Der Baggersee

  • [Am See] Shuka, Joe & Rika


    [IMG:https://image.jimcdn.com/app/cms/image/transf/dimension=150x150:format=png/path/s804ddaff65002008/image/i61e159f1d7adb211/version/1500835395/image.png]Shuka nickte, etwas zu schnell, und stand hastig auf. Sie taumelte kurz, schaffte es aber, sich auszubalancieren. Die Violetthaarige sah dem Jungen zu, wie er seine Angel in seinen Rucksack packte. Währenddessen blieb sie stumm und wünschte sich, gar nicht anwesend zu sein. Jedoch schienen die beiden sich nicht an dem Vorfall zu stören. Im Gegenteil, die Ältere machte sogar das Angebot, eine heiße Schokolade trinken zu gehen. Nun, das klang nicht schlecht. Und wenn sie das Angebot machte, dann war sie auch sicher einverstanden, wenn Shuka zustimmte. Sie musste mitgehen. Joe hatte in der Zwischenzeit zugestimmt und erkundigte sich bei der Braunhaarigen nach einem geeigneten Ort. "E-Einverstanden." Murmelte Shuka ihre Zustimmung. "W-Wir könnten in das Café 'Zur Apha' gehen. Es ist nicht so weit." Schlug sie leise vor und drückte ihre Tasche an sich. "A-also das ist nur ein Vorschlag." Fügte sie unsicher hinzu.

  • Shuka, Joe und Rika gehen


    Erleichtert nahm Rika wahr, dass die anderen nichts gegen ihren Vorschlag einzuwenden hatten. "Café 'zurApha' klingt doch gut!" Bei dem Gedanken an eine heiße Schokolade und warmen, gemütlichen Räumlichkeiten schien die Kälte schon wie verflogen. Von den belebenden Gedanken getrieben, machten sich die Drei schließlich auf den Weg.

  • Jack kommt an


    Aus dem kurzen "die Beine vertreten" war mittlerweile schon ein ewiglanger Spaziergang geworden. Ein Blick Richtung Sonne verriet Jack, dass er schon mindestens eine, wenn nicht sogar zwei Stunden unterwegs sein musste. Aber er hatte sich dazu entschieden den Nebelwald ein wenig zu erkunden und war dermaßen fasziniert von der Fauna dort gewesen, dass es ihm gar nicht aufgefallen war wie tief drinnen er sich befand. Er kam erst wieder aus seinen Beobachtungen als er den Baggersee erreichte. Er blieb mit einem Ruck stehen und blickte auf das ruhige, bedächtliche Glitzern das Sees. Es war gewiss nicht das erste Mal, dass er hierher gekommen war. Mittlerweile wohnten er und Naomie schon eine Zeit lang in Riverport und auch wenn sie noch sehr zurückgezogen lebten, hatte er schon jeden einzelnen Fleck erkundet. Beim Baggersee war er sich aber noch immer nicht sicher, was er davon eigentlich hielt. Jack war kein großer Freund von künstlich angelegten Sachen, nur um den Menschen eine "Freude zu machen". Irgendwie ironisch, arbeitete er doch in der Tourismusbranche, die von solchen Attraktionen lebte. Aber ihm war nach wie vor die unberührte Natur lieber. Da gab es seiner Meinung nach viel mehr zu entdecken als auf irgendeinem von Menschenhand gemachten Sandstrand. Trotz seiner Abneigung blieb Jack weiterhin stehen und blickte einfach weiter auf die Aussicht, die sich ihm bot. Vielleicht musste er ja doch einmal eine Verschnaufpause machen.

