Der Platz des Volkes

  • 1951-dorothy2-pngDorothy & Eric | bei den Schmuckhändlern


    Sophia und Eric waren also einmal ein Paar gewesen? Wow, das wunderte die junge Heilerin nicht im geringsten. Selbst in ihrem Kopf machte das Sinn, wenn sie an die hübschen Menschen dachte. Die Beiden waren wirklich schön und so nett. Sehr zuvorkommend und bestimmt hatten sie ein tolles Pärchen abgegeben doch.. was war passiert? In ihren Gedanken versunken, die sich über ein Thema drehten, das sie eigentlich gar nichts an ging, schließlich war es Erics Privatleben und sie waren wirklich an keinem Punkt an dem sie so offen darüber reden konnten, wenn es für Dorothy diesen Punkt jemals überhaupt gab und wenn, dauerte das Wochen, Monate, eigentlich Jahre, auf jeden Fall hatte sie dem Durcheinander in ihrem Kopf sogar Fern vergessen.. vergessen! Einfach so! Das war ihr noch nie passiert. Fern war ihr ständiger Begleiter. Sie verließ nie das Haus ohne ihren besten Freund. Bis jetzt. Bis zum heutigen Tage. Sicher war er traurig und fühlte sich verloren. So wie sie sich fühlte. Trotzdem wollte sie Eric nicht bitten dass sie zurück in die Kapelle gingen. Sicher dachte er sich was das sollte und wäre nicht begeistert gewesen. Bestimmt hielt er sie sowieso schon ein bisschen für verrückt. Die Tochter des Priesters hob ihren Kopf ein Stückchen an, schaute auf Eric und fragte sich ob er solche Gedanken wirklich hatte. Aber wäre er dann noch hier? Hätte er dann nicht schon das weite gesucht und ihr vorallem nicht solche Komplimente gemacht? Allein bei den Gedanken daran wurden ihre Wangen rot und so hielt sie ihren Kopf gesenkt, ihre Finger spielten nervös miteinander. Sie wusste gar nicht wohin mit ihren Händen. Sonst hielt sie immer ihren Plüschhund fest, jetzt wirkte sie so verloren. Aber vielleicht war das auch gar nicht so verkehrt. Sicher würde sich Fern hier nicht wohl fühlen, umringt von so vielen fremden Menschen und der lauten Musik. Sollte sie ihm vielleicht etwas mitbringen? Ein kleines Geschenk? „D-das ist aber sehr.. sehr schade, dass ihr das nicht mehr seit.. o-oder?“, kam es ihr über die Lippen, eher unpassend und trotzdem hatten diese unüberlegten Worte ihren Mund verlassen. Es war ihr fast schon peinlich. Dass sie sich so einmischte, schließlich wusste sie nichts über die beiden. Über die Umstände und generell. Dorothy strich sich eine Strähne hinter das Ohr und lächelte. „Wenn ich es halbherzig mache, dann.. dann kommt doch nichts Gutes dabei heraus.. Am Ende schade ich noch irgendjemanden.. u-und das möchte ich auf gar keinen Fall.“ Das würde sie sich niemals verzeihen. „D-du siehst schon sehr viel besser aus..“, sagte das Mädchen auf dem Weg zum Platz des Volkes, hatte sogar ihren Kopf ein bisschen angehoben und ihm ein Lächeln geschenkt, das auch gleich von der Röte auf ihren Wangen umrahmt wurde. „N-n-nicht dass du vorher nicht gut ausgesehen hast.. i-ich, das.. das meinte ich nicht so..!“ Oh nein.. jetzt war sie doch in ein Fettnäpfchen getreten oder? Sie war unhöflich, gar böse gewesen. Hatte ihn beleidigt! Hoffentlich nahm der junge Kerl ihr das nicht übel. Dorothy legte ihre Arme um ihren zierlichen Oberkörper, fast so als hätte sie Fern bei sich und schaute um sich. „Such du dir ruhig einen... ooh!“ Eigentlich wollte das Mädchen den anderen gerade vorschlagen, dass er sich die Richtung aussuchen sollte, doch da weckte etwas die Aufmerksamkeit der Heilerin und so eilte sie zu dem Schmuckladen, der da gleich in ihrer Nähe war. „Ist diese Schleife nicht süß?“ Das Fräulein hob das gute Stück an, strich mit ihrem Finger darüber und funkelte sie an. „Die steht Fern bestimmt..“

  • [Joe] & Cinnamon vor der Bühne
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    Wieder daneben? Was? Dabei war er sich doch diesmal so sicher! Er verzog das Gesicht und beäugte Cinnamon nochmals von Kopf bis Fuß. Von der viel zu großen Kopfbedeckung, zu der roten Brille, die die Sicht auf ihre wunderschönen Augen einschränkten, bis hin zu dem Speer, welchen sie mittlerweile auf ihren Rücken befestigt hatte. "Ah ja", sagte er und beugte sich tiefer zu ihr herunter. Er blickte ihr tief in die Augen, etwas neckisch, und lächelte. "Du willst also nicht alle Bücher auf der Welt lesen ... und du willst nicht die beste Speerkämpferin aller Zeiten werden ... Du hälst also nicht so viel von materiellen Dingen, dafür bist du zu bodenständig, du willst auch nicht 'die Beste' in irgendetwas sein ..." analysierte er sie, auch wenn die Wahrscheinlichkeit, dass sie auch diesmal nicht zustimmte sehr hoch war - vielleicht wollte sie es vor ihm auch einfach nicht zugeben, vielleicht war es ihr auch zu peinlich, zu unangenehm vor jemanden wie Joe, schließlich kannte sie ihn ja so gut wie gar nicht, um so etwas zu zugeben. Aber diesmal konnte der Rothaarige nicht widerstehen, wann konnte er das schon? Eine Möglichkeit auszulassen, sein Gegenüber nicht in Verlegenheit zu bringen? Wo bleibt denn da sonst der Spaß? Und es machte ihn ungemein Spaß, Cinnamon mit solchen Dingen zu konfrontieren, vielleicht, weil sie nicht den Eindruck machte, dieser Typ Mensch, dieser Typ Frau zu sein. Es machte ihn Spaß, Cinnamon - vielleicht - aus der Reserve locken zu können. Vielleicht schaffte er es diesen Abend ja noch, nach dem einen oder anderem Met. Noch immer blickte er ihr tief in die Augen, die künstlerische Pause, die Dramatik schaffen sollte, dauerte schon ziemlich lange an. Ein charmantes Lächeln umspielte seine Lippen. "Du bist also ...", sagte er schließlich, "auch auf der Suche nach einem Seelenverwandten?" Er wollte eigentlich noch ein: Hey, du brauchst nicht zu suchen, er steht hier vor dir!, hinzufügen, als plötzlich jemand auf der Bühne den anstehenden Kampf ankündigte und Joe's volle Aufmerksamkeit erregte. Bei dem Gerufe und Gejuble wäre es ohnehin zu laut gewesen, sich weiter zu unterhalten. Ein Speerkämpfer - wie passend - und eine Kriegerin mit zwei Äxten lieferten sich einen erbarmungslosen Kampf. "Ich tippe auf die mit den Äxten", sagte er zu seiner Begleiterin, aber nicht, weil er wirklich glaubte, dass sie gewinnen würde, er wusste es nicht, der Kampf schien ziemlich ausgeglichen, noch schien keiner besser wie der andere. Sondern eher weil er glaubte, dass Cinnamon - aufgrund der gleichen Waffe - eher Sympathien dem Speerkämpfer entgegen brachte. Er wollte etwas Spannung in die Sache bringen, wäre doch langweilig, wenn sie für den gleichen wetten würden, auch wenn der Kampf ohnehin schon spannend war. Aber das Wetten machte es noch viel spannender ... Ob er auch etwas Geld ins Spiel bringen sollte? Er blickte zu denjenigen, der fleißig die Wetten von den Schaulustigen entgegen nahm. Eigentlich hatte er damit keine guten Erfahrungen gemacht ... aber ... "Hey!", schrie er diesen schließlich an. "Ich wette auf die mit den Äxten! Hier das Gold!" Er warf es ihm förmlich entgegen, ein Auge währenddessen stetig auf den Kampf gerichtet. Wenn er schon wettete, wollte er keine Sekunde verpassen.

