Der Spielplatz

  • Falls ihr jemals völlig verwirrt auf einer Parkbank am Rande des Spielplatzes aufwacht - verprügelt euren städtischen Postboten. Okay, okay. Aufwachen taten wir hier ja nicht. Und ein Postbote war auch nicht an dem Schlammassel Schuld - naja, gerade, irgendwie, zumindest? Vielleicht sollte man also eher einen Taxifahrer aufgabeln und diesem die Faust ins Gesicht schleudern? Ja, das klang um einiges plausibler. Denn - oh man, wie viel Glück konnte man nur haben? - dieser war es, der dafür sorgte, dass der Weinrote hier nun war, wo er eben.. nun einmal war. Auf einer alten rostigen Parkbank, die vom gesundheitlichen Zustand wohl Kyles Ebenbild sein konnte, im Dunkeln und bewusstlos. Juhu! Party! Ach ne, k.o lässt sich dann ja doch nicht so gut feiern. Man, Dirk war schon ein Toller. Gab dem Taxifahrer ganz viel Geld und ganz viele Anweisungen - die der Kerl alle gekonnt ignorierte, denn hey - er hatte einen Teenager, der nicht mehr ansprechbar war im Auto liegen und Niemanden, der ihm persönlich grollen würde, sollte er den Besoffenen nicht wie versprochen abliefern. Dabei sollte man erwähnen, dass er auch nichts versprochen hatte und Kyle wiederum auch nicht betrunken war, aber hey, man erwartete ja keinen spontanen Krankenhausflüchtling zu treffen. Wobei die Bekleidung über dem oberen Körperbereich des Jungen wohl für sich sprach - doch Heranwachsende feierten heutzutage sowieso die seltsamsten Kostümpartys, also wen kümmerte es? War nicht sowieso bald wieder Halloween? Und so hatte unser, vom guten Weg abgekommener und Geld benötigender Taxifahrer sich letztendlich - es war kein harter Kampf gewesen - dazu entschlossen, einfach eine Straße weiter zu fahren, den Bunthaarigen Kerl auf die nächsten Ablage-Gelegenheit zu setzen und die Kröten, die der andere Part der Blutsbrüder ihm gegeben hatte, einzustecken. Man, es gab doch nette Menschen auf der Welt, nicht? Aber Not machte wie bekannt erfinderisch und Niemand würde ihn dafür anschwärzen! Also konnte er die Moneten ruhig dazu nutzen seinem kleinen Sohn etwas schönes zu kaufen. (Hach wen belügen wir hier eigentlich? Damit würde doch nur eine Sammlung Vodka finanziert werden!) Und ohne noch einen Blick zurück zu werfen, fuhr er davon, während Kyle.. ein paar Meter von den Schaukeln auf einem Stück Holz lag. Oh und gefühlte zwei Schritte von ihm entfernt lag im Sand ein Handy. Man, konnte in dieser Stadt eigentlich Niemand auf sein Handy aufpassen?

  • ~Marina kommt an~


    Uff. Es war wirklich verdammt spät, aber was tat man heutzutage nicht alles für das geliebte Mobiltelefon? Mit halbgeschlossenen Augen flog die Göttin durch die Stadt. Eigentlich war es ihr egal, ob sie jetzt jemand sah. Zum einen weil sie wirklich verdammt müde war , zum anderen würden sie um diese Uhrzeit eh nur betrunkene Penner und Sozialabgestoßene sehen, denen eh niemand glaubte. So ein Exemplar erblickte die junge Dame auch gleich auf einer Bank, als sie den Spielplatz erreichte. Marina verdrehte die Augen und versuchte einen Bogen um den Kerl zu machen, was schwierig war, da er direkt an der Schaukel lag. Was hatte der Typ da überhaupt an? War er in ein Krankenhaus eingebrochen um Kleidung zu stehlen? Diese Obdachlosen wurden auch immer kreativer. Tja für den nächsten Friseurtermin hat das Geld wohl auch nicht gereicht, wenn Marina sich mal den schwarzen Ansatz der weinroten Mähne ansah... weinrot... Der Blick der Lilahaarigen wanderte ins Gesicht des Jungen auf der Bank. "Kyle!" rief sie schockiert aus und stürmte sogleich zum Achtzehnjährigen, der was auch immer angestellt hatte um so zu enden. "Kyle!" Marina rüttelte vorsichtig an den Schultern des anderen, welcher jedoch herzlich wenig Reaktion zeigte. "Hey Puschel, wach auf!" Etwas fester schlug die Göttin dem Jungen mit dem Handrücken gegen die Wange, "das ist nicht lustig, Kyle, jetzt mach schon die Augen auf!"
    Es war der Göttin ein Rätsel was dem Jungen widerfahren sein musste, okay, er sah vor einigen Stunden schon nicht gut aus, hatte sie etwas übersehen, etwas nicht bemerkt? Was stimmte mit ihm nicht? Und was hatte er da überhaupt an? Hatte sie einen seltsamen Trend verpasst? Nervös tastete Marina den Hals des Weinrothaarigen nach dem Puls ab, welcher zwar noch vorhanden war, aber selbst für einen Laien der über keine Heilkräfte verfügte beunruhigend niedrig sein musste. "Hey...," flüsterte die Göttin besorgt und strich ihm die Haare zurück um seine Stirn zu fühlen. Ok. Ok. Ruhig bleiben Marina. Ruuuhig. Ich mein, hey du bist die Erntegöttin, du kannst sowas, zaubern und so. Heilen und so. Was soll's dann ist er halt fast tot, du kannst das Marina. Du bist toll. Super. Umwerfend. Okay, ich bin toll. Ich weiß wie das geht. Ich hab sowas noch nie gemacht - ein seltsames Gefühl durchfuhr das Mädchen ...a-aber ich weiß wie das geht. Okay. Einatmen. Ausatmen. Okay. 
    Vorsichtig nahm die Erntegöttin das eiskalte Handgelenk des Jungen. "...Kyle, wenn du mich hören kannst ver-" sie verstummte. Ihre Augen weiteten sich. Hektisch riss die Schülerin den seltsamen Kittel des Achtzehnjährigen hoch und wäre fast zurückgeschreckt, als sie die Wunde - den Entzündungsherd - sah. "Fuck man!" Sie hätte es wissen müssen. Ihr war schon auf der Insel durch ihre Kräfte aufgefallen, dass etwas an dieser Stelle nicht stimmte, aber sie war ja beschäftigt damit es regnen zu lassen. "Scheiße," zischte sie. "Okay Kyle, keine Sorge. Ich krieg das hin. Du musst nur still liegen bleiben - haha - aber nein also - Also wenn du dich bewegen kannst, beweg' dich ruhig. Ernsthaft. Beweg' dich so viel du willst. Aber tu dir nicht noch mehr weh. Nein warte. Ach das ist Blödsinn. Was rede ich da eigentlich. Ich mein, ach vielleicht bin ich auch einfach nur aufgeregt. Ja, das wird es sein. Ich- Ich leg jetzt einfach los, ja Puschel?" Marina atmete noch einmal kurz durch.
    Dann legte die Erntegöttin ihre Hände, auf die Wunde des Weinrothaarigen, wodurch ein weißes, überirdisches Glühen von dieser Stelle ausging. Es forderte eine Menge Kraft und Konzentration des Mädchens eine Blutvergiftung zu heilen und so wie Marina das sah, war diese bereits im fortgeschrittenem Stadium und ohne die Antibiotika die bereits im Blut des Jungen herumfleuchten, wäre alles irgendwie auch leichter gewesen, aber wer wusste schon ob er es dann überhaupt bis hierher geschafft hätte? Das Glühen verschwand und Marina ließ sich erschöpft auf das übrige Stück Bank vor dem Jungen sinken. "...Kyle?"

