Beiträge von Theru

    Es tut mir voll leid @alle meine Postpartner, aber ich muss mich bis zum 7. August abwesend melden :( Klausurenphase und die Uni will iwie zusätzlich 5 Seminararbeiten von mir und das ist dezent viel für einen Monat deshalb jah

    Wenn ihr nicht warten wollt, postet euch einfach wech!

    [Mia] | mit Marlin in Mias Wohnung / Bett


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    Auf seinen Vorschlag hin verstummte Mia sofort. Natürlich würde sie nichts mehr sagen, gar nichts mehr. Lächelnd schmiegte sich Mia an ihn, sog seinen Duft ein und schloss die Augen. Sie würde alles tun, alles, was er wollte, immer. "Aber das ist nicht immer so gewesen." Nein. Früher hätte sie ihn für seine Worte ausgelacht, hätte ihn spöttisch angegrinst und seine geistige Verfassung infrage gestellt. "Glaub nicht, dass du mir irgendwas vorschreiben kannst", hätte sie gesagt und dann wäre sie davonstolziert, mit dem Wissen, dass sie bei der nächsten Gelegenheit wieder übereinander herfallen würden. Sie hatte so oft Konter gegeben- sogar als er sie angefleht hatte, Tara nicht zu bekommen, hatte sie ihm widersprochen. War empört darüber gewesen, dass er so etwas unmenschliches von ihr verlangte. "Unmenschlich..." Mia hatte auch damals schon gesehen, was er war, aber sie hatte es nicht ernst genommen. Es ignoriert. Es war nicht wichtig gewesen, nichts außer sie selbst war wichtig gewesen. Doch seitdem sie sich heute morgen getroffen hatten wurden die Erinnerung von damals wieder ein ganzes Stück klarer. Wie hatte sie all das, was geschehen war einfach so abtun können? Mia öffnete die Augen wieder, sah Marlins Brustkorb direkt vor sich und drückte sich noch etwas fester an ihn. Sie schluckte. Selbst wenn sie es gewollt hätte, hatte sie viel zu viel Angst, sich ihm auch nur ansatzweise entgegenzusetzen. Dass er damals gegangen war, war der Anfang vom Ende gewesen und mittlerweile war kaum noch etwas von ihrem alten Selbst übrig. Sie war gebrochen, abhängig und voller Angst. Angst davor, ihn wieder zu verlieren, ihn, Marlin, die einzige Person, die jemals so etwas wie Familie für sie gewesen war. Die einzige Person, die geblieben war, länger. Am längsten von allen. Bis... Die letzten Jahre hatte sie hier in ihrer Wohnung verbracht, hatte ihrem Leben und ihrem kleinen gemeinsamen Häuschen nachgeweint, ihrer Tochter und vor allem dem Mann, der sie in diese Lage gebracht hatte. Sie hatte verstanden, wie sehr sie ihn liebte, ihn brauchte. Ohne ihn war sie nichts. "Ich will nicht nichts sein." Die ganzen Gedanken in Mias Kopf machten sie müde. Sie wollte es nicht, aber ihre Augenlider fielen zu und das Gefühl von Watte breitete sich in ihrem Kopf aus. "Ich will bei dir sein." Aber sie durfte nicht einschlafen! Nur diese eine Nacht. Dann würde er wieder gehen. "Dann bin ich wieder nichts." Aber alles, was heute passiert war, alles, was sie heute gefühlt hatte machten ihren Körper so wahnsinnig schwer. "Ich will nicht nichts sein...", ihre Stimme war nichts mehr, als ein bedauernswertes Dahingemurmel und Mia war sich nicht mal sicher, ob sie es überhaupt ausgesprochen hatte. Hilflos schlang sie einen Arm um Marlin, als ob er dadurch nicht mehr gehen konnte. Als ob das irgendwas ändern würde. "Ich bin so müde, Marlin."

    [Arisa] mit Hinata neben einem Café


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    "Hinata also. Sehr erfreut!" Sie hatte es doch gewusst. Kein besonders christlicher Name, also wohlmöglich doch kein Gesandter von Gott, kein Zeichen, nichts besonderes. Aber er war ein Mann, richtig? Ein hübscher Mann, ein paar Jahre älter als sie und er schien recht freundlich. Also war es sicher kein Problem, etwas Zeit mit ihm zu verbringen. Arisa räusperte sich, wollte schon erklären, dass sie Kaffee nicht vertrug und deshalb auch nicht trank, als ihr Gegenüber Kuchen vorschlug. "K-Kuchen? Ehrlich?" Na gut, dann war er vielleicht doch mehr, als nur nett. Sehr nett traf es eher. Und anscheinend hatte Arisa ein Talent dazu, von jungen Männern zum Essen eingeladen zu werden. "Ich nehme Euer Angebot mit Freude an!" Ein Lächeln, sie schwang ihren Korb vor sich leicht hin und her und folgte Hinata dann fröhlich in das kleine Café. Arisa entschied sich für einen Sitzplatz direkt am Fenster und außerdem für ein Stück des saftigen Schokoladenkuchens, den sie im Schaufenster gesehen hatte. "Es ist sehr gütig, dass Ihr mich einladet. Kann ich es Euch irgendwie danken?" Denn das hätte sie nur zu gerne getan. Nicht nur, weil sie sich erkenntlich zeigen wollte, nein, sie wollte auch unbedingt mehr Zeit mit ihm verbringen, hier, in dieser Welt, die ihr Immer noch wahnsinnig fremd und gleichzeitig so spannend war. Schokokuchen gab es in der Kapelle selten. Schwester Margret mochte vor allem Bienenstich und wenn Schwester Ingrid Geburtstag hatte, feierten sie mit Stockbrot, das Arisas Meinung nach wie verkohlte Pappe schmeckte. Und sie selbst bekam im Monat kaum genug Geld, um sich etwas Süßes zu kaufen. Zumal sie von den Schwestern sowieso nur getadelt werden würde. "Gib dein Geld nicht für solchen Unsinn aus!" "Sagt, seid Ihr auch ein... Student?", wollte die junge Nonne wissen, nachdem sie sich eine Gabel voll Kuchen in den Mund geschoben, genüsslichen gekaut und runtergeschluckt hatte. Chris hatte ihr damals erzählt, dass er ein Student sei und sie glaubte sich zu erinnern, dass er erforschte, wie man giftige Tränke mischte. Oder so. "Oder geht Ihr einer ganz anderen Berufung nach?"