  • [Bei den Schmuckhändlern] Dorothy & Eric



    Dorothy wirkte erst in Gedanken versunken und anschließend etwas verloren - gar unsicherer als sonst. Er musterte das Mädchen an seiner Seite, dass ihre Gedanken wieder einmal für sich behielt, einen kleinen, inneren Kampf aus zu tragen schien. Vielleicht war es falsch sie so private Dinge zu fragen. Vielleicht war er einen Schritt zu weit gegangen und hatte traurige Erinnerungen wachgerüttelt. Schweigend gingen die Beiden nebeneinander her. Sie spielte mit ihren Fingern, schien nicht recht zu wissen wohin mit sich. Sie war wohl nervös wegen des Festes. Nicht jeder genoss die Gesellschaft Anderer- gar große Menschenmengen. Dorothy gehörte gewiss zu der Kategorie Menschen, die durch Ruhe ihre Energiereserven aufstockte und in gewisser Art und Weise zählte sich auch Eric dazu - sie waren unterschiedlich und sich in gewissen Dingen doch ähnlicher als man auf den ersten Blick denken mochte. Auch Eric kostete es Energie unter Menschen zu sein aber manchmal tat es einfach gut ein wenig vom Alltag abgelenkt zu werden. Die Musik des Festes konnte man schon vom Weiten hören. Einige Menschen hatten sich am Platz des Volkes eingefunden aber glücklicherweise war es nicht zu voll. Dorothy schien beim Anblick der Menschen nur noch unsicherer zu werden, hatte ihre Hände um sich geschlungen. "Ich erinnere mich nicht an die Zeit in der wir ein Paar waren..." erklärte sich Eric als er mit seiner Begleitung noch einige Schritte vom Trieben am Platz entfernt war. Er hatte seinen Blick gesenkt und dennoch lag ein leichtes Lächeln auf seinen Lippen. "Bei einem Unfall habe ich meine Erinnerung verloren..." Langsam hob der junge Mann seinen Kopf wieder, lies seinen Blick über den Festplatz wandern ehe er wieder zu der Kapuzenträgerin blickte. Er konnte nicht sagen ob es schade war, dass Sophia und er kein Paar mehr waren. Vielleicht war es besser so gewesen. Vielleicht waren sie letztendlich zu verschieden. Eric war nur ein einfacher Mann und Sophia gehörte der hiesigen Adelsfamilie an. Das Einzige was er wusste war, dass ihre Gesellschaft angenehm war, ihr Lächeln sein Herz erwärmte. Die dunklen Augen des Jägers richteten sich auf seine Begleiterin. Vielleicht sah er Menschen einfach gerne lächeln. Selbst in einer Zeit wie dieser in der es von Monsterangriffen und bösen Zauberern nur so wimmelte. Dorothy lächelte leicht. Ein unsicheres Lächeln aber nicht weniger schön und automatisch hoben sich auch die Mundwinkel des Braunhaarigen. Dorothy war eine von den Guten soviel war sicher. Sie war stehts um ihre Mitmenschen bemüht - wollte für Jeden nur das Beste. Sie war ein richtiger Engel aber war sich dessen nicht einmal bewusst. "Denkst du irgendwann einmal auch nur an dich...?" fragte Eric fast schon beiläufig und kannte in Wirklichkeit die Antwort doch schon längst. Er musste lachen als das Mädchen in ein Fettnäpfchen trat und versuchte ihre eigenen Worte zu korrigieren, so dass sie weniger nach einer Beleidigung klangen. Schlussendlich klang es doch viel mehr wie ein Kompliment und offensichtlich war sie sich dessen nicht einmal bewusst. Ein herzliches Lachen drang aus der Kehle des jungen Mannes. "Keine Sorge - ich weiß das ich furchtbar aussehe..." Sein Kopf war immer noch von der Bandage umwickelt. Ein Veilchen zierte sein Auge und seine Lippe war an einer Stelle aufgesprungen. Es hätte durchaus schlimmer enden können und mittlerweile war das ein Zustand der zur Gewohnheit geworden war. Nun hatte sein Kopf wenigstens einen Grund zu schmerzen. Einen offensichtlich. Über die Grüblerei hinweg. Es dauerte nicht lange da hatte Dorothy etwas für sich entdeckt. Ihre Augen glänzten richtig und ehe Eric sich versah war sie schon auf und davon und man fand sie vor dem Schmuckstand wieder. Langsam folgte Eric ihr und sah über ihre Schulter als er eine Schleife entdeckte, die sie mittlerweile in den Händen hielt. Sein Kopf war dicht neben ihrem und ein Lächeln bildete sich auf den schmalen Lippen des jungen Mannes. Erst jetzt fiel ihm auf, dass Dorothy ihren Plüschhund gar nicht bei sich trug. Dabei war er doch irgendwie Teil von ihr. Man sah sie nie ohne ihn. "Ja bestimmt freut er sich wenn du ein Geschenk mitbringst." Der Blick des jungen Mannes wanderte über die hübsche Auswahl an dem Stand. Jedes Teil für sich war ein Einzelstück. "Und was davon würde wohl dir stehen...?" überlegte der junge Mann und grübelte ein kleines bisschen als sein Blick bei einer süßen Kette hängen blieb. Sie war nicht so prunkvoll wie die anderen Sachen aber nicht weniger schön. Man musste zweimal hinsehen um ihren Wert zu erkennen. Eric griff nach dem Schmuckstück und lies es vor sich ein wenig pendeln.

  • 1951-dorothy2-pngDorothy & Eric | bei den Schmuckhändlern


    Dorothy hörte die dunkle Stimme des Mannes. Hob, nachdem sie seine Worte richtig wahr genommen hatte ihren Kopf und schaute ihn an. Ihre roten Augen waren groß. „G-gar nicht mehr..? Wie.. was.. oh nein.“ Es war etwas, was sich die junge Heilerin gar nicht vorstellen konnte. Nichts mehr über seine eigene Vergangenheit zu wissen. Gar nichts mehr. Vielleicht nur noch kleine Fetzen. In bestimmten Augenblicken doch man musste sich unglaublich leer fühlen oder? Manchmal wünschte sich das Mädchen so etwas in der Art. Dass sie manche Momente vergessen konnte. Für immer. Das sie aus ihrem Gedächtnis verschwanden. Wie etwa den Schmerz, den sie damals Tag für Tag gefühlt hatte. Als man ihr Cammy weggenommen und aus ihrem Leben heraus gerissen hatte. Doch jetzt hatte sich die Freude darüber gelegt. Verdrängte meist die negativen Gedanken daran, die sie sich eigentlich gar nicht mehr machen musste. Aber dennoch waren sie da, gemischt mit der Angst, dass sie so etwas noch einmal fühlen musste. Waren es mit Zaid doch ähnliche Gefühle. Ungewissheit war manchmal schlimmer als Gewissheit. „Das tut mir sehr leid, Eric.. k-kann man da nichts machen, warst du bei Natalie? S-sicher kennt sie irgendwelche Heilmittel, die deinem K-kopf auf die Sprünge helfen..“ Das Mädchen klang verzweifelt. Wusste sie selbst, dass es wahrscheinlich keine Heilkräuter auf dieser Erde gab, die einen solchen Gedächtnisverlust wieder gut machen konnte. Jedoch schien Eric sich damit abgefunden zu haben. Vielleicht konnte er seine Trauer und Verzweiflung darüber aber auch einfach gut verstecken. Mittlerweile hatten sie das Fest erreicht. Die Tochter des Priesters war erleichtert. Es schienen nicht allzu viele Bewohner Trampolis sich hier her verirrt zu haben. Vielleicht kamen diese noch, doch im Moment fühlte sie sich einigermaßen wohl. Eric gab ihr aber auch ein gutes Gefühl. Die junge Frau schüttelte ihren Kopf ganz zaghaft. Sah jedoch ausnahmsweise nicht auf den Boden, sondern interessierte sich tatsächlich für die Händler, die hier ihre kleinen Läden eröffnet hatten. „N-nein..“, antwortete sie. Lächelte trotz dieser Antwort aber dennoch. „I-ich möchte lieber an die Anderen denken.. ich möchte, dass es meinen Mitmenschen gut geht und vorallem denen.. die mir viel bedeuten. Ich bin lange nicht so wichtig wie sie.“ Nie könnte sich Dorothy vorstellen sich in den Vordergrund zu rücken. Sich wichtiger zu machen oder sich selbst an die erste Stelle zu setzen. Nein, das war sie ganz und gar nicht. Vorsichtig strich sie mit ihren Fingern über den hellen Stoff der Schleife, lächelte ganz entzückt als auch Eric sich zu ihr gesellte. Natürlich erschrak sie im ersten Augenblick. Sein Kopf war so dicht an ihrem, sie hörte seine dunkle Stimme ganz nah an ihrem Ohr. Eine Gänsehaut jagte über ihren Körper und das hübsche Geschenk für ihren besten Freund, viel ihr zunächst aus den Händen. „J-j-ja.. b-bestimmt.“, stotterte das junge Fräulein und nahm das kleine Accessoire wieder vom Tisch, schaute sich zugleich die anderen Schmuckstücke an. Ihr Blick folgte der Kette, die Eric im nächsten Moment zwischen seine Finger nahm. Ihre roten Augen glänzten. „Wow..“, kam es der Dame über die Lippen. Der Schmuck war ganz fein. Einfach. Schlicht. Und doch etwas ganz Besonderes. Dorothy konnte es gar nicht recht erklären oder in Worte fassen aber die Kette hatte das gewisse Etwas. Erst nachdem sie ihren Blick wieder davon losreißen konnte, fiel ihr auf was Eric gesagt hatte. „M-mir?“ Doro schüttelte den Kopf. „I-ich glaube nichts.. hübscher Schmuck wäre doch an m-mir nur eine Verschwendung..“, sagte sie und kramte ein paar Münzen aus ihrem Beutelchen hervor, der um ihre Hüften geschnürt war und in dem sie so manche Dinge verstaut hatte. Schließlich musste Ferns neue Schleife auch bezahlt werden.

  • [Bei den Schmuckhändlern] Dorothy & Eric



    Die Reaktion der Menschen war immer die Gleiche. Sie waren erschüttert über das was ihm widerfahren war. Er konnte es ihnen nicht verdenken. Es war wahrlich eine tragische Geschichte aber nach all der Zeit hatte sich der junge Mann damit abgefunden, war drauf und dran einfach ein neues Leben zu beginnen - unabhängig von der verschleierten Vergangenheit aber nun war sie aufgetaucht. Ein Mensch, der Teil seiner Vergangenheit war - ein sehr wichtiger Teil sogar. Ein Teil an den er sich nur zu gern erinnert hätte. An ihre gemeinsame Zeit. An ihre Liebe. Er hatte nach all der Zeit wieder gehofft aber zugleich hinterließ eben diese Hoffnung einen bitteren Beigeschmack. Eric schüttelte nur den Kopf als Dorothy mit zitternder Stimme nachharkte. Sie sah ihn mit großen Augen an, schien ein kleines bisschen überfordert mit dieser Situation. es gab keine richtigen Worte, die den Schmerz des Vergessens von ihm nehmen konnten. Der Jäger lächelte leicht als Dorothy fortfuhr, ihm einen Lösungsvorschlag brachte, den er natürlich schon gegangen war - vergebens. Vor langer Zeit war er bereits bei Natalie gewesen, hatte sie um Rat gebeten aber leider war noch kein Kraut gewachsen um Erinnerungen wieder zurück zu bringen. Dorothy wirkte regelrecht verzweifelt. Die Sorge schwang in ihrer zarten Stimme mit und ohne darüber nachzudenken legte Eric eine Hand auf den Kopf der Kleineren, der ohnehin unter der Kapuze versteckt war. "Danke für dein Mitgefühl..." Das Lächeln auf den Lippen des jungen Mannes wurde ehrlicher als er den Blick des Mädchens einfing. "Ich war vor langer Zeit schon bei ihr aber sie konnte nichts für mich tun..." erklärte der junge Mann schließlich weiter und lies seinen Blick schließlich über die Auswahl der Schmuckstücke gleiten um dem Verkäufer gegenüber nicht unhöflich zu sein. Immerhin hatte dieser bestimmt sein ganzes Herzblut in seine Werke gesteckt. Es war schwer zu sagen aber man merkte es einfach an den liebevollen Details, die jedes einzelne Stück zierten. Sie hatten einen gewissen Charakter. Ihre Antwort auf seine Frage überraschte Eric nicht wirklich. Selbst wenn es eine andere gewesen wäre, wäre sich der Jäger sicher gewesen, dass Dorothy ein Mensch war der das Wohl Anderer immer über das eigene stellt. "Das ist nicht wahr..." antwortete Eric auf die Aussage des Mädchens. "Du bist genauso wichtig. In deinem Leben bist du sogar die wichtigste Person - merk dir das." Es hatte nichts mit Egoismus zu tun. Es war auch nicht so das er das Mädchen verändern wollte. Sie war perfekt so wie sie war aber er hatte einfach das Gefühl als würde sie ständig nur zurückstecken und das tat doch auf Dauer sicher nicht gut. "Warum glaubst du, dass du solche Dinge nicht verdient hast, Dorothy...?" Eric drehte die Kette zwischen seinen Fingern und das Metall glänzte ein kleines bisschen in der Sonne. Eric lächelte. Hatte das Strahlen in ihren Augen gesehen beim Anblick des Schmuckstücks aber statt sich selbst etwas zu kaufen steckte sie wieder einmal zurück und machte lieber Anderen ein Geschenk. Der junge Mann griff nach seinem Geldbeutel und bezahlte sowohl die Kette auch als die Schleife, die Dorothy in den Händen hielt. Sie würde protestieren und es wahrscheinlich nicht annehmen wollen aber er überging sie einfach weil er der Meinung war, dass sie sich irrte. Sie war so ein herzlicher Mensch. Sie hatte es verdient sich auch etwas zu gönnen. Als Eric in ihre Richtung schielte, schien sie überfordert damit und ein Grinsen zierte beim Anblick ihres Gesichts seine Lippen. "Es ist nur fair, dass ich die Schleife bezahle. Immerhin habe ich dich einfach entführt. Vielleicht verzeiht Fern mir so meinen Fauxpas..." Eric überreichte dem Mädchen die kleine Tüte mit der Schleife und musterte die Kette in seiner Hand bevor er sie in seiner Tasche verstaute. Hier war nicht der richtige Zeitpunkt um sich erkenntlich zu zeigen für das was sie schon für ihn getan hatte. Vielleicht war es auch ein Stück weit eine Entschuldigung sie in das Drama mit der kratzbürstigen Elfe hineingezogen zu haben. So oder so war Eric sich sicher, dass Dorothy es sehr wohl verdient hatte etwas so Wertvolles zu tragen aber anscheinend brauchte es noch Überredenskunst um Dorothy das auch glauben zu lassen.

