Der Marktplatz

  • [Arisa] neben Chris auf dem Marktplatz


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    Als der Unbekannte Arisa auf ihre doch eher rötliche Gesichtsfarbe hinwies, zuckte die Nonne kurz zusammen. Das war ihm aufgefallen?! Und überhaupt, sie hatte sich seine Stimme ganz anders vorgestellt. Viel unangenehmer. Er wirkte gar nicht wie eines dieses männlichen Monster, die es ihrer Meinung nach zu Hauf gab. Vor allem in Sternbach. Arisa schüttelte kurz den Kopf, als ob sich eine unsichtbare Fliege auf ihre Nasenspitze gesetzt hatte. Selbst wenn seine Stimme noch so angenehm war, so etwas verwerfliches durfte sie gar nicht denken! Aber seine Art, die Mimik die er beim Sprechen benutze ließ ein warmes Gefühl in ihrer Brust aufflammen, dass sie sonst nur kannte, wenn sie sich ausmalte, wie sie dem Leben in der Kapelle entkommen konnte. "Also kein Apfel...", murmelte sie und ärgerte sich etwas, dass sie eine so aufregende Frucht überhaupt vorgeschlagen hatte. Wenn der junge Mann von Gott gesandt war würde er sicher keinen Apfel annehmen. Sie war so dumm. "Was wäre denn in eurem-" Arisa hätte sich direkt ohrfeigen können. "Äh, was wäre denn in deinem Interesse?" "Denk doch nach, bevor du deinen Mund aufmachst! Ein Kluger tut alles mit Vernunft; ein Narr aber stellt Torheit zur Schau", zitierte das Mädchen in Gedanken einen Spruch des Salomon aus dem alten Testament, um sich ein wenig zu beruhigen. "Ich würde mich wirklich zu gerne angemessen entschuldigen." Und außerdem konnte sie ihn doch nicht einfach so wieder gehen lassen? Sie hatte noch nie das Gefühl gehabt, eine Prüfung, ein Zeichen oder irgendetwas in dieser Art von Gott empfangen zu haben, deshalb war dieser junge Mann etwas besonderes. Ihre Begegnung konnte kein Zufall gewesen sein! "Ich bin übrigens Schwester Arisa, aber du kannst einfach Arisa zu mir sagen." Diesmal hatte sie ihre Worte mit Bedacht gewählt und fand, dass sie direkt viel moderner rüberkam. Denn tatsächlich gab es kaum Leute, die sie nicht Schwester nannten. Aber in dieser Situation war einfach nur ihr Vorname angemessen, richtig? "Und wie darf ich dich nennen?"

  • [Am Marktplatz] Chris & Arisa


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    Als der Student seine Stimme erhob zuckte das Mädchen zusammen. Hatte er sich unmerklich im Ton vergriffen oder war er dermaßen einschüchternd? Vielleicht hätte der Dunkelhaarige doch noch einen Blick in den Spiegel riskieren sollen. Die Augenringe waren offenbar doch recht abschreckend. An etwas Anderem konnte es eigentlich nicht liegen, richtig? Sie schüttelte den Kopf aber war das auch die Antwort auf seine Frage? Das Mädchen war irgendwie eigenartig - sonderbar aber vielleicht genau deshalb so interessant. Bedeutet das, dass es ihr nicht gut ging oder hatte sie seine Frage einfach überhört? Seine Frage blieb offen aber da das tomatenrot langsam etwas verblasste und schließlich eher ein zartes Rosa war ging der Student davon aus, dass es sich vielleicht doch nicht um eine Akutsituation handelte und das Leben des Mädchens, welches sich später als Arisa vorstellte, nicht in Gefahr war. Sie schien ein wenig enttäuscht, dass er ihre Einladung zum gemeinsamen Apfelessen nicht annahm aber wollte sich offenbar revanchieren auch wenn sie in Chris‘ Augen nichts falsch gemacht hatte. Immerhin war er mit den Gedanken ganz woanders gewesen. Der Student hatte jedoch das Gefühl, dass Arisa nicht davon abzubringen war also willigte er auf gewisse Weise ein. „Ich wollte mir eigentlich selbst etwas machen aber bin nicht mal sicher ob ich heute dazu in der Lage bin...“ Er kratzte sich am Hinterkopf. „...vielleicht seh ich mir mal den kleinen Imbisstand dort drüben an...“ Er deutete auf einen kleinen Imbiss unweit von ihnen entfernt, der kleinere Snacks anbot und die ein Student bestimmt nicht verschmähen würde - Man bekam dadurch schnell etwas Essbares, wurde halbwegs satt und musste nicht selbst irgendetwas kochen was schließlich auch wieder mit Abwaschen in Verbindung stand und das war etwas das Chris heute definitiv zuwider war. Seine Mitbewohner würden dann bestimmt wieder rumstressen, wenn er das schmutzige Geschirr einfach stehen lassen würde und heute war er tatsächlich nicht in der Stimmung mit irgendjemanden zu diskutieren. Alleine der Gedanke daran führte zu Kopfschmerzen, was vielleicht auch mit gem Vorabend zusammenhing. „Ich bin Christoph aber du kannst gerne Chris zu mir sagen.“ stellte sich schließlich auch der Dunkelhaarige seiner neuen Bekanntschaft vor. „Schwester... Alisa?“ Das heute noch nicht funktionsfähige Gehirn des jungen Mannes ratterte. Doch ehe er sich versah waren die Worte schon ausgesprochen. „Heißt das... bist du Krankenschwester oder...?“ Er sah in das Gesicht des jungen Mädchens. Das ordentlich gekämmte Haar und der noch viel ordentlichere Kleidungsstil. Es fiel ihm wie Schuppen von den Augen. Natürlich. Warum war es ihm nicht vorher aufgefallen. „ Du bist Nonne?“ Sein Tonfall klang nicht wertend sondern vielmehr irritiert. Er hatte wahrscheinlich noch nie ein so junges Mädchen kennengelernt, das sich Gott verschrieben hatte. Waren Nonnen nicht immer alte verschrobene und frustrierte Weiber? Ein Lächeln umspielte die Lippen des Studenten und er versuchte nicht an irgendwelche komischen Filmchen mit ganz und gar nicht tugendhaften Nonnen zu denken. Er drehte sich leicht zur Seite, in die Richtung des Imbisstandes und sah Arisa über seine Schulter an. „Kommst du?“ Er sah sie abwartend durch seine grünen Augen an, die irgendwie an der Geschichte hinter ihrem Nonnenwerdegang interessiert zu sein schienen.


