Die Bibliothek "Bücherwurm"

  • [Pandora] kommt von zu Hause



    Die Bibliothek.

    Die Bibliothek.

    Ein Ort in dem man ein Kind wie Panda als Letztes vermuten würde. Nun, zumindest nach außen hin wirkte sie unschuldig. Ob unsere kleine Halbasiatin sich etwa die Blindenschrift aneignen wollte? Sicher nicht. Sie schlich in eine verstaubte Ecke im hinteren Teil - irgendwas mit Wirtschaft oder Politik oder so - nahm sich die dicksten und hässlischsten Bücher mit den dünnsten Seiten und der kleinsten Schrift, setzte sich im Schneidersitz auf den Boden, in der Ecke die Bücher um sich herum verteilt und begann die Seiten heraus zu reißen, die ihr überhaupt nicht gefielen, um daraus etwas hübscheres zu machen. Papierflieger zum Beispiel.

  • Gemochte Seniorin Rose Bishop, welche sich normalerweise um die Bibliothek kümmerte, war erkrankt. Glücklicherweise konnte heute ihre Schwester, Petunia, sie vertreten. Doch sie war nicht wie Rose, welche ihrer Meinung nach oft zu lieb und konsequenzlos mit den rebellischen Teenagern umging, die hier nach der Uni ihre Kaffees verschütteten und mit voller Absicht die Schilder missachteten, auf denen ganz groß "BITTE LEISE SEIN" stand. Die strenge Frau ging ihre Runden und alles schien ja doch nach dem Rechten auszus- Moment mal. WAS MACHTE DIESES BALG DORT? Das laute und schnelle Klacken ihrer Schuhe ertönte durch den Raum, als sie zielstrebig auf Pandora zulief und ihr Gesichtsausdruck verriet nichts gutes. "Junges Fräulein! Es ist VERBOTEN irgendetwas mit den Büchern zu machen, außer sie zu LESEN!" Einge Speicheltropfen landeten dabei direkt in das Gesicht des Kindes, aber die Frau war nunmal voller Rage. "Unglaublich, wie die Kinder heutzutage erzogen werden!!" Viel zu grob packte sie schließlich nach Pandas Hand um sie auf ihre Beine zu zerren und schnappte sich schnell die Bücher, die noch auf dem Boden lagen. "Und jetzt wirst du mir verraten, wer deine Eltern sind und wo du wohnst! Glaub ja nicht, dass du ohne eine Strafe davon kommst!!" Wäre es ihr Kind, hätte es Zuhause ordentlich Haue gegeben, leider waren junge Eltern einfach nicht mehr mit guten Erziehungsmethoden vertraut.

  • [Pandora]



    Ein Teil von ihr hatte ja geahnt, dass sie nicht unbemerkt bleiben würde. So ein Pech aber auch! Trotzdem plusterte Pandora ihre Backen auf, als eine alte Schachtel sie anfuhr. "Und wo steht das?!", erwiderte sie patzig, als die Trulla meinte, man dürfe die Bücher nur lesen. Pandora konnte bereits lesen - oh jah! - aber ein Verweis, dass behauptete, man dürfe nichts anderes mit den Büchern machen als sie zu lesen, nein, den hatte sie nicht gesehen! Nicht, dass sie danach Ausschau gehalten hätte. Aber wenn diese blöde Kuh ihr einen Regelbruch unterstellen wollte, dann musste sie schon auch auf die Regeln verweisen! Pah! Ja, das kleine Mädchen hielt sich für besonders schlau. Das hatte jedoch ein Ende, als die alte Schachtel sie grob am Handgelenk packte und fortzog. "Heh, Sie tun mir weh!!", rief sie laut aus, in einer groben Mischung aus Angst, weil jemand sie körperlich anging, Wut, weil die Frau so einen Terz machte und Frust, weil sie noch gar nicht so weit gekommen war, wie sie kommen wollte. Außerdem passte es ihr sowieso nicht, wenn irgendwer - und wenn es sich um ihre Mutter handelte! - ihr Befehle erteilen wollte. "Ich bin eine Waise!", log sie dann trotzig, ohne darüber groß nachzudenken, als dieser Drachen nach ihren Eltern fragte. So einfach würde sie jedenfalls nicht mit der Wahrheit rausrücken!

  • Pah! Unglaublich. Dieses Kind entschuldigte sich nicht einmal für seine Taten, sondern versuchte sie sogar irgendwie zu rechtfertigen?! Petunia war empört und die Wut in ihr stieg weiter an. So, wie sie sich verhielt, kam es rüber als würde sie einer reichen Familie angehören, die sich alles leisten konnte. Doch ihrer Aussage nach schien dies wohl nicht der Fall zu sein. "Und du kleine Göre möchtest jetzt Mitleid bei mir erregen? Keine Chance!" Die Dame richtete ihre Brille und musterte das Kind noch einmal. Mitleid hatte sie tatsächlich nicht, aber ihre Herkunft erklärte wenigstens das Fehlen ihrer Manieren. "Nun gut. Ich könnte genau so gut die Polizei rufen und glaube mir, das hättest du verdient! Ich kümmere mich darum, dass dich jemand abholt und wieder dahin bringt, wo du hingehörst! Warte hier." Petunia schritt um die Ecke, wo sich das Telefon der Bücherrei befand. Und jetzt musste sie auch noch die Nummer bei den Gelben Seiten finden! Hoffentlich würde das nicht zu lange dauern...

