Das Krankenhaus "St. Ulrich"

  • 3700-alicerpg-pngAlice, Simon, & Alex | in der Notaufnahme


    Die Kälte verschwand aus ihrem Körper. Eigentlich kein Wunder bei der Menge an Decken, in die sie sich eingehüllt hatte. Aber es war auch bitter nötig gewesen. Langsam war es ihr auch wieder möglich ihre Finger zu spüren. Hielt darin fest an das schwarz-weiße Ultraschallbild ihres Babys. Es war wie immer nicht ganz so einfach irgendwie was darauf zu erkennen aber die Ärztin hatte sich alle Mühe gegeben und sogar erkannt ob es ein Junge oder ein Mädchen war. Doch diese Information behielt sie zunächst für sich, sollte sie ja auch zuerst der Kindsvater hören oder? Auch wenn es natürlich ein unheimlich gutes Gefühl war, dass sich in ihrer Brust ausbreitete als ihr großer Bruder das Bild zunächst wortlos entgegen nahm. Alice war glücklich, dass keine Vorwürfe kamen, kein Gemecker. „Wenn es dem Baby gut geht, geht es mir auch gut.“, versicherte sie und nickte vorsichtig, nahm anschließend Bild und ihr Handy auch wieder entgegen. Auf dem Bildschirm erkannte sie eine ungelesene Nachricht von Juliet, fragte sich auch gleich ob es ihr gut ging. Und auch Sky. Was hatte die Hexe mit ihnen überhaupt gemacht?! Der Inhalt ihrer Nachricht, den sie grob lesen konnte, verwirrte die Blonde ein bisschen und gerade wollte sie Alex eine Frage stellen als Jemand zur Tür rein kam. „Simon!“ Die junge Frau war überrascht ihn zu sehen. Sie warf nochmal einen Blick auf ihren Halbbruder und verstand, dass er wahrscheinlich mit ihrem Handy eine Nachricht geschrieben hatte. Oder es war ein Anruf oder sonst was aber es war egal, denn gerade war sie einfach nur unglaublich froh ihn zu sehen. War glücklich auch wenn sie wusste, dass diese Kombination nicht wirklich die beste war. Aber sie waren in einem Krankenhaus und.. es ging ihr nicht gut, also eigentlich schon aber dennoch brauchte sie Ruhe, da würden sie sich schon nicht gleich die Köpfe einschlagen. „Ja..“, antwortete sie und wandt ihren Blick auch gleich wieder von Simon ab. Plötzlich war ihr wieder so unfassbar kalt und auch wenn sie sich gern wieder weiter unter den Decken versteckt hätte, hielt sie auch ihrem Freund das Ultraschallbild hin. Dazu hatte sie sich auch ein bisschen aufgerichtet. „Die Ärztin konnte mir das Geschlecht sagen.“, erzählte sie, war aufgeregt und versuchte das trotzdem ein bisschen zu unterdrücken. Weil da irgendwas nicht stimmte oder? Fast schon hilfesuchend sah sie zu Alex. Auch wenn sie nicht wusste, was er tun sollte, ob er überhaupt etwas tun konnte aber alleine dass er da war beruhigte sie irgendwie. Bestätigte ihr dass sie vielleicht doch nicht so alleine war wie sie dachte. „Willst du es wissen? Oder willst du dich überraschen lassen?“ Darüber hatten sie auch noch nie gesprochen. Generell hatten sie eher selten bis.. gar nicht über ihr gemeinsames Kind gesprochen. Alice zog eine der Decken über ihre Schultern. „Es.. ist auf jeden Fall alles gut so, unserem Baby fehlt nichts.“

