Der Dorfplatz

  • Iveine | kommt an und begibt sich an die Snackbar <3


    Iveine Moon 1.pngIvy war eine ganze Weile einfach herumgelaufen und wurde mit jedem Schritt müder und müder. Wieso war in der Stadt denn nur so wenig los? Waren etwa alle anderen in den Urlaub gefahren? Oder... Vielleicht waren alle wo anders hingezogen! "Panda auch?!" Irgendwann, als Ivy kleine Beinchen sie nicht mehr tragen konnten und sie schon dabei war, ihre Strickjacke auszuziehen, um eine Decke zum Draufsetzen zu haben, hielt ein Bus vor der jungen Dame. Schulterzuckend und frustriert darüber, so lange gelaufen zu sein und keine Menschenseele getroffen zu haben, stieg sie einfach ein und kugelte sich müde auf der Rückbank zusammen. Tatsächlich musste sie dann eingeschlafen sein, denn als sie wieder wach wurde, war sie an einem völlig anderen Ort und wusste nicht, wie sie dort hingekommen war. Ein Blick aus dem Fenster verriet Ivy, dass hier allerdings eine ganze Menge mehr Leute waren als Zuhause und schon war sie wieder munter. Sie schnappte sich ihre Tasche und bewunderte schon beim Aussteigen die tolle Demo, die überall angebracht war. "Ein Fest...?" So war es wohl! Und.. was war das? Roch Ivy da etwa Essen? Süßigkeiten? Schnurstracks begab sie sich in die Richtung, aus der sie den Duft vernahm und stieß tatsächlich auf ganz, ganz, gaaaanz viel Essen. Ohne wirklich darüber nachzudenken, ob sie das auch wirklich durfte, griff sie nach einem der Cupcakes und biss genüsslich davon ab. "Iff daff lecker! <3 "

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    Hina & Chase | im Gruselkabinett


    Ihre etwas dunkler geschminkten Augenbrauen hoben sich ein bisschen. Ganz kurz wirkte das junge Mädchen überrascht und verwirrt. Sie erinnerte sich zurück an jenen Abend. In jenem staubigen Keller. Die Dekoration, wenn man das dort so nennen konnte, ähnelte der am heutigen Tag ja wirklich sehr. Überall waren Spinnweben, Staub und sonstige Krabbeltiere. Nur war sie am heutigen Tage wirklich nur Dekoration und nicht die schaurige Wahrheit. War ihr Name dort überhaupt gefallen? Hatten sie über solche unwichtigen Details gesprochen? Natürlich war der Name einer Person jetzt nicht unbedeutend aber bei dem, was die beiden da unten getrieben hatten, war es nun wirklich nicht wichtig gewesen. Jedoch fiel ihr wieder ein, dass Chase sich am folgenden Tag ja mit Alma unterhalten hatte. Das kleine Vögelchen. Ein Lächeln umspielte ihre Lippen, das sowohl ihren Erinnerungen, ihrer Freundin und dem heißen Kerl vor ihr galt. „Ich verkleide mich generell gerne.“, antwortete die junge Schülerin und schenkte Chase einen ganz besonderen Blick. Der viel mehr als zweideutig war. Aber sicher verstand der ebenso junge Kerl ganz genau, worauf sie hinaus wollte. Was sie damit sagen wollte. Schließlich konnte man sich auch noch ganz woanders verkleiden. Und wir sprachen jetzt nicht von Karneval. „Vielleicht.. ja, vielleicht wollte ich das sogar.“ Wahrscheinlich wollte sie eher Alessa damit beeindrucken. Auch wenn sie wusste, dass sie das gar nicht musste. Aber Hina dachte kurz an diesen Blick, das Funkeln in den roten Augen des Mädchens, als sie sich gegenseitig ihre Halloweenkostüme vorgeführt hatten und bei dem Gedanken daran, klopfte ihr Herz ganz schnell. Sie schien kurz abgelenkt, spielte mit einer ihrer langen Haarsträhnen, die über ihre Schulter nach vorne gerutscht war und bemerkte dann, dass Chase sich in Bewegung setzte. Der Schüler wollte also wirklich da hinein gehen. Nicht, dass Hina in irgendeiner Art und Weise Angst hatte aber sie bezweifelte stark, dass es wirklich aufregend werden würde. Aber man sollte ja nicht voreilig alles verurteilen und schließlich brauchte der Typ bestimmt eine starke Schulter zum Anlehnen. Auf ihren Lippen zeichnete sich ein Grinsen ab. Das Mädchen machte einen kleinen Knicks nachdem der Andere schon so süß übertrieb und folgte ihm, betrat gemeinsam mit ihm das aufwendig dekorierte Gruselkabinett. An hässlicher Dekoration wurde auf jeden Fall nicht gespart und man merkte doch an so manchen Stellen, dass sich zumindest sehr viel Mühe gegeben wurde. Hina war direkt neben ihm, ihre Schulter streifte ihn immer wieder und es war nicht so, dass sie irgendeine Art von Angst verspürte, vielleicht ein bisschen Aufregung, aber von Chase ging einfach eine so schöne Wärme aus und über den Punkt, an dem sie überlegen mussten ob körperliche Nähe okay war, waren sie eh schon lange hinaus. Nachdem irgendwas, wahrscheinlich eine Fledermaus aus Plastik oder sowas, über ihren Köpfen hinweg geflogen war, drehte Hina ihren Kopf etwas zur Seite. Schaute auf den Größeren und grinste. „Meinst du er vermisst uns?“ Ihr leises Kichern mischte sich unter die schaurige Musik, die aus wohl eher billigen Lautsprechern abgespielt wurde. „Wer könnte es ihm schon verübeln?“ Die Schritte der Schülerin wurden etwas langsamer. Als würde sie sich alles genau anschauen wollten, doch eigentlich interessierte sie das so gar nicht. Vielleicht erschrak sie doch kurz als eine Plastikratte vor ihren Füßen vorbei gezogen wurde, aber das war nicht weiter schlimm. „Irgendwie erinnert mich dieser Ort an den Keller..“, sagte sie, näherte sich dem Schönling und legte ihre Hände auf seine Schultern. Die Oberstufenschülerin stellte sich auf ihre Zehenspitzen, ein bisschen zumindest, da sie dank ihrer High Heels eh schon recht groß war, und flüsterte ihm ins Ohr. „Oder, Chase?“ Hina wartete einen Augenblick ließ ihre Hände an seinen Oberarmen hinab wandern, die übrigens auch in diesem großen Hoodie recht trainiert wirkten, und umrundete ihn. Stellte sich vor den Blonden.. Ihre Finger spielten kurz mit dem Reißverschluss seines Oberteils und öffneten ihn ein bisschen ehe sie ihren Kopf wieder anhob, damit sie in dieses hübsche Gesicht sehen konnte. So gut es in diesem schwachen Licht eben möglich war. „Fehlt nur noch der Wein.“ Hina strich sich eine Strähne hinter ihr Ohr, biss sich auf die Unterlippe und drehte sich wieder von ihm weg. Eigentlich sollte ihre Aufmerksamkeit ja diesem tollen Gruselkabinett gelten, wo sich die Veranstalter schon so große Mühe gegeben hatten. Aber es war schon verdammt schwer.

  • [Julius] & Cherly
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    "Hm, die größten Bühnen der Welt natürlich!", sinnierte er, "dort wo man die meisten Leute erreichte, das Cover der Vogue, zum Beispiel." Der Kleinen war das vermutlich kein Begriff, aber Julius befand sich momentan an einem 'besseren' Ort zu einer 'besseren' Zeit. Hach, wo man stundenlang in der Maske verbrachte, um dann Stunden später das 'perfekte' Foto zu machen, (welches stundenspäter im 'perfekten' Bearbeitungsprogramm zum perfekten Foto gemacht wurde). Allerdings konnte der Rosahaarige nicht lange genug in Nostalgie schwelgen. Diese kleine Hexe war einfach zu süß! "Oh, okay", sagte er, "wenn dein Bruder das erlaubt, scheint das wohl in Ordnung zu gehen," Auch wenn er nicht wusste, wie alt überhaupt der besagte Bruder war, oder ob dieser Bruder überhaupt existierte? Also nahm sich Julius in diesem Moment vor, die Kleine, welche ebend in dem Muffin, mit der dicken Spinne - vermutlich aus Marzipan - reinbeißte, im Auge zu behalten. "Nein danke", erwiderte er, "ich bin auf Diät, aber lass es dir schmecken, my Darling!" Er beobachtete, wie die Süße herzhaft in den Muffin biss. Hach, diese Unschuld! "Ich heiße übrigens Julius. Und du bist ...?" Bibi Blocksberg? Oder so?


