Die Taverne

  • [Tori] & Gaius | im Hinterhof


    Tori wusste nicht, wie viel Zeit vergangen war, in denen sie einfach nur tanzten - frei und unbesorgt. Sicher, Profitänzer waren sie nicht, mit der Etikette des Adels konnten sie nicht mithalten. Doch in diesem Moment verstand Tori was Gaius meinte - mit dem improvisieren, dem einfach tun. Niemand sah sie hier, niemand verurteilte sie, es waren nur sie beide. Und vor Gaius oder vielmehr für ihn - da musste sie keine Messlatte erreichen, sich nicht verstellen. Es war, als fiel gerade eine Last von ihren Schultern, von der sie nicht geglaubt hatte, sie zu tragen. Auch der Zwerg schien dies zu bemerken, ihre selten vorhandene Leichtigkeit, ja, man mochte es fast schon Ausgelassenheit nennen, wenn man in ihren Maßstäben rechnete. "Jaa...", bestätigte sie leise und konnte nicht verhindern, wie ihre Wangen rot anliefen. Was sah er? Was war sie für ihn, wie viel bedeutete sie ihm? Sie wollte es so gerne wissen und doch fürchtete sie sich vor der Antwort. Ob sie überhaupt eine bekommen würde, selbst wenn sie fragte? Oder wusste sie es nicht längst? Vermutlich würde er so etwas in die Richtung antworten. Das es keiner Worte bedarf, vielleicht. Ach und dabei waren ihr Worte doch so wichtig! Und dann fragte er sie nach dem Grund. Tori hielt inne. Eine Drehung beendet sanken ihre Arme, jedoch ohne seine Hand dabei loszulassen. "W-Wieso Gaius?" Sie sah zu ihm auf, war noch immer wie positiv aufgeladen vom Tanze, von dem sie nie gedacht hätte, einmal zu bekommen. Sie wusste, was er sie fragen wollte, wenn sie auch nicht wusste, warum er fragte. Und kannte sie selbst überhaupt die Antwort? Sie drehte den Kopf leicht, sodass sie nun über seine Schulter sah, statt in sein Gesicht. In ihren Augen spiegelte sich die Nachdenklichkeit. "I-Ich g-grüble stets nach u-und ü-überdenke z-zu viel u-und m-m-ache m-mir s-ständig Sorgen..", begann sie, während sie weiter nach den passenden Worten suchte. "G-Gerade aber... da konnte ich a-alles vergessen. Dank dir. Und d-darum... darum bin ich froh." Tori wandte den Kopf wieder leicht in seine Richtung und ein zaghaftes Lächeln spiegelte sich auf ihre Lippen. Natürlich war da auch noch der Tanz an sich, ein Wunsch der erfüllt wurde, die Bewegung als solche. Alles hatte dazu geführt sich im Moment aufzuhalten: Nicht in der sorgenvollen Zukunft und auch nicht in der tristen Vergangenheit. Wie oft lebte Tori wirklich in der Gegenwart und erfreute sich daran? Wenn sie so darüber nachdachte, viel zu selten. "Es wird l-langsam d-dunkel...", fügte sie noch hinzu, denn so sehr sie den Moment auch festhalten konnte, sie würde es wohl nicht können.

  • Sophia am Tisch mit Eunice und Dorothy 


    Eunice und Dorothy also. Sophia musterte die beiden abwechseln. “Oh, welch hübsche Name!”, stellte sie vergnügt fest. “Und so passend.” Ein vergnügtes Lächeln zierte ihre rosigen Lippen. Sie warf einen Blick auf die Karte, besser gesagt auf den darin beschriebenen Kuchen, den Dorothy für sich und ihren kleinen plüschigen Freund ausgesucht hatte. Ein kurzes aber eifriges Nicken folgte. “Er klingt fabelhaft! Eine zweite Gabel wird sicherlich auch kein Problem sein.”, versicherte sie dem schüchternen Mädchen. Sophia versuchte ab und an einen Blick unter den Ponny zu erhaschen. Zu gerne würde sie einmal ihr ganzes Gesicht sehen, das vermutlich viel zu hübsch war, um es unter so viel Haar und Kapuze zu verstecken.

    Nachdem auch Eunice sich für ein Stück entschieden hatte, winkte die Adelstochter die Kellnerin heran und orderte die gewünschten Kuchen sowie eine weitere Gabel. Schnell verschwand das junge Ding mit der Bestellung wieder in der Küche. Sophia sah ihr noch eine Weile nach überlegte, wer wohl diese ganzen leckeren Kuchen überhaupt zu backen pflegte, bis Dorothys leise unsichere Stimme sie wieder daran erinnerte, dass sie nicht mehr allein an diesem Tisch saß.

    Etwas verlegen schlug sie zunächst die Augen nieder, bevor sie ihr Gegenüber wieder ansah, um die gestellte Frage zu beantworten. “Nein, nein, ich erwarte niemanden.” Ein kleines leicht trauriges Lächeln stahl sich unwillkürlich auf ihre Lippen. “Ich wollte ursprünglich nur etwas die frische Luft genießen, um den Kopf freizubekommen, weil … “ kurz hielt sie inne. Durfte sie das überhaupt einfach so ausplaudern? Am Ende würden Rosalind oder Bianca böse mit ihr sein. ” ... weil ich die letzten Stunden viel Zuhause verbracht habe. Da wird man ja sonst noch ganz verrückt.“, sagte sie stattdessen und lachte etwas verlegen. Ohje Sophia war schon immer eine schlechte Lügnerin gewesen. Früher hatte es immer ihre Schwester übernommen die rettende Notlüge für sie zu spinnen, wenn eine von Nöten war. “Aber genug davon. Was verschlägt euch in die Schenke? Seid ihr eng befreundet?” Die junge Dame versuchte die Aufmerksamkeit von sich weg zu lenken, auch wenn sie diese für gewöhnlich genoss. Ihre eigene Neugier kam da wie gerufen. Ihr kam nicht sofort in den Sinn, dass normal bürgerliche Stadtbewohner deutlich häufiger mal die Taverne aufsuchten, um eine Mahlzeit zu sich zu nehmen. Sie selbst setzte so selten einen Fuß in dieses Gebäude. Viel zu oft hatte man ihr als Kind eingebläut, dass es sich für eine adlige Dame nicht gehören würde sich unter das gemeine Volk in einer Taverne zu mischen. Vor allem nicht allein. Für sie war es mit den Jahren aber viel mehr eine Gewohnheit geworden einfach Zuhause zu speisen, als ein Drang die Regel zu befolgen. Immerhin saß sie gerade leibhaftig in einer solchen Taverne, hatte sie sogar allein betreten, und dies beunruhigte ihr Gewissen herzlich wenig.

  • Eunice, Dorothy und Sophia


    2869-eunice-jpgEunice war noch damit beschäftigt innerlich zu debattieren, ob sie ein Stück oder gar zwei Stück Kuchen bestellen sollte (immerhin war es so schwierig sich für bloß einen zu entscheiden!), da überraschte Dorothy sie damit, dass sie sich die Süßspeise mit ihrem Plüschtier teilen würde. Was vielleicht gar nicht so blöd war, immerhin konnte Fern ja nicht wirklich essen. Vielleicht wusste das Mädchen mit der Kapuze das unterbewusst auch und würde die zweite Gabel gar nicht wirklich brauchen. Eunice war noch immer sehr fasziniert von der sonderbaren Beziehung, die ihre neue Freundin mit dem Plüschtier hegte. Glücklicherweise schien Sophia sich auch sehr schnell mit dieser doch sehr eigenen Situation abgefunden zu haben und spielte wunderbar mit. Sie schien wirklich eine sehr liebenswerte, junge Frau zu sein. Eunice mochte sie auf der Stelle. Sie selber entschied sich dann für einen Karottenkuchen, der eine weiße Glasur oben hatte.

    Dorothy stellte dann der Lilahaarigen eine Frage, die sie irgendwie traurig stimmte. Sofort erschien auf Eunice's Gesicht eine mitleidige Miene. Sie selber war zwar oft und gerne alleine, wenn sie aß. Aber sie kannte dennoch das Gefühl nur zu gut, wenn man irgendwie keine Gesellschaft hatte. Am Anfang findet man so etwas vielleicht noch angenehm, aber irgendwann... Tatsächlich sprach Sophia dann das aus, was sich Eunice insgeheim dachte und so musste sie ebenfalls ein wenig lachen. "Ich kenne das nur zu gut. Ab und zu vergesse ich zuhause die Zeit und es gibt immer so viel zu tun. Aber man muss dennoch immer wieder raus und unter die Leute gehen.", pflichtete sie ihr bei. Als nun ihre neue Bekanntschaft eine Frage stellte, war es an Eunice ein wenig verlegen drein zu schauen. Sie mochte Dorothy und sie hatte innerhalb dieser kurzen Zeit definitiv schon "mütterliche" Gefühle für die Grünhaarige entwickelt, wirkt sie doch stets so ängstlich und verloren. Aber eine enge Freundschaft. "Ich war in der Kapelle, hab dort Dorothy getroffen und wir hatten dann Hunger. Deswegen sind wir gemeinsam hier.", erklärte sie. Ihr war schon bewusst, dass sie damit nicht wirklich auf die zweite Frage einging. Aber im Moment wollte sie die aufkeimende Freundschaft nicht wirklich definieren.

