Der Dorfplatz

  • Benjamin bei Chris an der Snackbar

    Ben bemerkte das Zögern seines Gegenübers und auch den etwas ernsteren Unterton, als er den Grund für die Wahl seines Studiums schilderte. Dass dies nur in einigen kurzen Wörtern von ihm dargelegt wurde, deutete noch zusätzlich darauf hin, dass das Thema kein so gutes war. Vermutlich hatte er einen lieben Menschen an den Krebs verloren, was nunmal leider gar nicht so unüblich war. Und genau deshalb hakte der Teenager auch nicht weiter nach. Nicht nur die Höflichkeit verbot es ihm. Auf gar keinen Fall wollte er in Wunden stochern, die vielleicht gerade erst oder noch gar nicht so richtig verheilt waren. Das war hier eine Party, bei der man sich amüsieren sollte und daher wollte er ernsten oder dunklen Themen keinen Raum geben. Hinzu kam noch, dass die beiden sich gerade eben erst kennengelernt hatten. Ihn ging es schlichtweg auch gar nichts an.

    Der Lockenkopf nickte also nur und sah dann wieder zu Boden, nicht recht wissend, was er sagen sollte.

    Das Thema seiner beiden großen Schwestern lenkte aber offenbar ziemlich gut von dieser ganzen Sache ab, denn Chris schien die beiden zu kennen. Etwas ungläubig musterte Ben ihn zunächst nur. Wie verrückt war das? Er lachte über das ebenfalls ungläubige Gesicht des Studenten, der wohl nie gedacht hätte, dass er mit Yumi und Sakura hätte verwandt sein können. “Um Ähnlichkeiten zu erkennen, muss man wirklich ganz genau hingucken. Ich kann es niemandem verübeln, der es nicht so recht glauben will, dass wir Geschwister sind. Vermutlich sehen wir eher auch wie Halbgeschwister. Wenn überhaupt.” Ben grinste, aber es machte schnell einer etwas verkniffenen Linie Platz. Chris’ Beileid war etwas merkwürdig, da er es eigentlich schon als völlig normal empfand seine Eltern nur so selten in die Arme schließen zu können. Wieder ein Nicken seinerseits, da die Worte fehlten. Nachdenklich schwenkte er den Inhalt seines Glases ein wenig im Kreis und lauschte den Worten seines Gegenübers. Eine kurze Pause entstand nachdem er geendet hatte, in der Benjamin einige Minuten über seine Aussagen nachdachte. Ja, was war schon eine normale Familie? War Familie nur schön, wenn Eltern und Kinder fröhlich zusammenlebten? War es nicht viel mehr als das? Mehr als das starre Bild der Gesellschaft, das vorgab wie eine ‘normale Familie’ auszusehen hatte? “Ich denke es ist wichtig wie glücklich oder zufrieden man mit der Familiensituation ist und was man daraus macht.” Kurz setzte er ab und legte den Kopf etwas schief. “‘Normal’ ist ein sehr dehnbares Wort.” Er lächelte kurz, eine kleine Entschuldigung lag darin. Das schien irgendwie auch nicht das richtige Thema für eine Halloweenparty zu sein und vermutlich hatte Chris auch gar keine Lust jetzt hier über die Bedeutung einer normalen Familie zu philosophieren.

    Ben hob seinen Blick und sah an Chris vorbei. Sofort fiel ihm die Lockenpracht seiner Schwester ins Augen und er musste grinsen. Er freute sich sehr sie nun doch hier zu sehen. Kurz fing er ihren Blick auf und lächelte ihr zu.

    Schnell wandte er sich jedoch wieder seinem eigentlichen Gesprächspartner zu, um ihm nicht den Eindruck zu vermitteln unwichtig zu sein. “Und … hast du vor die Party gleich wieder zu verlassen, wenn dein Teller leer ist?” Ben ließ seine Augen für einen kleinen Moment auf dem Snackteller in Chris’ Händen ruhen, der nicht mehr viel von der ursprünglich aufgefüllten Menge zu bieten hatte.





    Chase mit Hina im Gruselkabinett

    Chase lächelte und schnell zogen sich seine Mundwinkel zu einem Grinsen. Er war nicht dumm und hatte schnell gemerkt, dass Hina durchaus versucht hatte ihm ihre Reize ein weiteres Mal schmackhaft zu machen. Und dennoch fragte sie unverblümt, ob ihn ihre weinroten Lippen in einen Rausch versetzten. In gewisser Weise fühlte er sich ertappt, da genau das der Fall war. Erneut musterte er den perfekten Schwung ihres Mundes, welcher durch die dunkelrote Farbe und die anderen Anspielungen und Annäherungen noch einladender wirkte. Je länger sie in seiner unmittelbaren Nähe war, desto weniger konnte er sich den Gedanken an die besonders heißen Momente im Keller entziehen. Auch das Bedürfnis es einfach hier und jetzt zu wiederholen übertönte immer lauter seinen Anstand. Nicht, dass er einer dieser Nieten war, die bloß immer alles richtig machen wollten, aber ein paar gute Manieren hatten seine Eltern ihm seltsamer Weise so eintrichtern können, dass sie schon in Fleisch und Blut übergegangen waren.