    [Mia] | mit Marlin in Mias Wohnung / Bett


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    Er war alles andere als lieb zu ihr gewesen. Und Mia hatte gar nicht anders gekonnt, als sich auf seine Berührungen, auf alles, was er mit ihr tat zu konzentrieren und sich ihm hinzugeben, obwohl der stechende Schmerz in ihrer Brust immer unerträglicher wurde. Sie hatte es trotz dieser Tatsache genossen. Hatte jeglichen Schmerz akzeptiert und ihn zugelassen. War irgendwann sogar dankbar dafür gewesen, dass er das hier mit ihr tat, überhaupt Zeit mit ihr verbrachte, obwohl sie ihm doch gar nichts bedeutete. Als er schließlich von ihr abgelassen hatte und neben ihr aufs Bett gefallen war, hatte sie sich zu ihm gedreht, die Beine etwas angezogen und ihn einfach angesehen. Obwohl ihr so viele Worte im Kopf rumflogen, gelang es ihr nicht, einen Satz daraus zu formen, der zu der jetzigen Situation passte. Zu gerne hätte sie ihn berührt, aber was würde dann passieren? Würde er dann aufspringen? Seine Sachen zusammensammeln und gehen? Mia wusste es nicht und sie hatte nicht den Mut, es auszuprobieren. Ihr fehlte auch die Kraft, ihm nachzulaufen, falls er sich dazu entscheiden sollte, sie wieder zu verlassen. Nicht zuletzt weil es zwischen ihren Beinen immer noch pochte und sie das Gefühl hatte, dass sich an den Stellen, an denen seine Finger sich in ihre Haut gegraben hatten blaue Flecken bilden würden. Sowieso konnte sie sich nicht daran erinnern, wann er sie das letzte mal so grob genommen hatte. Irgendwas war anders an Marlin. Irgendwas, so glaubte Mia, war noch kaputter, als es damals schon gewesen war. "Danke", flüsterte Mia schließlich in die Stille hinein, als sich ihr erschöpftes leises Keuchen beruhigt hatte und berührte mit der Spitze ihres Zeigefingers das Kopfkissen, auf dem Marlin lag. Hoffentlich würde er noch ein wenig länger hier liegen, damit das Kissen dann nach ihm roch. Sie würde es niemals wieder waschen. "Kannst du...", Mia räusperte sich, um eine klarere Stimme zu bekommen und auch, um Zeit zu schinden, aus Angst davor, sie könnte ihn mit dem, was sie gleich sagen würde doch wieder vertreiben. "Kannst du mir nicht irgendwas erzählen? Von dem, was du in den letzten Jahren so gemacht hast. Oder egal was. Echt egal, ich hör dir bei allem gerne zu..." Das klang schon wieder viel zu verzweifelt. Und sie wusste, dass das eine absurde Bitte war, jedenfalls für Marlin. Als ob er jemals irgendwas über sich preisgegeben hätte. Aber vielleicht war er ja jetzt, nachdem er offensichtlich einiges an Gefühlen an ihr ausgelassen hatte etwas besänftigt und würde darauf eingehen. "Oder... wir reden über was anderes. Über frühe-" Himmel, was tat sie da? Sie konnte sich auch gleich an ihn kuscheln und ihm sagen, wie sehr sie ihn liebte. Mia schluckte, verzog beschämt und wütend auf sich selbst das Gesicht und rutscht ein Stück weiter unter ihre Decke, bis sie bis zu ihrer Nasenspitze darunter verschwunden war. "..." Vielleicht blieb sie lieber stumm und betrachtete ihn einfach von ihrer Position aus solange es ihr noch vergönnt war.

    [Arisa] mit Hinata neben einem Café


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    Gerade schon wollte sie sich in Bewegung setzen, in Richtung des viel zu verlockenden Schokokuchens gehen, als sie jäh umgestoßen wurde und plötzlich da saß, wo sie eben noch gestanden hatte. Der Inhalt ihres Flechtkorbes, ein paar Äpfel und Pfirsiche lagen verstreut um Arisa herum und sie merkte, wie sich ein unangenehmer Schmerz ihren Rücken hochzog. "Was ist...?" Erschrocken sah das junge Mädchen nach oben und entdeckte einen jungen Mann, vielleicht ein paar Jahre älter als sie. Jetzt war sie eher überrascht. War das denn möglich? Noch ein Jüngling und auch noch mit solch einem wohlgeformten Gesicht? Und seine Haut, leicht gebräunt! "Und diese hohen Wangenknochen...!" Arisa wurde leicht rot, sammelte noch im Sitzen schnell das Obst auf und verstaute es wieder in ihrem Körbchen, bevor sie sich absichtlich unbeholfen aufrichtete und sich vor ihrer neuen Bekanntschaft entschuldigend verbeugte. "Entschuldigt mein dummes Rumstehen bitte vielmals! Ich hätte nicht so gedankenverloren den Kuchen angaffen sollen. Das war eine Sünde und ich bin mir dessen bewusst." Sie schenkte Hinata ein verlegenes Lächeln und legte den Kopf leicht schief, um niedlicher auszusehen. Den Schmerz, der langsam weiter ihre Wirbelsäule hinaufkletterte ignorierte sie gekonnt. "Ich bin Arisa. Und Ihr seid?" Er war wirklich hübsch. Zwar nicht ganz so hübsch wie Chris und er hatte bestimmt auch nicht so einen verheißungsvollen Namen, aber auch er war ein Tor zu ihrer geliebten Außenwelt, das sie gerne in Gebrauch nahm, wenn es sich ihr so anbot.

    [Arisa] neben einem Café


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    Es war lange her gewesen, seitdem Arisa die Kapelle in Sternbach das letzte Mal verlassen hatte. Seitdem sie diesen Chris am Marktplatz kennengelernt hatte, hatte sie viel gebetet, war des Öfteren verwirrt gewesen, wenn sie sich an dieses Treffen zurückerinnert hatte und hatte außerdem einige Seiten ihres Wutbuches gefüllt. Irgendwann war es dann endlich besser geworden, die Blumen im Garten mussten keine Köpfe mehr lassen und Arisa hatte ihr Lächeln wiedergefunden, das einige Zeit verschwunden gewesen war. Sie lebte in der Kapelle und damit war sie zufrieden. Glücklich, glücklich war sie. Etwas anderes als das und ihre unendliche Liebe zu Gott würde sie nie brauchen. Außer etwas Abwechslung, nur ab und zu mal, so wie heute. Heute war ein schöner sonniger Tag gewesen, an dem die anderen Nonnen viel zu sehr mit Gartenarbeit und Einkochen beschäftigt waren und deshalb hatte das junge Mädchen ihre Chance genutzt und war in den Bus nach Riverport gestiegen. "Nur ein bisschen." Sie würde nur ein bisschen durch die Gegend schlendern und sich die Leute ansehen, die nie so glücklich mit ihrem Leben sein würden, wie sie es war. Pfeifend und leicht hüpfend, in der einen Hand ihren geflochtenen Korb lief sie an den Cafés der Innenstadt vorbei und blieb schließlich vor einem hübschen Café mit roter Außenwand stehen, in dem sie glaubte, Katzen zu sehen. "Hm..." Ob Gott es ihr wohl verzeihen würde, wenn sie eine kleine Sünde in Form eines Stück Schokoladenkuchens beging...?

