite war sie unfassbar erleichtert. Sie hatte nie geplant Sky zu verlieren, was sie an sich ja nicht musste. Aber irgendwie war es immer Sky und sie als Paar gewesen und nicht als Freunde, oder sowas in der Art. Sie hatte überhaupt keine Vorstellung wie diese alternative Realität aussehen sollte, aber vielleicht musste sie diese auch überhaupt nicht haben. In ihrer beiden Welt gab es ständig ein übles Beziehungsdrama nach dem anderen, ihre Eltern allen voran. Die blonde Studentin weigerte sich selbst Teil eines solchen Dramas zu werden, auch wenn das eventuell noch schwer werden könnte. Ja Sky hatte es verbockt. Sie hatte es verbockt. Aber es hatte sich so lange angekündigt, dass sie auch gar keine Energie dazu hatte weiter eine Szene zu machen. Seufzend fuhr sie sich durch die Haare. "Ich glaube planen können wir eh nichts. Wir hatten Pläne für uns und nun schau wie es jetzt ist. Vermutlich müssen wir einfach sehen was passiert" murmelte sie dann achselzuckend. Bei seinen nächsten Worten schaute sie ihn mit großen Augen an. "Ich wollte mir eigentlich ein Kostüm kaufen gehen... ich..." sie runzelte die Stirn. "Keine Ahnung wo ich hin soll... Ich meine im Wohnheim ist immer irgendwer...?" sie ließ den Satz, die Frage einen Moment in der Luft hängen, dann gluckste sie. "Irgendwie habe ich meine sozialen Kontakte die letzte Zeit echt schleifen lassen. Die ersten Semester sind die absolute Hölle" wieder legte sie ihre Stirn in Falten, dann rieb sie nachdenklich mit ihrer Hand darüber. "Alex hat doch eh wieder irgendein Mädel am Start... keine Ahnung ob eins der Mädels noch mit mir redet und Alice..." bei dem Namen klingelte etwas ganz entfernt in ihrem Hinterkopf. Verwirrt versuchte sie zu entschlüsseln was das bedeuten sollte. Irgendwann sprach sie langsam und immer noch irritiert weiter. "Keine Ahnung wo Alice ist... das klingt total dumm, aber irgendwie hab ich das Gefühl sie wäre eben hier gewesen... aber... ich hab sie auch schon wieder ewig nicht gesehen. Ich... sollte ihr schreiben..." mit ihrer Rechten kramte sie ihr Handy hervor und tippte kurz darauf herum. Während sie es wieder verstaute sah sie wieder, etwas abwesend, zu Sky. "Sorry, ich bin grad keine Hilfe. Vielleicht sollte ich einfach ins Wohnheim zurück und Schokolade fressen" schloss sie dann leise lächelnd.

    [Im Schloss der Hexenprinzessin] Majo & Noita bei Alice & Sherry


    Jede Faser in Majos Körper drängte danach dieser widerlichen Person das arrogante Lachen aus dem Gesicht zu ätzen um sie anschließend so weit gen Himmel zu katapultieren, dass die Atmosphäre des Weltall sich ihres Körpers annehmen konnte damit sie nie wieder irgendeiner Person auf Erden zu Last fallen konnte. Der blonden Hexe war durchaus bewusst, dass sie ihrer Tante im Allgemeinen auf den ersten Blick sehr, sehr ähnlich war. Sei es nun ihr Aussehen oder irgendwie auch ihre arrogante, aggressive Art und Weise. Und es ärgerte sie, dass Andere die beiden in einen Topf werfen und behaupten würden, dass Majo genauso wie ihre Tante war. Aber es gab gravierende Unterschiede zwischen den Beiden die man im Grunde unter einem Punkt zusammenfassen konnte: Liebe. Majo war nach allem noch fähig zu lieben, es war schwer an diese Liebe zu kommen und es stand noch immer in den Sternen wie das mit romantischer Liebe aussah, aber am Ende des Tages war das vermutlich ihre größte Stärke. Auch wenn sie nicht viel für die Menschheit im Allgemeinen übrig hatte und gerne mal Andere ärgerte, würde sie sich dennoch für so ziemlich jede Person vor Sherry stellen. Was sie dazu verleitete ihre Hand in die Hosentasche zu ihrem Handy zu stecken. Während Sherry mit blödem Gefasel und Noita beschäftigt war, tippte sie schnell eine knappe Nachricht in das Gerät ein. Während sie es wieder wegsteckte fiel ihr Blick auf den kleinen Spuckfleck zu ihren Füßen und irgendwas in ihr erstarrte und erkaltete. Erst da fiel ihr selbst auf, dass sie erst jetzt das letzte Fitzelchen in sich verloren hatte was irgendwie an ihrer Tante gehangen hatte oder an der Illusion einer erwachsenen Verwandten der man etwas bedeutete. „Das einzige was hier misslungen ist, ist dein Glauben daran, dass du uns Angst machst. Wie könnte so eine armselige kleine Kreatur, die für nichts außer sich selbst Zuneigung empfindet, uns Angst machen? Wovor sollten wir Angst haben? Deine Tochter ist perfekt genauso wie sie ist und nicht weil du sie geboren hast, sondern weil du sie zurückgelassen hast! Und vielleicht bin ich eine Amateur-Hexe aber genau deswegen hast du nicht die leiseste Ahnung zu was ich im Stande bin“ gab sie an die alte Hexe zurück, ihre Stimme war ruhig, ohne jede Emotion und erfüllte dennoch den ganzen Raum. Ihre freie Hand zuckte kaum merklich und hinter Sherry begannen sich Wurzeln übernatürlich schnell und dennoch langsam, wie Schlangen, über den Boden zu bewegen, auf die andere Frau zu. Es war nicht wichtig ob sie die herankriechende Gefahr bemerkte oder nicht, Majo war nicht dumm genug um wirklich daran zu glauben, dass die Hexenprinzessin ihren Status umsonst innehatte. Aber sollte sie doch denken, dass das ihre Art war das anzugehen. Bei ihrer letzten Äußerung musste sie lachen. „Denkst du? Das sieht der Hexenrat aber anders“.