  • [Charlene] kommt von zu Hause aus an | bei den Kürbisschnitzern



    Als Charlie sich dem Dorfplatz näherte, wurde sie allmählich langsamer. Sie staunte nicht schlecht darüber, wie ihr Dorf seinen Dreh- und Angelpunkt in ein derart gruseliges Ambiente getaucht hatte! Keine schlechte Arbeit von ihren Nachbarn, da konnte man wirklich nicht meckern. Es tummelten sich auch schon einige Leute hier und tatsächlich erblickte sie ihren Zwillingsbruder Ben, der sich ebenfalls in Schale geworfen hatte. So viel Motivation zum Verkleiden hätte sie ihm gar nicht zugetraut! War das etwa noch sein Vampirkostüm von vor drei Jahren?! Der passte da noch rein? Konnte eigentlich auch nicht sein... aber war letzten Endes auch egal. "Nicht schlecht kleiner Bruder, nicht schlecht.", murmelte sie zu sich selbst, hatte dabei jedoch ein Lächeln auf den Lippen. Sie war nunmal stolz auf ihren kleinen Bruder, jederzeit und immerzu! Moment mal, wenn er ein Vampir war und sie eine Werwölfin - machte das sie nicht zu natürlichen Feinden?! Na, da halte ich mich mal besser fern von dir - ausnahmsweise! Zudem er gerade tatsächlich in einer regen Konversation vertieft schien und die wollte sie ihm nun nicht kaputt machen. Noch nicht, zumindest! Also schnappte sie sich von der Snackbar lediglich einen der falschen Finger zum lutschen und schlenderte dann weiter über den Platz, um sich genauer umzusehen. Sie blieb schließlich bei der Armada von Kürbissen stehen, die sie mal witzig, mal mit fürchterlichen Gesicht anstarrten. Kurz nahm sie den falschen Finger am Stil aus dem Mund. "Hey Emma!", größte sie die Dame vom Dorfladen, die gerade dabei war, einen Kürbis auszuhöhlen. "Kann ich mitmachen?" Emma lächelte sie freundlich an. "Na klar! Henry hat gerade nochmal eine Traktorladung voller Kürbisse vorbeibringen lassen. Schnapp dir einfach einen und komm her." Charlie nickte, ehe sie zu dem Kipper rannte. Kurzerhand stellte sie sich auf den Reifen, um von oben auf die Ladung zugreifen zu können und sich einen der Kürbisse zu schnappen. Dabei sah sie einen Mann, der sich an dem Anhänger angelehnt hatte. "Cooles Kostüm.", sagte sie in seine Richtung, weil er wirklich finster aussah, so mit seiner Axt bewaffnet. Im nächsten Moment war sie jedoch schon wieder zu Emma zurückgelaufen und warf 2 € in die Kaffetasse ein. Dann setzte sie sich zu der Nachbarin, schnappte sich ein Messer und überlegte, welches Gesicht sie dem Gemüse verpassen wollte.

  • Benjamin bei Chris an der Snackbar

    Halloweensnacks und Knoblauch schienen Ben selbst als Normalsterblicher keine besonders gute Kombination zu sein. Würde es überhaupt jemandem schmecken? Er mochte nicht wirklich daran glauben, aber eigentlich gab es ja nichts, was nicht irgendjemandem auf dieser Welt doch irgendwie schmeckte. “In diesem Fall würde ich wohl trotzdem Abstand von den Sacks nehmen, Vampir hin oder her.” Ben lächelte etwas verschmitzt. “Wie gut, dass Knoblauch eh so einen starken Geruch hat.” In diesem Fall zumindest. War wohl auch eher selten, dass Leute so etwas sagten. Normalerweise fluchten man ja über den doch sehr penetranten Geruch der Knolle.

    Ben staunte nicht schlecht, als Chris ihm offenbarte für welchen Studiengang er sich entschieden hatte. Ein wenig sprachlos sah er sein Gegenüber an. “Pharmazie? Das hätte ich jetzt nicht gedacht.” Gleich nachdem er das ausgesprochen hatte, fiel ihm jedoch auf, dass seine Worte recht ungeschickt waren. “Oh, ähm, also ich denke das ist doch recht ungewöhnlich … oder nicht?” Nicht, dass der Ältere am Ende dachte, dass er ihn in irgendeine Schublade gesteckt hatte. Für schnelle Vorurteile war der Teenager absolut nicht der Typ, auch wenn er sich dem nicht immer entziehen konnte. Egal welche Einstellung man hatte; irgendwie konnte man nicht vermeiden, dass das Hirn einem ein Bild mit gewissen Erwartungen aus dem ersten Eindruck zusammen sponn. Vorsichtig fragte er also nach, ob es einen bestimmten Grund für seine Wahl gab. Natürlich gab es immer das standardmäßige ‘es interessiert mich eben’. Aber Ben hoffte einfach mal, dass Chris mehr als nur das antworten würde. “Meine älteren Schwestern heißen Yumi und Sakura.” Wenn ihn nicht alles täuschte studierten die beiden auch etwas in einer ähnlichen Richtung. Kurz öffnete er den Mund, um Chris mitzuteilen wofür die beiden sich entschieden hatten, schloss ihn jedoch wieder, als er bemerkte, dass ihm nicht einfallen wollte, wie genau die Bezeichnung der Studiengänge seiner Schwester waren. Sogleich machte sich ein überaus schlechtes Gewissen in ihm breit. Es konnte doch nicht wahr sein, dass es ihm nicht einfallen wollte! Er hatte wohl einfach zu wenig Kontakt zu ihnen. Ein Grund mehr sich wenigstens endlich mal wieder mit Yumi zu treffen.

    Chris holte ihn mal wieder aus seiner Gedankenblase. War seine Familie normal? Was war für den untoten Arzt ‘normal’? Ben legte den Kopf etwas schief und dachte nach. “Wir Geschwister sind alle sehr unterschiedlich, würde ich sagen. Ich bin nicht sicher, ob wir so normal sind.” kurz lächelte er etwas wehmütig seine Schuhspitzen an, als er an seine Eltern dachte, die irgendwo auf einem Kreuzfahrtschiff durch die Weltmeere kreuzten. “Meine Zwillingsschwester und ich wohnen schon eine ganze Weile bei unseren Großeltern. Unsere Eltern haben wir schon ewig nicht gesehen.” Sein Blick hob sich und eine Entschuldigung drängte sich in sein Lächeln. “Sorry, das interessiert dich bestimmt gar nicht.” Unbehagen breitete sich in seiner Magengegend aus und er suchte schnell nach einer Gegenfrage, die er stellen konnte. “Deine Familie ist also nicht so …. normal?” Keine besonders einfallsreiche Frage und vielleicht wollte Chris auch gar nicht darüber sprechen, aber nun war es eben ausgesprochen. Der Teller vor seiner Nase war inzwischen geleert und er stellte ihn beiseite und genehmigte sich ein Glas mit der sonderbar aussehenden Bowle - die ohne Alkohol versteht sich. Er musterte die seltsame Farbe etwas skeptisch. Hier sah wirklich nichts lecker aus, aber so musste es wohl an Halloween.

