Hauptstraße 26: Apartments von Mia, Tigure, Dia & Robin

  • Der mehrstöckige Wohnkomplex liegt am Hafen von Riverport und ist aufgrund seiner Lage direkt am Meer sehr beliebt. Auf drei Ebenen befinden sich Apartments die von Einwohnern der Stadt bewohnt werden. Jede Wohnung verfügt über ausreichend Platz und bietet neben moderner Technik auch einen Aufzug an. Die Bewohner der unteren Wohnung haben zusätzlich Zugang zu einem eigenen Garten während die Stockwerke darüber jeweils einen großen Balkon haben. Highlight des Hauses ist eine für alle zugängliche Dachterrasse, auf der Sitzmöglichkeiten vorhanden sind. Von dort aus lässt sich die Skyline Riverports wunderbar beobachten.


    Bewohner: Mia, Tigure (+ Halva), Dia, Felicia, Robin


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  • [Mia] | In ihrem Apartment

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    Mia wusste schon, was Sache war, bevor sie die Augen überhaupt öffnete. Ein neuer Tag hatte begonnen. Und er war schon zur Hälfte zuende. Das wusste sie, weil das Sonnenlicht, das zwischen den halbherzig zugezogenen Vorhängen hindurchschien auf ihr Gesicht gefallen war und sie geweckt hatte. Und es schien nur so in ihr Apartment, wenn es zwölf Uhr Mittags war. Mia überlegte einen Moment, ob es Sinn machte, die Augen einfach nicht zu öffnen. Sie hatte mal irgendwo gelesen, dass man einfach einschlief, wenn man für 20 Minuten komplett regungslos liegen blieb. Aber nach harten 30 Sekunden gab die junge Frau auf und schlug die Bettdecke zur Seite. Dabei öffnete sie die Augen und starrte schon jetzt wütend an die weiße Zimmerdecke, die sie jeden Morgen nach dem Aufwach sah. Vorausgesetzt, sie schaffte es Abends ins Bett und schlief nicht irgendwo im Nirgendwo auf einer Parkbank ein. "Ich hasse. Mein Leben." War wie jeden Tag der erste Gedanken, der ihr durch den Kopf schoss, nachdem ihr Hirn auf Betriebstemeperatur war und sie wieder wusste, was, wo und wann sie war. Und dass sie allein war. Mia lag eine ganze Weile so da, stand aber irgendwann auf, weil ihr der Rücken wehtat. Was natürlich absolut kein Wunder war, wenn man bedachte, dass sie die letzten drei Tage nur in ihrem Bett gelegen und sich irgendwelche langweiligen Serien auf Netflix angesehen hatte. Die guten hatte sie alle schon vor Ewigkeiten angeschaut und die nächste wirklich gute Serie lies diesmal wirklich lange auf sich warten. Mia schlüpfte in ihre graue Jogginghose, die ihr trotz Alkohol und Junkfood fast von der Hüfte rutschte und band ihre langen braunen Haare zu einem Dutt zusammen. Im Schrank fand sie noch einen übergroßen dunkelblauen Pulli mit einem Pikachu darauf, den sie sich ebenfalls überzog. "Ich muss den echt entsorgen." Ein Blick in den Spiegel verriet ihr, was sie schon lange wusste. Ihr Gesicht war eingefallen und wenn sie nicht ihre Klamotten angehabt hätte, hätte man sehen können, wie krankhaft dünn sie war. Aber manchmal hatte Mia eben tagelang keinen Hunger und zum Essen zwingen wollte sie sich nicht. Doch heute hatte sie Hunger und vor allem hatte sie keinen Alkohol mehr, in dem sie ihre Trauer ertränken konnte. Also schnappte sie sich den Wohnungsschlüssel und ihren Geldbeutel, der mit Cliffs Ersparten gefüllt war (und es hoffentlich noch lange blieb) und verließ die Wohnung.


    ~ geht ~

  • [Mia] | In ihrem Apartment - kommt & geht



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    Eigentlich hatte sie sofort unter die Duschen springen wollen, wahrscheinlich, um Marlin irgendwie zu beweisen, dass sie ihr Leben immer noch im Griff hatte, und stärker war, als er dachte. Aber nachdem sie die halbe Innenstadt zusammengeschrien hatte und dann den ganzen Weg wieder nach Hause gelaufen war, hatte Mia die Kraft, die sie eben noch verspürt hatte, wieder verlassen. Sie war müde. Und außerdem hatte sie auf der Hälfte der Strecke bemerkt, dass sie durch den ganzen Trubel gar keinen Alkohol gekauft hatte- und das war schlimm. Deshalb fiel Mia, die schon Mühe gehabt hatte, den Schlüssel im Schloss herumzudrehen, einfach ins Bett, sobald sie ihr Apartment betreten hatte. Und obwohl sie tausend Dinge beschäftigten, schlief sie sofort ein. Wahrscheinlich hatte ihr Hirn einfach zu viel, dass es verarbeiten musste und im Grund genommen war sie sich auch immer noch nicht zu hundert Prozent sicher, ob das nicht alles nur ein Traum gewesen war. Marlin hatte irgendwie zu gut ausgesehen, um echt zu sein. Niemand sah in dem Alter immer noch so gut aus.

    Als Mia die Augen wieder öffnete, war es schon später Nachmittag und es schien keine Sonne mehr in Mias Apartment. Alles, was sie sehen konnte, war ein schwacher, rosafarbener Schein, der wegen des Sonnenuntergangs auf ihren Balkon fiel. Immer noch schlaftrunken setzte sich die junge Frau langsam auf und betrachtete diesen einen Moment. Sie fühlte sich... gut. Erholt. Als hätte sie zum ersten Mal seit Jahren wieder richtig geschlafen. Oder überhaupt geschlafen. Irgendwie hatte es etwas sehr friedliches, wie sie dort auf dem Bett saß und den eigentlich nicht sichtbaren Sonnenuntergang betrachetete.

    Nicht mal eine Stunde später hatte Mia geduscht, sich rasiert, ihr Bett neu bezogen und die Waschmaschine angeschmissen. Morgen würde sie dann putzen, ganz sicher. Aber jetzt musste sie sich beeilen- bevor die Nacht vorbei war, hatte sie schließlich noch eine Mission zu erfüllen.


    ~ Geht~

  • [Mia] | mit Marlin in ihrer Wohnung

    Outfit (ohne Brille lol)

