• Das Grölen der Löwen, das Plappern der Papageien und das Plätschern der Nilpferde – für diese Erlebnisse muss man nicht mehr eine halbe Weltreise hinlegen. Im Zoo hausen sowohl hier beheimatete als auch exotische Tiere. Tiger aus Südafrika, Kängurus aus Australien oder Biber aus Kanada, der Zoo bietet die Möglichkeit all diese Lebewesen an einem Ort bewundern zu können. Am Ende des Rundganges findet man sich in einem Streichelzoo wieder. Dort haben die kleinsten Zoobesucher die Möglichkeit, Ziegen zu streicheln und Hasen zu füttern. Man sollte aber auf die freilaufenden Pfaue Acht geben, die immer mal wieder den Weg kreuzen. Selbstverständlich gibt es auch das ein oder andere Cafe, in dem man sich ausruhen kann und sich auch einen kleinen Snack gönnen kann.


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  • Nachdem Sue die SMS von Rick gelesen hatte, war sie sofort aus der Miethalle gestürmt um sich mit ihm zu treffen. Sie hatte dabei nicht einmal einen Blick auf die Uhr geworfen, denn erst jetzt merkte sie, dass es mittlerweile schon nach Mitternacht war und erst jetzt fragte sie sich, was er eigentlich im Zoo wollte. Dieser war doch geschlossen, oder irrte sie sich da? Vielleicht war es einer dieser 24-Stunden Zoos, jedoch verwarf sie den Gedanken sofort, da sie schon nach zehn Minuten vor dem großen Eingangstor stand, welches ihr die genauen Öffnungszeiten verriet und zu ihrem Bedauern war der Zoo logischerweise schon längst geschlossen. Gut, so eine irrsinnige Idee konnte auch nur von Rick kommen, was erwartete sie? Die Schwarzhaarige seufzte und ließ sich auf einem riesigen Stein nieder, der wohl eigentlich als Dekoration diente und wartete ungeduldig auf ihren Freund.

  • ~ Schon von Weitem konnte man das altbekannte, vorallem in der Nacht schon annähernd ohrenbetäubende Grollen des Motorrades hören, welches dank Sue zu neuem Leben erwacht war und zusammen mit Ricks lautem Lachen die Stille der Dunkelheit durchbrach und - leider Gottes- wahrscheinlich einige unschuldige Passanten dazu veranlasste zu denken, ein Mörder sei auf seinem Schlachtzug. Aber der Dunkelhaarige konnte nun wirklich nicht anders, als die ganze Fahrt über zu Lachen. Man konnte ja nicht ahnen, dass es dies tat, weil er sich so verdammt freute. Was freuen überhaupt das richtige Wort? Er konnte das Ganze nämlich noch immer nicht fassen. Vielleicht hatte er sich das Motorrad ja auch nur eingebildet - hey, immerhin war er mal Arzt gewesen und einige merkwürdige Medikamente gammelten noch immer zwischen seinen Sachen, wer weiß da schon, ob er nicht auf die Idee gekommen war, etwas davon einzunehmen und deshalb halluzinierte -, weshalb er das Ganze umso mehr genießen musste. Vielleicht jedoch, sollte er sich angewöhnen, einen weniger boshaften Klang in der Stimme zu haben, solange er nicht in Sues Nähe war. Ja, vielleicht.. meh. Er fuhr mit seinem Lachen fort, bis zu dem Parkplatz des Zoos, wo er letzendlich verstummte und die letzten Meter bis zum Eingangstor stumm entlang fuhr, Sue erblickte und mit einer scharfen Wendung - die nicht weniger laut war als alles zuvor - nur einen Meter vor ihr zum Stehen kam. Der Dunkelhaarige stieg vom Motorrad ab , fuhr sich noch einmal mit der Hand durchs Haar - auch wenn dieses noch immer verdammt ungekämmt und verwuschelt war - und blickte seiner Freundin dann direkt in die grauen Augen. "Hey.", gab er dann von sich, mit einem Grinsen auf den Lippen, dann deutete er mit einer Kopfbewegung Richtung Motorrad, "Guck mal was wieder zu mir gefunden hat. Ich frag mich bloß wie!" Ah. Okay, so eine Reaktion hätte Suiren sicher von ihm erwartet. Auch wenn sie nicht einmal ansatzweise rüberbrachte, was die Asiatin mit diesem Geschenk überhaupt für ihn getan hatte. Einen Moment lang wich das Grinsen aus seinem Gesicht und je länger Rick Sue entgegenblickte, desto irritierter wirkte er - was zur Hölle sollte er jetzt eigentlich tun? Er hatte schon viele Romanzen und Beziehungen gespielt, aber erst jetzt viel ihm wirklich auf, dass er in einer richtigen, ehrlichen so ziemlich aufgeschmissen war. Die beiden waren schon eine ganze Weile zusammen, sollte er sie dann nicht.. umarmen? Sie küssen? Irgendetwas tun? Das natürlichste wäre für ihn jetzt wohl gewesen, sich auf die Schwarzhaarige zu schmeißen, fröhlich zu Lächeln und ihr zu sagen, was er für sie empfindet - wie glücklich ihn das Ganze gemacht hatte, und dass die Erbin einen an der Klatsche hatte. Natürlich in einer groberen, mehr zu ihm passenden Variante. Statdessen jedoch wand er seinen Blick jedoch von Sue ab und starrte eine Weile lang in die Dunkelheit. Er .. vertraute Sue schon .. ein wenig. Das konnte er sich Selbst gegenüber inzwischen zugeben. Aber er konnte doch nicht einfach.. Er schüttelte innerlich den Kopf. Schwachsinn. Er hatte es in seinem Leben besser gelernt. Außerdem war das sowieso nicht er. Das Ganze hatte noch nie zum ihm gepasst. Er mochte oft ein verdammtes Arschloch sein, aber hey, ihn störte das nicht. Sich anders zu verhalten wäre wahrscheinlich sogar lächerlich, gar erbärmlich. Soweit würde er es sicher nicht kommen lassen. "Whoah, du siehst.. ziemlich fertig aus. Hab' ich irgendetwas verpasst?" Er gab ein kurzes, verpöhntes Schnauben von sich, dann sah er Sue wieder direkt ins Gesicht. "Okay, okay. Ich weiß, du fragst dich, was wir hier sollen. Dau einfach mal eine kurze Frage: Schon von meinem neuen Job gehört?"


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     Well you talk like yourself - No, I hear someone else though - Now you're making me nervous..~


  • Ein lautes, immer näher kommendes Motorgeräusch, das man auch mit dem lauten Schnurren einer Katze vergleichen könnte, zerstörte die angenehme Ruhe der Nacht und ließ andere Leute verwundert und erschrocken zurück. Ein Grinsen schlich sich dabei auf Sues Lippen, es konnte ja schließlich nur Rick auf seinem neuen alten Motorrad sein. Nach wenigen Sekunden erhellte auch das Scheinwerferlicht den Weg zum Zoo, zu ihrem Unglück blendete es aber auch ihre Augen. Gekonnt bremste der Braunhaarige in einer Kurve direkt vor ihr und sah sie mit seinem typischen Grinsen an, während er ein lässiges "Hey" von sich gab. Unbeabsichtigt hielt die Schwarzhaarige die Luft an und ihr Herz fühlte sich so an, als würde es jeden Moment aus ihrer Brust hüpfen. Auch das unbewusste Grinsen wurde immer breiter je länger sie ihn ansah und seine darauffolgenden Sätze mussten für's Erste ignoriert werden. "Riiiiiiiiiiiiiick!", quietschte sie, hüpfte vom Stein und drückte den Jungen so fest an sich, dass ihm sicher die Luft wegblieb. Für längere Zeit verharrte sie in dieser Position, vergrub ihren Kopf in sein schwarzes T-Shirt und genoss seine Wärme. Es waren schon mehrere Wochen vergangen seit sie sich das letzte Mal gesehen hatten und über die neue Stadt konnten sie sich noch gar nicht austauschen. Doch das Wichtigste im Moment war einfach bei ihm zu sein. Sie murmelte irgendetwas unverständliches und ließ schließlich von ihm ab, jedoch nicht ohne ihn zärtlich zu küssen und ihm auf zehenspitzen einen weiteren Kuss auf die Stirn verpasste. Zwar tat Rick diese Dinge nie von sich selbst aus, doch solange er ihre Zuneigung nicht ablehnte machte ihr das nicht viel aus. "Ah, ich hab dich vermisst...", murmelte sie und lächelte ihn an. Selbst in der Dunkelheit strahlten seine eisblauen Augen sie förmlich an. Ein Moment der Stile herrschte, denn wahrscheinlich wartete Rick auch auf Antworten für seine Fragen, welche Sue für die ersten Minuten gekonnt ignoriert hatte. "Oh... naja, ich war bei der Faschingsfeier, sonst aber nichts. Ich hatte wohl einfach zu wenig Schlaf in den letzten Tagen", erklärte sie ihm und hielt seine Hände die ganze Zeit über sanft in ihren. In diesem Augenblick gab es keinen Ort an dem sie lieber wäre, solange sie mit Rick zusammen war. "Du hast schon einen neuen Job?" Gespannt zog die Schwarzhaarige eine Augenbraue in die Höhe und erwartete schon das Schlimmste.

