Der Kirschblütenpark

  • [Electra] betritt den Kirschblütenplatz
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    "HATSCHI!", entfuhr es der jungen Electra. Seit einigen Tagen quälte sie sich durch eine Erkältung. Die gute Maerwen hatte ihr aufgetragen, das Bett zu hüten und normalerweise würde Electra sich auch an die Anweisung ihrer Freundin halten, wenn ihr nicht gerade die Decke der Villa de Sainte Coquilles auf den Kopf fiel. Sie sehnte sich nach Abwechslung. Nach frischer Luft! Sie konnte nicht länger im Bett liegen und ihrer Dienerschaft eine Belastung sein, nein, sie musste sich bewegen. Frische Luft schnappen, einen kühlen Kopf bewahren. Also trug sie ihrer Bediensteten und besten Freundin, Maerwen, auf sich zum Fest der Magie aufzumachen, sodass Electra unbemerkt die Villa de Sainte Coquilles verlassen konnte. Ha! Heimlich und auf leisen Sohlen verließ sie die Villa, sie trug einen langen Mantel mit einer dunklen Kaputze auf dem Kopf, als sie unerkannt durch die Wege des Kirschblütenparks spazierte. Endlich. Solange war sie nicht draußen gewesen. Das hatte ihr gefehlt. Sie blieb direkt unter einem großen Kirschbaum stehen. Sie atmete tief ein, "HATSCHI!", hach ... es war so schön, endlich draußen zu sein.

  • Reinhard.pngReinhard | bei Electra


    Sein erstes Ziel war der Kirschblütenpark. Den Namen verdiente dieser Ort momentan zwar etwas weniger aber dennoch war diese Parkanlage hübsch anzuschauen. Die roten, braunen und orangenen Blätter segelten von den Bäumen und tauchte alles in herbstliche Stimmung. Es war kalt. Doch kälter als gedacht und so zog er seinen Umhang etwas näher an seinen trainierten Körper. Es war wirklich ruhig hier. Fast schon zu ruhig? Aufmerksam spazierte Ren durch den Park. Entdeckte vereinzelt ein paar Einwohner, die sich für das Fest der Magie, das momentan statt fand, wohl nicht interessierten. Gerne wäre Reinhard dort auf Patroullie gegangen aber als Wächter konnte man seinen Einsatzort eben nicht immer mitbestimmen. Nicht, dass er sich voll ins Getümmel stürzen wollte. Er hatte eher die Arbeit im Hinterkopf. An solchen Orten entdeckte man schnell mal zwielichtige Gestalten. Raufbolde und Diebe. Menschen, die nichts Gutes im Sinn hatten und die man in Zukunft eben auf dem Schirm haben konnte. Aber naja, jetzt war er hier und genoss vielleicht doch diese Ruhe ein klein wenig. Diese friedliche Stimmung hier.. bis seine braunen Augen schließlich etwas entdeckten. Jemanden. Zwischen dem herab fallendem Laub, das bereits den Boden bedeckte und wobei man aufpassen musste, nicht auszurutschen. Nasses Laub auf steinigem Wege war manchmal schon gefährlich. Doch Ren stand fest auf seinen Beinen als er die Kreatur vor sich an die Schulter packte. Wahrscheinlich schon ein bisschen zu fest dafür, dass es doch eigentlich keinen Grund gab. Und trotzdem erinnerte er sich an die Worte seines Vorgesetzten. Schlanke Gestalt, langer dunkler Mantel, eine Kapuze tief ins Gesicht gezogen. Nur etwas klein.. irgendwie hatte Reinhard sich den mächtigen Magier größer vorgestellt. Ob das am Wort mächtig lag? Der Mann zog seine Augenbrauen zusammen. „Halt!“, befahl er dann doch mit kräftiger Stimme, hielt diesen Menschen zurück. Wenn man etwas verdächtiges bemerkte, durfte man dem doch auch auf den Grund gehen oder? Auch wenn Ren mit jeder Sekunde mehr das Gefühl bekam, dass da etwas nicht stimmte. War er vielleicht auf einer falschen Spur? „Wer bist du?“ Aber erstmal nichts anmerken lassen. Die Person sollte sich zeigen, das Gesicht nicht länger verbergen!

  • [Electra] & Reinhard
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    Electra tat wie immer nichts -sie stand unter dem herbstlichen Kirschblütenbaum. Nichts ahnend, nichts böses ahnend. Die Familie de Sainte Coquilles tat wie immer nichts, als sie plötzlich jemand packte. W-was? Sie fuht herum, die Kaputze noch immer tief ins Gesicht gezogen. "Was zum-" wütend drehte sie sich um und schließlich sah sie in das makellose Gesicht eines wunderschönen Mannes. Oh! Hallo? Wäre er nicht so hübsch gewesen, wäre ihre Reaktion wohl ganz anders ausgefallen. "Äh, ähm," schüchtern stand sie vor ihm, ein Wachmann?, oder? Sie legte ihre Kaputze nach hinten, sie stellte sich mehr oder weniger selbstbewusst vor dem vermeintlichen Wächter hin. "Äh", sagte sie schließlich"ich heiße Electra," sie legte eine kurze Pause ein, um sich dann mehr oder weniger dramatisch von ihm los zu reißen, um dann zu sagen: "Ich bin eine de Sainte Coquilles, okay! Lassen Sie mich gefälligst los!" Sie wandte sich aus seinem Griff, mochte er noch so hübsch sein, so konnte er nicht mit ihr umgehen, okay!? Auch wenn sie sich normalerweise nicht so aufspielte, aber sie wollte - bei Gott - nicht so behandelt werden, verdammt! "Hatschi!"Oh Mann! "Nennt mir euren Namen!" Mehr oder weniger aufgebracht schaute sie nach vorne. Verdammt, das war nicht ihre Art, aber wenn sie jemand so behandelte, verdiente er es nicht anders!