  • Eric kommt an und stellt sich an die Theke


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    Als er die Strecke schließlich zurückgelegt hatte wusste Eric nicht mehr so Recht was ihn an den Polisee geführt hatte und was er sich erhofft hatte dort zu finden. Antworten vielleicht? Aber auf welche Frage? Es spielte keine Rolle mehr denn er hatte nicht gefunden was er gesucht hatte. Vielleicht war der Tag einfach schon viel zu lange. Er sollte ihn abschließen aber irgendwie konnte er das gerade nicht. Seine Beine hatten ihn schließlich in die Taverne geführt, vielleicht war es auch sein knurrender Magen gewesen. So oder so stieß der Jäger schließlich die Tür zur Taverne auf. Die Wärme im Inneren des Gebäudes empfing ihn mit offenen Armen, erstickte die Kälte, die er von seinem langem Spaziergang, wenn man ihn so nennen wollte, mitbrachte. Offenbar war Eric nicht der Einzige gewesen dem heute danach war sich hier verköstigen zu lassen. Seine dunklen Augen wanderten über die zahlreichen Menschen, die sich hier eingefunden hatten. Bekannte und weniger bekannte Gesichter - so oder so konnte der Braunhaarige keinen freien Platz ausmachen. Sein Blick streifte einen bestimmten Tisch an dem er zwei bekannte Gesichter sah. Dorothy und ihre Freundin. Es ging ihnen gut. Erleichtert seufzte Eric und wollte gerade zu ihnen gehen als er sich daran erinnerte das er Dorothy nun schon zwei Mal durch seine Anwesenheit in Gefahr gebracht hatte. Er zögerte, lies seinen Blick über die entspannten Gesichtszüge der Kapuzenträgerin wandern und verharrte schließlich in seiner Position. Er wünschte ihr ein Stück Normalität, abseits von geisteskranken Elfen, die ihr nach dem Leben trachteten. Einzig das Wissen das sie in Sicherheit genügte ihm gerade. Von Meg fehlte glücklicherweise jede Spur. Ein leichtes Lächeln zierte die schmalen Lippen Erics als er das Mädchen betrachtete wie sie bei ihren Freundinnen saß. Das Mädchen au der Kapelle und als er sich ein Stück weit der Theke näherte, an der noch ein Plätzchen frei war, sah er das dort noch ein Mädchen saß. Bei ihrem Anblick verspürte Eric ein Ziehen in der Brust, Lilafarbenes Haar und ihr schlanker Körper war in edles Gewand gehüllt - sie wirkte gar Fehl am Platz zwischen all den Bürgerlichen und doch war es nicht diese Tatsache, die den Stich in seinem Herzen provozierte, oder? Eric wandte den Blick ab, nahm stattdessen auf einem Hocker Platz und bestellte sich eine Kleinigkeit zu Essen und ein Bier. Er saß mit dem Rücken zu dem Tisch mit den Mädchen. Wer war sie? Er kannte sie, oder? Und doch als er versuchte darüber nachzudenken schmerzte sein Kopf. War sie aus der Zeit an die er sich nicht erinnerte und wenn ja - wer war sie für ihn? Irgendwie hatte Eric das Gefühl er müsste sich an dieses Mädchen erinnern aber so sehr er es versuchte es Funktionierte nicht. Da war nur Dunkelheit und trotz dem Lärmpegel in der Taverne herrschte Stille und aus der Stille hallte ihr Lachen, strahlten ihre Augen ihn an und sein Herz klopfte unweigerlich einige Takte schneller. Er fasste sich an die Brust. Was war das? Mit einem stummen Nicken nahm er seine Bestellung entgegen und gleich einen Schluck von seinem Getränk.


  • 1931-sophia-pngSophia am Tisch mit Eunice und Dorothy | später in der Nähe von Eric


    Sophia überraschte es ein wenig, dass Eunice und Dorothy sich offenbar erst kürzlich getroffen hatten, weshalb sich eine leichte Überraschung in ihre Gesichtszüge schlich. “Oh tatsächlich? Dabei wirkt ihr schon so vertraut.”, sprach sie ihre Gedanken aus. Ein kleines Lächeln folgte. Insgeheim fragte sie sich, ob es sogar der Glaube war, der die beiden irgendwie in ein Gespräch verwickelt hatte oder vielleicht doch etwas ganz anderes. Doch sie wollte nicht unhöflich oder gar aufdringlich sein, weshalb sie sich diese Frage verbot.

    Die Kellnerin trat an den Tisch der jungen Frauen heran und verteilte die bestellten Kuchen. Da diese wohl viel zu tun hatte, verschwand sie auch gleich hastig wieder und nahm den inzwischen von Sophia geleerten Teller mit. Jedoch stellte die kleine Gruppe schnell fest, dass die extra Gabel für Dorothys kleinen Freund fehlte. Das Mädchen wirkte etwas enttäuscht und auch ängstlich. Vermutlich war sie zu schüchtern, um erneut nach dem kleinen Extrawunsch zu fragen, weshalb Sophia entschied ihr dies abzunehmen. “Ich frage schnell nach einer weiteren Gabel an der Theke.”, verkündete sie und warf den beiden Damen ein aufmunterndes Lächeln zu, ehe sie sich erhob und einen Weg durch die Tische bahnte. Dies erwies sich stellenweise als gar nicht so einfach mit ihrem doch recht bauschigen Kleid.

    Die Adelstochter blieb am vorderen Teil der Theke stehen, wo sich keine Hocker mehr befanden und versuchte die Aufmerksamkeit einer der dort arbeitenden Menschen zu erhalten. Erst nach dem ein oder anderen “Verzeihung!” und “Entschuldigen Sie!” sowie einer beherzt winkenden Armbewegung, wandte man sich ihr schließlich zu. “Ich benötige noch eine weitere Kuchengabel. Wären Sie so freundlich mir eine zu reichen?”, erläuterte sie dem Herren, der gerade dabei war einige Biere zu zapfen. Wortlos wischte er seine Hände an seiner Schürze ab und reichte ihr ebenso stumm mit einem etwas seltsamen Gesichtsausdruck das gefragte Besteck. Schnell schlossen sich ihre schlanken Finger um die Gabel und sie bedankte sich hastig. Ihr gefiel nicht, dass sie mehrere bizarre Blicke auf sich spürte. War es wirklich so ungewöhnlich, dass sie als Adlige in dieser Schänke einen Bissen zu sich nahm? Sie ließ ihren Blick über die Gesichter schweifen, die sie ansahen, was so ziemlich auf alle zutraf, die an der Theke und an den Tischen in der Nähe saßen. Bis auf das eines jungen Mannes, der gerade dabei war seine Mahlzeit zu verspeisen, dabei aber eher nachdenklich wirkte. Sophia hatte das Gefühl, dass sie ihn kannte und tatsächlich fiel es ihr einige Sekunden später wie Schuppen von den Augen. Unvermittelt ließ sie die eben erst erhaltene Gabel fallen und starrte ihn nun erschrocken mit großen Augen an. Eric. Er war es. Ganz sicher. Was sollte sie tun? Tausende Gefühle rauschten mit einem Mal durch ihren Körper und fegten jeden klaren Gedanken aus ihrem Kopf. Wieso war er plötzlich da? Warum war er überhaupt so lange verschwunden gewesen? Sie hatte so viele Fragen an ihn. Doch gleichzeitig so viel Angst das Wort an die Person zu richten, welche ihr vor langer Zeit so viel bedeutet hatte.

    Sophia geriet ins Taumeln, als ein groß gebauter Mann sie von der Seite anrempelte. “Hey Püppchen, du stehst im Weg! Verzieh dich.” Sophia stammelte eine Entschuldigung, verblüfft über die Unhöflichkeit und noch benommen von der Tatsache, dass Eric dort saß. Sie musste hier raus. Gerade war alles zu viel. Schnell drehte sie sich um und wollte gerade gehen, als jemand nach ihrem Unterarm griff. “Oooch verscheuch die Kleine doch nicht! Ich bin sicher sie wollte eigentlich noch ‘ne Weile bleiben.” Entsetzt blickte die Adelstochter in ein ihr unbekanntes Gesicht, dessen Besitzer offenbar zu dem anderen Kerl gehörte. Ein Grinsen entblößte seine schiefen Zähne. Das Gelächter der umliegenden Meute dröhnte in ihren Ohren. Furcht griff nach ihrem schneller rasenden Herzen. Er zog sie ein Stück näher zu sich heran und Sophia würde übel von dem starken Biergeruch, der von ihm ausging. Sie versuchte ziemlich erfolglos ihren Arm aus dem festen Griff zu befreien, was ihre Angst in Panik umschlagen ließ. Inzwischen bereute sie es zutiefst die Schänke überhaupt betreten zu haben.

  • [An der Theke] Eric bei Sophia und zwielichtigen Schlägertypen


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    Eine liebliche Stimme drang an sein Ohr - sie war ihm seltsam vertraut aber zugleich auch irgendwie wie fremd. Der Jäger konnte sie nicht zuordnen aber ihr Klang löste ein Kribbeln in seinem Bauch aus und er hätte schwören können, dass sein Herz einen Schlag ausgesetzt hatte. Im Augenwinkel bemerkte er das jenes gut gekleidete Fräulein, welches gerade noch bei Dorothy und ihrer Freundin am Tisch gesessen hatte unweit von ihm entfernt an der Theke stand und versuchte die Aufmerksamkeit des Herren dahinter zu erlangen. Der Braunhaarige nahm einen weitern Schluck von seinem Getränk ohne ihr übertreiben viel Beachtung zu schenken. Es gehörte sich immerhin nicht andere Menschen anzustarren, wobei es eigentlich schwer war den Blick nicht auf sie zu richten im Anbetracht der Tatsache, dass sie unter all den anderen Gästen doch ziemlich heraus stach - in allen Belangen. Eric war nicht der Einzige, dem dies aufgefallen war - eigentlich waren so ziemlich alle Blicke auf sie gerichtet. Wahrscheinlich war sie eine der Adelstöchter aus dieser reichen Familie. Normalerweise waren sie in einer Spelunke, wie dieser Taverne nicht anzutreffen. Gewiss hatten sie in der Villa ihren eigenen Koch immerhin war das Oberhaupt der Familie doch schließlich ein Gourmet aber es ging den Braunhaarigen nichts an warum dieses Mädchen sich dafür entschieden hatte heute hier zu speisen. Auch wenn sie ihm bekannt vorkam so war sie doch im Grunde eine Fremde - ein Schatten aus der Vergangenheit, der ihm Kopfschmerzen bereitete. Der junge Mann strich sich durchs Haar und hielt sich anschließend die Stirn. Was war es was er vergessen hatte - ewig war er auf der Jagd nach seinen Erinnerungen aber sie schienen nichts weiter als Schall und Rauch. Er stocherte gedankenverloren in seinem Essen herum, bemerkte nicht das eine gewisse Lady ihre Aufmerksamkeit auf ihn gelenkt hatte, das diese Begegnung nicht nur in ihm etwas ausgelöst hatte. Das Essen schmeckte aber seine Gedanken kreisten und so konnte er die Speise nicht wirklich so genießen wie er es gerne getan hätte. Ein Seufzen verließ seine Lippen als ein Klirren neben ihm seine Aufmerksamkeit erhaschte. Er sah in lilafarbene Augen, die auf ihn gerichtet waren - weit aufgerissen als hätte die Betroffene einen Geist gesehen bis sie zurücktaumelte und dabei einen zwielichtig aussehenden Kerl anrempelte, der sie nur anpöbelte. Erics Augen formten sich zu Schlitzen bei den harschen Worten des Fremden aber er sah keinen Grund sich einzumischen. Unhöflichkeit war zwar keine Tugend aber darüber musste man in einer Welt wie dieser schon mal hinweg sehen können. Gerade als Eric sich wieder seinem Essen zuwenden wollte hörte er die Worte eines weiteren Kerls, der nun das zierliche Mädchen am Arm gepackt hatte und sie grob an sich zog. Mit einem dreckigen Grinsen musterte das adelige Mädchen, welches ganz eindeutig in Bedrängnis war. Ruckartig hatte sich Eric von seinem Hocker erhoben und war an die Meute herangetreten, die zahlenmäßig ganz klar im Vorteil waren. Es war keine gute Idee sich mit ihnen anzulegen aber andererseits hatte der Jäger auch keine andere Wahl. Er würde ganz sicher nicht zusehen, wie sich diese Mistkerle an dem hilflosen Fräulein vergehen würden. Ohne zu zögern griff Eric nach dem Arm, der die Lilahaarige gefangen hielt. "Es sieht nicht so aus als würde sie deine Gesellschaft genießen..." hörte Eric sich sagen und hatte sich mit diesen Worten wohl zum neuen Opfer erklärt, da der ekelhafte Typ mit dem schiefen Lächeln sich nun prompt ihm zugewandt hatte und sein Gesichtsausdruck lies darauf schließen, das er nicht sonderlich erfreut über das Eingreifen des Jägers war. Er presste seine schiefen Zähne aufeinander und er lies den zarten Arm des Mädchens los nur um anschließend Eric am Kragen seines Hemdes zu erwischen und ihn gegen die Theke zu drängen. "Misch dich nicht in die Angelegenheiten Anderer ein..." warnte der angetrunkene Widerling schließlich dem Jäger, der dem Mädchen mit einer simplen Kopfbewegung in Richtung Türe andeutete, dass sie fliehen sollte während die Kerle mit ihm beschäftigt waren. Seine Mundwinkel zuckten leicht nach oben, als er in die roten Augen seines Widersachers sah, der offenbar schon ein oder zwei Bier zu viel gehabt hatte. Mit einer raschen Bewegung wandte sich Eric aus dem Griff des doch recht kräftigen Kerls, was der übrigen Meute offenbar nicht gefiel, da ein raunen durch die Runde ging und sie im nächsten Moment den Braunhaarigen umzingelt hatten. Selbst wenn diese Kerle betrunken waren so hatte er gewiss keine Chance gegen sie alle und das wusste der junge Mann auch. Jetzt konnte ihn nur noch ein Wunder helfen. "Ich müsste mich nicht einmischen wenn ihr euch nicht einfach so an Frauen vergreifen würdet..." Er goss weiterhin Öl ins Feuer und bereits im nächsten Moment spürte Eric wie eine Faust in seine Richtung flog, der er noch irgendwie ausweichen konnte aber die nächste traf ihn in die Magengegend. Auch er erlangte einige Treffer aber vergleichsweise wenige zu diesen zwielichtigen Kerlen, die doch den Mengenvorteil genossen und hoffentlich nur auf der Durchreise waren. Er verlor den Überblick im Gerangel als er nur Geschrei vernahm. Schreie von den anderen Gästen, die offenbar nun auch auf die Schlägerei aufmerksam wurden, die aber schon bald durch den Inhaber der Taverne unterbrochen wurde, der Unterstützung gerufen hatte. Es dauerte nicht lange und es wurde sichergestellt das die Störenfriede aus der Taverne und auch aus der Stadt geführt wurden - offenbar galt jedoch auch Eric als Störenfried und wurde aus der Taverne geworfen. Sein Gesicht schmerzte und er fasste sich an die Lippe, die ein wenig blutete. Was für ein beschissener Tag. Was hatte er nur an sich, das er jedes Mal in solche Situationen geriet? Vielleicht war es Karma, dass sich für seine Taten aus der Vergangenheit rächte. Er musste wirklich ein grauenhafter Mensch gewesen sein, wenn man die jüngsten Erlebnisse als ausgleichende Gerechtigkeit betrachtete. Manchmal war es besser nach Hause zu gehen, nicht wahr? Eric strich sich eine blutige Haarsträhne aus dem Gesicht und machte sich auf den Weg, ehe er sich noch kurz umsah ob er das Mädchen von vorhin entdecken konnte und tatsächlich sah er sie unweit entfernt auf einer Bank sitzen. Seine Füße trugen ihn in ihre Richtung und auch wenn er bestimmt grauenvoll und erschreckend ansah wandte er sein Wort an sie. "Geht es euch gut?" Er sah sie durch seine dunklen Augen an, seiner Stimme schwang Sorge mit.