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    Die ganze Zeit über war Mia schweigend mal neben Marlin, dann wieder ein Stück vor ihm gelaufen. Sie hatte überlegt, seine Hand zu nehmen, aber sie wusste auch, wie zerbrechlich diese Situation war und wenn sie auch nur einen klitzekleinen Fehler machte, war das alles schneller wieder vorbei, als ihr lieb war. Und obwohl sie Marlin so unendlich viele Fragen hatte stellen wollen, hatte sie den Mund gehalten. War fast schon ängstlich, gar ehrfürchtig neben ihm herspaziert und hatte auch den von ihm festgelegten Abstand zwischen ihnen brav eingehalten. Vor der Wohnungstür angekommen entspannte sich Mia etwas, atmete aus und ließ die Schultern sinken. Sie hatten es bis hierher geschafft und jetzt konnte er nicht mehr so schnell weglaufen! ...Richtig? Ob sie vielleicht besser die Tür hinter ihnen zusperren sollte? "Hier wohne ich!", teilte die junge Frau ihrem Gast mit, als beide das Apartment betraten und sie das Licht anknipste. Zum Glück hatte sie heute Nachmittag noch aufgeräumt! Und sowieso, die Wohnung konnte sich sehen lassen. Hier waren die gesammelten Ersparnisse von Mami, Popuri und Cliff hineingeflossen, die alle in dem Glauben lebten, dass sie jeweils die einzigen waren, die sich um Mia kümmerten. Aber schließlich hatten sie Mia ja auch alle irgendwann im Stich gelassen- also musste sie sicher kein schlechtes Gewissen haben, dass sie alle drei so schamlos ausnutzte. Unsicher warf Mia einen Blick auf Marlin, als sie die Wohnungstür hintern ihm schloss. "Und jetzt?" Irgendwie hatte sie verlernt, wie man mit Besuch umging. Sie war sich auch gar nicht sicher, wann sie zuletzt welchen gehabt hatte. "Ich glaub, da war dieser Schauspielstudent..." Aber an mehr konnte sie sich nicht erinnern- wahrscheinlich, weil es nicht mehr gegeben hatte. Und Marlin? Hatte er oft nächtlichen Besuch gehabt, wo immer er auch gewohnt hatte? Bestimmt. Er hatte sicher nicht enthaltsam gelebt, weil er ja monogam war und eigentlich nur darauf gewartet hatte, wieder mit ihr zusammenzutreffen. Mia wusste das, aber es machte sie trotzdem traurig. Was, wenn jemand darunter gewesen war, der besser war, als sie? Jemand, den er mehr geliebt hatte? "Was.. was machen wir jetzt? ...Was möchtest du machen?" Ihre Gedanken verwirrten sie und ihr war klar, dass sie sich unbedingt ablenken musste, bevor sie ihm all die Fragen stellte, die sie so wahnsinnig machten. Wenn das hier in einem Verhör endete, ergriff Marlin nämlich sofort wieder die Flucht. Und weil sie ihn so lange wie möglich bei sich behalten wollte, würde sie das sicher nicht nicht riskieren. Mia betätigte den Lichtschalter erneut, machte vorsichtig zwei Schritte in seine Richtung und sah dann zu ihm auf. "Wir können... Da weitermachen, wo wir gerade aufgehört haben." Ihr Herz raste und sie fühlte sich, als wäre sie wieder 15. Schlimmer noch, denn mit 15 hatte sie schon lange jeglichen Scham verloren gehabt. Dieser war nämlich spätestens an dem Tag flöten gegangen, an dem sie mit dem Vater ihrer besten Freund im Bett gelandet war. Aber das hier... "Sei lieb zu mir, ja?" Mia war sich nicht ganz sicher, ob sie das ernst meinte. Denn auch wenn sie Angst vor Marlin hatte, Angst vor dem, was in den nächsten Minuten passieren würde, wollte sie nichts mehr, als ihn so intensiv zu spüren, wie nur irgendwie möglich. Erneut hob Mia zögernd ihre Hand, um ganz sanft über seine Wange zu streichen. Sie hatte ihn so sehr vermisst. Alles an ihm, seinen Geruch, seine Haare, seine Hände, die sie früher so oft berührt hatten... Und vor allem seine gefährlichen, stechend grünen Augen, die selbst jetzt im fahlen Lichtschein, der von draußen durchs Fenster fiel noch so sehr leuchteten.

  • [Marlin] & Mia



    Schweigend waren sie nebeneinander hergelaufen. Selbst Mia hatte endlich die Klappe gehalten und bedrängte ihn nicht mehr weiter. Für's Erste zumindest. Aber immerhin hatte sie ja jetzt auch bekommen, was sie wollte, nicht wahr? Ein kleiner Sieg für sie. Warum hatte er sie gewinnen lassen? Zuvor in der Bar hatte er sie noch ausgelacht dafür, dass sie glaubte, er würde mit ihr gehen. Und nun tat er genau das. 'Wer lacht jetzt?' Nun, er hatte schon immer launisches Verhalten an den Tag gelegt. Prinzipientreue war etwas für solche, die es sich leisten konnten. Zwischendurch lief Mia vor ihm und er betrachtete sie ungerührt. Noch immer konnte er nicht glauben, welche Fäden der Zufall gezogen hatte. Er hatte Vergangenheit wie Zukunft aus seiner Zeit geschnitten, nur von Tag zu Tag gelebt - ein einsames, aber auch ein einfaches Leben. Ein Stil, der zu ihm passte. Jetzt dazu gezwungen zu werden, wieder anzuknüpfen - es hatte einen Moment gebraucht. Und nun? Was würde noch passieren?

    Als Mia schließlich verkündete, dass sie da seien, sah er auf. Er hatte sich den Weg in keinster Weise gemerkt, noch konnte er sagen wie spät es mittlerweile war. Schweigend folgte er ihr hinein, behielt sie, die Umgebung, genau im Blick. Ah, nun war er also tatsächlich zu Besuch bei ihr. Zur Hölle. Dennoch war ihr der Ort, diese Wohnung, total fremd. Zumindest eine gute Sache - hätte sie ihn in ihr altes Häuschen geschleppt, in dem auch er eine Weile gewohnt hatte, er hätte auf dem Absatz kehrt gemacht. Aber war das nicht derselbe Käfig in anderer Verkleidung? Mia war nervös, er konnte sehen, wie sehr sie die Situation überforderte und allein das amüsierte ihn doch ein wenig. Langsam gewöhnte er sich wieder an ihren Anblick, konnte dadurch berechnender vorgehen. Aber ach, wer würde sowas denn ausnutzen wollen...? Immerhin war er ein anständiger Mann, hatte keine weiteren Teenager mehr geschwängert und auch sonst enthaltsam wie ein Mönch gelebt. Genau. Nicht. Marlin sah sich im schmalen Flur um, während sie fragte, was er denn machen wollte. Was hatte sie vorhin noch gleich vorgeschlagen? Netflix, Pizza, Reden? Nein danke, keine Lust. Ihre jetzige Anregung klang da interessanter, weswegen er seine grünen Augen wieder auf sie fixierte. Sie war wieder an ihn heran getreten, noch immer so klein wie mit 15. Die Unsicherheit in ihrem Blick konnte sie nicht verstecken und doch hob sie langsam die Hand, führte sie in seine Richtung. Er wich nicht aus, hielt sie nicht ab. Der Deal stand: Eine Nacht. Also würde er sich auch voll und ganz darauf einlassen, keine Hintergedanken zu Flucht mehr. Sofern sie ihn nicht wieder reizte, doch gerade wirkte sie beinahe handzahm, ging vorsichtig vor, als hielte sie einen zerbrechlichen Schatz in den Händen. Aber das war er ja auch, nicht wahr? Ihr Ein und Alles. Er könnte nett zu ihr sein, freundlich, charmant. Das war er auch früher schon gewesen. Es war ein bisschen anstrengend, aber hey, ein letztes Mal konnte er sich schon die Mühe machen. Oder aber gnadenlos, provokant, höhnisch. Wie oft hatte Mia ihm zum Teufel gejagt, weil er sich einfach wie der letzte Arsch verhalten hatte? Unzählige Male waren sie so umeinander gekreist. Hmm, was tun, was tun? Die Situation, Mia selbst, sie ließen ihn nicht länger kalt, so viel stand fest. Doch wie sich das ganze ausspielte, das würde sich erst noch zeigen. 'Sei lieb zu mir, ja?' Er verkniff sich eine Reaktion zu dieser Aussage. Ach, wie könnte er diese Bitte nur ausschlagen? Doch lag nicht genau darin auch der Reiz? "Ich glaube du musst mir auf die Sprünge helfen.", meinte er und fing ihre Hand ab, bevor sie ihn berühren konnte. Ihr Handgelenk hielt er erneut umklammert, sanft diesmal, es lag kaum Druck in der Geste. Er wandte den Blick kurz ab, ging mit den Augen den Weg ihres Armes entlang, bis hin zu der Hand, die er ausgebremst hatte. "Wo haben wir noch gleich aufgehört? Hier?" Er umgriff ihr Gelenk ein wenig fester, eine Nuance nur, nicht so das es wehtat. Nicht wie vorhin. Vorhin da... war er wütend gewesen. Sein Blick richtete sich erneut auf die zerbrechliche Frau vor ihm, verringerte den Abstand noch ein wenig. "Oder hier?" Marlin beugte sich zu ihrem Gesicht herab, jedoch ohne sie zu küssen, sah sie einfach nur durchdringlich an, wartete ab. Immerhin, er durfte machen was er wollte, oder? War das nicht Teil ihrer Abmachung gewesen? Mal sehen ob er sich da noch einmal gönnerhaft zeigte und lieb zu ihr sein konnte. Aber Mia, hast du dir das auch wirklich verdient?

