Pappelbrink 2: Die Wohnheime des "St. Ulrich" - Bildungszentrums

  • Yumi & Alex in seinem Zimmer


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    Die Witzeleien von zuvor erschienen ihm plötzlich weit weg. Die gierigen, aufgeladenen Blicke, die sie ausgetauscht hatten, waren verebbt. Selbst seine Anspielung ihr jetzt noch mit den Klamotten zu helfen schien weit zurück zu liegen, dabei hatte er sie erst vor wenigen Minuten geäußert und sie hatten darüber gelacht. Das Lachen war verstummt. Auch ihre Anspielung, dass er mittlerweile zu einem wahren Gentleman geworden war, spielte keine Rolle mehr. Sie hatte damit auch auf das Frühstück angespielt, das wusste er. Er hatte sich ertappt gefühlt. Er hatte ihr erklären wollen, dass er sich nunmal dem Anspruch der Frauen anpassen musste, hatte aber doch nur mit den Schultern gezuckt. Selbst die Tiefe ihrer blauen Augen, in denen er vor wenigen Sekunden noch versunken war, verschwamm vor ihm. Das war alles unwichtig geworden. Unwichtig geworden in dem Augenblick, in dem ihm die letzten Worte über die Lippen kamen. Die Silben mit der er es ruiniert hatte. Die Atmosphäre hatte sich schon zuvor verändert, aber nun schien sie zu kippen. Es war der Tropfen, der das Fass zum überlaufen gebracht hatte. Sie hatte es provoziert und er auch. Es war unvermeidlich gewesen und doch entwickelte es sich anders, als der Silberhaarige gedacht hätte. Er hatte mit einem Wutausbruch gerechnet, mit Anschuldigungen und Erklärungen, was für ein Arsch er doch war. Doch stattdessen sah sie ihn nicht an, verkrampfte sich und suchte Halt in seiner Bettdecke. Das Lächeln auf seinen Lippen war verschwunden, war einem schwer zu entschlüsselndem Gesichtsausdruck gewichen. War es Mitleid das er ihr gegenüber bei ihrem Anblick empfand, oder war es Wut? Er konnte es nicht richtig einordnen. Wahrscheinlich vermischten sich diese Gefühle schon wieder. Ihre Stimme ertönte, sie sagte seinen Namen. Den Namen den er aus ihrem Mund gerne mit lustvollen Lauten hörte, aber nicht mit dieser Schwere. Nicht mit diesen Gefühlen. Das war neu. Sie sagte ihn sonst hasserfüllt, wütend, verächtlich oder eben unter Stöhnen, aber nicht aus Trauer und Angst. Und diese Gefühle schlichen sich gerade in ihre Stimme. Oder war es Reue? Er konnte es nicht richtig sagen. Hatte er diese Tonlage je gehört? Diese Ernsthaftigkeit je bei ihr erlebt? Falls ja, war es lange her. Sie war ihm jedenfalls nicht mehr in Erinnerung geblieben. Ihre Worte machten ihn stutzig und gleichzeitig wütend. 'Ach wirklich?', hätte er am liebsten gesagt, aber er presste die Lippen aufeinander, schwieg und sah auf einen Punkt auf seinem Bett irgendwo zwischen ihnen. Sie hatte ihn versetzt. Für Darren. Aber wieso sollte sie sagen, dass das etwas Dummes war? Sie war ihm nichts schuldig. Sie waren sich beide nichts schuldig. Hatte sie sich in Darren verliebt und der vergangene Abend war das Dumme? Er schluckte. Was war der Grund, der sie unglücklich machte? Was konnte so schlimm sein, dass es sie so aus der Fassung brachte? Ohne weiter darüber nachzudenken, ob es richtig oder falsch war, war er näher an sie herangerutscht, hatte einen Arm um sie gelegt und sie an sich gezogen. Hielt sie für einen Moment einfach nur fest, war nicht dieser gefühlslose Klotz, den er sonst vor jedem zeigte. War nicht der Mensch, der nur in 0 und 1 dachte und sich beherrschte, sich zurückhielt. Einmal tat er einfach das was er gerade tun wollte, auch wenn sein Stolz und sein Kopf ihm sagten, dass er es bereuen würde. Dass sie etwas getan hatte, das ihm viel mehr schaden würde als ihr. Etwas, das sich nicht wieder gut machen ließ. Aber er schob diesen Gedanken, dieses Miese Gefühl in seinem Innern zur Seite und hielt sie einfach fest. Doch er konnte sich nicht ewig vor der Wahrheit verstecken. Konnte nicht ewig so tun, als ob ihn das nichts anging. "Was war denn?", fragt er und hoffte auf die Banalitäten, die sein Kopf sich zusammen gesponnen hatte und nicht auf die wirklich schlimmen Dinge, die sich dort abspielten. Und die zum Großteil mit Darren zusammenhingen, der offensichtlich die Nase vorn hatte.

  • [Alex' Zimmer] Alex & Yumi



    Die Stimmung war gekippt. Unaufhaltsam. Wann genau es passiert war vermochte sie nicht zu sagen. Sie gab nicht ihm dafür die Schuld. Dieses Mal nicht. Sie wusste bereits nachdem die Dummheit begangen war, sie von ihrem Trip herunter gekommen war, dass sie es ihm irgendwo die Wahrheit schuldig war. Nicht weil sie eine Vergangenheit hatten. Nicht weil es irgendwas zwischen ihnen gab oder vielleicht auch nicht sondern weil er es ohnehin erfahren würde, weil sie ihn deshalb versetzt hatte auch wenn das alles so nicht geplant war aber in Yumis Leben verlief ohnehin nichts nach Plan. Nicht das sie einen sogenannten Plan hatte aber selbst wenn es auch nur den Hauch eines Planes gab oder irgendwas in die Richtung so zerstörte sie es einfach, erstickte es im Chaos. So war sie nun einmal aber diese Ausrede galt auch nicht immer und das wusste sie selbst. Die Wahrheit war nicht immer leicht und irgendetwas in ihr wollte die einfach zurückhalten, wollte zurück zu den kurzen Momenten in denen es unbeschwert zwischen ihnen war. Die Momente in denen er auch sie wieder anlächelte, ihr ein Grinsen schenkte, welches sonst nur für die Mädchen bestimmt war, mit denen er flirtete, mit denen er ins Bett wollte. Unweigerlich sah sie es noch vor ihrem inneren Auge, vor den Augen, die sie einen Moment schloss weil sie es nicht wagte aufzusehen, seinen Blicken zu begegnen. Sein Name glitt über ihre Lippen - zögerlich - ihre Stimme zitterte fast schon. Sie biss sich auf die Unterlippe. Ihr Herz klopfte schneller. Wie würde er reagieren? Warum fiel es ihr so verdammt schwer? Aus Angst, dass es dadurch endgültig vorbei war? Alex hatte sie gewarnt. Er hatte gesagt sie solle sich von Simon fern halten und wie immer wollte sie nicht hören weil sie ihren eigenen Kopf hatte, sie ihre eigenen Entscheidungen traf, die offensichtlich nicht sonderlich gut waren - für keinen der Beteiligten. Ihre Fingernägel krallten sich in seiner Bettdecke fest und sie dachte an die gemeinsame Zeit mit Simon. Durch das Gras hatte sich alles so intensiv angefühlt, sie hatte sich ihm so nahe gefühlt, hatte ihn ihm das gleiche kaputte Dasein gespürt wie es in ihr ruhte. Es fühlte sich so leicht an mit ihm zu fliegen aber dafür war der Aufprall nachdem er gegangen war umso härter. Sie waren gemeinsam geflogen dabei waren sie nicht dazu bestimmt gemeinsam zu fliegen. Er war Vater dieses ungeborenen Kindes. In dieser Geschichte war sie die andere Frau und unweigerlich musste die Studentin an ihre eigenen Eltern denken. Sie war keinen Deut besser. Natürlich war sie frei in ihren Gedanken und in ihrem Tun aber das änderte nichts daran, dass Alice schwanger war und sie mit ihrem Freund in genau diesem Wissen geschlafen hatte. Sie war wirklich ein Miststück. Mehr denn je. Stumm sah sie in die Leere, hing ihren Gedanken nach und vermochte nicht zu sagen wie viel Zeit mittlerweile vergangen war. Yumi spürte einen Arm um ihren Körper, der sie an sich zog und überrascht sah sie auf, lehnte sich unbewusst an den kräftigen Körper neben sich und war sich klar, dass sie es sich nicht verdient hatte. Nicht sie war diejenige die getröstet werden musste. Sie war die Böse in der Geschichte - wieder einmal aber zum ersten Mal war sie sich ihrer Taten auch bewusst und auch wenn es vielleicht ein Fortschritt sein mochte, so fühlte es sich ganz sicher nicht wie einer an. Sie hatte seine Wärme nicht verdient und dennoch lehnte sie ihren Kopf an seine Brust auch wenn er sie gleich wieder von sich stoßen würde. Nur einen kurzen Moment genoss sie seine Nähe bevor sie sich der Wahrheit stellen musste. Es gab kein Zurück mehr. Eine Einbahnstraße. Seine Stimme ertönte, harkte nach. Natürlich tat er das. Ihre Gedanken waren voll ungesagter Dinge und zu gerne hätte sie wieder die Flucht ergriffen weil es leichter war aber sie musste das tun. Yumi richtete sich wieder ein wenig auf, hob ihren Kopf und sah in seine Augen. "Ich..." Es schnürte ihr förmlich die Kehle zu und nur ein letztes Mal lies sie ihren Blick über sein Gesicht wandern. Ein letztes Mal bevor er sie wieder mit seinem feurigen Blick ansehen würde, bevor er sie von sich stieß, wahrscheinlich sogar aus seinem Zimmer warf. "...ich habe mit Simon geschlafen..." Der Kloß in ihrer Kehle schien mit jedem Wort, welches über ihre Lippen kam zu zu nehmen, ihr die Luft zum Atmen zu nehmen. Es war gesagt und eigentlich sollte es sich leichter anfühlen aber es fühlte sich nicht leichter an. Im Gegenteil. Ein Beklemmungsgefühl nahm von ihr Besitz und sie hatte das Gefühl überhaupt nicht mehr atmen zu können. Es herrschte Stille. So unendlich lange herrschte einfach nur Stille und es kam ihr wie eine Ewigkeit vor. Der Blick ihrer blauen Augen hatte sich auf die Bettdecke gerichtet weil sie es nicht wagte ihn anzusehen. Auch wenn sie es nicht zugeben wollte so war de Silberhaarige doch immer irgendwo Bestandteil ihres Lebens gewesen auch wenn sie ihn schon längst daraus verbannen hatte wollen. Dennoch war er eine Konstante, die nun zwischen ihren Fingern zu bröckeln begann. War es nötig die Situation zu erklären? Zögern hob sie ihren Kopf an, sah in die Richtung des Silberhaarigen und bemerkte eine einzelne Träne, die ihre Wange hinab lief. Es schockierte sie selbst und so tastete sie fast schon ungläubig danach , lies ihre Fingerkuppen ihre Wange entlang streifen und wischte im selben Atemzug die einzelne Träne beiseite, spürte aber den Druck auf ihrer Brust, der nicht nach lies.

  • Lucus | kommt nach dem Fest nach Hause später in seinem Zimmer


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    Nachdem sich Lucus und Joe in der Stadt getrennt hatte, hat der Student direkt eine Kopfhörer rausgesucht und sich Musik an gemacht. Allerdings nicht so normale Musik, sondern eher sehr entspannte Musik, welche wie eine Hintergrundmusik für ihn wirkte. Er ging sehr entspannt durch die Stadt, welche jetzt natürlich sehr leer war. Es war sehr angenehm um dieses Zeit durch die Stadt zu gehen, keine Menschen, die einen ansprechen können, warum auch. Man konnte einfach durch die Stadt schlendern und irgendwann kommt man dann einfach Zuhause an. Nachdem Lucus nun einige Zeit durch die Stadt gelaufen, kam er letztendlich in seinem Wohnheim an. Dort angekommen musste er nur kurz nach seinem Schlüssel suchen um dann die Eingangstür aufzuschließen. Als er es erfolgreich geschafft hatte die Treppen hoch zugehen, ging er ohne um schweife in sein Zimmer, schmiss seine Sachen in eine Ecke und setzte sich natürlich an den PC und zockte noch etwas. Bis er dann pünktlich mit dem Sonnenaufgang ins Bett ging.

    Sein nächster Morgen war ein sehr normaler Morgen. Er stand auf, aß Mittagessen, duschte und setzte sich an den PC und fing an an seinem Spiel weiter zuarbeiten, da er nun endlich weiterkommen muss, da Andere ja nun sein Spiel auch sehen wollen.