    [Simon] bei Nick vor dessen Krankenzimmer

    2787-harvest-moon-boy-simon-by-princesslettuce-d8kr02e-pngSimon hatte alles gehört, was Alice gesagt hatte und selbst, wenn er etwas nicht verstanden hatte, hatte sie es ihm doch letzten Endes bestätigt, bevor sie aus dem Krankenhaus gestürmt war. In sein Shirt hatte sie sich gekrallt, verzweifelt, fast schon panisch und hatte ihn angefleht, so etwas nicht von ihr zu verlangen. Wortlos hatte er ihr nachgesehen, hatte sie nicht berührt, als sie noch bei ihm gewesen war und hatte auch nicht versucht, sie aufzuhalten. Wieso auch? Simons Herz schmerzte bei dem Gedanken daran, was er eben mitangesehen hatte. Beide Hände in den Hosentaschen zu Fäusten geballt sah er Alice eine ganze Weile nach, betrachtete den Flur, hinter dessen Ende sie verschwunden war und wusste nicht, ob er wütend sein sollte. Vielleicht traurig. Niedergeschlagen, wohlmöglich sogar genau so verzweifelt, wie Alice es eben gewesen war. Aber er fühlte kaum etwas, außer eine schwarze, tiefe Leere, die ihn von Sekunde zu Sekunde mehr einnahm. Irgendwie bekam er nicht richtig zu fassen, was er eben gesehen hatte. Er war davon ausgegangen, dass sie Nick in den Wind schießen würde, endlich, nach allem, was dieser schon zwischen ihr und Simon kaputt gemacht hatte. "Der Kuss..." Der Blondschopf erinnerte sich, wäre es erst gestern passiert. Die einzige Erklärung für ihr Verhalten war, dass sie Nick liebte. Wahrscheinlich hatte sie das schon immer getan und wenn dieser nicht mit ihrer Schwester zusammen gewesen wäre... Wären sie dann überhaupt jemals ein Paar geworden? Simon spürte, wie sich seine Kehle zuschnürte und sich ein schrecklich unangenehmes Kribbeln in seinem Körper breit machte. Was, wenn er immer nur Alice zweite Wahl gewesen war? Mit schnellen Schritten lief er in Richtung Nicks Patientenzimmer, obwohl er gar nicht wusste, was er tun oder sagen sollte. Am liebsten hätte er ihn zusammengeschlagen, aber selbst, als er vor Nick stand und ihm direkt in die Augen sah, fehlte Simon die Kraft dazu. "VERDAMMT!" war schließlich das erste, das ihm einfiel und statt Nick musste die Wand neben Simon dran glauben. Das Pochen, das sich danach in seiner Hand breit machte, machte das Gefühl der Leere wenigsten ein Stück weit erträglicher. "Es ist deine Schuld", murmelte der Zwilling wenig später mit zittriger Stimme, den Blick auf den Boden gerichtet. Wieso musste immer er leiden? Wieso tat Alice ihm so etwas an? "Wieso kannst du uns nicht einfach unser Glück lassen...?" Ja, richtig, alles, was ihnen zu ihrem Glück fehlte, war, dass Nick ein für alle mal von der Bildfläche verschwand. Für jemanden, der nicht mehr da war, konnte man auch keine Gefühle mehr haben. Alice würde Nick vergessen und... endlich brav das tun, was Simon von ihr verlangte. Dann könnten sie glücklich werden. "Dann muss ich sie nicht mehr dafür bestrafen, dass sie so dumm ist. Dann ist alles gut... alles ist dann gut." Gegen Ende war sein Murmeln nichts mehr, als ein wirres, kaum verständliches Gebrabbel, an den Krankenhausflur unter seinen Füßen gerichtet. Wo war Alice hingelaufen? Zählte das überhaupt noch? ...Sollte er Nick nicht einfach hier und jetzt umbringen?

    [Mia] | mit Marlin in Mias Wohnung / Bett


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    Ganz wie erwartet kümmerte es ihn absolut nicht, mit wem sie im Bett gewesen war. Tatsächlich sah Marlin fast schon enttäuscht aus, jedenfalls glaube Mia, so etwas in der Art in seinem Gesicht erkennen zu können. Aber nur, bis er auf ihre Frage hin lachen musste, nicht laut, aber sein Lachen und die darauffolgende Antwort durchbohrten Mias Herz wie ein Messer, das ihr jemand gnadenlos ins Herz gebohrt hatte. "So viele...?", wollte sie fragen, aber jegliche Worte blieben ihr im Hals stecken. Sie spürte, wie ihr Körper von ganz alleine anfing, sich zu wehren, mit all den Emotionen nicht mehr zurechtkam und auf Fluchtmodus umstellen wollte. Mia begann, zu zittern. Auch wenn sie es vorher schon gewusst hatte, schon wenige Wochen, nachdem er damals gegangen war und es keine Lebenszeichen mehr von ihm gegeben hatte, traf sie die Erkenntnis hart. Er hatte sie nicht geliebt. Er hatte nicht an sie gedacht, schon gar nicht so, wie sie an ihn gedacht hatte. Sie war ihm völlig egal. "...All ihre Namen..." Marlin hatte diesen Satz gesagt, ohne auch nur einen Moment zu zögern. Während Mia alleine in ihrer Wohnung gesessen und jämmerlich auf ihn gewartet hatte, war es ihm gut gegangen. Er hatte sie ersetzt, nein, viel schlimmer. Sie hatte nie auch nur ansatzweise eine Rolle in seinem Leben gespielt. Mia schluckte, versuchte sich zu beruhigen, aber der Versuch, ruhiger zu atmen endete in einer fürchterlichen Schnappatmung, der unendlich viele Tränen folgten, während sie immer noch unaufhörlich zitternd unter ihm lag. Die Realität war schrecklich, hatte sie eingeholt und dabei mit voller Wucht getroffen. Jede Hoffnung, die noch irgendwo in ihr vorhanden gewesen war, hatte sich mit diesem Satz vollständig in Luft aufgelöst. Sie wollte das nicht. Sie wollte etwas besonderes für ihn sein, wollte von ihm geliebt werden, auf welche Weise auch immer. Schließlich liebte sie ihn so sehr, ja, vergötterte ihn schon fast und hatte doch so lange auf ihn gewartet. "Fick mich", hörte sich Mia kläglich wimmern. Ihre Gedanken drehten sich viel zu schnell, ihre Gefühle flogen durcheinander. Sie würde tun, was er verlangte. Sie würde alles für ihn tun. "Bitte fick mich, bitte... Genau, wie die anderen." Auch, wenn er ihr wehtat, wollte sie um jeden Preis vermeiden, dass er wieder ging. Ihr war bewusst, wie erbärmlich sie aussehen musste, mit ihren verheulten Augen und ihrem mageren, zitterndem Körper, aber sie ertrug lieber alles, was er ihr antat, als ihn wieder nicht mehr bei sich zu haben.

    Baby Nummer 3 bitte wieder, danke




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    Name: Arisa Marin

    Altersstufe: Teenager

    Geburtstag: 20. Februar

    Größe: 1,62m

    Familienstand: verheiratet mit Gott

    Familie: Arisa wurde als Baby vor der Kapelle abgelegt und lebt seitdem dort

    Herkunft: Sternbach

    Info: Arisa wurde als Baby vor der Kapelle in Sternbach abgelegt und von den Nonnen dort aufgezogen. Wenn man sie fragt, ist sie eine Dienerin Gottes und würde niemals zugeben, etwas anderes als ihr Leben in der Kapelle leben zu wollen. Die Wahrheit sieht leider anders aus, was Arisa aber krampfhaft zu verdrängen versucht. Sie hat ein kleines Buch unter ihrem Kopfkissen, in das sie schreibt, wie sie wen im Dorf umbringen würde. Name um Name, immer, sobald jemand gemein zu ihr war. Es gibt eigentlich niemanden, den sie wirklich mag- manchmal könnte sie selbst den Blumen im Kappellengarten die Köpfe abreißen. Allerdings nimmt sie sich bis auf ihr kleines Büchlein und gelegentliche "Unfälle", bei denen Dinge im Haus Gottes kaputt gehen sehr zusammen und hofft dabei, durch ihren unterdrückten Frust nicht irgendwann einfach einen Schlaganfall zu bekommen.

    Job: Nonne

    Charakter: engstirnig, treu, hat unterdrückte Wutprobleme und einen ausgeprägten Freiheitsdrang, "Angst" vor Männern, ungeduldig, versucht krampfhaft "fake it 'till you make it" zu leben, kindisch, stur, schräg, weltfremd, paranoid, antisocial, oft ängstlich, denkt nicht besonders viel nach bevor sie handelt, bisschen schizophren

    Vorlieben: Ihr Wutbuch, Verschwörungstheorien, verbotene Sachen, Abenteuer, heimlich ausbüchsen, Wind, Freiheit, Nudelsuppe, Bilder von fremden Ländern, schreiben, zeichnen, frisches Obst, romantische Filme, pornografisches Zeug jeglicher Art

    Abneigungen: Die Kapelle, ihr Leben, Männer (die sind das pure Böse), Leute die ihr ihre gespielte Nettigkeit nicht abkaufen, Gott, Flugzeuge, Horrorfilme, pornografisches Zeug jeglicher Art

