Der Kirschblütenpark

  • Im Zentrum der Stadt hat man eine kleine Oase geschaffen, in der man vom Alltagsstress eine Auszeit nehmen kann, wenn einem danach ist. Liebevoll sind die Wege durch den Park mit Blumen gesäumt, die dem ganzen Ort ein wundervolles Ambiente verschaffen. Auf diesem Fleckchen Erde gibt es unzählige Sitzgelegenheit für Spaziergänger und Ruhebedürftige. Ein kleiner Teich und einige Brunnen sorgen ebenfalls für eine beruhigende Atmosphäre und locken unterschiedlichste Bewohner der Tierwelt an. Die großen Grünflächen laden gerade in den warmen Jahreszeiten zu einem Picknick mit Freunden und Familie ein. Seinen Namen verdankt dieser Erholungsort den zahlreiche Kirschbäumen, die gerade im Frühjahr in den schönsten Farben erstrahlen und diesen Park zu einem beliebten Treffpunkt für Verliebte machen. Er soll auch zugleich eine Hommage an den Kirschblütenplatz sein, welcher früher ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt war und die Stadtmitte Alvarnas repräsentiert hat.

  • [Rosalind] ~ Am Teich

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    Die Geschehnisse vom Vortag hatten die Adelstochter mit einer inneren Leere zurückgelassen, welche sie selbst von sich nicht kannte. Noch schlimmer als jene, die sie bei Max' Tod ins sich getragen hatte. Es fühlte sich an, als habe sie die ganze Nacht über wach gelegen, obwohl Rose wusste, dass dies nicht der Fall war. Am Morgen musste sie einfach raus aus diesem verfluchten Gebäude. Die Wände der Villa waren unerträglich eng für sie, obwohl das Gebäude doch so groß war. Aber Rosalind fühlte sich darin gefangen. Gefangen in einer Welt voll Unrecht und Verzweiflung. Ihre Erziehung, das Dasein als Adelige, all dies hatte sie und auch ihren Bruder zu dem gemacht, was sie heute waren. Gefangen in einem schön geschmückten Käfig, die Augen aller auf sich gerichtet. Immer auf das Ansehen achten, immer nach den Regeln spielen, immer unter sich bleiben. Noch nicht einmal in der eigenen Familie konnte man sich Vertrauen schenken. Die Distanz stand zwischen ihnen wie eine Mauer, welche einfach nicht einzureißen war. Egal wie sehr Rosalind daran kratzte und dagegen schlug. Max' Mauer war unerschütterlich und in gewisser Weise war es auch ihre eigene. Sie hatten dieses Miteinander nie gelernt, doch Rosalind hatte es zwischen den Bürgerlichen gesehen. Und sie wollte es auch, diese Ungezwungenheit, diese Freiheit. Jetzt begann sie zu verstehen, was in Bianca vorzugehen schien. Es war eines, dass die Adelstochter sich selbst so fühlte, doch der Gedanke daran, dass es anderen auch so ging, brach ihr das Herz. Während sie ging, weg von der Villa, weit weit weg, achtete die Blauhaarige nicht darauf, wo ihre Beine sie hin trugen. Sie musste einfach wen von der Villa, weg von diesen verfluchten Regeln und Verpflichtungen, weg von diesem goldenen Käfig, weg von dieser mauernden Distanz. Die schöne Atmosphäre des Parks in dem sich landete, ging fast an ihr vorbei. Ihr Körper wurde wie magnetisch von dem kleinen Teich angezogen. Und so ließ sie sich am Rande des Wasser nieder und betrachtete das kühle Blau, ließ ihre Hand durch das Nass schweifen. Wasser, die Tränen der Natur. Wie lange noch würde es dauern, bis alles um sie zusammen brach? Wie lange noch würde ihre Familie die glückliche Fassade aufrechterhalten? Wie lange noch?