Das Runenarchiv

  • Joe & Cinnamon
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    Unter normalen Umständen würde er ihre innige Umarmung begrüßen, er würde sie genießen, sie noch fester an sich drücken und ihren betörenden Duft einatmen. Und oh, er würde es genießen gewissen Stellen ihres Körpers so nah zu sein, aber wie gesagt, Joe fühlte sich einfach hundeelend, er atmete sogar erleichtert ein, als sie sich endlich von ihm löste. Wortlos ließ sie sich neben ihn auf dem Boden fallen, ein dumpfes Geräusch, das ihn abermals daran erinnerte, dass er auf den harten, kalten Küchenfliesen geschlafen hatte - warum auch immer. Sie mussten so betrunken gewesen sein, dass sie es nicht mehr bis ins Bett geschafft hatten. Und jetzt das: dieser Kater, das war nicht normal, das fühlte sich nicht normal an, diese Kopfschmerzen und jeder Muskel seines Körpers schmerzte. Was - zur Hölle - war letzte Nacht nur geschehen? Sein hilfloser Blick musste ihr aufgefallen sein, als sie plötzlich erwähnte, dass sie bei ihr waren. Er nickte stummt, tat so, als würde er verstehen, obwohl er gar nichts verstand. Er hätte sie am liebsten nach dem "Warum" gefragt. Er hätte sie so gerne gefragt, was geschehen war, warum er sich so beschissen fühlte und warum ihm alles weh tat, aber das Fragen und Reden erschien ihm viel zu anstrengend. Also schwieg er, er schloss die Augen und legte die Hand auf die brummende Stirn. Er bemerkte etwas eigenartiges, etwas hartes, krustiges und legte die Hand wieder erschrocken weg. Cinnamon schien es ähnlich beschissen zu gehen, sie fragte ihn oder setzte viel mehr voraus, dass er sicherlich wisse, was gegen einen Kater half. Er öffnete die Augen und suchte ihren Blick, ein kleines Schmunzeln huschte über seine Lippen trotz seines miserablen Zustands. "Wasser", sagte er trocken. "Eine Menge Wasser." Sein Blick schweifte verloren durch die fremde Küche, er betrachtete den Tresen und die Vorräte in den Regalen. "Und Essen ...", fügte er knapp hinzu. Ein ausladendes Frühstück, aber Joe hatte keine Lust und keine Kraft eins zu zubereiten. Cinnamon kannte sich ohnehin in ihrer Küche besser aus.

  • [Cinnamon] & Joe



    Vielleicht wäre es gut gewesen, Joe über die verlorenen Ereignisse aufzuklären. Aber wie gesagt: Zum einen wusste Cinnamon nicht, inwiefern Joe einen Filmriss hatte und falls ja, wie weit er reichte, zum anderen hatte sie mit ihrem eigenen Zustand zu kämpfen. Sie nickte also nur langsam, als ihr neuer Kumpel das Allheilmittel schlechthin vorschlug: Wasser und Brot. "Ich würde sagen, Training fällt heute aus.", meinte sie scherzhaft, ein wenig schockiert, wie rau ihre Stimme klang. Mit einem Ächzen stützte sie sich schließlich auf und begab sich an die Küchenzeile. Dort entdeckte sie in Korb mit frischen Brötchen und einer Nachricht. Cinnamon nahm den Zettel in die Hand und las: 'So fertig wie ihr ausseht, dachte ich, du bist froh um eine Stärkung, wenn ihr aufwacht. In Liebe, Candy.' Ein warmherziger Ausdruck machte sich auf Cinnamons Gesichtszügen breit. Womit hatte sie eine solche Schwester nur verdient? Du bist die Beste. Sie stellte das Brotkörbchen, zusammen mit Pökelfleisch, Käse und geräuchertem Fisch sowie einen großen Krug Wasser mit zwei Bechern auf den Tisch. Kalte Kost, aber einfach, da sie die Sachen einfach nur her räumen musste. Eine großartige Köchin war sie sowieso nicht. Hätte es zu dieser Zeit schon Fertigpizza gegeben, wäre das ihre erste Wahl gewesen.

    Plump wie ein Walross - so fühlte sie sich zumindest auch - ließ sie sich auf der Küchenbank nieder, wo sie auch die Nacht verbracht hatte. "Bedien dich.", lud sie Joe ein und griff direkt zu. Zwischen den Bissen sagte sie: "Ich weiß nicht was dein Plan heute ist, aber nach dem Essen, werde ich mich irgendwo gemütlich hinlegen, auf der faulen Haut liegen und definitiv nichts tun. Außer Jammern." Vielleicht konnte sie Candy später ein bisschen voll heulen und ihr im selben Augenblick danken. Sie hätte bestimmt auch eine Idee was noch gegen Kopfschmerzen half. Sie konnte die ganzen Kräuter, die es gab - und die auch in dieser Küche aufzufinden waren - jedenfalls kaum unterscheiden und wusste nur die einfachsten Dinge auf diesem Gebiet. Ob Joe's Plan für heute ähnlich aussah? Ob es gut war ihn nach der Vergiftung einfach gehen zu lassen? Auch wenn es nichts gab, was sie da noch machen konnte.