  • 1951-dorothy2-pngDorothy & Eric | bei den Schmuckhändlern


    Das junge Mädchen erkannte das ehrliche Lächeln auf seinen Lippen. Spürte eine Wärme in ihrem Gesicht. Sicher waren ihre Wangen wieder rosig von all seinen Worten. „D-das gibt es doch nicht..“ Eine Erkrankung auf die ihre Meisterin keine Antwort hatte? Keine Heilkräuter kannte? Aber vergessene Erinnerungen waren auch etwas vollkommen anderes als eine große Wunde. Als einfache Kopfschmerzen. Es wiegte schwerer, war nicht so einfach wieder herzustellen. Ob er sich an die vergangene Zeit erinnern würde, wenn er Orte aus seiner Vergangenheit besuchte? „Aber d-du scheinst gut damit umzugehen.“, sagte die Heilerin und lächelte. „A-auch wenn.. dir nichts anderes über bleibt.. oder?“ Es war eine dämliche Aussage von ihr gewesen. Nicht ganz überdacht. Dorothy senkte ihren Kopf, schaute über die vielen Schmuckstücke während sie die hübsche Schleife fest in ihren Händen hielt. „D-du musst jetzt wohl einfach n-neue Erinnerungen sammeln, hm..“ Das Fräulein strich sich eine helle Haarsträhne hinter das Ohr und hörte ihre Begleitung an, schüttelte kaum merkbar den Kopf. Eigentlich sollte sie Eric widersprechen. Oder? Das war nicht wahr. Sie war nicht die wichtigste Person in ihrem Leben. Da war noch ihr heiliger Vater. Ihre liebe Schwester. Fern. Zaid.. „Es ist schwer das zu g-glauben.“, flüsterte sie. Stellte man nicht immer an einem gewissen Zeitpunkt in seinem Leben andere Menschen über das eigene Leben? Egal ob es jemand aus der eigenen Familie war oder diese eine ganz besondere Person.. Dorothy fragte sich ob Zaid dies je getan hatte. Ob sie ihm wirklich derart wichtig gewesen war. Wäre er sonst weggegangen? Einfach so? „W-weil sie hübsch sind und.. und an mir k-kommen solche Schmuckstücke doch gar nicht.. so wirklich zur G-geltung..“ Bei all ihren Überlegungen bekam Doro erstmal gar nicht mit, dass Eric bereits das mit dem Bezahlen übernommen hatte. Noch immer hielt sie die Taler in ihrer Hand, die sogar etwas zitterte. Weil sie auch ein bisschen überfordert war von all dem was Eric da fragte. Was er sagte und wie er sie manchmal anschaute. Und vorallem war sie damit überfordert, dass er ganz einfach den Schmuck bezahlt hatte. „A-a-aber n-nein, ich bezahle das! D-du musst das.. aber.. wieso..?“ Etwas hilflos sah sie zu dem Händler, der glücklich die Taler zählte und sich gar nicht wirklich für das Mädchen zu interessieren schien, warum auch immerhin hatte er das bekommen wofür er hergekommen war, auch wenn die fröhlichen Gesichter der Kunden auch immer viel wert war. Das freche Grinsen des Mannes jagte ihr die Röte ins Gesicht und ihr Herz klopfte einige Takte schneller. Bis sie ihre Wangen aufplusterte. „J-ja.. bestimmt ist er ganz schön wütend auf dich..“, erwiderte die junge Frau und lachte hinter hervor gehaltener Hand, nahm dann die kleine Tüte entgegen und schaute sie begeistert an. Konnte es gar nicht erwarten Fern seiner alten Schleife zu entledigen und ihm dieses hübsche Stück anzulegen. Sicher würde er unfassbar süß damit aussehen. Dorothy schloss ihre roten Augen kurz bei dieser Vorstellung und hob im nächsten Augenblick ihren Kopf, lächelte den Größeren an. „Vielen Dank, Eric..“ Dass der Kerl auch die hübsche Halskette gekauft hatte, das hatte sie gar nicht so richtig mitbekommen und auch, wenn sie noch an den tollen Schmuck dachte, so schob sie ihn auch irgendwie aus ihren Gedanken. Dafür Taler auszugeben war doch einfach zu schade. „Jetzt.. s-such du dir einen Stand aus. T-tut mir leid, dass ich so stürmisch hierher gelaufen bin..“ Das war ihr ja fast schon ein bisschen unangenehm.

  • [Cinnamon] & Joe | vor der Showbühne



    Cinnamon nahm einen Schluck von ihrem Met, der sich schon wieder auf beängstigende Weise leerte, während sie Joe's fortfahrenden Mutmaßungen lauschte. Tatsächlich klopfte ihr Herz kurz schneller, denn diesmal klang es, als würde er wirklich nahe ran kommen, vielleicht einen wunden Punkt treffen bis-- 'auch auf der Suche nach einem Seelenverwandten?' Fast hätte sie sich verschluckt - aber nur fast. Vielleicht war sie schon zu sehr angeheitert oder ihr Hirn wurde doch langsam träge, sodass ihr diese Reaktion nicht passierte. "Was soll hier heißn 'auch', hm??", murmelte sie, die Wangen hatten langsam einen zarten Rotton bekommen - doch noch war ihr Blick (einigermaßen) klar und sie stand fest verwurzelt auf beiden Beinen! Vermutlich hatte Joe ihre leise Entgegnung unter dem Tosen und Johlen des Publikums gar nicht mehr vernommen. Auch recht. Was interessierte sie sich auch für seine Liebesgeschichten?! "Dann setz ich auf den bulligen Speerträger da.", Selbstverständlich setzte Cinnamon dagegen - alles andere wäre ja langweilig. Ehrlich gesagt war die bezopfte Fischerin davon ausgegangen, sie würden um ein paar weitere Becher Met wetten, doch schon hatte ihr neuer Kumpel einen kleinen Sack von Gold an den Wettbetreiber überreicht. Moment, was?! Der Wetteintreiber nahm die Münzen dankend entgegen, wobei Cinnamon die genauen Worte nicht hörte. Wetten? Das war eine schlechte Idee, sehr schlecht sogar. Nein, das konnte sie sich nicht leisten. Vermutlich schauten sie am Ende, auf welchen Kopf mehr gesetzt wurde und ließen den Kampf dann zu jenen Gunsten enden! Weshalb sie dem Zirkus Betrug unterstellte, wusste sie selbst nicht so genau, vielleicht versetzte sie der Alkohol ja in Verschwörungslaune? "Bist du blöd?", brüllte sie zu Joe, ihr Tonfall laut, um die Massen und das Getose, welches die Kämpfer*innen anfeuerte zu übertönen. "Ach, scheiß drauf. Ich setz auf die Gegenseite!", diese Worte galten dem Mann, der die Einsätze bereits von Joe entgegen genommen hatte und Cinnamon drückte ihm ebenfalls ein kleines Säcklein Gold in die Hand. "Damit es ausgeglichen bleibt.", brummte sie zur Verteidigung, obwohl niemand nach einem Grund gefragt hatte. Wenn Kanno das sehen würde, er wäre enttäuscht, aber hey, es konnte ja nicht jeder so astrein und fehlerlossein wie der alte Knacker. (Obwohl sie ein paar seiner Fehler mittlerweile ja kennen gelernt hatte, aber das ist eine andere Geschichte.) "Der Verlierer von uns gibt übrigens den nächsten Met aus.", erklärte sie noch und ihr war klar, dass Joe das sicher nicht ausschlagen würde.