  • Ria in der nähe von Chris und Arisa


    Die Blondine hatte einfach weiter die beiden beobachtet und versuchte zu überlegen was sie machen sollte wenn der vermeintliche Streit ernster werden würde. Doch da kam nichts außer das es beim erneuten hin schauen zu wirkte, als unterhielten sie sich normal und Ria aufhört da noch weiter was zu zu denken wie das wohl passiert sein musste. Dabei fällt ihr auch wieder ein, das sie hier war wegen was kühles zu trinken oder zu essen und nochmal versucht einen Stand hier zu finden. Das ging jetzt auch ohne groß herum zu irren, da das schon peinlich ist und nur weil sie oft mit den Gedanken woanders ein wenig. Sie macht sich Gedanken darüber wann sie packen sollte und zu das neue Heim gehen, da es in der WG nicht mehr so toll war wie damals als sie neu hier her gezogen war. Sie lief fast in die beiden rein, als sie so in Gedanken gewesen war und doch noch rechtzeitig das bemerkte. Sie entschuldigte sich zur Vorsicht und sieht dann endlich einen Imbisswagen, wo sie hoffe was schönes bekommen wird.

    "Warum verlangen die Menschen nur immer nach Kräften, die das Ende der Welt bedeuten könnten?"
    Ist aus Tales of Xillia.

  • [Arisa] mit Chris auf dem Marktplatz an einem Imbissstand



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    "Chris also!", Arisas Herz schlug wieder schneller, obwohl sie sich ja eigentlich hatte zusammereißen wollen. Aber niemand konnte von ihr verlangen, dass sie so viel Selbstbeherrschung aufbrachte wenn der Name des Mannes, den Gott ihr gesandt hatte wortwörtlich "Christusträger" lautete. Das bestätigte sie nur noch mehr in der Annahme, dass dieser Junge Mann vor ihr etwas bedeuten musste. Vielleicht sogar nicht nur für sie selbst sondern.. Für die gesamte Menschheit? Oh Himmel! Und sie war auserwählt dazu, diese Nachricht zu überbringen? Sie war als Botschafterin auserwählt worden? Arisa konnte nicht anders und strahlte schließlich über das ganze Gesicht. "Ich bin eine Nonne!", bestätigte sie fröhlich und nickte begeistert dazu. Das war wahrscheinlich das erste Mal, dass sie sich darüber freute, dass sie war, was sie war aber es gab ja bekanntlich für alles ein erstes Mal. Chris sah sie zwar etwas verwirrt an, als er das Wort "Nonne" aussprach, aber diese Art Reaktion von Gleichaltrigen war Arisa gewohnt. Die Alternative dazu waren gemeine Bemerkungen und Gelächter. Deshalb waren ein paar irritierte Blicken für sie vollkommen in Ordnung. Wenn sie ganz ehrlich zu sich war, dann war wahrscheinlich alles, was Chris tat in Ordnung. Deshalb war natürlich auch seine Wahl des Imbissstandes total in Ordnung. Was nicht ganz so in Ordnung war, war das viel zu hübsche blonde Mädchen, das fast in sie und Chris reingelaufen wäre, als sie am Stand angekommen waren. "Macht nichts...", murmelte Arisa der Blondine kurz zu, als diese sich entschuldigte und hoffte dabei, dass sie und ihr Auserwählter gleich wieder ungestört waren. Sie hatte hier eine Mission zu erfüllen! "Hmm.. hier gibts echt viel.." Und um keine weitere Zeit zu verschwenden, wandt sich sich der aushängenden Speisekarte zu. Sie hatte so viele Fragen an Chris und sobald sie sich angemessen entschuldigt hatte, würde sie ihm auf jeden Fall welche stellen! Nur nicht zu viele, immerhin wollte Arisa ja nicht aufdringlich sein. "Willst du frittierte Kartoffelspalten..? Oder äh.. Oh, die haben ja auch diese dünnen Pfannkuchen!!" So einen hatte sie schon lange nicht mehr gegessen! Eigentlich gab es süße Sachen ja auch nur zu besonderen Anlässen. Aber waren solche Speißen wirklich außerhalb dieser Zeiten eine Sünde..? Angestrend starrte Arisa auf die Crepeauswahl an der Tafel und vergaß fast, dass es hier eigentlich um Chris ging.

