• [Cecilia] & Dylas auf der Wiese


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    Desto länger die beiden miteinander redeten, desto aufmerksamer vertiefte sich die junge Elfe in das Gespräch der beiden. Wenn sie Dylas so genau ansah, merkte sie erst, dass er von Natur aus einen sehr starren Ausdruck haben musste. Auch sein Gesicht wirkte sehr rau, besonders die große Narbe, welche seiner Wange entlang lief ließ jedoch seinen sehr starren Ausdruck erklären. Cecilia hielt nichts von Vorurteilen und demnach wollte sie sich keine weiteren Gedanken darüber machen, woher die Narben ihres Gegenübers stammten und wie sein Blick auf andere wirken musste. Bisher hatte er ihr nur mit Freundlichkeit geantwortet und es wäre nur fair, ihm ebenso freundlich gegenüber zu treten. "Das ist wirklich nichts besonderes. Ich bin ein Hausmädchen, das Kochen für Andere bin ich also gewohnt und es bereitet mir Spaß, wenn ich Anderen ein Lächeln auf die Lippen zaubern kann." Aus greifbarer Nähe hob sie nun den letzen Pilz auf und legte diesen vorsichtig in ihren Korb. Der bloße Anblick reichte, um zu wissen, dass noch einige Stücke fehlten, aber das war halb so wild, immerhin hatte sie für den Verlust einen netten Gesprächspartner gewonnen! Auf den Kommentar ihres Gegenübers nickte Cecilia nur zustimmend, während sich das Lächeln auf ihren etwas etwas in die Breite zog. "Finde ich auch. Egal was in der Welt passiert, Trampoli konnte allen Katastrophen gut stand halten und egal welcher Rasse man zugehört und was man durch machen musste, findet man hier mit Sicherheit sein richtiges Zuhause." Es erfreute die Elfe sichtlich, dass Dylas scheinbar auch Gefallen an der Konversation gefunden hatte und die beiden immer mehr Worte miteinander austauschten und sich so auf der Ebene der Kommunikation kennenzulernen. "Wo ich eigentlich herkomme, weiß ich nicht genau. Irgendwo, wo es wohl nur Elfen geben muss.", gab der Rotschopf ehrlich zu, ohne dabei ihr Lächeln zu verlieren. Sie war glücklich genug, dass sie ihre Herkunft sehr neutral betrachten konnte. "Irgendwann wurde ich als kleines Kind angegriffen, weil ich eine Elfe war, glücklicherweise, hat Russel mich gefunden und später adoptiert. Seitdem lebe ich hier." Das sie all diese doch sehr privaten Dinge gerade einem eigentlich noch Fremden erzählte, war der Elfe egal, er wirkte sympathisch und vertrauenswürdig und auf seine Frage sollte er auch eine gerechte Antwort erhalten. "Das mag vielleicht etwas merkwürdig klingen, aber seitdem ich ein Kind bin, sammle ich gerne Steine, die besonders aussehen." Etwas verlegen kratzte sie sich am Hinterkopf und ihr vorher noch freundliches Lächeln wurde zu einem leicht beschämten Grinsen.

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    Sie erkläre Dylas auf seine Frage hin, dass sie nur ein Hausmädchen sein und sie deshalb kochen muss, was ihr aber auch Spaß bereitet, weil sie gerne andere Menschen lächeln sieht. "Dann hast du ja eine gute Arbeit gefunden", antwortete Dylas. Daraufhin dachte sich Dylas, dass sie wohl in dem Gespräch mit ihm nicht wirklich glücklich werden würde, da er nicht so der Menschen ist, das viel lacht. Aber immerhin seine Gegenüber schien sich zu erfreuen, da sie immer mehr lächelte. Egal, was die Rothaarige sagt, immer lächelte sie, was für Dylas schon etwas komisch war, denn man kann ja nicht immer glücklich sein. "Ja ich finde auch, dass man egal was man ist in Trampoli schon ganz gut leben kann." meinte Dylas noch. Dann erzählte sie ihm von ihrer Herkunft, dabei wunderte sich Dylas noch mehr, dass sie weiter lächelte, denn es war nicht gerade die schönste Geschichte. Deshalb sagte Dylas: "Das hört sich aber nicht so gut an." Direkt daraufhin, aber aufmunternd: "Und trotzdem hast du hier jetzt ein schönes leben gefunden." Also die Elfe Dylas dann erzählt, dass sie seid dem sie ein Kind war Steine sammelte, fragte er sich was sie damit dann macht. "Was machst du denn nachher mit den Steinen? Legst du die einfach irgendwo hin oder was passiert den?" fragte er dann direkt heraus.

