Die Taverne

  • Der Dunkelhaarige sah die Frau vor sich erwartungsvoll an, als sie seine Worte wiederholte, fragte sich, was dem wunderbaren Geschöpf gerade durch den Kopf ging, was für Gedanken und Fragen, Gefühle und Erwartungen seine Antwort in ihr ausgelöst hatten, doch diese Erkenntnis blieb aus. Anstatt nach ihrer verblüfften Frage fortzufahren, ihre Verblüffung zu erläutern, zu erklären - antwortete nun sie auf seine Frage. Nichts bestimmtes also? Huh.. Nun war es an Gaius verblüfft zu sein, so hatte er nicht gedacht, dass Tori einfach so etwas über ihn in Erfahrung bringen wollte. Sie war immer so bedacht, so vorsichtig - so unsagbar schlau und schien eine solch unbekannte Tiefe in sich inne zu halten, dass ein paar unüberlegte Worte für sie untypisch und fremd wirkten. Aber vielleicht stimmte das so ja gar nicht? Vielleicht war ihre Frage gerade deshalb von Bedeutung gewesen, da sie nicht darüber nachgedacht hatte? Vielleicht zerbrach der Zwerg sich aber auch einfach grundlos den Kopf. Was brachte es ihm darüber zu spekulieren, zu philosophieren? Wenn es ihn verwirrte, wieso fragte er sie dann nicht einfach danach? Er sagte doch sonst sowieso immer das, was ihm gerade in den Kopf kam. So war es oft einfacher Missverständnissen vorzubeugen. Als Tori sich langsam aufrichtete, da folgte der Blick des Einäugigen ihrem Weg, seine Gedanken blieben aufgrund ihres plötzlichen Vorschlags unausgesprochen und jetzt, wo er die Bezopfte in voller Pracht vor ihm stand, er ihr weißes Nachtleibchen erneut, wenn auch diesmal komplett, erblickte - da fiel es ihm wieder ein. Das, was er gestern Nacht alles gesagt hatte. Er.. war sich sicher gewesen geträumt zu haben, in seinem Fieber oder so. Das.. hatte zumindest Sinn gemacht. Bis jetzt. Der Schmied setzte sich hastig auf dem Bett auf, zum einen, da die Erinnerung ihn röter als zuvor werden ließ und zum anderen, da auch sie sich nicht mehr in ihrer Ausgangsposition befand. Ah, jetzt konnte er die Röte wenigstens auf die schnellen Bewegungen schieben.. ob ihm das jemand glauben würde war eine andere Sache. Wieso wurde er in den letzten Minuten eigentlich überhaupt ständig rot..? "Ich.. würde jetzt nein sagen, da ich dir gestern schon genug Ärger bereitet habe, aber.. mein Magen wird sowieso jeden Moment knurren und dann würdest du merken dass ich gelogen habe, also..", der Junge gab ein kleines Grinsen von sich, während er sich stark darauf konzentrierte, bloß nichts anderes als den Raum oder Toris Gesicht anzublicken - nicht dass sie noch vermutete, er würde ihren Körper begaffen, sollten seine Augen kurz an diesem hängenbleiben -, "Wenn ich dir mit meinen absolut nicht vorhandenen Küchenfertigkeiten helfen kann.. gerne." Vorsichtig bewegte der Mann sich von der Mitte des Bettes weg, so, dass er noch immer auf der Schlafmöglichkeit saß, seine Beine jedoch über dem Rand hingen, er nun also bereit war aufzustehen, sollte Tori aufbrechen wollen. Doch noch bevor es dazu kam wurde das Thema plötzlich gewechselt. Überrascht sah Gaius in die blauen Augen der Frau: "Uhm.. ja? Natürlich? Worum geht's denn?"

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  • [Tori] & Gaius | Tori's Zimmer



    Tatsächlich war es nun ein Lächeln, welches sich sanft auf ihren Zügen ausbreitete. Seine Worte über das Frühstück waren so herrlich ehrlich, dass sie nicht anders konnte, als sich zu entspannen und zu lächeln. "D-Das ist in Ordnung.", meinte sie, auch wenn es ihr ein Rätsel war, wie jemand wie Gaius, der so gerne aß, nicht in der Küche umzugehen wusste. Für ihn jedoch, würde sie gerne Essen zubereiten. In der Taverne wurde sie glücklicherweise ja sonst nicht zum Kochen eingeteilt. Die Hektik würde ihr einfach zu sehr zusetzen. Als Gaius ihr schließlich zusprach, weiterzusprechen, senkte sie wieder ein wenig den Blick und nestelte nervös an ihren Händen herum. "A-Also, ich hab mich gefragt.. uhm." Ach, wo sollte sie nur anfangen? Auch diese Frage, war ihr nur der anderen unverblümten Frage wegen gekommen. Es war auch eigentlich nicht wichtig. Nur... interessant? Vielleicht? Tori holte einmal Luft, ehe sie sagte: "Ich weiß nicht viel über dich.", Diese Feststellung konnte - so direkt ausgesprochen - wohl abweisend wirken, aber so war es in keinster Weise gemeint. Sie kannte Gaius durchaus schon eine ganze Weile, ja, konnte sich nicht einmal mehr vorstellen wie es hier in Trampoli wäre, wäre er nicht hier. Sie hatte ihn kennen gelernt, so wie er jetzt war, kannte einige seiner Eigenschaften, seiner Handlungen. Ein bisschen was hatte er ihr gezeigt. "A-Als du gerade meintest, du h-hättest noch nie mit einem Kind gesprochen, da... da... h-hab ich mich gefragt, wie es dazu kam? Und d-darauf folgend, w-wo du eigentlich aufgewachsen bist u-und w-wie es dich hierher nach T-Trampoli verschlagen hat... und so..." Und wie er zu dem Zwerg geworden war, der er heute war. Was ihn so hatte werden lassen. Wieso sie jetzt danach fragte? Vielleicht hatte sie nun einfach festgestellt, dass der Schmied so viel mehr für sie war, als nur eine einfache Bekanntschaft. Viele Aspekte erstaunten sie immer noch, doch er hatte einen besonderen Platz in ihrem Herzen eingenommen und nun... traute sie sich auch persönlichere Dinge zu fragen, die ihr dafür nicht denkbar erschienen waren?

