Die Schmiede

  • [Kyle] bei Leo an der Theke


    3813-kyle-pngAuf den Kommentar darüber, dass er nüchtern nicht die Eier gehabt hätte hier aufzukreuzen, reagierte er zuerst nicht. Schließlich hatte er sich nicht absichtlich Mut angesoffen, nur um Leo gegenüberstehen zu können. Und wäre der Abend mit Bianca nicht wie immer irgendwie aus dem Ruder gelaufen, wäre er auch sicher nicht hier. Doch diese ganze Situation erklären wollte er nicht. Es würde den Schmied vermutlich auch sowieso nicht interessieren. Er griff nach einem Schwert, welches eine ähnliche Größe so wie Aussehen von seinem alten Schwert besaß. Nur weil er ein neues Schwert wollte, musste er ja nicht groß rumexperimentieren. Mit seinem alten Kurzschwert war ja auch eigentlich nichts verkehrt gewesen. Während er eines der Schwerter so vorsichtig und stabil wie möglich in seiner Hand balancierte, um abzuschätzen wie einfach er während dem Kampf mit Magie und Waffe hantieren könnte, deklarierte der Schmied weiter, dass er selbst in einem besoffenen Zustand gut abschätzen könne, wer gut mit dem Schwert umgehen könne. Dies ließ seine Augenbrauen in die Höhe schießen. "Nein, echt? Hört sich nach einer ziemlich unglaublichen Fähigkeit an", musste er grinsen. Wie man die Fähigkeiten von jemand Betrunkenes einschätzen könnte, der gerade am Kämpfen war verstand er zwar und wollte glauben, dass er selbst vermutlich ein ziemlich gutes Gefühl dabei hatte, ob jemand jetzt gut oder grottenschlecht mit seiner Waffe umgehen konnte, aber er hatte doch noch nicht einmal eine Waffe in der Hand vor ihm gehalten. Vielleicht wollte der Alte auch einfach aus Eitelkeit nicht zugeben, dass einem Betrunkenen eine Waffe zu geben vielleicht nicht die beste Idee war. Gerade als er das Schwert wieder auf den Thresen legen und nach dem Preis fragen wollte, kam ein weiterer Kunde in den Laden. Das Glöckchen an der Tür registrierte er zuerst nicht wirklich, doch als der Schmied selbst seine Aufmerksamkeit kurz auf die Kundin legte, blickte er automatisch ebenfalls in ihre Richtung. Ihr Anblick ließ ihm fast augenblicklich die Farbe aus dem Gesicht weichen. Nicht, weil er negative Erinnerungen mit direkt dieser Person verband, sondern weil sie, wie auch Cammy eine der Wiederauferstandenen war, die ursprünglich von der Hand jenen Mannes gefallen waren. Unwillkürlich musste er an den Abend des Balls denken, an dem Bianca weinend in seinen Armen gelegen und von den schmerzhaften Erinnerungen gesprochen hatte, welche beim Anblick Tabathas wieder in ihr hochkamen. Er wollte seinen Blick schon gleich wieder abwenden, um nicht ebenfalls wieder mit Erinnerungen bombardiert zu werden, doch da packte ihn der Schmied auch schon beim Kragen und warnte ihn noch einmal, dass er ja nicht andere in Gefahr durch seine eigenen Entscheidungen bringen sollte. Die Reaktion, welche dies in ihm auslöste, konnten sie beide nicht erahnen und wäre ohne die Anwesenheit von Tabatha vermutlich nie so geschehen, doch in diesem Moment, in dieser bestimmten Konstellation trat der Schmied genau in sein persönliches Fettnäpfen. Als Leo schon wieder dabei war, die Hand von ihm zu lösen, schob er instinktiv seine Hand von sich weg und trat einen Schritt zurück. "Ich hab dir doch schon gesagt, dass ich noch nie jemanden mit einer Waffe verletzt habe!", schnautzte er ihn an. Es war unwahrscheinlich, dass der Schmied wirklich wusste, wie tief seine Schuldgefühle über die Toten, für die er sich verantwortlich fühlte waren. Wie sehr er sich immer noch dafür verurteilte, dass er Menschen, die ihm so nahe standen nicht beschützen konnte. Die Tatsache, dass einige davon jetzt wieder am Leben waren, änderte daran gar nichts. Der Verlust war immer noch nicht verheilt, die Schuld war und würde wahrscheinlich nie beglichen werden. Gott, würden ihn diese Erinnerungen sein ganzes Leben lang heimsuchen? Am liebsten wäre er jetzt gleich wieder aus der Schmiede gestürmt, aber irgendetwas in ihm ließ ihn bleiben. Vermutlich half ihm der Alkohol nur einfach dabei, konfrontativer als sonst zu sein. Auch wenn der Schrecken von eben wieder etwas Klarheit geschaffen hatte.