  • Irgendwie war sie ja schon merkwürdig. Diese Grenze zwischen Wachsein und nicht. Gab es sie eigentlich? Konnte man eine genaue Definition diesbezüglich aufsetzen? Im Endeffekt war alles, was dieses Thema betraf, doch ziemlich verschwommen. Und genauso schien die Welt gerade auch aus Kyles Perspektive zu sein - verschwommen und verzerrt. Ob er gerade überhaupt wach war - Gott, dass konnte er nicht sagen, aber darüber dachte er auch nicht nach. Er war müde und irgendwie war es um ihn herum lauter geworden. Seit wann genau war es schon so laut? Und seit wann überhaupt war er in die Stille vertieft? Egal, auf jeden Fall schien die Stille um einiges angenehmer. Der Weinrote verzog leicht seine Augenbrauen, eine Bewegung, die gar nicht auffallen würde, wenn man nicht gerade damit beschäftigt war, gespannt darauf zu warten. Wieso er das machte? Weil die Stille wohl schon wieder von einem Geräusch unterbrochen wurde. Doch nach kurzer Abklingzeit beschloss der Dunkelhaarige diesem Laut doch etwas mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Irgendetwas war merkwürdig an ihm. Er lauschte genauer, seine geschlossenen Wimpern zuckten und.. warte, das war doch sein Name gewesen, oder etwa nicht? Sprach da gerade wer mit ihm? In die Gliedmaßen des Teenagers kam leichte Bewegung, sein Oberkörper drehte sich ein Stück und der Achtzehnjährige kniff die Augen schmerzlich unter einem leises Ächzen zusammen. Seine eine Hand wanderte automatisch an die bekanntlich verletzte Stelle, welche er damit umschloss, auch wenn solche Bemühungen für gewöhnlich nicht wirklich hilfreich waren - sondern viel eher dämlich instinktiv. Die Lider des Gepiercten zuckten noch immer herum - wieso war es eigentlich so verdammt schwer, sie in die Höhe zu heben? Es fühlte sich wie Wochen an, die der Lilahaarige damit verbrachte, es zu probieren, bis es letztendlich auch gelang - einen kleinen, kaum sichtbaren Spalt breit. Verwirrt suchte Kyle mit seinen Iriden die Gegend vor ihm nach der Quelle der Geräusche ab. Wie war das nochmal mit dem Verschwommen gewesen..? Alles in seinem Blickfeld war es nämlich. Auch wenn das Meiste davon sowieso in einen dunklen, nächtlichen Schleier getaucht worden war - warte, war es gerade Nacht? Tag? Halt, nein, wen interessierte das überhaupt? Der Rothaarige neigte seinen Kopf ein Stück weit zur Seite und erblickte nach einigen geistlichen Anstrengungen die Umrisse einer Person neben sich. "Luke?", fragte er leise in die Dunkelheit hinein, auch wenn er wohl weniger nach der Gestalt fragte, als dass er überhaupt überrascht davon war, jemanden neben sich zu haben. Konfus versuchte er das Bild vor seinen Augen schärfer zu kriegen, seine Pupillen weiteten sich langsam, während immer mehr Leben in sie hinein floss und er erkannte.. einen.. Haufen.. bunter Haare? Bunte Haare deuteten auf seinen besten Freund, aber irgendetwas schien an diesen falsch zu sein. Der Verletzte runzelte die Stirn und hob seine Augenlider noch ein weiteres, winziges Stückchen an, in dem Glauben, dadurch raus finden zu können, was genau ihn an dieser Figur störte - oh und das tat er dann auch. Das war kein Blau. Das war definitiv Lila. Was kein Problem war - denn Beides waren zwei seiner drei Lieblingsfarben, aber .. halt, nein, Kyle, du denkst jetzt nicht über irgendwelche Farben nach, während du absolut keinen Schimmer hast, wer zur Hölle gerade neben dir sitzt! Der Barkeeper konzentrierte sich wieder auf seinen Gegenüber, folgte den langen, flauschigen -flauschig..?- Haaren bis zum Ansatz und musterte eine Weile lang das helle Gesicht, welches von ihnen umrandet wurde. Er zögerte ein paar Sekunden, dann huschten seine Mundwinkel belustigt nach Oben, als er begriff. "Nevermind.. du bist zu hübsch, um der Punk zu sein, Cotton Candy."

  • Gespannt sah Marina in das Gesicht des Jungen, bereit auch nur das kleinste Lebenszeichen von diesem zu registrieren. Es war wirklich zum verrückt werden, hatte sie doch versagt? Vielleicht war die Göttin ja doch nicht so toll wie sie dachte - Naaah. Da! Das Mädchen blinzelte einige Male, hatte sie sich die kleine Regung in Kyles Gesicht nur eingebildet? Sie beobachtete wie die Lider des Jungen zuckten oder war das nur das Flimmern vor ihren eigenen Augen, weil sie so erschöpft war? Himmel, sie wusste es nicht! Nervös fing die Lilahaarige an auf ihrer Unterlippe zu kauen. Marina wich ein Stück zurück. Sein Körper bewegte sich! Jetzt mach schon die Augen auf! Das Mädchen war so angespannt, dass sie kein weiteres Wort mehr über die Lippen brachte und selbst das Atmen schwerfiel. Verzweifelt starrte sie auf die Augen, welche sich immer noch nicht dazu bequemen konnten sich endlich zu öffnen. ! Da sie zogen sich ein Stück nach oben! Aber verharrten in einer eher weniger begeisterungswürdigen Position. Die Göttin war versucht die Augen einfach manuell aufzureißen, entschied aber, dass das kein guter Plan war. Erwartungsvoll lehnte die Schülerin sich noch ein Stück vor. "Komm schon!" flüsterte sie, als dieser seine Augen noch ein Stück öffnete. Seinem Blick zu Folge sah er jedoch auch mit geöffneten Augen so ziemlich gar nichts. Aufmerksam beobachtete das Mädchen die verwirrten Augen des Jungen. Der hoffnungsvolle Ausdruck wich kurz einem enttäuschten "Tz," als Kyle nach seinem besten Freund fragte, doch ihre Augen füllten sich langsam wieder mit einem erwartendem Funkeln. Erleichtert stieß das Mädchen die Luft aus, die sie gefühlt ewig in ihrer Lunge zurückgehalten hatte. "Kyle!" rief sie strahlend aus, bevor sie die Situation noch einmal überdenken zu schien, woraufhin die Augenbrauen der Göttin zusammenzogen und sie den Verletzten tadelnd ansah, "Kyle!" wiederholte sie in einem säuerlicherem Ton, der an eine Mutter erinnerte die ihr Kind gerade vom Fensterbrett geholt hatte, weil es dort balancieren üben wollte, "was- wie...du...eh-" ja, was wollte sie eigentlich fragen? Marina wollte eine Erklärung, aber das ganze war so verwirrend, dass sie sich nicht einmal eine passende Frage zusammenreimen konnte. Sie seufzte und ein schwaches Lächeln huschte über ihre Lippen, als der Halbtote ihr ein - zwar ziemlich offensichtliches, aber dennoch ein Kompliment machte. "Kann ich... nicht zurückgeben, Puschel." Der Punk war zwar heute auch nicht gerade in seiner besten Verfassung mit seinem Raubtierlook, aber immerhin sah der Blauhaarige nicht aus, als wäre er gerade zwei mal gestorben und einem grausamen Stylisten über den Weg gelaufen. Marina legte noch einmal die Hand auf die Stirn des Achtzehnjährigen, deren Temperatur wieder als fast normal eingestuft werden konnte. Die Frage ob es dem jungen Mann gut ging sparte sich die Erntegöttin jedoch. "...Auf einer Skala von "scheiße" bis "verdammt Marina was kannst du überhaupt", wie fühlst du dich?"

    오늘밤만 나를 위해 친구가 되어줄래요 - Will you be my friend tonight?