  • Yuri & Jack


    Neuer Tag, neues Glück! Das zumindest war wohl der Grundgedanke den Yuri heute Mittag gehabt hatte. Sein eigener Chef zu sein hatte manchmal wirklich Vorteile - denn als sie nach einigen Stunden Näharbeit immer mal wieder von der gleißenden Sonne geblendet wurde, hatte sie einfach beschlossen sich etwas früher frei zu geben. Und, selbstverständlich - die freie Zeit gründlich zu genießen! Zuerst hatte die Lachshaarige daran gedacht zum Strand zu gehen, doch wie es der Zufall wollte hatten ihre letzten beiden Kundinnen heute etwas von einem gewissen Baggersee erzählt. Die neugierige Dame hatte nicht anders gekonnt, als bei diesem Thema nachzufragen und scheinbar hatten die Neuigkeiten von diesem extra angelegtem See sie bisher einfach nicht erreicht. Was wirklich zu schade war!! Denn es klang nach einem wirklich tollen Ort! Also hatte die Schneiderin die beiden Frauen gefragt wo sich der Baggersee denn genau befand und jetzt war sie hier. Nicht.. vor dem Baggersee. Sondern noch irgendwo mitten im Wald. Denn hier hatte die Wegbeschreibung geendet. 'Der See befindet sich mitten im Nebelwald, man kann ihn eigentlich nicht übersehen!' - Hatten sie gesagt. Doch mit Yuris knappen 1.60m war es wohl doch ziemlich einfach ihn zu übersehen. Die junge Frau war wirklich kein Genie was Technik anging, doch mit so Dingen wie Social Media oder Google Maps konnte sie dann doch noch halbwegs umgehen. Dachte sie zumindest bisher. Doch langsam zweifelte sie selbst an diesen Fähigkeiten, denn sie verstand einfach nicht in welche Richtung sie jetzt musste und das obwohl sie kaum noch 200 Meter von ihrem Zielort entfernt sein sollte! "Hmm..", murmelte das Mädchen leise, während er auf den Bildschirm starrend in die verschiedenste Richtungen lief, letztendlich wohl doch die richtige fand und erfreut und noch immer weiterhin auf ihr Handy starrend in eben jene weiter lief. Wer erwartete denn auch, dass ihr Jemand im Weg stehen würde? Die unaufmerksame Dame kam dem Körper des Fremden immer und immer näher, bemerkte dann jedoch kurz bevor sie Gefahr gelaufen wäre in ihn hinein zu laufen seine Präsenz und blieb abrupt stehen. Uff, wäre das aber auch Klischeehaft gewesen wäre sie gerade aus Versehen in einen Unbekannten geknallt! "Ohje, das war wirklich knapp..", gab sie leise, aber wohl nicht leise genug, von sich und blickte dann auf. Die Äuglein der Brillenträgerin weiteten sich einen Augenblick, als sie das Gesicht ihres Gegenübers erblickte: "ALLEN?" Wann war ihr 'Bruder' denn bitte zurückgekehrt? Hatte er nicht einen besseren Job in einer größeren Stadt gefunden? Und.. seit wann hatte er sich die Haare lila gefärbt? Yuri hatte ihn immer als Typ für dezentere Farben eingeschätzt. Und trug er gerade statt Brille Kontaktlinsen? Und dieses Outfit.. hatte er sich im vergangenen Jahr so sehr verändert??

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    Funny how you think I'm bothered, Know I'm nothing like the others.
    You shouldn't have messed with me, 'cuz I heard... That you're afraid of monsters, monsters.. ~

  • Jack und Yuri


    Jack stand noch immer vor dem Baggersee und starrte Löcher in das ruhige Wasser. Keine Ahnung, was er damit bezwecken wollte. Vielleicht wollte er den See selbst beschwören, damit er das Geheimnis seiner Faszination preis gab. Er wäre wahrscheinlich noch viel länger so dagestanden, hätte er nicht plötzlich Geräusche hinter sich wahrgenommen. Er war scheinbar nicht mehr alleine. Noch während er sich umdrehte, nahm er die Situation wahr, in der er sich gerade befand. Eine junge Frau war in ihr Handy vertieft und lief schnurstracks auf ihn zu. Viel Zeit zu reagieren hatte Jack nicht, nur ein leises "Woah!" kam aus seinen Mund, doch glücklicherweise schien sein Gegenüber ihn doch noch registriert zu haben und verhinderte einen Zusammenprall. Tatsächlich, das war knapp. Und der lilahaarige Mann wusste auch genau, wer beziehungsweise was Schuld daran gewesen wäre, dass die Beide fast den Boden geküsst hätten: Er richtete seine Augen mit einem vorwurfsvollen Ausdruck auf das Handy der Spaziergängerin. Gab es denn in Riverport keine normalen Menschen mehr, die ohne dieses Gerät unterwegs sein konnten? Gut, er hatte seines auch dabei: Aber das wurde nur im Notfall benutzt. Oder falls Naomie anrufen sollte. Aber bei einem Spaziergang war sein Blick doch lieber auf die Natur rund um ihn gerichtet als auf diesen unnatürlich grellen Bildschirm. Er war auch schon zu einer Moralpredigt bereit, da blickte ihm die Frau an als hätte sie einen Geist gesehen. Ihr plötzlicher Ausruf verwirrte Jack und ließ ihn sofort seinen Standpunkt zur Handysucht vergessen. "Allen, wer?", wiederholte er das eben Gesagte und sein Gesichtsausdruck wandelte sich langsam in Besorgnis um. Vielleicht war er heute nicht das erste "Hindernis" gewesen, dass sie aufgrund ihrer geistigen Abwesenheit nicht gesehen hatte. Und vielleicht war sie wirklich vorher schon wo dagegen gelaufen. Dem Aussehen nach würde es schon eine Möglichkeit sein. "Ist alles in Ordnung mit Ihnen?"