  • [Simon] mit Alex und Alice in der Notaufnahme


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    Simon bemerkte Alex stechenden Blick von der Seite, gab sich aber alle Mühe, Alice Bruder auszublenden. Sowieso zog das kleine schwarz-weiße Bild, das Alice ihm unter die Nase hielt alle Aufmerksamkeit auf sich und Simon wich erschrocken einen Schritt zurück, um ja nicht mit dem Foto in Berührung zu kommen. Als wäre es giftig. Und... das Geschlecht? Wollte er das wirklich wissen? Oder war es ihm egal? "Ich weiß nicht", murmelte er deshalb etwas verloren und hielt weiterhin Abstand zu Alice, ihrem Bruder und dem Baby. Egal ob es ein Junge oder ein Mädchen werden würde, es würde Simon doch sowieso nicht als seinen Vater kennenlernen. Es war besser, wenn er es nicht wusste. Bis das Kind da war, war er schon über alle Berge und eine unnötige emotionale Bindung zu dem Kind aufzubauen war da sicher nicht hilfreich. Jedenfalls war dieser Gedanke der Flucht etwas, an das er sich klammern konnte. Es war wirklich die dümmste Idee seines Lebens gewesen, sie zu schwängern. Nichts von dem, was er mit Alice Schwangerschaft hatte erreichen wollen, war eingetroffen- nichts davon. Nick war immer noch da und das war noch ein Grund, abzuhauen. Sowieso, tat er damit nicht etwas Gutes? Wenn er weg war, würde er Alice auch nicht mehr wehtun können. Hach, was war er nur für ein guter Mensch. "Ist es denn... das Geschlecht geworden, das du dir gewünscht hast?", fragte Simon deshalb und stecke beide Hände in seine Jackentaschen. Alice sah so glücklich aus, als ob sie wirklich glaubte, dass alles gut werden würde. In ihm machte sich der Wunsch breit, sie in seine Arme zu schließen, sich mit ihr zusammen in dem kleinen Krankenhausbett zusammenzurollen und sie wieder nur für sich zu haben. Aber mit Alex in der Nähe war das absolut unvorstellbar und sowieso war er ja auch noch viel zu wütend auf sie.

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    Hina, Wayne & Chase | in einem Patientenzimmer