  • Es war ungewohnt, Toris Verhalten. Ja, das war es wirklich. Die junge Frau schien stetig mit der Nervosität, mit einem nicht zu übersehenem - oder übersah Gaius diesen doch? - Hauch von Unsicherheit durch die Welt, durch ihr Leben zu schreiten. Wenn sie sprach, dann schien sie nie so wirklich zu wissen, worin ihre Worte enden, was ihr Sinn, was ihr Ziel sein würde, sein sollte - und gleichzeitig, da schaffte sie es in ihm ein Gefühl auszulösen, dass ihm die Sicherheit gab, dass sie es in Wirklichkeit sehr wohl tat. Es war eine merkwürdige, gar seltsame Wirkung die ihre Stimme hatte; eine Stimme, die für gewöhnlich Probleme dabei hatte sich nicht zu überschlagen, überhaupt in ihrer vollen Pracht zu erklingen. Es für ihn aber dennoch bei jeder einzelnen Silbe tat. Der Schmied wirkte irritiert, beobachtete die junge Frau jedoch dabei wie sie sich kurz in ihrer eigenen Gedankenwelt verlor, dabei einfach nicht mit ihrer Frage rausrückte. Seltsam, das war es wirklich. Ihre Worte brauchten des öfteren Zeit, ihnen fehlte manchmal diese komische Selbstsicherheit, die er selbst hin und wieder zu oft in die eigenen Aussagen legte, doch er konnte sich nicht daran erinnern, dass der Bezopften jemals zuvor die Worte gefehlt hatten. Was also hatte diesen ungewöhnlichen Zwischenfall ausgelöst? Der Einäugige wartete gespannt, aufgeregt, nervös zugleich auf eine Antwort. Es war nichts neues, dass seine Gefühle in den letzten Stunden wild durch die Gegend sprangen, sich ineinander verhedderten, zu neuen, ihm nicht verständlichen Variationen verschmolzen. Als sie dann endlich Luft holte, endlich diesen tiefen Atemzug voll Luft dazu nutze ihre Gedanken fortzuführen, sie auszusprechen, ihnen eine Form zu geben - da musste der Mann vor ihren Augen kurz leise auflachen. Sie wusste nicht viel über ihn? Ich meine, ja - da hatte sie Recht, wirklich und wahrhaftig Recht. Aber dass es eben jene Feststellung war, die sie solch eine Vorbereitung gekostet hatte? Wie kam es denn bloß dazu? Der Zwerg beendete sein knappes Lachen, behielt doch ein kleines Schmunzeln auf den Lippen. Der Schmied lauschte aufmerksam den Worten, den Fragen seines Gegenübers und je mehr sie sprach, desto mehr bewegten sich seine Gesichtszüge zurück in ihre Ausgangsposition. "Das.. sind schwierige Fragen.", erwiderte Gaius recht schnell nachdem sie ihre Worte vollendet hatte und ohne groß über das Gefragte, noch seine eigene Antwort nachzudenken. Sein Blick, der zuvor noch auf dem Antlitz der Bezopften gehangen hatte senkte sich ein Stück weit, musterte den Boden unter ihren Füßen. Er wusste nicht wieso, doch sein Verstand begann sich automatisch zu fragen, wie es sich wohl anfühlen, es wohl aussehen würde, sollte ihr jemand diesen plötzlich wegreißen. Wie das gemeint war? Oh, das war auch kompliziert. Der Schwarzhaarige blieb einige Momente lang still, stand dann plötzlich wortlos auf, ging direkt an der Blonden vorbei, hielt dann jedoch an, als es sich fast direkt hinter ihr befand. Er überlegte eine Sekunde lang, griff dann vorsichtig und sanft nach der Hand der jungen Frau und setzte dann ein entschuldigendes, irgendwie halbherziges Lächeln auf: "Lass uns.. später reden." Er war sich nicht sicher, wann genau er mit später meinte und ihm fiel bei näherer Untersuchung auf, dass sowohl sein Gesichtsausdruck, als auch sein Blick diese Emotionen nach Außen hin wiederzuspiegeln schienen. Also ließ er die Mundwinkel sinken, murmelte ein leises "Sorry." und drehte ihr dann den Rücken zu, darauf bedacht mit ihr zusammen nun aus dem Zimmer zu schreiten. Dass sein plötzlicher Griff um ihre Hand sich in seinem momentanen Gefühlschaos eigentlich merkwürdig anfühlen musste, für ihn selbst und vielleicht auch für die Blonde, daran schien er weder zu denken, noch es zu bemerken. Hatte sein plötzliche Drang den Raum zu wechseln also doch etwas Gutes..?

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  • [Tori] & Gaius


    Wie immer, war es merkwürdig. Tori müsste es längst kennen, müsste doch so manches mal erahnen können, wie Gaius reagieren würde. Als er jedoch leise auflachte - sie nicht auslachte, sondern vielmehr so sein Erstaunen über ihre Frage zum Ausdruck brachte - konnte die blonde Maid nicht anders, als peinlich berührt rot im Gesicht anzulaufen und betreten zu Boden zu blicken. Es war eine dumme Frage gewesen. Was ging es sie überhaupt an? Wenn Gaius ihr etwas erzählen wollte, würde er das tun. Und als er ihrer Frage dann auswich, da war sie ihm auch in keinster Weise böse darüber. Nein, vielmehr war sie froh - nicht, weil sie es nicht hören wollte, denn sonst hätte sie nicht gefragt, nein, sondern darüber eine ehrliche Antwort zu erhalten, keine Ausflüchte, keine Späße. Einfach nur ein: Jetzt ist nicht die Zeit, aber irgendwann, ja? Irgendwann mochte lange hin sein, dass gewiss, aber die ungewisse Zeitangabe war Tori kein Ärgernis, im Gegenteil. Es bedeutete, zumindest so lange noch bei ihm sein zu dürfen, bis er sich an sein Wort erinnern würde. Dem war sich das Mädchen sicher. "Gut.", erwiderte sie daher mit einem zaghaften Lächeln. Das er bei seinen Worten ihre Hand ergriffe hatte, fiel ihr erst viel später auf, so sehr war sie von dem Gesprochenen - so wenig es auch sein mochte - abgelenkt gewesen. Das half nicht unbedingt dabei die Röte aus ihrem Gesicht zu vertreiben und sie stolperte Tori wortlos, ihrer Stimme beraubt, hinterher aus ihrem Zimmer. Dabei... trug sie noch immer kein ordentliches Kleid! Doch sie schaffte es nicht, Einwände zu erheben und irgendwann, ja, da fanden sich die beiden in der Küche wieder. Ob die Maid doch irgendwann die Führung in der Taverne übernommen hatte oder ob Gaius einfach wusste, wo man am Ehesten etwas zu essen finden konnte, würde wohl ungeklärt bleiben. "I-Ich mache F-Frühstück.", stammelte sie schließlich unbeholfen, dabei hielt sie noch immer seine Hand. Unbewusst. Weil es... sich irgendwie richtig anfühlte? Tori suchte stets nach Halt, aber ihn auch zu finden, war... neu. Oder? Sie schüttelte den Gedanken ab. "W-Was m-möchtest d-du?", erkundigte sie sich zaghaft bei ihrem Gast und sah fragend zu ihm.

