Die Innenstadt

  • [Noita komm mit dem Bus an]


    Sie hatte lange überlegt ob sie Majo vielleicht Unrecht tat. Wahrscheinlich tat sie das sogar. Es war nicht fair mitten in einer Diskussion einfach hinaus zu stürmen um einem Konflikt zu entgehen das wusste die Schwarzhaarige nur zu gut. Aber sie brauchte etwas frische Luft. Sie brauchte etwas Abstand um sich all das noch einmal in Ruhe durch den Kopf gehen zu lassen - die Begegnung mit ihrer Mutter - Alice' Entführung - diese Prüfung. All das war einfach zu viel für sie - für Jemanden der einfach jahrelang nichts mit dem Ganzen zu tun haben wollte und erst kürzlich den Entschluss gefasst hatte, dass es wohl vernünftiger wäre ihre Gefühle und die damit einhergehende Magie in den Griff zu bekommen. Noita fühlte sich nicht wohl bei dem Gedanken Majo zurückzulassen. Aber sie fühlte sich genauso wenig wohl mit ihr zu streiten, wenn man es denn so nennen konnte. Sie war ein harmoniebedürftiger Mensch - gerade wenn es um die Menschen ging, die ihr am Herzen lagen. Ihre Füße hatten sie zur Bushaltestelle getragen. Ein gutes Stück weg, welches die Schülerin mittlerweile zurückgelegt hatte. Es war ihr gar nicht aufgefallen wie weit sie gelaufen war. Aber so war das wohl wenn man in Gedanken versunken war. Ein Seufzen kam über die Lippen der Dunkelhaarigen als sie ihr Handy hervorholte und kurz überlegte dem blonden Lockenkopf zu schreiben damit sie sich keine Sorgen machte. Oder war es besser einfach erst einmal nichts zu sagen? War Majo wütend auf sie? Selbst nach all den Jahren fiel es der Schwarzhaarigen schwer das genau einzuschätzen. Vielleicht lag es daran, dass die beiden Mädchen so unterschiedlich waren. Dieser Unterschied machte es ihr oft unmöglich ihre Gedankengänge oder Handlungen nachzuvollziehen. Fast so als wären sie von unterschiedlichen Planeten. Als der nächste Bus in Richtung Riverport an der Haltestelle anhielt stieg Noita ein und setzte sich auf einen der freien Plätze. Sie hatte ihre Kopfhörer ausgepackt. Manchmal tat es gut all das um sich herum auszuschalten und sich der Musik hinzugeben. Natürlich hatte die Welt so viel zu bieten. Aber manchmal war es fast schon zu viel - fast überfordernd. Da tat es gut die Augen zu schließen und den Klängen zu lauschen, die aus den Kopfhörern dröhnten. Unterwegs erwischte sich das Mädchen dabei wie sie ein paar Mal ihr Handy checkte - vielleicht irgendwie auf eine Antwort von Sky wartete, der ihr vorhin geschrieben hatte. Die Antwort blieb nicht aus und auch wenn sie erst scherzhaft anbot ihm eine Stadtführung zu geben, wurde sie fast ein kleines bisschen nervös als er eben jene Einladung annahm. Als ob sie eine Ahnung hatte welche Plätze besonders sehenswert waren oder wo man sich so traf- Die Schülerin bereute ihr Angebot obwohl Sky ihr versuchte die Nervosität zu nehmen. Sie biss sich auf die Unterlippe. Sie als Landei machte eine Stadtführung? Oje. Beinahe hätte sie ihre Haltestelle verpasst, weil sie sich den Kopf darüber zerbrach eine gute Unterhaltung zu sein. Vielleicht unbegründet. Vielleicht auch nicht. Wahrscheinlich war der Dunkelhaarige ohnehin zu sehr Gentleman um ihr ins Gesicht zu sagen wenn sie ihn langweilte. Noita erhob sich von ihrem Platz und verließ den Bus durch die hintere Tür. Sie drehte ihren Kopf in alle Richtungen aber konnte Sky nirgends ausmachen. Wahrscheinlich war sie einfach zu früh da. Das Mädchen nahm auf einer Holzbank in der Nähe Platz und legte den Kopf in den Nacken. Sie beobachtete die vorbeiziehenden Wolken. Wirklich nur ein paar ihrer Art. Ansonsten war es ein schöner sonniger Tag. Es war schon etwas wärmer geworden aber für die Zeit eigentlich immer noch recht frisch, weshalb sich die Schülerin auch einen Pullover übergezogen hatte. Ein leichtes Lächeln huschte über ihre Lippen. Es war irgendwie schön der Musik zu lauschen während die Welt sich weiter drehte. Es fühlte sich an als wäre es der Soundtrack zum eigenen Leben.

  • Sky kommt an, trifft auf Noita


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    Sky bemerkte gar nicht, wie seine Füße ihn vom Wohnheim weg in Richtung Innenstadt trugen. Es war als hätte er seine letzten geistigen Ressourcen verbraucht um die Nachricht an Noita zu schreiben und bewegte sich dann automatisch. Vielleicht war es aber eben auch die Zeit, die er auf seinem Weg nun hatte, die ihm die Gelegenheit dazu gab zu realisieren, was gerade passiert war. Seine langjährige Beziehung mit Juliet. Kaputt. Aus. Wahrscheinlich sogar jegliche Freundschaft zwischen ihnen zerstört. Dem sonst so selbstbewussten Studenten wurde ein bisschen flau im Magen bei dieser Erkenntnis. Er war jetzt so lange mit der Blonden zusammen gewesen, dass er schon gar nicht mehr wusste, wann er das letzte Mal Single war. Doch eigentlich musste er ehrlich mit sich sein. So wie ihm vorhin wie aus Zauberhand die Wahrheit aus dem Mund geflogen kam. Mit all seinen Auslandsaufenthalten war die Beziehung über die Jahre doch verkümmert und existierte vielleicht noch als Status auf irgendeinem alten Facebook-Account. Aber romantische Gefühle gegenüber Juliet hatte er doch schon länger nicht mehr verspürt. Zumindest nicht so intensive, als dass sie ihre Beziehung hätten retten können. Dennoch war es Sky lieber gewesen, wenn er den Schlussstrich nicht jetzt schon hätte ziehen müssen. Auch wenn es selbstverständlich schon ander Zeit gewesen war. Aber er hatte gehofft, dass sie einfach aus ihrem Beziehungsstatus "hinausgleiten" konnten. Ohne, dass jemand wirklich die harten Fakten auf den Tisch legen musste und so womöglich den anderen mit seinen Wort verletzte. Aber das war nun eben doch passiert. Einfach weil er seinen Mund nicht halten konnte. Und es hatte ihn fast das Herz gebrochen, wie traurig Juliet ausgesehen hatte. Auch wenn er gleichzeitig ein wenig frustriert war. Sie hatte genauso Schuld am Untergang des Paares. Wieso also bildete sie sich ein, dass sie ihm nun ein schlechtes Gewissen machen durfte? Es war also vielleicht wirklich das Beste für alle Beteiligten gewesen, dass er nicht bei ihr im Wohnheim geblieben war. Womöglich wären sonst vielleicht noch weitere harsche Worte gefallen und das wollte wirklich niemand. Dennoch wollte Sky nicht allein sein und hatte vielleicht auch deswegen Noita geschrieben und sie gefragt, ob sie etwas gemeinsam unternehmen möchte. Es war natürlich nicht der allerbeste Move gleich nach einer Trennung sich mit einer anderen Frau zu zeigen, aber das war ihm jetzt scheißegal. Er brauchte Gesellschaft und bevorzugte die der Schwarzhaarigen. Er wollte eigentlich vor ihr bei der Bushaltestelle sein, doch schon aus der Ferne konnte er eine junge Frau auf einer Bank erkennen, die eindeutig sein Date für heute war. Er ging nicht sofort auf sie zu, sondern beobachtete sie noch ein wenig aus der Ferne. Sie hatte etwas sehr Süßes an. Einen netten Pullover und einen geblümten Rock. Wirklich sehr schick. Er ging näher auf sie zu und erkannte, dass sie Kopfhörer trug. Sie hatte so einen entspannten Gesichtsausdruck, dass er sie fast nicht stören wollte, doch er tat es trotzdem. Er ging in ihr Sichtfeld und winkte lässig mit der Hand. Geduldig wartete er dann, dass sie die Kopfhörer runtergab, bevor er sie begrüßte. "Hey, ich hoffe du musstest nicht zu lange auf mich warten." Nach einem kurzen Zögern fügte er dann noch hinzu:" Es ist wirklich schön, dich mal wieder zu sehen. Ich bin froh, dass wir das hier machen."


