Die Pluvia-Insel [Monsterareal]


  • Die beiden Frauen nickten sich zu, als der Plan beschlossen war. Während Odette damit anfing Steine in die Höhle zu werfen und gespannt lauschte, ob sich etwas regte, murmelte Dolce eine Fomel oder etwas dergleichen vor sich hin. Anscheinend machte sie sich zum Kampf bereit, aber so genau wusste die Lilahaarige das nicht, denn sie verstand kein Wort von dem was ihre Gefährtin da vor sich hin murmelte. Als Dolce' Geflüster verstummte blickte sich Odette um und erkannte neben ihr eine düstere Gestalt. Kurz zuckte die Köchin zusammen, war dann gelähmt beim Anblick der sich ihr hier bot. Ein Sensenmann. Ihr letztes Stündlein hatte geschlagen! Eindeutig. Oder vielleicht doch nicht? Im Gegensatz zu der jungen Köchin schien Dolce ganz gelassen. Hatte sie diesen... dieses Wesen beschworen? Was war Dolce? Eine einfache Alchemistin, oder eine Hexe? Die Lilahaarige vermochte es zwar nicht zu sagen, aber anscheinend waren die beiden immer noch Verbündete im Kampf um die Höhle und somit war es keine weitere Diskussion wert, wie die Rosahaarige das gemacht hatte oder woher sie solche Fähigkeiten hatte. Jetzt mussten sie erst mal überleben. Trotz allem verfolgte Odette die Bewegungen des Sensenmannes mit höchster Aufmerksamkeit. Wer wusste schon, ob seine Meisterin ihn wirklich voll unter Kontrolle hatte und allein sein Anblick in dieser Situation gruselte sie. Der tosende Sturm, die Blitze, die ab und an etwas von der Insel erhellten, vor ihnen die dunkle Höhle und neben ihr die Gestalt, die aus dem Nichts aufgetaucht war. Dennoch warf Odette mutig den nächsten Stein in die Höhle und mit dem dumpfen Aufprall in der Dunkelheit ertönte ein lauter Warnruf. "Ein Ork.", stellte Odette fest und schluckte. War er ihnen feindlich gesinnt? Kurz überlegte die Lilahaarige was sie über die Kreaturen gelesen hatte. Sie verstanden die Sprache der Menschen, verletzten sie aber hin und wieder. War das Absicht? "Vielleicht... vielleicht müssen wir ja gar nicht kämpfen?", mutmaßte die Köchin und schluckte. Vielleicht wollte sie es sich aber auch nur nicht eingestehen, dass es keine andere Möglichkeit gab. "Warte einen Moment bevor du angreifst.", sagte sie dennoch und sah zwischen Dolce und ihrem Sensenmann hin und her, weil sie sich unsicher war, wen von beiden sie darum bitten musste. Mutig ging die Lilahaarige ein paar Schritte in die dunkle Höhle hinein. Ungeschützt und ohne eine Ahnung davon zu haben was sie dazu trieb etwas so dummes zu tun. "Hallo? Wir brauchen Hilfe!", rief sie in der Hoffnung, dass das Wesen das den Warnruf ausgestoßen hatte tatsächlich ein gutmütiger Ork war und kein menschenfressendes Panthertier.


  • Im Augenwinkel vernahm die Elfe Odette Reaktion hinsichtlich des unchristlichen Wesens, welches sich auf Grund der Magie, welche der Rosahaarigen inne wohnte, zu ihnen gesellt hatte. Er war erschreckend und furchteinflössend aber nicht etwa für das Elfenmädchen. Sie hatte sich an seinen Anblick gewöhnt und empfand ihn vielmehr als eindrucksvoll. Furchteinflössend an ihm war nur das was er mit ihren Feinden machte oder mit ihr. Ein kurzer Schauer durchfuhr den zierlichen Körper des Mädchens aber sie blieb nach Außen hin gefasst. Dolce blieb keine Zeit mehr über dieses Wesen länger nachzudenken und so konzentrierte sie sich stattdessen auf das Monster, welches aus der Höhle trat. Blitzschnell war die Rosahaarige in Kampfposition gegangen obwohl ihr Körper entkräftet und schwach war, sich nach Ruhe sehnte. Ihre Hand, welche den Zauberstab im Griff hatte, spannte sich an. Jeder Muskel ihres Körpers spannte sich an und Dolce war kurz davor dem Sensenmann den Befehl zum Angriff zu geben. Odette hatte das Wort ergriffen und so verharrte die Elfe in ihrer Bewegung, starrte stattdessen ihre Mitstreiterin irritiert an. War das Mädchen verrückt geworden? Wenn sie zu lange zögerten würde dieses Untier sie den Erdboden gleichmachen und bei Gott die Elfe wäre lieber im Meer ertrunken als unter diesen Qualen zu sterben. Mutig oder dumm genug wagte sich die Köchin in die Höhle vor. Dolce zuckte bei diesem Anblick zusammen. Als Odette auch noch in die Höhle rief, konnte die Rosahaarige nicht länger in ihrer Position verharren. Blitzschnell sprang sie aus ihrer Deckung hervor und positionierte sich schützend vor ihrer scheinbar lebensmüden Begleiterin. "Wenn du dir das Leben nehmen willst gibt es weniger schmerzhafte Varianten...." Eine Regung war im Gesicht des Mädchens zu sehen. War es Sorge? War es Wut? Vielleicht beides. Ein Hauch von Schuld schwang ebenso mit. Dolce hatte das Gefühl, dass sie Odette schuldig war sie wieder sicher zurück in die Stadt zu bringen. Die Elfe hatte keine Ahnung wie sie dies schaffen sollte aber noch hatte sie ihre Hoffnung noch nicht aufgegeben. Die Situation schien aussichtslos - naja nicht wirklich aussichtslos sondern mit Aussicht darauf das Abendessen einer Orkfamilie zu werden. "Das wird nicht funktionieren..." flüsterte die Rosahaarige dem naiven Mädchen zu und starrte wie gebannt in die Höhle. Laute trottende Schritte näherten sich ihnen, gefolgt von einem Schleifgeräusch. Eine Waffe? Er hatte eine Waffe bei sich. Natürlich hatte er das. Warum sollte sich dieses Untier unbewaffnet seinen Feinden entgegenstellen? So dumm war noch nicht einmal ein Ork auch wenn diese Spezies keineswegs für ihre Intelligenz bekannt war. Das Gebrüll des Wesens klang nicht bedrohlich aber im Gegensatz zu Odette deutete Dolce dies als Faulheit anstatt als Gutmütigkeit. Wie viel Erfahrung hatte Odette mit Monstern? Vermutlich nicht sehr viel beschloss die rosahaarige Elfe, auf Grund ihrer Reaktion. Dolce kniff ihre Augen fest zusammen um in der Dunkelheit der Höhle besser sehen zu können. Diese Untiere waren zwar nicht für Überraschungsangriffe bekannt aber je eher sie die hässliche Fratze des Untiers sehen konnte, desto eher konnte sie den Sensenmann darauf hetzen...