  • [Mia] | mit Marlin in Mias Wohnung

    Outfit (ohne Brille lol)


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    Als Marlin ihre Bewegung stoppte und ihr Handgelenk wieder wie vorhin umklammert hielt, sog Mia unwillkürlich scharf die Luft ein. Seine Berührung war unerwartet gewesen und obwohl sie sich ein wenig erschreckt hatte, sprach jedoch vor allem die Erregung aus ihr. Mia verspürte ein Kribbeln, überall an ihrem Körper und vor allem dort, wo Marlins Hände lagen. Es fühlte sich fast schon wie ein Brennen an- ein sehr angenehmes und aufregendes Brennen, von dem sie sich wünschte, dass es nie wieder verschwand. Ihr Herz zersprang fast, als Marlin sich schließlich auch noch zu ihr herabbeugte, ihrem Gesicht immer näher kam und sie dann mit seinen grünen Augen viel zu intensiv ansah. "Ich kann nicht..." Die junge Frau wandte ihren Blick fast schon beschämt zu Boden und biss sich schmerzhaft auf die Unterlippe, um sich wieder zu fangen und nicht in dem Meer ihrer Emotionen, bestehend aus Aufregung und Scham zu versinken. Wieso nur löste er solch starken Gefühle in ihr aus? Sie war doch sonst nicht so, ganz im Gegenteil. Mia hatte immer einen frechen Spruch auf den Lippen und ließ sich kaum von unerwarteten Geschehnissen aus der Bahn werfen. Selbst, als Marlin sie damals geschwängert hatte, hatte Mia Fassung bewahrt und war nicht, wie gewisse andere Leute panisch bettelnd auf die Knie gefallen, um... "Fester", flüsterte sie in die Dunkelheit hinein, hatte ihren Kopf wieder gehoben und erwiderte nun seinen Blick. "Ich will dich spüren, so sehr wie möglich, bitte..." Daraufhin küsste sie den Mann vor sich, nicht annähernd so sanft und zärtlich, wie zuvor. Der Kuss war viel leidenschaftlicher, drückte aber auch ihr verzweifeltes Betteln und Flehen nach mehr aus. Mia hatte noch nie etwas so sehr gewollt, wie das hier. Und vor allem, wenn er ihr nur eine einzige Nacht mit ihm gab, wollte sie diese unbedingt bis aufs Äußerste ausschöpfen. Mia hatte ihre freie Hand unterdessen auf Marlins Brust gelegt, war erst zögernd, aber dann immer bestimmter mit ihren Fingern über den Stoff seines Shirts gefahren, bis sie schließlich seine Hose erreicht hatte. Eben hatte sie es geschafft, den Knopf seiner Jeans zu öffnen, als sie inne hielt. Mias Lippen lösten sich von Marlins und ihr Blick suchte den seinen. "Ich kann das nicht, wenn du am Ende doch wieder verschwindest. Ich sterbe dann, ganz sicher..." "Gehen wir ins Schlafzimmer...?" Ein zögerliches Lächeln erschien auf ihren Lippen und sie hoffte inständig, dass er ihre Unsicherheit nicht bemerkte. Sie wollte es wirklich nicht kaputt machen, hätte den Moment so gerne mehr genossen, als sie es konnte. Aber der Gedanken daran, ihn wieder so nah an sich ranzulassen, obwohl es eindeutig keine gemeinsame Zukunft für sie gab zerriss Mia förmlich.

  • [Marlin] & Mia



    Sie hielt seinem Blick nicht stand. Oh? Wie ungewöhnlich. Marlin erinnerte sich nur zu gut an das Funkeln in ihren blauen Augen - ein Aufblitzen der Wut oder ein leidenschaftliches Strahlen, je nachdem, mit welchem Fuß sie aufgestanden war. Marlin legte den Kopf schief, ganz leicht nur. Das sie nun so beschämt zu Boden blickte, war interessant. Als wäre sie noch immer ein junges Mädchen, das gerade ihren ersten Freund nach Hause brachte und von der Welt keine Ahnung hatte. Aber war dieses Bild wirklich so abwegig...? Nur ein einziges Wort kam über ihre Lippen, als sie den Kopf langsam wieder anhob, seinen Blick suchte. 'Fester.' Erstaunt zog er die Augenbrauen nach oben - das sie es tatsächlich schaffte ihn noch zu überraschen, damit hatte er nicht mehr gerechnet. Aber mit Mia war es noch nie langweilig gewesen, nicht wahr? Nein, meistens nicht. Er würde ihre Bitte nicht ausschlagen, nicht heute, nicht diesmal. Warum? Lagen etwa doch noch alte Gefühle in seinem steinernen Herz begraben? Oder war es nicht doch nur ein animalisches Verlangen, das sich regte, als sie ihn mit diesem reumütigen Blick ansah? Mia gab ihm einen Kuss, fordernder diesmal und er ließ sie gewähren, ging darauf ein. Er schmeckte die Verzweiflung in ihrer Geste, woraufhin sich seine Mundwinkel zu einem süffisanten Grinsen kräuselten ohne dabei die Verbindung zu lösen. Das gefiel ihm. Seine rechte freie Hand fuhr durch ihre Haare, packten anschließend ihren Hinterkopf um sie noch näher an sich zu drücken, während die andere noch immer nicht ihr Handgelenk losgelassen hatte. Er war schlecht für sie, grausam zu ihr gewesen, als er sie ohne ein Wort und ohne ein Gefühl von Reue verlassen hatte. Das musste ihr klar sein. Wenn sie ihn trotzdem zu sich einlud, war das ihr Problem - sie musste damit klar kommen, mit ihm und mit dem, was er nun einmal war. Mia kannte ihn, sie wusste was von ihm zu erwarten war - er würde sich nicht die Mühe machen sie darauf hinzuweisen. Also würde er auch kein schlechtes Gewissen haben, wenn er sich jetzt den Ausgleich für seine Nerven holte und am nächsten Morgen wieder ging. Nein jetzt, da würde sie bekommen was sie wollte. Nicht einmal im Sarkasmus konnte Marlin hier von Großmut sprechen - es war die Begierde, die langsam Überhand gewann. Er hatte es genossen, die letzten Jahre, lose Bindungen, ein wenig Spaß mit der beruhigenden Gewissheit, sich nichts schuldig zu sein. Von Mia konnte er das nicht behaupten, sie war keine Fremde, sie war - ja, was eigentlich? Was war sie für ihn schon? Dennoch fühlte es sich anders an, eine neue, eine vertraute Art des Begehrens - und er wusste nicht ob ihm das Gefühl behagte. Darüber verlor er gerade jedoch auch keinen Deut. Nein, er konzentrierte sich ganz auf die Frau vor ihm, die ihm doch so ganz und gar verfallen war. Wann hatte er es jemals so einfach gehabt? Obwohl auch das nicht ganz richtig war, aber daran konnte er im Moment wirklich nicht denken. Stattdessen spürte er, wie ihre freie Hand auf seiner Brust lag, sich langsam, vorsichtig nach unten tastete. Nun war sie es, die den Kuss löste. Da lag ein Schmerz in ihrem Blick, der jedoch nicht dazu führte, dass sie bereute. Im Gegenteil. Eine weitere Einladung, ein verunsichertes Lächeln - sie hatte wirklich Angst, nicht wahr? Nicht Angst, dass er ihr etwas antun könnte, sondern das er erneut verschwand, das stand fest. Ob er das ändern sollte? Aber wollte er nicht lieb sein? "Du hast dir dein Leid selbst zuzuschreiben." Er klang höhnisch, konnte es gar nicht unterbinden. Ob er damit das Vergangene oder die unmittelbare Zukunft, wenn er ging und sie erneut zurück ließ, schlimmer noch als zuvor, meinte blieb ungewiss. 'Fester' - er wollte nicht grausam sein, nicht auf diese Weise, nicht wie er. Aber wenn es ihr nach mehr verlangte? War es dann immer noch gewaltvoll? Mia kratzte an etwas, dass besser nicht aufplatzen sollte. Schlafzimmer. Schön. Ihm war es einerlei wo, ein Zeichen, dass sich die Ungeduld mit hinein würzte. Ah, nein, er musste sich zügeln, wollte sich doch an ihr weiden, nun, wo sie ihn schon so weit gebracht hatte. Marlin ließ sie kurz los, nur um schließlich ihre ganze Gestalt zu umfassen, sie hoch zu heben und an den Ort ihrer Träume zu tragen. Sie war leicht, so unfassbar klein und dürr und mager, das es ihm ein Leichtes war. Sie mochte ihn eingefangen haben, doch jetzt, ja, da gehörte sie ihm. Das sollte er ihr zu verstehen geben. Nur am Rande bemerkte er die Umrisse der Wohnung, sie war so klein, dass er sich auch zu recht fand, ohne je zuvor da gewesen zu sein. Alles hier schrie nach Mia, jedoch noch immer nach einer kindlichen Form, die sie wohl nie ganz abgelegt hatte. Ah. Einige Dinge änderten sich wahrlich nie. Marlin kickte mit dem Fuß die Tür zum Schlafzimmer auf, die nur leicht angelehnt gewesen war. Ein Himmelbett nahm einen Großteil des Raumes ein, die unzähligen Plüschtiere hätte er am liebsten kurz auf den Scheiterhaufen verbrannt, aber okay, dazu bekam er nun nicht die Gelegenheit. Marlin warf den zierlichen Körper seiner Ex (wenn man überhaupt so viel behaupten mochte) unsanft auf die Decken in weiß und blau. War das etwa Blümchenmuster? Ein wenig wirkte das Zimmer wie das einer eingesperrten Prinzessin, doch es war kein Ritter gekommen um sie zu retten, sondern ein Dämon um sie zu nehmen. Nichts und nichts anderes würde geschehen, doch es war einerlei, war dem nicht so? Denn auch die Prinzessin hatte einen wahrlich verdorbenen Charakter. "Wir wollen uns Zeit nehmen, nicht wahr mein Engelchen?" Engelchen - so hatte er sie zuweilen genannt, wenn er sie aufziehen wollte. Bengelchen in Wahrheit gedacht, doch gerade war nicht viel von ihrer kämpferischen Art zu sehen. Ob er es noch einmal herauslocken könnte? Marlin folgte ihr auf das Bett, noch bevor sie sich aufrappeln konnte, beugte sich über sie, ließ sie in keinem Moment aus den Augen. Wir würden es gleich herausfinden, nicht wahr?