  • Joe & Cinnamon
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    Training? Training! Cinnamon, du Scherzkeks, an Training oder körperliche Aktivität in welcher Form auch immer war heute nicht zu denken! Und trotzdem winkte er ihre Aussage mit einem flüchtigen Lächeln ab. Im nächsten Moment begann die Rothaarige ein anständiges Kater-Frühstück anzurichten. Der Hüne war ihr dabei keine große Hilfe, der hatte alle Mühen sich überhaupt aufzuraffen und sich auf einen der Stühle zu platzieren. "Mann ...", stöhnte er, nachdem er Platz genommen hatte. "Mir tut echt alles weh ..." Das war eigentlich nicht seine Art so wehleidig zu sein, aber er musste seinen Gedanken jetzt mal laut aussprechen. Vielleicht hatte sie ja Antworten darauf? Joe jedenfalls fühlte sich, als hätte er sich gestern Nacht mit jemanden für die schöne Cinnamon geprügelt. Und/oder als hätte er die ganze Nacht über durchgekotzt ...? Sein Magen rumorte, als sie die ganzen Leckereien auf den Tisch stellte. Demzufolge wollte er sich bei dem Frühstück auch erst mal etwas zurückhalten. "Danke", murmelte er trotzdem. "Du bist die Beste ..." Er befeuchtete die Lippen lediglich mit dem Wasser und popelte in dem Brot mehr herum, als davon zu essen. Als sie von ihren Tagesplänen berichtete, pflichtete er ihr nur bei. "Ich bin dabei ... ich mach heute nix..." Er kaute ein wenig auf dem Brot herum, es wurde irgendwie immer mehr im Mund. Vielleicht sollte er doch etwas von dem Käse dazu nehmen?

  • [Cinnamon] & Joe



    Cinnamon hatte schon ein halbes Brötchen verschlungen, ehe Joe sich - mit lautem Ächzen und Stöhnen wohlgemerkt - auf den Platz ihr gegenüber setzte. Die rothaarige Anglerin beäugte ihn dabei mit Argusaugen. Er kam ihr nicht so sehr verändert vor - oder?! War sein Jammern seine normale Art, überspitzt oder musste er doch mit Langzeitfolgen rechnen? "Das hör ich gern.", erwiderte sie, erstmal auf sein Kompliment eingehend und nickte - wieder mit vollem Mund - als Joe sich ihrer Pläne anschloss. Aber ansonsten gab der Hüne keinen Kommentar ab. Nichts. Aber richtig essen tat er auch nicht. Oder wurde sie jetzt paranoid? Sie schluckte gerade ein Stück Käse hinunter, ehe sie schließlich wieder das Wort ansetzte. "Kein Wunder das dir schlecht ist.", meinte sie wie beiläufig, "Bei dem was letzte Nacht alles passiert ist." Oh. Das hatte sie irgendwie subtiler ausdrücken wollen. So ein bisschen mehr durch die Blume. Oder investigativ. Naja, was soll's. Im Grunde war nichts dabei, die Kleinigkeit mit dem Fast Sterben hach, das passierte halt mal und sie hatte einen zu großen Kopf auf, um subtil agieren zu können. Und hey: vielleicht war es für Joe immer noch subtil genug!

  • Joe & Cinnamon
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    Mit trockenen Mund kaute er fortwährend auf dem Bissen herum. Das Brot war nicht alt oder hart - nein, keinesfalls - es war weich und backfrisch, als hätte sie es heute Morgen erst vom Bäcker geholt. Nein, es lag weniger am Brot, es lag mehr an Joe, er hatte einen eigenartigen Geschmack im Mund, welcher nicht mal nach literweise Wasser trinken weichen wollte. Er hatte Hunger, einen eigenartigen Hunger, aber keinen Appetit. Sein Magen grummelte, weswegen er es eigentlich langsam angehen wollte, aber trocken Brot schmeckte einfach nicht. Er griff ebenfalls nach dem Käse und schnitt langsam eine Scheibe davon ab. Er spürte, dass Cinnamon ihn beobachtete. Ihr Blick war beständig und durchdringend und irgendwie machte ihn das nervös. Deswegen vermied er es, ihr in die Augen zu sehen. Bei ihrem nächsten Satz allerdings, dem Satz über die letzte Nacht, hob er erschrocken den Kopf. Seine Augen waren - zum ersten Mal an diesem Tag - hellwach. "Was ...", begann er zögernd, "... war denn letzte Nacht ...?" Der Morgen nach einer durchzechten Nacht war immer beschämend. Vor allem, wenn man sich nicht mehr an die Geschehnisse erinnern konnte und man einen guten Freund benötigte, der alle vergangenen Peinlichkeiten für einen zusammenfasste. Sein Herz klopfte etwas schneller, aber er versuchte sich nichts anmerken zu lassen. Er hatte die Hände gefaltet und an die Lippen gelegt. Das Brot mit dem Käse hatte er noch nicht weiter angerührt.

