• Maerwen kommt und geht in die Küche


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    Maerwen war gerade erst von ihrem kleinen Ausflug zurückgekommen. Sie war unterwegs am Markt gewesen und hatte gehofft, dass sie vielleicht eine Kleinigkeit für Electra finden würde. Immerhin war ihre Lady in letzter Zeit nicht so gut drauf und da war es ihre Pflicht als Kammerzofe ihr ein wenig Freude zu bereiten. Doch das Angebot hatte sie nicht so großartig gereizt, noch dazu war sie ein wenig von ihrem Vorhaben durch einen unmöglichen Menschen abgelenkt worden. Vielleicht war es auch besser so. Maerwen liebte ihren Arbeit im Dienste der Saint-de-Coquilles. Aber sie bekam jetzt nicht so einen riesengroßen Lohn, dass sie für Electra etwas Teures kaufen konnte. Wenn die Dunkelelfe schlecht gelaunt war, putzte sie am liebsten. Sie war also gerade auf dem Weg sich einen Waschlappen und Besen zu holen, als sie etwas aus der Küche hörte. Sofort zogen sich ihre Augenbrauen zu einer strengen Miene zusammen. Seit sie hier in dieser Villa gelandet war, musste sie gefühlt zu jeder Zeit das andere Dienstpersonal maßregeln. Es war wirklich furchtbar anstrengend. Aber sie konnte nicht in einem Haushalt leben, der so miserabel geführt wurde. Das hatten die Hausherren und -damen wirklich nicht verdient. Sie öffnete also mit ernstem Blick die Küchentüre, als sie ganz erstaunt das Bild vor sich aufnahm. Es war Chlorica, die wie eine Wilde mit dem Kochlöffel herumschlang und ihr einen Befehl erteilte. Wie konnte sie es wagen. Trotzdem tat Maerwen wie geheißen und knallte hinter ihr die Tür zu. "Was geht hier vor sich?", fragte sie entrüstet.

  • Chlorica in der Schlacht um die Küche mit Maerwen


    Anstatt zu helfen, wirkte Mearwen eher genervt und fragte Chlorica erst einmal, was in der Küche vorgefallen war. Hätte sie einmal um sich geguckt, hätte sich das ganze Spektakel von selbst erklärt. "Irgendjemand hat schon wieder seinen Küchendienst nicht erledigt! Hier war alles voller Schmutz und dreckigem Geschirr! Und als ich angefangen hab zu putzen, ist auch noch diese dreckige Schabe aus einem der Töpfe gekrochen. Wenn die Saint-de-Conquilles das sehen, ich will gar nicht wissen was dann passiert." Während Chlorica Maerwen aufklärte, behielt sie die Schabe immer im Blick, denn einem Feind, kehrt man nie den Rücken zu. Das Dienstmädchen holte auf, als sie sich an den Plagegeist kriechend herranschlich. Vorsichtig wagte sie sich immer näher heran und holte mit dem Kochlöffel zu einem Schlag aus. Gerade als mit dem Löffel in Richtung Boden zog, rannte das Biest unter die Küchentheke. Chlorica lies sich nach hinten auf den Boden fallen und saß nun mit ihrem Gesäß auf ihren Unteschenkeln. "Oh nein, wie sollen wir sie nur da wieder heraus bekommen?" Verzweifelt suchte sie nach einer Strategie.


    ✶★"Eine kleine Überlegung, ein kleiner Gedanke an andere, macht den ganzen Unterschied aus."★✶

    - Winnie Puuh




  • Maerwen und Chlorica in der Küche


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    Maerwen war nicht unbedingt für ihre Geduld bekannt. Sie war als Dienstmädchen gewohnt immer unter Strom zu stehen und hatte daher keine Zeit etwas genauer anzusehen, wenn es gerade nicht weiter wichtig war. Von daher war es wohl einfach nur Gewohnheit gewesen, dass sie Chlorica nach der Situation gefragt hatte, als sich selber ein genaues Bild zu machen. Als die andere Frau die Vorkommnisse schilderte, konnte Maerwen nur genervt mit den Augen rollen. "Ganz ehrlich, ich frage mich oft, wo die werten Herren ihr Personal herhaben. Es ist nicht deine Aufgabe den Anderen hinterher zu räumen.", versuchte sie Chlorica zu belehren. Sicherlich war es eine absolute Katastrophe, wenn die Küche dermaßen aussah. Aber vielleicht war das auch eine gute Ausgangsbasis, um sich mal ein wenig von dem faulen Pack zu entledigen. Die Schabe war da doch um einiges ärgerlicher. Ungeziefer hatte in einer Villa nichts zu suchen und musste so schnell wie möglich beseitigt werden. Stoisch beobachtete Maerwen, wie Chlorica sich an die Schabe schlich und es nicht schaffte diese mit dem Löffel zu erschlagen. Wie es aussah, musste sie hier wohl helfen. Mit einem Seufzer ging Maerwen von der Tür weg. "Jetzt hilft nur Warten und sie aus ihrem Versteck locken. Haben wir noch irgendwo hier ein dreckiges Geschirr?", fragte sie die Lilahaarige und blickte suchend über die Theken.

