Der Spielplatz


  • ~Mistel kommt an~
    Nach einem, für ein Kind recht langen Marsch, landete der blonde Junge schlussendlich auf dem Spielplatz. Mistel war sich eigentlich nicht so sonderlich sicher was er eigentlich hier sollte, aber das war einer der wenigen Orte an dem ein Kind sein konnte, ohne, dass jemand dumm nachfragte. Der Platz war leer, die wenigsten Eltern wollten, dass sich ihre kleinen Babys bei den Temperaturen irgendetwas holten. Die Hände in den Hosentaschen schlurfte er über die Grasfläche und setzte sich schlussendlich auf eine der Schaukeln, er drehte sich zur Seite, auf der der Wasserlauf war und stemmte seine Füße gegen die Querstrebe. So hing er da nun, mutterseelenallein und pendelte ein wenig von links nach rechts, während er gedankenverloren aufs Wasser starrte. Mistel war ein Meister in Langeweile.

    "Come on, little lady, give us a smile"
    No, I ain't got nothin' to smile about
    I got no one to smile for, I waited a while for
    A moment to say I don't owe you a goddamn thing

    Nightmare - Halsey


  • Aprupt hielt Alessa an als sie das Objekt ihrer Begierde sah. Ihre Augen begannen zu funkeln und nervös hüpfte sie auf und ab während sie wie ein kleines Ferkelchen vor sich hin quietschte. Sie fuchtelte mit ihren kleinen Händchen in der Luft herum und überquerte schließlich in Windeseile die Straße aber nicht ohne vorher gründlich nach links und nach recht und wieder nach links zu gucken, so wie ihr Papa es ihr beigebracht hatte. So schnell ihre Füßchen sie tragen konnte näherte sie sich dem Spielplatz. Sie war stolz auf sich das sie ganz alleine hergefunden hatte aber sie fand es schade, dass ihr Papa sie nicht begleiten konnte. Er wäre bestimmt mindestens so begeistert wie sie selbst gewesen da war sich die Kleine sicher. Dennoch lies sich dadurch die Laune des Mädchens nicht trüben. Sie konnte ihn schließlich später davon erzählen und ihren kleinen Auflug mittels ihrer kindlichen Fantasie noch ein kleines bisschen ausschmücken. Insgeheim bastelte sich die Kleine schon eine Geschichte zusammen in der Drachen, Ritter auf Einhörnern und dergleichen nicht fehlen durften. Alessas Schritte wurden immer langsamer als sie den Spielplatz schließlich erreicht hatte. Ihr Blick wanderte über die große Auswahl an Beschäftigungsmöglichkeiten und die Rückzugsmöglichkeiten für die Erwachsenen. Selbstverständlich hatte Alessa lediglich für eines der Beiden Augen. Ohne eine weitere Sekunde zu zögern kletterte das Mädchen an der Leiter für die Rutsche hoch und rutschte mit ihrem Popo so weit nach vorne bis sie mit einem freudigen Huuuuuuui hinunterrutschte. Den anderen Besucher des Spielplatzes hatte sie zu diesem zeitpunkt noch nicht bemerkt. Zu sehr war sie von den vielen Möglichkeiten Spaß zu haben, abgelenkt. Der Körper der Kleinen schnellte wieder hoch und sie wiederholte den Prozess. Schließlich wanderte ihr Blick zu den Schaukeln und somit auch zu dem Unbekannten. Alessa zögerte nicht und erhob sich von der Rutsche. Sie klopfte ihre Klamotten ab und näherte sich dem Jungen. "Hallooooo! Ich kenne dich nicht. Wer bist du?" Alessa nahm auf der Schaukel neben ihm Platz und stieß sich so kräftig wie sie nur konnte vom Boden ab. Wie schön wäre es gewesen wenn ihr Papa dabei wäre und sie anschubsen würde, denn dann müsste sie keine Kraft aufwenden um hoch in die Lüfte zu schwingen und könnte sich noch viel besser auf den Schaukelspaß konzentrieren. Neugierig lugte sie zu dem Unbekannten hinüber, der sich wirklich verdammt viel Zeit lies mit seiner Antwort. Vielleicht lag es aber auch nur daran, dass die Kleine sehr ungeduldig war. Sie war auch kurz davor mit noch weiteren Fragen herauszuplatzen aber das Mädchen steckte ihre überschüssige Energie ins Schaukeln um so hoch wie nur irgendwie möglich zu kommen. Vielleicht würde sie sogar einen Überschlag schaffen. Bestimmt würde sie das!


  • Mistel saß noch nicht allzu lange grübelnd auf der Schaukel herum, als er hinter sich plötzlich Schritte hörte, dabei zuckte er etwas zusammen, rutschte mit deinen Füßen von der Stange ab und sauste fast von dem Sitz. In den Ketten hängend schob er sich mit pochendem Herzen wieder in die Senkrechte. Verwirrt sah er sich nach dem anderen Menschen um und sah nur ein Mädchen, etwa in seinem Alter, mit einem offensichtlichem Faible für pink. Sie rutschte mit einer Begeisterung, die für den Jungen doch eher unbekannt war und auf ihn etwas seltsam wirkte. Offensichtlich hatte sie ihn noch nicht bemerkt, was sich aber schon bald ändern sollte. Sobald sie ihn auf seiner Schaukel erblickte, kam sie auf ihn zu und setzte sich auf die Schaukel neben ihm. "Hallo" antwortete er, seine Stimme noch etwas eingerostet von dem langen Schweigen. Er räusperte sich. "Ich bin Mistel. Wie der Zweig zu Weihnachten. Und du?" Er beobachtete sie mit neugierigem Blick. "Bist du eine von den Neuen?" fragte er dann noch zusätzlich, während sie immer höher und höher schaukelte. Wenn sie so weiter machte, flog sie vermutlich noch im hohen Bogen herunter. "Bist du alleine hier?" Er sah sich suchend um und beschrieb Halbkreise mit seiner Schaukel. Mistel du unnützes Balg, hör auf mit diesem Rumgeschaukel und mach dich lieber mal an die Fenster! Er wandte seinen Blick kurz von dem ihm so bekannten Bild, aber sah auch gleich wieder hin. Das Mädchen sah aber auch wirklich allzu witzig aus wie ihr ihre Haare ins Gesicht wehten und sich der Wunsch danach immer höher zu schaukeln wiederspiegelte.