  • [Joe] & Cinnamon vor der Showbühne
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    Es dauerte nicht lange und der Kampf war in vollem Gange. Waffen flogen durch die Lüfte und wurden von begeisterten Jubeln der Massen begleitet. Es war so laut, so schrill, Joe hatte keine Chance diesen einen Kommentar zu dem Gesagten hinzuzufügen, noch hatte er die geringste Chance Cinnamons Antwort zu verstehen. Jedes Mal, wenn die mächtigen Waffen klirrend gegeneinander krachten, wurden die Rufe der Zuschauer lauter. Lauter und Lauter. Als die Brillenträgerin erneut das Wort ergriff, musste sich der 1,96 m große Mann zu ihr herunterbeugen, um überhaupt etwas zu verstehen. "... Speerträger", glaubte er schließlich verstanden zu haben und ein breites Lächeln bildete sich auf seinem Gesicht: Sein Plan ging voll auf!
    Klar, das "Um-Geld-Wetten" gehörte jetzt nicht unbedingt zu seinem ursprünglichen Plan, wie oft hatte er schon sein hart erarbeitetes Hab und Gut sinnlos verloren, nur, weil er glaubte, einmal den großen Gewinn mit nach Hause nehmen zu können ... Eigentlich müsste er es besser wissen!, (aber auch nur eigentlich.) Als ein lautes und vor allem deutliches "Bist du blöd?" in seinen Ohren dröhnte, zuckte der Rothaarige merklich zusammen. Hä? Hörte er jetzt schon Stimmen? War er also schon soweit? Nein ...! Im ersten Moment hatte er gedacht, seine innere (und immer rechthaberische) Stimme hätte sich gemeldet und versucht ihn wieder zur Vernunft zu bringen, aber nein! (Zum Glück!) Als er bemerkte, dass es Cinnamon war, die ihn da so angebrüllte und nun so vor ihm stand und ihn entgeistert anschaute, konnte er nicht anders: er musste einfach lachen. Diese Reaktion: "Bist du blöd?", damit hatte er jetzt nicht gerechnet. Diese Reaktion hätte er eher vorhin erwartet: in der Bibliothek, als er wild mit ihrer Waffe herumgefuchtelte, aber jetzt ...? Ha! Das war irgendwie lustig! (Oder lag das am Met?) Noch lustiger, oder verwirrender - wie mans nimmt -, wurde es, als die Brillenträgerin verkündete: "...scheiß drauf! Ich setz auf die Gegenseite!" Scheiß drauf, das hätte er nie von der belesenen und intellektuellen Cinnamon erwartet. Zeigte der Met schon seine Wirkung? Kam sie endlich etwas mehr aus sich heraus? War das vielleicht sogar ihr "wahres Ich"? Interessant! Und es konnte nur noch interessanter werden!
    Dass Cinnamon auch um Geld wettete gehörte auch nicht zu seinem ursprünglichen Plan, irgendwo hoffte der Rothaarige, dass sie sich jetzt nicht gezwungen fühlte das zu tun, nur, weil er es tat. Das war ganz gewiss nicht seine Absicht. Er wollte nur seiner "alten ..." Leidenschaft nachgehen ... "In Ordnung", erwiderte Joe und hielt ihr seine Hand hin, um ihren persönlichen Wetteinsatz mit einen Handschlag zu besiegeln. Einen weiteren Met ausgeben? Nichts lieber als das!
    Währenddessen flogen die Äxte durch die Lüfte, der Speerträger, konnte trotz seiner Masse leichtfüßig ausweichen, das Publikum tobte. Er setzte zum Gegenangriff an, der Speer schnellte nach vorne, doch auch diesen Angriff konnte die andere parieren. Sie kämpften erbarmungslos. Die Waffen krachten laut gegeneinander. Zwei, drei Hiebe und durch die Unachtsamkeit der Axtkriegerin landetete diese auf dem Boden. Pause. Der Speerkämpfer beugte sich über ihr, die Waffe zum Angriff bereit. Stille. Die Zuschauer hielten gespannt die Luft an. Was würde passieren? Versetzt der Speerkämpfer der Kriegerin den letzten Stoß? Geht er als Sieger aus diesem Kampf hervor? Oder kann die Kriegerin das Blatt noch wenden? Kann sie sich wider Erwarten aus dieser misslichen Lage befreien? Oder ... wird etwas ganz anderes, komplett unerwartetes passieren? (All das erfahren sie in der nächsten Folge ...)

  • Dylas & Doug mit 2 Fremden

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    Während Dylas und Doug eigentlich sehr entspannt am reden und witzeln waren, rief plötzlich wer den Namen des Zwergs. Dann kam eine andere Person zu den beide und Doug sprach sie mit Kohaku an. Die kleine schien eher traurig zu sein. Dann guckt Doug Dylas an dessen meine direkt nicht mehr so fröhlich wie vorher aussah. Doug probierte die Kleine dann zu beruhigen.

    Bei genaueren umsehen sah Dylas eine Person, welche eventuell dem Kleinen Mädchen Angst eingeflößt haben könnte, welche wohl auch die Gruppe aus der Kleinen, dem Zwerg und ihm selber im Blick hatte.

  • [Bei den gezähmten Monstern] Dorothy & Eric in der Nähe von Sophia und einem kleinen Mädchen



    Anscheinend brach für das Mädchen gerade ihre kleine Welt zusammen. Der Schock, das Natalie auch keine Antwort für sein Leiden hatte saß offensichtlich tief. So war es wohl wenn man in die Fähigkeiten einer Person ohne wenn und aber vertraute, wenn man sie als Vorbild ansah und letztendlich feststellen musste, dass auch die besagte Person nur ein Mensch war. Das auch diese Person nicht alles schaffen konnte. Es gab nun einmal Dinge im Leben die weder mit Magie noch mit einem umfangreichen Wissen wieder zu beheben waren. Eric hatte diese Erfahrung am eigenen Leibe gemacht, war durch die Hölle gegangen, wollte es erst nicht akzeptieren, war wütend gewesen nur um es heute akzeptieren zu können. Vielleicht war es eine Art Schutzmechanismus des Körpers. Unbewusst bewahrte er Eric vor bitteren Erinnerungen. Was es auch sein mochte, vielleicht war es für etwas gut. "Ja..." antwortete Eric ihr knapp aber dachte an die unzähligen Stunden, die er damit verbracht hatte seiner Vergangenheit auf die Spur zu kommen, den Kopfschmerzen, die ihn heute noch plagten wenn er versuchte tiefer zu graben. Es war wie eine Art Blockade. "...ich will nicht mein restliches Leben damit verschwenden in einer Vergangenheit zu leben, an die ich mich sowieso nicht erinnern kann..." Die Mundwinkel des jungen Mannes zuckten nach oben und er schenkte dem Mädchen neben sich ein Lächeln. Diese Worte waren leichter gesagt als das man sich auch wirklich daran hielt. Das Wiedersehen mit Sophia hatte Vieles geändert aber eigentlich auch nichts. Er erinnerte sich an Augenblicke aber nicht an Momente. Er konnte nur spüren, dass sie wichtig für ihn war - es irgendwie auch noch ist. "Ich hatte gehofft ich würde mich erinnern, wenn ich Jemanden treffe den ich kenne..." Eric fuhr sich durchs Haar und seufzte. Sein Blick wanderte durch die Menschenmenge. Sie war heute hier, richtig? Hatte sie das nicht gesagt? Eric schüttelte den Kopf und seine braunen Augen versanken in denen des Mädchens, welches ein gutes Stück kleiner war als er selbst. "Ja. Dann lass uns heute damit anfangen." Neue Erinnerungen sammeln. Der einzige Ausweg wie es schien. Es bedeutete nicht, dass sie weniger wertvoll sein würden. Gedankenverloren richtete sich Dorothys Blick auf die Schleife in ihren Händen. Sie schüttelte nur ganz leicht den Kopf. Dieses Mädchen hatte so wenig Selbstvertrauen und Eric verstand beim besten Willen nicht warum das so war. Sie strich sich eine Strähne ihres Haares hinters Ohr und gewährte ihrer Begleitung so vielleicht unbewusst einen besseren Blick auf ihr Gesicht. "Dann werde ich dir dabei helfen es zu glauben..." kam es Eric über die Lippen. Manchmal brauchte es nur die richtigen Menschen um das eigene Selbstvertrauen aufzubauen. Oft schaffte man das einfach nicht von allein. Vielleicht konnte er ihr dabei ein wenig helfen und gemeinsam mit Dorothy auch neue Erinnerungen sammeln. Er zuckte beiläufig mit den Schultern. "Du bist auch hübsch... also sollte es doch passen." Ganz nebenbei bezahlte Eric die Schleife und das Schmuckstück. Dorothy schien viel zu abgelenkt von seiner Aussage als das sie es mitbekommen hätte. Noch immer hielt sie ihren Geldbeutel in der Hand. Ihre Wangen glühten als der Jäger ihr das kleine Geschenk für Fern überreichte. Zusammenhanglose Worte kamen über ihre Lippen und Eric konnte nicht anders als zu lachen. Er wusste nicht so recht was ihn mehr amüsierte: Ihre Unfähigkeit mit Komplimenten umzugehen oder wie sie versuchte ihm klar zu machen, dass er ihr nichts kaufen musste. Durchaus war Beides amüsant weswegen ein ehrliches Lachen über seine Lippen kam als er ihr die Tüte mit der Schleife überreichte. Sie stimmte in sein Lachen mit ein. Kicherte hinter vorgehaltener Hand und er sah das Mädchen neben sich vielleicht einen Moment zu lange an. Es war schön sie zwischendurch so unbeschwert zu sehen. Im Grunde war er es Dorothy doch auch schuldig. Ihre letzten gemeinsamen Erinnerungen waren immerhin nicht gerade die glücklichsten. "Keine Ursache." Er mochte es anderen Menschen eine Freude zu bereiten. Sie lachen zu sehen. Dabei wurde ihm ganz warm ums Herz. Eric reichte Dorothy seine Hand, wartete darauf das sie diese ergriff. "Nicht das du verloren gehst..." Es war zwar nicht so viel los aber dennoch konnte man sich doch ungewollt aus den Augen verlieren wenn man von den ganzen Schätzen bei den unterschiedlichen Ständen abgelenkt war. Er wollte nicht, dass Dorothy sich unwohl fühlte, gar verloren in den zahlreichen Menschen immerhin war er es der das sonst so zurückhaltende Mädchen überhaupt erst dazu überredet hatte hierher zu kommen. "Wie wärs wenn wir uns einfach ein wenig umsehen?" Gemeinsam schlenderten sie über den Platz des Volkes - vorbei an zahlreichen Ständen mit zauberhaften Besonderheiten. Für einen Moment hielten sie vor einem selbsternannten Monsterzähmer, der Felis durch Reifen springen lies nur um zu beweisen, dass sie ihm völlig hörig waren. Einen Moment ruhte der Blick des Jägers auf dem Monster. "Glaubst du es gefällt ihnen so zur Schau gestellt zu werden?" sprach Eric seinen Gedanken laut aus bevor er sich wieder seiner Begleitung zu wandte. Eigentlich wollte er diesen Gedanken für sich behalten. Es war Gang und Gebe geworden, dass man sich ein Monster hielt - es sich zähmte. Aber waren sie auch dafür da? Vermissten sie vielleicht die Wildnis oder gefiel ihnen ein leben an der Seite der Menschen genauso gut? Als Eric seinen Kopf ein Stück drehte entdeckte er sie im Augenwinkel. Sophia. Sie stand dort und sprach mit einem kleinen Mädchen und für einen Moment blieb sein Blick an ihr hängen bevor er sich wieder Dorothy zu wandte.

