• 3772-dorothy123-pngDorothy & Iris Noire | vor dem Glockenturm


    Die junge Frau hielt den Atem an. Was blitzte da im Mondschein? Was war das? War es das was sie glaubte zu sehen oder erlaubte sich die Fremde einen Scherz? Einen.. ganz schlechten Scherz. Doch die Erscheinung, das Verhalten, die spitzen Eckzähne... solche Wesen gab es doch nur in Geschichten oder? In gruseligen Geschichten, die Dorothy eigentlich mied weil sie ihr Angst machten. Obwohl ihr Papa ihr immer versicherte dass niemand ihr etwas anhaben konnte, da Gott sie beschützte. Aber jetzt war sie allein, fühlte sich auch allein, da nicht einmal Fern in ihren Armen war. Das war aber allein ihre Schuld weil sie nicht aufgepasst hatte. „D-das.. du-du.. i-ich..“ Sie war unfähig irgendwas über ihre Lippen zu bekommen. Ihr Mund war trocken, sie drückte ihre Hände fest an ihre Brust und hatte das Gefühl dass ihre Kraft sie verließ allein bei dem Gedanken dass die hübsche Fremde wirklich ein Vampir war. Ein Vampir! Dorothy konnte es nicht glauben, wollte es doch weiter für eine Märchengeschichte halten aber das hier war kein Märchen. Das hier war die Wahrheit, die Realität und das wurde ihr immer mehr bewusst, je mehr sie sprach. Die süße Stimme der Anderen jagte ihr einen Schauer über den Rücken, sie schüttelte sich und presste ihre Lippen aufeinander. „D-danke..?“, sagte sie, ihre Mundwinkel zuckten kurz nach oben. Dorothy mochte ihren Namen selbst. Die Bedeutung dahinter. Für ihren Vater war sie immer ein Geschenk Gottes gewesen. Er sagte das ganz oft. Zu jeder Gelegenheit und das Mädchen fühlte sich dabei immer als etwas ganz Besonderes. Zumindest für diesen einen Augenblick. Jetzt fühlte sie sich machtlos, wenig besonders und ausgeliefert. Obwohl sie stark sein sollte. Für Fern! Der immer noch in den Klauen dieser Frau war. Sicher war ihm schon ganz übel bei dem Rumgewackel! Die Tochter des Priesters wurde aufmerksamer als sie von einer Idee sprach aber gleichzeitig bekam sie es auch mit der Angst zu tun. Mehr noch als sowieso schon. „W-was für.. welche I-idee..?“ Die roten Äuglein des Mädchens wurden größer. Die Fremde wollte einen hübschen Blumenstrauß? Das war es? Dann würde sie ihren geliebten besten Freund wieder bekommen? Ein kleiner Hoffnungsschimmer erhellte ihr Gesicht und das Mädchen machte sich eilig daran diesen Wunsch zu erfüllen. Oder eher war es ein Befehl wahrscheinlich aber was es war, es war egal, hauptsache Dorothy machte es. Und so pflückte sie einige Blumen, wählte sie mit Bedacht, griff nach roten Blumen, die die Augen der Frau darstellen sollten. Gepaart mit den grünen Blättern. Sie fand es ziemlich faszinierend dass sie verschieden farbige Augen hatte. Sonderbar. Wie alles an ihr. Für einen Moment krallte sie sich ziemlich fest an die Blümchen, die sie bereits in ihren Händen hielt bis ihr aufmerksamer Blick etwas fand, was sie kurz sprachlos machte. Mehr als sonst. „W-was..“ Mit langsamen Schritten näherte sie sich dem Glockenturm. Trat an die dicken Mauern heran und bückte sich. „Sch-schau mal.. das ist.. selten.“ Ihre Finger berührten den schmalen Stiel einer Schwertlilie, pflückte sie und wunderte sich. Es war eine einzelne Blume, die dicht an der steinernen Mauer gewachsen war. „Normalerweise.. brauchen.. sie Licht. A-aber hier.. hier ist doch meist.. Schatten.“ Denn selbst bei Tageslicht warf der Glockenturm viel zu viel Schatten an dieses kleine Plätzchen, das sich diese wunderschöne Blume ausgesucht hatte. „Die Farben..“ Die anderen Blumen hatte Dorothy etwas geistesabwesend abgelegt während sie mit dieser einzelnen Lilie auf die fremde Frau zu ging. Mit langsam Schritten, ihr Blick lag auf dem Blütenkelch. „Weiß und schwarz.“, flüsterte sie in ihrer Nähe. Die Schwertlilie hatte nicht nur eine Farbe, sie war geteilt. Schwarz und weiß. Die einzelnen Blätter waren in diesen Farben getaucht. Wirklich sonderbar.. ob das etwas zu bedeuten hatte? Dorothy streckte ihre Arme aus und hielt sie der Vampirdame hin.

