Das Restaurant "Denk-Mahl"

  • Feines Zanderfilet oder Wiener Schnitzel mit Pommes Frites, Kaviar oder Schweinebraten mit Knödel – die Köche servieren was das Herz (oder wohl eher der Magen) begehrt. Von feinsten Delikatessen bis hin zur einfachen Hausmannskost à la Mutti. Die Gastronome bemühen sich tagtäglich, den Gästen mit ihren Speisen ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern und ihren Hunger zu stillen. Hilfe bekommen sie dabei von den Kellnern, die stets die Wünsche ihrer Kunden erfüllen – und sich gerne mal über etwas Trinkgeld freuen. Das Restaurant lockt aber nicht nur mit seinen überaus leckeren Speisen - nein, auch die Aussicht ist vom Feinsten. So kann man bei einem Gläschen Wein gerne den Blick über das Meer schweifen und seine Seele baumeln lassen.


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    it's just a flicker of something that's saying goodbye

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  • ~Dirk kommt an~


    Noch nicht an den Verkehr der Großstadt gewohnt kam der Braunhaarige ein wenig durch den Wind bei dem Restaurant an. Mal sehen wie gut das Essen ist. dachte er, jedoch hätte man ihm momentan alles vorsetzen können, er hätte auch den letzten Krümel davon vom Teller geleckt und 10 Punkte vergeben, einen ganzen Bären hätte er verdrücken können. Als er das Gebäude betrat war sofort eine Kellnerin zur Stelle die ihn zu einem Tisch führte und ihm die Speisekarte reichte. Doch er schüttelte den Kopf. "Ich nehme das Tagesgericht, bitte. So schnell wie möglich, sonst esse ich den Tisch auf." sagte er trocken, die Bedienung nickte höflich und eilte zur Küche. Dirk blickte ihr hinterher und begann sich zu fragen, was das Tagesgericht sei. Er wollte einfach so schnell wie möglich bestellen und achtete nicht darauf was er überhaupt bestellte. Ungeduldig rutschte er auf seinem Stuhl hin und her Komm schon Koch. Beeil dich.


    Als das Essen kam machte sich der junge Mann darüber her als wäre er gerade so noch dem Hungertod entgangen. Es gab Schnitzel. Innerhalb von 20 Minuten hatte er den großen Teller geleert und war zufrieden. Er rief die Bedienung um zu bezahlen und legte dabei noch ein ordentliches Trinkgeld oben drauf. Er sprang vom Stuhl auf, bereute dies jedoch, da sein Magen nach dieser Mahlzeit offensichtlich keine Lust auf Rumgehüpfe hatte. Gemütlich machte er sich auf den Weg zum Ausgang. An der Tür erblickte er ein Plakat. "Willkommensparty...in der Miethalle." las er leise vor. Schulternzuckend ging er weiter und verließ das Restaurant.~

    오늘밤만 나를 위해 친구가 되어줄래요 - Will you be my friend tonight?

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  • Mitten auf dem Weg zum Restaurant fiel dem Brünetten ein, dass man ja auch im Einkaufzentrum hätte essen können. Da gab es bestimmt viele Gelegenheiten, die alle näher dran waren und auch längst nicht so viel kosteten wie ein Restaurantbesuch. Da die beiden die Hälfte des Weges jedoch schon geschafft haben, wäre es witzlos gewesen, wenn sie wieder umgekehrt wären, weshalb Soseki auch nichts dazu sagte.
    Der Buddhist machte eine wegwerfende Handbewegung. "Ach", sagte er. "Weißt du, so lange ich nicht jedes Mal in das gleiche Geschäft gehe und etwas kaputt mache, funktioniert meine Technik ganz gut. Es fällt mir nämlich sehr schwer nicht im Gedächtnis der Verkäufer zu bleiben. Solange sie mich aber nicht kennen, werden sie perplex sein und ihre Wut vergessen, wenn ich meine Reden schwinge. Buddhismus scheint hier ja nicht gerade verbreitet zu sein." Der letzte Satz wurde von einem Seufzen begleitet. Im Gegensatz zu dem anderen Blödsinn, den er eben von sich gegeben hatte, meinte er das nämlich ernst. "Wahrscheinlich hast du recht", sagte er auf Gwens nächste Aussage. "Es gibt immer Menschen, die so einen Unfug kaufen! Und glauben, es sei der allerletzte Schrei! Ich brauch also gar kein schlechtes Gewissen zu haben!" Welches ich sowieso nicht hatte, da der Verkäufer an sein schlechtes Karma selber schuld hatte! "Und solange ich mich da nie wieder blicken lasse, brauch ich auch gar keine Angst vor dem Verkäufer zu haben!"
    Soseki öffnete die Tür des Restaurant und ließ Gwen eintreten. Ganz Gentlemanlike, natürlich. Sie setzten sich auf einen freien Platz und ließen sich vom Kellner die Karten bringen. Der Brünette schlug natürlich gleich die Seite für die orientalischen Speisen auf. Etwas "heimisches" würde für ihn natürlich nicht in Frage kommen. Und nachdem er sich entschieden hatte, warf er einen Blick über den Kartenrand zu Gwen und fragte: "Und? Hast du dich schon für etwas entschieden?"