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  • Der Junge stellte sich vor und erkundigte sich auch gleich nach dem Namen der Kleinen. Ehe sie ihm allerdings antwortete musste sie auf Grund seines Vergleiches lachen. Es war ein helles und sehr fröhliches Lachen. Noch nie hatte sie jemanden mit einem derartigen Namen kennengelernt. Sogesehen kannte das kleine Prinzesschen auch noch nicht viele Leute. Während ihrers kleinen Lachanfalles musste sie aufpassen um nicht von der Schaukel zu fallen. Mit Mühe gelang es Alessa, jedoch büßte sie dafür einiges an Höhe ein. Schon bald hatte sich das Mädchen wieder eingekriegt und dem herzzereißendem lachen folgte ein zuckersüßes Grinsen. "Das ist aber ein lustiger Name. Ich bin Alessa." Sie rief es laut in die Welt hinaus, da sie aufgrund ihrer mittlerweile wieder neu gewonnen Höhe unsicher war ob Mistel sie noch verstehen konnte. Dabei dachte sie nich im Geringsten daran das Schaukeln einzustellen. Wenn sie so schnell aufgab, würde sie niemals einen Überschlag schaffen und genau das war ihr Ziel. Kurz schloss die Kleine ihre Augen doch schon im nächsten Moment bereute Alessa diese Tat. Ihr wurde dabei schwindelig und das ansonsnten so spaßige Schaukeln wurde zur Höllenqual. Sie schlug ihre Augen wieder auf und schielte nach unten zu Mistel, welcher nur zaghaft hin und her wippte. "Wir sind nun schon lange hier. Aber früher...ja da waren wir neu hier." Alessa überspielte die Tatsache, dass sie sich hier noch kaum auskannte perfekt. Hoch erhobenen Hauptes erzählte sie wie schön es hier war, aber das sie Pierre und Jean sehr vermisste, welche sie bestimmt bald besuchen kommen würden, schließlich kannten sie ihr supertolles Zimmer noch gar nicht und das musste man einfach gesehen haben. Erneut geriet sie ins Schwärmen und vergaß dabei fast sich an der Schaukel anzuhalten, weil sie mit ihren kleinen Armen begeistert in der Gegend herumfuchtelte. Bei der Frage ob sie alleine hier war zögerte das Mädchen kurz. Ihr Papa hatte sie vor Fragen dieser Art gewarnt genauso wie er sie vor Erwachsenen, die einem Süßigkeiten anboten gewarnt hatte. Sie hatte nie verstanden was an Süßigkeiten so gefährlich war schließlich schmeckten sie so lecker und wenn etwas so gut schmeckte, konnte es doch nichts Schlechtes sein oder? Innerlich schüttelte sie ihr Köpfchen und verdrehte die Augen. manchmal verstand sie die Erwachsenen einfach nicht. Schließlich setzte die kleine Rosafanatikerin zur Antwort an. "Ja, natürlich. Ich bin doch schon groß. Ich kann auf mich selbst aufpassen", behauptete die Kleine felsenfest und ignorierte dabei ihr Verhalten von vor wenigen Minuten in denen sie das gesamte Haus zusammengebrüllt hatte um ihren Papa zu finden, welcher allerdings verschollen geblieben war. "Wetten ich kann höher schaukeln als du?" Herausfordernd sah sie den Blonden an und legte sich besonders ins Zeug um ihm keine Chance zu geben. Während sie schaukelte als würde ihr Leben davon abhängen, biss sie sich siegessicher auf die Lippen.


  • Natürlich löste seine Namenserklärung Belustigung aus, aber das sie einen solchen Lachanfall davon bekam, war ihm fast schon unangenehm. Etwas irritiert sah er ihr beim Lachen zu, musste aber selbst irgendwann mitlachen, da ihr Lachen einfach ansteckend war. "Jaa, meine Mama hat früher immer gesagt das wäre das Erste gewesen was sie im Krankenhaus gesehen hatte" erklärte er mit einem Achselzucken.
    Die nächsten Minuten kam er überhaupt nicht dazu irgendwas zu sagen, da sie ununterbrochen plapperte und von ihrer Familie und dem neuen Zuhause erzählte. Dabei wirkte sie sich so sicher und glücklich, dass er sich ihr Leben ziemlich perfekt vorstellte. Er runzelte etwas missmutig die Stirn, in dem Versuch sich seine eigene Situation nicht vor Augen zu führen. Er wusste ja nichtmal wo seine Schwester steckte! Allerdings musste er das ja niemanden erzählen. "Pfft! Groß! Ich bin viel größer als du!" gab er frech zurück, mindestens genauso selbstsicher wie Alessa. Ein Junge, kleiner als ein Mädchen, sowas war doch gar nicht möglich! Bei ihrer Aufforderung konnte er nicht nein sagen, ihre aufgedrehte Art hatte ihn ein bisschen angesteckt und so stemmte er nun die eigenen Füße in den sandigen Boden um sich anzustoßen. Stellte sich nur die Frage, wie sie herausfinden sollten, wer höher schaukelte. Von der Schaukel aus war das nicht wirklich zu erkennen.

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  • Irgendwann wurde Alessa's neue Bekanntschaft so von dem herzhaftem Lachen des Mädchens mitgerissen, dass auch er lachen musste. Nachdem sich beide allerdings wieder eingekriegt hatten, folgte eine Erklärung seines Namens. Die Blonde lauschte seinen Worten und auch wenn die Worte ihres Gegenübers einen Stich in ihrem kleinen Herzen verursachten, plapperte sie einfach weiter drauflos. "Dann hast du aber ganz schönes Glück gehabt.Wenn sie als Erstes ein Bett oder einen Luftballon gesehen hätte, dann..." Alessa konnte ihren Satz nicht vollständig zu Ende bringen, da musste sie schon wieder kichern. Sie fragte sich ob ihre Eltern sich auch viele Gedanken um ihre Namensgebung gemacht hatten und wie sie ausgerechnet auf den Namen kamen, den sie nun trug. Hatte er auch eine Bedeutung, wie es der Name ihrer neuen Bekanntschaft hatte? Alessa nahm sich fest vor, ihren Papa sofort danach zu fragen, wenn er und auch sie wieder nach Hause kamen. Als Mistel seine Mama erwähnte, hatte Alessa einen kleinen Stich in ihrem Herzen verspürt. Sie selbst erinnerte sich nicht an ihre Mama. Sie kannte sie lediglich von Bildern. Das Mädchen kannte bisher nur das Leben mit ihrem Vater und Pierre. Sie war immer so zufrieden damit gewesen, dass sie nie daran gedacht hatte, wie es gewesen wäre bei ihrer Mutter aufzuwachsen.
    Geduldig hatte Mistel dem Redeschwall der Kleinen gelauscht. Selbstverständlich ahnte sie nicht im Geringsten wie es in ihrem Gegenüber aussah, als sie von ihrem Leben vorschwärmte. Alessa war einfach davon ausgegangen, dass er eine Mama und einen Papa hatte, die ihn über alles liebten. Die klassische Familie eben auch wenn das kleine Blondchen nicht wirklich viel vom klassischen Familienleben verstand. Sie hatte eine völlig andere Definition von Familienleben und das war auch gut so. Bisher hatte ihr an Nichts gefehlt. Im Gegenteil. Man hatte ihr immer alle Wünsche von den Augen abgelesen. Man könnte fast sagen, dass der kleinen Rosafanatikerin niemals ein Wunsch abgeschlagen wurde.
    "Das glaubst aber auch nur du..." , motzte das Mädchen zurück. Jeder Andere hätte mit Sicherheit sagen können, dass Mistel größer war als Alessa aber die kleine Prinzessin wollte dies unter keinen Umständen einsehen und so schaukelte sie mit hoch erhobenen Köpfchen weiter. Prompt nahm der Andere ihre Herausforderung zum Schaukeln an und gab sich große Mühe Alessa zu schlagen. "Du gibst dir zwar viel Mühe aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich gewonnen habe!" Mit einem siegessicherein Grinsen strahlte sie Mistel an, verlor dabei allerdigns nicht an Höhe.