  • [Pandora] rennt weg



    Was für eine Ziege! Pandora schnaubte. Mitleid? Auf so etwas war sie nicht angewiesen! Die Leute bemitleideten sie zum Teil auch wegen ihres blinden Auges - obwohl sie noch ein wenig zu jung war, um einige Verhaltensweisen von Erwachsenen verstehen zu können, wusste sie doch, dass man die Menschen nicht auf den ersten Blick beurteilen sollte. Alessa und Hina zum Beispiel! Nach außen hin zwei brave Engelchen mit blonden Haar und aufrichtigen Augen, aber von wegen! Die schlimmsten Teufel waren das! Pandora brauchte kein Mitleid von anderen - weder weil sie keinen Vater hatte, noch wegen ihres blinden Auges - sie konnte sehen, das war alles was zählte. Als der Drache sie kurz aus den Augen ließ um irgendwo anzurufen (das Waisenhaus vermutlich - so dumm!!), nahm sie eine der herausgerissenen Papierseiten, knüllte sie zusammen und warf sie der alten Schachtel an den Kopf. Volltreffer! Dem Befehl zu warten ging Pandora natürlich nicht nach - stattdessen nahm sie geschwind die Beine in die Hand und stürmte aus der Bibliothek.

  • "AH!" Erschrocken kreischte Petunia auf, als sie etwas unsanft am Kopf traf. Gerade, als sie sich umdrehte, sah sie nur wie die schwarzen Haare des Mädchens von vorhin aus der Tür verschwanden. Grrr! Vielleicht kam sie dieses Mal davon, aber wehe, sie würde sich unter ihrer Aufsicht noch einmal blicken lassen. Oh, und lebenslanges Hausverbot bekam sie auch noch gleich dazu, auch wenn Petunia wahrscheinlich die einzige Person war, die dies überhaupt interessierte.

  • Marie kommt an | an einem der Tische

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    Zu Hause hatte sie zuerst ihre Sachen ausgepackt, wie es sich gehörte und sich um die schulischen Aufgaben gekümmert. Bereits auf der Fahrt nach Hause hatten sich die meisten wieder beruhigt. Einige schienen sogar froh, dass der Schulausflug früher zu Ende war, als ursprünglich geplant. Marie selbst empfand es als äußerst schade. Sie hätte nur zu gerne noch ein wenig über die Pflanzen der Umgebung herausgefunden. Sie hatte vorher sogar von einem Kräutergarten der Nonnen gehört, den sie nur zu gern einmal besichtigt hätte. Aber das Kloster war ja nicht von der Bildfläche verschwunden. Sobald sich der Mord geklärt hatte und sich die Lage wieder beruhigt, blieb ihr immer noch genug Zeit einen Ausflug dorthin zu machen. Das Gebäude lief ja nicht weg, oder?

    Irgendwann schaffte es Marie sich von ihren eigentlichen Pflichten loszureißen und den geplanten Weg in die Bibliothek aufzunehmen. Sie erhoffte sich hier wenigstens ein bisschen Einblick in die Geschichte des Klosters finden zu können und etwas über diese Sagen und Mythen zu lernen. Das richtige Regal war schnell gefunden und nachdem sie sich für zwei Bücher entschieden hatte, suchte sie sich einen ruhigen Platz und machte sich an die Arbeit. Beim Aufschlagen des ersten Buches leuchteten ihre Augen ein wenig auf und ihr wurde ganz warm ums Herz. Der Geruch von alten Büchern stimmte sie immer ganz fröhlich. Es war faszinierend welche Macht die dicken Seiten Papier auf sie ausübten und wie leicht sie sie für sich einnahmen. In das Buch vertieft las sie Zeile um Zeile, sah sich die Bilder dazu an und strich sich irgendwann die Haare aus dem Gesicht hinter ihr Ohr, wo ihre Hand für einen Moment verweilte, ehe sie ihren Kopf darauf ablegte. Der Ellbogen auf dem Tisch gestützt.

  • [Gabriel] & Marie




    Sommerferien. Sommerferien! Definitiv die schönste Zeit im Jahr, zumindest, wenn es nach Gabriel ging. Und diese Sommerferien hatten ja mehr als spannend begonnen - die Story mit dem Mörder im Kloster hing dem jungen Latino immer noch im Nacken. Nicht jedoch auf eine Angst einflößende, Panik machende Weise nein, viel eher auf einer schön schaurige Weise - eine Geschichte, die man am Lagerfeuer erzählen konnte! Daher fand er es furchtbar Schade, dass sie den Klassenausflug abbrechen mussten - er hatte sich so sehr darauf gefreut mehr über das Kloster zu erfahren, ein wenig mit den Mönchen zu beten und sich noch besser mit seinen Klassenkameraden anzufreunden! Aber daraus wurde wohl nichts, da hatte Gabriel seinen Lehrern noch so sehr die Ohren abkauen können.

    Nachdem in den Ferien nicht viel los war, hatte Gabriel beschlossen sich heute in die Bibliothek zu wagen und das auch freudig seinen Zieheltern erzählt. Diese waren natürlich ganz angetan davon, glaubten sie doch, er würde fleißig für die Schule lernen. Naja, genau genommen sollte er das auch - seine Noten waren nicht unbedingt eine Glanzleistung. Und genau genommen hatte er auch eine Projekthausaufgabe über die Ferien bekommen, aber die Ferien waren noch sooo lange! Dafür hatte er ja noch ewig Zeit!