  • [An der Snackbar] Ben & Chris



    Gespielt misstrauisch hob Chris eine Augenbraue und schien nun doch daran zu zweifeln ob sich unter dem Kostüm vielleicht doch ein echter Vampir befand. Selbstverständlich war das sehr unwahrscheinlich und eigentlich glaubte der Student auch gar nicht an derartige übernatürliche Wesen auch wenn er jüngst andere Erfahrungen gemacht hatte - auf eher unschöne Art. Gleichzeitig versuchte er es sich aber dennoch zu erklären - versuchte sich die Geschichte so zusammen zu bauen, dass sie Sinn ergab aber das tat sie nicht. Egal wie er alles drehte und wendete - es blieb ein einziges Rätsel aber Chris war jemand der immer eine Erklärung brauchte - vorher konnte er damit nicht abschließen - wenn er das jemals konnte. "Hmm..." kam es dem Studenten dann schließlich über die Lippen und er stopfte sich wieder ein Häppchen in den Mund, welches in seinem Mund aufploppte. Die Konsistenz war wohl an dem Ding das Ekelhafte weshalb der Dunkelhaarige etwas das Gesicht verzog. Der Geschmack war jedoch eigentlich ganz in Ordnung wenn man über den Rest hinwegsehen konnte. Dennoch entschied Chris, dass er dieses Ding nicht noch einmal versuchen würde. "Dann wird es wohl doch der gute alte Holzpfahl." Ein Grinsen huschte über seine Lippen. Bald schon war er jedoch mit seinem Vampirwissen am Ende, weshalb er das Thema schließlich fallen lies. Der Brillenträger hatte sowieso das Gespräch in eine völlig andere Richtung gelenkt. Das Studium. Für alle die noch nicht dort waren bestimmt äußerst faszinierend und das war es zu Anfangs ganz bestimmt gewesen aber mittlerweile war es einfach ständiger Bestandteil seines Lebens. Gewiss war Pharmazie nicht unbedingt jedermanns Sache und ab und an hatte Chris schon überlegt alles hinzuschmeißen weil es ihn an seine Grenzen trieb aber der Ausblick darauf irgendwann etwas bewirken zu können trieb ihn an. "Ja..." kommentierte er die Aussage des Jüngeren nur knapp und suchte erst nach passenderen Worten als er einen Schluck von seinem Drink genommen hatte. "... ich möchte mich auf die Krebsforschung konzentrieren danach." Er führte das Thema nicht mehr aus. Der genaue Grund warum er damals diesen Weg gewählt hatte. Es spielte auch keine Rolle mehr. Es würde sie nicht zurückbringen. Aber vielleicht würde er irgendwann Erfolg haben und so Menschen helfen können. Schließlich erzählte Ben von seinen älteren Schwestern und die Augen des Studenten wurden ein kleines bisschen größer. "Oh wow was. Sakura und Yumi sind deine Schwestern?" Unweigerlich versuchte er die Ähnlichkeit zu sehen aber sein Versuch blieb ohne Erfolg. Das hätte er in hundert Jahren nicht vermutet auch wenn er die beiden Mädchen auch schon ewig nicht mehr gesehen hatte. Ein Lachen drang aus der Kehle des Studenten. "Darauf wäre ich nie gekommen." gestand er sich schließlich ein und versuchte sich daran zu erinnern wann er den Beiden das letzte Mal über den Weg gelaufen war. Vielleicht bei einer Party? Sie hatten kaum mehr etwas miteinander zu tun. Früher als sie noch in Destiny Valley gelebt hatten war man sich öfters über den Weg gelaufen. Es war Ben, der ihn letztendlich aus seinen Gedanken riss. Das Alles war wirklich schon eine Ewigkeit her. Chris lauschte seinen Worten, hob überrascht die Augenbrauen als er von seiner Familiensituation berichtete. "Das tut mir Leid..." kam es knapp aber tatsächlich ehrlich gemeint über die Lippen des Studenten und er sah in die dunklen Augen seines Gegenübers bevor er sich wieder seinem Getränk widmete. "Das ist wahrscheinlich die heutige Version von einer 'normalen' Familie..." Wenn er genauer darüber nachdachte kannte er mehr Leute mit einer ziemlich kaputten Familie als solche bei denen es echt gut lief aber das lag wohl auch immer im Auge des Betrachters. "Wir waren früher auch oft nur für uns oder waren bei unseren Großeltern..." Eine zerrüttete Familie - was sonst. Mittlerweile war es Chris eigentlich egal aber früher hatte er sich oft nach einem vertrauten Beisammensein gesehnt aber nun hatte er mehr oder weniger seinen Frieden damit geschlossen.

  • Cheryl mit Julius bei der Snackbar | Cheryl bemerkt Iveine

    Nachdenklich und ein wenig verwirrt, legte Cheryl den Kopf schräg: ”Vogue? Was ist das? Eine besondere Bühne?” Offenbar kannte sie sich einfach zu wenig aus mit so etwas. Oder war etwas, dass man schon wissen sollte, so als fast erwachsenes Mädchen? Zumindest hoffte, Cheryl, dass der bunte Kautz ihr diesmal eine Antwort geben würde, die sie auch verstand. Gespräche waren langweilig, wenn sie nicht verstehen konnte, worum es überhaupt ging. Erst Recht, wenn sie an dem Gespräch direkt beteiligt war.

    Triumphierend nickend unterstrich sie den Kommentar ihres Gegenübers bezüglich ihres Bruders. Ein wenig Trotz lag ebenfalls darin. “Er ist der beste Bruder überhaupt und passt immer gut auf mich auf!” Sie würde sich doch nicht einfach ohne das Einverständnis ihres Bruders hier herumtreiben. Ja, gut, manchmal verließ sie auch ungefragt das Haus und stromerte auf den Feldern umher, wenn sie sauer war auf Ash, aber einfach so im Dunkeln umherlaufen würde sie nicht.

    Mit vollem Mund nuschelte sie ihren Vornamen, bemerkte aber den Blick Julius’, der offenbar nichts verstanden hatte. Also beeile sie sich den Bissen herunterzuschlucken. “Ich heiße Cheryl”, wiederholte sie diesmal klar und deutlich. Ihr war nicht ganz klar, wie man auf so einen leckeren Muffin einfach so verzichten wollte. “Auf Diät? Aber du du bist doch gar nicht dick!” Dabei musterte sie ihn von oben bis unten und bemerkte in diesem Augenblick ein kleines Mädchen mit blonden Haaren hinter Julius. Sie hatte sich ebenfalls einen der dunklen Küchlein genehmigt und kaute genüsslich. Sie schien etwa in ihrem alter zu sein und Cheryl erkannte nach einigen Minuten, weshalb sie ihr so bekannt vorkam. Sie hatte das Mädchen schon häufiger mal in der Schule gesehen und auch auf dem Schulausflug vor einiger Zeit, den die Bauerstochter aber aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig abgebrochen hatte. Ihren Namen wusste sie nicht, aber das war ja mehr als einfach herauszufinden. Jedoch machte sie eine andere Tatsache stutzig. “Hey du, du trägst ja gar kein Kostüm?”, rief sie ihr unverblümt zu. Hatte sie es vergessen? Konnte man so etwas vergessen? Verkleiden machte doch so viel Spaß!

  • Mia | in der Menge bei Marlin


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    Mia hatte, entgegen ihrer Erwartungen ihren Hunger wiedergefunden und war gerade dabei, sich das vierte Mumienwürstchen in den Mund zu schieben. Vielleicht tat auch der Alkohol sein Übriges, denn auf ihren zuvor noch leeren Magen hatte er eine ziemlich starke Wirkung und vertrieb somit das Gefühl von tödlicher Leere und Einsamkeit in Mias Körper. Überhaupt wurden die Gedanken an letzte Nacht (und damit auch an Marlin) immer verschwommener und nach jedem Becher Bowle ging es der jungen Frau vermeintlich besser und besser. Sie würde... Sie würde ihm einfach beweisen wie unabhängig sie von ihm war und wie wenig sie ihn brauchte! Ja, sie würde heute Nacht jemanden abschleppen, oder, genau, gleich mehrere! Männer und Frauen, scheißegal, Hauptsache sie holte endlich seine beschissen lange Liste auf. Ihre war ja augenscheinlich viel zu kurz, wie Marlin vor wenigen Stunden zweifelsfrei festgestellt hatte. Mia schon sich noch ein paar Gummischlangen und einen Kürbiscupcake in den Mund, unterdrückte einen kurzen Würgereiz und schritt dann selbstbewusst in die Menschenmenge auf dem Dorfplatz. Das erste, was Mia auffiel war, dass ihr Kostüm echt nicht das beste von allen war- und das störte sie. Links das viel zu hübsche Werwolfsmädchen mit den glänzenden braunen Locken... Und war das dort hinten etwa ein nuttiges Schneewittchen? Stirnrunzelnd sah Mia an sich runter. Außer ihren Ohren gab es da echt nichts, was an eine Maus erinnerte. Und war sie vielleicht nicht sogar schon zu alt für das Ganze hier? Nein, auf gar keinen Fall! "Ich seh aus wie 21...!" Völlig in Gedanken und von ihrem ursprünglichen Plan, jemanden aufzureißen mental weit entfernt stieß sie mit einer Person zusammen, die sich mit der tief ins Gesicht gezogenen Kapuze wahrscheinlich für besonders gruselig hielt. "Tschuldigung...", murmelte Mia und hatte Mühe, die wiederkehrende Übelkeit zu unterdrücken. Bis diese wieder verschwunden war, vergingen ein paar Sekunden. Dann legte sie den Kopf schief und betrachtete ihr Gegenüber genauer. Was fiel dieser Person überhaupt ein, sich so hinzustellen, dass Mia der Weg versperrt wurde? "Sorry, ne? Aber dein Kostüm ist echt billig." War doch egal, dass dieser Unbekannte ihre Wut abbekam. Und außerdem stimme es. "Kreativität is halt was angeborenes, genau wie die Intelligenz, die man braucht, um nicht blöd im Weg rumzustehen. Mein Beileid."