    Es war alles so weit weg. Hina hörte Geräusche, leise und laute. Irgendwelche Stimmen, die durcheinander sprachen und wohl auch versuchten sie wieder aufzuwecken. Das Mädchen spürte, wie man sie auf eine Liege trug und auch, dass man sie ein bisschen schüttelte. Vorsichtig und doch bemerkte sie es, gab sogar ein leises Murren von sich aber das war wahrscheinlich im Eifer des Gefechts untergegangen. Vorhin noch hatte sie über die einzelnen Worte der jungen Kerle gelacht, mit denen sie sich gemeinsam auf den Weg nach Riverport gemacht hatte aber jetzt verstand sie rein gar nichts mehr. Waren Wayne und Chase überhaupt noch bei ihr? Oder wer waren die Menschen, die sie um sich herum spürte? Irgendwie waren es doch mehr geworden oder? Langsam und träge öffnete die Blonde ihre Augen. Es war so hell, dass sie sie gleich wieder zusammenkniff. Ihr war schlecht. Sie hatte Kopfschmerzen und auch sonst fühlte sie sich alles andere als gut. „Was..“, kam es ihr ganz leise über die Lippen und sie war sich nicht einmal sicher ob sie ihren Mund überhaupt aufbekommen hatte. Sie hörte ein lautes und nerviges Piepen, ein so heller Ton, direkt hinter sich und schemenhaft erkannte sie irgendwelche Personen, die an ihr vorbei huschten und auch etwas an ihr machten. Hina drehte ihren Kopf zur Seite, beobachtete durch kaum geöffnete Augen was diese Fremden da veranstalteten und es dauerte wirklich eine lange Zeit bis sie erkannte, dass sie in einem Krankenhaus war. Naja, zumindest vermutete sie dies. Aber da liefen Menschen in weißen Klamotten herum, einer im Arztkittel und auch sonst ähnelte dieses Zimmer doch schon dem, was man in diesen berühmten Klinikserien immer so sah. Und um ehrlich zu sein, war es auch nicht das erste Mal, dass Hina in einem Krankenhaus gelandet war. Schon das ein oder andere Mal hatte sie es mit dem Alkohol übertrieben und war eingeliefert worden aber daran erinnerte sie sich auch nicht immer. Die Schülerin verzog das Gesicht als ein Pfleger ihr einen engen Verband an den Arm anlegte. Bei den Schmerzen kamen auch die Erinnerungen daran zurück was passiert war und warum sie wahrscheinlich auch hier war. Zögernd öffnete sie ihre Lippen, jedoch kam kein Ton aus ihrer Kehle, nur ein leises Husten. Und so ließ sie die Prozedur über sich ergehen, schaute nur stumm zu wie Ärzte und Pflege etwas redeten, auf das Mädchen deuteten, sie anschauten, irgendwelche Kabel an sie hefteten und später wieder abnahmen. Zwischendrin fragte man sie etwas, doch sie antwortete nicht. Nicht unbedingt weil sie nicht wollte, sondern weil sie nicht konnte, ihr fehlte irgendwie die Kraft dafür. Hina spürte wie man ihr eine Flüssigkeit über die Vene gab und augenblicklich verflüchtigten sich die Schmerzen in ihrem Arm und eigentlich in ihrem ganzen Körper. Was war das denn für ein Wundermittel? Ein kleines bisschen musste die Blonde schmunzeln und sie merkte mit jeder Sekunde mehr wie sie wieder schläfriger wurde. Ihre Sicht vernebelte, wie auch ihre Gedanken. Im nächsten Augenblick, zumindest fühlte es sich so an, erwachte die Jugendliche in einem leeren Zimmer. Im Hintergrund hörte sie noch dieses nervtötende Piepsen und es war auch ziemlich kalt, weshalb sie die Decke weiter nach oben zog. Dabei spürte sie die stechenden Schmerzen in ihrem Arm, die aber lange nicht mehr so stark waren wie vorhin. Oder hatte sie sich das eingebildet? Nach und nach kehrten auch die Erinnerungen zurück. An diesen dämlichen Sturz, die blöde zerbrochene Flasche und ihr nicht vorhandenes Talent dieser auszuweichen. Generell schien sie ein bisschen unpraktisch gefallen zu sein, denn auch ihr Bein fühlte sich nicht allzu gut an. Aber es war bei weitem nicht mehr so schlimm und auch sonst fühlte sie sich im Großen und Ganzen gut. Ihre unverletzte Hand legte sie an ihre Stirn und schloss die grauen Augen, stellte sich gedanklich schon mal auf ein besorgtes Gespräch mit ihren Eltern ein bis ihr einfiel, dass diese momentan gar nicht in der Stadt waren. Aber mit Sicherheit hatte man sie schon informiert oder? Musste man schließlich wenn Minderjährige im Krankenhaus landeten.. Langsam drehte sie ihren Kopf hin und her, doch sie fand ihre Handtasche nicht. Da war auch ihr Handy drin und mit Sicherheit hatte sie schon zig Anrufe darauf, wenn ihre Eltern noch nicht hier waren. Hatte sie die etwa verloren? Oder vielleicht hatte einer der hübschen Jungs sie noch? Wo waren die Kerle eigentlich, hatten sie das Weite gesucht? Und wie spät war es eigentlich genau? Mittlerweile war es doch schon heller, noch nicht hellster Sonnenschein aber vielleicht hatten sie sich schon längst wieder verabschiedet.. naja, vielleicht hatte Chase ihre Tasche auch an sich genommen damit Hina sie bei ihm abholen konnte. Natürlich gegen eine kleine Gegenleistung. Oder hatte sie doch eher der freundliche Cowboy? Hina grinste etwas. Das verblasste aber gleich wieder weil sie ohne ihr Handy sowieso aufgeschmissen war. Und auch so fühlte sie sich gerade etwas hilflos.. sie vermisste Alessa.

    Nach einer Weile klopfte es schließlich an der Tür. „..ja?“ Vielleicht ja ihre Lebensretter?

  • [Wayne] ~ mit Hina & Chase in einem Patientenzimmer

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    Als Hina das Bewusstsein verlor und Wayne ihren zierlichen Körper erschlaffen sah, machte sich Panik in ihm breit. Und nicht nur in ihm, denn auch Chase schien völlig mit der Situation überfordert, schaffte es aber geistesgegenwärtig das Richtige zu tun und den Krankenwagen zu rufen, während der Blonde Erste Hilfe leistete. Als der Rettungswagen endlich ankam, war die Erleichterung groß. Wayne hoffte inständig, dass Hina keine bleibenden Schäden von ihrer Verletzung davontragen würde und das alles gut werden würde. Natürlich nahmen die Sanitäter auch Chase in ihre Obhut, da er wohl auch noch minderjährig war. Ihm selbst ließen sie jedoch die Wahl. Eigentlich hätte der Cowboy sich nun umdrehen und einfach Nachhause gehen können, aber das könnte er einfach nicht mit seinem Gewissen vereinbaren. So schnappte er sich Hinas Handtasche, welche auf dem Boden verblieben war und bat die Sanitäter, die beiden Jugendlichen begleiten zu dürfen, was ihm auch gestattet wurde. Wayne war sich nicht sicher, ob Chase überhaupt bemerkt hatte, dass er nicht weit hinter ihm stand, da der zu beschäftigt mit Hina war, was der Blonde ihm auch nicht verübeln konnte. Die Fahrt verging wie im Fluge und der Cowboy entschloss sich dazu, diese in Stille zu verbringen, die blauen Augen besorgt auf die verletzte Jugendliche gerichtet.