  • Yumi & Alex in seinem Zimmer


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    Für einen Moment schien die Welt still zu stehen. Sie lehnte sich an ihn, es war ruhig und nur die Atemzüge der beiden waren kaum hörbar zwischen ihnen. Ob sie sein Herz mit ihrem Kopf so nah an seiner Brust hören konnte? Ob sie merkte, dass es aufgeregter schlug? Sicher aus der Nervosität heraus, was sie wohl sagen würde. Doch noch war es ruhig zwischen ihnen. Die bekannte Ruhe vor dem Sturm, die sich viel zu schön anfühlte, um wahr zu sein. Er legte seinen Kopf ein wenig auf ihrem ab, roch den rauchigen Duft ihrer Haare, der sich mit dem frischen ihres Shampoos vermischte. Er hielt sie fest, genoss die Wärme ihres Körpers und die Ruhe. Für einen Moment hatte er die Augen geschlossen, dann hörte er das erste Wort über ihre Lippen kommen. Verschiedenste Szenarien spielten sich in seinem Kopf ab, während er die Augen öffnete, sich ihre Blicke für einen Moment trafen, als sie sich ein wenig von ihm löste. Er konnte nicht sagen welchen Gesichtsausdruck er selbst machte, während er auf ihre Erklärung wartete, die schließlich über ihre Lippen kam. Er schwieg. Verarbeitete das Gesagte. Er musste zugeben, dass sein Kopf schlimmere Dinge zusammen gesponnen hatte. Immerhin war sie nicht schwanger von Darren, oder mit ihm verlobt. Sie hatte auch nicht im Suff jemanden ermordet oder war vergewaltigt worden. Es hätte also schlimmer sein können, oder? Aber war das, was sie ihm offenbarte nicht noch schlimmer? Er hatte hier gewartet, hatte mit ihr geschrieben und sie hatte ihn übergangen, hatte ihn vergessen und sich stattdessen mit Simon vergnügt. Seinem Schwager in Spe. Dem Vater von Alice' Kind. Er schluckte, doch der Beigeschmack blieb. Was sollte er sagen? Was sollte er tun? Sein Griff um ihren Körper hatte sich gelöst, sie sah ihn an und wieder trafen sich ihre Blicke für einen kurzen Moment. Er erblickte die Träne auf ihrer Wange, doch er sah weg. Atmete mit zusammengepressten Kiefern einmal tief ein und wieder aus, während er mit den Augen die Bettdecke fixierte. Sie hatte ihn sitzen gelassen. Nicht für Darren, sondern für Simon. Es traf ihn schlimmer als erwartet. Er stand mit einem Schwung aus dem Bett auf, ging unruhig ein paar Schritte auf seinen Schreibtisch zu. Seine linke Hand verschränkte er vor der Brust, mit der rechten fuhr er nervös durch seine Haare. Kurz, dann legte er die Stirn in Falten und massierte sie. Er schnaubte amüsiert. Wie dumm war er nur gewesen? Zu glauben, dass Yumi sich geändert haben könnte? Dass sich die Situation zwischen ihnen geändert haben könnte? Sie hatten nie über die Trennung gesprochen. Hatten sich nicht mal wirklich getrennt, sondern über das Vergangene geschwiegen, ohne wirklich darüber zu sprechen. Hatten es einfach zugelassen, dass diese Kluft zwischen ihnen entstand, es akzeptiert und weiter geschehen lassen. Und auch wenn er geglaubt hatte, dass sie mittlerweile wieder aufeinander zugehen würden, hatte er sich nur geirrt. Er war auf sie zugegangen, aber sie war mit jeder ihrer Taten zwei Schritte vor ihm geflüchtet. In Darrens Arme oder vielleicht auch Simons. Was wusste er schon? Alex hatte erneut die Augen geschlossen, schüttelte ungläubig den Kopf. er hätte es wissen müssen. Er hätte es spüren können. Seine Hände lösten sich, als er vor seinem Schreibtisch stehen blieb und sich mit beiden Handflächen darauf abstützte. Sein Körpergewicht verlagerte sich nach vorne, dann schwang er wieder zurück, wieder nach vorne und während seine Gedanken um ihre Worte kreisten, brodelte die Wut in ihm auf. Und dann platze ihm der Kragen. Mit einer schnellen Handbewegung räumte er Notizen und Blöcke von seinem Schreibtisch und schlug heftig mit der Faust auf. Er wollte dagegen treten, aber er wusste, dass ihm das nur Schmerzen bereiten würde. Wieder und wieder schüttelte er seinen Kopf, während er immer wieder versuchte sich Worte zurechtzulegen, die er sagen könnte. Er dachte zu viel darüber nach. Er war doch ohnehin schon bloßgestellt. Er hatte ihr gezeigt, dass ihm etwas an ihr lag und das war nicht rückgängig zu machen. Sie war doch nicht dumm. Sie hatte es doch auch gemerkt. Wieder stütze er sich mit beiden Händen am Schreibtisch ab, lehnte sich dagegen und fixierte den schwarzen Monitor vor sich. "Ich dachte diesmal wäre es anders.", brachte er schließlich über seine Lippen. "Ich dachte wirklich dass diese Verabredung was bedeutet." Es war sonst nicht seine Art über etwas zu reden. Überhaupt nicht. Aber es war so vieles Unausgesprochen zwischen ihnen geblieben. Es war so vieles das sie noch verband. Wenn er sie aus seinem Kopf kriegen wollte, dann musste das alles verschwinden. "Seit Wochen bekomme ich dich nicht aus dem Kopf. Bekomme diese eine gemeinsame Nacht nicht aus dem Kopf und immer wenn ich dich mit Darren sehe, dann habe ich das Bedürfnis ihn gegen die Wand zu klatschen. Ich bin eifersüchtig." Er lachte kurz auf, schnaubte und fixierte weiterhin den schwarzen Monitor vor sich. "Irgendwann hab ich mir eingeredet, dass er wohl dein neuer ist, aber jetzt erfahre ich dass du nicht glücklich bist und dann auch noch mit Simon geschlafen hast. An meinem Geburtstag, obwohl wir verabredet waren." Jetzt war es ein höhnisches Auflachen. "Ich dachte ich hätte den Kopf vorn gegen Darren, aber... Simon? Vermutlich hab ich mir das Ganze noch selbst zuzuschreiben, weil ich dich gebeten habe dich von ihm fernzuhalten. Wahrscheinlich hat dich gerade das in seine Arme getrieben und dich angespornt mir eins auszuwischen." Er stieß sich vom Schreibtisch ab, stand im Raum und blickte Yumi nun direkt in die Augen. Die Wut, die Enttäuschung aber auch Verletzung stand ihm ins Gesicht geschrieben. Er wusste nicht wieso er das tat, aber es fühlte sich gewissermaßen befreiend an und gleichzeitig wie ein Pfahl, den er direkt in sein eigenes Herz stieß. "Herzlichen Glückwunsch: Du hast es geschafft. Wie lang hat es von deiner Nachricht an mich gebraucht, bis du dich ihm an den Hals geworfen hast? Ne Minute? Oder hatte er vielleicht sogar seine Finger im Spiel und ihr habt zusammen gewartet, dass ich vorbeischneie und das ganze sehe?" Das sponn er sich zusammen und er wusste das auch und doch... passte es zu ihren Nachrichten. Wieso hatte sie darauf bestanden, dass er zu ihr kam? Wieso hatte sie nicht wie vereinbart bei ihm geklopft? "Hoffe das war es wert." Erneut mahlten seine Kiefer aufeinander im Versuch die Tränen und die Wut zurück zu halten.

  • [Alex Zimmer] Alex & Yumi



    Einen Moment lang vielleicht sogar zwei wollte sie einfach so verharren – schweigend in seiner Nähe. Gar friedlich. Es wirkte fast so als hätten sie all die bösen Worte hinter sich gelassen, als hätte einer oder vielleicht sogar Beide den Resetknopf gedrückt und doch war sich die Studentin bewusst, dass sie es letztendlich zerstören würde – schon zerstört hatte - es war die Ruhe vor dem Sturm. Yumi hörte das Klopfen seines Herzen als ihr Kopf an seiner Brust lag. Es schlug schnell und unweigerlich hatte sich ihr Herz angepasst – pochte schnell weil sie wusste was folgen würde. Sie wusste was sie ihm zu sagen hatte und das machte die Sache nicht gerade besser. So war sie. Sobald man ihr zu nahe kam riss sie einen mit den Abgrund. Er legte seinen Kopf auf den ihren und sie genoss die ungewohnte Zärtlichkeit, die von Alex ausging. Sie wusste das es falsch war, so wie sie es immer wusste – sie wusste, dass sie es nicht verdient hatte und spätestens wenn sie es ausgesprochen hatte würde er sich wieder zurückziehen – die Unbeschwertheit würde schwinden, wieder Platz für Streit und Vorwürfe machen. Nur eine Sekunde länger verharrte sie, genoss es in seinen Armen zu liegen wie in einem Kokon als würde es sie vor dem Sturm bewahren, der folgen würde. Die Student schloss ihre Augen – atmete bewusst ein und wieder aus und löste sich fast schon widerwillig aus seiner Umarmung um ihn anzusehen, seine grünen Augen einzutauchen, welche abwartend über ihr Gesicht wanderten, sich wahrscheinlich schon ausmalten wie der Satz den sie begonnen hatte enden könnte. Yumi entzog sich seinem Blick, senkte den Kopf und hatte nicht die Kraft ihn anzusehen, war nicht bereit sich dem zu stellen und doch formten ihre Lippen letztendlich die Worte, die sie ihm doch irgendwie schuldig war. Die Stille, die folgte war nicht zu vergleichen mit der vorhin. Sie war erdrückend. Überdauerte. Er zog sich zurück, löste den lockeren Griff um ihre Schultern und eine unfassbare Kälte blieb an jener Stelle zurück, an der zuvor noch der Arm des Silberhaarigen um sie lag. Sie war unfähig noch etwas hinzu zu fügen aber war es überhaupt nötig? Es spielte für den Anderen doch keine Rolle warum es passiert war. Warum sie mit einem werdenden Vater ins Bett gehüpft war. Zögernd hob sie ihren Kopf an obwohl sie doch gar nicht bereit dafür war sein Gesicht zu sehen – den verurteilenden Blick – den Zorn. Und dennoch trafen sich ihre Blicke in dem Moment in dem sie eine einzige Träne ihre Wange hinab kullern spürte. Er wich ihr aus und zum zweiten Mal hatte sie das Gefühl zu fallen – zu stürzen. Yumi presste ihre Lippen aufeinander. Er entfernte sich noch weiter – lies sie allein auf dem Bett sitzen, brachte einen fast unüberwindbaren Abstand zwischen sich und die Blonde. Nach wie vor sah sie einfach nur auf die Bettdecke, krallte sich ein kleines bisschen daran fest als würde es ihr Halt geben aber letztendlich fiel sie einfach weiter. Der Schmerz in ihrer Brust raubte ihr die Luft zum Atmen. Die Erkenntnis das es unmöglich war, dass man an der Seite eines Menschen bleiben konnte wie sie es war traf sie mit voller Wucht obwohl sie sich dessen doch eigentlich längst bewusst war. Wenn man ihr wahres Ich kannte gab es niemanden der bleiben würde. Sie war zerstörerisch. Als ein Schnauben aus der Kehle des Anderen drang hob sie ihren Kopf an, sah zu dem anderen Studenten, der sich durch die Haare fuhr – irgendwie unruhig wirkte als wüsste er nicht wohin mit ihrer Information. Sie stellte sich seinem Anblick, den verschiedenen Emotionen, die sich in seinem Gesicht abspielten. Wie lange schwieg er schon? Schüttelte immer wieder den Kopf bevor ein abfälliges Schnauben über seine Lippen kam. Es kam ihr wie eine Ewigkeit vor – wie eine tickende Zeitbombe, die drohte jeden Moment zu explodieren und sie sah einfach nur zu – weil die Studentin sich vielleicht irgendwo klar war, dass sie es nicht anders verdient hatte. Sein Schweigen war vielleicht die größte Strafe. Die Unwissenheit was in ihm vorging. Der Mangel an Information. Sonderlich viel hatte er noch nie gesprochen, hatte die meiste Zeit die Dinge mit sich selbst ausgemacht. So war Alex nun einmal. Das Geräusch der vom Tisch fallenden Sachen lies Yumi zusammenzucken. Seine Faust donnerte auf den Schreibtisch und unweigerlich hatte sie den Atem angehalten, richtete den Blick ihrer blauen Augen auf ihn. Er hatte sich am Schreibtisch abgestützt, sah sie nicht an sondern fixierte den schwarzen Monitor vor sich als seine Stimme ertönte. Überrascht weiteten sich die Augen der Studentin als sie seine Worte vernahm, konnte nicht recht glauben, dass sie aus seinem Mund kamen. Ihre Lippen öffneten sich einen Spalt, wollten etwas erwidern aber es stand ihr nicht zu. Es stand ihr nicht zu auszusprechen, dass diese Verabredung sie so nervös gemacht hatte, ihr diese Verabredung doch auch wichtig war, sie aber gleichermaßen verwirrt hatte, dass sie nicht anders gekonnt hatte als ihre Sinne zu vernebeln. Es gab immer einen anderen Weg aber nicht für sie. Es war der einzige Ausweg, der für sie passte. Sie merkte, dass ihr Herz ein wenig schneller schlug als er fortfuhr und schloss zeitgleich ihren Mund, der zum Wort angesetzt hatte. Die Ehrlichkeit ihres Exfreundes überraschte sie. Die Tatsache, dass Alex einmal das aussprach was in ihm vorging irritierte die. Er spuckte ihr die Worte hin ohne sie eines Blickes zu würdigen, ohne sie anzusehen – unterbrach seinen Redefluss nur kurz für ein kurzes Auflachen. Seine Worte machten etwas mit ihr. Sie spürte ihr Herz schneller schlagen aber zugleich schmeckten seine Worte bittersüß. Warum jetzt? Warum konnte er all das nicht vorher sagen? Hätte es etwas geändert? Würden sie dann statt hier in diesem beklemmenden Zimmer zu hocken fröhlich über eine Blumenwiese hopsen? Sie Beide? Beinahe musste sie lachen aber im gleichen Moment drehte er sich um, begegnete dem Blick ihrer blauen Augen. Yumi schüttelte den Kopf, schluckte den Kloß der ihr die Kehle zuschnürte hinunter. „Es hatte nichts mit dir zu tun...“ Kam es über die Lippen der Studentin und sie lies den Blick ihrer blauen Augen über sein Gesicht wandern. „Ich dachte, dass er mir ebenbürtig wäre - gleich kaputt… gleich zerstörerisch…“ Ihr Blick war leer. „…aber im Grunde sind wir doch alle Monster in einem zivilisierten Käfig bis wir den Schlüssel gefunden haben um das Schloss zu knacken.“ Ihre Mundwinkel zuckten kurz nach oben. Sie brachte das Schlechte in vielen Menschen hervor. Kurz dachte sie an Darren, erinnerte sich an die Situation im Flur. Dachte an den Silberhaarigen, der sie mit einer Mischung aus Wut und Enttäuschung musterte. Sie war der Schlüssel – sie machte unweigerlich Monster aus den Menschen in ihrer Umgebung – zerstörte sie – brach sie. Es waren die nächsten Worte des Studenten, die sie aus ihren Gedanken rissen, die einschlugen wie eine Bombe, die das letzte Fünkchen Wärme aus ihr vertrieben. Yumi presste die Lippen aufeinander und schüttelte den Kopf als die Vorwürfe des Anderen auf sie nieder prasselten. „Glaub doch was du willst…“ kam es ihr schließlich fast schon bissig über die Lippen und wandte sich von ihm ab, lies ihre Beine aus dem Bett hängen. Ihr Blick wanderte zu der leeren Tasse Kaffee am Nachtischchen, über das Teller mit Rührei bevor sie sich wieder davon losriss – von der heilen Welt in der sie sich befunden hatten – einer Welt in der sie eine Chance gehabt hätten aber letztendlich war sie zu kaputt, hatte das Bedürfnis alles um sich zu zerstören. Sie senkte ihren Kopf und die blonden Haare fielen ihr ins Gesicht. Ihre Finger krallten sich in der Matratze fest, ließen seine Worte auf sie wirken. Die Studentin erhob sich von seinem Bett und stand ihm nun gegenüber. Lediglich ein bis zwei Meter trennte sie und doch schien die Entfernung zwischen ihnen größer denn je. Ihre blauen Augen funkelten ihn an. Sie hatte ihm die Wahrheit gesagt und nun kam er mit irgendwelchen an den Haaren herbei gezogenen Anschuldigungen an. Ein herablassender Laut verließ ihre Lippen ehe sie ihm den Rücken zukehrte und in Richtung Tür ging, die Klinke in die Hand nahm. „Es hatte auch mir etwas bedeutet…“ Sie sah über ihre Schulter, in seine Augen, die sie fixierten. Ihre Gesichtszüge waren wieder weicher - fast schon verletzlich. „...unsere Verabredung.“