  • Yuri & Jack


    Yuris zunächst geschockter und überraschter Gesichtsausdruck hatte sich nach wenigen Sekundenbruchteilen zu einem enthusiastischen, strahlenden Lächeln gewandelt - und hätte die prahlende Sonne am heutigen Tag nicht so immens stark geleuchtet, so hätte sie ihr wahrscheinlich starke Konkurrenz gemacht. Allen wiederzusehen war unerwartet, doch das war dem Mädchen sowas von egal! Sie hatte ihn so unendlich vermisst! Da konnte es sie nicht weniger interessieren, ob er ihr über seine Rückkehr Bescheid gegeben hatte oder eben nicht. Dafür konnte sie ihn noch später ausschimpfen! Doch als 'Allen' dann zu reden begann, da verschwand das Lächeln schnell. Moment, was?"Oh.. du.. du bist gar nicht..?" Verwirrt musterte die junge Dame den Mann vor sich, welcher sie inzwischen besorgt anblickte und auch fragte, ob er ihr denn gut ginge. Der Schneiderin entkam auf diese Frage hin fast ein kleines Lachen. Ob alles in Ordnung war? Nach dieser gigantischen Enttäuschung? Mhm, nein, sie spürte wie ihr kleines Herz einen Sprung bekommen hatte, doch darauf hatte der .. der leider Fremde nicht hinaus gewollt. "Entschuldige, du.. Sie.. sahen meinem Bruder einfach so ähnlich.. ich.. ich dachte wirklich.." Nervös und etwas in Verlegenheit gebracht begann die Frau an ihren lachsfarbenden Haarsträhnen herumzuspielen. Nachdem sie ihn genauer betrachtet hatte waren ihr viel zu viele Unterschiede aufgefallen. Doch das Gesicht, es hatte dem von Allen wirklich, wirklich ähnlich gesehen..! Der Schneiderin entkam ein ebenso nervöses Kichern und sie schien von dieser Offenbarung doch mehr aus dem Konzept gebracht, als sie eigentlich sollte. "Ich.. Entschuldigung. Mir geht es gut! Auch.. wenn das jetzt ein wenig deprimierend ist, haha.." Ein wenig? Sie konnte ihrem Gegenüber ja nicht einmal mehr in Gesicht sehen. Aber die Sache war ja nicht sein Problem.


    (sorry, ich kam die letzten 2 Wochen gar nicht zum posten! x.x)


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  • Jack und Yuri


    Das arme Mädchen musste sich vorhin wohl ganz schön den Kopf angehauen haben, zumindest war das Jack's Vermutung, nachdem sie einen ziemlich verwirrten Eindruck auf ihn machte. Ein wenig tat es ihm ja trotzdem leid, dass er ihrer unbändigen Freude einen ziemlichen Dämpfer verpassen musste, indem er sie in die Wirklichkeit holte. Sie hatte ein ziemlich ansteckendes Lächeln..."Schon okay, ist ja nichts Schlimmes", erwiderte er beschwichtigend auf ihre Entschuldigung. Ihre Erklärung, wieso sie ihn mit einem ihn fremden Namen angesprochen hatte, klang auf den ersten Blick ziemlich einleuchtend. Eine Verwechslung war wohl etwas, was jedem immer wieder mal in seinem Leben passierte. Aber Jack zweifelte doch ein wenig an der Tatsache, dass es abgesehen von ihm in Riverport einen zweiten lilahaarigen, gut trainierten Typen gab, der noch dazu seine Haare so lange trug, dass ein Zopf die einzige Möglichkeit war sie in irgendeiner Weise zu bändigen. Aber die Welt da draußen war voller Mysterien und Zufällen und so war Jack's Interesse was Allen betraf auf jeden Fall geweckt. Nur zu gerne hätte er diesen Doppelgänger mal gegenüber gestanden. Noch immer blieb eine besorgte Miene in Jack's Gesicht haften, vor allem da sich sein Gegenüber wohl noch immer nicht von ihrer Enttäuschung erholt hatte."Wenn Sie mir die Frage gestatten...Was ist mit Ihren Bruder?" Seine Neugierde war auf jeden Fall geweckt und er wollte wissen, wieso es der jungen Frau so ein glückseliges Lächeln auf ihre Lippen gezaubert hat bei ihrer leider falschen Annahme ihrem Bruder gegenüber zustehen.