  • Auf dem Weg zum Restaurant wurde Gwen stutzig, als ihr klar wurde, dass Soseki ein Buddhist war. Buddhisten? Sind das nicht die die sich für alles alle Zeit der Welt lassen und den ganzen Tag meditieren? Sie kramte weiter in ihrem Gedächtnis was sie denn alles über den Buddhismus wusste. Gerade als sie etwas sagen wollte erreichten sie das Restaurant. Soseki hielt ihr die Tür auf und sie trat ein und schluckte. Worauf hatte sie sich nur eingelassen? Als sie die Tische und Stühle sah wurde ihr sofort klar, dass sie hier still sitzen musste, wie die anderen Leute das eben taten und sich unterhielten. Ob sie das durchhalten würde? Pah! Was wird schon dabei sein! dachte sie verächtlich, das sei doch ein Klacks für sie. Also verwarf sie ihre Sorgen und setzte sich an den erstbesten Tisch den sie finden konnte. Eine Kellnerin kam angetänzelt und reichte den beiden zuckersüß lächelnd die Speisekarten. Soseki wusste offensichtlich schon was er essen wollte, die Blondine war sich allerdings noch etwas unschlüssig. Mit den meisten Namen der Gerichte konnte sie überhaupt nichts anfangen. Sie hatte sich seit sie allein wohnte von Fast Food und ähnlichem ernährt, manchmal hatte ihre Mitbewohnerin gekocht, aber wer merkt sich denn schon die Namen der Gerichte? Sie blätterte unschlüssig, einige Male durch die Speisekarte. Als ihre Begleitung sie schließlich fragte, was sie essen wollte kratzte sie sich verlegen am Kopf. "Ähh..Ich..glaub ich nehm' einfach was du nimmst." murmelte sie immer noch ein wenig unschlüssig. Dann lächelte sie wieder und kramte weiter in ihren Gedanken nach allem was sie über den Buddhismus wusste. Sind das nicht solche Mönche mit Glatzen? Hae? Und irgendwas mit Karma und Wiedergeburt...Glaubt der wirklich daran? Die Blondine konnte sich nicht vorstellen immer auf ihr Karma zu achten und vor allem immer die Ruhe in Person zu bleiben. "Glaubst du diesen Quatsch von wegen Karma und so wirklich?" platzte es plötzlich aus ihr heraus, noch bevor ihr Gehirn das 'HALT-DIE-KLAPPE-Signal' abschicken konnte. "...Ich meine... ich kann mir das irgendwie nicht so wirklich vorstellen... na ja ich weiß ja nicht viel über den Buddhismus." stammelte sie um vielleicht nicht ganz so unhöflich zu wirken.

  • "In Ordnung", sagte Soseki und klappte lächelnd die Speisekarte zu. Er winkte eine Kellerin zu sich herüber, um ihr seine Bestellung aufzugeben. "Zwei mal Bami Goreng", und mit einem breiten Grinsen im Gesicht fügte er hinzu, "mit Sambal Ulek, bitte." Umgangssprachlich würde das bedeuten: Zwei mal Chinapfanne mit scharfer Paste, Puppe. Aber fachmännisch ausgedrückt klingt es ja viel orentialischer. Außerdem konnte sich Gwen so weniger darunter vorstellen und das gefiel den Brünetten. Er wollte die junge Dame überraschen und naja vielleicht mag sie ja scharfe Paste. Oder ist Soseki derjenige, der sich am Ende selbst eine Grube gräbt. Denn auch für ihn ist es das erste Mal, dass er Bami Goreng mit solch einer scharfen Paste isst. Normalerweise bevorzugt er eine pikante Soße. Aber, rief er sich ins Gedächtnis, man muss ja immer offen für neues sein! Sogar Buddhisten sehen das so, auch wenn man es nicht vermutet. Und während die beiden so auf das scharfe Essen warteten, stellte Gwen eine Frage, die Soseki überraschte, da sie so plötzlich kam, ihn aber auch zum Schmunzeln brachte. Der junge Mann scheint ja sehr von seiner Religon überzeugt zu sein - naiv ist er jedoch keineswegs. Er wusste schon immer, wie die Menschen in der heutigen Zeit auf Religion reagierte. Ob Buddhistmus oder Christentum. Im Prinzip ist es überall das Gleiche. Wie soll ein Atheist einem Glauben nachempfinden? Meistens treffen dann verschiedene Menschen auf einander und die Kommunikation untereinander kann nicht hergestellt werden, weil man zu unterschiedliche Ansichten hat. Hund und Katze sind da ein gutes Beispiel. Wird sich dieses Klischee je ändern? Das soll jedoch nicht heißen, dass es zwecklos ist, jemanden, der noch nie mit dieser Religion in Kontakt getreten ist, diesem diese nahe zu bringen. Es ist immer ein Versuch wert! So auch dieses Mal.
    Schmunzelnd lehnte sich Soseki in seinen Stuhl zurück. "Weißt du, Gwen, es ist vielleicht schwierig zu verstehen, aber ja, ich glaube daran. Hast du - auch wenn es jetzt komisch klingt, nimm es jetzt nicht persönlich - schon mal eine gute Tat in deinem Leben begangen?" Strahlende Augen funkelten die Blondine an. "Hast du beispielsweise schon mal auf etwas verzichtet, um jemand anderen eine Freude zu machen? Auf dein Lieblingseis, zum Beispiel? Oder hast du schon mal jemanden geholfen, der dringend deine Hilfe brauchte? Hast du einer Oma mal über die Straße geholfen? Ein Kätzchen vom Baum gerettet?" Soseki hatte angefangen wild zu gestikulieren. Das tat er des öfteren, wenn er so erregt über seinen Glauben erzählte. "Wie fühlst du dich danach? Gut? Besser? Fantastisch? Das ist es, Gwen! Das ist es, was ich meine! Du spürst das Karma! In diesem Momenten spürst du es! Es ist der Stolz, der dich erfühlt! Das Gefühl, etwas Gutes getan zu haben! Es ist ...!" In diesem Moment bemerkte Soseki, dass er vor Erregung aufgestanden war und wild gestekuliert hatte. Er spürte, wie ihn die Gäste und die Keller anstarrten. Verlegen kratzte sich der junge Mann am Hinterkopf. Mit errötetem Gesicht setzte er sich. Ganz langsam, als würde ihn so niemand bemerken. Selbstverständlich erregte er so noch viel mehr Aufmerksamkeit. "Upps", sagte er. "Manchmal geht es so mit mir durch, wenn ich darüber rede ... Tut mir leid. Ich hoffe, du verstehst jetzt, wie ich es meine ..."