  • (well, guess I can't avoid this)


    « Klinik


    [Max] kommt an



    Sehet her! Ein Erbe der Saint Coquilles wagt es in die heruntergekommene Spelunke der Stadt. Der Grund? Tja, zugegeben - die Getränke hier sind gut&günstig. Abgesehen davon ist der junge Erbe zerrüttet darüber, dass seine Schwester in der Klinik liegt. Aus dieser kommt er gerade und auf dem Weg zurück zur Villa liegt die Taverne nunmal vortrefflich auf dem Weg. Ein wenig Alkohol konnte ja nicht schaden, um seine Sorgen - die ja sehr tief sind - zu ersäufen. So setzt sich Max also ein wenig abseits vom Gesindel der Stadt in eine Ecke und bestellt sich einen Met, während er in Gedanken ganz woanders ist.

  • Gaius & Tori


    Die junge Frau hatte sich überraschend schnell mit ihrem Schicksal und dem abrupten Ende des Themas abgefunden. Wobei, war es denn überhaupt überraschend? War es das nicht? Der Einäugige hatte nicht wirklich Zeit sich groß den Kopf darüber zu zerbrechen, auch, wenn man meinen könnte, es gäbe nichts besseres zu tun während er fast schon starren Blicks gen Untergeschoss lief. Wieso hatte er es eigentlich so eilig? Wobei nein, sein Tempo war gar nicht mal so schnell. Bloß gezielt. Obwohl er doch keine Ahnung hatte wohin. Dass sie am Ende tatsächlich in der Küche landeten war eigentlich eine kleine Überraschung. Hatte der Schmied dort hin gewollt? Fraglich. Das Einzige, was er wirklich mit Bestimmtheit gewollt hatte, war diesen Raum zu verlassen, so, als könne er dadurch endgültig dem vorherigen Thema entkommen. Selbst, als die beiden die Küche endlich erreicht hatten schien der Dunkelhaarige mit seinen Gedanken, seinen Augen, seiner Präsenz woanders zu sein. Ungewohnt, fast schon unnatürlich. Gaius erschien erst dann wieder in der Gegenwart, als er die Stimme der Blonden erhörte. Ein wenig überrascht, fast so, als hätte er weder eine Frage, noch jene Aussage erwartet, wand der Junge sich in die Richtung seines Gegenübers und sah sie einige Momente lang sprachlos an. Ob wohl schon jemals jemanden die Sprache von der Frage, was man frühstücken mochte, verschlagen wurde? "Oh ich.. ich weiß nicht.", begann er dann und klang dabei ein wenig so, als ginge es um eine lebensverändernde Entscheidung, "Was.. möchte ich?", beendete er schließlich seinen Gedankengang und diesmal, da klang er eher wie ein kleines Kind, welches in einen Süßigkeitenladen gesteckt worden war und keine Ahnung hatte, was es mit dieser Macht nun anfangen sollte. "Was möchtest.. denn du? Ich bin eigentlich nicht sonderlich wählerisch.." Und andererseits wusste er auch nicht wie aufwendig bestimmte Gerichte waren? Oder ob Zutaten dafür da waren? Eigentlich hätte er sowieso keine viel einfallsreichere Antwort als Brot, Eier oder Fleisch gewusst. Die Bewohner der Schmiede waren nicht wirklich sonderlich begabt wenn es ums Kochen ging und Leo, dessen Essen er des Öfteren für sich beanspruchte, war auch nicht gerade ein Genie in diesem Gebiet.

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  • [Tori] & Gaius



    Tori sah den Schmied eine kleine Weile lang stumm an. Musterte die zerstreute Figur von Gaius durch ihre dicken Brillengläser hindurch. So ratlos, wie er auf ihre - doch eigentlich simple? - Frage geantwortet hatte, ohne eine tatsächliche Antwort zu geben, da musste er mit den Gedanken wahrlich völlig woanders sein. Dieser Umstand hatte etwas merkwürdig faszinierendes. Die Maid war keine Künstlerin, aber womöglich wäre dies ein Anblick, dessen es sich eingefangen gelohnt hätte. "I-Ist... alles in... Ordnung?", fragte sie vorsichtig nach, so zaghaft wie nur irgend möglich, um Gaius nicht noch weiter dorthin zu schubsen, wo er in Gedanken gerade festhing. Wenn er darüber reden wollte, würde er es tun, daher fragte Tori nicht danach. Die Maid fürchtete längst, ihn durch ihre unbesonnene Frage von vorhin, an etwas erinnert zu haben - an etwas unangenehmes womöglich. Aber sie wusste auch nicht, wie sie ihren Freund von dort zurückholen konnte. Sie kannte die Floskeln die man sagte und sie konnte sie alle nicht leiden. Daher war es wohl das Klügste, tatsächlich mit dem Frühstück fortzufahren. Wenn ein gutes Essen nicht die Achtsamkeit in der Gegenwart erreichte, dann wusste Tori auch nicht weiter. "D-Dann... etwas Kaltes, ja?", erwiderte sie ein wenig verlegen, als Gaius ihr die Entscheidung überließ. Da sie nur ungern ein Feuer entfachte, waren ihr kalte Speisen in der Zubereitung also eindeutig lieber. Und so holte sie ein paar Eier, Schinken, Käse und Brot aus der taverneneigenen Speisekammer und tischte an einem Tisch in der Ecke auf, um nicht in den Schankraum der Taverne betreten zu müssen.

