Königsstraße 2: Das Kinder- und Jugendwohnheim "Mondlicht"

  • Das Kinder- und Jugendheim beherbergt einen großen Teil der eltern- und familienlosen Minderjährigen in Riverport. Anders als in jeder Vorstellung kümmern sich Erzieher und Pädagogen liebevoll und hilfsbereit um die Heranwachsenden, nehmen deren Sorgen auch ernst und versuchen mit wenigen Regeln und Verboten miteinander anstatt gegeneinander zu arbeiten. Die große Villa bietet auch jede Menge Platz für jeden einzelnen Bewohner, diese haben auch eigene Zimmer, die sie individuell gestalten können. Das alte Gebäude wird regelmäßig gewartet und da das Heim von der Stadt Unterstützung bekommt, fehlt es eigentlich an nichts. Der große Eingangsbereich ist hell und lichtdurchflutet, was einen freundlichen Eindruck hinterlässt. Das ist den Mitarbeitern natürlich sehr wichtig, weil sie immer mit Vorurteilen zu kämpfen haben. Spenden und Gelder sorgen stets für einen vollen Kühlschrank und auch ein großes Wohnzimmer bietet den Kindern Abwechslung in ihrem Alltag. Bei Hilfe und Problemen kann sich stets an die Leiterin gewendet werden. Sie wird jeden mit offenen Armen empfangen.


    Bewohner: Chocola, Cynthia, Mao, Sumomo, Nark, Tony, Alice, Melanie, Nova, Tara, Agi, Chase, Cyril, Dean, Gabriel, Gill, Joe, Leo, Luke


    Zimmeraufteilung

    (Zimmer liegen nebeneinander)

    Erstes Stockwerk: Chocola, Cynthia, Mao, Sumomo, Nark, Tony

    Obergeschoss: Alice, Melanie, Nova, Tara, Agi, Chase, Cyril, Dean, Gabriel, Gill, Joe, Leo, Luke



    Heim.png

  • Schon früh am Morgen hörte man aus einer abgeschiedenen Abstellkammer des Waisenhauses komische, metallene Geräusche ertönen. Die Kammer lag in einem verwinkelten Gang , weit abseits von den Schlafräumen und des Essensaals. Sie war einfach perfekt um Dinge zu verstecken und jede Menge krach zu machen, denn in diese abgelegene Ecke verirrte sich eigentlich nur der Hausmeister mit dem Cynthia schon einen geheimen Packt geschlossen hatte: sie erzählte niemanden von den komisch riechenden Flaschen in der Ecke der Kammer und er verpetzte sie nicht an die strenge Margot.
    Das kleine Mädchen saß in dem beengten, staubigen Raum und hämmerte mit einem improvisierten Hammer, den sie aus einem Stein und einem Seil selbst gebastelt hatte, auf ein glänzendes Stück Metall ein, dass sich jedoch sehr sträubte in die passende Form gebracht zu werden.
    „Vernäht und zugeflixt, das klappt einfach nicht!“, motzte das Mädchen und sah ihren „Hammer“ dabei trotzig an. Echtes Werkzeug wäre für ihr Vorhaben so viel besser als dieses… dieses Ding hier, aber sie hatte die Werkzeugkiste diese Woche schon zwei Mal stibitzt und ein drittes Mal würde den aufgebrummten Küchendienst wohl auf einen Monat erweitern… Cynthia seufzte und steckte sich eine lose Strähne hinters Ohr.
    Wer war überhaupt auf die Idee gekommen, das Waisenhaus beim alljährlichen Wichteln anzumelden? War es in dieser Welt nicht schon schwer genug keine Eltern zu haben? Musste man die Kinder jetzt auch noch dem seelischen Druck aussetzen, ein hübsches, passendes Geschenk für einen Erwachsenen zu basteln?
    Ein erneutes Seufzen entwich Cynthias Mund.
    Wenigstens würde sie auch ein kleines Geschenk erhalten und das Mädchen bat jeden Abend den Nikolaus, das Christkind UND den Weihnachtsmann darum, dass es ein kleiner Werkzeugkasten sein würde.
    „AU!“, oder einfach nur ein richtiger Hammer!, bettelte sie innerlich, während ihr Tränen in die Augen stiegen, da das schrottige Teil mal wieder abgerutscht war. „So geht das nicht, ich brauche richtiges Werkzeug! Wie soll ich sonst meinen Wichtel beschenken?“, die Frage ging an niemanden bestimmten und wie immer wenn Cynthia in der Abstellkammer Selbstgespräche führte, bekam sie auch keine Antwort. Das Mädchen erhob sich von ihrem Schemel, den sie irgendwann mal aus einem Zimmer gemopst hatte (er stand da eh nur im weg!), klopfte sich den Staub von ihrem lila Kleid und beschloss das Frühstück heute ausfallen zu lassen, um irgendwo besseres Werkzeug aufzutreiben.
    „Und wenn ich von hier abhauen muss, mein Wichtel wird kein doofes, halbherziges Geschenk bekommen!“, entschlossen machte sich das Mädchen auf den Weg nach draußen und entwischte durch die Hintertür des Waisenhauses ohne ertappt zu werden.