    Im Krankenhaus angekommen ging alles ziemlich schnell und ab einem gewissen Zeitpunkt durften sowohl Wayne als auch Chase nicht mehr mitkommen und mussten stattdessen im Wartebereich bleiben. Ein Seufzen verließ die Lippen des Blonden, während sein Blick zur Ihr ging. Zeit verging und es gab keine Neuigkeiten. Er machte sich sorgen, aber hier im Krankenhaus waren die Profis und diese würden sich gut um das Blondchen kümmern. Wayne legte Chase eine Hand auf die Schulter, erinnerte sich an die Panik, welche er zuvor noch ausgestrahlt hatte und lächelte ihn aufmunternd an. "Wir haben getan, was wir konnten. Das wird schon. Ich bin mir sicher, dass du bald zu ihr kannst." Und die Zeit verging, während sie dort im Wartebereich verweilten. Es fühlte sich fast wie eine Ewigkeit an und Wayne konnte erkennen, dass sich die ersten Sonnenstrahlen langsam zeigten. Einen kurzen Moment sorgte er sich, dass etwas schief gegangen sein könnte, jedoch kam dann eine der Krankenschwestern auf sie zu und teilte ihnen mit, dass sie Hina jetzt sehen durften. Wayne bedankte sich und machte sich zusammen mit Chase auf den Weg. Am Zimmer angekommen klopfte er an der Tür, ehe er sie öffnete und einen Schritt zur Seite. Der Blonde wollte Chase die Möglichkeit geben als erstes einzutreten. Im Zimmer angekommen betrachtete der Cowboy Hina mit einem besorgten Blick. "Wie geht es dir?" Fragte er zunächst, während er langsam an ihr Bett heran trat. Er zeigte ihr die Handtasche, welche er die ganze Zeit bei sich getragen hatte und stellte diese anschließend auf Hinas Bettkästchen, eines dieser typischen Krankenhaus-Beistelltischchen. Nachdem er dies getan hatte, entfernte Wayne sich wieder von ihrem Bett, um ihr etwas Platz zu geben.

  • Alice, Simon & Alex in einem der Zimmer | Alex geht


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    Alex war ehrlich erleichtert, dass es Alice gut ging und sie nochmal mit einem Schrecken davongekommen war. Ebenso wie ihr Kind. Weniger glücklich war er über den Besuch ihres Freundes. Der irgendwie mit ihr Schluss gemacht hatte und doch irgendwie auch nicht? Simon war ganz offensichtlich nicht ganz wohl in der Nähe des Silberhaarigen und dieser teilte dieses Gefühl. Dennoch. Er merkte wie glücklich Alice war und auch, dass der Blondschopf nicht so schnell verschwinden würde. Das fünfte Rad am Wagen war auch definitiv nicht Simon, sondern er. Sie war in guten Händen. Er würde ihr hier schon nichts tun, oder? Als die beiden anfingen über das Geschlecht das Babys zu reden, sah Alex weg. Das war etwas, wovon er glaubte, dass sie es besser unter sich besprachen. Ein intimes Detail ihres Babys, dass er irgendwann vielleicht ganz offiziell erfahren würde, aber wahrscheinlich nicht vor bzw. mit dem Vater zusammen. Daher erhob er sich und ging auf Alice zu, die sich immernoch unter die vielen Decken kuschelte. "Ich mach mich auf den Weg. Schreib mir, wenn du was brauchst, oder ich vorbeikommen soll.", sagte er zu seiner Halbschwester mit einem Lächeln auf den Lippen. Er tätschelte die Decken unter denen Alice begraben war und verließ dann das Zimmer und Krankenhaus. Nicht ohne noch einen letzten warnenden Blick zu Simon zu werfen, der ihm bedeuten sollte, sich besser gut um die Blondine zu kümmern.