    (Sorry, sie hat in der Story schon vor Ewigkeiten geantwortet, hatte aber vergessen die Antwort zu schreiben...


    ~Luchia~

    JulietIllustration2.pngSky und [Juliet]


    Juliet hasste ihre Schwäche und es frustrierte sie über alle Maßen, aber vielleicht war es jetzt einfach an der Zeit das aus sich raus zu lassen. Sie hatte auch nicht wirklich das Gefühl dabei besonders viel Mitspracherecht zu haben. Die Anspannung der letzten... Jahre brach sich einfach Bahn, was auch sowas wie ein Gefühl der Befreiung mit sich brachte. Es tat gut das endlich zu klären, aber dennoch tat es höllisch weh es plötzlich ausgesprochen zu wissen. Sie waren am Ende. All die Zeit hatte man sich noch irgendwie Hoffnung gemacht, auch wenn es komplett unsinnig gewesen war.

    Als Sky selbst gestand, dass er ein Ekelpaket war und es ein egoistischer Move von ihm gewesen war, konnte sie ihn einen Augenblick nur verdutzt ansehen. Damit hatte sie keinesfalls gerechnet und wieder traten ihr Tränen in die Augen, sie vergrub den Kopf in ihren Händen, weswegen aus ihrer Kehle ein erstickter, überraschter Laut kam als er sie in den Arm nahm. Ihr erster Impuls war ihn von sich zu stoßen und anzuschreien, aber irgendwie brachen dann alle Dämme und sie heulte sich an seiner Brust aus. Sein Geruch hatte sich über die ganze Zeit verändert, war aber in seiner Grundnote gleichgeblieben und hüllte sie nun ein wie ein schützender Kokon. Es dauerte eine Weile bis sie sich ausgeheult hatte, aber schlussendlich löste sie sich aus seiner Umarmung, wischte sich mit ihren Händen die restlichen Tränenspuren aus dem Gesicht. "Sorry, ich hab dir dein Oberteil komplett nass geflennt..." murmelte sie dann leise. Ihr Blick lag auf dem nassen Fleck auf seiner Brust. "Ich denke wir haben zu viel gemeinsam durchgemacht um einander unwichtig zu sein... auch wenn wir... nicht mehr wir sind... zumindest im Sinne von... du weißt schon". Sie verfiel wieder ins Schweigen. Sie wusste nicht mehr was sie noch weiter sagen sollte. Wie sollte sie ihn weiter anschreien wenn er ja bereits zugegeben hatte ein Arsch gewesen zu sein? Ein Seufzen stahl sich über ihre Lippen und sie wandte ihren Blick von ihm ab. "Ich hab keine Ahnung was ich jetzt machen soll. Das alles war unvermeidbar und vorhersehbar... aber irgendwie ist es komisch das alles so... ausgesprochen zu haben und so. Hab mir nie Gedanken über das Danach gemacht" sagte sie nach einem weiteren Augenblick und sah Sky ins Gesicht.

    MajoIllustration.png[Im Schloss der Hexenprinzessin] Majo & Noita bei Alice & Sherry


    Alice zögerte natürlich als die beiden Junghexen ihr rieten zu gehen. Erst nach ein paar Worten Noitas besann sich das Menschenmädchen darauf, dass sie machtlos gegen das war was auch immer sich hier abspielte. Bei Sherrys albernen Versuch sie aufzuhalten gluckste sie trocken. Sherry war zwar bösartig, aber vorausschauend handeln war nicht unbedingt ihre große Stärke. Als ihre Tante aus dem Schatten trat und sie dabei musterte huschte ihr ein Schauer über den Rücken. Nein. Diesen Blick hatte sie ganz sicher nicht vermisst. Der Zahn der Zeit hatte an der Frau ihr gegenüber genagt, was ihr ein gewisses Gefühl der Genugtuung gab. Allerdings fiel ihr auch auf wie ähnlich sie einander sahen. Ein Umstand auf den sie gerne verzichtet hätte.