    ~geht in Richtung Innenstadt~

  • [IMG:http://fc03.deviantart.net/fs70/f/2014/317/4/8/nark_by_princesslettuce-d86azhk.png]
    "Iss mich!", forderte der verführerische Schokoladenpudding. "Iss mich, Nark! Ich weiß, dass du es willst!" Nark stand im Schlafanzug vor dem geöffneten Kühlschrank des Waisenhauses. Der Schokoladenpudding lag wie auf einem Silbertablett serviert in einer großen Schüssel gelagert und mit Frischhaltefolie überzogen im Inneren des Kühlschranks und lachte ihn herzlichst an. Nark lief das Wasser im Mund zusammen. "Iss mich!", verlangte er. "Bevor es ein anderer macht!" Das ließ sich der Ire nicht zweimal sagen; Schokoladenpudding gehörte zu seiner Leibspeise und obwohl er wusste, dass dieser für morgen als Nachtisch vorgesehen war, konnte sich der kleine Mann nicht beherrschen. Zwei kräftigte Patschehändchen jagten nach vorne, pressten die Schüssel feste an seine Brust, entrissen die Frischhaltefolie ohne Skrupel und gruben sich tief in den Pudding hinein. Sie schaufelten die himmlische Creme in seinen Mund, nach und nach, bis nichts mehr davon übrig war.
    Schnarchend rollte sich der Junge am nächsten Morgen auf die Seite; er glaubte, das alles bloß geträumt zu haben. Dass er mitten in der Nacht nach unten geschlichen war, dass der Pudding zu ihn gesprochen hatte, dass er alles aufgegessen hatte. Aber das stimmte nicht ... außer, dass der Pudding sprechen konnte, hat sich alles so zugetragen. Das Gesicht und der Schlafanzug des Ire war mit Schokolade beschmiert. Die Erzieherinnen werden sehr böse sein, wenn sie ihn hier so erwischten. Einerseits, weil es unmöglich erschien, diese Flecken aus seinen Schlafanzug zu waschen und anderseits, weil sie selber Schokoladenpudding über alles liebten und Nark verdammich noch eins alles aufgegessen hatte. Und dabei kein schlechtes Gewissen verspührte, so, wie er da lag und seelenruhig schnarchte.

  • [IMG:http://fc05.deviantart.net/fs70/f/2014/317/2/2/tony_by_princesslettuce-d86azhw.png]


    Tony schlug als erster seine Augen auf. Schon immer war er der erste gewesen, der aufstand, denn seiner Meinung nach war zu lange schlafen die reinste Zeitverschwendung! Man konnte doch so viel anderes machen, anstatt faul herumzuliegen. Basteln, Spielen, Leute ärgern oder Essen - es gab so viele Möglichkeiten! Vor allem auf das letztere freute er sich an diesem Tag ganz besonders. Es sollte nämlich Schokoladenpudding als Nachtisch geben. Schokoladenpudding! Auf Deutsch: der Himmel auf Erden. Neben dem ganzen ekelhaftem Gemüse, von dem sie jeden Tag eine Portion essen mussten, war das die schönste Abwechslung. Alleine der Gedanke daran ließ ihm das Wasser in dem Mund zusammenlaufen, so konnte er es kaum erwarten endlich zu essen. Euphorisch sprang der Junge aus seinem Bett und tapste zu Nark, der sich sicherlich genau so auf den Nachtisch freute, um ihn zu wecken, damit sie sich vielleicht heimlich in die Küche schleichen und etwas von der Süßspeise entwenden konnten. Natürlich so, dass es niemand merkte! Die beiden hatten das schon oft gemacht, ohne das Irene oder gar Margot etwas davon mitbekam. Die beiden waren eben Partners in Crime - oder wie auch immer man das nannte!
    "Nark! Nark! Wach auf! Heute gibt es Schoko-..." Moment. Mo-ho-ment! Was waren das für seltsame Flecken auf seinem Schlafanzug? Die Stirn runzelnd zog er die Decke langsam von seinem dicken Freund weg und stieß ein zischendes "Heiliges Kanonenrohr!" aus. Bei den Flecken handelte es sich eindeutig um ...Schokoladenpudding! Oh nein! DER Schokoladenpudding! Es bestand kein Zweifel. Nark hatte vom Schokoladenpudding gegessen. Eklat! Und dann auch noch ohne Tony bescheid zu geben. Sauer über die Tatsache, dass er nichts von der Beute abbekommen hatte, rüttelte er den tief schlafenden Jungen an den Schultern. "Jetzt wach doch auf, Großer! Aufwachen!", befahl er und schmollte dabei etwas. Wie konnte Nark das bloß tun? Sie waren doch Freunde!