  • Chlorica und Maerwen in der Küche

    Maerwen hatte eine hervorragende Idee. Etwas dreckiges Geschirr hatte sie noch übrig! Chlorica hatte schon viel davon abgespült aber der Topf und ein Teller waren noch da. Die Lilahaarige stellte den Teller vor den Schlitz, in welchem sich das Ungeziefer verzogen hatte. "Jetzt heißt es wohl abwarten." Entgegnete sie ihrer Kollegin und schlich zu ihr hinter. Ganz still stand sie neben Maerwen. Zur Sicherheit, hatte sie den Topf in der Hand. Sobald die Schabe auf den Teller krabbelte, konnte Chlorica sie einfach mit den Gefäß einfangen. Chlorica wandte sich an Maerwen. "Ich weiß, dass es nicht meine Aufgabe ist, aber ich kann es auch einfach nicht liegen lassen. Es ist einfach zu eklig..." Die Dienerin war eine fleißige Biene, vorallem aber ekelte es sie an, wenn sich der Schmutz und auch die Bakterien verbreiteten. Das konnte sie einfach nicht mit ansehen. Die beiden standen dort bestimmt schon 5 Minuten und noch immer war keine Schabe in Sicht. Die Lilahaarige wurde ungeduldig, sie hatte heute noch ihre eigenen Aufgaben zu erledigen, doch wann soll sie die schaffen wenn das Tierchen sich einfach nicht zeigen wollte.


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    - Winnie Puuh




  • Maerwen und Chlorica in der Küche


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    Dem Gesichtsausdruck von Chlorica nach zu urteilen, hatte Maerwen mit ihrem Vorschlag wohl genau ins Schwarze getroffen. Es war wirklich faszinierend, wie einem in solchen Informationen das Naheliegendste nicht gleich einfallen wollte. Auf den Kommentar der anderen Dienerin nickte sie bloß. Es war klar, dass sie Küchenschabe nicht sofort aus ihrem Versteck wieder herausgekrochen kam. Immerhin war sie gerade noch eben durch die ganze Küche gejagt worden. Es würde also wahrscheinlich eine Weile dauern, bis sie sich den Versuchungen des schmutzigen Tellers nicht mehr erwehren konnte. Chlorica hatte in der Zwischenzeit wiederum angefangen sich zu verteidigen. Maerwen wollte ihr eigentlich sagen, dass das nicht notwendig war, aber sie konnte wirklich sehr oft ein wenig barsch wirken. Wahrscheinlich sollte sie wohl an ihrem Ton gegenüber ihren Kollegen arbeiten. Electra hatte ihr das auch ein oder zweimal gesagt. "Ich finde es auch eklig.", fing sie also an und versuchte so zu zeigen, dass sie die Situation durchaus verstand. "Aber das andere Personal bekommt genauso viel bezahlt wie du und macht aber nicht einmal halb so viel. So etwas ist nicht akzeptabel und daher kannst du dich ruhig wehren."

  • [Vishnal] in Max' Zimmer


    3065-vishnal-pngDie säuerliche Miene, die der junge Herr zog, als Vishnal seine Garderobe erwähnte, entging dem Butler natürlich nicht. Und er hatte auch alles Recht der Welt, sich darüber aufzuregen. Herr, selbst eine Ohrfeige wäre für ihn in diesem Moment eine legitime Bestrafung gewesen. Vermutlich auch Zwei. Doch stattdessen nahm sich der junge Adelige tatsächlich um einiges mehr zurück, als es der Blauhaarige erwartet hätte. Der Groll in seiner Stimme war nicht zu überhören, und für einen Moment sackte dem jungen Butler das Herz in die Hose, bis er das Selbstvertrauen fand, ohne sich räuspern zu müssen eine Antwort zu geben. "So lange werde ich nicht brauchen", versicherte er ihm, noch während er über die Türschwelle glitt. Nein, er musste lediglich die Garderobe des jungen Herrn unter die Lupe nehmen und ein paar Sachen von den Wäscheleinen im Waschraum werfen, damit der Herr zumindest morgen ein komplettes Set hatte. "Wenn Ihr es erlaubt, müsste ich dazu nur einen Blick in euren Kleiderschrank werfen", fragte Vishnal mit dem Blick auf jenes Holzobjekt gerichtet. Selbstverständlich würde er selbst mit einer Berechtigung zum Eintreten nicht einfach so in den Sachen des Adeligen herumwühlen. Den Grund, oder die Vorgehensweise der Problemlösung erwähnte der Blauhaarige hier selbstverständlich nicht. Wenn der junge Herr es ihm erlauben würde, wäre er in nicht mehr als zwei Minuten wieder draußen und hätte morgen die Klamotten parat, die er brauchen würde.