  • [IMG:http://fc07.deviantart.net/fs71/f/2014/046/3/4/cheryl_by_princesslettuce-d76m1wn.png]

    Uff, der Weg bis zum Spielplatz war Cheryl wie eine halbe Ewigkeit vorgekommen! Konnte es denn sein, dass sie vielleicht einen Umweg gegangen war? So oft war sie ja bis jetzt doch nicht zum Spielen hergekommen. Etwas kratzte in ihrem Hals und sie musste husten, wobei sie sich die Hand vor dem Mund hielt. Vielleicht war sie ja wirklich noch nicht so fit wie sie anfangs gedacht hatte. Aber naja, sie konnte sich ja in ein paar Stunden wieder ausruhen und sich von Ash verwöhnen lassen. Jetzt hieß es zunächst mal Spielkameraden zu finden und sich von dieser elendigen Langweile zu befreien.
    Während ihr Blick so über den Spielplatz schweifte, entdeckte sie auch gleich zwei Kinder, die die Schaukeln in Besitz genommen haben. Glückstreffer! So nett wie die aussahen, hatten sie sicher nichts gegen weitere Gesellschaft. Sie ging also im hopsenden Gang auf die Schaukeln zu, während ihre zwei Zöpfe im Takt mitwippten. "Hey ihr da!" Ein Lächeln erschien auf ihrem Gesicht und sie blieb direkt vor den Schaukeln stehen. Die zwei Kinder schaukelten gerade höher und höher. Wenn Cheryl es nicht besser wüsste..."Ihr schaukelt um die Wette, oder?" Cheryls Augen glänzten freudig bei der Erkenntnis. Sie liebte Wettkämpfe, doch gegen ihren Bruder verlor sie fast ständig und sonst konnte sie niemanden herausfordern. "Braucht ihr vielleicht eine Schiedsrichtein? Ich kann so etwas nämlich richtig gut!"


  • Es dauerte ein Weilchen bis dem quirrligen Mädchen der Neuankömmling aufgefallen war. Zu sehr war Alessa damit beschäftigt ihren Rivalen in Grund und Boden zu stampfen. Eine Niederlage war einfach undenkbar und so schaukelte sie und schaukelte sie mit voller Power. Mit ihren kleinen Händchen hatte das Mädchen die Ketten der Schaukel umklammert so dass sie unter keinen Umständen runterfallen konnte. Ein solcher Unfall durfte Alessa nicht den Sieg kosten. Außerdem würde sie dann in den Dreck fallen und ihre wunderhübschen, rosafarbenen Klamotten durften doch nicht schmutzig werden obwohl sie sich sicher war, dass ihr Papa ihr ganz tolle, neue Kleider schneidern würde. Er würde es vermutlich auch machen wenn sie ihn einfach darum bat, da ihr Papa seiner Prinzessin einfach keinen Wunsch abschlagen konnte. Erst recht nicht wenn sie ihren Dackelblick aufsetzen würde. Schließlich trug der Wind, die Worte einer ihr unbekannten Person an das Ohr der kleinen Blondine. Alessa schlug ihre Augen auf, welche sie aufgrund des Winden geschlossen hatte. Unweit von ihnen entfernt stand ein Mädchen. Sie war ungefähr gleich alt wie sie selbst, sofern sie das beurteilen konnte. Ihr langes Haar hatte sie zu zwei Zöpfen zusammengebunden. Alessa selbst machte diese Frisur oft ihrem Püppchen weil sie, sie so niedlich fand. Trotzdem versuchte das Mädchen sich nicht aus dem Konzept bringen zu lassen und tauchte noch einige Male richtig fest an. "Haaaaaaaaallo ", zog die Kleine ihre Begrüßung in die Länge und setzte ein breites Grinsen auf. Bei ihren Worten begannen die roten Augen Alessas zu funkeln. Das war die Lösung ihres kleinen Problems. Das Mädchen konnte bestimmt viel besser beurteilen wer höher schaukeln konnte. Die kleine Rosafanatikerin warf Mistel einen vielsagenden Blick zu, welcher knapp nickte. "Das wär sooo toll wenn du das machen könntest..." posaunte Alessa schließlich raus. Gleich würde sie als Siegerin gekürt werden und Mistel würde seine Niederlage hinnehmen müssen. Ob er anfangen würde zu weinen? Für eine eventuelle Freundschaft wäre das bestimmt kein guter Start aber gewinnen lassen wollte die Kleine ihn dann doch auch nicht. "Wer schaukelt höher, hmmm?" Alessa gab noch mal alles um diesen Wettbewerb als Siegerin zu verlassen. Sie biss sich auf ihre Unterlippe und kniff ihre Augen fest zusammen.