  • 3717-reinhard-pngReinhard & Electra | irgendwo im Park


    Der junge Mann hatte ein ganz und gar merkwürdiges Gefühl als er die schlanken Schultern dieser Gestalt anfasste. Eigentlich war es nicht seine Art sofort solchen Körperkontakt aufzubauen aber bei einer Verdachtsperson blieb ihm ja auch gar nichts anderes über. Nicht, dass dieser laufende dunkle Umhang noch das Weite suchte. Dann war er Schuld für diese Flucht, weil er nichts gemacht hatte und Fehler durfte er sich nicht erlauben. Nicht jetzt, kurz nach seiner Ankunft. Und eigentlich auch gar nicht. Fehler konnten das Ende bedeuten. In vielerlei Hinsicht. Als diese Person sich schließlich ruckartig herum drehte, sich als junge und zierliche Dame entpuppte, verschlug es dem Wächter kurz die Sprache und er nahm seine Hand sofort von ihrer Schulter. Verdammt. Ren hätte auf das Gefühl in sich hören sollen. Hätte sie einfach nur ansprechen sollen. Was sollte das mit der Hand?! Das Fräulein schien genauso überrascht und perplex, brachte nur stotternd irgendwelche Worte über die vollen Lippen auf die Ren seinen Blick geworfen hatte. Ihre Stimme war hell und es dauerte nur einen Augenblick bis ihm die Gesichtszüge entgleisten und er einen Schritt zurück machte. „Sainte.. Sainte Coquilles?“, wiederholte er, fast ein bisschen ungläubig und hielt inne. Erzählte sie die Wahrheit oder machte sie ihm nur etwas vor? Vielleicht war sie auch einfach nur eine hervorragende Schauspielerin. Doch es war dieser bestimmte Ausdruck in ihren blauen Augen. Die Haltung. Die Stimmlage. Mit einem Mal verbeugte sich der junge Mann und hielt diese unterwürfige Haltung. „Ich entschuldige mich. Zutiefst. Das stand mir nicht zu.“ Reinhard brachte sich wieder in eine aufrechte Haltung und seine Augen wanderten an dieser hübschen Dame hinab. Er schien ein wenig verwirrt. Was sollte dieser Aufzug? Warum versteckte sie sich? „Lady Electra, ich bin Ren. Ich gehöre der Wächtergruppe an und bin erst seit einigen Wochen in dieser Stadt.“ Über die Adelsfamilie wurde ihnen natürlich viel erzählt. Man hörte so einige Geschichten. Manche gut, manche eher weniger aber eigentlich hatte er sich davon nicht beeinflussen lassen. Wollte selbst heraus finden ob die Gerüchte stimmten. Mit einer ruckartigen Bewegung holte Reinhard ein weißes Tuch aus dem kleinen Ledertäschchen, das er um seine Hüfte gebunden hatte, und reichte es der Adeligen. „Bitte, nehmt dies.“ Kurz warf er nochmal einen Blick auf das weiße Stückchen Stoff in seiner Hand, hoffte dass es nicht schmutzig war und sah dann fragend in das makellose Gesicht des Mädchens. „Warum versteckt ihr euch? Wollt ihr nicht entdeckt werden?“ Was hatte sie wohl angestellt?