  • [Cecilia] & Dylas auf der Wiese


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    Cecilia merkte wohl, dass ihr Gegenüber nicht sonderlich viel über sich selber preisgeben wollte. Ob er wohl etwas zu verbergen hatte? Schnell schlug sich die Elfe diesen Gedanken wieder aus dem Kopf. Eigentlich sollte es keine große Rolle spielen, was ihr erzählt wurde und was nicht, schließlich war das Wichtige am Ende, dass sie einander stetig respektierten. Schließlich hatte jeder sein Päkchen mit sich herumzuschleppen. "Ich hoffe, ich wirke nicht zu aufdringlich, aber darf ich dich fragen, als was du arbeitest?" Neugierig legte sie bei ihrer Frage etwas den Kopf schief. Mit ehrlichem Interesse an ihrem Gesprächspartner - immerhin war es doch so lange her, dass die neue Leute getroffen hatte -, hörte sie seinen doch sehr knappen Worten zu und versuchte, ihn noch zu einem etwas längerem Gespräch zu motivieren. "Es ist schön zu hören, dass du hier einen Ort gefunden hast, an dem du dich wohl fühlen kannst. Es war nicht immer so friedlich hier, aber die Zeiten scheinen sich endlich zum Besseren zu wenden!" Cecilia war froh, diese Worte endlich laut aussprechen zu können, besonders nach all dem Leid, was alle Bewohner erleben mussten. Weiterhin schien ihr Gesprächspartner ihr aufmerksam zuzuhören, denn er kommentierte ihre Geschichte frei heraus, was die Hausmagd darin bestätigte, dass sie Dylas nicht zu langweilig wurde. "Weniger schöne Zeiten gehören eben zum Leben dazu, am Ende wird unsere Haut nur härter und wir können in Zukunft selbst härtere Zeiten durchstehen." Der Rotschopf war fest davon überzeugt, dass alles in ihrem Leben aus einem Grund heraus geschah und sie sah sich verantwortlich und Trübsal zu blasen und zu nörgeln, wie schwer man es doch hatte, brachte einen keinen Schritt weiter. "Richtig! Ich hoffe, dass es jedem Zuwanderer ebenso wie mir in Trampoli ergehen wird." Kurz pausierte sie, blickte nochmal auf die Pilze während sie überlegte, ob sie es nochmal wagen konnte, eine weiter Frage zu stellen. "Darf ich dich fragen, wo du herkommst und wieso du dich für Trampoli als neue Heimat entschieden hast. Wenn du es mir nicht sagen möchtest, ist es auch in Ordnung." Die Elfe fragte nur sehr vorsichtig, da sie Angst hatte, zu aufdringlich zu wirken. Glücklicherweise wandelte sich ihr Gesprächsthema schnell zu etwas - für die Elfe - höchst interessantem. Steine! "Ich bringe sie mit nachhause und die ganz besonderen Steine, kriegen einen Platz in meiner Vitrine." Bei dem bloßen Gedanken an all die Schätze, welche Cecilia über die Jahre gesammelt hatte, funkelten ihre Augen, wie bei einem Kind, das sich leicht und schnell für alles mögliche begeistern ließ.

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    Während des Gespräches zwischen einem doch eher abwesenden Dylas und dem Rotschopf, schien es dem Halbwesen so, als ob seine Gegenüber immer mehr über ihn wissen wollte. So fragte sie auch, als was er arbeitete. Dabei wusste Dylas selber nicht was er arbeitet, somit antwortete er: "Ich arbeitet eigentlich gar nicht, ich mache mal dies und mal jenes. " Die Elfe wollte wohl wirklich mit Dylas reden, denn sie sagte immer mehr, worauf sie von Dylas öfters nur eine Nicken zurück bekam. Als sie nun die Frage stellte, warum Dylas nach Trampoli gekommen war, konnte er nicht einfach nur nicken. Er wollte ihr aber auch nicht seine ganze Geschichte erzählen, also meine er nur sehr kurz angebunden: "Es gibt halt Gründe, warum man weggehen sollte." Mehr bekam die Elfe nicht zu hören, auch wenn sie weiter nachfragen würde. Dylas wechselt daraufhin gekannt das Thema, wobei er direkt ein Thema erwischte, was der Anderen zu gefallen schien. Deswegen fragte er weiter: "Hast du dir extra für die Steine die Vitrine gekauft? Und gehst du auch mal nur los, um Steine zu suchen?" Mit diesen Fragen dachte Dylas, dass das Thema seiner Geschichte wohl abgeschlossen sein sollte. Dann setzte er sich in das Graß der Wiese und wartet auf ihre Antworten. Der Rotschopf stand auch nur noch so rum, wobei sich Dylas fragte, ob sie die Suppe nur aus Pilzen machen wollte. Er fragte direkt: "Brauchst du vielleicht noch andere Sachen als die Pilze? Ich würde wenn es auf meine Weg liegt auch mitkommen."

