Die Kapelle

  • Die hiesige Kapelle befindet sich im Anschluss an die Klinik. Sie ist das Zuhause von Gordon [NPC] und seiner Töchtern Cammy und Dorothy. Neben dieser kleinen Familie, lebt hier noch die Krankenschwester Lara, der Priester Lucas, die Nonne Stella [NPC] und seit Kurzem auch die Enkelin der Nonne, welche den Namen Ellie trägt. Jeder Einzelne hat seine eigenen vier Wände, in denen er oder sie sozusagen schalten und walten kann wie es ihm oder ihr beliebt. Der bescheidene Wohnbereich befindet sich im hinteren Teil der Kapelle, welcher für die normalen Teilnehmer am Gottesdienst im Normalfall nur im Rahmen eines Besuches zugänglich ist. Im Wohnbereich sind neben den einzelnen Zimmern auch noch ein Gemeinschaftsraum so wie eine Küche und ein Badezimmer zu finden. Die Einrichtung ist wie so ziemlich in allen Haushalten Trampolis recht bescheiden gehalten.
    Der vordere Teil der Kapelle ist öffentlich zugänglich. Nachdem man eine gewaltige, schwere Tür durchschrittchen hat, wandert der erste Blick durch die zahlreichen Holzbänke bis hin nach vorne zum Altar. Am Altar befindet sich ein Pult, an welchem Gordon, der hiesige Prieser, sonntäglich seinen Gottesdienst abhält. Bei der Vorbereitung des Gottesdienstes geht ihm die Nonne Stella zur Hand. Der Altar ist reichlich geschmückt und ein großes Holzkreuz ist als Mittelpunkt der Kapelle ein echter Blickfang. Schließlich gibt es in der Kapelle auch eine Orgel. Mit ihrer Hilfe wird der Gottesdienst musikalisch untermalt. Den Part des Musiktalentes übernimmt die gute Stella. Neben den sonntäglichen Gottesdiensten ist es Gordons Aufgabe den Bewohnern Trampolis im Namen Gottes zu helfen. Er hat stehts ein offenes Ohr für die Probleme seiner kleinen Schäfchen.
    Direkt im Anschluss an die Kapelle befindet sich ein kleiner Friedhof. Auf ihm sind die unglücklichen Seelen der Verstorbenen begraben, die beim Angriff auf Alvana ihr Leben liesen. Beinahe täglich werden die Gräber besucht und liebevoll mit Blumen, Kerzen oder Gestecken geschmückt. Selbstverständlich werden im Rahmen des Besuches stehts liebevolle Worte an die Verstorbenen gerichtet und auch noch immer Tränen vergossen.



    † Totenbuch †
    Byron
    Byle
    Cammy
    Camus
    Edward
    Eliza
    Godwin
    Ivan
    Jake
    Lucas
    Mana
    Max

    Mei
    Monica
    Russell
    Shara
    Sharron
    Tabatha

    Wesley
    Yue


    (Aus dem Totenbuch wurden handschriftlich die Namen derjenigen herausgestrichen, welche auf wundersame Art und Weise von den Toten zurückgekehrt sind und nun unter den Lebenden weilen)

  • ~Sophia und Barrett kommen zur Kapelle~


    Der Fußweg war nicht weit, schließlich lag die Klinik direkt neben der Kapelle. Barrett war ihr prachtvoller Turm bei jedem Besuch um Krankenhaus aufgefallen, er hatte ihm aber nicht mehr als einige Sekunden Aufmerksamkeit geschenkt. Er hatte in der vergangenen Woche viele Orte in Trampoli aufgesucht, allerdings nicht diesen. Nun war er dennoch mit Sophia hergekommen. Die junge Frau schien sehr aufgeregt, seit sie die Klinik verlassen hatten; sie war in ihrem langen Kleid förmlich über den Boden des Krankenhauses geschwebt. Große Schritte machend war es ihm nicht leicht gefallen Schritt zu halten, ebenso seinen Blick von Sophias Hintern fern zu halten!
    Barrett wurde aus seinen Gedanken gerissen, als das Mädchen sich plötzlich zu ihm umdrehte und ihm in die Augen sah. Diese Sophia. Ja, er kannte sie schon lange, sehr sehr lange. Sie hatte ihm damals geholfen, als er sein Gedächtnis verloren hatte und er hatte ihr im Gegenzug den Schwertkampf beigebracht... mehr oder weniger. Der Junge wunderte sich, wieso die beiden trotz des langen Zeitraumes, den sie sich schon kannten nicht viel miteinander unternommen hatten. Sophia war eine nette Person und Barrett wollte ihr nicht das Gefühl geben sie sei ihm egal. Aus diesem Grunde überwand er auch seine Unlust etwas zu zweit zu unternehmen.
    "Wollen wir nicht rein?", fragte er kurz rhetorisch und öffnete daraufhin die Türe und gewährte Sophia und sich Einlass.

  • Auch wenn die Kapelle recht klein war, machte sie einen ehrwürdigen Eindruck auf Sophia. Das Bauwerk schien schon ein paar Jahre, wenn nicht Jahrhunderte, hier zu stehen. Der Efeu bahnte sich langsam aber sicher einen Weg zur Turmspitze und ließ das Gebäude noch älter erscheinen.
    Die junge Dame konnte nicht recht sagen, ob der Eindruck dieser Kapelle besser oder schlechter war, als von der in ihrer alten Heimat. Ein wenig Wehmut kam in ihr auf, als sie an Alvarna denken musste, doch Barrett riss sie aus ihren Gedanken, indem er seine Stimme erhob. Er hatte die große, und vermutlich auch schwere, Eingangstür geöffnet und bedeutete ihr einzutretten. Sophia musste grinsen. Seit wann war Barrett solch ein Gentleman? Sie kicherte kurz, machte aus Jux und Dallerei einen kleinen Knicks und betrat das Innere der Kapelle.
    Langsam tasteten sich ihre violetten Augen durch den Raum, damit ihr kein einzelnes Detail entging. Es hatte sehr viel Ähnlichkeit mit der in Alvarna, mehr als von außen. Die Adelstochter machte ein paar Schritte entlang des breiten roten Teppichs mit Goldstickereien am Rand. Er führte direkt zum großen Altar. Unwillkührlich fragte sie sich, ob sie irgendwann auch mal die Ehre haben würde dort in einem wunderschönen weißen Brautkleid zu stehen mit der Liebe ihres Lebens neben ihr.
    Allerdings dauerte es nicht lange und sie entdeckte die große Orgel, zumindest angesichts der Größe der Kapelle. Sie war sehr aufwändig verziert. Leider hatte wohl schon ewig niemand mehr darauf musiziert. Mit dem Finger wischte Sophia über eine der Tasten, die an dieser Stelle deutlich heller wurde. Allerdings war der Druck etwas zu stark gewesen und ein lauter tiefer Ton erfüllte die Kapelle. Erschrocken zuckte die Adeltochter zusammen. Sie sah in Barretts Richtung, brachte anschließend ein "Huch" über ihre Lippen und musste lachen.