  • [An einem Imbissstand] Arisa, eine namenlose Blondine & Chris


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    Ein Lächeln erschien auf den sanften Gesichtszügen des Mädchens. Sie strahlte förmlich und ihre blauen Augen leuchteten voller... Stolz? Sie war tatsächlich eine Nonne und das offenbar aus voller Überzeugung. Chris vergrub seine Hände in seinen Hosentaschen und legte den Kopf leicht schief ohne den Blick von der Jüngeren abzuwenden. Tatsächlich tummelten sich viele Fragen zu diesem Lebensweg in seinem Kopf. Dieser Weg war so vollkommen anders als sein Leben und obwohl jeder Mensch anders war, war dies ein Weg den er absolut gar nicht nachvollziehen konnte. Das keusche Leben in einer Kapelle. Die Kirche verbot einem schließlich alles was Spaß machte oder zumindest verpönte sie es. Ob sich Arisa dessen überhaupt bewusst war was sie in ihrem Leben verpasste? Ob sie jemals betrunken gewesen war? Einen Jungen geküsst hatte? "....wieso?" kam es lediglich über die schmalen Lippen des Studenten und er sah sie fragend an. Ob das Gespräch auch derartig verlaufen wäre, wenn sie eine einfache Schülerin gewesen wäre? Wohl kaum. Vielleicht war es taktlos es so unverblümt zu hinterfragen aber der Dunkelhaarige hatte sich keine Gedanken darum gemacht. Tatsächlich würde es ihn wirklich interessieren wieso man diesen Weg wählte und so war diese kleine Frage längst gestellt ohne das Chris sich großartig Gedanken dazu gemacht hatte. Am Imbissstand angekommen musterte der Dunkelhaarige die Speisekarte interessiert. Die Entscheidung war wirklich jedes Mal aufs Neue schwer und so musterte Chris gedankenversunken die aufgelisteten Speisen, als seine fromme Begleitung und er beinahe von einer blonden jungen Frau über den Haufen gerannt wurden. Im letzten Moment schaffte sie es noch eine Kollision zu verhindern und leise Worte der Entschuldigung kamen über ihre Lippen. Ihr Haar war sorgfältig zu einem Dutt zusammengebunden und sie schien völlig in Gedanken versunken. Während Arisa ihre Entschuldigung annahm sah Chris ihr nur stumm hinterher, ehe er sich wieder der Speisekarte widmete. Sein Magen rebellierte schon und so entschied sich der junge Mann für die Kartoffelspalten mit einem dazupassenden Dip und einem Getränk. Arisa selbst schien so in Gedanken versunken, dass sie nicht einmal bemerkte das er bereits bestellt hatte und der Verkäufer längst sie ins Visier genommen hatte um ihre Bestellung aufzunehmen. Die Augen des Mädchens waren auf die Auswahl an Crepes gerichtet und sie schien sich mehr Gedanken darüber zu machen als nötig. Schließlich schaffte sie es doch ebenfalls ihre Bestellung abzugeben, nachdem sie durch das unfreundliche Räuspern des Verkäufers auf die Schlange an anstehenden Menschen hinter sich aufmerksam gemacht wurde. Gerade als Arisa ihren Geldbeutel zücken wollte kam Chris ihr zuvor. "Lass stecken. Ich wette Gott zahlt nicht sonderlich gut..." Er schmunzelte in die Richtung der Gläubigen und reichte dem Verkäufer das nötige Kleingeld. Es dauerte nicht lange und die Bestellungen wurden den Beiden ausgehändigt und gerade wurde ein Stehtisch frei, den sich der Student gleich schnappte bevor irgendjemand anderes auf die Idee kam den letzten freien Tisch zu beschlagnahmen. "Was macht man den ganzen Tag als Nonne?" erkundigte sich Chris schließlich nachdem er den ersten Happen von seinen Kartoffelspalten genommen hatte und sah zu dem Mädchen, welches sich immer noch ein kleines bisschen zu ärgern schien, dass der Andere sie eingeladen hatte.

  • [Arisa] mit Chris auf dem Marktplatz an einem Imbissstand



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    "Aber ich wollte doch bezahlen...", meinte Arisa leise, als sie den Erdbeer-Sahne Crêpe entgegennahm und dann zu Chris an den Stehtisch watschelte. Schließlich wollte sie sich ja bei ihm entschuldigen! Aber eigentlich hatte sie auch nichts anderes, als eben diese Großzügigkeit von Chris erwartet und um den offensichtlich von Gottgesandten Engel nicht weiter zu belästigen, ließ sie ihr Portmonnaie in ihrer Schürzentasche. Außerdem hatte er recht. Arisa bekam ein eher geringes Taschengeld und das, was sie zum Einkaufen bekommen hatte reichte eigentlich nicht für einen Abstecher zum Imbisstand. Vorsichtig nahm sie einen Bissen von dem noch heißen Pfannkuchen und konnte nicht anders, als wieder zu lächeln. So etwas gutes hatte sie lange nicht mehr gehabt! Und Chris schienen seinen Kartoffeldinger auch zu schmecken. "Da gabs doch noch ein anderes Wort für, oder?" Arisas Blick wanderte zurück zu dem Wagen, an dem sie das Essen gekauft hatten und blieb bei der Speißekarte hängen. "Pommes!!! Das muss ich mir merken." Arisa nahm noch einen Bissen, während sie angestrengt überlegte, wie sie am besten auf die Frage antworten konnte, die ihre himmlische Bekanntschaft ihr eben gestellt hatte. "Nonne war ich irgendwie schon immer, glaube ich. Ich bin im Kloster groß geworden, weil meine Mutter mich dort abgegeben hat, als ich noch ein Säugling war.. Also ist es glaub ich einfach mein Schicksal!" "Wahrscheinlich ist es auch Schicksal, dass wir uns heute getroffen haben." "Naja und was man als Nonne so macht..." Arisas Stirn legte sich in Falten. Irgendwie war er ganz schön neugierig! "Nur nichts falsches sagen." "Wir sprechen viel mit Gott und versuchen, mit ihm in Einklang zu leben. So weit es geht ohne Sünde, aber... Ein Mensch ist nie ganz sündenfrei. Wir beten viel. Und wir backen. Und wir haben auch einen Garten mit ganz vielen Blumen und mit Gemüse und Obst!" Ob das seine Frage jetzt wirklich beantwortet hatte, wusste Arisa nicht so genau. Aber es hatte sie noch nie jemand gefragt, was sie den ganzen Tag so tat und eigentlich gab es da auch nicht viel zu erzählen. Wenn sie ganz ehrlich war, langweilte sie sich nämlich die meiste Zeit und schrieb viel zu oft Dinge in ihr Wutbuch, aber das konnte sie ihm ja unmöglich auf die Nase binden. Vor allem nicht ihm. "Aber äh- erzähl doch mal von dir! Was machst du so? Bist du glücklich mit dem, was du machst? Hast du dir schon mal Gedanken darüber gemacht, dass du vielleicht zu Höherem berufen bist?" "...Das war jetzt echt nicht diskret..." "Und ähm- was ist deine Lieblingsfarbe..?" Peinlich berührt nahm die junge Nonne einen großen Bissen von dem gefüllten Pfannkuchen und senkte ihren Blick. Sie hatte es total vermasselt und konnte sicher von Glück sprechen, wenn Chris jetzt nicht ging.