  • [Cecilia] & Dylas auf der Wiese


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    Die Elfe war sich noch nicht ganz im Klaren darüber, ob Dylas wirklich nur 'Gelegenheitsberufe' ausübte oder ob die Frage einfach zu privat war und das seine Art war, ihren Fragen aus dem Weg zu gehen, aber Cecilia stimmte sich glücklich genug über die Tatsache, dass er bisher überhaupt so viel mit ihr redete. "Klingt zumindest so, als würde dir nie langweilig werden." Ihre Mundwinkel zogen sich zu einem breiten Grinsen nach oben und sie folgte einfach ihrer optimistischen Natur, ohne weiter nachzuhaken, immerhin hatte sie nicht vor, zu einer aufdringlichen Bekannt gegenüber Dylas geworden zu sein. Die knappen Antworten ihres Gegenübers schienen dennoch ihr Mundwerk nicht zu zügeln und so plapperte sie einfach nach vorne los, ohne wirklich darüber nachzudenken. "Ich verstehe dich gut. Immerhin musste ich auch irgendwann weg, aber ich bereue nichts! Trampoli hat seine guten und schlechten Zeiten aber im Großen und Ganzen, bin ich froh, hier mein Zuhause gefunden zu haben. So einen ruhigen Ort findet man nicht oft und dazu sind wir keine große Gemeinschaft, was das Zusammenleben enger gestaltet!" Ihre neue Bekanntschaft machte nicht unbedingt den Eindruck jemand zu sein, der sich gerne und oft mit anderen aufhielt und den engen Kontakt zu Anderen genießen würden, aber immerhin hatte er den Rotschopf bis jetzt ausgehalten und das sollte was heißen! Als sich das Thema wieder ihren geliebten Steinen zuwendete, musste die Elfe ein wenig schmunzeln. Selten hatte sich jemand so sehr für ihre Sammlung interessiert, wie Dylas. Natürlich wollte sie ihn nicht gleich mit allen Informationen, welche sie mühsam über viele Jahre gesammelt hatte, überfallen, daher hielt sie eine Sekunde inne, um sich zu sammeln, ehe sie ihm antwortete. "Genau. Während andere teures Porzellan Gesteck haben, habe ich wohl einfach meine Steine." Cecilia erfreute sich schon immer an den einfachen Sachen des Lebens. Als sich Dylas neben sie hinsetzte, nahm sie sich einfach die Freiheit und setzte sich neben ihn - nicht zu nah, um sich nicht aufzudrängen- , bevor sie sich zu ihm wand. "Eigentlich schon, aber ich finde es hier im Moment gerade so schön. Von der Sonne haben wir schon bald nichts mehr, da möchte ich die Wärme noch ein bisschen genießen, was sagst du?" Vorsichtig stellte sie ihren Korb mit den Pilzen neben sich und freute sich über die wenigen Sonnenstrahlen, die ihr aufs Gesicht schienen.