    Geht ~>

  • 3700-alicerpg-pngAlice & Simon | in der Notaufnahme


    Der Vater ihres ungeborenen Kindes näherte sich nicht. Er blieb dort stehen, etwas entfernt von ihr. Als hätte er sich gar keine Sorgen gemacht. Aber das hatte er doch. Ganz sicher. Oder nicht? Schließlich war das junge Mädchen im Krankenhaus, lag in der Notaufnahme auf einer nicht gerade bequemen Liege, eingehüllt in warmen Decken. Nachdem sie von einer wild gewordenen Hexenprinzessin entführt worden war. Alice zog ihre Augenbrauen zusammen während sie daran dachte, sie schaute verständnislos in die Ferne. Das konnte sie doch auch keinem erzählen oder? Die würden sie nur für verrückt erklären. Nicht einmal sie selbst wusste ob sie sich das nicht nur eingebildet hatte. Ob das ein schlechter Traum gewesen war aber wie zum Teufel war sie dann in den Wald gekommen? Ihr Kopf schmerzte bei diesen absurden Gedanken, die jetzt eigentlich auch gar nicht wichtig waren. Es war nur wichtig dass die Liebe ihres Lebens jetzt bei ihr war und da ignorierte sie auch den Fakt, dass er sich gar nicht wirklich so benahm. Eher als wäre es ihm egal. Auch ihr gemeinsames Kind, da Simon nicht einmal das Foto in seine Hand nahm. Der blasse Arm des Mädchens sank und beinahe wäre ihr das Ultraschallbild aus der Hand gefallen, jedoch zog sie sie schnell wieder unter ihre Decke, schob die bis nach oben und drückte das Bild an ihren Oberkörper. Dort klopfte ihr Herz dann auch ein bisschen schneller als ihr Freund sich nach ihrem Wunsch erkundigte. Ein schwaches Lächeln malte sich auf ihre Lippen während sie ihm einen Blick zu warf. „Ich hab mir da noch gar keine Gedanken gemacht..“, gab sie ehrlich zu, neigte den Kopf ein Stückchen zur Seite. „Dafür war gar nicht die Zeit.“ Immerhin war sie immer mit anderen Gedanken beschäftigt gewesen. Wenn sie nicht an Simon dachte, dachte sie an ihre Geschwister, an das zerrüttete Verhältnis und auch an ihre Freunde, die irgendwie kaum mehr vorhanden waren. Es waren so viele Sorgen in ihrem Kopf, das sie manchmal vergaß, dass sie sich jetzt mehr auf sich konzentrieren sollte. Kurz schweifte ihr Blick zu Alex, der seit der Ankunft ihres Freundes ungewohnt ruhig geworden war. Nicht etwa, dass ihr großer Bruder eine Plaudertasche war aber meist kannte man es doch von ihm, dass irgendein böser Kommentar über seine Lippen kam. Vielleicht riss er sich zusammen. Ihretwegen? Alice wand sich wieder an Simon, streckte ihre Hand aus, erwischte den Stoff seiner Jacke und krallte sich darin fest. Ihr Mund öffnete sich einen Spalt, sie überlegte, lockerte ihren Griff auch für einen Moment als bereute sie es schon sich über die Anwesenheit des Mannes zu freuen. Weil es doch eh nicht für immer war oder? Weil Simon so oft so schnell wieder verschwand. Ohne etwas zu sagen oder aber er sagte etwas, dass sie nur verletzte. Beides war nicht schön, wirklich nicht. Und als sie endlich den Mut gefunden hatte, vielleicht auch die Kraft, da bemerkte sie aus den Augenwinkeln heraus dass ihr älterer Bruder sich von seinem Stuhl erhob, auf sie zu ging und seine Hand kurz auf dem Berg an Decken ablegte, die man über sie geworfen hatte. Mit großen roten Augen sah sie zu ihm hinauf. Alice nickte und auch auf ihren Lippen zeichnete sich ein Lächeln ab. Das erste Mal seit wirklich langer Zeit hatte sie das Gefühl dass da nichts zwischen ihnen war. Kein großer Streit, keine Meinungsverschiedenheit, kein Gezicke. Es fühlte sich für den Moment wirklich so an als wären sie einfach Geschwister, die füreinander da waren, sich um einander sorgten. „Danke..“, flüsterte sie noch bevor Alex das junge Paar schließlich alleine ließ. Vielleicht auch weil er Rücksicht nehmen wollte, die werdenden Eltern nicht stören wollte, sie für sich sein lassen. Egal was es war, das Blondchen war in diesem Moment einfach unheimlich froh dass ihr Bruder für sie da gewesen war. Wer weiß, was sonst passiert wäre? Mit dem Baby in ihrem Bauch und auch mit ihr selbst..? „Es wird ein Junge.“, verkündete sie plötzlich, festigte den Griff an Simons Jacke als hätte sie Angst dass der Kerl jede Sekunde wieder davon lief. Sie wieder alleine ließ. „Ich kann es kaum mehr erwarten bis wir eine Familie sind.“ Alice ließ sich wieder etwas zurück fallen, zog dabei an der Jacke ihres Freundes, der sich weiter keinen Schritt bewegte. „Wir drei und sonst niemand.“, fügte die schwangere Jugendliche hinzu, drehte ihren Kopf in die Richtung des Studenten und funkelte ihn an. Glücklich. Zugleich aber auch ängstlich. Und auch irgendwie erwartungsvoll. Weil sie hören wollte dass es so passierte, dass ihre gemeinsame Zukunft so aussah. Dass es da sonst niemanden gab. Nicht in seinem Leben und sowieso nicht in ihrem.