  • [An der Haltestelle] Sky & Noita 

    Wie lange saß sie nun schon hier auf dieser Bank und wartete? Sie hatte nicht auf die Uhr gesehen und im Grunde war es ihr auch egal. Es hatte nahezu etwas meditatives die Wolken zu beobachten und dabei der Musik zu lauschen, die durch die Kopfhörer an ihr Ohr drang. Die Sonne kitzelte auf ihrer hellen Haut als sie ihr Gesicht dem Himmel zuwandte. Noita genoss es irgendwie das es noch nicht zu heiß war aber man dennoch ein paar Sonnenstrahlen abbekam. Das Mädchen hätte diesen Moment wahrscheinlich noch mehr genossen wenn sie nicht unentwegt an das was passiert war denken müsste. An Sherry, die nach all den Jahren wieder hier war und ihr das Leben schwer machte. Jetzt wo sie sich endlich damit abgefunden hatte das es keine Mutterrolle in ihrem Leben gab und auch nie geben würde. Ausgerechnet jetzt. Das Mädchen zog die Augenbrauen zusammen. Eigentlich wollte sie ihr nicht so viel Macht geben. Eine Macht die sie allein gewann weil sie Teil ihrer Gedanken wurde - zwangsläufig. Ein Seufzen verließ die Lippen des Mädchens und gerade als sie diese Gedanken ganz bewusst beiseite schob legte sich ein Schatten auf ihr Gesicht woraufhin Noita die Augen öffnete. Sky. Ein Lächeln umspielte die Lippen der Schwarzhaarigen als sie sein vertrautes Gesicht entdeckte - die blauen Augen, die sie musterten. Es war schön ihn wieder zu sehen. Wirklich. Vielleicht sah sie ihn einen Moment zu lange an bevor sie Anstalten machte an ihren Kopfhörern zu ziehen um ihm gehör zu schenken. Aber unweigerlich hatte sich der Gedanke eingeschlichen wie passend der Zeitpunkt seiner Nachricht war, Durch ihn wurde sie ein wenig abgelenkt - kam vielleicht auf andere Gedanken und musste sich nicht mit dem ganzen Magiezeug und ihrem Hexendasein auseinandersetzen. "Hey..." erwiderte Noita die Begrüßung des Anderen und schüttelte gleich daraufhin den Kopf um sicherzustellen das er sich keine unnötigen Gedanken darum machen musste sie vielleicht warten gelassen zu haben. Die Schülerin steckte die Kopfhörer und ihr Handy in ihre Tasche und erhob sich folgend von der Bank auf der sie bis eben noch gesessen war. So stand sie nun direkt vor dem Anderen, der doch ein gutes Stück größer war als sie selbst weshalb sie ihren Kopf leicht neigte um ihn weiter ansehen zu können. "Ja ich freue mich auch!" Sie strahlte ihren Gegenüber an und freute sich dem Dunkelhaarigen zur Abwechslung einmal mit relativ guter Laune gegenüber zu stehen. Bisher waren ihre Treffen doch eher durchwachsen was ihnen aber natürlich nicht die Schönheit nahm. Sie hatte sie doch jedes Mal genossen auch wenn sie auf interessante Art und Weise zu Stande gekommen waren. Als Sky ihr versicherte, dass er froh war etwas zu unternehmen musterte die Schwarzhaarige den Größeren für einen Moment fragend. "Weil du es bisher nicht geschafft hast eine Runde durch die Stadt zu machen?" vermutete Noita deshalb und neigte den Kopf ein wenig zur Seite. Für einen Moment wirkte das Mädchen nachdenklich fast schon besorgt. "Ich weiß aber nicht ob ich mich als Stadtführerin eigne wenn ich doch eigentlich aus Sternbach komme..." gab die junge Hexe zu bedenken und schob die Last dieser ehrenvollen Aufgabe ein kleines bisschen von sich. Vielleicht nicht zuletzt um ihren Gegenüber nicht zu enttäuschen. Es war ja nichts Neues, dass Sky sehr viel von der Welt gesehen hatte und wahrscheinlich schwerer zufrieden zu stellen war als er es ihr in seiner letzten Nachricht versichert hatte. Wahrscheinlich waren seine Erwartungen doch um ein gutes Stück höher als ihre eigenen, oder? Sie gab sich Mühe diese Unsicherheit hinter einem Lächeln zu verbergen aber war sich dabei nicht wirklich sicher ob sie es so gut hinbekommen hatte. Aber letztendlich hatte er ihr geschrieben und nicht einfach irgendjemand Anderen. Also vielleicht ging es auch um ihre Gesellschaft? Ihr Lächeln wurde ehrlicher. Auch sie genoss seine Nähe irgendwie. "Hast du dich wieder an Riverport gewöhnt oder zieht es dich schon wieder in die Ferne...?" fragte Noita schließlich als sie gemeinsam Seite an Seite nebeneinander hergingen - noch unsicher wohin sie eigentlich gingen aber das war vielleicht doch eher zweitrangig...

  • Sky und Noita bei der Haltestelle


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    Das Leben war doch ein wenig seltsam. Gerade eben hatte Sky noch mit einer Trennung zu kämpfen, musste sich wahrscheinlich von einer Person verabschieden, die bis jetzt eigentlich eine sehr wichtige Rolle für ihn gespielt hatte. Stattdessen hatte er aber eine neue Person kennen gelernt. Jemand, der vielleicht diese Lücke schnell wieder auffüllen konnte. Damit war nicht gemeint, dass der Student von einer Beziehung in die nächste springen wollte. Nein, das war garantiert nicht seine Absicht. Vor allem hatte er die letzten Jahre nicht unbedingt mit seinen Qualitäten als Freund brilliert. Das wollte man wohl so schnell nicht wieder einer Frau antun. Er hatte dieses Treffen mit Noita also nicht aus dem Grund ausgemacht, weil er romantische Absichten hatte. Nun, zumindest keine konkreten. Nein, er wollte die Schwarzhaarige einfach sehen, weil er die letzten Treffen mit ihr genossen hatte. Sie sorgte dafür, dass er sich wohl fühlte. Und dieses Gefühl brauchte er gerade dringend. Er hatte sie eine Weile gemustert, bevor er sich zu erkennen gegeben hatte. Manche hielten das vielleicht für creepy, aber er war neugierig darauf wie sie war, wenn sie glaubte allein zu sein. Kurz ging ihm durch den Kopf, dass sie ein wenig besorgt wirkte. Oder war sie eher genervt? Hatte sie eigentlich keine Lust auf dieses Treffen? Die Unsicherheit schlich langsam durch seinen Körper, doch er vergaß sie gleich wieder, als sich Noita seiner Anwesenheit bewusst wurde und ihn anlächelte. Nein, dieses Lächeln wirkte nicht so als würde sie nicht hier sein wollen. Und irgendwie freute ihn diese Erkenntnis ungemein. Vielleicht gab er ihr genauso ein wohliges Gefühl wie sie ihm. Sein Grinsen wurde fast noch breiter als sie aufstand und ihm gegenüber stand. Ihre Freude war irgendwie ansteckend. Sky musste laut lachen, als Noita ihre Bedenken äußerte, ob sie als Stadtführerin geeignet war. Er wollte sie nicht auslachen, auf keinen Fall. Aber irgendwie wäre ihre Sorge wirklich niedlich. Vor allem, weil sie die Situation vollkommen falsch eingeschätzt hatte. "Ich will doch keine 08-15-Stadtführung von dir.", klärte er sie mit seinem typischen schiefen Grinsen auf. "Ich möchte die Stadt aus deinen Augen sehen. Deine Lieblingsplätze und so.", führte er es noch ein wenig aus. Er hoffte er konnte ihr mit dieser Erklärung ein wenig Druck nehmen. Oder baute mehr damit auf. Frauen waren bei solche Sachen manchmal echt schwer einzuschätzen. "Hmm..." Bei ihrer nächsten Frage musste er kurz ein wenig nachdenken. Er blickte kurz Richtung Himmel, als könnte er dort all die Länder sehen, die er noch bereisen wollte. "Irgendwann möchte ich schon wieder woanders hin..." Langsam wanderte sein Blick wieder zu Noita, blickte ernst in ihre roten Augen. "Aber im Moment ist Riverport glaub ich genau der Ort, wo ich gerade sein muss."

  • [Irgendwo in der Innenstadt] Sky & Noita 


    Das breite Grinsen auf den Lippen ihres Gegenübers war irgendwie ansteckend und für einen Moment lies es sie sogar ihre Sorgen vergessen. Sorgen im Bezug auf Sherry oder ihrem Dasein als Hexe. Aber auch vergleichsweise belanglose Sorgen wie: ob sie eine gute Stadtführerin war oder ob Sky am Ende des Tages es sogar bereute sich mit ihr getroffen zu haben. Als Außenstehender waren diese Sorgen wahrscheinlich nicht gleichzusetzen mit all den Problemen, die Sherrys Auftauchen mit sich gebracht hatte aber dennoch beschäftigten auch solche Gedanken die Schwarzhaarige. Es war auch nicht in Ordnung gewesen Majo einfach so stehen zu lassen aber war es von ihr in Ordnung einfach so hinter ihrem Rücken mit diesen doch recht einschüchternden Persönlichkeiten Kontakt aufzunehmen - ihr Wissen vorzuenthalten? So oder so rückten all diese belastenden Dinge in den Hintergrund oder aber Noita schob sie ganz bewusst in den Hintergrund um ihrem Gegenüber keine Sorgen zu bereiten. Nicht schon wieder. Es genügte das er sie damals nach diesem Fest so aufgelöst angetroffen hatte. Irgendwann war doch auch mal der Zeitpunkt gekommen an dem man schöne Erinnerungen miteinander sammelt, oder? Dennoch musste die Schülerin kurz schmunzeln als sie an ihre doch recht ungewöhnlichen Aufeinandertreffen dachte. Wer konnte schon von sich behaupten so eine Kennenlerngeschichte zu haben. Das Lachen, welches aus seiner Kehle drang als sie ihre Sorgen aussprach löste ein leichtes Kribbeln in ihrem Bauch aus. Eine Andere wäre vielleicht beleidigt gewesen weil er sich über ihre Bedenken lustig machte aber daran dachte die Schülerin gar nicht erst. Auch wenn Sky es ganz sicher genoss Noita ein kleines bisschen zu ärgern - gerade mit seiner direkten Art und Weise, war sie sich sicher, dass er kein Mensch war, der sie mit Absicht vorführte. Der Blick ihrer roten Augen wanderte über sein Gesicht als er mit den folgenden Worten versuchte den Druck von ihr zu nehmen. Ihre Augen weiteten sich ein wenig vor Überraschung bevor auch auf ihren Lippen ein kleines Lächeln erschien. "Dann hoffe ich du wirst nicht enttäuscht..." Das Lächeln auf ihren Lippen wurde etwas breiter und tatsächlich hatten seine Worte ein wenig den Druck von ihren Schultern genommen, den sie sich eigentlich nur selbst gemacht hatte. Aus Angst, sie könnte seinen Ansprüchen nicht gerecht werden. Vielleicht war diese Sorge irgendwo immer noch in ihr verankert aber fürs Erste schien sie wie weggeblasen. Seite an Seite spazierten sie durch die Innenstadt. Sky brachte eine angenehme Leichtigkeit in ihr Leben. Seine Anwesenheit tat ihr irgendwie gut - brachte sie auf andere Gedanken. Ihre Schultern berührten sich kurz als Noita einem entgegenkommenden, älteren Pärchen auswich bevor sie sich schließlich nach seinen weiteren Plänen erkundigte. Ihre Worte schienen ihn zum Grübeln zu bringen und doch war seine Antwort alles andere als unerwartet. Sky wirkte wie Jemand, den es immer wieder in die Ferne zog - der nicht genug davon bekommen konnte andere Länder und andere Sitten kennenzulernen. Ihre Blicke trafen sich für einen Augenblick. Plötzlich wirkte ihre Begleitung so ernst und es fiel dem Mädchen richtig schwer sich vom Blau seiner Augen loszureißen und doch wich sie schließlich seinem Blick aus, vielleicht auch um den leichten Rosaschimmer auf ihren Wangen zu verbergen, der sich darauf geschlichen hatte als sie seinem intensiven Blick begegnet war. "Das ist wahrscheinlich ziemlich egoistisch aber..." Sie machte eine kleine Pause in der sie vorsichtig in seine Richtung linste. "Ich bin froh das du gerade hier bist." Kannten sie sich überhaupt gut genug um solche Aussagen zu tätigen? Hmmh. So oder so war es unmöglich für die junge Hexe das für sich zu behalten. Sie wäre wirklich ein wenig traurig wenn Sky einfach so wieder verschwinden würde obwohl sie sich gerade erst kennengelernt hatten. "Aber mal sehen ob du das nach diesem Tag auch noch sagst!" kam es schließlich noch über ihre Lippen als sie ihn wieder durch ihre roten Augen anstrahlte und ein Lachen aus ihrer Kehle drang. Vielleicht hatte er danach auch schon wieder genug von dieser Stadt - von ihrem Blick auf Riverport. Es war nicht wenig los in der Innenstadt. Einer der Gründe warum sich Noita eigentlich eher selten hier aufhielt. Sie fühlte sich nicht unbedingt wohl in großen Menschenmengen. Ohne darüber nachzudenken packte sie Sky schließlich wie selbstverständlich am Oberarm und zerrte ihn in die nächste Seitengasse, ließ erst dann wieder von ihm ab als er ihr bereitwillig folgte. Sie zog ihre Hand wieder zurück und als er ihr einen irritierten Blick zuwarf schmunzelte das Mädchen verlegen. "Ich habe es durch Zufall einmal entdeckt..." erklärte Noita sich während sie durch die Seitengasse schlenderten. "Irgendwie ist es so gemütlich und... magisch..." Ihre Augen leuchteten als sie schließlich das kleine Cafe entdeckten, welches ihr erstes Ziel war. Es hatte viel mehr von einem gemütlichen Wohnzimmer als von einem Cafe im klassischen Sinne. Gefühlt hunderte Grünpflanzen waren in allen Ecken und Winkeln zu finden. Es gab eine kleine Bücherecke und auch ansonsten wirkten die Sitzgelegenheiten für die Gäste zusammengewürfelt aber doch stimmig weil sie in einem altmodischen aber keineswegs in die Jahre gekommenen gehalten waren. "Du musst den Kuchen probieren!" verkündete das Mädchen dem Anderen und geriet schon im nächsten Atemzug ins Schwärmen, hoffte vielleicht insgeheim das Sky sich hier ebenfalls wohlfühlen würde.