  • Cecilia und Dylas auf der Wiese3121-pasted-from-clipboard-png


    Währenddessen Dylas weiter mit Cecilia sprach, schaute er sich oftmals um und freute sich sehr über die Natur. Es möchte es einfach draußen zu sein. Und seine aktuelle Gegenüber war weitaus angenehmer als die davor, auch wenn diese sehr gerne redete. Sie redete immer hin, wenn er auch nur eine sehr kurze Antwort gab gefühlte stundenlang. Was Dylas gar nicht so schlimm fand, da er dann nicht reden musste. Dann erzählte der Rotschopf dem Halbwesen, warum sie nach Trampoli gekommen war und dass sie es hier schön fand, wobei Dylas unbewusst zustimmend nicken musste. Dann wendet sich das Gespräch der großen Leidenschaft seiner Gegenüber zu dem Steinen und sie erklärt Dylas weitaus kürzer als erwartet, dass sie einfach Steine sammelt, das Langhaarige sagte daraufhin sehr spontan: "So habe ich das noch nicht gesehen, aber das stimmt die meisten sammeln ja irgendwelche Sachen." Nachdem sich dann Cecilia zu ihm auf den Boden gesetzt hatte, sagte sie, dass sie die Sonne noch genießen wollte, bevor sie weitere Zutaten sammelt, was Dylas vollkommen verstand. "Ja, die letzten Sonnenstrahlen sind schon was schönes, aber ich finde auch, dass die Natur in der Nacht was tolles ist gerade mit den ganzen Lauten, die die Tiere von sich geben." Bevor das Halbwesen noch mehr ins Schwelgen gerat, stoppte er sich selber und fragte: "Du findest doch bestimmt auch, dass die Nacht auch ihre schönen Seiten hat." Mit dieser 'Frage' lies sich Dylas einfach nach hinten fallen und machte die Augen zu um noch mehr den Moment zu geniesen.

  • [Cinnamon] & Joe kommen an



    Bewaffnet mit einem Speer, einem Holzschwert und einem Beutel voller Proviant kamen die zwei Chaoten schließlich am Großen Baum an. Der Ort war einfach perfekt. Sie blieben innerhalb der Sicherheit von Trampolis Stadtmauern - und ehrlich, nach dem letzten Abstecher auf die Pluvia-Insel hatte Cinnamon erstmal genug von Monsterarealen. Zumindest, bis sie ein bisschen mehr trainiert hatte - und genau das hatten sie ja jetzt vor! Gleichzeitig gingen sie hier niemanden im Weg um und hier kamen auch nicht so häufig Leute vorbei, die sie bei ihrem Training erwischen konnten. Denn das würde bestimmt erstmal ein bisschen peinlich werden.

    "Also großer Krieger.", begann Cinnamon, als sie ankamen. "Wie sieht dein Plan aus?" Sollte er ruhig die Führung übernehmen, dann konnte er sein Ego ein bisschen polieren. Die junge Frau lehnte ihre Waffe erstmal an den Großen Baum und begann sich zu dehnen. Das wusste sie war definitiv keine blöde Idee. Zumindest um Muskelkater vorzubeugen. Da war es ihr auch egal, sollte Joe sie belächeln.

  • 3810-joe-rftod-pngJoe & Cinnamon

    Allen gut gemeinten Ratschlägen zu trotz, verputzte er allein auf dem Weg hierher zwei weitere Brötchen mit Käse. Und eine halbe geräucherte Wurst. Das Obst ließ er gekonnt links liegen. Er atmete tief ein und aus: Aahh, das hatte vielleicht gut getan! Seine Sachen stellte er neben Cinnamons Speer ab. Er reckte und streckte sich und zur Krönung rutschte ihm auch noch ein ausgelassener Gähner über die Lippen. Hm, vielleicht stimmte es ja doch? Zu viel Essen machte einen träge ... Aber das Training und die Bewegung an der frischen Luft würden seine müden Glieder schon wieder aktivieren. "Hm?" Großer Krieger? Oh ja, an diese Anrede könnte er sich gewöhnen! "Du machst das schon ganz gut", sagte er mit einem Lächeln. Süß, wie sie sich dehnte. Aber das dürfte nicht reichen! "Wir müssen uns richtig aufwärmen!", verkündete er jetzt super motiviert. Auf seine Worte, folgten sogleich Taten: "Auf der Stelle laufen! Hampelmann!", er ließ sich auf den Boden fallen, "Liegestütze! 1, 2, 3 und nochmal von vorne!" Er richtete sich wieder auf - urgh, was war das denn? Ein Stechen im Bauch! Lag das am Essen? Oder war das ... Seitenstechen ...? Nein, der super trainierte Joe hatte doch kein Seitenstechen! Es musste am Essen liegen!

