Königstraße 10: Haus von Matthias & Alessa

  • Das junge Vater-Tochter-Duo lebt gemeinsam in einem ansehnlichen Haus etwas außerhalb der Innenstadt. Ein großer Garten heißt jeden Willkommen und führt über eine Veranda in das ausgebaute Haus der kleinen Familie. In der unteren Etage befindet sich ein hübsches Badezimmer sowie die große Küche, die offen in das Wohnzimmer führt. Im oberen Stockwerk liegen die Schlafzimmer der Bewohner, wobei die Tochter den größeren Raum bewohnt, der sich in einen Schlaf- sowie Wohnbereich aufteilen lässt. Neben einem weiteren kleinen Bad findet man auch noch ein Atelier des erfolgreichen Schneiders.


    Bewohner: Matthias, Alessa


    Alessahaus.png


  • „Warte, Süße!“, rief der blonde Vater dem kleinen Mädchen nach. Er stieg aus dem Taxi und wies den Fahrer an wo er ihr Gepäck abstellen sollte. „Weder noch.“, enttäuschte er seine Tochter, während er zu ihr durch den Schnee stapfte und neben ihr in die Hocke ging. „Tut mir Leid, Schatz. Es sieht wohl so aus als würden wir in dem kleinen Haus da wohnen.“ Das Geständnis ihres Vaters stieß bei dem Mädchen wohl auf eher weniger Zuspruch. Oder sie hörte ihm nicht zu. Jedenfalls stürmte sie wieder davon und warf sich voller Wucht in den Schnee in dem sie einen kleinen Engel hinterließ. „Na komm schon, oder willst du etwa nicht unser neues Haus sehen? Ich wette dein Zimmer ist Rosa!“ Vielleicht konnte er sie damit ja locken, ein Versuch war es auf jeden Fall wert. Der junge Vater zumindest machte sich nun auf den Weg zur Haustüre, steckte den Schlüssel ins Schloss und drehte einmal um. Neugierig trat er in den Flur. Nicht schlecht. Der Innenausstatter hat Talent! musste er gestehen. Das ganze Gebäude war hell gehalten und wurde von Licht durchflutet und von Flur aus führen zwei Treppen in den ersten Stock und in den Keller. Desweiteren hatte man von hier aus Zugang zu Wohnzimmer, WC und Küche. ... Ab jetzt würde er wieder selbst kochen müssen. Kein Pierre war mehr da der sich um ihn und sein Töchterchen kümmerte. „Schatz, kommst du bitte!“, rief er nach draußen zu Alessa, welche immer noch im Schnee umher tollte. „Wir wollten doch gleich auf die Willkommensfeier gehen, hast du das vergessen?“

  • "Verdammte Scheiße..", murmelte der Dunkelhaarige den halben Weg zu seiner neuen Heimat entlang, während er mehrfach auf der Ferse kehrt machte und schwören hätte können, dass die Straßenschilder ständig die Aufschrift am wechseln waren. Königstraße.. Königstraße.. wollt ihr mich eigentlich verarschen?! Nach einem weiteren erfolglosen Versuch die besagte Straße zu finden, trat Rick frustriert gegen einen in der Gegend rumstehenden Zaun, der definitiv nicht so stabil war wie er es von denen aus Destiny Valley gewöhnt war, denn der Zaun brach unter seinen Füßen weg und sorgte dafür, dass er mit leicht aufgerissenen Augen das Gleichgewicht verlor und unsanft zu Boden fiel. ".." Okay. Das war's. Er würde jetzt einfach nach dem gottverdammten Weg fragen. Mit einem lauten, ziemlich missgestimmten Geräusch rappelte der Junge sich auf und wand sich nach Hinten, wo nur wenige Schritte entfernt ein leicht verstörter Butler, mit Ricks Koffern im Schlepptau, stand und sich definitiv darüber wunderte, wie er hier gelandet war. Sue hatte den Braunhaarigen wirklich einen Gefallen getan, zwei Butler so sehr ins Herz geshclossen zu haben, dass die Beiden ebenfalls hierher gezogen waren. Und noch besser war, dass einer dieser Butler am Kartoffelvorfall beteiligt und den Topf an seinem Kopf, den Rick auf ihn geworfen hatte, noch nicht vergessen hatte. Ansonsten hätte er ja seine Koffer selbst tragen müssen. Die ganzen zwei und halb Stunden lang, in denen sie jetzt zusammen unterwegs waren. "Okay, ich gebe zu, ich hab' keine Ahnung wo wir sind. Hey, wie wär's wenn du kurz die Leitung übernimmst, hm?" Der Butler nickte eilig - scheinbar war er noch immer ziemlich eingeschüchtert oder einfach nur sehr loyal gegenüber Suiren - und übernahm die Führung, was den Beiden dabei half, das neue Haus letzendlich nach wenigen Minuten zu finden. Grinsend schickte der Blauäugige den Butler nach oben, wo er die Koffer Ricks in der Eingangshalle abstellte und dann verschwand, zu seiner eigenen Wohnung. Unbeeindruckt blickte Rick sich im Erdgeschoss um - man konnte hier sicher leben, aber besonders luxuriös war es sicher nicht. Er wollte gerade in den Keller eilen, sich nicht sicher, ob er sich jetzt die Horrorfilm- oder die recht gut ausgestattete Version unter Kellerwohnung vorstellen sollte, doch noch ehe er dies tun konnte, erhielt er auch schon eine SMS, dessen Absender schon nach seinem langgezogenem Namen offensichtlich war. "Weihnachts..outfit?" Er zog eine Augenbraue in die Höhe. War das wirklich etwas, was man besitzen musste? Er gab ein lautes, unmotiviertes Aufstöhnen von sich, packte seine Koffer, kramte etwas heraus, was als passend hätte gelten können und schmiss die Koffer danach ungeachtet die Kellertreppe hinunter. War eh nichts zerbrechliches drin. Naja gut, eine Sache hätte .. losgehen können, aber.. Er zuckte mit den Schultern. Um die Wohnung würde er sich später kümmern. Und seine Mitbewohner, die sich kurze Zeit ebenfalls im Flur befunden hatten, ignorierte er gekonnt, immerhin wollte er mit dem ganzen Haus im Moment nichts zu tun haben. Schick mir eine Wegbeschreibung. Rick, lauteten die Worte in der SMS, die er noch schnell versandte, um sicherzugehen, nicht wieder am Arsch der Welt zu landen. Auf eine Antwort wartend, machte er sich auf den Weg.~