  • Gaius & Tori


    Oh. Tori hatte also bemerkt, dass irgendetwas komisch war? Okay, Gaius hatte sich nicht wirklich geschickt angestellt, was das Ganze anging. Und hatte auch nicht wirklich versucht etwas zu verheimlichen, das war einfach nicht seine Art- also hätte es auch nichts gebracht, es zu versuchen. Aber als die Blonde dann ihre Frage aussprach, da fühlte der Dunkelhaarige sich dennoch ertappt. Ertappt bei was eigentlich? Da war er sich gar nicht sicher. Der Schmied gab ein kleines Schmunzeln von sich und um sie nicht anzulügen, etwas, was er einfach nicht machen wollte, antwortete er dann mit einem: "Ich weiß nicht. Vielleicht?" Ihm war durchaus bewusst, dass diese Äußerung mehr Fragen als Antworten in den Raum warf, doch er konnte sich nicht anders helfen. Stumm dazustehen, ihre Frage zu ignorieren - das hätte sich auch nicht gerecht, einfach falsch angefühlt. Und sicher, ob alles in Ordnung war, das war er sich selbst auch nicht. Zumindest war nichts verkehrt? Er hatte bloß ein unangenehmes, ungutes Gefühl seitdem die Thematik in den Raum geworfen wurde. Und ja, der Drang von der Thematik zu fliehen war definitiv ebenfalls nicht zu verleugnen. Als Tori dann mit der Zubereitung des Essen quasi in wenigen Sekunden fertig war - und Gaius jetzt doch nicht hatte helfen können, verflixt - da sah der Mann etwas verwundert auf, ging dann jedoch die paar Schritte zum Tisch hinüber. Mhm, irgendwie fühlte sich die Stimmung jetzt unangenehm an. Das war seine Schuld, nicht? Der Einäugige wand einen Blick zur Blonden und gab ein schwaches Lächeln von sich. "Wo.. kommst du eigentlich her? Mir ist nämlich aufgefallen, dass ich über dich genauso wenig weiß, wie du über mich.." Ob sie ihm darauf antworten wurde, nachdem er geschwiegen hatte? Möglich, möglicherweise aber auch nicht. Einen Versuch war es wert. Zum einen, da es ihn wirklich interessierte und zum anderen, da er ein Gesprächsthema brauchte, auf dem er aufbauen konnte. Sie beide wahrscheinlich. "Du.. musst aber nicht antworten, wenn du nicht willst.", fügte er dann hinzu, auch wenn ihr das eigentlich klar sein sollte. War es nicht auch unfair, zu fragen, nachdem er eine Antwort verwehrt hatte?



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  • [kommen an] Chris & Raven



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    Chris öffnet mit dem rothaarigen Mädchen Raven im Schlepptau, die Hintertür zur Taverne, um ungestört in die Bäckerstube gehen zu können und um den vielen neugierigen Augen aus dem Weg zu gehen. Die wohlige Wärme und der Duft von frischem Brot hauchten ihm noch eine Spur mehr Selbstbewusstsein ein und er drehte sich zu Raven und hieß sie in seinem kleinen Paradies willkommen: "Herzlich Willkommen in der Backstube, meinem kleinen Reich!" Er lies seine Arme durch den Raum kreisen und stieß dabei fast einen Sack Mehl von der Arbeitsfläche, konnte diesen jedoch noch gekonnt am Sturz hindern. In der Stube herrschte ein kleines heilloses Durcheinander, an jeder Ecke stapelten sich Gewürze und Zutaten für sämtliche Leckereien und der Holzdielenboden war übersäht mit entweder leeren Mehlsäcken oder mit haufenweise Mehl. Vor dem Backofen stapelten sich die Holzscheite und man musste aufpassen nicht darüber zu stolpern, wenn man am Ofen vorbei zu den Wasserfässern wollte. Doch Chris konnte sich in diesem Raum fast blind bewegen, mit gekonntem Griff in den Mehlsack holte er einen Messbecher Mehl hervor und lies es auf die Arbeitsfläche rieseln, er fügte etwas Wasser, einige Gewürze und einen Schuss Milch hinzu und knetete den Teig fest durch, bis er in seinen Augen die richtige Konsistenz erreicht hatte. "Er muss jetzt eine kurze Zeit gehen, vorher kann ich nicht weiter machen.", sagt Chris fröhlich zu Raven und zog mit seiner Hand auf einen Schemel zwischen leeren Mehlsäcken und einem alten Flugdrachen hervor, der neben dem Ofen lag, in dem noch ein kleines Feuerchen loderte: "Setz dich!". Der Blondschopf griff nach ein paar Holzscheiten und feuerte den Ofen erneut an und heiße Luft zog ihm entgegen und eine kleine salzige Schweißperle rann ihm über die Oberlippe. Hier war er in seinem Element, kein Zeichen seiner Tollpatschigkeit , keine Unsicherheiten, er sah dem blauäugigen Mädchen begeistert in ihre Augen und hielt ihr ein Glas Wasser entgegen, dass er vorsichtig aus einer großen Glasflasche gegossen hatte. "Ich hoffe du hast etwas Zeit, bis die Brötchen so weit sind, dauert es leider noch ein klein wenig!"

  • [Tori] & Gaius | Küche



    Tori musterte den Zwerg an ihrer Seite besorgt. Sie konnte gar nicht anders. Die junge Maid war stets voller Sorge, aber egoistischerweise meistens wegen sich selbst. Ihre Sorge nicht nur zum Teil, sondern komplett jemand anderes zu schenken, war neu, ungewohnt. Gleichzeitig wollte das Mädchen sich nichts anmerken lassen, denn sie kannte es ebenfalls, die bemitleidenswerten Blicke, der fragende Ausdruck, das Unverständnis und nichts von dem hatte Gaius verdient. Aber das war ihre Schuld, oder? Wegen ihrer unachtsamen Frage. Damit hatte sie den Schmied weg von sich befördert. Natürlich war er noch da, aber... nicht ganz. Tori kaute nervös auf ihrer Unterlippe, ehe ihr einfiel, dass Essen ja bereitwillig vor ihr Stand und nahm daraufhin ein Brot in die Hand. Ihr fiel nichts ein, was sie sagen könnte, was die plötzliche Distanz zwischen ihnen verringern konnte. Noch während sie überlegte, kam Gaius jedoch mit einer Gegenfrage auf, die Tori überrascht aufsehen ließ. Ihr Herz klopfte ein klein wenig schneller, da sie sich irgendwie ertappt fühlte. "A-Also i-ich..", stammelte sie und wusste überhaupt nicht, wo sie anfangen sollte. An ihrer Geschichte gab es nichts besonderes. Das meiste Aufregende, hatte Gaius ja mit ihr zusammen erlebt. Aber ging es darum überhaupt? Ein wenig beschämt rollte sie das Ei auf ihrem Teller hin und her, ehe sie antwortete, das Essen dabei immer noch fixiert anstatt Gaius' Blick erwidernd. "I-Ich bin in A-Alvarna auf... gewachsen.", erzählte sie schließlich, "M-Mit meiner M-Mutter und m-meinem B-Bru-uder.. E-Es war einfach, a-aber gut so." Ob Gaius Geschwister hatte? Oder Verwandte, die noch lebten? Tori vermisste ihr Heimatdorf, als sie sich so zurück erinnerte. Sie hatten in der Bibliothek gewohnt und für die belesene Maid hatte es keinen schöneren Ort zu Leben gegeben. Auch wenn sie damals aktiver am Leben fiktiver Geschichten teilhatte, als an ihrem eigenen... Sie wusste das, aber war das wirklich so verwerflich? "B-Bis e-eines T-Tages ein F-Fest a-a-auß-ßer K-K-Kont-trolle ge-geriet u-und... d-das D-D-Dorf nie.. niederbr-brannte.." Unweigerlich kamen die schrecklichen Bilder von damals wieder in ihr hoch und dem Mädchen versagte die Stimme. Ein dicker Kloß hatte sich in ihrem Hals gebildet und egal wie oft sie schluckte, er wollte nicht verschwinden. Es war einfach alles so schrecklich gewesen und obwohl Tori in Trampoli nun schon einige Jahre lebte und der Vorfall in der Vergangenheit zurücklag, konnte sie diesen Ort noch immer nicht als ihr neues zu Hause bezeichnen. Denn das war es nicht. Sie würde den Frieden, der damals - vor dem Unglück - geherrscht hatte auf ewig hinterhertrauern. Mit all dem was in Trampoli so häufig schon vor sich gegangen war, konnte sie sich unmöglich sicher fühlen. Das alles ging ihr im Sekundenbruchteil durch den Kopf und Tränen sammelten sich in ihren Augen, doch sie versuchte tapfer sie zurückzuhalten. Gaius hatte sie schon zu oft weinen gesehen. Es war so lange her und doch schmerzte die Erinnerung daran noch immer. Sie wusste, er hätte nie verlangt zu antworten - er hatte das auch noch bekräftigt - und doch sprach sie darüber. Obwohl es nur Schrecklichkeiten hervorrief. Aber wie könnte sie um Gaius' Geschichte bitten ohne auch von sich zu erzählen? Das erschien ihr... einfach nicht fair.