    (Kein Problem, ich geh es ja scheinbar auch gemütlicher an xD)

  • Die Lachshaarige richtete ihren Blick bei den Worten Jacks wieder in seine Richtung, wirkte etwas überrascht von dem, was er da von sich gab und klimperte zwei, drei Mal mit ihren Wimpern herum, ehe sie sie zu einer Antwort ansetzen konnte. "Oh.. nichts.. dramatisches?", begann sie dann ihm zu antworten und überlegte einen Augenblick lang, was genau sie ihm über die Situation erzählen sollte oder aber auch wollte. Einerseits kannten sie sich ja gar nicht und irgendwie waren diese Informationen zu einem gewissen Grad schon privat, doch.. soviel machte sich die junge Frau auch gar nicht aus ihrer Privatsphäre und allein, dass der ebenso junge Kerl hier ihre Umstände hinterfragte war.. ungewöhnlich? Normalerweise würde man sich nach so einer Verwechslung ja peinlich berührt verabschieden und hoffen, dass sich die Wege so bald nicht wieder kreuzten. Nicht so aber gerade. Vielleicht war der Fremde auch einfach nur von unglaublich neugieriger Natur..? Naja, es gab keinen Grund für sie diese Neugier nicht zu stillen. "Er ist bloß ein unglaublich begabter Friseur und sein Laden lief in dieser Stadt leider nicht so gut, wie er es sich erhofft hatte.. Weshalb er sich umso mehr gefreut hat, als ihm eine wirklich begehrte Stelle angeboten wurde. Am anderen Ende des Landes. Was mich hingegen.. eher weniger gefreut hat." Die Schneiderin gab ein tiefes Seufzen von sich, schüttelte dann jedoch den Kopf und ließ über ihre Lippen ein schiefes Lächeln strahlen. "Ohje, das sollte ich so nicht sagen. Ich bin wirklich froh darüber! Bloß könnte er sich gerne mal öfter melden, oder mal vorbei kommen.. Aber ich bin ihm nicht böse, ich kann mir ja vorstellen wie beschäftigt er ist und solche Dinge sind nun einmal wichtig.." Aber ich bin es doch auch?, wollte sie zunächst in Gedanken hinzufügen, ließ es dann jedoch sein. Mhm, nein, solche Gedanken durfte sie wirklich nicht haben, auch wenn sie irgendwo berechtigt waren! Doch es wäre einfach nicht fair gewesen ihrem Bruder Vorwürfe zu machen bloß weil dieser versuchte seinen Traum zu leben. Yuri sah kurz wieder hinunter auf ihr Handy und fragte sich einen Moment lang ob sie vielleicht zuviel gesagt hatte. Nicht, weil sie zuviel verraten hatte oder so, sondern einfach weil.. ihr Gegenüber wahrscheinlich etwas viel tragischeres erwartet hatte und diese Geschichte für den niedrigen Unterhaltungsgrad einfach viel zu lang. Sie sah wieder auf und gab ein kleines, melodisches Kichern von sich: "Eigentlich trägt er seine Haare auch in Rottönen und ein ganzes Stück kürzer als du", sie konnte sich einfach nie merken in der Höflichkeitsform zu bleiben, wenn sie denn einmal mit Unbekannten sprechen musste, "Weshalb ich mir jetzt ein wenig dumm vorkomme euch verwechselt zu haben, aber.. bei seinem Beruf war eine spontane Typveränderung im ersten Moment gar nicht so abwegig, heh.."