  • "Whoah, Sue!", war das Erste, was der Junge von den Lippen brachte, als seine Freundin auf ihn zugestürmt kam und ihn, trotz ihrer geringen Größe, fast zerquetschte. Auch wenn er schon vorhin whoah gesagt hatte. Und sich nicht gerne wiederholte. Aber hey, es ging hier schließlich um Suiren. Da war es manchmal nicht gerade einfach, mehr als whoah rüber zu bringen. Die restliche Zeit über blieb er still und wartete ab - natürlich merkte er, was die Asiatin da tat, dass sie sich in sein Oberteil kuschelte - und zugegeben, der Braunhaarige empfand schon fast das Bedürfnis das Mädchen in den Arm zu nehmen, allerdings verunsicherte ihn dies nur noch mehr, weshalb er einfach starr da stand und, nachdem Sue ihn geküsst hatte, stattdessen nur ein lautes Seufzen von sich gab. "Vermisst, hah..?" Seine Augen wanderten hinunter, zu den Händen den Beiden, die Suiren noch immer sanft festhielt. Der Dunkelhaarige ließ abrupt los und hob die Hände in die Höhe, so wie man es tun würde, wenn man seine Unschuld beweisen wollte. Er grinste, neigte sich dann jedoch ein Stückchen hinunten und legte seine Hand auf den Kopf der Erbin, wo er ihr erstmal eine Runde durch die Haare wuschelte, bis diese letzendlich teil wirr in ihrem Gesicht hingen. "Warum erzählst du mir dann nichts von dieser Faschingsfeier, ich hätte dich so gern in irgendein merkwürdiges Kostüm gesteckt.." Er seufzte erneut, diesmal übertrieben dramatisch und nahm dann die Hand vom Kopf der Kleineren. Rick blickte hinüber zum Tor und lachte leise auf, als er aus seiner Hosentasche einen Schlüssel zog und diesen erst einmal eine Weile lang die Stille der Nacht mit einer klimpernden Melodie durchbrechen ließ. "Ich arbeite hier. Ich bin der neue Tierarzt. Hat sich also fast nichts geändert." Der Blauäugige zuckte mit den Schultern. Sue konnte sich wahrscheinlich denken, dass es keinen Grund gab, weshalb der Junge die Schlüssel zum Eingangstor bekommen haben sollte, schließlich brauchte er ja nur Zugang zu seinem eigenen Arbeitsplatz mit all den Untersilien und Medikamenten, aber eine Hinterfragung erwartete Rick nun wirklich nicht. Es war ja schließlich nicht das erste Mal, dass er etwas hatte mitgehen lassen. Der Arzt blickte wieder zu seiner Freundin und erst jetzt fiel ihm auf, dass er die Begrüßung der Beiden ziemlich schroff beendet hatte. "..Ah.", gab er ein wenig erstaunt von sich und blickte dann wieder zur Seite. Mit etwas Glück würde seine Begleitung ja realisieren, dass dies so viel wie eine lautlose - und wahrscheinlich viel zu undeutliche - Entschuldigung darstelle. "Wollen wir .. uns drinnen ein wenig umsehen?"


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  • Mit verschränkten Armen und aufgeblasenen Wangen starrte sie Rick wütend an. Natürlich war sie nicht wirklich wütend, aber insgeheim hatte sie sich schon gewünscht, dass er ihre Nähe und ihre Küsse erwidert hätte. Gut, man konnte wohl nicht alles haben, selbst wenn es ihrer Meinung nach das Mindeste wäre. Sie pustete sich die Haare aus dem Gesicht, musste am Ende aber doch alles mit der Hand wieder richten und fuhr sich anschließend einige Male mit der Hand durch ihre mittlerweile wieder lange Haarpracht. Glücklicherweise waren sie schon wieder auf die selbe Länge wie vor dem damaligen Brand, auch wenn ihr die kürzere Frisur nichts ausgemacht hatte, sie bevorzugte ihre Haare lang. Ein langgezogener Seufzer entfuhr ihr als Antwort auf seine 'Entschludigung' und sie beschloss das Thema einfach zu vergessen. "Theoretisch kannst du mich in jedes Kostüm stecken, das du willst." Das war natürlich auch keine kleine Anspielung. Sue grinste leicht und wartete darauf, dass er das Tor aufschloss. Irgendwie überraschte es sie nicht, dass er sie zu einem Mitternachtsbesuch im Zoo einlud, schließlich waren sie mal in das Schloss der Hexenprinzessin eingebrochen, als sie noch in Destiny Valley gewohnt hatten. Außerdem fand die Asiatin solche Sachen viel aufregender als langweilige Picknick-Dates oder so. "Tierarzt, hm? Warst wohl nicht gut genug für die Stelle als Arzt hier", neckte sie ihren Freund zurück und stieß ihm leicht in die Seite während sie den Gehweg entlangschlenderten. Wahrscheinlich würden sie auch auf den Videoaufnahmen sein, doch wen kümmerte das schon? Es sah sich sowieso keiner das Aufnahmematerial an, zumindestens nicht, solange nichts Schlimmes passierte. Sue legte den Kopf in den Nacken, packte ihre Hände in die Taschen ihrer Lederjacke, da es mittlerweile ziemlich kühl war, und betrachtete beim Gehen die funkelnden Sterne im klaren Nachthimmel. "Es sollte eigentlich eine Faschingsfeier für die ganue Stadt werden, aber das hat wohl niemand mitbekommen, also waren nur ich und Amir da. Dieser Prinz."

  • "Vielleicht hätte ich auf meiner alten Arbeitsstelle ja öfter auftauchen müssen.", wand der Braunhaarige murmelnd auf den Kommentar Sues hin ein und wieder einmal zuckte er mit seinen Schultern. Eigentlich war es ihm ja sowieso vollkommen egal, als was und wo er arbeitete. Diesen Job jedoch hatte er von sich aus ausgewählt. Das jedoch musste er der Schwarzhaarigen noch nicht sagen, wenn überhaupt. Kaum eine Minute verging und schon stand das Tor ins Reich der Tiere weit offen. Und nur für den Fall des Fälle, dass doch Jemand in der Gegend vorbeikommen würde, ließ Rick dieses auch in diesem Zustand. Immerhin könnte der Ausflug ja eine interessante Wendung nehmen, sollte ein Passant die Polizei verständigen. "Prinz? Was für ein Prinz? Ich meine.. Prinz von was?" Suiren war ein Stück vorraus gegangen, weshalb der Blauäugige einige schnelle Schritte laufen musste, um wieder in ihrer Reichweite zu sein, was seine Frage zuerst sehr leise und dann plötzlich laut erschienen ließ. Aber nun einmal im Ernst, was hatte ein Prinz in so einer Stadt verloren? Dennoch konnte der Junge nicht anders, als plötzlich - ein wenig - verächtlich aufzulachen. "Warte, hast du gerade gesagt, nur ihr Beide? Ich dachte wir wären hierher gezogen, weil Destiny Valley ausgestorben ist, aber das Ganze hier scheint ja kaum besser zu sein!" Ein Kopfschütteln folgte er Bemerkung, dann wandte er sich jedoch mehr seiner Begleitung zu, erharschte wohin sie gerade sah, und folgte ihren Augen nach oben, in den von Sternen umzingelten Himmel. "Pass auf, dass du nicht hinfällst, Liebes." Der Dunkelhaarige wand den Kopf wieder gen Boden und erblickte einen großen, leer-wirkenden Platz, in dessen Mitte ein Sprinbrunnen stand, der gerade jedoch - logischer Weise - außer Betrieb war. Scheinbar hatten die Beiden den Mittelpunkt des Zoos erreicht und von hier aus zweigte der Gehweg sich in etwa sieben Richtungen - sie alle würden sie zu einem anderen Teil der Gehege führen. Etwas perplex wand der Junge den Kopf von einer, dann zur anderen Seite - das Ganze wiederholte sich einige Male, bis er auf dem Absatz kehrt machte und Sue erwartungsvoll in die dunklen Meere blickte. "Ich .. bin zum ersten Mal hier.", gab er zu, auch wenn man von ihm sowieso nicht erwartet hätte, jemals ohne Grund bei der Arbeit aufzutauchen. "Mein Orientierungsinn..", begann er schließlich sein Gemurmel, wurde dann jedoch mitten im Satz wieder lauter, "Hier müsste irgendwo ein Wegweiser sein.. oder halt! Sollen wir einfach irgendeinen Weg nehmen?" Noch immer verwirrt, wandte der Arzt sich wieder von seiner Freundin ab und ließ seinen Kopf erneut in jede erdenklicke Richtung schweifen, dennoch schien er aus den Wegen nicht schlau zu werden. "Verdammt." Ein Seufzen folgte und schon hatte Rick sich auf den Boden fallen lassen, auf welchem er es sich in einer schneidersitzähnlichen Position bequem machte, dann den Kopf jedoch nach Hinten neigte und doch letzendlich wieder in das Gesicht seiner Freundin starrte. Dann jedoch grinste er, griff nach dem Arm der Asiatin, zog sie einige Zentimeter nach unten, streckte sich derweil jedoch nach Vorne, wo sich direkt vor ihnen der Springbrunnen befand und beförderte erst einmal eine handvoll Wasser in das Gesicht seiner Liebsten. "..." Er ließ sie los und wartete. "Vor ein paar Sekunden dachte ich noch das wär eine gute Idee, ich schwör's."