    Also stand Gabriel vor dem Comicregal. Superhelden waren nunmal auch einfach supercool. In der Bücherei von Riverport war die Auswahl leider eher spärlich, doch Gabriel machte sich nichts daraus, seine liebsten Bände immer und immer wieder zu lesen. Sie zu kaufen war einfach viel zu teuer, das überstieg sein Taschengeld bei Weitem. Gabriel griff sich also eines der Bände von Black Panther - seinem Favoriten - und wollte sich damit in die Leseecke begeben, als er ein bekanntes Gesicht entdeckte. Nanu? Und das hier in der Bibliothek? Sonst verirrten sich seine Mitschüler ja eher selten in diese Gemäuer (nicht, dass er es ihnen verübelte - er kam ja auch nur wegen der Comics her).

    "Mariee!", rief er ihr von Weitem zu, woraufhin er direkt ein bös klingendes SSSHHH einer Bibliothekarin erntete. Gabriel fuhr sich durch die Haare und entschuldigte sich hastig, ehe er euphorischen Schrittes zu dem Tisch ging, an dem Marie saß. "Cool, dich hier zu sehen! Was machst du gerade? Hast du den Schulausflug gut überstanden? Das war ja eine Geschichte, total verrückt, dass wir knapp einem Mörder entflohen sind, oder?! Oh man, so schade, dass die Klassenfahrt daher abgebrochen wurde!", plapperte er direkt auf seine Mitschülerin ein, ohne, dass sie sich auch nur wehren konnte. Aber dem Charme des Latinos musste man ja auch nicht entfliehen, oder?

  • Gabriel & Mariean einem der Tische


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    Sie hatte eine mystische Sage über das Kloster gefunden, in der es um eine verrückt gewordene Nonne ging, die nachts durch das Gemäuer streifte und die anderen verschleppte. "Eines Nachts hörte ich, wie sie sich Schwester Hannelore holte. Ich lag im Bett daneben, aber rührte mich nicht von der Stelle. Ich hatte zu viel Angst, dass sie mich auch noch holen würde. Sogar als sie-", las die Schülerin und schreckte beim Klang ihres Names nach oben. Eine Gänsehaut lief ihr den Rücken hinunter und sie hatte sich kerzengerade hingesetzt. Ihr war sogar ein heller Laut entflohen. Sofort schlug sie sich die Hand vor den Mund, während ein "Shhh" durch die Bibliothek ging. Wahrscheinlich galt es Gabriel, der sie laut gerufen hatte, aber trotzdem fühlte sie sich ein bisschen mitschuldig. Sie war so in das Buch und die Tagebucheinträge vertieft gewesen, dass sie überhaupt nichts mehr um sich herum wahr genommen hatte. Das Mädchen beruhigte sich beim Anblick ihres Klassenkameraden sofort, war erleichtert, dass sie nicht von einer Geisternonne geholt wurde und rückte sich mit einem tiefen und erleichterten Seufzen die Brille zurecht. Sie kuschelte sich noch etwas in ihren Schal, während sie mit einem Lächeln Gabriel verfolgte, der zielstrebig auf ihren Tisch zukam. "Hallo Gabriel. Schön dich zu sehen.", begrüßte sie ihn und wurde auch sofort von einem Redeschwall des Jungen überrollt. Sie musste bei seinem Tatendrang und der Euphorie ein wenig kichern. "Ich hab die Klassenfahrt gut überstanden. Du offensichtlich auch. Ich habe gerade ein paar Mythen über das Kloster nachgelesen. Es gibt wirklich viele spannende Geschichten darüber." Sie legte das Buch, das sie bis gerade gelesen hatte beiseite und sah auf seine Ausbeute. "Und du interessierst dich für Comics?" Damit kannte sie sich nicht wirklich aus und dennoch sah sie interessiert auf den Einband auf dem ein Typ mit schwarzer Panthermaske zu sehen war.

  • [Gabriel] & Marie an einem der Tische




    Gabriel überging, dass Marie sich ein wenig erschreckt hatte. Ihm fiel dennoch auf, dass sie schon viel offener wirkte als noch im Kloster, was ihn sehr freute. "Na klar, so ein paar Gruselgeschichten ziehen mich doch nicht runter!", erwiderte er mit einem breiten Grinsen. "Oh erzähl! Was gibt es da so? Ich würde ja echt zu gerne nochmal dort hin fahren.", meinte er und träumte kurz von den alten Gemäuern, den breiten Grünflächen, dem naheliegenden Wald und all den Geheimnissen, die es dort zu entdecken gab. Auch wenn nicht alle seiner Klassenkameraden davon angetan waren, das hatte er schon bemerkt. Als Marie die Comics in seiner Hand bemerkte, kratzte er sich ein wenig verlegen an der Wange. Sowas galt ja häufig als eher uncool - nicht, das er sich daran störte, aber ganz gefeit war Gabriel in seinen jungen Jahen von Meinungen anderer auch noch nicht. Ob sich das eines Tages ablegen ließe? "Eigentlich sollte ich Hausaufgaben machen. Aber die Ferien sind ja noch lang!", meinte er, ehe er mit vor Leidenschaft glänzenden Augen hinzufügte: "Comics sind cool! Ich liebe die Abenteuer und durch die Zeichnungen wirkt alles so viel lebhafter. Das macht es spannender, finde ich! Hast du auch schonmal einen gelesen?" Wahrscheinlich nicht, sie war ja ein Mädchen und so, wie Marie auf ihn wirkte, hatte er nicht das Gefühl, das ein Comic je ihre Interesse wecken könnte. Aber er ließ sich gerne überraschen.

