Die UnzumutBar

  • [Mia] | Bei Marlin vor der Bar

    Outfit (ohne Brille lol)



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    Mia wünschte sich fast nichts mehr, als seine Gedanken lesen zu können. Tatsächlich schienen ihre Worte etwas in ihm auszulösen, irgendwas jedenfalls, aber was genau konnte sie nicht sagen. Sie sah ein Funkeln in seinen Augen, seine Stirn hatte er in Falten gelegt; nur leicht, wahrscheinlich, um sich wie immer nichts von seinen Gefühlen anmerken zu lassen. Aber so ganz gelang ihm das nicht. Über was dachte er nach? Vielleicht, ob er sie irgendwo anketten und dann davonlaufen konnte? Aber so weit würde Marlin nicht gehen, richtig? Er würde ihr niemals ernsthaft wehtun können. "Das stimmt doch, oder?" Kannte sie diesen Mann überhaupt, der da vor ihr stand und sie gegen die kalte Mauer gedrängt festhielt? Mia glaubte sich an ein kurzes Gespräch mit ihm zu erinnern, dass sie vor Jahren geführt hatte. Dabei war es um Kate gegangen und darum, dass... Ja, um was eigentlich? Mia war sich nicht sicher. Aber sie wusste, dass sie an das Gespräch zwischen ihnen zurückdenken musste, weil es etwas mit ihrer momentanen Situation gemeinsam hatte: die Angst, die sie verspürte, wenn sie in Marlins Gesicht sah war dieselbe, wie damals. Kurz darauf änderte sich Marlins Blick schlagartig und er ließ Mia wieder los. Verwirrt und immer noch ängstlich wandte sie ihren Blick nicht von ihm ab. Erst, als sie sich sicher war, dass er den Abstand zwischen ihnen nicht wieder verringern würde, entspannte sich Mia etwas und sah auf ihre Handgelenke. "Aua...", murmelte sie leise und rieb sie sich abwechselnd kurz, weil es wirklich weh tat. Dann fiel ihr Blick doch wieder auf Marlin, der sich durch sein schwarzes Haar fuhr und dann irgendwie verloren aussah. Vielleicht tat ihm ja leid, was er da eben getan hatte? Vielleicht bereute er es jetzt, weil seine Wut mit ihm durchgegangen war? So was konnte ja durchaus mal passieren. "Und ich hab gleich Angst vor ihm gehabt. Ich bin echt blöd." Tatsächlich war die Angst aber immer noch da und wenn sie ganz ehrlich mit sich war, hatte Mia keine Ahnung, was sie fühlen sollte. Auf der einen Seite hatte sie sich in den letzten Minuten so von ihm bedroht gefühlt, dass sie überlegt hatte, doch wieder nach Hause zu gehen aber ihre viel zu starke emotionale Abhängigkeit von diesem Mann ließ das einfach nicht zu. Das Gefühl von Sehnsucht nach ihm breitete sich wieder in Mias Körper aus und sie erwischte sich dabei, wie ein Teil von ihr sich wünschte, er würde ihre Handgelenke noch einmal so grob umfassen, einfach, damit er sie überhaupt wieder anfasste. Sie wollte wirklich nicht so abhängig von ihm sein, aber ihre Gefühle verrieten sie und Mia konnte gar nicht dagegen tun. Sowieso war ihr spätestens dann nicht mehr zu helfen gewesen, als er schließlich ihren Namen aussprach. Mias Herz machte einen Satz und sie spürte ein Kribbeln in ihrem Bauch, dass sich genau so gut wie falsch anfühlte. Vorsichtig, mit leisen Schritten tappste sie in Marlins Richtung, als könnte sie ihn wie ein schreckhaftes Tier verscheuchen, wenn sie sich ihm zu laut näherte. Sie streckte zögernd ihre Hände nach seinem Gesicht aus, stellte sich auf die Zehspitzen und strich ihm dann ganz vorsichtig über seine rabenschwarzen Haare, die sie so lange nicht mehr berührt hatte, bevor sie sein Gesicht in die Hände nahm und ihn schließlich sanft, fast schon tröstend küsste. "Du kannst es doch vielleicht versuchen...?" Sie bestritt gar nicht, dass er es nicht konnte, schließlich war er nie lange an einem Ort geblieben. Aber sie wollte ihn trotzdem darum anflehen, damit er ihr wenigstens eine Chance gab, ihm beweisen zu können, wie sehr sie ihn liebte. "Was soll ich tun, damit du bleibst? Ich mach alles, versprochen. Alles, was du verlangst. Aber lass mich nicht wieder allein..."