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  • "Na, glaubst du denn auch, dass du hier öfters auftauchen wirst als auf deiner alten Arbeitsstelle?" Denn irgendwie bezweifelte sie das stark, er war... einfach nie der Typ für sowas gewesen, folgte keinen Regeln und Listen, machte eher sein eigenes Ding. Aber irgendwie war es auch das, was ihr so an ihm gefiel. Im Endeffekt könnte es ihm auch egal sein ob er bei diesem Job hier regelmäßig auftaucht und seinen Gehalt kriegt oder nicht, irgendwie kam er immer an Geld ran, Gott wusste wie. Man könnte meinen, man müsste sich nie Sorgen um den Jungen machen, doch widerrum brachte er Sue die größten Sorgen die sie je hatte. "Was für ein Prinz?" Sie zuckte mit den Schultern. "Keine Ahnung. Irgendwas in Indien... glaube ich. Auf jeden Fall hat er auch einen persönlichen Butler", erklärte sie ihm auf seine Frage hin und ignorierte einfach seinen Kommentar auf die schiefgelaufene Faschingsfeier. Sicher waren alle einfach nur zu beschäftigt gewesen oder hatten die Party einfach verschlafen. "Pass auf, dass du nicht hinfällst, Liebes." Ein glückliches Lächeln schlich sich auf ihre und befolgte seinen kleinen Rat indem sie ihren Blick ebenfalls senkte. Ein fürsorglicher Satz der von Rick kam und das ganz ohne ironischem Unterton? War ja mal etwas ganz Neues. Doch den Gedanken behielt Sue für sich, schließlich freute sie sich darüber und wollte den kurzen Moment auch nicht ruinieren. Verwirrt folgte sie dem Braunhaarigen, welcher ebenso wenig Ahnung wie sie selbst hatte, doch was blieb ihr übrig? "Naja, eine nächtliche Erkundungstour nur für uns, ganz ohne andere nervige Menschen ist doch auch was Nettes", kommentierte sie seine Verzweifelheit grinsend und wollte sich gerade neben ihrem Freund auf den Boden niederlassen, doch dieser handelte schneller und bespritzte ihr komplettes Gesicht mit Wasser aus dem Springbrunnen, was verdammt kalt war. "...." Ihr Make Up, welches aus Eyeliner und Wimperntusche bestand, floss an ihren Wangen herunter, sodass sie nun wie ein depressiver Clown aussah. "Okay." Suiren lächelte ihn an und schlug vor einfach weiterzugehen, vielleicht würden sie ja irgendwas Spannendes finden. Sie zog ihn an den Händen hoch und führte ihn auf den linken Pfad, welcher anscheinend auf einen Berg führte. Doch bevor sie viel weiter kamen, stellte sie Rick ein Bein, was dazu führte, dass er in dem 1 Meter tiefen Teich neben ihm landete. "Ups~"

  • Der Junge ließ sich von der Dunkelhaarigen aufhelfen und erst auf dem weiteren Weg, als sie an einer beleuchteten Straßenlaterne vorbeigingen, bemerkte Rick Sues plötzliche Ähnlichkeit zu einem Clown, weshalb er begann schadenfroh loszuprusten. "Wenn ich jetzt sage, du siehst wunderschön aus, wie sehr würdest du mich dann umbringen?", fragte er, wand seinen Blick dann jedoch wieder nach Oben, in den Sternenhimmel, leicht verdutzt, da er den Mond gerade nicht finden konnte. Warte, kannte er sich nicht eigentlich auf der Sternenkarte besser aus, als auf der Erdischen? Normalerweise wusste er die Position jedes Sternenbildes, gerade schien er jedoch zu sehr von dem depressivem Clown an seiner Seite abgelenkt zu werden. Sein Kopf neigte sich wieder nach Unten und er schielte kurz zu seiner Begleitung rüber, ehe er sich wieder auf den Weg konzentrierte. Dort, nur nur einen fünf Minuten Weg von ihnen entfernt, hatte er ein Gebäude erblickt, in dass sowohl er als auch Sue sicher gerne reingehen wollen würden. Er machte einen schneller Schritt nach Vorne, um sich ein Stück vor der Asiatin zu befinden und gab ein "Hey, Sue", von sich, als er sich mitten in diesem Schritt um 180 Grad drehte, um seiner Freundin direkt gegenüber zu blicken und ein Grinsen über seine Lippen kam, doch diesen Grinsen verschwang schnell, da die Erbin genau in diesem Moment auf die geniale Idee kam ihm ein Beinchen zu stellen, als Rick mit seinem Rücken gewand dem Teich entgegenblickte. Überrascht riss Rick die Augen weit auf, als er - für ihn in Zeitlupentempo - nach Hinten fiel und kaum eine Sekunde später mit dem Oberkörper vorraus im Wasser landete und nur seine Füße aus dem Wasser ragte, jedoch verschwanden auch diese, als der Blauäugige den Boden der Grube erreicht hatte. "....", war alles was man hörte - nein sah, denn eine Weile lang stiegen bloß eine Menge Bläschen an die Oberfläche, bis Rick schließlich wieder mit dem Kopf zuerst an die Oberfläche kam und langsam wieder aufstand. Er strich sich seine nasse Haarpracht aus dem Gesicht und sah dann vollkommen emotionslos seiner Freundin entgegen, bis er plötzlich das Gesicht verzog und seine rechte Hand schnell aus dem Wasser zog, an dessen Finger plötzlich zwei Schildkröten hingen, die den Jungen offensichtlich gebissen hatten. "Fuck, fuck, Fuck!" Gab er von sich und schüttelt seine Hand einige Sekunden lang, was die Schildkröten dazu brachte aufzugeben und diese mit zwei Ploppgeräuschen wieder ins Wasserbeförderte. Eine andere Schilkröte hatte sich in sein T-shirt gebissen und fuchtelte wild mit sein Beinchen herum, weshalb der Braunhaarige das Tier bloß anstarrte, solange, bis es scheinbar die Kraft oder den Halt verlor und ebenfalls in den Teich fiel, dabei jedoch das Wasser so stark riitierte, dass dem Jungen noch einmal ein Teil vom See ins Gesicht spritze. Noch einmal strich er sich die Haare aus dem Gesicht, blickte dann auch letzendlich wieder hoch zu der Asiatin. "Ernsthaft, Sue? Ernsthaft? So sehr würdest du mich also töten?"