  • Das Oberhaupt der kleinen Familie machte sich auf den Weg zum Höhlenausgang. Diese Wesen waren dumm genug gewesen trotz seines Warnrufes weiter in seine Höhle vorzudringen, das spürte er. Ein Grunzen entfuhr ihm, da er deswegen unnötigen Aufwand hatte. Normalerweise hatte er nichts gegen eine kleine Jagd einzuwenden, allerdings nicht, wenn er gerade aus dem Schlaf geweckt wurde. Entsprechend ungehalten war der Ork, als er zwei junge Menschenmädchen vor sich erblickte. Beinahe entfuhr ihm ein Lachen - das war nun wirklich keine Herausforderung! Das unheimliche Geisterwesen das die Frauen begleitete beäugte er kurz, schenkte dem Sensenmann jedoch kein besonderes Interesse, da es nicht aus Fleisch und Blut war. Da der Orkvater noch sehr schwerfällig war, versuchte er es mit einer zweiten Warnung - die letzte, die er noch geben würde. Ein lautes Brüllen war vernehmen, verhallte in den Höhlen bis hinaus über die Lichtung, Speichel tropfte ihm aus dem Mund. "Verschwindet. Menschen hier nicht erwünscht. VERSCHWINDET!" Bedrohlich hob er seine Waffe, um seine Aussage zu verdeutlichen. Es lag an den Eindringlingen, ob er sie benutzen würde oder nicht.


  • Ohne jegliche Vorwarnung sprang Dolce doch aus ihrem Versteck und stellte sich zusammen mit ihrem beschworenen Sensenmann schützend vor ihr. Die Lilahaarige zuckte kurz vor Schreck zusammen, nur um dann von ihrer Begleiterin für ihre naive Tat zurecht gewiesen zu werden. Schuldbewusst sah die junge Köchin zu Boden. Dolce hatte recht. Das was sie hier tat war reiner Selbstmord, oder? Warum sollte der Ork, wenn es einer war und es war einer, ihnen schon Gehör schenken? Er würde sie in wenigen Sekunden einfach unter seinen Fäusten begraben und ihr Leben wäre vorbei. Zitternd versuchte Odette die Tränen zurück zu halten, doch sie war nicht stark genug. "Es tut mir leid.", brachte sie schließlich schuldbewusst hervor. Dolce hatte absolut recht, oder nicht? Als dann der Ork vor ihnen auftauchte und ein lautes Lachen von ihnen gab, stoppten die Tränen der Lilahaarigen. Die Bestie war noch größer als sie gedacht hatte und sie schien die beiden jungen Damen, wahrscheinlich zurecht, nicht ernst zu nehmen. Das Wesen stieß einen zweiten Warnruf aus und befahl den Menschen zu verschwinden, Dolce hatte sich bereits dazu entschlossen dennoch anzugreifen, aber die Stimme des Orks hatte etwas in Odette ausgelöst. Er konnte ihre Sprache sprechen! Er konnte es! Sie hatte sich nicht getäuscht. Zittrig ging das Mädchen ein paar Schritte nach vorne, platzierte sich neben dem Sensenmann, der sie wie dessen Gebieterin mit einem bösartigen Blick anstarrten. "Wenn du unsere Sprache sprichst, dann solltest du verstehen was ich dir zu sagen habe!", rief die Köchin aus und hoffte, dass der Ork einen Moment mit seiner Waffe innehalten würde. "Es spielt keine Rolle ob du uns zerquetschst, oder wir zurück nach draußen in den Sturm gehen: Wir werden so oder so sterben." Die Worte die ihr über die Lippen kamen machten sie wütend. Immer war es allen egal was mit Fremden passierte. Immer tötet man, bevor man überhaupt darüber nachdachte, warum der Gegenüber so handelte. Keiner hatte sich darum geschert, was aus den 3 Schwestern geworden war, nachdem ihre Eltern nicht mehr für sie sorgen konnten. Lily war ja alt genug, um für die anderen zu sorgen. Odette hatte ja von ihrer Mutter gelernt zu kochen. Violet war ja schon immer so ein liebes, stilles Mädchen gewesen. Die drei würden sicher schnell vergessen was ihnen passiert war. Sie waren ja schließlich zu dritt. Und jetzt war da dieser Ork, der sie entweder zurück in den Tod schickte indem er sie vertrieb, oder sie mit seiner Waffe erschlagen würde. So oder so: Er wollte über IHR Leben entscheiden? Nur über ihre Leiche. "Jetzt hörst du mir mal zu du gigantischer Matschhaufen! Du wirst deine Höhle jetzt verdammt nochmal mit uns teilen, bis wir nicht mehr durchweicht sind und der Sturm sich gelegt hat, verstanden?! Ich werde bestimmt nicht deinetwegen sterben!", rief sie wütend und die Tränen drangen ihr aus den Augen über ihre Wangen, während sie sich dem Ork genähert hatte und ihm vorwurfsvoll mit dem Finger gegen die Brust zu pieken.