  • Gwen schaute ihren Gesprächspartner verdattert an als dieser bestellte. Sie konnte sich gar nichts -wirklich gaaar nichts- unter dem vorstellen was Soseki da gerade gesagt hatte. Sie wusste nicht ob sie dem Mann trauen sollte oder doch lieber schreiend das Lokal verlassen sollte um dem zu entgehen, was sie erwartete. Schließlich gab es schon ziemlich seltsame Speisen auf dieser Welt. Sie hatte einmal im Fernsehen gesehen, dass Menschen da rohes Fleisch - nett angerichtet auf einem Teller - wie eine Delikatesse verspeisten Pah! nur weil die sich keinen Herd leisten können, oder zu doof zum braten sind, essen sie es roh und tun als wären sie die Elite! hatte Gwen nur verächtlich gedacht. Sie konnte sich auch nicht vorstellen Froschschenkel zu essen, wer tat sowas? Und wieso überhaupt? Sind Rind, Schwein und Huhn nicht genug? In Asien sei die Haiflosse eine begehrte Delikatesse und dazu noch ein Potenzmittel. Die Blondine konnte über so etwas nur den Kopf schütteln Nur weil die dort keinen hochkriegen müssen die armen Fische leiden.. Sie hatte noch nicht sehr viele kulinarische Gerichte probiert, einmal hatte sie in einem dieser kleinen asiatischen Schnell-Bistros gebratene Nudeln gegessen (Krass oder?) und Pizza war ja auch schon fast kulinarisch oder? Schließlich kommt die aus Italien.
    Als Soseki die eigentlich eher egoistische Blondine nach einer guten Tat fragte, die sie schon einmal vollbracht hatte, musste sie anfangen zu grübeln. Sie tat nicht oft etwas für andere Menschen und wenn dann scheiterte sie meist kläglich. Einmal hatte sie einen Kuchen zum Geburtstag ihrer Mitbewohnerin gebacken, dieser ging allerdings schließlich in Flammen auf und sie mussten einen neuen Backofen kaufen. Oder das andere Mal, als Gwen die geliebten Blumen Lylas aus Versehen zertrampelt hatte. Die Blondine war den ganzen Tag ganz eifrig dabei der Rosahaarigen zu helfen ihre Blumenbeete wieder auf Vordermann zu bringen. Hatte ihr damit aber nur noch mehr Arbeit gemacht als nötig, da sie wie ihre Mitbewohnerin es so freundlich ausgedrückt hatte 'vollkommen unbrauchbar im Garten' sei und sich wie 'ein Elephant im Porzellanladen' aufführte und alles durcheinander brachte. Seitdem kommt sie nicht mal in die Nähe der Heiligtümer von der Nichte Popuris.
    Als Soseki, wild gestikulierend, Dinge aufzählte die als gute Taten galten fiel Gwen tatsächlich etwas ein. In ihrer Jugend hatte sie die kleine Katze eines Jungen aus der Nachbarschaft aus dem Baum gerettet, alles was sie davon hatte waren diverse Kratzer an den Armen und teilweise im Gesicht und einen rotzfrechen Jungen der sich nicht einmal bedankte, von diesem 'Karma' hatte sie allerdings ziemlich wenig (mit anderen Worten gar nichts) gespürt. In diesem Moment sprang Soseki voller Erregung von seinem Platz auf, was die junge Dame und auch die anderen Leute im Lokal ziemlich perplex aussehen ließ. "Ähm...",setzte sie an, als der Braunhaarige am Tisch sich wieder beruhigt hatte "Ehrlich gesagt...Kann ich das nicht nachvollziehen. Wieso soll ich jemanden helfen meist ziehe ich daraus nur Nachteile oder halt der andere, wenn ich's in den Sand setze. Und von diesem Karma-Dingens spür ich ja herzlich wenig, ich hab's einmal versucht und alles was ich gespürt habe waren Schmerzen." Demonstrativ zeigte sie Soseki ihren Unterarm der noch einige Narben, von der Katze die sie einst gerettet hatte, aufweiste Nun, die Blondine lebte eben nach der Devise 'Ellenbogen-raus' und konnte den Buddhisten nicht verstehen. Natürlich half sie ihren Freunden, wenn diese in Not waren, schließlich taten sie es ihr ja gleich, aber einer Oma über die Straße helfen, einfach so? Also bitte..