  • [Cinnamon] & Joe



    Ihr entging nichts - weder wie sehr Joe nur auf seinem Frühstück herumkaute, noch wie er ihrem Blick auswich. Das war gleich doppelt ungewöhnlich. Ob sie ihn selbst gerade vielleicht auch ein wenig unter Druck setzte, auf die Idee kam Cinnamon allerdings nicht. Bei der Erwähnung von letzter Nacht war er jedoch plötzlich hellwach. Aha, dachte sie, Er erinnert sich also kein Stück. Zugegeben. Zwei, drei Becher Met mehr und sie hätte auch einen Filmriss gehabt. Ob es bei ihm nun am Alkohol oder am Gift lag - tja, das war am Ende nur Haarspalterei! Cinnamon entspannte sich ein bisschen und ihr wurde kurz bewusst, welche Verantwortung sie - als diejenige mit (zum Großteil) intakten Erinnerungen - nun auf ihren Schultern lag. Sie könnte ihm alles erzählen, naja, lediglich mit der Tatsache das Cinnamon eine ziemlich schlechte Lügnerin war. Und sowieso nicht der Typ, der eine solche Situation schamlos ausnutzte. "Wir haben getrunken.", begann sie um ihn ganz von vorne abzuholen, "Dann hast du mich bis hierher begleitet." Sie schwieg kurz, weil ihr wieder einfiel was der Lüstling danach hatte versuchen wollen. Das hatte sie ihm noch nicht ganz verziehen und definitiv würde sie ihn nicht nochmal auf diese dumme Idee bringen. Cinnamon kaschierte den Moment des Zögerns jedoch geschickt, indem sie ein weiteres Stück Brot in den Mund nahm. "Und bist dann mit dem Gift einer Riesenschnecke in Berührung gekommen, die bei uns draußen vor der Tür leben, was dich fast umgebracht hätte, hätte ich nicht heroisch dein Leben gerettet.", schloss sie, nahm gelassen ein Stück Käse und korrigierte sich dann, weil ihre Schuldgefühle es nicht anders zuließen: "Naja, genau genommen hat dich mein Opa gerettet. Aber ich hab ihn geholt, also zählt das.", fand sie und hatte die Tatsache, dass sie ihm die Schnecke erst vor's Gesicht gehalten hatte, mal eben unter dem Tisch fallen lassen. Hey, alles was sie gesagt hatte, entsprach der Wahrheit! Cinnamon heftete den Blick wieder auf Joe, nachdem sie mit ihrem Bericht geendet hatte. "Kein Wunder also, dass du einen übleren Kater hast als sonst." Na, wie der Held der Nacht diese Information wohl verarbeiten würde?

  • Joe & Cinnamon
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    Hm. So weit, so gut. Er versuchte sich ein wenig zu entspannen, noch hatte sie ihm nichts Neues (und/ oder schockierendes) erzählt. Er erinnerte sich an den guten Met, den sie auf dem Festival der Magie getrunken hatten. Er erinnerte sich daran, dass sie deutlich über den Durst getrunken hatten. Oh, sie hatten so viel getrunken ... Hatten sie sich nicht sogar auf einer Parkbank übergeben ...? Oh! Das würde den eigenartigen Geschmack in seinem Mund erklären ... Und er erinnerte sich daran, sie am späten Abend nach Hause begleitet zu haben. A-aber was- und jetzt spannten sich seine Muskeln wieder unwillkürlich an - war dann passiert ...? Cinnamon hielt für einen Moment inne - unabsichtlich? Oder legte sie bewusst eine künstlerische Pause ein, um Spannung aufzubauen? Ob gewollt oder nicht, es schien zu funktionieren. Joe schwitzte vor Aufregung. Kleine Schweißperlen standen auf seiner Stirn. Was zur Hölle hatte er getan? Er ging alle Möglichkeiten durch: Es war nicht unmöglich, dass er sich für sie mit irgendwem geprügelt hatte. Schließlich tat ihm alles weh. Oder er hatte sie - in gewohnter Manier, versteh sich - im Vollsuff angemacht? Das wäre nicht das erste Mal. (Und in Joe's Kopf bestand eine Chance, eine minimale Chance, dass das trotzdem irgendwie funktioniert hatte. Oder? ODER?!) Oder auch nicht. Vielleicht hatte sie ihm deshalb eins mit der Bratpfanne übergebraten? ... das würde jedenfalls seine stechenden Kopfschmerzen erklären.
    Unwillkürlich biss er sich auf die Unterlippe, als sie endlich fortfuhr. Aber mit dem, was sie jetzt sagte, hätte er nie und nimmer gerechnet. Seine Kinnlade klappte herunter. "V-vergiftet?", stotterte er. "A-aber ..." Er wusste nicht, was er sagen sollte. Es verschlug ihm erstmals die Sprache. Sie sagte es so, als wäre es nichts, als hätte sie ihm über die aktuelle Wetterlage in Kenntnis gesetzt. Aber eigentlich hatte sie ihm gerade gesagt, dass er gestern Nacht fast gestorben wäre. "Äh ...", stammelte er, ja, er fühlte sich elend, aber das? "Das ist ein Scherz, o-oder?" Es musste ein Scherz sein. Ich mein, Riesenschnecke!? Wie konnte er sich das vorstellen? Wie kann einen eine Riesenschnecke vergiften? Die Viecher kamen schließlich selten aus'em Busch gesprungen, um einen aus dem Hinterhalt anzugreifen ...? "Dein Opa ...?" Das war alles so verwirrend. Und ... Cinnamon hatte einen Opa? Und er hatte ihn ge-gerettet? "W-was ...?"