  • Yumi & Alex in seinem Zimmer


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    Die ersten Worte, die ihr über die Lippen kamen, waren wie Öl, das sie ins Feuer seiner Wut goss. Das hatte nichts mit ihm zu tun? Dachte sie, dass dieses Kommentar es besser machen würde? Vielleicht hatte sie es nicht getan, um ihn zu verletzen, aber sie hatte es in dem Wissen getan, dass sie eigentlich hätte bei ihm sein sollen. Aber das hatte ihr Simon wohl aus der Birne gefickt. Er gab einen abschätzigen Laut von sich, musterte ihr Gesicht wütend, um einen Anhaltspunkt darin zu finden, ob sie log, oder ob diese absurden Worte aus ihrem Mund der Wahrheit entsprachen. Sie hatte also mit Simon geschlafen, weil sie das Gefühl hatte, dass sie beide kaputt waren? War er das nicht auch? Hatte sie nicht schon genug für die beiden zerstört? Musste sie wirklich noch das Leben seiner Halbschwester zerstören? Merkte sie überhaupt was sie mit ihren Taten auslöte? Und war es ihr egal? Vorher hatte sie gesagt, dass sie etwas Dummes getan hatte. Jetzt, wo er sie darüber sprechen hörte, klang es für ihn eher so, als ob sie es nicht mal bereute. Über ihr Gelaber über Schlösser und Schlüssel verdrehte er nur die Augen. Die einzige Metapher die ihm dazu einfiel war, dass ihr Schloss wohl mit jedem beliebigen Schlüssel geöffnet werden konnte. Man musste nur kaputt genug sein, oder nicht? Das war also ihre Ausrede. Sie hatte mit Simon geschlafen, weil er ein gewalttätiger Typ war und sie sich ihm dadurch nahe fühlte. Fantastisch. Aber konnte Alex ihr wirklich einen Vorwurf machen? Ja, sie waren verabredet gewesen, aber sie waren kein Paar, führten schon lange keine Beziehung mehr. Sie war ihm nichts schuldig. Sie hatte keinerlei Verpflichtungen ihm gegenüber. Obwohl er das hätte wissen müssen, machte es ihn so wahnsinnig wütend, dass sie ihn für Simon hatte sitzen lassen. Dass sie ihn einfach vergessen hatte, um diesen Psychopathen zu vögeln. Es machte ihn so verdammt wütend, dass er gar nicht richtig merkte, wie absurd seine Vorstellung wurde, dass der Typ seine Hände im Spiel hatte. Als Alex seine Vorwürfe an Yumis Kopf geschleudert hatte, reagierte sie wie erwartet: Sie wurde verständnislos, patzig, zickig. Vielleicht sogar zurecht, aber das sah Alex ganz anders. Ihr bissiges Kommentar hätte sie sich sparen können. Es machte ihn nur noch wütender und er hatte das Bedürfnis sie zu schütteln. Verstand sie überhaupt was sie da von sich gab? Verstand sie überhaupt wie sich die ganze Geschichte für ihn anfühlte? Vorher noch hatte er das Gefühl, dass sie es vielleicht verstehen könnte, aber jetzt... jetzt war er sich nicht sicher was eigentlich mit ihr los war. Sie erhob sich aus dem Bett, funkelte ihn an, er funkelte zurück. Der herablassende Laut, der ihr über die Lippen kam, machte ihn fuchsteufelswild und mit jedem Schritt, den sie näher auf die Tür zuging, stieg die Wut in ihm mehr und mehr auf. Er ballte die Hände zu Fäusten, hatte den Kopf gesenkt, die Augen geschlossen und die Kiefer fest aufeinander gepresst. Er musste ruhig bleiben. Er durfte nicht die Beherrschung verlieren. Er durfte ihr nicht hinterher gehen. Das hatte sie sich selbst zuzuschreiben. Als sie schon die Klinke in der Hand hielt, drehte sie sich zu ihm um. Ihre Worte brachten ihn dazu aufzusehen, sich zu ihr zu drehen. Wut war alles was in seinen Augen stand. Es hatte etwas bedeutet? Wieso hatte sie es dann so mit Füßen getreten? Trauer gesellte sich zu der Wut in ihm. Er ging schnellen Schrittes auf die Tür zu, hielt sie mit einem Arm fest, um sie auf jeden Fall vom Gehen abzuhalten. "Du... hast nicht das Recht beledigt zu sein. Du hast jetzt einfach nicht das Recht sauer zu sein." Er sah ihr fest in die Augen. "Hast du mich verstanden? Das steht dir nicht zu. Nicht nachdem was du getan hast. Ich kann nicht immer der Schuldige dafür sein, was du verbockt hast." Verstand sie was er ihr sagen wollte? Kamen seine Worte überhaupt bei ihr an? Und wenn ja: Waren sie ihr egal? "Wenn es dir was bedeutet hat, wieso hast du das dann getan? Wieso hast du diesen Psychopathen gevögelt?" Alex' Worte waren eine Mischung aus Wut und Trauer. Erneut diese dämlichen Tränen, die ihm ungewollt in die Augen krochen und die er vertrieb, indem er die Kiefer fest aufeinandermahlte, während er verständnislos den Kopf schüttelte. Er konnte es einfach nicht verstehen. Ihre Worte und Taten passten einfach nicht zusammen. Er wollte es verstehen, aber das gab überhaupt keinen Sinn. Nicht für ihn. Vielleicht suchte er aber auch einfach nach einem Grund Yumi in seinem Leben zu behalten. Einen Grund diese Verbindung zwischen ihnen nicht zu zerstören, obwohl sie es womöglich schon lange war. "Und wenn ich dir auch nur irgendwas bedeute, oder bedeutet habe, dann stellst du das hier und jetzt klar. Denn wenn du dieses Zimmer jetzt verlässt, ohne das zu klären, dann verspreche ich dir, dass es das war. Dann ist es mir in Zukunft egal wen du vögelst, mit wem du dich im Flur triffst und auf welcher Party du dich von wem schwängern lässt. Ich werde nicht mehr auf dich zulaufen, während du dich von mir entfernst." Alex war wirklich nicht der Typ der solche Reden schwang, aber er wusste nicht mehr weiter und irgendwo in seinem Kopf waren in den letzten Minuten einige Sicherungen durchgebrannt. Alles was er wollte, alles was sein Körper gerade tat, diente nur dazu sie hier zu halten. Alles nur um sie irgendwie in seinem Leben zu halten. Ebenso wie die wütenden Kommentare, die Sticheleien und die bösen Blicke. So hatten sie beide immer und immer wieder dafür gesorgt, dass der andere die Konstante in ihrem Leben bleib. Immer da blieb und sie am Ende nicht alleine bleiben würden, oder? So war es doch? Wenn da nichts mehr gewesen wäre, hätten sie schon lange aufgehört darüber zu sprechen, hätten schon lange aufgehört sich so zu begegnen und wütend anzugehen. Aber es war ihnen beiden nicht egal. Auch wenn Yumi das jetzt behaupten würde, er wusste, dass er ihr nicht egal war. Nicht ganz. Alex löste sich von der Tür, wollte sehen, ob sie blieb, oder ob sie ging. Für immer.

  • [Alex Zimmer] Alex & Yumi



    Wut funkelte in seinen Augen. Nichts als Wut. Seine Augen wirkten dunkler als sonst und beinahe erschrak sie als der Silberhaarige sich in Bewegung setzte, die Tür zudrückte und sie somit daran hinderte, dass sie ging. Die Studentin zuckte kurz zusammen. Seine Worte hagelten auf die Studentin nieder und jedes Wort war ein Treffer. Die Blonde wusste dass er Recht hatte. Sie war nicht sauer auf ihn oder auf irgendjemanden Anders als sich selbst. Sie war nicht einmal beleidigt, dass er ihr solche Vorwürfe machte. Sie hatte Mist gebaut aber trotzdem schmerzten sie seine Worte. Weil die Wahrheit weh tat. Sein Blick durchbohrte sie und doch wandte sie sich nicht ab, setzte sich seinen harten Gesichtszügen aus. "Ich weiß..." kam es nur leise über ihre Lippen, beinahe brach ihre Stimme da sie schon wieder das Gefühl hatte, dass ein unsichtbarer Kloß sich in ihrem Hals gebildet hatte. Das bockige Mädchen war verschwunden. Vielleicht hatten seine Worte ihr die Augen geöffnet aber wahrscheinlicher war, dass sie es doch ohnehin schon gewusst hatte aber das sie keine Kraft hatte diesen Kampf auszutagen - nach all den Jahren. Es ging nicht nur um dieses Mal, oder? Da waren all die Konflikte zwischen ihnen über die sie nie geredet hatten. Sie bevorzugten es alles still zu schweigen, dem anderen Vorwürfe zu machen und das obwohl sie nichts mehr verband und letztendlich doch alles weil sie niemals einen Schlussstrich gezogen hatten - weder er noch sie. Als sie in seine Augen sah, sah sie da den Jungen in den sie sich damals verliebt hatte - ihre erste Liebe. Es schien so lange her und doch spürte sie unter all dem Groll dieses Gefühl noch immer. Es war versteckt. Absurd gar. Vielleicht sogar widersprüchlich. Sie presste ihre Lippen aufeinander. Warum tat sie diese Dinge? So leicht war diese Frage nicht zu beantworten. Es war als würde ihr Kopf sich ausschalten wenn es mit irgendeiner Person ernster wurde. Es war als würde irgendetwas in ihr laut schreien: Halt! Stop! Du musst es zerstören bevor... Yumi senkte ihren Blick. Bevor was? Bevor es etwas Ernstes wurde. Bevor sie verletzlich und angreifbar war. Bevor sie allein zurückgelassen wurde. Sie zitterte etwas, lies die Türklinke los und schlang ihre Arme um sich damit er das Zittern nicht bemerkte. Damit er nicht wusste, dass sie angreifbar war. War es besser zu gehen? Sie dachte wirklich darüber nach, schielte in Richtung Türe. Sie würde ihm ersparen zu wählen. Zwischen ihr uns seiner Schwester zu entscheiden. Es würde alles leichter machen. Nicht wahr? Einfach zu gehen würde es leichter machen. Es würde alles beenden und doch setzte sich die Blonde nicht in Bewegung und als er weiter sprach hob sie wieder ihren Kopf, sah in das Gesicht des Studenten und zögerte, biss sich auf die Unterlippe. "Ich hatte Schiss..." gestand die Studenten schließlich und spürte wie das Herz in ihrer Brust schneller schlug, sich ihre Wangen leicht färbten. "Ich hatte Schiss vor diesem Treffen und hab mich... lockerer gemacht..." Sie kannten einander. Es genügte ein Blick um ihm deutlich zu machen was genau sie damit meinte. "Er stand dann einfach vor der Tür..." Es war nicht notwendig es weiter auszuführen, oder? "Ich weiß es nicht warum ich solche Dinge tue. Ich weiß nicht warum ich einen Fehler nach dem anderen mache...." Ihre Stimme zitterte und sie krallte sich in ihren eigenen Armen fest. Sie sah zu ihm hoch, begegnete seinem Blick fast schon mit einer ungewohnten Vorsicht. Es war nicht das was er hören wollte, oder? Aber es war alles was sie ihm geben konnte. "Alex..." sie holte sich seine Aufmerksamkeit, sah in die grünen Augen, die sie fokussiert hatten. "...es tut mir Leid." So war sie nun einmal. Sie war ein einziger Fehler. "Ich wollte nicht..." fing sie schließlich an aber brach mitten im Satz ab, senkte wieder den Kopf, spürte wie die Tränen in ihr aufstiegen, die sie aber gleich wieder wegblinzelte in der Hoffnung, dass sie ihm verborgen bleiben, dass sie keine Schwäche zeigte.