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    Kräftiges Rütteln und plötzliches Rufen von seinem Namen riss den schlummernden Nark aus seinen Träumen. "Wa-wa ... Was ist den los?" Sein Freund Tony, der Rüttler und Rufer, stand über ihm gebeugt. Brennt das Waisenhaus? Ist jemand gestorben? Wieso um Himmels Willen schrie Tony denn so? Oder - und das wollte Nark nicht befürchten - hatte er verschlafen und das Frühstück verpasst? Nein! Das kann nicht sein! Schon einmal, seit dem er hier lebte, hatte er das Frühstück verpasst und das war - MIT ABSTAND - die schlimmste Zeit seines Lebens!
    Nark schwang sich aus seinem Bett - mit etwas viel Schwung, sofern das möglich war, und landete unsanft mit dem Po auf dem Boden. "Aua", konnte er noch sagen, ehe die Schokoladenpudding-Schüssel, welche er des Nachts nicht wieder zurück gebracht hatte, hinter her geflogen kam. Einen Moment hielt er die Luft an, das klang nicht gut ... Auge auf! Er musste nachsehen, ob die Schüssel noch ganz war. Und das war sie - zum Glück! Erleichtert atmete Nark aus, dann fiel sein Blick auf seinen schmollenden Freund. Hm, komisch. Irgendwas war heute anders an Tony ... Warum sah er ihn so komisch an? Sein Blick wanderte wieder zu der zum Glück unversehrten Schüssel zurück, dann schlagartig auf seine Kleidung. "Oh Gott", stieß er aus. Es war also doch kein Traum! Er hatte letzte Nacht tatsächlich den ganzen Schokoladenpudding aufgegessen! "Ähm ...", sagte er schließlich, "das ist jetzt nicht, wonach es aussieht!" Und nach einer kurzen Pause setzte er ein panisches: "Du verpetzt mich doch nicht bei Margot, oder?" Nicht, dass er es seinem Freund zutrauen würden ... nein, dazu halten sie doch zu sehr zusammen! Oder? Schließlich hatte er den ganzen Schokoladenpudding aufgegessen - ohne - und darauf kam es an - seinem Freund etwas davon abzugeben.

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    Wie konnte er nur...? Der Schmerz saß tief. "Nark...", murmelte er nur leise und sah ihn enttäuscht an.
    Als vorbildliches Waisenkind, musste er Margot bescheid geben und seinen besten Freund verpetzen. Was hatte der pummelige Junge für ein Glück, dass Tony nicht gerade einer der bravsten war! Wie oft hatten die beiden schon Süßigkeiten aus der Küche geschmuggelt, ohne dass sie erwischt wurden? Aber das hier war ganz anders. Nark hatte ohne ihn den ganzen Schokoladenpudding aufgegessen. Alleine! Aber reichte das, um ihn zu verpfeifen? Stellte sich die Schokoladenpuddingschüssel den beiden in den Weg? ...Nein! Es waren Zeiten wie diese, in denen die beiden fest zusammenhalten mussten! So wie es Freunde nunmal machten. Und die beiden gingen schließlich durch dick und dünn - wortwörtlich! So sollten sie auch dieses schreckliche Ereignis gemeinsam überwinden.
    "Nein, nein. Ich sage schon nichts.", versprach er und legte dabei die Hand auf die Brust, um es noch mehr zu verdeutlichen. Niemals würde er so etwas machen! Jedes Kind wusste, wie streng Margot war und was es für Konsequenzen mit sich brachte, wenn man beim Stehlen von Essen erwischt wurde. Eine Woche ohne Nachtisch. Alleine der Gedanke ließ ihm einen kalten Schauer über den Rücken laufen. Wie konnte man nur so herzlos sein?
    Aber genug davon! Die beiden mussten irgendwie verhindern, dass jemand ihnen auf die Schliche kam. "Was machen wir jetzt mit der Schüssel?", fragte er seinen Freund und sah ihn fragend an. Normalerweise machten sie sich schon im Vorfeld aus, wie sie das Geklaute erstatten wollten. Aber jetzt hatte er wirklich keinen Plan.