  • Im Gesicht des Brünetten zeichnete sich Verständnislosigkeit ab. In wenigen Sekunden jedoch wandelte sie sich ins pure Entsetzen um. Ohne sich dessen bewusst zu sein, hatte er die rechte Hand vor dem Mund gelegt. Rehbraune dunkele Augen drohten aus ihren Höhlen zu fallen, so sehr erschrak ihn die Aussage Gwens. "W-wie? I-ich verstehe nicht ...", stammelte er und spürte, wie ein kalter Schauer seinen Rücken entlang lief. Wie ist das überhaupt möglich?, fragte er sich. Wie kann Karma einen Schmerzen zu fügen? Das ist doch unmöglich! Natürlich wusste er nicht, welche Schmerzen Gwen verspürt hatte und es dämmerte ihn auch nicht, als er einen Blick auf ihren Unterarm warf. Dass sie in Wahrheit nämlich Schmerzen wegen einer auf einem Baum gefangener Katzen erlitten hatte, tja, daran dachte er nicht einmal, obwohl er diese gute Tat eben aufgezählt hatte. Er interpretierte ihre Aussage so, dass sie nicht das sogenannte "Stolz"-Gefühl verspürte, sondern Schmerzen erlitt, die aus heiteren Himmel kamen. Der junge Mann konnte sich zwar nicht vorstellen, wie das möglich sei, aber etwas anderes konnte er sich nicht darunter vorstellen. "A-aber Gwen!", rief er plötzlich aus. "Das ist ja schrecklich! Du Arme! Da muss man doch etwas machen können ... Meine Güte ..." Soseki faltete die Hände und versuchte zu überlegen. Irgendwie muss man diesem armen Geschöpf doch helfen können? "Du darfst auf keinen Fall aufhören, gute Taten zu vollbringen! Das ist das schlimmste, was man machen kann! Auch wenn dich Schmerzen begleiten, das ist wahrlich das Größte Opfer, das man bringen kann. Vielleicht ... Vielleicht wird dir so die Erleuchtung widerfahren ... Oh! Gwen! Eine größere Aufopferung kann es ja gar nicht geben! Das ist fantastisch! Großartig!" Und schon wieder war der junge Mann aufgestanden ohne es zu bemerken. Erneut starrten ihn teils belustigte und teils verärgerte Gesichter an. Und Soseki setzte sich wieder. Diesmal entschuldigte er sich nicht. Er tat einfach so, als wäre das eben nicht passiert.

  • Auf Gwens Gesicht machte sich auf Sosekis Reaktion hin Entgeisterung und sogar ein wenig Panik breit. An wen war sie da nur geraten? Der hat doch 'nen Knall!
    Die Blondine öffnete den Mund um etwas zu sagen, schloss ihn dann allerdings wieder und ließ Soseki weiter reden der gerade die Hände faltete. Sie hatte jetzt damit gerechnet es würde eine tadelnde Predigt kommen, von wegen es würde sich doch lohnen dieses Vieh von dem Baum zu holen für dieses Karma-Dings halt. Aber er hatte offensichtlich Mitleid mit ihr und war regelrecht erschrocken, dass diese Katze sie verletzt hatte. Wie viele Katzen hat der denn schon vom Baum geholt, ohne verletzt zu werden? fragte sie sich schließlich.
    Ein weiterer Schwall von Worten floss aus dem Mund des Braunhaarigen, wieder stand er auf und Gwen bekam es wieder mit der Angst zutun. Noch kannst du wegrennen Gwen!! rief eine ängstliche Stimme aus ihrem Inneren, doch um diesen Befehl ausführen zu können müsste sie sich erstmal wieder bewegen können, wie erstarrt saß sie da und schaute den Mann der sich mittlerweile wieder gesetzt hatte entsetzt an. "Was...", drang es plötzlich aus ihrem Mund "laberst du da überhaupt??" Sie blickte ihn verständnislos an. "Von Guten Taten habe ich genuug verstehst du das Soseki? Weil ich nämlich einfach nicht hilfsbereit bin und nur da helfe wo ich es für nötig halte! Und es ist unnötig zu helfen, wenn ich selbst dabei nur Schmerzen davon trage. Ich will nicht leuchten geschweige denn mich aufopfern. Und an diesem ganzen Quatsch finde ich überhaupt nichts großartig!" Sie stemmte die Hände in die Hüften und funkelte ihn an. Erst hatte Gwen gedacht, er hätte dem Verkäufer vorger einfach irgendwelchen Mist erzählt um ihn zu verwirren, versuchte er das gleiche jetzt mit ihr? Aber wieso? Nein nein nein. Dieser Kerl hat einfach zu oft, zuu heiß gebadet. Sie kam wohl nicht darauf, dass Soseki nicht wusste was sie ihm mit den Narben an ihren Armen zeigen wollte. Buddhisten sind schon komische Leute...