  • Mit großen Augen und kleinen, bedachten Schritten betrat Chocola den Spielplatz. Hier war sie noch nie gewesen, sie verstand gar nicht, warum. Dies schien ein Ort der Freude zu sein, ein Paradies, eine völlig neue Welt! Hier konnte sie eine Prinzessin sein, ein Pirat auf der Suche nach einem Schatz, sicherlich sogar ein Maulwurf, der versucht, sich ein sehr komplexes Tunnelsystem zu bauen! Alles erschien ihr riesig und fremd und neu.
    Anfangs noch ein wenig zögerlich, nun aber von der Neugier gepackt, lief Chocola quer über den Spielplatz. Ihre Füße versanken im Sand, sodass sie aufpassen musste, dass kein Sand in ihre Schuhe kam, das Gefühl mochte sie nicht. Von weit, weit weg hörte sie andere Kinder, und sie überlegte, zu ihnen zu gehen, entschied sich allerdings dafür, sich zunächst einen Überblick zu verschaffen. Sie hatte schließlich nicht umsonst den ganzen Weg aus dem Waisenhaus auf sich genommen!
    Chocola tapste also weiter durch den Sand, lief an der Kletterwand entlang und konnte es schließlich nicht mehr erwarten, die anderen kennenzulernen. Ob sie wohl nett waren? Sie vielleicht sogar mitspielen ließen? So schnell sie ihre Beine trugen – und das war wirklich ziemlich schnell, sicher war sie sogar schneller als diese riesigen Katzen im Fernsehen! – rannte sie auf die Kinder an der Schaukel zu. Zwei Mädchen und ein Junge, aber sie konnte nicht sagen, ob sie nett aussahen. Zwei der beiden schaukelten nämlich und das ziemlich hoch, sodass sie die beiden schon mal kaum erkennen konnte. „Hallo“, sagte sie und winkte noch während sie auf die drei zu lief. Als sie zum Stehen kam, musste sie erst einmal tief Luft holen, grinste dann aber fröhlich. „Kann ich mit euch spielen?“ Sie sah gespannt zwischen ihnen hin und her, bevor sie hinzufügte: „Ihr schaukelt aber hoch! Das macht bestimmt Spaß!“


  • Mistel war mit seinen Gedanken wohl so abgedriftet, dass er kaum mitbekam, dass noch zwei andere Mädchen hinzugekommen waren. Er starrte sie von der Schaukel aus mit erstaunten Augen an und dieser starrte Blick war sein "Todesurteil". Dem Jungen wurde plötzlich so übel, dass er die Schaukel zum halten brachte und schnell von dem Sitz absprang. "Ich denke mal du hast gewonnen. Ich... ich denke ihr wollt auch mal schaukeln oder? Ich kann euch auch anschubsen wenn ihr wollt" sagte er freundlich und trat zur Seite. Er versuchte sich nichts anmerken zu lassen, aber ihm war wirklich schlecht. Das würde er vor drei Mädchen aber ganz sicher nicht zugeben! Er wartete bis, oder ob sich eine der beiden Mädchen dazu entschied zu schaukeln. Nach einer Weile, fing er nervös an mit dem Fuß zu scharren. "Macht ihr eigentlich auch bei diesem Wichteln mit?" fragte er und schaute in die Runde. Wenn er ehrlich war wollte er nicht wirklich alleine zu dieser Feier. Nicht wenn er das einzige Kind war. Es war ja nicht so, dass er Angst hatte, aber es wäre mit Sicherheit richtig öde.

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    Nightmare - Halsey

  • [IMG:http://fc07.deviantart.net/fs71/f/2014/046/3/4/cheryl_by_princesslettuce-d76m1wn.png]

    "Das mach ich doch gerne! Also mal sehen..." Mit kritischen Blick beäugte sie die beiden schaukelnden Kinder. Es war wirklich schwierig zu sagen, wer höher war, doch das Mädchen schien doch weiter vorn zu liegen. Bevor Cheryl jedoch ihr Urteil verkünden konnte, kam auf einmal ein blondes Mädchen zu den Dreien und gesellte sich zu ihnen. Cheryl hatte ja richtig Glück gehabt mit ihrer Entscheidung, zum Spielplatz zu gehen. Nicht nur, dass sie auf zwei Kinder gestoßen war, nein, jetzt war nach ihr noch ein junges Mädchen gekommen. Cheryls Herz pochte immer schneller vor lauter Aufregung. Es war schon so lange her, dass sie mit einer großen Gruppe gespielt hatte. Heute würde sicher ein toller Tag werden! "Hallo. Ich denke schon, dass du mitspielen darfst?", antwortete sie und blickte dabei fragend zu den anderen zwei Kindern. "Ich wollte gerade verkünden, wer von den beiden höher schaukelt.", erklärte sie dann die momentane Situationen und hüpfte ungeduldig von einem Bein auf den anderen. Sie wollte doch endlich den Sieger- besser gesagt- die Siegerin verkünden! Doch der Junge machte ihr einen Strich durch die Rechnung, indem er von der Schaukel hüpfte und das Mädchen zur Siegerin krönte. Dasselbe hätte Cheryl auch gemacht, hätte man ihr die Gelegenheit dazu gegeben. Sie machte kurz einen Schmollmund, doch bald erschien wieder ein Lächeln auf ihrem Gesicht. "Also ich will nicht schaukeln. Du kannst also ruhig." Dabei deutete sie auf das Mädchen, das als letzte gekommen war. Auf die zweite Frage des Jungen schüttelte sie den Kopf. "Ich mach da nicht mit. Mein Bruder hat es nicht erlaubt, weil er auch nicht mitmacht." Was sie nicht erwähnte war, dass ihr Bruder auch etwas dagegen hatte, wenn sie in die Bar ging. Auch wenn es nur wegen der Feier war. "Ich hab mich übrigens noch gar nicht vorgestellt, tschuldige! Ich bin Cheryl!"