  • Gabriel & Mariean einem der Tische


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    Sofort hakte der Junge nach und sie musste ein wenig Schmunzeln bei der Energie die in seiner Stimme und Mimik lag. "Freut mich, dass dir der Vorfall nicht allzu nahe ging. Tatsächlich finden sich viele Mordfälle in der Geschichte des Klosters. Hier sind Erzählungen von einer mordenden Nonne zusammengefasst." Sie hatte die Hand auf das Buch gelegt, das sie gerade erst zur Seite geschoben hatte. "Alles Gruselgeschichten, die sich irgendjemand ausgedacht hat." Hoffentlich. Aber wenn man wirklich jeder Kleinigkeit glauben schenkte, dann würde sie nie wieder schlafen können. Sie seufzte einmal auf. "Auch wenn die Vorfälle grausam waren, muss ich zugeben, dass ich sehr gerne noch ein bisschen die Flora und Fauna der Gegend erkundet hätte. Vor allem der Kräutergarten klang so wahnsinnig interessant.", gab sie schließlich zu und strich sich den Haarzopf hinter die Schulter und befragte Gabriel nach seinem Comicheft. Seine Reaktion brachte sie zu einem kleinen Lächeln, während ihr Blick von dem Jungen auf die Tischplatte wanderte, als er die Hausaufgaben erwähnte. "Jaa... geht mir auch so. Vielleicht können wir uns ja mal zusammen an die Hausaufgaben setzen? Dann ists nicht ganz so langweilig.", sagte sie, wobei sie am Anfang ihrer Sätze ein wenig piepsig war. Das lag wahrscheinlich daran, dass sie gerade log. Sie hatte ihre Hausaufgaben sofort erledigt. Aber sie wollte keine dieser uncoolen Streberinnen sein, mit der Gabriel bestimmt nicht reden wollte. Deshalb überlegte sie auch, ob sie bei der Comicsache wieder ein wenig die Wahrheit verdrehen sollte, aber sie entschied sich, dass eine Lüge schon genug Arbeit verursachte. Daher schüttelte sie nach kurzem Zögern mit entschuldigender Miene den Kopf. "Nein ich hab noch nie einen gelesen. Zumindest nicht ganz. Ich habs mal versucht aber irgendwie wurde man so direkt in eine bestehende Geschichte geworfen und ich hab wirklich nicht verstanden um was es eigentlich geht. Aber bei Heft eins anzufangen ist ja quasi unmöglich, daher hab ich es gelassen.", gestand sie und sah dann auf das Heft in Gabriels Hand. "Aber ich mag Geschichten und Abenteuer, also eigentlich mag ich Helden." Ein schwacher Versuch von Gabriel als Hinterm-Mond-Mädchen abgestempelt zu werden. Schließlich gehörten Superhelden und die Comicuniversen heutzutage zu den Topthemen.

  • [Gabriel] & Marie an einem der Tische



    Gabriel hing an Marie's Lippen als sie von den Geschichen aus dem Kloster erzählte. "Eine mordende Nonne? Hallelujah!" - Ja, Hallelujah im wahrsten Sinne des Wortes. Klar, solche Geschichten fand er spannend und hörte sie auch gerne, dennoch war er ein wenig zwiegespalten. Immerhin: Nonnen und Mönche waren Diener Gottes und Massenmorde gehörten ja nicht gerade zu seinem Willen. Wobei das... ja in der katholischen Kirche trotzdem schon oft genug vorgekommen war. Etwas, was Gabriel mit Schmerz erfüllte, war er doch sehr gläubig. "Ach ich glaube, sobald die Polizei das Gelände wieder freigibt, können wir da wieder hinfahren! Wir nehmen einfach einen Bus vom Markt." Für ihn war es schon beschlossene Sache, dass er mit Marie zusammen ging! Vielleicht könnte sie ihn dann auch etwas über die Kräuter beibringen? Er erinnerte sich sehnlich an Coca und Muña Tee aus seinem Heimatland zurück. Beides wuchs hier leider nicht (oder war nicht erlaubt). Ihm entging nicht, dass Marie's Stimme ein kleines wenig höher klang und sah daher überrascht auf, konnte jedoch an ihrer Aussage nichts seltsames entdecken. Viel mehr überwog die Euphorie, dass sie die Hausaufgaben zusammen mit ihm machen wollte. "Das wäre echt super! Ja gerne!" Na hoffentlich würde das nicht darauf hinauslaufen, dass Marie die ganze Arbeit machte... Gabriel war zwar ein Teamplayer, aber er ließ schnell nach, wenn er merkte, jemand anderes war sowieso viel besser als er. Keine lobenswerte Eigenschaft. "Ach, mach dir keinen Kopf! Ist nicht für jeden was. Alle schauen zwar jetzt die Filme und reden darüber, aber viele kennen sich trotzdem nicht aus. In den Comics gibt es so viel mehr Input, das glaubst du gar nicht!", meinte er und war dann doch überrascht, dass Marie sich auch für Helden interessierte. Sie war echt ein cooles Mädchen. "Echt? Welche Helden magst du so?" Er vermutete, dass sie einfach mehr Bücher davon las und war interessiert daran, was sie dazu zu erzählen hatte.