  • [Marlin] & Mia



    Eine ungeliebte Welt, eine grausame Geschichte. Was schrieben sie hier? Marlin hörte ihr leises 'Aua', sah wie sie sich über die Handgelenke strich und nahm doch nichts davon wirklich war. Trotzdem ließ er sie gerade nicht aus den Augen, wagte es nicht, wollte es vielleicht auch gar nicht. Sie war seltsam und kaputt und doch konnte Marlin nicht vermeiden, sich daran zurück zu erinnern, warum er sich damals auf sie eingelassen hatte. Ja, sie hatten sich ständig in den Haaren gelegen, waren so gänzlich unterschiedlich und doch waren auch die Ähnlichkeiten ihrer Ansichten nicht von der Hand zu weisen. Ewigkeiten her. Teufel, war er damals jung gewesen. Die Gleichgültigkeit hatte er sich mit den Jahren angeeignet. Was sollte die Vergangenheit heute noch für eine Rolle spielen? Alles war vergänglich - bis auf Mia's Abhängigkeit zu ihm, wie ihm bewusst wurde. Mia... Tatsächlich hatte er ihren Namen gerade das erste Mal seit ihrem unglückseligen Wiedersehen laut ausgesprochen. War das der Grund, warum die Angst in ihren Augen den Rückzug antrat? Oder war sie einfach nur gutgläubig? Noch immer ein naives, kleines Mädchen, hm? Er verstand den Ausdruck in ihrem Blick nicht, nicht mehr. Das kam selten vor. Warum sah sie ihn so mitleidselig an? Was sollte das? Sie schlich sich an ihn heran wie eine Katze und er? Er wich nicht zurück, sah keinen Grund, betrachtete sie noch immer, als hätte sie ihm ein Rätsel aufgegeben, das er entschlüsseln musste. Dabei musste er gar nichts. Seine Zurückhaltung stellte sich jedoch als ein Fehler heraus. Als sie die Hand hob, es wagte ihn zu berühren, wandelte sich seine reglose Miene in ein herablassendes Schauspiel. Der Hohn blitzte in seinen Augen auf und er hatte bereits einen spöttischen Kommentar auf der Zunge - wieder ganz in seinem typischen Selbst. Doch die Worte schafften es nicht rechtzeitig über seine Lippen, die selbstsichere Mimik verschwand im selben Moment, als sie ihn plötzlich küsste. Er hatte mit vielem gerechnet, geglaubt Mia zu durchschauen, doch gerade, da hatte sie ihn auf völlig kaltem Fuß erwischt. Marlin erwiderte den Kuss nicht, gab ihm nicht nach, stieß sie jedoch auch nicht von sich. Was sollte das? Was dachte sich dieses Gör? Und warum zum Teufel wich er nicht zurück? Ah, es war schon merkwürdig, furchtbar, grässlich. Er genoss es nicht, hasste es immerhin nicht die Oberhand über eine Situation zu behalten, doch auch zuwider waren ihm ihre Lippen nicht. Natürlich hatte er nach ihr, in all den Jahren, auch mit anderen Menschen körperlich intim verkehrt. Er hielt sich nicht zurück, legte es jedoch auch nicht zwingend drauf an. Es gehörte zu diesem Leben, was sie ja nun alle irgendwie ausbaden mussten, ganz einfach dazu, nicht wahr? Doch Liebe? Ha! Er hatte keine zu geben und wollte auch keine bekommen. Das tat er normalerweise auch nicht - warum war das mit ihr also anders? Sie hatte diesen Kuss, der doch kaum mehr als ein Hauch auf seinen Lippen war, gelöst und noch immer regte er sich nicht. Ihr Gesicht war noch immer nah an seinem, doch der Spott, den er ihr zuvor anbieten wollte, war verschwunden. "Das habe ich doch schon.", erwiderte er leise. Er meinte es ernst, jegliche Arroganz war gerade seiner Stimme entwichen. Er hatte es versucht - er hatte sich sogar um Tara kümmern wollen. Irgendwie. Und wenn auch nur, weil er Mia selbst nichts zugetraut hatte. Er hatte es damals versucht, war geblieben, lange, eine halbe Ewigkeit in diesem beschissenen Kaff namens Destiny Valley. Ganze Jahre. Doch dieser Gedanke sesshaft zu werden, in einer gewohnten, altbekannten Umgebung zu verweilen, mit den immerselben Gesichtern, war ihm unerträglich. Welch grausameres Gefängnis könnte es geben? Sie hatte ihn schon einmal darin eingesperrt und nun versuchte sie es erneut. Er könnte alles machen was er wollte, wenn er nur bei ihr blieb? Wie herzlich, wo doch alles nach was er sich sehnte, der stete Wandel war. "Du kannst mich nicht aufhalten.", stellte er klar, wobei sich die Frage aufwarf, wen wollte er gerade überzeugen? Mia oder gar sich selbst? Wieder blitzte es kurz in seiner sonst ausdruckslosen Miene auf. Eine zweite Chance...? Das er nicht lachte. Dafür war noch nie der Typ gewesen. Er konnte nicht vergeben und er sollte seine Zeit nicht mit einem Vorhaben verschwenden, das von vornherein zum Scheitern verurteilt war. Sollte. Wollte?! Ach, verdammt. Es hatte sich angekündigt, in seiner Mimik und kam doch auch für ihn überraschend. Marlin hatte ihr Gesicht umfasst, schnell, fest, gab ihr nun beinahe aggressiv den Kuss zurück, den sie ihm geschenkt hatte. Ihrer war sanft und leicht gewesen, der seine nun geladen von Frust, Ablehnung und einem gleichzeitigem Verlangen, welches er nicht akzeptieren wollte. Er löste sich bereits nach einem Augenblick wieder, hielt ihr Gesicht noch einen Moment länger umklammert, ehe er die Hände schnell sinken ließ. Fuck.