  •  Sophia bei Eric, später mit ihm draußen vor der Taverne


    Sophia konnte nicht sagen wann sie das letzte Mal solche Furcht verspürt hatte. Die Feststellung gegenüber diesem Kerl völlig ohnmächtig zu sein, schnürte ihr die Brust so fest zusammen, dass sie das Gefühl hatte keine Luft mehr zu bekommen. Sie suchte nach Worten, Gedanken, nach irgendetwas, dass sich in ihrem vor Panik blanken Kopf greifen ließ, aber da war nichts. Nichts außer Angst, die sie am ganzen Leib zittern ließ. Abrupt wandte sie den Kopf, um denjenigen zu sehen, der sich gerade in die Situation einmischte. Seine Stimme wärmte ihr Herz und eine seichte Woge der Erleichterung empfing sie, bevor sie überhaupt realisierte, wer sie da gerade vor allem weiteren bewahrte. Wieder Eric. Hatte er alles beobachtet? Bevor Sophia darüber weiter nachdenken konnte, ließ der betrunkene Unhold ihren Arm los und griff in der selben Sekunde nach ihrem Retter. Ihr Herz sackte ein ganzes Stück tiefer. “Nein nicht!”, flehte sie schon regelrecht, aber jetzt schien keiner mehr Notiz von ihr zu nehmen. Was sollte sie tun? Konnte sie überhaupt etwas tun? Sophia suchte Erics Blick, unfähig selbst einen klaren Gedanken zu fassen. Dieser bedeutete ihr nur kaum merklich die Taverne zu verlassen. Ein leises “aber ich...” kam über ihre Lippen, als ihr klar wurde, dass sie in dieser Situation sowieso keine Hilfe war und vermutlich alles nur noch schlimmer machen würde, als es eh schon war. Tränen der Verzweiflung begannen ihre Sicht zu trüben. Sophia gab sich einen Ruck und rannte so schnell es ihr möglich war hinaus aus dem Gebäude. Nicht unweit entfernt ließ sie sich völlig kraftlos auf eine Bank sinken. Sie zwang sich einige Mal tief ein- und auszuatmen. Langsam verebbte das Zittern ihrer Muskeln, der Herzschlag wurde etwas ruhiger, doch die Sorge um Eric wuchs. Dennoch traute sie sich nicht sich der Eingangstür noch ein weiteres Mal zu nähern. Sophia fühlte sich plötzlich unendlich müde und erschöpft angesichts der ganzen emotionalen Aufruhr. Sie zog die Beine zu sich hoch, umfasste diese mit beiden Armen und lehnte die Stirn an ihre Knie.

    Wenig später wurde die Tür der Schänke aufgestoßen, die Rüpel hinaus gestoßen. Sophia machte sich nicht die Mühe den Kopf zu heben und hoffte einfach nur, dass sie unbemerkt blieb. Doch sie hörte Schritte. Und Erics Stimme, die eine Frage nach ihrem Wohlbefinden an sie richtete. Die Adelstochter hob den Kopf. Ein halb erstickter Laut des Entsetzens drang aus ihrer Kehle, als sie das Blut in seinem Gesicht sah. Und dann fragte er tatsächlich, ob es ihr gut ging?! Mit bebenden Händen fischte sie das schneeweiße Taschentuch aus ihrem Ärmel, stand auf und tupfte vorsichtig das Blut von seiner Stirn sowie von seiner Lippen. Unwillkürlich dachte sie daran welch schöne Form sein Mund hatte. Doch als ihr auffiel, dass sie viel zu lang gestarrt hatte, schlug sie schnell die Lider nieder. Ihre nervösen Finger spielten mit dem Taschentuch, welches jetzt nun stellenweise mit seinem Blut befleckt war. Auch wenn Sophia nicht recht wusste, was sie sagen sollte, versuchte sie dennoch ein paar Worte zu finden, um wenigstens ihrem Dank Ausdruck zu verleihen: “Eric ich … “ eine kurze Pause entstand. “Ich danke dir. Ich weiß nicht, was ich ohne dein furchtloses Handeln getan hätte. Ich bin dir wohl einen großen Gefallen schuldig.” Sophia sah nun wieder in sein Gesicht, musterte seine Augen, deren braun sie schon immer sehr gemocht hatte. “Möchtest du das nicht lieber von einem geschulten Auge ansehen lassen?”, fragte sie vorsichtig, als ihr Blick hinauf zu seiner Stirn wanderte. Sorge schwang nun auch in ihrer Stimme mit. Ein überaus schlechtes Gewissen plagte die Adelstochter. Zwar hatte sie sich oft vorgestellt wie es denn so sein mag, falls sie jemals wieder auf Eric treffen würde, doch so hätte das alles in ihrer Vorstellung wohl nie und nimmer ausgesehen.