  • [Tabatha] | mit Leo & Kyle


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    Tabatha blinzelte leicht irritiert, als sie Zeuge der scharfen Auseinandersetzung zwischen Leo und Kyle wurde. Ihre Miene blieb ansonsten jedoch ausdruckslos und die Elfe hielt sich bedeckt, umsichtig wartend, bis sie sich sicher fühlte, mit ihrem Anliegen herantreten zu können. Sie beobachtete im Stillen vor allem jenen Mann, Kyle, über den sie kaum etwas wusste. Lediglich das Interesse ihrer Herrin Bianca an ihm war ihr bekannt. Vielleicht sollte sie sich daher einmal näher mit ihm unterhalten. Aber sicher nicht, solange er in keinem vernünftigen Zustand war. Und das war er nun, ganz offensichtlich, nicht.

    Nicht mit Waffen, aber möglicherweise doch mit Worten?, dachte sie, behielt die Frage jedoch für sich. Nicht angemessen für diesen Moment. Häufig glaubte Tabatha, dass viele Streitigkeiten und Missverständnisse daher ruhten, weil Menschen unüberlegt das aussprachen, was ihnen als Erstes in den Sinn kam.

    Die Elfe legte den Kopf leicht schief, sah fragend zu Kyle, der gerade ganz und gar mit sich selbst beschäftigt schien. Er wirkte... aufgewühlt. Wovon? War es etwas, was der Schmied ihm ins Ohr geraunt hatte? Oder lag es... rein an ihrer Anwesenheit? Es wäre nicht das erste Mal, dass die Bewohner von Trampoli den Rückgekehrten beinahe feindselig gegenüber standen. Abgesehen natürlich von denen, die sich kannten. Ein emotionales Dilemma. Wie stand man zu diesem Mysterium, der Abnormalität, welches die Toten in ihre Mitte zurück geholt hatte? Sie konnte die Abneigung verstehen, auch wenn es sie selbst mit einem zwiegespaltenen Gefühl zurückließ. Verständnis und... Scham? Sie würde sich erneut daran gewöhnen müssen. Ihr Besuch in ihrer Heimat hatte in mehrerer Hinsicht gut getan - dort wurde sie nicht wie eine lebendige Tote angesehen. Man hatte mehrlich geglaubt, die Informationen über ihren Tod wäre vermeintlich und lediglich fehlerhaft gewesen, somit regelrecht die Wahrheit verleugnet. Tabatha hatte es schwierig gefunden, damit umzugehen.

    Nachdem der Mann weder Anstalten machte zu gehen, noch den Schmied noch einmal zu konfrontieren, entschied sie sich schließlich zu übernehmen. Was auch immer ihn so beschäftigte, es war nicht ihre Angelegenheit. Tabatha trat sicheren Schrittes nach vorne und richtete ihre Aufmerksamkeit nun ganz dem Schmied. "Ich gedenke mir Zwillingsschwerter zuzulegen.", sprach sie, "Gibt es Einwände?" So wie sie Leo kannte, gab es sie sicherlich also war es besser, sie gleich anzuhören. Sein größter würde vermutlich sein, weil sie bereits eine Waffe besaß. Ihre Dolche. Unscheinbar und damit unfassbar wertvoll und effektiv. Doch sie hatte das Gefühl, dass diese nach allem was passiert war, nicht mehr reichten, nicht mehr genug seien. Sie wollte die Dolche auf keinem Fall aufgeben. Verschiedene Zwecke benötigten einen unterschiedlichen Anspruch. Ihre Dolche waren perfekt - in gewissen Situationen. Für andere... nun, dafür wünschte sie sich eine andere Herangehensweise. Sie war entschlossen darin den Umgang zu erlernen, die Frage war nur, ob Leo diese Ansicht teilen würde. Vermutlich nicht. Darauf stellte sie sich bereits ein, aber sie würde nicht gehen ohne nicht zumindest eine Aussicht zu erhalten.