    Well you look like yourself - But you're somebody else, only it ain't on the surface

     Well you talk like yourself - No, I hear someone else though - Now you're making me nervous..~


  • Alessa rappelte sich aus dem Schnee hoch, mittlerweile relativ durchgefroren, und rannte zum Haus, in dem Matze bereits verschwunden war. "ROSA ZIMMERRRRRR" rief sie und stürmte in den Eingangsbereich, wo sie mithilfe von Matze ihr Schneeoutfit ablegte. Die Einrichtung gefiel Alessa, allerdings war für ihren rosaroten Mädchengeschmack zu wenig ihrer Lieblingsfarbe vertreten. Die Willkommensfeier war für sie mittlerweile weit nach hinten gerückt in der Reihenfolge ihrer Wichtigkeit. Zunächst wollte sie das Haus begutachten, ihr Zimmer sehen und etwas essen, also rannte sie eine Runde durch das Erdgeschoss und blieb an einigen Punkten stehen um sich umzusehen.
    Als sie die letzte Tür im Erdgeschoss öffnete landete sie an der Kellertreppe. "Wohnen wir da unten?" Dann sprintete sie zur Treppe in die erste Etage "Oder da oben? Ich habe hier noch gar keine Schlafzimmer gesehen...UND WO IST MEIN PINKES ZIMMER PAPA?" Während sie ihren Rock aus Trotz festklammerte hüpfte sie vom einen Bein auf das andere, als wolle sie so Matzes Antwort beschleunigen.


  • Endlich kam das blonde Prinzesschen angelaufen und ihr Vater half ihr kurzerhand aus ihren dicken Wintersachen, welche, genau wie seine eigene Winterjacke, an der Garderobe im Eingangsbereich Platz fanden. Genau in diesem Moment huschte eine Gestalt an den beiden vorbei, die Matze auf die Schnelle allerdings nicht identifizieren konnte. Scheinbar waren sie nicht die einzigen hier, aber etwas in der Art hatte er bereits dem Plan entnommen, den er vom Busfahrer erhalten hatte. Die kleine Familie bewohnte den oberen Stock und der dritte – noch unbekannte – lebte in der Kellerwohnung. Nur das Erdgeschoss teilten sich alle. Während er sich noch im Flur umsah öffnete Alessa bereits eine Tür nach der anderen und warf einen schnellen Blick in jedes Zimmer. „Oben!“, antwortete er und griff nach ihren Koffern und Taschen und zwängte sich mit Mühe und Not die recht schmale Treppe hinauf, an dessen Ende er die Sachen etwas ungalant absetzte. „Hoffentlich ziehen wir in nächster Zeit nicht wieder um...“, sprach er zu sich und sah zu, wie seine Tochter an ihm vorbei in die obere Etage kletterte. Wahllos wählte er eine der drei Türen aus und stapfte mit den Koffern hinein. Sogleich hatte er einen Treffer gelandet, denn allem Anschein nach hatte er sein Zimmer bereits gefunden. Schlicht aber modern, genau wie es dem jungen Vater gefiel. „Hast du dein Zimmer schon gefunden?“, rief er auf den Flur hinaus.

  • ~ Wie es auch nicht anders zu erwarten war, gestaltete sich Ricks zweiter Versuch, die eigene Wohnung in der völlig fremden Stadt zu finden, während er noch immer den Orientierungssinn einer toten Katze besaß, als nicht gerade einfach und wieder vergeudete er über 30 Minuten damit, sich mehr oder weniger im Kreis zu drehen. Als er seinen Wohnsitz gefunden hatte, stürmte er durch die Eingangstür und schlug diese mit einem lauten Knall hinter sich zu, fast so, dass man das Gefühl hätte haben können, jemand wäre hinter ihm her gewesen. Er hatte sich zwar auf die Großstadt gefreut, aber es würde definitiv einige Monate dauern bis der Braunhaarige seine Zielorte ohne fremde Hilfe finden können würde. Mit einem lauten Seufzen lief der Junge den Eingangbereich entlang, fuhr sich mit der einen Hand durch das Haar und hielt dann im Wohnzimmer inne, wo er erst einmal in seiner Position verharrte und sich im Raum umsah. Da er sich vorher so beeilt hatte wieder von hier wegzukommen, realisierte er erst jetzt richtig, dass dies nun sein neues Zuhause war. Es wirkte zwar nicht schlecht, jedoch .. missfiel ihm der Stil so sehr, dass die ganze Ausstattung mit einem mal auf ihn schäbig wirkte. "Gott..", murmelte er, auch wenn sein Murmeln lauter rauskam als gedacht. Ein paar Schritte später, und der Blauäugige ließ sich mit einem genervten Aufstöhnen und dem Gesicht zuerst auf das mitten im Raum stehende Sofa fallen, drehte sich dann nach wenigen Sekunden jedoch auf den Rücken und legte seinen Handrücken über seine Augen. Der andere Arm hing fast leblos vom Sofa runter und der Dunkelhaarige schien ein wenig in Gedanken versunken zu sein. Oder einfach nur verdammt gelangweilt. Was wohl Beides zutraf. Mit wem lebte er hier eigentlich noch einmal? Er hatte verschiedene Namen und zufällig zugeordnete Gesichter in Erinnerung, wenn es diese denn alle überhaupt gab, aber sicher war er sich nicht. Und er konnte sich auch nur an eine Person beim ersten Betreten der Wohnung erinnern - das konnte doch unmöglich alles gewesen sein? Verdammt, er hätte sich weniger beeilen und ein wenig aufmerksamer sein sollen, vorallem wenn es darum ging sich zu merken, mit welchen gottverdammten Idioten er die nächste Zeit zusammen leben würde.