  • [Draußen vor der Taverne] Sophia & Eric


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    Er musste wirklich grauenvoll aussehen, nicht das er sonderlich viel darauf gab aber er konnte es sich denken als bei seinem Anblick ein Laut des Entsetzens aus der Kehle des edlen Fräuleins dran, welches ihn nur widerwillig mit den Schlägertypen alleine gelassen hatte. Ihre Anwesenheit hätte nichts geändert, nicht das er sie als schwach und hilflos ansah, bestimmt hatte auch die Fremde es faustdick hinter den Ohren aber sie war starr vor Angst gewesen, beinahe als hätte sie sich schon einmal in einer ähnlichen Situation befunden. Die Angst hatte sie gelähmt und dieses lähmende Gefühl in den Gebeinen konnte in einer Situation wie diese es gewesen war, sehr hinderlich sein. Das Mädchen mit dem lilafarbenen Haar hatte ihren Kopf angehoben, ihren Blick auf sein abscheulich zugerichtetes Gesicht geheftet. Sie zitterte. Für einen Moment glaubte der Jäger sie hätte Angst vor ihm und er hätte es ihr in diesem Moment noch nicht einmal verdenken können. Was unterschied ihm von diesen Typen - im Grunde nicht viel wenn man das Ergebnis so betrachtete. Hätte er nicht klüger sein müssen um den Handgreiflichkeiten aus den Weg zu gehen? Vielleicht. Hätte er weniger provokante Worte wählen sollen um nicht noch mehr Öl ins Feuer zu gießen? Wahrscheinlich. Er war ein Narr und hatte förmlich nach den Schlägen gebettelt, beinahe als plagten in Schuldgefühle aus der Vergangenheit, als glaubte er sich so bestrafen zu können für etwaige Schandtaten, die er möglicherweise begangen haben könnte. Die Namenlose war aufgestanden, hatte sich ihm genähert, bewaffnet mit einem reinweißen Stofftaschentuch, welches sie aus dem Ärmel gezaubert hatte. Er sah in diese unglaublichen Augen, die Sorge widerspiegelten und da war es wieder - dieses beklemmende Gefühl in seiner Brust, welches er nie und nimmer in Worte fassen hätte können. Der Jäger konnte nicht einmal definieren ob es sich um ein positives oder negatives Gefühl handelte. sie spürte den sanften Druck ihrer Berührung auf seiner Stirn und schließlich auf deiner Lippe. Sorgsam tupfte sie ihm das Blut weg, welches sein Gesicht zierte. Eric erwischte sich dabei wie er unbewusst den Atem anhielt als sie ihm nahe kam. Sein Kopf dröhnte und er war sich nicht sicher ob es die Folge der Schläge waren oder daran, dass er seit er sie dort sitzen gesehen hatte darüber nachdachte woher er sie kannte. Spielte sein Gehirn im letztendlich nur einen Streich und er kannte dieses hübsche Mädchen lediglich weil man die Adelsfamilie kannte, sie unbewusst aus der Menschenmenge hervor stach durch ihre Ausstrahlung? Er wusste keine Antwort auf die ihm quälenden Fragen. Es fühlte sich an als wäre das schon einmal passiert - es fühlte sich so vertraut an. Aber sie hätte doch etwas gesagt, ihn begrüßt, wenn sie ein Geist seiner Vergangenheit wäre. Worte des Dankes kamen über seine schmalen Lippen, während er ihre liebevolle Geste über sich ergehen lies. Gerade als der junge Mann zum wiederholten Male dieses vermeintlich vertraute Gefühl unterdrücken wollte hörte er den Klang seines Namens aus ihrem Mund. Unbewusst riss er seine Augen auf, während der Hall ihrer Stimme sein Herz ergriff, fest umklammert hielt und nicht mehr losließ. Die nachfolgenden Worte nahm Eric gar nicht mehr wahr. Sie waren nicht wichtig, Nicht jetzt. Wortlos sah er sie einfach nur an, sah wie sich ihre rosigen Lippen bewegten aber nichts drang mehr zu ihn durch. Sie kannte ihn. Vielleicht war sie das Licht, welches seine verschleierte Vergangenheit erhellen würde? "I-ihr kennt meinen Namen...?" kam es schließlich über seine Lippen und in seinen dunklen Augen schimmerte ein Fünkchen Hoffnung. Die Schmerzen, die er auf Grund der Schlägerei verspürte waren nicht länger wichtig. Er lächelte zaghaft, sah dieses Mädchen vor ihm an und trotz dieser unbeschreiblichen Freude, die er verspürte, hatte er das Gefühl als wäre er ihr schuldig sich auch an sie zu erinnern. Eine Weile sah er sie einfach nur an, sah ihre strahlenden Augen, den Schwung ihrer Wimpern, ihre feinen Gesichtszüge, die lilafarbenen Haarsträhnen, welche ihr leicht in ihr blasses Gesicht hingen. Eric hatte seine Hand leicht angehoben um die losen Strähnen hinter ihr Ohr zu streichen, weil es sich anfühlte als hätte sein Vergangenheits- Ich dies getan aber im letzten Moment stoppte der Jäger und lies seine Hand wieder sinken. Vielleicht war es eine zu vertraute Geste immerhin kannte er die Beziehung nicht in der sie zueinander standen. Sein klopfendes Herz verriet ihm, dass es eine innige Beziehung sein musste aber vielleicht täuschte sein Herz ihn nur wobei ihn sein Herz nie im Stich gelassen hatte im Vergleich zu seinem Verstand. "Wir kennen uns... oder?" tastete sich der Braunhaarige langsam vor, während der Blick seiner braunen Augen sich für einen Moment von ihr ab wanden um beinahe beschämt zu Boden zu blicken nur um anschließend wieder Blickkontakt aufzubauen. "Es tut mir Leid...ich habe mein Gedächtnis verloren..." entschuldigte sich Eric weil er das Gefühl hatte das es notwendig war und das obwohl er nicht wusste wer dieses Mädchen eigentlich war. Ein Seufzen verließ seine Lippen - es klang irgendwie verzweifelt.

  • 1951-dorothy2-pngDorothy & Eunice | an einem Tisch


    Die Kapuzenträgerin konnte es kaum mehr erwarten. Wer auch immer diesen niedlichen Absatz unter den Erdbeerkuchen auf der Menükarte verfasst hatte, dem gehörte wirklich ein Preis verliehen, denn alleine diese bildlichen Worte ließen ihr das Wasser ihm Munde zusammen laufen und sicher hatte auch Fern schon größten Appetit! Zur Erdbeerzeit ging sie immer liebend gern mit ihrem Freund auf die Felder und pflückte die hübschen roten Früchte! Meist verarbeitete sie diese zu Marmelade oder legte sie gewaschen in ein Körbchen, das sie ihrem Vater zwischen den Gottesdiensten anbot damit er mit Vitaminen und der Süße versorgt wurde! Dorothy ließ ihren Kopf weiter sinken während sie an diese tolle Zeit dachte, daher überhörte sie beinahe die Antwort auf ihre eigene Frage. Wie unhöflich.. wie unaufmerksam sie doch war!! Das leichte, verträumte Lächeln auf ihren schmalen Lippen war wieder verschwunden als sie der schönen Sophia zuhörte. "Das kann ich verstehen.. ich, ich bin zwar gerne.. daheim bei meinem Papa aber.. manchmal da, da braucht man einfach frische Luft.. Fern schimpft mich immer, wenn ich.. also wenn ich nicht nach draußen möchte.", erzählte die Tochter des Priesters und strich sich eine ihrer grünen Haarsträhnen hinters Ohr. "Er achtet da.. gut auf mich.." Ein weiteres Mal tätschelte die angehende Heilerin den Kopf ihres flauschigen Freundes ehe sie ihre Hand dort liegen ließ und der Antwort von Eunice' zuhörte. Sie selbst traute sich natürlich nicht, irgendwelche Mutmaßungen zu einer möglicherweise bestehenden Freundschaft zu stellen. Am Ende interpretierte sie mehr hinein als dort war, mehr Gefühle, mehr Hingabe und was, wenn sie sich so etwas nur einbildete? Nein, da sagte sie lieber nichts und ließ andere sprechen, auch wenn sie schon den bösen Blick ihres Plüschtieres auf sich spürte. Schließlich wollte Doro doch anfangen, mehr zu sprechen und mehr Freunde zu finden.. "V-vertraut.. wirklich?" Das junge Fräulein konnte das gar nicht wirklich glauben, wirkten Eunice und sie wirklich wie enge Freunde? Waren sie denn so enge Freunde? Sie blinzelte in die Richtung der rundlichen Frau, die sich gerade wie ein kleines Kind darüber freute, dass der bestellte Kuchen an den Tisch gebracht wurde. Dorothy schmunzelte ein bisschen, das war schon wirklich niedlich! Doch als ihre roten Augen auf ihren Teller wanderten, erstickte ihr Lachen im Keim. Die Kellner hatten tatsächlich die zweite Kuchengabel vergessen.. wieso? Hatten sie Dorothy nicht ernst genommen? Nein, sicher hatten sie das einfach vergessen.. oder sie hatte nicht laut genug gesprochen, das musste es sein. Enttäuscht über sich selbst blieb das Mädchen erstmal sitzen, flüsterte Fern etwas zu und schaute im nächsten Moment auf als Sophia sich bereit erklärte, sich um die fehlende Gabel zu kümmern. Ihr junges Herz machte einen kleinen Hüpfer, ein Lächeln malte sich auf ihre Lippen. Wie wunderbar freundlich diese Dame doch war. "Danke..!", rief sie ihr hinterher, schämte sich im nächsten Moment da sie sicher zu laut gewesen war und erstarrte noch einen Augenblick später, da ihr Blick Sophia gefolgt war und sie an der Theke Eric entdeckte. Oder? Spielten ihre Augen ihr da einen Streich? Weil sie sich wünschte zu wissen wie es ihm ging? Ob diese abartig böse Hexe ihm etwas getan hatte oder nicht? Hastig drehte sie sich herum. Sollte sie hingehen? Nachgucken ob es wirklich keine Einbildung war, ob Eric echt war, fragen ob es ihm gut ging? Ihr Herz klopfte wie wild bei dem Gedanken an den jungen Mann, doch als sie sich das nächste Mal umdrehte, war er fort. Auch Sophia konnte sie nicht mehr finden. Waren sie zusammen gegangen oder was war passiert? Dorothy schien sichtlich durcheinander. "Hast.. du hast ihn doch auch..", stammelte sie, schüttelte dann aber den Kopf und widmete sich ihrem Erdbeerkuchen. Dann teilte sie sich ihre Gabel eben mit Fern, ganz einfach! "Ähm.. schmeckt dein Kuchen?" Langsam hob sie ihren Kopf, sah in Eunice' glänzende Augen während ihre eher Panik ausstrahlten. "Meinst du es war eine.. gute Idee, sie einfach zurück zu lassen? Eric und.. das andere Mädchen, ich.. mache mir solche Sorgen, es tut so weh.. warum mache ich mir so einen Kopf?" Dieses Gefühl war so fremd und doch bekannt, hatte sie diese Angst nicht schon einmal verspürt als es um ihre Schwester gehandelt hatte? Doro teilte ein kleines bisschen Kuchen ab und hielt es vor Ferns Mund.

  • Sophia bei Eric vor der Taverne


    Es irritierte Sophia, dass Eric sie wie ein verschrecktes Reh musterte. Hatte er ihr überhaupt zugehört? Hatte sie doch zu leise gesprochen und er rätselte noch über den Inhalt ihrer Worte. Als die junge Dame sich entschied ihre Frage noch einmal zu wiederholen, stellte er ihr eine Gegenfrage, die sie nun völlig verunsicherte. Ob sie sich kannten? Völlige Verwirrung zeichnete sich in ihren Zügen ab. Ihre violetten Augen huschten über jede Zentimeter seines Gesichtes. Hatte sie die Pointe verpasst? Die Adelstochter öffnete ein paar Mal leicht den Mund, schloss ihn jedoch imm wieder, da einfach nicht die richtigen Worte in ihrem Kopf vorhanden waren. Als ihr Gegenüber dann auch noch den Blick abwandte, wurde sie noch unruhiger. Nervosität umspielte ihn. Das war kein Scherz gewesen, oder doch? Er wollte sie einfach nur auf den Arm nehmen, richtig? Richtig? Doch seine nächsten Worte fegten jeden Gedanken an einen provokanten Witz davon. Ihr Herz stolperte für einen Moment. Er hatte was…?

    Nun starrte Sophia ihn gänzlich entgeistert an. Schon das zweite Mal in so kurzer Zeit. Langsam ließ sie ihre Hände sinken. Er hatte sie einfach vergessen? Sie steckte das Taschentuch mit leicht zittrigen Händen zurück an seinen Platz. Er hatte vergessen, dass es sie in seinem Leben gegeben hat? Wie von selbst ließ sich ihr Körper erneut auf die Bank sinken, ihre Augen entzogen sich seinem Blick indem sie diese auf die Pflastersteine unter ihren Schuhen richtete. Er hatte vergessen, wie sehr sie seine Nähe genossen hatte? Jeden Kuss? Jede zärtliche Berührung? Jedes Gefühl…? Es war alles so lange her, sollte doch eigentlich Schnee von gestern sein und doch schmerzte sie der Umstand sehr.