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  • Zugegebenermaßen fand Sue die ganze Situation lustig, besonders als die Wasserschildlkröten dachten, ihr Nachtisch wäre gerade in den Teich gesprungen. Aber dann wiederum fühlte sie sich ein wenig schlecht, denn sie war nicht diejenige, die bis zur Hälfte im Wasser saß und von Zootieren gebissen wurde. Dafür war ihr komplettes Make-Up ruiniert! "Ach komm, lass uns lieber gehen und uns wärmer anziehen. Sonst erkältest du dich ja noch", schlug sie vor und zog ihren Freund aus dem Teich. Jaja, auch Sue konnte fürsorglich sein. "Außerdem steht noch die Reise auf die Galapagosinseln an!" Die Schwarzhaarige ging mal davon aus, dass Rick regelmäßig seine Post last... okay, eigentlich tat sie das nicht, aber das war sein Pech. Das Paar machte sich auf den Weg zu ihren jeweiligen Wohnorten um sich passend zu kleiden und die Koffer zu packen. Anschließend gingen sie gemeinsam zum Marktplatz~


  • ~Hahkota und Yahto kommen an~


    Zuvor im Haus
    Der Häuptlingssohn musste kurz grinsen also sein Blutsbruder beschrieb, wie er in diesen fremdartigen Schlafgelegenheiten gelegen hatte. Die Antwort war dieselbe wie er jedem gegeben hätte, der ihn danach gefragt hätte. Diese seltsamen Konstrukte waren sehr speziell wenn man darin schlief. Das äußere bestand aus getöteten Bäumen, zumindest sein eigenes Bett, und im inneren war eine große weiche Fläche, welche unter dem eigenen Körper nachgab und sich je nach Position anpasste. Außerdem war es ein leichtes aus diesen hinauszufallen und sich dann auf dem Boden der Hütte wieder zu finden. Oft genug war das dem jungen Schwarzhaarigen passiert als sie noch ganz neu in der Gegend waren und gelegentlich passierte das auch jetzt noch. Diese Nacht hatte er aber Glück gehabt und der Gott des guten Schlafes war auf seiner Seite. Nun fragte ihn das Stammesmitglied wie er geschlafen habe und die Antwort konnte Hahkota sich vermutlich sowieso schon denken, denn die beiden waren sich sehr ähnlich. Mit einem leichten Nicken symbolisierte Yahto das es ihm mit diesen 'Betten', wie man sie in dieser Gegend nannte, nicht anders ging. Kurz waren Yahtos Gesichtszüge von Ungläubigkeit geprägt. Sie waren tatsächlich seit einem Mondzyklus in diesen merkwürdigen hohlen Wal gestiegen, waren mit dem komischen Clown im Bauch des Wals. Die Zeit ging verdammt schnell rum im Gegensatz zu manchen Tagen in ihrer alten Heimat, dort warteten ermüdende Pflichten auf das angehende Stammesoberhaupt und hier war alles so anders und spannend, weshalb in Hahkotas nächsten Vorschlag besonders gut fand und diesem mit einem eiligen "wašté", zustimmte und gemeinsam mit Hahkota auf der Suche nach einer aufregenden Beschäftigung verschwand. Jedoch schnappte er sich zuvor noch sein kleines Messer und eine von Ihnen selbst angefertigte Liane, die als Seil genutzt wurde. Man konnte ja nie wissen was einen an Gefahren erwartete, genau dies hatten die Stammesältesten sie in ihren Tagen als Schüler gelehrt.


    Auf dem Weg zum Zoo
    Yahto verließ die Hütte am Waldrand dicht gefolgt von Hahkota. Wohin sie gehen sollten wusste vermutlich keiner von den beiden und so orientierte sich der Schwarzhaarige an dem Stand des hellen Feuers am Firmament, das deutlich weniger wärmte als die Feuerkugel in ihrem Breitengrad, aber das würde sich wohl niemals ändern soviel er auch darüber nachdachte. Die Götter hatten eine Welt voller Phänomene geschaffen und diese Macht konnte er wohl nie verstehen. Also ging er immer weiter dem Punkt am Horizont nach und kam irgendwann an einen Punkt wo sich der bisherige Untergrund veränderte und auf der diese seltsamen, wie hatte die merkwürdige Frau diese Dinger nochmal genannt?, Taxis?, genau das war das Wort das er suchte. Diese rollten mit Lärm über den schwarzfarbigen, scheinbar festen, Untergrund. Eigentlich war ihm diese Sache nicht so ganz Geheuer, da diese relativ schnell an Hahkota und dem Häuptlingsnachkommen vorbeirauschten. Die Dreadlocks des Braunhaarigen bewegten sich dabei vom Wind den diese 'Taxis' hervorriefen. "šíčA Taxi", brummte er seinem Blutsbruder zu, welcher die fahrenden Ungeheuer ebenfalls misstrauisch begutachtete. "Sei schnell tókhel tȟaté ", grinste er seinen Bruder an und huschte so schnell es ging über die Straße und an den fahrenden Taxis vorbei, die daraufhin noch mehr Lärm machten, indem sie auf die Mitte der runden Scheibe drückten, die sie in der Hand hielten. Mit einem herausfordernden und siegessicheren Grinsen wartete Yahto dann auf den Braunhaarigen, der ebenfalls blitzschnell zu ihm aufschloss und auch in den Genuss des Lärms der rollenden Büffel kam. Weiterhin folgten die zwei Stammesbrüder der hellen Feuerkugel am Himmel, bis der Schwarzhaarige ein ihm bekanntes Brüllen eines Tieres vernahm, was auch bei ihnen zim Dschungel lebte. Ruckartig blieb er stehen und blickte zu seinem großen Bruder und versuchte herauszufinden ob dieser dasselbe dachte wie er. Fast schon war er sich sicher das in Hahkotas Kopf der selbe Unsinn vorging wie in dem seinen und so sagte er nur kurz "hí ób", während er auf die kleine Mauer zuging, die ihn und das brüllende Tier trennten. Für die beiden als Ureinwohner war es ein leichtes ein solche Hindernis zu überwinden, im Dschungel gab es jede Menge Gegenstände die höher waren als diese Mauer. Die könnte man höchstens gebrauchen um den Stammesnachwuchs vorzubereiten, dachte er spöttisch als er auf einen Baum in der Näher kletterte und das Hindernis mit Leichtigkeit überwand.


    Im Zoo
    Der Sohn des Oberhauptes sprang sanft auf der anderen Seite der Mauer wieder herab und blickte sich mit großen Augen um. Er sah viele Tiere, eingesperrt wie gefangene in kleinen Käfigen, aus metallischen Stäben. Er konnte es kaum glauben was er sah und so rief er Hahkota mit folgenden Worten zu sich, "hí ektá Yahto". Noch immer hatte der Schwarzhaarige diesen verblüfften Gesichtsausdruck, während er auf seinen älteren Bruder wartete.


  • On the way


    Gepackt von der Vorfreude auf neue Abenteuer, die in dieser skurillen Umgebung sicher unausweichlich waren, folgte Hahkota seinem Blutsbruder nach draßen, weg vom Grün der Pflanzen, welche so anders waren als die, die bei Ihnen zu Hause wuchsen. Sie ließen den Waldrand hinter sich und folgtem den vorgezeichneten Weg immer weiter entlang der großen Feuerkugel, die ihnen die Richtung wies, wenngleich die fehlende gebende Wärme den Jungen irritierte. Ob die Menschen hier die Götter einst verärgert hatten und infolgedessen war es hier so viel kühler? Hahkota fröstelte bei dem Gedanken, mit den Göttern war nicht zu spaßen! Doch ließ sich der Gedanke schnell beiseite schieben, als sie den ersten größeren Pfad erreichten. Hahkota ging kurz in die Knie um den rauen Boden genauer zu inspizieren. Bisher war dazu keine Gelegenheit gewesen, nach Ankunft in der Fremde wurden sie schnell erwischt und die strenge Häuptlingsfrau hatte ihnen zwar bereitwillig gewisse Dinge erklärt (sofern das möglich war), jedoch schien die gute Frau immer leicht gestresst und an Zeit gebunden. "Tona čą ká iska?", erkundigte er sich und sah fragend zu Yahto auf, der ihn gleichzeitig angrinste und schon dabei war auf die andere Seite zu sprinten. "Yahto!", schimpfte dessen Freund, der schnell wieder auf die Füße gekommen war. Weshalb konnte er sich nie etwas Zeit nehmen?! Naja, wobei, anders wäre es wohl auch nur halb so lustig. Hahkota sah skeptisch auf die tote harte Wiese, auf der seltsam geräderte Monster vorbeirauschten. Diese leblosen Büffel schienen alles andere als.. natürlich, sie stöhnten, schrieen, ächzten - und vor allem stanken sie. Der Lärm raubte ihm Geduld wie Konzentration, kein Grund also länger hier zu verweilen. Leichtfüßig und lautlos sprang Hahkota auf den rauen schwarzen Untergrund und überquerte die kurze Strecke, ohne auf das monotone Brüllen der leblosen Büffel zu achten. "Was él unktehi? Wamákȟaškaŋ él šni.", brummte Hahkota als er zum Häuptlingssohn aufgeschlossen hatte. Die Jungs folgten weiter der untergehenden Scheibe am Himmel, die zumindest dieselbe Farbe behalten hatte, wie sie es gewohnt waren. Schließlich nahmen sie - konnte es stimmen? - vertraute Tierlaute wahr. Hahkota warf sofort einen Blick auf Yahto um zu überprüfen ob sie gedanklich erneut auf derselben Wellenlänge waren. Keine Frage. Sie sprinteten voran in Richtung der heimischen Laute, ehe sie vor einer großen Mauer anhalten mussten. "Mahél!", rief der Junge aus, obwohl es eigentlich klar war. Die Mauer war ein Witz für die Ureinwohner und schnell fanden sie sich auf der anderen Seite wieder.