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  • Erschöpft und noch immer mit nur halb geöffneten Augen beobachtete der Weinrote die Bewegungen des Mädchens, welches inzwischen ein Stück näher an ihn heran gekommen war und für ein paar Augenblicke recht froh darüber aussah, dass er ihm überhaupt geantwortet hatte, bevor es das Gesicht verzog und Kyle für einen Moment das Gefühl gab, in großen Schwierigkeiten zu stecken, was den Lilahaarigen hingegen umso mehr dazu brachte, fast ein kleines Kichern aus der Kehle entkommen zu lassen. Der Junge war es nicht gewohnt, dass Leute froh über seine Anwesenheit waren oder es im Allgemeinen als gute Nachricht auffassten, wenn es ihm denn - okay, den Umständen entsprechend - gut ging, weshalb ihn sein Gegenüber ein wenig mehr verwirrte, als sie es eigentlich sollte, doch solange der Barkeeper nicht urplötzlich laut loslachen würde, weil er ansonsten keine bessere, spontane Reaktion wusste, war das wohl das kleinste Übel, welches er gerade in seiner Sammlung begrüßen durfte. Und hey, Jemand, der sich irgendwie Sorgen um einen machte, war nicht wirklich ein Problem, oder? Wobei sich heute merkwürdig viele Leute auf die verschiedensten Weisen um ihn zu sorgen schienen.. Vielleicht drehte sich aber auch nur sein Kopf noch immer und er verstand die Dinge, die die Menschen um ihn herum ausdrücken und rüberbringen wollten, wie so oft mal wieder komplett falsch - das wäre wohl auch eine gescheite Antwort. Der Weinrote fixierte mit seinen Pupillen die bunten Augen der Erntegöttin, lauschte aufmerksam ihren Worten, zog die Augenbrauen zusammen, als sie ihm an die Stirn fasste und sagte kein Wort, bis sie sie wieder wegnahm und ihm eine Frage stellte. Und selbst dann verging eine ganze Weile, bevor er ihre gesagten Worte irgendwie zu registrieren, zu verarbeiten schien und als er das tat, da schmunzelte er ein wenig.
    "Wirklich nich'? Awww man..", murmelte er leise und mit einem gespielt beleidigtem Unterton in Stimme, bevor er den Kopf wieder ein wenig zur Seite wand und somit nun mit dem halben Gesicht auf der Parkbank verweilte. Er überlegte kurz die Augen zu schließen, denn hey, selbst ein Haufen göttlicher Kräfte nahm einem nicht die enorme, im Körper angesammelte, krankheitsbedingte - okay, nicht nur - Müdigkeit, aber auch sein deutlich angeschlagenes Gehirn war noch in der Lage, ihm mitzuteilen, dass das gerade der falsche Moment dafür war. Kyle versuchte die Lider noch einmal weiter zu öffnen, schaffte es allerdings erst beim dritten Versuch, welchen er auch dazu nutze, sich ein wenig die Umgebung vor ihm anzusehen. Es war immer noch dunkel.. oder nein, war es schon wieder dunkel? Das war schwer zu sagen. Und wo war er eigentlich? Auch das war eine miese Frage, die von all den nutzlos herumstehenden gleich aussehenden Bäumen nicht beantwortet wurde. Der Teenager linste zurück zur magisch Begabten und grinste kurz. "Scheiße trifft's ganz gut. Weißt du noch der Blitz damals, den du neben mir hast einschlagen lassen? Glaub' nach dem hät' ich mich besser gefühlt, als grad'.." Der Dunkelhaarige bewegte seinen Körper erneut ein wenig und drehte sich wieder so, dass er die Jüngere besser sehen konnte - und wenn wir von drehen sprachen, dann ging es wirklich nur um wenige Zentimeter, denn urplötzlich wegen einer spontanen, hirnrissigen Bewegung umzufallen - das hatten wir Heute schon oft genug abgehakt. Zumindest, um es erst wieder in ein paar Minuten zu versuchen. "Das mit dem.. 'verdammt Marina' hingegen.. kann ich dir erst sagen, wenn du mir Motherfucker.. mal erklärst, was genau du eigentlich.. gemacht hast? Lieg' ich deinetwegen auf 'ner scheiß Parkbank?" Immerhin war er ja definitiv nicht auf einer eingeschlafen. Okay, er wusste nicht, wo genau er eigentlich eingeschlafen war, dafür war er noch zu desorientiert, aber das es nicht hier war - soviel wusste er selbst in seinem momentanen Zustand.

  • Marina lächelte kurz. "Hmm... na ja scheiße klingt doch... verhältnismäßig gut," stellte sie fest und schürzte die Lippen. Sie rückte ein Stück zur Seite als der Junge sich bewegen wollte und es tatsächlich einige Zentimeter schaffte. Offenbar unter höchstem Kraftaufwand und nicht gerade schmerzfrei. Okay, das ist weniger gut. Marina atmete tief durch. Oh man hatte sie heute überhaupt noch Kraft zum Zaubern? Fragend sah die Erntegöttin dem Älteren entgegen, bei seiner nächsten Frage, während sie langsam zu verstehen begann. "Och ne." Marina ließ den Kopf zur Seite fallen und sah Kyle missmutig an, "Hast du dir etwa auch noch den Kopf angehauen? Jetzt sag nicht du hast keine Ahnung wie du hergekommen bist. Ich hab nämlich auch keine Ahnung und würde das auch liebend gerne wissen. Ich hab dich eben hier gefunden und geheilt. Du hattest eine Blutvergiftung. Und was für eine. Man Kyle, was machst du für'n Kack?" 
    Marina nahm noch einmal alle ihre Energie zusammen um dem Älteren noch einmal die Hand auf den Bauch zu legen und ihn in ein gleißendes Leuchten zu hüllen um seine Schmerzen etwas zu mildern. "Kannst du dich aufsetzen?" Tragen würde sich für das zierliche Mädchen heute schwierig gestalten und wirklich scharf darauf den Kranken auf dem Spielplatz übernachten zu lassen war die Erntegöttin auch nicht.