    Bei Hinas nächster Gegenfrage schlich sich erneut ein Grinsen auf seine Lippen und er zuckte zeitgleich die Schultern. “Wer nicht?” Jeder wollte Bestätigung, da war er sich sicher. Die einen gingen damit eben offener um, als andere. Bescheidenheit war noch nie etwa gewesen, womit Chase geglänzt hatte, aber es interessierte ihn herzlich wenig. Für einen Augenblick musterte er seine Mitschülerin von Kopf bis Fuß. “Ich bin sicher du hättest auch nichts gegen Komplimente, die nur das bestätigen, was du eh schon weißt.” Erneut ließ er seinen Blick auf ihren Lippen ruhen. Es war mehr als offensichtlich, dass Hina nicht nein sagen würde zu mehr Intimität und ebensowenig machte er einen Hehl darum. Und genau deshalb ließ er seinen Blick auffällig langsam weiter nach unten gleiten, studierte ganz ungeniert ihren Ausschnitt sowie den kurzen Rock und sah ihr kurz darauf wieder in die Augen. Gleich darauf ging Hina dazu über ihre betörenden Lippen auf seine zu pressen und brachte sogleich die Zunge mit ins Spiel. Von der Welle der Erregung, die in diesem Moment überwältigend intensiv durch seinen Körper rauschte, wurde ihm schon fast schwindelig. Verdammte Scheiße, es war ihm gerade so egal ob irgendwer anderes in der Nähe war. Chase erwiderte den Kuss leidenschaftlich, genoss ihren Duft, ihren Geschmack mit dem leichten Unterton von Lippenstift, den er bereits vom letzten Mal kannte. Der Schüler legte die Arme um ihre schlanke Taille und zog sie noch näher an sich heran. Etwas atemlos löste er seine Lippen nach einer Weile von ihren. “Ich würde sagen hier ist es auch schon dunkel genug..” kommentierte er noch ihre letzten Worte mit einem etwas schiefen Schmunzeln. Sachte strich er mit dem Daumen über ihre Unterlippe. Die geschminkten Lippen sahen längst nicht mehr so perfekt aus wie zuvor, aber so erging es seiner eigenen eh schon nur halbherzigen Gesichtsbemalung vermutlich auch. Dann küsste er sie erneut, gespielt vorsichtig, und schob eine Hand unter ihren Rock an ihren wohlgeformten Po und drückte ihre Hüfte dabei an seine.

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    Hina & Chase | im Gruselkabinett


    Tatsächlich genoss das junge Blondchen die gierigen Blicke des Gleichaltrigen, so viel sie in der Dunkelheit des Kabinetts erkennen konnte. Natürlich tat es gut Bestätigung zu bekommen. Auch wenn Hina auch so wusste, dass sie eine bezaubernde Erscheinung war. Eine Schönheit. Das sagte ihr Spiegelbild und eben auch die unzähligen Komplimente, die sie tagtäglich bekam. Viele davon von ihrer besten Freundin, der sie dahin gehend auch am meisten vertraute. Weil man sich in solchen engen Freundschaften auch alles wirklich so sagte, wie man es meinte. Da war man ehrlich und sagte auch mal, dass man bei der Kleiderwahl oder beim Make-Up daneben gegriffen hatte. Irgendwie vermisste sie ihre Freundin. Alessa spukte immer in ihrem Kopf. Vorallem seit ihrer intimen Begegnung. Trotzdem schwiegen sie darüber, hatten diesen unfassbar tollen Moment nicht einmal angesprochen. Als wäre er nicht passiert. War das gut so? Dinge tot zu schweigen brachten doch eigentlich nie was oder? In der Dunkelheit schüttelte sie kaum merklich den Kopf, versuchte damit diese Gedanken los zu werden, von denen sie eigentlich schon gehofft hatte dass der Alkohol dies übernahm. Aber davon hatte sie wohl zu wenig gekostet. Dann musste eben ein anderer Rausch her. Den sie sich holte indem sie ihre geschminkten Lippen auf die von Chase drückte. Ihre Hand wanderte an seiner Brust nach oben, streifte seinen nackten Hals und ihre Finger vergruben sie schließlich in seinem blonden Haar. Krallte sich darin fest, drückte ihn damit noch etwas in ihre Richtung. Der Schüler machte mit bei ihrem Zungenspiel und ein leiser und genüsslicher Laut drang aus ihrer Kehle. Ob das jetzt jemand hörte, das kümmerte das Mädchen eigentlich recht wenig. Ging es in dieser gruseligen Geräuschkulisse wahrscheinlich sowieso unter. Ein bisschen widerwillig löste sie ihre Lippen von seinen. „Hmm..“, erwiderte das junge Mädchen, sah gezielt auf seine vom Lippenstift verschmierten Lippen und grinste während sein Daumen sanft über ihre Unterlippe streifte. „Aber irgendwie..“ Das Blondchen hielt kurz inne, ließ sich in einen nächsten Kuss verwickeln und spürte eine intensive Gänsehaut auf ihrem Körper als Chase seine Hände nicht länger bei sich behalten konnte. Als er näher an sie heran kam, seinen Körper an ihren drückte als wollte er keinen Zentimeter mehr zwischen ihnen haben und als wollte er keine Zeit mehr verlieren. Hina legte ihre Hände flach auf seinen Oberkörper, drückte ihn eigentlich eher ungern von sich und biss auf ihre Unterlippe. Spürte die Lust auf weit mehr in sich aufflammen. „..stehst du etwas im Weg..“, flüsterte sie, da das lustvolle Pärchen doch einfach mitten im Flur des Gruselkabinetts ihren Lüsten nach ging. Im Grunde störte es das Mädchen nicht, wenn irgendwer sowas mitbekam, also dieses Rumgemache aber das hier entwickelte sich doch in eine Richtung, die für manche Augen vielleicht etwas zu aufreizend sein konnte und auf Ärger hatte sie jetzt eigentlich so überhaupt keinen Bock. Nicht dass noch eins der Mauerblümchen aus ihrer Schule um die Ecke kam und einen Herzinfarkt bekam oder sowas. Vorsichtig und doch bestimmt drückte sie den jungen Kerl raus aus dem spärlich ausgeleuchteten Gang, der die Besucher eigentlich ohne Umwege wieder hinaus führen sollte. Bis sie an eine Wand stießen, die noch weniger Licht abbekam als sonst irgendwas hier. Nur manchmal drehte sich ein Scheinwerfer in diese Richtung. „Ich will ja nicht dass du Ärger bekommst, wenn wir hier entdeckt werden...“, flüsterte sie ihm ins Ohr nachdem sie etwas auf die Zehenspitzen gegangen war, kicherte und warf ihm einen vielsagenden Blick zu. „Also vielleicht solltest du auch.. leise sein.“ Die Oberstufenschülerin legte ihren Zeigefinger auf ihre verschmierten Lippen ehe sie diese auf seine presste und mit ihren Händen seine Hose rasch öffnete. Ein letzter Blick in seine hübschen Augen, die gerade jetzt vom schwachen Scheinwerfer beleuchtet wurden, und sie ging vor ihm auf die Knie. Kümmerte sich dann um eine gewisse andere Körperstelle. Gekonnt, liebevoll und auch recht schnell.