  • [Cinnamon] & Joe | Küche



    Cinnamon war völlig selbstvergessen darüber, wie es gerade in Joe aussah. Hätte sie auch nur die leiseste Ahnung gehabt - ooh, sie hätte die Situation viel besser ausgenutzt. Die Story noch mehr aufgepuscht - obwohl das Rohmaterial an sich ja schon kaum zu glauben war - aber, ehrlich gesagt: Die junge Frau war einfach viel zu verkatert um gerade mehr als zwei Gehirnzellen zusammen zu bringen. Geschweige denn sich absurde Geschichten auszudenken. Joe konnte froh sein, dass sich immerhin einer von ihnen an den gestrigen Abend erinnerte! Während Joe also vor sich hin stammelte, genehmigte sich Cinnamon einen ordentlichen Schluck Wasser und - anstatt sich ein weiteres Stück herunter zu schneiden - nahm direkt die restliche Gurke in den Mund um davon abzubeißen. Ihr neuer Kumpel schien, trotz Kater und Nahtoderfahrung, gerade keinen großen Appetit aufzuweisen. "Ja, mein Opa.", wiederholte sie schließlich, "Ich wohn hier mit ihm und meiner Schwester.", erläuterte sie beiläufig und machte sich nicht die Mühe, noch weiter in die Details des gestrigen Abends zu gehen. Stattdessen wartete sie einfach darauf, dass Joe die Information langsam verarbeitete. Man hätte sie nur nicht solche Kopfschmerzen! Sie hätte sich ansonsten halbtot gelacht, bei dem Schock der ihm ins Gesicht geschrieben stand. Nachdem sie gestern so um ihn gebangt hatte, war es nur Recht, sich nun ein wenig über ihn lustig zu machen. Aber, ehrlich gesagt, dafür war sie einfach viel zu K.O. Als hätte sie selbst auch etwas Gift abbekommen, aber das war ja nicht der Fall gewesen. Naja, außer man zählt den Met. "War mir nicht sicher, ob er dir helfen würde.", schaffte sie es dann doch, mit einem scherzhaften Kommentar anzusetzen, "Glaub, er hielt dich für einen perversen Lüstling, der sich an seiner Enkelin vergreifen wollte." Wo er ja gar nicht so falsch gelegen hatte.

  • Joe und Cinnamon in der Küche
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    Wie ein Hagelschauer prasselten die Informationen auf ihn ein, kalt, hart und unnachgiebig. Das war zu viel, viel zu viel. Er konnte das alles gar nicht so schnell verarbeiten. Sein Gehirn funktionierte heute ohnehin nur ganz langsam. Und Cinnamon war ihm keine große Hilfe. Sie antwortete gar nicht auf seine verzweifelte Frage. "Also", setzte er nochmals an, "... ist das kein Scherz?" Er hatte alles Mögliche im Kopf, vor allem Quatsch mit Soße, aber damit hatte er nicht gerechnet. Er atmete tief ein und aus. Und dann versuchte er seine wirren Gedanken zu sortieren. Die Ereignisse des gestrigen Abends zu rekonstruieren. Vergiftet ... vergiftet von einer Riesenschnecke ... warum auch immer ... Stichpunktartig setzte er die Geschehnisse zusammen ... Lebensgefahr ... fast gestorben ... Er zog die Luft scharf ein. Dieser Gedanke bereitete ihm eine Gänsehaut, was, wenn er gestern Nacht wirklich gestorben wäre? Er kann sich verdammt nochmal an nichts erinnern! Aber dann kam Cinnamons Opa ... er rettete ... rettete mich ... wie auch immer ... Cinnamon stoppte kurz seine Kopf-Zerbrecherei, als sie wieder das Wort ergriff. Und wiedereinmal wusste er nicht, was er davon halten sollte. "... wohn hier mit ihm und meiner Schwester ..", "... perversen Lüstling ..." "W-Was?" Er schwieg für einen Moment. Dann konnte man das Gedankenkarussell wieder rattern hören. Cinnamons Opa ... alter Mann ... Runenarchiv ... Opa ... wohnt hier mit ihm ... und der Schwester ...ALTER MANN! Schlagartig riss er die Augen auf. Es gab nur einen alten Mann, der im Runenarchiv lebte. Er war in der ganzen Stadt bekannt. Und sicherlich auch weit darüber hinaus. Sein Gehirn arbeitete heute nur mit Energiesparmodus, aber damit war er sich plötzlich so sicher. Es fiel ihm wie Schuppen von den Augen! Er richtete sich auf einmal blitzschnell auf und stieß dabei mit den Knien gegen die Tischkante, sodass das kaum berührte Wasser in seinem Krug überschwappte. "MEISTER KANNO!", brachte er heiser hevor. "O-o-oder?" Er ließ die Hände auf den Tisch knallen, sodass das Geschirr erneut klirrte. "Dein Opa ist Meister Kanno, richtig ...?" Es gab sonst keinen anderen alten Mann, der im Runenarchiv lebte ... Bei Gott, das durfte nicht wahr sein!