    Wohnort: Sternbach - Kapelle am See

    Vergeben an:  Theru

    Das ist pures Gold und ihr solltet es alle noch mal lesen

    [Mia] | mit Marlin in Mias Wohnung / Bett


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    Mia hätte sich gerne noch sehr viel intensiver um ihren Besucher gekümmert, sich länger mit seinem Körper beschäftigt, den sie so lange nicht mehr berühren hatte dürfen, aber sie beschwerte sich nicht, als Marlin sich erneut ihre Handgelenke griff und sie dann rücklings aufs Bett drückte. Dann begann er mit einer Hand über ihre Haut zu streichen, überall und... sanft. Viel zu sanft. Keuchend, flehend sah sie ihn an und hoffte, dass er ihren Blick richtig deutete. Wieso war er so zurückhaltend? Sie wollte ihn spüren, ganz, wollte sein ganzes Gewicht auf sich haben, ja, am liebsten wäre es ihr gewesen, er würde sie mit seinem Körper erdrücken. Mia wollte alles von ihm, ganz egal, wie weh es tat, Hauptsache, sie fühlte ihn. Ganz. Wieso also hielt er sich so zurück? Tat er das mit Absicht? Mia schnappte nach Luft, als seine Hand zwischen ihren Oberschenkeln angelangt war und drängte ihren Körper näher an Marlin heran. "Mehr, bitte..." Sich ihm so sehr hinzugeben, ihn anzubetteln, sie härter anzupacken war erbärmlich, aber das war Mia herzlich egal. Gerade wollte sie ihn noch weiter anflehen, ihn um die schmutzigsten Gefallen bitte, als Marlin sich zu ihr beugte, sie kaum merkbar küsste und ihr dann eine Frage stellte. "Was...?" Mia drückte sich ein Stück weiter in die hellblauen Kissen, wandte beschämt den Kopf zur Seite und biss sich auf die Unterlippe. Wieso fragte er sie das? Interessierte es ihn? Nein, wieso auch? Also was war seine Intention dahinter? Wollte er ihre Loyalität prüfen? "Ich..." Es hatte keinen Zweck, ihn anzulügen. Er würde sie sowieso durchschauen. "Es gab jemanden. Aber nur diese eine Person. Und nur ein einziges Mal." Zögernd sah sie wieder zu Marlin, genau in seine giftgrünen Augen. "Bitte sei nicht böse", bat sie, obwohl sie wusste, dass es Schwachsinn war. Wahrscheinlich amüsierte es ihn, dass sie überhaupt daran dachte, es würde ihn auch nur ansatzweise jucken, mit wem sie in den letzten fünf Jahren im Bett gelandet war. "Nur einen?" hörte sie ihn in Gedanken sagen, dachte daran, dass er sie mit ihrer ehrlichen Antwort aufziehen würde und musste schlucken, um nicht wieder loszuweinen. Es sah ihr schließlich auch gar nicht ähnlich. Früher hatte sie immerhin alles angesprungen, dass einen Schwanz hatte und nicht bei drei auf dem nächsten Baum gewesen war. "Und... und bei dir...?" War Mia wirklich zu solch einer Masochistin geworden? Sie wollte das überhaupt nicht wissen. Wollte nicht hören, wie viele hübsche Mädchen er beglückt hatte, während er keinen einzigen Gedanken an sie verschwendet hatte. Seine Antwort würde ihr Herz in Stücke zerreißen und sie konnte nichts weiter tun, als diese abzuwarten, während er sie aufs Bett drückte und die volle Kontrolle über sie hatte. Die Angst in Mias Blick vor dem, was gleich kommen würde, war deutlich zu erkennen. "Sag, dass es da niemanden gegeben hat. Nie. Bitte."

    [Simon] Im Flur


    2787-harvest-moon-boy-simon-by-princesslettuce-d8kr02e-pngAlice, die sich eben noch an ihren Freund geklammert hatte, stand im nächsten Moment wortlos auf und lief in Richtung Nicks Zimmer, als wäre nichts passiert. Als hätte Simon sie nicht eben gegen die Wand gedrückt, gewürgt und ihr außerdem gedroht. Plötzlich war sie einfach hinter der nächsten Ecke verschwunden gewesen. Simon runzelte die Stirn, biss die Zähne aufeinander und fuhr sich dann tonlos seufzend durchs Haar. Ihm bereitet das alles wahnsinnige Kopfschmerzen. Der Stress, Alice verdammte Dummheit, die Situation... Ob er ihr nachgehen sollte? Irgendwie fehlte ihm die Kraft dazu. Wenn sie einfach einmal ohne Widerworte tun konnte, was er von ihr verlangte, nur ein einziges Mal, dann müsste er nicht solch furchtbar nervige Momente durchleben. Simon ließ sich auf einen der Stühle fallen und atmete einmal tief ein und aus. Sobald sie Nick Lebewohl gesagt hatte, würde er sie auch verlassen. Genau wie Alex würde er ihr einfach aus dem Weg gehen. Oder er verschwand völlig, so wie Alice ach-so-tolle Halbschwester. Und dann konnte Alice von ihm aus tun, was immer sie wollte. Hauptsache, er musste sich nicht mehr mit ihr und ihren Launen herumschlagen. Der Zwilling verharrte noch einige Minuten auf dem ungemütlichen Krankenhausstuhl, bevor er schließlich doch aufstand und seiner Freundin nachging. War es die Neugierde, die ihn antrieb? Eigentlich war es ihm doch egal, was Alice tat. Eigentlich wollte er nur weglaufen und endlich seine Ruhe haben. Trotzdem folgte er ihr, mit genug Abstand, so, dass sie ihn nicht sofort bemerken konnte. "Schlechte Idee." Bei Nicks Anblick wurde Simon schlecht. Oh Gott, die beiden passten wirklich zusammen. "Einer ätzender als der andere." Und wenn er doch einfach ging? Was tat er noch hier? Wenn Alice ihn wirklich liebte, hätte sie ihm nicht widersprochen, nicht gezögert, als er sie gebeten hatte, Nick aus ihrem Leben zu streichen. "Sie wird mich niemals lieben."

    [Mia] | mit Marlin in Mias Wohnung

    Outfit (ohne Brille lol)