  • Sky und Noita unterwegs


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    Irgendwie war es schon seltsam, dass Sky im Moment am liebsten mit Noita Zeit verbrachte. Es war ja nicht so als würde es ihn im Grunde an Alternativen mangeln. Er hatte einen großen Freundeskreis und vor ein paar Jahren waren er und Alex noch durch dick und dünn gemeinsam gegangen. Und dennoch hatte er sich jetzt sicher schon eine gewisse Zeit lang nicht mehr bei seinem besten Freund gemeldet. Dabei war es nicht so, dass er keine Lust auf ihn hatte oder ihn nicht mehr sehen wollte. Nein, es gab nur eben gerade eine Person, die ihm gerade wichtiger war. Oder zumindest, die er unbedingt hatte wieder sehen wollen, mit ihr reden und lachen wollte. Und das war eben die schwarzhaarige junge Frau vor ihm. Er versuchte auch gar nicht mehr so viel darüber nachzudenken, warum er sich von ihr so angezogen fühlte. Er akzeptierte es einfach für den Moment und versuchte einfach jedes Treffen zu genießen. Bislang hatte es zwischen ihnen keinen Stress oder irgendein sinnloses Drama gewesen und er hoffte, dass sie heute wieder einen entspannten Tag gemeinsam verbrachten. Und dabei wollte er natürlich wieder mehr von ihr erfahren. So einfach war das. Ein klein bisschen durfte er sie ja schon kennen lernen und ist bis jetzt sehr angetan von ihr. Er wollte sie wegen ihren Sorgen nicht auslachen, aber das war zum Beispiel ein Charakterzug an ihr, den er wirklich sehr gerne hatte. Es gab so selten noch Leute, die sich wirklich so um die Bedürfnisse anderer sorgten. Er wusste aber auch, dass es hieß, dass man bei Noita aufpassen musste, dass sie ihr eigenen Wünsche nicht vergisst. Aber das war kein Problem für den Studenten. Ihm war es jetzt schon wichtig, dass es ihr gut ging und sie glücklich war. Deswegen war er auch froh, dass sie dieses Mal nicht so melancholisch war, wie er sie schon einmal angetroffen hatte. Auch bei ihren nächsten Worten hoffte er, dass sie sie nicht so ernst nahm, doch durch ihr Lächeln schien sie es wohl eher scherzhaft zu meinen. "Als könntest du mich enttäuschen.", erwiderte er also und zwinkerte dabei, damit Noita klar war, dass er die ganze Unterhaltung eher auf die leichte Schulter nahm. Es ging hier ja nicht um irgendeine hochoffizielle Stadtführung. Er wollte einfach nur Zeit mit ihr verbringen und dabei vielleicht auch Orte entdecken, die ihr eben wichtig sind. Er signalisierte ihr, dass er bereit war loszugehen und gemeinsam gingen sie dann durch die Innenstadt. Sie waren noch gar nicht weit gekommen, da hatte Noita schon die richtig tiefgehenden Fragen ausgegraben, die dafür sorgten, dass Sky über seine Antwort ein wenig länger nachdenken musste. Er hätte natürlich wieder eine halbernste Antwort geben können, aber irgendwie war es ihm wichtig dieses Mal komplett ehrlich zu sein. Ihr zu erzählen, was er sich wirklich dachte. Schließlich würde er sich dasselbe von der Rothaarigen wünschen. Er blickte ihr dabei direkt in die Augen und für einen Moment glaubte er sich in dem außergewöhnlichen Rot zu verlieren. Keine Ahnung was passiert wäre, wenn Noita diesen Kontakt nicht unterbrochen hätte. Sie fing an zu sprechen, machte dann aber eine Pause, die Sky ziemlich lange vorkam. Er war gespannt darauf, was sie sagen wollte. Über ihre Worte war er dann ziemlich glücklich. Er musste sich sogar zusammenreißen nicht wie ein Vollidiot zu grinsen. "Das ist schön.", wollte er sagen. Es wäre recht unverbindlich, aber vielleicht genug um ihr zu zeigen, dass er sich wirklich über ihre Aussage freute. Aber da kam ihm Noita dann auch schon wieder zuvor, indem sie noch etwas hinzufügte, was er mit einer hochgezogenen Augenbraue quittierte. "Ach ja Gehen wir etwa zu einem Comicbuchladen oder auf den Friedhof Welches Geheimnis offenbarst du mir denn?", neckte er sie ein wenig. Ihm war natürlich aufgefallen, dass in der Stadt ein paar Leute mehr unterwegs waren. Ihm störte das nicht, da er viel größere Menschenmassen von den Metropolen Europas gewohnt war. Aber Noita schien es nicht so zu gefallen und so spürte er einen Druck auf seinen Oberarm und er wurde in eine andere Richtung gezogen als er eigentlich gerade gehen wollte. Verwundert starrte er Noita an, die ihn in irgendeine Gasse gezogen hatte. Vielleicht war ihr Geheimnis ja, dass sie Serienkillerin ist, wer wusste das schon. "Oh, verstehe.", murmelte er und sah sich in der kleinen Gasse ein wenig um bevor sie vor einem Cafe standen. Er hätte hier nie so einen Ort vermutet. Es konnten sich nicht viele Leute hierher verirren. Es wirkte aber sehr gemütlich und vor allem vertraut. "Den Kuchen? Aber nur wenn du dir einen mit mir teilst.", sagte er lächelnd.

  • [Irgendwo in der Innenstadt] Sky & Noita 

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    Ihre Augen weiteten sich ein wenig als der Student ihr versicherte, dass sie ihn niemals enttäuschen könnte. Ein Spruch den man gerne einmal in den Mund nahm - einem schnell über die Lippen kam um seinem Gegenüber ein gutes Gefühl zu geben. Dennoch tat es gut diese Worte aus seinem Mund zu hören und sie zauberten im nächsten Moment auch schon ein Lächeln auf die Lippen der Schülerin - vielleicht sogar einen leichten Rosaschimmer auf ihre sonst sehr blassen Wangen. Wenn man bedachte, dass Sky bestimmt schon unglaublich viel von der Welt gesehen hatte und wahrscheinlich auch hohe Ansprüche hatte waren diese Worte gerade aus seinem Munde doch irgendwie besonders schmeichelnd, oder nicht? Vielleicht lag es aber auch daran, dass es ihr irgendwie wichtig war was er von ihr dachte und sie sich ins Zeug legen wollte um ihm eine schöne Zeit zu schaffen wo es ihn doch bereits wieder ins Ausland zog. Noita verstand diesen Wunsch nach mehr - den Wunsch die Welt zu sehen. Es war schon wieder viel zu lange her das Majo und sie einen kleinen magischen Ausflug gemacht hatten. Früher hatten sie das irgendwie öfter gemacht. Vielleicht war es damals leichter als heute. Sie waren noch jünger und dachten nicht an die Konsequenzen die folgen könnten. Sherry war für immer verschwunden und es war nie die Rede davon, dass Noita das Zaubern erlernen sollte damit ihre Cousine keinen Nachteil hatte. Ganz bewusst verscheuchte Noita diese Gedanken wieder - wollte im Hier und Jetzt sein und sich ein kleines bisschen von ihrer Auseinandersetzung mit einem gewissen blonden Lockenkopf ablenken. Nicht das der Student Mittel zum Zweck war! Seine Nachricht kam einfach genau zum richtigen Zeitpunkt. Fast so als hätte er es gespürt. Ein zartes Lächeln huschte bei diesem Gedankengang über ihre Lippen. "Deine Nachricht kam einfach genau im richtigen Moment, weißt du..." Sie fand seinen Blick als sie nebeneinander hergingen - durch die Innenstadt schlenderten - fast schon ziellos und doch genügte es irgendwie einfach die Gesellschaft des Anderen zu genießen. "Ich hatte Streit mit meiner Cousine und musste einfach ein wenig raus." erklärte das Mädchen mit den schwarzen Haaren ehrlich. Ob man es als Streit bezeichnen konnte wusste Noita nicht so Recht. Vielleicht war es eher eine Meinungsverschiedenheit. So oder so war sie ein relativ konfliktscheuer Mensch und brauchte danach immer etwas Abstand - Zeit für sich. Als sie den irritierten Blick des Anderen vernahm kam ein amüsierter Laut über die Lippen der jungen Hexe. Seine Vermutungen machten ein leises aber ehrliches Lachen daraus. "Du sagtest doch, dass du keine 08-15 Stadtführung willst. Jetzt darfst du dich nicht beschweren!" protestierte das Mädchen und schob ihre Unterlippe ein kleines bisschen vor bevor sich ihre Gesichtszüge wieder entspannten als sie Sky in seine blauen Augen sah. Das war ohnehin das Einzige im Moment was sie von der Menschenmasse in die sie mittlerweile unabsichtlich eingetaucht waren ablenkte. Aus diesem Grund war Noita fast schon froh als ihr eine bestimmte Seitengasse auffiel. Sie zögerte auch nicht lange und zerrte ihre Begleitung mit sich und somit auch aus der Menschenmenge. Sein verwirrter Blick amüsierte Noita ein kleines bisschen. Offensichtlich rechnete Sky mit dem Schlimmsten aber als die Schülerin sich erklärte - auf das Café zu sprechen kam schien er zu verstehen. Die Beiden nahmen im Gastgarten Platz und mit einem seeligen Lächeln auf den Lippen lies Noita den Blick über die zahlreichen Pflanzen wandern, die momentan wirklich alles zu geben schienen und dem Café noch einmal eine Spur mehr Charme verliehen. Als Sky verkündete sich den Kuchen teilen zu wollen schmunzelte das Mädchen. "Ob du das nicht bereuen wirst?" Die Besitzer des kleinen Cafés machten jeden Tag eine Hand voll unterschiedlicher Kuchen selbst und man schmeckte förmlich das sie mit Liebe gebacken waren. Wahrscheinlich war es reine Einbildung und es war einfach das Gesamtbild, welches für Noita einfach stimmte. Sie freute sich ihn hierher mitgenommen zu haben - hoffte das es Sky auch ein Stück weit so viel geben konnte wie ihr selbst. "Es ist irgendwie wie eine kleine Oase in der Stadt..." kommentierte das Mädchen den Blick des Studenten, welcher nun ebenfalls durch das Café wanderte und vielleicht die zahlreichen Details wahrnahm, die man entdecken konnte wenn man sich genauer umsah. Es dauerte nicht lange und die Tochter der Besitzerin kam an den Tisch und nahm die Bestellung der Beiden auf. Noita bestellte sich einen Chai Latte und außerdem zwei Stück Kuchen mit zwei kleinen Gabeln dazu um sie sich mit dem Anderen zu teilen. "Du musst einfach Beide probieren!" versicherte das Mädchen ihren Gegenüber mit strahlenden Augen. "Oder hast du Angst um deine Figur?" Noita hatte eine Augenbraue gehoben und lies ihren Blick über den Anderen wandern bevor ein Grinsen sich auf ihre Lippen stahl. "Also? Was hast du seit deiner Ankunft hier so gemacht?" fragend sah sie Sky an und stützte ihren Kopf auf ihrer Hand ab. Es war bestimmt seltsam nach so langer Zeit zurückzukommen - alte Freunde wieder zu sehen und an jenen Zeitpunkt anzuknüpfen als man all das hinter sich gelassen hatte.