  • [An einem Imbissstand] Arisa & Chris


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    Das leise Murmeln des Mädchens ignorierte der Student gekonnt immerhin protestierte sie ohnehin nur halbherzig gegen seine Einladung und für ihn war das Thema schon abgeschlossen. Als Student hatte Chris auch nicht sonderlich viel Kohle aber ein Abstecher zum Imbiss musste doch schon noch drinnen sein. Wenn das nicht mehr drinnen war musste er sich glatt Sorgen machen. So eine Crêpe kostete zum Glück ja auch kein Vermögen und bevor das arme Mädchen darauf verzichtete nur um ihn als Entschuldigung einzuladen für ein Missgeschick, welches gänzlich er herbeigeführt hatte löste Chris die Sache lieber auf diese Weise. Bevor er vom Blitz getroffen wurde weil er eine Nonne ausnahm. Er glaubte zwar nicht an Gott oder dergleichen aber man konnte nie vorsichtig genug sein. Der Braunhaarige hatte keineswegs vor hier und heute das Zeitliche zu segnen. Offenbar schmeckte Arisa ihr Süßkram, denn sie nahm gleich einen großen Beißer davon bevor sie auf die Frage des Studenten einging. Chris selbst verschluckte sich fast an seinem Essen als das Mädchen davon erzählte wie sie auf diesen Weg gekommen war. Kein Bedauern lag in ihrer Stimme sondern viel mehr sah sie es als ihr Schicksal an. War dieser Gedanke nicht ein kleines bisschen naiv? Aber vielleicht gehörte gerade diese Eigenschaft dazu wenn man Nonne war. Man glaubte an das Gute im Menschen - man vergab - man lebte ein vorbildhaftes Leben. "Hast du nie darüber nachgedacht etwas anderes zu machen?" gab Chris zu bedenken während er sich eine Pomme schnappte und sie im Dip versenkte. Seine grünen Augen sahen kurz auf, ehe er wieder weiter aß. Wer war er eigentlich das er dieses gläubige Mädchen von ihrem Weg abbringen wollte? Vielleicht dachte er daran wie viel Spaß ihr in Wahrheit entging während sie dieses eingeschränkte Leben führte. Genau genommen wollte er Arisa nicht von ihrem Weg abbringen, sie kannten sich dafür noch nicht einmal gut genug und offenbar schien sie ja vollkommen davon überzeugt zu sein das dies der richtige Weg für sie war und er sollte verdammt sein ihr das madig zu machen. Ihr Alltag klang nicht wirklich nach dem Alltag eines jungen Mädchens sondern eher nach dem einer alten verbitterten Frau aber Chris biss sich auf die Zunge als ihm dieser Gedanke kam bevor er es ungewollt auch noch aussprach. Schlussendlich wurde das Gesprächsthema wieder auf ihn gelenkt auch wenn dem Studenten das nicht ganz recht war. Zuhören war im Moment wesentlich leichter als großartig Smalltalk zu führen aber da musste er wohl durch und so holte der Braunhaarige einmal Luft ehe er zum Reden begann. "Ich studiere Pharmazie. Ob ich glücklich damit weiß ich noch nicht..." Er zuckte beiläufig mit den Schultern. "...ich wäre glücklicher wenn das Studium nicht so hart wäre schätze ich." Ein Grinsen zierte seine Lippen kurzzeitig ehe es wieder erlosch und er Arisa einen verwirrten Blick schenkte. "Zu etwas Höherem?" hinterfragte der Dunkelhaarige ihre Frage und war sich nicht sicher was sie damit meinte. "Ich denke dazu bin ich zu wenig zielstrebig und ein kleines bisschen zu faul..." Er lachte ertappt auf und war sich nicht sicher ob er die Frage des Mädchens damit beantwortet hatte. Ein kleines bisschen seltsam war sie ja schon aber zum wiederholten Male vermutete Chris, das sie nicht sonderlich oft unter Leute kam - unter normale Leute...