    "Na zum Glück würde ich lieber sterben als etwas würdig zu sein was DICH als würdig erachtet" knurrte sie während ihr Blick jede Bewegung der sogenannten Hexenprinzessin wahrnahm, als diese das Buch in ihrer Hand weglegte spannte sie ihre Muskeln an und stellte sich in eine Position aus der sie, wenn notwendig, direkt angreifen konnte, sollte Sherry auf dumme Ideen kommen. Dennoch bemühte sie sich darum mehr oder weniger ruhig zu bleiben. Sie wollte ihre Nervosität nicht mit knisternder Magie zwischen ihren Fingerspitzen verraten. Was auch ein Grund dafür war weswegen sie nach Noitas Hand griff und ihre Finger verschränkte. Zum einen wollte sie sich selbst damit beruhigen und zum anderen der Schwarzhaarigen Zuspruch zu geben. Diese Situation war für sie beide aufwühlend, aber sie waren zusammen und keine kleinen Mädchen mehr die auf eine "Mutter" angewiesen waren. Was nicht hieß, dass es nicht schön gewesen wäre eine zu haben, aber jetzt war es auch irgendwie zu spät. "Ich stimme deiner Tochter zu. Wieso verkrümelst du dich nicht einfach wieder dahin woher du gekrochen bist? Du willst uns nicht, wir wollen dich nicht... also... äh... hasta la pasta oder sowas" pflichtete sie ihrer Cousine bei, ihre Hand machte eine einladende Bewegung zur Tür. "Ich habe gehört in Tansania stehen sie ganz besonders auf Hexen. Du magst doch bestimmt gerne warme Füße!"

    MajoIllustration.png[Im Schloss der Hexenprinzessin] Majo & Noita bei Alice & Sherry


    Mit jedem Schritt näher zu Sherry wuchs in der jungen Hexe die Entschlossenheit dieser unfassbar schlechten Person den Kopf abzureißen. Ein für allemal. Aber auch die Angst. Angst um das was das Wiedersehen mit Noita machen würde, vielleicht auch ein bisschen mit ihr. Angst davor, dass sie im Angesicht ihrer Tante wieder zu dem Kind wurde, welches sich von ihr hatte einschüchtern und demütigen lassen. Eigentlich war ihr das Wohlwollen der letzten Erwachsenen in ihrer Familie zu dem sie "Kontakt" hatte, inzwischen vollkommen Schnuppe. Sie war weder schwach noch ungeschickt. Trotzdem war da das kleine Mädchen in ihr, dass noch immer nach Anerkennung hungerte. Dasselbe Mädchen, dass womöglich auch in Noita schlummerte. Aber Sherry würde ihnen diese Liebe niemals geben können. Inzwischen war sie sich sicher, dass die sogenannte Hexenprinzessin nicht einmal Michael wirklich geliebt hatte. Keine Ahnung was das gewesen war, aber diese Frau trug keinen Funken Liebe in sich, nur egozentrischen Stolz. Die trostlose Außenfassade des Schlosses stoppte sie in ihren düsteren Gedanken. "Wie ich dieses Schloss hasse" knurrte sie kaum hörbar in ihren nicht vorhandenen Bart. Sie schielte zu Noita als diese ihre Frage stellte. "Spürst du nicht die Abscheu und Enttäuschung aus dem Gemäuer sickern?" versuchte sie zu scherzen während sie das Gebäude auf sich wirken ließ. Die Aura dieses Dings hatte sie ganz sicher nicht vermisst. Auch wenn dieses Schloss nicht dasselbe war wie das in Destiny Valley, fühlte es sich doch genauso an. Als hätte Sherry das Teil einfach hierher verfrachtet. Wie konnte es eigentlich sein, dass es sie genau in dieselbe Stadt geschlagen hatte wie die beiden letzten Personen die sie jemals wiedersehen wollten? Wieder wurden ihre Gedanken abrupt unterbrochen da Noita zur Tür stürzte und in die Eingangshalle des Gebäudes wehte. Majo folgte ihr auf den Fersen. Drinnen angekommen fielen ihre Augen direkt auf das Mädchen welches Alex versucht hatte vor diesem Wichser zu retten. Alice? Noitas Ausruf bestätigte ihr Namensgedächtnis. Alice schien vollkommen verstört, was vollkommen verständlich war. Das blonde Mädchen kam direkt zu ihnen gelaufen und klammerte sich an ihre Cousine. Majo wiederum trat nun um sie herum und schob sie somit hinter die beiden Junghexen. "Das äh... ist eine längere Geschichte befürchte ich... du solltest glaube ich besser gehen..." flüsterte sie ihr zu auch wenn sie bezweifelte, dass die Andere auf den Hinweis hören würde. "Na Sherry, wie ich sehe bist du noch genauso unordentlich wie früher" sagte sie dann lauter damit sie ihre Tante hören konnte, ihr Blick wanderte über das Chaos in dem Raum. "Was hast du mit dem Mädchen vor? Brauchst du ein Neugeborenes für ein Opfer um deine Boshaftigkeit zu nähren oder wolltest du einfach nur mal wieder ein Kind so richtig traumatisieren?"