  • Sky und Noita unterwegs


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    Es war wirklich seltsam, aber Sky freute sich jedes Mal unheimlich darüber, wenn er es geschafft hatte Noita zum Lächeln zu bringen. Sei es, weil er offenbar die richtigen Worte gefunden hatte oder weil er irgendetwas gesagt oder getan hatte, dass sie lustig fand. Egal, was für eine Art von Lächeln es war, er hatte sie alle gern. Und fühlte sich gleichzeitig wie ein Vollidiot, weil er so versessen darauf war jemanden glücklich zu machen, den er im Grunde gar nicht einmal so gut kannte. Vielleicht würde sich das aber auch mit dem heutigen Tag ändern. Er glaubte zwar nicht, dass sie innerhalb eines Treffens ihre tiefsten Geheimnisse miteinander austauschten, aber man würde wohl doch das eine oder andere wieder über die Person erfahren mit der man unterwegs war. Dabei konnte es natürlich auch passieren, dass man nicht so schöne Sachen erfuhr. Vorlieben oder Abneigungen von Noita, die ihn vielleicht dann doch ein kleines bisschen abturnten. Aber im Moment blieb er bei der Behauptung, dass er so schnell nicht von ihr enttäuscht werden konnte. Selbst dann nicht, sollte sie nur diese seichten Teenieromanzen schauen. Oder Thor und Loki nur als Marvelhelden identifizieren. Wobei nein, so eine Person war sie nicht. Sie mochte vielleicht noch nicht so viel von der Erde gesehen haben wie er, aber deswegen war sie noch lange nicht weltfremd. In ihren Augen lag auch immer eine gewisse Reife. Was er auch an ihr schätzte war ihre Ehrlichkeit. Sie schien keine Probleme damit zu haben das zu sagen, was ihr gerade so durch den Kopf schwirrte. Was wirklich eine erfrischende Abwechslung war zu all den fake Personen, die seine Generation sonst so hervorgebracht hatte. "Streit mit deiner Cousine..." Man konnte es sicher in seinem Gesicht ablesen, wie wenig er von Noita's blonder Verwandtschaft hielt. Das hatte sich auch nicht geändert obwohl man sich jetzt eine Zeit lang nicht mehr gesehen hatte. Vielleicht konnte Sky auch ein wenig nachtragend sein. Diese Furie hatte es aber auch nicht anders verdient. Sie hatte mit allen Mitteln versucht sich unbeliebt bei ihm zu machen. Aber der Student wusste auch, dass Noita eigentlich eine gute Beziehung zu Majo hatte und deswegen wahrscheinlich von diesem Streit mitgenommen war. Deswegen versuchte er seine negativen Gefühle beiseite zu schieben und setzte stattdessen eine mitfühlende Miene auf. "Ich hoffe, es war nichts allzu Ernstes?" Er wusste ja nicht wie oft es zwischen den beiden Frauen vorkamen, dass sie miteinander stritten.

    Nach diesem Thema ging es aber auch darum, wo sie eigentlich hingehen wollten. Etwas, wo Sky selbstverständlich vollstes Vertrauen in Noita hatte, aber er musste sie dennoch ein wenig aufziehen. Und vielleicht erfuhr er so schon einmal die Richtung in die es ging. Doch da hatte er Noita falsch eingeschätzt, denn die ließ sich nicht auf einen kleinen Teaser ein, weswegen er spielerisch die Hände über den Kopf warf und dabei theatralisch seufzte. "Ich und meine große Klappe immer. Aber gut, ich bin schon ruhig." Damit sah er wieder auf seine Begleitung und ertappte sich wieder einmal dabei, wie er sich fast in ihren Augen verlor. Diese waren aber auch viel zu groß, verdammt noch einmal! Es war als konnte man da fast alles ablesen...Es war also ganz gut, dass sie abrupt den Weg verließen auf dem sie unterwegs waren und in eine kleine Seitengasse einbogen, wo sich ihr Ziel befand. Sobald er sich auf seinen Platz gesetzt hatte, sah er sich ebenfalls ein wenig um. Noita schien zu glauben, dass ein halber Kuchen zu wenig für Sky war, woraufhin er nur mit den Schultern zuckte. Es war ja nicht so als könnte man zur Not keinen weiteren nachbestellen. Aber die Schwarzhaarige war sich wohl sehr sicher, dass die Nachspeise hier Lust auf mehr machte. "Du hast Recht, als wäre man auf einmal an einem anderen Ort.", stimmte Sky ihr zu und ließ dabei seinen Blick weiter wandern. Bei der Kellnerin bestellte er einen Cafe au lait und wartete dann geduldig auf die Bestellung. Und er musste zugeben, dass beide Kuchenstücke sehr gut aussahen. "Um meine Figur?", echote der Braunhaarige überrascht die Frage von Noita und musste dann lauthals lachen. "Ich dachte über so etwas macht eher ihr euch Gedanken.", erwiderte er mit einem Grinsen und meinte damit die weibliche Schöpfung. Auf die Frage hin, was er bis jetzt so gemacht hatte, zuckte er mit den Schultern. "Gar nicht einmal so viel. Irgendwie hab ich das Gefühl ich hol gerade nur das auf, was ich in meiner Abwesenheit verpasst habe." Sie musste ja nicht wissen, dass er sich auch erst vor kurzem von seiner langjährigen Freundin getrennt hatte.


  • [Irgendwo außerhalb eines Clubs und anschließend in einer Seitengasse] Yumi


    Sie war erfolgreich dabei die aufkommenden Gefühle und den Schmerz zu unterdrücken. Sie machte es auf die einzige Art und Weise die funktionierte. Sie führte ihrem Körper die Menge an Gift zu, die er brauchte um einfach nichts mehr zu fühlen. Die Menge schien sich von Mal zu Mal zu steigern. Jedes Mal brauchte es mehr um dieses Egal-Gefühl herbei zu führen, welches ihr soviel lieber war als alles Andere. Wenn sie an diesem Punkt angekommen war war ihr egal das sie keine schöne Kindheit gehabt hatte - das Gefühl von Familie nie erlebt hatte - keinen Ort oder keinen Menschen hatte bei dem sie das Gefühl von 'Zuhause' verspürte. Es war alles egal. Sie taumelte von einem Rausch in den nächsten. Einmal sah sie sich vor seiner Tür stehen - hatte auf den Schriftzug gestarrt, der dort on Blockbuchstaben stand. Beinahe wäre sie schwach geworden - hätte nachgegeben aber sie schleppte sich gerade noch eine Tür weiter. Keine gute Alternative eigentlich aber sie ahnte bereits das Alex nicht zu Hause sein würde weshalb es ihr wesentlich leichter fiel an diese Tür zu klopfen als an die seines Zimmernachbars. Keine Antwort. Natürlich nicht. Wahrscheinlich war er damit beschäftigt sich durch ganz Riverport zu huren. Sie machte ihm keinen Vorwurf. Wieso auch. Sie war kein Stück besser. Sie war wie er. Gleichermaßen verdorben. Die Studentin lies sich an der verschlossenen Zimmertür nach unten sinken und nahm einen Schluck von ihrer Cola, die sie in den Händen hielt während sie die andere Dose neben sich abstellte. Sie kam sich dämlich vor. Hatte sie ernsthaft geglaubt es könnte wie früher sein? Das sie gemeinsam die Schule schwänzten und die Einsamkeit in ihrem Inneren durch den jeweils Anderen vertrieben? Ein Lachen war ihr entglitten aber gleichzeitig spürte sie etwas Nasses an ihrer Wange. Weinte sie? Egal. Was es auch war Yumi wischte es zur Seite, verharrte noch ein paar Minuten an jener Stelle, ehe sie sich wieder vom Boden erhob, die Coladose in ihrer Hand zerknüllte und neben die andere, die dort vor seiner Tür stand, warf. Der Zucker machte sie ein kleines bisschen wacher, machte es leichter sich vom Wohnheim in die Innenstadt zu schleppen.