    Sophia schloss die Lider für einen Moment. Sie wollte versuchen sich ihr Gefühlschaos über diese Nachricht nicht anmerken zu lassen. "Ja wir … kennen uns.", war also die Antwort auf seine Frage. Ein leichtes Lächeln zierte ihre Lippen, was allerdings etwas schwermütig wirkte. Sollte sie ihm sagen, dass sie ein Paar gewesen waren? Wieder studierte sie sein hübsches Gesicht. Er wirkte jetzt schon so bedrückt. Würde ihm das nicht noch mehr zusetzen? Mal wieder fand sich keine Antwort auf ihre stummen Fragen. "Kannst du dich an absolut gar nichts erinnern?" Vielleicht half ihr seine Antwort ihre eigene zu finden.

  • [Draußen vor der Taverne] Sophia & Eric


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    Wäre er selbst nicht zu perplex gewesen wäre dem Jäger wahrscheinlich aufgefallen, dass das Fräulein irritiert, gar verunsichert wirkte und er der Grund dafür war - ungewollt. Ihre violetten Augen waren auf ihn gerichtet, musterten jeden Zentimeter seines Gesichts als suche sie nach Etwas das ihr Halt gab - vergebens. Der Dunkelhaarige hatte schon eine Ahnung aber wollte sie nicht so recht glauben. Er erklärte sich obwohl es im Grunde keine Erklärung gab, keine Entschuldigung dafür, dass er offensichtlich so wichtige Dinge vergessen hatte. Sie wirkte enttäuscht, enttäuscht davon, dass er sie vergessen hatte, die gemeinsamen Erlebnisse vermutete der junge Mann. Eric raufte sich die Haare, versuchte sich gezielt an dieses Mädchen erinnern, welche ihm schon beim Betreten der Taverne aufgefallen war. Wie war ihr Name? Wer war sie? Er würde alles dafür geben, dass dieser geschockte, gar traurige Blick aus ihrem Gesicht verschwand und sie einfach lächelte. Er glaubte sich an ihr glockenhelles Lachen zu erinnern, das Strahlen ihrer Augen, wenn sie sich über etwas freute aber vielleicht war es gar keine Erinnerung sondern lediglich Wunschdenken. Sie ließ ihre Hände sinken und während sie sich seinem Blick entzog steckte sie zitternd das Taschentuch, welches noch mit seinem Blut benetzt war, weg. Als hätte sie jede Kraft verloren lies sich das Fräulein auf die Bank sinken. Eric konnte nicht einmal erahnen wie es gerade in ihr aussah, was in ihrem Kopf vorging. Er wusste nur das er sich verdammt mies fühlte - in gewisser Weise schuldig. Sie bestätigte, dass sie einander kannten, konnte sich aber nur zu einem traurigen Lächeln hinreißen lassen. Ihre Antwort war längst nicht mehr von Nöten. Ihre Mimik hatte Bände gesprochen. Sie waren wohl kaum nur flüchtige Bekannte aber das hatte Eric bereits geahnt. Das Herzklopfen was ihr Anblick ausgelöst hatte, nach wie vor auslöste - sie waren sehr vertraut. Forschend musterte er ihre zarten Gesichtszüge, war unweigerlich näher gekommen, hatte sich vor ihr hingehockt um auch ihren Blick wieder einzufangen. Wie selbstverständlich hatte der Jäger nach ihrer Hand gegriffen, ohne darüber nachzudenken. Er wollte ihr gerade irgendwie verständlich machen, dass da einfach völlige Dunkelheit war, wenn er an die Vergangenheit dachte. "Sophia ich..." Warte, was. Er riss die Augen auf, sah das Mädchen vor sich sprachlos an. Wie hatte er sie gerade genannt? Sophia? War das ihr Name? Hatte er sich gerade wirklich an etwas erinnert? Fast schon hilfesuchend suchte er ihren Blick als wartete dort die Antwort. "D-dein Name..."Der Klang dieses Namens aus seinem Mund klang irgendwie vertraut - er konnte es nicht beschreiben aber es fühlte sich richtig an ihn auszusprechen. "...ist Sophia." Er hatte ihn beiläufig benutzt, ohne großartig darüber nachzudenken. Die Mundwinkel des jungen Mannes huschten nach oben. Er konnte es gerade selbst nicht glauben. Ihr Name war das Erste an das er sich erinnerte nach einer gefühlten Ewigkeit. "Waren wir..." suchte der Jäger nach den passenden Worten aber fand sie erst nicht, wusste nicht recht ob es dreist war diese Frage zu stellen und so zögerte er und formulierte um, damit er die junge Frau nicht in Bedrängnis brachte. "Wir standen uns sehr nah - richtig?" Er tauchte erneut in das Violett ihrer Augen ein und seit einer halben Ewigkeit hatte er tatsächlich wieder die Hoffnung seine Erinnerungen eines Tages wieder zu erlangen - wenn auch nur Teile davon. Ob sie ihm dabei helfen würde?

    If the world was ending, you'd come over, right?

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  • Sophia bei Eric vor der Taverne


    Aus dem Augenwinkel bemerkte sie, dass Eric sich ihr näherte. Sie wich seinem Blick immer noch aus, auch wenn sie ebenfalls bemerkte, dass er diesen suchte. Warum wusste sie selbst nicht so genau, aber vermutlich war sie sich einfach nicht sicher, ob sie am Ende nicht noch vor lauter Emotionen in Tränen ausbrechen würde. Statt in seine gutmütigen braunen Augen zu blicken, fixierte sie also seine Hände, die nun nach ihren griffen. Die Adelstochter erwiderte die Geste automatisch, drückte seine warmen Finger, um Halt für ihre wirbelnden Emotionen zu finden.

    Sie spitzte die Ohren, als Erics nach einer längeren Pause erneut die Stimme erhob. Innerlich hatte sie sich bereits darauf vorbereitet, dass er ihr nun gestehen würde, dass er sich an keine einzige Sekunde erinnerte, die sie zusammen verbracht hatten. Sie hatte sich für einen erneuten Stich im Herzen gewappnet, für diesen negativen Satz, den sie erwartete. Doch stattdessen sprach er ihren Namen aus.

    Überrascht hob die junge Dame fast schon ruckartig den Kopf und sah in sein Gesicht, welches die selbe Emotion widerspiegelte. Eric konnte sich an ihren Namen erinnern! Zwar war es nicht allzu viel, aber dennoch flutete Erleichterung ihren Körper. Ein paar Tränen stiegen ihr nun doch in die Augen, doch sie blinzelte diese schnell weg und nickte euphorisch, als er ihren Namen wiederholte. Vielleicht bestand ja Hoffnung, dass er sich auch an andere Dinge erinnern würde? Dieser Gedanke stimmte die Adelstochter deutlich fröhlicher.

    Bei Erics anschließender Frage musterte sie ihn für einen Augenblick eingehend. Erinnerte er sich an etwas oder hatte ihre Mimik und Gestik einfach wie ein offenes Buch gelesen. Da er nicht weiter sprach, war wohl eher letzteres der Fall, was Sophia eigentlich auch nicht wunderte. Sie war noch nie gut darin gewesen ihre Emotionen zu verstecken. Ein rötlicher Schimmer legte sich auf ihre blassen Wangen und sie schlug die Augen nieder, sah wieder auf ihre Hände, die immer noch von seinen gehalten wurden. Schneller schlug das Herz in ihrer Brust, als sie an einige innige Momente dachte, die so unendlich lange her zu sein schienen. “Ja wir … waren ein Paar.” Eine kurze Pause entstand. “Dann bist du plötzlich verschwunden. Ich hatte keine Ahnung wohin du damals gingst oder wann du zurückkehren würdest.“ Oder warum du mich ohne ein Wort allein gelassen hast, fügte sie im Kopf hinzu, doch schämte sich in der nächsten Sekunde für diesen Gedanken, denn immerhin kannte sie nun so halbwegs den Grund dafür. Doch das war es, was sie damals gedacht hatte. Die Frage, die sie sich ständig immer wieder gestellt hatte. Sophia hob den Kopf und sah in wieder an. “Wo bist du gewesen?” in diesen wenigen Worten lagen alle Empfindungen, die sie damals gehabt hatte. Frust, Trauer, Verwirrung, Einsamkeit. Aber auch ein wenig Erleichterung darüber nun endlich Licht ins Dunkel zu bringen. Zumindest hoffte sie darauf.

  • [Vor der Taverne] Sophia & Eric


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    Sie stieß ihn nicht von sich, erwiderte stattdessen seine fast schon liebevolle Geste, die doch irgendwo Beiden nur als Halt diente und mehr nicht, oder? Sie kannten sich zwar aber im Grunde waren sie nur noch Fremde, die ein Stück des Weges gemeinsam gegangen waren aber woher kam dieses wohltuende Gefühl in seinem Bauch wenn er ihre Hand hielt? Mit ihren Blicken wich sie ihm aus, wollte den Schmerz in ihren Augen nicht offenbaren, den im Grunde er ihr bereitet hatte - ungewollt und doch gab es keine Worte der Welt, die all den Schmerz wieder verpuffen ließen. Wie schön wäre wenn es so einfach wäre aber es hatte keinen Sinn darüber nachzudenken, da es nicht so war. Er fühlte sich hilflos, suchte im Wirrwarr seines Kopfes wie schon seit einer gefühlten Ewigkeit nach den Antworten auf die vielen Fragen, die ihn tangierten aber je mehr er sich anstrengte desto stärker wurden seine Kopfschmerzen aber wie immer war seine endlose Suche vergebens. Der Schmerz rückte jedoch in den Hintergrund als er sich einen Namen aussprechen hörte - wie selbstverständlich und es war nicht einfach irgendein Name - es war ihr Name, dessen Klang sein Herz einen Takt schneller schlagen lies. Ihre Blicke trafen sich - Überraschung und zugleich Freude mit einer Prise Hoffnung schwang ihnen mit. Ihre wunderschönen violetten Augen funkelten, waren dabei sich mit Tränen zu füllen aber seit dieser Begegnung war es das erste Mal, dass Eric Hoffnung hatte das es sich vielleicht um Freudentränen handeln könnte, das seine Präsenz ihr nicht nur Leid brachte. Ihre Bestätigung brachte den Jäger zum Lächeln. Es fühlte sich an als würde ein Stein von seinem Herzen fallen, als wäre die Suche nach seiner Erinnerung nicht gänzlich umsonst gewesen - sie trug endlich Früchte und das nur durch die Begegnung mit diesem Mädchen. Eric atmete erleichtert aus, drückte ihre Hand unbewusst und lächelte ein erleichtertes Lächeln. "Das ist einfach... die beste Nachricht seit einer halben Ewigkeit..." Seine braunen Augen strahlten das Mädchen vor sich auf der Bank an. "...Sophia." Dieser Name, sein ohnehin schon schöner Klang klang in seinen Ohren einfach noch drei Mal so schön weil es das Erste war an das er sich erinnert hatte. Die Hoffnung mit ihr noch weitere Erinnerungen wieder zu erlangen machte ihn gerade einfach unendlich glücklich. Der Schmerz, den die Schläge dieser Typen ausgelöst hatten war vergessen auch wenn sein Gesicht nach wie vor davon gezeichnet war und gewiss nicht nur das. Er wollte alles wissen - jedes noch so kleine Detail aber zugleich wollte er sie nicht verschrecken. So tastete sich der Jäger langsam vor aber es war nicht notwendig - sie verstand ihn, wusste worauf er hinaus wollte weil sie es vielleicht auch noch spürte - diese Verbundenheit. Ihre blassen Wangen zierte ein rötlicher Schimmer und der junge Mann kam nicht drumrum diese Reaktion richtig niedlich zu finden und sie mit einem Lächeln zu kommentieren. Ein Paar, also. Es kam ihm irgendwie surreal vor aber Eric wusste in dem Augenblick als sie es ausgesprochen hatte das es der Wahrheit entsprach - sein Herz hatte es noch vor seinem Kopf bemerkt. Wie war es möglich das ein einfacher junger Mann wie er und... sie ein Paar gewesen waren. Sie trennten doch Welten - oder nicht? Man musste sie nur ansehen - ihr adrettes Aussehen während seine Klamotten schmutzig waren und sein Gesicht blutverschmiert. Wie hatte er es geschafft das Herz dieses Mädchens für sich zu gewinnen? Forschend musterte er ihre Gesichtszüge als fände er darin die Antwort. Als sie nach der kurzen Sprechpause weiter sprach entglitten dem Braunhaarigen kurz die Gesichtszüge. Er hatte das Gefühl das ein Hauch von Vorwurf ihren Worten mitschwang und tatsächlich konnte er es ihr nicht verdenken auch wenn er den Grund für seinen Aufbruch nicht kannte - nicht mehr. Fragend sah sie ihn an, stellte Fragen die er nicht beantworten konnte. Weder ihr noch sich selbst. Er hielt ihre Hand nach wie vor aber zog sich nun etwas zurück, entglitt ihrem Blick und sah zu Boden. "Ich weiß es nicht..." Er biss sich auf die Unterlippe und hielt sich mit der freien Hand den Kopf. "...ich bin auf der Suche nach meiner Vergangenheit - ich habe alles getan aber meine Erinnerungen schienen für immer verloren.... bis jetzt." Er sah zu ihr auf, bereute das er ihr keine Antwort auf ihre Frage geben konnte die sie zufrieden stellen würde. Eric sah ihren Frust, die Einsamkeit in ihren Augen und es schmerzte ihn dieses Mädchen so zu sehen, eins sein Mädchen. "Verzeih mir bitte... ich muss dir unglaublich weh getan haben." Welch törichte Bitte. Er schämte sich bereits als er diese Worte ausgesprochen hatte der er dies von ihr verlangte doch war es zu spät diese Worte zurückzunehmen als sie bereits ausgesprochen waren.