  • [Mia] | Bei Marlin Iwo vor dem Bargebäude

    Outfit (ohne Brille lol)


    Mia Robins.png

    Marlin erwiderte ihren Kuss nicht. Jedenfalls nicht so, wie Mia es sich gewünscht hatte. Trotzdem gab sie sich Mühe, versuchte, sich ihre Enttäuschen darüber nicht anmerken zu lassen und die Gefühle, die sie ihm entgegenbringen wollte, so gut sie es konnte in diesen zarten Kuss zu legen. Eben noch hatte er so verloren ausgesehen und auch wenn er ihr gerade weh getan hatte und es eigentlich hätte umgekehrt sein müssen, hatte er ihr leid getan. Das war wohl eine von ihren verkorksten Eigenschaften, aber wenn sie zurückdachte, hatte sie oft Mitleid mit ihm gehabt, obwohl er sich wie das absolut größte Arschloch verhalten hatte. Obwohl eigentlich er mit ihr hätte Mitleid haben müssen. "Ich bin so abhängig von dir..." Als Marlin sich schließlich wieder von ihr löste, ihre Lippen sich nicht mehr berührten und er ihr mit einer Ehrlichkeit in der Stimme, die sie kaum von ihm kannte versicherte, dass er es ja schon versucht hatte, bei ihr zu bleiben, sah Mia betroffen zu Boden. Das stimmte. Sie hatten eine Weile lang in diesem für sie eigentlich viel zu schönen kleinen Häuschen gelebt, sie alle drei. Zu Tara hatte es gepasst, aber ganz sicher nicht zu Mia und Marlin und der schon immer toxischen und kaputten Beziehung, die sie geführt hatten. Wenn man das von damals überhaupt eine Beziehung nennen konnte. Irgendwann war er dann weg gewesen und nicht mehr wieder gekommen. Nie wieder. Jetzt sah Mia noch trauriger drein. Egal was sie tat, egal, was sie versuchte, es brachte einfach nichts. "Du kannst mich nicht aufhalten." Offensichtlich konnte sie das nicht. Und mittlerweile gingen ihr die Ideen und Kraft aus, es weiter zu probieren. Sowieso wollte sie ihn auf keinen Fall mehr noch trauriger machen, so wie vorhin. Deswegen hatte er sie doch gegen die Wand gedrückt, richtig? Weil sie ihn traurig gemacht hatte... Verzweifelt sah Mia auf, wollte gerade etwas erwidern, auch wenn sie nicht genau wusste, was, aber dazu kam sie nicht. Die Berührung seiner Hände auf ihren Gesicht fühlte sich wie ein Brennen an und der Kuss überforderte Mia auf eine Art, die sie bisher nicht gekannt hatte. Aber sie war sowieso viel zu sehr damit beschäftigt, diesen zu erwidern, mindestens genau so leidenschaftlich, aber vor allem getrieben von krankhafter Sehnsucht. Allzu lange dauerte dieser Moment jedoch nicht an und sobald Marlin wieder von ihr abließ, griff sie deshalb reflexartig nach seinen Händen. "Nicht weggehen, bitte." Mia versuchte, in Marlins Augen eine Erklärung für das zu finden, was eben geschehen war, aber sie konnte seinen Blick nicht deuten. Liebte er sie vielleicht doch, wenigstens ein kleines bisschen? Hatte er sie doch vermisst? Oder bereute er schon jetzt, nur Sekunden später, was er gerade getan hatte? Unbewusst begann sie, mit dem Daumen über Marlins Handrücken zu streichen. Wahrscheinlich, weil sie ihn beruhigen wollte, aber eben auch sich selbst. "Bitte bleib heute Nacht bei mir", bat sie, ein ganzes Stück flehender, als sie es vorgehabt hatte. "Nur diese eine Nacht. Und morgen früh kannst du dann entscheiden, ob du wieder gehen möchtest." Mia hatte keine Ahnung, ob ihre Worte ihn überhaupt erreichen. Aber ihm musste dieser Kuss doch etwas bedeutet haben, irgendwas. "Es ist doch eh schon so spät. Und... und das eben hat sich so gut angefühlt..." Und damit meinte sie alles, jeden Moment, seitdem er sie das erste mal an diesem Abend so grob angefasst hatte.