  • Yumi & Alex in seinem Zimmer


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    Tatsächlich erklang ein wenig Einsicht aus ihrem Mund. Sie sah nicht weg, sah ihm stattdessen ins Gesicht, die Augen und lieferte sich selbst seiner Wut aus. Sie flüchtete nicht, obwohl er fest damit gerechnet hatte. Das taten sie immer. Sie gingen, redeten nicht miteinander, sondern flüchteten ständig voreinander, um den Konflikten zu entkommen, die zweifellos zwischen ihnen standen. Es war seltsam, dass sie jetzt redeten, oder schrieen, was in Alex' Fall wohl deutlich besser passte. Seine Wut zügelte sich ein wenig, weil es ihn beruhigte, dass sie die Sache ernst nahm, ihn nicht auslachte und sich sogar einsichtig zeigte. Er war trotzdem noch stinksauer, aber immerhin hatte er sich wieder ein wenig besser unter Kontrolle und musste nicht fürchten, dass er ihr gegenüber handgreiflich wurde. Schon wieder. Denn egal was sie getan hatte: Das hatte sie nicht verdient. Für einen kurzen Moment trafen sich ihre Blicke und die Zeit schien still zu stehen. Die Luft zwischen ihnen knisterte und doch war es für diesen kurzen Augenblick ruhig. In diese Augen hatte er sich verliebt. Auch wenn sie gerade nicht das Selbstbewusstsein ausstrahlten, das ihr sonst immer ins Gesicht geschrieben stand, waren es genau diese Augen, die ihm den Verstand geraubt hatten. Die intensive Farbe und dieses bestimmte Funkeln wurde sie nie los. Nicht für ihn. Ihr Blick drehte sich zur Tür. Er folgte ihm. Sie zögerte doch. Er konnte es ihr eigentlich nicht übel nehmen. Er wäre schon längst zur Tür hinaus und doch hoffte er, dass sie blieb. Denn nur wenn sie blieb, gab es noch Hoffnung. Genau deshalb sprach er seine Worte laut aus, in der Hoffnung, dass sie etwas auslösten. Sie biss sich auf die Unterlippe, schien mit sich zu hadern und er wollte es schon aufgeben, aber sie machte den Mund auf. Er fixierte sie, während er sich die Worte anhörte. Sie hatte Schiss gehabt und sich was eingeworfen. Nichts, wofür er sie verurteilen würde. Gelegentlich genehmigte er sich schließlich auch etwas Gras. Auch wenn das letzte Mal schon länger her war. Dafür konnte er ihr nun wirklich keinen Vorwurf machen. Er selbst war schließlich auch nervös gewesen. Hätte Darren ihn nicht so angestachelt, hätte er es wohl auch schon früher aufgegeben gehabt. Aus Angst, dass sie nicht kam. Aus Angst, dass es damit erledigt war. Beides hatte sich irgendwie bewahrheitet und auch nicht. Daher lauschte er weiter ihren Worten, ihrer Erklärung. Noch einmal fiel ihre Erwähnung auf das, was mit Simon passier war. Er war plötzlich einfach vor ihrer Tür? Hatte sie womöglich sogar damit gerechnet, dass es Alex selbst war? Hatte sie ihm die Nachricht vielleicht sogar geschrieben, dass er sie rausholen sollte? Er dachte darüber nach und schwieg. Lies es zu, dass sich ihre Blicke noch einmal kreuzten. Es war seltsam. Sie direkt anzusehen, wie sie ihn ansah, war verwirrend und gleichzeitig besänftigte es ihm. Er konnte ihr nicht so böse sein, wie er wollte, wenn sie ihn so ansah. Eine Entschuldigung kam ihr über die Lippen. Er hörte sie, es freute ihn die Worte zu hören, wie es auch gestern schon der Fall gewesen war. Und trotzdem konnte er das Geschehene dadurch nicht ändern. Nicht einfach übersehen. Nicht einfach hinter sich lassen. Sie erklärte, dass sie das nicht wollte. Was nicht wollte? Ihn verletzen? Alice verletzen? Simon vögeln? Darren enttäuschen? Vermutlich alles auf einmal. Es machte ihn wütend, dass er sie jetzt nicht mehr hassen konnte. Es ging ihm gegen den Strich, dass diese wenigen Worte ausreichten, um ihn zu besänftigen. Dass sie diese Macht über ihn hatte, gegen die er nicht ankam. Sie senkte ihren Blick, versuchte so die Tränen vor ihm verbergen, aber er sah sie. Er sah nicht weg, wie er es sonst tat. Und obwohl er noch wütend war, wozu er allen Grund hatte, überwand er den kleinen Abstand zwischen ihnen und zog sie an sich. Ein bisschen hielt er sie fest und ließ ihr die Möglichkeit zu weinen, ohne dass er es sah, oder sie Angst haben musste, dass er es sehen würde. Sein Kopf legte sich auf ihren. "Ich weiß...", sagte er, ohne wirklich zu erklären was genau er meinte. "Aber ich weiß nicht was ich tun soll." Was konnte sie schon sagen oder tun, um es ungeschehen zu machen? Um das Ganze zu vergessen? Yumi war Alex keine Rechenschaft schuldig. Sie war ihm nicht verpflichtet und konnte tun was sie wollte. Trotzdem fühlte er sich betrogen. Aber wieso? "Weil ich dich immer noch liebe...", murmelte er und bevor er sich darüber klar wurde, dass er es gesagt hatte und sie es gehört haben könnte, krochen ihm selbst Tränen aus den Augen und liefen ihm über das Gesicht bis zu Yumis Haaren. Er fühlte sich gerade einfach ein wenig ausgeliefert und hilflos.

  • [Alex Zimmer] Alex & Yumi


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    Sein Blick ruhte auf ihr. Sie spürte wie er sie durchbohrte, irgendwie anklagte. Er wollte eine Erklärung für ihr Handeln und dabei hatte sie einfach schlichtweg keine Erklärung dafür warum sie gewisse Dinge tat. Vielleicht weil sie sich in einem Moment gut anfühlten und sie nur für diesen Moment lebte, nicht darüber nachdachte was letztendlich daraus wurde, wen es verletzte. Es war beinahe so als suchte sie eine Begründung dafür das hassenswerte Miststück zu sein, als das sie sich selbst gerne beschrieb. Aber dieses bittere Erwachen an jenem Morgen. Es hatte etwas mit ihr gemacht. Es hatte ein Gefühl der Reue hervorgerufen. Ihm gegenüber. Letztendlich vielleicht sogar Alice gegenüber. Vielleicht weil sie an das Gespräch von gestern denken musste - der ungewohnte Frieden zwischen Alex und ihr. Sie hatten einander nicht angekeift, wie sie es normalerweise taten. Er hatte ihr geholfen. Er hatte ein Mädchen stehen gelassen um ihr hinterher zu kommen. Wann war das jemals der Fall gewesen? Sie erinnerte sich nicht. Dieser ungewohnte Umgang, die Erinnerung an das nervöse Kribbeln bevor sie zu diesem gar absurden Date gehen wollte - all das riefen dieses sonderbare Gefühl in ihr hervor - das Gefühl einen Fehler begangen zu haben und dabei hatte es sich zu diesem Zeitpunkt doch richtig angefühlt. Sie hatte Simon in die Augen gesehen und für einen Moment geglaubt, dass nur er diese dunkle Seite an ihr schätzte weil sie vielleicht gleichermaßen in ihm ruhte. Sie hatten beide ihre Masken fallen gelassen, die Jeder in der Gesellschaft trug - hatten das Monster offenbart, dass darunter schlummerte. Sie hatte gewusst, dass er zu ihr zurückkehren würde und dennoch hatte sie es getan. Sie hatte eine Verabredung mit Alex und dennoch hatte sie es getan. Die Angst dass es etwas Ernsthaftes sein hätte können hatte sie letztendlich in Simons Arme getrieben oder zumindest glaubte ein Teil von ihr das, suchte stumm nach einer Begründung aber fand sie letztendlich doch nicht. Zögernd kam ihre Version der Geschichte über ihre Lippen, wohl wissend, dass es ihm wahrscheinlich nicht ausreichte aber das war nun einmal das Einzige was sie ihm sagen konnte. Ihre Blicke trafen sich aber schon im nächsten Moment entzog sie sich ihm wieder damit er die Tränen in ihren Augen nicht sehen konnte. Damit er die verletzliche Seite an ihr nicht sehen konnte, nicht merkte, dass er immer noch eine gewisse Macht über sie hatte. Die blonden Haare hingen in ihr Gesicht als sie zu Boden sah noch immer zögerte ob sie nicht letztendlich einfach gehen sollte, sich diesem Gespräch wieder entziehen - wie sie es immer taten. Damals wie heute. Ehe sich Yumi versah zog Alex sie in eine Umarmung, legte seine Arme um sie, hielt sie als sie selbst das Gefühl hatte zu zerbrechen, sie selbst das Gefühl hatte sich zu verlieren. Sie hatte nicht das Recht zu weinen. Sie war wahrscheinlich die letzte Person, die das Recht dazu hatte und das wusste sie selbst aber all das überforderte sie. Es war ihr zu viel und zugleich zu wenig. Sie blinzelte die Tränen beiseite aber der Druck in ihrer Brust nahm zu und so löste sich auch die ein oder andere Träne aus ihrem Augenwinkel und kullerte ihre Wange hinab. Nein. Nein. Sie hatte sich doch wegen ihm diese Schutzwand aufgebaut. Sie hatte sich doch wegen ihm in die Eiskönigin verwandelt also warum bröckelte jene Fassade genau jetzt. Der Kloß in ihrem Hals schnürte ihr beinahe die Luft zum Atmen ab. Ihre Hände hatten sich zu Fäusten geballt, entspannten sich jedoch wieder ein kleines Stück als sie seine Stimme vernahm. Er hielt sich bedeckt, letztendlich war es nur ein Flüstern, dass an ihr Ohr drang. Sein Kopf ruhte wieder auf ihrem, wie zuvor. Bevor sie ihm das Alles mitgeteilt hatte. Sie lehnte sich an ihn, vergrub ihr Gesicht an seiner Brust. Seine Nähe war tröstend und zugleich fühlte sie sich als wär sie ihm wieder in die Falle gegangen. Als würde sich die Geschichte wiederholen aber in Wirklichkeit gab es niemals ein Ende. Es war immer noch die gleiche Geschichte nur Jahre später. Sie hörte seine Worte und ihre Tränen versiegten. Ihr Herz hatte für einen klitzekleinen Moment ausgesetzt. Unweigerlich verkrampfte sie sich in seinen Armen, spürte wie sie das Verlangen hatte sich aus dieser Umarmung zu lösen, weil sie merkte wie die Falle zuschnappte. Sie wollte nicht wieder dieses naive Mädchen von damals sein. Sie wollte das nicht und gleichzeitig bemerkte sie wie sich ihre Wangen ein wenig rosa färbten und ihr Herz schneller klopfte als hätte es auf diese Worte gewartet. Doch bedeuteten sie aus seinem Mund etwas? "Sie.... oder mich?" kam es zögernd aus ihrem Mund und sie löste sich aus seiner Umarmung, hob den Blick und begegnete dem Blick seiner grünen Augen. Sie sah die Tränen darin. "Die Yumi von damals oder...?" Ihre Worte waren lediglich ein Flüstern. War das zwischen ihnen echt oder waren es lediglich Gefühle aus der Vergangenheit? Wie fand man das heraus? Wie konnte man sich jemals sicher sein? Der Blick ihrer blauen Augen wanderte über das kantige Gesicht ihres Gegenübers. Es wurde von seinen silbernen Haaren umrahmt, die sich aus seiner Frisur gelöst hatten. Sie versuchte die Antwort seinen Gesichtszügen abzulesen - vergeblich. Wie könnte er sie lieben? Wie könnte irgendjemand sie lieben? Nach all dem? Sie senkte ihren Blick. Yumi kannte die Wahrheit. Es war völlig egal was er antworten würde. Er liebte das Mädchen von damals. Das Mädchen oder die junge Frau, die heute vor ihm stand war kaputt. Sie ging auf Abstand und suchte erneut den Blick seiner Augen. "Egal wie weit ich wegging... du warst immer hier drinnen..." Yumi deutete auf ihren Kopf, lies ihre Hand anschließend aber sinken, wich seinen Blick aus und ein Seufzen kam über ihre Lippen. All das änderte nichts und das wusste sie und dennoch schlug ihr Herz einige Takte schneller. "...und das ist irgendwie frustrierend..." Ihre Mundwinkel hoben sich kurz. Ein amüsierter Laut verließ ihre Lippen. Sie hatte alles getan um ihn aus ihren Gedanken zu verbannen aber er war immer noch da. Sie sah ihn an. Wortlos. Ihre Wangen waren von einem leichten rosafarbenen Schimmer geziert. Ihr Blick huschte über seine Lippen und während ihr Kopf sie warnte, dass es nicht richtig war überwand sie die den Abstand zwischen ihnen, legte ihre Hände an sein Gesicht und zog ihn an ihre Lippen, hauchte fast schon testweise einen Kuss darauf als wollte sie so herausfinden wem seine Gefühle wirklich galten.