  • Das Untier grunzte und Dolce verzog bei dem Gehörten keine Miene , verharrte lediglich in ihrer Position und war auf einen Angriff gefasst. Die dumpfen Schritte des Monsters hallten in der Höhle und die Elfe hatte das Gefühl, dass bereits im nächsten Augenblick die Höhle auf Grund der Erschütterung über ihren Köpfen einstürzen würde. Einige kleine Steinchen bröckelten bereits von der Decke und das Elfenmädchen schenkte ihnen einen unbeeindruckten Blick, ehe sie schließlich ihre Aufmerksamkeit dem Ork schenkte, welcher sich schließlich zeigte. Kurz huschte der Blick der Rosahaarigen zu seinem Fuß. Unweigerlich musste Dolce an den Grund denken, weshalb sie überhaupt erst hierher gekommen waren - ein Orknagel. Blitzschnell war jedoch wieder das Gesamtbild ins Auge gefasst. Ihr Kopf dröhnte und das Grunzen sowie das Gebrüll des Monsters trugen ebenfalls dazu bei. Die Elfe runzelte die Stirn und gab ein kaum hörbares Murren von sich, unterdrückte jedoch das Verlangen sich an die Stirn zu fassen. Wie ein Höhlenmensch fuchtelte der Ork mit seiner Waffe herum, während ihm Speichel aus dem Mundwinkel lief. Mit zittriger Stimme äußerte Odette eine Entschuldigung. Scheinbar war ihr nun erst bewusst geworden in welcher Situation sie sich befand und das Orks keineswegs ein freundliches und weltoffenes Völkchen waren. Sie waren nicht die lieben Nachbarn von nebenan, mit denen man sich ab und an auf ein Tässchen Tee traf. Orks blieben gerne unter sich und duldeten keine Eindringlinge- Das Untier würde sein Zuhause wohl mit seinem Leben verteidigen.
    Odette schloss zu der Elfe und dem Wesen an ihrer Seite auf. Für den Hauch einer Sekunde warf die Rosahaarige ihr einen irritierten Blick zu, fixierte anschließend aber wieder ihren Feind. Das Mädchen war eindeutig lebensmüde und sehnte sich nach dem sicheren Tod soviel war sicher. War es überhaupt notwendig einen solchen Menschen zu verteidigen, wenn sie sich doch selbst in diese Gefahr stürzte? Sie wäre wohl nicht in dieser Situation, wenn Dolce nicht gewesen wäre und so war der Entschluss der Elfe wieder gefestigt.Sie würde Odette hier raus bringen, komme was wolle - sie würde niemanden etwas schuldig bleiben.
    Schließlich näherte sich Odette dem Ork immer weiter und kam schließlich knapp vor ihm zu stehen. Dolce festigte den Griff um ihren Zauberstab und hatte das Gefühl, dass sie ihre Waffe bald entzwei zerbrechen würde, wenn sie so weitermachen würde. "Odette..."Keine Worte mochten verdeutlichen, welche Gefühle gerade im Körper des Elfenmädchens tobten. Wut und Sorge stritten sich um den ersten Platz. Die ELfe machte einen Satz nach vorne und verharrte in ihrer Position. Keine Sekunde lang lies sie den Ork aus den Augen, während sie dem Sensenmann dazu befehligte hinterm dem Ork zu manifestieren. Die Gestalt verneigte sich und erschien hinterm dem Monster wieder. "Krümm ihr ein Haar und du bist Geschichte..."  Dolces Worte, vermittelt von dem Sensenmann, drangen an das Ohr des Kolosses. Die Sense der Höllengestalt ruhte an seiner Kehle und die Elfe funkelte ihn warnend an.

  • Statt zu flüchten, wie es ratsam gewesen wäre, fingen die Winzlinge an zu ihm zu sprechen. Der Ork verstand ein paar Brocken der menschlichen Sprache, doch was dieses Fräulein da von sich gab war ihm zu viel. Hatte er ihnen nicht klar zu verstehen gegeben zu verschwinden?! Ein wütendes Brüllen war zu hören, als der Orkvater zum Schlag ausholen wollte, doch er war erneut zu langsam, zu schwerfällig. Das andere Weibsbild beschwor ein geisterhaftes Wesen, welches ihm die Klinge an den Hals hielt. Hatte er diese Winzlinge etwa doch unterschätzt?! Undenkbar! Er war ein Ork, sie sollten ihn fürchten! Gleichzeitig durfte er ihnen unter keinen Umständen gestatten diese Höhle, sein zu Hause, einzunehmen! Sein Weib und sein Sohn warteten auf ihn, er musste sie beschützen vor diesen Eindringlingen. Der Ork war kein Stratege, noch konnte er nun einfach aufgeben! Eher noch starb er im Kampf, doch wenigstens würde er diese Menschenfrauen mit sich nehmen. Gerade als er trotz der lauernden Gefahr zum Hieb ausholen wollte, drang eine weitere Stimme in vertrauter Sprache an sein Ohr. Sein Sohn war den Fängen seiner Mutter offenbar entwichen und sah nun mit ängstlichem Blick zwischen den Menschenfrauen und seinen Vater hin und her. Der Orkvater knurrte leise, wollte seinem Sohn zu verstehen geben zu verschwinden, doch dieser rührte sich nicht. Ebenso verbat es ihm seine Ehre vor den Augen seines Sohnes ins Gras zu beißen. Sein Sohn fragte ihn mit ängstlicher Stimme, wer diese Fremden denn seien, doch er schüttelte nur den Kopf und blickte grimmig zu den Menschenfrauen. "Muss Familie beschützen.", bekannte er finster zu den Eindringlingen, "Was wollt ihr, damit ihr verschwinden!"