  • [Electra] & Ren
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    Electra horchte auf. Ungläubige Worte, ein skeptischer Blick, glaubte er ihr etwa nicht? Sie richtete sich auf, ihre Wangen färbten sich rot, hochrot. Er glaubte ihr nicht, oder? Sie nahm die typische de-Sainte-Coquilles-Haltung ein: die Brust raus, die Schultern zurück, die Nase nach oben. Und nicht zu vergessen: der arrogante Gesichtsausdruck. Sie öffnete den Mund, als wollte sie etwas sagen, tat es aber nicht. Was sollte sie schon sagen? Hm? Was konnte sie schon sagen, was ihre Aussage, ihre vermeintliche Behauptung bestätigte? Hä? Es gab Tage - viel zu viele Tage - da konnte sie sich nicht als solche identifizieren, als wahre, wahrhaftige de Sainte Coquilles. Sie war die eine, die eine in der Familie, die anders war. Die sich von den anderen abhob, allerdings nicht von positiver Natur. Sie war zu bürgerlich, zu einfach, sie war in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen und auch wenn sie sich alle Mühe gab, merkte man es ihr oft an. Ihre wahren Wurzeln, ihre wahre Herkunft konnte sie nicht verbergen. Und manchmal wollte sie das auch nicht. Als sich der junge Wächter vor ihr entschuldigte, öffnete sie erneut ungewollt den Mund - vor Erstaunen. Damit hatte sie jetzt nicht mehr gerechnet. Er glaubte ihr. Wow. Sie rang um Fassung, schloss die Lippen wieder und richtete sich auf - selbstbewusst. "Ren", sagte sie, "auch wenn ich es bedauere, Euch unter solchen Umständen kennengelernt zu haben, glaube ich, dass Ihr ein ehrenvoller Mann seid. Mit anderen Worten: es freut mich Eure Bekanntschaft zu machen." Beinahe - sie hatte schon dazu angesetzt - lag es an seiner natürlichen Autorität(?) -, hätte sie sich fast vor ihm verbeugt. Aber nein, das stand einem Wächter seines Standes ja nicht zu, verdammt! Sie hörte Max schon lästern, Electra, unsere gut bürgerliche. Diese Lächeln, das nicht freundlich gestimmt war, es schüttelte Electra allein beim Gedanken. So richtete sie sich erneut auf und sagte ernst: "Aber wenn ihr mich noch einmal so anfasst, dann ..." Ihre spitzen Worten trafen hoffentlich ins Schwarze. Sie zog den dunklen Umhang etwas enger. Ihre Nase lief - unaufhörlich - und sie drehte sich schamhaft von ihm weg, als er ihr ein weißes, makeloses Taschentuch anbat. "Hm?" Den Kopf zur Seite gewandt, nahm sie das tadellose Stück Stoff dankend an. Sie drehte ihm wieder dem Rücken zu, niemand, kein Wächter, sollte sie so sehen! Außer Maerwen vielleicht, die hatte schon ganz andere Sachen gesehen! Sie schnaubte in das Taschentuch und ließ es dann tief in ihrer Manteltasche verschwinden. "Was?", sie drehte sich langsam um. Was hatte er gesagt? Warum sie sich versteckte? Versteckte? Ach ja, es fiel ihr wie Schuppen von den Augen: Der Mantel. Die Kaputze. Hm. Sollte sie ihn wirklich erzählen, dass sie sich in Wahrheit vor Maerwen, einer Bediensteten, versteckte? Äh? Nur weil sie ihr befohlen, äh, geraten hatte, im Bett zu bleiben ... äh, nein, das konnte - zurück zum Thema - eine Sainte de Coquilles niemals zugeben! Niemals! "Ich ... äh ...", stammelte sie vor sich hin, dann ballte sie die Hände zu Fäusten und sagte mit zusammen gezogenen Augenbrauen: "... darf doch auch mal ungestört einen Spaziergang genießen ... oder? Ganz unerkannt ...! Hatschi!" Verdammt! Verdammter Schnupfen! Sie hielt das Taschentuch wieder vor ihrer Nase. Oh, es roch so gut! "Viel interessanter wäre es doch zu erfahren, wen Ihr sucht? Gibt es etwas Beunruhiges, von dem ich erfahren müsste?!" Sonst hätte er sie doch nicht so unsanft festgehalten, oder? Oder handelte es sich hier um einen korrupten Wächter? Er entfachte Electras Neugier. "Schwebe ich etwa in Gefahr? Oder kann ich ungestört meinen Spaziergang fortsetzen?"


  • 3717-reinhard-pngReinhard & Electra | irgendwo im Park


    Es fiel dem jungen Wächter beinahe ein Stein vom Herzen als die vornehme Dame seine Missetat nicht weiter verurteilte. Dass sie nicht lauthals auf sich und das Fehlverhalten des Mannes aufmerksam machte. Da konnte er froh sein, dass sowieso niemand anderes in der Nähe war, dem das hätte auffallen können. Aber diese Sorgen brauchte er sich nicht machen und Reinhard war wirklich froh darüber. Auch, wenn er weiter seine ernste Miene bei behielt, schließlich sollte man als Wächter nicht so offen seine Gefühlsregungen zeigen. Das war ihm oft genug gesagt worden. „Vielen Dank, Lady Electra. Ich bin Ihnen sehr dankbar. Es gehört zu den Menschen, dass sie Fehler machen und ich schätze mich sehr glücklich, dass Sie mir diesen verzeihen.“ Erneut verbeugte sich der junge Mann ein wenig, hob seinen Kopf wieder an und schaute in das schöne Gesicht der Dame, war ein bisschen irritiert von diesem Ausdruck, den er darin erkannte. Erst schien sie gar überrascht, doch im nächsten Augenblick zeigte sie sich so, wie man die Adelsfamilie der Stadt kannte. Wie man sich erzählte. Ernst und beinahe schon hochnäsig. Doch das kümmerte Reinhard nicht, diese Art ignorierte er beinahe und konnte sie doch ein bisschen verstehen. Irgendwie war diese Familie doch etwas Besonderes oder? Durften sie sich dann nicht so fühlen, sich so zeigen? Ein schwaches Lächeln zierte die Lippen des Mannes als die junge Dame sein Taschentuch entgegen nahm, sich damit gleich von ihm abwand. Warum, verstand er jetzt nicht so wirklich, schließlich war sich die Nase zu putzen doch etwas vollkommen normales aber Frauen hatten eben manchmal so ihre Eigenheiten, die man besser nicht hinterfragte. So horchte der Wächter auf als Electra ihm seine Frage beantwortete und er öffnete etwas überrumpelt seine Lippen. „Ah, doch, natürlich! Ich wäre nur nicht auf die Idee gekommen, dass Ihr euch dafür verstecken müsst. Oder verstecken wollt. Werdet ihr etwa sooft belästigt, wenn Ihr draußen außerhalb Eurer Villa unterwegs seid?!“ Ren schien beinahe schon geschockt von diesem Gedanken. Ob Electra etwa verfolgt wurde, gab es da jemanden, der ihr nach stellte? Oder gab es einen ganz anderen, einfacheren Grund warum sie ihre edlen Kleider und ihr makelloses Gesicht verhüllte? Electra war schließlich nicht hässlich. Eher das Gegenteil! Die Neugier im Blick der Dame bemerkte selbst der junge Mann und so schüttelte er den Kopf. Es war ihm aufgetragen worden sich umzusehen, nach Unstimmigkeiten zu suchen, nach Unruhestiftern. Natürlich spielte der dunkle Magier Astor immer eine Rolle bei diesen Ausflügen aber dennoch sollte dies nie erwähnt werden. Es sollte keine Angst verbreitet werden. Reinhard richtete sich wieder etwas auf, war während der Unterhaltung in seiner Haltung ein bisschen zusammen gesackt, weil es manchmal anstrengend war immer gerade und aufrecht zu stehen. Irgendwann tat das sogar ein bisschen weh. „Nein. Habt keine Sorge. Als Wächter drehen wir täglich unsere Runden und haben ein Auge auf unsere Umgebung. Wenn wir jemanden mit einer solch unauffälligen und gleichzeitig so auffälligen Robe entdecken, da klingeln die Alarmglocken in unseren Köpfen.“, erklärte der Mann und ließ seinen Blick einmal über den verhüllten Körper der jungen Frau wandern. „Ich habe Bedenken.“ Als wäre es eine absolut normale Geste, hob er seine Hand an und legte seinen Handrücken auf die Stirn der Adeligen. Ren wollte ganz einfach in Erfahrung bringen ob sich die Dame erkältet hatte. Ob sie erhöhte Temperatur hatte. Gar Fieber! Und so fand man das doch heraus.. oder nicht? „Sind Sie krank?“ Oder war sie auf etwas allergisch?