  • Ben & Chris - Chris geht ~



    Wahrscheinlich erwischten die Beiden ziemlich untypische Themen oder es führte letztendlich Eines zum Anderen. Vielleicht war Chris auch einfach nur nicht mehr in der Lage eine normale Konversation zu führen weil sein Kopf so voller Dinge war. Dinge, die er sich nicht erklären konnte - Dinge, die er einfach nicht verstand. Der Student hatte gehofft er könnte sie einfach vergessen indem er sich selbst mit einer Party wie dieser ablenkte aber offensichtlich waren selbst Partys nicht mehr das was sie einmal waren. Vielleicht lag es aber auch letztendlich an ihm. Sie Verwandtschaft seiner neuesten Bekanntschaft war eine gute Ablenkung auch wenn er dabei fast schon unbewusst das Gesicht des Brillenträgers nach vermeintlichen Ähnlichkeiten zu Yumi und Sakura absuchte. Vergebens. Ein Lachen drang aus der Kehle des jungen Mannes als er der Erklärung seines Gegenübers lauschte. "Hmmh... naja vielleicht ist meine Erinnerung an die Beiden auch einfach nicht mehr die Beste..." erklärte sich Chris schließlich. Es war immerhin schon eine ganze Weile her, dass er den jungen Frauen begegnet war. dabei waren sie früher alle gemeinsam aufgewachsen aber irgendwie hatte es sich ganz schön verlaufen. Jeder ging seien eigenen Weg. Vielleicht war es damals in dem kleinen Dorf einfach leichter sich per Zufall über den Weg zu laufen. Vielleicht hatten sie sich aber auch alle einfach auseinander gelebt obwohl sie im Grunde alle im Wohnheim lebten. Das philosophieren über die 'Norm einer Familie' machte den Studenten ein wenig nachdenklich und so drifteten seine Gedanken ein kleines bisschen ab. Es waren die Worte seines Gegenübers, die ihn wieder ins Hier und Jetzt zurückholten. "Glaubst du?" Chris nahm das letzte Häppchen von seinem Teller und spülte etwas von seinem Getränk hinterher. "Ich glaube man sollte sein Glück nicht von seiner Familiensituation abhängig machen..." Natürlich war ein Part seiner Familie immer schon sein Anker gewesen in dieser Welt. Selbst als seine Welt Kopf stand und die Familie auseinanderbrach. Aber wie viele Menschen hatten diesen Anker nicht? Für wie viele Menschen da draußen war die Familie einfach keine Familie? Chris schüttelte den Kopf und zuckte anschließend mit den Schultern. Eigentlich wollte er das Gespräch gar nicht in diese Richtung leiten aber vielleicht hatte es einfach ein Eigenleben entwickelt. "Und das ist auch gut so!" fügte er den Worten des Vampirs schließlich noch hinzu und seine Mundwinkel hoben sich kurz an. Er spürte das Vibrieren seines Handys in seiner Hosentasche und stellte fest, dass Cylie ihm geschrieben hatte. Ein kurzer entschuldigender Blick glitt in Richtung Ben bevor er ihr antwortete aber dabei nicht drum rum kam die Augen zu verdrehen. Ein Seufzen verließ seine Lippen als er sich doch ihrer erbarmte. Die Vorstellung, dass seine Schwester irgendwo hockte und in Selbstmitleid badete war dann doch zu viel. Am Ende kam sie noch auf dumme Ideen. "Offensichtlich nicht. Anscheinend muss ich mal wieder Babysitter für mein Schwesterherz spielen..." Chris leerte sein Getränk in einem Zug und stellte es schließlich auf den Tisch neben sich. Er räusperte sich, weil er sich dabei beinahe verschluckt hatte. "Hey nimm es mir nicht übel aber ich glaube sie braucht gerade etwas Gesellschaft..." Ein leichtes Lächeln huschte über die Lippen des jungen Mannes als er sich entschuldigend bei dem Anderen verabschiedete. "Ich bin mir sicher du kennst das... oder wirst es noch kennenlernen..." Chris hob die Hand und verließ anschließend den Dorfplatz...

  • [Brian] ~ mit Charlene bei den Kürbisschnitzern

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    Der Enthusiasmus des jungen Mädchens war ansteckend und auch, wenn der Student sich noch um sein schönes Kostüm sorgte, so packte ihn gleichzeitig die Lust, all diese Kürbisse zu gestalten. "Ja." Antwortete der Rothaarige mit leicht hochgezogenen Mundwinkeln. "Bei mir Zuhause stand das nie so auf dem Aktivitätsplan. Aber es ist ja nie zu spät, damit anzufangen." Fügte er an und drehte seinen kleinen Kürbis vorsichtig in seinen Händen. Das Hilfsangebot der Brünetten nahm er mit einem Nicken an. "Werde ich machen. Wenn ich Hilfe brauche oder falls ich mir den Finger abschneide." Der obere Teil des Kürbis war gelöst und konnte nun abgenommen werden. Brian platzierte ihn in sicherer Entfernung aber auch nicht zu weit weg, um ihn noch erreichen zu können. Dann betrachtete er das Innenleben des Gemüses. Das galt es nun herauszuholen, hm? "Wo kann ich das äh.. Zeug hier hin tun? Habt ihr hier Eimer oder sowas?" Fragte er das Mädchen dann mit leicht verlorenem Blick, bis er sich schließlich einen Löffel zum Aushöhlen des Kürbis griff. "Jedes Jahr, hm? Dann bist du ja sowas wie ein Kürbis-Profi." Sie musste sicher viel Übung haben, was ihn ein klein wenig besser über seine doch der dürftigen Anfänge fühlen ließ. "Das stimmt. Ich bin heute erst nach Riverport gezogen und habe auf dem Campus einen Flyer für dieses Fest hier entdeckt." Antwortete er zunächst mit einem Lächeln. Wenn sie hier auf dem Land lebte, kannte sie sicher die meisten Gesichter, welche hier regelmäßig herumirrten. So ein kleines Örtchen wäre definitiv nichts für ihn. Da fühlte sich der frischgebackene Student in Riverport schon weitaus wohler. "Freut mich, Charlie. Ich bin Brian." Stellte nun auch er sich vor und lächelte sie an.