    Die Studentin kramte in ihrer Tasche nach ihrem letzten Joint, Völlig ungeniert klemmte die Blonde ihn zwischen ihre Lippen und entzündete ihn. Der süßliche Duft kroch der jungen Erwachsenen in die Nase, als sie durch die Innenstadt schlenderte - auf dem Weg zur nächstbesten Bar oder irgendeinem Club. Völlig egal. Irgendwohin würden sie ihre Beine schon tragen. Irgendwohin wo es Alkohol gab. Achtlos landete der letzte Rest ihres gewählten Gifts am Boden. Sie trat drauf und hob ihren Kopf an. Ihre Mundwinkel hoben sich kurz an als sie die laute Musik vernahm, die an ihr Ohr drang. Musik, welche die Gedanken in ihrem Kopf vertrieb. Bereitwillig lies der Türsteher Yumi eintreten. Es war ein flüssiger Abend. Irgendwann hatte die Studentin jenen Zeitpunkt erreicht bei dem sie nichts anderes mehr wahrnahm als die Musik um sich herum. Ihr Körper war betäubt, so wie es ihr Ziel war. Sie bewegte sich zur Musik - tanzte und dachte dabei keine Sekunde lang über die Gründe nach, die sie hierher gebracht hatten - die dazu geführt hatten, dass sie hier allein auf der Tanzfläche war. Aber es machte ihr nichts aus. Sie hatte das Tanzen und die Musik. Sie fühlte sich wie in einem Rausch. Ihre blauen Augen strahlten und ihre Lippen formten ein zufriedenes Lächeln. Konnte es nicht immer so sein? Konnten die negativen Gefühle nicht immer weg bleiben? Irgendwann stoppte Yumi in ihrer Bewegung. Es war nicht einmal am Ende des Liedes sondern irgendwo mittendrin. Sie bemerkte, die Hände, die sich um ihren Körper geschlungen hatten und erst als sie sich umdrehte erkannte sie das Gesicht dazu. War das nicht der Typ von dem sie immer wieder ihr Gras kaufte? Wie lange tanzten sie schon miteinander? Das Lächeln verschwand von den Lippen der Studentin und sie durchbohrte ihn mit ihren eisblauen Augen. Seine Lippen bewegten sich. Er sagte etwas aber es drang nicht wirklich zu ihr durch. War es der lauten Musik geschuldet oder hatte sie es wieder einmal übertrieben? Er kam ein Stück näher - flüsterte ihr etwas ins Ohr. Ein Grinsen blieb auf seinen Lippen zurück, welches sich schließlich auf Yumis wieder spiegelte. Das traf sich eigentlich ganz gut. Ihr Konsum hatte sich in letzter Zeit etwas gesteigert und da war es nicht schlecht für etwas Nachschub zu sorgen. Sie folgte dem Kerl nach draußen. Seine Hand hatte er erst noch um ihre Hüfte geschlungen bevor Yumi sich aus seinem Griff befreite. Sie gingen nebeneinander her - verschwanden in der nächsten Seitengasse, die nur spärlich ausgeleuchtet war. Die Studentin nannte ihm die gewünschte Menge woraufhin der Typ ihr das Zeug in einer Plastiktüte überreichte. "Immer eine Freude mit dir Geschäfte zu machen..." Auf den Lippen Yumis erschien ein Grinsen, ehe sie die gekaufte Ware in ihre Tasche steckte. Damit würde sie wieder eine Weile auskommen. Gerade als sie sich umdrehen wollte ergriff er ihr Handgelenk und hinderte Yumi somit am Gehen. Diese zog die Augenbrauen zusammen und der Blick ihrer blauen Augen wanderte irritiert über das Gesicht des Kerls. "Was ist dein Problem?" Ein Lachen drang aus der Kehle des jungen Mannes als sie sich versuchte aus seinem Griff zu befreien. "Du hast doch so gerne deinen Spaß, oder? Ich hätte hier noch etwas das dir gefallen könnte..." In seiner freien Hand hielt er eine Plastiktüte voller Pillen. Sein Blick wanderte über die Blondine als er ihr sogar den Vorschlag machte, dass er ein Sonderangebot für sie machen würde. Er musste diese Aussage nicht näher ausführen. Es war Beiden bewusst, worauf er anspielte. Yumi versuchte sich mit einem Ruck aus seinem Griff zu befreien aber schaffte es nicht wirklich. Stattdessen spuckte sie ihm ein "Vergiss es..." entgegen aber der Kerl blieb hartnäckig.

  • 3892-pasted-from-clipboard-pngDarren | bei Yumi in einer Seitengasse


    Schon seit ein paar Tagen hatte der junge Musiker sich in seinem Studentenzimmer verkrochen. Hatte dort gelernt oder zumindest so getan, hatte seine Gitarre manches Mal zur Hand genommen und versucht etwas zu spielen und irgendwie kam er immer auf dieses eine Lied, das er ganz unbewusst spielte während er mit den Gedanken abgedriftet war. Immer wieder hin zu diesem Moment und die Worte, ob sie nun der Wahrheit entsprachen oder doch eine glatte Lüge waren, die Worte die Yumi an ihn gerichtet hatte um dem allen ein Ende zu setzen, er hörte sie immer wieder in seinem Kopf, egal wie oft er ihn schüttelte und versuchte sie zu verdrängen. Egal wie laut er seine Musik machte oder wie sehr er sich auf Unikram konzentrierte. Hin und wieder hatte er etwas getrunken, zwar nie maßlos übertrieben aber trotzdem war es etwas, das er sonst eigentlich nicht tat. Zumindest nicht so viel und nicht alleine und er hatte Yumi schon sagen hören was für einen schlechten Einfluss sie doch auf ihn hatte. Was ihn hatte schmunzeln lassen bis sein Handy vibrierte. Bevor er aber die Nachricht laß, scrollte er durch seinen Chatverlauf, suchte nach ihrem Chat und wartete. Länger starrte er auf den leuchtenden Bildschirm seines Handys. Auf was wartete er? Auf eine Nachricht? Eine Entschuldigung, eine Frage nach einem Treffen? Er lachte laut bei diesen Gedanken und war kurz davor sein Handy wieder auf seinen Nachttisch zu legen als weitere Nachrichten eintrudelten. Immer mehr und immer öfter, sodass er sich diesen doch widmete und sich folgend von einem seiner Freunde breit schlagen ließ sie in die Innenstadt zu begleiten. Ihm war nicht mal aufgefallen dass es doch schon später Abend war. Vielleicht war es gut mal auf andere Gedanken zu kommen, auch wenn er wusste, dass es ihm nicht möglich war. Aber so konnte er in Gesellschaft trinken und kam sich nicht gar so verloren vor. Schnell noch nahm er eine Dusche und tauschte seine Jogginghose und das alte Shirt gegen ein paar frische Klamotten ehe er sich auch auf den Weg machte.

    Darren warf einen Blick auf seine Uhr, hatte aber zugleich schon vergessen zu welcher Uhrzeit sie sich eigentlich verabredet hatten. Aber es war auch egal, bestimmt war schon irgendwer seiner Theatergruppe vorort, da es eigentlich immer diegleichen Menschen waren, mit denen er in den Clubs unterwegs war. Die Innenstadt war glücklicherweise nicht allzu weit weg weshalb er die Gelegenheit nutzte und zu Fuß dorthin lief. Frische Luft tat ihm wahrscheinlich auch gut. Der Student atmete tief ein und schloss kurz seine Augen während er stehen blieb und den Kopf in den Nacken legte. Einfach mal den Kopf ausschalten. Konnte er das? Wollte er das? Eigentlich dachte er gerne an die blonde Studentin und eigentlich war das Thema für ihn auch längst nicht abgeschlossen. Vielleicht ein Kapitel. Aber das hieß nicht, dass das Buch zuende war. Er schüttelte den Kopf und ging weiter, passierte ein paar Bars und Clubs bis ihm auffiel, dass ihm der Name der Disco entfallen war, in der sie sich treffen wollten. Während ihn seine Füße durch die belebte Innenstadt trugen fielen ihm hin und wieder ein paar zwielichtige Gestalten auf, denen man hier immer über den Weg lief. Genauso wie den sturzbesoffenen Studenten, den Partywütigen oder den älteren Herrschaften, die sich über das rege Treiben aufregten. Ein buntes Durcheinander also. Darren wollte sein Handy aus seiner Hosentasche hervorziehen um seine Nachrichten zu kontrollieren damit er nicht verirrt weiter durch die Stadt lief als er bemerkte dass es fehlte. Ein genervtes Seufzen verließ seinen Mund. Wahrscheinlich lag es noch Zuhause, hatte es in der Eile dort liegen lassen, weshalb er kehrt machte und den Weg wieder zurück lief. Schließlich brauchte er das Teil dann doch. Jedoch kam der Student auch nicht weit weil etwas anderes plötzlich mehr seine Aufmerksamkeit auf sich zog als das vergessene Mobiltelefon. Seine Schritte wurden langsamer. „Yumi..“, kam es ihm ganz leise über die Lippen. Vielleicht hatte er ihren Namen auch gar nicht laut ausgesprochen. Er entdeckte die junge Studentin wie sie gemeinsam mit einem Typen in einer Seitengasse verschwand und er bemerkte auch, dass da noch einige andere Kerle waren, die ihnen nachgelaufen waren und davor stehen blieben. Vielleicht auch einfach rein zufällig aber es hielt ihn sowieso nicht davon ab näher heran zu gehen. Und das wahrscheinlich noch im richtigen Augenblick als er entdeckte dass der Schmierlappen Yumi am Handgelenk packte, was ihr wohl nicht ganz passte. Das war nicht wirklich schwer zu erkennen, auch wenn diese dreckige Seitengasse nicht wirklich gut beleuchtet war aber allein ihre folgenden Worte ließen bei ihm irgendwie die Alarmglocken läuten weshalb er schnellen Schrittes auf die beiden zu lief. Noch rechtzeitig da der Kerl sie gerade an die Mauer gedrängt hatte. „Lass sie in Ruhe.“, sagte er schließlich, seine Stimme klang ruhig obwohl er das selbst ganz und gar nicht war. In ihm brodelte es, der Gedanke was passieren konnte, was der Typ hier vor hatte, stieß ihm nicht nur bitter auf, das war weit mehr. Und doch wollte Darren nicht gleich dass die Situation eskalierte. Trotzdem schubste er den Unbekannten unsaft zur Seite sodass er Yumi zumindest für den Moment in Ruhe ließ. „Was ist das denn jetzt?“ Der Typ wischte sich über den Mund. „Dein Hündchen?“ Er sah von Darren zu Yumi und wieder zurück. „Verpiss dich, die Kleine gehört mir, ja? Wir wollten gerade ein bisschen unseren Spaß haben.. die Süße wollte einen besonderen Rabatt raushandeln.“ Ohne auf den angehenden Schauspieler zu achten versuchte er wieder an Yumi heran zu kommen, griff nach ihrer Hand und auch wenn Darren wusste, dass die Studentin selbst in der Lage war sich zu verteidigen, weil er es sie schon sagen hörte, schubste er den Kerl erneut weg und trat schließlich auch vor die junge Frau. „Hörst du schlecht? Lass sie in Ruhe.“