  • Das sarkastische Kommentar des angetrunkenen Mannes kommentierte der Schmied lediglich mit einem scharfen Blick seinerseits. Was für ein vorlautes Mundwerk dieser Bengel hatte. Kein Respekt vor dem Alter. Aber das war heutzutage sowieso eher eine Seltenheit. Ein höhnischer Laut drang über die spröden Lippen des alten Mannes als seine dunklen Augen über die Gestalt seines Gegenübers wandern lies. Er beäugte ihn wie er das Schwert in seinen Händen hielt, wie er damit sachte hantierte. Vielleicht damit dem Alten sein Zittern nicht auffiel. Vielleicht weil er sich selbst etwas beweisen wollte. Wer wusste das schon so genau. Eigentlich interessierte es den Schmied auch gar nicht. Sein Augenmerk lag auf das was vor ihm lag und nicht was hinter der Fassade verborgen war. Dafür war Jeder selbst verantwortlich. Leo war immerhin kein Seelenklempner und würde wohl auch gar nicht dazu taugen. Als auch der Blick des jungen Mannes in die Richtung der jungen Frau wanderte, die im nächsten Moment die Schmiede betrat entdeckte er eine Regung im Gesicht des Jünglings. Seine Hand hatte sich stärker um das Schwert darin zusammengekrampft. Der Grauhaarige hob eine Augenbraue und packte ihn am Kragen um ihm noch einmal auf den Zahn zu fühlen - böse Zungen würden vielleicht sogar behaupten um ihm zu drohen. Der Alte hatte ihn gerade wieder losgelassen als der Angetrunkene tatsächlich die Frechheit besaß sein Wort zu erheben - sich im Ton zu vergreifen. Leo war Niemand der auf Etikette sonderlich viel wert legte. Es war ihm schlichtweg egal. Aber dieser Taugenichts wollte immerhin etwas von ihm und nicht umgekehrt. deshalb ergriff der Bartträger die Hand des Anderen mit der er ihn weggeschoben hatte und riss ihn damit näher an den Tresen. Leo war zwar alt aber durch sein tägliches Handwerk war er keineswegs in die Jahre gekommen. Es erforderte immerhin einiges an Kraft um den Schmiedehammer zu schwingen. "Hör zu Bürschchen. Du bist es der etwas von mir braucht. Also überleg dir gut in welchem Ton du sprichst..." Seine dunklen Augen funkelten den jungen Kerl an. Ein Grollen drang aus seiner Kehle. "Ich gehe nicht davon aus das du dumm genug bist Jemanden mit diesem Schwert zu verletzen und wenn du dir damit selbst etwas antust ist es mir im Grunde egal..." Der Griff um den Arm des jungen Mannes wurde fester bevor er ihn schließlich wieder losließ. "Ich hoffe für dich du hast deine Gefühle im Kampf besser unter Kontrolle. Wenn dem nicht so ist sehe ich schwarz..." murmelte der alte Schmied in seinen Bart hinein und warf dem Kerl einen zweifelnden Blick zu, der wohl zeigen sollte, dass es ihm nicht verborgen geblieben war das die Anwesenheit der Elfe ihn aus der Bahn geworfen hatte. Eben jene dritte Person trat schließlich vor und ergriff das Wort. Ohne zu zögern verlangte sie nach Zwillingsschwertern. Kurz huschte der Blick des Schmieds über die schlanke Gestalt. Sie war eine der Toten, nicht wahr? Eine Sklavin pardon Dienerin der Adelsfamilie. "Ich bin beschäftigt..." kam es knapp über die Lippen des Grauhaarigen, der einen Blick in die Richtung des Anderen warf, der offensichtlich immer noch mit seiner Entscheidung haderte und somit das Geschäft aufhielt. "...also warte oder komm ein anderes Mal wieder..."