  • [Electra] & Ren; Electra wird ohnmächtig
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    Electra lächelte müde über die Worte des jungen Mannes. Und verdammt nochmal!, er hatte ja recht, auch wenn sie es nicht wahrhaben wollte, aber das Fehler-machen gehörte nunmal zum Mensch-sein dazu. Und auch ein Wächter wie Ren, der sich durchaus in einer verantwortungsvollen Position befand, geschah ab und zu mal ein kleiner Fehler. Und solange niemand dabei zu Schaden kam, war da ja auch nichts dabei, oder? Unbewusst entfuhr ihr ein Seufzen, als sie an ihre "neue" Familie dachte, wo nicht jeder kleine Fehler einfach so toleriert wurde. Seitdem sie Fenith Island verlassen hatte, hatte sie das Gefühl es immer allen recht machen zu müssen. Selbst Maerwen gegenüber. Sie musste sich oft verstellen und sich bewirten lassen, obwohl sie es hasste, wenn Maerwen ihr die einfachsten und persönlichsten Dinge abnahm. Immerhin war sie noch ein selbstständiger Mensch, oder? Dieses Gefühl schwindet seitdem sie den ersten Fuß auf Trampoli gesetzt hatte ... Umso mehr hatte sie diesen ungezwungenen Spaziergang genossen, keine Menschenseele, dessen Ideal sie entsprechen musste, nur sich selbst und Zeit endlich einen freien Kopf zu bekommen. Und nun ...? Nun stand Ren ihr gegenüber und es ließ sich leidergottes nicht abstreiten, er machte sie nervös. Lag es an seiner gehobenen Position? An seiner gewählten Sprache? Oder an seinem guten Aussehen? Gut möglich, dass alle drei Dinge für ihre Nervösität verantwortlich waren oder daran, dass er das Offensichtliche aussprach, denn auch wenn Electra zur de Sainte-Coquilles-Familie gehörte, war sie nicht die erste (oder die zweite oder dritte) Person an die man dachte, wenn man diesen Namen hörte. Ihre Wangen erröteten. "I-ich ... äh ... ich-", stammelte sie und zog den Umhang etwas enger um ihren Körper. Hm, auf frischer Tat ertappt! Ihre "Verkleidung" erschien komplett überflüssig, wenn man beachtete, wie oft sie sich mit normaler Kleidung aus dem Schloss geschlichen und jeder sie automatisch für eine gut Bürgerliche gehalten hatte. Hm ... Eigentlich trug sie diesen Umhang nur, damit Maerwen sie nicht sofort erkannte, sollte sie ihr zufällig begegnen, aber das konnte sie Ren nicht erzählen. Das war eine Sache zwischen ihr und Maerwen. Obwohl sie ja genug Vorarbeit geleistet hatte und ihrer Freundin aufgetragen hatte, das Fest der Magie in ihrer Vertretung zu besuchen. Dort hatte sie hoffentlich alle Hände voll zu tun. Dass sie sich in Wahrheit mit ihrem unwiderstehlichen Cousin rumschlagen musste, konnte Electra ja nicht ahnen. (Die arme ...) "N-nun ja", sagte sie immer noch leicht angespannt, "i-ich wollte halt kein Risiko eingehen! A-aber nun genug von mir!", lenkte sie (hoffentlich) erfolgreich ab und fragte: "
    Warum seid Ihr nicht auf dem Fest der Magie, hm? Soll das heute nicht auf dem Platz des Volkes stattfinden? Dort kann man doch sicher jede helfende Hand gebrauchen, oder ...?" Sie legte den Kopf schief und offenbarte somit etwas mehr von ihrem Gesicht. Ihre blauen Augen fixierten die brauen Augen des gutaussehenden Wächters. Unruhestifter, Betrunkene, entlaufene Monster, einen Wächter mehr oder weniger konnte dort sicher viel ausmachen? Sie wollte noch etwas sagen, ihre Aussage unterstreichen, als sie plötzlich wieder zu niesen beginn: "Hatschi! Hatschi!" Verdammter Schnupfen. Sie drehte sich erneut von ihm weg, schnaubte intensiv in das Taschentuch, sollte das so weitergehen, benötigte sie bald ein neues. Verdammt! Warum war sie so unverbereitet aufgebrochen? Sie drehte sich nach verrichteter Dinge zurück zu Ren. Sie wollte gerade etwas sagen, als er plötzlich seine Hand auf ihre Stirn legte. Sie verstummte. Sie spürte die Hitze in sich aufsteigen. Schock schwere Not! Große Augen blickten den Wächter schockiert an. Diese Geste? Das hatte sie nicht erwartet. Und irgendwie ... erinnerte sie das an die Geste ihre Mutter zu Kindheitstagen. An die Geste Maerwens, einer guten Freundin, die die selben besorgten Augen hatte und ihr - mehr oder weniger - befehlten im Bett zu bleiben. Und irgendwie ... irgendwie war ihr das zu intim! Plötzlich schritt sie einige Schritte zurück. "HALT! WAS SOLL DAS?!", entfuhr es ihr wütend, sie spürte, wie die Hitze in ihre Wangen stieg! "Nicht anfassen! I-ich ... ich äh ...", sie schaute in die rehbraunen Augen des jungen Mannes, plötzlich drehte sich alles und ... oh Gott, nicht doch? Sie verdrehte die Augen und plötzlich ... wurde ihr ganz schwarz vor Augen ... und Electra fiel zu Boden.~