  • Die Ankunft eines weiteren Mädchens hätte Alessa beinahe aus ihrer Konzentration gerissen. Beinahe hätte sie an Schwung verloren und wäre als Verliererin aus dem Wettkampf hervorgegangen. Im letzten Moment schaffte sie es allerdings doch noch weiterhin ihr Konzept beizubehalten. Ein Konzept das einfach gelingen musste. Vorerst blieb der Neuankömmling also unbegrüßt. Sie befand sich hier in einem unerbitterlichen Kampf und das würde gewiss jeder verstehen. Sie befand sich schon beinahe am Ende ihrer Kräfte als sie den beurteilenden Blick des bezopften Mädchens vernahm und schließlich ihr Nicken als die Siegerin oder im unwahrscheinlichen Fall der Sieger beschlossen war. Vorfreude war bekanntlich die größte Freude doch in diesem Fall passte wohl besser Hochmut kommt vor dem Fall und der Fall war katastrophal. Der Kleinen stand der Mund offen als Mistel sich gar nicht mehr auf der Schaukel befand, sondern kampflos aufgegeben hatte. Empörung machte sich in der Rosafanatikerin breit. Stinkig von der Handlung ihrer neuen Bekanntschaft sprang auch das Blondchen im hohen Bogen von der Schaukel und landete gekonnt auf ihren Beinchen während sie ihre Arme elegant von sich streckte. Es bleib allerdings keine Zeit sich selbst für diese Punktlandung auf die Schulter zu klopfen. Schmollend näherte sie sich dem Blonden. (warum zur Hölle sind hier eigentlich alle blond Q_Q) Alessa zog ihre Augenbrauen zusammen und sah ihren Gegenüber missmutig an. "Es macht doch keinen Spaß zu gewinnen wenn du einfach aufgibst!" Genervt rollte das kleine Prinzesschen mit den Augen und wandte sich schließlich an die beiden Mädchen. Es war wirklich großartig, dass sie die Idee gehabt hatte hierher zu kommen. Nun konnte sie mit Gleichaltrigen spielen. Kurz funkelten die roten Augen des Mädchens bei der Vorstellung was sie alles unternehmen konnten auf. Es war zwar lustig mit ihrem Papa oder mit Pierre oder Jean zu spielen aber die Gesellschaft anderer Kinder war eine ganz neue Erfahrung. Alessa war ganz hibbelig und hätte am liebsten gleich tausend Dinge auf einmal mit ihren neuen Bekanntschaften unternommen. Hoffentlich würden Pierre und Jean nicht sauer werden wenn sie auf einmal ganz viele neue Freunde und damit auch weniger Zeit für die Beiden hatte. Dieses kleine Problemchen war ganz schnell wieder vergessen als Mistel das Wichteln erwähnte. Damit war nämlich ein ganz neues Problem zum Vorschein gekommen: Alessa hatte sich vergessen dafür anzumelden und ihr Papa hatte auch kein Wort darüber verloren. Wobei wenn sie genau darüber nachdachte erinnerte sich die Kleine daran ein Gespräch mit ihrem Papa geführt zu haben, in welchem sie voller Überzeugung behauptet hatte, dass sie schon groß genug dafür war sich selbst für das Wichteln zu bewerben. Soviel dazu... Mit traurigen Augen stellte sich die Blonde vor wie alle gemeinsam in einen wunderhübsch, weihnachtlich dekorierten Raum feierten und sich gegenseitig beschenkten. Dabei freute sich Alessa schon so tierisch auf Weihnachten: die vielen bunten Lichter, die Geschenke, die fröhliche Musik, die leckeren Kekse, die Geschenke, die Weihnachtsmärkte und habe ich schon die Geschenke erwähnt? Alessa liebte es etwas geschenkt zu bekommen, vor allem wenn es in rosafarbenem Geschenkspapier mit kunterbunten Einhörnern darauf eingepackt war und sie es mit einem fetten Grinsen auf den Lippen liebevoll aufreißen konnte. Dieses Wichteln wäre eine Gelegenheit gewesen ein Geschenk zu bekommen und sie hatte es verpasst. "Oh neeeeein! Ich habe das Wichteln total vergessen!!!" Die Kleine hatte wieder ihren Schmollmund aufgesetzt und war den Tränen nahe. Sie hatte diese tolle Gelegenheit einfach verpasst. So ein Mist aber auch. Alessa kickte einen imaginären Stein beiseite um ihren Ärger zu demonstrieren.
    Jedoch hielt der Ärger nicht lange an. Beeits als sich eines der beiden Mädchen als Cheryl vorstellte war er vergessen. "Schön dich kennenzulernen, Cheryl! Ich bin Alessa." Mit ihrem kleinen Daumen deutete sie auf sich selbst und lächelte das bezopfte Mädchen an. "Du hast einen Bruder? Wie heißt er? Wie alt ist er?" Das Mädchen mit dem Rosafaible durchlöcherte Cheryl mit ihren Fragen regelrecht, ließ ihr allerdings keine Zeit zur Antwort. Schließlich musste sie auch von ihrer wunderbaren Familie berichten. "Ich habe gleich zwei Brüder und stellt euch vor sie sind Zwillinge. Manchmal tue ich mir selbst schwer sie auseinander zu halten." Alessa kicherte zuckersüß bevor sie sich an das Mädchen mit dem blonden Locken wandte. "Klar, je mehr desto besser. Ich glaube ich habe deinen Namen überhört." Die Tochter von Matze und Kate überlegte ob sie ihn überhaupt erwähnt hatte aber selbst wenn dies der Fall war, so war sie vorher viel zu sehr auf ihren Wettkampf konzentriert gewesen um ihn sich merken zu können.


  • Gespannt sah Chocola dem Geschehen zu, fasziniert davon, wie die beiden es schafften, sich so hoch in die Lüfte zu schwingen. Es schien beinahe so als würden sie fliegen, als wären sie Superhelden. Vielleicht waren sie das? Oder würden es später werden? Das wäre schön, denn Helden waren etwas, dass das junge Waisenmädchen mochte, gebrauchen konnte. Helden. Ja, Superhelden, die Bösewichte bekämpften und Menschen retteten, die Hilfe brauchten, ob sie nun bedroht wurden oder einfach nur sehr, sehr allein waren.
    Chocola hatte sich auch schon allein gefühlt, doch jetzt gerade war sie fröhlich. Jeder Mensch fühlte doch bestimmt mal so, das war ganz normal, sie brauchte sich also keine Gedanken darum zu machen. Sie war kein trauriges Kind, sie wollte Spaß haben! Und Freunde finden, richtige Freunde, da schien das hier doch der absolut richtige Ort dafür zu sein, oder nicht? „Ihr schaukelt so toll“, freute sie sich, war allerdings etwas enttäuscht als der Junge stoppte. Als er allerdings fragte, ob sie auch schaukeln wollten und Cheryl – so hieß die tolle Schiedsrichterin – verneinte, fackelte sie nicht mehr lange und stürmte auf das Spielgerät zu. Dann schaukelte sie hin und her, auch immer höher, doch nicht so hoch wie die beiden anderen, sie wollte schließlich noch richtig mitreden können! „Das Wichteln?“, fragte sie nach. „Ich wollte da nicht mitmachen, aber ich glaube, ein anderes Kind von Zuhause macht das.“ Sie grinste etwas. „Ich weiß nicht, was ich machen soll, ich habe kein Geld und ich wollte nicht nur was basteln. Außerdem kann ich auch was viel Besseres unternehmen als in einem Raum zu sitzen und von Erwachsenen angestarrt zu werden.“ Sie plusterte kurz die Wangen auf und stieß die Luft in einem tiefen Seufzen wieder aus.
    „Ihr habt Geschwister? Wie toll!“ Chocola strahlte. „Wie ist das so? Ich hätte gerne eine Schwester. Oder einen Bruder. Oder gleich beides! Aber eine Schwester wäre am tollsten, dann könnten wir beste Freundinnen sein und ich könnte auf sie aufpassen.“ Sie schaukelte währenddessen noch immer vor sich hin, fröhlich und unbekümmert. „Ich bin Chocola“, antwortete sie dem blonden Mädchen dann, das bis eben noch geschaukelt hatte. Überhaupt waren alle hier blond. „Ihr habt so schöne Namen.“ Ihr Strahlen war einem niedlichen Lächeln gewichen, sodass sie jetzt beinahe ein wenig schüchtern und absolut liebenswert aussah. „Ich bin noch nicht lange hier, ich hoffe, wir können alle Freunde werden! Sind übrigens alle Menschen in der Stadt blond?“