  • [In der Backstube] Chris & Raven



    Beinahe wortlos waren sie hintereinander in die selbe Richtung gegangen, die offensichtlich zum belebteren Teil Trampolis führte. Schritt für Schritt war das rothaarige Fräulein dem Blondschopf gefolgt und fand sich schlussendlich am Hintereingang der Taverne wieder. Fast schon respektvoll verweilte Raven an der Türschwelle. Der Geruch von Mehl stieg ihr in die Nase. Der Geruch von frischem Gebäck. Das Mädchen mit dem Flammenhaar lies ihre Hand über den Türrahmen gleiten, trat in Zeitlupe in das Innere ein als der junge Bäcker sie in seinem Reich willkommen hieß. Die blauen Augen des Mädchens glitten über das Chaos im Inneren der Backstube. Soweit das Auge blicken konnte, konnte man Gewürze, Mehlsäcke und sonstige Backutensilien erblicken. Eine völlig andere Welt, wie Raven sie kannte aber dennoch nicht weniger faszinierend. Ein Blick in das Gesicht des Anderen verriet ihr mit welcher Leidenschaft er hier seine Arbeit verrichtete. Mit welcher Liebe. Seine Augen strahlten regelrecht als er die Zutaten vermengte und sie zu einem Teig verknetete. Mit leisen Schritten näherte sich Raven dem Anderen, blickte mit einer ungewohnten Neugierde über seine Schulter, während sie sich auf die Zehenspitzen stellte. Sein Werk glich Magie. Mindestens so beeindruckend. Jeder Handgriff saß. Wahrscheinlich hätte er sich in diesem Chaos sogar blind zurechtgefunden aber erging es ihr in der Arbeit nicht ähnlich? Naja. Genau genommen nicht. Sie machte diese Sache noch nicht so lange und das faszinierendste daran war die Kraft des Feuers. Wie es das Metall verbog, verflüssigt. Es war unglaublich. Feuer war derartig mächtig. Feuer zog sie an. Seit so langer Zeit schon. Bereitwillig nahm Raven auf dem Schemel Platz, der ihr angeboten wurde. Ihre Augen waren auf das Feuer gerichtet, welches im Ofen vor sich her loderte. Eine Hitze ging von ihm auf, die ihr ein kleines Lächeln auf die Lippen zauberte. Der Junge, welcher sich Chris nannte, reichte ihr ein Wasserglas, welches sie mit einem stummen Danke annahm und einen Schluck davon nahm. Sie sah in seine Augen. "Du liebst das was du tust." Ihre schmalen Finger umklammerten das Glas und sie wandte den Blick von ihrem Gegenüber ab um ihn wieder auf die züngelnden Flammen zu richten. "Das ist... schön." Ein erneuter Schluck Wasser befeuchtete ihre Kehle. "Ich...ich bin nicht in der Position zu hetzen."

  • Gaius & Tori


    Es vergingen nur einzelne Sekunden, nein, weniger, bloß kurze, kaum bemerkbare, kaum wichtig seiend könnende Augenblicke, in denen dem normalerweise sorglos gesinntem Jungen tausende von Gedanken, tausende von Fragen plötzlich durch den Kopf schossen. Gaius war sich nie sicher gewesen, ob sie überhaupt antworten würde. Er hatte darüber nicht nachgedacht, hatte dies nicht getan, keinen Moment lang, bis zu jener Sekunde, in der sie aufblickte, ja, sie blickte auf - und ihr Blick erwischte ihn, erwischte ihn auf solch eine Art und Weise, dass es nicht möglich für ihn war sie in passende Worte zu fassen. Tori begann zu sprechen und in dem großen Zwerg entstand eine merkwürdige Gefühlsmischung. Sie war merkwürdig, da Gaius sie nicht verstand, nicht kannte, doch als er merkte, welch Probleme die junge Frau beim Finden der Worte, beim Erzählen der Dinge hatte, da fühlte er sich schlecht. Nicht, weil er gefragt hatte, einfach, wegen dem wie sie sie ihren Worten Ausdruck verlieh. Gaius schien überrascht, als sie von ihrer Mutter und ihrem Bruder erzählte: "Oh, ich wusste gar nicht, dass du einen Bruder hast.", entkam es ihm unbedacht und ehrlich gesagt war er sich nicht sicher, ob die Blonde ihm davon jemals erzählt, diesen vielleicht doch schon mal erwähnt und er selbst einfach nicht gut genug aufgepasst hatte. Sekunde, vielleicht waren ihre Mutter und ihr Bruder bei dem Vorfall verstorben? Der Einäugige befürchtete kurz in ein Fettnäpfchen getreten zu sein, doch Toris Stimme war in jenem Moment sowieso schon längst versagt. Gaius erinnerte sich an den Vorfall von damals, erinnerte sich daran, was für ein schreckliches Bild die Stadt damals abgegeben hatte - und wusste dennoch nichts zu erwidern, nicht zu reagieren. Seit wann war es zwischen ihm und der Bebrillten auf einmal so merkwürdig? Seit wann genau fühlte er sich ihr auf einmal so fern, hatte Probleme mit ihr zu sprechen? Hatte er selbst dafür gesorgt, mit seinem dummen Verhalten? Gaius starrte einige Sekunden lang den Teller mit dem unberührten Essen vor ihm an - bei den Göttern, wann hatte er schon jemals einen Teller unberührt gelassen? Der Schwarzhaarige öffnete den Mund, schloss ihn dann jedoch kurzerhand wieder ohne etwas zu sagen, schüttelte kaum merklich den Kopf und sah dann wieder auf. Wieso stellte er sich eigentlich so an? "Der Ort aus dem ich komme hat wohl.. ein ähnliches Schicksal ereilt. Wobei ich mir nicht sicher bin, was inzwischen aus ihm geworden ist..", gab er dann zu und wusste nicht Recht wie er fortfahren sollte. Es war nur fair gewesen, nach Toris Wahrheit auch etwas von seiner Wahrheit preis zu geben, doch fiel es dem Mann gerade schwer einzuschätzen, was angebracht und was nicht war. Was Tori überhaupt hören wollte und ob es gerade überhaupt in Ordnung war über sich selbst zu sprechen, wenn sie doch so offensichtlich nicht über den Verlust ihrer eigenen Heimat war. Aber sie hatte doch etwas wissen wollen, nicht? Der Grauäugige setzte ein kleines, schiefes Schmunzeln auf während er Tori zum ersten Mal seit einer Weile wieder direkt ins Gesicht blickte - es war nicht gänzlich ehrlich, doch es war ein Versuch es ehrlich zu meinen. Irgendwo musste man doch wieder anfangen. Sein Ausdruck wandte sich wieder in eine besorgtere Richtung und er sah seine Begleitung nachdenklich an. "Hast du.. Angst?", fragte er dann und diese Frage, oh sie konnte wohl auf so viele Arten interpretiert werden. Doch es war auch nicht wichtig, auf welche Weise Tori sie nun aufnehmen würde - sie alle liefen im Endeffekt auf dasselbe hinaus.