  • Kyle entkam ein leises, fast tonloses Kichern als Marina den Kopf zur Seite fallen ließ und ihn danach fragte, ob er sich auch noch am Schädel verletzt hatte. Es war lustig, denn der Heranwachsende brauchte definitiv keinen harten Zusammenstoß mit irgendwelchen Wänden, Böden oder anderen Gegenständen, um irgendeinen Schaden an seinen Erinnerungen oder gar an seinem Körper zu verrichten - das konnte es auch genauso gut selbst, mit seinen eigenen Methoden. Manchmal bekam er natürlich Hilfe dabei, - hey, Dirko, mein Freund, du bist gemeint, kein schlechter Start! - aber ja, in der Regel schaffte der Weinrote es mit seinem Konsum oder Verhalten im allgemeinen genauso gut selbst, wenn nicht gar besser. Und ey, wir durften nicht die ganzen Dinge vergessen, für die die Striche auf seiner linken Brust standen - die waren auch irgendwie erwähnenswert, fand er. Wenn auch nicht laut, nur als flüchtiger Gedanke der von keinster Bedeutung war. Okay, wirklich lustig war das Ganze dann doch nicht - solche Sachen waren es nie. Und trotzdem musste man über sie immer wieder ein wenig lachen - warum eigentlich? Das geräuschlose Kichern wurde zu einem angehauchten Grinsen, als Marina ihre Satzreihe - oder war es ein Satzgefüge? Man, Deutsch war nicht seine Muttersprache, was wollt ihr eigentlich von ihm?! - beendete. Gute Frage. Er wollte antworten, ließ den kaum einen Millimeter weit geöffneten Mund jedoch offen stehen, als Marina sich bewegte - nein, um genauer zu sein, sich auf ihn zu bewegte und ihre Hand - holy shit war es awkward eine fucking glühende Hand auf sich zukommen zu sehen, wenn man nicht gerade alternativ damit beschäftigt war, nicht so zu wirken, als ob man gerade mit nebensächlichem Sterben beschäftigt war, wie beim letzten Mal - auf seine Wunde legte. Der Grund dafür war wohl ganz einfach, dass der Junge bisher noch nicht in den Genuss gekommen war, zu realisieren, dass sein halber Oberkörper unbedeckt vor sich herum vegetierte und der Umstand, dass er diesen, wie sonst gewohnt, nicht unter einem Pulli oder ähnlichem verstecken konnte, bereitete ihm sichtliches Unbehagen. Sein erster Instinkt war es, die fremde Hand von sich weg zu schlagen, doch nachdem sein einer Arm für einen Sekundenbruchteil in die richtige Richtung zuckte, schaffte er es doch noch rechtzeitig, seinem Unterbewusstsein - nennen wir es jetzt mal der Bildlichkeit halber - einen Kinnhaken zu verpassen und die Göttin vor ihm stattdessen nur - möglichst - neutral anzustarren. Er wartete geduldig, aber auch ziemlich nervös ab, bis die Magische ihre Fühler von seiner Haut nahm und zog sein - modisch gesehen der absolut letzte Schrei, ok!!! - Krankenhaushemd wieder hastig nach Unten, wobei er den Blick der Schülerin gekonnt vermied. Wieso musste diese dumme Stichwunde auch so nah an seiner Narbe sein? Der Schwarzhaarige verzog die Mundwinkel und fragte sich, ob der Lilanen sein, nicht besonders tragischer, Gewichtsverlust aufgefallen war. Wobei, woher? Vor einer Weile hatte sie ihn ja noch gar nicht gekannt und so oft hatten sie sich auch nicht gesehen, also.. Kyle blinzelte irritiert als er plötzlich noch näher am Gesicht der Langhaarigen war. Seine inzwischen schon fast komplett geöffneten Augen weiteten sich verblüfft, als ihm auffiel, dass sein Körper seinem Verstand zuvor gekommen war und auf Marina Frage dementsprechend reagiert hatte - wann und wie zur Hölle hatte er sich so schief aufgesetzt? Der Bunthaarige griff schnell nach der hölzernen Parkbank, um sich besseren Halt zu verschaffen und in eine gradere Position zu kommen. "Owww...", beschwerte er sich leise, während seine Augen sich wieder zum Teil zusammen kniffen - ach, da war er also geblieben, der Schmerz. Aber immerhin konnte er sich inzwischen wieder halbwegs menschlich bewegen, also Zeit für Erfolgsgefühle? "Scheinbar, huh..", beantwortete er dann ihre Frage, viel zu spät und mit einem dämlichen Feixen auf den Lippen. Der Langhaarigen hob mit einem ausgelaugtem Ausatmen seine freie Hand und fuhr sich durch das strähnige Haar, welches ihm wild vor die Augen und übers Gesicht fiel und strich es nach Hinten - was ihn auch gleich nicht mehr ganz so krankenhausreif aussehen ließ, da sein Haarschopf nun fast schon einer richtigen Frisur ähnelte. Seine kalten, grauen Iriden besahen sich wieder zu seiner Retterin und er schüttelte kurz den Kopf. "Nein, so hab' ich das nicht gemeint. Ich weiß in etwa was passiert ist, ich.. weiß nur nicht, wie ich auf dieser fucking scheiß Bank gelandet bin. Das gehörte nämlich nicht wirklich zum beschissenen Plan, man. Einen auf 'alles ist okay' machen, den besten Freund ignorieren, sterben, aus dem städtischen Krankenhaus abhauen und dann nach Hause gebracht zu werden - alles auf der motherfucking Liste. Aber auf 'ner verfickten Parkbank aufwachen? Nope, das is mir neu." Kyle gab ein unmotiviertes Stöhnen von sich, bemerkte dann aber, dass sein heraus gequollener Redeschwall, der einfach einmal hatte laut von ihm ausgesprochen werden müssen, etwas zu unzensiert gewesen war und wand rasch den Blick von seinem Gegenüber ab. Wann werden wir uns endlich an das Denken vor dem Reden halten, hmmm??? Ach halt doch einfach die Klappe, Melchior. Urgh, die entstandene Stille war komisch. Er wollte nicht an irgendeinem abstrakten Thema hängen bleiben, also erhob er das Wort, bevor Marina das konnte: "Ähm.. für's.. Leben retten und so, das Übliche, du weißt schon, Fairy.. Danke oder so?" Heh, du solltest Dankeskarten entwerfen! Ich sagte Klappe. Immerhin fühlte es sich für ihn auch verdammt falsch an, sich für so etwas zu bedanken.

  • Dass es ziemlich awkward war, wie Kyle hier mit hochgezogenen Hemd lag, während Marina ihm die Hand auf den Haut legte, wurde der Göttin erst bewusst, als der Junge sein Oberteil - oder Kittel, was auch immer - hektisch herunte zog, woraufhin auch sie verlegen versuchte in eine andere Richtung zu schauen. Der Achtzehnjährige schien noch immer etwas benommen, fing auf die Frage der Schülerin aber tatsächlich an sich in Bewegung zu setzen, auch wenn sein Kopf wohl noch mit was anderem beschäftigt war, wenn die Erntegöttin mal das Gesicht des anderen deuten sollte, welches sich in diesem Moment überraschend schnell auf sie zu bewegte, ein wenig überrumpelt wich das Mädchen zurück und beobachtete aufmerksam die Bewegungen des anderen. Einfach um sicher zu gehen, dass sie nicht irgendwelche Knochen weggezaubert hatte oder ihr sonst irgendwelche Missgeschicke unterlaufen waren. Aber der Körper schien zu funktionieren! Immer noch fragend sah die Lilahaarige nun direkt in die Augen des Älteren. Ihre Augenbrauen gingen für einen Moment überfordert in die Höhe, als Kyle ihr seinen Werdegang schilderte, doch ihr Blick normalisierte sich etwas - sie hatte eigentlich nichts weniger irritierendes erwartet. "Oha," war die einzige Reaktion, die den Lippen des Mädchens für den ersten Moment entkam. Der Redeschwall des Weinrothaarigen warf zwar mehr Fragen auf, als sie beantwortete, doch Marina entschied sich den armen Kopf nicht noch weiter zu belasten. Die Göttin öffnete den Mund um etwas zu sagen, schloss ihn jedoch wieder als Kyle den Blick abwandte. Hm?
    Als sie erneut das Wort erheben wollte wurde sie abermals daran gehindert, da nun der Verletzte wieder entschied zu reden. Marina schmunzelte. "Keine große Sache," zitierte sie eine allzu bekannte Kindheitsheldin, während sie locker mit den Schultern zuckte - auch wenn es in Wahrheit eine ziemlich große Sache gewesen war, Himmel sie hatte nicht erwartet, sie kannte die Grenzen ihrer Magie noch nicht allzu gut, aber fortgeschrittene Blutvergiftungen waren schon mal ziemlich nah am Rande ihrer Möglichkeiten. Die Göttin streckte sich und lächelte Kyle wieder an. "Ach ja, wenn du schon beim Bedanken bist, ich hab noch was für dich." Sie kramte in ihrer Hosentasche herum bis sie ein lilanes Handy hervorkramte und es dem Jungen hinhielt. "Wohlbehalten mit einem mittelschweren Wasserschaden!"

  • Marinas 'Keine große Sache' brachte den Dunkelhaarigen zu einem leichten Schmunzeln und als sie begann sich urplötzlich - okay, was hieß hier urplötzlich, es war mitten in der gottverdammten Nacht - zu strecken, richtete der Heranwachsende seinen Blick wieder auf die Seebewohnerin. Man, war das eine ulkige Situation. Und verflucht, wie kam es, dass sie beide so merkwürdig gelassen darauf reagierten? Klar, die Göttin war ein wenig nervös geworden, als Kyle dabei war abzukratzen - sowas konnte einen ja auch schon ein wenig beunruhigen, ne? Aber ansonsten.. hatte weder der Weinrote irgendwie außergewöhnlich auf Marinas magische, nicht gerade alltägliche Vorführung reagiert, noch letztere über seine kleine abenteuerliche Zusammenfassung. Wann war er eigentlich das letzte Mal in einer Szenerie gewesen, in welcher er gewusst hatte, was zu machen oder sagen war und in welcher er nicht irgendwie ein kleines, unterschwelliges Bedürfnis hatte, schnell das Weiter zu suchen? Die Augenbrauen des Schwarzhaarigen hoben sich ein wenig, als das Mädchen zu lächeln begann. Und sie stiegen noch ein wenig höher, als er sie sprechen hörte. Sie hatte da was für ihn? Was? Hatte er etwas verpasst? Mit kaum merklich schief geneigtem Kopf beobachtete der Achtzehnjährige die Jüngere dabei, wie sie in ihrer Hosentasche herum kramte und .. was zum? - Ihm sein Handy hinhielt. "Warte, was?", entkam es ihm bei dem Anblick überrumpelt und auch, wenn er das verdammte Ding gerade vor den leibhaftigen Augen hatte, so begann er automatisch seine eigenen Hosentaschen abzutasten, so, als ob er darin trotz allem noch noch sein lilanes Mobiltelefon auffinden und es der Hellhaarigen ebenfalls vors Gesicht halten könnte. Doch das klappte natürlich eher weniger gut und der Barkeeper runzelte augenblicklich die Stirn. Bisher hatte er noch gar nicht gemerkt, dass er das Gerät hatte liegen lassen, - man hatte andere Prioritäten gehabt - aber jetzt, wo er es bildlich vor sich hatte, fiel ihm wieder ein, was genau es mit dem Ding so auf sich hatte. "Ouh.", stellte er mit einem ertappten Tonfall fest und griff dann vorsichtig nach dem Handy, hielt jedoch inne, als seine Finger den obersten Teil umklammerten und ließ es dann noch ein paar Sekundenbruchteile in den kleinen Händen der Göttin verweilen. "Wasserschaden?", stieß er belustigt zusammen mit einem etwas lauterem Lachen aus. Kyle nahm das Smartphone an sich und begutachtete die Vorderseite einen Moment lang mit einem etwas ernsteren, nachdenklichen Blick, er sah so aus, als wolle er es entsperren, schüttelte dann jedoch kaum merklich den Kopf und sah wieder mit einem dämlichen Grinsen zur Lilahaarigen hoch. "Klar, was auch fucking sonst sollte man erwarten, nachdem wir Beide es in der Hand hatten?" Es war ein dummer Joke gewesen und der Teenager war sich nicht mal sicher, ob seine Bekanntschaft ihn verstanden hatte, aber irgendwie war es doch schon ironisch, dass ausgerechnet die beiden mit den auf's Meer bezogenen Namen - von Marinas Wohnung im See wollten wir gerade gar nicht erst anfangen - über einen mittelschweren Wasserschaden sprachen.