  • [Cinnamon] & Joe | Küche



    Cinnamon, die gerade das Empathieempfinden eines Steins besaß, war nicht darüber im Klaren, wie sehr ihr Bericht des vergangenen Abends Joe fast in eine erneute Schockstarre bewegten. Sie blinzelte daher irritiert, als er nochmal nachfragte, ob sie nicht etwa einen Witz gerissen hatte. Sah sie so aus, als wäre sie gerade in der Lage darüber? Verkatert wie sie war? Ach verdammt. "Oh.", meinte sie daher und sah ihn, dann doch wieder ein wenig besorgt an. "Nein... kein Scherz." Sie sah ihn förmlich in sich zusammensinken. "Aber-,", setzte sie daher schnell nach, weil es doch langsam - sehr langsam - klick machte, dass ihr neuer Freund nicht so gut mit dem Wissen umgehen konnte. "Ich habe vielleicht ein wenig in meinen Ausführungen übertrieben." Und vielleicht ein paar andere Details weggelassen. "Ich meine... wir leben in Trampoli. Todbringende Monster haben hier nichts verloren. Die leben außerhalb der Mauern, richtig?" Richtig?? Jetzt wo sie so darüber nachdachte... stimmte das wohl. Da war was dran. Alles in Allem wusste Cinnamon nicht, ob Joe wirklich in Lebensgefahr geschwebt hatte oder ob ihm das Schneckengift nicht einfach nur einen Trip beschert hatte, den ihr Opa zu verkürzen wusste. Oder versuchte sie die vergangenen Ereignisse nun auch vor sich selbst herunterzuspielen? Sie wusste es nicht. Echt nicht. Klar war nur, dass sie so oder so verdammt besorgt gewesen war. Die Sorge, die Joe wohl gerade bei sich selbst nachholte. Sie ließ ihn ein wenig in Ruhe, knabberte in der Zeit weiter an ihrem Brot, wobei sie langsam echt satt war. Sie sah erst wieder auf - ziemlich gelassen, das musste man ihr lassen (badumm tss) - als Joe voller Entrüstung, wie es schien, auf die Tischkante haute. Nanu? Mit hochgezogener Augenbraue sah sie zu ihm. "Ja.", gab sie schlicht zur Antwort. "Hab ich das nicht erzählt?" Die zweite Frage verblieb rhetorisch. Wann und vor allem: warum hätte sie ihm das auch erzählen sollen? Ihr war es eigentlich auch immer ganz recht, wenn es die Leute nicht wussten. Sie hatte sich lange genug wie in seinem Schatten gefühlt, die Enkelin des großartigen Magiermeisters Kanno, der ach so angesehen war und noch jeden Zauber beherrschte. Der seine Schülerinnen und Schüler nur mit äußerster Achtsamkeit auswählte. Das war nur einer der Gründe, warum sie so lange vor der Magie weggelaufen war. Doch sie sagte nichts davon. Das ging ihn ja nun wirklich nichts an. Sie räusperte sich kurz. "Also.", setzte sie an, "Empfehle ich dir, dich in diesem Haushalt so gut es dir möglich ist zu benehmen." Ihre Mundwinkel zuckten dabei, die Andeutung eines Grinsens. Zu dem hatte sie sich an diesem Morgen echt noch nicht aufraffen können. Dafür war sie auch einfach zu erledigt. Aber den Kommentar hatte sie sich nun nicht verkneifen können.

  • Joe & Cinnamon
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    K-kein Scherz?
    Verdammt. Er wusste nicht, was er davon halten sollte. Wie er sich fühlen sollte. Er wusste nicht mal, ob er heute überhaupt dazu im Stande war, irgendetwas zu fühlen. Außer Verwirrtheit. Verwirrt, ja, das war er. Verdammt verwirrt. Und daran änderte auch Cinnamons nächster Satz nichts. 'Wohlmöglich' hatte sie in ihrer Ausführung etwas übertrieben, hm? "Was soll das denn jetzt heißen?", kam es ihm rau über die noch raueren Lippen. Hoffentlich nahm ihm Cinnamon seinen momentanen Umgangston nicht übel. Er war heute wahrlich mit dem falschen Bein aufgestanden. In einer Sache allerdings, glaubte Joe nicht verwirrt zu sein, er glaubte den klaren Durchblick zu haben. Meister Kanno war Cinnamons Opa. Tatsächlich! Er stand auf zittrigen Beinen und lehnte sich mit aufgestemmten Armen über den Tisch. "Das darf nicht wahr sein ...!", entfuhr es ihm ächzend. Meister Kanno, der Meister Kanno, der ultimative Lehrmeister der Magie, hatte ihn so gesehen ...! Die Sache mit der Vergiftung sei mal dahin gestellt, er war betrunken und allem Anscheins nach hielt er ihn für einen perversen Lüstling - was ja nicht der Unwahrheit entspricht, aber diese Eigenschaft wäre in jedem, nennen wir es mal normalen 'Bewerbungsgespräch' nicht unbedingt erwähnenswert. Seufzend ließ er sich wie ein nasser Sack zurück auf dem Stuhl fallen. Er schlug die Hände über den Kopf. "Verdammt nochmal ...!" Er legte den dicken Kopf auf dem Tisch zur Seite, schielte zu Cinnamon hoch und sagte kleinlaut: "Meinst du, ich habe mir jetzt die Chance, dass er mir einen Zauber beibringt, verspielt?" Ein großer Krieger beherrschte auch mächtige Zauber. Meister Kanno war einer der Gründe, weshalb er überhaupt Trampoli aufgesucht hatte.

  • [Cinnamon] & Joe



    Cinnamon ignorierte das Nachhaken ihres Gastes gekonnt. Nein, wirklich, das Thema war jetzt aus und vorbei - abgehakt! Basta! Er sollte bloß nicht zu viel drüber nachdenken. Sonst verpasste er sich noch mehr Kopfschmerzen. Und ihr, mit ihm.

    Wie gut, dass er ganz und gar in dem Magiermeister-ist-mein-Opa-Thema aufgegangen war. Perfekte Ablenkung von der Vergiftung und dem potenziellen Tod. Auch wenn sie überhaupt nicht verstand, was er so ein Fass darum machte. Cinnamon folgte Joes wilde Gestik mit dem Blick, während sie selbst ruhig blieb. Naja, lag auch nur daran, weil ihr heute einfach jegliche Energie fehlte. Das war vertretbar, oder? "Was regst du dich darüber so auf?", wunderte sie sich dennoch mit einem Stirnrunzeln. Aber Joe erklärte sich sofort. Ooooh. Damit hatte sie nun wirklich nicht gerechnet. "Du willst einen Zauber lernen?", fragte sie und konnte ihre (ziemlich fertig wirkende) Überraschung nicht verbergen. "Hätt' ich irgendwie nicht gedacht.", gab sie unverblümt zu und studierte Joe aus neuen Augen heraus. Kannte er sich überhaupt damit aus? An welche Art von Magie und Zauber er wohl dachte? Hatte er überhaupt schon soweit gedacht? Vielleicht war er auch deswegen ins Runenarchiv gekommen - nicht nur um etwas über Krieger zu lesen? Alles in Allem, war es ja schon seltsam, dass jemand von einem der die praktische Kriegskunst erlenen wollte, zu verlangen erstmal im Hinterkämmerchen darüber zu lesen. Die Skepsis stand der Fischerin ins Gesicht geschrieben - nicht, weil sie ihm das nicht zutraute (najaaa), sondern auch weil sie den bisherigen Verlauf der Dinge hinterfragte. Aber vielleicht interpretierte sie gerade auch einfach zu viel hinein.