  • Barrett schloss die Türe so leise es ging. Ihm wurde beigebracht an heiligen Orten leise zu sein und so wahrte er die Stille. Als er sich dann zu Sophia umdrehte bemerkte er ihren starrenden Blick zum Altar. An was sie wohl dachte? Stellt sie sich gerade einen Gottesdienst vor oder wollte bei einem dabei sein?! Er selbst hatte da absolut keine Lust. Meist war er in der Kirche Alvarnas eingeschlafen, was zur Folge hatte, dass er irgendwann gar nicht mehr hingegangen war. Kaum war dieser Gedankengang beendet, bemerkte Barrett wie Sophia an ihm vorbei lief und sich der alten Orgel näherte. "Kannst du sie spielen?" wollte der Junge höflich fragen, doch bevor er dazu kam veranlasste ihn ein lauter Ton zum Zusammenzucken. Sophia hatte offenbar versehentlich eine Taste gedrückt und so eine der Orgelpfeifen betätigt. "Pscht!", zischte Barrett, sah Sophia zunächst mit herunter gezogenen Augenbrauen an, dann die Tasten. Dort wo die Adelstochter gedrückt hatte, war der Staub verschwunden und die Elfenbeintaste war wieder strahlend weiß. Erst jetzt viel Barrett auf, dass das Gerät schon lange nicht mehr bespielt worden war und eine unbeschreibliche Traurigkeit überkam ihn. War Trampoli denn am Ende? Ein Kopfschütteln vertrieb diese Gedanken. Er war hier mit Sophia und wollte Spaß haben! Zumindest sollte sie Spaß haben...
    Ein Grinsen huschte über Barretts Gesicht und ein teuflischer Plan durch seine Gedanken. Mit einem weiteren "Huch!", gab er Sophia einen leichten Schubs, so dass sie sich mit beiden Händen auf den Tasten festhalten musste um nicht umzufallen, was eine laute Schallwelle zur Folge hatte. Ein kurzes "Haha!", entwich Barrett, während er grinsend zu der jungen Frau schaute.

  • Skeptisch musterte Sophia Barretts Grinsen. War das jetzt ein Gutes oder eher Schlechtes? Bei ihm konnte man das nie genau sagen, obwohl sie ihn schon länger kannte. Lange brauchte sie jedoch nicht darüber nachzudenken, denn er beantwortete das ganze selber - auf seine Art und Weise. Ein Schubser und Sophia hatte keine andere Wahl als sich auf den alten Tasten der Orgel abzustützen um nicht zu fallen. Die Töne die daraufhin aus dem Musikinstrument kamen, waren unglaublich laut und noch dazu nicht sonderlich angenehm in ihrem Klang, zumindest nicht, wenn man so viele aufeinmal drückte. Das Herz der Adelstochter machte einen Aussetzer und schnell nahm sie reflexartig die Hände von den Tasten und machte einen Schritt zurück. Dummer Weise stand dort die kleine Sitzbank für den Orgelspieler. Auch ein hecktisches Fuchteln mit den Armen hinderte sie nicht daran hinten über zu kippen. Unsanft landete sie aufm dem Boden. Schnell begab sich die junge Dame in eine angemessene Sitzposition. Vermutlich half das alles nichts. Barrett hatte mit Sicherheit schon längst einen Blick unter ihren Rock erhaschen können. Ihr war das ganze furchtbar peinlich. Mit geröteten Wangen sah sie ihm etwas böse entgegen. Lange hielt dasjedoch nicht an, denn kurz darauf musste sie grinsen und über ihre eigene Tollpatschigkeit lachen. Normaler Weise tat sie das nicht. Sie hasste es die Fehler bei sich zu suchen, aber der Blick des jungen Mannes hatte sie irgendwie dazu gebracht.
    Sophia stand langsam wieder auf, klopfte sich den Staub vom Kleid und stellte die kleine Holzbank wieder ordentlich hin. Anschließend setzte sie sich darauf und versuchte durch das drücken ein paar vereinzelter Tasten der Orgel ein paar schöne Töne zu entlocken. "Kannst du Orgel spielen?", fragte sie neugierig und sah dabei zu ihm auf. Die Adelstochter hatte früher mal begonnen Klavier zu lernen, aber das auch eher, weil ihr Vater es so gewollt hatte. Ihre Ungedult hatte das Ganze jedoch schier unmöglich gemacht, weshalb ihre Lehrerin es damals aufgab. Eigentlich würde es Sophia komisch vorkommen, wenn Barrett solch ein Instrument spielen konnte. Es passte einfach nicht zu ihm. Aber irgendwie musste sie ja von der peinlichen Situation von vorhin ablenken!