  • Ria an den Stand wo die anderen auch


    Der Blondinen war froh, das die anderen nicht böse wohl waren beim fast rein gelaufen zu sein und sie die Karte am besten studierte. Sie hatte immer noch großen Durst, was der eigentlich Grund gewesen war hier zu sein trotz einmal im Kreis gelaufen zu sein. Dabei hörte sie ganz kleine Brocken vom Gespräch der anderen und sie lächeln musste. Das erinnerte Ria ein wenig an ihre Jugend und wie sie auch gerne mit anderen über Interessen oder so sprachen und dabei Freunde wurden. Daher wäre es schlauer sich auch nicht in deren Gespräch sich einzumischen. Das Mädchen wirkte sehr aufgeregt und Neugierig Gegenüber den Jungen auf Ria, wo der Junge ruhig erschien. Ob das so richtig ist, das Ria egal auch ist. Sie reimt sich das nur zusammen beim beobachten. Sie holt sich auch so einen Crepe, wo sie Schokoladensoße rauf haben wollte und zu trinken nahm sie jetzt einfach eine Cola. Dann geht sie zur Seite, da wirklich viele anstehen ohne in jemand wieder rein zu laufen und sich dadurch mehr als blamieren. Daher beschließt sie einfach mit den Verkäufer ein wenig sich zu unterhalten, wenn Luft dazu da war und denkt ein wenig an ihren Vater und fragt sich wie es ihn eigentlich geht.

    "Warum verlangen die Menschen nur immer nach Kräften, die das Ende der Welt bedeuten könnten?"
    Ist aus Tales of Xillia.

  • [Arisa] mit Chris auf dem Marktplatz an einem Imbissstand

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    Chris beantwortete all ihre Fragen -bis auf die, mit der Lieblingsfarbe- und lächelte danach ein viel zu hübsches, schiefes Lächeln. Wahrscheinlich hielt er sie für nicht ganz richtig und wer konnte ihm das verübeln? "Pharmazie klingt ziemlich kompliziert", murmelte Arisa beschämt und wich dem Blick des Jungen konstant aus. "Das ist was mit.. Medikamenten, richtig? Damit kenn ich mich nicht so aus, wir benutzen sowas nur im absoluten Notfall. Die anderen sagen, das ist Teufelsz-" "Verdammt." "Also, wir.. wir benutzen bei Krankheit eher die Kräuter, die bei uns im Garten wachsen." Das fand er sicher auch schräg. Für Arisa war das ganz normal, aber sie war sich bewusst, dass ihr Lebensstil für die Menschen, die nicht im Kloster lebten, komisch sein musste. Vielleicht sollte sie einfach wieder gehen? Der nächste Bus ging bestimmt bald und im Moment wollte sie einfach nur aus dieser Situation fliehen. Allerdings horchte sie auf, als Chris erzählte, dass er sich nicht sicher war, ob ihn das Studium glücklich machte. "Ich hab schon öfters darüber nachgedacht, was anderes zu machen", gab sie deshalb zu. Ihre Stimme klang dabei immer noch verunsichert, aber sie sah ihm immerhin wieder in die Augen. "Aber wenn du mal darüber nachdenkst, also... Wir bieten bei uns manchmal solche Kurse an, damit man zu sich selbst findet. Ich meine nur, falls du merkst, dass dein Studium nicht das richtige ist. Gott wird dir dann bestimmt sagen, was du stattdessen tun kannst!" Arisa räusperte sich kurz, holte Luft und schob sich dann den Rest ihres Crêpes in den Mund. "Auf jeden Fall danke ich dir sehr für das leckere Essen. Ich würde gerne noch länger bleiben, aber ich bekomme Ärger, wenn ich nicht bald zurückgehe..." Die junge Nonne sah auf ihre Taschenuhr, die sie in der Tasche ihrer Schürze aufbewahrte und dann wieder zu Chris. Ihr Blick verriet, dass sie wirklich gerne noch länger geblieben wäre. Hier. Bei ihm. Arisas Herz schlug plötzlich viel schneller, als sie in die grünen Augen ihrer neuen Bekanntschaft sah und irgendwas in ihr löste das Verlangen aus, nach seiner Hand zu greifen. Sie wollte sehen, wie groß seine Hand im Gegensatz zu ihrer war. Und sie hätte gerne gespürt, wie warm... "Oh Herr!" Wie konnte sie sodenken?! "Tut mir leid", hauchte das Mädchen und wusste dabei nicht mal genau, für was sie sich eben entschuldigt hatte.