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  • Es war schon spät am Abend und ein Postbote der Firma "Wir liefen immer - auch Nachts!" machte gerade seine letzte Runde und fand sich in der Königstraße wieder. Hier müsste es sein... Mit der Hilfe seines Kollegen holte er ein großes, in Papier, verpacktes Etwas aus dem LKW, welches merkwürdigerweise die Form eines Motorrads hatte, und stellte es vor der Haustür ab. Er klingelte mehrmals an der Tür und rief "Lieferung!!!" und musterte den Gegenstand. Was es wohl sein könnte? Da er zu faul zum Warten war, verschwand er wieder im LKW und sein Kollege fuhr los.
    Auf der Papierverpackung vom Motorrad stand mit einem Edding "Rick" geschrieben und dazu ließ sich noch ein kleiner Zettel finden:

    Zitat

    Ich glaube das hast du beim Umzug vergessen.
    Sue ♥


    Natürlich war es Ricks Lieblingsmotorrad, welches bei einem gewissen Unfall stark beschädigt wurde, doch die Erbin hatte es mit Hilfe aufpeppeln und nun vor seine Haustür liefern lassen.


  • Alessa stapfte die Treppe hinauf. Als sie den Flur betrat musterte sie die drei Zimmer, welche sich in diesem Raum befanden. Zunächst wollte sie den rechts liegenden Raum betrachten, in dem sie ihr Zimmer erhoffte. Kurz nachdem sie die Tür geöffnet hatte und sich schließlich orientiert hatte klappte ihr die Kinnlade herunter. War sie tot? Ist sie rückwärts die Treppe herunter gestürzt und war nun im Himmel? Vor ihren Augen zeigte sich Alessa ein paradiesischer Anblick in Rosa und Pink. Üinke Wände, Rosa Teppiche, Rosa Möbel, Pinke Vorhänge - alles war perfekt. "ARWWWWHHHHHHHHHHH" kreischte sie vor Freude und lief halb lachend, halb hyperventilierend im Kreis durch ihr neues Zimmer. "Das muss es sein! Das muss es sein!" freute Alessa sich und rannte in den Flur zurück, wo sie ihren Vater an der Hand packte und so feste an ihm zog, wie sie konnte. "Guck es dir an, los!"
    Alessa hatte wie sooft keine Geduld und rannte wieder in ihr Zimmer, ohne auf Matze zu warten, welcher noch mit dem Gepäck beschäftigt war. Zunächst musterte Alessa ihr neues Bett. Sie zog ihre Hausschuhe aus, kletterte auf das Bett und hüpfte auf ihrer Matratze umher. Dabei sang sie verschiedene ihrer Lieblingslieder vor sich hin und bewunderte immer wieder ihr Zimmer. "Papa Papa!" rief sie und drehte sich zur Tür "Ich kann es kaum erwarten Pierre und Jean mein neues Zimmer zu zeigen!"


  • Während er seinen unheimlich schweren Koffer auf sein Bett hinauf hievte um ihn von dort aus besser ausräumen zu können, hörte er im Flur die Schritte seiner Tochter. Kurz wurde es still und er vermutete schon das schlimmste. Woher sollte der Innenausstatter auch von Alessa's Liebe zu Pink und Rosa wissen? Gut, wohl die meisten aller jungen Mädchen mochten diese Farben, aber lieber schlichte Farben als die falschen. Schnell verstaute er noch seinen letzten Kapuzenpulli im Schrank und verließ darauf hin sein Zimmer um nach seiner Tochter zu sehen, welche just im selben Moment zu kreischen begann. Scheinbar waren es doch die richtigen Farben. Das Blondchen kam aus dem Zimmer gestürmt und griff nach der Hand seines Vaters und ihn in ihr Zimmer zerrte. Dort angekommen entledigte sie sich sofort ihrer Schuhe und krabbelte auf ihr Bett um der neuen Matratze gleich zu Anfang schon das Leben schwer zu machen. „Sei vorsichtig, sonst brichst du dir noch was!“, warnte er das aufgedrehte Mädchen und setzte sich schmunzelnd auf ihre Bettkante. „Die finden es sicher auch klasse!“, gab er lächelnd und versuchte bei dem Namen seines Freundes keine Miene zu verziehen. Das schlimmste an seiner Abwesenheit war, dass nicht nur er sondern besonders Alessa ihn brauchte, der Franzose war schließlich ein zweiter Vater für sie geworden. Bisher hatte Matze es noch nicht übers Herz gebracht ihr zu sagen, dass er vielleicht nie wieder kommen würde, es war noch zu schwer es sich überhaupt selbst einzugestehen. „Sag mal, hast du Lust wenn wir uns fertig eingerichtet haben auf den Spielplatz zu gehen? Ich hab gehört der soll total klasse sein!“ Sein Vorschlag diente hauptsächlich der Flucht aus diesem Haus, Pierres Name schwebte leider noch immer in der Luft.