  • [Mia] | mit Marlin in Mias Wohnung

    Outfit (ohne Brille lol)


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    Marlin hatte sie Unsicherheit in ihrem Blick bemerkt. Natürlich hatte er das. Mia konnte ihm nichts vormachen, das hatte sie noch nie gekonnt. Schon immer war sie ein offenes Buch gewesen, hatte nie gelernt, mit ihren Gefühlen umzugehen, geschweige denn, diese zu verstecken. "Du hast dir dein Leid selbst zuzuschreiben." Sie wusste das ganz genau, aber es tat trotzdem weh, dass so offen aus seinem Mund zu hören. Und was war das? Grinste er etwa? Und sein Tonfall- ganz das Monster, das er schon immer gewesen war. Fast hätte Mia widersprochen, hatte schon den Mund geöffnet, um zum Gegenschlag auszuholen, aber sie konnte es nicht. Egal was er tat, was er sagte, die Hauptsache war, dass er bei ihr blieb und nicht gleich wieder verschwand. Wenigstens nicht bevor sie nicht diese Nacht miteinander verbracht hatte. Aber dadurch, dass Mia die Worte so im Hals stecken blieben, sie sich selbst ermahnte und still blieb, hatte sie fast noch mehr Mühe anstatt der Worte ihre Tränen zurückzuhalten. Er war einfach so gemein! Immer, das war immer schon so gewesen. Nicht ein einziges Mal hatten sie Zeit miteinander verbringen können, ohne dass er sie nicht auf irgendeine Weise gedemütigt hatte. Frust überkam Mia und gemischt mit der Erregung und der Aufregung, die sie nun schon seit Stunden verspürte und die mit jeder Minute an Stärke gewonnen hatten war die Situation für die junge Frau kaum auszuhalten. Aber wollte sie nicht genau das? Vielleicht gab ihr seine böse Art irgendwas, ein Gefühl von verdrehter Liebe wohlmöglich. Denn wenn Marlin je Gefühle gezeigt hatte, dann auf diese Weise. Und Mia hatte sich daran gewöhnt, war fast darauf konditioniert, eben diese Art von ihm zu lieben und alles, was er ihr an Aufmerksamkeiten hinwarf, freudig anzunehmen. Wenn diese aus gemeinen Sprüchen, Erniedrigungen und ähnlichem bestanden, dann war das eben so. Deshalb nickt Mia demütig, gab ihm recht. Sie selbst war schuld daran, dass sie ihn trotz seines verkorksten Charakters so unendlich sehr liebte. Nur sie. Trotzdem hätte sie fast angefangen zu flennen, hätte Marlin sie nicht in eben dieser Sekunde hochgehoben und ins Schlafzimmer getragen. Mia war so perplex von dieser lieben, beinahe romantischen Geste, dass die Tränen auf der Stelle versiegten. Erstaunt sah sie Marlin an, wurde jedoch jäh aus ihrer kleinen Traumwelt, in der sie kurz an einen zärtlichen, liebevollen Marlin geglaubt hatte gerissen, als er sie alles andere als sanft aufs Bett warf. Schützend klammerte Mia sich an eines ihrer Plüschtiere, einen hellblauen Pinguin und rutschte dann ans Kopfende des Betten, nicht ohne den Blick von ihrem Besucher zu nehmen. Diesem schien Mias eingeschnappter Blick und ihr zu einer Schnute verzogener Mund jedoch herzlich egal zu sein. Marlin beugte sich über sie, nannte sie Engelchen und allein dieses eine Wort, das sie so lange nicht mehr gehört hatte, ließ Mia so dahinschmelzen, dass sie ihre schützende Haltung direkt wieder aufgab. Der Pinguin rollte vom Bett, auf den weichen Teppichboden und Mia nahm das Gesicht des Mannes vor ihr vorsichtig in ihre Hände, um ihn wieder und wieder zu küssen. Natürlich, sie war seins. Sein Engelchen. Was immer er von ihr verlangte, sie war da, würde es tun. Mehr als ihn hatte sie nie gewollt. Seitdem sie ihn kannte, hatte sich ihre ganze Welt nur um ihn gedreht. Mia drängte Marlin ein Stück zurück, entledigte sich langsam ihrer Latzhose und dann ihres Shirts. Knibbelte kurz am Verschluss ihres BHs, bis sie nur noch in ihrem weißen Spitzenhöschen vor Marlin auf dem weichen Bett saß. Auf allen Vieren krabbelte sie näher zu ihm, sah ihm grinsend in seine leuchtenden Augen und machte sich dann weiter an seiner Hose zu schaffen. "Ich würde sagen, du hast mich vermisst", stellte sie kichernd fest, als beide schließlich völlig nackt auf Mias Himmelbett lagen und ihr Blick zwischen seine Beine gefallen war. Erst sanft, dann immer fester berührte sie ihn dort. Hoffentlich hatte er bemerkt, dass sie sich für ihn extra viel Mühe gab, sich besonders lange um ihn kümmerte, auf jede Art und Weise, die ihr in den Sinn kam. Es war ihr auch egal, ob er sich genau so intensiv bei ihr revanchieren würde. Schließlich war nur wichtig, dass Marlin zufrieden war und diese Nacht mit ihr so schnell nicht vergaß.

  • [Marlin] & Mia


    »My life to yours. My Breath become yours.«

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  • [Mia] | mit Marlin in Mias Wohnung / Bett