  • Jackpot. Der kleine Ork, welcher ganz offensichtlich der Sohn oder die Tochter des Monstrums war, so genau konnte man das bei Monstern nicht sagen, rettete den beiden Damen gerade unbeabsichtigt das Leben. War der ganze Angriff, die Kampfeslust und alles was dazu gehörte in Dolces Fall doch viel mehr Theater als Wirklichkeit. Mit ihrer Kopfverletzung war sie nur halb so stark wenn überhaupt. Sie konnte teilweise noch nicht einmal klar denken aber die rosahaarige Elfe gab sich große Mühe diese Schwäche vor dem Ungetüm zu verstecken. Bisher war es dem wortkargen Mädchen sehr gut gelungen aber sie wusste nicht wie lange sie diese Farce noch aufrecht erhalten konnte. Auf Dolces Lippen stahl sich ein wissendes und zugleich bösartiges Grinsen. Sie funkelte den Ork an und ein Blickkontakt reichte, dass er verstand. Wenn er sich auch nur einen Milimeter in die falsche Richtung bewegen würde, würde das Elfenmädchen dem Sensenmann ein Zeichen geben und der kleine Ork wäre Geschichte. Das Monster lies seine Waffe sinken, die Kampfeslust war aus seinem Gesicht entwichen. Stattdessen blitzte beinahe so etwas wie Sorge in dem Gesicht des Ungetüms auf. Sorge um seine Familie, um ihr Überleben.
    Etwa zeitgleich schien das Unwetter nachzulassen und die Sonne kam wieder zum Vorschein. Dolce vermied es jedoch weiter darauf zu reagieren. Dieses mysteriöse Unwetter war vorbei und es machte den Anschein als wäre die Ursache dafür ausgeschalten. Die beiden Mädchen konnten also ohne weiteres wieder nach Hause. Kein Unwetter hinderte sie mehr daran ein Boot zu bauen und damit über die nun ruhige See zu paddeln.Trotz der höllischen Kopfschmerzen und der furchtbaren Situation fiel dem Elfenmädchen wieder der eigentliche Grund für ihren Besuch auf der Pluvia Insel ein. Ein orkischer Zehennagel. Das war ihre Chance. So würde sie ohne einen Kampf an dieses Objekt kommen. Eine einmalige Chance. Bevor Odette Mitleid bekommen konnte und einfach ohne etwas von dannen zog ergriff die Elfe das Wort. Ihr Gesicht lies wie meistens keine Emotionen zu. Sie blickte dem Geschöpf in die Augen. Ihr Blick ließ keine Widerrede zu. "Ein Zehennagel." Der Ork schien irritiert. Die Forderung der Elfe schien ihn zu überraschen. "Ich brauche einen Zehennagel für einen Zaubertrank." Ohne die Antwort des Geschöpfes abzuwarten setzte der Sensenmann zum Angriff an und schnitt der Kreatur einen Teil seines Zehennagels ab. Die geisterhafte Gestalt händigte Dolce die benötigte letzte Zutat aus, woraufhin diese den Zehennagel in ihrer Tasche verschwinden lies. Ohne auch nur ein weiteres Wort wandte die Elfe dem Orkvater und seinem Sprössling den Rücken zu und verließ die Höhle. Als genug Abstand zwischen ihr und den Monstern war, wagte Dolce einen Blick in Richtung der Walinsel. Sie hatte wieder an Höhe gewonnen, kein gefährliches Grollen war mehr zu vernehmen und die Gewitterwolken waren wie weggeblasen. Die Vermutung der jungen Elfe war also richtig gewesen. Es hatte sich keineswegs um ein normales Gewitter gehandelt. Es war wohl magischer Natur gewesen. Ohne dem ein weiteres Wort hinzuzufügen, bahnte sich Dolce und Odette, welche soeben zu der Rosahaarigen aufgeschlossen hatte, ihren Weg zum Strand hindurch. Unterwegs hatten die beiden Mädchen Holz gesammelt, welche sie am Strand gewissenhaft zu einem Floß zusammengebunden hatte. Welch Glück das der Urwald genug an Materialien zur Verfüg gestellt hatte. Das Floß wirkte stabil. Es würde die beiden Mädchen wohl mit Leichtigkeit schaffen. Ein Unwetter würde es gewiss nicht überstehen aber das musste es glücklicherweise auch nicht. Mit vereinten Kräften schoben die Köchin und die Elfe ihr Meisterwerk ins Wasser. Zu ihrem Glück war es tatsächlich in der Lage zu schwimmen und schaffte es sogar die Beiden wohlbehalten an der Wasseroberfläche zu halten- Mit ihren selbstgemachten Paddeln bewegten sie sich vorwärts. Beide waren sie am Ende ihrer Kräfte aber die baldige Heimkehr motivierte die Mädchen.