  • Yumi & Alex in seinem Zimmer


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    Er spürte, wie sich ihr zierlicher Körper unter seinem Griff verspannte. Seine Worte hatten sie überrascht, was ihn nicht verwunderte. Schließlich wogen sie schwer. Allerdings konnte er die Bedeutung nicht leugnen und auch wenn sie schweig, sich verkrampfte und die Worte nicht erwiderte, fühlte er sich trotzdem ein wenig besser sie ausgesprochen zu haben. Es fühlte sich in diesem Moment einfach richtig an. Er würde es bereuen. Das wusste er. Dafür kannte er sich zu gut. Dafür kannte er sie zu gut. Seine Tränen versiegten, schnell wischte er sich übers Gesicht, als sie sich von ihm löste. Ihre Blicke trafen sich. Dann kamen ihr Worte über die Lippen. Er schnaubte. Yumi mochte sich verändert haben, aber seine Gefühle für sie, waren immer gleich geblieben. Er konnte sich nicht manchmal nicht erklären wo dieser Hass gegen sie herkam, konnte sich nicht erinnern, weshalb sie so auseinander gegangen waren. Manchmal träumte er von ihr. Wie er sie in seinen Armen hielt und vermisste sie, sobald er wach war. Dann war er wütend. Wütend, dass er immer noch nicht damit abgeschlossen hatte. Wohl niemals abschließen konnte. Nicht, ohne zu erfahren, wieso das aus ihnen geworden ist, ohne dass sie es wollten. Sie suchte in seinem Gesicht nach der Antwort auf ihre Frage. Er konnte es formlich spüren, wie sie danach suchte und er konnte nicht anders als seinen Stolz herunterzuschlucken. "Spielt das denn eine Rolle?", fragte er. Tat es das? Das tat es. Er wusste es. Sie bedeutete ihm, dass er immer in ihrem Kopf herumspukte. So kindisch es klang, wünschte er sich, dass sie auf ihr Herz gezeigt hätte, aber das tat sie nicht. Sie waren verloren. Er hatte sie schon längst verloren. Von früher war nichts mehr da, nichts mehr das er retten konnte. Und jetzt... waren sie zwei Menschen, die glaubten sich irgendwann mal gekannt zu haben. Nicht mehr und nicht weniger. Es schmerzte. Dann fügte sie hinzu wie frustrierend es war ihn nicht aus ihrem Kopf zu bekommen. Er gab einen amüsierten Laut von sich, schüttelte den Kopf dabei. Als ob er das nicht wusste. Als ob er nicht wusste wie frustrierend das alles war. Wie frustrierend es war sie mit einem anderen zu sehen, ständig die Bilder im Kopf zu haben, selbst wenn sie schon längst weg war. Sie immer wieder sehen zu müssen, wie sie ging. Mit einem anderen. Und trotzdem war sie jetzt hier, sah ihn an, ihre Wangen rosa gefärbt, weil es ihr doch peinlich war was sie gesagt hatte. Es war ihm selbst peinlich, wenn er daran dachte was er ihr gesagt hatte. Trotzdem war er froh. Froh, dass sie ihn auch nicht aus ihrem Kopf bekam. Froh, dass er noch irgendwie ein Teil ihres Lebens war. Dann legten sich ihre Hände an sein Gesicht und bevor er sich versah hauchte sie einen Kuss auf seine Lippen. Sein Kopf hätte ihn warnen müssen. Hätte ihm sagen müssen, dass sie das nicht tat, weil sie ihn mochte, sondern weil sie sich nicht zu helfen wusste. Vermutlich weil sie ihn testen wollte. Aber sein Hirn hatte die Vernunft bei dieser kleinen, sanften Berührung sofort über Bord geworfen und so griffen seine Hände an ihren Kopf und zogen sie an sich. Er küsste sie, presste seine Lippen fest auf ihre, vergaß völlig, dass er hätte sauer sein müssen, wütend und enttäuscht darüber was sie getan hatte. Was sie mit ihm tat. Dass sie versuchte das ganze vergessen zu machen, indem sie ihn küsste. Aber machte es das nicht wieder gut? Zeigte das nicht, dass sie hier bleiben wollte? Bei ihm? Viel zu früh schaltete sein Kopf sich wieder ein, hatte die Vernunft wieder an Bord geholt und er löste sich von ihr. Nur ein bisschen. "Es hat sich nie geändert.", flüsterte er. Meinte damit seine Gefühle, sah ihr fest in die Augen, suchte darin nach der Antwort, auf die er sehnlichst wartete. Für einen Moment sah er sie nur an, wartete darauf was sie tun wollte. Was sie tun würde, aber sie antwortete nicht. Sein Blick wanderte zu ihren Lippen, die noch immer so nah waren und die er küssen wollte. Aus Wut, dass sie nicht schon gestern hier war und aus Verlangen, das er immer empfand, wenn es um sie ging. "Vielleicht ist es doch besser, wenn du jetzt gehst." Er schluckte. War ihm anzusehen, dass er das eigentlich gar nicht wollte? Seine Hände ballten sich zu Fäusten. Er wusste nicht was er tun sollte. Sie machte ihn verrückt. Ein Kuss und er vergab ihr? Ein paar Worte reichten aus um ihn zu besänftigen und ein paar, um ihn wieder fuchsteufelswild zu machen. Diese Macht hatte nur sie über ihn. Nur sie. Wann würde das aufhören? Wann konnten sie aufhören einander zu zerstören?

  • [Alex Zimmer] Alex & Yumi



    Ein Schnauben kam ihm über die Lippen als sie seine Aussage hinterfragte. Als würde er sich darüber lustig machen. Als würde es keinen Unterschied machen und doch machte es sehr wohl einen. Für sie schon. Das Mädchen von damals war ein ganz anderes. Das Mädchen von damals war nicht das Mädchen, das jetzt hier vor ihm stand. Es waren quasi zwei verschiedene Personen. Ob er sich dessen bewusst war als diese Worte seine Lippen verlassen hatten? Ihre Blicke begegneten sich und es schien als glaubte er an seine Worte, als glaubte er daran, dass sie der Wahrheit entsprachen. Ihre blauen Augen wanderten über das vertraute Gesicht vor sich - das Gesicht, welches über die Jahre kantiger und auch erwachsener geworden war und doch sah sie noch immer jenen Jungen vor sich in denen sie sich damals unsterblich verliebt hatte. Den Ersten und Letzten, den sie ihr Herz geschenkt hatte. Mit dem sie so viel gemeinsam erlebt hatte, zu dem sie so oft geflüchtet war wenn sie ihre Familie wieder satt gehabt hatte. Sie konnte mit ihm über alles und zugleich über nichts reden wie sie damals schmerzlich erfahren musste. Ihre Lippen öffneten sich einen Spalt und ein Teil von ihr wollte ihm entgegen brüllen, dass es eine Rolle spielte aber schlussendlich schwieg sie doch. Entweder er wusste selbst, dass es so war oder er war so oder so nicht von seiner Meinung abzubringen. So war Alex nun einmal. Sie lies ihren Kopf ein Stück weit sinken. Noch immer stand dieses Liebesgeständnis zwischen ihnen und auch wenn es wie gedacht mehr Distanz zwischen sie bringen würde so waren es doch irgendwo diese Worte, die sie bremsten, die ihnen ein wenig den Wind aus den Segeln nahmen als sie drauf und dran waren wie immer aufeinander los zu gehen. Es kam überraschend. Sie hatte nicht damit gerechnet oder vielleicht wollte sie es einfach nicht sehen weil es ihr.... Angst machte. Seine Gefühle machten ihr Angst. Das all die Jahre nichts geändert hatten. Weder die unzähligen Zankereien, die tödlichen Blicke, ein Jahr im Ausland, all die Männer und Frauen an ihren Seiten, die dem jeweils Anderen förmlich am Präsentierteller serviert wurden um einander zu verletzen. Hatte all das wirklich nichts gebracht? Wie kaputt waren sie eigentlich? Nach all der Zeit die vergangen war standen sie letztendlich wieder hier und waren im Grunde keinen Schritt weiter gekommen - weder vor noch zurück. Sie konnten nicht mit aber auch nicht ohne einander. Sie hörte Mias entsetzte Worte als stünde sie direkt neben ihr als sie herausgefunden hatte wessen Sohn da mit ihr an der Theke saß. Warnende Worte. Gerechtfertigte Worte. Sie musste nicht einmal dabei sein um zu wissen wie Alice von ihr sprach wenn sie mit ihrem Bruder über sie redete. Skys Blicke allein genügten um zu wissen was er von ihr hielt. Trotz all der Warnungen standen sie wieder hier oder vielleicht auch noch immer. Ihre Worte kamen stolpernd über ihre Lippen - zögernd - gar unsicher wenn man es so wollte als tastete sie sich langsam vor, wog ab wie weit sie gehen wollte, wie viel sie offen legen wollte. Ihr Herzschlag hatte sich beschleunigt - unwissend weswegen. Weil da immer noch etwas war zwischen ihnen? Weil er immer noch Teil ihrer Gedanken war oder weil sie sich fühlte wie die Beute in dieser Geschichte, die dem Raubtier in die Falle ging obwohl sie doch eigentlich drauf und dran war selbst ein Raubtier zu sein aber in seiner Nähe war das immer etwas anderes. sie wurde ein Stück weit zu dem Mädchen von damals und irgendwas in ihr wollte das um jeden Preis verhindern. Sie wollte nicht zulassen, dass er sie wieder verletzten konnte - nahm stattdessen das Ruder in die Hand und verletzte ihn. Vielleicht hatten sie einander ja verdient. Einer kaputter als der andere. Sie sahen einander an. Ihre Blicke begegneten sich als Yumi langsam den Kopf wieder hob. Sie näherte sich ihm ohne darüber nachzudenken was es eigentlich bedeutete diesen Schritt zu gehen. Sie näherte sich ihm ein Stück weit, legte ihre Hand an seine Wange und ihre Lippen auf die seinen. Zaghaft - als wäre es ein Test. Als wartete die Studentin nur auf die Bestätigung, dass er lediglich das Mädchen von damals liebte, sie selbst gar abstoßend fand - mit ihren Fehlern, die sie nahezu ausmachten. Der Kuss war für ihre Verhältnisse anfangs fast schon keusch. Zärtlich lagen ihre Lippen aufeinander und ganz bewusst schmeckte sie ihn. Jeden Moment rechnete die Blonde damit, dass er sie von sich stieß - angewidert von dem Miststück hier vor sich aber stattdessen zog er sie näher an sich, vertiefte den Kuss, drückte seine Lippen auf ihre. Seine Finger hatten sich in ihren Haaren festgekrallt, sie so näher an sich gezogen und den Kuss dadurch intensiviert doch schon im nächsten Moment löste er sich von ihr. War ihr immer noch nahe. Yumi spürte seinen Atem auf ihren Lippen. Er flüsterte gegen ihre Lippen und bei jedem Wort kribbelte es an jener Stelle und sie spürte wie ihr Herz ein kleines bisschen stolperte, ein Teil von ihr im glauben wollte. Er wollte eine Antwort aber so einfach war das nicht. Oder vielleicht doch. Yumi spürte seinen Blick auf ihren Lippen, spürte ein Stück weit auch seinen Wunsch diesen Kuss von eben fortzusetzen aber er zögerte. Stattdessen kamen weitere Worte über seine Lippen. Ihre Augen weiteten sich einen Moment als wäre sie tatsächlich überrascht und vielleicht war es auch ein Teil von ihr. Genau genommen passte es aber zu ihm. Ein Wechselbad der Gefühle - heiß - kalt. Im Grunde waren sie sich doch ähnlicher als gedacht, hm? Vielleicht einer der Gründe warum sie immer wieder aneinander gerieten. "...obwohl ich ein Miststück bin? Andauernd dumme Dinge mache...?" harkte die Blonde schließlich nach und sah ihn direkt an. "Wie ist es möglich so jemanden zu lieben...?" Sie schüttelte unverständlich ihren Kopf, wich seinem Blick einen Moment aus nur um anschließend wieder in das Grün seiner Augen einzutauchen. "Ja. Vielleicht ist es besser so..." Yumi bemerkte, dass er seine Hände zu Fäusten geballt hatte, lies ihre über seine Arme nach unten gleiten. Sachte strichen ihre Fingerkuppen über seine Haut, spürten die Gänsehaut, die sich darunter bildete. Sie zögerte. Wahrscheinlich war es besser zu gehen. Für alle Beteiligten und doch fiel es ihr schwer sich in Bewegung zu setzen - der Vernunft zu folgten (ganz etwas neues...). Sie zog ihre Hände zurück und entfernte sich ein Stück von ihm, hielt den Kopf gesenkt, wusste nicht wohin mit all dem Chaos in ihrem Kopf. Tausend Gedanken schrien darin um die Oberhand zu gewinnen, um ausgesprochen zu werden aber ihre Lippen blieben erst stumm. Was war mit ihnen passiert? Was bedeutete es wenn sie durch diese Tür ging? Noch vor wenigen Minuten hatte er ihr doch ganz eindeutig gesagt was es bedeuten würde. Was hatten sie schon großartig geklärt? Gar nichts. Es war noch immer das gleiche Chaos wie vorher aber zugleich wusste die Studentin nicht einmal ob sie es geklärt haben wollte. Eine Entscheidung treffen konnte. Was änderten seine Gefühle an der Situation? Alles und zugleich doch auch wieder gar nichts. Wenn sie durch diese Tür ging - war es dann wieder wie vorher? War es zu Ende? Was bedeutete es durch diese Tür zu gehen und warum zum Teufel machte sie sich überhaupt so viele Gedanken darum? Sie handelte doch immer frei aus dem Bauch heraus, wollte frei sein wie ein Vogel, nicht eingeengt von irgendwelchen Definitionen. Sie war doch diejenige die es einfach auf sich zukommen lassen wollte - mal sehen wollte wohin es führte - ihren Spaß wollte. Sonderlich spaßig war es momentan aber eigentlich nicht und sie war nicht minder Schuld an dieser Situation. Sie drehte sich wieder in Richtung Türe, strich sich die Haare aus dem Gesicht und bevor sie die Türklinke in die Hand nahm sah sie noch einmal über ihre Schulter. "...aber was willst du eigentlich, Alex?" Es war unfair diese Frage zu stellen ohne selbst eine Antwort darauf zu kennen. Sie wusste doch selbst nicht was sie wollte, es von Anderen einzufordern war eigentlich moralisch verwerflich aber darauf hatte sie doch noch nie viel gegeben. Sie wollte nicht auf Biegen und Brechen wissen ob er wollte, dass sie blieb. Vielleicht war es auch nur ein jämmerlicher Versuch zu reden. Es anders zu machen als damals als sie einfach getrennte Wege gegangen waren, die letztendlich doch nur hierher geführt hatten. Was sie mit dem Wissen anfangen wollte wusste Yumi selbst nicht...

  • Lucus | arbeitet und geht


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    Während des Essens fing Lucus schon mal an, sich ich sein Projekt denken, da er mehreren gesagt hatte, dass er sein Spiel weiter und auch fertig macht. Nachdem er sich nun wieder in das Spiel gedacht hatte, find er an weiter zu programmieren. Er schaffte es immerhin von einigen Stunden das Spiel gut weiter zu entwickeln, bis er keine Lust mehr hatte. Dann fing er an etwas zu spielen.

    Am nächsten Tag fing Lucus an weiter an den Grafiken zu arbeiten, nachdem er einige Sachen geschafft hatte, dachte sich Lucus, nachdem er nun in den letzten Tagen eigentlich nur am PC hing, dass er auch einfach mal rausgehen sollte. Dabei kam Lucus auch die Tageszeit relativ entgegen, da es bereits nachmittags war und es immer dunkler wurde. Also ging Lucus eben schnell duschen und machte sich fertig. Dann packte er seine Sachen und machte sich auf den Weg.