  • [Cinnamon] & Joe



    Der restliche Funken Vernunft in ihr, ermahnte Cinnamon dazu, dass sie einen Fehler beging, langsam mal aufpassen sollte und sich besser nicht im Eifer des Gefechts selbst verlieren. Letzteres war allerdings längst geschehen, dafür hatten der Met, Joe und die Atmosphäre des Festes in ihrer Kombination gesorgt. So schlug die rothaarige Anglerin auf den zweiten Deal mit Joe per Handschlag ein, ehe sie nun ebenfalls genauso gebannt wie ihr Kumpane, dass Duell verfolgte. Cinnamon war fasziniert davon, wie sich die Axtträgerin im Kampf gegen den Speerkerl behaupten konnte. Sie agierte weitaus wendiger als ihr Kontrahent mit der langen Waffe, obwohl beide Äxte zusammen sicher schwerer sein mussten - oder etwa nicht? Wie viele Muskeln besaß die Frau dann bitte? Nichtsdestotrotz unterlag sie scheinbar, denn der Speerkämpfer hatte sie niedergestreckt und hielt die Waffe drohend über ihren Körper gebeugt. Cinnamon sog scharf die Luft ein. Dabei vergaß sie völlig, dass sie ja gewettet hatte und es sich offenbar zu ihren Gunsten ausspielte - das konnte sie Joe dann gleich unter die Nase reiben. Gerade als der Sieg sicher schien, drehte die Frau sich auf dem Boden und schleuderte in der Bewegung eine der Äxte auf ihren Gegner. Sie warf tatsächlich ihre Waffe weg! Der Speerkämpfer musste dem ausweichen, was ihr die Gelegenheit verschaffte nach hinten weg aufzustehen und so wieder auf die Beine zukommen. Wow!! Cinnamon hatte Joe unbewusst am Arm gepackt und schüttelte ihn unsanft, so, als wolle sie sagen: Schau mal hin, das ist so spannend!! Aber ihm selbst erging es wohl ähnlich und ehrlich gesagt, registrierte die Anglerin gar nicht was sie da tat, so sehr war sie in dem Schauspiel versunken. Cinna hörte, wie sich die Gegner anschrien, sich gegenseitig anstachelten, so das Publikum mit sich zogen, ehe sie erneut in die Angriffsphase übergingen, in der Zeit und Raum keine Rolle mehr spielte. Die Frau besaß jetzt jedoch nur noch eine Waffe - die zweite Axt befand sich hinter ihrem Gegner, scheinbar völlig außer Reichweite. Als sie auf den Speerträger zustürmte, geschah etwas, welches sie sich in ihren kühnsten Träumen nicht ausgemalt hätte. Die Axt wurde von heißem Feuer ummantelt, ohne das sie sich auch nur eine Haarspitze verbrannte. Doch ihren Gegner schien das wenig zu beeindrucken. Sie sah nicht, was der Kerl machte um das Feuer abzuwehren, doch Cinnamon spürte deutlich den kräftigen Windstoß, der durch die Zuschauermenge ging. "Magie!!", japste sie, Joe erneut heftig schüttelnd. Beinahe hätte es ihren eigenen Hut weggeweht. Diese Leute wussten wirklich, wie man ihr Publikum in Atem hält!


    [Doug] bei Dylas, Kohaku und Iris Noire



    Aus Kohaku war kein anständiges Wort herauszubringen, so sehr wurde sie von Schluchzern gebeutelt. Doug wusste nicht recht, was er anstellen konnte, um das Mädchen zu beruhigen - weil er auch überhaupt nicht wusste, was sie so in Aufregung versetzt hatte. Von Dylas war offenbar auch keine Hilfe zu erwarten. Vermutlich war er genauso ratlos wie Doug selbst, doch das wollte der Zwerg nicht einsehen und glaubte viel eher, dass das Pferdgesicht wie üblich einfach unfähig war. Das kannte er ja schon! Erst als zweimal die Worte 'gefressen' an seine spitzen Ohren gelangten, zählte der Zwerg eins und eins zusammen. "Wieso willst du sie fressen?! Bist du ein Monster oder was?!" Das Iris Noire eigentlich das genaue Gegenteil gesprochen hatte, auf das kam er nicht - zuhören war eben noch nie seine Stärke gewesen. Und zusammenzählen an dieser Stelle auch nicht. Denn das die in dunklen Gewändern gehüllte Gestalt unschuldig und seiner grünhaarigen Freundin überreagiert hatte, war für seinen Kopf weitaus abwegiger, als die Idee, die mysteriöse Figur wollte das Mädchen ganz einfach fressen. Im ernst, was hättet ihr denn geglaubt, insbesondere wenn eure Gehirnleistung gerade mal den mäßigen Durchschnitt erreicht? "Bleib dicht hinter mir.", flüsterte er daher nur Kohaku zu und stellte sich brüsk vor sie, die Hände zu Fäusten geballt, bereit jederzeit zuzuschlagen. Er hatte auch immer noch seinen Zauber in der Hinterhand! Doug gab Dylas dabei jedoch noch einen Hieb mit den Ellenbogen, der die klare Aussage: 'Mach du auch mal was!' enthielt - hoffentlich besaß sein Geselle mehr als nur drei Gehirnzellen um die Botschaft auch zu verstehen. Doch lautete die Frage nicht viel mehr: Wie würde die umhüllte Gestallt reagieren in Anbetracht nun drei Gegnern - bzw. zwei, weil Kohaku war ja das Opfer und kein Gegner in der Hinsicht - bzw. vielleicht auch nur einen, er selbst, denn auf Dylas konnte man sich nicht verlassen, aber das musste sie ja nicht wissen - gegenüber gestellt zu sein?!

  • [Joe] & Cinnamon (Händchen haltend) vor der Bühne
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    Gebahnt beobachtete er das Geschehen auf der Bühne: die Kriegerin lag schon zu lange auf dem Boden, sie strotzte dem Speerkämpfer, schaute ihm direkt in die Augen, während er schon triumphierend über ihr stand. Ein weiterer Schlag und der Kampf war vorbei ... Oh nein, schoss es Joe durch den Kopf, mein Geld! Hatte er doch auf die falsche gewettet? Sie hatte keine Chance gegen den bulligen Speerkämpfer ... oder? Auch Joe zuckte kurz zusammen, als sie die Axt plötzlich auf ihren Gegner warf. Damit hatte niemand gerechnet! Das Publikum gab erschrockene Laute von sich - Joe war einer davon, da Cinnamon im selben Moment seinen Arm packte und daran schüttelte. Gespannt verfolgte er den Kampf weiter ohne etwas zu seiner klammernden Begleiterin zu sagen - vielleicht würde sie auch so nicht bemerken, dass er sich gerade fast in die Hose gemacht hatte ...
    Die Krieger stachelten sich und das Publikum weiter an, sie machten etwas Stimmung, die auch Joe in seinen Bahn zog. Auch er feuerte seine Kriegerin lautstark an, sie solle bloß gewinnen, sonst ... Da setzte sie plötzlich wieder zum Angriff an, sie schwang ihre Axt und plötzlich fing sie Feuer. Im wahrsten Sinne des Wortes: die Waffe wurde vom glühenden Feuer umhüllt. Begeistert beobachtete er, wie die Kriegerin auf den anderen zustürmte, welcher im Gegensatz zu Joe vom Angriff der anderen unbeeindruckt blieb. Er verstand nicht genau wie, aber als die Kriegerin zum Schlag ansetzte, wurde sie plötzlich von einer unsichtbaren Welle zurückgeworfen. Aber ... wie ist das mögl-? Er konnte seinen Gedanken nicht mal zu Ende denken, da lieferte Cinnamon ihn schon die Antwort: Magie. Magie? Unglaublich! Er hatte schon so viel darüber gehört, es aber aus nächster Nähe miterleben zu können ... Das. War. Einfach. Unglaublich. Cinnamon schien es ähnlich zu ergehen, das bemerkte er, weil sie erneut heftig seinem Arm schüttelte. Er legte seine Hand auf ihre, drückte sie etwas fester, vielleicht weil er fürchtete, sie könnte seinen Arm zerquetschen, wenn sie weiter so machte. Vielleicht nutzte er aber auch nur die Gunst der Stunde, um ihre Hand hingebungsvoll halten zu können? Wer weiß. Wohlmöglich lag es auch an beidem?
    Die Kriegerin hatte es etwas abseits geweht, die immer noch brennende Waffe lag einen Meter neben ihr. Der Speerkämpfer wartete nicht lange, er nutzte seine Magie um sehr hoch zu springen, so weit hoch, dass er die Kriegerin aus der Luft heraus angreifen konnte. Das Publikum hielt erneut die Luft an. Doch die Kriegerin konnte ihre Waffe blitzschnell ergreifen und setzte zum Gegenangriff an ... die Zuschauer trauten ihren Augen kaum, den Speerkämpfer erging es wohl ähnlich. Es war der Kriegerin gelungen den Speer des Gegners in zwei Teile zu spalten. Die Spitze des Speers fiel klirrend zu Boden. Oh! War der Kampf nun vorbei? Sie konnte die Waffe des anderen mit ihrer Feuermagie vollkommen unbrauchbar machen! Joe's Herz hüpfte kurz etwas höher, er wollte gerade mit dem Jubeln beginnen, als er bemerkte, dass der Kampf nicht als beendet erklärt wurde. Oh nein! Der Kampf war noch nicht vorbei! Die andere Axt, die vorhin auf den Kämpfer geworfen wurde, befand sich immer noch im Spiel. Sie lang nur wenige Meter neben ihn ...