  • Sophia war die ganze Situation sehr unangenehm, das musste sie jedoch nicht sein, denn außer den beiden Jugendlichen war keiner in der Kirche und die Töne der Orgel waren nicht laut genug um durch die dicken Mauern des Gebäudes zu dringen. Aus irgendeinem Grund entfernte sie sich dann von der Orgel, unwissend, dass dort noch ein kleiner Schemel stand. "Halt!", wollte Barrett noch rufen, doch die Worte verliesen seinen Mund nicht rechtzeitig, er streckte lediglich seine Hand nach der fallenden Sophia aus, welche kurz darauf unter lauter Röcken & Unterröcken begraben wurde. Während er seinen Arm wieder senke, rappelte das Mädchen sich auf und versetzte ihm kurzzeitig einen bösen Blick. "Ich bin doch nicht Schuld daran, dass du nicht guckst wo du hinläufst!", schoss es durch seinen Kopf, doch dieser Satz blieb ein Gedanke, da Sophia plötzlich zu kichern begann. Barrett verstand nicht was an der Situation so lustig war, sie hätte sich aufgrund des harten Marmorbodens schließlich schwer verletzen können!
    Während der Junge verwirrt drein blickte und nichts sprach, brachte seine Begleiterin die kleine Bank wieder in die richtige Position und setzte sich darauf. Die Adelstochter legte ihre Finger ohne Scheu auf die verstaubte Tastatur und klimperte freudig vor sich hin. Konnte sie wirkl-"Kannst du Orgel spielen?" Ihr Satz unterbrach erneut seine Gedanken und riss ihn aus einer Welt in der die Zeit stehen geblieben zu sein schien. "Nein", sagte er knapp. Eventuell hätte er es gerne mal probiert, doch er konnte Sophia wohl nicht das Wasser reichen. Ehrlich gesagt war er einer Orgel noch nie so nahe gewesen wie heute! "Spiel bitte weiter...", sagte er leise und fügte dann mit einem Grinsen hinzu "... oder spiel doch was Flippiges!" Barrett konnte sich nicht vorstellen, dass dieses Instrument etwas anderes als Kirchenmusik oder bloße Töne spielen konnte. Natürlich war dem Jungen aufgefallen, dass Sophia keine gelernte Orgelspielerin war, doch was sie von sich gab war weit entfernt von dem, was er je können würde.

  • (sry für die recht späte Antwort .___. )


    Barrett verneinte ihre Frage, ob er Orgel spielen könne. Also doch. Sophia hatte nicht falsch gelegen. Vermutlich wäre sie mehr als nur überrascht gewesen, wenn er jetzt mit einem selbstbewussten 'Ja aber natürlich!' geantwortet hätte, sie vom kleinen Hocker gedrängt und eine Mozartsonate oder Ähnliches perfekt vorgeführt hätte.
    Während sie immer noch ein wenig auf den Tasten umher drückte, bat Barrett sie doch tatsächlich weiter zu spielen. Etwas ungläubisch hob die junge Dame den Kopf und musterte seine Gesichtszüge. Sie konnte doch gar nicht so gut spielen. Gut, die Tonleiter und wo sich welche Noten auf welcher Taste befanden, das wusste sie. Aber gut spielen? Naja vielleicht eben besser als er. Soetwas war ja schließlich subjektiv.
    Sophia betrachtete den ebenfalls eingestaubten Notenständer, welcher über den Tasten der Orgel angebracht war. Sie versuchte sich an eines der Lieder zu erinnern, die sie früher hatte spielen müssen. Aber so sehr sie auch jeden Winkel ihres Gehirns danach absuchte, ihr fiel einfach keines ein. Höhstens vereinzelte kleine Bruchstücke, doch das würde auch nicht viel bringen.
    Den Vorschlag des jungen Mannes signalisierte die Adelstochter mit einem Kichern. Etwas Flippiges? Der Gedanke einer Melodie solchen Kalibers aus einer Orgel zu hören, war amüsierend. Allerdings fehlte auch hier der Einfall zu einem guten Lied. Sophia verschränkte die Arme vor der Brust. " Menno, mir fällt einfach nichts ein.", warf sie halb frustriert in den Raum und seufzte anschließend. Plötzlich kam ihr eine Idee. EIn Grinsen schlich sich auf die Lippen der jungen Dame. " Ich könnte höchstens 'Alle meine Entchen' spielen.", sprach sie ihren Gedanken lachend aus. Eine Antwort wartete sie allerdings nicht ab. Die schlanken Finger waren schnell positioniert und dann hallte das allseits bekannte Kinderlied in der kleinen Kapelle wider. Hoffentlich würde sie keinen Ärger bekommen. Na was sollte es. Den Spaß war es wert!

  • (Schon okay, du wirst deine Gründe gehabt haben^^)


    Offenbar überlegte Sophia, ob sie etwas Flippiges spielen konnte. Barrett erinnerte das an einen Satz den er vor einiger Zeit mal von einem Straßenmusiker gehört hatte: 'Es ist gar nicht so leicht ein Lied komplett aus dem Gedächtnis zu spielen. Das beherrschen nur wenige!' Sophias Können war ganz in Ordnung, aber zu diesen wenigen zählte sie dann wohl nicht. Gerade wollte er sagen 'Schon okay', da brach es fast aus ihr heraus. "Alle Meine Entchen?", fragte Barrett noch verwirrt, da umspielten schon Töne seine Worte. Sophia konnte ihn nicht mehr hören, die Orgel war schließlich recht laut und wenn man direkt vor ihr stand nochmal um ein vielfaches mehr als in den Bankreihen. Auch auf seinem Gesicht bildete sich ein Grinsen. War dieser Moment zwar nur von kurzer Dauer, so war es doch ein recht erheiterndes Bild. Die Erbin des Hauses de Sainte Coquille spiele auf der Kirchenorgel Alle Meine Entchen. Wirklich absurd.
    Kurz vor Ende des Liedes sah Barrett aus den Augenwinkeln die Tür neben dem Altar auffliegen und eine dunkel gekleidete Gestalt kam heraus. "Runter!", rief Barrett Sophia zu und warf sie vom Orgelhocker auf den Boden neben sich. Egal wer diese Person war, sie konnte sie jetzt erst mal weder sehen noch hören. Der braunhaarige Junge erkundigte sich nach seiner Begleiterin und merkte, dass er äußert unsittlich auf ihr lag! Schnell rollte er sich von ihr herab, nuschelte ein "Entschuldigung" während den Rotschimmer auf seinem Gesicht durch bloßes Wegsehen verbarg. Vorsichtig schielte er hinter den Kirchenbänken hervor und bemerkte, dass die Person auf die Orgel und somit die beiden zukam! Die schwarz gekleidete Person war offenbar eine Nonne! Schnell zog er seinen Kopf wieder zurück und starrte Sophia mit einem 'Wir-haben-ein-Problem"-Gesichtsaudruck an. Was sollten sie jetzt tun?