  • Kurz hatte man in der Eingangshalle des Hauses eine schrille Abfolge an Geräuschen vernehmen können, die Rick nach kurzem und leicht genervten überlegen der Türklingel zuordnen konnte, diese jedoch, da es zu dieser Zeit noch gottverdammte 0 Uhr war, gekonnt ignorierte und sich stattdessen darauf konzentrierte, endlich mal nach langer Zeit wieder einzuschlafen.
    Das nächste, woran der Junge sich erinnerte, war eine Ansammlung an grellen Sonnenstrahlen, die sich gerade dort angesammelt hatten, wo sie es nicht hätten tun sollen: in seinem Gesicht. Auch wenn er seine Augen mit seinem rechten Arm verdeckt hielt, so konnte er definitiv nicht verhindern, dass die Mittagssonne ihn unsanft aus seinem halbtoten Zustand riss und ihn dazu zwang, sich hin und herzuwälzen, was ihm letzendlich jedoch nicht half, sondern ihn nur noch mehr weckte. "Wieso hab ich die scheiß Gardienen nicht zugezogen..", grummelte er, als er sich schießlich doch aufsetzte und sich einmal mit der Hand durch die Haare wuschelte, die dadurch noch wilder wirkten als sonst und ihn fast wie ein - zugegeben angepisstes, jedoch harmloses - Tierchen wirken ließen. Nope. Er hatte nicht vor, daran etwas zu ändern. So müde wie er noch war, würde er sich sicher nicht einmal die Mühe machen, nach einer Bürste oder Sonstigem zu suchen. Er blickte sich einmal im Raum um - als er Richtung Fenst blickte und die Sonnenstrahlen ihn erneut erwischten, ließ er sich dramatisch mit einem leises Aufschrei zur Seite fallen, wo er dann noch einmal etwa 20 Minuten auf der anderen Seite des Sofas verbrachte. Dann jedoch entshcloss er sich zu einem erneuten Versuch, auch wenn dieser von ernormen, herzlichem Gegähne vegleitet war und auch erst dann glückte, als der Dunkelhaarige tatsächlich auf seinen Beinen stand und kein Sofa mehr unter dem Hintern hatte. Er krammte in seiner Hosentasche rum, suchte darin nach seinem Handy, fand jedoch nur einen Anruf in Abwesenheit vor und ließ es deshalb genauso schnell wieder zu seinem Ursprungsort zurückkehren. Mann. Scheiß neue Wohnung. Sicher hatte noch Niemand eingekauft. Er wusste ja noch nicht einmal mit wem er hier wohnte. Da brauchte er gar nicht erst versuchen, in die Küche zu gehen und dort nach einer Cola zu suchen. Yep. Das pisste ihn nur noch mehr an. Langsam und mit einem lauten, komm-mir-ja-nicht-in-die-Quere Stöhnen gefolgt, ging Rick zu der Eingangstür, öffnete diese und blickte hinein in die relativ kleine Eingangshalle, in der Mann die Briefkästen vorfinden konnte. Irgendwie war das ganze absurd. Diese Konstruktion ergab keinen Sinn. Gott, wie gern würde er dem Architekten eine verpassen. Er lief zum Briefkasten, vielleicht hatte, wer auch immer Gestern einen auf gestört machen musste, dort ja eine Botschaft hinterlassen. Es sei denn, jemand dachte, Klingelstreiche wären wieder der große Renner. In diesem Fall musste der Dunkelhaarige einen weiteren Namen auf die Liste der Leute setzen, denen er eine verpassen wollte. Doch so weit musste es gar nicht kommen. Tatsächlich fand er dort am Briefkasten einen Zettel vor, der irgendetwas von einem an ihn gerichteten Paket sagte. Was zur..? Leicht irritiert ließ der Junge den Zettel zu Boden fallen und verließ dann das Haus, nur um dann, knapp neben der Haustür, einen riesigen Haufen an Papier zu erblicken. Was zur..?! Okay, der Haufen hatte eine merkwürdige Form. Aber er war noch zu schlaftrunken um mehr daraus zu schließen. Für ihn war es gerade einfach ein verdammt großer, unerwarteter verpackter Haufen. Weshalb der kleine Zettel und sein mit Edding gekritzelter Name ihn nur noch mehr verwirrten. Doch dann machte es Klick. Etwas.. beim.. Umzug.. vergessen? Was hatte Sue bloß.. getan?! Er riss die Augen auf und auch sein Mund folgte diesem Beispiel. Es dauerte keine Sekunde, da hatte er schon das Papier gepackt und es ihn einem fast schon wahnsinnigem Tempo herunter gerissen, nur um dein - tatsächlich- sein altes Motorrad zu erblicken. So gut wie neu. Nachdem es doch fast vollkommen abgebrannt war. "..Ahh." War das Einzige, was Rick rausbrachte. Vollkommen geschockt starrte er das Objekt vor ihm an. Dann jedoch fiel er plötzlich nach Hinten, auf seinen Allerwertesten, noch immer nicht fähig auf das, was gerade passiert was, zu reagieren. Er hatte nicht einmal gewusst, das ihn etwas so sehr hätte schocken können. Plötzlich begann er zu Lachen, es war nur ein kurzes, etwas hysterisch klingendes Lachen, dann jedoch kriegte der Blauäugige sich halbwegs wieder ein, zückte das Handy aus seiner Hosentasche und schickte schnell eine SMS. Dann lies er das Handy unachtsam auf den Asphalt fallen und saß noch einige Minuten lang dort rum, bis er sich schließlich wieder aufrichtete, noch einmal das Handy benutzte und schließlich mit einer Hand über den Sitz des Motorrades fuhr. Jetzt konnte er nicht anders, als breit zu grinsen. Er setzte sich auf das Motorrad und betätigte das Gaspedal. Es funktionierte tatsächlich. Das hieß, er würde seine Freundin wahrscheinlich umbringen müssen. Vielleicht würde ihm auf dem Weg jedoch noch etwas anderes einfallen. ~