  • Marina kicherte leise, als Kyle verdutzt seine Hosentasche abtastete und - Überraschung! - feststellte, dass er handylos war. Das Kichern wurde zu einem kurzen Lachen, als der Junge ein zerknirschtes 'Ouh' von sich gab und nach dem Telefon griff. Auf den 'Witz' des anderen runzelte das Mädchen zunächst die Stirn. Sie hatte ja eine schnelle Auffassungsgabe, doch an dieser Stelle - vor allem wenn man in Betracht zog, dass die Schülerin mittlerweile übermüdet war - musste sie einen Moment überlegen, bevor sich ihre Mundwinkel nach oben zogen. Sie schüttelte schmunzelnd den Kopf und stand schließlich von der Bank auf um ein paar Schritte hin und her zu gehen. "Du solltest nach Haue gehen und dih auruhen," riet sie dem Achtzehnjährigen während die Hälfte ihres Satzes von einem Gähnen ihrerseits begleitet wurde, "dein Körper ist schwächer als er sich jetzt gerade anfühlt - ob du's glaubst oder nicht." die Erntegöttin seufzte und wandte sich wieder direkt zu Kyle um und sah ihm ernst in die Augen, während sie ihm die Hände auf die Schultern legte. "Ich weiß, dass das jetzt nach 'nem beschissenen Plan für dich klingt aber: Kein Alkohol, keine Drogen, auf keinen Fall Rauchen, oh und falls du ein Kaffeetrinker sein solltest, kein Kaffee," der Erntegöttin schauderte es kurz, "du solltest viel Wasser oder Tee trinken - ah!" sie schnippte mit dem Finger und zauberte ein Säckchen mit Teeblättern herbei, auch wenn Kyle ihr weder 10 Geschenke gemacht hatte noch Neujahr war und der Junge bei der Neujahrsshow 10-14 mal richtig geraten hatte, "Entspannungstee. Trink den vor dem Schlafen. Du brauchst Ruhe und..." Marina runzelte die Stirn, "versuch dich nicht noch mehr zu verletzen, ja Puschel?"

  • Blinzelnd hob sich der Kopf des Weinroten zusammen mit dem Körper der Erntegöttin in die Höhe, als diese - zumindest seiner Meinung nach - ziemlich unangekündigt aufstand, um .. ein.. paar Schritte hin und her zu gehen? Verdutzt ließ der Teenager die Augenbrauen sinken und folgte mit den Pupillen der Route, die seine Bekanntschaft auf dem Boden hinterließ, schien daraus jedoch nicht schlau zu werden und entschied sich deshalb wieder nach Unten zu blicken, wo er ja noch immer sein Handy in den Händen hielt. Er spielte ein wenig damit herum, ohne es anzumachen, drehte und warf es mit seinen Fingerspitzen von einer Seite zur anderen und grinste kurz erheitert, als Marina so ziemlich ihren kompletten gut gemeinten Rat mit einer gähnenden Melodie unterstrich. "Actually würde ich es dir gerade schon abkaufen.", kommentierte er teils scherzhaft und halb abwesend, das Mobilgerät in seinen Fühlern kam dabei zum Stehen und er entschied sich es in seine Hosentasche zu stecken. Woraus im Übrigen nichts wurde, denn Marina legte ihm urplötzlich und unvorbereitet die Hände auf die Schultern, was den Dunkelhaarigen kurz aufschrecken ließ, allerdings nur so sehr, dass er sein lilanes Smartphone auf seinen Schoss fallen ließ. Konfus blickte er auf und sah in die ernsten, pastel farbenden Augen und - kicherte kurz leise? Scheinheilig murmelte er zu jedem ihrer Worte einen kleinlauten Kommentar: 'Dass das jetzt nach 'nem beschissenen Plan für dich klingt' - "Yep." ' Kein Alkohol, keine Drogen, auf keinen Fall Rauchen' - "No promises." 'kein Kaffee' - "I dont even care about that.." 'Du solltest viel Wasser oder Tee trinken' - What the fuck..?" Der Schwarzhaarige senkte die Brauen und hob sie erst dann wieder an, als Marina auf einmal anfing, zu schnippen. Seine Augen weiteten sich alarmiert. Eine Blutvergiftung zu beseitigen und ihn zu heilen? Keine große Sache. Interessierte Kyle nicht. Aber ein kleines Säckchen aus dem Nichts heraus auftauchen zu lassen? Kyles Iriden blitzten mit kindlicher Begeisterung auf, wirkten dann im Nachhinein jedoch ein klein wenig enttäuscht, als er heraus fand, was sich denn nun tatsächlich in dem Päckchen befand."Tee?", er schmollte demonstrativ, "Princess, seh' ich so aus, als ob ich in meinem Leben schon mal einen fucking Tee getrunken hätte?" Okay, das stimmte nicht ganz. Natürlich hatte er das schon mal - als Kind, wenn er krank war oder so. Aber bewusst, so in den letzten acht Jahren? Eher weniger. Dabei war es nicht einmal so, dass es das Blättergebräu nicht mochte, - eigentlich wusste er nicht einmal wirklich, wie es schmeckte - er hatte lediglich bisher weder die Zeit noch die spontane Lust dazu gehabt, sich einen Beutel davon einzugießen. Oder.. wie auch immer man dieses Zeug zubereitete. Als Marina dann jedoch weiter sprach, wirkte er für einen Augenblick überrascht, ehe er seine Gesichtszüge wieder ins Neutrale fallen ließ. Machte.. sie sich da gerade Sorgen .. um ihn? "Wann hab' ich Bastard mich schon jemals verletzt, Sis..?", säuselte er leise und schuldbewusst unter geschürzten Lippen hervor, wobei er den Kopf von der Richtung der Göttin abwandte und seinen Blick über den Spielplatz hinter ihnen wandern ließ. Eine Weile lang war es still zwischen den Beiden, dann schoss sein Augenmerk jedoch abrupt wieder zurück zur Langhaarigen und er verzog fast schon ungläubig - aber auch mit einem merkwürdigen Hauch von Begeisterung - das Gesicht: "Wait a second, Fairy. Hast du mich grad' Puschel genannt?"