  • [Tabatha] | geht~



    Tabatha legte leicht, fast unmerklich den Kopf schief, als die Diskussion eine neue Runde entfachte. Damit hatte sie nicht gerechnet. Ganz offensichtlich hatte sie von allen Augenblicken, um die Schmiede aufzusuchen, den schlechtmöglichsten erwischt. Leo wies sie direkt ab. Beschäftigt? Wenn man diesen wenig sachlichen und noch weniger produktiven Schlagabtausch des Schmiedes mit Kyle damit meinte, sicherlich. Sie hatte sich zugegebenermaßen verschätzt, was das Ende des Streitgespräches zwischen diesen Männern anbelangte, doch wohin sollte das denn noch führen? War das wirklich die Priorität hier? Tabatha wägte ihre Möglichkeiten ab. Sie könnte argumentieren und Beharrlichkeit zeigen. Sich zurückhalten und Geduld beweisen. Oder einfach gehen. Sie hielt ihren Blick noch auf Leo gerichtet, spürte die aufgewühlten Gefühle von Kyle neben sich, als sie ihren Entschluss fasste. "Ich verstehe.", sagte sie schließlich. Ihr wurde klar, das Widerstand und Persistenz sie hier und heute nicht an ihr Ziel brachten. Sie hatte auch nicht vor zu warten. Geduld mochte eine Tugend sein, doch sie fand - nach ihrer Rückkehr mehr denn je - das Zeit ein zu wertvolles Gut war, um achtlos damit umzugehen. Sie hatte keine Eile. Sie würde ganz einfach wiederkommen. Ihr Stolz flüsterte von Aufgeben, doch was brachte es einen Kampf auszufechten, dessen Ausgang bereits entschieden war? Ihre Ressourcen waren wahrlich zu wertvoll für derlei. "Auf bald.", verabschiedete sie sich und drehte sich damit auf den Absatz um. Bevor sie sich zum Gehen wandte, warf sie noch einen weiteren Blick zu Kyle. Ein sorgsames Mustern, ein Versuch ein besseres Bild von dem Mann zu bekommen, an dem ihrer Herrin so viel lag. Tabatha nickte ihm kurz zu, wie zum Abschied, ehe sie schließlich die Schmiede verließ.

  • [Anette] kommt vom "Marktplatz"4065-anette-png

    Da war sie also. Der letzte Stopp für heute. Und danach? Danach würde es in die wohl verdiente Pause gehen! Mit Leckereien und Nickerchen! Und vielleicht einem Kleiderwechsel. Den hatte sie nämlich bitter nötig, nachdem irgendein süßes, kleines Monster außerhalb der Stadtmauern der Meinung gewesen war, ihren Mantel anknabbern zu müssen. War er wenigstens lecker gewesen..? Sie würde es nie erfahren.

    Leider war dieser letzte Stopp aber auch mit Abstand einer der gruseligsten. Anette schluckte. Die Schmiede war kein Ort, an dem sie sich gerne aufhielt. Schon gar nicht für längere Zeit. Der Grund dafür war natürlich Schmiedemeister Leo, ein Mann, vor dem sie wahnsinnig viel Respekt hatte. Um nicht zu sagen "Angst". Sie kannte ihn nicht persönlich, aber an den Geschichten vom alten Griesgram kam keiner so wirklich vorbei. Normalerweise würde sie die Post einfach in den Briefkasten am Eingang werfen, aber... Sie klopfte einmal auf den Postbeutel, der sich mittlerweile wieder geleert hatte und trotzdessen noch etwas prall war. Heute würde das nicht gehen. Heute hatte sie nämlich ein Päckchen dabei. Und als wäre das nicht genug, war es auch noch an Leo addressiert! Leo! Durchatmen, Anette! Sie schüttelte eifrig den Kopf, um den Gedanken wieder loszuwerden. Vielleicht war er ja gar nicht so schlimm, wie alle sagen? Vielleicht machte er ja gerade ein Nickerchen? Oder vielleicht wartete hinter der Tür ja eine seiner netten Aushilfen?

    Mit dieser überaus hoffnungsvollen Aussicht im Sinn stemmte das Blondchen sich gegen die schwere Eingangstür und schob diese langsam offen. "Hallihallo~!", kündigte sie sich mit der gewohnten Fröhlichkeit an, "Lieferung für Le--" Sie fischte in ihrer übergroßen Tasche gerade nach dem Päckchen, als ihr plötzlich ein stechender Alkoholgeruch in die Nase stieg und sich mit der Hitze der Schmiede zu einer unsagbar unangenehmen Kombination vermengte. Augenblicklich zog sich das Gesicht des jungen Fräuleins zusammen. Viel schlimmer als der Geruch war jedoch der Anblick, der sich ihr dort bot: Leo war da! Und mehr noch, er hatte sich allem Anschein nach gerade mit einem seiner Kunden in den Haaren! "--oh." So viel zu "vielleicht war er ja gar nicht so schlimm". Instinktiv trat die Briefträgerin ein, zwei Schritte zurück. Fast schon so wie ein eingeschüchtertes Tierchen. "Ich... ähh... schlechter Zeitpunkt?"