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  • [Tori] & Gaius | Küche



    In ihrem Hals befand sich ein riesiger Klumpen und Tori musste sich zusammen reißen, dass sich dieser nicht zu Tränen verwandelte. Genauso versuchte sie, nicht zu zittern. Warum gab sie sich solche Mühe? Sie wusste, Gaius würde nicht über sie urteilen und doch... Sie war stets so schwach, auch sie wollte Tapferkeit beweisen! Aber war es wirklich tapfer, seine Gefühle zu unterdrücken und nicht zu zeigen? Sie hörte am Rande, wie Gaius nach ihrem Bruder fragte und anschnitt, dass sein Dorf ein ähnliches Schicksal erahnt hatte. Er ging nicht ins Detail und Tori verlangte es auch nicht. Noch erzählte sie mehr über ihre Familie. Sie waren nicht hier, aber sie lebten. Zumindest glaubte sie das. Sie hatten Alvarna überlebt. Zavier war ein kopfloser Abenteurer und ihre Mutter half stets da, wo Hilfe benötigt wurde. Im Gegensatz zu ihr selbst taten sie etwas. Tori konnte nichts tun, außer auf ihren vollen Teller zu blicken. Nur die letzte Frage des Zwerges, diese einfachen drei Worte, ließen sie wieder aufblicken. In ihren Augen stand die Überraschung gleichermaßen wie die Furcht geschrieben. Hatte sie Angst?. "Ja." Wovor? Musste es ein wovor geben? Sie war kein mutiges Mädchen und sie hatte viele schlimme Dinge gesehen, die ihr das fürchten gelehrt hatten. Es gab genug Momente, in denen sie geglaubt hatte, zu sterben. Als das Inn abgebrannt war. Als das ganze Dorf vernichtet wurde. Als sie von Orks entführt worden und dem Minnotaurus ausgeliefert gewesen war. Als Grarag sie zurückholen wollte. Als die Walinsel drohte auf Trampoli zu stürzen und die Toten zurückkamen, um sie zu sich zu holen. Diese Welt war einfach fürchterlich. Und obwohl es lächerlich war, fürchtete sie sich genauso darum, nicht gut genug zu sein. Zu schwach. Zu ängstlich. Zu einsam. Eine Last für alle um sie herum. War das Angst? Sie konnte es nicht mit Sicherheit sagen. Was war das nur für ein Leben? "Du?", fragte sie ihn im Gegenzug. Ob es ihm genauso erging?

  • [In der Backstube] Chris & Raven


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    Die Wärme der Backstube füllten seine Wangen mit einem gesunden Rot und er grinste die Rothaarige an, sie hatte Recht, er liebte die Arbeit mit Mehl und Brot. Es war eine beruhigende und zufriedenstellende Arbeit und er mochte sie nicht missen. Chris schnappte sich einen weiteren Holzscheit, warf ihn gezielt ins feuert und starrte gespannten Blickes auf das Züngeln der Flammen. "Woher kommst du?", fragte er Raven, um die Zeit bis der Teig fertig war zu überbrücken, "du erinnerst mich an das Feuer!" Er blickte weiterhin in das Feuer, als würde er darin jemanden suchen. Er mochte die heiße Glut Zeit seines Lebens, er hatte schon leichte pyromanische Züge aber er fand es immer toller das Feuer bändigen zu können, doch dafür war er zu ungeschickt, deswegen genoss er es doch lieber beim Backen. Er riss seinen Blick fort von der lodernden Wärmequelle und wagte einen Blick auf den gehenden Teig. Chris war schon fast zufrieden und blickte mit einem vorfreudigem Grinsen der Rothaarigen ins Gesicht. Er wusste nicht was mit ihm los war, er war sonst eher froh alleine zu sein aber heute hatte er das Gefühl, dass diese Begegnung ihn mit einer Freude durchdrangen. Mit einem vorsichtigem Griff zog er einen zweiten Schemel heran und setzte sich zu dem Mädchen hin.