  • Gabriel & Mariean einem der Tische


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    "Ich würde nicht allzu viel auf diese Geschichten geben. Sie sind bestimmt nur Ammenmärchen, um die Kinder vom Kloster fernzuhalten.", kommentierte die Schwarzhaarige den Ausruf des Jungen. Gabriel schien sich schon in den Kopf gesetzt zu haben zum Kloster zurückzufahren, sobald es nur eben möglich war. Er hatte sich sogar erkundigt wie man von der Stadt fahren musste. Marie gefiel der Gedanke einerseits, aber andererseits auch gar nicht. Die Gruselgeschichten hatten ihre Spuren hinterlassen und jetzt spukte dieser unbehagliche Beigeschmack in ihrem Kopf herum, wenn sie an das Kloster dachte. Ihr Vater würde sie rügen solchen Geistergeschichten Glauben zu schenken. Er war ein Mann der Wissenschaft! "Jetzt warten wir mal ab wie lange der Vorfall noch dauert...", sagte sie daher mit einem leichten Lächeln und hoffte, dass bis dahin auch ihre Bedenken wieder weggefegt waren. Der legendäre Kräutergarten weckte nämlich in der Tat ihr Interesse. Hoffentlich merkte Gabriel ihr Zögern nicht. Sie wollte ungern als Feigling dastehen. Und ganz gewiss auch nicht als Lügnerin! Daher war sie froh, als Gabriel nicht weiter nachfragte, sondern ihr Angebot mit der Zusammenarbeit einfach annahm. Es schadete sicher nicht die Aufgaben zweimal zu erledigen. Das war eine gute Übung! Auf seine Zustimmung antwortete sie mit einem breiten Lächeln. "Dann ist es abgemacht.", hielt sie für das Protokoll fest und sprach dann mit dem Latino über Comics. Ein Thema das ihn sehr interessierte und der Enthusiasmus mit dem er darüber sprach, brachte Marie zu einem Lächeln. Sie mochte es andere zu sehen, die sich so für etwas begeistern konnten. Ob sie auch so freudige Augen hatte, wenn sie über Pflanzen sprach? Als er sie nach ihren Helden fragte überlegte sie einen Moment, wobei sie ein leises 'hmmm...' von sich gab. Ihre Hände lagen in ihrem Schoß und sie drückte die Arme durch. Ihre Schultern waren leicht angezogen, während sie grüblerisch den Kopf geneigt hatte. Gabriel konnte wahrscheinlich weder mit Robinson Crusoe, noch mit Kohlhaas etwas anfangen. Beides Literatur, die nicht gerade ihrem Alter entsprach. "Also... ich mag zum Beispiel Harry Potter ganz gerne.", gab sie schließlich zu und sah dann von Gabriel auf den Tisch. Ihre Haltung entspannte sich wieder und sie knetete nervös ihre Hände im Schoss. "Ziemlich uncool, oder?" Verlegen sah sie zu ihm auf, hoffte, dass er nicht zu viele Witze reißen würde. "U-u-und was sind deine Lieblingshelden?", versuchte sie von sich selbst abzulenken.

  • [Gabriel] & Marie an einem der Tische



    Gabriel ließ sich von Marie bezüglich der Klostertour beschwichtigen. Sie hatte ja Recht! Erstmal abwarten - wenn auch Geduld keine Tugend war, die den jungen Latino ausmachte. Immerhin war Marie sehr besonnen in der Sache. Der Deal zusammen Hausaufgaben war auch schon besiegelt. Vielleicht könnten sie noch weitere Klassenkameraden zusammentrommeln? Das sich Marie ebenfalls ein Harry Potter Fan entpuppte wunderte ihn nicht. Wer war der Geschichte des Zauberers nicht längst vefallen? "Wieso uncool?", fragte er sie mit gerunzelter Stirn. Wie konnte etwas, was so in den Mainstream Medien angekommen war, als uncool empfinden werden? "Du bist bestimmt in Ravenclaw, oder?", mutmaßte er dann mit einem breiten Grinsen, um ihr so das Zeichen zu geben das Nerd-Talk alles andere als uncool war! "Wenn ich nach Hogwarts gehen könnte, hoffe ich in Gryffindor zu landen." Wobei bei ihm auch die Möglichkeit von Hufflepuff sehr hoch war, das musste er sich eingestehen, aber er wünschte es sich sehr. Und wie wir alle wussten, berücksichtigte der sprechende Hut das! Bei der Gegenfrage musste er auch ein wenig überlegen. "Aus dem Comic Universum auf jeden Fall Black Panther. Ansonsten..." Er grübelte ein wenig um mit etwas aufzuwarten, mit dem er Marie auch überzeugen konnte. Simón Bolivar fiel ihm ein, aber er kannte sich nicht genug mit seiner Geschichte aus um komplett dahinter zu stehen. "Ich weiß nicht, ich bewundere generell Menschen, die sich für etwas einsetzen oder für andere einstehen können...", schloss er und kratzte sich ein wenig nervös an der Wange. "Das ist eine uncoole Antwort, oder?", versuchte er humorvoll nachzuschieben, wenngleich es ihm nicht ganz gelang. Das klang einfach so abgedroschen! Und Marie kannte wohl sicher zahlreiche Namen, die sie hierfür direkt benennen könnte! Dennoch wünschte sich Gabriel einer dieser Menschen zu werden.