  • 3717-reinhard-pngReinhard & Electra | irgendwo im Park


    Eine wirklich gute Antwort konnte die junge Dame ihm nicht geben. Aber das war eigentlich auch gar nicht nötig. Electra hatte keinen Grund ihm diese zu geben, er sollte gar keine erwarten und doch tat er es irgendwo. Vielleicht weil er ein bisschen neugierig war ohne es wirklich zu wissen, viel mehr machte er sich ja einfach Gedanken und Sorgen um die Bürger dieser Stadt. Immerhin war es seine Arbeit, seine Aufgabe diese zu beschützen und vorallem die Adelsfamilie verdiente doch einen besonderen Schutz! Oder nicht? Der junge Kerl hob seine Augenbrauen als die hübsche Frau nur zögernd kurze und knappe Worte über die Lippen brachte. Als suchte sie nach einer guten Ausrede. Aber das tat sie doch mit Sicherheit nicht! Das gehörte sich ja nicht. Zu lügen und Unwahrheiten zu verbreiten. Ren lehnte sich ein bisschen nach vorne in ihre Richtung, blickte beinahe besorgt und hob eine Hand etwas. Wollte frage, ob es ihr gut ging, ob ihr etwas fehlte, da sprudelten die Worte auch schon aus ihr heraus. Dass sie damit etwas von sich ablenkte und der eigentlichen Frage weshalb sie mit diesem schlichten Umhang durch die Straßen des Parks zog aus dem Weg ging, das fiel ihm sehr wohl auf aber es schickte sich auch nicht noch einmal nachzufragen. Gar zu stochern und solange zu kitzeln bis sie etwas sagte. Das stand Reinhard nicht zu und wenn Electra das nicht sagen wollte, dann war es so. Der junge Wächter räusperte sich. „Nun gut.. sie werden ihre Gründe haben. Seid aber unbesorgt. Wir werden sie stets beschützen und unsere Augen offen halten. Jegliche Gefahr werden wir abwenden!“ Das war ja immerhin so etwas wie ein Eid, den sie ableisten mussten. Warum sonst war man auch Wächter einer solch schönen Stadt. Seine braunen Augen weiteten sich etwas als die hübsche Dame den Spieß herum drehte und es sich beinahe so anhörte als machte sie ihm einen Vorwurf. Den er mit einem Kopfschütteln ganz schnell von sich abwies. Er hob sogar seine Arme. Fast so als wollte er sie beruhigen, da es kurz so wirkte als wäre sie ganz aufgebracht, dass er sich nicht um das statt findende Fest kümmerte. Aber vielleicht war das auch nur einfach sein Eindruck und dem geschuldet, dass sie zudem etwas kränklich aussah. Reinhard hielt trotzdem kurz inne als er mehr von ihrem makellosen Gesicht zu sehen bekam. Hielt ja schon fast die Luft an. Der Kerl erschrak kurz als sie nieste. „Manche Diebe und Unruhestifter nutzen solche Feste. Achten darauf welche Bewohner nicht zuhause sind und steigen in genau diese Häuser ein. Stehlen wertvolle Gegenstände, Gold und dergleichen. Deshalb sind manche von uns auf Patrouille außerhalb des Festes!“, erklärte er seine Abwesenheit an jenem Platz und nickte, unterstrich damit seine Aussage. Doch das war auch nicht weiter wichtig, denn die Sorge, dass etwas mit Lady Electra nicht stimmte, rückte in den Vordergrund, sodass er sich gleich dazu verpflichtet fühlte, sich um sie zu kümmern. Zumindest erstmal kontrollieren ob sie vielleicht erhöhte Temperatur hatte. Aber es schien als war das doch ein Schritt zu weit oder ein Schritt in die falsche Richtung, denn die Adelige taumelte zurück und stieß erschrocken und wütend ein paar Worte aus, die ihn erstarren ließen. „Ich-“, begann er, wollte sich erneut für seinen Fehler entschuldigen, für dieses Missgeschick, das ihm nicht hätte passieren dürfen. Aber machte man das nicht so? Dass er vielleicht nicht an dieser Position stand, dass er Electra nicht einfach hätte berühren dürfen und sollen, daran dachte der Wächter in diesem Augenblick gar nicht. War folgend eher damit beschäftigt das junge Fräulein im letzten Moment noch vor dem harten Boden zu schützen. „Lady Electra!“, stieß er erschrocken aus als sie sich nicht rührte und nicht auf ihn reagierte. Erst vorsichtig schüttelte er den regungslosen Körper, legte sie vorsichtig auf dem Boden ab und schaute nach links und nach rechts. Niemand war hier. Niemand der helfen konnte und somit überlegte er selbst schnell und intensiv was zu tun war. Mund zu Mund Beatmung oder? Das musste es sein! Reinhard erinnerte sich zurück an die Lehrstunden die sie bekommen hatten. An die Dinge, die man in Notfällen tun musste und ehrlicherweise fehlte ihm vieles an diesem Wissen gerade. Hatte er es auch noch nie gebraucht und vielleicht war er auch etwas in Panik und daher ratlos. Aber Electra bewegte sich nicht daher war das sicher die einzige Lösung! Ren hob seine Arme über ihren Körper, wusste nicht so recht wo er anfangen sollte. Die Beatmung alleine reichte ja eigentlich nicht aus oder? Musste er nicht auch irgendwie auf ihrem Brustkorb drücken? „Electra! Wachen sie auf!“, versuchte er es immer wieder, packte die Dame an ihren schmalen Schultern und schüttelte sie. „Der Adel braucht sie!“ Schließlich beugte Reinhard sich über sie, kam ihrem Gesicht näher und es fehlte nicht mehr viel bis seine Lippen die ihren berühren würden.... alles für ihr Leben!