  • Joe & Cinnamon
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    Eine dunkle Gewitterwolke war aufgezogen. Direkt über Joes Kopf, so fühlte er sich jedenfalls. Den Kopf auf dem Tisch zur Seite gedreht seufzte er herzallerliebst, Man konnte aber auch mitleidserregend sagen. "Hm?" Warum er sich so aufregte? Er richtete sich auf - nein - aufrichten war zuviel verlangt! Er drehte den Kopf zurück in die Mitte und legte das Kinn auf die Hände. Das hatte sie nicht erwartet, was, das Joe, der Joe, der nicht mal lesen konnte wohlbemerkt, einen Zauber lernen wollte. "Hey, was soll das denn heißen?!", fragte er erbost, jetzt hatte er sich - so nebenbei bemerkt - wirklich ein wenig aufgerichtet. "Natürlich will ich einen Zauber lernen. Der ultimative Krieger ist vielseitig begabt ...", er drehte den Kopf beleidigt zur Seite, "ich mein, hast du gestern nicht die Kriegerin mit den Äxten gesehen? Das Feuer das da raus kam? Unglaublich! Ich will das auch können ..." Er senkte den Blick wieder. Aber würde ihm Meister Kanno nach gestern Nacht noch einen Zauber beibringen wollen? Ob er das Runenarchiv generell jemals wieder betreten durfte ...? "Kannst du nicht ein gutes Wort für mich einlegen ...?", fragte er schließlich frei heraus. "Ich mein, du magst mich doch ..." Der letzte Satz kam etwas leiser daher. "... oder?"

  • [Cinnamon] & Joe | Küche



    Von der bildlichen Gewitterwolke über Joe's Kopf, bemerkte Cinnamon rein gar nichts. Joe rechtfertigte - beeindruckend energisch wohlgemerkt - seinen Grund, welcher ihn zu Zaubern führte. Sie verstand ihn in dieser Hinsicht sogar und nickte daher nur langsam. "Das war schon ziemlich cool...", fand sie ebenso. "Jetzt bin ich aber neugierig. Was für ein Magiezweig interessiert dich?" Falls er überhaupt schon soweit gedacht hatte. Oh man Cinnamon, manchmal tust du ihm echt unrecht. Joe schien wirklich besorgt, es mit ihrem Opa verkackt zu haben. Sie seufzte ergeben. "Ja.", gab sie zu, "Du bist schon ganz in Ordnung." Nettere Worte konnte er von ihr heute nicht erwarten. Außerdem wollte sie ihm keinen Grund für irgendwelche Avancen liefern. Wäre er - abgesehen davon - nicht so ein netter Geselle, sie hätte ihn längst aus ihrer Küche geworfen. Hatte sie aber nicht. Dafür war der gestrige Tag auch wirklich zu spaßig gewesen. Und man sollte die Leute, die einem den Rücken tätschelten, während man selbst kotzte, stets zu schätzen wissen. "Aber ich glaube du überschätzt meinen Einfluss auf Großvater. Weißt du wie lange ich gebraucht habe, bis er mir einen Zauber beibrachte?" Sie schüttelte den Kopf. Okay, zugegeben - sie wollte ja auch lange nicht. Weil Gründe. Aber trotzdem! "Kann schon sein, dass er es dir schwerer macht. Er ist jetzt nicht gerade für seine Nachgiebigkeit bekannt..." Cinnamon hatte nachdenklich die Arme ineinander verschränkt, als ihr sein Gemüt auffiel. Ein Gesicht wie sieben Tage Regenwetter. "Aber. Wenn er Potenzial in dir sieht, wird er dich nicht ablehnen." Glaube ich. Ehrlich gesagt, so ganz sicher konnte sie sich dabei nicht sein. Auch Kanno war nur ein Mann, ein strenger dazu, mit strikten Idealen. Leichtherzigkeit und Ranmachen an die Enkelinnen waren schon ziemlich fette Minuspunkte. Aber da konnte sie nun wirklich nichts machen. Sie würde sich jedenfalls dafür hüten, Kanno auch nur im Entferntesten reinreden zu wollen. Auf die Standpauke konnte sie sich bereits jetzt gefasst machen...

  • Joe & Cinnamon
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    "Magiezweig?"
    Nannte man das so? Aha! "Da gibt es nur einen ..." Er richtete sich langsam auf. Diesmal wirklich. "Arkanmagie!" Damit hatte Cinnamon wohl nicht gerechnet. Also erklärte er sich gleich: "Ich war mal in einer Taverne in einem weit entfernten Ort", er atmete tief ein dann sagte er, "da legte ich mich mit einem an, der Arkanmagie beherrschte ... haha, du hättest mich sehen sollen", er lachte und schüttelte den Kopf, "ich blutete aus allen Löchern ..." Er suchte ihren Blick und knallte die geballte Faust auf dem Tisch. "Seitdem wusste ich: ich will das auch können ...!" Er nahm sich den Wasserkrug, doch anstatt davon zu trinken, beobachtete er nur die "Wasseroberfläche". "Und als ich hörte, dass Meister Kanno Arkanmagie lehrt ... wollte ich unbedingt nach Trampoli kommen, Cinnamon", er griff ihre Hand, hey, sein erster Annährungsversuch an diesem Tag, "das ist einer der Hauptgründe, warum ich überhaupt hergekommen bin." Er sah ihr tief in die Augen. Wie so oft am gestrigen Abend.
    Aber Cinnamon verstand sich gut darin seine Träume bis auf das letzte Fitzelchen zu vernichten. Auch wenn es ihm viel bedeutete, dass sie ihn "schon ganz in Ordnung" fand. (Ja-ha!) "Mhhhmmm.." Deprimiert legte er den Kopf wieder neben seinen Teller auf dem Tisch ab. Ihr spitzes "Aber" ließ ihn allerdings aufhorchen. Er hob den Kopf wieder und fragte - wie ein kleiner Junge - mit strahlenden Augen: "Meinst du wirklich?!"