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    Marlin hatte sie Unsicherheit in ihrem Blick bemerkt. Natürlich hatte er das. Mia konnte ihm nichts vormachen, das hatte sie noch nie gekonnt. Schon immer war sie ein offenes Buch gewesen, hatte nie gelernt, mit ihren Gefühlen umzugehen, geschweige denn, diese zu verstecken. "Du hast dir dein Leid selbst zuzuschreiben." Sie wusste das ganz genau, aber es tat trotzdem weh, dass so offen aus seinem Mund zu hören. Und was war das? Grinste er etwa? Und sein Tonfall- ganz das Monster, das er schon immer gewesen war. Fast hätte Mia widersprochen, hatte schon den Mund geöffnet, um zum Gegenschlag auszuholen, aber sie konnte es nicht. Egal was er tat, was er sagte, die Hauptsache war, dass er bei ihr blieb und nicht gleich wieder verschwand. Wenigstens nicht bevor sie nicht diese Nacht miteinander verbracht hatte. Aber dadurch, dass Mia die Worte so im Hals stecken blieben, sie sich selbst ermahnte und still blieb, hatte sie fast noch mehr Mühe anstatt der Worte ihre Tränen zurückzuhalten. Er war einfach so gemein! Immer, das war immer schon so gewesen. Nicht ein einziges Mal hatten sie Zeit miteinander verbringen können, ohne dass er sie nicht auf irgendeine Weise gedemütigt hatte. Frust überkam Mia und gemischt mit der Erregung und der Aufregung, die sie nun schon seit Stunden verspürte und die mit jeder Minute an Stärke gewonnen hatten war die Situation für die junge Frau kaum auszuhalten. Aber wollte sie nicht genau das? Vielleicht gab ihr seine böse Art irgendwas, ein Gefühl von verdrehter Liebe wohlmöglich. Denn wenn Marlin je Gefühle gezeigt hatte, dann auf diese Weise. Und Mia hatte sich daran gewöhnt, war fast darauf konditioniert, eben diese Art von ihm zu lieben und alles, was er ihr an Aufmerksamkeiten hinwarf, freudig anzunehmen. Wenn diese aus gemeinen Sprüchen, Erniedrigungen und ähnlichem bestanden, dann war das eben so. Deshalb nickt Mia demütig, gab ihm recht. Sie selbst war schuld daran, dass sie ihn trotz seines verkorksten Charakters so unendlich sehr liebte. Nur sie. Trotzdem hätte sie fast angefangen zu flennen, hätte Marlin sie nicht in eben dieser Sekunde hochgehoben und ins Schlafzimmer getragen. Mia war so perplex von dieser lieben, beinahe romantischen Geste, dass die Tränen auf der Stelle versiegten. Erstaunt sah sie Marlin an, wurde jedoch jäh aus ihrer kleinen Traumwelt, in der sie kurz an einen zärtlichen, liebevollen Marlin geglaubt hatte gerissen, als er sie alles andere als sanft aufs Bett warf. Schützend klammerte Mia sich an eines ihrer Plüschtiere, einen hellblauen Pinguin und rutschte dann ans Kopfende des Betten, nicht ohne den Blick von ihrem Besucher zu nehmen. Diesem schien Mias eingeschnappter Blick und ihr zu einer Schnute verzogener Mund jedoch herzlich egal zu sein. Marlin beugte sich über sie, nannte sie Engelchen und allein dieses eine Wort, das sie so lange nicht mehr gehört hatte, ließ Mia so dahinschmelzen, dass sie ihre schützende Haltung direkt wieder aufgab. Der Pinguin rollte vom Bett, auf den weichen Teppichboden und Mia nahm das Gesicht des Mannes vor ihr vorsichtig in ihre Hände, um ihn wieder und wieder zu küssen. Natürlich, sie war seins. Sein Engelchen. Was immer er von ihr verlangte, sie war da, würde es tun. Mehr als ihn hatte sie nie gewollt. Seitdem sie ihn kannte, hatte sich ihre ganze Welt nur um ihn gedreht. Mia drängte Marlin ein Stück zurück, entledigte sich langsam ihrer Latzhose und dann ihres Shirts. Knibbelte kurz am Verschluss ihres BHs, bis sie nur noch in ihrem weißen Spitzenhöschen vor Marlin auf dem weichen Bett saß. Auf allen Vieren krabbelte sie näher zu ihm, sah ihm grinsend in seine leuchtenden Augen und machte sich dann weiter an seiner Hose zu schaffen. "Ich würde sagen, du hast mich vermisst", stellte sie kichernd fest, als beide schließlich völlig nackt auf Mias Himmelbett lagen und ihr Blick zwischen seine Beine gefallen war. Erst sanft, dann immer fester berührte sie ihn dort. Hoffentlich hatte er bemerkt, dass sie sich für ihn extra viel Mühe gab, sich besonders lange um ihn kümmerte, auf jede Art und Weise, die ihr in den Sinn kam. Es war ihr auch egal, ob er sich genau so intensiv bei ihr revanchieren würde. Schließlich war nur wichtig, dass Marlin zufrieden war und diese Nacht mit ihr so schnell nicht vergaß.

    [Mia] | mit Marlin in Mias Wohnung

    Outfit (ohne Brille lol)


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    Als Marlin ihre Bewegung stoppte und ihr Handgelenk wieder wie vorhin umklammert hielt, sog Mia unwillkürlich scharf die Luft ein. Seine Berührung war unerwartet gewesen und obwohl sie sich ein wenig erschreckt hatte, sprach jedoch vor allem die Erregung aus ihr. Mia verspürte ein Kribbeln, überall an ihrem Körper und vor allem dort, wo Marlins Hände lagen. Es fühlte sich fast schon wie ein Brennen an- ein sehr angenehmes und aufregendes Brennen, von dem sie sich wünschte, dass es nie wieder verschwand. Ihr Herz zersprang fast, als Marlin sich schließlich auch noch zu ihr herabbeugte, ihrem Gesicht immer näher kam und sie dann mit seinen grünen Augen viel zu intensiv ansah. "Ich kann nicht..." Die junge Frau wandte ihren Blick fast schon beschämt zu Boden und biss sich schmerzhaft auf die Unterlippe, um sich wieder zu fangen und nicht in dem Meer ihrer Emotionen, bestehend aus Aufregung und Scham zu versinken. Wieso nur löste er solch starken Gefühle in ihr aus? Sie war doch sonst nicht so, ganz im Gegenteil. Mia hatte immer einen frechen Spruch auf den Lippen und ließ sich kaum von unerwarteten Geschehnissen aus der Bahn werfen. Selbst, als Marlin sie damals geschwängert hatte, hatte Mia Fassung bewahrt und war nicht, wie gewisse andere Leute panisch bettelnd auf die Knie gefallen, um... "Fester", flüsterte sie in die Dunkelheit hinein, hatte ihren Kopf wieder gehoben und erwiderte nun seinen Blick. "Ich will dich spüren, so sehr wie möglich, bitte..." Daraufhin küsste sie den Mann vor sich, nicht annähernd so sanft und zärtlich, wie zuvor. Der Kuss war viel leidenschaftlicher, drückte aber auch ihr verzweifeltes Betteln und Flehen nach mehr aus. Mia hatte noch nie etwas so sehr gewollt, wie das hier. Und vor allem, wenn er ihr nur eine einzige Nacht mit ihm gab, wollte sie diese unbedingt bis aufs Äußerste ausschöpfen. Mia hatte ihre freie Hand unterdessen auf Marlins Brust gelegt, war erst zögernd, aber dann immer bestimmter mit ihren Fingern über den Stoff seines Shirts gefahren, bis sie schließlich seine Hose erreicht hatte. Eben hatte sie es geschafft, den Knopf seiner Jeans zu öffnen, als sie inne hielt. Mias Lippen lösten sich von Marlins und ihr Blick suchte den seinen. "Ich kann das nicht, wenn du am Ende doch wieder verschwindest. Ich sterbe dann, ganz sicher..." "Gehen wir ins Schlafzimmer...?" Ein zögerliches Lächeln erschien auf ihren Lippen und sie hoffte inständig, dass er ihre Unsicherheit nicht bemerkte. Sie wollte es wirklich nicht kaputt machen, hätte den Moment so gerne mehr genossen, als sie es konnte. Aber der Gedanken daran, ihn wieder so nah an sich ranzulassen, obwohl es eindeutig keine gemeinsame Zukunft für sie gab zerriss Mia förmlich.