    JulietIllustration2.pngSky und Juliet


    Es schien als hätte sich innerhalb einer Sekunde alles verändert und Juliet wusste nicht einmal was das war. Ihre Arme hingen noch in einer umarmenden Position in der Luft und der Raum zwischen ihren Armen und Vorderseite war auch noch warm, aber da war nichts. Irritiert blinzelte sie mit den Augen und ließ ihren Arme sinken. Was zum Teufel war hier passiert? Sie trank nicht, nahm keine Drogen und es fühlte sich auch nicht so an als wäre sie nicht nüchtern, aber wieso fühlte sie sich dann als hätte sie einen Blackout am helligsten Tag? Die Blondine versuchte sich zu erinnern aber das führte nur dazu, dass ihr ein heftiger Schmerz ins Gehirn schoss. Mit einem gequälten Laut wandte sie sich an Sky, welcher unwesentlich weniger verwirrt aussah wie sie selbst. Wie zum Teufel waren sie in diese Situation geraten? Klar hatte sie versucht ihn dazu zu bringen sich mit ihr zu treffen und endlich zu klären wo sie standen, aber sie konnte sich nicht mehr richtig dran erinnern wie sie sich schlussendlich hier getroffen hatten. Bei seinen Worten presste sie ihre Zähne aufeinander um den Drang zu widerstehen ihm genau das zu sagen was sie zu sagen hatte. "Ach was?" schnappte sie dann etwas atemlos. "Das hätte mir einige schlaflose Nächte erspart" murmelte sie dann, ihr Herz sank irgendwo in ihre Magengrube und sie trat etwas auf der Stelle herum als wollte sie der Situation entfliehen. Aus irgendeinem Grund wusste sie, dass hier und jetzt alles endete weil sie nicht anders konnten. Weil es die Wahrheit war. "Ja ich dich auch... und ich weiß, dass du dasselbe für mich empfunden hast... aber... ich verstehe nicht wieso..." sie stockte und versuchte die richtigen Worte zu finden. "Ich fühle mich trotzdem so verraten. Ich habe dir vertraut. Ich dachte wir beide hätten was besonderes und... dann bist du gegangen und alles war interessanter als deine langweilige Freundin die nichts mit Frankreich anfangen kann." Ihr traten Tränen in die Augen. Das wars, das war es was sie dachte. "Ich weiß nicht ob ich dich hasse... ob ich dich hassen kann... ich bin nur... so enttäuscht und müde. Allerdings weiß ich nicht ob ich mehr von dir oder von mir enttäuscht bin. Wir hätten es womöglich beide besser machen können... trotzdem gibt etwas in mir dir die ganze Schuld und ich hasse das" bei jedem Wort stieg ihre Stimme etwas weiter an, bis sie bei dem letzten Satz brach. Tränen liefen über ihre Wangen. Schniefend stapfte sie mit ihrem Fuß auf und wischte sich trotzig die salzigen Spuren aus dem Gesicht. "Och man. Ich wollte voll erwachsen sein mit der Sache und nicht weinen." Wieder schniefte sie leise und schlang ihre Arme um ihren Oberkörper. "Scheiße."

    MajoIllustration.png[Irgendwo zwischen der Dekoration im Wald] Majo & Noita > gehen


    Noita schien wenig begeistert zu sein als sie darauf zu sprechen kam wie Emotionen die Magie beeinflusste. "Jaa... praktisch wenn man so gut wie ausschließlich aus Emotionen besteht... aber ich denke wenn man das meistert geht es einem auch im Allgemeinen besser... damit meine ich nicht emotionslos werden sondern einfach irgendwie anders drauf reagieren. Man kann ja auch sauer sein ohne den Anderen anzuschreien oder zu verhexen. Keine Ahnung wie das geht, aber vielleicht komme ich irgendwann noch dahinter" sagte sie dann achselzuckend. Am Ende musste man sich nur bewusst werden, dass jede Reaktion eine Entscheidung war. Oder nicht?