  • Chase mit Wayne im Wartebereich, später bei Hina im Krankenzimmer

    Die Fahrt zum Krankenhaus sowie alles weitere danach, nahm Chase gar nicht so richtig war, da mit dem Erscheinen des Krankenwagens nicht nur die Erleichterung kam, sondern auch die Erschöpfung. Während er also mit dem Cowboy im Wartebereich des Krankenhauses zurück blieb, sah er den Pflegern und Hina hinterher, bis diese hinter der nächsten Ecke verschwunden waren. Dann ließ er sich mit einem Seufzen auf einem der Stühle nieder, stützte die Ellenbogen auf seine Knie und bettete den Kopf in seine Handflächen. Ihm brummte so langsam der Schädel und die Müdigkeit, die mit der Erschöpfung durch die Ereignisse einher ging, machte es ihm mit jeder verstreichenden Minute schwerer die Augen offen zu halten. Dennoch fragte er sich ununterbrochen, wie es Hina wohl ging, tröstete sich aber immer mit dem Gedanken, dass die Leute hier schon alles regeln würden.

    Für einen kurzen Moment ließ Chase seine schweren Lider gewähren, zuckte im nächsten Augenblick etwas zusammen, als der blonde Kerl ihm eine Hand auf die Schultern legte und sich alle Mühe gab ein paar beruhigende Worte für den Teenager zu finden. Er ließ einen Arm sinken, stützte den Kopf nur noch in die eine Hand und musterte den anderen kurz, dann nickte er nur und ließ seinen Blick in die Richtung wandern, in die die Pfleger mit Hina verschwunden waren. Im Krankenwagen hatte man ihm seinen Hoodie, den sie behelfsmäßig dazu genutzt hatten den Arm seines Betthäschens zu verbinden, wieder zurückgegeben. Einige Blutflecken befanden sich nun darauf. Vermutlich würde er das Teil entsorgen müssen, aber halb so wild. Vermutlich sah er nun damit auch aus wie ein Irrer, der in der Nacht irgendwen abgestochen hatte. Trotzdem hatte er sich das Kleidungsstück wieder übergezogen, da es nur im T-Shirt doch ziemlich kühl gewesen war. Wie er damit nun aussah, war ihm herzlich egal.

    Als schon die ersten Sonnenstrahlen den Himmel in ein blasses violett tauchten, gab man den beiden Wartenden Bescheid, dass sie nun Hina sehen konnten.

    Etwas schwerfällig erhob Chase sich. Fuck, er würde heute definitiv die Schule schwänzen - welcher Wochentag war überhaupt? - und erstmal ausgiebig Schlaf nachholen. Mit einer Hand fuhr er sich durchs Gesicht, anschließend durch die Haare.

    An Hinas Krankenzimmer angekommen, übernahm der Erdbeerheld das Klopfen, ließ ihn anschließend zuerst eintreten. Zwar war Chase nicht ganz klar welchen Sinn das haben sollte, aber er hatte keine Energie und auch allgemein wenig Lust sich darüber Gedanken zu machen und betrat daher das Zimmer als Erster. Dennoch ergriff der andere zuerst das Wort und erkundigte sich nach ihrem Wohlergehen. Der Teenager machte währenddessen einige sehr langsame Schritte durch den Raum und bließ schließlich am Bettende stehen. Ein wenig Überraschung spiegelte sich in Chase’ Gesichtszügen wieder, als sein Blick auf die Handtasche fiel, die das Landei im selben Moment auf den Beistelltisch neben dem Bett stellte. Gut, dass wenigstens einer von ihnen daran gedacht hatte. Bestimmt war da auch das Handy seiner Mitschülerin drin. Er selbst hatte am Ort des Geschehens gar keinen Kopf dafür gehabt. Seine eigenen Habseligkeiten hatte er sowieso in der Hosentasche.