  • Hinter dem Klettergerüst


    Mao war total langweilig. Irgendwie waren alle ihre Freunde unauffindbar. Nichtmal ihre Schwester hatte momentan Zeit für sie. Deshalb schlich sie sich heimlich weg, um ein Abenteuer zu erleben. Aber nur wo? Das Mädchen überlegte und warf Kuma, ihrem Panda, einen Blick zu. "Du hast recht! Am Spielplatz finde ich bestimmt Jemand zum spielen!" Und so begann eine neue spannende Geschichte für Mao und Kuma (*Theme Song abspielen*)
    Ein paar Schritte vor ihrem Ziel, hörte die Kleine schon Kinderlachen und ein Quietschen. Aber was war das für ein Quietschen? Das Mädchen grübelte ein wenig. Da kam ihr auch schon eine Idee! Vielleicht war bei den Kindern ein Ritter, der mit ihnen spielen wollte, aber weil seine Rüstung so alt war, fiel dem Armen dauernd das Visier herunter. Er sollte unbedingt mal wieder seinen Helm ölen! dachte sie sich. Kuma war schon genauso gespannt wie Mao, wie der Ritter wohl aussehen würde. Deshalb entschieden sie sich um die Ecke zu spicken. Sie rannte ganz schnell hinter das Klettergerüst. Doch was sie erwartete, war nur halb so lustig wie sie dachten. Es waren einfach nur Kinder, die gerade Schaukeln. Wie langweilig! Mao war enttäuscht, aber die anderen Kinder hatten so viel Spaß. Das wollte das Mädchen auch. Bedrückt setzte sie sich hin und beobachtete die Kinder beim spielen.


    ✶★"Eine kleine Überlegung, ein kleiner Gedanke an andere, macht den ganzen Unterschied aus."★✶

    - Winnie Puuh




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  • (omgoiasdfluiahd sorry! Ich weiß nicht wo mein Hirn ist, aber für mich ist noch Wochenende! xD)


    Natürlich war diese Alessa keineswegs begeistert, dass er einfach aufgegeben hatte, aber ändern konnte er es nun auch nicht mehr. Zumal er niemals zugeben würde, dass ihm schlecht geworden war. "Ach komm, ich hatte keine Chance gegen dich. Manchmal muss man sowas einfach einsehen können" sagte er leise lächelnd und zuckte mit den Achseln. Von den anderen Kindern war keines bei dem Wichteln gewesen, was ihn nach seiner Erfahrung keineswegs wunderte. "Ich war da und wurde von einer Frau fast in eine Kröte verwandelt, dann hab ich meinen Wichtelpartner mit seinem Vater verwechselt und dann ist der Richtige einfach abgehauen! Der mit meinem Geschenk hat mir meines einfach nur in die Hand gedrückt und ist auch verschwunden. Ich mach das bestimmt nicht mehr mit!" rief er aus und machte sich größer. "Erwachsene sind doof!"
    "Ich hab nur eine große Schwester und die weiß nichtmal, dass ich bei diesem Wichteln mitgemacht habe. Ich weiß auch nicht wo sie gerade steckt..." erklärte er stumpf und fummelte sich an seinem Hinterkopf an ein paar Haarsträhnen herum. Vermutlich war sie auf der Suche nach Arbeit, oder vielleicht hatte sie auch neue Freunde gefunden? Ob es ihr gut ging? Achselzuckend konzentrierte er sich wieder auf seine Gesprächspartnerinnen. Seiner Schwester ging es wahrscheinlich gut und wenn er nachhause kam, würde sie schon auf ihn warten.
    "Ich bin Mistel" stellte er sich den anderen nochmal vor und lächelte. Als Chocola fragte, ob alle hier blond waren, fiel Mistels Blick auf ein anderes Mädchen, welches sich entfernt von ihnen auf eine Bank setzte. Warum kam sie nicht zu ihnen? "Na, offensichtlich nicht oder?" er deutete auf den Neuankömmling. "Ich frag sie mal, ob sie dazu kommen mag. Ja?" Mit diesen Worten schlenderte er auf das fremde Kind zu. Als er bei ihr angekommen war, ließ er sich neben sie auf die Bank fallen. Die Schwarzhaarige hatte einen Kuschelpandabären bei sich. "Hallo! Warum kommst du denn nicht zu uns?" fragte er sie freundlich lächelnd. "Mein Name ist Mistel!"

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  • Die Kinder schienen wirklich viel Spaß zu haben dachte Mao sich. Sollte sie hinüber gehen? Da sah sie auch schon dass der einzige Junge der Gruppe zu ihr hinüber lief. Der Blondschopf ließ sich neben ihr auf die Bank fallen. Ein riesen Lächeln machte sich zwischen den rosa Bäckchen des Mädchens breit. Sie sprang auf und machte einen Knicks vor dem Jungen. "Ich wollte mich nicht aufdrängen aber es wäre mir eine Ehre mit Ihnen spielen zu dürfen." Die Rittergeschichte hatte Mao wohl inspiriert, denn sie verspürte eine unglaubliche Lust Prinzessin zu spielen. "Das ist aber ein starker Name!" Die Prinzessinnen Rolle bekam ihr wohl nicht so. "Ich bin Mao und dass hier ist Kuma." Begeistert streckte sie ihren Plüschbären mit beiden Armen nach vorne. "Darf er auch mitspielen?" Fragte sie Mistel. Sie sah wieder hinüber zu den anderen Kindern. Sie sahen alle so nett aus, vielleicht würden sie ja alle Maos und Kumas neue Freunde werden? Die Dunkelhaarige malte sich schon aus wie toll wohl ihre nächste Geburtstags Party werden würde mit so vielen Gästen.