  • Sophia hatte ihr Lied noch gar nicht zu ende gespielt, als Barrett auf einmal ein irgendetwas brüllte. Irritiert versuchte sie sich zu erkundigen, was er gesagt hatte. Immerhin war die Orgel ziemlich laut. "Was hast du ge-", begann sie ihren Satz doch da riss er die junge Dame auch schon vom Hocker auf den Boden. Erschrocken stieß sie dabei einen spitzen Laut aus. Der Aufschlag auf dem Boden war zwar nicht allzu hart gewesen, aber die Tatsache, dass Barrett noch zusätzlich mit seinem Körpergewicht auf ihr lag, ließ sie doch ein etwas schmerzhaftes Pochen an der einen oder anderen Stelle verspühren. Zum Glück dauerte es nicht lange und er rollte sich von ihr herunter. Sophia konnte sich ein Kichern nicht verkneifen. Schritte waren zu hören und sie hielt erschrocken inne und schlug sich reflexartig die rechte Hand vor den Mund, was ihr Kichern entgültig verstummen ließ. Das meinte er also!
    Etwas ängstlich, gut wohl eher besorgt darum, dass es jetzt Ärger geben würde, sah sie Barrett dabei zu, wie er versuchte einen Blick auf die sich nähernde Gestalt zu erhaschen. Der Blick, mit dem er sie anschließend ansah, verhieß auf jeden Fall nichts Gutes. Nervös biss die Adelstochter sich auf die Unterlippe. Hätte sie lieber nicht auf der Orgel spielen sollen? Was würde jetzt wohl passieren? Bestimmt warf die Person dort die beiden hochkant aus der Kapelle. Vielleicht würden sie sogar Hausverbot bekommen! Daran wollte sie gar nicht denken. Mit einem hilflosen Blick sah sie Barrett an.
    Plötzlich tauchte ein Schatten über ihnen auf. Bestürzt hielt Sophia den Atem an, wagte es nicht sich zu bewegen oder auch nur einen Mucks zu machen. Dann war das Geräusch einer sich öffnenden Tür zu hören und eine weibliche Stimme, die einer älteren Frau zu gehören schien, rief einen Namen. Die Gestalt kurz vor der Orgel fragte nach was denn los sei, woraufhin die andere diese in einem schärferen Ton bat, ihr zu folgen. Schnelle Schritte waren zu hören, eine Tür wurde geschlossen. Stille trat ein.
    Die junge Dame wagte wieder Luft zu holen, warf dann einen fragenden Blick zu Barrett und stellte so leise sie konnte eine Frage, die er hoffentlich mit einem 'Ja' beantworten würde:" Sind wir wieder allein?"

  • Während die Gefahr immer näher schritt, kauerten die beiden Jugendlichen hinter der Kirchenbank und hofften nicht entdeckt zu werden. Doch offenbar hatte die Person etwas besseres zu tun und verschwand nach einem kurzen Gespräch mit einem anderen Menschen zum Kirchentor hinaus. Barrett atmete aus und beantwortete gleich Sophias Frage mit einem erleichterten "Ja". Dann blickte er sicherheitshalber noch einmal zum geschlossenen Tor und stand dann auf.
    "Lass uns lieber schnell gehen!", sagte er ernst zu dem Mädchen, welches noch auf dem kalten Steinboden saß. Doch aus dem Haupteingang der Kirche konnten sie nicht gehen, dort könnten die beiden Gestalten noch stehen, warten etc. Der Junge lies seinen Blick durch den Raum schweifen, doch außer dem Tor gab es nur den kleinen Eingang neben dem Altar, durch den die Person vorhin gekommen war. Sein Blick wanderte zurück zu Sophia, deutete ein kurzes 'Sorry, aber wir haben keine Wahl!' an und schon packte er sie am Arm, zog sie hoch und ging schnurstracks zu der kleinen Holztüre, schließlich könnte die Gestalt von vorhin jede Sekunde zurückkommen! Dort angekommen lies er sie los und horchte vorsichtig an der Tür, es war ja möglich, dass dort noch jemand war! Barrett hoffte nur, dass auch diese Tür zur Auswnwalt führte... Als er jedoch keine Geräusche vernahm, öffnete er die alte Tür genauso vorsichtig wie er an ihr gehört hatte und wies Sophia ohne Worte, lediglich mit einigen eindeutigen Handbewegungen an ihm zu folgen.

  • Zum Glück befand sich niemand mehr im Saal. Sophia fiel ein Stein vom Herzen und stieß erleichtert die Luft aus. Sie mochte es gar nicht Ärger zu bekommen. Schon gar nicht, wenn sie sich ihrer Tat so sehr bewusst war wie gerade in diesem Moment. Noch dazu war dies hier nicht nur irgendein Ort. Sie hatten mit ihrem Kinderlied die heilige Atmosphäre des Gebäudes zerstört. Vielleicht sogar den einen oder anderen Gott beleidigt ... Oje, daran wollte sie erst gar nicht denken!
    Zu gern hätte sie sich noch weiter in der hübschen Kapelle aufgehalten, doch eine innere Stimme drängte sie zum Gehen und das nicht gerade zaghaft. Nein, es war schon ein regelrechtes Verlangen das Bauwerk so schnell wie möglich zu verlassen, nicht zuletzt unterstützt von dem mulmigen Gefühl in der Magengegend. Barrett schien der selben Meinung zu sein und meinte, dass es besser sei zu verschwinden. Mit einem eifrigen Nicken stimmte die junge Dame ihm zu. Da schloss er auch schon seine Finger um ihr zierliches Handgelenk und zerrte sie auf die Füße. Gleich darauf begab er sich zu der kleinen Tür neben dem Altar und lauschte daran. Sophia rieb sich in der Zwischenzeit das Handgelenk, während ein leicht beleidigter Ausdruck ihre Gesichtszüge zierte. Besonders feinfühlig war Barrett noch nie gewesen, dass wusste sie, aber warum konnte er sich nichteinmal merken, dass man eine Dame nicht grob behandeln sollte? Vermutlich würde er es nie lernen. Der Gedanke an einen wahren 'Gentleman- Barrett' trieb ihr ein amüsiertes Grinsen auf die Lippen. Nein das passte nicht.
    Als er ihr bedeutete ihm zu folgen, schloss die Adeltochter schnell und so leise wie möglich zu ihm auf. Mit einem kuzen Blick hinter die einfache Tür ließ sich feststellen, dass sich dort ein kleiner Raum befand, aber zum Glück war niemand da. Dennoch trat Sophia vorsichtig ein. Ein paar weitere Zimmer gingen von diesem ab. Wie es aussah waren die beiden in dem Wohnbereich der Nonnen und Priester gelandet. Etwas hilflos sah sie Barrett an, ließ ihren Blick wieder durch den Raum schweifen. Dieser blieb schließlich an einem kleinen Fenster hängen. Sie trat davor, warf einen Blick hinaus. Ein kleiner Hinterhof mit einem sorgfältig gepflegten Garten bot sich ihr dar. Die junge Dame drehte sich wieder zu Barrett herum, deutete mit dem Zeigefinger auf das Fenster und sah ihn mit einem vielsagendem Blick an.

