Marina und Luke im Bungalow
Nach dem anfänglichen Enthusiasmus, gepaart mit den ermutigenden Worten von Luke (hatten sie Marinas Wangen sogar ein wenig warm werden lassen?), machte sich nach ein paar Minuten und einigen "Häää?"s und "Mist!"s und "Hab's gleich!"s dann doch Frust bei Marina breit. Das ganze hatte sie sich viel einfacher vorgestellt. Im Grunde hatte sie auch verstanden was Luke ihr erklärt hatte... in der Praxis konnte sie aber nicht wirklich erkennen, wann der Zylinder im Schloss denn nun in der richtigen Position war und dann rutschte sie auch noch ständig ab und... "Verdammt!" Auch ihr Mentor schien zu merken, dass die Stimmung allmählich am Kippen war und entschied sich dem Mädchen unter die Arme zu greifen. Sie merkte kaum, dass er ihr näher gekommen war. Viel zu sehr hatte sie der Ehrgeiz gepackt, das jetzt verdammt nochmal hinzukriegen!
Sie war fasziniert davon wie viel einfacher es plötzlich voran ging, wenn Lukes Hände ihre führten und nach einigen Momenten konzentrierter Stille merkte sie dann doch wie es Klick machte und die Tür mit einer letzten Drehbewegung aufging. "Wuhuu!" rief begeistert Marina aus, sprang auf und stolperte durch ihre Überschwänglichkeit fast - rettete sich aber irgendwie in eine halbe Drehung und landete damit wieder direkt vor dem Gesicht des Punks der gerade einen Schritt zurück gemacht hatte, was sie aber gar nicht bemerkt hatte. "Cool!! Danke mein Lieblings-schlechter Einfluss!", bedankte die Erntegöttin sich strahlend, kurz bevor sie sich wieder vom Punk wegdrehte, um mit ihrer Einwegkamera ein Selfie zu schießen bei dem sie das Werkzeug, das sie gerade noch in der Hand hatte ins Bild hielt und auch versuchte Luke im Hintergrund dabei zu haben. Sie wusste zwar, dass der Fuchs nach wie vor echt camera shy war, ließ sich aber davon nicht aufhalten fleißig Erinnerungsstücke für die beiden zu erstellen. Immerhin machte sie es immer kurz und schmerzlos für den Jungen, sodass die entstandenen Fotos sogar meist ziemlich natürlich aussahen. Auch wenn Luke äußerst selten in die Kamera schaute. Wie das Foto diesmal geworden war konnte sie erst überprüfen, wenn sie zu Hause die Fotos entwickeln würde, was ja genau den Charme von diesen Kameras ausmachte.
"Zeit für eine Rooooomtoour!~" , verkündete Marina dann, während sie Salami Bockwurst aufhob und durch die Türschwelle schritt. Die Hütte war klein und funktional eingerichtet. Sie bestand aus einem großen Raum, wobei die zwei Betten über eine kleine Treppe im Loft erreichbar waren. Im unteren Geschoss befand ich ein Sofa, ein kleiner Esstisch und eine Pantryküche. Das Bad war natürlich abgetrennt und hatte zum Glück keine awkward Glastür, wie es viel zu oft in irgendwelchen Ferienwohnungen oder besonders Hotels der Fall war. Die Einrichtung war insgesamt in einem guten Zustand, aber da sie nur im Sommer vermietet wurde war es auch ein wenig kalt und eingestaubt. Nach ihrem kleinen Rundgang setzte sie Sabo erst einmal auf's Sofa, auch davon durfte natürlich kein Foto fehlen. Dann holte sie ihre Provianttasche rein und breitete dessen Inhalt teilweise auf der Küchentheke aus.
Die Sonne war mittlerweile kaum noch am Horizont zu sehen, allerdings würde es noch eine Weile hell sein um Holz für's Lagerfeuer zu sammeln. "Ist langsam Zeit ein Lagerfeuer und Abendessen vorzubereiten oder?", fragte Marina ihren fuchsigen Freund, als sie gerade ihr klappbares Grillrost aus der Tasche holte. Auf diesem könnten sie Mais, Kartoffeln und ihre mitgebrachten veganen Bratwürstchen grillen, was hoffentlich beiden ganz gut schmecken würde. Für sich selbst und für Luke zum Probieren, hatte sie noch grünen Spargel und Champignons mitgebracht.