    Noch während die Blondine ihr Smartphone in den Fingern hielt beschlich sie ein sehr diffuses zu schwaches ungutes Gefühl. Sie wischte es ungeduldig zur Seite. Es kam nicht unbedingt selten vor, dass an so unheimlichen Orten irgendwelche Dinge versuchten mit einem Kontakt aufzunehmen, es zehrte nur unnötig an den Kräften wenn man auf jedes dieser "Meldungen" einging. Auf Noitas Kommentar zu ihrem Grinsen verzog sie den Mund und versuchte irgendeine ausweichende Ausrede zu finden, allerdings entband sie das Verhalten ihrer Cousine von einer Reaktion. "Noita!" rief die junge Hexe aus und stürzte einen Schritt nach vorne um sie aufzufangen. Zwar würde sie in dem Waldlaub theoretisch sanft landen, aber bei dem Glück der Schwarzhaarigen würde sie rückwärts in einen spitzen Stock fallen. Während sie mit der Anderen in ihrem Armen in die Knie sank überfiel auch sie wieder das blöde Gefühl von zuvor nur wesentlich stärker. Sie drückte sich den Handrücken ihrer Linken auf den Mund um die aufsteigende Übelkeit nieder zu ringen und stürzte sich in diese miese Vision. Da sie anscheinend nicht der primäre Empfänger dieser magischen Verwirbelung war, fiel es ihr schwer ein klares Bild zu empfangen, aber das Gefühl unzulänglich und eine komplette Enttäuschung zu sein reichte ihr vollkommen aus um zu verstehen was da im Busch war. Der Augenblick war plötzlich wieder vorbei und Majo musste ihren Kopf zurück reißen um nicht mit dem Noitas zusammen zu krachen. Besorgt musterte sie das Häufchen Elend in ihrem Schoß. "Geht es wieder?" fragte sie leise, Tränen kämpften sich einen Weg in ihre Augen. Sie wusste selbst nicht so recht ob wegen Traurigkeit oder Wut. "Ich weiß... ich hab... ich hab ihre Abneigung mir gegenüber gespürt..." flüsterte sie, es brauchte einen Moment bis sie sich wieder halbwegs gefangen hatte. "Was hast du noch gesehen? Ich... ich hab nicht wirklich was sehen können und... ich wollte nicht unbedingt unerwünscht in deinen Kopf eindringen" fragte sie dann mehr oder weniger ruhig. In ihr begann es nun zu brodeln. Irgendjemand schien von der alten Schabracke entführt worden zu sein. Hilflos sah sie Noita zu wie sie mit der Vision zu kämpfen hatte. "Wir regeln das. Ich denke uns bleibt nichts anderes übrig als sie zu finden. Mir wäre es zwar lieber wenn du schon stärker wärst, aber irgendwie regeln wir das. Okay?" Sie stand auf und zog die Tochter der Hexenprinzessin auf die Füße. Während sie den gerade erst gezauberten Hut und das restliche Kostüm in ihre magische Tasche stopfte um wieder in ihre eigentlichen Klamotten zu schlüpfen (man sollte Sherry nicht unbedingt mehr Angriffsfläche bieten als notwendig) sprach sie mit der Anderen. "Sie dürfte nur an einem Ort sein. Und den darfst du gerne in die Luft jagen okay? Nutze deine scheiß Magie. Egal wie. Deine Emotionen sind gerade deine stärkste Waffe. Und mach dir um mich keine Sorgen. Es ist Zeit dieser blöden Schnepfe eine Lektion zu erteilen" sie nahm Noitas Hand und zog sie hinter sich her. "Meinetwegen kannst du auch heim gehen. Ich reiß ihr auch meinetwegen alleine den Arsch auf" stellte sie noch klar bevor sie diesen Wald verließen. ~

    JulietIllustration2.pngSky, Juliet und Alice


    Juliets Gehirn hatte sich noch nicht für eine Strategie entschieden als sie von Alice bemerkt wurde. Ihre kleine Schwester redete noch ein paar Worte mit Sky und irgendwas an ihrem Blick sagte ihr, dass sie gerade über sie gesprochen hatten. Nur zu gerne hätte sie gewusst was sie gesagt hatten, ob Sky es übers Herz gebracht hatte sich Alice anzuvertrauen oder nicht. Sie biss sich auf die Unterlippe als die andere Blondine auf sie zukam um sie in den Arm zu nehmen. Zuerst versuchte sie die Umarmung zu genießen, aber irgendwas an dem Körper der Anderen ließ sie stutzig werden. Da war ein Bauch. Mehr als da theoretisch sein sollte. Stirnrunzelnd schob sie Alice eine Armlänge von sich und warf ihr einen fragenden Blick zu, entschied sich aber fürs erste es dabei zu belassen wenn Alice sich dazu entscheiden sollte die Ahnungslose zu spielen. Es erschien Juliet nicht der richtige Augenblick zu sein laut zu fragen ob sie schwanger war. Also schloss sie sie wieder in die Arme, auch als Versprechen für sie da zu sein, auch wenn sie das in der letzten Zeit ganz bestimmt nicht gewesen war.

    Ihr Blick wanderte wieder zu Sky der mit sich zu kämpfen schien. Das schlechte Gewissen floss praktisch aus seinen Poren und sie hatte in keinster Weise das Bedürfnis danach ihm irgendwie etwas davon abzunehmen. Sie musste sich beherrschen ihm keine schnippische Antwort, wie 'Mich wundert es, dass du noch meinen Namen kennst. Ist es das?' zu geben. Ihr war wohl bewusst, dass zu sowas immer zwei gehörten, aber verletzt war sie trotzdem. Sie atmete tief durch und löste sich von ihrer Schwester. "Hi.. äh... lange nicht gesehen" murmelte sie dann als Alternative. Wow. Zum Glück war die Situation nicht unangenehm.