  • JulietIllustration2.png[Kommt an > Designbereich > Leseecke] Juliet 


    In der Bücherrei angekommen kramte sie Notizbuch und Stift aus ihrer Tasche bevor sie das Accessoire in eines der Schließfächer am Eingang sperrte. Mit ihrem Schreibzeug bewaffnet wanderte sie durch die Gänge in die Richtung mit den Designbüchern. Dort angekommen war es nicht schwer den Buchstaben B zu finden, aber einen Wälzer mit dem richtigen Inhalt aufzutreiben war nicht ganz so einfach. Wie so oft war sie auch wieder einmal sehr erschrocken darüber, wie Designbücher überhaupt so hässlich und von schlechter Qualität sein konnten. Als sie endlich zwei Bücher mit dem Thema gefunden hatte und noch eines über Batiken (gehörte das nicht eher in die DiY Ecke? Naja, ein Weg weniger), klemmte sie sich ihre Beute vor die Brust um sich damit in die Leseecke zu verkriechen. Dort ließ sie sich in einen der Sessel fallen, fläzte sich in das weiche Polster und schlug das erste Buch auf.

    "Come on, little lady, give us a smile"
    No, I ain't got nothin' to smile about
    I got no one to smile for, I waited a while for
    A moment to say I don't owe you a goddamn thing

    Nightmare - Halsey

  • Gabriel & Mariean einem der Tische


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    Glücklicherweise sprachen die beiden nicht weiter über das Kloster oder Hausaufgaben, sondern wendeten sich den wirklich wichtigen Themen zu: Superhelden. Gabriel empfand ihre Vorliebe für Harry Potter nicht als uncool, sondern quatschte sofort drauf los. Seine Art war wirklich mitreißend, weshalb sich bei Marie sofort ein Lächeln auf den Lippen abzeichnete, als er ihr Haus erriet. "Ist es so offensichtlich bei mir?", fragte sie etwas kleinlaut, lachte dann aber ein bisschen. Sie war wohl wie ein offenes Buch für andere. Man brauchte sie nicht lange zu kennen, um sie richtig einzuordnen. Viele mochten das vielleicht als langweilig ansehen, aber die Schwarzhaarige mochte diese Eigenschaft an sich. Das zeigte nur, dass sie genau so gesehen wurde, wie sie wirklich war. Und wie konnte das etwas schlechtes sein. "Ich hätte bei dir auch auf Gryffindor getippt. Du hast eine mitreißende Art und ich glaube du bist sehr mutig.", sagte sie und ihre plötzliche Ehrlichkeit war ihr fast ein bisschen peinlich. "Aber... so lange kennen wir uns ja auch noch nicht, also was weiß ich schon." Die Worte waren nur noch als leises Murmeln zu hören. Fraglich ob Gabriel sie überhaupt verstand. Genauso wenig verstand Marie dann wahrscheinlich auch von Comics. Als der Latino verkündete, dass Black Panther sein Liebling war, nickte sie nur. Wer oder was das war konnte sie schließlich nicht zuordnen, aber laut des Covers schien er gerade einen Band davon in den Händen zu halten. "Trägst du deshalb auch das Shirt mit der schwarzen Katze?", fragte sie ihn schließlich, ehe er noch erklärte, dass er Menschen bewunderte die sich für etwas einsetzen. Genau so ging es ihr auch! Daher schüttelte sie auch kräftig ihren Kopf, als er das als uncoole Antwort abtat. Sie schüttelte ihn so energisch, dass ihre Zöpfe über ihre Schulter nach vorne und wieder nach hinten fielen. "Das ist überhaupt nicht uncool! Ich sehe das ganz genauso.", stimmte sie mit einem ehrlichen Lächeln zu und strich sich die Zöpfe wieder über die Schultern nach hinten, ehe sie ihre Hände wieder in ihren Schoß legte und zwischen ihren Beinen einklemmte. Ihr Blick wanderte von der Tischplatte zu Gabriel. "Ich finde es einfach beeindruckend, dass es Menschen gibt, die Probleme laut ansprechen, anstatt sie zu verschweigen und beiseite zu schieben. Das ist wohl für die meisten unangenehm. Und ich finde es schön zu sehen wie viele sich für andere einsetzen. Das ist heutzutage einfach nicht mehr selbstverständlich.", sagte sie verlegen, schaffte es kaum ihm bei den Worten in die Augen zu sehen. "Und wieso magst du Black Panther? Was kann er oder macht er, dass dich begeistert?" Das interessierte sie tatsächlich und war nicht nur so dahergesagt.