  • Sophia blickte direkt hinter die Tür. Sehr leichtsinnig, schließlich hätte sie dabei entdeckt werden können! Doch ihr sicherer Gesichtsausdruck lies ihn wissen, dass niemand sich in dem kleinen Raum befand und so wagte er ebenfalls einen Blick. Der Raum war größer als es die dortige Unordnung vermuten lies, es standen einige Betten herum, hohe alte Schränke waren teilweise offen und zeigten verschiedenste Dinge wie Kleidung, Geschirr oder kirchliche Ornamente. Barrett sah sich weiter um und entdeckte auch einen alten Herd, der mit Holz geschürt wurde, auf welchem einen Topf stand, der munter vor sich hin kochte. Offenbar hatte die Person, die vor wenigen Minuten noch hier drin saß, etwas gekocht und war dann durch die Orgeltöne aufgeschreckt worden. Aber eines war hundertprozentig sicher, hatte die den Topf nicht vergessen, würde sie bald zurückkommen!
    Ein hilfesuchender Blick wanderte zu Sophia, die allerdings nur schweigend auf das Fenster an der gegenüberliegenden Seite der Tür zeigte. Das Fenster war geöffnet, allerdings nicht sehr groß... aber wenn er ihre Gedanken richtig interpretierte, dann sollten sie sich durch dieses Fenster davon stehlen! Barrett schluckte. Es war nicht gerade ein Masterplan, aber zusammen würden die beiden es schaffen können.
    Ohne lange nachzudenken lief der Junge geschwind zum Fenster und hielt die gefalteten Hände auf. "Komm! Ich mach eine Räuberleiter!", rief er Sophia zu und nickte bestimmend mit seinem Kopf in Richtung Fenster. Als er Sophia so musterte, fiel ihm erst auf, dass sie Schuel mit hohen Absätzen trug... na super, das würde sicher weh tun!


  • Stella war schon eine Ewigkeit in dieser Kapelle Nonne. Ja wahrscheinlich war sie sogar einer der ersten Einwohner Trampolis aber so genau wusste das niemand mehr. Nicht einmal sie selbst. In ihrer gesamten Karriere als Nonne hatte sie so etwas jedoch noch nie erlebt. Ein so unverschämtes und gotteslästerndes Verhalten. Sie schmunzelte. Eine ganze Weile hatte die Nonne die Beiden nun schon beobachtet und sie musste sich eingestehen, dass ihr soetwas irgendwie gefehlt hatte. Es brachte etwas frischen Wind in diese alte, verstaubte Bude. Gerande als die beiden Fremden dabei waren aus dem Fenster zu fliehen meldete sich Stella zu Wort. In einem gespielt ernsten und boshaften Ton hallte es durch das Hinterzimmer der Kapelle. "Was fällt euch ein?! Dies ist ein heiliger Ort und ihr macht euch einen Spaß daraus." Die Nonne hatte ihre Hände in die Hüften gestemmt und funkelte die beiden Eindringlinge an. Stella war selbst überrascht von ihrem Schauspieltalent und konnte sich gerade noch ein Schmunzeln verkneifen. "Seit bloß froh das Schwester Kunigunde (8DD) euch nicht dabei erwischt hat. Sie würde euch eines Besseren belehren..." Drohend hatte Stelle ihren Zeigefinger gehoben und redete auf die Beiden ein. Wenn sie es schaffte den Beiden ein schelchtes Gewissen einzureden würden sie möglicherweise auf ihren Deal eingehen. Sie musste nur ihre Rolle als böse, verbitterte Nonne weiterspielen. "Gerade in schweren Zeiten wie diesen...wo unzählige Einwohner Alvarnas ihre Liebsten verloren haben....und ihr macht euch einen Spaß daraus hier Kinderlieder zu spielen. An einem Ort des Nachdenkens und einem Ort der Ruhe..." Eine einzelne Träne kullerte über Stellas Wange. Bis dato wusste die Nonne noch gar nicht, dass sie auf Kommando weinen konnte. Selbst in ihrem Alter lernte man also noch etwas dazu. Etwas sehr hilfreiches sogar. "Seit bloß froh das ich euch deswegen nicht aus der Kirche verweise. Selbst wenn ihr Buße tut würde euch Gott dies nicht verzeihen..." Als Stella nun in die fast schon eingeschüchternden Gesichter der Eindringlinge blickte tat sie so als gäbe es nur noch eine Möglichkeit für die Beiden um Gottes Zorn nicht auf sie zu ziehen. "...allerdings gäbe es da schon etwas das ihr tun könntet..." Herausfordernd blickte die Nonne die Zwei an.