  • [An einem Imbisstand am Markt] Arisa & Chris


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    Immer wieder wich sie dem Blick seiner grünen Augen aus, hielt den Kopf gesenkt und vermied es ihm anzusehen während sie mit einem kaum hörbarem Murmeln auf seine Aussage einging. Er musste sich schon sehr anstrengen ihr sanftes Stimmchen im Rummel des Marktes zu vernehmen, wollte das Aschenputtel aber auch nicht noch mehr in Verlegenheit bringen also rutschte er ein kleines bisschen näher an sie heran um sie besser verstehen zu können. Offensichtlich war die Situation ihr nicht sonderlich angenehm, sie wirkte nervös aber Chris wusste beim besten Willen nicht wie er das arme Mädchen in Verlegenheit gebracht haben konnte. Eigentlich unterhielten sie sich doch wie zwei ganz normale Menschen oder war er mittlerweile auf sozialer Ebene so zurückgeblieben, dass er die Grundregeln der Kommunikation auf irgendeine Art und Weise verletzt hatte? Vielleicht sollte er doch wieder öfters rausgehen. Irgendwie hatte er sich seit er wieder in Riverport war doch sehr eingeigelt und hatte nur wenn es irgendwo kostenlos Alkohol gab oder er etwas zu Essen gebraucht hatte das Wohnheim verlassen. Dabei mochte er die Stimmung auf Festen und Partys aber irgendwie hatte er kaum Anschluss mehr zu den Menschen hier. Beinahe waren seine Gedanken lauter als die Stimme der Hellhaarigen und so winkte er seine Gedanken beiseite und konzentrierte sich wieder auf die Jüngere. Er nickte stumm als sie sein Studium näher hinterfragte und auf den schmalen Lippen des jungen Erwachsenen erschien ein Grinsen als ihre Worte sein Ohr erreichten. Auch wenn sie beschämt zurückruderte wusste er ganz genau als was sie die Schulmedizin gerade bezeichnen wollte und dem Dunkelhaarigen entwich ein kurzes Lachen. Amüsiert funkelte er dieses ungewöhnliche Mädchen an. "Die Anderen haben gar nicht so unrecht. Es ist wirklich Teufelszeug..." Er dachte an all die Neben- und Wechselwirkungen, die jeder einzelne Wirkstoff hatte. "Aber es kann Menschen das Leben retten, wenn natürliche Sachen nicht mehr helfen..." Wahrscheinlich einer der Gründe warum er sich für diesen Weg entschieden hatte. Er war felsenfest überzeugt, dass es bereits Mittel und Wege gab auch bisher als unheilbar deklarierte Krankheiten zu heilen. Er war der Meinung, dass Pharmakonzerne bewusst Informationen zurückhielten weil man mit Krankheit viel Geld verdienen konnte aber er wollte den anderen Weg gehen. Er wollte das machen um eines Tages selbst daran zu forschen. Wahrscheinlich wäre es nur ein Tropfen auf dem heißen Stein aber er wollte einfach etwas hilfreiches machen. Es überraschte Chris tatsächlich als Arisa davon berichtete, dass sie schon oft darüber nachgedacht hatte etwas anderes zu machen. Er hatte seinen Blick von den Kartoffelspalten losgerissen und ihn interessiert auf das Mädchen gerichtet, die ein gutes Stück kleiner war als er. Immer wieder trafen sich ihre Blicke. Immer wieder richtete sie ihre blauen Augen auf ihm nur um ihm dann wieder auszuweichen. Er konnte ihre Intention hinter diesem Verhalten zwar nicht ausmachen aber diese Unsicherheit ja fast schon Unbeholfenheit war wirklich süß. Der Student hatte eigentlich erwartet, dass sie ihm von ihren Ideen berichtete einen anderen Weg einzuschlagen aber stattdessen schien sie viel mehr ihm auf andere Wege leiten zu wollen. Wege, die bestimmt nichts für ihn waren wenn er sich ihre Erzählungen so anhörte. Wege, die eigentlich nur in eine Richtung zu führen schienen. Gott. Leider konnte er diesem ominösen Wesen so rein gar nichts abgewinnen aber er wollte Arisa nicht vor den Kopf stoßen. Es gab viele Menschen, die sehr gläubig waren und er war ja kein Unmensch, dass er in die Welt hinaus lief und ihnen ihren Glauben madig machen wollte also schenkte er dem Mädchen einfach nur ein Lächeln. "Danke für die Einladung aber bist du sicher, dass ich nicht vom Blitz getroffen werde, wenn ich doch ständig mit Teufelszeug zu tun habe?" Hoffentlich verstand die Kleine ein wenig Spaß. Es war ja allgemein bekannt, dass Gläubige oft ein wenig zu verbissen waren. Vielleicht war das aber auch nur ein Irrglaube. Das Mädchen stopfte sich den letzten Happen der Crêpes in den Mund und sah dabei aus wie ein Hamster, der in den Backen Futter angesammelt hatte aber Chris versteckte sein Grinsen hinter seiner Hand um Arisa nicht noch mehr in Verlegenheit zu bringen. Offenbar war es an der Zeit für das Mädchen aufzubrechen aber ihr Blick gab zu verstehen, dass sie eigentlich viel lieber noch länger hier geblieben wäre aber vielleicht verstieß es auch gegen irgendein Gebot wenn man bis zu einer bestimmten Uhrzeit sich noch draußen herumtrieb. Man wusste ja nie. Ein kleines bisschen tat das Mädchen ihm ja tatsächlich leid. Ihre Welt musste so klein sein, so eingeschränkt. Vielleicht wusste sie gar nicht was sie dort außerhalb ihrer Seifenblase alles verpasste. Das Vibrieren in seiner Hosentasche lies ihn sich kurz von seiner Gesprächspartnerin abwenden um seine Nachricht zu checken. Cylie. Mit gemischten Gefühlen las er sich ihre Nachricht durch, steckte das Handy aber im nächsten Moment wieder in seine Hose als es ihm wie Schuppen von den Augen fiel. "....ooooder du kommst mit mir auf ein kleines Fest in den Bergen und riskierst den Ärger." Seine grünen Augen funkelten Arisa erwartungsvoll an. So würde er wieder mehr unter Menschen kommen und das arme Mädchen würde ein wenig raus kommen. Zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Vielleicht würde er auch ein paar bekannte Gesichter wieder sehen wobei sich ihm bei einigen bekannten Gesichtern wahrscheinlich der Magen umdrehen würde. "...manchmal machen Dinge die Ärger bringen den meisten Spaß." Er hob seine Augenbraue und wartete auf die Antwort des Mädchens nur um sich währenddessen zu fragen ob er Cylie wirklich noch Geld schuldete oder ob sie ihm einfach dreist anlog.