  • [Iris Noire] ~ bei Dorothy

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    Ein zufriedenes, fast schon schräges Grinsen schlich sich auf die Lippen der Silberhaarigen. Der Anblick des zitternden Häufchen Elends vor ihr erfreute sie zutiefst. Es war lange her seit Noire das letzte Mal so viel Spaß gehabt hatte. Das Mädchen fraß ihr förmlich aus der Hand, zumindest so lange sie noch sein geliebtes Plüschtier hatte. Das Stottern ihres Gegenübers war wie Musik in den Ohren der Vampirdame. Iris' Augen erhellten sich als die junge Frau begann den gewünschten Strauß Blumen zu pflücken. Dabei beobachtete Noire sie eindringlich, um sicherzugehen, dass die Kleine ja nichts Dummes tat. Doch im Gegenteil, sie schien sich sogar sehr viele Gedanken bei der Auswahl der Blumen zu machen, was Iris doch sehr beeindruckte. Soviel Respekt musste sie der Fremden zollen, sie hatte ein Auge für Farben und Ästhetik. Allem Anschein nach hatte etwas die Aufmerksamkeit des Mädchens erregt, etwas das Iris aufgrund der Entfernung nicht erkennen konnte. Sie schritt näher heran, drauf und dran die Fremde darauf hinzuweisen, dass sie keine Ablenkungen duldete, als ihr auffiel, dass das Objekt eine Blume war. Die Stimme der jungen Frau war wieder etwas fester, während sie erneut zu der Silberhaarigen sprach. Selten? Iris' Interesse war geweckt. Die Blumenzucht war eines ihrer liebsten Zeitvertreibe und eine seltene Blume zu entdecken ließ ihre verschiedenfarbigen Augen leuchten. "Zeig mal." Forderte sie auf, die Stimme weniger bedrohlich als zuvor. Und die Fremde tat wie ihr geheißen und offenbarte die Blume der Vampirdame. Iris streckte ihre Hand aus und nahm sie vorsichtig an sich, bevor sie einen genaueren Blick darauf warf. Die Blüten hatten zwei verschiedene Farben. Schwarz, Schwarz und .... Weiß. Als ihre Augen das durch die Dunkelheit gemilderte reinweiß der vereinzelten Blütenblätter erblickte, zuckte sie kurz zusammen. Ein Stechen fuhr in ihren Kopf, welches sie dazu zwang ihre Augen abzuwenden. Weiß, Weiß, Reinweiß. Wie... wie abscheulich! Der Atem der Vampirdame ging schneller, während ihr Blick wieder den Blütenkelch fand. Und mit einem kräftigen Ruck schmetterte sie das Plüschtier der Fremden, welches sie bis eben noch in der Hand gehalten hatte, wenige Meter von ihnen auf den Boden. Ihr Gesicht war wutverzerrt, ihre Augen brannten vor Zorn als sie die Fremde wieder anblickte. "Was erlaubst du dir eigentl- .... Ah!" Noire fasste sich an den Kopf, der stechende Schmerz nahm ihr kurzzeitig den Atem. Weiß, weiß, weiß! Wie sie diese Farbe doch hasste! Jedes Mal, wenn sie Reinweiß erblickte, fühlte sie sich als würde sie jemand innerlich zerreißen und eine Hälfte von ihr mit sich nehmen. Und sie wusste nicht warum, wusste nicht warum es so weh tat, wusste nicht warum sie es so hasste. Fühlte sie sich so weil sie Weiß hasste, oder hasste sie Weiß, weil sie sich so fühlte? Sie konnte das Gefühl nicht loswerden, sah keinen anderen Ausweg mehr als... Ratsch! Und wieder und wieder, bis jedes einzelne der weißen Blätter der Schwertlilie verschwunden waren. Es war nur noch Schwarz, Schwarz, Sicherheit. Aber die Blume war zerstört, sie war nicht mehr vollkommen. Eine Hälfte fehlte. Und auch, wenn der Schmerz aufgehört hatte, so blieb ein seltsames Gefühl der Leere. In diesem Moment beachtete die Silberhaarige das fremde Mädchen gar nicht mehr. Vielleicht hatte es die Gelegenheit ja schon längst genutzt und war in die Dunkelheit der Nacht verschwunden. Iris starrte auf den Boden, während ihre Atmung sich wieder beruhigte. Sie fühlte sich schlecht, schwach, leer. So lange hatte sie Weiß gemieden, doch es war nur eine Frage der Zeit gewesen, bis sie wieder damit konfrontiert wurde.

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