  • Marina seufzte und war sich ziemlich sicher, dass etwa die Hälfte von dem was sie gerade gesagt hatte im Kopf des Jungen angekommen war, allerdings auch nur für einen Moment bis die Worte der Göttin wieder vorübergeschwappt waren. Sie verdrehte kurz die Augen, gab aber auf dem Achtzehnjährigen klarzumachen, dass diese Ratschläge ziemlich ernst zu nehmen waren. Eigentlich wusste sie nicht einmal, ob Alkohol oder Drogen den Heilungsprozess aufhalten würden - hinderlich wären sie jedoch auf jeden Fall. Auf Kyles enttäuschte Reaktion auf ihren kleinen Tee stemmte das Mädchen ein wenig beleidigt die Hände in die Hüften. "Na hör mal, das ist ein traditioneller magischer Tee, den es nicht überall gibt! Hergestellt aus den besten Zutaten und liebevoll verpackt! Ein bisschen mehr Respekt, wenn ich bitten darf." erwiderte sie auf das Schmollen des Jungen musste aber zum Ende ihrer Aussage hin schon lachte. Ob Kyle schon mal in seinem Leben Tee getrunken hatte? Die Göttin musterte den Typen von oben bis unten "Nun ja..." möglich war es doch oder nicht? Wer hatte denn noch nie in seinem Leben Tee getrunken? Wieder schnippte das Mädchen mit den Fingern und zauberte eine kleine Teetasse aus Blättern herbei, gefüllt mit heißem Wasser. Sie nahm einen Teebeutel aus Kyles Hand und legte ihn in das Wasser. "Es gibt doch für alles ein erstes Mal oder?" Dann überreichte die Erntegöttin ihrem 'Patienten' die frischgebrühte Teetasse.
    Auf die nächste - definitiv rhetorische - Frage des anderen zog Marina skeptisch die Brauen zusammen, er wollte sicherlich keine Antwort darauf oder? Marina beobachtete wie der Ältere den Blick abwandte, etwas an seiner Stimme war anders gewesen, doch die Violethaarige dachte nicht weiter darüber nach. Etwas unsicher sah das Mädchen zu Boden. War das jetzt dieser Moment wo alles von peinlicher Stille umwoben wurde? Doch Kyle ergriff wieder das Wort und die Schülerin blinzelte zunächst etwas verwirrt, "Äh. Ja. Wieso? Puschel, passt doch, oder?"

  • Nachdem Kyle seine Frage gestellt hatte, wanderte sein Blick direkt wieder nach Unten. Diesmal nicht, um irgendwie der Gegenwart Marinas auszuweichen, sondern eher um.. die Tasse in seinen Händen anzustarren. Jetzt hatte die Göttin ihm doch tatsächlich eine Tasse Tee in die Hände gedrückt. Musste er das Zeug jetzt wirklich trinken? Er schmollte kaum merklich und drehte das Konstrukt in seinen Händen herum. Was, wenn er es tatsächlich trank und es ihm absolut nicht schmecken würde? Vielleicht wäre die Magische ja so davon beleidigt, dass das Zeug über ihm ausgekippt werden würde. Okaaaaay, das war vielleicht eine Übertreibung, aber die Beiden hatten schon teilweise relativ intensive Begegnungen gehabt, das mussten wir zugeben! Wer wusste also, ob so etwas nicht im Bereich des Möglichen lag! Zumal der Blätterkrug auch nicht gerade stabil aussah. Wie kam sie nur auf die Idee ihn aus Blättern zu machen? Ob ein Hauch von Magie ihn weniger zerbrechlich gemacht hatte? Der Weinrote sah wieder hoch. "Nein? Ähh, Ich meinte ja. Ne halt! Ich meinte doch nein.. oder ne..", er kräuselte über sich selbst verwirrt die Stirn und fragte sich, was er denn nun eigentlich genau sagen wollte, "Ach scheiß drauf. Ich versteh's nicht, Goddess. Wie zur Hölle kommst du auf Puschel?"

  • Fragend sah die Göttin den stammelnden Jungen an, was war falsch an Puschel? "Na du bist doch einer, oder nicht?" Kichernd wuschelte das Mädchen - sanft wohl gemerkt - durch die zerzausten Haare des Älteren, das war eine nicht sonderlich gute Erklärung, aber besser wurde es nicht. Spitznamen vergab man nun einmal willkürlich, ohne groß darüber nachzudenken - schließlich war es ihr auch nicht plausibel warum der Weinrothaarige sie Fairy nannte, obwohl das schon fast an eine Beleidigung grenzte! Pfft. Feen.
    Marina bemerkte, wie ihr langsam kalt wurde und ihre Lider schwer wurden. Wenn sie sich jetzt nicht langsam auf den Weg nach Hause machte, würde sie mit der Fähre über das Meer fahren müssen, wenn sie zu müde zum Zaubern wurde und die nächste Fähre würde erst morgens kommen - was eigentlich auch recht bald sein dürfte - aber dennoch! Es klang unvorteilhaft für eine Göttin die in einem See lebte seekrank zu werden, aber Marina hasste Schiffe einfach! Die Schülerin strich ihre Haare zurück. "Ich muss los, Kyle. Schaffst du's allein nach Hause?"

  • "..Okay?", war das Einzige, was der Dunkelhaarige von sich gab, als Marina ihm eine ziemlich flache Erklärung abgab. Er zog die Augenbrauen zusammen und fragte sich, was das Mädchen ihm damit bitte sagen wollte. Oder - ob überhaupt irgendetwas Großartiges dahinter steckte? Als die Siebzehnjährige dann ihre Hand hob und dabei kicherte, wirkte der Grauäugige für einen Augenblick etwas überrumpelt. Seine Pupillen weiteten sich erschrocken, während er sich selbst kaum bewegte, mit seinem Blick jedoch wachsam dem Weg ihrer Finger folgte. Seine kurzzeitige Bestürztheit wich schnell aus dem Gesicht und wurde zu leichter Perplexität, als die Schülerin ihm allen Ernstes die Fühler auf den Kopf legte und ihm .. sanft durch die Haare wuschelte? Kyle klimperte eine Weile verloren mit den Wimpern, selbst nachdem die Erntegöttin wieder mit ihrer eigenen Haarpracht beschäftigt war. "Klar. Ich komm' doch immer ziemlich gut allein' zurecht.", beschwichtigte er ihr geistesabwesend und fuhr sich unbewusst ebenfalls durch die länger gewordenen Haare, denn die Stelle, die die Lilahaarige berührt hatte, fühlte sich gerade irgendwie komisch an. Nicht in einem schlechten Sinne - aber irgendwie auch nicht gerade positiv. Einfach nur.. komisch. Oder ging es doch in eine der beiden Richtungen? Der Weinrote konnte das flaue Gefühl in seinem Magen nicht deuten. Es war ganz einfach ungewohnt. Wann kam er schon in Kontakt mit Leuten, von einer Prügelei und den Überraschungsattacken von Luke mal abgesehen? Vielleicht hätte er ihre Hand ja genauso von seinem Kopf nehmen sollen, wie sie damals seine. Dieser Gedanke brachte den Teenager dazu einen schwachen Luftstoß aus seiner Nase kommen zu lassen und seine Mundwinkel hoben sich zu einem kaum merklichen Lächeln an. Wahrscheinlich hätte er trotz allem etwas geistesgegenwärtiger sein sollen. Denn die Tasse in seiner Hand kippte um und verteilte ihren Inhalt auf der Parkbank, wobei ein paar Spritzer des heißen Gebräus sich auch über die beiden Helden hier ergossen. "Ouh fuck!", entkam es dem Jungen, während er hastig von seiner Sitzposition aus aufsprang, dabei jedoch seinen verletzten Fuß vergaß und genauso schnell wieder mit dem Hintern auf dem Boden landete, gefolgt von seinem lila iPhone, welches jedoch ein Qualitätsprodukt im Gegensatz zu der Holy Samsung Trinity war und deshalb keinen sichtbaren Schaden davontrug. Wieder blinzelte er kurz, sah dann zerstreut, aber mit einem spontanen schiefem Grinsen zu seiner Bekanntschaft auf. "Siehst du? Das ist alles nur fucking deshalb passiert, weil ich gerade mit dir zusammen bin, Queen.", versicherte er ihr sowas von glaubwürdig und verzog entgeistert das Gesicht, als er bemerkte, dass der Becher aus dem Blätterhaufen noch immer keinen Kratzer hatte. "What the fuck hast du mit dem Zeug gemacht..!"