  • [Gabriel] kommt an | warten auf Marie & Clive



    Schon früh war Gabriel auf den Beinen gewesen. Da er gestern noch seiner Mutter hatte helfen müssen, wurde es zeitlich auch eng mit den Essensvorbereitungen! Nun aber hatte er es geschafft und geschwind Richtung Marktplatz zu laufen. Ihn war die Sorge überrannt, dass er viel zu spät kommen würde - was bei dem jungen Latino leider häufiger vorkam. Daher war er umso überraschter, als er weder Marie noch Clive hier sah - sie waren doch nicht etwa ohne ihn gefahren?! Ein Blick auf die Uhr verriet ihm schließlich, dass er tatsächlich zeitig dran war und seine Klassenkameraden bestimmt schon auf dem Weg. Daraufhin atmete Gabriel erstmal langsam aus, bis sich seine Atmung wieder anpasste - er war auch schnell gerannt! Hoffentlich hatte es den Sachen in seinem Rucksack keinen Abbruch getan... Na, selbst wenn wäre es nun auch zu spät. Gabriel beschloss, eine Runde um den Platz zu drehen, denn heute war sogar Markttag. Er liebte es einfach, die frischen Waren zu betrachten und sich dem Treiben hinzugeben, auch wenn es hier - wie er mittlerweile wusste - kein Vergleich zu seiner Heimat war, war es trotzdem sehr schön. Ach, wo blieben Marie und Clive denn nur? Geduld gehörte einfach nicht zu seinen Stärken.

  • Marie kommt an


    Es war etwas überraschend für die Teenagerin, dass sie nicht wie sonst immer viel zu früh dran war. Eigentlich musste sie sich immer darum bemühen langsam zu gehen, später aus dem Haus zu kommen oder eben lange auf ihre Verabredungen warten. Heute allerdings war sie pünktlich. '5 Minuten vor der Zeit ist die wahre Pünktlichkeit.', hätte ihr Vater ihr gepredigt, aber vier Minuten waren wohl auch in Ordnung. Schon von weitem glaubte sie den Brünetten Schopf von Gabriel zu erkennen. Und tatsächlich irrten sich ihre Augen nicht. "Guten Morgen.", sagte die Schwarzhaarige, als sie nah genug bei ihm war und lächelte. Wie sie, hatte auch er einen Rucksack gepackt der ebenso voll gestopft aussah wie ihr eigener. Sie schleppte mal wieder viel zu viel mit. Als sich das Mädchen umsah konnte sie auch schon Clive in der Ferne ausmachen und winkte ihm zur Begrüßung zu.

  • Clive kommt zu Marie und Gabriel


    Total verpennt kroch der Teenager aus seinem Bett. Ein schwacher Blick seiner müden Augen, fiel auf den Wecker. Komisch, normal wachte er nie vor dem Wecker auf, sondern immer erst wenn dieser klingelte. Plötzlich weitete sich sein Blick. Clive war gar nicht vor dem Wecker aufgewacht.... der Wecker hatte gar nicht geklingelt! Ouhweia... wie konnt ich nur vergessen den Wecker zu stellen...  Hastig packte Clive seine Sachen zusammen. Was sollte er nochmal mitbringen? Eine Decke oder? Hoffentlich war es die Decke! Schnell warf er in seinen Rucksack eine Flasche Wasser, sein Handy, eine Lupe und sein Insektenbestimmungsheft - man weiß ja nie - sowie eine paar kleine transport Terrarien und eine Picknickdecke. Rasch schlüpfte er noch in sein Outfit, verschwand 5 Minuten im Bad und sprang dann auf sein Rad, welches ihm zum Markplatz beförderte. Kurz vor Knapp und natürlich als letzter, traf auch er an der Bushaltestelle ein. Clive kettete sein Rad an einen Zaun und begrüßte die Anderen beiden. Als er Gabriel sah, musste er besonders Grinsen, seine Kleiderwahl war einfach passend süß für so einen Ausflug. "Hey! Sorry für meine Verspätung... hab verpennt." Nervös rieb er sich am Hinterkopf. Es war ihm sehr unangenehm gerade als er neue Bekanntschaften gemacht hat, schon direkt einen schlechten Eindruck zu machen. Doch die peinliche Situation wurde direkt durch das Eintreffen des Buses gelöst.


    ✶★"Eine kleine Überlegung, ein kleiner Gedanke an andere, macht den ganzen Unterschied aus."★✶

    - Winnie Puuh




  • [Gabriel] mit Marie & Clive | im Bus nach Sternbach~


    Gabriel war ziemlich zappelig, da er seine Vorfreude auf den Ausflug mit seinen neuen Freunden kaum zügeln konnte. "Guten Moooorgen Marie!", rief er ihr entgegen und kam auf sie zu. Von weitem kam auch schon Clive angerannt, dem Gabriel bereits mit einem Winken begrüßte. "Gerade noch rechtzeitig! Wenn wir den Bus verpasst hätten, hättest du dich einer Challenge stellen müssen.", scherzte er mit einem breiten Grinsen auf den Lippen. Tatsächlich lag es nur an der eigenen Aufregung Gabriel's, dass er pünktlich war, denn jene war sonst definitiv nicht die Stärke des Latinos. Seine regelmäßiges zu Spät kommen in der Klasse, schob er gut und gerne auf seine südamerikanischen Gene und das ganz ohne rot zu werden. "Los geht's, los geht's.", meinte er, während er hinter den beiden anderen in den Bus trottete und sich ein Ticket zog. Schon fuhr der Bus ab und trug sie erst durch die Stadt, ehe es über Land ging Richtung Sternbach~

  • [Marlin] on his way~



    Marlin war nicht im Hier und Jetzt.