  • 1951-dorothy2-pngDorothy & Eric | bei den gezähmten Monstern


    Dorothy nickte und es schlich sich sogar ein sanftes Lächeln auf ihre dünnen Lippen. Der junge Mann hatte Recht. Sein Leben damit zu verschwenden der Vergangenheit nachzutrauern, krampfhaft versuchen sich an Momente und Augenblicke zu erinnern, es brachte wahrscheinlich nichts anderes als Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit und vielleicht sogar ein bisschen Wut. „D-Dein Optimismus ist schon b-beneidenswert.. Eric.“, sagte die Heilerin und hob ihren Kopf ein Stückchen an. Schaute in das verletzte Gesicht des Anderen. Es war nicht so, dass Doro selbst eine absolutes Pessimistin war aber ab und zu fiel es ihr einfach schwer positiv zu sein. Vorallem wenn es um sie selbst ging. Das Lächeln auf ihren Lippen verschwand. Er sprach von Sophia und wahrscheinlich hielt er auch Ausschau nach dem hübschen Mädchen. Ob er nicht vielleicht lieber mit ihr hergegangen wäre? Hatte Dorothy sich ihm irgendwie einfach aufgezwungen? Die Kapuze ihrer Robe rutschte wieder weiter in ihr Gesicht als sie den Kopf senkte. Es musste schrecklich sein. Für beide Seiten. Mit niemanden wollte das Fräulein tauschen und doch würde sie Eric gerne etwas von dieser Last abnehmen. Auch, wenn sie nicht konnte, aber man konnte ihm doch manchmal ansehen dass es ihn belastete. Vorallem, wenn er über die Tochter der hiesigen Adelsfamilie sprach. Ihr Herz klopfte im nächsten Augenblick ein paar Takte schneller. Beinahe hätte sie seine Worte zwischen all ihren lauten Gedanken gar nicht gehört. Doch es war ja beinahe unmöglich. Seine Stimme klang so ehrlich, stark. Als ließe er auch gar keine Widerrede zu. Dorothy drückte das Tütchen an ihre Brust. Hoffte irgendwie dass sich das Herz darin wieder beruhigte. Ein roter Schimmer zierte ihre Wangen. „...“ Die Tochter des Priesters hatte ihren Mund geöffnet, jedoch kam kein einziges Wort über ihre Lippen. Sie wusste gar nicht, was sie darauf sagen sollte. Traute sich auch nicht ihre Gedanken laut auszusprechen. Vielleicht wurde Eric ja wütend. Aber was genau meinte er damit. Dass er ihr helfen wollte daran zu glauben. Wie wollte er das anstellen? Dorothy folgte dem jungen Mann, war einen halben Schritt hinter ihm und beobachtete ihn aus den Augenwinkeln heraus. Das letzte Mal als sie das Gefühl hatte hübsch zu sein, wirklich etwas wer zu sein war, als Zaid an eben jener Stelle lief. Als er an ihrer Seite war. Zaid hatte ihr diese besonderen Gefühle gegeben. Und sie mitgenommen als er verschwunden war. Auch, wenn sie sich anstrengte, das tat sie wirklich, so fiel es ihr so unglaublich schwer. Ihre Augen wurden groß als sie die Hand des Anderen erblickte. Als er diese ihr entgegen hielt. Mit einem Lächeln auf den Lippen und der Sorge, dass sie verloren ging. Nicht ganz abwegig. Ein wenig zögernd ergriff sie die warme Hand des Mannes, spürte die raue Haut seiner Finger und holte zu ihm auf. Dorothy nickte und hob auch ihren Kopf ein bisschen damit sie sich ebenso umschauen könnte. Fragte sich, was Eric sich wohl anschauen wollte und hielt an als auch seine Füße still stehen blieben. „I-ich weiß nicht..“, antwortete das Mädchen zunächst. Hielt ihre eine Hand immer noch vor ihrer Brust und sah in die Gesichter der gezähmten Monster. „E-es fühlt s-sich falsch an, ihnen zu..zu zu sehen.“ Menschen mochten es doch auch nicht angestarrt zu werden. In der Hoffnung dass sie etwas lustiges oder verrücktes machten. Warum sollte es andersherum so sein? „Vielleicht s-sind sie aber a-auch froh der Wildnis entkommen zu sein.. n-nicht immer können sie s-sich selbst gut beschützen..“ Das Mädchen drehte sich etwas in die andere Richtung, ließ ihren Blick über den Platz gleiten und lächelte ein bisschen. „O-oder sie haben hier auch gute F-freunde gefunden unter den Menschen..“ Die junge Heilerin sah in das Gesicht des Mannes und erschrak im nächsten Moment, da irgendwo auf dem Festgelände wohl ein Zauber nicht ganz so funktioniert hatte wie geplant und ein lauter Knall die Besucher aufschrecken ließ. Es schien wie eine Art Feuerball, der über ihren Köpfen explodiert war. Nicht wirklich gefährlich aber trotzdem hatte sich Dorothy erschreckt und sich reflexartig in Erics Arme geflüchtet. Krallte sich an dem Stoff seines Hemdes fest und drückte ihre Augen fest zusammen. Zunächst fiel ihr diese unüberlegte Handlung gar nicht auf, war nur froh, dass kein lautes Geschrei oder sonstige Panik folgte. So schnell wie Eric angefallen hatte, so schnell machte sie auch wieder einen Schritt zurück und wollte sich gerade dafür entschuldigen als sie stolperte und ins Wanken geriet.

  • [Cinnamon] & Joe | vor der Bühne



    Cinnamon war so von dem Kampfgeschehen eingenommen, dass sie überhaupt nicht bemerkte, wie Joe ihre Hand fest drückte. Gefolgt verfolgte sie das Geschehen der beiden Kämpfer, konnte kaum glauben was sie da sah. So ein Gefecht hatte sie noch nie miterlebt! Die Schlachten von Trampoli gegen Monster oder den dunklen Magier Astor sahen lächerlich dagegen auf - in diesem Dorf wusste ja kaum jemand, wie man ein Schwer richtig herum hielt. Auch ihre Zauberkraft kam ihr in diesem Moment schwach vor Angesichts der Combos, die hier angewandt wurden. Ja, sie konnte ihre eigene Magie noch nicht einmal richtig beherrschen. Ob sie es mit dem richtigen Training schaffen würde, ihren Zauber und ihren Speer ebenso kunstvoll zu bewegen, wie die Krieger dort oben auf der Bühne? Die Fischerin mochte vergessen haben, dass es sich bei diesem Kampf um reine Show handelte. Doch minderte das wirklich ihr Talent?

    'Knacks' - Als der Speer entzwei brach, riss sich der Rotschopf schließlich von Joe los, betrachtete entsetzt den vermeintlichen Ausgang des Kampfes und tippelte nervös von einem Fuß auf den anderen. Das war's! Ihr hart verdientes Gold! Doch halt! Noch war der Kampf nicht ausgestanden. Gerade als die Kriegerin mit ihrer Axt zum Schlag ausholte, hatte der Speerträger die zweite Axt, die sich noch immer hinter ihm befunden hatte, geschnappt und ihren Angriff so abgeblockt. Einen Moment länger und es wäre zu spät gewesen! Axt schlug auf Axt, doch was die reine Muskelkraft anbelangte, war ihr der bullige Krieger um ein Vielfaches überlegen. Die Kämpferin konnte den Widerstand unmöglich halten, auch war sie so sehr in die Verteidigung gerückt und darauf fokussiert standhaft zu bleiben, dass sie nicht in der Lage war die Konzentration für ihr Feuer noch einmal aufzubringen. Sie hatte bereits viel einstecken müssen. Der ehemalige Speerträger ließ schließlich ab mit dem Ziel auszuweichen und die kleinere Kämpferin so ins Straucheln zu bringen, was ihm dank der Gunst der Überraschung auch gelang. Sicher nahm er ihr so die zweite Axt ab, hielt sie in die Höhe und die Klinge der anderen an ihren Hals. Nun gab es keinen Ausweg mehr. Es war vorbei. Da ertönten auch helle Glocken, die das Ende des Gefechtes verkündeten und der Moderator betrat erneut die Bühne. Ein Moment der Stille hatte sich über den Platz gelegt, ehe das Publikum in tosenden Beifall ausbrach. 'Was für ein Kampf! Was für ein Schauspiel! Wer hätte diese Wendungen erwartet? ...' Cinnamon hörte gar nicht mehr genau zu, das Bühnenspektakel hatte ihr den letzten Nerv gekostet. "Ich bin fix und fertig...", murmelte sie an Joe gewandt. Vermutlich wäre sie blass um die Nase gewesen, doch der Met wirkte dem ganz positiv entgegen. Tatsächlich fehlten der Anglerin die Worte, sie musste das erst einmal verdauen und sacken lassen, während das Publikum noch immer grölte. Die Wette hatte sie in der Zwischenzeit total vergessen.

  • [Joe] & Cinnamon vor der Bühne
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    Nein! Der Kämpfer nahm der Kriegerin die Axt ab. Nein! Er hielt die Waffe gefährlich nahe an ihren Hals. Nein! Und nochmals nein! Der Kampf wurde als beendet erklärt. Joe schlug die Hände über den Kopf zusammen, er raufte sich die Haare, doch es half nichts: er hatte die Wette verloren. Oh nein, das schöne Geld. Alles weg! Warum, in Teufels Namen, hatte er nur so viel verwettet?! Er müsste einen ganzen Monat arbeiten, um das Verlorene wieder aufzuholen ... Die Hände über den Augen liegend, ließ er den Frust freien Lauf: "Neeeein!" Er hatte verloren, die Kriegerin hatte den Kampf verloren. Cinnamon schien - allen Anschein nach - fix und fertig. Joe begann - trotz seiner Niederlage - an zulächeln. Sie hatte gewonnen, und war sich dessen anscheinend nicht mal bewusst. "Cinnamon", sagte er und deutete auf den 'Wettenverantwortlichen'. "Du hast gewonnen! Jetzt hol dir schon deinen Gewinn ab!" Verdammt! Daran bestand nun mal kein Zweifel. Sie war als klarer Sieger hervor gegangen. "Ich geh dann mal meinen Soll erfüllen...", gab er klein laut von sich. "Zwei Met", gab er wenig später am Getränkestand von sich. "Und einen kurzen", welchen er direkt am Stand trank, um seine Niederlage ertragen zu können. "Und?", fragte er, wenig später, als er Cinnamon den Met reichte. "Wie viel hast du gewonnen?" Er wollte unbedingt wissen, wie viel ihm entgangen war. Aber vielleicht würde sich an diesen Abend ja noch eine neue Chance ergeben? Wer weiß. "Auf dich, auf deinen Sieg!"