    ✶★"Eine kleine Überlegung, ein kleiner Gedanke an andere, macht den ganzen Unterschied aus."★✶

    - Winnie Puuh





  • Bei der gestelzten Sprache des Mädchens konnte Mistel nichts anderes, als sie mit großen Augen anzusehen. Was ist denn mit der los? So hat ja nicht mal das Biest mit mir geredet. "Das freut mich aber. Ich schätze mal wir werden langsam zu einer richtigen Kindergang. Wir brauchen nur noch ein paar Jungs" sagte er lachend. Als sie ihm ihren Namen sagte und den Bären hinhielt lächelte er sie an. "Und zusammen seid ihr wohl Kumao oder? Natürlich darf er das. Wenn er sich benimmt" er packte ihre Hand und zog sie hinter sich her zu den anderen. "Das ist Mao mit Kuma!" rief er in die Runde und schob sie mitten in die Gruppe. Nicht, dass sie sich doch nur an den Rand stellte und sich weiter fragte ob sie dabei sein durfte. "Was machen wir jetzt eigentlich? Nur rumstehen und schaukeln ist doch auch langweilig!"

    "Come on, little lady, give us a smile"
    No, I ain't got nothin' to smile about
    I got no one to smile for, I waited a while for
    A moment to say I don't owe you a goddamn thing

    Nightmare - Halsey


  • Alessa richtete ihre großen Kulleraugen auf das Mädchen, welches den Namen Chocola trug. Im Gegensatz zu Matzes Tochter schien sie nicht vergessen zu haben, dass dieses sensationelle und vor allem geschenkereiche Event über die Bühne gegangen war. Das Blondchen konnte absolut nicht nachvollziehen wie man sich freiwillig etwas derartiges entgehen lassen konnte. Genau aus diesem Grund huschte ein verständnissloser Blick über das zarte Gesicht des Mädchens. Möglicherweise war dieses unbekannte Mädchen nicht derartig talentiert im Malen, Zeichnen und Basteln wie sie es war. Solche Fälle sollte es ja schließlich auch geben. An den Reaktionen Anderer bezüglich ihrer Kunstwerke hatte Alessa nämlich schnell festgestellt, dass ihr ein wahres Talent innewohnen musste. Ihr Papa und auch Pierre sowie Sue und Jean waren immer höchst begeistert von ihren Zeichnungen und Basteleien. Schließlich platzte es doch noch aus der Kleinen heraus, weil sie ihren Stolz nicht länger zügeln konnte. "Ich kann dir nächstes Mal beim Basteln helfen wenn du magst. Man hat mir gesagt, dass ich das wirklich, wirklich, wiiiiiirklich gut kann." Mit rausgestreckter Brust und erhobenem Hauptes berichtete sie dem Mädchen mit den blonden Locken von ihrem Talent. Alessa achtete besonders darauf, dass sie das Wörtchen 'wirklich' besonders überzeugend betonte um ihrem Talent zusätzlich Ausdruck zu verleihen.
    Die Rosafanatikerin blinzelte interessiert als Chocola von dem Mädchen zu Hause berichtete. Alessa war zunehmend irritiert da die Andere zuerst von diesem Mädchen berichtete, welches wohl am Wichteln teilgenommen hatte und im nächsten Moment alle anderen um ihre Geschwister beneidete. Die blonde Prinzessin zog ihre Augenbrauen zusammen und rätselte insgeheim darauf los. Warum wohnte ein Mädchen, welches nicht ihre Schwester war bei ihnen zu Hause? Dann fiel es Alessa wie Schuppen von den Augen. Wahrscheinlich lebte Chocola in einem großen, gigantischen Wohnblock und dieses Mädchen war ihre Nachbarin. Ein fettes Grinsen schlich sich auf die Lippen der Kleinen, da sie wohl schlau genug gewesen war, selbst auf die Lösung des Rätsels zu kommen. Da sich die Kleine nun derartig sicher war, dass Chocola in einem Wohnblock hauste, beschäftigte sie sich nicht mehr länger mit dieser Tatsache.
    "Darf ich dich Choco nennen?" platzte es schließlich aus Alessa heraus, welche alleine bei dem Klang dieses Namens Lust auf Schokolade bekam. Ihr Körper verlangte ganz klar nach Süßkram. Das der Name des Mädchens mit dem Zuckerwatteähnlichem Haar seinen Beitrag dazu geleistet hat war nicht abzustreiten. Fürs Erste unterdrückte das Mädchen allerdings sein Verlangen nach Süßkram und nahm sich fest vor, zu Hause die Süßigkeitenschublade zu plündern.
    Schließlich wandte sich Alessa wieder ihrem ehemaligen Gegner zu, welcher nun doch noch dazu bereit war seine Niederlage einzugestehen. Selbstverständlich hatte er keine Chance gegen Alessa gehabt. Genau aus diesem Grund war sie auch gegen ihn angetreten. Schließlich machten solche Dinge nur Spaß, wenn man schon im Vorhinein weiß, dass man als Sieger hervorgehen würde. Schließlich schafften die Worte Mistels doch noch, dss sich ein Lächeln auf das Gesicht der Blonden stahl. Jedoch musste Alessa die bittere erfahrung machen, dass es einem einiges an Freude nahm, wenn der Gegner vorher schon aufgab oder sich auch nicht über sein Verliererdasein ärgerte. Dennoch war das Mädchen mit den roten Augen zumindest ein Stück weit besänftigt und war bereit dem Anderen weiter zuzuhören. Schließlich stellte sich heraus, dass sich dies doch tatsächlich auszahlte. Mistel berichtete von dem Wichtelfest. Alessa hatte schon befürchtete, dass sie was verpasst hatte und nun war ihre Vermutung bestätigt worden. Die Augen der Kleinen wurden immer größer und größer während sie der Geschichte des Jungen lauschte. Schließlich klappte ihre Kinnlade nach unten und ihre Augen strahlten. "In eine Kröte?!!" wiederholte das Mädchen die Worte des Jungen aufgeregt. "Das heißt...sie ist eine Hexe!" Anstatt in Panik zu verfallen, brach das kleine Blondchen förmlich in Begeisterung aus. "Das ist ja sooooooo aufregend." Das Mädchen hatte sich überhaupt nicht mehr unter Kontrolle und war auch nicht mehr konzentriert genug um sich Mistels Geschichte weiter anzuhören. Im kleinen Köpfchen des Mädchens spielten sich nur zahlreiche Szenarien ab, wie sie mit dieser Hexe in Kontakt treten konnte. Alle Szenarien endeten schließlich damit, dass sie ebenfalls im Besitz magischer Kräfte war und sich damit alles herbeizaubern konnte, wie es ihr beliebte. Alessas Augen glitzerten und sie sah sich mit abertausenden Plüschfigürchen und Püppchen an einem Tisch sitzen und eine Teeparty veranstalten. Sie sah ihre tausend Einhörner in allen Farben des Regenbogens. Schließlich tauchte vor Alessas innerem Auge eine Welt ganz in rosa auf und zahlreiche andere kitschige Dinge für die sich das kleine Mädchen so sehr interessierte.
    Eine Zeit lang war Alessa ganz in ihrer Traumwelt gefangen und dachte nicht einmal daran wieder in die langweilige Gegenwart zurückzukehren. Doch, halt. Sie musste zurückkehren um diese Traumwelt überhaupt erst zu ermöglichen. Schlagartig war sie wieder im Hier und Jetzt. Mistel hatte sich von ihnen entfernt und war gerade dabei das einzige nichtblonde Mädchen zu der Gruppe zu führen. Es stellte sich heraus, dass das Mädchen den namen Mao trug und der kleine Panda in ihren Armen Kuma hieß. "Hallo ihr Zwei!! Ich bin Alessa." , flötete die Blonde schließlich und schenkte dem bezopften Mädchen ein zuckersüßes Lächeln während sie ihre rechte Hand hob und kurz winkte. Leider war das Mädchen aber viel zu aufgeregt um sich nun aufs Spielen zu konzentrieren und so wandte sie sich geschwind wieder an den Jungen, welcher ihnen gerade noch von der Hexe erzählt hatte. "Du musst uns alles von der Hexe erzählen, Mistel! Wir müssen sie finden!" Eindringlich blickte Alessa den Jungen, welchen sie gerade vorhin im Schaukeln geschlagen hatte, an. Ihr Blick war fordernd und sie war bereit Informationen in sich aufzusaugen.