  • [Electra] & Ren
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    Es war komisch, Electra fühlte sich komisch. Um sie herum war alles dunkel, stockdunkel. Sie hatte das Gefühl aufzuwachen, auch wenn ihre Augen geschlossen blieben. Sie spürte eine Art Bewegung und einen kräftigen Druck an ihren Schultern, als würde sie jemand schütteln. In der Ferne hörte sie eine bekannte Stimme, doch sie verstand kein einziges Wort. Sie bemerkte einen spitzen Schmerz in ihrem Kopf. Die Stimme rief ihren Namen, oder? Was war passiert? Wo war sie? Ihr regungsloser Körper wurde nun komplett auf dem harten Boden abgelegt, sie spürte die Eiseskälte an ihrem Rücken und ihre Muskulatur spannte reflektorisch an. Ein erstes Lebenszeichen? Ein Zeichen, dass sie langsam wieder zu sich kam. Sie öffnete die Augen zur Hälfte, aber erkennen konnte sie nichts. Alles war unscharf und milchig. Sie musste mehrmals blinzeln, um die Silhouette eines menschlichen Gesichts zu erkennen, welches ihrem immer näher und näher kam. Immer näher und näher. Viel zu nah! Allmählich wurde ihr Blick etwas klarer, ihr Verstand auch und sie erkannte die rehbraunen Augen ihres Gegenübers. "REN, NICHT-!", schrie sie, plötzlich fiel es ihr wieder ein und ihre Hände, die ebend noch leblos auf dem Boden gelegen hatten, schnellten plötzlich nach vorn, um wieder genügend Abstand zwischen sich und dem Wächter herzustellen. Wie konnte sie ihn vergessen? Ren! Der Traum jedes jungen Mädchens, ein hübscher, edler Mann, der der Lady in Not half. Hm, für jedes junge Mädchen vielleicht, aber nicht für Electra! Sicherheitshalber hatte sie sogar den Kopf zur Seite gedreht. "WAS IST PASSIERT? WAS SOLL DAS?", fragte sie etwas hysterisch. Viel zu hysterisch, wenn man bedachte, dass sie kurz zuvor in Ohnmacht gefallen war, weil sie sich zu sehr ... aufgeregt hatte. Aber ...! Ihre Krankheit durfte man sicherlich nicht außer Acht lassen! Diese hatte mit Bestimmtheit einen gewissen Anteil an ihrer Synkope gehabt. Auch wenn Ren allen Anscheins der Auslöser, der Trigger ihrer Ohnmacht war ... Das Mädchen aus ärmlichen Verhältnissen, das Mädchen vom Lande war diese Begegnung mit Männern einfach nicht gewohnt. Auch wenn sie nicht genau wusste, von welcher Begegnung da eigentlich die Rede war ... Ren hatte sich lediglich um ihren Gesundheitszustand gesorgt, seine Hand hatte er an ihre Stirn gelegt und nicht ... irgendwo darunter ... Electra schämte sich für diese Situation. Was war nur los mit ihr? Die Schamesröte stieg ihr ins Gesicht. Das war ihr ja noch nie passiert! Sie spürte den dumpfen Druck in ihrem Kopf und die Hitze, die erneut in ihr aufstieg. Sie vermied es Ren anzusehen, welcher sich immer noch über sie gebeugt hatte. "Ähh ...", kam es schließlich leise aus ihr heraus. "Hilfst du mir, aufzustehen?" In ihrer misslichen Lage bemerkte sie gar nicht, dass sie auf die ebend noch so aktuellen Formalitäten verzichtete. Sie sah ihn nicht an, aber sie streckte ihm die Hand entgegen und diesmal nicht, um ihn weiter von sich fern zu halten. Nein, ganz im Gegenteil. Sie wusste nicht, ob sie sich überhaupt stabil auf den Beinen halten konnte, aber es wäre immerhin besser, als weiterhin auf dem Boden zu liegen zu bleiben.