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    Der ach so große Nark wurde immer kleiner, sank förmlich in sich zusammen. "Tut mir leid", murmelte er nochmals. "Du hast so schön geschlafen, ich wollte dich nicht wecken!" Ist er nicht ein guter Freund? Nimmt so viel Rücksicht auf den guten Tony ... Dass dieser aber sauer werden könnte, weil er ihm nichts abgeben hatte, daran hatte er natürlich nicht gedacht! Toll gemacht, Nark! Ganz toll! "Das nächste Mal", sagte er und das meinte er auch so, "klauen wir wieder zusammen. Und du bekommst das meiste ab! Versprochen!" Als Wiedergutmachung! Das war er seinem Freund schuldig. Auch wenn es ihm sehr sehr sehr schwer fallen wird ...
    Als Tony ihm auf die Schüssel ansprach, blickte Nark auf. Er stellte die Beine an, stützte die Arme neben seinen Körper ab und überlegte und überlegte. Was sollten sie damit machen? "Unter's Bett damit?" Keine gute Idee, oder? Das merkte er gleich, nachdem er es ausgesprochen hatte. Dort war sie zu leicht zu finden und jeder wüsste, dass er der Übeltäter war, der den Pudding gegessen hatte. Nein, nein. Sie mussten die Schüssel los werden! Ganz weit weg von ihnen ... Aber wohin? Wohin? Ahh! "Unter Chocolas Bett!?" Cocola? Schokoladenpudding? Das liegt doch auf der Hand! Zwar war es gemein, es der süßen Chocola es anzuhängen - Nark mochte sie sogar mehr, als er es vor Tony zugeben würde -, aber sie mussten die Schüssel irgendwie los werden und dabei war es doch zu einfach, diese einfach abzuwaschen oder?


    (Tut mir leid, dass ich erst jetzt schreibe ... irgendwie war ich noch nicht ganz warm mit dieser Rolle. Ich bemühe mich jetzt öfter, versprochen. )

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    Grundsätzlich schob Tony die Schuld immer auf andere, damit er keinen Ärger bekam. Aber bei Nark war das anders. Nark war eben sein Partner, sein Buddy, sein bester Freund. Den konnte er einfach nicht im Stich lassen! Als dieser ihm also versprach beim nächsten mal Tony das meiste abzugeben, wusste er natürlich zu schätzen, da ihm bewusst war, wie schwer es dem Dickerchen fiel. "Gut.", meinte er knapp und hoffte inständig, dass so etwas nicht mehr vorkam. Sie mussten sich gegenseitig vertrauen können. Vor allem in Situationen wie diesen!
    Narks erster Vorschlag die Schüssel loszuwerden, kommentierte der Schwarzhaarige mit einem Kopfschütteln. "Nein, du weißt doch, dass das nicht gut endet..." Unter dem Bett sollte man NIE etwas verstecken. Früher hatten sie das auch getan und es bitter bereut. Margot konrollierte einmal die Woche die Zimmer - wenn Essen fehlte, dann sogar mehrmals! Die Betten waren da immer ihr erster Anlaufpunkt und natürlich erwischte sie das damlas das Duo. Aber die beiden wussten es jetzt besser, hatten aus ihren Fehlern gelernt. Unter dem Bett wird nie wieder etwas versteckt! Sie waren jetzt deutlich kreativer. Der zweite Vorschlag gefiel dem Jungen schon deutlich besser und er konnte sich sein hinterlisitiges Grinsen nicht verkneifen. "Jaaa!" Das war die Lösung! Er hätte selbst keine bessere finden können. Chocola mochte er sowieso nicht. Sie war irgendwie ständig in der Nähe der Jungs und sie benahm sich so... mädchenhaft! Generell fand er Mädchen total blöd und sah es nicht ein, wieso er mit ihnen auskommen musste. Umso mehr gefiel ihm der Plan, die geklaute Schokoladenschüssel unter dem Bett der Blondine zu verstecken. Ja, das war spitzenklasse! Tony hatte sich auch sofort einen Plan zurechtgelegt und beweis sogleich seine Anführerqualitäten: "Nark! Du gehst jetzt in's Badezimmer. Sorg dafür, dass du die Flecken aus deinem Pyjama bekommst. Wenn sie nicht weggehen, dann leg die Sachen beiseite. Ich kümmere mich darum." Das war Schritt 1 - der zweite folgte sofort danach: "Ich werde währendessen in den Schlafraum der Mädchen gehen und die Schüssel unter Chocolas Bett verstecken." Diese Aufgabe traute er nur sich selbst zu, da er zugegebenermaßen Angst hatte, dass Nark es vermasseln würde. "Schritt 3: Wir treffen uns wieder hier und tun so, als ob nichts gewesen wäre." Perfekt! Der Plan war perfekt! Na hoffentlich ging da auch nichts schief...