  • [Cinnamon] & Joe



    Joe machte alles andere als einen professionellen Eindruck. Nicht, dass sie das wirklich erwartet hatte. Immerhin hatte Bade den Raufbold erstmal abgelehnt, nicht? Aber sein überheblicher Kommentar, ging ihr gegen den Strich. Sie behielt es jedoch für sich, sollte der Kerl sich nur in falsche Überlegenheit wiegen. Fest stand nur: Mit dem Training, was sie eine Zeit lang mit Forté absolviert hatte, hatte das hier nur wenig gemein. Schade, dass die Wächterin irgendwann zu sehr eingespannt gewesen war und Cinnamon hatte das Training dann auch nicht beibehalten. Aber darum waren sie ja hier! Als er den Ton angab, machte sie es ihm auch ohne Umschweife nach. Cinnamon war kräftiger als sie aussah, dem Angeln sei Dank. Das ewige Auswerfen und Kiloweise Fisch an Land ziehen hatte da schon sein Gutes. Allerdings wiegte Joe das vermutlich allein durch seine Veranlagung auf. Ganz schön unfair. Oder überschätzte sie ihn vielleicht? Das er sich selbst überschätzte, dem war sie sich auch so ziemlich sicher. Als Joe bereits ins Keuchen verfiel, ging Cinnamon in ein leichtes Jogging auf der Stelle über. "Na, machst du etwa schon schlapp?", zog sie ihn auf, während sie gerade warm wurde, "Du hättest dich nicht so mit Essen voll stopfen sollen!", meinte sie grinsend. Das war ja auch selten dämlich gewesen. Tja, sein Pech!

  • Joe & Cinnamon
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    "Urgh!", stöhnte er auf. Das Stechen wollte nicht vergehen. Verdammt, er legte seine Hand auf die schmerzende Seite, er hatte also doch ... Seitenstechen. Wie war das nochmal ...? Tief ein- und ausatmen? Er blieb stehen und konzentrierte sich mit geschlossenen Augen auf seine Atmung. Aber Cinnamon, die sein kurzes (aber hartes) Aufwärmungsprogramm erstaunlicherweise leichtfertig hinter sich gebracht hatte (alle Achtung!), störte natürlich seine Konzentration. "Hm?" Er öffnete ein Auge und schielte grimmig zu seiner angespornten Trainingspartnerin. "Nein, ich möchte mich bloß physisch wie psychisch aufs Training vorbereiten ...", knurrte er. Er wandte sich ab und atmete noch einmal tief ein und aus. Der stechende Schmerz an seiner Seite wurde allmählich immer weniger bis er letzten Endes vollstens verschwand. Er öffnete die Augen wieder und schaute grinsend zu seiner rothaarigen Begleitung. Mit einem Schulterzucken reagierte er auf ihren gehässigen Kommentar. Natürlich, hatte sie recht! Wie könnte es auch anders sein? Er hätte sich nicht so mit dem Brötchen vollstopfen sollen ... Aber es schmeckte einfach zu gut, außerdem hatte er einiges nachzuholen, schließlich hatte er fast einen ganzen Tag lang nichts gegessen! Er beäugte wieder seine Begleiterin, nutzte nochmals (hoffentlich unbemerkt) den kurzen Augenblick zur Ruhe. "Aber nicht schlecht! Ich muss dich loben!", grinste er. "Das waren korrekte Liegestütze! Hätte nicht gedacht, dass du so ... fit bist ..." Das hatte er wirklich nicht von ihr erwartet, dem zugeknöpften Bibliothekmäuschen, aber die bebrillte Cinnamon war - und das musste er langsam echt mal begreifen - immer wieder für eine Überraschung gut.


  • [Cinnamon] & Joe



    Es bereitete ihr einen Hauch von Genugtuung, dass sich Joe gerade abmühte. Er konnte seinen gequälten Gesichtsausdruck echt nur schwer verbergen. Dabei musste sie sich selbst schon ganz schön Mühe geben, um keine Miene zu ihrer Anstrengung zu verziehen. Das gelang ihr sonst eigentlich nicht, aber ihr Stolz verbot es ihr, so leicht Joe gegenüber einzuknicken. "Das Training hat schon angefangen mein Lieber.", meinte sie, konnte jedoch ein, nunja, angestrengtes Atmen nicht ganz vermeiden. Auf jeden Fall konnte sie nicht reden und gleichzeitig sich am Hampelmann abstrampeln oder gar im Liegestütz hantieren. Weswegen sie es Joe gleich getan hatte und nun am Boden lag - wie gewollt - während sie ihn angrinste. Dann stand sie jedoch fix wieder auf und zog ihren Pferdeschwanz wieder enger. "Danke.", meinte sie, obwohl sie nicht fand das ihr Kumpane in der Position war, ein solches auszusprechen. Aber konnte sie es nicht trotzdem einfach annehmen? "Tja, ich sage oft, dass die Leute das Angeln unterschätzen! Ich hätte aber von einem angehenden Krieger ein wenig mehr Kondition erwartet.", konnte sie sich die Stichelei nicht verkneifen. Cinnamon war im Grunde nicht so angriffslustig im Gegenteil. Aber da war etwas an Joe, ein wenig aufgeblasen, aber locker, dass sie quasi dazu anstiftete. Sie knabberte ein wenig an ihrer Unterlippe, als ihr das auffiel. Sowas aber auch. "Na komm.", meinte sie dann und griff sich ihren (wieder normalen) Speer, "Lass uns richtig üben!" Sie war motiviert, sie war es tatsächlich. Ja, dehnen und aufwärmen war wichtig, aber danach ging der Spaß ja erst richtig los!