  • [Charlene] & Brian | bei den Kürbisschnitzern



    Charlie war zufrieden in der Situation. Brian schien ein ganz guter Kerl zu sein. "Hey, 'nen abgeschnittenen Finger können wir zumindest direkt für die Halloween Deko hier verwenden.", scherzte sie, während sie nach dem Eimer griff der für die Überreste war und zwischen sie stellte. "Das Zeug da nennt sich Fruchtfleisch und dieser Behälter ist der perfekte Ort dafür.", fügte sie mit einem Grinsen hinzu. "Naja Profi jetzt nicht, aber es macht mir schon Spaß!" Tatsächlich liebte Charlie es mit ihren Händen etwas zu schaffen, selbst wenn es nur darum ging, einem Kürbis ein hübsches Gesicht zu verpassen. "Echt, heute erst?", wiederholte sie dann erstaunt. Sie war zwar selbst eher der aktive Typ, der nicht gern allein zu Hause rumsaß, aber nach einem Umzug noch ausgehen, das wäre ihr zu stressig gewesen. "Von woher kommst du denn? Bist du wegen dem Studium hergezogen, oder wie?", fragte sie neugierig nach, während sie sich an den Feinschliff vom Gemüse setzte. Dabei schielte sie auch zu dem herüber, was Brian da fabrizierte. Es war ihm deutlich anzusehen, dass er sich noch nicht ganz sicher war, wie er das Ganze am besten angehen sollte. Den Deckel hatte er ja schon ganz gut aufgeschnitten. "Das Innenleben herauszuholen ist immer eine etwas schleimige Angelegenheit. Am besten arbeitest du hier mit einem Löffel und nachdem das Grobe raus ist, nochmal an den Seiten Schicht für Schicht abschaben."

  • [An der Snackbar] Alessa bei Ben



    Ihre Schritte waren langsamer geworden. Ihre Tränen getrocknet. Sie hatte sie mit den Händen beiseite gewischt damit sie nicht völlig verheult aussah. Nicht das dem Blondchen die Meinung irgendwelcher Bauerntölpel hier wichtig war aber dennoch war die Schülerin doch immer um ihr Aussehen bemüht wie man sich vielleicht denken konnte. Von Weitem sah sie schon den Dorfplatz, an dem sich einige Menschen tummelten. Wahrscheinlich gab es dort kostenlose Drinks. Sehr gut. Vielleicht würde noch mehr Alkohol ihre miese Stimmung ein wenig anheben. Normalerweise half das doch ganz gut. Momentan konnte sie wirklich etwas gebrauchen, dass ihre Stimmung ein klein wenig anhob. Das Mädchen strich sich die losen Haarsträhnen ein wenig beiseite und steuerte auf die Snackbar zu, auf der offensichtlich auch Getränke ausgeschenkt wurden. Ihre Mundwinkel hoben sich ein kleines bisschen und schon im nächsten Moment hielt die Schülerin einen Drink in der Hand, dem sie wohl einzig ihren aufreizenden Outfit verdankte, denn es war ziemlich offensichtlich, dass sie zu jung dafür war. Aber bisher hatte Alessa noch nie ein Problem damit gehabt an den richtig starken Alkohol zu kommen. Meistens ließen sich Barkeeper leicht um den Finger wickeln oder aber irgendwelche Kerle, die in der Hoffnung auf ein bisschen mehr Action gerne mal den ein oder anderen Drink spendierten. Mit geschlossenen Augen führte das Mädchen den Strohhalm an ihre Lippen und sie kostete gleich von dem interessant aussehendem Getränk. Sehr gut. Lecker und auch stark. Eine sehr gute Mischung wie die Blondine fand. Gerade wollte sie sich mit dem Drink bewaffnet in die Menschenmenge aufmachen als ihr ein bekanntes Gesicht auffiel - unweit von ihr an der Snackbar. Die roten Augen des Mädchens wurden ein wenig größer als sie besagtes Gesicht auch zuordnen konnte. Ein ehrliches Lächeln umspielte ihre Lippen. "Ben...?" fragte sie schließlich und erinnerte sich zugleich an die Zeit, die sie gemeinsam mit ihm und seiner Zwillingsschwester verbracht hatte. Eine wunderschöne Zeit - eine unvergessliche Zeit. Der Blick des Mädchens wanderte einmal an ihm herab und landete schließlich wieder bei seinen dunkelbraunen Augen, die er hinter einer Brille versteckte. Alessa überwandte den Abstand zwischen ihnen und drückte den Dunkelhaarigen noch bevor er irgendetwas erwidern konnte an sich weil sie sich tatsächlich über das Wiedersehen freute. Wie lange war es her? Es waren Jahre vergangen. Oder? Er hatte sich so verändert. Das Grinsen wollte nicht aus dem Gesicht des Mädchens verschwinden. Das war wirklich die erste gute Sache die auf dieser Feier passierte. Alessa balancierte den Drink in ihrer Hand und war froh, dass sie ihn nicht über den Anderen verschüttet hatte zumal sie da erst gar nicht darauf geachtet hatte als sie ihm so um den Hals gefallen war. Nachdem sich das Blondchen von Ben gelöst hatte lies sie ihren Blick erneut über sein Gesicht wandern und strahlte ihn regelrecht an. "Es ist total schön dich wieder zu sehen!" Erneut nahm sie einen Schluck ihres Getränks. "Was gibt es Neues bei dir?" Erwartungsvoll sah sie den Anderen an. Ihre roten Augen funkelten ein kleines bisschen und gleichzeitig hoffte sie, dass man ihr nicht mehr ansehen konnte, dass sie vor wenigen Minuten geheult hatte. Das was sie jetzt brauchte war Ablenkung und Ben kam da gerade recht...