  • Der junge Mann hob die Hand, um etwas zu sagen. Aus seinen Mund kam jedoch kein Ton. Gwen hatte ihn erschüttert. Bis aufs Mark erschüttert. Er konnte - nein - er wollte nicht glauben, was er da hörte. Wie kann man nur genug von guten Taten haben? Wie kann man nicht leuchten wollen - geschweige denn - sich aufopfern wollen? Und vor allem: Wie kann man diesem ganzen Quatsch nicht großartig finden? Wie um alles in der Welt kann ein Mensch so leben?
    Soseki verstand das nicht. Er versuchte ja es zu verstehen, aber er konnte es einfach nicht nachvollziehen. Für ihn steht außer Frage, dass man nur ein erfülltes Leben führen kann, solange man gute Taten vollbringt. Man muss ja keine Katze vom Baum retten - diese Situation kommt zum Glück recht selten vor. Aber man kann auch andere gute Taten erfüllen. Man darf doch nicht nur an sich selbst denken! Das vergiftet nicht nur das Karma, das vergiftet auch deine Seele! Gwens Seele! Oh nein!
    Ohne Vorwarnung griff er nach Gwens Händen und hielt sie gut fest. "Gwen", sagt er mit ernster Stimme. "Du armes Geschöpf ... Es ist noch nichts verloren, glaube mir. Du kannst jeden Tag gute Taten begehen, auch wenn sie noch so klein sind. Du bist kein schlechter Mensch. Auch wenn du nicht hilfsbereit bist und auch nicht leuchten willst. Auch deine Seele findet irgendwann Platz im Universum. Ich werde dafür beten..." Und bevor der Brünette weiterreden konnte kam - zum Glück - das Essen. Die gebratenen Nudeln waren hübsch hergerichtet und der Teller war lang nicht so voll gepackt, als wenn sie zum Chinesen gegangen wären. Dafür war es auch weit teurer. Das Sambal Ulek war schon hübsch geschwungen auf den Nudeln verteilt, sodass man keine Wahl hatte: Man musste sie mitessen.
    Zu diesem Essen gab es kein Besteck, wie es Gwen gewöhnt sein wird, sondern tradionell chinesische Stäbchen. Der junge Mann trennte seine Stäbchen von einander und wünschte Gwen einen guten Appetit.

  • Gwen wich ein Stück zurück, als Soseki plötzlich ihre Hände ergriff, wollte sie aus seinem Griff lösen, doch er hatte einen ziemlich festen Griff. Kommt das vom meditieren? Die Blondine überlegte ob sie ihm einfach Recht geben sollte um ihn zum Schweigen zu bringen, aber sie konnte ihm nicht Recht geben, es war absoluter Unsinn was er dort von sich gab. Jetzt fängt er auch noch mit meiner Seele an! Das Essen kam und somit war sie endlich befreit von einer Fortführung dieser Rede. Sie beäugte das Essen argwöhnisch und vor allem das Besteck welches sie dazu bekam. Stäbchen!? Unbeholfen nahm sie die zwei Holzstäbe in die Hand und beobachtete dabei Soseki wie er bereits anfing zu essen. Sie hatte noch nie mit Stäbchen gegessen, einmal versucht, aber es endete damit, dass sie sie nach kürzester Zeit frustriert in die Ecke warf und sich eine Gabel holte. Sie spielte mit dem Gedanken mit den Händen zu essen, aber schließlich war sie nicht allein und außerdem in einem Restaurant. Je ein Stäbchen in einer Hand schaffte sie es schließlich eine Nudel in ihren Mund zu balancieren und war froh, dass das Essen nicht allzu fremd schmeckte. Allerdings musste sie unbedingt dieses Stäbchen-Problem lösen, so konnte sie auf gar keinen Fall weiter essen. Als die Kellnerin gerade vorbei huschte rief sie ihr zu, sie solle ihr eine Gabel bringen. Die Leute im Lokal waren wohl sichtlich genervt von Soseki und Gwen, da beide ziemlich auffielen mit seinen überschwänglichen Regeln und jetzt brüllte Gwen auch noch durch das halbe Restaurant. Hatte die Kellnerin genickt? Sie verschwand in der Küche und die Blondine schaute wieder zu Soseki. Er ist zwar vollkommen durchgeknallt, aber doch ziemlich unterhaltsam. stellte sie fest. Um das Gespräch von vorhin wieder aufzugreifen und zu riskieren eine weitere Predigt á la Mr. Vollverrückt zu bekommen"Ich glaube nicht, dass ich je irgendetwas von deinem Karmazeugs verstehen werde, meine 'Seele' ist wahrscheinlich schon irgendwo versauert im Universum und wenn ich mich recht entsinne habe ich so sogar schon mal verkauft." Ja, das stimmte wirklich, sie hatte ihn mal im Park getroffen der Typ war fast so verrückt wie Soseki und hat ihr 20 Mäuse für ihre Seele gegeben und ist dann hysterisch lachend und hüpfend davon gelaufen. Sehnsüchtig blickte Gwen zur Küchentür Lässt sich ganz schön Zeit die Tussi.