  • 1907-leon-pngLeon, Seriza & Cinnamon | am Ufer


    Die Überfahrt auf die geheimnisvolle Insel dauerte doch länger als gedacht. Vielleicht war das ein Trick dieses Areals! Dass man schon auf den Weg dorthin umkehrte oder in den Wellen unterging. Weil man dachte das Ufer wäre näher aber es war doch ein ganzes Stück entfernt. Mit jedem Ruderschlag mehr wurde das Meer unruhiger, fast so, als wolle es eine Warnung aussprechen und dafür sorgen, dass die Abenteurer umkehrten. Aber pff, niemals. „Du hast nicht zufällig was zu essen in deinem Beutel?“, fragte das Halbwesen und lehnte sich etwas zu Cinnamon, versuchte dabei einen Blick vom Inneren ihrer Tasche zu erhaschen, konnte aber leider nicht davon sehen. „Wir hätten uns Proviant mitnehmen sollen oder hab nur ich Hunger? Obwohl ich eigentlich immer Hunger habe.. kennt sich jemand mit den wilden Beeren aus?“ Mit gehobenen Augenbrauen sah er in die Runde während er kräftig weiterruderte damit sie die Pluvia-Insel auch noch bei Tageslicht erreichten. Schon eine ziemlich riskante Idee dorthin zu reisen, wo es doch langsam dämmerte. Aber vielleicht war gerade das das Interessante und Spannende! Leon freute sich immer noch darüber dass Seriza der Idee zugestimmt hatte, sie war eben ein Halbwesen, die scheuten sich vor nichts. Wussten sie sich schließlich zu verteidigen und konnten im Notfall auch schneller wegrennen als Menschen. Blöd für Cinnamon aber natürlich würde er seine gute Freundin beschützen, was sonst! Der Jäger hüpfte von Bord als das kleine Boot den Strand erreichte und zog es weiter ans Ufer, sodass es nicht davon trieb und jegliche Fluchtmöglichkeit mit sich nahm. Mit den Händen an den Hüften ließ er seine helle Augen über die bunte Pflanzenvielfalt wandern. Wie vielen Monstern würden sie begegnen? Ob sie es darauf anlegen wollten? Leon ja schon ein bisschen. Schließlich wollte er Seriza ihre Monsterform entlocken, war doch auch sein gutes Recht oder? Sie waren beide Halbwesen und daher würde die Kleine das schon verstehen, auch wenn es immer ein komisches Gefühl hinterließ, wenn man von Monster redete. Immerhin war Leon ein ganz süßer hübscher Schakal und kein hässliches Monster, pfui. „Also, wer weiß, was ich hier essen darf und was nicht?“, fragte er seine Begleiterinnen nochmal als er einen Busch mit rot glänzenden Beeren entdeckt hatte.

  • [Seriza] ~ mit Leon & Cinnamon am Ufer

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    Nachdem der Entschluss gefasst war, dauerte es auch nicht mehr lange bis die drei in dem kleinen Holzboot saßen in welchem sie die Überfahrt verbringen sollten. Während Leon kräftig ruderte, sah sich Seriza interessiert das Wasser an, welches durch die Bewegungen hin und her getrieben wurde. Es sah wirklich faszinierend aus. Die Natur war ehrlich ein Wunder, schon so lange bestand sie und war den Lebewesen ein Heim. Da die Überfahrt tatsächlich eine Weile dauerte - der erste Blick täuschte wahrlich - konnte die Silberhaarige voll und ganz in ihren Gedanken versinken. Dabei ließ sie eine ihrer kleinen Hände in sicherer Entfernung zu den Rudern ins Wasser sinken. Es war nicht komplett klar und etwas von den Niederschlägen getrübt, dennoch schön kühl und hatte eine helle blaue Farbe. Durch Leons Stimme aus ihrer Trance gerissen, sah Seriza auf. Wilde Beeren? Zwar hatten ihr hin und wieder Reisende von ihnen erzählt aber wirklich viel wusste sie nicht. Ob sich die Drachendame überhaupt an alles erinnern konnte? Schließlich erzählten die Touristen in Selphia ziemlich viel, wenn der Tag lang war. Nun gut, nicht nur die Touristen. Auch die Anwohner hatten so ihre Momente der lockeren Zunge, ganz besonders der städtische Schmied. Er versuchte immer den Leuten seine seltsamen Geschäftsideen anzudrehen. Aber das war gar nicht von Bedeutung gerade. "Ich kenne ein paar wilde Beeren, aber ob es die auch auf der Insel gibt ist eine andere Frage." Antwortete Seriza schließlich. Nach einer kurzen Weile kamen sie dann auch am Ufer an. Die Silberhaarige hüpfte aus dem Boot und sah zu, wie Leon es weit genug ans Ufer zog, sodass es nicht weggetrieben werden konnte. Selbstverständlich begann Leon sofort wieder mit dem Essen. Irgendwie hatte Seriza das Gefühl, dass dies ein Thema war, über das der Schakal öfter sprach. "Lasst uns mal sehen.." Murmelte die Silberhaarige und folgte Leons Blick zu einem Busch, welcher rot glänzende Beeren preis gab. Auf diesen Busch ging sie zu und kniete sich davor. Seriza sah sich die Beeren genauer an, pflückte dann eine und ließ sie durch ihre Handkuhle kullern. Sie hob die Hand an ihr Gesicht und roch an der roten Beere. "Wisst ihr was das ist?" Fragte sie dann. "Richtig, ich habe keine Ahnung." Für Seriza waren diese Worte durchaus lustig, weswegen sie leise lachte. Ob ihre Begleiter es lustig fanden war jedoch eine ganz andere Frage. Sie drehte sich zu den beiden um, noch immer vor dem Busch kniend und zeigte ihnen die Beere.