  • [Marlin] & Mia



    Vermutlich hätte er es endlich geschafft. Er hatte sie allein heute so oft von sich gestoßen, beschworen er würde wieder gehen, ihr geraten sich von ihm fern zu halten, ihn zu vergessen. Ein Mensch konnte nur ein gewisses Maß an Zurückweisung ertragen. Irgendwann müsste auch sie es einsehen, oder? Und jetzt das. Marlin hatte sich, gelinde gesagt, gerade selbst sabotiert. Nicht zu fassen. Wohin war seine Gelassenheit, die Gleichgültigkeit, sein steter Wegbegleiter? Wo waren sie jetzt? Gerade schwappte eine ganze Welle an Emotionen nach oben, etwas, das er überhaupt nicht leiden konnte. Stand er nicht über solchen Dingen? Am stärkten tobte die Wut, auf Mia doch vielmehr auf sich selbst, dass er einen derartigen Fehler begangen hatte. Aber war es das wirklich? Was war schon dabei? Das war keine Verpflichtung, das war nichts. Dennoch, ein brennendes Gefühl von Begierde flammte auf, etwas, welches er schon lange nicht mehr verspürt hatte. Marlin konnte es nicht zurückhalten, doch zumindest seine Mimik behielt er im Griff. Er musste von hier verschwinden, sofort. Doch schon wieder hielt sie ihn zurück, diese Frau, die es gerade auf die Spitze trieb. Sie hatte seine Hand genommen, als hätte sie sein Vorhaben erahnt. Nun, es war zu erwarten, nicht war? So gut musste sie ihn mittlerweile kennen. Natürlich wollte er abhauen, flüchten, wie er es seit jeher getan hatte. Bevor sie neue Ketten für ihn schmiedete. War es nun etwa er der Angst hatte? Das war lächerlich. Er hatte keine Angst, sicher nicht vor einer kleinen, mageren Frau wie ihr. Das war reine Überlebensstrategie - Problemen aus den Weg gehen, bevor es kompliziert wurde. Aber war es das nicht längst? War es das zwischen ihnen nicht schon immer gewesen? Kurz knirschte er mit den Zähnen, während sie sanft über seinen Handrücken strich. Die zarte Geste war ihm zuwider. Was sollte das werden, hm? Er wollte sie gerade abschütteln, als sie das Wort ergriff. Die Bitte, die er längst kannte, ein Flehen nun. Ihr letzter Versuch, das war ihr anzuhören. Er hatte es also noch nicht gänzlich ruiniert. Wenn er jetzt Nein sagte, wäre er sie los, wäre wieder frei. 'Nur diese eine Nacht.' Für einen Moment schloss Marlin die Augen, wusste um das Verderben, welches sich gerade vor ihm auftat. Als er die Lider wieder hob, den Kopf nun leicht schräg legte, betrachtete er sie einfach nur schweigend. Es war gefährlich, sie war es, womöglich das Einzige, was für ihn noch ein Risiko darstellte, in diesem Leben, das er führte. Eine Nacht. Dann konnte er gehen. Eine Nacht, um sie zufrieden zu stellen, bevor er sie erneut alleine zurück ließ. Es kam ihm brutal vor so vorzugehen, aber hey, sie wollte es so nicht wahr? Ein Spiel mit dem Feuer, an dem sie sich beide nur verbrennen konnten. Sein Mund öffnete sich einen Spalt breit, verzog sich dann zu einem spöttischen Grinsen, als er ihren letzten Kommentar vernahm. Es hatte sich also gut angefühlt, ja? "Schön. Eine Nacht. Nicht mehr.", brummte er, entzog ihr dennoch endlich seine Hand, an die sie sich noch immer geklammert hatte, nur um beide Hände nun in seine Jackentaschen zu stecken. Er schenkte ihr einen Blick, der sagte, sie solle es ja nicht erst versuchen, sich bei ihm unterzuhaken. Ansonsten würde er ihr wohl in die Kniekehlen treten müssen oder so. Marlin machte einen Schritt rückwärts, brachte einen dringend notwendigen Abstand zwischen sie. Er brauchte Luft, musste frei atmen, seinen klaren Kopf zurück bekommen. Wie hatte sie noch so schön gesagt? Er könne alles machen, solange er nur bei ihr blieb? Gott, das war so unfassbar dämlich, dass ihm dabei ganz anders wurde. Nun warf er sie über Board, seine Prinzipien, zu denen zählte allem aus dem Weg zu gehen, was nur irgendwie Ärger versprach. Reizte ihm der Tanz am Abgrund erneut? Wie lange war es her? Oder hatte sich tatsächlich ein altes Verlangen aus dem Friedhof seiner Selbst erhoben? Vielleicht aber bezahlte er einfach nur den Preis, um am nächsten Morgen unbehelligt seiner Wege ziehen zu können - doch wie teuer dieser ihm zu stehen bekam, würde sich erst noch zeigen.


    Gehen~

  • 3364-grey-pngSunnyboy Grey und Alma


    Wieso konnte man ihn nie in Ruhe lassen, wenn er sich einfach nur in seinem Frust suhlen wollte? Es interessierte ihn gar nicht, ob dieses Mädchen vielleicht ganz cool war oder ob sie wusste, wo man es hier in dieser kleinen Provinz richtig krachen lassen konnte. Er war gerade erst frisch in dieser Stadt angekommen und musste daher seine Wunden lecken. Ganz klassisch. Er hatte es sich so vorgestellt wie diese Westernfilme, die sein Großvater so mochte. Der griesgrämige, coole Typ, der gedankenverloren seinen Whiskey trank. (Gut, bei ihm war es Bier. Aber hey! Das war einfach tausendmal besser und man konnte ja improvisieren!) Grey hatte ganz vergessen, dass es in diesen Filmen auch immer wieder Dirnen gab, die den Helden einfach nicht in Ruhe lassen wollten. Keine Ahnung, wieso er sich überhaupt auf ein Gespräch mit ihr eingelassen hatte. Vielleicht war er doch nicht so gerne der einsame Dude, den er immer spielte. Oder es war einfach ganz nett, wenn sich mal jemand für ihn interessierte. Seinem Großvater war es immer komplett egal gewesen, was er eigentlich wollte. Was eben auch der Grund war, wieso er jetzt so weit weg von seinen Freunden (und streng genommen auch Familie) wohnte. Er hob eine Augenbraue, als das hübsche Ding Verständnis heuchelte. Gefiel es ihr hier in dieser Stadt tatsächlich nicht oder wollte sie einfach nur ein paar Pluspunkte sammeln? Grey war ja nicht blöd, er konnte sich schon denken, wieso sie sich zu ihm gesetzt hatte. Er stieß dennoch mit einem schiefen Grinsen mit ihr an und fragte sich, ob hier die Jugendlich es auch ab und zu mit dem Alkoholkonsum übertrieben. Die nächsten Fragen aus ihrem Mund waren zwar komplett naheliegend, aber Grey auch ein wenig unangenehm. Was, wenn sie Mineralstadt kannte und wusste, dass es dort gar nicht so viel größer war als hier? Er hatte jetzt keine Lust zu erklären, was der Unterschied zwischen seiner Heimatstadt und diesem Kaff war. "Bist du Reporterin oder so?", stellte er also eine sarkastische Frage, dessen Antwort man sich eigentlich schenken konnte. Sie schien wirklich drauf aus zu sein ihn aus dieser Bar und woanders hinzuzerren. Ob einer dieser guten Plätze ihr Schlafzimmer war? Das Grinsen auf ihrem Gesicht war etwas zweideutig. "Was ist denn dein Lieblingsplatz hier?", kam es aus seinem Mund heraus, obwohl er die Dunkelhaarige gerade noch wegen solchen Fragen aufgezogen hatte. Es war zumindest nett, dass sie ihn auf ein Getränk einlud. Auch wenn er sich jetzt verpflichtet fühlte die nächste Runde zu bezahlen und das wollte er eigentlich nicht. Scheiße. "Grey." Kurz und bündig stellte er sich vor.