    MajoIllustration.png[Irgendwo zwischen der Dekoration im Wald] Majo & Noita


    Die kleine Schulstunde machte Majo mehr Spaß als sie eigentlich erwartet hatte, auch wenn sie das Gefühl hatte selbst keine Ahnung zu haben. Außerdem machte sie das Ergebnis der Kürbis-zu-Hut-Zauberei etwas Stolz auf sich selbst, schließlich war ihre Konzentration ihr größter Feind. Während Noita sich also ihren eigenen Kürbis mopste hexte sie sich ihr restliches Kostüm zusammen. Sie wurde gerade fertig als auch ihre Cousine mit ihrem fertig wurde. Die blonde Hexe brach in lautes Lachen aus. Die Hand vor den Mund geschlagen versuchte sie sich zu bremsen. "Sorry. Aber ich liebe es. Du wärst ein wunderschöner Kürbis" stieß sie atemlos hervor und beobachtete die Andere dabei wie diese das Kostüm eines Skelettes gegen den Kürbis austauschte. Als sie wieder zusammenstanden hatte sie sich wieder gefangen. "Nein aber mal ehrlich. Immerhin ist ein Kleidungsstück dabei herausgekommen. Und das sage ich nicht nur so. Es ist nicht einfach Form UND Material zu verändern. Also... immerhin! Und wir sind beide noch hier, das ist doch nicht das Schlechteste." Sie zuckte mit den Achseln. "Aber so Explosionen und so Shit kommen eigentlich eher vor wenn man emotional zaubert. Wütend oder traurig zu hexen ist super einfach weil die Emotionen die Magie einfach... aus einem rausschießen lassen weil man ja dann eh schon eine dünne Haut hat. Aber tendenziell passiert dann oft auch einfach irgendwas. Und je aufgewühlter um so heftiger das Ergebnis" erklärte sie dann stirnrunzelnd. Da nun beide in ihren Kostümen steckten waren sie im Grunde fertig. "Was jetzt? Was möchtest du tun?" fragte sie ihre Begleitung und stemmte ihre Hände in die Hüfte. Ihr Handy vibrierte in ihrer Tasche, sie kramte es hervor, sah stirnrunzelnd auf den Bildschirm und tippte grinsend eine Antwort. Danach blickte sie wieder zu Noita zurück. "Eigentlich hätte ich ja Bock auf was Süßes."

    MajoIllustration.png[Irgendwo zwischen der Dekoration im Wald] Majo & Noita


    Noitas Sorge wegen des Geistes lag greifbar zwischen ihnen und als sie fragte ob das ganze dann nicht dunkle Magie wäre musste sie schmunzeln. "Warum dunkel? Also, klar gibt es an einem Ort an dem es einen solch grausamen Tod gegeben hat negative Energien, aber Energie ist Energie und die kann man nutzen. Vor allem kann man diese Negativität auch loswerden, aber an sich ist ja kein Tod dunkel... wir mögen ihn nur nicht" erklärte sie dann achselzuckend. "Aber mit jedem Tod versickert die... Lebensmagie... keine Ahnung wie ich das sonst nennen soll... in den Boden, wenn man dazu ein Bild braucht. Generell sind Normalmenschliche jetzt nicht soo hilfreich, aber vor allem Orte an denen Hexen gestorben sind ist viel Magie vorhanden. Die kann man nämlich ebenfalls anzapfen, sei es nun weil man seine eigene Kraft aufgebraucht hat oder einfach noch mehr als diese braucht. Ist aber nicht soo einfach finde ich, dafür müsste ich viel öfter einfach stumpf im Wald sitzen und üben an diese Kräfte zu kommen. Und dunkel wird sowas nur wenn du auf die blöde Idee kommst jemanden wieder zu holen." Nach dieser... Unterrichtslektion verfielen die Beiden in einvernehmliches Schweigen um die Waldstille genießen zu können. Als der Blonden plötzlich ihre Cousine am Arm klemmte, zuckte sie zusammen. "Verkleiden? Du weißt schon, dass mein Verkleidungsrepertoire von die kleine Hexe bis die böse Hexe reicht oder?" fragte sie lachend. "Aber müssen wir dafür nicht wieder zurück? Ich bin mir nicht sicher ob ich zwei Kostüme ohne ungewollte Zwischenfälle hinbekomme..." sie kratzte sich am Hinterkopf und rümpfte die Nase. Nach einem Augenblick stampfte sie auf einen Kürbis am Wegesrand zu um ihn sich unbemerkt von Anderen unter den Arm zu klemmen. Wieder etwas Abseits von allem blieb sie stehen und stellte das Gewächs auf den Boden. "Also im Allgemeinen ist es immer einfacher mit dem zu arbeiten was du hast. Man kann auch Sachen einfach erscheinen lassen, aber so weit ich weiß kommen sie immer von irgendwo her und verbrauchen nur unnötig viel Kraft. Es ist einfacher etwas zu nehmen was dem Erwünschten ähnlich sieht und das einfach verändert. Es ist ein bisschen wie... töpfern. Du hast eine Form und zwingst ihr mit deiner Magie eine andere Form auf" gab sie Noita zu verstehen während ihre Hände über ihrem Opfer schwebten. Konzentriert schloss sie die Augen, dachte an den Hexenhut den sie gerne haben wollte, zwang ihre Magie in das Gewächs und... schob... mit ihr die Masse in die gewünschte Form. Der Kürbis wehrte sich zwischendurch weil er partout nicht die Form annehmen wollte die sie im Kopf hatte aber nach einer Weile hatte sie einen echten Hut vor sich. Als sie die Kopfbedeckung aufhob schnickte sie noch einen Kürbiskern davon und setzte sich das Teil auf, welches von der Form her immer noch ein wenig an ein Kürbisgewächs erinnerte. "Das hat besser funktioniert als ich dachte."