  • Iveine | mit Cheryl und Julius beim Bastelstand


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    "Ja, eine Prinzessin!", stimmte Ivy dem Mann mit den bunten Haaren und der Schweinsnase fröhlich zu. Ob das Cheryls Onkel oder so war? Wohlmöglich sogar ihr Papa? Ivy legte den Kopf schief und betrachtete Julius genauer. Waren seine Haare doch bloß eine Perücke? Aber sie sahen so echt aus... "Egal", beschloss Ivy dann und wand sich wieder ihrer neuen Freundin zu. "Mhm, ich gehe auch auf die Schule. Und oh- ja! Meine Krone wurde mir geklaut von bösen Kobolden!" Begeistert von der Idee, die Cheryl gehabt hatte, drehte sich Ivy einmal im Kreis, um ihr Kleid flattern zu lassen. Dann machte sie einen Knicks und strahlte das Mädchen vor ihr und den Schweinemann an. Und Ivys Augen strahlten noch mehr, als Cheryl den Bastelwettbewerb vorschlug. Ohne Julius Antwort abzuwarten, griff das Mädchen nach Cheryls Hand und hüpfte dann in Richtung Bastelstand, den sie schon vom Buffet aus wegen des ganzen bunten Papiers hatte erblicken können. Auf dem Weg dahin musterte sie ein paar der Menschen, die sich verkleidet hatten und stellte fest, dass es sie etwas enttäuschte, keine andere Prinzessin zu sehen. Aber dann war sie eben etwas besonderes, oder? Als einzige Prinzessin. Bei den Bastelutensilien angekommen griff Ivy zuerst nach einem Fläschchen mit hellblauen Glitzerstaub, dass sie Cheryl vor die Nase hielt, ohne deren Hand loszulassen. "Oh schau mal!! Das sieht so hübsch aus. Ich will ganz viel Glitzer auf meiner Krone haben!"


    Mia | mit Marlin bei der Kürbisladung


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    Wieso konnte er nicht einfach einmal über seinen Schatten springen? Wenigstens an Halloween, auf einer Party und Mia hatte sich doch extra so in Schale geworfen. Kein normaler Mensch wäre zu einem Mädchen in solch einem Kostüm eklig, kein einziger, außer natürlich Marlin. Mia schniefte noch einmal und wischte sich dann unbeholfen mit dem Handrücken über die Nase. Sie war immer noch schrecklich wütend, aber sein Kommentar darüber, dass sie mit diesem Kostüm sicher jeden anderen Kerl auf diesem Fest aufreißen konnte, hatte sie seltsamerweise wieder runtergebracht. Ja, das konnte sie. Sie war hübsch und niedlich und gleichzeitig sexy! Er hatte es ganz sicher nicht so gemeint, aber das, was Marlin da eben von sich gegeben hatte, fasste Mia eindeutig als Kompliment auf. Die junge Frau griff nach der obersten Lage ihres knappen Kleidchens, hob sie hoch und tupfte sich damit ihre tränenüberströmten Wangen trocken. Dann verringerte sie den Abstanden zwischen sich und Marlin wieder und bevor er reagieren und sie wegschubsen konnte, hatte sie ihre Arme um seinen Bauch geschlungen und ihren Kopf an seine Brust gelegt. "Aber ich will doch nur dich", murmelte sie in sein T-Shirt hinein, bevor sie aufblickte und in seine Augen sah, unter seine Kapuze, die er viel zu tief über sein hübsches Gesicht gezogen hatte. Mias Herz begann schneller zu pochen, nicht nur aufgrund des Anblicks seiner giftgrünen Augen, sondern auch, weil sie Angst vor der nächsten abweisenden Reaktion hatte. Schnell versuchte sie, ihre Hände hinter seinem Rücken zu verschränken, damit er sie nicht so schnell wegstoßen konnte. "Können wir nicht irgendwas machen? Maislabyrinth oder so? Gruselkabinett? Oh, können wir bitte ins Gruselkabinett? Es ist doch Halloween..." Falls sich Marlin dazu entschloss, Nein zu sagen, würde sie ihm einfach hinterherlaufen. Egal, wo er hinging. Schließlich war es für Mia jetzt eh zu spät, sich hier entspannt allein zu amüsieren. Dieser Zug war abgefahren.

  • [Brian] ~ mit Charlene bei den Kürbisschnitzern

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    Ein kehliges Lachen ertönte nach dem Scherz der Brünetten. "Da bekommt 'Sich unter die Leute mischen' ja eine ganz neue Bedeutung." Scherzte der junge Student. Dankend nahm er den Eimer zur Kenntnis, welchen Charlie ihm zeigte. Dort konnte er also das ganze Fruchtfleisch entsorgen, sehr gut. "Das ist doch das Wichtigste." Kommentierte der Student. Außerdem machte Übung doch den Meister und wie übte man denn besser als wenn man Spaß an der Sache hatte? Brian lächelte die Brünette an. "Gut erkannt. Die Uni in Riverport hat einen Ruf, der ihr voraus eilt." Erklärte er. "Mineralstadt, falls dir das was sagt. Ist schon ein ganzes Stückchen entfernt, aber das Studium wars mir wert." Fügte er an. Brian nahm wie angewiesen einen Löffel und begann vorsichtig die Innereien des Kürbis' in den Eimer zu verlagern. Dabei versuchte er eine gute Balance aus der nötigen Kraft, die er brauchte, um das Fruchtfleisch zu lösen, und der Vorsicht, um sein Kostüm nicht zu ruinieren, zu finden. "Das ist ja echte Muskelarbeit hier." Scherzte er. Die Kraft, die er teils aufwenden musste, um den Kürbis auszuhöhlen war schon verwunderlich. Nicht, dass es ihn störte, natürlich.