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  • Es war schon einige Tage her, seit die Nachricht über den Geschenkten Urlaub ins Haus geflattert war und schon am gestrigen Abend hatte der junge Vater den Koffer für sich und seine Tochter gepackt. Nicht nur Alessa, auch er selbst war gestern früh schlafen gegangen um für den heutigen Tag und den anstrengenden Flug fit zu sein. Heute musste er nicht einmal durch das Klingeln des Weckers erwachen, er wurde schon eine halbe Stunde eher von alleine wach. Seit langem mal wieder war Matze wirklich gut gelaunt und freute sich auf den Tag! Mit einem Grinsen im Gesicht hüpfte er fröhlich strahlend ins Bad um sich fertig zu machen und die letzten Sachen im Koffer zu verstauen. Schnell noch Alessa geweckt, fertig gemacht und schon spazierten die beiden zur Tür hinaus und riefen ein Taxi, welches sie zum Marktplatz fuhr.~


  • Völlig erschöpft betrat der junge Vater mit seiner Tochter auf dem Arm das Haus. Sie waren nach ein paar kurzen Abschiedsworten direkt vom Hafen aus mit dem Taxi nach Hause gefahren. Es war gerade noch genügend Zeit um sich eine schöne, frische Dusche zu genehmigen, ehe der Blonde seine Tochter ins Bett brachte und sich dann ebenfalls todmüde schlafen legte.
    Seit dem waren bereits ein paar Tage ins Land gezogen in denen er kaum das Haus verließ, alleine schon aus dem Grunde, dass er froh war endlich ein wenig Ruhe genießen zu können und einfach mal auf der faulen Haut liegen konnte. Aber heute hatte er sich vorgenommen ein wenig unter die Leute zu gehen und sich mit ein paar Freunden zu treffen, vorausgesetzt sie hatten überhaupt Zeit. Er hatte Amy Zuhause auf die Mailbox gesprochen, ihre Handys waren ja allesamt in den Fluten untergegangen, bei seiner schwarzhaarigen Freundin hatte er es gar nicht erst versucht. Im Normalfall erreichte man sie nie übers Haustelefon und die Mailbox wurde so oder so nie abgehört. Außerdem stand die Chance nicht schlecht sie eh dort zu treffen wo er vorhatte hinzugehen. Alessa war bei einer Freundin geblieben als er sich in Richtung Bar aufmachte.


  • Mühsam zog der Blonde seine Augenlieder nach oben, als er das nervtötende Klingeln seines Weckers vernahm. Aber irgendwie klang es ein wenig dumpf, was aber vermutlich damit zusammen hing, dass er irgendwie nicht in sondern unter seinem Bett lag. Wie auch immer er es geschafft hatte dort hinunter zu kommen. „Was zur Hölle...“ Mit einigen Anstrengungen schaffte er es dann doch recht schnell den Boden zu verlassen. Sein ganzer Körper, von oben bis unten, schmerzte, doch im Gegensatz zu seinem Kopf war dies noch ertragbar. „Oh Scheiße...“ Gerade hasste er sich selbst dafür, ab vorherigen Abend so viel getrunken zu haben. Schon längst war er nicht mehr abgehärtet und dann gleich die Menge...das hätte ihm gleich klar sein müssen. Matze gab ein leises Seufzen von sich. Manchmal fehlte ihm wirklich eine Person an seiner Seite, die ihm in solchen Augenblicken vor Augen führte was für ein Idiot er doch manchmal war. Aber so sehr er auch fertig mit der Welt war, es half nichts. Er konnte schließlich nicht schon an seinem ersten Arbeitstag zu spät kommen. Langsam schlurfte er den Flur entlang bis zum Bad. Der Schlüssel wurde einmal herum gedreht und sein T-Shirt über den Kopf gezogen. „...“ Wortlos starrte er auf das zerfetzte Stück Stoff in seinen Händen. Ohje. Ein weiterer besorgter Blick glitt zum Spiegel, wo er dutzende blauer Flecken auf seinem Oberkörper entdeckte. Was zum Teufel war gestern Abend noch alles passiert, dass er jetzt so aussah? Hatte er jemanden umgebracht? Seinem Aussehen zufolge wäre das sicher nicht sonderlich unwahrscheinlich. Erneut seufzte er und drehte sich weg vom Spiegel um in die Dusche zu steigen. Vermutlich war es besser so, wenn er nicht wusste was passiert war. Das würde ihn sicher noch früh genug einholen. Nach der unheimlich wohltuenden Dusche rieb er sich mit einem Handtuch die Haare trocken, die ihm noch immer irgendwie zu berge standen. Der Blonde zuckte mit den Schultern, schob sich eine Klammer in die Haare um den Pony aus dem Gesicht zu bekommen und hüpfte in frische Klamotten. Sein heutiger Look würde in der Boutique sicher nicht sonderlich auffallen. Manchmal war er über seine Berufswahl doch dankbar. Schnell griff er nach seiner Tasche, welche er sich lässig über die Schulter hängte, und verließ das Haus.