    Einfach weil ich es kann XPPP

  • Barrett hatte gleich verstanden, was sie gemeint hatte. Zugegeben, eine Flucht aus dem kleinen Fenster dort war nicht die beste Idee, aber einen anderen Ausweg, bei dem man unentdeckt blieb, gab es im Moment nicht.
    Nun zeigte sich mal wieder, dass der junge Mann deutlich mehr Erfahrung in soetwas hatte. Sie selbst wäre nie darauf gekommen eine Räuberleiter zu machen. Zumindest nicht so auf die Schnelle. Fast hätte Sophia bei seinem Gesichtsausdruck gelacht, als er ihre Schuhe und anschließend seine gefalteten Hände betrachtete, die er ihr hin hielt. Doch sie beherrschte sich, wollte sie doch so wenig Geräusche wie möglich machen. Die Adelstochter griff nach ihren Schuhen und zog diese nacheinander aus. Gerade als sie den ersten aus dem Fenster werfen wollte, hallte eine erzürnte Stimme, die einer älteren Frau gehören musste, durch den kleinen Raum. Sophia zuckte zusammen und ließ ihren Wurfarm erschrocken sinken und die Schuhe fallen. Blitzschnell drehte sie sich in die Richtung, wo sie die Person vermutete, die gerade wetterte was das Zeug hielt. Wie angewurzelt stand die junge Dame nun da, starrte die alte Nonne an. Ab und an huschte ihr Blick zu Barrett hinüber. Angesichts der Sachen, die die Frau dort sagte, weiteten sich Sophias Augen immer mehr. Eine Verweisung aus der Kirche? Die Götter würden sie dafür bestrafen ...?! Fast wären die Tränen, die sich in ihren Augen gesammelt hatten, über ihre blassen Wangen gelaufen, doch anscheinend gab es doch noch etwas was die beiden tun konnten um diesem Schicksal zu entgehen, auch wenn Barrett das alles nicht allzu tragisch zu finden schien. Zumindest ließ er sich nichts anmerken auf den ersten Blick. Kaum hatte die Nonne gegendet, platzten die Worte auch schon aus Sophia heraus, während sie ihre Hände flehend vor ihrer Brust zusammenfaltete:" Oh bitte bitte sagt uns was wir tun sollen... Ich will verschont bleiben!" Anschließend warf sie einen etwas finsteren Blick zu Barrett, der so viel heißen sollte wie: Und wehe du machst nicht mit!

  • Stimmt, wieso hatte er nicht daran gedacht, dass Sophia die Schuhe ausziehen konnte? Schwupps stand sie barfuß vor ihm, doch weiter kamen die beiden mit ihrem Fluchtplan leider nicht. Die Person, welche sie die ganze Zeit unbemerkt beobachtet hatten, hatte sie ebenfalls unbemerkt beobachtet! Es stellte sich ehraus, dass es eine Nonne war, offenbar die Bewohnerin der Kirche. Mit ihrer krächzenden Stimme hielt sie den beiden eine Standpauke. Plötzlich begann sie auch noch zu weinen, so als würde sie Anteil am Schmerz der Alvarnaraner nehmen - was wahrscheinlich gelogen war. Doch wie in einem schlechten Film standen plötzlich auch Tränen in Sophias Augen. Eigentlich sah sie ganz süß aus... doch der Blick, der folgte, nachdem sie die Ordensschwester darum bat die beiden zu verschonen, machte ihm ein wenig Angst.
    Barrett wäre es ehrlich gesagt egal gewesen wenn diese verrückte alte Frau ihn aus der Kirche Trampolis geworfen hätte, er wollte sowieso nicht sein Leben hier verbringen. Zudem konnte sich diese senile Amsel die Gesicher der beiden doch nicht mal bis heute Abend merken! Doch Sophia machte das ganze offenbar mehr aus... man wusste ja dass die Sainte Coquilles erzkonservativ waren und auch streng religiös. Doch so leicht wollte er sich nicht geschlagen haben.
    "Gute Frau", sagte er künstlich freundlich, "sie haben wohl auch keine Manieren! Hat ihnen keiner beigebracht, dass man sich zuerst vorstellt? Mein Name ist Barrett und das ist Sophia. Wir sind professionelle Orgelspezialisten aus einem fernen Land und hier im Auftrag ihrer Heiligkeit Papst Konrad XI. und untersuchen ihre Kirche im Bezug auf den Klang dieses Instruments. Aber es scheint, als würde die Orgel gut funktionieren, das wird ihre Heiligkeit sehr freuen. Aber verstaubt ist sie... und hier in diesem Zimmer sieht es auch nicht sehr christlich aus. Sie haben hier doch nicht etwa eine Orgie gefeiert?!" Barretts Blick verfinsterte sich und er sah die Nonne eindringlich an. Diese alte Schachtel schluckte doch sowieso alles was man ihr sagte!