  • [Alma] ~ mit Grey an der Bar

    Outfit - Frisur


    Die Südländerin ließ ihre Augen hin und wieder kurz durch den Raum schweifen, während sie auf die Antworten des Jungen neben ihr wartete. Jedoch war dieser wahrlich nicht sonderlich gesprächig. Er hatte wohl wirklich, wirklich schlechte Laune und er Alkohol, welchen er sich bis jetzt zugeführt hatte, schien noch nicht auszureichen, um das großartig zu ändern. Aber Alma wusste, wie man mit den Männern sprechen musste. Er wusste hoffentlich, dass es ein wahnsinniges Privileg war, dass sie ihm ihre Aufmerksamkeit schenkte. Er wusste es besser zu schätzen. Seine sarkastische Antwort auf Alma relativ normale Frage, ließ sie eine Augenbraue hochziehen. Das 'Excuse me, what did you just say?' stand ihr förmlich ins Gesicht geschrieben. Was glaubte der Kerl eigentlich, wer er war, so mit ihr zu sprechen?Er befand sich auf äußert dünnem Eis. Doch Alma schluckte ihre Empörung runter, fürs erste. Ihr Gesprächspartner hatte einen schlechten Tag und miserable Laune, da war ein solcher Ausrutscher tatsächlich nachvollziehbar. Die Schwarzhaarige wusste selbst, wie unausstehlich sie sein konnte, wenn sie in schlechter Stimmung war. Sollte es also bei diesem Faux pas bleiben, so könnte Alma tatsächlich darüber hinwegsehen. Doch sollte er der Meinung sein, seine schlechte Laune weiterhin an ihr auszulassen, so hätte die Südländerin kein Problem damit, sich zu revanchieren. Die, fast schon, Gegenfrage des Blonden, ließ Alma grinsend den Kopf schütteln. "Bist du's?" Konterte sie also, ehe sie einen Schluck ihres neuen Drinks nahm. Tatsächlich hatte sie noch gar nicht so besonders darüber nachgedacht, ob sie überhaupt so etwas wie einen Lieblingsplatz in Riverport hatte. Es gab einige tolle Plätze, aber so einen richtigen Favoriten hatte sie nicht. Doch da kam ihr eine Idee, welche sie nach der knappen Vorstellung ihres Gesprächspartners in die Tat umsetzte. "Aber um deine Frage zu beantworten, Grey-" Dabei betonte sie seinen Namen besonders. "- einen richtigen Favoriten habe ich nicht, aber meiner Familie gehört die Strandbar. Und zufälligerweise ist die heute geschlossen..." Ob er den Wink verstand? Vielleicht war es keine so gute Idee den Alkoholvorrat des Familienunternehmens zu plündern, jedoch hatte die Südländerin schon einiges an Alkohol intus und machte sich deshalb weniger Gedanken um sowas. Es wäre auch nicht das erste Mal, dass sie eine Eroberung mit in die Bar nahm, weil sie dort ungestört waren. Zumal niemals jemand darauf kommen würde, dass es Alma war, welche sie dort selbst bediente. Doch nicht die süße, kleine, unschuldige Alma. Ach, wenn die nur wüssten..

  • 3364-grey-pngSunnyboy Grey und Alma


    Grey war sich sehr wohl bewusst, dass er mit seiner Art Alma provozierte. Eigentlich hatte er ja sogar damit gerechnet, dass sie ihn nach seiner blöden Frage einfach sitzen ließ. Ihrem Gesichtsausdruck zu urteilen war sie wohl auch kurz davor. Irgendwo tief in seinem Inneren regte sich eine Stimmte, die ihn fragte, ob er wirklich mit so einem Verhalten in Riverport starten wollte. Als missmutiges Ekelpaket, mit dem man am Besten keine fünf Sätze austauschte. So konnte man gewiss keine neuen Freunde finden und auf Dauer war es alleine doch nicht so prickelnd. Aber der junge Schüler war verletzt und er musste das einfach mit seinem gnadenlosen Rundumschlag kund tun. Dabei war es ihm egal, was jemand von ihm hielt. Auch das hübsche Mädchen, dass ihm gegenüber saß. Alma schien keine Oberzicke zu sein, zumindest ließ sie sich abgesehen von der kurzen Entgleisung ihrer Mimik nicht anmerken, dass Grey sie eventuell verärgert hatte. Im Gegenteil sie war sogar so selbstbewusst, dass sie ihm konterte. Damit hatte sie es soeben geschafft doch noch ein wenig mehr in seiner Achtung zu steigen. Das erste Mal seit er hier angekommen war, hoben sich seine Mundwinkel hoch und ließen den Anflug eines Lächelns zu. "Nein, das sind wir wohl beide nicht.", murmelte er und nahm ebenfalls einen Schluck. Es schien wohl keinen besonderen Ort hier in Riverport zu geben. Nicht, dass es den blonden Schüler gewundert hätte. In so einer versifften Stadt konnte man wohl alles nicht mehr als durchschnittlich finden. Dennoch verriert Alma dann etwas, das von großem Interesse für ihn war. "Ach, tatsächlich?" Gemeinsam mit seiner Frage zog er seine rechte Augenbraue hoch. Er wollte sich unbedingt ein wenig vollaufen lassen, hatte dafür aber nicht das Geld. Die Strandbar klang also ziemlich verlockend. "Du hast doch ncihts dagegen, wenn du mir eure Bar zeigst?" Sie würde auf keinen Fall Nein sagen. Hoffte er zumindest.