  • [Cinnamon] & Joe



    Zugegeben - Cinnamon war gelinde überrascht, das Joe einen Fachbegriff nennen konnte und damit bewies, das er sich offensichtlich mehr Gedanken gemacht hatte, als es zuerst den Anschein hatte. Wie so häufig, wirkte sein Auftreten und seine Überzeugungen erstmal oberflächlich, aber in Wahrheit steckte dann doch mehr dahinter. Cinnamon konnte nicht umhin, diesen Charakterzug an Joe zu schätzen. Bei seiner Story hingegen hob sie nur skeptisch die Augenbrauen. "Sicher, das er dich nicht nur einfach verprügelt hat?" Insgeheim fragte sie sich jedoch, ob das Bild wie er es beschrieb, überhaupt in das Feld der Arkanmagie passte. Es klang beinahe ein wenig nach Schattenmagie. Sicher konnte sie sich jedoch nicht sein - zumal sie nicht live dabei gewesen war. Sie fand es jedoch bemerkenswert, dass das der ausschlaggebende Punkt war, der ihn nach Trampoli gebracht hatte. Das hatte sie wirklich nicht erwartet. Da sah man mal wieder, dass man einen Fisch nie nach seinen Schuppen beurteilen sollte. Sie blinzelte irritiert, als Joe ihre Hand ergriff. Sie mochte diese Art von Zuneigung nicht wirklich, aber sie war froh, dass er wieder wie ganz der Alte war. Das beruhigte sie. Immerhin war die Riesenschnecke ja dann doch auf ihren Mist gewachsen und sie hätte sich schuldig gefühlt, wenn es ihn... langfristig verändert hätte. Cinnamon entzog ihm wieder ihre Hand und rückte damit stattdessen ihre Brille zurecht. Sie zuckte nur mit den Schultern, als er nochmal nachhakte. "Schätze schon? Ich meine..." Sie überlegte kurz. "Er ist streng, aber fair.", schloss sie. Sie stützte einen Ellenbogen auf den Tisch ab und deutete dann mit der Hand auf ihn. "Also Joe. Was willst du zuerst angehen? Dein Kriegertraining oder deine Zauberausbildung?" Letzte könnte ihr auch nicht schaden. Sie hatte sich für die Klasse der Magier entschieden, beherrschte aber erst einen Zauber. Und 'beherrschen' war hierbei seeeehr wohlwollend ausgedrückt. Was sie brauchte war ebenfalls mehr Training. In beiden Umgängen: Zauber und Waffe. Vielleicht besser, wenn sie doch erst einmal zu zweit trainierten, bevor sie sich vor einem der Meister blamierten? Na, aber ob Joe sich in seinem Ehrgeiz noch bremsen ließ?

  • Joe & Cinnamon
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    Joe schnaubte verächtlich die Luft aus. "Pff, wenn der mich einfach nur verprügelt hätte, hätte der keine Chance gehabt ...!" Er lächelte dreckig, auch noch als Cinnamon ihre Hand aus seiner löste und ihre Brille 'cool' zurück schob. "Das war Arkanmagie, glaube mir, man hatte mich ja ausdrücklich vor dem gewarnt ..." Aber Wirkung gezeigt hatte es leider nicht. Aber immerhin, er erinnerte sich an jedes Detail an dieser Nacht im Gegensatz zum gestrigen Abend. Das hatte schon etwas ... unheimliches.
    Joe hatte den Kopf wieder auf dem Tisch ablegt. Oder hatte er ihn erhoben ...? Keine Ahnung, er wackelte damit soviel herum. Er freute sich, dass Cinnamon "versuchte", ja, versuchte in Anführungsstrichen, ihm Hoffnung zu machen. Wenn er sie auf seiner Seite hatte, wird das schon werden ... oder? Immerhin sagte sie ja, dass es bei ihr selbst ebenfalls sehr lange gedauert hatte, bis Kanno ihr einen Zauber beibrachte ... oh Mann! Sie stützte sich mit den Ellenbogen auf dem Tisch, als sie die Fragen aller Fragen stellte. Er suchte ihren Blick, Verzweiflung machte sich breit ... "Argh, ach keine Ahnung!", rief er pikiert aus. Sein Kopf knallte diesmal wirklich auf den Tisch. "Ich will heute eigentlich gar nichts ... angehen ..." Sein Magen rumorte wie aufs Stichwort. Seine Kopfschmerzen waren immer noch nicht verflogen. Er konnte sich nicht vorstellen, heute noch in welcher Form auch immer, zu trainieren

  • [Cinnamon] & Joe | Lässt ihn in der Küche sitzen



    Na, wenn er sich so sicher war, wollte sie ihm mal glauben. Blieb ihr im Grunde ja auch nichts anderes übrig. Seine Selbstübereschätzung ignorierte sie jedoch einfach. Wenn er dran glauben wollte - ihretwegen. Es würde sich schon im Training zeigen, welcher der bessere Kämpfer von ihnen war! Ein stechender Schmerz im Kopf war die Antwort auf ihre Überheblichkeit. Cinnamon massierte sich angestrengt die Schläfen.