  • [Marlin] & Mia | Bei der Kürbisladung



    Es war so klar, es war so klar. Es war dieser kurze Moment der Ablenkung gewesen - ein Mädel hatte ihm etwas zugerufen, ehe sie einen Kürbis vom Wagen geklaut hatte und mir nichts dir nichts war sie schon wieder verschwunden gewesen. Offenbar gehörten die Kürbisse also doch dem ganzen Fest, also konnte er sich doch getrost aus dem Staub machen. Zu lange gewartet - aber seine Position war ja auch ganz gemütlich gewesen, ein wenig abseits, sodass sicher niemand auf die Idee kommen konnte auf ihn zuzugehen oder gar so blöd, ihn umzurempeln. Es war natürlich trotzdem passiert. Das war wohl das schlechte Karma, welches ihn anzog - oder sowas. Und fast, fast, hätte er laut aufgelacht, als Mia ihn blöd von der Seite anpöbelte, anders konnte man das wirklich nicht nennen. Wie erfrischend. Mal etwas ganz anderes, als die Verzweiflung, mit der sie ihn sonst anschmachtete. Tatsächlich erinnerte er sich gut an dieses vorlaute Mundwerk und er fragte sich insgeheim, wie lange es her war, als er das zum letzten Mal gehört hatte. Es brauchte nur einen kurzen Blick um festzustellen, dass Mia bereits mehr als einen Becher Punsch intus hatte. Sie torkelte ein wenig und hatte ihn ganz offensichtlich nicht erkannt. Dabei hatte Marlin sogar noch denselben Hoodie wie letzte Nacht an. Na, immerhin war so zumindest der halbe Plan aufgegangen.

    "Da sind wir schon zwei.", erwiderte er daher leichthin und erlaubte sich einen forschen Blick an ihrem Körper herab, der ihr sicher nicht entging - aber darauf hatte er es ja auch angelegt. Vielleicht würde sie ihn so weiter beschimpfen, als dreckigen Lüstling oder notgeilen Sack? Darauf wäre er nur allzu gespannt. Tatsächlich war Marlin nicht genervt von Mia's Auftreten, sondern vielmehr amüsiert. "Billig trifft's ganz gut. Wie viele Nummern hast du dir für heute Nacht schon gesichert? Muss ja eine traurige Auswahl sein, wenn du dich vorher so abschießen musst." Ein Mäuselein in Bezug auf ihr Kostüm verkniff er sich gerade noch. Wenn man den Umstand erfasste, dass sie beide letzte Nacht das Bett geteilt hatten, könnte man närrischerweise nahelegen, die Eifersucht hätte ihm die Worte in den Mund gelegt. Ferner könnte man jedoch nicht liegen, nein, im Grunde wollte er Mia's vorübergehende Unwissenheit nur dazu nutzen, um sie ein wenig zu ärgern. So wie sie gerade drauf war, könnte er glatt ihre Aussage, es hätte nur einen einzigen Mann nach ihm gegeben, in Zweifel ziehen - doch hatte er ihr das Geständnis in einem Moment entlockt, in dem er sich der Wahrheit mehr als sicher sein konnte. "Falls du noch einen Slot frei hast, Mäuschen, ich hab noch nichts besseres vor.", schoss er nach und fragte sich, ob Mia sich nun angewidert von ihm abwenden würde - das wäre ehrlich gesagt, die gesündeste Entscheidung, in jeglicher Hinsicht - ihm weiterhin Konter geben - das würde ihn zumindest erheitern - oder ob sich ihr verschwommenes, trunkenes Bild eines Fremden langsam klären würde. Das wäre allerdings, wie sollte er es anders formulieren, furchtbar schade. Für seinen Unterhaltungswert zumindest.

  • Iveine | mit Cheryl an der Snackbar


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    Iveine war gerade dabei, sich Cupcake Nummer... Sie hatte aufgehört, zu zählen. Aber auf jeden Fall waren es so viele gewesen, dass sie sich nun den Mund mit einer Servierte abwischen musste, damit ihr Lippen von all der Zuckercreme nicht zusammenklebten. Danach griff Ivy zögernd nach einer Mandarine, die tadelnden Worte ihrer Mutter im Kopf, sie solle auch mal etwas Gesundes zwischendurch essen. Aber das Mädchen kam gar nicht dazu, die Mandarine zu schälen, denn ihre Aufmerksamkeit wurde von etwas anderem in Anspruch genommen. Von jemand anderem! Sie legte die Mandarine wieder zurück. Ein junges Mädchen hatte Ivy angesprochen, sicher in ihrem Alter und irgendwie kam sie ihr sogar bekannt vor. Kannte Ivy sie vielleicht aus der Parallelklasse? Oder war es wohlmöglich eine Freundin von Panda? Auf jeden Fall erinnerte Ivy sich an die langen blonden Zöpfe des Mädchens. Denn diese hatte sie schon öfters aus der Ferne bewundert, daran erinnerte sie sich eindeutig. "Ich bin eine Prinzessin, das sieht man doch!", meinte Ivy selbstbewusst auf die Frage des Mädchens hin, konnte ihre roten Wangen aber nicht verbergen. "Halloween! Es ist Halloween..." Wie hatte sie das nur vergessen können? Ein wenig beschämt machte sie ein paar Schritte auf das Mädchen zu und begutachtete ihr Hexenkostüm. "Dein Kostüm ist auch schön", meinte Ivy nach einer Weile der Bewunderung ehrlich, jedoch mit der Absicht, noch einmal zu betonen, dass sie selbst ja ebenfalls eines trug. "Ich bin übrigens Ivy!", sagte Ivy dann lächelnd und hoffe, dass das Thema Kostüm damit erledigt war. "Und wer bist du?" Vielleicht konnten sie ja Prinzessin und Hexe spielen! Der Gedanke daran ließ Ivy noch breiter lächeln. "Dann werden wir richtig gute Freundinnen!!"


    Mia | in der Menge bei Marlin


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    "Da sind wir schon zwei", wollte sie den Unbekannten gerade nachäffen, als ihr auffiel, wessen Stimme da zu ihr sprach und Mia sich im selben Moment wünschte, es würde sich ein Loch unter ihr auftun und sie verschlingen. "Oh Gott." Was zur Hölle tat er hier? Was?! Das war eine scheiß Halloweenparty! War er wirklich so sehr damit beschäftigt, Namen auf seiner Fickliste zu sammeln? Sie konnte nichts anderes tun, als ihn schockiert anzustarren; direkt in seine giftgrünen Augen zu blicken, von denen sie eben noch gedacht hatte, dass sie sie niemals wiedersehen würde. Das hier war zu viel. Das war zu schnell. Das war zu... Schicksal? Ja! Vielleicht war es ja Schicksal, dass sie sich nun schon wieder begegnet waren. Mia hörte ihrem Gegenüber gar nicht richtig zu. Sie war viel zu sehr damit beschäftigt, damit klarzukommen, ihn vor sich zu haben. Das bedeutete, dass er nicht gleich heute Morgen die Stadt verlassen hatte. Naja, gut, er war im Nachbarort gelandet. Aber wenn er sie wirklich (wieder) hätte loswerden wollen, wäre er dann nicht viel weiter weggelaufen?! Vielleicht war es der Alkohol, der dieses Gefühl in ihr auslöste, aber Mia freute sich. Das Blatt hatte sich gewendet und nach all den Jahren begegnete ihr etwas wieder, das ewig vor ihr davongerannt war: Glück. Die funkelnde Freude in ihren Augen konnte sie zwar nicht verbergen, aber sie beschloss, so cool wie möglich zu reagieren. Auch, wenn Marlin sicher gemerkt hatte, wie ihr Gesichtsausdruck von schockiert zu viel zu fröhlich gewechselt hatte. "Ja, ich hab tatsächlich schon einige Männer hier kennengelernt. Ist aber bei dem Kostüm auch kein Wunder, oder?" Kichernd stupste sie mit ihrem Zeigefinger die Mauseohren auf ihrem Kopf an. "Und wie siehts bei dir aus? Ich dachte immer, du magst keine Partys, auf denen man sich verkleiden muss!" "Oder sich schick anziehen muss. Oder wo man mit jemandem reden muss." Auf sein "Mäuschen" hin grinste Mia breit. "Ob ich für dich noch Zeit hab, weiß ich ehrlich gesagt gar nicht! Mein Terminkalender ist heute Abend schon sooo voll!" Entgegen ihrer Aussage trat sie ein Stück näher an Marlin heran, griff mit beiden Händen leicht nach den Schnüren seines Kapuzenpullovers und stellte sich auf die Zehenspitzen, um ihm noch besser in die Augen sehen zu können. Ihr Körper schmiegte sich sanft an den seinen und sie biss sich spielerisch auf die Unterlippe, bevor sie mit zuckersüßer Stimme flüsterte: "Aber wenn du lieb zu mir bist, kann ichs vielleicht noch einrichten." Lieb, so wie er es letzte Nacht gewesen war. Bei dem Gedanken an die blauen Flecken auf ihrem Körper hielt Mia kurz inne und ließ dann wieder von Marlin ab. Brachte wieder eine angemessene Distanz zwischen sie beide. Eine ungebetene Unsicherheit darüber, ob das eben wirklich klug gewesen war, drängte Mias Glücksgefühl ein Stück zur Seite. Wollte sie das von gestern wirklich gleich noch mal? Die ganzen Schmerzen, psychisch und physisch? "Aber ernsthaft, du auf einer Halloweenparty?" Mia lächelte und verdrängte. Das Glücksgefühl war sicher gleich wieder da.