  • Rick an der Bar


    Ah. Die Bar, huh? Der Ort, an dem Jeder in dieser Stadt irgendwann einmal vorbeikam. Alle aus verschiedenen Gründen, verschiedenen Motivationen halber, natürlich - aber im Endeffekt waren selbst diejenigen, die nicht einmal etwas mit der Bar an sich und ihrem Prinzip und ihrem wirklichen Nutzen etwas anfangen konnte, irgendwann einmal hier gewesen. Gott, selbst Kinder hatte man hier bei einer Wichtelaktion rein gelassen - welcher pseudo Erwachsene das auch immer für eine gute Idee gehalten hatte. Aber hey, im Endeffekt passierten solche Dinge hinter geschlossenen Türen doch sowieso ständig - wozu also den Einblick in die wahre Welt entbehren, ihn hinter geschlossenen Vorhängen halten? Nur, um die nörgelnde Menge zu befriedigen? Um ihnen keinen Grund zur Zweifel zu geben? Ah, nein, ergötzten sie sich nicht sowieso an den Fehlern anderer? Es wäre absurd, etwas Anderes zu behaupten. Viele Leute lebten quasi davon, vollkommen falsch zu liegen und die eigenen Fehler an anderen zu bemängeln, zu verteufeln. Oder aber alles Unbekannte, jeder hatte da seine eigenen Vorlieben. Und auch Rick begab sich nun, heute, in diese Bar - aus dem einfachen Grund, dass er sich einen Drink genehmigen mochte. Natürlich hätte er das auch Zuhause machen können, in den großen, geräumigen Zimmern der Villa - zumal Pandora ebenfalls nicht daheim war, sondern für ein paar Tage zu Besuch bei ihrer Mutter, die doch noch länger auf Reisen bleiben musste, als gedacht -, zumal er denselben Alkohol auch dort zu sich nehmen konnte. Aber ganz ehrlich? Die Show hier war meistens einfach um Einiges besser. Die Menschen in dieser Stadt hatten ein besonderes Talent dafür in unnötige, in überflüssige Situationen zu gelangen und ihr Leben um einiges furchtbarer zu machen, als es doch ohnehin schon für sie war. Und er hatte irgendwie das Gefühl, dass sich diesmal wieder etwas Interessantes anbahnen würde - ah, wie sehr Recht sollte er diesbezüglich nur behalten? Als Rick die Bar betrat war schon einiges los, die abendliche Aktivität war definitiv zu sehen und der Braunhaarige strich sich eine seiner langen, vorderen Haarsträhnen von hinter seinem Ohr zurück ins Gesicht, um die kleine Wunde, die er noch vor ein paar Tagen von einer gewissen Person geschenkt bekommen hatte dadurch zu verbergen. Langsame, gemächliche Schritte wurden durch das Ambiente gemacht, auf einem der Hocker direkt an der Bar nahm er Platz. Huh. Also keiner der beiden Kandidaten, die am meisten für Spannung mit ihm in der Kombination gesorgt hätten, schien an jenem Tage, zu jener Stunde zumindest, auf dem Arbeitsplan zu stehen. War das ein wenig enttäuschend? Mhm, Rick wusste es nicht genau. Diese Tatsache löste herzlich wenig was einer Gefühlsregung gleichkommen könnte ihn im aus. Er bestellte einen doppelten Whisky auf Eis - ja, ein fast schon klischeehafter Drink, aber er schmeckte ihm. Und der Amerikaner war noch nie Jemand gewesen, der schnell betrunken wurde, also wieso nicht? Falls er sich doch für eine Änderung seines geistigen und körperlichen Zustandes entscheiden mochte, dann blieb ja ohnehin noch genug Zeit, um sich an etwas mehr Vielfalt und Farbe zu wagen, nicht?