  • [Charlene] & Brian | bei den Kürbisschnitzern



    Charlie stimmte in Brian's Lachen mit ein. Der Witz kam gut. "Echt, hat sie das?", fragte Charlie verwundert nach. Sie wusste nicht, dass Riverport von irgendetwas überhaupt einen Ruf hatte, aber zugegeben - selbst im nächstgelegenen Dorf von Sternbach, bekam man eben nicht alles von der großen Stadt mit. Vielleicht waren deswegen auch beide große Schwestern dort zur Uni gegangen? Zumindest Yumi hätte sie es zugetraut, dass sie sich auch irgendeine andere, große Stadt zum studieren suchte. Aber es stimmte, dass Riverport eine klassische Studentenstadt war. So genau hatte sich Charlie damit noch nicht beschäftigt. Sie war sich nicht sicher, ob sie nach der Schule studieren wollte oder nicht doch eine Ausbildung irgendwo anfangen. Zukunftspläne. Ein Thema, dass wir besser ganz schnell von uns schoben. Wer beschäftigte sich schon gerne mit sowas? "Ich selbst mach noch mein Abi, aber meine Schwestern gehen dort auch zur Uni. Vielleicht ist also was dran an deiner Behauptung. Und was studierst du dann?", erzählte sie. Mineralstadt. Ja, doch, das kannte sie. Auch wenn sie noch nicht oft dort gewesen war - da lohnte es sich eben doch nicht ganz. Charlie grinste, als sie bemerkte, wie Brian ins Schwitzen kam. "Waaas, da machst du schon schlapp?", zog sie ihn auf, obwohl sie ihn da völlig verstand. Kürbis aushöhlen war anstrengend. Ihn zu schneiden übrigens auch. Aber sie tat beides gern und so gehörte es für sie einfach dazu. "Tja, wir auf dem Dorf wissen immerhin noch, was harte Arbeit ausmacht!", gab sie an, hatte dabei jedoch ein Grinsen im Gesicht. Der Junge konnte das schon wegstecken - und vielleicht entsprechend Kontra geben? - so schätzte ihn Charlie zumindest ein.



    [Marlin] & Mia | Bei der Kürbisladung



    'Aber ich will doch nur dich.' - Ja und genau das ist das Problem. Trotz der vielen Jahre seines Verschwindens, klammerte sie sich noch immer an ihn - an ihn oder eine verzerrte, verschönerte Darstellung von ihm, eine Illusion basierend auf einer gemeinsamen Vergangenheit. Mia verstand nicht und Marlin wusste nicht, wie er ihr das begreiflich machen konnte. Für ihn gab es keine Option, er hinterfragte sich selbst nicht, denn für ihn war Vergangenes einfach abgeschlossen - er lebte ihm Jetzt, hatte nie etwas anderes getan. Mia lebte in der Vergangenheit, versuchte krampfhaft mit jeder Faser ihres Seins, jene zurückzuholen, sie regelrecht zu erzwingen. So kamen sie nie auf einen Nenner. Marlin seufzte. Er hatte ihren Ausdruck gesehen, hatte förmlich in ihrem Gesicht ablesen können, wie sich beruhigte, wie sie irgendeinen Satz von ihm wieder so hindrehte, dass er nett klang. Zuvorkommend. Charmant in ihren Ohren. Hatte er das geschaffen? Marlin hasste Verantwortung - und er würde sich weigern für Mia oder auch nur eine ihrer Reaktionen und Gefühlsschwankungen welche zu übernehmen. Marlin spürte, wie sie sich an ihn klammerte, spürte ihre Arme um seinen Körper, ihren Kopf auf seiner Brust, ihr Brustkorb der sich im Rhythmus ihres Atems hob und senkte. Vertrauensvoll. Verletzlich. Er könnte sie ganz einfach von sich stoßen, ein simpler Akt, eine klare Linie. Ein erneuter Fall, von dem sie sich aufraffen müsste. Ihr klopfendes Herz, es war ihm, als könnte er es hören. Schnell, furchtvoll. Denn genau davor hatte sie Angst, nicht wahr? Umso mehr verstand er nicht, wieso sie sich selbst das antat. Wollte er es wissen? Wollte er es wirklich herausfinden, so lange bei ihr bleiben, sich von ihr überreden lassen, sie zurückweisen, wieder und wieder und wieder, bis er dieses Puzzle gelöst hatte? Oder bis sie zerbrach? Er war doch sonst weder so entschlossen noch so ehrgeizig. Marlin sah sie an. Wollte etwas wissen, wollte eine klare Antwort auf eine wohlformulierte Frage, doch er sah sie an und wusste, es wäre vergebene Müh'. So wie Mia jetzt war, so wie sie meistens war, es wäre Zeitverschwendung. Delusional. Wie übersetzte man das? Sich die Dinge so zurechtbiegen, bis sie einen eigenen, entfremdeten Sinn ergaben? Bis die eigene Welt wieder passte? Er wusste nicht, wie er dies - sie - handhaben sollte. Bisher hatte nichts funktioniert. Allein diesen Abend hatte er sich schon mehr als einmal über sie lustig gemacht und beleidigt und sie bat ihn um ein Date. Aber so war es schon immer gewesen, oder? Nein. Nein, das stimmte nicht. Vorher hatte auch sie ihn zum Teufel gejagt, beschimpft und ihn verflucht. Bis er schließlich gegangen war - ohne Wiederkehr. Und er fragte sich tatsächlich, warum sie sich so besessen verhielt? Manchmal war er wirklich ein Narr. Marlin knirschte kurz mit den Zähnen, ehe er sie von sich schob. Aber er ging nicht. Das hätte sowieso nichts gebracht. Stattdessen lehnte er sich wieder an den Ladenwagen hinter ihm, die Arme vor der Brust verschränkt. "Du hast gesagt eine Nacht." Rückblickend musste er zugeben, dem zuzustimmen, da hatte er sich sein eigenes Grab geschaufelt. Leider musste er auch zugeben, dass es Spaß gemacht hatte. Also, er gab es nicht zu, aber eine kleine, hämische Stimme wies mit der Sanftheit eines Eisenhammers darauf hin. Bullshit. "Warum bezirzt du mich also jetzt noch?", beendete er seinen Satz und fixierte dabei seinen Blick auf die zierliche Frauengestalt. Im Grunde war es sinnlos. Sie hörte ihm nicht zu - und er hörte ihr nicht zu. Hatte sie ihm die Antwort nicht längst gegeben? Weil sie wohl einfach gar nicht anders konnte? Weil sie verrückt nach ihm war? Verrückt im wahrsten Sinne des Wortes. Außerdem, Gruselkabinett? Das Gruseligste was er dort vorfinden würde wäre Mia's Psychose und davon hatte er schon genug.