  • Als Stella die Reaktion des Mädchens vernahm musste sie sich definitiv ein Schmunzeln vergleichen. Für einen Moment dachte sie darüber nach ob sie nicht den Beruf verfehlt hatte. Als Schauspielerin hätte sie um einiges mehr an Geld verdient und mit diesem Talent wäre sie wohl zu einem der berühmtesten Einwohner Trampolis aufgestiegen. Das Schluchzen der Lilahaarigen weckte die alte Nonne allerdings wieder aus ihrer Tagträumerei. War sie möglicherweise ein Stückchen zu weit gegangen? Eigentlich dachte Stella das die jungen Erwachsenen heutzutage nicht mehr so gläubig waren. Daher schockierte sie die Reaktion der jungen Frau umso mehr. Mit Tränen in den Äuglein flehte das Mädchen die Nonne regelrecht an sie vor den Fängen des Höllenfeuers zu bewahren. "Aber, aber meine Kleine. Gemeinsam schaffen wir das schon. Du brauchst keine Angst zu haben..." Fast schon liebevoll legte die Alte ihren Arm um die Schultern des Mädchens. Gerade als sie den Tränenfluss des Mädchens mit ihren beinahe liebevollen Worten gestoppt hatte meldete sich auch der Rüpel, welcher zu ihrer Nächsten stand zu Wort. Jedes einzelne Wort, welches über seine Lippen kam war widerlich, heuchlerisch und an den Haaren herbeigezogen. "Junger Mann dir ist definitiv nicht ein Fünkchen der Etikette bekannt nicht wahr? Hätte ich bei dir auch nicht vermutet..." Der Blick der Nonne wanderte über Barrett. Stella schnalzte mit der Zunge und ein abfälliges "Tzz..." kam ihr über die Lippen. "Es ist an den Jüngeren sich zuerst vorzustellen, mein Junge." Stella lies wieder von dem Lilahaarigen Mädchen ab und entfernte sich einige Schritte. Ihre Hände hatte sie dabei hinter ihrem Rücken verschränkt und mit ihren kurzen Beinchen schritt sie in dem Zimmer auf und ab. "Mein Name ist Stella und ich bin die hiesige Nonne." Wie es sich gehört hatte sich nun auch Stella vorgestellt um von diesem Flegel keinerlkei Nachreden zu haben. Der junge Mann, welcher sich als Barrett vorgestellt hatte, legte nun noch dem Ganzen eines drauf. Er wollte Stella doch tatsächlich eine Lüge auftischen. Eine bemerkenswerte schlechte wohlgemerkt. Und dann nahm er auch noch schmutzige Worte an einem heiligen Ort wie diesen in den Mund. Stellas Blick verfinsterte sich immer mehr. Sie durchbohrte den Brünetten regelrecht mit ihren Blicken. "Das ist ja unerhört..." An Stellas Stirn hatten sich einige Falten gebildet und sie hatte ihre Hände in die Hüfte gestemmt. "Du wagst es tatsächlich an einem Ort wie diesen einzubrechen, hier Schabernack zu treiben und dann auch noch eine Nonne anzulügen?!" Stella wurde von Wort zu Wort immer wütender. Barrett nahm sich wirklich einiges heraus. "Lern wenigstens besser zu lügen! Die Reaktion deiner Freundin verrät mir ganz etwas Anderes." Stella packte den Jungen an seinem rechten Ohr und zog ihn etwas zu sich herab um ihn von Angesicht zu Angesicht zu begegnen. "Wenn du diese Kirche schon als so schmutzig empfindest dann ist es nun an euch sie von der Decke bis zum Fußboden zu reinigen und wehe ich finde auch nur einen Staubfussel." Stellas Blick verriet den Beiden das sie dieses Angebot auf keinen Fall ablehnen sollten ansonsten könnte sie für nichts garantieren.

  • Eine unglaublich Erleichterung machte sich in Sophias Eingeweiden breit, als die alte Nonne zu ihr herüber kam und versuchte sie zu trösten. Anscheinend würde sie ihr verzeihen, welch ein Glück! Doch Barrett schien das alles nicht allzu sehr zu interessieren. Lieber verstellte er seine Stimme etwas, versuchte irgendjemand zu sein, der er gar nicht war. Er redete irgendetwas von Orgelspezialisten. Sie selbst blickte etwas erschrocke drein, als sie den immer finsterer werdenden Blick der Nonne sah, während Barrett weiter sprach. Sie kaufte es ihm ganz offensichtlich nicht ab. Die Adeltochter hätte es vermutlich getan, wäre sie an ihrer Stelle. Aber das war auch nicht sonderlich verwunderlich. Immerhin war Sophia unglaublich naiv, was vermutlich auch der Grund dafür gewesen sein könnte, warum sie der Ordensschwester die Schauspieleinlage abgekauft hat und sie für real hielt.
    Sie wagte es bei besten Willen nicht sich zu bewegen. Die gute alte Frau war völlig außer sich und konnte einfach nicht fassen, dass Barrett sie nun auch noch angelogen hatte, nach der Aktion mit der Orgel. Fast hätte sie sich selber an ihr rechtes Ohr gefasst, denn bei dem jungen Mann sah das recht schmerzhaft aus. Sowieso konnte Sophia es nicht ertragen, dass sie ihm weh tat, obwohl das doch alles ihre eigene Schuld war. Hätte sie doch bloß nicht auf der dummen Orgel gespielt! "Stella wartet. Barrett hat doch gar nichts gemacht! Ich hab auf der Orgel gespielt ...", gab sie schließlich todesmutig zu und schluckte anschließend nervös. Nicht nur, weil sie ein wenig Angst vor dem hatte, was die alte Frau nun zu ihr sagen würde, sonder weil diese gerade die sogenannte Bedingung verkündet hatte, wie die beiden verschont bleiben könnten. Vermutlich war es auch Barretts Schuld, dass die beiden jetzt die ganze Kapelle von oben bis unten putzen sollten. Angesichts dieser Tatsache, warf sie ihm einen verbitterten Blick zu - schon der zweite in so kurzer Zeit. Sagen tat Sophia aber nichts. Sie wollte nicht den ganzen Zorn der Nonne spühren. Dass die Adelstochter Putzen unglaublich nervtötend fand, musste man dabei ja nicht erwähnen.

  • Kaum hatte Barrett seine kleine Ansprache beendet, wog er sich im Glauben nun 'frei' zu kommen, doch stattdessen machte ihn die Alte dumm an! Stella, wie sie sich nannte, bezeichnete ihn als Einbrecher, Unhold und Lügner! Okay... sie hatte ja schon irgendwo Recht, aber ersteres war er ganz und gar nicht! Gerade als er sich beschweren wollte, griff die kleine Person blitzschnell nach seinem Ohr und unter heftigem Schmerz wurde er nach unten bezogen. Die alte Fuchtel wollte doch echt, dass die beiden die Kirche putzten! Dabei wohnte sie doch hier! Sie wurde doch von der Kirche dafür bezahlt, dass hier alles geregelt von statten ging! Wieso sollten die beiden dann ihren Dreck wegräumen? Viele freche Antworten wie diese gingen Barrett durch den Kopf, doch alles was seinen Mund verließ war ein Japsen. "Aua!"
    Just in diesem Moment ergriff Sophia das Wort. Sie beichtete nach und nach alles, was sie getan hatte, nicht ohne ihn dafür mit einem bösen Blick zu strafen. Nun war Barrett zwar aus dem Schneider, was er sich durch seine Lüge wahrscheinlich wieder verbockt hatte. Das wusste er und so kam er der Strafe der Nonne zuvor. Mit einer Drehung entriss er sich Stellas Griff und stellte sich dann schützend vor sie. "Wenn sie Sophia zum Putzen verdonnern, werde ich ihr dabei helfen! Schließlich war ich es, der sie dazu angestiftet hat etwas zu spielen!"
    Eigentlich konnte er sich viel besseres vorstellen, als mit Sophia einen langweiligen Ort wie diesen zu putzen. Vor allem weil im Winter die Tage schon kurz genug waren und sie sicher nicht mehr vor Abend fertig würden. "Komm Barry, es ist allemal besser den Boden hier zu putzen, statt den ranzigen Körper der alten Frau!", dachte er ich grinsend."Wir putzen nur ganz oberflächlich und auch nur da wo man sieht!", flüsterte er seiner Begleiterin zu. Das konnte die Nonne nun wirklich nicht gehört haben und dazu musste sie nicht einmal schwerhörig sein.