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    Er verzog die Lippen zu einem schmalen Schlitz. Hm, die Cinnamon von gestern war nicht so provokant. Oder? Hatte er es nach dem gefühlt fünfzehnten Met nur nicht mehr bemerkt? Doch, doch, sie war viel schüchterner und zurückhaltender! Aber heute, wo sie den Hünen schon besser kannte, und sie ihn (wohlbemerkt) schon nackt gesehen hatte, konnte sie jetzt ihr wahres, gehässiges Gesicht zeigen! Er grinste, als sie sich neben ihn auf den Boden fallen ließ. Erstaunlicherweise nahm sie sein Kompliment einfach so an - ohne Widerworte. Er hob überrascht eine Augenbraue. "Angeln?" Er hatte sie nicht für die typische Anglerin gehalten oder ... hatte sie gestern so etwas ähnliches erwähnt? Hm? Der Hüne überlegte angestrengt. Nein, oder? Nur, dass sie Fisch mochte, was auch erklären würde, warum sie Fisch mochte ... "Schon gut!", winkte er ab. "Du wirst gleich sehen, wie viel Kondition ich wirklich habe!" Er lächelte und als Cinnamon aufstand und sie sich ihren Speer schnappte, richtete sich Joe ebenfalls auf. "Sehr gern! Möchtest du Kampfhaltungen durchgehen ...", er schnappte sich sein Übungsschwert und zeigte damit auf die Rothaarige, "... oder gleich richtig kämpfen ...?" Er meinte natürlich einen 'Übungskampf'. Sie konnte mit ihrem stumpfen Speer ohnehin nur wenig ausrichten ...

  • [Cinnamon] & Joe



    "Ja, ich angle gerne.", erklärte sie beiläufig, während sie sich in Position brachte. "Schon immer. Und irgendwie muss ich ja auch mein täglich Brot verdienen." Oder zumindest dadurch ein klein bisschen Unabhängigkeit erlangen. War zumindest ein Anfang, oder? Cinnamon sah interessiert zu Joe, der wieder prahlte. Aber vielleicht war ja was dran und er hatte sich bisher zurück gehalten? Auch... wenn sie das ehrlich bezweifelte. Joe machte ihr nicht den Eindruck ein Schauspieler zu sein. "Kennst du denn Kampfhaltungen?", hakte sie gezielt nach. War er nicht gestern völlig verzweifelt deswegen überhaupt ins Runenarchiv gekommen? Hatte sie ihm nicht Schriften gezeigt, in denen Kampfhaltungen, Übungen und Positionen abgebildet waren? Was sie allerdings nicht unterschätzen durfte war die Erfahrung, die der Hüne womöglich schon mit sich brachte. Die Praxis. War nicht von Kneipenschlägereien die Rede gewesen? Das hatte zwar nichts mit einem koordinierten, kultivierten Duell zu tun, aber ehrlich gesagt... das waren Gefechte gegen Monster genauso wenig. Und die stellten meist noch ein viel höheres Risiko dar, wie Cinnamon nur zu gut wusste. Vermutlich war Joe auch schmerzresistenter als sie selbst, auch wenn das ins Blaue hinein geraten war. "Wegen mir kann es also gleich losgehen.", meinte sie daher und es überkam sie so etwas wie eine freudige Erregung. Cinnamon drehte den Speer allerdings so, dass er mit dem stumpfen Ende nach oben zeigte. Immerhin wollte sie Joe nicht verletzten, nicht beabsichtigt und erst Recht nicht versehentlich.