    Finally arrived. Wuhu.

    "Woaah?!"
    Hahkota pfiff durch die Szene, eher er hinter Yahto zu landen kam. "Was waŋyáŋkA hier?!" Der junge Ureinwohner betrat den Pfad und erreichte mit wenigen Schritten das erste Gehege, in dessem Inneren eingeschlossen sich zwei Panther befanden, die gelangweilt im Schatten lagen. Für den Einheimischen war es unvorstellbar, dass die Tiere lediglich einen kleinen Bereich zur Verfügung gestellt bekamen, wo blieb denn da der Jagdtrieb?! Hahkota ließ vom Panthergehege ab und sah sich um, die Zoobesucher sahen ihn stirnrunzelndn, beachteten die beiden jedoch sonst nicht weiter. Noch nicht. Der Ältere musste das Umfeld, das sich hier bot erstmal auf sich wirken lassen. Überall waren verschiedene wunderbare Tiere eingepfercht, viele davon hatte er selbst auch noch nie gesehen. "Kú hiyáya!!", rief er, da er sich irgendwie vergewissern musste, dass sich hinter der Mauer tatsächlich überall dasselbe abspielte. Und warum interessierte das keinen der Menschen hier?


  • Die beiden waren in dem Tiergefägnis gelandet, dort hatte man alle Bewohner des Dschungels, sowie zahlreiche andere Tiere aus anderen Gebieten der Freiheit beraubt. Yahto war sich nicht sicher ob das in der ganzen Welt hinter der Mauer der Fall war und so beschloss er den Worten seines Blutsbruders folge zu Leisten und schritt weiter voran. So eilten er und Hahkota durch die riesigen Flächen des Stadtzoos. Das Gelände war riesig, es würde reichen um ganze Herden von Dschungelpanthern zu halten und dennoch pferchte man sie in enge Boxen versehen mit Metallgittern, in ein oder zwei der Gehege achtete man darauf das man das Innenleben dieser Gefängnisboxen nach dem natürlichen Lebensraum der Raubtiere gestaltete aber das änderte rein Garnichts daran das man die Tiere ihrer Freiheit beraubte. Sklaventreiber das waren diese weißen Männer in ihren albernen rollenden 'Taxis' und ihrem äußert komischen Kleidungsstil und dann kam noch ihre merkwürdige Sprache dazu. Jedes einzelne Wort hörte sich unfreundlich an und klang negativ hart, fast so als würden die Bewohner hier nur Fluchen. Und das war nicht genug jetzt nahmen sie ihnen auch noch ihre Panther aus dem Dschungel um sie hier zu versklaven, der Drang nach Freiheit machte sich in Yahto breit und er spielte mit dem Gedanken seine tierischen Brüder des Dschungels zu befreien. Allerdings sah er zuerst noch Hahkota an, dadurch das sie sich solange kannte brauchten die Ureinwohner nur wenige Worte zu wechseln, die Mimik war der ausschlaggebende Punkt über die sie auch oftmals kommunizierten. "Hahkota", brüllte der Schwarzhaarige seinem Stammesbruder zu. "wamákȟaškaŋ befreien?", rief er durch die Menschenmenge hindurch und sah seinen Bruder mit ernster Miene an. Was dachten sie die Bewohner eigentlich dabei, obwohl die Tiere zwar einige ihrer Umgebung nachempfundene Objekte, wie zum Beispiel Bäume oder ähnliches hatten, sah man ihnen deutlich an das sie träge geworden waren und sich sichtlich langweilten. Vermutlich wussten sie nicht mal ihre tödlichen Zähne zu gebrauchen und konnten nicht mal ein gelähmtes Kaninchen erlegen, nie hatten diese Tiere die Vorzüge der Freiheit kennengelernt oder es war bereits so lange her das jedes einzelne Tier in diesem Gefängnis es bereits vergessen hatte. "táku meinst ya-?! Befreien?!" , fragte er das ältere Stammesmitglied ehe er auf eigene Faust entschied und einen Fehler beging. Außerdem stellte sich jetzt noch die Frage wie die beiden Dschungelbewohner die massiven Eisengitter aufbrechen sollten.


  • Hahkota begann zusammen mit seinem Blutsbruder sich im Laufschritt weitere Teile des Zoo's anzusehen, doch wo man hinsah erreichte die beiden Jungs dasselbe Bild: Respektvolle Kinder der Natur - so wie sie selbst es auch waren! - in Ketten gelegt. Ihr Stolz wurde begraben, ihre Augen zeigten Vergessenheit. Was maßten sich die weißen wičháša akáŋtula an? Ein seltsames Gefühl des Zornes machte sich in ihm breit, doch galt es nichtsdestotrotz einen kühlen Kopf zu behalten. Der Ältestenstamm hatte es immer wieder gelehrt: blinde Wut hatte noch nie jemanden zum Ziel geführt. Sní ho. Hahkota wurde langsamer und blieb schlussendlich vor einem Gehege mit Giraffen stehen. Voller Zorn schlug er gegen die eisernen Gitterstäbe, um sich Luft zu verschaffen. Wašté. Den dumpfen Wiederhall des Schmerzes in seiner Hand ignorierte er gekonnt. Im Dschungel waren die beiden ziemlich oft in Bredouille geraten - Zeit dies hier aufs Neue unter Beweis zu stellen. Hätte ihn der Zustand der Tiere nicht so erbost, er wäre mit Neugierde hier durchgewandert, denn der Zoo beherbergte auch viele Geschöpfe, die dem Ureinwohner völlig unbekannt waren, da sie nicht auf seiner Insel heimisch waren. Er nickte, eine Antwort auf Yahto's Frage. "K’ú un mázawakȟáŋ .", erwiderte er und fragte sich sogleich wie dieses am besten zu beschaffen war. Oder.. wenn sie es nicht mit Gewalt versuchten? "Ey.. Yahto." Hahkota strich sich die Dreads aus dem Gesicht, während er nachdachte. Der Einfall kam, als ein Wärter an ihnen vorbeilief ohne sie eines Blickes zu würdigen. "Da... Schlüssel..!" Hahkota hatte Mühe das Wort der fremden Zunge auszusprechen, doch hatte die Häuptlingsdame ihnen die Funktion der Schlüssel erklärt mit der Bitte ihre zur Verfügung gestellte Hütte ebenfalls zu verschließen (was sie selbstverständlich nicht taten). Der Wärter trug ebenfalls diese Schlüssel an seiner Hose, sicher waren sie dafür die Gefängnisse aufzubekomemn... oder? Ein Versuch war es jedenfalls wert! Er sah zu Yahto um zu erfahren ob er dafür war oder vielleicht einen besseren Vorschlag bringen konnte. "Ná?"