    Chase musterte Hina. Zwar war sie noch etwas blass um die hübsche Nasenspitze, wirkte ansonsten aber wohlauf, was ihn doch mehr beruhigte, als er gedacht hätte. Ein kleines Lächeln stahl sich unwillkürlich auf seine Lippen, als ihre Blicke sich trafen. “Gut siehst du aus - wie immer.” Das Lächeln wurde schnell zu einem seichten Grinsen. Natürlich wirkte Hina trotz allem noch etwas mitgenommen, aber das war auch kein Wunder. in Chase’ Worten schwang vielmehr die Erleichterung über die Feststellung mit, dass sie um einiges besser aussah, als noch vor ein paar Stunden. Vermutlich sahen er und seine Begleitung auf Grund des Schlafmangels und dem Schrecken in den Gliedern deutlich beschissener aus.

    “Haben sie dir schon gesagt wann du gehen darfst?”, warf der Schüler die Frage in den Raum. Es war zwar schön Hina wohlauf zu sehen, aber er hatte auch wenig Lust im Krankenhaus mehr Zeit zu verbringen als nötig. Hina hatte vermutlich genauso wenig Interesse daran hier ewig zu liegen, weshalb er sich sehr gut vorstellen konnte, dass sie gut und gerne so lange diskutieren würde, bis man sie früher gehen lassen würde, als eigentlich geplant. Diese Vorstellung amüsierte ihn durchaus.

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    Hina, Wayne & Chase | in einem Patientenzimmer


    Es verließ noch ein lautes und erschöpftes Gähnen die hübschen Lippen des jungen Mädchens. Dann merkte sie schon wie sich die Tür ihres Krankenzimmers öffnete. Ihr Blick galt erst noch dem großen und doch so leeren Raum, der viel zu steril wirkte und dennoch war sie froh, dass das Bett neben ihr leer war. Es war noch frisch bezogen, wirkte unberührt und Hina spürte doch schon so etwas wie Erleichterung deswegen weil sie in ihrem derzeitigen Zustand wirklich keine Lust auf eine Bettnachbarin hatte, die viel zu viel redete oder zumindest, viel zu viel unwichtiges Zeug plapperte. Denn selten gab es da draußen Jemanden, den sie gerne zuhörte aber zwei davon, betraten in diesem Augenblick das Krankenzimmer. Auch, wenn sie einen der Blondschöpfe kaum kannte, so hatte er der Schülerin geholfen und das musste sie ihm doch gut anrechnen. Und irgendwie auch wieder gut machen oder? Oder war es nicht schon Dank genug dass sie ihm überhaupt Aufmerksamkeit schenkte? So wie er wirkte oder so, wie sie ihn kennen gelernt hatte oder so, wie sie es noch in Erinnerung hatte, wirkte er nicht so als könnte sie sich mit einem Kuss oder Sex für seine Hilfe bedanken. Eher wirkte der noch Fremde so als wäre es für ihn klar gewesen zu helfen. Selbstverständlich oder so. „Wirklich?“, erwiderte die Blonde und strich sich die zerzausten Haare hinters Ohr. Eine Augenbraue hatte sie angehoben und rollte mit ihren Augen als Chase dieser Spruch über die Lippen kam. „Ich seh wahrscheinlich aus wie ein Unfall.“ Den sie ja auch irgendwie gehabt hatte. Sie wünschte sich einen Spiegel aber gleichzeitig auch wieder nicht. Bestimmt sah sie beschissen aus und vielleicht war ihr das auch ein klein wenig unangenehm aber das zeigte sie natürlich nicht, schenkte Chase dafür aber ein freches Grinsen und biss sich auch etwas auf die Unterlippe weil sie sich trotzdem über sein schmeichelhaftes Kompliment freute. Auch darüber dass der Andere sich nach ihrem Wohlergehen erkundete. Hina nickte zaghaft. „Geht.“ Die Schülerin hob ihren verletzten Arm ein klein wenig an, spürte dabei leichte Schmerzen, die aber lange nicht so schlimm waren wie noch vor wenigen Stunden. „Es tut noch ein bisschen weh und anscheinend bleibt mir auch eine beschissene Narbe aber ich lebe noch.“, erzählte sie und seufzte. Eigentlich hätte sie lieber Kratzspuren von einer heißen Halloweennacht als Andenken gehabt als eine hässliche Narbe an ihrem Arm aber naja. Wahrscheinlich hätte es auch noch schlimmer enden können oder? „Ich hab noch gar nicht gefragt. Aber ich bleib auf keinen Fall länger als einen Tag. Das Bett ist total unbequem.“ Das Mädchen rutschte ein bisschen hin und her, kicherte dann und warf ihre langen Haare nach hinten, kam mit ihrem Oberkörper ein bisschen nach vorne und griff gleichzeitig nach ihrer Handtasche. „Danke.“, sagte sie, warf dem Cowboy einen süßen Blick zu und lächelte. Natürlich suchte sie gleich nach ihrem Handy, fand es und bekam augenblicklich ein schlechtes Gewissen, da dort einige verpasste Anrufe und unendlich viele Nachrichten zu sehen waren. Also, viele der Nachrichten waren ihr total egal, aber nicht die von ihrer besten Freundin. Sofort tippte sie eine Antwort, fühlte sich schuldig und generell scheiße weil sie Alessa wohl Sorge bereitet hatte. „Ihr könnt ruhig gehen.“ Hina ließ ihre Arme sinken und schaute zwischen den blonden Jungs hin und her, neigte ihren Kopf etwas und lächelte. „Und euch ausruhen und ausschlafen. Ihr seht naja.. etwas fertig aus.“ Auffällig ließ sie ihren Blick an den jungen Männern hinab wandern. Es tat ihr schon etwas leid. Und gleichzeitig war sie froh dass die beiden hier waren. Dass sie sie nicht einfach allein gelassen hatten. Man wusste ja nie, es wäre sicher nicht das erste Mal dass Menschen einfach so das Weite suchten wenn es irgendwie ernst wurde, wenn eine Situation einen überforderte. „Also eigentlich ziemlich beschissen.“, fügte sie hinzu und lachte.