  • [Kyle] bei Leo an der Theke


    3813-kyle-pngDas Funkeln des grauhaarigen Mannes erwiderte er beharrlich. Den Kommentar darüber, dass er etwas von ihm brauchte, kümmerte ihn nur wenig. Schließlich war seine Aufmerksamkeitsspanne sowieso gerade recht eingeschränkt und wenn er sich entscheiden musste, auf was er sich fokussieren sollte, so war das Schwert vermutlich doch eineige Stückchen hinter dem stechenden Schmerz, den seine Vergangenheit in ihm hinterließ. "Wenn du dich nicht darum scherst, ob ich mich selbst verletzte, kann es dir eh egal sein" Er ging sowieso nicht mehr häufig mit anderen Menschen auf Abenteuer, so wie früher. Er konnte sich nicht mal mehr erinnern, wann genau das letzte Mal gewesen war. Wann es das letzte Mal Spaß gemacht hatte. Die Anspannung verließ seinen Körper merklich, als er sich kurz an Biancas Zofe wandte und diese darauf die Schmiede verließ. Naja, wer konnte es ihr übel nehmen? Er hätte auch keine Lust, hier rumzustehen und anderen beim Streiten zuzuschauen. Und ohne eine Auferstandene im Nacken war ihm persönlich das hitzige Gespräch auch lieber. "Also, du kannst sehen welche Farbe du auch immer-" Ein viel zu fröhliches 'Hallihallo' ließ ihn zusammenzucken und genervt ausatmen. War es denn wirklich so schwierig, sich betrunken mit einem Schmied ohne Unterbrechungen zu fetzen? Vielleicht wollte ihm das Universum damit einfach sagen, dass er den Mund halten und das Schwert bezahlen sollte. Kein schlechter Ratschlag, doch ob er gerade in der Stimmung war ihm auch zu folgen, war fragwürdig. Zumindest aber wollte er eigentlich keine Leute, die nichts mit dem ganzen Drama zu tun hatten mit reinziehen, und ehrlich gesagt nahm, die Blonde die gerade in die Schmiede hereingeplatzt war, ihm auch ein bisschen Wind aus den Segeln. Die Frau, die immer so aussah als hätte sie viel zu viel Energie, kannte er nur vom Sehen her. Er wusste, dass sie hier Pakete und Briefe austrug, aber auch nicht mehr. Es war nicht so, dass ihm Leute viel Post zukommen ließen, also war es nur natürlich, dass er noch nicht viel Kontakt mit ihr gehabt hatte. Nichtsdestotrotz war es einfach nicht in seiner Natur, Frauen die ihm einfach 'zu nett' schienen anzufauchen. Das Problem hatte er schon bei Cammy immer gehabt, und warum er sich so lange von ihr hatte mitziehen lassen. Er konnte ihr einfach nichts abschlagen. "Nee", winkte er also ab. "Mach einfach dein Job" So richtig freundlich war er bei dieser Aussage nicht, aber immerhin schien die Wut ein wenig aus seinem Verstand gewichen zu sein. Eins war allerdings sicher: Wenn er es heute schaffte, noch mit einem Schwert diese vermalledeite Schmiede zu verlassen, würde er es wie seinen Augapfel beschützen, damit er nie wieder hierher müsste.