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  • Jack und Yuri


    Für einen kurzen Moment bereute Jack seinen Drang etwas über die Fremde zu erfahren, zumal er ja noch nicht einmal ihren Namen wusste. Was war nur bloß mit seiner Nettiquete los? Auch sein Gegenüber wirkte über seine Neugierde ein wenig überrumpelt. Klar, es kam wahrscheinlich nicht so oft vor, dass sie einen Fremden mit ihrem Bruder verwechselte und der sie dann wie Sigmund Freud über ihre gesamte Kindheit ausfragte. Jack hätte wahrscheinlich sogar seine Frage wieder zurückgezogen mit einer ausführlichen Entschuldigung, hätte die junge Dame nicht auf einmal zu Antworten begonnen."Oh, verstehe.", entwich es seinem Mund, als ihm versichert wurde, dass es sich um nichts Schlimmes handelte. Wobei ganz verstand er ja eigentlich nicht. Aber es war schon eine Erleichterung zu wissen, dass man ihn nicht für eine Erscheinung gehalten hat. Geister und die dazugehörigen Stories fand Jack schon immer ein wenig beängstigend. Diese kurze Antwort war eigentlich auch für den lilahaarigen Mann durchaus ausreichend, aber es ging dann sogar noch weiter. Er hörte ihr aufmerksam zu und seine Miene wandelte sich von verständnisvoll zu mitfühlend. Er konnte nur zu gut mit seinem Gegenüber mitfühlen. Er und Naomie waren so gut wie unzertrennlich und dennoch haben sie sich jetzt schon eine ganze Weile nicht mehr gesehen. Beide hatten sich seit dem Umzug einfach mit so vielen verschiedenen Sachen umgeschlagen, dass es am Abend meistens nur für ein müdes Lächeln reichte, wenn sie in ihre Zimmer verschwanden. Als emphatische Geste berührte Jack kurz den Oberarm seines Gegenübers und hoffte damit keine Grenze zu überschreiten. Aber wenn man sich einsam und vernachlässigt fühlte, waren solche kleine Berührungen meistens genau das Richtige. Zumindest sah Jack das so."Man muss sich nicht schlecht fühlen, wenn man sich mehr Aufmerksamkeit von Jemanden wünscht. Das ist weder egoistisch noch böse. Es zeigt nur, wie wichtig dir dein Bruder ist.", stellte er seine Meinung zu dem Ganzen dar und hoffte so der jungen Frau ein wenig von ihrem scheinbar schlechten Gewissen nehmen zu können. "Wirklich ein Jammer, wir hätten einen Friseur hier gut gebrauchen können. Vor allem wenn er wirklich so begabt ist, wie du sagst.", versuchte er die Stimmung ein wenig wieder aufzulockern. Als sie dann ihren Bruder beschrieb musste Jack lauthals auflachen. In seiner Vorstellung sah dieser Allen komplett anders aus als er."Naja, er würde sich wahrscheinlich viel mehr um seine Haare kümmern als ich.", sagte er noch immer mit einem leichten Schmunzeln im Gesicht und deutete dabei auf seinen Zopf, den er auch heute eher achtlos zusammengebunden hatte.