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    Chase mit Hina im Gruselkabinett

    Zweideudiger hätte Hinas Aussage wahrlich kaum sein können. Ob sie sich nun tatsächlich gerne auch anderweitig verkleidete oder ob es gelogen war, vermochte er natürlich nicht zu sagen. Allerdings würde ihm auch nichts einfallen, weshalb Hina einen Grund brauchen würde, um sich wichtig zu machen. Auch wenn sie zugab jemandem mit ihrem knappen Outfit imponieren zu wollen. Sein anfängliches Grinsen wich ein wenig aus seinen Zügen. Stattdessen musterte er seine Mitschülerin interessiert. “So? Und wessen Aufmerksamkeit möchtest du so unbedingt bei dir wissen?” Eine etwas stichelnde Frage, aber tatsächlich war Chase an ihrer Antwort wirklich interessiert. Ihm war klar, dass er nicht der Grund gewesen sein konnte. Das verriet nicht nur ihr etwas abwesender Blick im Anschluss, sondern auch die Tatsache, dass sie gar nicht hatte wissen können, dass er hier sein würde. Vielleicht aber wollte Hina einfach nur aus der Masse hervor stechen, sich besonders fühlen, was ihr definitiv gelungen war.

    Der Gang, welcher die Besucher durch das Gruselkabinett führte, war recht schmal - vermutlich dem Gedanken möglichst viel Wegstrecke auf engem Raum zu schaffen geschuldet. Trotzdem war ausreichend Platz für zwei Leute nebeneinander und dennoch schlenderten beide recht dicht beieinander. Chase war nicht ganz klar, ob er sich ihr automatisch näherte oder andersherum, aber im Grunde genommen war es auch völlig egal.

    Seine Mundwinkel zuckten. “Möglich. Aber ich schätze dich vermisst er eher als mich.” Chase wandte den Kopf und musterte Hinas hübsches Gesicht. “Immerhin sind die schönsten Damen doch meistens als erstes dran.”

    Eine dunkle Ratte bestehend aus billigem Plastik, huschte vor ihren Füßen vorbei, Hina zuckte ein wenig zusammen und Chase hatte Mühe sich einen amüsierten Gesichtsausdruck zu verkneifen. Seine adrette Begleitung verlangsamte ihre Schritte, blieb schließlich ganz stehen, nachdem sie eine Ähnlichkeit des Gruselkabinett mit dem Keller im Kloster festgestellt hatte. Seine eigenen Füße blieben schon automatisch ebenfalls stehen. “Ahja? Hat sich das adrette blonde Teufelchen im Klosterkeller auch gegruselt?” Natürlich wusste er worauf sie anspielen wollte und er fragte sich, ob Hina schon als sie ihn auf dem Dorfplatz entdeckt hatte, vorgehabt hatte ihm ihre Reize erneut schmackhaft zu machen oder ob sie gerade wirklich jetzt erst bei dem Gedanken an das Geschehene das ganze wiederholen wollte.

    Langsam kroch eine Gänsehaut über seinen Körper, als ihr Atem seine Haut berührte und er schloss für einen Moment die Augen und hielt die Luft an. Verdammt, sogar sein Herz stolperte für einen Moment. Ganz direkt betrachtete er erneut ihr Gesicht. Die sorgfältig geschminkten Augen und den wundervollen Schwung ihrer Lippen, die durch den dunkelroten Lippenstift noch um einiges anziehender wirkten. Dann ließ sie auch schon wieder von ihm ab.

    Chase folgte ihr mit seinem Blick. Zumindest soweit es möglich war, wenn man den Kopf nicht drehte und jemand einen umrundete. Als sie wieder vor ihm stehen blieb und am Reißverschluss seines Hoodies nestelte, griff er nach ihrer Hand. “Mir reichen auch deine weinroten Lippen.” Belustigung und eine Spur von Forderung funkelte in seinen Augen. Zwischen ihrem betörendem Parfüm, nahm Chase doch eine leichte Alkoholfahne war. Sie hatte garantiert nicht nur ein Gläschen Bowle getrunken, aber es kümmerte ihn eigentlich nicht wirklich. Und eigentlich war er auch gar nicht mit der Absicht auf die kleine Party in diesem Kaff gekommen, um irgendein Mädchen abzuschleppen. Der Teenager hatte lediglich vorgehabt sich volllaufen zu lassen und einfach mal wieder unter Leute zu kommen. Aber zählte Hina als ‘irgendein Mädchen’? Er kannte sie zumindest und war bereits in den Genuss von ihr gekommen.

    Sie entfernte sich wieder von ihm und der Teenager vergrub mit einer ganz leisen Enttäuschung im Herzen seine Hände in den Hosentaschen. Als an der nächsten Ecke mehrer wabblige unechte Spinnen mit rot leuchtenden Augen und der Decke herunter fielen, ließ Chase die Finger seiner Hand ganz sachte mit einer Imitation von Spinnenbeinchen über ihre Schulter, über ihren Nacken und ihren gegenüberliegenden Arm hinunter wandern, bis er seine Hand in ihrer Taille ruhen ließ und sie dicht an seine Seite zog. “Ich nehme also an du hast es vermisst dir mit mir in Kellern die Zeit zu vertreiben?”, flüsterte ihr ins Ohr und löste seine Hand von ihr Taille, nur, um anschließend die Haare aus ihrem Nacken zu streichen und die zarte Haut an ihrem Hals ganz sachte zu küssen. Anschließend löste er sich von ihr, vergrub die Hände wieder in den Hosentaschen und lächelte ihr herausfordernd zu. Irgendwo weiter vorne schrie plötzlich eine Frau. Stirnrunzelnd blickte Chase in die Richtung, aber viel zu sehen war nicht. Gar nichts, um genau zu sein. “Anscheinend kommt da hinten der gruselige Teil.”, kommentierte er es amüsiert. Oder die Frau war einfach nur sau schreckhaft.

  • [Marlin] & Mia | Bei der Kürbisladung



    Beinahe wäre dem Mann ein Seufzen entglitten. Das Spiel des Unbekannten hatte sich nun schneller verflüchtigt, als es ihm ein Ansinnen gewesen war. Wie schade. Der Schock in ihrem Gesicht, als sie erkannte, wen sie vor sich hatte, wandelte sich allzuschnell in pure Freude. Weshalb? Hatte er sie nicht heute morgen erst sitzen lassen? Hatte sie sich nicht um ihn und die Nacht zu vergessen, mit gratis Alkohol auf diesem Fest zugeschüttet? Wieso also spiegelte sich Freude in ihren blauen Augen wieder? Was ging bloß in diesem naiven Köpfchen vor? Es war genau dieser Blick, der in ihm das Bedürfnis weckte, die Flucht zu ergreifen - weil er die Tragweite ihrer Gedanken nicht erfassen konnte und das missfiel ihm gewaltig. Sie zu ärgern, zu provozieren, mit ihr ein wenig Spaß zu haben - in vielfältiger Weise - dem war er, wie er widerwillig eingestehen musste, zugetan. Doch das Verlangen in ihr, ihre Erwartungshaltung, ihr Besitzergreifen, davor musste er sich auf Distanz halten. Es war ein Tanz auf Messer's Schneide. Ein Messer, um dessen Führung sie doch stets rangen. Scheiße. Er hatte Mia zugehört, sie innerlich für ihre gespielte Ausführung belächelt, doch dann war sie zu ihm herangetreten. Hatte sich mit ihrem zierlichen Körper in diesem knappen Outfit an ihn herangeschmiegt und ihm schöne Augen gemacht. 'Bist du des Wahnsinns?' Ob dieser Gedanke nun Mia galt oder ihm selbst, war unklar. Doch er ließ sich nichts anmerken, das tat er nie, unterdrückte das kurz aufflammende Begehren, ließ es nicht zu. "Bin ich etwa nicht lieb zu dir gewesen?", entgegnete er mit leiser, sanfter Stimme, behielt sie dabei fest im Blick, ohne das seine Miene eine Regung verriet. Sie hatte ihn darum gebeten und hatte er ihr nicht jeden Wunsch erfüllt? Lieb und sanft zu sein und fest und spürbar, ganz wie es ihr beliebte. 'Be careful what you wish for', war dem nicht so? "Lüg nicht.", sagte er dann, als sie wieder von ihm abließ, ihn atmen ließ, ihm Platz gab - und ganz offenbar auch sich selbst. "Wir wissen beide, dass du wegen Ablenkung, Essen und Alkohol hergekommen bist und mit bisher niemanden gesprochen hast, außer um sie von der Seite anzupöbeln." So wie ihn, gerade. Warum nahm er ihr die Illusion? Weshalb ließ er ihr nicht einfach den Traum, das kleine Spiel, den Gedanken zahlreicher Verabredungen für den Abend? Würde es ihn stören? Würde es wirklich? War es nicht das, worauf er insgeheim hoffte, damit er in Frieden weiterziehen konnte? Wieso also ließ er die Blase offen platzen, obwohl sie die Wahrheit doch auch ohne es auszusprechen beide kannten? Weil es einfach das war, was er tat - kaputt machen, zerstören, nichts schaffen, nichts erhalten. Doch sie lächelte noch immer. Ein fragiles, ein falsches Lächeln, zwanghaft aufrecht erhalten, um ihren eigenen Vorstellungen zu entsprechen. 'Er ist hier, also muss ich glücklich sein!' Oder so ähnlich. Was verstand er schon von ihrem verdrehten Kopf? Marlin warf ihr einen scharfen Blick zu. Das war nicht gut. Das war grotesk. Aber er hatte noch nicht vor zu gehen. Stattdessen lehnte er sich mit vor der Brust verschränkten Armen wieder gegen den Wagen hinter ihm. Marlin hatte nicht vor ihr auf die Nase zu binden, wie pleite er war - damit würde er ihr eine Abhängigkeit signalisieren, die er sich auf keinen Fall leisten konnte. "War Zufall.", erwiderte er daher wahrheitsgemäß. Tatsächlich war es untypisch für ihn, überhaupt eine Antwort auf ihre Frage zu geben, aber diese Ablenkung kam ihm gerade recht. Es stimmte auch, er war nach Sternbach für Arbeit gekommen und hatte von dem Fest keine Ahnung gehabt. Er überlegte, dem noch etwas hinzuzufügen, ließ es dann jedoch sein. Der Austausch von Banalitäten war ihm schon immer zu mühsam gewesen.