  • Mia | mit Marlin bei der Kürbisladung


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    Zwar stieß er sie nicht grob von sich, drückte sie aber natürlich wieder weg. Was anderes hatte Mia auch nicht erwartet. Aber Marlin machte nicht direkt kehrt und verschwand im Getümmel, sondern lehnte sich erneut an den Traktor hinter sich und sah sie an. Mit seinen wunderschönen smaragdgrünen Augen, in die Mia ewig hätte schauen können. Sie hatten so etwas Magisches an sich, dem sie nicht entkommen konnte und... es auch nicht wollte. Sie wollte sie ansehen, ihn ansehen, am liebsten ständig. Und für immer. "Eine Nacht reicht mir nicht", meinte sie schließlich, verringerte den Abstand zwischen ihnen wieder und brach dabei keine Sekunde den Blickkontakt ab. "Dir etwa?" Ein 'Ja' seinerseits wäre gelogen. Das konnte er ihr nicht erzählen, nachdem was er in der letzten Nacht mit ihr angestellt hatte. Apropos... "Siehst du das...?" Mia drehte ihren rechten Arm um, so, dass man ihr Handgelenk sehen konnte und ließ ihre Stimme absichtlich kindlich und schmollend klingen. Sie schob ihre Unterlippe etwas vor und hob ihren Arm noch ein Stück höher. Der lila-grüne Fleck darauf war so auffällig, dass man hätte meinen können, Mia hätte sich vorhin ein bisschen zu sehr am Bastelstand ausgetobt. "Die sind überall." Und das war nicht gelogen. Ihr Gesichtsausdruck wechselte zu einem leicht provozierenden Lächeln, als sie ihm auch noch ihren linken Arm unter die Nase hielt. Dann nahm sie beide Arme wieder runter, ganz schnell, als ob nie etwas gewesen wäre. "Fühlst du das, was ich fühle, wenn du siehst, was du getan hast?" Während ihrem kleinen Auftritt war sie Marlin wieder relativ nahe gekommen, aber nicht zu nahe. Nur so nahe, dass niemand hörte, was sie gleich von sich geben würde, während sie aufgeregt und vielleicht ein wenig psychotisch grinste. Tatsächlich musste Mia sich zusammenreißen, nicht loszukichern. Sie hatte diese Gefühl von Abenteuer vermisst. Das Gefühl, das dafür verantwortlich war, dass sie sich damals in ihn verliebt hatte. Dieses Gefährliche, das sicher nicht gesund war, aber das sich so schrecklich lebendig anfühlte. "Ich will mehr davon", flüsterte sie schließlich. "Tu mir weh. Mach mich kaputt... Ich kann sowieso nicht ohne dich leben, also tu uns beiden einen Gefallen und lass mich spüren, wie sehr du mich nicht bei dir haben willst. So lange, bis ich nicht mehr kann." Sie sah ihm immer noch in die Augen und natürlich war auch das Grinsen auf ihren Lippen nicht verschwunden. "Ich will alles von dir, ich will jede deiner Emotionen mit dir fühlen. Ich will nur dich."

  • [Julius] & Cheryl und Ivy
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    Julius war hin und weg. "Eine Prinzessin!" Wie entzückend! Ivy war bezaubernd! Zum Anbeißen! Er hob sein Glas, als wolle er ihnen zuprosten, was natürlich Schwachsinn war, weil keine der beiden ein Getränk in der Hand hatte ... Äh, Herr Julius Smithereens, DAS war sicherlich nicht der einzige Grund, ermahnte er sich selbst. Nein, natürlich nicht! Ivy und Cherly, ihnen fehlten noch einige Jahre zur Volljährigkeit. Wie schade! Er fixierte den Strohhalm mit seinen Zähnen, während er den beiden gebahnt zuhörte. Sie gingen allen Anscheins auf dieselbe Schule. Wie süß! Offenbar wurde er heute Nacht, zum Halloweenfestival, Zeuge einer neuen Freundschaft? Gespannt kaute er auf dem Strohhalm herum, eine schlechte Angewohnheit, die ihm letztendlich das Trinken erschwerte. Er schlürfte seinen Zombie laut, während er Cheryl bewunderte. Für ihr Alter war sie sehr clever und selbstbewusst. Sie war so clever, dass sie nicht lange brauchte, um zu bemerken, dass Ivy zu ihrem perfekten Kostüm eine perfekte Krone fehlte. "Fantastische Idee, Cheryl", flötete er, "und ich, als bestbezahltes Model und selbsternannten Hobbykünstler werde dir, Ivy, die beste Krone überhaupt basteln!", rief er in aller Bescheidenheit. Er setzte sich und nahm sich direkt den pinken Glitzer, auch wenn sich Ivy sofort den blauen nahm, ließ er sich nicht davon beirren. Sie war noch so jung und unschludig und nun ja, was sollte er sagen, jeder machte in diesem Alter Fehler? Hallo! Das einzig Wahre war und wird es immer sein: rosaner Glitzer. Ja! Glitzer, Glitzer überall! Über die pinken Federn! Über die pinken Edelsteine! Letzendlich war die Krone genauso groß wie Ivy selbst. Wie sie sie tragen sollte? Keine Ahnung? Wenn sie sie nicht tragen wollte, würde sie Julius selber tragen, ha! Er sagte trotzdem: "Hier, Ivy! Meine Liebe, sie ist fertig, probier sie mal aus! Sie ist eh das Beste, was dir je unter die Augen kommt ..." Er machte einen verachteten Blick zu Cheryls ... nein, die kam nun wirklich nicht an sein "Prachtstückt" heran ... nun wirklich nicht! Er rückte seine Schweinenase zurecht, siegessicher.



  • [Marlin] & Mia | Bei der Kürbisladung



    Er hätte es wissen müssen. Genau genommen hatte er es gewusst. Er hatte gewusst, dass Mia sich niemals so einfach zufrieden geben würde, ganz egal wie viel er ihr gab. Dennoch hatte er sich auf sie eingelassen. Weil sie genervt hatte, nicht locker gelassen - und er danach direkt wieder verschwinden hatte wollen. Auf nimmer Wiedersehen die Zweite. Vielleicht musste Marlin sich der Frage stellen, ob er nicht zu schnell nachgegeben hatte, ob es nicht ein Zeichen seiner Willensschwäche gewesen war. Aber das würde niemals geschehen. Sich ernsthaft mit sich selbst auseinandersetzen? Ha! Wann hatte er das jemals gemacht? Er würde sich da nichts eingestehen - weil es nichts einzugestehen gab. Daher machte ihn Mia's Reaktion nur umso wütender. Weil sie genau in dieser Wunde stocherte. Tat sie das mit Absicht? Konnte er ihr so etwas zutrauen, so armselig, wie sie mittlerweile geworden war? Oder war es nicht doch nur das naive Trotzverhalten eines Kindes?