    Lucus geht in den Nebelwald

  • Yumi & Alex in seinem Zimmer


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    Wie immer war die Situation zwischen ihnen durchwachsen. Sie waren hier, waren sich mal nah, dann wieder kurz davor sich zu streiten und von sich zu stoßen. Es war verwirrend und doch so gewohnt. So war es schon lange zwischen ihnen. Die Blicke eine Mischung aus Anziehung, Verlangen und dann wieder Wut und Verachtung inklusive Enttäuschung. Sie waren schon seit Jahren in diesem Chaos gefangen. Jeder von ihnen versuchte immer wieder es zu beherrschen und doch wussten sie beide, dass sie es nicht kontrollieren konnten. Es war einfach zu viel zwischen ihnen passiert und dabei konnten sie wahrscheinlich nicht mal mehr annähernd sagen was es war. Wo gerade noch Wut in ihm brodelte, war jetzt alles angespannt. Ein spannendes Kribbeln durchzuckte seinen Körper, als sie ihre Lippen auf seine legte. Er hatte einen kurzen Moment gebraucht um es zu verarbeiten und schon hatte sein Kopf abgeschaltet und nutzte die Berührung aus. Was ihn wirklich dazu trieb wieder Abstand zwischen sie zu bringen, war schwer zu sagen, schwer für ihn zu greifen, aber er hatte das Gefühl ihr schon wieder verfallen zu sein. Ihr ausgeliefert zu sein. Es nervte ihn, weil er genau wusste, dass er sauer sein sollte. Wütend. Aber ihm war gerade alles egal. Egal, dass sie nicht da gewesen war, obwohl sie es hätte sein müssen. Es war ihm sogar egal, dass sie ihm keine Antwort auf seine Worte gegeben hatte. Er hatte ohnehin nicht damit gerechnet, dass sie es kommentieren würde. Eigentlich hatte er damit gerechnet, dass die Worte sie dazu treiben würden den Raum fluchtartig zu verlassen. Aber sie war noch hier. Was bedeutete das? Bedeutete es überhaupt etwas? Fühlte sie sich verpflichtet ihm etwas dafür zu geben, dass er die Worte ausgesprochen hatte? War der Kuss ein Versuch ihm zu danken, oder war es einfach eine Panikreaktion, um nicht antworten zu müssen? Wieso zerbrach er sich jetzt den Kopf darüber? Wieso konnte er es nicht einfach genießen, dass sie da war? Wieso konnte er ihr nicht einfach vergessen, dass sie es gestern nicht war? Es waren doch nur ein paar Stunden mehr, die er hatte warten müssen. Aber... es war nicht die Zeit, nein, es war das Gefühl verloren zu haben. Und das nicht gegen Darren, nein, sondern gegen Simon. Und trotzdem konnte er sie nicht hassen. Nicht so wie er wollte. Nicht so wie er immer tat. Seine Worte kamen flüsternd über seine Lippen, prallten gegen ihre eigenen und seine Augen suchten in ihren Nach einer Antwort was das zwischen ihnen war. Nach einer Antwort wie es weitergehen sollte. Sein Herz schlug für einen Moment ein wenig schneller, als er die Worte ausgesprochen hatte, er atmete tief ein und wieder aus, um es zu beruhigen, um sich nicht anmerken zu lassen, wie viel Gewicht in ihnen lag. Er hatte es riskiert, hatte sich verletzlich gezeigt vor seinem größten Feind. Sein Blick huschte zurück zu ihren Lippen, die er am liebsten wieder geküsst hätte, aber noch lag der Verrat des gestrigen Tages zwischen ihnen. Er sprach weiter, schluckte, um sich zu beherrschen, fixierte mit seinen Augen wieder ihre, die sich vor Überraschung geweitet hatten. Es war schwer sich nicht darin zu verlieren und sie wieder an sich zu ziehen. Es brauchte einen Moment, bis sie antwortete und allein der Klang ihrer Stimme rief das Verlangen in ihm auf sie wieder an sich zu ziehen, aber er schluckte dieses Gefühl hinunter. Versuchte das Blut in seinem Kopf zu halten, um ihr vernünftig antworten zu können. Als er ihre Worte hörte, ihre Selbstkritik, legte sich wie von selbst eine Hand an ihre Wange und sanft streichelte er mit dem Daumen darüber. "Keine Ahnung. Aber wenn ich es raus finde, sag ich's dir.", sagte er und für einen kurzen Moment hatte sich ein kleines Lächeln auf seine Lippen gelegt. Doch es versiegte beim Gedanken an den Tag gestern. Seine Hand senkte sich wieder von ihrer Wange und ballte sich zur Faust. Sie sah ein, dass es wohl besser war, wenn sie ging. Auch wenn seine Augen sie um etwas ganz anderes baten. Sie anflehten hier zu bleiben. Er schloss sie für einen Moment, um sich nicht noch weiter zu verraten, aber er wusste, dass es sinnlos war. Ihre Hände glitten über seine Arme und streichelten sachte über seine Haut. Ein Kribbeln durchfuhr seinen Körper und es bildete sich eine Gänsehaut unter ihren Fingerkuppen. Erst als er ihre Finger nicht mehr auf seiner Haut spürte, öffnete Alex die Augen wieder, sah, wie sie sich ein Stück von ihm entfernte. Es war besser so. Er hielt die Worte zurück, die ihm durch den Kopf jagten, die ihm sagten, dass er sie hier behalten sollte. Manche Stimmen in seinem Kopf sagten ihm, dass es falsch war sie jetzt gehen zu lassen, weil er ihr alles verzeihen sollte, andere weil sie fanden, dass sie Wiedergutmachung leiten sollten. Die lauteste verlangte nach ihrem Körper und doch hatte das alles keinen Sinn. Sie war nur noch hier, weil sie zu spät geflüchtet war, weil sie sich durch seine Worte verpflichtet fühlte zu bleiben. Weil sie dachte, dass sie ihm etwas schuldig war. Aber das war sie nicht. Aber was würde werden, wenn sie durch diese Tür ging? Was würde aus dem Gesagten werden? Aus ihrem erneuten Schweigen? Würde sich etwas ändern? Sie hatten rein gar nichts besprochen, rein gar nichts geklärt. Was hatte sich geändert? Die Anziehung. Diese Kraft, die immer zwischen ihnen war, wenn sie aufeinander trafen. Waren sie überhaupt in der Lage vernünftig miteinander zu reden? Sie ging auf die Tür zu und es kostete ihn viel Kraft sie nicht davon abzuhalten. Wenn sie durch diese Tür ging, dann... was war dann? Er konnte seine Gefühle nicht ausschalten, aber er konnte sie auch nicht zu einer Antwort zwingen. Kurz bevor sie die Klinke in die Hand nahm, drehte sie sich zu ihm um, sah in an und stellte die Frage, die auch in seinem Kopf herumspukte. Was wollte er eigentlich? Was wollte sie? "Ich weiß es selbst nicht. Manchmal will ich dich schütteln, will dir eine Klatschen, weil du mich so wütend machst und verwirrst. Weil du so dumme Dinge tust.", er schnaubte, verdrehte die Augen und schüttelte leicht den Kopf. Die Wut war in seiner Stimme zu hören. Seine Augen fixierten ihre, bevor er fortfuhr. "Und dann stehst du da und siehst mich mit diesem Blick an und es ist mir ganz egal was für Blödsinn du angestellt hast. Dann bin ich verloren, obwohl ich allen Grund hab sauer zu sein. Und es macht mich wütend, aber ich komm nicht dagegen an. Dann bist du alles was ich will. Dann will ich, dass du hier bleibst und mir zeigst wie sehr es dir leid tut. Dann will ich dich nur noch in meinen Armen halten, dich küssen und..." Seine Stimme war ruhiger geworden, zärtlich und sein Blick wanderte von ihren Augen zu ihren Lippen und dann zu ihrem Hals und ihren Schlüsselbeinen, die durch den Ausschnitt zu sehen waren. Er schluckte, richtete seinen Blick wieder auf ihre Augen. "...mehr.", vervollständigte er den angefangenen Satz. Für einen Moment ließe er es so stehen, ließ es im Raum zwischen ihnen. "Aber wir können nicht ewig so weitermachen. Wir können uns nicht ewig ankeifen und dann vögeln und so tun als wär nichts gewesen." Oder?

  • [Alex' Zimmer] Alex & Yumi



    Sie spürte seine Hand an ihrer Wange. Eine simple Berührung - gleichzeitig vertraut und doch irgendwie befremdlich im Anbetracht der Situation. Im Anbetracht dessen wem diese Hand gehörte. Sein Daumen strich langsam darüber und seine Stimme ertönte. Seine Stimme war weder schroff noch vorwurfsvoll. Ihr wohnte eine ungewohnte Wärme inne. Eine Wärme, die sie schon lange nicht mehr von seiner Seite erfahren hatte. Weder in den zahlreichen Begegnungen auf diversen Partys und Feiern noch in jener Nacht, die sie zusammen verbracht hatten. Ein Lächeln lag auf seinen schmalen Lippen als ihre Blicke sich begegneten und unweigerlich musste auch sie schmunzeln. Die Antwort war typisch für ihn aber sie bohrte nicht weiter nach. Sie lies sie so stehen weil sie nach wie vor nicht wusste was sein Liebesgeständnis mit ihr machte. Ob es sie glücklich machte oder ihr Angst machte oder was es ändern würde und ob sie es glauben konnte. Es war nicht das erste Mal, dass sie diese Worte aus seinem Mund hörte. Damals hatte sie es zuerst gesagt. Die drei Worte, die sie heute nicht mehr über die Lippen brachte - für niemanden. Die drei Worte, die so eine große Bedeutung hatten und doch immer leichtfertig ausgesprochen wurden. Damals hatte er es erwidert und wozu hatte es geführt? Wie waren getrennte Wege gegangen, hatten kein Wort mehr miteinander geredet - hatten es aber auch nicht beendet. Niemals. Sie fühlte eine Leere in sich und zugleich fühlte sie sich von jenen Worten erdrückt, denen sie so viel zuschob aber in Wirklichkeit waren es sie Beide gewesen, die unfähig waren miteinander zu reden - damals wie heute. Es waren nicht die Worte und doch fühlte es sich an als würde sich die Geschichte wiederholen und das Verlangen wegzulaufen stieg und stieg weil sie nicht das naive dumme Mädchen von damals sein wollte, dass ihm wieder die Macht gab sie zu verletzen. Yumi sah in die grünen Augen ihres Gegenübers, erwiderte seinen Blick, der im ersten Moment fast schon sanft war, im nächsten sich jedoch verfinsterte und noch ehe sie sich an seine Hand lehnen konnte, die auf ihrer Wange lag, die Berührung bewusst wahrnehmen konnte hatte Alex seine Hand zurückgezogen, sie zur Faust geballt. Er entzog sich ihrem Blick, schloss die Augen und senkte sein Haupt. Sie musterte ihn, lies den Blick ihrer blauen Augen über sein Gesicht wandern, während sie ihm zustimmte, dass es wohl besser war zu gehen. Es war wie immer das Gleiche. Sie machten einen Schritt aufeinander zu nur um im nächsten Moment zehn Schritte zurück zu machen. Aber die Studentin vermochte nicht mehr zu sagen was nun ein Schritt nach vorne war und welcher Schritt einer zurück war. Letztendlich bewegten sie sich im Kreis, kamen nicht voneinander los, verletzten einander um im nächsten Moment wieder aufeinander los zu gehen. Aber ihr Blick wanderte immer wieder zu ihm wenn sie ihn in der Menge entdeckte weil es nie abgeschlossen wurde. Weil keiner von ihnen die Worte aussprach: 'Es ist vorbei...' Seit wie vielen Jahren schon nicht? Statt sich voneinander zu entfernen, einander frei zu geben zogen sie einander an, hielten einander Dinge vor, die den Anderen eigentlich nichts mehr angingen und doch machte es etwas mit Yumi ihn mit einem anderen Mädchen zu sehen. Jedes Mal. Wie auch an jenem Abend. Sie bedeuteten einander nach all den Jahren noch immer etwas. Ob es Liebe war vermochte die Blonde nicht zu sagen. Etwas in ihr wehrte sich gegen dieses Wort. Wehrte sich an das damit einhergehende falsche Versprechen. Unweigerlich dachte Yumi an ihre Eltern und beinahe hätte sie laut aufgelacht. Sie glaubten auch, dass das was sie hatten Liebe war, setzten Kinder in die Welt nur um sich anschließend zu trennen, einander zu betrügen - ein Teufelkreis. Was also versprach die Studentin sich von dieser unausgesprochenen Sache hier? Sie wusste es nicht und trotzdem fragte sie Alex danach. Es war fast schon erleichternd, dass auch er keine Ahnung hatte was er wollte. Das er gleich verwirrt war wie sie selbst. Yumi lehnte sich gegen die Türe, lauschte den Worten des Silberhaarigen, die er ihr entgegen spuckte. Ihre Blicke trafen sich wieder und die Wut, die noch bis eben seine Stimme beherrscht hatte, vielleicht auch ihm beherrscht hatte schien sich nach und nach in Luft aufzulösen. Seine Gesichtszüge wurden weicher, seine Stimme fast schon sanft. Ihre Lippen öffneten sich einen Spalt aber sie war sich nicht sicher was sie sagen sollte. Da war wieder dieses Knistern zwischen ihnen, welches überhaupt dafür verantwortlich war, dass es noch immer so war wie es nun einmal zwischen ihnen war. Ohne diesen Funken wären sie nur noch ein Schatten der Vergangenheit. Jeder könnte seinen Weg gehen aber der Funken war noch immer da aber sie waren beide unfähig damit mehr zu machen. Sie sahen einander an und unbewusst war Yumi wieder einen Schritt näher gekommen, stand nun direkt vorm Anderen. "Nein, das können wir wohl nicht..." Es würde nichts ändern. Es würde nur zu noch mehr Chaos führen. Es würde alles schlimmer und komplizierter machen weil sie mit Simon geschlafen hatte, dem Vater des zukünftigen Kindes seiner Schwester. Es würde alles nur noch verrückter machen. Weil es da auch noch Darren gab, der sich in ihr Leben geschlichen hatte. "Ich... habe auch keine Ahnung was ich will..." Die Blonde sah ihren Gegenüber an, lies ihren Blick über seine Lippen huschen, griff nach seiner Hand und lies ihre Finger in seine gleiten. "...aber anscheinend unterscheidet es sich nicht sonderlich von dem Chaos in deinem Kopf.“ Ihre Lippen kräuselten sich etwas und das Lächeln darauf wurde zu einem Grinsen. Sie waren sich in all der Zeit gar nicht so unähnlich geworden, was nicht zuletzt zu der Katastrophe geführt hatte, in der sie sich nun befanden. Sie senkte den Kopf etwas und ein Seufzen verließ die Lippen der Studentin. "Ich habe keinen Plan für die Zukunft..." Kurz senkte Yumi den Blick, schien einen Moment darüber nachzudenken. "...alles ändert sich je nachdem welche Entscheidungen man trifft." Die Studentin hob ihren Kopf wieder an und sah in seine Augen, die nach wie vor auf ihr ruhten. "Wenn ich dich jetzt küsse... was passiert dann?" Würde es alles noch komplizierter machen oder letztendlich zu dem führen was sie wollte und wenn ja war es wirklich das was sie wollte? Eigentlich lebte sie doch im Augenblick, tat wonach ihr der Sinn war aber bisher hatte das zu einer Aneinanderreihung von Fehlern geführt. "Wäre das ein Fehler?"