  • [Julius], Cheryl & Iveine bei der Snackbar
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    Niedlich, wie sie Vogue aussprach. Und niedlich, wie sie nicht wusste, was das war. Hach, dachte Julius. Eines Tages wird sie nichts anderes mehr lesen! Aber noch war sie etwas jung! Noch interessierte sie sich nicht für solche Themen. Julius beschloss auch nicht weiter darauf einzugehen. Es überschreitete sowieso ihren Horizont! Cheryls Horizont. "Oh, das ist aber ein schöner Name", sagte er und meinte es auch wirklich so. Also ließ er sich diesen noch einmal auf der Zunge zergehen: "Cheeeryl!" Sehr schön, wirklich! Als die Kleine meinte, er wäre doch gar nicht dick, musste Julius (geschmeichelt) schmunzeln. "Ganz recht", erwiderte er, "genau deswegen bin ich auch nicht dick!" Er nahm einen Schluck seines Drinks, oh, der war aber stark. Deshalb Zombie! Dann bemerkte er, dass die Aufmerksamkeit der Kleinen mittlerweile jemand anderen galt. Kinder, dachte Julius, lassen sich ja so schnell ablenken. Es handelte sich um ein anderes kleines, blondes Mädchen. Na sag mal! Gabs hier denn nur Kinder?! Auf einem Halloween-Fest?! Unerhört! Julius bereute es immer noch nicht, keine Kinder in die Welt gesetzt zu haben und so lange Gott will, sollte das auch nie passieren. Eigene Kinder wären ihn viel zu anstrengend! Auch wenn diese beiden echt niedlich waren. "Eine Prinzessin!", platzte er in das Gespräch der beiden herein, "aber ... du trägst ja gar keine Krone!" Eine Prinzessin ohne Krone! Wo gibts denn sowas? "Aber dein Kleid ist unglaublich schön!"

  • [Brian] ~ kommt an -> bei Charlene und den Kürbisschnitzern

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    Ein weiter Weg war es vom Wohnheim bis nach Sternbach. Und besonders, wenn man den Weg nicht kannte und man sich zwischen den Bushaltestellen auf eine App verlassen musste. Zusätzlich war Brian darauf bedacht, sein Kostüm weder zu beschmutzen noch zu beschädigen. Er hatte Stunden in den Läden verbracht, um es zusammenzustellen. Vom Make-Up ganz zu schweigen. STUNDEN! Und das hatte er sich teuer zu stehen kommen lassen. Wenn er seinen Einzug und den Beginn seines Studiums feierte, dann richtig. Um am Geld sollte es dabei ganz sicher nicht scheitern. Das weinrote Haar frisiert, den samtenen Hut auf dem Haupte spazierte der frisch-gebackene Student nun über den hiesigen Dorfplatz. Der verrückte Hutmacher aus Alice im Wunderland, wenn auch mir Abweichungen. Es war wahrlich ein Aufzug, der zu ihm passte. Selbst Brian konnte das nicht verneinen. Eigenheit, ein wenig abgedreht, wahnsinnig missverstanden, ja, das traf es doch ganz gut in beiden Fällen. Der junge Mann genoss das Gefühl des neuen Kostüms auf seiner Haut, doch es dauerte nicht lang und etwas anderes erregte seine Aufmerksamkeit. Kürbisse! Ja, Kürbisse, überall, geschnitzt und voller Licht und Liebe und Grusel! Wie schön. Fasziniert trat der junge Mann näher und entdeckte schließlich eine kleine Gruppe Menschen, deren fleißige Händchen für diese schönen Dekorationen verantwortlich waren. Dabei fiel sein Blick vor allem auf ein junges Mädchen, eine junge Frau, dich sich soeben dort niedergelassen hatte, um den bereits Anwesenden zu helfen. Er selbst könne sich zwar keineswegs die Finger schmutzig machen, sein armes Kostüm, nicht doch, aber dennoch wollte er sich das näher ansehen. Das Zentrum seiner Aufmerksamkeit schien bereits aus ganz gewöhnlichen Kleidungsstücken ein hervorragendes Kostüm gemacht zu haben. So wild und natürlich, so realistisch! "Bezaubernd, wahrlich ein Meisterwerk." Er war sich selber gar nicht sicher, ob er über die Kürbisse oder das Kostüm der jungen Dame sprach. "Und sicherlich unglaublich aufwendig!" Fügte er hinzu. Dabei schenkte er auch den weiteren anwesenden ein charmantes Lächeln, nahm seinen Hut kurz vom Haupte und machte eine kleine Verbeugung. So wie es sich gehörte, schließlich wollte er ja seiner Rolle treu sein. Auch wenn Brian bei weitem kein Schauspieler war, so ließ er sich gern auf solche Dinge ein. Und er hatte ein Auge für die kleinen Dinge, wie diese zauberhaften Kürbisse.

  • Mia | mit Marlin bei der Kürbisladung


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    "Lüg nicht." Wieso tat er das? Wieso konnte er nicht ein wenig Schönes zwischen ihnen beiden lassen, nur ein kleines bisschen? Mia versuchte zwanghaft weiterzulächeln, fühlte aber, wie die Freude, die sie eben noch gefühlt hatte erstarb. Unsicher verschränkte Sie ihre Arme vor der Brust, als Marlin weitersprach und hörte schließlich gänzlich auf, zu lächeln. "Tut mir leid, dass du mich so sehr hasst", meinte Mia schließlich, viel lauter und zickiger, als sie es beabsichtigt hatte und sowieso hatte sie eigentlich sagen wollen "Tut mir leid, dass du so schlecht gelaunt bist", aber nein- ihre Gefühle hatten die Oberhand gewonnen und sie schaffte es einfach nicht, zu verstecken, was in ihr vorging. Jetzt war sie auch noch sauer auf sich selbst, weil sie ständig alles preisgab, was sie dachte. "Ich sollte einfach wieder zum Buffet zurückgehen..." Netter Gedanke, aber ihre Beine hörten nicht auf Mia und so blieb sie, trotz ihrer peinlich kindischen Aussage einfach vor Marlin stehen. Sogar ein paar Tränen stiegen ihr in die Augen und als Mia, weil sie nicht weinen wollte trotzig, aber eigentlich unwillkürlich mit dem Fuß aufstampfte -was Marlin natürlich gesehen hatte- brach sie schließlich doch in Tränen aus. Der Grund dafür war ihr nicht vollständig bewusst, aber es war sicher eine Mischung aus Hass auf sich selbst und Frustration, weil er ihr deutlich machte, dass er trotz letzter Nacht keine Liebe für sie übrig hatte. "Wieso kannst du nicht einfach einmal nett sein, hm?!" Mia wusste, dass sie kein Mitleid zu erwarten hatte und sie wollte auch keines. Sie war viel sowieso viel zu wütend, um getröstet zu werden... oder sowas. "Du bist so ein scheiß Arschloch, Marlin, weißt du das?!? Ist kein Wunder, dass du ständig allein bist!!" Ein paar der Gäste drehten sich zu Mia um, die mit ihrem hochroten Gesicht und den Mäuseohren auf ihrem Kopf bestimmt total lächerlich aussah. "Ich will dich nicht mehr, von mir aus kannst du zur Hölle fahren!" Trotzdem blieb sie vor ihm stehen. Zum Großteil, weil ihre Beine sich wie Blei anfühlten, aber vielleicht hoffte Mia insgeheim doch irgendwo, dass Marlin sie jetzt in den Arm nehmen würde. Obwohl das natürlich totaler Schwachsinn war. Eigentlich hatte sie doch ursprünglich einen schönen Abend hier mit ihm verbringen wollen... Aber das war jetzt wohl gelaufen. Mia schniefte noch einmal und sah ihrem Gegenüber dann mit bösem Blick an. "Du bist so kacke."