    [Simon] mit Alice vor den Aufzügen


    2787-harvest-moon-boy-simon-by-princesslettuce-d8kr02e-pngSimons Miene verfinsterte sich augenblicklich, als Alice ihm den Vorschlag machte, zu Yumi zu fahren. Zurückzufahren, in seinem Fall, denn er war ja eben erst dort gewesen. Wie versteinert blieb er an Ort und Stelle stehen, an der er Alice eben noch widerwillig in seine Arme geschlossen hatte und hatte Mühe, seine unbändige Wut zu unterdrücken. Der Zwilling biss die Zähne aufeinander, und grub sich die Nägel der Hand, die Alice losgelassen hatte in seine Handfläche, einfach, um seine Gefühle irgendwie kanalisieren zu können. Aber es gelang ihm trotzdem kaum. "Hör auf, ihren Namen in den Mund zu nehmen." Seine Stimme zitterte, war aber immer noch leise und die Worte gut verständlich. Das änderte sich jedoch schlagartig, als Simon sich umsah, feststellte, dass niemand in ihrer Nähe war und Alice daraufhin mit solch einer Wucht gegen die Wand neben dem Fahrstuhl drückte, dass man das dumpfe Geräusch sicher auf der ganze Station hatte hören können. Wieso hatte sie nicht einfach das tun können, was er von ihr verlangt hatte? Nur ein einziges Mal, mehr hatte er doch gar nicht gewollt. Aber nein, Alice war so dumm, so einfältig und widerspenstig und dass sie gar nicht anders konnte, als ständig ihr hübsches, blondes Köpfchen durchsetzen zu wollen. Eine Hand hatte Simon fest um ihren Hals gelegt und mit der anderen nahm er jetzt sanft ihr kleines Händchen, das sie wahrscheinlich aus einem Reflex heraus schützend auf ihren Bauch gelegt hatte. In seinem Gesichtsausdruck lagen Wut und Verzweiflung, gepaart mit dem Grinsen, das seine Lippen immer dann zierte, wenn er Alice wehtat und dessen Ursprung bestimmt auch zum Teil etwas mit einer gewissen Überforderung seinerseits zu tun hatte. Man musste sicher kein Mitleid mit ihm haben, aber Simon tat es öfter leid, dass er so mit Alice umgehen musste, als man vielleicht dachte. Er wollte ihr doch gar nicht wehtun, aber wie sonst sollte er sie zur Vernunft bringen? "Es ist deine Schuld, alles, immer, weißt du das?!" Seine Stimme war ein Zischen, das an den irren Psychopathen erinnerte, der er war. "Deswegen gehen alle, alle lassen dich im Stich, weil man dich einfach nicht aushält." Simon strich zärtlich über Alice Hand, bevor er auch diese jäh zusammenquetschte und das Grinsen auf seinen Lippen noch intensiver wurde. "Du gehst jetzt zu Nick und sagst ihm, dass du ihn nie wieder sehen willst. Sonst verlasse ich dich auch, genau wie alle anderen!" Dann ließ Simon sie los, sein Grinsen verschwand und er betrachtete seine jämmerliche Freundin abwertend aus den Augenwinkeln. "Ich warte. Das ist deine letzte Chance, Alice. Denk an das Leben, das wir haben könnten."

    [Mia] | mit Marlin in ihrer Wohnung

    Outfit (ohne Brille lol)

    Mia Robins.png


    Die ganze Zeit über war Mia schweigend mal neben Marlin, dann wieder ein Stück vor ihm gelaufen. Sie hatte überlegt, seine Hand zu nehmen, aber sie wusste auch, wie zerbrechlich diese Situation war und wenn sie auch nur einen klitzekleinen Fehler machte, war das alles schneller wieder vorbei, als ihr lieb war. Und obwohl sie Marlin so unendlich viele Fragen hatte stellen wollen, hatte sie den Mund gehalten. War fast schon ängstlich, gar ehrfürchtig neben ihm herspaziert und hatte auch den von ihm festgelegten Abstand zwischen ihnen brav eingehalten. Vor der Wohnungstür angekommen entspannte sich Mia etwas, atmete aus und ließ die Schultern sinken. Sie hatten es bis hierher geschafft und jetzt konnte er nicht mehr so schnell weglaufen! ...Richtig? Ob sie vielleicht besser die Tür hinter ihnen zusperren sollte? "Hier wohne ich!", teilte die junge Frau ihrem Gast mit, als beide das Apartment betraten und sie das Licht anknipste. Zum Glück hatte sie heute Nachmittag noch aufgeräumt! Und sowieso, die Wohnung konnte sich sehen lassen. Hier waren die gesammelten Ersparnisse von Mami, Popuri und Cliff hineingeflossen, die alle in dem Glauben lebten, dass sie jeweils die einzigen waren, die sich um Mia kümmerten. Aber schließlich hatten sie Mia ja auch alle irgendwann im Stich gelassen- also musste sie sicher kein schlechtes Gewissen haben, dass sie alle drei so schamlos ausnutzte. Unsicher warf Mia einen Blick auf Marlin, als sie die Wohnungstür hintern ihm schloss. "Und jetzt?" Irgendwie hatte sie verlernt, wie man mit Besuch umging. Sie war sich auch gar nicht sicher, wann sie zuletzt welchen gehabt hatte. "Ich glaub, da war dieser Schauspielstudent..." Aber an mehr konnte sie sich nicht erinnern- wahrscheinlich, weil es nicht mehr gegeben hatte. Und Marlin? Hatte er oft nächtlichen Besuch gehabt, wo immer er auch gewohnt hatte? Bestimmt. Er hatte sicher nicht enthaltsam gelebt, weil er ja monogam war und eigentlich nur darauf gewartet hatte, wieder mit ihr zusammenzutreffen. Mia wusste das, aber es machte sie trotzdem traurig. Was, wenn jemand darunter gewesen war, der besser war, als sie? Jemand, den er mehr geliebt hatte? "Was.. was machen wir jetzt? ...Was möchtest du machen?" Ihre Gedanken verwirrten sie und ihr war klar, dass sie sich unbedingt ablenken musste, bevor sie ihm all die Fragen stellte, die sie so wahnsinnig machten. Wenn das hier in einem Verhör endete, ergriff Marlin nämlich sofort wieder die Flucht. Und weil sie ihn so lange wie möglich bei sich behalten wollte, würde sie das sicher nicht nicht riskieren. Mia betätigte den Lichtschalter erneut, machte vorsichtig zwei Schritte in seine Richtung und sah dann zu ihm auf. "Wir können... Da weitermachen, wo wir gerade aufgehört haben." Ihr Herz raste und sie fühlte sich, als wäre sie wieder 15. Schlimmer noch, denn mit 15 hatte sie schon lange jeglichen Scham verloren gehabt. Dieser war nämlich spätestens an dem Tag flöten gegangen, an dem sie mit dem Vater ihrer besten Freund im Bett gelandet war. Aber das hier... "Sei lieb zu mir, ja?" Mia war sich nicht ganz sicher, ob sie das ernst meinte. Denn auch wenn sie Angst vor Marlin hatte, Angst vor dem, was in den nächsten Minuten passieren würde, wollte sie nichts mehr, als ihn so intensiv zu spüren, wie nur irgendwie möglich. Erneut hob Mia zögernd ihre Hand, um ganz sanft über seine Wange zu streichen. Sie hatte ihn so sehr vermisst. Alles an ihm, seinen Geruch, seine Haare, seine Hände, die sie früher so oft berührt hatten... Und vor allem seine gefährlichen, stechend grünen Augen, die selbst jetzt im fahlen Lichtschein, der von draußen durchs Fenster fiel noch so sehr leuchteten.

    [Mia] | Bei Marlin Iwo vor dem Bargebäude

    Outfit (ohne Brille lol)