  • 1677-cylie-pngCylie | kommt an & geht am nächsten Tag wieder


    Völlig erschöpft stolperte die junge Studentin aus dem Bus, fiel eigentlich fast aus der Tür und erntete dafür erstmal ein paar merkwürdige Blicke sowie etwas Kopfschütteln der anderen Fahrgäste und Studenten. Wahrscheinlich dachte die Hälfte dass die stockbesoffen war und nicht mehr laufen konnte aber die hatten alle überhaupt keine Ahnung. So gar nicht. Keiner außer Chris und sie wusste was passiert war. Und das würde auch erstmal so bleiben. Wer glaubte ihnen das schon? Wer glaubte ihnen denn dass sie in einem alten Kloster von unheimlichen Nonnen verfolgt und angegriffen worden waren, dass sie einen Unfall gebaut und über ein Geisterhaus gestolpert waren. Und dass anscheinend nichts davon je passiert war, wenn man der Polizei Glauben schenken konnte. Und eigentlich konnte man das. Oder? Der Kopf der angehenden Ärztin rauchte. Nichts machte irgendwie Sinn und eigentlich hoffte sie nur, dass es Chris bald besser ging und er keine Spätfolgen hatte. Dass er im Kopf nicht ganz dicht war und nicht alles so funktionierte wie normal, das war ja bereits bekannt aber trotzdem.. Die junge Frau humpelte in ihr Zimmer und ließ sich auch gleich auf ihr Bett fallen, machte sich nicht einmal die Mühe ihre dreckigen und zerfetzten Klamotten auszuziehen. Das konnte sie morgen machen, jetzt hätte sie es eh nicht mehr geschafft. Denn kaum hatte sie sich irgendwie die Decke über den Kopf gezogen, war sie auch schon eingeschlafen. Und schlief dann auch wie ein Stein. Wachte erst auf als draußen jemand gegen ihre Zimmertür lief. „Aaah.. Idiot..“, murmelte sie und versteckte ihren Kopf nochmal für ein paar Minuten unter ihrer Decke. Ihr erster Blick fiel auf ihr Handy, suchte nach einer Nachricht von Nick oder auch Chris aber konnte nichts finden. Ob alles in Ordnung war..? Sicher hätten sie sich gemeldet, wenn irgendwas wäre. Bestimmt. Und dennoch machte sie sich Sorgen, fiel aus ihrem Bett und machte sich mit frischen Klamotten auf ins Gemeinschaftsbad. Ihre Gedanken kreisten immer noch um den gestrigen Tag und das würde wahrscheinlich auch erstmal so bleiben. Es schien immer noch so unwirklich.. als wäre alles gar nichts passiert. Doch ihr verletzter Knöchel sagte etwas anderes. Auch, dass ihr Zwilling im Krankenhaus lag.. Cylie seufzte und schlüpfte in frische Kleidung, fühlte sich damit auch schon um einiges besser. Die Sachen von gestern warf sie in ihren Mülleimer, für mehr waren sie auch nicht mehr zu gebrauchen, und steckte anschließend ihre Haare nach oben . Nach etwas Make-Up, mit dem sie die dunklen Augenringe versteckte, machte sie sich einen Kaffee, schnappte ihre gefüllte Tasche und machte sich gleich auf den Weg ins Krankenhaus. Dass sie heute einige Vorlesungen hatte, war ihr gerade mehr als egal. Sie wollte gerade nur zu den Männern, die ihr momentan am wichtigsten waren.

  • [Kommt an und geht am nächsten Tag wieder]




    Chris war heilfroh als er sich auf sein Bett warf. Wie gemütlich das Bett im Wohnheim war war einem auch erst wieder bewusst wenn man einige Tage im Krankenhaus verbracht hatte. Er hatte sehr wenig Schlaf bekommen und das konnte man deutlich an seinen Augenringen erkennen, die sein Gesicht zierten. Nicht zuletzt lag es an den Alpträumen, die ihn plagten und daran, dass es auf einer Überwachungsstation offensichtlich rund um die Uhr relativ turbulent zuging. Ständig rannte irgendjemand durch die Gegend oder man hörte Schreie aus den anderen Zimmern. Wenn das nicht der Fall war dann piepste wieder der eigene Monitor weil man sich ein Stückchen zu weit bewegt oder sich wieder einmal eines der zahlreichen Kabel gelöst hatte. Der Körper des Studenten verlangte nach Schlaf. Ein erleichterter Laut verließ die Lippen des jungen Mannes und er bedeckte seine Augen mit seiner Hand um sich vor den Sonnenstrahlen zu schützen, die durch sein Fenster schienen. Natürlich hätte er den Vorhang vorziehen können aber Chris war einfach nicht mehr in der Lage sich noch einmal von seinem Bett zu erheben. Egal wie sehr er es auch wollte - es war so als würden seine Muskeln streiken. Tatsächlich fiel er wenige Minuten später in einen nahezu komatösen Schlaf. Er wurde erst am nächsten Morgen wieder wach. Völlig benebelt erhob sich der Student von seinem Bett und rieb sich erst einmal die Augen. Wie lange hatte er geschlafen? Seine Augen weiteten sich als er die Uhrzeit erblickte. Er hatte fast einen ganzen tag durch geschlafen. Offenbar hatte er es bitter nötig gehabt. Der Braunhaarige griff nach der Mineralwasserflasche neben seinem Bett und leerte sie in einem Zug. Sie war nur noch halbvoll gewesen aber im Anbetracht der Tatsache, dass er seit seiner Entlassung aus dem Krankenhaus nichts mehr gegessen und getrunken hatte war das wohl notwendig gewesen. Der junge Mann erhob sich von seinem Bett und verschwand mit frischen Klamotten in Richtung Duschen. Danach würde er sich bestimmt etwas lebendiger fühlen. Ironischer Weise hatte Chris nämlich das Gefühl, dass er noch immer müde war aber wahrscheinlich war sein Körper so viel Schlaf am Stück einfach nicht gewohnt. Nach einer ausgiebigen Dusche verließ der Student das Wohnheim und machte sich auf die Suche nach etwas Essbarem. Die Tage im Krankenhaus hatten an ihm gezerrt, da das Essen dort leider nicht genießbar war. Als Student war er zwar einiges gewohnt aber das hatte selbst ihn an seine Grenzen stoßen lassen.

  • Yumi & Alex in seinem Zimmer


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    Er hatte fest damit gerechnet, dass seine letzten Worte ihr den Garaus machten. Hatte gedacht, dass er sie so dazu bringen würden zu gehen. Sie hatte das Gesagte schweigend ertragen, ohne sich zu rechtfertigen, oder sich dazu zu äußern. Seine Wortwahl war zu Beginn nicht besonders freundlich gewesen. Er hätte sich sogar vorstellen können, dass sie ihn nicht einmal aussprechen ließ, sondern einfach verschwand, weil sie keine Lust mehr auf seine unterschwelligen Vorwürfe hatte. Sogar das hätte er verstehen können. Umso froher war er, dass sie sich alles anhörte, was er zu sagen hatte. Dass sie auch die gute Seite der Geschichte vernahm und ihn aussprechen ließ. Obwohl er sich eigentlich gar nicht sicher war, ob sie das ausgesprochene Chaos in seinem Kopf überhaupt verstanden hatte. Aber es schien ihr als Antwort auf ihre zuvor gestellte Frage auszureichen. Mehr erwartete er auch nicht. Mehr konnte er auch nicht verlangen. Die Blicke der beiden kreuzten sich. Sie sahen einander eine Weile nur an. Alex rechnete fest damit, dass sie jetzt gehen würde. Ihr Körper setzte sich in Bewegung. Doch statt die Tür zu öffnen, kam sie erneut näher, bis sie direkt vor ihm stand. Schon wieder. Er hätte es unterbinden können, aber er würde lügen, wenn er behaupten würde, dass er nicht irgendwie darauf gehofft hatte. Trotz der gewonnenen Nähe stimmte sie ihm zu. So konnten sie beide nicht weitermachen. Nicht auf Dauer. Keiner konnte dieses ständige auf und ab ewig ertragen, oder? Vor allem weil sie beide überhaupt nicht wussten wie sie dieses Chaos bändigen sollten. Desto näher sie sich kamen und desto mehr Zeit sie miteinander verbrachten, desto verwirrender wurde es zwischen ihnen. Desto schwieriger wurde es. Manchmal wünschte er sich, dass ihr und auch sein Leben noch ein unbeschriebenes Blatt wären. Weiß, ohne jegliche Vergangenheiten, Ausrutscher und Fehler. Einfach nur ein unbeschriebenes Blatt, dass sie ab diesem Moment neu befüllen könnten. Nur sie beide. Würden er dann immer noch das Gleiche für sie empfinden, oder wären die Gefühle dann weg? Würde sie dann noch etwas verbinden? Vermutlich nicht. Vermutlich war diese ungeklärte Sache zwischen ihnen, das was ihn immer wieder zu ihr brachte. Aber er bildete sich ein, dass es anders sein könnte. Er hoffte es. Ihre erneute Zustimmung auf das Chaos in seinem Kopf und die Aussage, dass sie ebenfalls nicht wusste, was sie wollte, beruhigte ihn irgendwie. Er war nicht der einzige, der verrückt geworden war. Schweigend ließ Alex es zu, dass sie ihre Finger in seine gleiten ließ und sie sich miteinander verschränkten. Ihre Worte machten ihn nervös. Sein Herz schlug sogar kurz ein paar Takte schneller, weil es sich freute, dass sie zumindest dieses Chaos verband. Vielleicht war das nichts gutes. Vielleicht war das genau das, was sie davon abhielt ihre Wege zu gehen. Getrennt oder gemeinsam. Aber es beruhigte ihn zu wissen, dass da etwas war, das die beiden verband. Sie waren immer noch am gleichen Punkt. Sie mussten nur einen Weg finden, wie sie beide voran kamen. Yumi senkte den Kopf, erklärte dass sie keine Zukunftspläne hatte. Er hatte welche. Für sich. Aber nicht für sie beide. Er nickte, auch wenn sie es nicht bemerkte. Stimmte ihr zu und verlor sich dann wieder in ihren Augen. Sie sah ihn an. Die Zeit schien mal wieder still zu stehen, während beide einfach atmeten. Taten sie das überhaupt noch? Ihre nächste Frage hätte ihn überraschen müssen. Aber sein Blick war schon zuvor zu ihren Lippen gehuscht und vielleicht hatte er sich die Frage auch irgendwie selbst gestellt. Was würde passieren? Wäre es ein Fehler? Ein Kopf schrie ein lautes: Ja! Sein Herz hingegen klopfte ein wenig schneller. War es denn ein Fehler, wenn man das tat, was man gerade jetzt wollte? Hatte ihre spontanen Entscheidungen sie nicht genau in diese missliche Lage gebracht? Er zögerte, wandte den Blick aber nicht von ihr ab. Er sah ihr weiterhin in die Augen, versuchte dort die Gründe für diese Frage zu finden, die sie nicht hätte stellen sollen. "Vermutlich.", brachte er schließlich über die Lippen, die er in der nächsten Sekunde auf ihre legte. Es war ein Fehler. Er wusste es. Sein Kopf wusste es zumindest. Es hatte keinen Sinn sich ständig etwas neues vor zu machen und so zu tun, als würde schon alles irgendwie werden, wenn sie einfach darüber hinweg schwiegen. Und trotzdem tat er es, denn er wusste nicht was passieren würde, wenn sie zu dieser Tür hinausgehen würde und er wollte es nicht im nachhinein bereuen. Nicht so bereuen, wie er vieles andere bereute. Er küsste sie. Schon wieder war er derjenige der den Fehler machte, aber so viel wie er heute schon zu bereuen hatte, war es eigentlich schon lange egal. Der Kuss hielt an, sie hinderte ihn nicht daran. Wahrscheinlich war ihr genauso klar, dass sie das besser nicht tun sollten, aber vermutlich ging es ihr gleich: Das war nun mal die einfachste Kommunikation zwischen den beiden. Die Kommunikation, bei der sie sich eigentlich immer ziemlich einig waren. Ihre Lippen trennten sich kurz voneinander. Erneut sah er sie fest an. "Wir können ja später darüber reden.", schlug er vor.