  • [Wayne] ~ bei Hina & Chase -> geht

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    Zunächst hielt der Blonde sich zurück. Nachdem er sich nach ihrem Befinden erkundigt und ihr ihre Tasche zurück gegeben hatte, zog sich Wayne an den Rand des Zimmers zurück und ließ die beiden Teenager miteinander sprechen. Anscheinend ging es der Blonden schon wieder besser, was zwar zu erwarten, aber trotzdem beruhigend zu hören war. Der Cowboy betrachtete sie, wie sie dort in dem hellen Krankenhausbett lag, noch immer etwas zugerichtet vom vergangenen Abend, jedoch schon um einiges kräftiger. Die Farbe hatte den Weg zurück in Hinas Gesicht gefunden, auch wenn sie noch ziemlich müde aussah. So wie Chase und er selbst vermutlich auch, schließlich war es eine lange Nacht gewesen. Ein Lachen kam dem Blonden über die Lippen als er das Gespräch der beiden Teenager mit anhörte. "Na wenn das Bett das größte Problem ist, dann bin ich ja beruhigt." Warf er mit einem müden Lächeln ein. Wenn er nicht so müde gewesen wäre, hätte er bestimmt eine bessere Antwort auf den Kommentar der Blonden gehabt, jedoch begnügte er sich zunächst mit einem schmunzelnden Nicken. "Vermutlich kann ich Zuhause die Vogelscheuche ablösen, die braucht bestimmt auch mal Urlaub." Jedoch war Hinas Vorschlag tatsächlich nicht so schlecht. Mehr konnte Wayne hier schließlich nicht tun und nun hatte er sich ja vergewissert, dass es der Blonden auch wirklich gut ging. Sein Blick glitt zu Chase, welcher sicher nichts dagegen haben würde, nochmal alleine mit Hina zu sprechen. "Aber du hast Recht. Ich glaube wir alle brauchen etwas Ruhe." Sein Blick glitt vom einen zum anderen, ehe er sich von der Wand, an welcher er lehnte, entfernte. "Passt gut auf euch auf." Mit diesen Worten und einem milden Lächeln verließ er das Krankenzimmer und machte sich auf den Weg Nachhause.


    Krankenhaus >> Starling Ranch