  • Joe & Cinnamon
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    "Aha ...?" Mit erhobener Augenbraue musterte er das vermeintliche Bibliothekmäuschen. "Ich dachte, du arbeitest im Runenarchiv ..." Das lag doch nahe, schließlich wohnte sie ja da. Außerdem hatte sie ihm letztens bei seinem Anliegen einen guten Dienst erwiesen. Der kleine Krieger ... oder? Oder hatte er sich für die Schriftrolle entschieden? Er wusste es gar nicht mehr so genau! Hatte er überhaupt ein Buch mitgenommen? Wollte ihm Cinnamon nicht noch das Lesen beibringen ...? Oh Gott, so viele Fragen, so wenig Antworten und viel zu viele Erinnerungslücken ...
    Er betrachtete die Spitze seines Holzschwertes skeptisch. Hm? Ein Splitter? Überrascht über diesen Umstand, schließlich hatte er das selbst Schwert geschnitzt, entfernte er diesen Störfaktor mit Daumen und Zeigefinger gewissenhaft, ehe er sich wieder Cinnamon zu wandte. "Pfff ...", entwich es seinem Lungen. "Was denkst du eigentlich von mir, hm?" Herausfordernd blickte er sie an. Ein schelmisches Grinsen zierte seine Lippen. Gestern hatte sie ihn noch für "ganz in Ordnung" befunden, heute zweifelte er etwas an dieser Aussage ... "Ich wohne schließlich in der Kaserne, ich sehe so etwas jeden Tag." Er klemmte sich das Holzschwert unter seinem Arm, um Cinnamons Hände so akkurat wie möglich an die richtigen Stellen ihres Speers zu legen. Eine Hand in Höhe ihrer linken Hüfte, die andere in Höhe ihrer rechten Schulter, sodass sie die Waffe schräg vor dem Körper hielt. "So!", verkündete er zufrieden, nachdem er noch ihre Daumenstellung korrigiert hatte. Dann ließ er von ihr ab und stellte sich einige Meter vor ihr auf. "Dann machen wir jetzt eine Kombination aus beidem", erklärte er. Er hob das Schwert und zeigte mit der makelosen Spitze auf sie. "Wir fangen mit dem Blocken an! Du spannst jetzt jede Faser deines Körpers an und versuchst meine Angriffe abzublocken, verstanden?" Er lächelte und stellte sich in Position. "Okay? In drei, zwei ..." Und bei zwei rannte er schon los und schlug kurzerhand, ohne dass sie noch etwas erwidern konnte auf ihren Speer ein.

  • [Cinnamon] & Joe



    Cinnamon zuckte bei seiner Vermutung nur mit den Schultern. "Nee, da wohne ich nur. Du hast mich nur ausnahmsweise dort erwischt." Für andere mochte das Runenarchiv einen gewissen Zauber versprühen, aber wenn das der Ort war an dem man lebte, verlor das ein wenig seinen Glanz. Und von Zaubern war sie ja lange genug regelrecht davon gelaufen. Aber hey, alter Hut.

    So wie sie sich wohl allen Dingen zum Trotz im Runenarchiv zurecht fand, gab Joe an, ebenso etwas aufgeschnappt zu haben, wo er doch in der Kaserne wohnte. Das leuchtete der Anglerin ein. Sie durfte ihren neuen Freund nicht unterschätzen, auch wenn das Bild des betrunkenen und dann kranken Kerles diese Ansicht vielleicht etwas überlagerte. Das war ein Fehler.

    Also verkniff Cinnamon sich jegliche Kommentare, als Joe ihre Haltung korrigierte. Sie passte auf, um sich diese auch für die Zukunft einprägen zu können, als der angehende Krieger vor ihr einen Vorschlag machte - und ihn direkt in die Tat umsetzte.

    Cinnamon blinzelte für einen Moment lang irritiert, als der Hüne auf sie zuschoss. Ihr erster Instinkt war weg zu rennen, doch zu spät. Es war ein Glück, dass sie ihre Waffe schon passend positioniert hielt und ihn nur ein Stück hochreißen musste. Dennoch ging ihr der Schlag als ein Beben durch beide Arme. Die junge Frau fluchte, doch Joe ließ ihr keine Verweilpause, sondern setzte sofort nach. Ihre Hände umfassten das Stück Holz fest, beinahe krampfhaft, während sie langsam zurück gedrängt wurde. Ein bisschen stolz war sie ja schon darauf, sich überhaupt so lange zu halten und mühevoll seine Schläge parierte. Doch lange würde sie das nicht mitmachen, dafür kamen die Schläge von Joe zu stark. Fitness und Training hin oder her, an reiner, roher Kraft war er ihr schlichtweg überlegen.