  • Es war zwecklos, richtig? Warum hatte er überhaupt jemals etwas anderes gedacht? Ein Seufzen entwich der trockenen Kehle des alten Schmieds. Die Aufmerksamkeitsspanne seines Gegenübers lies ohnehin zu wünschen übrig. Leo runzelte seine Stirn und strich die Falten darauf folgend mit einer Hand glatt - fast so als würde ihm dieses Gespräch Kopfschmerzen bereiten weil es sich immer weiter im Kreise drehte. Wenigstens machte ihm das Elfenmädchen keinerlei Schwierigkeiten sondern zog fast schon verständnisvoll von dannen. Vielleicht war es auch ihr aufgefallen, dass sich die ganze Sache hier noch weiter in die Länge ziehen konnte. Sie tat gut daran zu einem anderen Zeitpunkt wieder zu kommen. Die vorhin verhältnismäßig gelassene Stimmung des Alten war mit der Torheit seines Gegenübers gekippt und sie schien es auch diesen Jungspund zu ergehen. Die Beiden schenkten sich nicht wirklich etwas und der Bartträger war nahezu versucht das Bürschchen beim Kragen seines Hemdes zu erwischen und aus seiner Schmiede zu zehren. Noch bevor der Angetrunkene jedoch zu weit gehen konnte ertönte erneut das helle Glöckchen an der Tür. Es kündigte einen erneuten Besucher an. Nahezu zeitgleich entglitt den beiden Streithähnen ein genervter Laut. Es war fast so als würde eine höhere Macht verhindern wollen das dieses Geschäft über die Theke ging - wenn man denn an besagte höhere Macht glaubte. Leo fixierte das junge Fräulein, dem die Gesichtszüge entglitten als ihr die doch sehr zweifelhafte Stimmung in der Schmiede auffiel. Sie wirkte folgend etwas eingeschüchtert - fast so als würde sie die Schmiede am Liebsten gleich wieder hinter sich lassen. Dem Grauhaarigen käme das nur Recht. Sie konnte diesen aufmüpfigen Pimpf auch gleich mitnehmen damit endlich wieder Ruhe in diesen vier Wänden einkehrte. Das blonde Ding hatte ein Päckchen aus ihrer Tasche hervorgeholt, zögerte aber mit der Übergabe. Beinahe kam ihm wieder ein genervter Laut über die Lippen, den Leo gerade noch bremsen konnte indem er seine Lippen zusammenpresste und stattdessen nur ein Grummeln von sich gab als die Postbotin gleich wieder von dannen ziehen wollte. "Hmpf... darauf habe ich schon gewartet..." kommentierte der Schmied und nuschelte dabei in seinen Vollbart hinein. Er deutete dem Mädchen mit einer Geste das sie näher kommen sollte, damit er das Päckchen entgegennehmen konnte. Das mussten die Edelsteine sein, die er bestellt hatte um damit diverse Waffen aufzuhübschen. Er selbst gab nicht viel darum. Eine Waffe musste schlichtweg funktionieren aber es fand sich immer wieder Kundschaft, die doch eine gewisse Optik bevorzugten und dafür einen guten Preis zahlten. Leo hob eine Augenbraue und warf einen Blick in die Richtung des Jungen, der nach wie vor nur in die Luft schaute und keinerlei Anstalten machte sich für ein Schwert zu entscheiden. "Hast dus bald oder willst du noch den restlichen Tag hier rumstehen und Löcher in die Luft starren...?"

  • [Anette] bei Leo und Kyle4065-anette-png

    Anette hatte viele kleine Talente - Das Lesen von Atmosphären gehörte aber definitiv nicht dazu. Sie war der Typ Mensch, der rumbrüllte und viel Krach machte, wenn andere sich gerade ihre Ruhepause gönnen wollten, die Art von Person, die quietschfidel in eine Trauerfeier platzte. Doch selbst sie konnte sagen, dass in dieser Schmiede, in diesem Raum gerade eine wahnsinnig angespannte Luft herrschte. Sie knisterte und knirschte und das kurzgeratene Blondchen hatte den Eindruck, ein falscher Schritt würde glatt zu einer Explosion führen - Gut, das war vielleicht ein wenig übertrieben. Aber zumindest würden Fäuste fliegen! Ganz bestimmt! Denn wenn die Briefträgerin eines aus ihren täglichen Tavernenbesuchen gelernt hatte, dann dass eigentlich immer Fäuste flogen, wenn ein Betrunkener sich stritt. Als sowohl der Rotschopf als auch der Schmiedemeister sich also völlig genervt zu ihr wandten und sie anstarrten, war Anette fest davon überzeugt, dass ihr jemand gleich eins mit dem Schmiedehammer überbraten würde. Ahhh, bitte nicht! Sie hatte doch noch nichtmal zu Mittag gegessen!
    "Mach einfach deinen Job", ertönte es allerdings. Huch? Überrascht, fast schon irritiert blinzelte das Fräulein die beiden Männer an. Also… keine fliegenden Fäuste? Kein Hammer, der es auf ihren süßen, verwuschelten Kopf abgesehen hatte? Sie zog die Augenbrauen zusammen. Hatte sie die Situation etwa wieder falsch gelesen? O-oder würde es erst losgehen, wenn sie näher ging? Fast schon als hätte Leo von diesem Gedanken Wind bekommen, winkte er sie plötzlich mit einer knappen Geste zu sich. Etwas zögerlich warf Anette dem angetrunkenen Rotschopf einen Blick zu, um auch wirklich sicherzugehen, dass dieser kein Problem mit der Unterbrechung hatte, und verbeugte sich entschuldigend vor den beiden.
    Kaum wieder aufgerichtet, kniff sie sich einmal in die Wange und trat deutlich entschlossener als nur wenige Augenblicke zuvor an den Tresen heran, auf dem sie rasch das Päckchen platzierte. "Eine Lieferung aus der Nachbarstadt", verkündete sie und zauberte sogleich einen kleinen Zettel aus der Manteltasche, den sie Leo, zusammen mit einem Stift, auch direkt unter die Nase hielt, "Bitte einmal hier unterschreiben!"