  • [Alma] ~ mit Grey an der Bar -> gehen

    Outfit - Frisur


    Es entging der Südländerin nicht, dass Greys Mundwinkel sich nach ihrem Konter nach oben zogen. Es war zwar kein richtiges Lächeln, jedoch schon mal ein guter Anfang. Sie trank wieder einen Schluck von ihrem Drink, ehe sie das Gespräch fortführte. Und wie erwartet schien die Erwähnung der Strandbar das Interesse ihres Gesprächspartners zu wecken. Ein gewinnendes Lächeln zeichnete sich auf Almas Gesicht ab und ein leises Kichern war zu hören. "Keineswegs." Mit einem siegessicheren Grinsen leerte die Schwarzhaarige ihren Drink und wartete darauf, dass Grey es ihr gleich tat. Dann erhob sie sich von dem Barhocker auf welchem sie gesessen war und streckte sich kurz. Die Südländerin zwinkerte dem Barkeeper noch zu, ehe sie sich wieder an ihren neusten Fang wendete. "Folge mir." Mit einer einladenden Geste setzte sie sich in Bewegung. Nicht lange und die Türen der Bar fielen hinter ihnen zu. Die frische Nachtluft belebte die Südländerin und mit schwingenden Hüften und merklich guter Laune führte sie ihre Begleitung zur Strandbar.


    UnzumutBar >> Strandbar

  • [Ran] bei Rick an der Bar


    Gut gelaunt blieb sie vor der Bar stehen. Ihr Auto stand ein wenig zu viel auf dem Bürgersteig, aber das kümmerte sie recht wenig. Generell hielt sich ihr Interesse von Dingen, die jemand anderen stören könnten, in Grenzen. Mit einem Schwung öffnete sie die Fahrertür, und hing sich ihre lederne Handtasche um die Schulter, während sie die Tür wieder schloss. Noch war sie glücklich und zufrieden. Noch fand sie Gefallen an den kleinen Dingen im Leben, wie etwas das Gefühl, welches der leichte Stoß ihrer Handtasche an ihrem Oberschenkel hinterließ, bei ihren Schritten fröhlich hin und her schwang. Oder die Tatsache, dass sie heute nicht arbeiten musste, dass sie sich gerade etwas Neues gekauft hatte, dass sie mit ihrem Studium gut vorankam. All diese Dinge würden in Vergessenheit geraten, wenn sie durch die Tür trat und ein Gesicht sah, welches gleichzeitig familiär und fremd für sie sein würde. Doch davon wusste sie noch nichts. Noch fragte sie sich, ob ihr Kollege heute arbeiten würde, ob sie einen hübschen Mann finden würde, der ihr heute die Drinks spendieren würde, während sie die Klinke nach oben drückte und den Blick durch den Raum schweifen ließ. Fast augenblicklich kochte die Wut in ihr hoch. Selbst wenn ihr Kollege anwesend gewesen wäre, so hätte sie ihn in diesem Moment mit Sicherheit nicht wahrgenommen. Auf der rechten Seite neben dem Eingang fixierte ihr Blick sich auf einen braunhaarigen Mann, mit dem sie noch kein wirkliches Gespräch geführt hatte, allerdings auch darauf brannte, eines zu haben. Seit dem Abend am Strand, an dem ihr Cedric erzählt hatte, was dieser Mensch für eine Scheiße abgezogen hatte, wollte sie ihn zur Rede stellen. Die Tür schlug automatisch hinter ihr zu, als sein Name ihr über die Lippen kam. "Rick", knurrte sie fast schon, in ihrem Kopf war völlige Leere, aber es machte sich trotzdem der Zorn in ihr breit. Zorn, der ihren Körper wie eine Marionette zu ihm hinführte, sie mit der flachen Hand auf die Theke schlagen ließ, als sie mit wenigen Schritten bei ihm angekommen war. Wenn er sie bis jetzt noch nicht bemerkt hatte, würde er es jetzt. "Was machst du hier?!" Sie konnte sich nicht ganz erklären, warum gerade diese Frage von ihrer Zunge rollte. Es gab schließlich Einiges, wegen dem sie ihn zur Rede stellen wollte. Dinge, die ihren Ex-Verlobten betrafen, und nicht, warum er hier war. Und doch wollte sie es wissen, selbst, wenn er keine zufriedenstellende Antwort darauf hatte. Warum musste er genau hier sein? An einem Ort, an dem sie sich eigentlich gerne aufhielt. Zu dem sie ging, wenn sie bessere Laune haben wollte, nicht Schlechtere. Was fiel ihm ein? Warum zwang er sie, sich gerade jetzt wieder mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen? Wütend schaute sie auf den bekannten Fremden herab, wartete auf eine Antwort, von der sie sich fast schon sicher war, dass sie nicht zufrieden mit ihr sein würde.