    Mia Robins.png

    Marlin erwiderte ihren Kuss nicht. Jedenfalls nicht so, wie Mia es sich gewünscht hatte. Trotzdem gab sie sich Mühe, versuchte, sich ihre Enttäuschen darüber nicht anmerken zu lassen und die Gefühle, die sie ihm entgegenbringen wollte, so gut sie es konnte in diesen zarten Kuss zu legen. Eben noch hatte er so verloren ausgesehen und auch wenn er ihr gerade weh getan hatte und es eigentlich hätte umgekehrt sein müssen, hatte er ihr leid getan. Das war wohl eine von ihren verkorksten Eigenschaften, aber wenn sie zurückdachte, hatte sie oft Mitleid mit ihm gehabt, obwohl er sich wie das absolut größte Arschloch verhalten hatte. Obwohl eigentlich er mit ihr hätte Mitleid haben müssen. "Ich bin so abhängig von dir..." Als Marlin sich schließlich wieder von ihr löste, ihre Lippen sich nicht mehr berührten und er ihr mit einer Ehrlichkeit in der Stimme, die sie kaum von ihm kannte versicherte, dass er es ja schon versucht hatte, bei ihr zu bleiben, sah Mia betroffen zu Boden. Das stimmte. Sie hatten eine Weile lang in diesem für sie eigentlich viel zu schönen kleinen Häuschen gelebt, sie alle drei. Zu Tara hatte es gepasst, aber ganz sicher nicht zu Mia und Marlin und der schon immer toxischen und kaputten Beziehung, die sie geführt hatten. Wenn man das von damals überhaupt eine Beziehung nennen konnte. Irgendwann war er dann weg gewesen und nicht mehr wieder gekommen. Nie wieder. Jetzt sah Mia noch trauriger drein. Egal was sie tat, egal, was sie versuchte, es brachte einfach nichts. "Du kannst mich nicht aufhalten." Offensichtlich konnte sie das nicht. Und mittlerweile gingen ihr die Ideen und Kraft aus, es weiter zu probieren. Sowieso wollte sie ihn auf keinen Fall mehr noch trauriger machen, so wie vorhin. Deswegen hatte er sie doch gegen die Wand gedrückt, richtig? Weil sie ihn traurig gemacht hatte... Verzweifelt sah Mia auf, wollte gerade etwas erwidern, auch wenn sie nicht genau wusste, was, aber dazu kam sie nicht. Die Berührung seiner Hände auf ihren Gesicht fühlte sich wie ein Brennen an und der Kuss überforderte Mia auf eine Art, die sie bisher nicht gekannt hatte. Aber sie war sowieso viel zu sehr damit beschäftigt, diesen zu erwidern, mindestens genau so leidenschaftlich, aber vor allem getrieben von krankhafter Sehnsucht. Allzu lange dauerte dieser Moment jedoch nicht an und sobald Marlin wieder von ihr abließ, griff sie deshalb reflexartig nach seinen Händen. "Nicht weggehen, bitte." Mia versuchte, in Marlins Augen eine Erklärung für das zu finden, was eben geschehen war, aber sie konnte seinen Blick nicht deuten. Liebte er sie vielleicht doch, wenigstens ein kleines bisschen? Hatte er sie doch vermisst? Oder bereute er schon jetzt, nur Sekunden später, was er gerade getan hatte? Unbewusst begann sie, mit dem Daumen über Marlins Handrücken zu streichen. Wahrscheinlich, weil sie ihn beruhigen wollte, aber eben auch sich selbst. "Bitte bleib heute Nacht bei mir", bat sie, ein ganzes Stück flehender, als sie es vorgehabt hatte. "Nur diese eine Nacht. Und morgen früh kannst du dann entscheiden, ob du wieder gehen möchtest." Mia hatte keine Ahnung, ob ihre Worte ihn überhaupt erreichen. Aber ihm musste dieser Kuss doch etwas bedeutet haben, irgendwas. "Es ist doch eh schon so spät. Und... und das eben hat sich so gut angefühlt..." Und damit meinte sie alles, jeden Moment, seitdem er sie das erste mal an diesem Abend so grob angefasst hatte.

    [Simon] mit Alice vor den Aufzügen

    2787-harvest-moon-boy-simon-by-princesslettuce-d8kr02e-pngAm liebsten hätte Simon Alice Kopf genommen und mehrmals gegen die weiße Wand im Flur geschlagen. Er wusste das alles selbst. Dass Yumi ihn nicht liebte, ihn niemals lieben würde- sie hatte ihm schließlich deutlich genug gemacht, dass sie nicht die Person war, die so etwas für jemanden empfinden konnte. Und dass, obwohl sie ihm so ähnlich war... Obwohl sie so viel gemeinsam hatten. Er wusste zwar, dass Alice ihre Worte aus purer Verzweiflung heraus wählte, aber je mehr sie darüber sprach, dass Yumi ihn nicht liebte, desto mehr wollte er seiner Freundin einfach nur wehtun. Den Frust, den Schmerz, den Yumi ihm zugefügt hatte, wollte er an Alice auslassen... und das würde er auch ganz sicher tun. Schließlich war sie auch der Grund dafür, dass er sich nicht ganz und gar Yumi widmen konnte. Ohne Alice wüsste er ganz sicher, wohin mit seinen Gefühlen und alles wäre nicht mal halb so verwirrend, wie es momentan für ihn war. Simon entschied, die Gefühlsausbrüche seiner Freundin Yumi betreffend zu ignorieren, auch wenn es ihm schwer fiel, ihr dafür nicht mindestens einmal seine Faust in ihr dummes Gesicht zu schlagen. Der Zwilling atmete entnervt aus, als Alice ihren Blick wieder von ihm wandte und melodramatisch über Nick philosophierte. Und auch ihre ständigen Liebeserklärungen konnten ihn kaum weniger interessieren. "Wie hält es überhaupt irgendwer mit dir aus, Alice?" Erst als sie davon sprach, sich mit Nick, ihrem ach-so-tollen besten Freund gestritten zu haben, horchte Simon auf. Wie gut, dass er abgewartet und sie nicht gleich hier im Krankenhaus verprügelt hatte! Wahrscheinlich bekam er solch eine Chance niemals wieder. "Es tut mir so leid, Alice, aber du hast recht..." Gespielt betrübt legte Simon die Stirn in Falten und neigte seinen Kopf zur Seite. "Ich hab ja schon öfter versucht, dir die Augen zu öffnen, aber... Jetzt mal im Ernst, wenn du dich auch noch mit Nick zerstritten hast? Dann ist es wohl wirklich so, dass sich keiner besonders für dich interessiert." Es widerstrebte ihm ziemlich, dass Alice sich wieder an ihn geklammert hatte, aber wenn er ihr jetzt nicht das Gefühl gab, dass er der einzige war, der sich um sie sorgte, sie liebte, dann ging sein Plan am Ende wohlmöglich nicht auf. Deswegen schlang er seine Arme um den trotz ihrer Schwangerschaft immer noch zierlichen Körper seiner Freundin und strich ihr sanft über den Rücken. "Ich finde auch, dass es nur uns beide geben sollte. Nur wir, für immer. Wir kaufen uns irgendwo ein kleines Häuschen und holen uns zwei Katzen oder so." "Ich kotz gleich." "Aber ich muss ganz sicher sein können, dass du wirklich nur für mich da bist. Dass du nur meins bist, damit ich nur deins sein kann. Verstehst du das?" Würde sie bestimmt. Aber um ganz sicher zu gehen, dass sie ihm auch wirklich zuhörte, nahm er Alice Kopf in seine Hände und sah direkt in ihre verheulten roten Augen. "Wenn du Nick sagst, dass du ihn nie wieder sehen möchtest und dass er dir nichts mehr bedeutet, mach ich dasselbe mit Yumi. Und dann gibt es nur noch uns, so, wie du es immer wolltest." Seinen Worten folgte ein kurzes böses Grinsen, das er einfach nicht unterdrücken konnte.