    Outfit welches es werden soll


    JulietIllustration2.png[Kommt an] Juliet trifft auf Sky und Alice


    Beim faul auf dem Smartphone herumdrücken hatte die blonde Studentin, nachdem sie sich endlich mal von TikTok hatte lösen können, eine kleine Anzeige gefunden in der Werbung für Halloween-Feierlichkeiten in Sternbach gemacht wurde. Das hatte in ihr genug Motivation entfacht, dass sie entschloss sich in der Stadt etwas für ein Kostüm zu besorgen. Schließlich konnte man bei sowas oft von einer Verkleidung profitieren, ob sich das nun in kostenlosem Essen und Trinken äußerte oder das man vielleicht nicht erkannt wurde war manchmal recht egal. Sie war sich noch nicht sicher als was sie gehen wollte, eigentlich hatte sie überlegt als Harley Quinn zu gehen, allerdings schien ihr das keine besonders schlaue Idee zu sein wenn man die herbstlichen Temperaturen beachtete. Angezogen von diesem besonderen Duft der Jahreszeit und der Stille die ein Park gerne so mit sich brachte, schlug sie einen Umweg durch diesen ein. In Gedanken versunken stromerte sie über die Wege der Grünanlage und genoss den Frieden den der Ort ausstrahlte. So in sich und den Ort vertieft bemerkte sie die beiden Personen auf der Bank viel zu spät. Erschrocken blieb sie stehen und starrte ihre Halbschwester und ihren sogenannten Freund von ihrem Standort an. Ihr Herz raste in ihrer Brust als ihr Kopf verzweifelt versuchte eine Lösung für diese Situation zu finden. Gegen eine Begegnung mit Alice hatte sie nichts einzuwenden, aber das Gespräch was ihr mit Sky bevorstand brachte sie beinahe an den Rand einer Panikattacke. Ihr Gehirn meldete ihr verzögert, dass es vielleicht möglich war noch unbemerkt zu sein und den Rückzug antreten zu können. Nur undeutlich bekam sie den Gedanken mit der sich fragte ob man so auf seinen Freund reagieren sollte und ob das nicht eher ein schlechtes Zeichen war. Juliet wollte zurückweichen aber ihre Füße waren wie festgewachsen. Es war ihr einfach nicht möglich eine Entscheidung zu treffen. Sie spürte wie ihre Sicht begann zu verschwimmen und hasste sich für ihre Schwäche.

    MajoIllustration.png[kommen an] Majo & Noita


    Majo verbuchte es als Erfolg, dass Noita während ihres kleinen Nervenflatterns nicht die Notbremse gezogen hatte um doch den Schwanz einzuziehen und das Ganze abzublasen, einfach nur um es ihr einfacher zu machen. Bei der kleinen Umarmung musste sie lachen. "Ich weiß. Wer sonst hätte schon das Zeug dazu?" Dazu machte sie eine Bewegung die man gut als 'Duh' beschreiben könnte. Auf Noitas Pessimismus konnte sie nur mit einem Augenrollen reagieren. "Ja und wenn schon. Ist ja nicht so als wären wir hier mitten in der Stadt" kommentierte sie dann und machte sich auf den Weg sich umzuziehen. Draußen begann es langsam nach Herbst auszusehen und als sie ihre Hand kurz aus dem Fenster hielt strich die Luft doch recht kühl über ihre Haut. Sie schnappte sich vorsichtshalber eine lange Hose und einen warmen Cardigan. Auf ihrem Weg nach unten schulterte sie noch ihre Tasche. Bei der Frage ihrer Cousine nach dem Geist verzog sie das Gesicht. Während sie aus der Haustür traten und sie abschloss schüttelte sie den Kopf. "Da hinten ist irgendwo eine alte Villa. Die Frau des Besitzers hat ihn mit einer anderen Frau betrogen, als er es herausgefunden hat ist er ausgetickt. Bei der Auseinandersetzung sind alle drei ums Leben gekommen. Die Geister sind noch ziemlich wütend. Ich war vor einiger Zeit mal da, weil solche Orte viel eigene... Magie haben. Der männliche Geist war nicht sehr begeistert über den Besuch. Aber das Haus liegt ziemlich tief im Wald. Wir müssen da nicht hin" erklärte sie der Anderen und verschwieg geflissentlich die Tatsache, dass das untote Wesen sie am liebsten auch getötet hätte.