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    Hina & Chase | im Gruselkabinett


    Das kostümierte Mädchen hielt inne. Hatte es ihn zu interessieren, musste sie Chase das unter die Nase reiben? Die geschminkten Lippen der jungen Schülerin waren einen Spalt geöffnet während sie in die faszinierend schönen Augen des Mannes schauten. Das Lagerfeuer spiegelte sich darin. Nein, seine Aufmerksamkeit wollte sie eigentlich gar nicht. Zumindest hatte sie sich deshalb nicht so aufgehübscht, woher hätte sie auch wissen können dass er am heutigen Abend auch hier war. Aber jetzt, wo sie ihm gegenüber stand, an diese gemeinsame Zeit im Keller zurück dachte und ihr bei jeder Sekunde mehr nur heißer wurde, da umspielte ein Grinsen ihre Lippen und sie hob nur ihre Schultern. „Sei nicht so neugierig, mein Lieber..“, antwortete sie schließlich bevor sie das Gruselkabinett betraten und das Thema damit hinter sich ließen. Gemeinsam und ziemlich nah beeinander erkundigten sie die dunklen Flure und dekorierten Ecken. „Eine schwere Last, die ich da tragen muss.“, sagte das Mädchen und seufzte übertrieben als der hübsche Kerl darauf zu sprechen kam, dass meist die schöneren Frauen die ersten Opfer waren. In all diesen Horrorfilmen, die es zuhauf gab. Die sich irgendwie alle glichen und es kaum welche gab, die auch wirklich sehenswert waren. Leider. Hina mochte diesen Nervenkitzel, das Gruseln und doch kam es meist zu kurz. Wie auch jetzt. Ihre Schritte wurden langsamer bevor sie sich dem charmanten Mann zu wandt. „Ich bin doch auch nur ein junges und liebes Mädchen.. lass mir meine Angst.“ Ihre Stimme war leise, wirkte übertrieben und aufgesetzt. Und das war es auch. Angst war das letzte Gefühl, das sie in diesen aufregenden Stunden im Keller gespürt hatte. Da waren ganz andere Dinge im Vordergrund gewesen. „Aber du hast dich ja sehr aufmerksam um meine Ängste gekümmert.“ Hina knabberte an ihrer Unterlippe während ihre Finger an dem dunklen Hoodie des Anderen fummelten. Bis Chase nach ihrer Hand griff. Als wollte er sie aufhalten. Aber war das wirklich so? Das Blondchen spürte die Spannung in der Luft, das leise Knistern und das war nicht der ach so gruseligen Dekoration geschuldet. Deshalb spannten sich ihre Muskeln nicht an. Es waren nicht die schauderhaften Plastiktierchen und auch nicht die Spinnweben aus Zuckerwatte die es ihr für einen kurzen Moment unmöglich machten, sich zu bewegen. Der kurze und doch intensive Blick des Mannes auf ihre dunkelroten Lippen entging dem Mädchen nicht. Eine blonde Strähne fiel ihr etwas ins Gesicht als sie ihren Kopf zur Seite neigte, den fordernden Blick ihres Mitschülers erwidernd. „Bringen sie dich also auch in einen Rausch?“ Wer konnte es ihm verübeln? Körperkontakt, Zärtlichkeiten und all das was dazu gehörte, hatten doch oftmals eine ähnliche Wirkung. Der Kopf schaltete sich aus, die Gedanken wurden stumm weil es in solchen Sekunden weitaus mehr interessante Dinge gab. Auch, wenn es so einfach aussah, war es doch schwerer als gedacht, Chase einfach so stehen zu lassen. Eigentlich nur widerwillig, weil sie nicht einfach so schnell nachgeben wollte, drehte sich die Oberstufenschülerin herum und spazierte langsam weiter voran. Weiter hinein in das dunkle Gruselkabinett. Hina hob ihren Kopf ein Stückchen nach oben als sie die leuchtend roten Augen der unechten Spinnen entdeckte. Sie belächelte diesen Versuch, konnte sich aber durchaus vorstellen dass manche sich durch so etwas erschreckten. Krabbeltierchen mochte nicht jeder und tatsächlich schauderte es sie auch für einen Augenblick, doch zeigte das natürlich nicht. Dennoch zuckte sie zusammen als sie etwas auf sich spürte. Eine zarte Berührung, die Fingerkuppen des Mannes, mit dem sie diesen Weg ging. Ihr Mund öffnete sich einen Spalt. Als wollte sie etwas sagen und doch kam ihr nichts über die Lippen. Das Blondchen hielt den Atem an während eine Gänsehaut sich auf ihrem schlanken Körper ausbreitete. Der warme Atem des Jungen streichelte ihre zarte Haut und sie neigte ihren Kopf ein bisschen auf die andere Seite während Chase ihren Hals von ihren unendlich langen Haaren befreite und küsste. „Hmm, braucht da jemand Bestätigung?“ Hina blieb stehen. Genauso, versuchte zunächst noch das Kribbeln in ihrem Körper zu unterdrücken obwohl sie sich im nächsten Augenblick fragte wozu eigentlich. Konnte überhaupt irgendwer sie hier drinnen erwischen? Es war doch dunkel genug. Aufregend genug.. Es war nicht so, dass Chase nicht Recht hatte, tatsächlich bestand Interesse und zu einem weiteren Schäferstündchen würde das Mädchen auch nicht nein sagen aber man musste es dem Anderen ja nicht gleich unter die Nase reiben oder? „Der Teil, in dem es besonders dunkel wird..“ ..Oder? Ach, egal. Hina zögerte keinen Augenblick mehr, legte ihre Hände erst an seine Wangen und verschloss seine Lippen schließlich mit ihren. Ließ seine Finger dann in seine hellen Haare wandern, krallte sich darin fest und schob auch gleich ihre Zunge zwischen seine Lippen. Mit ihrem Körper lehnte sie sich an ihn, immer näher. Das war jetzt einfach eine willkommene Ablenkung. Das, was sie brauchte.

  • [Charlene] & Brian | bei den Kürbisschnitzern



    Charlie bearbeitete bereits den zweiten Kürbis. Der erste war recht klein gewesen und sie hatte ihm eine witzige Miene verpasst, der neue war ein ganz andere Kaliber und sollte eine unheimliche Fraske bekommen. Sie war gerade dabei das Fruchtfleisch aus dem Inneren zu holen, als sie eine Stimme vernahm und sich nach dieser umdrehte. Kurz blinzelte sie irritiert. Das sah man nun wirklich nicht alle Tage. Ein derart auffälliges - und auch feines - Kostüm erschien ihr selbst für Riverport zu bunt, der Ort hatte ja eher etwas von einer verschlafenen Kleinstadt. Nachdem das dennoch der nächstgrößere Ort war, vermutete sie ganz einfach, dass er dorther kam, denn aus ihrem lieblichen Heimatdörfchen war er sicher nicht. Hier kannte ja jeder jeden. "Vielen Dank.", entgegnete sie und wischte sich dabei die Hände kurz an einem Papiertuch ab. "Neben hübsch und aufwendig, kannst du noch spaßig hinzufügen.", meinte sie. "Probier's doch mit aus!" Charlie lernte gerne neue Leute kennen und ein Gespräch mit diesem bunten Vogel wäre bestimmt unterhaltsam. Hoffentlich war er nicht zu spießig, um abzulehnen!