  • Eunice, Dorothy (und Sophia)


    2869-eunice-jpgEs freute Eunice, dass sie scheinbar so vertraut mit Dorothy wirkte. Sie hatte nicht wirklich viele dicke Freundschaften. Irgendwie war sie dafür immer viel zu sehr in ihrem eigenen kleinen Universum gefangen. Vielleicht lag es aber auch an ihrer sanften, ruhigen Art, dass sie nicht gleich auffiel. Jedenfalls war sie ganz froh darüber Dorothy kennen gelernt zu haben und sie war sich auch eigentlich sehr sicher, dass es für die Kapuzenträgerin auch ein Vorteil war neue Bekanntschaften zu schließen. Sie wollte jetzt keine voreiligen Schlüsse ziehen, aber das Verhalten von Dorothy und ihre enge Bindung zu ihrem Plüschtier ließen darauf schließen, dass sie wohl ebenfalls ihre Schwierigkeiten damit hatte tiefere Freundschaften zu schließen. Eunice wollte eigentlich noch etwas zu dem Thema sagen, doch da kam die Kellnerin mit ihren Kuchen zu ihnen und ihre Aufmerksamkeit lag dann auf der Nachspeise, die so verlockend aussah. Das zufriedene Lächeln, dass bereits während des Gesprächs auf ihrem Gesicht erschienen war, wurde nur noch breiter. Wenn das Kuchenstück auch noch so schmeckte wie es aussah, dann war der heutige Tag einfach perfekt! Also, natürlich war die Situation mit der Elfe nicht gerade toll gewesen. Aber ein guter Kuchen mit Liebe in der Zubereitung konnte diese Ereignisse schnell vergessen machen. Sie wollte schon mit der Gabel in den flufüigen Teig stechen, da fiel auch ihr das unglückliche Gesicht von Dorothy auf. Wie konnte jemand nur so eine Miene ziehen, wenn er einen so tollen Erdbeerkuchen vor sich stehen hatte? Es mit der Zeit dämmerte es ihr, dass es an der fehlenden zweiten Gabel lag. Sie hatte es gerade erst kapiert, da stand Sophia schon auf und versprach sich um die fehlende Gabel zu kümmern. Eunice war ihr sehr dankbar dafür. Auch wenn sie natürlich dasselbe für Dorothy gemacht hätte. „Sophia scheint richtig liebenswürdig zu sein.“, platzte es aus ihr heraus und sie lächelte ihr Gegenüber freundlich an. Hoffentlich machte Dorothy sich nicht zu viele Gedanken über dieses Missgeschick. Doch irgendetwas schien sie weiterhin zu belasten. Auf ihrem Gesicht spiegelten sich unzählige Emotionen, die Eunice nicht zu deuten wusste und sie verhielt sich auf einmal noch seltsamer als noch vorhin. Eigentlich wollte ja die Wirtstochter nichts lieber als den Kuchen vor ihr zu essen, doch das Verhalten von Dorothy hielt sie davon ab. Also sie hatte schon ein, zwei Bissen ganz verstohlen gegessen, aber sie konnte sich auf dieses Erlebnis nicht voll und ganz einlassen. „Habe ich was?“, fragte sie verwirrt nach, doch die Frage wurde scheinbar schon wieder verworfen. „Oh, der Kuchen schmeckt sehr gut. Ich glaube, es ist ein besonderes Gewürz drinnen, ich konnte es aber bis jetzt noch nicht herausschmecken.“, antwortete sie freudig auf die Nachfrage. Aber Dorothy interessierte es eigentlich gar nicht, wie der Kuchen schmeckte. Ihre Gedanken waren ganz woanders und endlich stellte sie eine Frage, die auch Eunice begreifen ließ, was sie genau beschäftigte. „Ach Süße…“, kam es aus ihrem Mund und sie wollte instinktiv nach Dorothys Hand greifen, hielt aber in der Bewegung inne. Sie war sich nicht sicher, wie diese zu Berührungen stand. Sie vermutete mal, dass sie es nicht so mochte. „Glaub mir, es war die richtige Entscheidung zu gehen. Wir waren dort nur im Weg und waren so…naja…Ballast? Also, Eric konnte sich so sicher besser auf die Situation konzentrieren.“ Sie nahm noch einen Bissen von ihrem Kuchen und ließ den Teig langsam in ihrem Mund auflösen. „Es ist schön, dass du dir Sorgen um Eric machst. Das zeigt, dass du ein Mädchen mit einem großen Herz bist.“, fügte sie noch mit einem kleinen Zwinkern hinzu.

  • Gaius & Tori


    Es war so faszinierend und furchteinflößend zugleich. Tori zu beobachten, sie wirklich zu beobachten. Nicht auf eine merkwürdige, unheimliche Weise. Auf eine.. ja, was war es eigentlich, was er da tat? Warum beobachtete der Schmied die junge Frau vor sich? Nein, die Frau in seinen Händen. Lag es einfach daran, dass sie sich hier, gerade, so nahe waren? Nein, Unsinn, doch, vielleicht - ein wenig. War es Neugierde? Vielleicht, ein wenig, ja. Aber über Neugierde war dies schon lange hinaus gewachsen. Es war eine Art Staunen, Bewunderung, ein Hauch von.. Verlangen? Verlangen zu sehen, Verlangen zu verstehen, Verlangen nach mehr. Doch was genau bedeutete mehr? Es bedeutete.. einfach mehr. Mehr von Toris Essenz, von Toris Wesen, einfach mehr von der Blonden zu erleben. Ihre Augen, ihre Mimik, ihr Gesicht - jegliche Regung die sich darin abbildete zog ihn ein wenig mehr in den Bann, in einen Tanz, metaphorisch, buchstäblich, ah, war es denn überhaupt so wichtig wie genau? Der Zwerg lauschte Toris Antwort leise, wortlos, aber doch aufmerksam und ihm schlich sich ein kleines Lächeln über die Lippen. Seine Frage war so nichtssagend und gleichzeitig auch so tiefliegend gewesen. Und das, was sie darauf erwiderte? Auch darin konnte man so viel sehen, soviel daraus herausnehmen - oder aber es bei den kleinen Worten belassen, die die Maid gerade ausgesprochen hatte. Die Bezopfte merkte an, dass der langsam dunkel wurde und der Einäugige hob den Blick um wenige Zentimeter an, sah in den rot schimmernden Himmel hinauf, zur Sonne, die langsam am Horizont verschwand. "Du hast Recht..", gab er von sich, aus seinem genauen Grund, als einfache Entgegnung auf ihren Einwand. Sie tanzten noch immer, langsamer, trüber als zuvor, doch in der Gegenwart angekommen, das waren sie noch nicht. Gaius Blick gilt noch immer der verschwindenen Sonne und ihm entkam ein Schmunzeln. "Weißt du.. es ist schon irgendwie lustig. Bei mir ist es das Gegenteil. Meistens verschwende ich keinen zweiten Gedanken an irgendetwas, lebe von einem Tag zum anderen.. aber wenn ich mit dir zusammen bin, dann.. dann mache ich mir so viele Gedanken. Oft. Und gleichzeitig mache ich mir überhaupt keine. Macht das Sinn, Tori? Ist das gut, ist das schlecht? Ich weiß es nicht.." Sein Blick senkte sich wieder und er sah zurück zu den blonden Iriden vor sich. Ihm entkam ein kleines Lachen, als er realisierte, dass seine Worte einen unter Umständen sicher erschreckt haben könnten und zum Teil gab er dieses kleine Lachen von sich, um Tori zu versichern, dass sie sich keine Sorgen machen musste, dass er es nicht auf solche Weise gemeint hatte. "Es ist anders. Aber ich will nicht, dass es aufhört." Er gab ein kleines Seufzen von sich, sein Kopf senkte sich ein weiteres Stück und seine Stirn ließ sich sanft auf die der anderen nieder. Der Schmied erlaubte sich wirklich viel, was? Wie konnte er Tori einfach so, ohne Vorwarnung, bloß so nahe kommen? Hatte er überhaupt so etwas wie Manieren? Aber er war nur ein einfacher Schmied, nicht? Er schloss die Augen, spürte Toris warmen Atem auf seiner Haut. ".. Tori?", fragte er leise, seine Stimme war nicht mehr als ein fast stummes Hauchen, "Gerade.. kann ich nicht aufhören mir darüber den Kopf zu zerbrechen, warum es mich so deprimiert, dass es dunkel wird. Warum ich nicht.. nach Hause gehen will. Du bist der schlauste Mensch den ich kenne.. du musst sicher eine Idee haben, oder? Wieso immer wieder dieser Gedanke auftaucht.. dieser Gedanke, dich zu küssen, ich.." Er hielt inne, seine Lider hoben sich fast schlagartig wieder an und er setzte dazu an seinen Kopf wieder anzuheben, ein wenig mehr Abstand zwischen sich und seinem Gegenüber herzustellen. "..Was rede ich da eigentlich, ich kann doch nicht einfach.. Tori, es tut mir Leid, ich.. vergiss einfach.. ich meinte natürlich nicht, dass.. es wird dunkel, gehen. Ich sollte gehen.." Ja, was fiel dem Mann bloß nur ein? Was maßte er sich an, so etwas zu sagen? Laut auszusprechen? Zu denken? Wie sollte er das jetzt wieder hinbiegen? Gehen, ja gehen sollte er, bevor er sich und die Maid noch mehr bloßstellte, in Verlegenheit brachte.