  • Alles schien so schnell zu gehen, denn Yahto konnte keinen klaren Gedanken fassen. Er war einfach nur wütend was man den Tieren ihrer Heimat angetan hatte, leblose Hüllen mit trüben, schläfrigen Augen die ihr Futter serviert bekamen und weniger Auslauf hatten als ein maštíŋča in den Fängen einer Raubkatze. Die Kinder des Dschungels wurden hier gefangen gehalten und vielleicht plante man mit ihnen ja dasselbe, wenn man sie erst einmal soweit hatte das sie dem ganzen unterfangen wortlos zustimmten. Gefangen in seiner Gedankenwelt aus Verschwörungstheorien der weißen wičháša akáŋtula sowie seine blinde Wut darüber was er hier in diesem Gefängnis sah. Alles um ihn herum schien schneller abzulaufen als gewohnten hier und dort huschten die Einheimischen mit vorbei, manche mit Anzug, andere mit Kleidungsstücken auf denen das Logo der Gefägnisinhaber zu sehen war, sowie Mütter mit ihren kleinen nervigen wakȟáŋyeža an der Hand die unaufhörlich schrien. Eine wahre Folterkammer wenn es darum ging einen klaren Gedanken zu fassen. Wann immer es so schien das der Häuptlingssohn einen Gedanken zu fassen bekam so schien der tȟaté diesen jedes Mal immer wieder aus seinen Gedanken entgleiten zu lassen. Den schwarzhaarigen wunderte dies aber nicht, er hatte das oft und in solchen Situationen war er überglücklich seinen größeren Bruder dabei zu haben. Hahkota war derjenige der die Dinge durchdachte, der sich nicht blind von seinem Zorn leiten ließ, der nachdachte, sich die Zeit nahm und somit immer als Beispiel genutzt wurde wenn der schwarzhaarige Hitzkopf sich wie so oft wieder von seinem Zorn leiten ließ. Sein Vater, die Stammesältesten alle predigten ihm dass er einen kühlen Kopf bewahren sollte, doch das war für den jungen Dschungelbewohner noch nie so leicht gewesen wie für alle anderen. Ein Schlag auf Metall riss ihn aus der Welt der Gedanken zurück ins hier und jetzt, es war Hahkota gewesen der auf eine dieser Käfige einschlug, getan hatte sich jedoch nichts, abgesehen davon das das Wesen in dem Metallgitter zurückschreckte. Diese Tatsache amüsierte Yahto und er musste kurz grinsen. Feige wie ein gnašká , dachte er sich ehe das grinsen sein Gesicht verließ. Auch sein Blutsbruder schien nun damit einverstanden zu sein die Schützlinge des Dschungels zu retten indem er ihm Antwortete. "Mázawakȟáŋ?! tuktél?", er sah sich gleich mit danach um, falls der Dreadträger noch nichts dergleichen gefunden hatte. Schlüssel!!!, bei diesem Wort aus dem Mund seines Bruders wurde er hellhörig, seine Blicke musterten den Platz voller Menschen, darunter musste einer mit dieser Gefägnisinhaberkluft und einem Schlüssel umherstreifen. Da war er, Yahto hatte den Zoowärter ausgemacht und musterte diesen skeptisch, ebenso wie die meisten Tiere hier war er Müde und Träge geworden wie es schien, zudem zählte er auch nicht gerade zu den jüngsten was die zwei Eigenschaften wohl noch verstärkte. Es wäre ein leichtes für die beiden diese in die Jahre gekommenen Mann zu überwältigen aber Yahto tat so etwas nur ungern und Hahkato würde es auch nicht gutheißen. Außerdem hatte der Mann sie ja nicht bedroht und deshalb sah der Schwarzhaarige keinen Grund das mit ihm zu tun. Sie würden ihn einfach berauben, einer würde ihn ablenken während der andere ihm den Schlüsselbund von seiner Uniform löste. Ein Kinderspiel für die beiden Ureinwohner, sie waren es gewohnt leise und unerkannt vorzugehen, während diese einfältigen Stadtesel herumtrotteten und nicht einmal merken würden wenn wenn man sie bestiehlt. "wašté hé Schlüssel, jetzt!", rief er seinem Bruder zu und gab diesem einige Zeichen, er wusste was zu tun war, denn die beiden verstanden sich beinahe wortlos. Er würde den einfältigen alten Mann ablenken während Hahkota sich wie ein Schatten anschleichen und blitzschnell wieder mit den Schlüsseln verschwinden würde. Der Plan war gut und Hahkota war schnell, leise und vorsichtig, es konnte nichts schiefgehen. Yahto hielt langsam auf den Zoowärter zu und packte diesen kräftig bei der Schulter, mit schockiertem Gesichtsausdruck drehte dieser sich um und sah nach wer ihn dort festgehalten hatte. Er sah natürlich niemand anderen als den Sohn des Häuptlings mit einem charmanten Lächeln auf den Lippen. "Ent-schul-di-gen Sie?", sprach er so brüchig wie nur möglich und versuchte den Käfigschlüsselträger somit ins Gespräch zu verwickeln. Yahto fiel es allerdings auch schwer die ganzen Wörter der weißen Menschen in sein Gedächtnis zu rufen um ein Gespräch aufzubauen, immerhin kannte er ja auch nicht gerade viele. "Was ist das?", fragte er den Wärter höflich und ließ diesen erst einmal antworten, während er schon die nächste Frage in seinem Gedächtnis formte. Zahlreiche der hier verwendeten Wörter schwirrten ihm im Kopf herum aber die Reihenfolge war der eigentlich schwierige Teil, den es einzuhalten galt. Er probierte die Kombinationen durch während der alte Mann vor ihm, wie ein Wasserfall darüber redete was dieser Ort hier ist. Nachdem sein gegenüber geendet hatte, oder vielleicht auch nur im Begriff war Luft zu holen, um dann erneut mit Worten auf Yahto einzupreschen übernahm dieser wieder das Wort. "Wo finde ich Ausgang...?", fragte er den Wärter und kratzte sich fragend am Kopf, in der Hoffnung das man diese Geste auch hier verstand. Nun war es an seinem den Schlüssel zu besorgen. Die beiden hatten Glück des der alte Wärter so gern redete.


  • Yahto nickte, der Plan stand. Ein sanftes Lächeln umspielte kurz die Lippen des jungen Ureinwohners, als er ihr Vorhaben im Kopf durchspielte. Diese wičháša akáŋtula würden schon noch sehen was sie davon hatten sich über die Wesen und Kräfte des Himmels und der Erde zu stellen ohne dieser wirklich Herr zu sein. Es war eine Illusion in der die weißen Männer, Frauen und Kinder lebten und es wurde Zeit ein bisschen am Bild ebendieser zu rütteln. Oder? Hahkota entfernte sich unauffällig von seinem ältesten Freund, bewegte sich im Schatten der Bäume, Mauern, Gitter und Menschen, obwohl er sich die Mühe eigentlich sparen könnte, denn diese sahen sowieso nur was sie sehen wollten und waren blind für alles was nicht in ihr graues Weltbild passen mochte. Yahto hatte den Mann mit den Schlüsseln in ein Gespräch verwickelt, es war seltsam die fremden Worte aus seinem Mund zu hören, doch es erfüllte seinen Zweck. Hahkota wartete die notwendigen Augenblicke ab, analysierte die Gestiken und Bewegungen ihres Opfers, ehe er sich wie ein Schatten, lautlos hinter den Mann schlich. Keine Reaktion, unfassbar. Der junge Ureinwohner besah sich den Mechanismus mit dem die Schlüssel am Bund befestigt waren einen kurzen Augenblick an. Er war ihm fremd, doch leicht zu durchschauen. Langsam und sicher benutzte er seine Hände, knackte das System aus kühlem Material und hatte die Schlüssel schon in der Hand. Das Klirren fiel dem einfältigen Greis nicht weiter auf, seine eigene brüchtige Stimme übertönte das Geräusch, welches er sonst wohl bei jeder Bewegung sowieso vernehmen sollte, falls seine Ohren nicht längst taub waren, wie es von vielen weißen Wesen hier schien. Doch das tat jetzt nichts zur Sache. Hahkota lugte hinter den Rücken des Mannes hervor und grinste seinem Bruder kurz zu, ehe er sich unaufällig entfernte und wartete bis Yahto ihm folgte. Fünf Schlüssel befanden sich nun in seiner Hand, doch da es weitaus mehr Gefängnisse gab, vermutete er, dass man einen von diesen für mehrere Gitter verwenden konnte. Warum es dann fünf an der Zahl waren, war ihm bisher noch nicht klar, doch das würden sie schon noch rauskriegen. Erstmal mussten sie die dazugehörigen Löcher finden. Schlösser. Genau. "Ka wašté", kommentierte er die Handlung Yahto's als dieser wieder zu ihm aufgeschlossen hatte. Er bedeutete seinem Bruder ihm zu folgen, nicht unweit von ihnen war ein Gebäude vor dem steinerne Statuen der majestätischen Raubkatzen geschaffen wurden. "Hé patítaŋ yelo thíp!", vermutete Hahkota. Die beiden Ureinwohner gingen in das Haus der Großkatzen, da man an die jeweiligen Gehege von außen nicht herankam. Diese Tür war unverschlossen, dies war leicht festzustellen, da viele der wičháša akáŋtula dort ein- wie ausgingen, Schlüssel hatten sie keine. Der Anblick von innen war ebenso traurig wie der von außen, die Königsklasse der Raubtiere lag träge und gelangweilt auf beengten Raum. "Uŋk- slolyá lena t’óz puŋpúŋ wamákȟaškaŋ khíza.", meinte Hahkota wütend, nicht nur auf die weißen Menschen und ihre Anmaßung, sondern auch das diese wunderbaren Wesen längst ihren Willen verloren hatten. Ob sie sich überhaupt bewegen würden, wenn sie die Tore öffnen würden?