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    Mia hätte sich gerne noch sehr viel intensiver um ihren Besucher gekümmert, sich länger mit seinem Körper beschäftigt, den sie so lange nicht mehr berühren hatte dürfen, aber sie beschwerte sich nicht, als Marlin sich erneut ihre Handgelenke griff und sie dann rücklings aufs Bett drückte. Dann begann er mit einer Hand über ihre Haut zu streichen, überall und... sanft. Viel zu sanft. Keuchend, flehend sah sie ihn an und hoffte, dass er ihren Blick richtig deutete. Wieso war er so zurückhaltend? Sie wollte ihn spüren, ganz, wollte sein ganzes Gewicht auf sich haben, ja, am liebsten wäre es ihr gewesen, er würde sie mit seinem Körper erdrücken. Mia wollte alles von ihm, ganz egal, wie weh es tat, Hauptsache, sie fühlte ihn. Ganz. Wieso also hielt er sich so zurück? Tat er das mit Absicht? Mia schnappte nach Luft, als seine Hand zwischen ihren Oberschenkeln angelangt war und drängte ihren Körper näher an Marlin heran. "Mehr, bitte..." Sich ihm so sehr hinzugeben, ihn anzubetteln, sie härter anzupacken war erbärmlich, aber das war Mia herzlich egal. Gerade wollte sie ihn noch weiter anflehen, ihn um die schmutzigsten Gefallen bitte, als Marlin sich zu ihr beugte, sie kaum merkbar küsste und ihr dann eine Frage stellte. "Was...?" Mia drückte sich ein Stück weiter in die hellblauen Kissen, wandte beschämt den Kopf zur Seite und biss sich auf die Unterlippe. Wieso fragte er sie das? Interessierte es ihn? Nein, wieso auch? Also was war seine Intention dahinter? Wollte er ihre Loyalität prüfen? "Ich..." Es hatte keinen Zweck, ihn anzulügen. Er würde sie sowieso durchschauen. "Es gab jemanden. Aber nur diese eine Person. Und nur ein einziges Mal." Zögernd sah sie wieder zu Marlin, genau in seine giftgrünen Augen. "Bitte sei nicht böse", bat sie, obwohl sie wusste, dass es Schwachsinn war. Wahrscheinlich amüsierte es ihn, dass sie überhaupt daran dachte, es würde ihn auch nur ansatzweise jucken, mit wem sie in den letzten fünf Jahren im Bett gelandet war. "Nur einen?" hörte sie ihn in Gedanken sagen, dachte daran, dass er sie mit ihrer ehrlichen Antwort aufziehen würde und musste schlucken, um nicht wieder loszuweinen. Es sah ihr schließlich auch gar nicht ähnlich. Früher hatte sie immerhin alles angesprungen, dass einen Schwanz hatte und nicht bei drei auf dem nächsten Baum gewesen war. "Und... und bei dir...?" War Mia wirklich zu solch einer Masochistin geworden? Sie wollte das überhaupt nicht wissen. Wollte nicht hören, wie viele hübsche Mädchen er beglückt hatte, während er keinen einzigen Gedanken an sie verschwendet hatte. Seine Antwort würde ihr Herz in Stücke zerreißen und sie konnte nichts weiter tun, als diese abzuwarten, während er sie aufs Bett drückte und die volle Kontrolle über sie hatte. Die Angst in Mias Blick vor dem, was gleich kommen würde, war deutlich zu erkennen. "Sag, dass es da niemanden gegeben hat. Nie. Bitte."

  • [Marlin] & Mia



    Ah. Da war es, diese kleine Bitte nach mehr. Worte des Bettelns, ein Flehen im Blick. Ob er ihrem Wunsch nachgehen sollte? Nun, das kam ganz und gar auf ihr Verhalten an. Sie hatte den Blick nun abgewandt, sah beschämt zur Seite. Mia sollte gar nicht erst versuchen zu lügen, das war ihr klar, oder? Er konnte sie schon im Normalzustand durchschauen, jetzt jedoch, wo sie ihn so sehr begehrte, so derart weich und verletzlich unter ihm lag, machte sie es ihm nur um ein Vielfaches leichter. Sie würde sich selbst verraten, das tat sie früher oder später immer. Als sie mit der verlangten Antwort herausrückte, zeigte sich für den Hauch eines Moments Überraschung in seinen grünen Augen. Nur einen? Fast schade. Er hatte mit dem Gedanken gespielt, sie all die Namen derer die sie angefasst hatten, herausstöhnen zu lassen, um sie zu erniedrigen. Bei nur einem hingegen war das ja wohl kaum die Mühe wert. Ein wenig regte sich die Enttäuschung in diesem Mann, jedenfalls bis Mia den Kopf wieder vorsichtig, ganz leicht nur, zu ihm wandte, seinen Blick mit ihren traurigen Augen suchte. Glitzerten da etwa Tränen in den entlegenen Winkeln ihres Gesichtes? Ah. Ein kleiner Trost, nichtsdestotrotz einer, der ihn mit Genugtuung erfüllte. 'Bitte sei nicht böse' Ihn amüsierte ihre Annahme. Er hatte sie fallen gelassen, sich keinen Deut für sie interessiert, doch sie besaß noch immer ein krankhaftes Loyalitätsgefühl ihm gegenüber. Rechtfertigte sich, obwohl sie keine Grenzen übertreten hatte, beschuldigte sich selbst Fehlern, die keine waren. Es war krank. Doch Marlin gab sich keine Mühe, ihr das auszureden, wieso sollte er auch? Er hatte es ihr schon einmal gesagt - sie hatte sich ihr Leid selbst zuzuschreiben, sie konnte selbst sehen, wie sie mit ihren Problemen umging. Aber sah sie diese überhaupt? Wen kümmert's? Marlin richtete seine volle Aufmerksamkeit wieder auf sie, ihren Körper, als sie es tatsächlich wagte, die Gegenfrage zu stellen. Ein leises Lachen kam über seine Lippen. Mia hatte das wohl nicht richtig verstanden: Sie musste antworten, weil er es so oder so herausbekommen würde, ja, weil sie gar nicht anders konnte, als ihm nicht das zu geben, nach was er verlangte. Er hingegen war ihr nichts schuldig - ob er ihr Antwort gab, blieb ganz und gar seinem Gutdünken, seiner Gnade überlassen. Wollte sie es überhaupt wirklich wissen? Nein, wohl kaum. Also antwortete er ihr. "Willst du etwa, dass ich all ihre Namen nenne, während ich dich ficke?", flüsterte er. Seine Stimme klang so sanft, so einvernehmend und freundlich, als hätte er ihr gerade die Sterne vom Himmel gebetet. E-kel-haft. Ah, nein - charmant war das richtige Wort dafür, nicht wahr? Wie auch immer, es war ihre Entscheidung. Böse, nein, böse war er nicht auf sie. Sollte sie es glauben oder nicht, es war ihm einerlei. Das Vorspiel war vorbei. Marlin drückte mit der Hand, die ihre Gelenke noch immer umklammert hielten, fester zu, ging dann auch zwischen ihren Schenkeln bestimmter vor. Wartete bis ihr Körper sich unter ihm aufbäumte, behielt sie mit dem seinen jedoch fest in seiner Gewalt, sodass sie ihm nicht entkommen konnte. "Bettle.", forderte er nun, kein Flüstern mehr, keine Zurückhaltung. Sie wollte ihn intensiver spüren, ihn völlig für sich einnehmen? Dann sollte sie gefälligst auch dafür bezahlen.

  • [Mia] | mit Marlin in Mias Wohnung / Bett


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    Ganz wie erwartet kümmerte es ihn absolut nicht, mit wem sie im Bett gewesen war. Tatsächlich sah Marlin fast schon enttäuscht aus, jedenfalls glaube Mia, so etwas in der Art in seinem Gesicht erkennen zu können. Aber nur, bis er auf ihre Frage hin lachen musste, nicht laut, aber sein Lachen und die darauffolgende Antwort durchbohrten Mias Herz wie ein Messer, das ihr jemand gnadenlos ins Herz gebohrt hatte. "So viele...?", wollte sie fragen, aber jegliche Worte blieben ihr im Hals stecken. Sie spürte, wie ihr Körper von ganz alleine anfing, sich zu wehren, mit all den Emotionen nicht mehr zurechtkam und auf Fluchtmodus umstellen wollte. Mia begann, zu zittern. Auch wenn sie es vorher schon gewusst hatte, schon wenige Wochen, nachdem er damals gegangen war und es keine Lebenszeichen mehr von ihm gegeben hatte, traf sie die Erkenntnis hart. Er hatte sie nicht geliebt. Er hatte nicht an sie gedacht, schon gar nicht so, wie sie an ihn gedacht hatte. Sie war ihm völlig egal. "...All ihre Namen..." Marlin hatte diesen Satz gesagt, ohne auch nur einen Moment zu zögern. Während Mia alleine in ihrer Wohnung gesessen und jämmerlich auf ihn gewartet hatte, war es ihm gut gegangen. Er hatte sie ersetzt, nein, viel schlimmer. Sie hatte nie auch nur ansatzweise eine Rolle in seinem Leben gespielt. Mia schluckte, versuchte sich zu beruhigen, aber der Versuch, ruhiger zu atmen endete in einer fürchterlichen Schnappatmung, der unendlich viele Tränen folgten, während sie immer noch unaufhörlich zitternd unter ihm lag. Die Realität war schrecklich, hatte sie eingeholt und dabei mit voller Wucht getroffen. Jede Hoffnung, die noch irgendwo in ihr vorhanden gewesen war, hatte sich mit diesem Satz vollständig in Luft aufgelöst. Sie wollte das nicht. Sie wollte etwas besonderes für ihn sein, wollte von ihm geliebt werden, auf welche Weise auch immer. Schließlich liebte sie ihn so sehr, ja, vergötterte ihn schon fast und hatte doch so lange auf ihn gewartet. "Fick mich", hörte sich Mia kläglich wimmern. Ihre Gedanken drehten sich viel zu schnell, ihre Gefühle flogen durcheinander. Sie würde tun, was er verlangte. Sie würde alles für ihn tun. "Bitte fick mich, bitte... Genau, wie die anderen." Auch, wenn er ihr wehtat, wollte sie um jeden Preis vermeiden, dass er wieder ging. Ihr war bewusst, wie erbärmlich sie aussehen musste, mit ihren verheulten Augen und ihrem mageren, zitterndem Körper, aber sie ertrug lieber alles, was er ihr antat, als ihn wieder nicht mehr bei sich zu haben.