  • [Max] & Vishnal | Max Zimmer



    Wie lang brauchte dieser Tölpel eigentlich? Sicher, objektiv betrachtet sind wohl noch keine fünf Minuten vergangen, aber immerhin zählte auch Max' Gefühl in dieser Hinsicht und nicht irgendwelche korrekten Zeitangaben (die ein gewisser anderer Charakter wohl mal nötig hätte). Er beobachtete voller Argwohn und Abscheu wie sich der Wicht von einem Diener in sein Zimmer kroch. Natürlich fragte er um weitere Erlaubnis, was für Max den Prozess nur unnötig hinauszögerte. Genauso hätte er es jedoch als unverfroren empfunden, hätte Vishnal einfach etwas angefasst - wie unerhört wäre das gewesen? Wir sehen also schon, ganz egal was der Butler tat, er konnte es dem Erben gerade überhaupt nicht Recht machen. Der arme Vishnal hatte ihn nunmal in einer äußerst verärgerten Laune erwischt. Mit einer unwirschen Handbewegung erteilte er die Freigabe zum Öffnen seines Kleiderschrankes. "Wie lange gedenkst du noch mich aufzuhalten? Worum handelt es sich bei dieser Angelegenheit die offenbar nicht warten kann? Was für ein Nichtsnutz bist du eigentlich?!" Seine Hand zuckte, doch ehrlich gesagt war Max meist einfach zu weich um zuzuschlagen - da wünschte er sich ein wenig die Stärke seiner Cousine Bianca, die mit Züchtigungen ganz hervorragend umgehen konnte. Er musste sich da nun etwas einfallen lassen...

  • [Vishnal] in Max' Zimmer


    3065-vishnal-pngDie schroffe Handbewegung fasste er einfach mal als Erlaubnis auf. Für einen Moment hatte er fast angenommen, dass er gar keine Worte mehr für die Situation fand, so wütend war er, doch der Schwall aus herabwürdigenden Beleidigungen bewies ihm schnell das Gegenteil. Nun, was sollte man machen. Er hatte es verdient. Er hätte wissen sollen, dass man die Diener in der Waschküche nicht alleine lassen konnte. Letztendlich war es besser, wenn er sich um alles allein kümmerte, und wenn er am Abend vor Erschöpfung umfiel. Noch einmal beugte er sich leicht nach vorne, bevor er sich dem Kleiderschrank widmete. "Ich bitte noch einmal vielmals um Entschuldigung" So oft wie er es heute schon gesagt hatte möchte man meinen, dass diese Entschuldigungen mittlerweile nur noch künstlich von ihm kamen, jedoch meinte es der Butler jedes Mal. Es war genauso, wie der junge Herr es gesagt hatte. In dieser Situation war er ein Nichtsnutz gewesen, eine Schande für dieses Haus... Sein Herz fing an, schneller zu klopfen und die Krawatte um seinen Hals fühlte sich auf einmal deutlich enger an. War es die Scham? Oder die Wut, die er insgeheim auf sich selbst und die anderen Diener verspürte? Irgendetwas davon musste es wohl sein. Während er nervös zum Kleiderschrank ging, trotz der peinlichen Berührtheit, elegant wie eh und je, wich er der Frage des jungen Adeligen wieder aus. "Es handelt sich hierbei um eine Frage der... Priorität, mein Herr. Etwas Organisatorisches" Seine sonst so starke Stimme war nur noch ein deutliches Murmeln geworden. Tief atmete er ein und aus, als er den beinahe fast leeren Schrank erblickte. So sollte sicher keine Garderobe eines Adeligen aussehen. Wie konnte er es nur dazu kommen lassen... Bitte, lieber Gott, lass es wenigstens ein leichtes Kleiderstück sein... Der Blauhaarige atmete erleichtert aus, als er den dicken Mantel auf dem Bügel hängen sah. Der schlimmste Fall war also nicht eingetroffen. Mit ein paar flinken Handbewegungen konnte er auch den Rest der Garderobe identifizieren. Strümpfe samt Strumpfbänder, Oberkleid und sonstige dekorative Bänder. Nur das Unterkleid konnte er nicht auffinden. Nun, kein Problem. So ein leichtes Kleidungsstück wäre sicher vor morgen Früh fertig. Was eine Erleichterung! Sein Gesicht hellte merklich auf, als er diese Tatsache feststellte und schloss den Schrank wieder. "Ich entschuldige mich für die Unannehmlichkeiten. Es wird heute keinerlei Probleme mehr geben", sagte er wieder selbstbewusster, würde es aber nicht wagen, in dieser Situation ein Lächeln auf dem Gesicht zu tragen. Hoffentlich hatte der junge Herr nicht etwa einen Blick in den Schrank erhascht, sonst würde er sich wirklich erklären müssen...