  • [Cinnamon] mit Leon & Seriza



    Die Überfahrt behagte Cinnamon wenig, was daran lag das sie - und sie wollte es kaum zugeben - eine furchtbar schlechte Schwimmerin war. Daher angelte sie auch so selten von einem Boot aus. Wenn es kenterte, wäre sie der zappelnde Fisch im Wasser und würde wirken wie ein Fisch an Land. Sie atmete daher beruhigt aus, als das seltsame Grüppchen endlich Land anlegte. Schon auf dem ersten Blick erkannte sie, dass die Flora und Fauna ein wenig anders war, weniger vertraut - und dabei lag die Pluvia Insel nicht einmal so weit von Trampoli entfernt. Noch bevor Cinna sich genauer umsehen konnte, war Leon bei ihr um einen Blick in ihren Beutel zu werfen. Aber nichts da! Sie hatte tatsächlich etwas Essen eingepackt, aber das war eine Notration, weswegen sie ihm das verschwieg. Stattdessen fragte sie: "Wie kannst du schon wieder Hunger haben? Das hättest du dir überlegen müssen, bevor wir in das Boot geklettert sind." Wirklich böse klang der Rotschopf dabei jedoch nicht, dafür war sie zu interessiert an ihrer neuen Umgebung. Hatte die Abenteuerlust sie also schlussendlich doch gepackt? Sie folgte den beiden Halbwesen und studierte die Beeren, die sie gefunden hatten, ebenfalls. "Meine kleine Schwester wüsste das bestimmt.", überlegte sie. "Probier doch mal, dann wissen wir es. Finde, die sieht gut aus." Das fand Cinnamon tatsächlich, aber ihr Wissen war weniger auf Pflanzen, sondern eher auf die Dinge im Meer fokusiert. "Notfalls angle ich uns etwas!" Sie hatte zwar ihre Angel nicht mit, aber ein paar Köder. Eine Angel ließe sich sicher improvisieren. "Wollen wir am Meer entlang?", schlug sie vor. Das wäre ihr lieber, als direkt in den Dschungel hineinzuspazieren. Das Meer war ihr vertraut. Anderseits... der Gedanke über ihren Zauber Wurzelgeflecht ging ihr durch den Kopf. Sicher gab es nirgendswo ein größeres Geflecht an Wurzeln als mitten im Dschungel der Pluvia Insel. Wäre das also vielleicht eine Chance für sie...?

  • 1907-leon-pngLeon, Seriza & Cinnamon | am Ufer


    Cinnamon winkte sofort ab als der junge Kerl versuchte einen Blick ins Innere ihrer Tasche zu erhaschen, sicher hatte sie da jede Menge Essensvorräte drin, die sie niemals teilen würde. Zumindest nicht solange es Fische im Meer und Beeren an Sträuchern gab. Püh, Leon kräuselte seine Lippen und guckte ein bisschen beleidigt, folgte dann aber Seriza ohne ein weiteres Wort und wartete geduldig auf eine Antwort des kleinen Mädchens. Vielleicht war sie in diesen Dingen ja bewandert und kannte sich aus, vielleicht hatte sie mehr Bücher über die heimischen Kräuter und Pflanzen gelesen als er. Aber ihren Worten nach und dem folgenden Lachen war dem wohl nicht so und Leon stimmte in das leise Kichern ein. „Der Schein kann ja auch trügen.“ Leon richtete sich wieder auf, verschränkte seine Arme und während er seinen Kopf schräg legte, senkten sich seine flauschigen Ohren. „Sehr gute Idee, Cinnamon, am Ende stirbt noch einer weil die Beeren giftig sind!“ Das Halbwesen warf der rothaarigen Dame einen vielsagenden Blick zu, er ersetzte so gesehen das langsame, wirklich begeisterte Klatschen. „Wir sollten das dann doch lieber lassen, sterben wollte ich dann doch noch nicht.“ Langsam drehte er sich herum und als Cinnas Worte an seine Ohren drangen, guckte er begeistert in ihre Richtung. Frischer Fisch? Das klang ja super! Auch wenn er gerade das vor einigen Monaten mal über Bord geschmissen hatte als er gemeinsam mit ihr auf hoher See gewesen war.. oder hatte er das im Traum gemacht? Leon war sich gerade nicht sicher, sagte deshalb nichts über diesen Vorfall und guckte nur fröhlich drein. „Abgemacht, wenn mein Magen lauter knurren sollte und wir so Monster anlocken, holst du uns einfach einen Fisch aus dem Meer.“, entschied der Jäger und setzte sich in Bewegung, spürte wie der weiche Sand unter seinen Sandalen nach gab. „Es riecht hier so frisch.“, bemerkte der Langhaarige und sog die Luft in seine Nase. Kräuter, Beeren, der große Dschungel, der die Luft filterte. Es war wirklich herrlich. „Hast du Angst vor dem Wald, Cinnamon?“