  • [Bei den gezähmten Monstern] Dorothy & Eric



    Er kam sich wie ein Heuchler vor. Vielleicht sogar ein Lügner. Ganz egal was er war aber als Optimist hätte sich der junge Jäger keineswegs bezeichnet. Es war nur das Einzige was ihm übrig blieb, richtig? Er musste sich damit abfinden wenn es keinen anderen Weg gab. Mit Optimismus hatte das ganz sicher nichts zu tun. Er sah in das Gesicht des Mädchens, welches ihren Kopf leicht angehoben hatte um seinen Blick zu begegnen. In ihren Augen wirkte er wahrscheinlich unfassbar stark, wie er diese Last trug, einfach hinnahm aber in Wirklichkeit war er lange genug schwach gewesen und war nahezu daran verzweifelt. Er war zu einem Wrack geworden, hatte die Leere in seiner Vergangenheit Abends in der Taverne mit Alkohol gefüllt, hatte sich ungewollt oder gewollt Ärger eingehandelt um durch etwaige Schläge auf den Kopf doch Licht in die Dunkelheit zu bringen. Ja er war verzweifelt gewesen - hatte alles versucht - vergebens. Nun war er hier, hatte einfach neu begonnen - wobei es ganz sicher alles andere als einfach war. Und dann war sie aufgetaucht und hatte seinen Plan, der eigentlich nie einer gewesen war, wieder durcheinander gebracht, den Wunsch hervorgeholt doch wieder mehr über das Geschehene zu erfahren, dass sein Kopf völlig ausgeblendet hatte. Er wurde den Gedanken nicht los, dass Sophia die Lösung sein konnte. Zugleich war dem jungen Mann sehr wohl bewusst, dass es seiner Begleitung nicht fair gegenüber war. Dorothy senkte den Kopf, wich dem Blick seiner braunen Augen aus fast so als hätte sie seine Gedanken gehört. Es interessierte ihn was für ein Gedankengang wirklich dazu geführt hatte, dass sie sich seinem Blick entzog aber dennoch lies er es zu, wollte nicht zu aufdringlich sein immerhin hatte er sie schon dazu überredet ihn zu begleiten. Vielleicht war es einfach zu viel. Dennoch lies er es sich nicht nehmen auf ihre Worte etwas zu erwidern, ihr gar eine Art Versprechen zu machen. Er konnte es nicht mitansehen wie sich ein so hübsches und liebenswertes Mädchen nieder machte. Sie schwieg. Schien gar überfordert von seinen Worten, die er doch genau so meinte wie er sie ausgesprochen hatte. Dorothy zögerte ein kleines bisschen bevor sie seine Hand ergriff und zu ihm aufschloss, endlich an seiner Seite ging und nicht ein Stück weit hinter ihm als wäre sie in irgendeiner Weise weniger wert. Ihre Hand fühlte sich warm an. Ihre Haut weich. Sie wirkte fast schon zerbrechlich. Eric spürte die Wärme, die von ihr ausging, die ein wohliges Gefühl in ihm auslöste. Der Anblick der gezähmten Monster lies ihn inne halten. Sein Blick ruhte auf ihnen. Er vermochte nicht zu sagen ob sie glücklich schienen oder ob es sie verängstigte von all den Menschen angestarrt zu werden. Vielleicht gab es ja auch unter Monster unterschiedliche Charaktere. Vielleicht genossen es die einen im Rampenlicht zu stehen, während die Anderen lieber für sich waren. Vermochte es der Zähmer zu sagen? Schweigend wanderte sein Blick über die einzelnen Lebewesen. Er nickte als Dorothy das Wort ergriff. Es fühlte sich falsch an. Irgendwie waren sie den Menschen hier so ausgeliefert. Als wären sie minderwertiger, oder nicht? Vielleicht hatte Dorothy aber auch mit ihrer Vermutung Recht. Vielleicht waren sie gleichwertig - wurden von den Menschen auch als Freunde gesehen. Eine schöne Vorstellung. Aber gleichermaßen unrealistisch. Es würde immer Menschen geben, die auf sie herabblicken würden. Noch bevor Eric etwas erwidern konnte ertönte ein lauter Knall. Unbewusst sog der junge Mann die Luft ein und hielt sie ein oder zwei Momente an. Ehe er sich versah, hatte Dorothy sich an ihn gedrückt und fast schon automatisch legte er sachte seine Arme um das zierliche Mädchen. Er sah sich nach der Ursache des Krachs um und musste feststellen, dass wohl oder übel ein Zauber misslungen war und in der Luft explodiert ist. „Alles gut...“ sagte der junge Mann mit ruhiger Stimme und strich dem Mädchen zärtlich über den Rücken. „Da muss anscheinend jemand noch ein wenig das Zaubern üben.“ Seine Lippen formten sich zu einem Grinsen und er schielte in die Richtung des Betroffenen. Dorothy löste sich wieder aus seinen Armen, wich ein Stück zurück und noch bevor Eric sie aufhalten konnte geriet das Mädchen ins Schwanken und drohte zu stürzen. Der Jäger riss die Augen vor Überraschung auf und reagierte glücklicherweise noch rechtzeitig um Dorothy vor Schlimmerem zu bewahren. Er packte das Mädchen am Arm und zog sie wieder ein Stück weit zu sich. Erleichtert gab er ein Seufzen von sich. „Das ist ja gerade nochmal gut gegangen...“ Ein leises Lachen verließ die Kehle des Mannes. „Pass doch ein bisschen besser auf dich auf sonst bekomme ich noch ein schlechtes Gewissen wenn du dich wegen mir verletzt...“ Die braunen Augen des jungen Mannes fokussierten das Mädchen vor sich und er schenkte ihr ein ehrliches Lächeln. Er strich eine verlorene Haarsträhne hinter ihr Ohr um ihr Gesicht besser mustern zu können. „Geht es dir gut? Möchtest du dich lieber hinsetzen?“ Ein Hauch von Sorge schwang seiner Stimme mit als er seinen Blick über ihr Gesicht wandern lies.

  • Maerwen und Max


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    Maerwen war ziemlich überrascht von der Tatsache, dass Max noch immer sich dazu herabwürdigte und das Gespräch mit ihr weiterhin führte. Sie fand zwar nicht, dass sie eine unangenehme Gesprächspartnerin war, mal abgesehen davon, dass sie vielleicht sich nicht immer zu Smalltalk hinreißen ließ. Aber es konnte ja auch mal ganz erfrischend sein, wenn man mit jemandem sprach, der auf jegliche Ausschmückungen und unnötige Bemerkungen verzichtete. Sie hatte aber eigentlich gedacht, dass es für den Adeligen sicher unter seiner Würde war mit ihr, einer Dienerin, zu sprechen. Aber vielleicht war sie für den Blonden dennoch die bessere Gesellschaft als das restliche niedere Volk. Sie spürte wie die Abneigung wieder in ihr hochkochte. Sie konnte dem Snob echt nicht viel abgewinnen, auch wenn er den selben Nachnamen wie die Person teilte, die einen sehr großen Platz in ihrem Herzen hat. Tatsächlich überraschte Max sie dann doch, indem er eine Seite zeigte, die sie bei ihm nicht erwartet hatte. "Oh, ein Andenken wird sie sicher freuen." Sie blickte sich auf dem Platz um und überlegte angestrengt, über was sich Electra freuen könnte. Dabei fielen ihr Schmuckstände auf. Es war zwar vielleicht ein wenig Klischeehaft, aber sie wusste zumindest, dass es etwas war, was der Lady gefallen würde. "Wie wäre es mit einem kleinen Anhänger oder einer Brosche?", fragte sie Max und deutete auf die Händler auf der anderen Seite.


  • 1951-dorothy2-pngDorothy & Eric | bei den gezähmten Monstern


    Plötzlich wirkte der junge Mann gar nicht mehr so positiv, so zufrieden und zuversichtlich. Hatte sie etwa die falschen Worte gewählt, sie zur falschen Zeit gesagt? Dorothy verschloss ihre Lippen sofort wieder. Konnte ihren Blick jedoch zunächst nicht von ihm abwenden. War es in Wirklichkeit gar nicht so einfach, wie er es abtat? War da viel mehr dahinter, was er aber nicht Preis geben wollte damit er niemanden Sorgen bereitete? Eric wirkte immer so ehrlich, schien glücklich mit dem was er hatte. Setzte sich für Andere ein und vielleicht stellte er sich selbst auch immer zurück? Die junge Heilerin presste ihre Lippen aufeinander und senkte den Kopf. Sagte nichts mehr. Hatte sowieso das Gefühl dass es in diesem Augenblick gar keine richtigen Worte mehr gab. So folgte sie dem größerem Mann, hatte seine Hand ergriffen. Spürte seine raue Haut. Eine wohlige Wärme ging von dort aus, wanderte durch ihren ganzen Körper. Es fühlte sich gut an. Plötzlich fühlte sich das Mädchen gar nicht mehr so alleine. Gar nicht mehr so verloren wie sie es bis gerade eben noch getan hatte. Schließlich war Fern so weit weg. War nicht hier bei ihr und konnte ihr dabei helfen sich zu beruhigen. Eric hatte seinen Platz eingenommen. War an seiner Seite. Zumindest jetzt an diesem Abend. Und alleine dafür war sie ihm schon unendlich dankbar, sodass sie sich beinahe schon an seine Hand fest krallte. Alles eher unbewusst, doch die Angst irgendwie verloren zu gehen oder dass dieses Gefühl der Einsamkeit wieder in ihr aufkeimte, war zu groß. Der Kerl stimmte ihr zu, kam jedoch gar nicht dazu etwas zu erwidern, wenn er es gewollt hätte, da die Tochter des Priesters im nächsten Moment schon in seine Arme geflüchtet war. Dorothy vergrub ihren Kopf an seiner Brust. Als könnte es den Schock lindern. Als würde ihr Herz sich beruhigen, wenn er seine Arme um sie legte. Was er auch machte und dabei überschlug sich ihr Herz eher als dass es zur Ruhe kam. Für den Bruchteil einer Sekunde durchströmte ein Gefühl des Glücks und der Zufriedenheit ihren zierlichen Körper. Vielleicht hatte sie sogar ein kleines bisschen gelächelt. Jedoch konnte das niemand erkennen. Weil sie ihren Kopf vor Scham gesenkt hielt und auch folgend schon ins Stolpern geriet als sie sich aus seinen Armen befreit hatte. Warum war sie nur so schreckhaft, warum hatte sie sich überhaupt so nah an Eric heran getraut. Eigentlich war er doch mehr ein Fremder. Oder? Kannten einander kaum, kannten nicht viele ihrer Eigenschaften. Waren sie denn schon so etwas wie Freunde? Wahrscheinlich hätte die Heilerin viel mehr darüber nachgedacht, sich den Kopf darüber zerbrochen wann man diese Grenze überschritt, wäre sie nicht gerade dabei auf den Boden zu fallen. Doch der Andere fing sie, hielt sie am Arm fest und zog sie zurück. Half ihr dabei wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Ihr Herz hielt kurz an, wie auch sie ihren Atem in ihren Lungen behielt. Vor Schreck und vielleicht auch aufgrund der Berührung des Mannes. „Aahh..“ Es kamen gar keine anständigen oder vernünftigen Worte über die Lippen der jungen Frau. Das war schon wieder zu viel für sie. „D-danke.. ich.. tut mir l-leid.“ Das Mädchen hatte ihren Kopf ein Stück weit angehoben. Bemerkte dabei das hübsche Lächeln des Anderen. Auch ihre Mundwinkel hoben sich etwas an. Auch wenn sie schon etwas peinlich berührt war. Dennoch war sein Lächeln manchmal ansteckend. Weil man merkte dass es echt war. Dass Eric sich nicht verstellte. „D-du musst doch k-kein..“, begann sie, stoppte in ihrer Antwort als sie die Fingerkuppen des Mannes an ihren Wangen spürte. Als dieser eine dünne Haarsträhne hinter ihr Ohr strich, die sich bei ihrem Beinahesturz wohl gelockert hatte. Ein roter Schimmer zierte ihre Wangen und sofort versteckte sie ihr Gesicht tief unter ihrer Kapuze. „J-ja, a-alles gut.. m-m-mach dir keine S-sorgen bitte..“, stammelte sie und schob noch einmal ein paar Strähnen hinter ihr Ohr, ließ ihre Hand dort und schüttelte den Kopf. „Müssen wir nicht. Aber e-etwas zu trinken wäre.. vielleicht g-gar nicht so schlecht..“ Das Mädchen wirkte im Augenblick wahrscheinlich noch mehr durch den Wind als sonst schon und so schaute sie auch über das Fest. Suchte fast verzweifelt nach einem Händler, der ihnen etwas zu trinken verkaufte.