  • 3717-reinhard-pngReinhard & Electra | irgendwo im Park


    Der junge Wächter spürte seinen beschleunigten Herzschlag. Stark trommelte sein Herz in seiner Brust und auch seine Atmung wurde schneller obwohl er versuchte ruhig zu bleiben. Aber wie konnte er in so einer Situation auch ruhig bleiben, das war doch fast unmöglich! Schließlich lag Electra dort am kalten Boden, bewusstlos, ja sogar leblos! Dass er vielleicht besser und genauer hätte nachschauen soll, ob letzterem wirklich so war, das kam ihm gar nicht mehr in den Sinn, da sein Kopf nur noch darüber nachdachte und überlegte, wie das denn mit dieser Wiederbelebung war. Reinhard sprach sich innerlich selbst Mut zu und spürte eine gewisse Wärme in seinen Wangen als er über seine nächsten Schritte nachdachte. Gleich würden seine Lippen die der adeligen Dame berühren. Ganz ungefragt! Und das auch zum allerersten Mal in seinem Leben! Es war das erste Mal, glücklicherweise, dass er jemanden wieder zurück ins Leben holen musste, hatten das bis jetzt auch professionell ausgebildete Heiler übernommen, wenn es denn dazu gekommen war. Und es war auch das erste Mal in seinem Leben, dass er die Lippen eines anderen Menschen mit seinen berühren würde. Das machte die Situation nicht weniger aufregend, auch wenn der Gedanke ganz und gar nicht hierher gehörte. Trotzdem machte es ihn unsagbar nervös und so hielt er auch in seiner Bewegung inne, was sich letztendlich als ganz gut herausstellte, denn die Augen der jungen Dame öffneten sich wieder. Ohne dass Ren irgendwas an ihr getan hatte. An ihrem Mund und auch sonst wo.. woran er natürlich niemals gedacht hatte! Die braunen Augen des Mannes wurden mit einem Mal ganz groß als Electra aufschrie und ihn mit ihren Händen von sich drückte, ein bisschen Abstand zwischen sie brachte, da Ren ihr ja doch ziemlich Nahe gekommen war. Hatte er ja auch müssen! Oder? Jetzt schien die Adelige ja nicht mehr ganz so tot und je mehr er darüber nachdachte, dass er gerade vorgehabt hatte eine Mund-zu-Mund-Beatmung zu machen, desto unangenehmer wurde ihm das alles. Schließlich hatte sich heraus gestellt dass sie gar nicht so tot war, wi er zunächst vermutet hatte.. irgendwie schon ein bisschen blöd von ihm. „Ich ähm, es also..“, stammelte der Wächter und kratzte sich verlegen am Hinterkopf. „Electra sie.. sie wurden plötzlich ohnmächtig und ich dachte.. sie sahen so blass aus und..!“ Je mehr der Kerl versuchte sich irgendwie zu erklären, desto absurder klang sein Vorhaben, an das er gerade gar nicht mehr denken wollte. Kurz starrte er die Hand, die Electra ihm entgegen streckte, nur an als müsste er überlegen was er damit jetzt anfangen sollte. Wahrscheinlich bemerkte man auch an seinem ratlosen Blick, dass sein Kopf gerade damit beschäftigt war diese unangenehme Situation zu verarbeiten als es ihm wieder einfiel und er ganz schnell und mehrmals nickte. „Aber natürlich!“ Mit einem Ruck kam er auf seine Beine und griff schließlich nach ihrer zierlichen Hand, an der er das adelige Fräulein zurück auf ihre Füße zog. Ein bisschen zu schnell und überschwänglich, da Electra im nächsten Moment in seinen Armen landete und er ein paar Schritte zurück stolperte. Aber Ren fand sein Gleichgewicht glücklicherweise wieder, sodass sie nicht nochmal auf dem Boden landeten. „Oh äh ist.. ist alles in Ordnung mit ihnen, Lady Electra? Ich.. ich begleite sie gerne in die Klinik!“, kam es ihm ganz schnell über die Lippen während er ihre Hand weiter fest hielt und es mit anderen aber nicht wagte ihren hübschen Körper anzufassen.

  • [Electra] & Ren
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    Eletra wusste noch nicht so richtig, wie ihr geschah. Als der Wächter ihr erklärte, dass sie ohnmächtig geworden war, schüttelte sie entschieden den Kopf. Ohnmächtig? Also daran würde sie sich doch erinnern, oder? Und das einzige, woran sie sich erinnerte, war das Gesicht des Wächters, welches sich ihrem näherte und näherte. Oh Gott. Was er wohl vorgehabt hatte? Electra wollte sich das gar nicht ausmalen! Und trotzdem, trotz der Abneigung des Wächters gegenüber, streckte sie ihm paradoxerweise die Hand entgegen. Sie vertraute den schönen Wächter zwar nicht, aber sie wollte trotzdem nicht weiter auf dem kalten, harten Boden liegen bleiben. Sie beobachtete die ratlosen Gesichtszüge ihres Gegenübers. Sie wollte gerade etwas erwidern, als er ihr zustimmte und sie mit einem Ruck in die Aufrechte beförderte. Das ging so schnell, dass ihr ein wenig schlecht wurde, während sie gleichzeitig in seine Arme befördert wurde, und weil sie sonst umgefallen wäre, klammerte sie sich mit aller Kraft in seine Arme. "Urgh!" Ihr war ein wenig schlecht. Ihr ohnehin schon blasser Gesichtsausdruck wurde noch blasser. Ihre Hände krallten sich in seine. Das schnelle Aufstehmanöver führte zur einer Orthotase Reaktion, mit anderen Worten: zu Kreislaufbeschwerden. Ihr Blut sackte durch das schnelle Aufstehen Richtung Schwerkraft und hätte sie sich nicht erneut in Rens Arme eingekrallt, wäre sie wohlmöglich erneut ohnmächtig geworden. "In ... die Klinik?", sprach sie ihm ungläubig nach. "Nein, nicht in die Klinik, bitte!", fehlte sie. Das, genau das war der Grund den Maerwen gesucht hatte, um ihr mit Gewissheit sagen zu können: "Ich hab es ja gewusst-", also hätte Electra das Bett nie verlassen dürfen! Und diese Blösse dürfte sie sich nicht geben. Bitte! Bitte nicht. Nicht vor Maerwen, die es wie immer besser wusste! "Bitte nicht in die Klinik!". sie krallte sich erneut in Rens Arme - ohne Skrupel auf Verluste. "Bitte, Ren ... mir geht es gut, wirklich." Solange er sie festhielt. Ihre blauen Augen suchten seine. "A-aber wenn Ihr unbedingt wollt ... könnt ihr mich doch in die Villa begleiten?", fragte sie wehmütig. "Ich glaube, dann würde es mir am besser gehen ... wenn Ihr mich zurück begleitet. Bitte!" Das erste Mal an diesem Tag lag so etwas wie Wehmut in ihrer Stimme. "Bitte Ren ...!" Sie musste es nicht erwähnen, oder? Aber wenn er sie begleitet, würde ihm eine entsprechende Bezahlung winken.