  • Wirklich überzeugend klang die Aussage ja nicht. Schließlich war das hier nicht das erste Mal, dass Marina den Jungen kurz allein ließ, na ja und beim letzten Mal... nun, das Ergebnis sah sie jetzt vor sich und wirklich beruhigend war es nicht. Im Normalfall hätte Marina die Tasse des Schwarzhaarigen festgehalten, bevor sie sich überhaupt hätte neigen können, doch ab einem gewissen Grad der Müdigkeit, war man nun einmal mit anderen Dingen beschäftigt. So wich auch die Göttin ein Stück zurück, bevor sie den auf den Boden geplumpsten mit einer hochgezogenen Augenbraue ansah. Sie seufzte und gab ein leises Lachen von sich. "Ja, sicher." kommentierte die Schülerin die Aussage trocken.
    Sie kicherte amüsiert, als ein kleiner Blätterhaufen in Tassenform den Achtzehnjährigen völlig fassungslos machte. "Ich habe ein ganzes Gewitter vor dir aufziehen lassen und du wunderst dich, dass ich aus Blättern Tassen basteln kann?"
    Marina zwinkerte dem Jungen zu und half ihm auf. "Pass auf dich auf, ja Puschel?"

  • Marinas Reaktion brachte auch den Dunkelhaarigen dazu ein kleines Kichern von sich zu geben, während er damit beschäftigt war, sein verlorenes Handy wieder vom Boden aufzufischen und es letztendlich in die Sicherheit seiner Hosentasche zu verbergen, bevor es noch ein weiteres Mal verloren ging. Schließlich befand sich ja auch sein gefälschter Ausweis versteckt in der Handyhülle - hey, es kam selten wer auf die Idee, da nachzuschauen - und nach dem Abenteuer eben wäre es ihm lieber, das Teil in seiner Nähe zu wissen, selbst, wenn er nicht vor hatte, es zu benutzen. Außer um unterwegs in 'nem Kiosk vorbei zu schauen oder so natürlich. Der Teenager wollte gerade auf die Frage des Mädchens antworten, als diese ihm zuzwinkerte und die Hand reichte. Man, das passierte in letzter Zeit aber echt oft. Einen Moment lang sah er den Patschehändchen entgegen und als Marinas nächste Worte erklangen, da verdrehte er innerlich die Augen. Nicht wegen dem was sie sagte, er verstand ja wie es gemeint war, aber allein die Tatsache, dass sie es sagte und er es nun im Kopf hatte nervte ihn. Das war's nun also mit dem spontanen Kioskbesuch. Jetzt musste er sich tatsächlich Mühe geben und sich zumindest ansatzweise an ihre Vorschläge halten. Klasse.
    Kyle griff nach der ihm gereichten Hand und gab ein süffisant angehauchtes "War doch nur ein bisschen Wasser." von sich, dieselben Worte, die er auch gesagt hatte, als Marina es tatsächlich hatte regnen lassen und richtete sich währenddessen wieder auf, "Dieses Tassenzeug hier allerdings - 'n total anderes Level." 
    Der Weinrote musterte die Erntegöttin noch einige Momente lang schweigend, mied dann wieder ihren Blick und legte die Hände etwas verloren in den Nacken. Er musste sich die gesagten Worte durch den Kopf gehen lassen und wusste trotz allem nicht, was er darauf eigentlich erwidern sollte. Unwohl fühlen war ein netter Ausdruck für diese Situation - aber was sonst war schon neu? Konversationen die in diese Richtung gingen waren im Endeffekt doch immer furchtbar frustrierend. Schlussendlich gab Kyle jedoch ein Seufzen von sich und ließ ergeben die Schultern fallen, bevor sich sein Kopf gepaart mit einem schiefen Grinsen in die seitliche Richtung neigte. "Okay. Ich werd's versuchen."

  • 'Nur ein bisschen Wasser.' Marina schüttelte nur ungläubig den Kopf während sie auf das kleine Tässchen auf dem Boden schaute. "Das ist... interessant." Vielleicht konnte man die Dinger auch auf Ebay verkaufen? Wäre mal 'ne Idee. Die Schülerin legte den Kopf leicht schief und verwarf den Gedanken - vorerst.
    Sie verzog den Mund ein wenig, als Kyle sie beim Reden nicht einmal anschaute. Konnte er nicht wenigstens zuversichtlich tun? "Okay." erwiderte die Göttin knapp, "also dann, man sieht sich." Sollte sie jetzt wirklich gehen? Himmel, war das komisch. Aber wenn sie ihm jetzt half würde sie hier in der Stadt festsitzen und außerdem war sie eine Göttin - sie hatte... Göttinnensachen zu tun! Das Mädchen wandte sich zum Gehen, drehte sich noch einmal zum Jungen um, kurz bevor sie nach einigen Schritten - mit etwas weniger Schwung und Energie als sonst - die Flügelchen ausbreitete und davon flatterte.