    [Marlin] & Mia | Bei der Kürbisladung



    Er hätte es kommen sehen müssen. Ihre Reaktion darauf, dass er die Illusion hatte platzen lassen. Er kannte sie doch gut genug, oder? Und sie sollte ihn längst gut genug kennen, um zu wissen, dass es sie mit ihm keine schönen Dinge erwarten konnte. Höchstenfalls eine verzerrte Version davon, zu einem viel zu hohen Preis. Marlin ließ genervt die Luft entweichen. 'Tut mir leid, dass du mich so sehr hasst.' Jetzt ging es wieder los. Das Verhalten einer Dreijährigen in der Trotzphase. Mia zeterte und rührte sich nicht von der Stelle, vermutlich konnte sie gar nicht, selbst wenn sie wollte, so wie ihre Gefühle gerade mit ihr durchgingen. Nett sein. Ha. So nett, wie die Welt ein Leben lang zu ihm gewesen war? Man erntet was man säht und in seinem Fall handelte es sich nunmal um eine besonders übliche Brut, ganz einfach. Marlin drehte den Kopf zur Seite, um nicht auf das Häuflein Elend vor ihm herabblicken zu müssen. Er hasste es, weil sie Recht hatte. Es war nicht schwer zu durchschauen, immerhin predigte er die einsame, forever-alone Seite ja selbst, doch wenn Mia, seine dumme, einfältige Mia, so in das Wespennest stach, machte ihn das ganz einfach wütend. Dazu kam, dass sie ihm hier auf einem beschissenen Fest tatsächlich eine Szene machte, wozu sie überhaupt kein Recht besaß. "Was bildest du dir eigentlich ein, hm?", seine Stimme war leise, aber klar. Sie zeterte, doch er blieb ruhig. Seine Wut war schon immer kalt zum Ausdruck gekommen. Marlin hatte seinen Blick wieder Mia's weinendem Gesicht zugewandt, sein eigenes verfiel jedoch im Schatten seiner Kapuze. "Hör auf deine Wünsche als Versprechungen von mir auszugeben." Er hatte nie vorgegeben, was anderes zu sein, als das Arschloch, welches sie nun anprangerte. Nicht sein Problem, wenn sie nicht zuhören oder es einfach nicht kapieren wollte. Aber irgendwie doch wieder sein Problem, weil er sich jetzt mit einem Gefühlsballon vor sich herumschlagen musste. "Dann such dir doch einen netten Mann dort drüben. Mit deinem Körper, ich meine, Kostüm, gelingt dir das sicherlich ohne Weiteres." Mia müsste höchstens noch etwas gegen ihr verheultes Gesicht machen, aber das war ja nicht sein Problem. Jetzt hatte sie es also geschafft ihn Gift spritzen zu lassen. In diesem Wortgefecht nahmen sie sich wahrlich beide nichts. Das er sie nicht einfach ignoriert hatte und gegangen war - wo sie selbiges behauptet und doch nicht getan hatte - sondern sich stattdessen auf einen Streit mit ihr eingelassen hatte, wunderte (und ärgerte) ihn selbst. Alás, mit Mia hatte er schon immer gestritten. Wie einfach es doch war, in alte Muster zurückzufallen.

  • Cheryl mit Julius und Ivy bei der Snackbar


    Ein Laut des Erstaunens verließ Cheryls Lippen, als das Mädchen betonte doch eine Prinzessin zu sein! Erneut musterte sie ihr Gegenüber. Hm, so richtig überzeugt war Cheryl nicht. Irgendetwas schien zu fehlen. Glitzer? Rüschen? Schleifen? In diesem Moment kommentierte Julius das fehlen einer Krone und Cheryl war klar, dass genau das ihr so seltsam erschienen war, sie es aber nur nicht hatte benennen können. Eine Prinzessin ohne Krone war eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit! Zumindest in Cheryls Augen und ihr würde auch kein Grund einfallen, warum andere Leute das anders sehen sollten. Plötzlich kam ihr ein Gedanke, der das fehlen des bedeutenden Schmuckstückes erklären könnte. Fast schon erschrocken, aber auch mit viel Mitleid sah sie das Mädchen, welches sich just in diesem Moment als Ivy vorgestellt hatte an. “Sag bloß jemand hat dir deine Krone geklaut?!” Das würde auch erklären, warum sie nicht weiter über ihr Kostüm sprechen wollte! Bestimmt war ihr das peinlich. Leise flüsternd, sodass es nur sie und Julius hören konnten, ergänzte sie deshalb: ”Keine Sorge, wir sagen es keinem weiter!” Cheryl machte eine schnelle Handbewegung, als würde sie den Mund wie einen Reißverschluss verschließen. “Ich bin Cheryl und das ist Julius!”, stellte sie sich nun ebenfalls vor und deutete beim zweiten Namen auf die farbenfrohe Miss Piggy hinter sich. “Du gehst auch auf die Schule in Riverport, oder? Ich glaub ich hab dich da schon öfter gesehen.” Cheryl strahlte und freute sich über ihr gutes Erinnerungsvermögen an dieser Stelle.

    Die Bauerstochter sah sich kurz um, hüpfte dann vergnügt, als ihr eine Idee kam bei einem der Stände, was ihre blonden Zöpfe tanzen ließ. “Schaut mal da drüben kann man Halloween-Deko basteln. Wollen wir einen Wettbewerb machen wer von uns die schönste Halloweenkrone bastelt? Die bekommt dann Ivy!” Erwartungsvoll sah sie in die Gesichter der beiden anderen. Wenn das keine geniale Idee war, was dann?!

  • [Brian] ~ mit Charlene bei den Kürbisschnitzern

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    Interessiert beobachtete der Student wie das junge Mädchen ihren Kürbis bearbeitete und das Fruchtfleisch aus ihm entfernte. Was für eine Sauerei! Aber das Endergebnis würde sich wahrlich sehen lassen. Brian nickte, als sie sein Kompliment dankend annahm. Dass das Arbeiten mit den Kürbissen sicher Spaß machte, das konnte er sich gut vorstellen. "Aber sicher." Erwiderte er mit einem Lächeln, welches sogleich einem überraschten Gesichtsausdruck wich als die Brünette ihn dazu aufforderte, es selbst mal auszuprobieren. Einerseits hatte ihn das Interesse gepackt, andererseits... Sein Blick fiel auf sein Jackett, welches Kürbisinnereien sicherlich nicht gerne auf sich haben würde. Aber die Kürbisse... Aber das Jackett.... Aber.... "Ach was solls, warum nicht." Brian öffnete die Manschettenknöpfe und krempelte dann den blauen Stoff so weit hoch wie möglich, bis kurz unter seinen Ellenbogen. Dann ließ er sich auf einem freien Platz in der Nähe der Brünetten nieder und nahm sich einen kleinen Kürbis. Er hatte noch nie mit einem Kürbis herumgebastelt, auch Zuhause nicht. Seiner Mutter war das immer zu viel Dreck und zu viel Arbeit, weswegen es zu Halloween immer nur Plastikkürbisse gab, wenn überhaupt. Umso gespannter war Brian jetzt, wie er sich wohl anstellen würde. Aber er musste wirklich aufpassen, sein Kostüm nicht zu ruinieren. Er nahm sich ein Messer und begann überlegend mit der Spitze auf die Oberfläche des Kürbisses zu tippen. Sein Blick fiel auf das junge Mädchen und ihre Arbeit und versuchte, sich daran zu orientieren. Als erstes also oben aufschneiden, hm? "Wie kommt es, dass du hier diese Kunstwerke anfertigst?" Fragte er sie dann interessiert, während er vorsichtig das Messer an seinen Mini-Kürbis ansetzte.

  • [Charlene] & Brian | bei den Kürbisschnitzern



    "That's the spirit.", entgegnete Charlie, erfreut darüber das sich der bunte Vogel hier für das Kürbisschlachtfeld eingeschrieben hatte, statt zu kneifen. "Erstes Mal, hm?", fragte sie ihn dann, als sie sah, wie vorsichtig und offenbar noch nicht ganz wissend, wie er ansetzen sollte, an die Sache heranging. "Wenn du Hilfe brauchst, schrei.", bot sie ihm daher ihre Unterstützung hatte. Charlie hatte mit ihrem Bruder Ben schon seit sie klein waren, Kürbisse ausgehöhlt und ihnen Grimassen verpasst. Es war jedes Jahr wieder ein Spaß. Gemüse malträtieren - ein Hobby für sich. "Kein besonderer Grund. Hab Emma hier gesehen und sofort Lust mitzumachen. Wir machen die zu Hause auch jedes Jahr.", plauderte sie und deutete bei der Erwähnung von Emma, die den Dorfladen in Sternbach führte, auf die Frau mittleren Alters ganz in der Nähe, die sich angeregt mit anderen Leuten unterhielt. "Du warst noch nie hier, kann das sein? Woher kommst du? Ich bin übrigens Charlie und du?", begann sie dann prompt ihn mit Fragen zu löchern. Charlie war stets daran interessiert neue Leute kennen zu lernen. Es sprudelte dabei auch ganz nebenbei aus ihr heraus, während sie hauptsächlich auf den großen Kürbis vor ihr konzentriert war. Er war längst fein ausgehöhlt, daher ging es nun darum ihm ein feines - oder besser gesagt: fieses - Gesicht zu verpassen und dabei war Fokus gefragt!