    (kein Problem. (: Habe ja selber erst ein bisschen zu spät gemerkt, dass du zurückgeschrieben hast xD )


  • Als Chocola an diesem Morgen erwachte, war sie voller Tatendrang. Noch immer müde und sich kaum noch daran erinnernd, wie sie eigentlich aus dem Wald gekommen – und wo Alessa abgeblieben – war, hüpfte sie aus ihrem Bettchen und musste schon bald darauf erkennen, dass sie auffallend wenigen Personen begegnete.
    Tatsächlich machte sie sich wenig später auf den Weg, um sich etwas zu Essen zu holen, doch erblickte keine Menschenseele. Vielleicht spielten sie alle Verstecken? Und das auch noch ohne Chocola! Wie gemein!
    Sie schob die Unterlippe ein wenig vor als würde sie schmollen, strahlte aber, als sie tatsächlich einen Schokoriegel entdeckte. Niemals würde man ihr erlauben, diesen zum Frühstück zu verspeisen, doch da keiner in der Nähe war, um ihr das explizit zu verbieten, griffen ihre kleinen Händchen nach der leckeren Süßigkeit, um sie sich zu schnappen. Strahlend verputzte sie den Riegel und ließ das Beweismittel – also die Verpackung – im Mülleimer verschwinden, darauf achtend, dass irgendetwas anderes darüber lag. Sie wollte schließlich nicht zurechtgestutzt werden. Und dann würde man bestimmt auch aufpassen, dass nicht noch einmal Schokolade so lag, dass sie sie sich einfach so nehmen konnte.
    Schnell huschte sie erneut ins Badezimmer, um zu überprüfen, ob sie sich ihr Gesicht vollgeschmiert hatte, doch erfreut stellte sie fest, dass sie vollkommen sauber war. Fröhlich summend entschied sie sich, den Tag irgendwo anders zu verbringen. Sollten die anderen doch weiter spielen, sie würde sicher irgendwen anders finden. Vielleicht hatte Alessa ja Zeit – oder ein Fremder, mit dem sie sich anfreunden konnte. Also machte sie sich im Hopserlauf auf den Weg.