  • [Marlin] & Mia | Schlafzimmer



    War er zu weit gegangen? Nicht körperlich, nein, Mia hatte klar gemacht was sie in dieser Hinsicht von ihm wollte. Emotional? Ja, vielleicht. Allerdings hatte Marlin nie einen Hehl daraus gemacht, unter welch rosigem Stern ihre glorreiche Beziehung stand. Ein ums andere Mal hatte er sie zurückgewiesen, war dies nur die Aussage, die das Fass zum überlaufen gebracht hatte? Sie in einem derart erbärmlichen Zustand unter ihm zurückließ? Ah, hätte dieser Mann noch ein Gewissen, er hätte sich vielleicht zurückgenommen, sich gar entschuldigt - aber das würde nicht passieren. Sicher gab es andere, verständnisvollere Weisen, eine Person abzulehnen, doch das waren nun einmal nicht seine Methoden. Brutal in seiner Direktheit - selbst so verstand sie es nicht. Oder doch, jetzt, endlich? Nichts anderes hatte Mia immerhin zu erwarten gehabt. Sie wusste es und verführte ihn trotzdem - Nein, ihm tat nichts leid, gar nichts. Dennoch bekam seine Maske einen kurzen Sprung, als die Frau unter ihm an ihren eigenen Emotionen erstickte. Es war ein Hauch von Mitleid, der sich in seinen sonst so kalten Augen zeigte, denn auch wenn sich Mia alles selbst zuzuschreiben hatte, schien es, als könne auch sie nichts für ihr eigenes, falsches Verlangen. Ein Begehr nach einem Mann, der letzten Endes doch nur ihre schlimmsten Seiten hervorlockte, war dem nicht so? So mit sich selbst beschäftigt wie Mia gerade war, hatte sie die kurze Regung in seinem Blick unmöglich erkennen können. Ebenso schnell hatte Marlin sich wieder gefangen, diese hässliche unnötige Emotion gepackt und innerlich zertrümmert. Er konnte sich keine Gefühle für Mia leisten, egal in welcher Hinsicht. Soweit durfte er es nicht kommen lassen - nicht noch einmal. "Sshh.", murmelte er, als ihr Körper zu zittern anfing, weit mehr als nur ein erregter Schauder. Hielt sie es nicht weiter aus? Hatte sie bereits genug? Nein, nein. Als würde Mia jemals klein bei geben. Der Schock mochte tief sitzen, doch das hinderte sie nicht daran weiterzumachen, ihn direkt darum anzuflehen. Seine Lippen formten sich zu einem arroganten Lächeln. Er hatte es verlangt, sicher, doch es war immer schön zu sehen, wenn die eigenen Forderungen auch erfüllt wurden. Dann wollte er ihre Bitte doch auch gerne erfüllen. "Wie du willst~." Wie all die anderen? Mia hatte schon damals gefrotzelt, sie sei doch etwas besonders und er hatte sie schon damals dafür belächelt. Das hier gerade? Das bewies rein gar nichts. Ihre Vorstellung von seinem Sexleben in den vergangenen fünf Jahren war vermutlich weitaus extremer als die Realität, doch sollte sie glauben was sie wollte. Ihr Wimmern, ihr Flehen, ihre regelrechte Machtlosigkeit - er konnte selbst nicht sagen, weshalb ihm dies eine derartige Genugtuung verschaffte. Ihr Körper wirkte magerer als mit 15, doch jetzt, da musste er sich nicht mehr zurückhalten, oder? Nicht diesmal. Ein letztes Innehalten, ehe er seine Kontrolliertheit der Lust überließ und den Begierden Platz machte. 'Sei lieb zu mir.' Nein Mia, das war es nicht, was du wirklich wolltest, nicht wahr? Nur ein kleines Flunkern zum guten Schein. Also würdest du das auch nicht bekommen. Auch diese Lüge ist aufgeflogen, aber in Wahrheit hast du dir gar nicht erst wirklich Mühe gegeben, stimmt's?

  • [Mia] | mit Marlin in Mias Wohnung / Bett


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    Er war alles andere als lieb zu ihr gewesen. Und Mia hatte gar nicht anders gekonnt, als sich auf seine Berührungen, auf alles, was er mit ihr tat zu konzentrieren und sich ihm hinzugeben, obwohl der stechende Schmerz in ihrer Brust immer unerträglicher wurde. Sie hatte es trotz dieser Tatsache genossen. Hatte jeglichen Schmerz akzeptiert und ihn zugelassen. War irgendwann sogar dankbar dafür gewesen, dass er das hier mit ihr tat, überhaupt Zeit mit ihr verbrachte, obwohl sie ihm doch gar nichts bedeutete. Als er schließlich von ihr abgelassen hatte und neben ihr aufs Bett gefallen war, hatte sie sich zu ihm gedreht, die Beine etwas angezogen und ihn einfach angesehen. Obwohl ihr so viele Worte im Kopf rumflogen, gelang es ihr nicht, einen Satz daraus zu formen, der zu der jetzigen Situation passte. Zu gerne hätte sie ihn berührt, aber was würde dann passieren? Würde er dann aufspringen? Seine Sachen zusammensammeln und gehen? Mia wusste es nicht und sie hatte nicht den Mut, es auszuprobieren. Ihr fehlte auch die Kraft, ihm nachzulaufen, falls er sich dazu entscheiden sollte, sie wieder zu verlassen. Nicht zuletzt weil es zwischen ihren Beinen immer noch pochte und sie das Gefühl hatte, dass sich an den Stellen, an denen seine Finger sich in ihre Haut gegraben hatten blaue Flecken bilden würden. Sowieso konnte sie sich nicht daran erinnern, wann er sie das letzte mal so grob genommen hatte. Irgendwas war anders an Marlin. Irgendwas, so glaubte Mia, war noch kaputter, als es damals schon gewesen war. "Danke", flüsterte Mia schließlich in die Stille hinein, als sich ihr erschöpftes leises Keuchen beruhigt hatte und berührte mit der Spitze ihres Zeigefingers das Kopfkissen, auf dem Marlin lag. Hoffentlich würde er noch ein wenig länger hier liegen, damit das Kissen dann nach ihm roch. Sie würde es niemals wieder waschen. "Kannst du...", Mia räusperte sich, um eine klarere Stimme zu bekommen und auch, um Zeit zu schinden, aus Angst davor, sie könnte ihn mit dem, was sie gleich sagen würde doch wieder vertreiben. "Kannst du mir nicht irgendwas erzählen? Von dem, was du in den letzten Jahren so gemacht hast. Oder egal was. Echt egal, ich hör dir bei allem gerne zu..." Das klang schon wieder viel zu verzweifelt. Und sie wusste, dass das eine absurde Bitte war, jedenfalls für Marlin. Als ob er jemals irgendwas über sich preisgegeben hätte. Aber vielleicht war er ja jetzt, nachdem er offensichtlich einiges an Gefühlen an ihr ausgelassen hatte etwas besänftigt und würde darauf eingehen. "Oder... wir reden über was anderes. Über frühe-" Himmel, was tat sie da? Sie konnte sich auch gleich an ihn kuscheln und ihm sagen, wie sehr sie ihn liebte. Mia schluckte, verzog beschämt und wütend auf sich selbst das Gesicht und rutscht ein Stück weiter unter ihre Decke, bis sie bis zu ihrer Nasenspitze darunter verschwunden war. "..." Vielleicht blieb sie lieber stumm und betrachtete ihn einfach von ihrer Position aus solange es ihr noch vergönnt war.