  • Belustigt beobachtete Soseki Gwens Kampf mit dem Stäbchen. Sie versuchte eine einzelne Nudel - in der Hand je ein Stäbchen - in ihren Mund zu befördern. Da der junge Mann nicht darüber lachen wollte, er jedoch nicht anderes konnte, wendete er seinen Blick ab und hielt sich unwillkürlich die rechte Hand an den Mund. Gwens Tatik erinnerte ihn an seine eigene. Vor ein paar Jahren hatte er auch er das erste Mal mit Stäbchen gegessen. Doch im Gegensatz zu ihm blieb sein Meister ernst und lachte seinen Gegenüber nicht aus. Nicht aus!, ermahnte er sich. Ich lache sie an! An! Nicht aus! Anlachen war besser fürs Karma, so dachte der Brünette jedenfalls.
    Er sagte nichts dazu, nickte bloß zustimmend, als Gwen die Kellerin nach einer Gabel fragte. Wenn sie weiterhin mit Stäbchen aß, würde ihr Essen kalt werden, bevor sie überhaupt bis zur Hälfe kommen würde. Und das musste ja nicht sein. Das Essen war teuer, also sollte es der jungen Dame auch schmecken.
    Gerade hatte Soseki mit gekonnten Griffen einen Haufen Nudeln zwischen seinen Stäbchens geklemmt und führte sie zu seinem Mund, als Gwen das Thema von eben noch einmal ansprach. Das scharfe Sambal Ulek brannte auf Sosekis Zunge, nie im Leben hätte er damit gerechnet, dass es wirklich so scharf ist. Er versuchte den ganzen Haufen unzerkaut herunter zu schlucken, um etwas trinken zu können. Jedoch verschluckte er sich dabei. Hustend klopfte sich der Brünette gegen seine Brust. Er spürte den Klumpen in seiner Kehle sitzen. Der junge Mann bekam keine Luft mehr. Nach und nach färbte sich sein Kopf rot, bis er sich jedoch in ein dunkeles lila umwandelte. Seine Augen waren soweit aufgerissen, dass man befürchten könnte, sie würden aus seinen Höhlen fallen. Soseki glaubte zu ersticken. An einen Klumpen scharfer Nudeln. War das etwa Karma? Hätte er sie nicht anlachen dürfen, nur weil sie nicht mit Stäbchen umgehen konnte? Oder hätte er seine Glauben bei dem Verkäufer nicht ausnutzen dürfen? War das jetzt seine Strafe? Oh, erhört doch sein Flehen! Ich bin zu jung zum Sterben! Er hatte es doch nicht böse gemeint! Warum musste er nur so bestraft werden! Nein! Er wollte nicht sterben! Und vor allem nicht so!
    Sosekis lautes Husten musste nun die Aufmerksamkeit der Gäste und Mitarbeiter des Restaurants erhört haben. Irgendwer musste etwas unternehmen! Sonst würde er vor Augen aller ersticken ...