  • Alessa gähnte herzhaft ehe sie wie von der Tarantel gestochen unter ihrer Decke hervorschlüpfte und an den Rand ihres Bettes krabbelte um dann in ihrem rosafarbenem Pyjama, welcher liebevoll mit kunterbunten Einhörnern verziert war, quer durch das gesamte Gebäude zu laufen. Sie war auf der Suche nach ihrem Vater, was man an ihren lautstarken Rufen erkannte, die das gesamte Haus mit ihrer quietschigen Kinderstimme erfüllten. Blitzschnell sauste die kleine blonde Prinzessin durch jedes einzelne Zimmer. Sie suchte ihn auch in den Schränken und unter den Betten, was sie eine unheimliche Überwindung kostete, da sie immer noch insgeheim vermutete, dass dort in der Dunkelheit Monster hausten. Glücklicherweise waren die Monster scheinbar außer Haus aber leider hatte es den Anschein, dass dies auch auf ihren Papa zutraf. Alessas Mundwinkel zogen sich nach unten und ihr Blick war finster und traurig zugleich. Mit wütenden Schritten stampfte das Mädchen in ihr Zimmer zurück und warf sich aus Protest auf ihr Bett und zog sich die Decke über den Kopf. Hier war es sooooo langweilig. Nach nicht einmal einer Minute hatte sie sich die Decke wieder runtergezogen. Ihr Blick huschte über die unzähligen Spielsachen, welche im gesamten Zimmer verteilt lagen aber keines davon war attraktiv genug um ihre Aufmerksamkeit für längere Zeit auf sich zu ziehen. So schnell wie Alessa aus dem Bett war, hatte sie sich auch schon umgezogen und war bereit sich der Welt zu stellen. Da draußen war es bestimmt viel lustiger als hier in diesem öden und langweiligen Haus und man konnte auch viel mehr anstellen. Ein fettes Grinsen schmückte das hübsche Gesicht der Kleinen als sie ihr neues und mittlerweile schon wieder altes Zuhause verlies. Das Mädchen zog die Haustür sorgfältig ins Schloss und nach wenigen Schritten des Gehens begann das Mädchen fröhlich die Straße entlang zu hopsen und ein bekanntes Kinderlied zu summen. Ihr Ziel war ihr noch nicht ganz klar aber irgendwo würde sie schon ankommen.


  • Abgesehen von den wenigen Straßenlaternen, welche dem Blonden den Weg nach Hause leuchteten, war es finstere Nacht. Oder Abend. Genau wusste er es nicht, sein Handy war noch immer nicht repariert wurden und so trug er keine Uhr bei sich. Seine Hände waren in den Jackentaschen vergraben und er hatte sich seine Kapuze über den Kopf gezogen um sich wenigstens etwas vor der bitteren Kälte zu schützen. Auch wenn es nicht so aussah, es war Winter und wirklich ziemlich kalt. Seine Tochter war scheinbar noch immer bei Freunden, das Licht im Haus war gelöscht und so war die andere Möglichkeit die, dass die Blonde bereits im Bett lag. Und das war wohl ziemlich unwahrscheinlich.
    Der Abend unter Leuten hatte ihm gut getan, er hatte mal wieder einige bekannte Gesichter zu sehen bekommen. Dennoch. Das Gesicht, nach welchem er sich immer sehnlichst umsah, hatte er wieder nicht erblickt. Der Blondschopf seufzte, als er auf den schmalen Weg zum Haus eingebogen war. Wie jedes mal wenn er das Haus verließ oder gerade zurückkehrte führte ihn der erste Weg zum Briefkasten, in der Hoffnung endlich eine Nachricht vorzufinden. Und wie jedes mal schlug ihm sein Herz vor Nervosität bis zum Hals, doch wie sonst auch wurde er enttäuscht. Zwei Werbezettel, eine Rechnung und irgend ein Brief von einer Gewinnspielfirma, von jener, wo er zu früheren Zeiten eine Russlandreise gewonnen hatte. Traurig ließ er seinen Blick sinken. Der Gedanke an die Reise rief ihm nur noch deutlicher Pierres Antlitz vor Augen. Wie lange war es nun her, dass der Franzose verschwunden war? Knapp eineinhalb Jahre dürften es sein. So lange schon lief er jeden Tag mehrmals zum Briefkasten und hoffte, eine Nachricht von Pierre bekommen zu haben. Doch nie hatte er auch nur den kleinsten Brief bekommen, nicht einmal eine Postkarte.
    Er verstand es nicht. Was war passiert? Warum war Pierre so plötzlich verschwunden? So plötzlich, dass er sich nicht einmal bei ihm melden konnte? Dabei hatten sie doch gerade erst ein paar Tage zuvor ihre Gefühle füreinander entdeckt. Wie konnte er ihn dann einfach nur so plötzlich alleine lassen... Viel zu spät spürte er, wie ihm warme Tränen die Wangen hinunter liefen. „Pierre...“, murmelte er leise und schlug die Klappe des Briefkastens zu um schnell ins Haus zu flüchten. Irgendjemand dort oben im Himmel musste ihn wirklich hassen. Nach all den verkackten Beziehungen hatte er endlich den einen jemand gefunden, bei dem er sich 100% sicher war, dass er ganz allein für ihn bestimmt war. Den einen, der alles daran gesetzt hatte, ihn für sich zu gewinnen. Den einen, der niemals daran geglaubt hatte etwas anderes als hetero zu sein, den einen, der tausende Frauen im Bett hatte und für ihn all dies aufgegeben hatte.
    Die Post wurde lieblos auf den Tisch geworfen, schnell eilte der Blonde zum Kühlschrank und griff sich eine schöne, gekühlte Dose Bier. Mit einem schnellen Handgriff öffnete er die Balkontür und trat, noch immer mit der Kapuze auf dem Kopf, erneut hinaus in die Kälte. So war es auf jeden Fall besser, als in der warmen Wohnung in der er sich trotz allem kein Stück zuhause fühlte. Schweigend lehnte er sich die Hauswand und rutschte langsam an ihr hinab. Mit traurigem Blick schüttelte er den Kopf. Was hatte er nur getan, dass das Leben ihn so sehr hasste. Schnell führte er das Bier an seine Lippen um die ganze Dose mit einem Mal zu leeren. Er musste schnell hier weg und sich auf andere Gedanken bringen. So hatte es keinen Zweck, wenn er heute Abend hier bleiben würde, würden ihn die schmerzlichen Gedanken von innen heraus zerreißen. Matze stellte die Dose beiseite und wischte sich mit dem Ärmel seiner Jacke über die Augen, ehe er sich an der Wand hinauf hangelte, die Balkontür schloss, und wieder aus dem Haus verschwand. Ob all die schmerzlichen Gedanken und das Stechen in seinem herzen je ein Ende nehmen würden?
    Geht~