  • [Marlin] & Mia | Schlafzimmer



    Als er sich neben Mia aufs Bett sinken ließ, dachte Marlin an nicht allzuviel. Hatte er einen Fehler begangen? Sicher, aber er war nunmal ein fehlerhafter Mann - einer von der Sorte, die dennoch nichts bereuten. Und gerade? Das Gegenteil. Ein seltsames Maß an Zufriedenheit erfüllte ihn. Mia war ja auch außerordentlich fügsam gewesen. Wann hatte er das letzte Mal solch einen Spaß gehabt, ohne sich zurückhalten zu müssen? Selbst bei ihr war es damals nicht so gewesen - immerhin, sie war auch noch fucking minderjährig gewesen. Er hatte die Intensität genossen und auch Mia schien auf ihre Kosten gekommen zu sein, auch wenn das nicht in seinem Fokus gelegen hatte. Bei ihrem geflüsterten Danke öffnete Marlin einen Spalt breit die Augen und blickte zu der Frau neben ihm. Als Antwort entkam ihm jedoch nur ein leises Schnauben. Danke? Als hätte er das für sie getan. Aber das schien auch ganz egal, sie war trotzdem glücklich - obwohl sie es wirklich nicht sein sollte. Er schloss die Augen wieder, als Mia anfing zu reden, ihn mit ihren Wünschen langweilte. Doch sie hörte damit nicht auf, sondern sprach weiter. Marlin warf ihr einen kalten Blick zu. Wollte sie sein Hochgefühl etwa bereits wieder einreißen? Das tat sie doch nicht etwa mit Absicht, nein, war sie wirklich so dämlich? Dieses Weib... "Vermies mir nicht die gute Laune.", knurrte er. Für ihn gab es kein früher, es interessierte ihn einfach nicht. Nur das Jetzt zählte, fertig. "Ein Vorschlag. Du hältst die Klappe, dafür nehme ich dich in den Arm." Er hatte gerade einfach keinen Nerv, sich mit Diskussionen oder irgendwelchen Erzählungen aufzuhalten, dafür fühlte er sich gerade einfach noch zu gut. Sein Vorschlag zeigte sich also eindeutig von seiner gönnerhaften Seite, aber das wusste Mia selbst. Hoffentlich übernahm er sich nicht gerade an Nettigkeiten, aber sie würde ihm bestimmt auch so noch genug Gelegenheiten geben, es mit Gemeinheiten wieder wett zu machen. Dazu musste man wahrlich kein Hellseher sein. Nein, eigentlich - Gemeinheiten war das falsche Wort. Im Grunde war er immer nur ehrlich zu ihr gewesen, nicht wahr?

  • [Mia] | mit Marlin in Mias Wohnung / Bett


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    Auf seinen Vorschlag hin verstummte Mia sofort. Natürlich würde sie nichts mehr sagen, gar nichts mehr. Lächelnd schmiegte sich Mia an ihn, sog seinen Duft ein und schloss die Augen. Sie würde alles tun, alles, was er wollte, immer. "Aber das ist nicht immer so gewesen." Nein. Früher hätte sie ihn für seine Worte ausgelacht, hätte ihn spöttisch angegrinst und seine geistige Verfassung infrage gestellt. "Glaub nicht, dass du mir irgendwas vorschreiben kannst", hätte sie gesagt und dann wäre sie davonstolziert, mit dem Wissen, dass sie bei der nächsten Gelegenheit wieder übereinander herfallen würden. Sie hatte so oft Konter gegeben- sogar als er sie angefleht hatte, Tara nicht zu bekommen, hatte sie ihm widersprochen. War empört darüber gewesen, dass er so etwas unmenschliches von ihr verlangte. "Unmenschlich..." Mia hatte auch damals schon gesehen, was er war, aber sie hatte es nicht ernst genommen. Es ignoriert. Es war nicht wichtig gewesen, nichts außer sie selbst war wichtig gewesen. Doch seitdem sie sich heute morgen getroffen hatten wurden die Erinnerung von damals wieder ein ganzes Stück klarer. Wie hatte sie all das, was geschehen war einfach so abtun können? Mia öffnete die Augen wieder, sah Marlins Brustkorb direkt vor sich und drückte sich noch etwas fester an ihn. Sie schluckte. Selbst wenn sie es gewollt hätte, hatte sie viel zu viel Angst, sich ihm auch nur ansatzweise entgegenzusetzen. Dass er damals gegangen war, war der Anfang vom Ende gewesen und mittlerweile war kaum noch etwas von ihrem alten Selbst übrig. Sie war gebrochen, abhängig und voller Angst. Angst davor, ihn wieder zu verlieren, ihn, Marlin, die einzige Person, die jemals so etwas wie Familie für sie gewesen war. Die einzige Person, die geblieben war, länger. Am längsten von allen. Bis... Die letzten Jahre hatte sie hier in ihrer Wohnung verbracht, hatte ihrem Leben und ihrem kleinen gemeinsamen Häuschen nachgeweint, ihrer Tochter und vor allem dem Mann, der sie in diese Lage gebracht hatte. Sie hatte verstanden, wie sehr sie ihn liebte, ihn brauchte. Ohne ihn war sie nichts. "Ich will nicht nichts sein." Die ganzen Gedanken in Mias Kopf machten sie müde. Sie wollte es nicht, aber ihre Augenlider fielen zu und das Gefühl von Watte breitete sich in ihrem Kopf aus. "Ich will bei dir sein." Aber sie durfte nicht einschlafen! Nur diese eine Nacht. Dann würde er wieder gehen. "Dann bin ich wieder nichts." Aber alles, was heute passiert war, alles, was sie heute gefühlt hatte machten ihren Körper so wahnsinnig schwer. "Ich will nicht nichts sein...", ihre Stimme war nichts mehr, als ein bedauernswertes Dahingemurmel und Mia war sich nicht mal sicher, ob sie es überhaupt ausgesprochen hatte. Hilflos schlang sie einen Arm um Marlin, als ob er dadurch nicht mehr gehen konnte. Als ob das irgendwas ändern würde. "Ich bin so müde, Marlin."

  • [Marlin] & Mia | Schlafzimmer



    Sie wurde still. Stumm kroch sie zu ihm, lehnte sich an ihn, nah. Kurz versteifte Marlin sich, für den Hauch einer Sekunde nur. Berührungen die nicht grob und bestimmt waren, sondern sanft, intim, geborgen. Ah, er war kein Mensch für derlei Sanftheit. Es fehlte nicht viel und er hätte Mia kurzerhand aus dem Bett geworfen. Verblüfft hätte es sie nicht, oder? Schon seltsam, wohin sie verkommen waren. Wo einst Neckereien, Ungezwungenheit und Lust geherrscht hatte, war nun Ablehnung und Abhängigkeit zu spüren. Oh, wie sehr er die Abhängigkeit verabscheute. War es nicht der Beweis eines schwachen Willens? Wer hätte es je gedacht, von einer Kämpfernatur wie Mia es gewesen war? Gewesen, bevor er sie verlassen hatte - nein, Marlin hatte diesen Verlauf der Ereignisse, diesen seelischen Absturz ihrer Selbst, weder erwartet noch bezwecken wollen. Und nun? Was jetzt? Sie schwieg noch immer. Ein wenig überraschte es ihn, dass sie tatsächlich so einfach nachgegeben hatte. Es nervte ihn, wenn sie ihn zuquatschte, gleichzeitig langweilte es ihn, wenn sie ihm keinerlei Kontra gab. Unsinnig? Was war schon sinnig auf dieser Welt, welche Logik verfolgten die Gemüter, die ihn heimsuchten? Keine. Richtig. So why bother? Marlin spürte, wie sich Mia noch weiter gegen ihn drängte, also legte er einen Arm um sie und zog ihren Körper näher zu sich heran. Ihren zierlichen, verletzlichen Körper. Ah. Nun, dann würde er sie auch nicht gehen lassen - eine Nacht hatte er ihr immerhin versprochen. Er hatte keine Ahnung, was in ihrem Kopf umherfleuchte, machte sich aber auch keine Gedanken darum. Er musste sich lediglich damit auseinandersetzen, wie er ausgerechnet mit dieser Frau wieder in einem Bett gelandet war - aber das konnte bis morgen warten. Es gab kein weiter und keine Zukunft - die hatte es am Ende nie gegeben. Schließlich kamen sie doch: Leise Worte, kaum hörbar in der Stille der Nacht, die sie beide umschlungen hatte. Diesmal lachte Marlin nicht, nicht einmal ein Schmunzeln, noch ein abfälliger Kommentar lag ihm auf den Lippen. Er schwieg. Da lag eine bittere Wahrheit in ihrer Aussage, derart verwundbar, dass nicht einmal er es wagte, darüber herzuziehen. Nein? Nein, das war nicht der Grund. Vielmehr lag es daran, dass für ihn genau das Gegenteil zählte. Nichts sein. Nicht der rohen Gewalt nachgeben, die wie ein Teufel in einem schlummerte. Nicht erinnern, nicht stehen bleiben. Keine Beziehungen wagen, jegliche Verbindungen kappen, keine Spur hinterlassen. Nichts. Nur stumm der Welt dabei zu sehen, wie sie sich an sich selbst verging, ein stiller Beobachter der Dinge. Danach lebte er, nicht wahr? Im Gegensatz dazu wollte sie nicht nichts sein. Ah, sie hatten schon immer herzlich wenig zueinander gepasst. Warum also, ausgerechnet...? Gerade, da verstand er sie gut. Sicher, er könnte ihr behutsam zureden, ihr das ausreden, sie trösten und ein wenig Mut machen. Wenn er jemand anderes wäre, vielleicht, aber sie wollte ja niemanden anderen außer ihn, was ihr zum Verhängnis wurde. Keine besänftigenden Worte würden diese Lippen verlassen. "Schlaf." Eine unausweichliche Aufforderung. Darüber hinweg sehen, sich nicht damit befassen, es übergehen, ignorieren - es war seine Art. Schlafen und Vergessen, war dies nicht gar ein sanftes, zuvorkommendes Angebot der Erlösung? Der nächste Morgen würde in seiner Grausamkeit schneller kommen, als ihr lieb war. Und ihm? Nun - warum sollte es ihm etwas ausmachen...? Letzten Endes war es immer nur dieser eine Deal gewesen, oder?