  • [In einer Seitengasse] Darren & Yumi 

    Sie setzte alles an Kraft ein, die sie aufbringen konnte um seinem Griff zu entkommen aber schaffte es letztendlich nicht sich zu befreien. Seine Finger schlossen sich nur noch dichter um ihr Handgelenk und zerrten sie so näher an sich. Das dreckige Grinsen auf seinen Lippen wurde immer breiter. Yumi holte aus und weil der Typ offenbar nicht damit gerechnet hatte traf ihm die Ohrfeige direkt im Gesicht. Für einen Moment hatte sie die Hoffnung diese Aktion würde den Anderen soweit ablenken, dass er sie loslassen würde aber das schien ihn nur noch mehr anzuspornen - zumindest ergriff er dadurch die Chance auch an die zweite Hand der Studentin zu gelangen und sie an die nächste Hauswand zu drücken. Irgendetwas in seinem Blick war anders als sonst. Seine Pupillen waren stecknadelkopfgroß sofern sie das in dieser dunklen Gasse beurteilen konnte. "Lass mich los." Yumi funkelte den Drecksack wütend an. Wenn das der Preis war konnte er seine Drogen auch einfach behalten. Die Blonde war zwar immer relativ knapp bei Kasse aber so verzweifelt war sie dann doch nicht, dass sie mit anderen Gefälligkeiten bezahlen musste. Ihr Herzschlag beschleunigte sich als sie die anderen Typen entdeckte. die sich am Eingang der Seitengasse angesammelt hatten. Waren das seine Leute? Es musste so sein. Gerade als der Studentin trotz ihrer Berauschtheit bewusst wurde in welcher prekären Situation sie sich nun befand ertönte eine ihr bekannte Stimme. Unweigerlich drehte Yumi den Kopf in die Richtung der Stimme. Sie forderte den Kerl auf Yumi in Ruhe zu lassen. Ein unerwartet ruhiger Tonfall im Angesicht der Situation in der sie sich hier befanden. Darren. Er sah sie nicht an, hatte seinen Blick einfach auf den Kerl gerichtet. Seine Augen wirkten noch dunkler als sonst als er den Typen unsanft zur Seite schubste wodurch dieser von der Studentin abließ. Offensichtlich hatte er nicht damit gerechnet, dass Irgendjemand bei seinen Leuten vorbei kam und sein Vorhaben unterbrach. Yumi wich ein kleines bisschen zur Seite. Ein Blick hinter Darren verriet ihr das sie anderen Typen sie wahrscheinlich nicht einfach so gehen lassen würden. Scheiße. Warum hatte sie das nicht vorher bemerkt. Sie presste ihre Lippen aufeinander, ignorierte die Worte ihres Händlers erst und gab doch einen abfälligen Laut von sich als er behauptete. dass sie ihm gehörte und es ihre Idee war einen besonderen Deal auszuhandeln. Gerade als er wieder in ihre Richtung grapschte und wohl dort weitermachen wollte wo er zuvor aufgehört hatte kam Darren ihm erneut in die Quere, stellte sich folgend zwischen den Typen und Yumi. Die Gefolgsleute ihres Dealers rückten ein Stück näher als der Schauspielstudent erneut das Wort ergriff. "Darren... nicht..." warnte die Blonde den Anderen noch - wollte ihn wohl darauf hinweisen, dass er gegen diese Anzahl an Typen definitiv chancenlos war als sie von einem der anderen Kerle zur Seite gezogen wurde. Ein Laut der Überraschung verließ ihre Lippen, führte dazu das der Lockenkopf unachtsam wurde und schon im nächsten Moment traf der Faustschlag des Dealers ihm mitten ins Gesicht. Die blauen Augen der Studentin weiteten sich als sie sah wie er zur Seite taumelte und ihn bereits der nächste Schlag in die Magengrube traf. "Nein! Hör auf!" brüllte sie in die Richtung des Schlägertypen. Aber Worte konnten nichts mehr ausrichten. Er schien Gefallen daran gefunden zu haben dem Studenten Schmerzen zu bereiten. Der Kerl, der ihren Mund mit seiner Hand verdeckte, damit sie auch ja keinen Mucks zu viel machte und die Aufmerksamkeit irgendwelcher Leute auf sich ziehen könnte, flüsterte er ihr nebenbei ins Ohr: "Nächstes Mal solltest du dein Hündchen besser an der Leine nehmen..." Ein dreckiges Lachen folgte, welches Yumi unterband, indem sie ihm einen kräftigen Rempler mit dem Ellenbogen verpasste, was aber nur zur Folge hatte, dass ein Fluchen über die Lippen des Kerls kam und er die Studentin nur noch näher an sich drückte. Zwei weitere Typen traten an Darren heran während zwei noch am Eingang zur Seitengasse standen um sicherzugehen, dass auch ja Niemand etwas bemerkte oder so dumme Dinge tat wie die Polizei zu verständigen zum Beispiel. Sie kesselten den Studenten ein und gerade als er sich von den ersten Schlägen erholt hatte schlug wieder Jemand zu. Was hatte sie getan. Das war alles ihre Schuld. Er wäre gar nicht erst in so eine Situation geraten wenn sie nicht wäre. Ihre Augen wurden glasig. Das war nicht fair. Das hatte er nicht verdient weil er zur falschen Zeit am falschen Ort war.

  • 3892-pasted-from-clipboard-pngDarren & Yumi | in einer Seitengasse


    Es ähnelte ja fast schon einem Wunder dass der Schauspielstudent genau in diesem Augenblick an dieser Gasse vorbei gelaufen war. Dass er in der Ferne erkannt hatte, dass etwas nicht stimmte. Dass er die Situation richtig eingeschätzt hatte. Bestimmt hätten böse Zungen behauptet dass er der jungen Blondine nachgelaufen war, sie gestalkt hatte oder dergleichen aber ganz so verzweifelt und verrückt war der Musiker dann doch nicht, auch wenn es in diesem Fall vielleicht gar nicht so blöd gewesen wäre. Egal was für Absichten die Studentin hier verfolgt hatte, warum auch immer sie mit diesem zwielichtigen Typen hier in einer dunklen Seitengasse stand, es war ihm in diesem Moment mehr als nur egal, denn der Kerl war ein paar Schritte zu weit gegangen. Im fahlen Licht das diese dreckige Gasse ein bisschen erleuchtete sah er das ekelhafte Funkeln in den Augen des Mannes, der sich traute seine Hand nochmal an Yumi zu legen. Aber auch nur für den Bruchteil einer Sekunde. Bis Darren sich dazwischen drängte und dabei war es ihm vollkommen egal was die Studentin davon hielt, ob er sich später etwas anhören durfte, dass sie nicht schwach war, keinen Beschützer brauchte, das konnte sie gerne sagen aber sie jetzt alleine lassen, das konnte sie vergessen. Mittlerweile hatte auch der Student bemerkt dass sie nicht alleine waren. Dass dieser Dreckskerl Gefolgschaft dabei hatte. So war das wohl, wahrscheinlich ein Drogendealer. Die waren desöfteren mit mehreren Leuten unterwegs. Der Sicherheit wegen. Damit auch ja keiner auf dumme Gedanken kam. „Wie du merkst hat sie keine Lust auf dich also-“ Sein Satz fand ein abruptes Ende, denn er hörte die Stimme der jungen Studentin und drehte sich sofort zu ihr, sah dass einer der Anderen sie gepackt hatte und als er seine Hand ausstrecken und nach ihr greifen wollte, sie zu sich ziehen, da spürte er auch schon die Faust des Dealers in seinem Gesicht. Es drehte sich alles, er taumelte zurück und hielt sich die Hand ans Gesicht. Darren presste seine Augen zusammen und sein Mund stand ein bisschen offen während er spürte dass auch schon das Blut aus seiner Nase quoll. Es dauerte nur einen Augenblick bis ihn der nächste Schlag traf, der ihn vor Schmerz aufschreien ließ. Ein lautes Lachen hallte durch die Seitengasse. Es mischte sich mit freudigen Rufen, die Kerle feuerten ihn anscheinend auch noch an.Na komm schon, war das alles?“ Der Typ stieß Darren an die Hauswand, sodass er mit dem Hinterkopf dagegen knallte. „Willst du dich nicht wehren, kleines Hündchen?“ Der Musiker atmete tief ein, er schmeckte das Blut in seinem Mund. Der bittere Geschmack von Eisen. Langsam schlug er seine braunen Augen auf und auch wenn sich bereits ein paar mehr Typen hier versammelt hatten, die anscheinend nur darauf warteten bis sie an der Reihe waren, galt sein Blick nur Yumi, die von einem Weiteren fest gehalten wurde. „Lass sie los!“, brüllte er demjenigen entgegen. Darren zitterte. Nicht weil ihm kalt war, weil ihm die Kraft verlassen hatte. Es war eher die Wut, die sich in ihm anstaute und doch wusste er dass er absolut keine Chance hatte. Davon abgesehen dass er nicht zu der Sorte Mensch gehörte, die Auseinandersetzungen mit Schlägen klärte. Doch es schien fast so als gäbe es hier keine andere Möglichkeit. Der nächste Schlag traf ihn erneut ihm Gesicht, sodass das Blut seiner Nase auf den Boden tropfte. Erst blieb der Student noch an Ort und Stelle stehen, sein Kopf hing nach unten und er drückte seine Hand an seine Nase als könnte er die Blutung so irgendwie stoppen aber es schien so als wäre das gerade auch gar nicht möglich. Sowieso bis der nächste Typ zuschlug. Der dumpfe Schmerz breitete sich in seinem Körper aus während sich das Blut in seinen Bart mischte. Von seinem Kinn auf sein Hemd tropfte. Erneut öffnete er seine dunklen Augen, es war noch schwerer sich jetzt hier zurecht zu finden. Es war dunkel, die Lampen spendete kaum mehr Licht oder zumindest kam es ihm gerade eben so vor. Dem Studenten war schwindlig und trotzdem schaffte er es einige Schritte nach vorne zu machen, den Moment auszunutzen in dem sich die Männer über seinen Zustand lustig machten. Es fielen Worte wie Schwächling, Weichei und noch weitere Schimpfwörter, die ihn wohl beschreiben sollten aber es hörte sich sowieso alles so dumpf an, dass er es nur so halb mitbekam. Und eigentlich kümmerte es ihn sowieso nicht, was diese Mistkerle von ihm hielten solange sie Yumi in Ruhe ließen. „Hey!“, beschwerte sich der Typ, der seine Griffel gerade noch an der Studentin gehabt hatte, jetzt jedoch von Darren an seinem Arm zur Seite gezogen wurde. Weil er mehr damit beschäftigt war zu Lachen, sich über die Situation lustig zu machen, war er genauso unachtsam gewesen wie Darren vorhin und so stürzte der Typ zu Boden, was den Rest der Gruppe eigentlich nur noch mehr anstachelte. Aber es war nur wichtig dass er Yumi nicht länger anfasste. Für einen kurzen Moment sah er in die glasigen Augen der angehenden Psychologin. Er musste sich darauf konzentrieren weil sich alles bewegte und drehte, doch er erkannte das eisige Blau ihrer Augen und streckte seine Hand nach ihr aus, wollte fragen wie es ihr ging, ob sie verletzt war währen das Blut aus seiner Nase oder vielleicht auch aus der Platzwunde an seinem Kopf weiter sein Hemd versaute und auch einzelne Tropfen auf den Boden fielen. Doch wie es schien hatten die Männer endgültig die Schnauze voll. „Du Mistkerl!“, raunte einer davon, kam ihm näher und noch bevor der Student sich hätte zu ihm drehen können, zog er mit einem Ruck an seinem Kragen, sodass Darren nach hinten stolperte und den Halt verlor, was nicht verwunderlich in seiner Verfassung war. Ein dumpfer Schmerzensschrei hallte durch die Seitengasse als er auf dem harten Boden aufkam, sich Rücken und Hinterkopf verletzte und dort liegen blieb, sich den Kopf hielt während die Typen einer nach dem anderen zu schlugen oder ihre Beine benutzten, dabei natürlich noch lachten und sich gegenseitig anstachelten. „Selbst Schuld, du Held.“ Jetzt ließen sie wenigstens Yumi für den Moment in Ruhe und das war doch das Wichtigste oder?