  • "Same.", entkam es dem Dunkelhaarigen leise und mit einem belustigten Unterton in der Stimme, als Marina davon schwebte, "Fucking.. same." Stumm beobachtete Kyle noch ein paar Sekunden lang die Erntegöttin dabei, wie sie immer mehr in der Ferne verschwand und mit dem nächtlichen Farbschleier letztendlich eine Einheit bildete. Als sie nicht mehr da war, da zog er verdutzt über sich selbst eine Augenbraue in die Höhe. Seine Gesellschaft war davon geflogen und er reagierte, als sei dies das normalste auf der Welt. Eigentlich - man, er hatte allgemein zu wenig Probleme mit dieser ganzen Magiesache, oder? Der Weinrote runzelte die Stirn, verwarf das Thema jedoch schnell aus seinem Gedächtnis. Darüber nachzudenken bereitete ihm irgendwie Kopfschmerzen. Wie so vieles, in letzter Zeit, eigentlich. Der Teenager seufzte, setzte sich auf die Parkbank, lehnte sich mit seinem kompletten Gewicht dagegen und legte den schweren Kopf in den Nacken. Seine in Mitleidenschaft gezogenen Hände legten sich auf seine Grimasse und er verdeckte sein halbes Gesicht mit seinen überkreuzten Armen. Als er damit ein paar Minuten vergeudet hatte, bewegte er diese ein Stück weiter und rieb sich mit seinen Handballen fest über die brennenden Augen. Man, wie spät es wohl war? Er konnte doch nicht schon wieder eine ganze Nacht draußen verbringen. Kyle atmete schwerfällig aus und ließ die langen Arme lustlos nach unten sinken. Er hatte keine Lust aufzustehen, sich zu bewegen - oder überhaupt die Augen wieder zu öffnen. Keine Lust auf rein gar nichts. Aber gleichzeitig war ihm auch vollkommen langweilig und er wollte irgendetwas tun, damit seine Lustlosigkeit, oder was auch immer das Ganze hier war, verschwand. Wie weit war er überhaupt von Zuhause entfernt? Urgh, Zuhause.. Irgendwie gefiel ihm das Gefühl nicht, dass er bei diesem Wort empfand. Es war komisch und er verstand es nicht. Aber das war gerade irgendwie ein Dauerzustand, oder nicht? Noch eine Sache die komisch war und er selbst nicht recht verstand. Man, klang nach einem Teufelskreis oder so. Der Russe gab sich seufzend geschlagen und hob die Augenlider an - es war komplett dunkel um ihn herum. Nein, wirklich. Es war so dunkel, dass Kyle komplett verwirrt war. Wo war der Mond? Der Achtzehnjährige neigte den Kopf leicht in alle Richtungen, doch ein weißes Objekt am Himmel finden, das konnte er sich wohl abschminken. Eine Mondfinsternis? Ah, das erklärte wohl auch wieso die paar Wolken über ihm es auch schafften, die Überreste des Körpers im Weltall einfach so zu verbergen. Super, dachte er sich, denn die Umgebung hier war nicht sonderlich gut beleuchtet. Und falls der Akku seines Handys, so wie er erwartete, nicht mehr sonderlich hoch war, dann konnte er das mit dem Weg nach Hause finden sowieso für die nächste Zeit vergessen. Man, dann konnte er ja genauso gut ein wenig Musik anmachen und.. okay, what the fuck, hatte sich gerade hinter ihm etwas bewegt? "Dude, no..", warnte er, was auch immer sich gerade hinter ihm befand, vorsichtshalber, doch das hielt whatever nicht davon ab, noch lautere Geräusche von sich zu geben und.. dämlich aufzuleuchten. "..." Okay, das war plötzliche und unerwartete Motivation genug, um aufzustehen und sich über die Mauer des Spielplatzes - es sah im übrigen weniger cool aus als sonst, denn er hatte für einen Moment verpeilt, dass solche Aktionen halbtot keine gute Idee waren und dementsprechend sah es halt auch aus - zu hieven, von wo aus Kyle dann direkt zu dem Gegenstand im Sand lief, der sich schnell als.. ein fucking goldenes iPhone rausstellte? "Wer zum Fick verliert schon sein fucking Handy?", fragte er mit hochgezogenen Augenbrauen, während er das Ding musterte und so tat, als wäre ihm sein eigenes nicht auch eben erst zurückgegeben worden und so. Ihm würde sowas doch nie passieren, pfft. Sowas passierte nur Idioten! (Marina & Kyle = official idiots) Kyle lachte kurz belustigt auf, als er merkte, dass das Teil nicht gesperrt war und ließ sich hinunter auf den kalten Sand plumsen. Hey, er hatte etwas Zeit übrig und einen schicken kleinen Zeitvertreib gefunden - wieso also nicht! Doch kaum hatte er es angemacht, fühlte er sich schon irgendwie von dem Telefon verarscht. Waren das Erdbeeren im Hintergrund? Wer zur Hölle packte sich Obst in den Hintergrund? Es gab so viele fucking Sachen, die man sich hätte runterladen können und irgendwer dachte sich echt so - 'boah, so 'n bissl Obst, das fänd ich jetzt echt geil, lass mal machen'? Was zum Fick, man? Kyle lies das Handy sinken und setzte ein Gesicht auf, welches von plötzlicher Enttäuschung und Fassungslosigkeit nur so strotzte. Oh. Mein. Gott. Ma-fucking-rina. Da Handy musste dieser beschissenen Göttin gehören!! Da war er sich gerade sicher! Scheiße, er musste sich sofort mehr von diesem Teil reinziehen!! Okay, okay, Facebooknachrichten.. wie lahm.. wen interessierte schon Facebook.. was hatten wir noch hier? Instagram? Oooh, das war einfach so mega klischeehaft, dass er es hätte kommen sehen müssen! (Nicht, dass er sich nicht selbst auch mal eins hatte machen wollen, aber schon bei der Anmeldung kein Bock mehr hatte..) Oh, fuck! Bingo! Das Handy gehörte wirklich der Erntegöttin! Das wusste Kyle spätestens dann, als er ihre langen Haaren auf einem der vielen Fotos sah. .. Aber wieso hatte sie nur so viele Follower? Waren 1,2k Follower überhaupt viel? Und wenn ja, was machte das Mädchen bitte für Sachen, dass sie so viele Idioten an Land gezogen hatte? Der Weinrote scrollte auf ihrer Seite umher, doch das meiste was er sah waren Bilder von irgendwelchen Kaffeebechern und.. eben eine scheiß Menge an Kaffee. Und Gemüse und Obst und so 'n Zeug. Und sie machte das Zeug wirklich täglich, so wie das hier so aussah. Holy shit, er selbst war froh, wenn er noch früh genug aufwachte, um sich um 14 Uhr eine Pizza in den Ofen zu schieben. Kyle schloss die Seite wieder und sah sich noch ein wenig weiter in dem Gerät um, wobei er sich mittendrin kurz fragte, ob er nicht irgendwie jemandes Privatsphäre oder so mit dieser Aktion verletzte, aber vielleicht hatte die Lilahaarige in seinem Handy ja auch rum gestöbert und selbst wenn nicht, who cares? Solang er nicht versehentlich auf irgendwelche Nacktfotos oder so stoßen würde sollte es schon okay sein. Und wissen musste es ja auch Keiner. Grinsend ging der Halbamerikaner zu den vielen Fotos des Schülerin, wobei er sich schon stöhnend auf den Rücken fallen ließ, als er die vielen Ordner sah. Man, das müssten hunderte sein! Hatte unsere Prinzessin irgendwie ein wenig zuviel Freizeit? Wobei, bei ihm sah es gerade ja nicht wirklich anders aus. "Ich hoffe für dich, dass irgendetwas Gutes dabei ist, Bitch.." Er seufzte und kämpfte sich durch einen Haufen von Landschaftsaufnahmen (Hey, diese Stadt war hübscher als er dachte..), Luftaufnahmen (Man, wie unfair es war, dass sie fliegen konnte..) und Selfies (Okay, die waren irgendwie schon ganz nett.. aber das konnte er definitiv besser!), bis er ein paar Ordner voller Bilder von diversen Fashionshows fand. Er zog eine Augenbraue in die Höhe und gab bei einigen der Bildern einen gespielten Würgreiz von sich. Sowas nannte sich also Mode? Ich bitte dich! Da hatte sein Krankenhausoutfit ja teilweise bessere Ansätze als dieser Shit hier! Und unsere Göttin war auch noch ordentlich. Bäh. Alles schön sortiert nach Jahr und Datum. Ob sie in der Schule auch so war? So eine typische Streberin? Oh Gott, das musste er unbedingt raus finden, er musste sich einfach über sie lustig machen, wenn es wirklich so war! Kyle ging ein paar technische Schritte zurück und fand einen ziemlich merkwürdigen Ordner zwischen all dem anderem Zeug. "Wutausbrüche?" Ooookay. Perplex klickte der Teenager auf den Titel und als das erste, vor Zorn rot angelaufene und komplett verzerrte Gesicht eines Mannes auftauchte, der offensichtlich ein Lehrer oder vielleicht Direktor oder so war, konnte er nicht anders, als laut aufzulachen. What the fuck, Goddess? Er scrollte weiter und je mehr Bilder er sah, desto besser fand er das Ganze. Und desto mehr Infos konnte er auch sammeln! Scheinbar war dieser Kerl nämlich ein alter, verzweifelter Geschichtslehrer, der einfach keine Ahnung davon hatte, wie man eine gescheite Unterrichtsstunde führte! Jesus, dieser Ordner hatte sicher mehr wütende Grimassen inne, als Kyle selbst im Leben Schultage hinter sich hatte! Kichernd setzte der Achtzehnjährige sich wieder auf und überlegte, was er mit seinem Lieblingsfoto machen sollte. Er fand wirklich, dass Marina ein neues Hintergrundbild nötig hatte. Aber so ein alter Kerl war doch nicht ganz das Richtige. Was sollten die Leute sonst nur von ihr denken! Und außerdem änderte er viel lieber ihr Whatsapp-Profilbild, während er gerade sowieso dabei war, sich das Bild selbst zu schicken. Shiit, dieser Typ sah vielleicht faszinierend aus. Kyle sollte Marina mal einen Besuch in ihrer Schule abstatten und ihn live erleben. Die Göttin würde sich sicher freuen! Grinsend ging der Rothaarige schließlich noch rüber zur Kamerafunktion, denn hey, Hintergrundbild, schon vergessen? Was konnten wir denn schönes nehmen, hm..? Einfach die Hose runter und.. altah, Leute, nein? Als ob? Sehen wie etwa so aus? Wtf man, sucht euch mal 'ne Kirche oder so, wieso denkt ihr überhaupt an so 'nen Scheiß?! Kyle zog die Kamera ganz nah an sich und hob sie ein kleines Stück weit nach oben, während er selbst ebenfalls hochschaute, damit der Winkel richtig fiel. Er streckte die gepiercte Zunge raus und zog sich mit dem freien Zeigefinger das Augenlid ein kleines Stück weit runter, bevor er auf den Auslöser klickte und das Meisterwerk schnell fürs Erdbeerpflücken verwendete. Nachdem er fertig war stand er auf und beschloss nach einigem weiterem, sinnlosen Herumgelungere auf dem Spielplatz, letztendlich doch noch nach Hause zu gehen, mit dem neuen Handy als Taschenlampe, natürlich. ~

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