  • Rick & Ran


    Eine Tür, in einer belebten Bar, an einem nicht ganz so belebten Abend, die in den Riegel fiel - nicht gerade etwas, was unter eben genannten Umständen sonderlich auffiel oder zumindest sonderlich beachtet wurde. Es war also kein Wunder, dass auch Rick dem Ganzen nicht viel Aufmerksamkeit schenkte oder aber Gedanken darüber machte, wer genau es war, der diese so unsanft hatte zufallen lassen. Auch das wütende Knurren eben jener Person, die seinen Namen nannte, blieb ungehört, bloß Schritte, die näher kamen, eine Präsenz, die Sekunde von Sekunde mehr in seinen Umkreis drang, das war das Einzige und Erste, was dem Mann auffiel. Es folgte rasch eine Hand, eine flache, keine Faust, kein Inhalt - die auf die Theke, nicht weit von ihm knallte und eine Stimme, die erklang, gereizt, auf gewisse Weise bekannt und ihm eine absurde Frage stellte. Ein lautloser Schwall an Luft entkam der Kehle des Amerikaners, belustigt über jenes Geschehen, über das Auftauchen jener Person - schlicht und ergreifend belustigt, so wie sie er es oft war. Versprach dieser Abend also doch noch ein wenig Unterhaltung, war ein wenig Aufmerksamkeit seinerseits wert? Fraglich, doch der Mann würde die Gelegenheit zumindest nicht ignorieren. Er sah nicht auf, nein, warf keinen einzigen Blick in die Richtung der jungen Frau, die ihn so forsch angegangen war, brauchte dies auch nicht, wusste er doch, mit wem er es zu tun hatte und hatte diese Person ihre emotionale Lage doch so deutlich zu erkennen gegeben. Ruhig nahm der Latino einen Schluck von seinem Getränk, ließ es dann ein wenig sinken, begutachtete das Elixir in seiner Rechten. "Ich weiß.", gab er unter einem Seufzen hervor, in der Stimme lag ein Hauch von Enttäuschung und Selbsterkenntnis, "Ein Whisky on rocks mit so wenig Eis? Eine Schande, wirklich - aber ich dachte, ich könnte bei dem Barkeeper mal ein Auge zudrücken.", fuhr er schließlich fort, diesmal entkam der Schwall als ein leise vernehmbarer Laut. Die rechte Hand, die noch immer das Getränk hielt, hob sich zu seinem Gesicht, stützte dieses nun ab, während er seinen Körper ein wenig in die Richtung des Besuchers wand und ihr dann doch ein wenig seiner Aufmerksamkeit schenkte, seine Augen zu den ihren wandern ließ. Ob sie die Gelegenheit des Drinks in der Nähe seines Antlitz nutzen und ihm diesen aus den Fingern entreißen und in sein Gesicht kippen würde? Möglich, wenn man einmal bedachte, wen er da vor sich hatte und welch Temperament die Dame besaß. Und seine Antwort auf ihre Frage? Nun, die war auch nicht wirklich das gewesen, womit man eben jenes Feuer hätte löschen können - aber zum einen, hatte er dies auch nicht wirklich beabsichtigt und zum anderen, da war dies auch schlicht und ergreifend gar nicht möglich gewesen. Ganz gleich, was er von sich gegeben hätte - die Braunhaarige hätte sich wohl mit Nichten damit zufrieden gegeben. Es war ein kleines Schmunzeln, was auf seinen Lippen lag, bevor er weitersprach: "Gut, da wir beide das mit dem absoluten Schwachsinn von uns geben jetzt abgehakt haben, wie wäre es, wenn du mir einfach sagen würdest, was ich in deinen Augen so grotesk Falsches mache, damit aus dieser Konversation womöglich doch noch etwas Sinnvolles zustande kommt?"

  • [Ran] bei Rick an der Bar


    Ihre Brauen verzogen sich kurz und aggressiv. Hätte sie nicht zu viel Haut zwischen ihren Augen, wären die beiden Haarstreifen aufeinandergeprallt. Im ersten Moment hatte sie keine Ahnung, was der dumme Kommentar mit dem Whiskey sollte, aber es entging ihr natürlich nicht, dass ihr biologischer Spender keine Eile hatte, sie ernst zu nehmen. Nicht, dass sie das erwartet hätte. Auch ohne ihn oft gesehen zu haben, überraschte sie die großkotzige Art des Braunhaarigen nicht. Schließlich schien er sie nie abzulegen. In irgendeiner gewissen Art verstand sie diese Haltung sogar, da sie selbst zu stolz war, um ihre eigenen Schwächen zu zeigen, zumindest vor den meisten Menschen, doch was seine Maske für ihn bedeutete, konnte sie noch nicht erkennen und ehrlicherweise interessierte sie diese gerade auch kein Stück. Gerade fokussierte sie jedes Fünkchen ihrer Energie nämlich darauf, ihn nicht am Kragen zu packen und ihm ins Gesicht zu schreien, so sehr erzürnte sie die süffisante Fresse, die er zog, als er seine Antwort gab. Eine Antworte, der es - wie erwartet - nicht nur als Zufriedenheit mangelte, sondern auch noch die Dreistigkeit besaß, den Unschuldigen zu spielen. "Stell dich nicht dumm", fauchte sie ihn an und richtete sich auf, stemmte ihre Hand in die Hüfte. Ihr war diese Position lieber, da sie ihn so von oben herab betrachten konnte. Eine Haltung, mit der sie ihre Beziehung zu der Person vor ihr für sich noch einmal klarstellte. "Ich bin vor ein paar Wochen auf Cedric gestoßen. Mein Ex-Verlobter, falls du dich erinnerst, und er hat mir gesagt, dass du ihm ins Knie geschossen hast?! Was zur Hölle läuft falsch bei dir? Und wieso sagst du ihm, dass ich tot sei, wenn du keine verdammte Ahnung von nichts hast?!" Ihr war es vollkommen egal, wer in der Bar ihnen zuhörte. Sollten sie doch alle wissen, dass hier ein Verbrecher an ihrer Theke saß! Wichtig war nur, dass sie wenigstens etwas Closure durch dieses Gespräch bekam, auch wenn sie sich nicht sicher war, ob er weiter mit seinen Aussagen um sie herumtanzen würde, oder tatsächlich ein wenig Ehrlichkeit noch irgendwo in ihm zu finden war. Würde sie mit diesem Gespräch nur weiter bestätigt bekommen, dass es eine gute Entscheidung war, sich nie um ihren biologischen Vater zu scheren? Die Chancen standen gut, dachte sie sich zumindest, je länger sie in das teilnahmlose Gesicht des Braunhaarigen schaute. Als wäre das alles nur ein Witz für ihn.