  • Gwen machte sich schon auf die Rede des Buddhisten bereit, als er plötzlich hustete, lila anlief und seine Augen ihr fast entgegensprangen. "So-Soseki..?" fragte sie unsicher. Bruchteile von Sekunden begriff sie was passiert war. Intuitiv stand sie auf, doch sie hatte keine Ahnung was sie machen sollte, wie angewurzelt stand sie da, aber sie wusste, dass sie nicht viel Zeit hatte und versuchte so schnell wie möglich zu handeln. "JETZT MACHT DOCH MAL EINER WAS!" rief sie panisch, doch die Gäste wussten anscheinend auch nicht so recht was sie tun sollten oder sie wollten nicht, dann hätten sie schließlich Ruhe, wenn der Mann der hier die ganze Zeit laute Reden schwingt hier abkratzt. Sie beobachtete wie etwa 5 Leute im Lokal das Handy zückten um einen Krankenwagen zu rufen. Das dauert doch viel zu lange! 
    Die Blondine erinnerte sich an einen erste Hilfekurs in der Schule, das war aber schon ein paar Jährchen her. Doch dann fiel ihr ein wie ihre Mutter sie täglich vor dem Ersticken gerettet hatte, da sie als Kind immer viel zu schnell aß und dabei viel zu wenig kaute. Sofort riss sie Soseki unsanft von seinem Stuhl und platzierte ihn schließlich mit dem Bauch darauf, den größten Teil seines Oberkörpers ließ sie vornüber hängen und schlug dann einige Male kräftig - sehr kräftig - auf seinen oberen Rücken. Dabei riskierte sie zwar ihm die Schulterblätter zu brechen, aber lieber gebrochene Schultern als den Erstickungstod, oder? "DU MUSST HUSTEN HÖRST DU SOSEKI??" brüllte sie dem Buddhisten ins Ohr, dass er zu den gebrochenen Schulterblättern vielleicht noch ein taubes Ohr bekam, Aber besser als ersticken!, schließlich konnte sie sich nicht sicher sein ob er denn noch gut hörte wenn er keine Luft mehr bekam. Doch Soseki hustete und wie er das tat, Gwen befürchtete er würde sich sämtliche Innereien aus dem Leib husten. Doch dann hörte sie wie ein großer Klumpen Nudeln auf den Boden klatschte und atmete erleichtert Luft aus. Sie klopfte Soseki noch ein paar mal auf den Rücken um sicher zu gehen, dass er alles ausgehustet hatte. Dann zog sie seinen schweren Körper wieder in die Horizontale und kontrollierte ob er klar bei Bewusstsein war. Er bekam zwar nur einige Sekunden keine Luft, aber dennoch sind einige Sekunden ziemlich viel für einen Menschen, oder?
    Schließlich reichte sie ihm ein Glas Wasser. Die Menschen im Restaurant merkten, dass die Nervensäge Soseki gerettet war und wandten sich wieder ab, insgeheim hatten sie vielleicht wirklich gehofft er würde ins Gras beißen. Die Kellnerin kam, gab Gwen eine Gabel und machte sich daran die Nudeln vom Boden zu wischen. Gwen mied es den wieder hochgekommenen Nahrungsbrei anzuschauen. Wobei es eigentlich kein Brei war, es sah so aus als hätte Soseki die Nudeln wie Tabletten hinunter geschluckt. Dann verdrehte die Blondine die Augen Durch und durch verrückt der Kerl. Sie seufzte und ließ sich auf ihren Stuhl fallen und schaute Soseki an, der sich gerade regenerierte. "War das jetzt Karma?" fragte sie schnippisch und ahmte Teile seiner vorherigen übertriebenen Gestiken nach.

  • Von jetzt an bis zur entgültigen Erleuchtung nehme ich Zuflucht zu Buddha, Dharma und Sanghar, begann der Brünette zu beten. So gut es eben ging, jedenfalls. Während man um den Erstickungstod bangte, war es nämlich gar nicht so leicht die Geduld dafür zu wahren.
    Zum Glück kam Gwen und drehte ihn auf den Oberkörper, um dann unaufhörlich auf seinen Rücken eindreschen zu können. So konnte er seine Gebete selbstverständlich nicht zu Ende bringen, doch das brauchte er auch gar nicht. Er spürte es! Er spürte, wie der unzerkaute Nudel Haufen auf halben Wege kehr machte und seine Kehle wieder hinauf kroch. Er spürte, wie ... Plumps! Dank Gwen klatschte das widerliche Nudel-Knäul auf den Boden. Soseki sog dankbar die Luft ein - seine Gesichtsfarbe regenerierte sich wieder -, während Gwen ihn noch weitere Male auf den Rücken schlug. Später würden ihn vielleicht unaufhörliche Rückenschmerzen quälen, doch diese Bürde nahm er gerne auf sich. Rückenschmerzen waren doch eindeutig besser, als der Tod. Solange er nicht erleuchtet war, konnte er nicht sterben, oh nein!
    Gwen half Soseki dabei sich wieder aufzurichten und bot ihn ein Glas Wasser an, welches der junge Mann erst an die Lippen legte, nachdem sein Herz wieder in gleichmäßigen Abstand schlug und er wieder frei Luft holen konnte. Was relativ schnell geschah. Trotzdem hatte er immer noch das Gefühl, in seiner Kehle säße immer noch dieser eklige Klumpen. Aber auch dieses Gefühl würde bald vergehen.
    Erst war der Brünette über Gwens Frage überrascht. Jedoch wandelte sich seine Überraschung bald in ein verlegenes Lächeln um. "Du hast recht", sagte er. "Ich danke dir. Du hast mir mein Leben gerettet, Gwen. Danke ..."