  • Während Yahto den Wärter abgelenkt hatte ging Hahkota wie ein Schatten vor, er schlängelte sich an den ganzen Zoobesuchern vorbei und direkt hinter den grauhaarigen Mitarbeiter der Tiergefängnisorganisation. Die ganzen einfältigen Besucher inklusive des alten Mannes selbst schienen Hahkota gar nicht wahrzunehmen, dabei hatte dieser sich nicht einmal sonderlich schnell oder Versteckt bewegt. Die Bewohner im Land der rollenden Sardinenbüchsen und Rot-Grün werdenden Lichter auf den Fahrbahnen dieser rollenden Metallwägen waren allesamt verblendet und eigeschränkt in ihrer Sicht, sie hatten nur Augen für das offensichtliche oder ihre Ziele, ihre Umgebung schien mit allem anderen was irrelevant für die weißen Männer und Frauen war zu verschwinden, sich einfach in Luft aufzulösen. Es schien dem schwarzhaarigen so als würden sie auf tausende von Dingen achten aber dennoch sahen sie nicht das wesentliche, sie hatten ihre Vorsicht verloren, zumindest teilweise. Ihre Vorsicht war anders als die der beiden Stammesbrüder, die Bewohner schienen auf ihr Umfeld zu vertrauen und keine Angst vor etwaigen gefahren zu haben. In der Heimat von Hahkota und Yahto lernte man das Gegenteil man musste aufpassen wo man hintrat, darauf achten nicht zu laut zu sein oder gar ein Tier zu verärgern und so in Schwierigkeiten zu geraten. Die Welten waren eben doch verschiedener als der Sohn des Häuptlings es sich vorgestellt hatte, ob er wohl eine Tages auch verblendet und weltfremd durch den Dschungel, seinen Geburtsort, wandeln würde. Der Gedanke schien dem Schwarzhaarigen mehr als befremdlich, aber wer weiß was diese Welt in der sie sich gerade befanden sie lehren würde? Dennoch schien es ihm absurd zu sein das er je so Blind durch die Welt laufen würde, dazu hatte er zu lange Zeit in ihrer Heimat verbracht, jene Zeit welche die machthungrigen Menschen jenseits ihrer Heimat für andere Tätigkeiten genutzt hatten. Sie schienen zu glauben über allem auf dem gesamten Globus zu stehen, sie beugten Raubkatzen ihrem Willen, formten Maschinen die Tiere ersetzen und sie von A nach B transportierten. Und auch die Natur selbst konnten sie sich in gewisser Weise dienlich machen, die Bevölkerung hatte Maschinen die Kräfte der Natur zu ihren Gunsten verwandelte. Yahto war am Rätseln wie die Leute in der Stadt diese monströsen Maschinen getauft hatte. Es war irgendetwas mit Wind, soviel war sicher. Windmonster, Windbüchse, Winddreher? , aber es spielte auch keine Rolle denn egal wie sie hießen und was genau sie machten, damit versuchten sie sich die Natur zu beugen und das ganze schien zu funktionieren. Es gab vermutlich noch etliche Erfindungen der bleichgesichtigen Idealisten welche der schwarzhaarige Ureinwohner gar nicht kannte, geschweige denn diese überhaupt verstehen würde. Er befand sich in einer fremden Welt, genau wie sein älterer Blutsbruder auch, aber sie hatten ja einander um sich hier durchzuschlagen falls es sein musste. Mittlerweile hatte der Dreadträger auch schon die Schlüssen vom Hosenbund des alten Greises besorgt und eine weitere Konversation war in den Augen des Schwarzhaarigen nicht von Nöten. Mit einem knappen "Danke", unterbrach er den Redeschwall des Zoowärters und folgte Hahkota eilig. Als er zu seinem älteren Bruder aufgeschlossen hatte lobte dieser ihn für seinen Einfall. "niyé auch wašté", gab Yahto ihm zu verstehen denn er hatte dem alten Mann den Schlüssel ohne Aufmerksamkeit zu erregen von der Uniform gelöst. Yahto war dem Braunhaarigen bis vor das Haus der einst edlen Jäger und gefährlichen Raubtiere gefolgt. Viele der Zoobesucher gingen dort ein und aus und das auch ohne diesen sogenannten Schlüssel dieser Eingang schien also noch öffentlich zugänglich zu sein und durch den nächsten Satz Hahkotas bestätigte sich seine Vermutung. "niyé hast owótȟaŋla", antwortete er dem Älteren in einer Mischung aus ihrer Sprache und der der weißen Männer, während er ihm folgte. Der Anblick in der Wohnstätte des größten Jägers des Dschungels war noch trauriger als der Anblick von außen. Die Tiere besaßen nicht einmal den Hauch ihrer Anmut und Wildheit die sie bereits schon bei ihr Geburt hatten, stattdessen fand man hier träge und müde Augen die langsam die Menschenmenge überblickte. Eine Geschwindigkeit mit der es unmöglich wäre ein Kaninchen zu erlegen, so wie der Schwarzhaarige es bereits vermutet hatte. Hahkota schien derselben Meinung wie Yahto zu sein und sein nächster Satz bestätigte genau das. "uŋ- okíhi pi", antwortete er seinem Blutsbruder als er die Raubkatze noch einmal näher betrachtete. Yahto hatte sich nach ihrem Erfolg mit dem Schlüsseldiebstahl ein wenig abreagiert was die Situation der Tiere hier im Zoo anging, aber nach diesem Anblick begann diese Wut wieder aufzulodern, sie brannte wie ein Feuer in ihm und er konnte nicht tatenlos zusehen wie man diese Kinder des Dschungels gefangen hielt. Eilig ließ er seine Augen durch das Gebäude schweifen, er studierte das Konstrukt hinter dem die Raubtiere gefangen gehalten wurden. Nach einigen Momenten fand der junge Schwarzhaarige was er suchte, ein Schloss für einer ihrer in Besitz genommenen Schlüssel. "HECI!", rief er seinem älteren Bruder zu und deutete auf das massive Vorhängeschloss an der Tür zu den Raubkatzen selbst. "kiŋyÁŋ uŋ- epi?", fragte er seinen Bruder, der im Besitz der Schlüssel war.


  • Tókhel? Es war Hahkota schlichtweg unerklärlich. Wie konnten die Bleichgesichter daran Freude empfinden Gebrochenen zuzusehen? Fanden diese Menschen - wie sie selbst es doch genauso waren! - tatsächlich gefallen daran sich so sehr über andere zu schwingen? Denn das taten sie zweifellos, der junge Mann erkannte es an den interessierten Gesichtern der Erwachsenen, den fröhlichen, neugierigen Blicken der Kinder. Hahkota's Herz wurde ihm schwer bei dieser Aussicht, sie waren zwei Fremde in einer vollkommen anderen Welt. Er hatte natürlich gewusst und auch erwartet hier etwas derart neues zu sehen, kennen zu lernen, Wissen zu sammeln, doch die Realität übertraf seine kühnsten Annahmen bei weitem - allerdings ins Negative. Doch man sollte den Tag nie vor dem Abend loben - oder in diesem Falle verurteilen - es gab noch so viel mehr zu sehen, noch gab es Hoffnung. Nichtsdestotrotz verspürte der Ureinwohner für einen Augenblick einen Hauch von Heimweh. Yahto's Ausruf kam daher gerade im rechten Moment. Hahkote ließ die Gedanken wo sie waren und konzentrierte sich auf ihre Aktion, die mit Sicherheit etwas Aufregung in die weißen Gesichter bringen würde. Oder? Hofften wir es. "Wíčákȟ!" Jetzt waren sie schon so weit gekommen, warum abbrechen? Dafür gab es keinen Grund! Ha! Entschlossen steckte Hahkota einen der Schlüssel in das Loch, das Yahto entdeckt hatte. Er ging rein, das war ja schonmal etwas. Der junge Mann drehte und wendete die Erfindung der Bleichgesichter etwas, bis ein sanftes Klick-Geräusch ertönte. Erwartungsvoll sah der Bewohner des Dschungels zu seinem Bruder und grinste spitzbübisch. "Dann lass uŋ- waƞji waŋyáŋk háŋtaŋš uŋ- le tȟáȟčašuŋkala wamákȟaškaŋ Hená okíhi!", sagte er, öffnete das Tor und blickte herausfordernd in die Augen einer Löwin. Danach machte er auf dem Absatz kehrt und sprintete zu der nächsten Verriegelung Ob sie ihn jagen würde, als Beute betrachtete? Er hoffte es schon fast, nahm sich jedoch nicht die Zeit sich umzublicken. "Máni"