    Im selben Moment blitzte etwas in ihrem Augenwinkel auf, ein silberner Schein, der Aufmerksamkeit und Augenmerk des Mädchens mühelos auf sich zog. Ein Schwert! Sie atmete erschrocken auf. Oh nein, war sie etwa geradewegs in eine Falle gelaufen?! Beinahe rutschte ihr das Herz wieder in die Hose, doch dann realisierte sie plötzlich… Moment mal. Ein Schwert. Sie war in einer Schmiede. Da waren Schwerter normal. Das war kein Überfall, keine Racheaktion für die Unterbrechung. Leo hatte einen Kunden. Ihrer Kehle entkam ein leises, verlegenes Lachen. Wie hatte sie das schon wieder verdrängt?!

    Sprunghaft wie sie war, hielt jener peinlich berührte Zustand aber auch nicht lange an. Stattdessen wandte sie sich begeistert, fast schon wie ein Kleinkind, den ausgelegten Waffen zu. "Ohhh, die sehen aber toll aus!" So hautnah hatte Anette noch keine Waffe gesehen. Wie auch? Sie besaß keine, sie kannte niemanden, der eine Waffe besaß, und genau genommen hatte sie noch nie jemanden wirklich eine nutzen sehen. "Bei der Auswahl könnte ich mich auch nicht entscheiden", nuschelte sie schließlich und verschränkte nachdenklich die Arme vor der Brust.

  • [Kyle] bei Leo und Anette an der Theke


    3813-kyle-pngEntnervt entwich ihm dem jungen Mann ein Seufzer, als der Schmied ihn fast schon dazu drängte, das Geschäft abzuschließen. Dafür, dass er so viele Anstalten darüber machte, dass er ja vorsichtig mit dem Ding sein sollte, wollte er ihn echt schnell mit seinem neuen Schwert nach Hause schicken. Nun gut. Er selbst hatte auch nicht wirklich viel Lust, die Streitereien fortzuführen. Schließlich hatte er noch andere Dinge zu tun. Wie sich zum Beispiel betrunken um seine Farm zu kümmern. Er wusste nicht wieso, aber aus irgendeinem Grund war es extrem beruhigend in einem alkoholisierten Zustand sein Gemüse zu bewässern. Er schmiss ihm den ungefähren Betrag hin, den er vermutlich auch beim letzten Mal bezahlt hatte, und nahm das Schwert, welches er schon vor dem ausgebrochenem Streit im Auge hatte wortlos in die Hand, während die Postbotin dem Schmied einen Zettel unter die Nase hielt. Er war gerade dabei das Schwert an seinen Ledergürtel zu befestigen, als die junge Frau plötzlich ihre Faszination gegenüber Schwertern ausdrückte. Nun, gut sahen die Schwerter wirklich aus. Man konnte Leo ja für einiges kritisieren, aber seine Schmiedkunst war auf alle Fälle keines davon. Doch was genau sollte ein Postmädchen davon wissen? Naja, streng genommen bin ich auch nur ein Bauer..., erinnerte er sich und hielt ihr sein ausgesuchtes Schwert vor die Nase. "Kennst du dich mit sowas aus?" Natürlich hielt er ihr die breite, unscharfe Seite vors Gesicht, jedoch konnte es gut sein, dass er damit etwas zu nah an ihrer Nasenspitze war. Die subjektive Raumwahrnehmung war ja bekanntlich in seinem Zustand auch nicht mehr einwandfrei. Dennoch war seine Frage ernst gemeint.