    Also machte Cinnamon als nächstes einen großen Schritt nach hinten, damit sie nicht mehr blocken musste und ließ seinen Schlag ins Leere gehen. Ohne seine Reaktion abzuwarten, versuchte sie nun ihrerseits ihn auf seiner rechten Seite zu erwischen, ganz und gar auf das Ziel fixiert.

  • Joe & Cinnamon
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    Klack. Klack. Schlag auf Schlag. Ein dumpfer Laut. Holz schlug auf Holz. Immer und immer wieder. Oh, der Hüne kannte kein Erbarmen. Er schlug, ohne Pause, auf dem erhobenen Speer der armen Cinnamon ein. Klack. Klack. Mal von vorne, mal von der Seite, damit sie die Position ihrer Waffe ab und zu ändern musste. Er wollte es ihr schließlich nicht zu einfach machen. Aber, und das musste er zugeben, sie machte das richtig gut. Sie parierte jeden seiner Angriffe. Das beeindruckte ihn (ein wenig).
    Er hob sein Schwert und setzte so erneut zum Angriff an, als Cinnamon plötzlich einen großen Schritt nach hinten machte. "Uh?" Was zum-? Sein Schwert verfehlte sein Ziel um Längen. Und dann ging alles sehr schnell: aus dem Augenwinkel heraus konnte er ihren Gegenangriff kommen sehen. Er verlor das Gleichgewicht und stolperte im letzten Moment nach vorne, die scharfe Speerspitze verfehlte ihn um Haaresbreite. "Ruhig' Brauner!", rief er mit erhobenen Händen und ließ dabei das Holzschwert fallen. "Ich ergebe mich!" Ein breites Lächeln schmückte sein Gesicht. "Ich weiß, du willst mir was beweisen, aber du warst noch nicht dran ..." Schließlich sollte sie erstmals bloß seine Angriffe blocken, aber gut, Cinnamon war hochmotiviert. Er konnte es ihr nicht verübeln. "Nun gut", sagte er, nachdem er das Übungsschwert wieder aufgehoben hatte. "Ich merke, das Blocken langweilt dich", er hielt das Schwert mit beiden Händen schräg vor dem Körper, so wie Cinnamon es ebend mit den Speer getan hatte, "dann dreh'n wir den Spieß jetzt einmal um!" Er stellte sich in Schrittstellung. Breit für ihren Angriff.

  • [Cinnamon] & Joe



    "Brauner? Sag mal spinnt's du?", empörte sich Cinnamon kopfschüttelnd und drehte sich dann zu Joe um. Der... sein Schwert fallen gelassen hatte. War das nicht die erste Regel des Kampfes, nie seine Waffe zu verlieren? Oder sowas? Oder verwechselte sie das gerade mit einem Buchzitat? Kurz war sie mit den Gedanken woanders, ehe sie hörte, wie Joe fortfuhr. "Sagt der, der bei Zwei anfing loszurennen.", entgegnete sie mit einem Grinsen. Wenn er nicht nach den Regeln spielen musste, galt dasselbe ja wohl genauso gut für sie. Ebenso schnell war sie jedoch wieder bei der Sache. Cinnamon gab sich alle Mühe sich nichts anmerken zu lassen. Was gar nicht so einfach war, denn ihre Arme ächzten bereits vom Parieren. Darum hatte sie ja in erster Linie ja auch auf Ausweichen umgeschwenkt. Joe hatte sich da echt nicht zurück gehalten, aber sie fürchtete was die reine Kraft anbelangte - dass Joe das Parieren um einiges leichter Fallen würde. Aber vielleicht war er ja auch langsam und ungelenk wie ein Stein? Auf jeden Fall stand er gerade felsenfest - und entschlossen - vor ihr. "Also gut...", meinte sie, mehr um sich selbst zu ermutigen, statt zu ihm. Cinnamon umschloss ihre Waffe fest mit beiden Händen und preschte dann vor. Sie legte all ihre Kraft in den Anfang, damit er nicht sofort die Möglichkeit bekam, den Spieß erneut umzudrehen. Weiter, nicht nachlassen.