  • [Max] & Vishnal | Max' Zimmer



    Max beobachtete wie sein Diener wie ein räudiger Hund sich dem Kleiderschrank näherte, der gerade wirkte, als hätte sich die Hölle selbst innerhalb des Holzes verschanzt. Die unnötigen Worte konnte Vishnal sich mittlerweile wirklich sparen. Etwas Organisatorisch? Das er nicht lachte, pah! Die Organisation hier war ja wohl eindeutig fehlgeschlagen, soviel konnte Max bereits erkennen, auch wenn ihm das eigentliche Problem noch nicht vertraut war. Moment mal, Moment. Wagte dieser Taugenichts es gerade etwa erleichtert auszuatmen?! Max erhaschte einen Blick auf das Innere seines Kleiderschranks beziehungsweise besser: auf die gähnende Leere, die sich ihm entgegenstreckte.

    Seine

    Kleider...

    Es hätte nicht viel gefehlt und der junge Erbe wäre vor lauter Schock über diesen Zustand in Ohnmacht gefallen. Doch tatsächlich bewahrte ihn Vishnals Ausdruck davor. Die Zufriedenheit, die sich ihm unterschwellig entgegendrückte, ließ in Max die Wut hochkochen. Das er es wagte...! "Keinerlei Probleme mehr?!", wiederholte er zähneknirschend, ehe es laut aus ihm herausplatzte: "Du Windhund! Was soll das eigentlich werden? Was muss ich da sehen?! Wer hat dieses Versagen zu verantworten?!" Kurz räusperte er sich. Natürlich stand es Max zu seine Diener zurecht zu weisen, wie es ihm beliebte, doch die Fassung zu verlieren mochte er trotzdem nur ungern. Aber wie könnte er in dieser Krisensituation auch nicht? Bemüht die Haltung zu wahren, aber noch immer mit Abscheu im Blick fügte er hinzu: "Du wirst mir morgen all diejenigen, die an dieser Katastrophe beteiligt waren, vorführen. Das Essen ist für euch zwei Wochen gestrichen!", bellte er noch, ehe er Vishnal hochkant aus seinen Gemächern warf. Nein, heute wollte Max sich damit wirklich nicht mehr abtun. Das hatte ihn gerade den letzten Nerv geraubt...

  • Maerwen und Chlorica in der Küche, Maerwen geht


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    Es dauerte nicht lange bis die Falle endlich ihre Wirkung zeigte. Die Küchenschabe konnte der Versuchung nicht widerstehen und so war sie schnell gefangen. Chlorica schien erleichtert zu sein, dass sie endlich den Unruhestifter gefangen hatten, doch Maerwen schüttelte den Kopf, um ihr zu signalisieren, dass es damit noch längst nicht getan war. Die Lilahaarige musste sich noch um die Küche kümmern, egal was die Dunkelelfe wohin noch gesagt hatte. Sie konnten kein Chaos hinterlassen. Auch wenn die Hausherren sehr selten diese Räumlichkeiten betraten, durfte dennoch deswegen nicht seine Pflichten vernachlässigen. Und dazu gehörte es eben, dass man sich auch oder besser gesagt vor allem um die Hygiene in der Küche kümmerte. Sie selbst wollte sich jetzt nicht dem Putzen anschließen, sondern sich vielmehr um den ungebetenen Gast kümmern. Irgendjemand musste ja die gefangene Küchenschabe in die Natur befördern. Natürlich konnte man sich auch anders um das Problem kümmern. Aber das konnte Maerwen nicht machen. Stattdessen nahm sie das Gefäß mit der Schabe und marschierte nach draußen. Sie wusste schon einen Ort, wo es der Schabe sicher gut gehen würde.