  • [Anette] bei Kyle4065-anette-png

    Mit großen Augen beobachtete Anette den Rotschopf dabei, wie er seine Wahl traf und nach einem der Schwerter griff. Fast schon unterbewusst rückte sie näher und lehnte sich hervor, bemüht darum, einen genaueren Blick auf Leos Schmiedekunst erhaschen zu können - Ein Wunsch, der tatsächlich sogar prompt in Erfüllung ging. Der silberne Schein blitzte erneut auf, diesmal nicht nur in ihrem Augenwinkel, sondern näher, hautnah sogar. Das Fräulein stockte. Huch? Ihr Blick glitt langsam nach unten. Auf den silbernen Schein, auf die kalte Klinge, die vor ihrer Nasenspitze schwebte und sie gerade so nicht berührte. Blinzeln. Es brauchte ein, zwei Sekunden, bis das Geschehene vollständig in ihrem Kopf angekommen war und sie ein paar Schritte rückwärts stolperte. Sie hatte beim Betreten der Schmiede mit vielem gerechnet, doch das hatte das Blondchen in der Situation nun wirklich nicht erwartet, vor allem nicht weil Leo, der eigentliche Grund für ihre Ängste, nicht der Grund für diesen Schrecken war. "Hey—!", begann sie und war drauf und dran, ihrem Unmut Luft machen, da unterbrach ihr Gegenüber sie mit einer interessanten Frage, die genau diesen wieder wegfegte.
    Kennst du dich mit sowas aus? Was war das denn für eine Frage? "Natürlich!", platzte es stumpf aus ihr hervor, als wäre es eine Selbstverständlichkeit. Tatsächlich war das sogar keine Lüge. Nun… in Anettes Augen zumindest. Wenn es nach ihr ging, so kannte sie sich bestens mit Schwertern aus. Sie war eine Expertin! Immerhin hatte sie als Kind Märchen und Rittergeschichten schneller verputzt als ihr tägliches Glas Milch (und das war schon verdammt schnell)! Stolz klopfte die Briefträgerin sich also auf die Brust, ehe sie beide Hände in die Hüfte stemmte und den jungen Mann regelrecht anstrahlte. In ihren grünblauen Augen funkelte Zuversicht, eine Zuversicht, die allen Anwesenden ganz eindeutig signalisierte, dass sie absolut keine Ahnung von richtigen Schwertern hatte. Für sie war das Holzschwert aus Kindertagen oder das legendäre Ritterschwert, das den Protagonisten auserkoren hatte, nicht groß anders zu führen als das eines waschechten Wächters. Dass die Realität vielleicht ganz anders aussah, das kam ihr gar nicht erst in den Sinn. "Was möchtest du denn wissen?", fügte sie schließlich an und lugte gleichermaßen neugierig wie auch erwartungsvoll neben der Klinge hervor.


    // Eine riesige Entschuldigung für die lange Wartezeit ><

  • [Kyle] bei Anette


    3813-kyle-pngNachdem das Geschäft abgeschlossen war, schien der Schmied nicht schneller weg von der Theke zu kommen wollen. Mit seinem Paket in der Hand machte er sich in irgendeiner Ecke daran, es auszupacken. Kyles Sicht war immer noch ein wenig schwummrig, wenn der Alkoholpegel auch schon wieder etwas abgenommen hatte, sodass er nicht wirklich sehen konnte, um was es sich bei dem Päckchen handelte. Aber das war auch nicht so wichtig. Seine Aufmerksamkeit war schnell wieder auf das Mädchen vor ihm gerichtet, dessen Reaktion auf sein neues Schwert ihn vollkommen unerwartet traf und er einen Schritt nach hinten schwankte. "Ups. Vielleicht sollte ich das mal wegstecken", murmelte er nachdenklich. Er hatte zwar schon lange kein Schwert mehr an seinem Gurt getragen, aber einige Sachen verlernte man anscheinend zum Glück nie. Auch, wenn er erst etwas hilflos an dem Leder rumfuchtelte, schaffte er es ohne sich selbst Verletzungen hinzuzufügen, die Waffe zu befestigen. Als das Mädchen dann mit großem Selbstvertrauen die Hände in die Hüften stemmte und sich als Schwertexperte präsentierte, starrte er sie nur für einige Sekunden mit einem halboffenem Mund an. "Was ich wissen will? Äh" Wollte er denn was wissen? Über Schwerter? Alles was er dafür wissen musste, war wie man damit schnitt, insofern... "Dann zeig mir mal ein paar neue Techniken", forderte er sie auf, während er mit dem Kopf in Richtung Tür nickte. Sicher würde er nicht vor Leo seine betrunkenen Schwertkünste demonstrieren wollen. Eine Konfrontation mit ihm war schon genug für. Für immer.



    /Macht nichts. Ich hab leider auch komplett übersehen, dass du schon gepostet hast ^^'' Sry

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