  • [Seriza] ~ mit Leon & Cinnamon am Ufer

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    Die Silberhaarige sah dem kleinen Austausch der beiden nur belustigt zu. Leon hatte durchaus recht mit seiner Behauptung und so blieb Seriza nichts anderes übrig, als ihm auf ihre Art und Weise zuzustimmen. "Wir lassen dir gerne den Vortritt." Gleich darauf biss sich das Halbwesen aber auf die Zunge. Ein kleines Mädchen würde doch wohl kaum so reden, oder? Oder machte sich die Drachendame im Körper eines Menschen nur zu viele Sorgen um ihre Tarnung? Nun konnte sie nur hoffen, dass ihren beiden Begleitern nichts auffiel und sie das ganze unter den Teppich kehren könnte. Auf Cinnamons Worte hin, sprang Seriza jedoch enthusiastisch auf. "Fisch!" Darauf hatte sie nun wirklich Lust. Über Leons Antwort konnte die Silberhaarige nur leise kichern. Er war wirklich ein Spaßvogel und Seriza hoffte, dass sie Freunde werden könnten, obwohl sie für ihn ein kleines Mädchen war. Doch konnte man eine Freundschaft denn auf so einer Lüge aufbauen? Doch darüber wollte Seriza gar nicht nachdenken und so konzentrierte sie sich auf das Gespräch von Leon und Cinnamon. Am Meer entlang gehen? Ob Cinnamon Angst vor dem Wald hatte? Was für unnötige Fragen das doch für die Silberhaarige waren. "Ich weiß ja nicht, was du so für Sachen erlebt hast aber ich glaube im Wald finden wir keine Fische." So lief das Halbwesen etwas näher zum Ufer. "Na kommt schon, worauf wartet ihr denn?" Und sie lief ein Stück weit voraus am Wasser entlang, ehe sie sich zu den beiden umdrehte und sie erwartungsvoll ansah.

  • [Cinnamon] mit Leon & Seriza | am Ufer


    Cinnamon konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen, als Leon seinen Kommentar zum Beeren-probieren (oder auch nicht-probieren) abgab. "Es enttäuscht mich ja ein bisschen, das ihr Halbwesen keinen Instinkt dafür habt." Das wäre wirklich sehr praktisch gewesen. "Ich bin nur ein Mensch, kein Gespür liegt in unserer Natur.", legte sie mit einem Schulterzucken nach. Langsam entspannte sich der Rotschopf etwas, Monsterareal hin oder her, aber noch waren sie ja nichts Schlimmen begegnet. Leon's üblem Hunger einmal abgesehen. Hoffentlich freute sie sich da nicht zu früh! Seriza schlug sich auf die Seite des Schakals, aber Cinnamon winkte nur ab. Sie war ja nicht mit der Idee gekommen unbekannte Beeren zu essen. Und Hunger hatte sie auch noch nicht. "Die Kleine mag Fisch. Gefällt mir.", bemerkte Cinnamon. Während sie am Ufer entlang gingen, zweckentfremdete die Fischerin ihren Speer mehr als einen Gehstock. Nicht, das sie es nötig hätte, aber irgendwie hatte er auch was von einem Wanderstab. "Wir könnten alles über die Insel in Erfahrung bringen und dann Führungen anbieten. Was haltet ihr von der Idee?", sprach sie aus, was ihr dabei durch den Kopf geisterte. "Und ich hab keine Angst vor dem Wald.", fügte sie mit einer Schnute hinzu. "Wir drei sind immerhin im Wald aufeinander gestoßen, oder etwa nicht?" Cinnamon mochte Wälder durchaus. Nur der Gedanke an giftige Pflanzen, Fallen und Monstern bereitete ihr Unbehagen. Und allen voran: "Ich habe da nur mehr Angst, dass wir uns verlaufen. Stellt euch das mal vor. Dann stecken wir vielleicht auf ewig dort fest..." Und was dann? Müssten sie dann ihre eigene Zivilisation aufbauen, ein Vater-Mutter-Kind-Spiel? Cinnamon warf einen kurzen Seitenblick auf Leon und erschauderte. Bloß nicht!

  • 1907-leon-pngLeon, Seriza & Cinnamon | am Ufer


    Leon lief gemütlich neben seinen hübschen Begleiterinnen her, ließ seine hellen Augen über das weite Meer und das Festland wandern während er den Frauenstimmen natürlich überaus aufmerksam zuhörte. Was wäre er für ein Mann, wenn er nicht jede Sekunde seiner kostbaren Zeit den Damen schenkte und ihren Interessen sowie Gesprächen zuhörte? Richtig schrecklich wäre er dann. Beim Anblick der rothaarigen Frau, die ihre gefährliche Waffe plötzlich als Gehstock verwendete, musste das Halbwesen laut lachen. „Soll ich dir meine Hand reichen, alte Frau?“, fragte der langhaarige Kerl dann schmunzelnd während er Cinnamon seinen Arm entgegenstreckte und ihr kurz mit einer gekrümmten Haltung andeutete, was er damit meinte. Das er das nicht wirklich ernst meinte, sollte ja wohl klar sein. Schließlich war die Fischerin jung genug! Oder? Leon fand die Reaktion des kleinen Mädchens ja wirklich süß, wie sie sich über den Fisch freute als läge er schon frisch gebraten auf ihrem Teller. Doch das würde noch lange dauern, je nach Cinnamons Angelkunst. „Eine wirklich sehr gute Idee.“, gab der Wüstenbewohner nickend als Antwort, klang dabei überaus ironisch und das war auch seine Absicht. „Die gefährlichen Monster und Schlingpflanzen verschweigen wir einfach. Sind halt dann Zufälle und Ausnahmen, wenn uns mal ein Besucher wegstirbt. Finde ich gut!“ Leon hielt seine überlegende Haltung noch etwas ein ehe er schmunzelnd den Kopf schüttelte und seine Arme hinter seinem Kopf verschränkte. „Schon aber du willst den Wald hinter der Jägerhütte doch jetzt nicht mit diesem hier vergleichen. Wäre mir neu dass dort verrückte Monster herum laufen.. obwohl mich heutzutage auch nichts mehr wundert..“ Es kam in den letzten Jahren ja immer öfter vor dass sich wilde Kreaturen näher an die Stadt heran gewagt hatten. „Nein, nein. Wir verlaufen uns schon nicht. Du hast zwei Halbwesen an deiner Seite, mein Gespür ist das eines Tieres, ich finde jeden Weg zurück.“, versicherte er dem ängstlichen Häschen und klang dabei überaus überzeugend. „Ansonsten bleibt uns noch die Möglichkeit Spuren zu legen.. es hat nicht jemand zufällig Brot dabei? Habe mal gehört das soll eine gute Idee sein.. außer wenns gefressen wird.“