    "Ich red ja auch nicht von heute, du Nuss.", brummte sie. Das würde heute echt nichts mehr werden. Es war zwar noch früh am morgen, aber beide waren vollkommen durch. Nach letzter Nacht ja auch echt kein Wunder. Die Fischerin löste eine Hand von ihrer Schläfe um wieder auf Joe zu deuten. "Weißt du was. Ich geh jetzt in mein Bett. So." (same Cinnamon same) Sie ließ den Blick kurz über den Tisch schweifen. Es war noch immer was da. Joe hatte ja auch wirklich noch nicht so viel gegessen. "Meinetwegen bleib hier und iss noch was. Kannst dir auch was mitnehmen. Dann treffen wir uns einfach morgen in aller Frische." Sie warf ihm durch ihre Brille einen Blick zu. "Falls du es wagst alleine hier zu bleiben, falls Kanno reinkommt, versteht sich..." Sollte das eine Drohung werden? Vielleicht? Fand sie den Gedanken toll, einen neuen Freund in ihrer Küche zu lassen? Nicht besonders. Ihr würde unter normalen Umständen auch nicht einfallen, ihn alleine zu lassen. Aber besondere Situationen erforderten besondere Maßnahmen - und das war definitiv so eine! Cinnamon stemmte sich schließlich am Tisch hoch und ging zu Joe, um ihm ermutigend auf die Schulter zu klopfen. "Dir scheints ja wieder gut zu gehen. Oder zumindest nicht schlechter als mir. Also. Gute Nacht." Gute Nacht - noch bevor die Mittagssonne am Himmel stand. Besondere Situationen!! Cinnamon schnappte sich ihren Speer, dessen magische Stumpfheit sich langsam abnutzte (finally eh! Nicht, dass ihr das je aufgefallen wäre...) und widerstand dem Versuch, sich auf ihrer Waffe abzustützen wie eine alte Frau auf ihrem Gehstock. Diese Blöße wollte sie sich vor Joe dann doch nicht geben. Ciau ciau.

  • Joe / geht
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    "Gute Nacht!" Und mit diesem Worten ließ sie den leicht betröppelten Joe in der Küche sitzen. Hm. Er mochte die kleine, die eigentlich nicht sein Typ war, aber ihre Art und Weise hatte es ihm echt angetan. Er beobachtete sie wie sie sich schweren Schrittes von Dannen machte. "Schlaf gut ...", murmelte er, auch wenn er sich nicht sicher war, ob sie es überhaupt noch gehört hatte.
    Sein Blick schweifte wieder über den gedeckten Tisch. Sie hatte ihm vorgeschlagen, noch etwas zu essen, beziehungsweise sich noch etwas zu essen mitzunehmen. Sein Blick fiel auf das Brot, dem Käse und dem Pöckelfleisch. Urgh. Sein Magen protestierte. Bei aller Liebe, Cinnamon, nein danke. Er bekam keinen einzigen Bissen mehr herunter, vor allem, wenn er noch heil zu Hause ankommen wollte ... ohne zu kotzen, versteht sich. Er setzte sich also langsam in Bewegung und räumte mit letzter Kraft die Lebensmittel weg und das Geschirr zusammen, sodass Cinnamon am nächsten Morgen nicht allzu viel Arbeit hatte. Das war seine Art ihr seine Dankbarkeit für diesen netten Morgen zu zeigen ... Dann verließ er selbstverständlich im "Schneckentempo" das Runenarchiv in Richtung der Kaserne.

  • [Cinnamon] geht am nächsten Morgen



    Tatsächlich hatte Cinnamon nochmal einige Stunden geschlafen, nachdem sie sich in ihr Bett gelegt hatte. Kein Wunder! Die harte Nacht auf den Boden und all die Aufregung dazu und ihr Kater hatten sie echt erledigt. Auch nach dem zweiten Mal aufwachen, blieb sie ganz einfach im Bett liegen. Nahm sich mal wieder Zeit etwas zu lesen - sie lebte immerhin im verdammten Runenarchiv, da sollte man schon auchmal Nutzen daraus ziehen. Und das tat sie nur selten. Candy kam einmal vorbei, um ihr etwas zu Essen zu bringen - die Gute! - und mir nichts dir nichts war es wieder Nachts.


    Am nächsten Morgen - oder besser gesagt: späten Vormittag - stand Cinnamon deutlich erfrischter auf und genehmigte sich erst einmal eine dringend nötige Wäsche. Sie hatte ihr Versprechen an Joe allerdings nicht vergessen. Auch wenn sie sich plötzlich ein klein wenig nervös fühlte. Der Kerl war bestimmt viel besser im Kampf als sie! Hatte sie sich also mal wieder zu weit aus dem Fenster gelehnt? Was soll's, dachte sie, wählte dann eine Hose statt einem Rock und griff nach ihrem Speer, der langsam alle Stumpfheit verloren hatte. (und sie hatte es nichtmal gesehen!! Aber nach einem Jahr darf sich ein Zauber auch schonmal abnutzen, oder?). Darüber hinaus band sie die Haare mit einem Tuch zurückk, damit sie ihr nachher nicht im Weg umgingen. Dann machte sie sich - mehr oder minder motiviert - auf den Weg zur Kaserne.