  • Chocola fand das Mädchen, das neben ihr auf der Schaukel saß, wirklich lieb. »Ich liebe basteln!«, strahlte sie Alessa also an und nickte begeistert. Nicht, dass sie Hilfe brauchte, aber sie könnten ganz sicher zusammen etwas Supertolles machen! Wenn sie beide das konnten, würde das sicherlich gehen. Chocola freute sich, dass es so leicht war, Anschluss zu finden. Es war nicht selbstverständlich, aber die Kinder hier schienen alle wirklich nett zu sein, es kamen sogar immer mehr Leute dazu und Mistel erzählte am Ende sogar von einer Frau, die ihn in eine Kröte verwandeln wollte. Chocola war Alessas Meinung – es konnte sich nur um eine Hexe handeln!
    »Wow«, brachte sie hervor und begann zu strahlen. Sie hörte auf zu schaukeln und begann stattdessen aufgeregt mit den Beinen zu wackeln, schwang sie abwechselnd vor uns zurück, so gut gelaunt war sie. »Ich will sie suchen gehen!« Sie schien fest entschlossen zu sein und auch Alessa schien ihrer Meinung zu sein, sagte sie doch, dass sie sie unbedingt finden mussten. Das mussten sie wirklich. Immerhin konnte eine Hexe richtig viele ganz tolle Sachen, die sie ihnen bestimmt beibringen konnte!
    »Ich bin Chocola«, stellte sie sich dann Mao und Kuma vor. »Dein Panda ist so niedlich!« Fasziniert betrachtete sie das Stofftier in den Armen des Mädchens, bevor sie ein wenig das Gesicht verzog. Waren ja doch nicht alle blond in dieser Stadt. Nicht, dass das wichtig war, doch Chocola mochte es, recht zu haben oder die Beste zu sein. Und sie hätte ein richtiger Dete-…Deti-…Deketiv sein können, hätte sie es alleine herausgefunden! Dennoch irritierte sie das Wort. Deketiv? Sie musste irgendwo einen Dreher haben, im Fernsehen hörte es sich immer ganz anders an.
    Erst jetzt viel ihr auf, dass sie Alessa noch nicht auf ihre Frage geantwortet hatte. »Klar darfst du mich so nennen!«, sagte sie fröhlich und sah sich anschließend um. »Wollen wir zusammen vielleicht die Hexe suchen gehen? Dann kann sie uns vielleicht ein Eis zaubern, ich habe Hunger.« Wie auf Befehl begann ihr Magen ein wenig zu knurren und sie hielt sich die kleinen Hände davor, um ihn daran zu hindern, allen zu zeigen, dass sie schon eine Weile nichts mehr gegessen hatte.
    Chocola sprang von der Schaukel und grinste in die Runde. »Ich hoffe, wir werden alle Freunde«, meinte sie dann plötzlich. Sie wirkte fröhlich, glücklich und unbeschwert. Heute war ein guter Tag und wenn sie noch etwas Süßes bekommen würde, könnte es gar nicht mehr besser werden. Obwohl – wenn sie Süßigkeiten von einer Hexe bekommen würden, wäre das natürlich total super! Das Glitzern in Chocos Augen nahm zu, sie konnte es kaum erwarten, loszugehen. In ihren Fingern kribbelte es bereits. Sie mochte die Kinder hier, aber Alessa schien die Hexe genauso gerne sehen wollen wie sie, deshalb war es doch klar, dass sie diese zuerst gefragt hatte.


  • Gerade eben wollte Mao noch von dem guten Benehmen ihres schüchternden Pandas erzählen und schon wird sie von Mistel zu den anderen gezogen. Die beiden Mädchen stellten sich ihr vor, wobei das Mädchen mit den welligen Haaren einen ulkigen Namen hatte, hoffentlich war sie auch genauso süß wie Schokolade und nicht schnell sauer. Die mit der Mütze konnte sie noch nicht richtig einschätzen, aber sie wirkte ihr aufjedenfall symphatisch. Die Kinder führten schnell ihre Unterhaltung wieder fort. Warte mal? Von was redeten die da? Kuma hast du das gerade auch gehört?  Eine Hexe? In dieser Stadt? Das klang ja nach einem richtigen Abenteuer. Die Asiatin war sofort Hellauf begeistert, denn das war genau ihr Ding! "ihr meint so eine richtige Hexe, mit Warze und Buckel? Und die Kinder in ihr Pfefferkuchenhaus lockt? wie spannend!" Eine echte Hexe hatte Mao noch nie gesehen, nur ihre Schwester benahm sich manchmal wie eine, wenn sie die Sachen von Nana versteckte. Baff guckte sie wieder zu Kuma. Da hatte Menthol oder wie er hieß echt Glück das er Heil davon gekommen ist! Die Schwarzhaarige benutzte absichtlich ihre Telepathie mit Kuma, denn fremde Menschen waren ihm nicht ganz geheuer. Gespannt lauschte sie dem Hexen Dialog und lies sich sichtlich begeistern. "Menthol! Weißt du wo wir die Hexe finden können und welche Magie sie anwendet? Wir müssen uns schließlich vorbereiten!" In ihrer Euphorie merkte das Kind nicht einmal das sie Mistels Namen schon wieder verwechselte.


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