  • [Marlin] geht~



    Mia hatte nichts mehr gesagt. Irgendwann vernahm er ihr leises, gleichmäßiges Atmen, während er selbst noch hellwach neben ihr lag. Marlin setzte sich schließlich mit dem Ellbogen auf, den Kopf stütze er mit seiner Hand ab. Aus dieser Position heraus betrachtete er die Frau, die sich eng an ihn geschmiegt hatte. Im Schlaf sah ihr Gesicht ein wenig friedlicher aus, doch selbst so war ihr eine gewisse Erschöpfung anzusehen. Er genoss die Stille, die sich nun über den Raum gelegt hatte. Marlin wusste nicht was er denken, was er selbst von alledem halten sollte. Er war erst heute in diese elendige Stadt gekommen und prompt hatte Mia ihn gleich zweimal aufgelesen. Sicher war es ein Fehler gewesen mit ihr zu gehen, das war ihm von Anfang an klar gewesen und so war es keiner, den er bereute. Langsam, kaum merklich, strich Marlin mit seiner freien Haar über ihren Kopf, wanderte herunter an ihren Körper, sorgsam darauf bedacht sie unter keinen Umständen zu wecken. Die Blessuren ihrer geschundenen Haut waren bereits sichtbar, hatte er sich wirklich so an ihr vergangen? Nicht, dass es sie gestört hatte, im Gegenteil, sie war so erpicht darauf gewesen, ihn für sich zu vereinnahmen, dass ihr jedes Mittel - und jedwedes Einverständnis - recht gewesen war. So verwundbar, so zerbrechlich. Marlin zog seine Hand zurück. Wirbelwind, huh? Ein Sturm, der zum erliegen gekommen war. Marlin ließ den aufgestützten Arm schließlich fallen, legte seinen Kopf darauf ab, den Blick noch immer der Frau neben ihm zugewandt. Noch war nicht Morgen, noch würde er nicht gehen. Es würde jedoch nicht mehr lange dauern. Ein paar Stunden Schlaf, also? Wirklich gelingen mochte es ihm nicht, obwohl er ruhig war, kam er doch nicht zur Ruhe. Vielleicht war es lediglich der stete Argwohn, der ihn wach hielt, der Hauch einer Gefahr. Mia, eine Gefahr? Lächerlich. Doch sie lag verborgen, gut versteckt, dieses Risiko, dass sie ihn einfach zu sich in ihren goldenen, zuckersüßen Käfig sperrte. Also stand er schließlich auf, kaum dass sich die ersten Sonnenstrahlen durch das Fenster schoben. Marlin klaubte seine Sachen zusammen, zog sich an und war dabei, den Raum zu verlassen. An der Tür drehte er sich jedoch noch einmal zu dem schlafenden Mädchen um. Seine Mundwinkel zuckten, nicht klar, in welche Richtung sie gehen wollten. Ah, was in Mia wohl vorgehen würde, sobald sie aufwachte und sich in einem einsamen Bett wiederfand? Fast ein Jammer, dass er nicht dabei sein konnte, um ihren entsetzten, traurigen, verletzten Gesichtsausdruck zu sehen. Leise schloss er die Schlafzimmertür schließlich, blieb noch einen Moment mit dem Rücken daran stehen, fuhr sich die Haare aus dem Gesicht und verließ schließlich ihr Apartment~

  • [Mia] | in ihrem Bett -> geht


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    Mia wurde von einem Kratzen in ihrer Kehle wach, einem ekligen, trockenen Gefühl. Und gleich darauf machten sich ihre verklebten, ebenfalls trockenen Augen bemerkbar. Daraufhin ein Brennen in ihrem Unterleib, das sich bis in ihre Beine zog und dann dauerte es nur noch kurz, bis die junge Frau kerzengerade in ihrem Bett saß. Sie wusste es, ohne hinzusehen. Er war weg. "Nein..." Panik, Mias Kehle schnürte sich augenblicklich zu und es war, als ob sie spüren konnte, wie ihr in diesem Moment jemand das Herz aus ihrer Brust herausriss. Fassungslos starrte sie auf das Bettlaken neben sich. Fragte sich, ob er überhaupt jemals hier gewesen war, fühlte dann jedoch wieder das Brennen in ihrem Unterleib und schließlich auch die Blutergüsse, die sich über Nacht auf ihrer sonst so makellosen Haut breit gemacht hatten und bevor sie sich versah, war sie aus dem Bett gesprungen, ins Bad gerannt und hatte sich schwallartig in die offene Kloschüssel übergeben. Nur Wasser und Galle, aber es war schrecklich und es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bevor der Würgreiz endlich nachließ und Mia sich neben die Toilette sinken ließ, die Beine anzog und ihre Augen schloss. Sie musste unbedingt dieses Gefühl von... von Tod loswerden. Es war niemand gestorben, sie musste nicht trauern. Sie musste keine Angst haben, jedenfalls nicht in diesem Ausmaß. Jedenfalls war es das, was sie sich versuchte einzureden. Ihr Atem ging immer noch viel zu schnell. "Nicht hyperventilierten." Aber es war so schwer, sich nicht dem hinzugeben, was sie da überrollt hatte. Und deshalb dauerte es auch eine ganze Weile, bis sie irgendwann aufstehen und die Klospülung betätigen konnte. "Er ist sicher nicht für immer weg." Mit wackeligen Beinen stand Mia auf und wollte sich ausziehen, bevor sie bemerkte, dass sie nach wie vor nackt war. "Er kommt wieder." Eigentlich hätte sie viel lieber bitterlich geweint und geschrien, aber das ließ das bisschen Würde, das sie noch besaß nicht zu. Oder... war das nicht auch schon egal? Nach letzter Nacht, existierte dieses bisschen Würde da überhaupt noch? Mit einem sich stetig drehendem Gedankenkarusell in ihrem Kopf und großer Anstrengung stellte sich Mia unter die Dusche und unterdrückte den wiedergekehrten Drang, sich erneut zu übergeben. "Er kommt wieder." Mia zwang sich, an ihren ersten Kuss von letzter Nacht zu erinnern, um einen Anker zu haben, der sie nicht völlig verzweifeln ließ. Das half ein bisschen. Ob Marlin wusste, was er ihr damit angetan hatte, tatsächlich einfach zu gehen? Dabei hatte sie es gewusst. Als ob er hier geblieben wäre und mit ihr gefrühstückt hätte. Zu ihrer eignen Überraschung lachte Mia kurz auf. Gleich darauf begann sie dann doch zu weinen.


    Ein paar Stunden später...

    Mia hatte sich schrecklich erschöpft noch einmal hingelegt. Auf das Sofa im Wohnzimmer, weil sie den Anblick und vor allem den Geruch ihres Bettes nicht ertragen konnte. Als sie wieder wach wurde, war das Gefühl von Tod immer noch nicht verschwunden und Mia beschloss, ihre Wohnung zu verlassen, nachdem sie sich etwas angezogen und mit Mühe einen Kaffee hintergekippt hatte.


    -> geht