  • Gaius & Tori


    Was hatte der Einäugige eigentlich erwartet? Darauf vermag es wohl keine befriedigende Antwort zu geben. Er hatte eine Frage gestellt, aus dem Gefühl, dem Bauch hinaus, ohne darüber nachzudenken - so, wie er es doch für gewöhnlich immer tat. Und trotzdem, als sie dann kam, die Erwiderung, diesen eine kleine zarte Wort welches zwischen den rosigen Lippen der Blonden entfloh, da wusste er im ersten Moment nichts mit anzufangen. Auch Gaius wirkte mit einem mal überrascht - nicht unbedingt von der Antwort, viel mehr von der Art und Weise, wie diese gegeben wurde. Aufgeblickt hatte Tori, plötzlich, spontan - nachdem sie beide doch die ganze Zeit über Blickkontakt präzise gemieden hatten. Dem Zwerg fehlte es an sozialer Kompetenz um den Blick der ihm dargeboten wurde gänzlich als das zu verstehen, was er eigentlich sein sollte. Ihr kurzer Laut war begleitet von Überraschung und Furcht und doch war sich der Schmied nicht sicher, woher diese entsprungen waren, wofür sie wirklich standen. Ging es um ihre Familie? Ihre soeben angefangene Geschichte? Gab es noch etwas ganz anderes, was ihr das Blut in den Adern gefrieren ließ? Genauso wenig wie der Schwarzhaarige wirklich sagen konnte, weshalb er diese Frage überhaupt gestellt hatte, genauso wenig wurde er aus Toris Worten schlau. Und gleichzeitig.. gleichzeitig sprachen sie auch soviel laut aus. Sie hatte ja gesagt. Es war kein nein gewesen. Dies allein eröffnete eine ganz neue Sicht, eine ganz neue Erkenntnis. Als sie dann erneut das Wort ergriff, da wandelte sich das leichte Schmunzeln auf Gaius Gesicht zu einem schiefen Grinsen. Er blickte rasch auf das Essen auf einem Teller hinunter, fragte sich einen Augenblick lang, ob er es denn überhaupt schon berührt hatte, dachte dann aber über weitaus wichtigere Dinge nach. "Ich weiß nicht. Vielleicht?", entgegnete er dann dieselbe Antwort wie zuvor schon auf Toris viele anderen Fragen, sah dann, nach einem lautlosen Seufzen, sowie einem genauso lautlosen Auflachen, wieder mit dem schiefen Grinsen auf. "Wahrscheinlich. Nein, mit Sicherheit." Er war sich selbst nicht sicher worauf genau er eigentlich aus wollte. Oder vielleicht doch? Auch hier gab es Unsicherheiten. "Aber eher..", er hielt inne in seinem Satz, die Pupillen wanderten in Richtung des Tisches, blieben an dem leeren, unbedeckten Fleck zwischen ihm und Tori hängen. Aber eher.. Ah. Wie sollte er das ausdrücken? Wollte er es überhaupt richtig ausdrücken können? Hatte er den Faden absichtlich verloren oder gab es einen Grund warum er ihn nicht weiter spannte, darauf wartete, ob ihm dabei nicht vielleicht assistiert werden würde? Wieder eine Frage ohne genaue Antwort, eine Frage, dessen Antwort wohl abhängig davon war, wie der weitere Verlauf der Dinge sein würde. Wieso waren die Dinge bloß so kompliziert?

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    Well you look like yourself - But you're somebody else, only it ain't on the surface

     Well you talk like yourself - No, I hear someone else though - Now you're making me nervous..~

  • Maerwen und Electra kommen von der Villa



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    Maerwen war ein wenig angespannt als sie gemeinsam mit Electra die Villa verließ und sich auf den Weg zur Taverne machte. Sie erwartete die ganze Zeit, dass sie jemand aufhielt und Electra als Adelige erkannte. Und dann würde die Dunkelelfe ihre Arbeit los sein, denn er wollte eine Dienstmagd haben, die ihre Herrin bei so unsinnigen Abenteuer unterstützte? Doch die beiden schienen Glück zu haben und sie traf niemanden auf ihren Weg zur Taverne. Was wahrscheinlich auch daran lag, dass sie noch gar nicht so viele Leute in der Stadt kannten. Vor der Tür wandte sich Maerwen einmal kurz zu der Blauhaarigen."Bereit?", fragte sie und öffnete im selben Atemzug die Tür. Die Taverne war ungefähr so, wie sie es sich vorgestellt hatte. Maerwen trat als Erste rein und behielt dabei Maerwen immer im Blick. Sollte ihre Herrin nun doch Bedenken haben, würde sie sofort mit ihr zurück zur Villa gehen.

  • [Tori] & Gaius | Küche



    Tori wusste nicht, welche Antwort sie von dem Schmied erwartet hatte. Womöglich gar keine. Waren sie im Verlaufe des Gespräches nicht längst aneinander vorbeigegangen, ja, hörten sie dem anderen überhaupt noch zu? Ganz sicher war sie sich dabei nicht. Ob die Worte, die über die Lippen beider kamen, an den jeweils anderen gerichtet oder doch viel mehr ein lauter Gedanke waren. Seltsam. Warum nur musste es so seltsam sein? Tori horchte in sich hinein und dann, als Gaius ihr eine Antwort gab, hörte sie zu. »Ich weiß nicht.« Ach, aber wie konnte man sich zu dieser Frage nicht sicher sein? Tori verstand es jedoch. Sie verstand, wie es sich anfühlte, keine treffgenaue Antwort geben zu gönnen, kannte die eigene Unsicherheit, die sie stets begleitete. Man konnte die Dinge ja auch von so vielen verschiedenen Seiten betrachten, da war es doch viel mehr ein Rätsel, wie man sich überhaupt je bei etwas sicher sein konnte! Seine Antwort wiederum war so typisch für den Zwerg, dass Tori nicht anders konnte, als sich ein leichtes Lächeln herauszunehmen. Solange, bis der Schmied neu ansetzte, dann jedoch innehielt. Da sah sie wieder auf, zu ihm hin, ihn hinter dicken Brillengläsern heraus musternd. Was wollte er sagen? Worauf wollte er hinaus? Wovor fürchtete sich dieser Mann? Sie wollte es wissen, ja, und gleichzeitig wusste sie nicht, ob es in Ordnung wäre davon zu wissen. Ob sie damit umgehen könnte. Oder wie. Und so drängte Tori ihn nicht dazu fortzufahren. Stattdessen stand sie auf, überwand den wenigen Abstand, der sie trennte, und umarmte Gaius ganz plötzlich. Sie wustse nicht warum oder was in ihr dabei vorging, aber... aber es fühlte sich richtig an! Die Umarmung war ein wenig ungelenk, da sie sich zu ihm herunterbeugen musste, denn der Zwerg saß ja noch am Tisch und doch spürte sie seine Wärme. "Danke, das du da bist.", flüsterte die Maid so leise, das es fraglich war, ob er sie überhaupt hören konnte und das, obwohl sie sich gerade so Nahe waren.




    Max // still waiting for PP


    Max tippelte ungeduldig mit den Fingern auf dem Tisch. Er war ein Edelmann, wie konnte es die Bedienung hier sich so erdreisten, ihn so lange auf seinen Met warten zu lassen! Na warte, wenn er den Besitzer der Taverne in die Finger bekam...!