  • Sophia bei Eric vor der Taverne


    Ein wenig enttäuscht war Sophia schon, als sich herausstellte, dass Eric ihr keine Antwort auf ihre Frage geben konnte. Doch Sophia bemühte sich dieses Gefühl nicht zuzulassen, denn sie war sich bewusst, dass sie ihm das nicht übel nehmen durfte. Man sah ganz deutlich, dass er es sehr bedauerte, dass er sich nur zu gerne erinnern würde. Sie konnte sich vermutlich nicht einmal vorstellen, was das für ein vernichtendes Gefühl war. Diese verdammte schwarze gähnende Lücke inmitten der eigenen Erinnerungen. Sophia hatte Mitleid mit ihm und das Gefühl ihn einfach ganz fest zu umarmen und nie wieder loszulassen, erstickte sie fast. Ja, sie hatte sich sehr verletzt gefühlt, nachdem Eric verschwunden war. Aber vielleicht hatte sie ja selbst auch Schuld daran? Vielleicht hätte sie etwas tun können? Ganz dunkel konnte sie sich daran erinnern, dass sie ein wenig Abstand von ihm benötigt hatte. Warum, wusste sie selbst nicht mehr. Und als sie wieder mehr Nähe zu ihm gesucht hatte, war Eric einfach wie vom Erdboden verschluckt gewesen. Vielleicht hatte sie auch alles kaputt gemacht? Plötzlich fiel ihr wieder Bianca ein und ihre offenbar heimliche Liebe. Was wenn sie damals ähnlich gedacht hatte wie ihre Cousine? Oder hatte ihr Vater so gedacht? Aber eigentlich schien ihr das viel zu absurd.

    Die Adelstochter schloss für einen Moment die Augen und versuchte diese düsteren Gedanken zu verscheuchen. “Ich weiß nun, dass du nichts für dein Verschwinden kannst.”, begann sie leise, “das genügt mir schon.” Langsam schlug sie die Lider wieder zurück, suchte seinen Blick. Ihre Mundwinkel hoben sich zu einem etwas müden, aber ehrlichen Lächeln. Doch es verschwand recht schnell wieder, als ihre Überlegungen von vorhin wieder zurückkehrten. “Vielleicht … trage ich teilweise eine Mitschuld. Wer weiß.” Sophias Lächeln kehrte zurück und nun widerstand sie dem Drang Eric in den Arm zu nehmen nicht mehr. Vorsichtig legte sie die Arme um seinen Hals, vergrub ihr Gesicht in seiner Schulter. “Ich möchte dir gern helfen dich an mehr zu erinnern...”, murmelte sie und wusste nicht mal, ob die Worte überhaupt den Weg an sein Ohr gefunden hatten. Sein Duft ließ ihr Herz schneller schlager, sie fühlte sich leichter. Doch sie ließ recht schnell wieder von ihm ab, da sie sich nicht sicher war, inwieweit das in Ordnung für ihr Gegenüber war. “Verzeih mir.”, entschuldigte sie die erzwungene Körpernähe und lächelte etwas beschämt. Sophia musterte erneut seine geschwollenen Gesichtspartien. “Ich denke jemand sollte sich um deine Blessuren kümmern.” Ja, sie wusste, dass sie das bereits vor einigen Minuten angemerkt hatte, doch es war in der verstrichenen Zeit nicht minder wichtig geworden.

  • [Vor der Taverne] Sophia & Eric


    hmforever.de/index.php?attachment/3236/



    Es war nicht die Antwort, die sie sich erhofft hatte - er sah es in ihrem Blick. Sie hatte sich mehr erwartet aber dieses Gefühl kannte der Jäger nur zu gut. Seit langer Zeit erwartete er sich das die Erinnerungen zurückkommen würden aber leider war dem nicht so. Mitleid spiegelte sich in ihrem Blick aber er brauchte kein Mitleid - mit Mitleid war niemanden geholfen und das brachte seine Erinnerungen auch nicht wieder zurück. Aber er machte ihr keinen Vorwurf - die Reaktion der Leute war immer die Gleiche daher behielt er es gerne für sich aber in ihrem Fall war es nicht möglich. Er war es ihr schuldig, dass sie die Wahrheit kannte. Das war das Mindeste was er tun konnte, da er sie mit seinem Verschwinden so verletzt hatte. Ihre Blicke trafen sich und sie lächelte ihn an - ein müdes Lächeln aber es stand ihr so unheimlich gut und automatisch erschien auch auf seinen Lippen ein Lächeln, welches im nächsten Moment allerdings wieder verschwand. Fragend hob der junge Mann eine Augenbraue, verstand nicht worauf Sophia hinaus wollte. "Wie meinst du das?" erkundigte er sich schließlich. Er tappte im Dunklen. Wenn jemand Licht in diese Dunkelheit bringen konnte dann dieses Mädchen. Sie lächelte wieder dieses warme Lächeln, welches sein Herz um einige Takte schneller schlagen lies ehe sie ihre Arme um ihn schlang. "Sophia..." kam es über seine Lippen während er sie durch seine braunen Augen musterte und auch vorsichtig seinen Arm um ihren zarten Körper legte. Sanft strich er über ihren Rücken - zögerlich weil dieses Mädchen - dieses unglaubliche Mädchen zugleich Fremde und Vertraute war. "Danke..." gab der junge Jäger ehrlich von sich und lächelte. Die Umarmung dauerte nicht sehr lange aber er genoss ihre Nähe, den Duft ihrer Haare und die Wärme, die von ihr ausging aber zugleich schmerzten ihn all diese Dinge auch, da sie ihn auch bewusst werden lies, an was er sich alles nicht mehr erinnern konnte. Wie wahrscheinlich war es wirklich, dass er sich irgendwann wieder an alles erinnerte wenn so lange schon Dunkelheit in seiner Vergangenheit herrschte? Der Dunkelhaarige presste seine Lippen auf sich aber zwang sich wieder zu einem leichten Lächeln als sich Sophia für die Umarmung entschuldigte. Eric schüttelte den Kopf. "Nicht dafür..." Sie sah richtig süß aus wenn sie rot wurde aber der Jäger konnte gar nicht fassen, dass tatsächlich er die Ursache dafür sein sollte. Was würde er nur dafür geben sich an die Zeit mit ihr zu erinnern - an die gemeinsame Zeit - nicht unbedingt seinetwegen aber viel mehr ihretwegen. Möglicherweise würde dies den Schmerz, den er ihr bereitet hatte wieder aufwiegen. Er bemerkte den Blick ihrer edelsteinfarbenen Augen, der über sein demoliertes Gesicht wanderte. Richtig. Da war doch was. Er hätte es beinahe vergessen, da der Kopfschmerz nichts Neues, nichts Ungewöhnliches war. "Vielleicht hast du Recht..." gab er sich schließlich geschlagen als das Mädchen darauf beharrte, dass seine Verletzungen von Jemanden angesehen werden sollten der sich damit auskannte. "...ich werde wohl auf dem Nachhauseweg bei der Klinik vorbeischauen..." Sonderlich viel würden sie wohl nicht tun können aber es konnte sicher nicht schaden.

  • 1951-dorothy2-pngDorothy & Eunice | an einem Tisch


    „Nicht wahr?“ Ein Hauch der Bewunderung schwang in ihrer Stimme mit und auch ihr Gesicht erhellte sich. „D-dabei hört man i-immer so schlechte Dinge über den Adel..“ Und dazu gehörte Sophia ja auch. Oder? Wer sonst könnte sich so ein kunstvoll verziertes Kleid leisten. Alleine die Borten und Schleifchen daran kosteten wahrscheinlich ein Vermögen! Oder hatte sie es geklaut?! Nein, das traute sie der hübschen Dame wirklich nicht zu. Aber Dorothys Menschenkenntnis war auch nicht wirklich das Beste. Etwas, was sie manchmal gerne von ihrem Vater vererbt bekommen hätte. Vielleicht war es aber auch eine Fähigkeit die er sich angeeignet hatte, als Priester musste man seine Gemeinde ja kennen! Eunice beantwortete ihre Frage und die junge Frau hörte ihre Worte auch an, warf einen Blick auf den leckeren Kuchen aber mehr konnte sie mit dieser Information auch nicht anfangen. Doro war keine begeisterte Bäckerin, ihre Kuchen waren meist schlicht und einfach und schmeckten auch lange nicht so gut wie diese speziellen Torten. Mit besonderen Gewürzen kannte sie sich daher erst recht nicht aus. „Backst du denn gerne, Eunice?“, fragte das Mädchen zunächst zögernd als sie eine der rot leuchtenden Erdbeeren auf ihre Gabel aufspießte und dir ihr daraufhin beinahe wieder aus der Hand fiel. Das rundliche Fräulein hatte absolut Recht mit dem was sie sagte. Weshalb die Heilerin auch nickte. Eigentlich fühlte sie sich oft genau so, wie Eunice es beschrieb. Als wäre sie den Menschen ihm Weg und eher ein Hindernis als ein Segen. Darum war sie auch unheimlich froh dass sie gerade Gesellschaft hatte, vorallem jetzt wo sie sich solche Gedanken machte. Aber Dorothy war nicht immer gut darin ihre Gefühle nach außen hin zu zeigen. Vielleicht aus Scham, vielleicht lagen ihre Talente aber auch einfach woanders. Sie hob ihren Kopf und sah ihre Begleitung mit großen roten Augen an, war etwas überrascht von dem, was sie gesagt hatte. „E-ein gr-großes Herz..? Meinst du?“ Ihre zierliche Hand legte sich an ihre Brust, direkt neben Ferns Kopf, nachdem sie die Gabel abgelegt hatte. „Hoffentlich h-haben wir noch die Möglichkeit uns.. bei ihm dafür zu bedanken.“, murmelte die Tochter des Priesters während ein roter Schimmer ihre Wangen zierte. Dorothy senkte ihren Kopf wieder, schob sich die große Erdbeere in ihren Mund und kaute sie vorsichtig, damit sich die herrliche Süße in ihrem Mund ausbreiten konnte. Ein stilles Lächeln malte sich auf ihre Lippen. „Danke dass du bei.. bei uns geblieben bist, Eunice.“ Andere Menschen suchten ja oft schon das Weite wenn sie die stille Heilerin sahen, wie sie mit ihrem Plüschtier sprach, manche hatten sie sogar schon als verrückt bezeichnet. Und sie war wirklich dankbar, dass das süße Mädchen sie sogar noch hierher begleitet hatte um sich etwas abzulenken, nachdem was an der Kapelle passiert war. „Lass dir den Kuchen schmecken!“