  • [Alex‘ Zimmer] Alex & Yumi



    Er zögerte. Sie kannte die Antwort doch im Grunde selbst. Tatsächlich erwartete sie eben jene Antwort auch von ihm. Nicht weil Alex dafür bekannt war die richtigen Entscheidungen zu treffen sondern viel mehr weil die Studentin wusste wie nachtragend Alex sein konnte wenn er es wollte. Es passierte schnell, dass er sich in seinem Stolz verletzt fühlte und auch wenn der Silberhaarige nicht mehr der Junge war in den sie sich damals in jungen Jahren verliebt hatte, so hatten sich bestimmte Charaktereigenschaften einfach nicht verändert. Trotz seiner Antwort spürte sie einen Wimpernschlag später seine Lippen auf den ihren. Wieder eine Gemeinsamkeit. Sie machten Beide liebend gerne Fehler. Sie hielten sich Beide nicht an das Gesagte - waren nicht konsequent genug um all das was zwischen ihnen stand anzusprechen - sich auszusprechen. Vielleicht jene Worte zu sagen, die eigentlich schon seit Jahren fällig waren. Seine Lippen fühlten sich weich an. Sie fühlten sich gut an auf den ihren. Aber fühlten sie sich auch richtig an? Konnte etwas dass sich so gut anfühlte wirklich falsch sein? Mit jedem Kuss, jeder Berührung schienen sie nur mehr ungesagte Dinge zwischen sich zu schieben aber sie konnte nicht anders als seinen Kuss zu erwidern zu dem er angesetzt hatte obwohl es vermutlich ein Fehler war. Es war so viel Ungesagtes zwischen ihnen aber sagten nicht Gesten mehr als Worte je konnten? Worte waren geduldig. Ihre Hand hielt nach wie vor die seine während sich die Andere in seinen Nacken legte um den Kuss zu intensivieren. Was zur Hölle taten sie hier? Ein wohlwollender Laut drang aus ihrer Kehle während sie sich etwas mehr an Alex lehnte. Er schmeckte so gut. So echt. Sie dachte an den Abend des Festes an diesem See - in dem kleinen Dörfchen etwas abseits der Stadt. Sie war betrunken gewesen. Das waren sie Beide aber dennoch war der Abend nach wie vor präsent in ihrem Kopf. Sie hatte diesen vermeintlichen Fehler auch damals schon bewusst gemacht aber nun waren ihre Sinne nicht vernebelt. Es gab keine Ausrede für das was sie hier taten. Sie waren Beide völlig klar und dennoch entschieden sie sich dafür diesen Schritt zu gehen obwohl es so viel gab, dass dagegen sprach. Sie nahm ihn bewusst war - seine Lippen auf den ihren. Seinen Geschmack - vertraut und doch fremd. Ihr Herz klopfte einige Takte schneller - schien verwirrt was sie mit ihm anstellte. Er war es der den Kuss schließlich unterbrach, wieder Abstand zwischen ihre Lippen brachte. Der Blick seiner grünen Augen fixierte die Studentin und sie erwiderte ihn. Er wanderte kurz über sein Gesicht nur um schlussendlich wieder seinen Blick einzufangen. „Später klingt gut...“ Reden klang hingegen nie gut. Reden war überbewertet auch wenn es wahrscheinlich nicht förderlich war das was hier zwischen ihnen passierte einfach weiterhin still zu schweigen. Erneut drückte Yumi ihre Lippen auf die des Silberhaarigen - forscher - leidenschaftlicher. Ihre Hände wanderten an seiner Seite nach oben um sich schließlich in seinen Haaren zu vergraben. Sie zog ihn an sich, lies ihre Zunge über seine Lippen gleiten, verlangte nach dem Einlass, den Alex ihr auch gleich gewährte. Ihre Zungen neckten einander - verloren sich in einem Spiel wie die beiden Studenten selbst. War das was sie hier trieben auch nur Teil ihres Spieles? Wer konnte den Anderen mehr verletzen? Seine Worte - sie dachte immer wieder daran. Liebe. War es das was sie verband? Aufrichtige und ehrliche Liebe? Gab es das überhaupt? Wenn es keine Liebe war, warum konnte sie ihn nicht loslassen? Warum tat es ihr weh ihn mit einer anderen Frau zu sehen? Aber wenn es Liebe war - warum schlief sie mit anderen Männern? Warum brachte sie ihn nicht aus dem Kopf? Atemlos löste sich Yumi wieder von ihm - sah in seine Augen - sah das Verlangen darin - was sich auch in ihrem Blick spiegelte. Ihr Kopf konnte einfach nicht still sein. Abertausende Gedanken spukten darin herum - wahrscheinlich einer der Gründe warum sie sich normalerweise betrank. So war es leichter. So war alles unbeschwerter. „Ist... es dir noch immer lieber wenn ich...gehe?“ Ihre Augen funkelten ihn ein wenig herausfordernd an und ein freches Grinsen legte sich auf ihre Lippen. Das war der letzte Ausweg. Die letzte Chance das Ausmaß des Fehlers in Grenzen zu halten. In Wirklichkeit war es doch schon zu spät, richtig? Ihre Hände wanderten zu seinem Nacken, strichen über seine Schlüsselbeine

  • Yumi & Alex in seinem Zimmer


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    Sie taten etwas, das sie gut konnten. Manchmal hatte er das Gefühl, dass sie es besser konnte, als jede andere, mit der er es tat. Ob das daran lag, dass er sie nicht aus ihrem Kopf bekam? Und nicht nur sein Kopf konnte sie nicht loslassen. Auch sein Herz hing ihr noch immer nach. Sie küssten sich. Wie sie es schon oft getan hatten und doch schlug sein Herz aufgeregt, als ob es immer noch etwas besonderes wäre. Vielleicht war es das sogar. Sagten nicht viele Paare immer, dass der Versöhnungssex das beste war? Befanden sich Yumi und Alex nicht immer in dieser Lage, dass andere von Versöhnung sprechen konnten? Sie lehnte sich ihm etwas entgegen und er genoss das bloße Gefühl ihrer Lippen auf den seinen und die leisen, wohligen Laute, die ihr dabei sogar entwichen. Dieses schöne Gefühl der Vertrautheit. Er wollte mehr hören und mehr sehen. Kurz unterbrach Alex den Kuss, sah Yumi in die Augen. Mit den Worten, die er aussprach versuchte der Silberhaarige vermutlich nur sein eigenes Gewissen zu beruhigen. Die Blonde kommentierte sie nur kurz und drückte ihre Lippen dann wieder auf die seinen. Forscher, leidenschaftlicher. Genau so wie er es gehofft hatte. Er spürte ihre Hände an seiner Seite nach oben wandern, während seine über ihre Teile auf ihren Rücken glitten, sie näher an sich zogen. Der Kuss wurde intensiver, ihre Zungen schlangen sich umeinander. Sie kannten dieses Spielchen, schließlich hatten sie es oft genug miteinander gespielt. Eins der wenigen Spielchen, bei dem es keinen Gewinner forderte. Wer wohl am Ende des ganzen als Gewinner dastehen würde, wollte sich Alex gar nicht fragen. Sein Kopf war im Moment auch überhaupt nicht dazu im Stande, weil das Blut in andere Körperregionen gewichen war. Vernunft war so nicht mehr möglich. Und trotzdem war ihm irgendwo in seinem Inneren klar, dass er am Ende dieses Techtelmechtels keine Ausrede parat hatte. Zumindest keine, die gut genug war, um das hier rechtzufertigen. Alkohol war nicht im Spiel und auch die Drogen sollten bereits aus Yumis Körper verschwunden sein. Was blieb ihnen dann also übrig als der Wahrheit ins Gesicht zu sehen: Es war ein Fehler gewesen. Ein verdammt guter. Wie schon beim letzten Mal. Und es war offensichtlich, dass sie etwas verband. Auch wenn es eventuell nur rein körperlich sein mochte - es gab etwas. Schließlich war es sie, die den Kuss unterbrach. Nur widerwillig ließ er es zu, wie sie sich ein wenig von ihm entfernte und seinen Lippen entfloh. Ihre Augen funkelten ihn an. Nur zu gut kannte Alex diesen Ausdruck in ihren Augen, der ihn immer ein wenig wütend machte und der ihm gleichzeitig so gut gefiel. Dieses freche Funkeln, das ihn herausforderte - ihn nur noch mehr antrieb in diesen Fehler zu laufen. Sie wusste genau, dass ihre Worte ihn dazu brachten sein Ego noch einmal für sie zurückschrauben zu müssen. Es war Yumi bewusst, dass sie ihn damit anstachelte, aber nicht dazu das vernünftige zu tun, sondern sie nur noch mehr zu wollen. Die Auswirkungen des Fehlers in Grenzen zu halten war doch schon lange nicht mehr möglich. Nicht nachdem sie die Gelegenheit zu gehen so oft hatte verstreichen lassen. Er sah ihr in das schöne Gesicht, in dem er glaubte das gleiche Verlangen zu erkennen, das er selbst empfand. Und auch wenn sie beide genau wussten, dass er sie nicht mehr gehen ließ, mahlte er dennoch die Kiefer aufeinander, ehe er sich zu einer knappen Antwort zwang. Ebenso frech wie die ihre. "Nicht, wenn du dich ordentlich für gestern entschuldigst und Widergutmachung leistest." Er grinste schief. Sie schuldete ihm eindeutig etwas und sollte daher erstmal unter Beweis stellen, dass sie auch mal bereit war vor ihm in die Knie zu gehen und ihr Ego zu zügeln. Alex lockerte den Griff seiner Arme um ihren Körper und ließ ihr somit mehr Freiraum. Auch um sich ein wenig zu beruhigen und nicht allzu viel über ihre gestrigen Taten nachzudenken. Es war besser, wenn er das Blut in seiner Körpermitte hielt, als es zurück in seinen Kopf strömen zu lassen. Zumindest solange sie noch nicht beim Reden angekommen waren. "Außerdem erwarte ich noch mein Geschenk... da wird einiges fällig." Mal ganz von der Bestrafung abgesehen, die ihr noch bevorstand...

  • [Alex' Zimmer] Alex & Yumi




    Der Kuss wurde inniger und er erwiderte ihn mit der gleichen Intensität als hätten sie Beide nur darauf gewartet weil es so einfacher war als all die Dinge auszusprechen, die ihnen im Kopf herumschwirrten - all das was nie angesprochen wurde weil es alles mögliche bedeuten konnte. Würden sie wirklich danach reden oder würden sie darauf warten bis der jeweils Andere eingeschlafen war um dem Gespräch wieder zu entfliehen. Die anfängliche Zurückhaltung des Kusses war verflogen. Die Studentin spürte, wie seine Zunge die ihre berührte. Durch ihren ganzen Körper fuhr ein Kribbeln. Ein leidenschaftlicher Zungenkuss entwickelte sich. sie ließen nicht mehr voneinander ab als wäre es von Anfang an klar gewesen, dass es auf diese Weise endete - als wäre es selbstverständlich - völlig normal. Aber in Wirklichkeit war es alles andere als das. Seine Hand wanderte von ihrer Taille in Richtung Rücken- zog die Blonde noch näher an sich heran. Fühlte es sich richtig an? War das was sie hier taten richtig? Nein. Aber das war schon immer ihre Art und Weise gewesen mit Problemen umzugehen. Es hatte funktioniert - für den Augenblick - hatte sie aber zugleich zu den gebrochenen Menschen gemacht, die sie heute waren. Man lernte für gewöhnlich aus Fehlern. Machte es beim nächsten Mal besser. Fehlanzeige. Die Geschichte wiederholte sich - am Ende würden sie nur gebrochener daraus hervor gehen. Unmöglich das es ein Happy End gab. Es war sie, die den Kuss unterbrach - nicht zuletzt um Alex ein klein wenig zu necken. War sich bewusst eine Grenze zu überschreiten aber dafür lebte die Studentin - bewusst oder unbewusst. Sie entdeckte das gefährliche Funkeln in seinen Augen, die sich nicht von ihr loslösen konnten. Sie erwiderte das Grinsen auf seinen Lippen. Er wollte, dass sie sich versöhnlich zeigte. Darum ging es doch letztendlich immer - sie stritten nur um anschließend im Bett zu landen. Es war fast schon ein vertrautes Szenario. Sein Griff wurde lockerer, gab ihr mehr Freiheit. Plötzlich erschien es fast schon surreal, dass sie nun hier gemeinsam standen und sich neckten. Vielleicht waren sie nicht von Alkohol berauscht oder von sonstigen Substanzen aber es fühlte sich an als wäre der jeweils andere Droge genug um Hemmungen fallen zu lassen - Bedenken zu vergessen. "Herausforderung angenommen..." Mit einer Hand fuhr Yumi dem Anderen am Hals entlang in den Haaransatz, lehnte sich gegen ihn, hauchte einen Kuss auf seine Lippen nur um sich kurzerhand wieder von ihnen zu lösen um sich gierig an seinem Hals entlang zu küssen. Wohlwissend wie sehr ihm das gefiel. Yumi grinste als sie sich kurz von ihm löste nur um im nächsten Moment wieder ihre Lippen über die dünne Haut an jener Stelle wandern zu lassen. Sie fuhr ihm durchs Haar und krallte sich leicht darin fest. Das Verlangen nach diesem Fehler wurde größer. Das Verlangen nach ihm wurde größer. Langsam schob Yumi den anderen Studenten Richtung Bett als sich ihre Lippen wieder vereinten. Jedoch hielt sie kurz davor an, schob ihr Oberteil nach oben, zog es sich schließlich über den Kopf aus, was dazu führte, dass ihre Haare nur noch ein heilloses Durcheinander waren. Sie spürte seinen Blick, der über die freigelegte Haut wanderte. Ein Anblick, der ihm nicht fremd war und doch schien er ihm zu gefallen. Mit einem Grinsen stieß Yumi den Anderen schließlich aufs Bett nur um sich anschließend über ihn zu lehnen. "...oder möchtest du dein Geschenk selbst auspacken?" Sie grinste ihn an, als wäre all das nur ein Spiel. Als stünde nichts zwischen ihnen. Es war nicht der Moment um den Ungesagten Dingen Raum zu geben. Sie hatten hier keinen Platz. Nicht jetzt. Erneut drückte Yumi ihre Lippen auf die des Silberhaarigen und küsste ihn, fing während des Kusses an sein Shirt nach oben zu streifen nur um ihn in der nächsten Pause davon zu entledigen. Lieblos landete es in irgendeiner Ecke des Zimmers. Der Blick ihrer blauen Augen wanderte über seinen entblößten Oberkörper. Bestimmend setzte sich die Studentin auf ihn, wurde im nächsten Augenblick von Alex an den Hüften gepackt, der sie weiter in seinen Schoß hinein zog. Immer wieder prallten ihre Lippen aufeinander - erst ungewohnt zart letztendlich leidenschaftlich - ausgehungert. Ihre Hüfte drückte immer wieder auf die seine. Mittlerweile war es mehr als deutlich, dass er mehr wollte. Ihre Blicke trafen sich und ein wissendes Grinsen lag auf den Lippen der Studentin als sie sich wieder ein wenig von seinen Lippen entfernte. Ihre Hände strichen über seinen nackten Oberkörper, ehe sie sich wieder nach unten beugte um eine Spur aus Küssen darauf zu hauchen - flüchtig bis sie wieder bei seinem Schlüsselbein angekommen war, langsam in Richtung Hals wanderte, wo die Küsse weniger flüchtig wurden sondern intensiver. Ein kleines bisschen brachte sie auch ihre Zähne zum Einsatz. Für einen Moment schloss Yumi ihre Augen, sog seinen Duft ein - schaltete ihren Kopf aus und gab sich dem vertrauten Gefühl hin, dass er in ihr auslöste. All die Fragen und Bedenken schob sie ganz weit beiseite damit sie hier keinen Raum hatten. "Hast du heute etwa in den Klamotten geschlafen?" Die Studentin schlug die Augen wieder auf und begegnete seinem Blick. "Du bist ja wirklich ein Gentleman geworden..." Ein amüsierter Laut verließ ihre Lippen und sie grinste Alex frech an.