  • [Rosalind] ~ bei Vishnal

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    Die Begrüßung des Blauhaarigen war so förmlich und ehrvoll wie immer und Rosalind kam nicht umhin, lächelnd den Kopf zu schütteln. Bei ihr, besonders im privaten Umfeld, war eine solche Förmlichkeit nicht notwendig, doch sie wusste, dass Vishnal es sich niemals erlauben würde, aus der Rolle zu fallen. Das war einfach Teil seines Charakters, ein Teil seines persönlichen Charmes. Die Adelstochter nickte verstehend, als er ihr erklärte, dass er für ein Mahl hierher gekommen war, jedoch noch keine Zeit dazu gehabt hatte. "Oh, ich bin gerade erst angekommen und habe deshalb noch nicht viele Stände betrachten können." Antwortete sie auf Vishnals Frage. "Ein Mahl klingt jedoch sehr verlockend. Würde es Euch etwas ausmachen, wenn ich Euch begleite?" Hoffentlich würde er sich nicht verpflichtet fühlen, zuzusagen. Rose wollte ihm auf keinem Fall zu nahe treten. Sie würde sich lediglich über eine kleine Ablenkung und ein entspanntes Gespräch freuen. Vishnal war nicht nur ein ausgezeichneter Butler, sondern auch eine angenehme Gesellschaft, auch, wenn die beiden sonst eher in der Villa, also bei seiner Arbeit aufeinander trafen. Rosalind schenkte ihm ein beruhigendes Lächeln, um ihn zu ermutigen, seine wahre Meinung auszusprechen.



    [Aria] ~ bei Sophia

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    Die Rothaarige rieb sich über die Knie, welche nach dem Fall etwas weh taten. Erst dann bemerkte sie, in wen sie da hinein gestoßen worden war. Einer wunderschöne junge Frau in einem wunderschönen Kleid sah zu ihr herab. "A-alles okay." Stammelte Aria verlegen. Die junge Dame ließ sich zu hier hinab und lächelte, was Aria zurück lächeln ließ. "Tut mir Leid. Irgendwer hat mich geschubst." Die Rothaarige folgte dem Blick der Fremden über die Menge. Die folgenden Worte versetzten ihr einen Stich durchs Herz. "Nein." Antwortete sie, den Blick abgewendet. Natürlich war diese Frage gefallen, schließlich war es die Norm mit seinen Eltern bei solch einem Fest zu erscheinen. Nur leider hatte Aria keine mehr. Es waren nur noch sie und Aaron. Selbst ihre Großmutter hatte die beiden Geschwister zurückgelassen. Diese Gedanken betrübten das junge Mädchen zunehmend und es fiel ihr schwer, sie abzuschütteln. Aria begann langsam, sich wieder aufzurichten und sah dabei auf den Boden. Ein flüchtiger Augenaufschlag galt wieder dem Kleid der jungen Frau und da kam ihr eine Idee, um auf andere Gedanken zu kommen. "Du hast ein schönes Kleid." Murmelte sie dann.


    [Iris Noire] ~ bei Kohaku, Doug & Dylas


    Das hysterische Geheule und Gekreische der Grünhaarigen schmerzte der Vampidame in den empfindlichen Ohren. Die Kleine versteckte sich hinter dem rothaarigen Fremden und wimmerte vor sich hin. Zwar hatte Noire bereits mehrmals gesagt, dass sie weder ein Monster war, noch jemanden fressen wollte, aber scheinbar war das immer noch nicht ganz angekommen. Und nun fing auch der Rothaarige mit diesem Unsinn an. Sein Begleiter hingegen begnügte sich damit, die Situation erstmal zu beobachten. Seinem durchaus auffälligen Aussehen nach zu urteilen, handelte es sich bei diesem wohl um ein Halbwesen. Entnervt seufzte Iris auf, ihre sonst so nüchterne Art bröckelte. "Kann es sein, dass ihr Menschen nicht nur ein Problem mit den Ohren sondern auch mit dem Kopf habt?" Fragte sie, die Stimme diesmal etwas dunkler, doch nicht bösartig. Man konnte eine leise Emotion aus ihrer Stimme hören, was ein deutlicher Unterschied zu ihrer sonstigen Gleichgültigkeit war. "Ich sage es jetzt ein letztes Mal: Ich. habe. kein. Interesse. irgendjemanden. zu. fressen." Sie sprach mit Pausen und Betonung, so deutlich wie möglich, damit auch die letzte müde Gehirnzelle irgendwo in den Köpfen der beiden es mitbekam. "Verstanden?" Bei dieser Frage war ihre Stimme wieder in ihren monotonen Klang zurück gefallen. Iris verschiedenfarbigen Seelenspiegel sahen von einem zum anderen, bis ihr Blick schließlich auf dem unbekannten Halbwesen ruhten. Was jemand wie er wohl hier machte, so ganz offen unter den Menschen? Oder war das inzwischen normal geworden? Wie lange war sie nun schon nicht mehr von ihrer Insel gekommen?

  • Sophia bei Aria


    Sophia war erleichtert, als das junge Mädchen ihr zu verstehen gab, dass alles okay war und sie sich anscheinend, außer einem etwas schmerzendem Knie, nicht übermäßig stark verletzt hatte. Ihre gleich darauf folgende Entschuldigung quittierte sie mit einem verständnisvollen Lächeln. “Das passiert doch schneller als man meinen mag bei so unzählig vielen Leuten. Ich nehme deine Entschuldigung selbstverständlich an.” Das Lächeln auf ihren Lippen verblasste jedoch ein wenig, als sie bemerkte, wie sich der Blick des Mädchens veränderte, nachdem Sophia sich nach ihren Eltern erkundigte. Da war sie wohl geradewegs in ein Fettnäpfchen getreten. Es war mehr als offensichtlich, dass sie mit ihren Worten in ihr etwas ausgelöst hatte, auf dass sie nicht gerne zu sprechen kam. Unwillkürlich presste die Adelstochter die Lippen zu einer schmalen Linie zusammen. Nun war es also an ihr sich bei der Kleinen zu entschuldigen. “Verzeih mir die Frage. Es war ungeschickt von mir.” Wieder setzte sie ein Lächeln auf. Ein ehrliches, aufmunterndes, das ihrem Gegenüber zu verstehen geben sollte, dass die Frage sowie das Thema, welches damit einher ging, beendet war. Zwar kam Sophia nicht umhin sich auf Grund ihrer stark ausgeprägten Neugierde zu fragen, was denn mit ihren Eltern geschehen war oder warum sie nicht gut auf diese zu sprechen war, doch die Höflichkeit und auch das Wohlbefinden dieses jungen Menschens verboten es ihr.

    Sophia war noch dabei über die unbekannten Eltern zu sinnieren, als ihr Gegenüber sie mit einer Bemerkung ihres edlen Kleides aus ihrer Gedankenblase zurück in die Gegenwart riss. “Ja findest du?”, Sophia begann zu strahlen. Komplimente taten doch jedem gut, oder? Zwar trug sie heute ein Kleid, dass ein paar Rüschen und aufwendige Stickereien weniger hatte und sie sich somit mehr wie eine normale junge Dame fühlte, aber dennoch erkannte man, dass sie keine einfache Bürgerin dieser Stadt war. “Ich schätze deine Worte, vielen Dank.” Kurz musterte sie die Kleidung des Mädchens. Besonders damenhaft war diese nicht und Sophia begann sich zu fragen weshalb. “Besitzt du ein Kleid, dass du sehr gern trägst?”, fragte sie schließlich vorsichtig. Jedes Mädchen besaß doch Kleider. Oder nicht? In ihrer Vorstellung war es zumindest so. Da kam ihr eine Idee: “Wenn du es mir beschreibst, schauen wir nach einem schönen Accessoire, das dazu passt.”, bot sie ihr freudig an und zwinkerte ihr zu. Die Adelstochter hatte das Gefühl die negativen Gefühle, die sie mit der Frage nach den Eltern erzeugt hatte, durch einige schöne ersetzen zu müssen. Immerhin war das Fest doch da, um Spaß und Freude zu bringen. Und das für jeden hier, egal ob Groß oder Klein.