  • [In der Backstube] Chris & Raven



    Wortlos verfolgten ihre blauen Augen sein Tun und verharrten schließlich am Feuer, welches sich begierig über das Stück Holz hermachte und es regelrecht verschlang. Feuer. Bedrohlich. Zerstörerisch. Gefährlich. Eine Vielzahl an negativen Adjektiven wurden mit dem Element verbunden. Eine lange Zeit war es ein Fluch für das Mädchen mit dem feuerrotem Haar. Ihre Gabe - ihre Fähigkeit. Nun hatte sie es akzeptiert. Der einzig sinnvolle Weg, nicht wahr? Sie musste sich selbst akzeptieren um keine Gefahr für andere darzustellen. Sie musste sich selbst unter Kontrolle haben. Das Feuer loderte. Knisternd zerlegte es das Holz im Nu. Die Flamme nährte sich davon. Stillschweigend saß sie da und beobachtete die Feuerzungen, als würden sie sie hypnotisieren. Der Raum wurde immer wärmer und wärmer. Der Duft der Backzutaten erfüllte die Luft gemeinsam mit dem Duft des brennenden Holzes. "Ich weiß es nicht..." antwortete Raven ehrlich. Ihre Stimme klang fest, nicht brüchig wie man es vielleicht von Jemanden erwartete hätte, der sich seiner Herkunft nicht sicher war. Sie sagte es im selben Ton, wie sie einen x-beliebigen Ort genannt hätte. "Ich habe vor einiger Zeit mein Gedächtnis verloren und dann habe ich lange Zeit in Alvarna gelebt..." Genauer musste die Langhaarige die Geschichte nicht erzählen, nicht wahr? Es war allgemein bekannt, was mit Alvarna geschehen war und das sie nun alle hier in Trampoli untergekommen waren, immer noch Flüchtlinge waren. Auch wenn sie sich ein neues Zuhause geschaffen hatten, es fühlte sich nicht wirklich wie ein Zuhause an. Raven war nicht angekommen aber sie erinnerte sich gar nicht an eben jenes Gefühl. "Du kommst auch aus Alvarna." stellte die Halbelfe schließlich fest. Sie war schon immer eine gute Beobachterin gewesen, hatte sich nie viel in der Öffentlichkeit oder gar bei Veranstaltungen gezeigt aber sie kannte jede einzelne Seele aus ihrer alten 'Heimat'. Als sie den überraschten Blick des Blonden vernahm war es Raven doch etwas unangenehm die Tatsache derartig auf den Tisch geknallt zu haben und so verstummte sie wieder und sah wieder in das Feuer um ihre Unsicherheit zu überspielen.

  • Electra und Maerwen1170-electra-png bei Max


    Ah, bereits von draußen hörte man den lauten Gesang und vernahm den starken Geruch von Alkohol. Was die meisten als unangenehm empfanden, war für Electra einfach eine neue und aufregende Welt! Als sie durch die Menge blickte fiel ihr auf, dass so gut wie jeder Gast ein Getränk in seiner Hand hatte und da die beiden auf natürliche Art und Weise dazugehören wollten, sollten sie vielleicht dem Beispiel der anderen folgen. "Komm! Wir sollten darauf achten so auszusehen, als wüssten wir genau, was wir vorhaben!" Denn eigentlich hatten sie das ja irgendwie nicht. Und auffallen wollte sie eben nicht! Electra griff nach der Hand ihrer Freundin und führte sie durch die Menschenmenge an die Bar, wo schon einige Menschen ungeduldig auf ihr Getränk warteten. Normalerweise war sie es ja gewohnt, dass jemand zu ihr kam und sie nach ihren Wünschen fragte, aber schließlich war sie hier um mal etwas anderes zu erleben. Nach etwas Gedrängel und Warterei bekamen die zwei Frauen schließlich ein Met - ein Getränk, welches Electra normalerweise nicht zu sich nahm, doch es schien das beliebteste auf der Karte zu sein. "Am besten wir setzen uns erstmal abseits von der Menge hin. Dann können wir auch al-" Man sagte nicht umsonst, dass man beim Laufen nach vorne schauen sollte, denn mitten im Satz schaffte die Adelige es über irgendwelche Füße zu stolpern und da sie wegen dem Krug in ihrer Hand keine Möglichkeit hatte sich irgendwo festzuhalten, landete dieser mitsamt der Blauhaarigen auf dem Schoß eines blonden Mannes, welcher nicht gerade freundlich aussah. "Oh, es tut mir so leid!! Ähm..." Peinlich berührt richtete sie sich schnell wieder auf und warf einen verzweifelten Blick auf Maerwen, welche sich wahrscheinlich etwas dachte wie 'Wir hätten nicht hier herkommen sollen'. "Ah, äh..." Und was jetzt?

  • [Max] mit Electra & Maerwen



    Max hatte genug. Mittlerweile wurde es in der Taverne immer voller und mit dem Gesindel von Menschen kam auch ihr Gestank und das musste sich der Erbe der Sainte-Coquilles nun wirklich nicht antun! Niemand schenkte ihm die gebührende Hochachtung die er verdiente und so kam es das Max nur angewidert in den Raum starrte und sich entschloss zu gehen. Doch gerade als er diesen Entschluss gefasst hatte, spürte er ein Gewicht in seinem Schoß zusammen mit etwas Feuchtigkeit, welches stark nach Met roch. "..." Ein Wunder glatt, dass die Fremde den Metkrug nicht aus der Hand verloren hatte, so konnte wohl ein noch schlimmeres Unglück vermieden werden. Ein wenig war trotzdem auf seine teure Kleidung gekommen. Was erlaubte sich dieses tölpelhafte Mädchen eigentlich?! "Ich darf doch wohl sehr bitten. Hast du keine Augen im Kopf?!", meinte Max scharf, denn er war sowieso schon angesäuert von dem heutigen Tag - immerhin kam er vom Krankenbesuch seiner herzallerliebsten Schwester! - da wollte er sich nicht auch noch mit Bauerngesindel rumschlagen. Daher bedachte er diese beiden 'Damen' auch mit keinem zweiten Blick und erkannte daher schon dreimal nicht, dass es sich bei eine von ihnen um seine ferne Cousine handelte, die kürzlich zu ihnen gezogen war. Wie auch? Mit Electra hatte er bisher noch nicht viel zu tun gehabt und niemand von adeligem Geblüt würde sich einfach so unter die einfachen Leute mischen, nicht als einer von ihren. Was für eine lachhafte Vorstellung! Tja, wenn er sich da mal nicht täuschte!