  • [Gabriel] & Marie an einem der Tische



    Gabriel freute sich darüber, dass er Marie ein Lachen entlocken konnte. Ein schöner Laut, hell und klar. Es freute ihn ebenso, dass sie ihn ebenfalls für einen Gryffindor hielt, wenngleich ihn ihre Beschreibung ein wenig in Verlegenheit brachte. Dabei schien seine Klassenkameradin ebenso peinlich berührt zu sein, wie er selbst, woraufhin Gabriel sich direkt wieder entspannte. Warum nervös sein? Lieber dazu stehen! Der Zusammenhang mit seinem T-Shirt war ihm selbst gar nicht aufgefallen, weswegen er verblüfft an sich herabsah und daraufhin herzlich lachen musste. "Das ist Zufall.", sagte er nach einem Grinsen, nachdem er sich wieder eingekriegt hatte, "Ich liebe einfach Shirts mit Tiermotiven und bunte Sachen. Außerdem liebe ich Tiere! Ich hätte gerne ein Haustier, aber wir dürfen laut Vermieter keine haben, total blöd." Seine Augen bekamen ein enthusiastisches Funkeln als Marie ihm so voller Elan zustimmte. Es sah ein wenig ulkig aus, wie ihre Haare daher hin und her fielen, aber irgendwie war das auch einfach niedlich. Erleichterung überkam ihm, denn er hatte wirklich die Befürchtung gehabt, Marie könnte ihn mit Skepsis deswegen betrachten. "Oder?! Das denke ich auch! Überall laufen Kampagnen zu Zivilcourage - was ja auch gut ist!! - aber wenn es darauf ankommt, sehen die Leute meistens weg..." Es war nicht so, als könnte Gabriel sich davon ausnehmen. Oft kam er zwar gar nicht erst in unangenehme Situation - was ja auch nicht verkehrt ist - aber selbst wenn, wüsste er nicht, ob er sich trauen und die Stimme erheben könnte. Insbesondere weil er noch ein Schüler war, würden die Leute ihm überhaupt zu hören? Darüber hinaus sah er auch noch ausländisch aus - was er ja auch war - daher machte ihm der Gedanke auch ein wenig Angst. Wenn ihm dadurch etwas Schlimmeres passieren würde? Er versuchte den Gedanken zu vertreiben. Zivilcourage war wichtig! Es galt den Mut aufzubringen! Daran musste er festhalten. Ob Marie ihm etwas angesehen hatte? "Vielleicht sollten wir auch mal eine Kampagne in unserer Schule starten.", überlegte er laut, "Was meinst du...?" Oh, bevor er es vergaß - noch eine Antwort zum wichtigsten Thema: COMICS! Auch hier musste der junge Latino kurz überlegen. "Hmmm....", machte er laut, "Ich glaube, weil er einfach... cool ist." Er lachte kurz, über seine lasche Antwort, "Nein, ich meine. Iron Man zum Beispiel ist schon ziemlich arrogant und bei Captain America überzeugen mich die Ziele nicht so ganz. Ich weiß auch nicht. Erstens kann in dieser Geschichte jeder aus dem Volk zum Black Panther werden und der Schutz des Volkes steht ihm an erster Stelle. Und ja, ich finde ihn einfach ziemlich cool." Bruder ich hab selbst keine Ahnung davon wie soll ich davon schreiben. Gabriel grinste Marie kurz an. "Dich übrigens auch. Du bist ziemlich cool Marie, weißt du das?"

  • Gabriel & Mariean einem der Tische


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    Sie lächelte breit, als er erklärte, dass sein Shirt ein Zufall war. "Ich mag Tiere auch.", stimmte sie seinen Erklärungen zu. "Schade dass du kein Haustier haben darfst. Ich habe auch keins, aber mein Vater hat erzählt, dass die Bauernhöfe in Sternbach nichts gegen Besuch haben. Er war früher auch ab und zu dort und hat sogar ein bisschen mitgeholfen." Vielleicht war das dem Jungen ja ein kleiner Trost. Tatsächlich hatte Marie vor mal in Sternbach vorbeizusehen, um sich die Tiere genauer anzusehen. Vielleicht durfte sie ja sogar eine Kuh füttern. Das nächste Thema vertrieb allerdings diese Vorstellung wieder aus ihrem Kopf. Erneut nickte die Schwarzhaarige zustimmend. "Da hast du recht.", sagte sie und hatte seinen Worten nichts weiter hinzuzufügen. Den meisten Leuten fehlte es an Zivilcourage und abhängig davon wo man sich aufhielt konnte man deutliche Unterschiede in diesem Bereich erkennen. Sie war wirklich niemand der anderen etwas vorschrieb oder andere schlecht machte, aber sie versuchte selbst jeden Tag für die Dinge einzustehen, die ihr wichtig waren. Oftmals klappte das dann nicht so, wie sie wollte, aber sie ging kleine Schritte. "Was für eine Kampagne meinst du denn?" Ob sie dafür wirklich die richtige war? Wohl kaum, aber sie konnte es sich ja mal anhören und ihm vielleicht aus dem Hintergrund helfen. Vor anderen laut zu sprechen fiel ihr manchmal viel zu schwer. In ihren eigenen Gedanken hatte sie die komische Stimmung bei Gabriel überhaupt nicht bemerkt, die beim Thema Comics aber auch sofort wieder verschwunden war. "Ich finde das sind ziemlich viele gute Gründe ihn gut zu finden." Sie lächelte, strich sich eine lose Strähne aus dem Gesicht und legte die Hände dann wieder in den Schoß. "Vielleicht sollte ich auch mal was von ihm lesen.", entschied die Schülerin und nahm sich vor ein paar Exemplare auszusuchen. Vielleicht konnte Gabriel ihr dabei ja helfen. Als er allerdings weiter sprach, wurde sie ganz verlegen. Ihre Augen, die ihn beim Sprechen noch beobachtet hatten, wanderten direkt zur Tischplatte, ihre Wangen glühten und der Druck ihrer Hände ineinander verstärkte sich. "Also... ich... ich... denke nicht...", brachte sie schließlich hervor. "Aber danke." Ihre Stimme klang ein wenig fremd, weil sie sie vor Nervosität nicht ruhig halten konnte. Hoffentlich machte sich Gabriel jetzt nicht über sie lustig.