  • [Max] geht~



    Max hatte eine ganz und gar fürchterliche Nacht hinter sich gebracht. Kein Wunder, wenn man bedacht, welch Ungeheuerlichkeiten ihm am Vortag widerfahren waren! Zuerst das intime Gespräch mit seiner Cousine, dann die Verletzlichkeit, die er vor seiner eigenen Schwester nicht mehr hatte verbergen können und dann auch noch dieser Windhund. Skandal! Sakrileg! Sein Kleiderschrank - beraubt, entmachtet, leer! Er hoffte Vishnal würde schmoren für das, was er zu verantworten hatte. Vielleicht hätte er den Nichtsnutz noch direkt in das Verlies werfen sollen - hatten sie überhaupt eines? - wie dem auch sei. Für heute mochte seine Garderobe noch reichen und er erwartete, seinen vollen Kleiderschrank heute in kürzester Zeit wieder vorzufinden. Noch immer war er wütend, wenn er darüber nachdachte... Bah! Besser auf Nummer sicher gehen und sich direkt neue Kleider beschaffen. Man konnte sich einfach auf niemanden mehr außer sich selbst verlassen! Max hatte natürlich davon erfahren, dass das Zigeunervolk in die Stadt gekommen war und er war darauf aus, dass sie auch wieder feinste Waren mitbrachten. Diese galt es selbstverständlich auszusehen - erst Recht nach diesem unschönen Vorfall am gestrigen Tage.

    Nach einem wohlgenährten Frühstück also, begab sich der junge Erbe auf einen Spaziergang Richtung Platz des Volkes~

  • [Vishnal] verlässt die Villa


    3065-vishnal-pngVollkommen unausgeschlafen erwachte Vishnal in seinem Zimmer. Die gestrige Nacht war wohl genauso katastrophal verlaufen, wie er es sich hatte vorstellen können. Nachdem er von dem jungen Herr - vollkommen zurecht, natürlich - wutentbrannt aus seinem Zimmer rausgeschmissen wurde, dauerte es eine ganze Weile, bis sein rasendes Herz wieder eine normale Geschwindigkeit erreicht hatte. Als seine Füße den Boden berührten, bewegte er sich automatisch zu seinem Kleiderschrank, um sich anzuziehen. Stimmt, der Kleiderschrank. Den musste er auf jeden Fall so früh wie möglich wieder füllen. Und wenn er sich richtig erinnerte, wollte der junge Herr auch noch die dafür Verantwortlichen vorgeführt bekommen. Auf den Weg zum Waschkeller musste er jedoch feststellen, dass er diese Aufgabe wohl auch alleine erledigen musste. Der Herr hatte bereits die Villa verlassen, wurde ihm mitgeteilt, und es sah wohl nicht so aus, als würde er so bald wieder nach Hause kommen. Aber was für einen Unterschied machte das schon. Mittlerweile hatte er sowieso das Gefühl, dass er die Arbeit hier größtenteils im Alleingang bewältigen würden musste. Als er im Waschkeller ankam, suchte er die Diener zusammen, stauchte sie streng zusammen und ließ sie wissen, dass sie für die nächsten zwei Wochen selbst für ihr Essen verantwortlichen waren. "Ist es wenigstens möglich, mich darauf zu verlassen, dass die Klamotten nun alsbald ihren Weg in den Kleiderschrank des jungen Herren finden?", fragte er in einem scharfen Ton, wobei offensichtlich sein sollte, dass es zu dieser Aussage kein "Nein" zu geben hatte. Mürrisch huschte das Personal hin und her, sortierte die trockenen Kleider zusammen, wobei mehrere Hemden zur Verfügung standen. Ein Glück. Seufzend verließ er den Keller und schleppte sich so graziös und würdevoll wie möglich entsprechend der Umstände die Treppe hoch. Das Frühstück der Adeligen war mittlerweile schon lange beendet worden und die Diener versammelten sich in der Küche, um die Reste zu genießen. Dieses Privileg würde ihm wohl für die nächsten Wochen erst einmal verwehrt bleiben. Glücklicherweise gab es genug Möglichkeiten, um auch außerhalb der Villa an Essen zu kommen. Damit er trotzdem seiner Familie nicht weniger Geld zukommen lassen musste, würde er zwar seine Ersparnisse angreifen müssen, aber nicht umsonst hatte er diese angelegt. Seine Gabe zur vorsorglichen Planung kam ihm hier sehr zu Gute.