  • Leise schloss er die Tür hinter sich. Ein kurzer Blick auf die Uhr verriet ihm, dass er mehrere Stunden am Strand verbracht hatte und sinnlos aufs Meer hinaus gestarrt hatte. Oder auf dem Weg dahin, wie lange er dafür gebraucht hatte wusste er nicht. Desinteressiert ergriff er die Briefe um sie mit in sein Zimmer zu nehmen, vielleicht konnten ein paar nicht bezahlte Rechnungen ihn ja ablenken. Seine Zimmertür schloss er ebenso leise wie jene zuvor. Laute Geräusche würden ihn nur aus seiner halben Trance aufschrecken und dann würde alles von vorne beginnen. Kraftlos ließ er sich samt der Post auf sein Bett fallen. Ohne sich wirklich zu konzentrieren durchblätterte er die verschiedenen Umschläge und hielt erneut bei jenem, der ihn vor einer Weile näher mit...jemandem zusammen geschweißt hatte. Für eine Sekunde schloss er die Augen und ließ seine Hand sinken, bevor er sich einen Ruck gab und mit dem Telefon, was schon seit einigen Tagen in seinem Zimmer lag (wie hielt der Akku von dem Teil eigentlich so lange? Fast wie die alten Nokia Handys!) die Nummer seiner besten Freundin wählte. Tatsächlich erreichte er sie sogar, trotz der späten Uhrzeit, und sie war sogar bereit ihn für ein Weilchen zu besuchen. Ein schwaches Lächeln schlich sich nach so viel Trauer auf seine Lippen und er legte das Telefon bei Seite um nach der kleinen, blauen Schachtel auf seinem Nachttisch zu greifen und eines der ungesunden Dinger heraus zu ziehen, welche er sich zwischen die Lippen klemmte und das Fenster öffnete, sodass er mit dem Rauch, den die Zigarette nach dem entzünden abgab, nicht sein Zimmer vollstank.


  • Auch wenn sie den Weg von ihrer Villa bis zu dem Haus, welches ihr bester Freund sich ironischerweise mit ihrem festen Freund teilte, obwohl sich die beiden sicher nicht mochten, gut genug kannte, da es lediglich eine Person dazu aufforderte, dem Straßenverlauf geradeaus zu folgen, hatte sie sich doch für das Auto entschieden, da ihre Faulheit, wie so oft, siegte. Während sie zu irgendeinem Lied von Ke$ha summte, versuchte sie auf dem Hof einzuparken. Eine Kunst, die sie noch nie beherrscht hatte und es wahrscheinlich nie würde. Hey, zwar versperrte ihr teurer Wagen vielleicht den halben Weg zur Eingangstür, doch man konnte sich mit genug Mühe noch hindurchzwengen! So wie Matze es am Telefon gesagt hat, klang es so, als wäre er alleine zu Hause und nicht einmal seine Tochter schien bei ihm zu sein. Auch wenn sie sich irgendwo gefreut hätte, ihre kleine 'Nichte' wiederzusehen, so war sie wiederum froh, dass sie mal wieder ein wenig Zeit mit ihrem besten Freund alleine verbringen konnte. Zudem hatte er ein wenig Niedergeschlagen geklungen und für sie war Lachen bekanntlich die beste Medizin! So hatten die beiden es zumindestens oft geregelt. Mit Ablenkung, blöden Spielchen und Ärgerstiftung schafften sie es so gut wie immer, sich gegenseitig aufzuheitern. Schließlich drehte sie ihren Schlüssel um, so dass das der Motor aus war und quetschte sich in die Freiheit hinaus. Für einen Moment blieb sie vor der Tür stehen und überlegte, ob sie Klingeln sollte, doch das wäre ziemlich langweilig gewesen, oder? Zwar wusste der Blonde, dass sie jeden Moment aufkreuzen würde, doch sie konnte immer noch eine halbe Überraschung daraus machen! Schnell entnahm sie eine Bobbypin aus ihren Haaren, welche heute einfach nur zu einem lässigen Dutt hochgebunden waren, und drehte mit den schmalen Metallstückchen im Türschloss herum, bis es ein kleines 'Knack' von sich gab, was der Chinesin signalisierte, dass die Tür endlich offen war. Aber nichts war einfacher als das. Türen öffnen: eines der Dinge, welche sie schon im frühen Teenageralter gelernt hatte. Zufrieden mit sich selbst betrat sie das Haus so leise wie möglich und achtete auch darauf, dass die Tür nicht hinter ihr zufiel, sowas hatte man schließlich oft genug in Horrorfilmen gesehen, okay! Es sah jedoch nicht so aus, als wäre der Vater im Erdgeschoss, weshalb sie sich auf Zehenspitzen nach oben schlich und durch jede offene Tür lugte, bis... Ah, da war er ja! Langsam und vorsichtig quetschte sie sich durch den engen Türspalt hindurch - oh man, das fühlte sich übrigens wie eine speziale Geheimmission an - und schlich sich immer weiter an Matze heran. Glücklicherweise war sein Blick auf das geöffnete Fenster gerichtet, weshalb er sie unmöglich hätte sehen können, was ihr natürlich gelegen kam. "HUAAA!", brüllte sie schließlich und sprang mit einem Satz auf ihren besten Freund drauf und drückte ihn aufs Bett nieder. "Naaa, la- Aua, aua, fuck, was zum...!" Schnell rollte sie zur Seite um zu sehen, dass sie direkt mit ihrem Arm auf dier noch brennenden Zigarette gelandet war und nun eine kleine Brandwunde davon trug. "Oh man, was machst du denn mit dem Zeug da?" Mit einem schmollenden und nachdenklichen Gesicht zugleich, packte sie sich das, was von der Zigarette übrig geblieben war und warf es aus dem Fenster, damit es ihnen auch ja nicht mehr im Weg stehen würde. "Matzeeeeeeee! Ich hab dich so vermisst!", quiekte die Schwarzhaarige schließich glücklich und erdrückte ihn erneut mit einer Knuddelattacke.