  • Ben kommt an | später bei Juliet

    Während der Busfahrt hatte Ben eigentlich vorgehabt sein Buch durchzulesen, damit er es nach seiner Ankunft direkt in der Bibliothek abgeben konnte. Allerdings hatte ihn die Aussicht teilweise abgelenkt. Klar, Bäume waren jetzt nicht übermäßig spannend, aber er mochte es, wenn an solchen Tagen wie heute die Sonne durch das noch spärliche Blätterdach fiel und mit den starken Stämme ein hübsches Schattenspiel erzeugte. Also stieg er mit dem Buch in der Hand aus dem Bus, welches immer noch fertig gelesen werden musste. Da das gute Stück auch nicht gerade mit wenig Seiten versehen war, hatte der Teenager auch wenig Motivation es nun für den Rest des Tages mit sich herumzutragen. Vielleicht könnte er es auch einfach in der Bibliothek auslesen und dann abgeben? War das okay? Er war sich etwas unsicher, entschied sich am Ende dennoch dafür.

    Nachdem er das Gebäude betreten hatte, schlenderte er zunächst ein wenig durch die Regale. So würde es nicht so seltsam aussehen, wenn er direkt auf die Leseecke zusteuerte, so dachte Ben jedenfalls. Er lud hier und da einige Bücher auf seinen Arm, legte manche wieder zurück, um den Schein zu wahren, dass er nach Büchern suchte.

    Nach einer Weile entschied er, dass er lang genug zwischen den Regalen umhergewandert war und begab sich, mit den eigentlich unnötigen Büchern im Griff, zur Leseecke. Kurz hielt er inne, als dort bereits eine junge Frau saß. Ein kleiner Seufzer verließ seine Lippen, denn er hatte die Hoffnung gehabt, dass die Sitzgelegenheiten allesamt leer waren. Aber wer konnte es ihr verübeln. Die Sessel waren deutlich bequemer, als die Stühle an den Tischen. Von ersterem gab es leider auch nicht so viele hier in dieser Bibliothek, war sie wohl vorwiegend für die vielen fleißigen Studenten der Stadt erbaut worden.

    Langsam bewegte Ben sich also auf besagte Sitzgelegenheiten zu. Er beäugte abwechselnd die junge Frau und den Sessel, auf den er sich setzen wollte. So leise wie möglich ließ er sich schließlich nieder und legte die Bücher, die er eigentlich gar nicht lesen wollte, neben sich. Kurz musterte er die Werke, die sie sich ausgesucht hatte. Design…? Oder so? Er hatte keine Ahnung von solchen Dingen. Vorsichtig holte er nun das Buch aus seinem Rucksack, um keine Aufmerksamkeit zu erregen, was vermutlich genau das Gegenteil war. Gleich darauf suchte er die Stelle zwischen den Seiten, an der er sein Lesezeichen platziert hatte, heraus und begann seine Augen über die Sätze fliegen zu lassen. Nebenbei hoffte er immer noch, dass die Fremde neben ihm nicht mitbekommen hatte, dass er das Buch aus seinem Rucksack geholt hatte.

  • [Gabriel] & Marie an einem der Tische



    Gabriel hatte ihr mit dem Kompliment eine Freude machen wollen und er sprach sowieso immer direkt das aus, was ihm in den Sinn kam, ohne das Gedachte zu hinterfragen. Das brachte ihn nicht selten in blöde Situationen. Auch jetzt bemerkte er, wie Marie offenbar nicht so gut mit seinen Nettigkeiten umgehen konnte, aber er konnte sich nicht helfen: Das war einfach irgendwie... süß. Dennoch wechselte er das Thema, damit sie sich nicht allzu unwohl fühlen musste, das wollte er nämlich auf gar keinen Fall! "Du kannst mir im Gegenzug ja eines deiner Lieblingsbücher empfehlen und dann können wir uns darüber austauschen, was hältst du davon?", schlug er vor. Wenngleich er sich eingestehen musste, dass das eine harte Aufgabe für ihn werden würde. Hoffentlich war ihr Lieblingsbuch nicht allzu dick. Als Marie ihn zu Details zu seiner überhaupt nicht ausgereiften, wie immer nur schnell dahergesagten Idee befragte, musste er einen Moment überlegen. "Hmm...", machte er, "Plakate und Flugblätter? Eine Versammlung mit Vortrag?" Wobei ihn der Gedanke vor seinen Mitschülern zu sprechen, ebenfalls total nervös machte. "Oder einen Club eröffnen?", spann er die Idee weiter. Gabriel war nunmal wirklich kein Musterschüler, also eine ganz klare Vorstellung hatte er nicht. Und er ließ sich schnell ablenken, weswegen er sofort weiter auf ihr anderes Thema antwortete. "Stimmt! Ich war auch schon ewig nicht mehr in Sternbach. Willst du mal mit mir hin?", fragte er sie direkt. Zu zweit war das bestimmt noch lustiger als alleine! Vielleicht könnten sie Cyril und Thomas auch noch fragen? Seine Mitschüler war immerhin auch noch neu bei ihnen an der Schule und freuten sich bestimmt über Anschluss! Ob er Marie auch schon zu seinen Freunden zählen durfte?