  • Die Schneiderin wirkte erneut für einen kurzen Augenblick überrascht, als sich ihr Gegenüber plötzlich in Bewegung setzte und das nur um ihr dann.. sanft und, ja, konnte man das denn tatsächlich herzlich nennen?, eine kleine Berührung zu schenken. Yuris Mundwinkel konnten nicht anders, als bei dieser Aktion des hochgewachsenen Kerls ein kleines Lächeln aufgezaubert zu bekommen und als der junge Mann weitersprach, da war ihre Verwunderung wirklich nur noch positiver Natur. Es war mehr als offensichtlich, dass sie diese Person hier nicht kannte, nicht persönlich und auch auf sonstige Weise waren sie sich vollkommen fremd. Und trotzdem war sich die kleine Frau sicher keinen schlechten Menschen vor sich zu haben. Es war schon verwunderlich genug, dass er gewillt, nein scheinbar sogar nicht abgeneigt war, einer Wildfremden zuzuhören und noch dazu auch kein einziges Fünkchen genervt von ihrem ausgearteten Redeschwall war. Oder zumindest konnte er diese zwei Emotionen wirklich wahnsinnig gut verbergen, sollte er sie gerade doch verspüren. Aber dann hätten seine Worte ja keinen Sinn gemacht, nicht? Auch wenn Yuri in jenem Augenblick nicht wirklich viel mit seiner Geste, seinen eigentlich logischen und für sie doch schon selbst verständlich gewordenen Erklärungen anfangen konnte - zu deprimiert hatten ihre eigenen Gedanken sie gerade einfach gestimmt -, so nahm sie seinen Versuch doch dankend an. Ihr Bruder war ihr wirklich wichtig. Und ja, ihr Gegenüber hatte Recht. Doch so war es nun einmal mit diesen elendigen Gefühlen die man manchmal verspürte. Sobald sie da waren verschwanden sie nicht so einfach. Vielleicht von der Oberfläche, doch innerlich nagten sie dennoch weiter an den eigenen Eingeweiden. Vielleicht musste sie sich wirklich nicht egoistisch fühlen - doch das tat sie trotz allem. Aber das würde nicht lange andauern! Da war sich die Lachshaarige sicher. Erst Recht, als der Fremde sie mit einem plötzlichen, fast schon ansteckendem Lachen verdutzte und gleichzeitig aber auch gekonnt ablenkte. Hatte sie fast schon ansteckend gesagt? Scheinbar hatte sie es unterschätzt, denn bei seinem kleinen Kommentar stimmte auch sie vorsichtig in das Gelächter mit ein. "Nicht nur um seine.", begann sie kichernd, beruhigte sich dann jedoch auch, "Ich bin mir ziemlich sicher, er würde dich umbringen, wenn er dich so zu Gesicht bekommen würde. Er kann es wirklich nicht leiden, wenn irgendwo, auf irgendeinem Kopf auch nur ein einziges Haar nicht perfekt sitzt." Das hatte sie schon oft genug am eigenen Leib erfahren müssen. Durch ihre tollpatschige Art hatte die Brillenträgerin schon so manch liebevolle Frisur komplett ruiniert, nur um die dann persönlich von dem begabten Friseur korrigiert zu bekommen. Wenn sie genauer darüber nachdachte.. war das eigentlich gar nicht so übel gewesen. Irgendwie hatte sie sich dadurch wie ein berühmte Filmstar, mit einem privaten Stylisten gefühlt. Auch.. wenn sie als Schneiderin irgendwie auch ihr eigenes Stylist war. Die Frau sah auf einem zu ihrem Gegenüber auf und wirkte so, als wäre ihr plötzlich etwas ganz Wichtiges wieder eingefallen: "Oh! Der See!", entkam es ihr, nicht der Tatsache bewusst, dass sich dieser wenige Meter von ihr entfernt befand, "Den hab' ich ja komplett vergessen! Uh.. wolltest du zufällig auch dahin oder.. stehst du normalerweise immer zwischen Bäumen herum und hoffst darauf, dass Damen in Nöten in dich hineinrennen?", witzelte sie durch ihre ernsthafte Neugierde hindurch. Nach dem kleinen Gespräch vorhin sollte das doch nicht zu persönlich gewesen sein, oder?

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  • Jack und Yuri


    Es war für Jack erfrischend zu sehen, dass er seine neue Bekanntschaft zum Lachen gebracht hatte. Obwohl es eigentlich sie selber gewesen war, mit ihrer doch zu komischen Verwechslungsgeschichte. Ihm gefiel ihr Lachen, es sorgte dafür, dass sie ein wenig weicher in ihrem Gesicht wurde. Jünger wirkte. Jack tat sich nämlich ziemlich schwer damit ihr Alter einzuschätzen. Denn so wie sie sich verhielt und auch so vom Äußeren her, wirkte sie unglaublich reif."Ach, tatsächlich?", entkam es ihn überrascht und er griff sich unbewusst auf sein Haupt. Ein bisschen verwunderte ihn der Haartick ihres Bruders schon. Er selber wusste zwar, dass er wahrscheinlich nur einen Bruchteil der Zeit von anderen Leuten mit der Haarpflege verbrachte. Aber er dachte sich nicht weiter dabei. Perfekt unperfekt, oder wie man sonst auch diesen Style nennen wollte. Aber ja, das Äußere stand bei ihm irgendwie nicht an oberste Stelle. Auch wenn es nicht ganz unwichtig war. Jack schüttelte unmerklich den Kopf. Er verlor sich irgendwie gerade ein wenig in seiner innerlichen Debatte. Der Aufschrei von seiner Begleitung riss ihn also aus seinen Gedanken. Als wäre er selber ein wenig überrascht davon, drehte er sich zu dem See um und beobachtete ihn. Er lag noch genauso ruhig und bedächtig da, wie vorhin."Ich wollte wirklich einen kleinen Spaziergang zum See machen. Mit einer Dame in Not habe ich wirklich nicht gerechnet.", antwortete er ihre Frage ehrlich und deutete dabei auf die Wildnis um sie herum. Es kam ja doch nicht so oft vor, dass sich außer ein paar fleißigen Wanderer jemand hierher verirrte. "Bevor du mich jetzt Ritter mit unordentlichem Haar nennst...mein Name ist Jack.", stellte er sich nun vor.