    [Mia] | Bei Marlin vor der Bar

    Outfit (ohne Brille lol)



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    Mia wünschte sich fast nichts mehr, als seine Gedanken lesen zu können. Tatsächlich schienen ihre Worte etwas in ihm auszulösen, irgendwas jedenfalls, aber was genau konnte sie nicht sagen. Sie sah ein Funkeln in seinen Augen, seine Stirn hatte er in Falten gelegt; nur leicht, wahrscheinlich, um sich wie immer nichts von seinen Gefühlen anmerken zu lassen. Aber so ganz gelang ihm das nicht. Über was dachte er nach? Vielleicht, ob er sie irgendwo anketten und dann davonlaufen konnte? Aber so weit würde Marlin nicht gehen, richtig? Er würde ihr niemals ernsthaft wehtun können. "Das stimmt doch, oder?" Kannte sie diesen Mann überhaupt, der da vor ihr stand und sie gegen die kalte Mauer gedrängt festhielt? Mia glaubte sich an ein kurzes Gespräch mit ihm zu erinnern, dass sie vor Jahren geführt hatte. Dabei war es um Kate gegangen und darum, dass... Ja, um was eigentlich? Mia war sich nicht sicher. Aber sie wusste, dass sie an das Gespräch zwischen ihnen zurückdenken musste, weil es etwas mit ihrer momentanen Situation gemeinsam hatte: die Angst, die sie verspürte, wenn sie in Marlins Gesicht sah war dieselbe, wie damals. Kurz darauf änderte sich Marlins Blick schlagartig und er ließ Mia wieder los. Verwirrt und immer noch ängstlich wandte sie ihren Blick nicht von ihm ab. Erst, als sie sich sicher war, dass er den Abstand zwischen ihnen nicht wieder verringern würde, entspannte sich Mia etwas und sah auf ihre Handgelenke. "Aua...", murmelte sie leise und rieb sie sich abwechselnd kurz, weil es wirklich weh tat. Dann fiel ihr Blick doch wieder auf Marlin, der sich durch sein schwarzes Haar fuhr und dann irgendwie verloren aussah. Vielleicht tat ihm ja leid, was er da eben getan hatte? Vielleicht bereute er es jetzt, weil seine Wut mit ihm durchgegangen war? So was konnte ja durchaus mal passieren. "Und ich hab gleich Angst vor ihm gehabt. Ich bin echt blöd." Tatsächlich war die Angst aber immer noch da und wenn sie ganz ehrlich mit sich war, hatte Mia keine Ahnung, was sie fühlen sollte. Auf der einen Seite hatte sie sich in den letzten Minuten so von ihm bedroht gefühlt, dass sie überlegt hatte, doch wieder nach Hause zu gehen aber ihre viel zu starke emotionale Abhängigkeit von diesem Mann ließ das einfach nicht zu. Das Gefühl von Sehnsucht nach ihm breitete sich wieder in Mias Körper aus und sie erwischte sich dabei, wie ein Teil von ihr sich wünschte, er würde ihre Handgelenke noch einmal so grob umfassen, einfach, damit er sie überhaupt wieder anfasste. Sie wollte wirklich nicht so abhängig von ihm sein, aber ihre Gefühle verrieten sie und Mia konnte gar nicht dagegen tun. Sowieso war ihr spätestens dann nicht mehr zu helfen gewesen, als er schließlich ihren Namen aussprach. Mias Herz machte einen Satz und sie spürte ein Kribbeln in ihrem Bauch, dass sich genau so gut wie falsch anfühlte. Vorsichtig, mit leisen Schritten tappste sie in Marlins Richtung, als könnte sie ihn wie ein schreckhaftes Tier verscheuchen, wenn sie sich ihm zu laut näherte. Sie streckte zögernd ihre Hände nach seinem Gesicht aus, stellte sich auf die Zehspitzen und strich ihm dann ganz vorsichtig über seine rabenschwarzen Haare, die sie so lange nicht mehr berührt hatte, bevor sie sein Gesicht in die Hände nahm und ihn schließlich sanft, fast schon tröstend küsste. "Du kannst es doch vielleicht versuchen...?" Sie bestritt gar nicht, dass er es nicht konnte, schließlich war er nie lange an einem Ort geblieben. Aber sie wollte ihn trotzdem darum anflehen, damit er ihr wenigstens eine Chance gab, ihm beweisen zu können, wie sehr sie ihn liebte. "Was soll ich tun, damit du bleibst? Ich mach alles, versprochen. Alles, was du verlangst. Aber lass mich nicht wieder allein..."

    [Mia] | Bei Marlin an der Bar

    Outfit (ohne Brille lol)

    Mia Robins.png

    Mia war Marlin lächelnd und vielleicht sogar ganz leicht hüpfend nach Draußen gefolgt. Trotz allem, was im Laufe des Tages passiert war, hoffte sie- oder viel mehr, versprach sie sich, doch noch einen schönen Abend mit ihm verbringen zu können. Sie würden in dieser warmen Nacht unter dem Sternenhimmel ein bisschen spazieren gehen und dann endlich richtig miteinander reden. Und dann würden sie am nächsten Morgen zusammen in einem Bett aufwachen und hätte beide keine Ahnung, wie das passieren konnte. Mia kicherte und dackelte fröhlich hinter dem großen Mann vor ihr her, wobei ihre langen braunen Haare von einer Seite zu anderen wippten. "Du gehst nach Hause und ich..." "Jaa, schon klar!", meinte Mia, immer noch guter Dinge und winkte Marlins Worte grinsend mit einer Handbewegung ab. "An dem Punkt waren wir doch schon! Ich will wissen, was wir wirkl-" Weiter kam die junge Frau nicht, weil ihr vor Schreck die Luft wegblieb, als Marlin ihre Handgelenke nahm, Mia zurückdrängte und sie jäh gegen die Wand der Bar drückte, aus der sie eben gekommen waren. Ihr erster Impuls war, in Tränen auszubrechen; mehr aus Verwirren und Angst, als aus Schmerz, aber ihr Körper war zu sehr damit beschäftigt, ihr Herz rasen zu lassen und den Mann vor ihr mit weit aufgerissenen Augen anzustarren und deshalb blieben die Tränen aus. Sowas hatte er... selten getan. Zwar hatte Mia es schon oft auf die Spitze getrieben (sie war schließlich Mia), aber meistens hatte Marlin dann die Flucht ergriffen. Und jetzt das, weil sie ihn nicht gehen ließ? Brachte ihn das derart zur Verzweiflung? In seinen grünen Augen spiegelte sich so viel Wut, dass Mia jeden neuen Plan, mit dieser Situation umzugehen in der Sekunde wieder verwarf, in der er ihr eingefallen war. Was sagte man zu jemandem, vor dem man so Angst hatte, dass man nicht mal in der Lage dazu war, zu weinen? Mia versuchte in einem Anflug von Verzweiflung ihre Hände aus seinem Griff zu befreien, aber da tat sich gar nichts. Ganz im Gegenteil- es fühlte sich an, als ob er sie nun noch stärker festhielt. Die junge Frau wünschte sich, irgendwas sagen zu können, überlegte sogar kurz, um sie um Hilfe schreien sollte, aber sie war wie gelähmt und außerdem wollte sie Marlin nicht auch noch in Schwierigkeiten bringen. Jedenfalls nicht noch mehr, als sie es sowieso schon getan hatte. ...Wollte er wirklich überhaupt nicht bei ihr sein? Vielleicht sollte sie ihn doch einfach gehen lassen. "Aber..." Nur der bloße Gedanke daran, ihn nicht mehr bei sich zu haben und nicht zu wissen, wo er war, ließ Panik in Mia aufkommen. Das war das schlimmste, was passieren konnte. Noch viel schlimmer, als das hier. "Wenigstens... Wenigstens berührst du mich." Vielleicht hatte er recht und sie war wirklich dumm, aber in den letzten Jahren hatte Mia sich allein ihn ihrem Apartment ihre eigene kleine Welt aufgebaut- und Marlin war der Mittelpunkt davon. Es hatte Tage gegeben, an denen sie nichts anderes getan hatte, als sich an eine alte Jacke von ihm zu kuscheln und aus dem Fenster zu starren. Dabei hatte sie ihn ihrem Kopf durchgespielt, was passieren würde, wenn er endlich zurückkommen würde. Tatsächlich hatte sie so die meisten ihrer Tage verbracht. "Ich will doch nur bei dir sein." Mias Stimme war leise, aber so nah, wie Marlin ihr gegenüberstand, hatte er es sicher gehört. "Du kannst alles machen, was immer du möchtest, aber bitte geh nicht wieder weg..."