  • Wie Lutz sich verabschiedete war urkomisch. Mao machte es eher klassisch und winkte/wank ihm zu. (aaaargh, ich hab keine lust mehr, doofes winken). Sie wollte sich gerade auf den Weg nachhause machen als ihre Schwester sie im Haus mit Koffern überraschte. "Was ist hier los?" Verwirrung machte sie in ihr breit. Ziehen sie um? Mao wollte nicht von ihren Freunden weg, es machte doch so viel Spaß mit denen zu spielen.
    Nana schien sehr ernst und kniete sich runter um mit Mao auf Augenhöhe zu sein. "Ich muss mit dir reden, meine kleine." Mao schluckte und hielt Kuma ganz fest in ihren Armen. "Mao, ich hab dir doch von meinem Traum erzählt?" Die Kleine nickte Stumm. "Ich wurde an der Konohana Universität angenommen. Ich hab mich auch bereits nach einer Wohnung umgeschaut und eine kleines 2-Zimmer Apartment gefunden. Ich weiß für dich wird es nicht leicht sein umzuzieh-" "ich will hier bleiben." Fiel Mao ihr ins Wort. Wahrscheinlich ist sie zu Jung um zu verstehen dass sie allein sein würde, aber das realisierte sie in diesem Moment nicht. "Ich will bei meinen Freunden bleiben, ich hab sie so gern und Kuma auch. Ich kann hier nicht weg. Ich will auch nicht weg. Ich hab angst das es mir in Konohana nicht gefällt und alle fies zu mir sind." Nana nahm ihre kleine Schwester in den Arm, die daraufhin anfing zu weinen. "Ich verstehe." Sie tätschelte ihr tröstend auf den Rücken. Maos tränen kullerte in strömen runter. Wo sollte sie jetz wohnen? Unter der Brücke bei den Trollen? Nachdem die kleine Asiatin sich etwas beruhigt hatte, tätigte Nana ein paar Anrufe. Mao versuchte zu lauschen doch durch die andere Seite des Höhrers konnte sie fast kein Wort verstehen. Nur Waisen, viele Kinder und bestimmt Spaß haben, drangen durch. Als Nana auflegte blickte Mao mit großen Augen zu ihr auf. "Ich habe im Waisenhaus angerufen, sie meinten du kannst - bis ich wieder zurück bin- bei ihnen wohnen. Dort gibt es viele Kinder mit denen du spielen kannst, ich glaube ein paar kennst du sogar schon!" Die kleine Schwester wusste nicht ob sie sich freuen oder traurig sein sollte, aber sie verstand dass es nicht für eine Ewigkeit war und beschloss sich lieber auf den Spaß und auf die Rückkehr ihrer Schwester zu freuen. Sie lief ihn ihr Zimmer und packte noch Kumas Sachen zusammen, die Nana vergessen hatte. Danach fuhren sie mit dem Taxi zum Waisenhaus und klärten noch alles Restliche ab. Nana kniete sich nochmal zu Mao runter, um sich von ihr zu verabschieden. Sie gab ihr einen Kuss auf die Stirn und drückte sie nochmal ganz fest an sich, bevor sie wieder in das Taxi stieg um zum nächsten Flughafen zu fahren. Maolein rannte in ihr Zimmer und packte ihre Sachen halbwegs aus, da es aber schon spät war, ging sie bald ihre Zähne putzen und machte sich Bett fertig. Bevor sie einschlief, erzählte sie Kuma noch mit tränenden Augen, ihre Lieblings Gutenacht-Geschichte die ihr Nana sonst immer vorlas.


    ✶★"Eine kleine Überlegung, ein kleiner Gedanke an andere, macht den ganzen Unterschied aus."★✶

    - Winnie Puuh





  • Schnurstracks eilte Mao zu ihrem neuen Zuhause. Seit dem sie nun im Waisenhaus lebte, hatte sie noch nie die Ausgangssperre missachtet und diese Norm wollte sie auch nicht brechen. Ein Schauder lief ihr über den Rücken bei dem Gedanken das Margot sie erwischen könnte, aber noch lag sie in der Zeit. Kurz vor dem Erreichen des Ziels legte die Asiatin noch einmal einen Sprint hin und 10 9 8 7 6 5 4 3 - Sie hatte es geschafft! Ok, so knapp war es doch nicht, sie hatte das Waisenhaus 8 Minuten vorher erreicht, dennoch war das ziemlicher Stress für das kleine Mädchen. Sie war neu und wollte sich keine Feinde machen, vorallem nicht die Erzieherinnen, sonst würden die ihr Leben ganz schnell umkrempeln. Jedenfalls war sie nun in ihrem trauten Heim und sofort kam wieder diese gähnende Langeweile zurück, die ihr das Leben als Waise nicht gerade angenehmer machte. Sie wollte Eltern die sie mit ihrem Gesinge nerven konnte oder wenigstens einen Besuch von Nana, damit sie zusammen etwas leckeres asiatisches Kochen konnten. Sogar das gewohnte Essen fehlte Mao. Als sie noch mit Nana zusammen lebte, haben sie meistens nur asiatisch gekocht, andere Rezepte kannten die beiden nicht. Die traurigen Gedanken raubten der Schwarzhaarigen den Hunger. Was sollte sie also gegen ihre Langeweile anstellen? Vielleicht war ja gerade irgendjemand im Spielzimmer! Das war die Idee, dort trafen sich meistens die Kinder wenn sie Abends heim kamen. Geschwind stolperte Mao die Treppe hoch. Zuerst brachte sie Kuma in ihr Zimmer zurück. Sie hasste es eigentlich sich von ihrem kleinen Stoffpanda zu trennen, aber Kuma war von der Tanzparty ziemlich ausgelaugt und brauchte eine große Mütze Schlaf. Nachdem Kuma in seinem kleinen blauen Puppenbett lag, machte sich das Mädchen auf in das Spielzimmer. Es war sehr ruhig. Ein schlechtes Zeichen, denn so wie es aussah, war das Zimmer leer. Ein bedrückendes Gefühl erfüllte Mao. Sie hatte immer noch keine Freunde im Heim gefunden und so wie es aussah, würde sich das auch nicht so bald ändern. Und so kam es, das die Kleine sich verbotenerweise auf den Hockeytisch setzte und Trübsal blies.