  • Regungslos starrte er hinaus in die Nacht, die kalte Luft schlich sich in sein Zimmer und ihm wurde beinahe schon etwas kalt. Er zog an seiner Zigarette und ließ das Papier aufglühen, während er auf seine beste Freundin wartete, die es hoffentlich schaffte ihn zumindest ein Stück weit aus seinem Loch zu ziehen. Bisher hatte sie es noch immer geschafft, allerdings war die Situation, in der er sich aktuell befand, nicht die leichteste. Noch nie hatte er sich so arg in einem Tief der Trauer befunden wie jetzt, nachdem Pierre so lange tonlos verschwunden war. Für ihn fühlte es sich an wie eine Ewigkeit, die er vor dem offenen Fenster verharrte und sein Blick durch die Umgebung gleiten ließ, während es im Grunde nur wenige Minuten waren bis die Schwarzhaarige das Haus und auch sein Zimmer betrat. Bemerken tat er es jedoch erst, als er fast zu Boden gerissen wurde, dann jedoch doch auf seinem Bett landete. „Seit wann bist du so schnell?“, fragte er schmunzelnd, ehe sie sich die Hand an seiner Zigarette verbrannte. „Oh, sorry, aber selbst Schuld. Hättest du mich vorgewarnt, hätte ich sie vorher- alter, was? Hey!“ Nicht einmal zu ende sprechen ließ sie ihn, da griff sie auch schon nach dem Stummel und versenkte ihn irgendwo im Garten des Hauses. „Ich brauch das eben ab und zu. Das weißt du.“ Auch wenn er kein Kettenraucher mehr war, so wie früher, brauchte er dennoch in einigen Situationen ein wenig Nikotin. Kaum hatte sich die Asiatin wieder zu ihm gewandt, überfiel sie ihn gleich ein zweites Mal und dieses Mal hatte er sogar die Zeit, ihre Knuddelattacke zu erwidern. „Und ich erst. Du solltest dich wirklich öfter mal blicken lassen! Ich hab schon fast vergessen wie du aussiehst!“, log er breit grinsend und drückte die junge Frau fest an sich. Wie schnell sie es doch wieder geschafft hatte, seine Stimmung zu wandeln. Aber sobald die erste Freude über ihr Wiedersehen verflogen war, würde er wohl wieder rückfällig werden. „Danke, dass du gekommen bist...“, murmelte er erleichtert als er sein Gesicht in ihren Haaren vergrub. Allein diese eine Umarmung gab ihm jetzt schon wieder viel mehr Kraft, als er auf irgendeine andere Weise hätte bekommen können.


  • "Ich kann auch noch Auto fahren, schon vergessen?", sagte sie, als sie grinsend ihre Autoschlüssel für einen Moment in die Höhe hielt und sie anschließend wieder in ihre Tasche packte. Okay, als sie alle noch in Destiny Valley gelebt hatten, stand ihr Auto für Jahre in der Garage um, da sich nie eine Gelegenheit ergeben hatte, in der sie es als nützlich empfunden hätte. Für die meisten Orte war es sowieso einfacher gewesen, sie zu Fuß zu erreichen und für weitere Strecken holte man sich oft einfach ein Taxi. "Ach, ich weiß... Aber nach dem Inselunglück war alles irgendwie total durcheinander und kurz danach war schon Weihnachten (RPG Logik ftw) und ahhh! Es tut mir so leid bubu, aber jetzt bin ich ja da!" Zum dritten Mal drückte sie den Blonden an sich und vergrub dieses Mal ihr Gesicht in seinem Oberteil und verharrte für einige Sekunden in dieser Pose. Es tat gut, den vertrauten Geruch in der Nase zu spüren und auch, wenn es ihr im Moment recht gut ging, so fühlte sie sich tausend Male besser als zuvor und Dinge wie Stress, Zeitdruck und was es alles noch gab, existierten nicht mehr. Als er dann jedoch ihre Aktion mit der Zigarette kommentierte, ließ sie von ihm ab und rollte rüber, sodass sie neben ihm lag und an die Decke starrte. "Ja, ich weiß, aber... Lungenkrebs!! Außerdem wäre es doch viel lustiger, wenn wir uns zu zweit betrinken, oder?" Mit einem Grinsen drehte sie ihren Kopf wieder in seine Richtung und fuhr sich aus Langeweile durch die langen Haare. Sie wusste, dass es eigentlich dämlich von ihr war ihn davon abzuhalten, zu rauchen, da Alkohol nicht unbedingt die bessere 'Lösung' war und sie in ihren jüngeren Jahren ebenfalls geraucht hatte, aber was soll's. "Was ist denn überhaupt los, mein Schatz?"