    Mia kam an ihn heran. Nicht nur physisch, aber auch hier nah genug. Hielt ihm ihre blauen Flecken unter die Nase, präsentierte sich wie ein Geschenk, das jetzt auspackte. Fand auch noch Gefallen daran. Der Zorn breitete sich in ihm aus und doch waren seine Augen das Einzige, die eine Regung erkennen ließen. Wenn man ganz genau hinsah. Das sie es wagte, ihn so zu provozieren. Das sie es schaffte, ihn so wütend zu machen - dazu überhaupt in der Lage zu sein. Dies war sein Vergehen. Und sich über seinen eigenen Fehler bewusst zu werden, linderte seine Rage in keinster Weise. Im Gegenteil. War er Fehlern nicht erhaben? Oh, er war ein fehlerhafter Mann, an dem gab es auch nichts auszusetzen. Aber das? Das hatte nie in seiner Intention gelegen. Wie konnte Mia sich anmaßen Freude im Schmerz zu finden? Er sah die Blutergüsse auf ihrer Haut, jene, die er dort nie finden wollte, jene, die er zu verantworten hatte. Spielte es eine Rolle, dass sie es gewollt hatte, regelrecht darum gebettelt? Er kannte diese Farben. Er hatte sie oft genug selbst gesehen. An 'ihr'. An sich. Und er hasste Mia dafür, dass sie jene nun mit Stolz präsentierte. Als hätte er ihr ein Geschenk gemacht. Wie konnte sie das auch nur ansatzweise annehmen? Das waren keine Liebkosungen - es waren gewaltvolle Küsse und sie begann sie zu wertschätzen, ganz gleich, mit welcher Härte sie erbracht wurden. Er wollte das nicht sehen. Er wollte sie nicht sehen. Nicht mit seinen Spuren auf ihrer Haut. Ja, so war es kein Wunder, dass sie ihn zornig machte. Und doch war es damit nicht getan - sie verlangte nach mehr. Da lag etwas in ihrem Blick, dass er nicht ganz zuordnen konnte. Das war neu. Mia war ein offenes Buch, sicher und es war amüsant zu sehen, wie facettenreich sich ihre Emotionen in ihrer Mimik und Gestik widerspiegelten. Die Palette war groß. Und doch, doch, war es neu - dieses Lächeln, nicht unsicher, nicht provokant, nicht ehrlich. Krankhaft. 

    'Tu mir weh' Wer sehnte sich nach Gewalt? Warum? Ah, es machte ihn wütend. Zu hören, wie leichtfertig sich jemand das wünschte, vor dem er Zeit seines Lebens auf der Flucht war. Aber es war nicht dasselbe oder? Wenn Wunsch, Freiwilligkeit und Einverständnis gegeben waren? Wie konnte es das sein? Mia bot seiner Wut auf sie ein solch bereitwilliges Ventil. Wäre ihm da wirklich Schuld zuzuweisen?

    Marlin atmete langsam aus. Er hatte nicht bemerkt, wie scharf er die Luft eingesogen hatte - es war, als hätte er auch den Atem angehalten. Bei den Worten, die sie ihn sein Ohr flüsterte kein Wunder. Andere Frauen säuselten von Schmeicheleien, von Reizen - Mia gab sich dem Wahn hin.

    Er durfte ihr auf keinen Fall dorthin folgen.

    "So?", setzte er schließlich an, leise, kaum hörbar. Marlin hatte den Blick die Zeit über nicht einmal abgewandt - wenn er sie auch nicht stets gesehen hatte. Nicht wirklich, jedenfalls. Er stieß sich wieder vom Hänger hinter ihm ab, umfasste Mia's Taille in einer fließenden Bewegung, drehte sie - sie tauschten Platz. Mit der anderen Hand hatte er ihre Handgelenke umfasst und hielt sie über ihrem Kopf fest. Das müsste ihr noch von gestriger Nacht bekannt sein, nicht wahr? "Du willst also, dass ich dir weh tue?", raunte er, die Worte nur für sie bestimmt. "Dass ich Dinge mit dir anstelle, so lange, bis du dich selbst vergisst?" Die freie Hand wanderte an ihrer Seite herab, weiter nach unten. Ihr Kleid war wirklich kurz. Marlin suchte ihren Blick. Er wollte wissen ob der groteske Ausdruck nach wie vor an ihr haftete, oder ob er sich gewandelt hatte - sei es in Hingabe, Angst oder Sehnsucht war ihm einerlei. Er wollte es sehen. "Dass ich dich so häufig und hart vögle, bis du nicht mehr kannst?" Sein Gesicht war unglaublich nah an ihrem. Er spürte ihren Atem. Marlin hielt in der Bewegung inne. Die Hand an der Innenseite ihres Oberschenkels ruhte an der Stelle wo sie war.

    "Dann such dir einen anderen Mann."

    Mit dieser Abfuhr ließ er abrupt von ihr los, machte einen großzügigen Schritt nach hinten und warf ihr einen kühlen: 'Was hast du denn bitte erwartet?' Blick zu. Dann drehte er sich um und ging. Von diesem beschissenen Fest hatte er genug, also spazierte er lässig, als wäre nie etwas gewesen in eine kleine Seitenstraße. Dabei machte er sich nicht einmal die Mühe besonders schnell zu sein. Wenn sie wollte, könnte sie ihn auch so ohne Weiteres einholen - war ihr bisher ja nie besonders schwer gefallen. Ob sie ihm aber nun folgen würde? Dann könnte er sich vermutlich nicht mehr zurückhalten. Diese Frau machte ihn einfach wahnsinnig.