  • [Seriza] ~ mit Cinnamon & Leon am Ufer -> im Wald

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    Seriza sah die Rothaarige verwirrt an. "Warum sollten wir sowas spüren können? Wir sind doch keine Gärtner." Die Silberhaarige schlug einmal mit den Flügeln. Dann lief sie weiter am Ufer entlang, während sie die Erwachsenen sprechen ließ. Leon hatte wirklich immer eine passende Antwort parat, die Seriza zum Lachen brachte. "Das klingt fantastisch." Stimmte sie lachend zu. Die Drachendame blickte auf das Wasser und betrachtete für einen Moment ihr Spiegelbild. Sie berührte ihr kurzes, silbernes Haar und begutachtete die Bewegung in der Spiegelung des Wassers. Sie sah so anders aus, so jung, so klein, so unschuldig. Für eine kurze Weile blendete das Halbwesen alles um sie herum aus und sah einfach ihr Spiegelbild an. Langsam drangen die Stimmen von Leon und Cinnamon dann doch wieder an ihre Ohren und sie drehte sich zu den beiden. "Wenn es nötig werden sollte, kann ich auch hoch fliegen und schauen, wo wir lang müssen." Schlug sie dann vor und trat auf die beiden zu. Langsam wurde die Silberhaarige wirklich ungeduldig und lief voraus. "Na kommt schon!" Und schon verschwand sie zwischen den Pflanzen und aus dem Sichtfeld der beiden Erwachsenen. Sie hielt sich dabei bedeckt, damit die zwei sie nicht sofort wieder finden würden. Jetzt musste sie nur noch hoffen, dass kein Monster um die Ecke kam.

  • [Cinnamon] mit Seriza & Leon



    "Wäre nicht schlecht gewesen, wenn einer von euch Gärtner wäre.", meinte Cinnamon an Seriza gewandt, wenn der Einwand der Kleinen dennoch gerechtfertigt war. War ja auch nur ein Gedanke gewesen! Als Leon ihr stattdessen den Arm anbot, sah sie ihn mit einem breiten Grinsen an. "Du kannst mich stattdessen Huckepack tragen.", schlug sie vor und fand die Idee ganz fantastisch. Aber war klar, dass er abwinkte - großer, starker Mann, von wegen! "Und ich finde keine Lücken in diesem Plan." Warum kam er ihr nur mit so viel Logik in ihrer Tourismusidee? Naja, immerhin hatten es die beiden durch ihre Aussagen für einen Moment geschafft, sie von ihrer Angst - die sie natürlich nicht zugeben würde - abzulenken. Der Effekt verpuffte jedoch, als Leon klugerweise betonte, dass man diesen Dschungel nicht mit dem freundlichen Wald bei Trampoli vergleichen konnte. Durfte man sich nicht einmal der Illusion hingeben? Diesmal verkniff sie sich daher einen Kommentar. Das lag daran, dass ihr gerade die grauenvollen Monster, die hier leben mochten, bildhaft durch den Kopf gingen. All die Horrorgeschichten, die man ihr als Kind erzählt hatte, grob ihr Unterbewusstsein gerade wieder auf. (Na danke auch dafür, liebes Unterbewusstsein). Sie konnte da nicht ganz so vertrauensselig mit umgehen, wie ihre beiden Begleiter. Ob es daran lag, dass sie ein Mensch und die beiden Halbwesen waren? Halb...monster? Oder war sie wirklich einfach nur ein Hasenfuß? Cinnamon unterdrückte ein Seufzen, damit sie Leon keinen Grund zu einem blöden Kommentar geben konnte, obwohl er vielleicht ihr Schweigen bemerkt hatte. oder auch nicht. So viel redete sie sonst ja auch nicht, oder? ODER? Dennoch beruhigte es den Rotschopf zumindest ein wenig, zwei fähige Begleiter zu haben, auch wenn es im ersten Moment nicht so aussah. Ein Schakal und eine Taube waren sicher nützlich - ganz im Gegensatz zu ihr. Aber hey, sie konnte dafür durch Angeln an Essen kommen und trug so ihren Beitrag zur Gruppe bei! "Das Brot verschwenden wir nicht zum Spurenlegen, wenn wir deine Schakalnase haben.", bemerkte Cinnamon störrisch und brach damit ihre kurze Schweigepause. Dann sah sie auf. "Warte... siehst du Seriza noch?", erkundigte sie sich mit einem Hauch von Erschrecken in der Stimme. Doch vor ihr sah sie nur grün, grün, grün: Der Dschungel von der Pluvia-Insel, der direkt vor ihnen lag. Sie würden sich wohl wirklich hineinbegeben, oder?