  • Sein Blutsbruder hatte es getan, er war zu dem Vorhängeschloss gestürmt das der Schwarzhaarige entdeckt hatte. Hahkota war gerade daran es aufzuschließen als die Menschen welche im Haus der Großkatzen waren diesen skeptisch betrachteten, allerdings blieb es nicht nur bei den entsetzten Blicken, welche die Bewohner der Stadt ohnehin so perfekt beherrschten als würden sie das ganze Tag für Tag aufs Neue üben, denn schon nach kurzer Zeit als das Vorhängeschloss ein Klicken von sich gab strömten die Menschen wie verängstigte Gazellen davon. Es war wahrhaftig ein merkwürdiges Volk, welches die beiden Stammesbrüder hier vor sich hatten, zuerst fühlten sie sich sicher und thronten über den Tieren als könnten sie über alle herrschen aber sobald die Bewohner der Natur sich nicht mehr eingesperrt hinter den Metallstangen befanden gab es keinen einzigen der Menschen mehr der sich auf den Thron setzen wollte. Das Bild welches Yahto zur Zeit von den Stadtbewohnern, ließ nur wenig gute Facetten an ihnen, jedoch kannte der Dschungelbewohner auch keinen der weißen Männer und Frauen tatsächlich, weshalb es unklug war voreilige Schlüsse zu ziehen. Und wenn jemand dies wissen musste, dann waren es Hahkota und er selbst. Die Dorfältesten predigten ihnen stets davon alle Facetten des jeweiligen Objekt oder Tieres zu beachten und es stellte sich bisher immer als sinnvoll heraus den Ratschlägen der Dorfältesten nachzugehen. Oftmals hatten die beiden dies auch am eigenen Leib zu spüren bekommen. Sei es ob sie ein Tier unterschätzt hatten, oder sich an einer Pflanze verletzt hatten die einer anderen ähnlich sah und die nur nach genauerem Hinsehen zu unterscheiden waren. Der Schwarzhaarige musste an ihre Kindheit im Dschungel zurückdenken, die beiden hatten schon viel miteinander erlebt und würden vermutlich irgendwann mehr noch erlebt haben als die Dorfältesten bisher wussten, nämlich keiner von ihnen war bisher aus dem Dickicht des Dschungels in eine völlig andere Welt gereist. Yahto war froh Hahkota bei sich zu haben, sie würden sich gegenseitig Rückendeckung geben wenn etwas aus dem Ruder lief, wie in alten Zeiten schon. Die weißen Männer und Frauen waren mittlerweile alle panisch aus dem Haus der Großkatzen gestürmt, die Löwin hingegen schien etwas bequem zu sein und hatte sich noch nicht dazu entschieden ihr Gehege zu verlassen, man musste ihr vermutlich etwas nachhelfen da sie über die Jahre hinter den Stahlgittern vergessen hatte was Freiheit bedeutete. Yahto preschte hin zu der Tür an der zuvor noch das Vorhängeschloss befestigt gewesen war und stieß die Tür weiter auf in der Hoffnung so die Aufmerksamkeit der Königin unter den Raubkatzen zu bekommen. Die weit geöffnete Tür schien sie schon etwas mehr zu reizen als der kleine Spalt der zuvor offen stand. "otȟáŋkaya", rief er dem Dreadlockträger zu während die Löwin langsam auf den offenen Ausgang zulief. Sie schienen den Kampfgeist der Löwin geweckt zu haben aber es gab noch weitere Tiere die befreit werden wollten, jedoch schienen die Schlüssel die Hahkota bei sich trug die Anzahl der Tiere stark zu begrenzen. Vermutlich trug der alte Greis welchem sie die Schlüssel gestohlen hatten noch mehrere zu besitzen, jedoch war es nun zu spät noch weitere Schlüssel in ihren Besitz zu nehmen. Die Blutsbrüder mussten sich zufrieden geben mit den Tieren die sie befreien konnten. "kú mit hé phutéwokič’u! ", rief er dem Braunhaarigen zu und rannte zu den Elefanten hin, auch hier befand sich ein Vorhängeschloss, größer und wuchtiger als das der Raubkatzen, allerdings würde es mit dem richtigen Schlüssel auch hier ein leichtes sein die Elefanten zu befreien. Die Schlüssel mussten passen das sah der Sohn der Häuptlings genau, denn der zweite Schlüssen an dem Bund den Hahkota bei sich trug war so riesig dass er genau zu dem Vorhängeschloss der Elefanten passte. Das war aber auch der letzte Schlüssel der an dem Ring aus Metall befestigt war. Erneut deutete der Schwarzhaarige auf das Vorhängeschloss, sowie er es bereits bei den Raubkatzen getan hatte und bedeutete dem Dreaklockträger somit auch dieses Gehege zu öffnen. Währenddessen sah er sich kurz um zu sehen ob die Löwin bereits ihre Chance genutzt hatte, tatsächlich sie hatte ihre Wohnung hinter Gittern verlassen und sprang mit einem Brüllen aus dem Haus der Großkatzen. Im Hintergrund hörte man nur noch das schreien aufgebrachter Menschen die davonliefen. Yahto würde seinem durch Blut verbundenen Bruder Rückendeckung vor der Löwin oder Zoopersonal geben während er die Elefanten befreite. Der Adrenalinspiegel des jungen Schwarzhaarigen stieg an und er betrachtete die Königin der Savanne aufmerksam, bereit bei jedem kleinen Schritt den sie auf die beiden Stammesbrüder zukam einzugreifen.


  • Lautes, panisches Geschrei weckten den älteren Herren bei seinem täglichen Mittagsschläfchen in seinem Büro nicht unweit entfernt vom Geschehen. Greg richtete sich seinen Hut zurecht und warf einen verwirrten Blick aus dem kleinen Fenster, nur um dort das Chaos zu erblicken, was er sich hier in seinem Bereich niemals zutrauen hätte können. „Um Gottes Willen!“ Während der Zoowärter auf seinem Schreibtisch seinen Schlüsselbund unter den Blätterstapeln suchte, rief er seine Mitarbeiter zusammen. Allen voran den Pfleger des Katzenhauses, der sich nachdem diese Panik vorüber war, erstmal eine Standpauke anhören durfte. „W-was ist hier los?“, fragte Mr. Franklin seinen Mitarbeiter als dieser sichere Meter vom Löwenkäfig entfernt stand und unsicher und geschockt zu gleich Richtung Wildkatzen starrte. Was für ein Pfleger war dieser Mann?! Eine ältere Besucherin, ebenso verunsichert aber dennoch in der Lage zu reden, erklärte dem Herren den Vorfall und sofort entdeckte Greg den ausländischen Jungen, welcher nur wenige Meter entfernt vor der Königin des Geheges stand und dem Löwen die Stirn bot. Ja, so sah dieser Fremde aus. Greg fand keinerlei Angst in seinen Augen. Etwas, was der Chef niemals zuvor gesehen hatte. Auch der andere Mann, wahrscheinlich ein Angehöriger des Löwenflüsterers, entging ihm nicht. Greg forderte seine Leute dazu auf, den langhaarigen Dunkelhäutigen zu stoppen, damit dieser nicht noch mehr Schaden anrichtete. Mr. Franklin war viel zu alt dafür, um sich selbst darum zu kümmern, dass die Löwin wieder zurück zu ihren Artgenossen verschwand. Früher hatte der Mann eine sehr gute Bindung zu seinen Tieren gehabt, aber da er sich im Alter eher mit den Büroarbeiten beschäftigt hatte, verlor er den Draht zu ihnen. Und so kümmerte sich sein bester Tierpfleger darum, mit viel Mühe, Ruhe und Geduld, dass die Löwin ohne jemanden mit sich zu nehmen wieder in ihre Heimat zurück schlich. Nicht zuletzt ein totes Lamm sorgte dafür. Während diese Dompteurarbeiten über die Bühne gingen, schnappten sich die Aufsichtskräfte den Fremden, zusammen mit seinem Kumpel und brachten sie zu Greg, welcher mit verschränkten Armen an seinem kleinen Büro wartete. „Was fällt euch ein? Es hätte sonst was passieren können!“ Der Zoowärter setzte sich in seinen dunklen Stuhl und sah zwischen den Männern hin und her. „Warum habt ihr das getan?“ Er wurde aus den Eigenarten dieser Fremden nicht wirklich schlau. Gesprächig schienen sie nicht und was für Kleider trugen sie eigentlich? „Ihr könnt von Glück sprechen, dass euch die Löwin nicht zu ihrem Mittagsmenü ausgewählt hat!“