  • 3717-reinhard-pngReinhard & Electra | verlassen den Park


    Reinhard fühlte sich schlecht. Nicht wirklich schlecht im Sinne dass er Übelkeit verspürte oder aber ein flaues Gefühl im Magen hatte, eher fühlte er sich schlecht weil er die hübsche Adelige so überfallen hatte. Wenn das seine Wächterkollegen mitbekamen, was er hier veranstaltete, was er Electra.. ja, antun wollte. Er hörte schon das Gelächter der Anderen, die ihn damit sicher tage-, wochen-, ja, wenn nicht sogar jahrelang damit aufziehen würden! Aber solche Fehler durften neuen Wächtern doch passieren oder? Kein Mensch war unfehlbar, auch kein edler Ritter. Obwohl er es sein sollte. Natürlich sollte er frei von Fehlern sein, denn wenn ihm mal ein solcher während einer Schlacht unterlief, das konnte böse Folgen haben! Wobei das hier, diese merkwürdige Situation auch kein Kampf war. Zumindest keiner mit ekelhaften und riesigen Monstern, die den Menschen schaden wollten. Es war eher ein Kampf mit.. einer durchaus bezaubernswerten Dame, die auch noch dem hiesigen Adel angehörte und die ihn schneller in Schwierigkeiten bringen konnte, wie ihm lieb war. Das wollte er nicht! Am besten sprachen die beiden dieses Vorkommniss einfach nie wieder an. Ließen es unkommentiert, dachten nicht mehr darüber nach und genau das machte er aber in diesem Moment und doch versuchte er das Blut, das sich in seinem Kopf gesammelt hatte und seine Wangen vielleicht sogar ein bisschen rosa färbten, schnell wieder irgendwo anders hin zu befördern. Also.. nicht.. DA hin, einfach verteilen! „Ja, in die Klinik, sie müssen-“, begann der Wächter schnell, nickte dabei sogar mehrmals aber wurde auch gleich von Electra unterbrochen. Was ihn seine Augenbrauen überrascht anheben ließ. „Ja aber.. Lady Electra! Sie waren ohnmächtig, dafür muss es doch einen Grund gegeben haben und unsere Heiler sollten das heraus finden. Nicht, dass so etwas nochmal geschieht und ich nochmal versuche sie zu- also.. bitte!“ Das funktionierte ja wirklich sehr gut, das Ignorieren dieses Vorfalls. Dass er seine Lippen auf die ihren legen wollte. Natürlich nur für eine Mund-zu-Mund-Beatmung – nicht mehr! So etwas würde ihm sonst doch nicht einfallen. Nicht dass Electra keinen Kuss verdienen würde, sie war durchaus reizend und wirklich eine schöne Erscheinung aber.. Ein leiser Schmerzlaut verließ seine Lippen als die Dame sich an ihn krallte, ihre Fingernägel in seine Arme bohrte. Sein Vorschlag schien nicht auf Anklang zu stoßen. Electra wehrte sich mit Worten und je mehr sie sich an ihm fest krallte, desto mehr auch irgendwie mit Taten. „Ja aber..!“ Natürlich versuchte er es weiterhin, es war doch eine gute Idee und wirklich wichtig, eigentlich. Was, wenn sie wirklich ernsthaft krank war und er nicht weiter darauf beharrte und am Ende noch etwas schreckliches passierte? Er dann Schuld war, weil er sie nicht in die Klinik gebracht hatte und das herausgefunden wurde? Reinhard harderte mit sich selbst bis die junge Frau einen anderen Vorschlag brachte, der sich zugegebenermaßen auch gut anhörte. Oder zumindest besser als einfach hier zu bleiben oder sie gar alleine zu lassen. Er erwiderte den Blick ihrer blauen und so schönen Augen und nickte. Erstmal zögernd, dann jedoch bestimmt. „Wenn sie das wünschen, ich begleite sie auf jeden Fall.“, versicherte er Electra und machte einen Schritt zurück. Wenn sie ihn schon so anflehte, wie konnte er da noch Nein sagen und auf seinen eigenen Vorschlag pochen? Der vielleicht immer noch besser war aber gegen eine Adelige konnte er sich ja jetzt auch nicht auflehnen oder? „Dann.. lasst uns gehen..!“ Mit einer letzten Handbewegung richtete er die Kapuze ihres Umhangs, die etwas verrutscht war und das störte sie ja sicher, ehe sie sich gemeinsam auf den Weg in die Villa machten.