    Auf ihrem Weg in den Wald fielen ihnen die verschiedenen Schilder für die Festivitäten zu Halloween auf, auch taten sich zwischen den Bäumen immer mehr beleuchtete Kürbisse und Kerzen auf. Mit jedem Schritt wurde sie aufgeregter, Herbst war ihre liebste Jahreszeit und alleine schon weil ihr Geburtstag auf die Nacht fiel in der die Grenze zwischen hier und dem Jenseits besonders dünn war, freute sie sich stets über jede Anerkennung die man diesem Ereignis zukommen ließ. Anscheinend gab es in diesem Wald eine kleine Schnitzeljagd. "Irgendwie bin ich mir nicht so sicher ob gerade der richtige Zeitpunkt für unsere Unterrichtseinheit ist" stieß sie irgendwann grinsend aus. "Wir könnten natürlich auch dafür sorgen, dass das Event auch wirklich gruselig wird..." ihr war klar, dass Noita dabei niemals mitmachen würde, dennoch juckte es ihr in den Fingerspitzen. Sie schüttelte sich und versuchte sich zusammen zu reißen. "Also wenn du wirklich üben willst müssen wir wohl etwas tiefer rein" gab sie dann zu bedenken.

    JulietIllustration2.png[Leseecke] Juliet & Ben - Juliet geht ~


    Irgendwann im Laufe ihres Gesprächs waren die Augen ihres Gegenübers wieder zu den Seiten seines Buches gewandert und wie es für Bücherwürmer so üblich war, hatte ihn die Welt zwischen den Seiten anscheinend zu sehr gefangen genommen. Sie war deswegen nicht beleidigt, sie musste deswegen eher schmunzeln. Wie gerne würde sie einfach in einer Fantasiewelt versinken und nie wieder auftauchen. Juliet störte den Jungen nicht weiter und widmete sich wieder ihrem Lesestoff. Als sie alle Informationen gesammelt hatte die sie brauchte packte sie ihre Siebensachen und verabschiedete sich freundlich bei Ben. Beim Hinausgehen legte sie die Bücher auf einen der Wagen zum zurückräumen. Sie würde beim besten Willen nicht mehr herausfinden wo ihr richtiger Platz war. Draußen vor der Tür zog die die frische Luft in ihre Lunge. Sie fand den Geruch von Büchern eigentlich ganz gut, aber nach einiger Zeit war es einfach schön wieder frische Luft zu atmen. Juliet verlässt die Bibliothek ~

    MajoIllustration.png[In der Küche] Majo und Noita


    Langsam erfasste die blonde Hexe sowas wie Panik. Sie hatte sich all das selbst beigebracht. Ihre Eltern hatten sie im Stich gelassen, ihr ganzer Hexenzirkel hatten sie im Stich gelassen. Ihre Tante hatte den Vogel sogar noch abgeschossen und in die Reihe der Verfehlungen der Erwachsenen in Majos Leben noch Misshandlung hinzugefügt. Denn wenn man der Wahrheit ins Auge sah war alles genau das gewesen: Misshandlung. Es mag Kinder geben bei denen es schlimmer gewesen war, aber am Ende des Tages war es genau das. Noita hatte das zum Glück nicht so lange mitmachen müssen und dennoch hatte es sie gezeichnet. Sie beide. Deswegen hatte sie sich das Hexen selbst beigebracht und sich sämtliche Zauber irgendwie zusammengereimt. Und vielleicht war aber genau das das Problem. Wie sollte das bloß funktionieren. "Ouff" stieß sie aus und ließ ihren in einem Moment der Schwäche auf ihre Unterarme auf der Kücheninsel sinken. Als ihr bewusst wurde wie sie aussehen musste hob sie entschuldigend ihre Rechte. "Sorry, ich... keine Ahnung irgendwie macht mir das grade irgendwie Angst. Gib mir einen Augenblick, dann glaube ich wieder, dass ich das hinbekomme" nuschelte sie in den Raum zwischen sich und Arbeitsfläche. Nach ein paar Momenten griff sie sich in ihre Haare um mit den Fingernägeln über die Kopfhaut zu fahren, dann richtete sie sich wieder auf. "Okay. Also... zuallererst: ist es okay. Also das du nicht zaubern wolltest. Ich habe nie etwas anderes lernen sollen und für mich war das einfach das Einzige was ich machen konnte. Für dich gab es einfach nie einen wirklichen Grund damit überhaupt richtig anzufangen. Ich bestreite nicht, dass es nicht einsam gewesen wäre, aber es nicht nicht deine Schuld. Da haben genug andere ihre nutzlosen Finger im Spiel die schuldiger sind als du es je sein könntest" stellte sie fest und trommelte mit ihren Fingerspitzen. Bei dem Vorschlag ihrer Cousine, irgendwo in der Wüste zu üben, verdrehte sie die Augen. "Wir fangen mit Entspannungsübungen an. Ich hoffe doch, dass du in dem Zustand nichts in die Luft sprengst!" kommentierte sie dann glucksend, zuckte aber dann mit den Achsel. "Aber ich wüsste da von einer verlassenen Villa mit einem Geist der es redlich verdient hätte von dir ins Orbit katapultiert zu werden. Zufälligerweise direkt im Wald hinterm Haus. Und ich finde Blätterrauschen immer sehr beruhigend. Vielleicht ist es für den Anfang sowieso nicht so schlecht". Sie zupfte an ihrem Griffindor Pulloverkleid. "Aber vorher sollte sich mir vielleicht was anderes anziehen. So fühle ich mich irgendwie zu nackt für den Wald"