    Das war ungewöhnlich. Er war ein Meister dahin beides - Vergangenheit wie Zukunft - zu ignorieren, zu verleugnen gar. Es spielte keine Rolle. Was war, war ebenso wenig wichtig, wie das was sein würde. Es kümmerte ihn nicht. Schon lange nicht mehr.

    Dadurch besaß er ein hohes Bewusstsein für seine Umgebung. Er spürte die Schritte, die er tat. Hörte hin, sah. Begriff mit all seinen Sinnen, die Gegenwart, in der er sich befand. Oft ziellos - jedoch nie gedankenlos. Trotz seiner bestehenden Aufmerksamkeit, fühlte er sich nicht mit der Welt um ihn herum verbunden, etwas, was sich aufgrund dieser Eigenschaft vielleicht vermuten würde. Aber jegliche Verbindungen - zu allem - hatte er bewusst gekappt. Auch das war schon lange her.

    In diesem Moment jedoch befand er sich nicht hier. Ja, sein Körper befand sich im Bus, der von Sternbach nach Riverport fuhr. Er war sich dessen bewusst. Das Vehikel war alt und schäbig, der Lack heruntergekommen, die Abgase sichtbar schwarz zu sehen - wäre es nicht stockdunkel. Das Licht in seinem Inneren war grell, unangenehm und nur wenige Passagiere befanden sich an Board, zumeist mit geschlossenen Augen, vor sich hindösend. Obwohl genug Sitzplätze frei waren, stand er in der hinteren Mitte, eine Hand an der gelben Stange, mit dem Körper zum Großteil daran anlehnend. Sein Blick ging nach draußen, zur vorüberziehenden Landschaft. Selbst wenn nachts nichts davon zu erkennen war, ließ sie sich doch zumindest erahnen. Marlin mochte diese Augenblicke. Er mochte sie wirklich. Das simple Sein im Vorbeiziehen der Welt. Eine Welt, die sonst der Verdammnis geweiht war, wirkte dann mit einem Mal jung. Bereits mit Fehlern, aber noch mit so viel mehr offenen Möglichkeiten.

    Das war ein Grund, warum er stets weiterzog. Um diesen kurzen, friedvollen Gedanken ab und zu zuzulassen. Einen Frieden, den er sonst regelrecht zurückwies, weil er ihn nicht verdient hatte. Weil er schlichtweg lächerlich war. Das war kein Selbstmitleid. Das war Realismus.

    Und auch, wenn er sich bewusst darüber war, wo er sich befand - war er nicht hier. Seine Gedanken verweilten noch in Sternbach, diesem Kaff, diesem öden Fest. Der Begegnung mit Mia. Ihrem knappen, aufreizenden, albernen Aufzug. Ihrem gekünstelten Kichern, der Schock in ihrem Blick. Marlin sah sie so deutlich, als würde sie direkt vor ihr stehen. Seine Gedanken wanderten. Wanderten weiter zu letzter Nacht. Er in ihr. Ihre Verzweiflung. Ihre Hingabe. Kaum zu fassen, dass er noch keine 36 Stunden in der Gegend war. In diesem Nichts an Zeit war bereits zu viel Geschehen. Und die letzten Jahre? Seine Gedanken wanderten weiter, weiter zurück. Ereignisse, die wie ein Wirbel durch seinen Kopf fegten, Erinnerungen aufweckten. Kleiner Wirbelwind.

    Es passte nicht zusammen. Nichts davon. Seine Erinnerungen von dieser unsäglichen Frau passten nicht zu den Neuen der letzten 36 Stunden. Und was war mit ihm selbst?

    Was soll schon sein? Er war der, der er immer war. Okay, älter. Mürrischer. Langweiliger. Keine Lust mehr auf intrigierende Spiele, sich irgendwo einzumischen. Er kannte auch niemanden mehr, da machte es nur noch halb so viel Spaß. Schätze, da war er rausgewachsen.

    Aber das zwischen Mia und ihm, das war nicht irgendwer anderes, das waren nur sie beide.

    Nein, knurrte er, den Gedanken unterbindend. Da gab es kein 'wir'. Noch etwas, was schon lange nicht mehr existierte. Vielleicht nie existiert hatte. Ob er diese letzte Lüge im Nachhinein zur Wahrheit machen konnte?

    Da gab es noch etwas, an das er sich regelrecht verbat zu denken. Sie waren mal zu dritt gewesen, nicht?

    Marlin wusste nicht, ob er über diese Vorstellung lachen oder kotzen sollte. Diese fixe Idee von damals, dieser klägliche Versuch...

    Ahja. Shit happens. Zu ihm sowieso.

    Er blinzelte, als er am Rande mitbekam, dass der fucking Busfahrer zu ihm sprach. Endhaltestelle. Er wurde rausgeschmissen.

    Das war es, was ihm sonst nie passierte. Sich so sehr in Gedanken zu verlieren, dass er vergaß was um ihn herum geschah. Diese Art von Vergessen war gefährlich. Er hasste es.

    Unzufrieden mit sich, sprang Marlin aus dem Bus, zog sich die Kapuze über den Kopf und zerstreute sich, die Hände in den Jackentaschen vergraben.