  • [In einer Seitengasse] Darren & Yumi

    Er gab dem Studenten gar nicht erst die Möglichkeit als Erster zuzuschlagen. Wahrscheinlich wäre das auch gar nicht die Art des angehenden Schauspielers gewesen. Zumindest konnte sich Yumi das nicht vorstellen - nicht das jetzt der ideale Zeitpunkt wäre um sich darüber den Kopf zu zerbrechen. So oder so: Darren war nicht der Typ für Prügeleien. Es passte einfach nicht zu ihm. Erschrocken hatte sie ihre Augen aufgerissen als schon nach dem ersten Schlag Blut aus der Nase des Dunkelhaarigen quoll und sein Hemd besudelte. Er hatte nicht mit diesem Angriff gerechnet, hatte vielleicht gar nicht damit gerechnet, dass sein Gegenüber so weit gehen würde - vielleicht hatten ihre Worte ihn letztendlich auch abgelenkt, weshalb sie ihre Lippen aufeinander presste um nicht noch mehr Schaden anzurichten. Dennoch drang ein leises Wimmern aus ihrer Kehle, selbst als dieser andere Mistkerl ihr den Mund zuhielt als der Anführer der Gruppe einen weiteren Treffer landete und Darren dadurch einen Schmerzensschrei entlockte. Sie versuchte sich aus dem Griff des Typen zu befreien scheiterte aber natürlich daran, da er doch um einiges kräftiger war als die Blonde selbst. Was hätte sie schon großartig ausrichten können? Am Ende hätte sie die Kerle nur noch mehr provoziert und wer wusste schon wozu sie in der Lage waren. Die Gruppe feuerte den Kopf der Bande an, welcher Darren gerade gegen die nächste Hauswand stieß. Unsanft donnerte dabei sein Schädel gegen den Beton. Wie ein Rudel Wölfe hatten sich die Typen um den Studenten gescharrt, schienen es wohl kaum erwarten zu können ihm auch eine Abreibung zu verpassen. Ihre Blicke trafen sich als er langsam seine braunen Augen öffnete, was ihn furchtbar viel Kraft zu kosten schien. Es wirkte so als würde Darren all die Kerle um sich herum völlig auszublenden, forderte statt sich zu wehren und sich um sich selbst zu sorgen, dass der Typ Yumi losließ. Diese zog die Augenbrauen irritiert zusammen, schüttelte den Kopf und und sah weiterhin in die Augen des Anderen, wandte sich nicht ab obwohl er schon übel zugerichtet war. Stumm flehte sie Darren fast schon an er möge auf sich selbst schauen - sich wehren und nicht länger nur einstecken aber die miesen Kerle landeten einen Schlag nach dem nächsten. Der angehende Schauspieler konnte sich gerade noch so auf den Beinen halten, torkelte hin und her als hätte er zu tief ins Glas geschaut. Mit jedem Schlag wurde sein Hemd mehr und mehr mit Blut getränkt, so das man mittlerweile gar nicht mehr sagen konnte von wo es überhaupt herkam. Der Anblick zerfraß sie. Sie hörte die ganzen Beleidigungen der anderen Kerle gar nicht erst - viel zu sehr war sie damit beschäftigt mit anzusehen was sie angerichtet hatte. Erst als sich der Kerl, welcher sie bis eben noch festgehalten hatte lautstark beschwerte war ihr aufgefallen, dass Darren dafür verantwortlich war, er ihn an seinem Arm zu Boden gerissen hatte. Überrascht weiteten sich die Augen der blonden Studentin als sie ihm schließlich gegenüber stand. Er streckte die Hand nach ihr aus. Auch an ihr klebte Blut - es war unschwer zu erraten, dass es sich auch dabei um sein eigenes handelte. Es war einfach überall Blut. Die Unterlippe der jungen Erwachsenen bebte. Sie war unfähig ein Wort über die Lippen zu bekommen - unfähig zu handeln. Sie spürte einen Druck auf ihrer Brust, der ihr die Luft zum Atmen raubte und schon im nächsten Augenblick wurde der Schauspielstudent auch schon wieder von ihr weg und zu Boden gerissen. Nun hatten sich alle um ihn versammelt, wollten es wohl nicht auf sich sitzen lassen, dass er es gewagt hatte sich zu wehren. Sein Schmerzensschrei lies ihr das Blut in den Adern gefrieren. Er klang schwach - dumpf - fast so als hätte er keine Kraft mehr und im Anbetracht der Tatsache wieviel er schon eingesteckt hatte war das auch nicht verwunderlich. Abwechselnd schlugen sie auf den am Boden liegenden Studenten ein. Mal traten sie ihn mit Füßen, mal benutzten sie ihre Hände. Ihn so zu sehen quälte sie. Tränen flossen stumm über ihre Wange weil sie insgeheim wusste, dass all das nur ihretwegen geschah. Wenn sie ihn damals nicht angesprochen hätte, wäre ihm all das nicht passiert - dann würde ihm so etwas Schreckliches erspart bleiben. "Hört auf! Bitte!" kam es schließlich doch noch heiser über ihre Lippen. "Er hat doch mit all dem nichts zu tun..." Er hatte all das nicht verdient. Die Typen ließen sich nicht davon abhalten. Auch als Yumi versuchte sie von dem angehenden Schauspieler wegzuzerren wurde sie nur achtlos abgeschüttelt. Darren rührte sich nicht mehr. Kein laut kam mehr über seine Lippen und als der Kopf der Truppe schließlich auch noch mit voller Wucht auf der Hand des Lockenkopfs herumtrampelte hätte Yumi schwören können, dass sie das Brechen der Knochen hören konnte. Im nächsten Moment ertönten jedoch schon Polizeisirenen, was dazu führte das die Typen sich von Darren zurückzogen, in alle Richtungen guckten um sich einen passenden Fluchtweg zurechtzulegen. Der Dealer selbst lies es sich jedoch nicht nehmen noch einmal an die blonde Studentin heranzutreten, ihr Kinn zu umfassen und sie mit einem amüsierten Grinsen zu begutachten. "Beim nächsten Mal solltest du dir vielleicht einen bissigeren Köter suchen. Hunde die bellen beißen bekanntlich nicht..." Ein Lachen drang aus der Kehle des Kerls bevor er in irgendeine Richtung abhaute. Es war nicht wichtig. Yumi kniete sich neben den regungslosen Körper am Boden. "Darren! Darren? Hörst du mich...?" Ihre Hände zitterten als sie ihn vorsichtig anfasste. Ihr Herz klopfte unheimlich schnell und Panik stieg in ihr auf. Überall war Blut. Sie wusste nicht so Recht wie sie ihn anfassen sollte ohne ihn noch mehr Schaden zuzufügen. Sein Blut klebte auch an ihren Händen. Nicht nur sprichwörtlich. "Es tut mir so leid..." flüsterte sie kaum hörbar, lehnte sich dabei über den Studenten, brauchte dabei eine Weile bis sie seinen schwachen Atem wahrnahm. Ihre blauen Augen wanderten über sein zugerichtetes Gesicht. Nur vorsichtig strich sie ihm das blutdurchtränkte Haar aus dem Gesicht - zitterte dabei immer noch wie Espenlaub während immer wieder Worte der Entschuldigung über ihre Lippen kamen - auch als die Rettung eintraf und seinen regungslosen Körper auf eine Trage hievten. sie sich des Studenten annahmen, während Yumi ein wenig abseits stand und alles beobachtete. Sie hatte ihre Arme fest um sich geschlossen, wagte es nicht sich nach seinem Befinden zu erkundigen - wagte es nicht einmal sich in irgendeiner Form zu rühren.