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  • Mao's Beine wackelten hin und her. Sie liebte es ihre Beine baumeln zu lassen, manchmal fühlte es sich nämlich ein bisschen an wie fliegen, aber nur wenn man gleichzeitig die Arme ausbreitet und mit seinem Körper die Kurven lenkt. Auch wenn die Gefahr da war, dass man vom Tisch fiel und Nana sie schon über 100 mal geschimpft hat, konnte die Asiatin es einfach nicht lassen. Schließlich wollte doch jeder fliegen können oder etwa nicht?
    Auf einmal hörte das Mädchen ein knarren. Vielleicht war ja doch noch Jemand wach? Hoffentlich war es keine der Erzieherinnen, denn wenn diese sie rum albern sahen, gab es gewaltigen Ärger. Auf dem Hockey Tisch zu sitzen und dann auch noch so gefährlich herum zappeln, gehörte sich nämlich gar nicht und konnte schnell mit einem weinenden Auge enden. Vorsichtig huschte Mao von dem Tisch hinunter und spähte zur Tür hinüber. Es war so still geworden, dass man alle Uhren des Hauses im Tackt schlagen hörte. Das fand Mao irgendwie ulkig, sodass sie ihren Kopf mit wippen lies. Tik Tak Tik Tak Tik... Ihr Kopf blieb während des Tik's schief liegen, als sie durch den Spalt etwas erkennen konnte. In der Tür stand ein Junge, wohl besser gesagt, der Kopf eines Jungens. Mao musste kichern. "Du siehst aus wie ein fliegender Kopf!" Aus irgendeinem Grund, fand sie das so witzig, dass sie ihren Bauch festhalten musste, damit er ihr nicht weg kugelte. Doch gleich danach schämte sie sich, weil sie angst hatte, dass der Unbekannte denken könnte, sie lache ihn aus. Also war tief ein und ausatmen angesagt. Der Lachanfall hat sich verabschiedet und der Blick fiel wieder auf den Körperlosen Jungen und musterte diesen. "Tut mir leid, das war nicht böse gemeint falls du das dachtest"! Ihr Kopf legte sich schief und mit einem begeisternden Ausdruck fügte sie hinzu "Ich mag deine Mütze, die sieht voll cool aus, darf ich die mal aufsetzen?" Fragend sah sie den Fremden an und hoffte das der Schüchterne aus dem Türstock zum Vorschein kommen würde.



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  • Als Nark seine Mütze von seinem Kopf nahm, musste Mao schon wieder kichern. Es war einfach zum Totlachen wie seine Haare zu Berge standen. Das konnte ihr nicht passieren, denn ihre Haare wahren wie fast immer zu einem Zopf geflochten. Trotzdem nahm sie ihre mit Vorsicht ab, um ihre Frisur nicht zu beschädigen. Mit einem Grinsen im Gesicht gab sie ihre Rosa Kopfbedeckung in die freie Hand des Jungens und stellte sich auf Zehen spitzen. Jetzt konnte sie nämlich ihre Hand über seine Haare schweben lassen, die so elektrisiert waren, dass diese ihren Handbewegungen folgten. Und schon wieder lösten die Haare ein kichern in Mao aus. Nachdem sie ein paar male drüber ist, senkten sich ihr Zehenspitzen wieder. Geschwind nahm sie Narks Mütze in die Hand, denn auf einmal bemerkte sie wie nah sie eigentlich an einem Jungen gerade stand und ging ein, zwei Schritte nach hinten.
    "Es ist mir eine Ehre sie kennen zu lernen werter Herr Nark." Entgegnete sie ihm mit einer tiefen Verbeugung. "Ich bin Mao und das hier ist Kuma!" Dabei hob sie ihre Hand in der sich die Mütze befand und ihr fiel ein, dass sie Kuma ja gar nicht mehr dabei hatte. Eine Rötung begann ihre Wangen zu zieren. "Ups, Ich hab Kuma gar nicht dabei. Und ja ich wohn hier erst seit ein paar Tagen, hab aber noch nicht viele Kinder kennen gelernt." Ihr Blick neigte sich nach unten und ihr Fuß drehte sich Verlegen am Boden. Schnell setzte sie wieder das vertraute Lächeln auf, um die Mütze auf zusetzen. Sie drehte sich ein mal im Kreis und machte ihre beste Model Pose. "Na, wie seh ich aus?" Fragte sie ihren neuen Bekannten und lächelte über beide Ohren.