  • Als Stella gerade dabei war den jungen Mann für seine Schandtaten zu bestrafen meldete sich wieder die junge Frau zu Wort. Lange hatte sie geschwiegen. Vor Entsetzen? Aus Angst? Stella hatte sie vollkommen eingewickelt mit ihrem Schauspieltalent. Die alte Nonne erschrak als sie den Worte der Lilahaarigen lauschte. Sie hätte sich wirklich nicht gedacht das ein Mädchen, welches scheinbar so gläubig war, zu solchen Taten fähig war. Gedanklich malte sie sich schon aus das der junge Mann ihr diese Flausen in den Kopf gesetzt hatte. Wie sollte es auch anders sein. Die Vermutung der Alten bestätigte sich dann auch gleich als sich der Brünette zu Wort meldete. Was wollte er mit dieser Aktion beweisen? Einerseits hatte er es mit seiner Aktion früher alles schlimmer gemacht und andererseits wollte er das Mädchen jetzt vor er Strafe schützen. Misstrauisch beäugte Stella den jungen Mann. "War auch nicht anders zu erwarten..." Das Mädchen selbst wirkte nämlich nicht gerade wie jemand der das von sich aus tun würde. Eher eine Mitläuferin also. Stella musste ein Grinsen verkneifen. In ihren jungen Jahren häte sie vermutlich ähnlich gehandelt. Sie war auch für jeden Spaß zu haben. "Nun denn, dann hole ich euch das Putzzeug..." Stella verlies mit den Besuchern im Schlepptau den Raum und drückte ihnen, nachdem sie sich das Putzzeug aus der Abstellkammer besorgt hatte, jenes in die Hände. Auch eine Leiter war unter den Dingen. Schließlich mussten die Beiden ja irgendwie an die höher gelegenen Orte gelangen. "Ahahahaha...diese Kirche hat sowieso eine Reinigungsaktion nötig. Trifft sich ziemlich gut..." grinste die alte Nonne süffisant und deutete den Beiden das sie mit ihrer Arbeit anfangen konnten. Wenn sie ihre Arbeit gut machen würden, würde die Kapelle bald in neuem Glanz erstrahlen. Voller Vorfreude glänzten Stellas Augen. Bald würde sowieso eine Verabschiedung stattfinden und davor war es definitiv von Nöten die Kapelle auf Fordermann zu bringen. "Ich wünsche gutes Gelingen meine Lieben..." Erneut huschte ein knappes Lächeln über das Gesicht der alten Frau. Sie selbst begab sich zum Altar und stellte sich hinter den Podest. Stella selbst musste noch die Trauerfeier organisieren und eine Rede schreiben. All dies musste bald geschehen. Die Trauernden Alvbarnas wollten schließlich auch ihre Liebsten verabschieden. Jegliches Lächeln war aus dem Gesicht der Alten verschwunden. Sie musste sich konzentrieren. Angestrengt dachte sie über eine passende Rede nach. Das Gesicht war in Falten gelegt und nachdenklich drehte sie die Schreibfeder in ihrer rechten Hand.

  • Auch wenn Barrett es nicht sehen konnte, musterte sie ihn mit einem dankbaren Gesichtsausdruck von hinten. Putzen war schrecklich, aber ganz alleine eine ganze Kapelle zu schruppen?! Um Gottes Willen! Vermutlich könnte Sophia nicht mal in Worte fassen wie dankbar sie ihm dafür war.
    Mit einem süffisanten Lächeln auf den Lippen benickte Sophia das Vorhaben des jungen Mannes. Ein sehr einfacher aber genialer Plan. Die alte Nonne würde das sowieso nicht mitbekommen. Sohpia würde ihren ganzen Kleiderschrank darauf verwetten, dass deren Augen schon viel zu schlecht dafür waren.
    Dann ging es auch schon los: Sie öffnete die Tür zum großen Saal, bedeutete ihnen zu folgen und schrittt über die Türschwelle. Sophia sammelte noch schnell ihre Schuhe auf und folgte den beiden. Während sie dann die ganzen Utensilien, die man so zum putzen benötigte, aus einem kleinen Kämmerlein zauberte, schlüpfte die Adelstochter schnell in ihre Schuhe. Barfuß wollte sie hier nun wirklich nicht umher laufen.
    Stella hatte ihnen sogar eine Leiter zur Verfügung gestellt. Wow, wie großzügig. Angesichts des Blickes der Ordensschwester, rümpfte Sophia etwas die Nase. SIe fand es gar nicht witzig, dass diese sich einen Spaß daraus zu machen schien, dass Barrett und Sophia nun ihren Job machen mussten. Schlimmer noch war, dass Stella es nichteinmal verheimlichte, dass sie den beiden diese Aufgabe vermutlich nur aufgetischt hatte, damit sie das nicht machen musste! Eine Frechheit, wie die Adelstochter fand. Sollte sie sich doch alleine um ihren Kram kümmern. Mürrisch tauchte sie den Wischmopp in den Eimer, stocherte ein wenig darin herum und begann den Boden zu wischen. Herje, hatte sie jemals in ihrem Leben soetwas getan? Vermutlich nicht.