  • 3892-pasted-from-clipboard-pngDarren | verlässt die Innenstadt


    Der junge Mann spürte nichts mehr. Für einen Augenblick war alles taub, der Schmerz war weg und es blieb ein Druck auf seiner Brust während er langsam seine Lippen öffnete, das Blut darauf schmeckte und Worte formen wollte. Darren wollte etwas sagen. Vielleicht sollte er sie auch fort schicken. Sie auffordern zu gehen. Damit sie das nicht mit ansehen musste? Viel mehr damit ihr das nicht auch passierte. Doch die Schlägertypen schienen viel mehr Interesse an ihm zu haben, an dem armen wehrlosen Kerl der sich eingemischt hatte. In ihren Augen sicher unnötigerweise aber ihren Spaß hatten sie anscheinend so oder so bekommen. Sicher eine andere Art von Unterhaltung als sich der Kopf der Bande gewünscht hatte aber dafür schien er nicht weniger erfreut über die Tatsache, dass er der angehenden Schauspieler zu Boden gerissen hatte. Darren kniff seine Augen zusammen, verzog sein Gesicht schmerzverzerrt als er die ersten Tritte spürte und nicht einmal mehr sagen konnte wo diese Typen ihn trafen. Zunächst zog er die Beine etwas an sich heran, wollte damit seinen Körper irgendwie schützen aber es hatte absolut keinen Zweck bis die nächsten Schläge auf ihn einbrachen, ihn eiskalt erwischten und seinen Körper mit Verletzungen übersäten. Viele davon sah man wahrscheinlich nicht einmal. Wurden von seiner Kleidung versteckt und vielleicht war das auch gerade das Gefährliche daran. Ob sie ihn schwer verletzten? Ob ihm am Ende mehr fehlte als ein paar oberflächliche Verletzungen im Gesicht? Ein paar Schrammen, ein blaues Auge? Das Atmen fiel ihm schwer, er hörte die verzweifelte Stimme der Studentin. Ganz weit weg und doch irgendwie ganz nah. Er versuchte noch seine Augen zu öffnen, erkannte schemenhaft irgendwelche Gestalten, bemerkte wie sie wohl versuchte das alles zu stoppen und doch kläglich scheiterte. Seine aufgeplatzten Lippen formten ihren Namen und doch versagte seine Stimme. Er bewegte seinen Arm, schob ihn über den Boden, wollte ihn nach Yumi ausstrecken als könnte sie ihm irgendwie helfen, doch am Ende sollte sich das als fataler Fehler herausstellen. Beim letzten Tritt in die Magengrube konnte er nicht einmal mehr vor Schmerzen schreien. Selbst dazu war er zu schwach obwohl ihm alles weh tat. Er nicht einmal mehr sagen konnte welche Stelle seines Körpers unversehrt schien. Es war dunkel, sein Blick verschleiert, das Blut raubte ihm die Sicht und letztendlich war es das Knacksen seiner Hand das es schaffte ihm das Bewusstsein zu rauben. Er bekam nichts mehr mit. Er hörte keine Polizeisirenen, bemerkte nicht wie die Typen dadurch das Weite suchten. Bekam nicht mit wie der Anführer sich noch einmal Yumi annäherte, was vielleicht auch besser so war weil ihm sonst noch etwas über die Lippen gekommen wäre. Wahrscheinlich, also vielleicht, weil es ihm wohl eh nicht möglich war. Darren lag auf dem schmutzigen Boden, zur Seite gedreht und atmete flach und leise. In seiner Bewusstlosigkeit oder viel mehr dem Zustand in dem er sich befand, spürte er ihre vorsichtigen Berührungen. Der Student spürte wie sie zitterte, er hörte ihre Worte, ihre zitternde Stimme. Mittlerweile bemerkte er auch wieder wie man ihn bewegte. Schmerzverzerrt verzog er seinen Mund, ein leises Stöhnen kam über seine blutenden Lippen. Jede kleinste Bewegung schmerzte. Verdammt. Warum ließ sich die angehende Psychologin mit solchen Dreckskerlen ein? Da sagte sie immer sie konnte auf sich aufpassen und dann das? Mit letzter Kraft schaffte er es seine Augen zu öffnen, er suchte nach ihr, suchte inmitten der Rettungskräften nach ihrem Gesicht. Er entdeckte die junge Frau, sie stand abseits und sah hierher. Das tat sie oder? Darren konnte es nicht beurteilen, er konnte nicht einmal sehen was sich in ihrem Gesicht wieder spiegelte. Seine Lippen formten eine Entschuldigung. Dafür dass das passiert war, dass er sie in diese Situation gebracht hatte. Dass sie das mit ansehen musste. Es war der erste Moment an dem er merkte dass er seine Hand nicht spürte, da er die nach ihr ausstrecken wollte, weil er sie nicht alleine hier lassen wollte. Bemerkte das denn keiner? Achtete niemand auf das Mädchen? Der Musiker wollte etwas sagen, er wollte dass sie mitkam. Er bekam es mit der Angst zu tun. Was wenn diese Typen noch einmal zurück kamen? Doch je mehr er versuchte etwas zu sagen oder etwas zu tun, er konnte es nicht. Ihm fehlte schlichtweg die Kraft. Schmerzensschreie durchbrachen das kontrollierte Arbeiten der Helfer als man ihn auf die Trage hievte und bald fehlte ihm auch wieder das Bewusstsein. Sodass er rein gar nichts mehr mitbekam. Die Rettungskräfte kümmerten sich ausschließlich um den jungen Mann, zwar befragte man Herumstehende, Partygäste die wohl zufällig hier vorbei gekommen waren aber es hatte sich eine Traube an Menschen angesammelt und in erster Linie galt es jetzt eh ihm zu helfen, ihn ins Krankenhaus zu bringen und seine Wunden zu versorgen. Herauszufinden ob ihm mehr fehlte als nur oberflächliche Schrammen. Mit Blaulicht wurde der Student schließlich abtransportiert.

  • [In einer Seitengasse] Yumi geht

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    Sie war wie erstarrt - unfähig zu Handeln - unfähig das Wort zu ergreifen auch wenn besagtes Wort vielleicht hilfreich hätte sein können in Bezug auf das was passiert war - ihretwegen. Der Blick ihrer eisblauen Augen war auf den regungslosen Schauspielstudenten gerichtet, der gerade von den Sanitätern versorgt wurde. Sie bemerkte erst spät das sie zitterte - bemerkte erst spät, dass ihre Wangen feucht waren weil das Wissen darum, dass sie all das verschuldet hatte ein paar Tränen hervorgebracht hatten. Die Türen des Rettungswagen schlossen sich und die Blonde musste sich daran erinnern weiter zu atmen weil sie nach wie vor den Atem angehalten hatte. Seit wann? Sie vermochte es nicht zu sagen. Das Blaulicht und die aufheulende Sirene mit welcher der Wagen schließlich davon sauste lies ihr förmlich das Blut in den Adern gefrieren. Yumi schlang die Arme um ihren Körper - dachte nicht mehr daran das an ihren Händen sein Blut klebte und verharrte immer noch an Ort und Stelle. Die ganze Situation wirkte so surreal. Die Ereignisse hatten sich überschlagen. Es waren lediglich Sekunden in denen auf einmal alles eskaliert war. Eine falsche Entscheidung führte zur nächsten und wieder einmal hatte sie all das verschuldet. Er wäre gar nicht erst in diese Situation gekommen wenn sie nicht wäre. Die Unterlippe der Studentin zitterte. Plötzlich wirkte sie so viel nüchterner als noch vor wenigen Minuten. Von einem klaren Verstand konnte allerdings noch lange nicht die Rede sein. Das Geplapper der Schaulustigen drang nicht zu ihr durch - nicht völlig - höchstens ein oder zwei Wortfetzen aber das war jetzt nicht relevant - was war überhaupt noch relevant. Das Gerede war vielmehr zu einem permanenten Hintergrundgeräusch geworden. Immer wieder schweiften die Blicke besagter Schaulustigen in die Richtung der Studentin, die nach wie vor wie angewurzelt dort stand. Erst als eine ältere Frau sie direkt ansprach hob Yumi den Kopf, wandte den Blick von jener Stelle am Boden ab wo zuvor noch Darren gelegen hatte - blutüberströmt - regungslos. Nur eine Sekunde lang erwiderte die Studentin den besorgten Blick der fremden Frau. Was hatte sie gesagt? Unweigerlich wich Yumi einen Schritt zurück - brachte Abstand zwischen sich und die Andere. Warum? Weil sie von Schuldgefühlen zerfressen war? Weil sie keine Schwäche zeigen wollte vor einer Fremden? Weil sie unfähig war nach dem was passiert war - ihretwegen passiert war - ein Gespräch zu führen. Was es auch war es war der ausschlaggebende Grund warum sich die Studentin schließlich in Bewegung setzte. Hastig durch die Innenstadt eilte und diesen Ort hinter sich lies. Immer wieder atmete sie die kalte Nachtluft ein und stieß sie wieder aus - sie brannte in der Lunge des Mädchens. Ohne anzuhalten kramte sie in ihrer Tasche nach einer Zigarette und einem Feuerzeug. Sie zitterte noch immer, was ihr das erste Mal auffiel als sie sich versuchte den Glimmstängel anzuzünden. Ein tiefer Zug folgte doch die sonst so beruhigende Wirkung blieb aus. Kräftig zog Yumi an der Zigarette - immer und immer wieder aber es änderte sich nichts. Ihr Herz raste. Ihre Gedanken kreisten. Wohin war sie eigentlich unterwegs? Es war stockfinster und ihre Beine trugen sie einfach ziellos durch die Innenstadt ohne auch nur annähernd ein bestimmtes Ziel zu verfolgen. Ging es ihm gut? Nein. Natürlich ging es ihm nicht gut. Was für eine bescheuerte Frage. Die Studentin schüttelte den Kopf über ihren törichten Gedanken. Er war nicht einmal bei Bewusstsein gewesen als sie ihn in den Krankenwagen eingeladen hatten oder? Einen Moment hatte sie zwar gedacht, dass sich ihre Blicke getroffen hatten aber wahrscheinlich hatten ihre Augen ihr nur einen Streich gespielt - wahrscheinlich hatte sie ihr Gewissen beruhigen wollen auch wenn sie bei dem Versuch kläglich gescheitert war. Yumi schnippte den Zigarettenstummel zur Seite und steckte sich im nächsten Atemzug auch schon wieder eine Neue an. Sie kramte nach ihrem Handy und scrollte in ihren Kontaktdaten nach unten um seine letzten Nachrichten zu lesen, die sie unbeantwortet gelassen hatte. Natürlich. Sie hatte das was auch immer da zwischen ihnen war oder gewesen sein hätte können beendet. Die Studentin presste ihre Lippen aufeinander und steckte das Handy wieder beiseite. Was erhoffte sie sich? Das er ihr schrieb? Das er sich meldete das alles in Ordnung war? Wie bescheuert. Wie lächerlich. Genauso lächerlich wie die Tatsache das sich Yumi wenig später vor dem Krankenhaus wiederfand. Eine ganze Zeit lang war sie durch die Stadt geirrt -hatte eine Zigarette nach der nächsten geraucht um ihre Nerven zu beruhigen und war dabei doch erfolglos geblieben. Nun stand sie vorm Krankenhaus und hatte nicht den Mumm es zu betreten - fürchtete sich vielleicht vor dem was sie erfahren könnte - fürchtete die Konsequenzen ihrer Taten. Warum nur war er nicht weggeblieben? Warum hatte er in ihr Leben treten müssen? Wenn diese Nacht gut ausgehen würde, dann würde er es endlich verstehen, oder? Er würde verstehen warum es besser war sich von ihr fernzuhalten...

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