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  • "Kuma ist schon ins Bett gegangen, weil er so doll müde war." Antwortete Mao dem Rotschopf. Bei seiner darauffolgenden Frage, bemerkte sie, dass sie ja gar nicht erklärt hatte wer Kuma war. Vielleicht dachte Nark ja das sei ihr Bruder oder so. "Kuma ist mein bester Freund! Er ist der niedlichste Stoffpanda auf der ganzen Welt!" Und mit diesen Worten beendete Mao ihre Pose und setzte sich wieder auf den Hockey Tisch, es gab einfach nichts bequemeres als hartes Plastik... jedenfalls nicht in diesem Zimmer. Naja da wäre noch der kratzige Teppichboden, aber der sah auch nicht aus als wäre er aus diesem Jahrhundert. Allgemein war das Waisenhaus noch etwas Schlicht und altmodisch gestaltet, der Hockey Tisch und die renovierten Schlafzimmer gehörten noch zu den moderneren Sachen.
    Die Mütze zog Mao, mal wieder mit Vorsicht wegen ihrer Frisur, ab und nahm sie in beide Hände. Dann bewegte sich ihr Blick zu ihrer Mütze die Nark noch immer fest hielt. "Ich glaub aber dass im Winter deine Ohren ganz arg frieren werden, wenn du meine aufziehst." entgegnete sie dem Jungen. Daraufhin fügte sie noch hinzu. "Aber wenn sie dir gefällt behalt sie ruhig, ich hab noch 2 davon!" Der Kleiderschrank der Asiatin sah nämlich ein bisschen so aus wie der einer Zeichentrick Figur. Sie hatte nämlich einige Kleidungsstücke doppelt oder dreifach, weil sie nicht wollte das ihre Lieblingssachen ein Loch kriegen und sie die dann weg werfen muss. Und noch waren die anderen Mützen intakt, also war das kein Problem eine her zu schenken.


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  • Wow...Mao war begeistert. Noch nie in ihrem ganzen bisherigen Leben, was aus ihrer Sicht schon echt lang ist, wollte sie Jemand malen. Kuma würde sich jetzt bestimmt auch freuen wie ein Honigkuchen Pferd (Obwohl er ein Panda ist), wenn er das hören würde. Die Asiatin überlegte ein bisschen und kam zu dem Entschluss dass Nark und Kuma bestimmt gute Freunde werden könnten. Während Mao sich noch vorstellte wie die beiden Hand in Hand auf einer Blumen Wiese liefen, sich danach im kreis drehten und dann ins Gras fielen, so wie wahre Freunde das nun mal so machen, war Nark mit dem Thema schon wieder weiter gesprungen. Die Biblothek hm? Was für ein doofes Wort, wer soll denn das schon wieder aussprechen können? Aber bei dem Wort Höhlen spitzten sich die Ohren der Kleinen. "Waaas? Ich liebe Höhlen! Ich hab zwar noch nie eine aus Büchern gemacht, sondern immer nur aus Kissen und Decken aber das müssen wir uuuuuuumbedingt machen!" Die Worte sprudelten nur so aus dem begeisterten Mädchen heraus. "Wollen wir gleich in die Bib...Bibio...Bücherei gehen? Und dann bauen wir die Höhle und du malst mich und ich erzähl dir währenddessen eine Wahre Geschichte über einen Drachen den ich in meinem Heimatland gesehen hab!" Mao wippte nach vorne und nach hinten und konnte sich kaum halten. Wahrscheinlich hat Nark sie indirekt wieder ein bisschen aufgemuntert, nach all dem was passiert ist und sie war froh, neben Alice, einen weiteren Freund gefunden zu haben.


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