  • Sophia bei Eric vor der Taverne


    Natürlich wollte Eric wissen, was sie mit ihren doch recht unklaren Worten gemeint hatte. Warum war ihr nicht vorher in den Sinn gekommen, dass er nachhaken würde? Sophia bereute nun ein wenig, dass sie ihre eventuelle Mitschuld laut ausgesprochen hatte. Jedoch war es nur fair ihn an ihren Gedanken diesbezüglich teilhaben zu lassen. Immerhin ging es hier nicht nur um sie. “Nun … meine Erinnerungen sind ein wenig trüb,” begann sie vorsichtig. Genau genommen waren es nicht ihre Erinnerungen, die etwas unklar waren, sondern die Stücke an Gedanken und Empfindungen, ab die sie sich von damals erinnern konnte. “Ich benötigte etwas Abstand von … allem. Ich hatte mich für einige Zeit in meine privaten Räume zurückgezogen.” Ein verlegenes Lächeln zierte ihre Lippen. Es kam ihr so unwirklich vor, dass sie sich damals für mehrere Wochen in ihrem Zimmer regelrecht verschanzt hatte. “Mir ging es nicht so gut.”, fügte sie noch hinzu, machte wieder eine kurze Pause, ehe sie weiter sprach. Ihre Augen lösten sich von den Pflastersteinen und suchten seinen gutmütigen Blick. “Als ich dich gesucht habe, warst du auf einmal unauffindbar. Und ich … ich war wütend. Und enttäuscht.” Einige Tränen sammelten sich in ihren Augen, doch die Adelstochter versuchte sie wegzublinzeln und schüttelte leicht den Kopf. “Ich schäme mich heute für meinen Egoismus. Vermutlich warst du nicht minder verletzt. Und vielleicht …. “ ein tiefer Atemzug ihrerseits unterbrach den Redefluss für einen Moment. “Vielleicht bist du deswegen fortgegangen. Vielleicht hätte ich verhindern können, dass du dich an nichts erinnerst. Vielleicht … “ sie brach ab. Dieses Gestammel führte doch zu nichts. Sie war definitiv nicht diejenige, die das Mitleid hier verdient hatte.

    Sophia erhob sich von der Bank, strich etwas gedankenverloren einige kleine Unebenheiten aus dem Stoff ihres Kleides. Sie war froh, dass Eric seine Verletzung in der Klinik untersuchen lassen wollte. Ein etwas zaghaftes Nicken folgte. “Ich möchte dich begleiten.” Immerhin war es ihre Schuld, dass der arme Kerl so zugerichtet worden war. Wie hätte sie ihn da allein mit diesem Problem lassen können? Ein Lächeln lag auf ihren Lippen, als sie ihn erneut musterte und einige Schmetterlinge sich in ihrer Magengegend bildeten. Auch mit einem geschwollenem und halb blutigem Gesicht war dieser Mann immer noch eine Augenweide.



    (Du kannst die beiden auch direkt zur Klinik posten oder wo auch immer hin, wenn du willst!)

  • [Tori] & Gaius | im Hinterhof



    Sie tanzten noch immer, langsamer nun, als wären sie zwei Figuren einer Spieluhr, die man vergessen hatte erneut aufzuziehen. Bald schon, da war die Sonne weg und wenn sie verschwunden war, würden auch sie zum Stillstand gelangen? War die Sonne nun also ihr Aufziehrad oder war das alles nur eine wirre Metapher. Gaius hielt ihre Hand, sie hielt die seine - und sah ihn dabei einfach nur an. Entgegnete seinem Blick, in dem sie nichts erkannte, nichts lesen konnte und doch störte sie sich nicht daran. Er würde sagen, was es zu sagen galt und schweigen, wenn keine Worte da waren. Auch wenn die Worte die er sagte nicht immer zweifellos Sinn ergaben. "Das tut es nicht.", sagte sie leise auf seine Äußerung. Etwas sein und gleichzeitig nicht sein - wie sollte dies denn geschehen? "Aber ich verstehe dich dennoch.", fügte sie hinzu, noch leiser, falls das überhaupt noch möglich sein konnte. Die Worte gingen ihr ungewöhnlich klar von den Lippen. Vielleicht weil sie genauso fühlte? Genauso, nur genau im verqueren Sinne - ein ebensolches Paradox, wie jenes, welches Gaius ihr gerade genannt hatte, jenes, welches er mit einem Lachen überspielen wollte. Dabei musste er das doch gar nicht. Ob sich der Inhalt seiner Äußerung nun als 'gut' oder 'schlecht' bewerten sollte, das vermochte Tori nicht zu sagen. Wie könnte sie auch? "Was ist anders...?" Dies verstand sie nicht, also fragte sie und doch schien die Frage in den Hintergrund zu rücken, als seine Stirn die ihre berührte. Tori blinzelte verdutzt. Wann war er ihr wieder so nahe gekommen? Und wann hatten sie aufgehört zu tanzen? Doch sie lehnte die Nähe nicht ab, sondern nahm sie offen hin - in Erwartung was vielleicht noch passieren möge. Aber was sollte schon passieren? Sie wurde überrascht. Ihr Atem stockte kurz, ehe sie bemüht kontrolliert die Luft aus ihren Lungen ließ - eine schwere Aufgabe. Ihr Herz hüpfte freudig um her und zog sich im selben Maße schmerzvoll zusammen. Weil sie das Gefühl hatte, dem nicht nachgehen zu dürfen, nein, weil er ihr das Gefühl habe, das es nicht sein konnte, sie zusammen. Aber warum... warum sagte er dann so etwas? Warum redete er dann, ja, dann von... von küssen? Sie bekam das Wort in ihrem Kopf kaum formuliert, allein durch diese Idee schoss ihr das Blut in die Wangen. Wie absurd, immerhin hatten ihre Lippen sich heute schon berührt. Heute, war das wirklich heute gewesen? Es schien wie ein weit entfernter Traum. Und der neue Traum, jener, der sich im Bruchteil einer Sekunde in ihr Köpflein geschlichen hatte, wurde prompt wieder zerschlagen. Als er zurücknahm was er gesagt, als er sich von ihr entfernte, physisch wie durch seine Worte. Nun waren es Tränen die ihr in die Augen schossen, doch Tori blinzelte sie weg - langsam bekam sie Erfahrung daran, so oft, wie sie weinte. Langsam trat sie einen Schritt nach hinten. Die Sonne nun auch verschwunden, nur ein roter Schleier zierte noch den Himmel über ihnen. "S-Sag... sag sowas nicht.", entgegnete sie mit gebrochener Stimme. Eine Hand hatte sie geschlossen zu ihrer Brust geführt, die Haare fielen ihr immer noch lose über den Rücken, denn Gaius trug noch immer ihr Zopfband um den Hals. Sie war verletzt. Und sie verstand nicht - so viel also dazu, dass sie die klügste Frau sei, die er kannte. All diese widersprüchlichen Signale, die ganze Zeit über. Sie war sich doch selbst nicht sicher, was sie wollte, was das alles sollte, klar war jetzt nur - es tat weh. Vielleicht konnte sie ihre Gefühle unterdrücken, wenn das der Preis war um dennoch seine Gegenwart teilen zu dürfen. Er konnte ihr nicht alles sagen, er hatte Gründe, sicherlich, das wusste sie und sie war bereit gewesen, das zu akzeptieren. Doch so? Wenn ihr Herz stets mit Hoffnung gelockt und daraufhin mit Ernüchterung zerschmettert wurde, das würde sie auf Dauer verrückt machen, nein, es machte sie jetzt schon verrückt. Ja, sie wusste es war närrisch, all das zwischen ihnen, allein diese Idee, diese Gefühle, sie und er und all das und ach. Sie wusste nicht was richtig war und sie wusste vor allem nicht, was sie wollte, weder was sie aushalten konnte. Sie war so durcheinander. Doch ihr im selben Atemzug zu sagen, sie küssen zu wollen, nur um die Aussage sofort zu negieren - das war nicht fair. Das war sogar regelrecht gemein, wenngleich Tori nie gedacht hatte, diese Worte mal im Kontext mit Gaius zu verwenden. Was passierte da nur? Er mochte seine Gründe haben, aber wenn er sie nicht teilte - und das war sein gutes Recht! - dann durfte er auch nicht so mit ihr umgehen. Oder? O-Oder...? Tori fühlte sich so unsicher, so verletzt und sie erkannte, dass sie sich wirklich gewünscht hatte, er hätte sie einfach geküsst. Vielleicht musste sie doch eine klare Linie ziehen - ihm sagen, was in ihrem Köpflein umherschwirrte, wenngleich es ein heilloses Durcheinander war. Aber konnte sie das? Wie denn? Wie sollte sie sich ausdrücken? All die Worte und doch lag nun keines parat. Ihr Herz klopfte schnell, doch der Auslöser war nun ein ganz anderes, ein neues Gefühl, eines was sie so noch nicht kannte und was sich nur schwer erfassen ließ. "Küss mich und bleib.", sagte sie mit zitternder Stimme und doch festem Ausdruck. Es war dreist, sie wusste das, aber wie weit war Gaius heute schon gegangen? Sie nahm sich dieses Recht nun heraus. "Oder lass es und geh. Aber sag mir nicht beides zur selben Zeit." Ihr war zum weinen zumute und doch hielt sie die Tränen noch immer tapfer zurück. Ob das gut war? Gaius musste sich entscheiden, aber konnte er es? Drängte sie ihn nun zu sehr? Verstand er alles ganz anders? Sie wollte sich so viel besser erklären, doch fürchtete die Maid, wenn sie noch einmal den Mund öffnete, würde nur noch ein Schluchzen aus ihr hervorbrechen. Weil sie mehr wollte, als sie haben konnte. Weil sie gierig und egoistisch geworden war. Aber auch, weil sie das Gefühl hatte, einfach nicht mehr ein und aus zu wissen. Da war keine magische Lösung parat, auch wenn der Zwerg gerne eine hatte von ihr hören wollen. So klug war sie dann wohl doch nicht. Obwohl sie ebenso bezweifelte, dass dieses Chaos, was sie hier fabriziert hatten, sich mit Schläue lösen ließ. Ach, wie waren diese zwei nur in diese Situation hineingeraten?