  • Er hatte recht. Gwen hat diesem Mann soeben das Leben gerettet und er ist nicht aufgrund ihrer Unfähigkeit jämmerlich verreckt. Ein Anflug eines Lächelns legte sich auf Gwens Lippen. Wann war das letzte mal gewesen, dass sich jemand bei ihr bedankt hatte? Sie verschränkte die Hände zufrieden hinter dem Kopf. "Dann ist mit meinem Karma ja alles in Ordnung, nicht wahr?" fragte sie zufrieden, dann kam ihr ein neuer Gedanke "Und irgendwas muss wohl nicht mit deinem Karma gestimmt haben!" neckte sie ihn, hob dabei tadelnd den Finger und setzte eine typische Lehrermine auf. Dann merkte sie wie ihre Hand leicht brannte, was wohl auf die Tracht Prügel auf Sosekis Rücken zurückzuführen war. Die Blondine rieb sich die Hand "Autschi.." murmelte sie leise und stellte sich vor wie Sosekis Rücken wohl schmerzen musste. "Das mit der Aufopferung wäre auch erledigt." meinte sie schmollend und wandte sich dann ihrem Essen zu. Sie nahm sich die Gabel in die Hand und steckte sich ein großes Paket Nudeln in den Mund, hustete ein wenig, da sie nicht damit gerechnet hatte, dass dieses dunkelrote Zeugs auf den Nudeln scharf sein würde, zum Glück mochte die Blondine scharfes essen. Schließlich hatte sie selbst ja auch eine ziemlich feurige Persönlichkeit. "Und das hast du ohne zu kauen runtergeschluckt?" fragte sie mit noch halb vollen Mund kurz bevor sie einen Schluck Wasser hinterher schüttete. Gwen hatte zwar kein Problem mit scharfen Gerichten, wäre aber gerne vorgewarnt geworden.

  • Nachdem sich der Herzschlag des Buddhisten reguliert hatte, begann er zu herzlichst zu lächeln und Gwen zustimmend zu zu nicken. (zu, zu, zu! <.> ...) "Genau!", sagte er begeistert und wäre beinahe wieder aufgestanden - diesmal wissentlich - doch er ließ es lieber. "Das ist Karma! Und du spürst es! Dankbarkeit! Stolz! Gwen ohne dich wäre ich jetzt tot! Du hast ein Leben gerettet! Hast mein Leben gerettet! Und ich weiß nicht, wie ich dir das verdanken kann. Wenn es irgendetwas gibt - egal was - du hast was gut bei mir." Und das meinte er ernst. Toternst. Im wahrsten Sinne des Wortes.
    Der junge Mann begann zu lächeln, als Gwen meinte, dass wohl etwas mit seinem Karma nicht stimmte. Das glaubte er nicht. Nein, im Gegenteil. Mit seinem Karma war alles in Ordnung. Genau genommen hatte er ebenfalls eine gute Tat vollbracht. Er hatte Gwen dabei geholfen etwas für ihr Karma zu tun? Gab es denn etwas besseres, als jemanden vor dem Tod zu bewahren? Oh nein! Gwen ist ein Held! Und Soseki hatte sie dazu gebracht. Das hatte nichts mit Karma zu tun. Das war Schicksal. Jedoch wollte er ihr das nicht sagen. Er glaubte, dass er sie verärgern und ihre Freude dämpfen würde, wenn er es ihr sagen würde.
    Soseki nahm einen weiteren Schluck seines Getränks. Sein Essen hatte er ein Stück beiseite geschoben. Heute wollte er nichts mehr davon essen. Er hatte genug. Dafür sah er nun Gwen beim Essen zu, der das scharfe anscheinend weniger auszumachen schien. "Anscheinend", gab er zu. "Dabei sollte man sein Essen genießen - ich als Buddhist müsste das eigentlich wissen. Naja, jeder Mensch macht Fehler. Selbst jemand, wie ich." Und das klang kein bisschen eingebildet!

  • Offensichtlich hatte der Braunhaarige sich schon wieder erholt und setzte seine Tiraden wieder energisch fort. Sie begann zu überlegen,was Soseki ihr wohl für einen Gefallen tun könnte? Mit diesem Karma-zeugs aufhören? - Nein das war bei diesem Vollblutbuddhisten nicht umsetzbar, außerdem hatte es ja doch seinen Unterhaltungswert. Solange er sie nicht dazu bringen wollte zu meditieren war alles gut. Auch wenn Gwen den ganzen Quatsch nicht wirklich verstand oder ernst nahm, hatte sie heute Einiges darüber dazugelernt.
    Im Gegensatz zum Buddhisten musste sich die Blondine aber an keine Geschwindigkeitsbegrenzung beim Essen halten. Sie verschlang die Mahlzeit in ihrer gewohnten Geschwindigkeit und diese war hoch, sehr hoch. Dabei wollte sie das Gespräch mit Soseki aber nicht unterbrechen, da dieser nicht mal mehr aß sondern nur zuschaute. Vielleicht hätte Gwen auch aufhören sollen zu essen aber so eine Rettungsaktion kann schon ganz schön hungrig machen. "Daf ift nja allef fön und gut aber vom Karma haft du miff nift wirkliff überscheugt." brabbelte sie mit vollem Mund, schluckte, räusperte sich und redete weiter "Ich spüre kein Karma ich spüre einfach nur, dass ich jemanden vom Abkratzen bewahrt habe. Ich kann mir nichts darunter vorstellen weißt du? Woher kommt dieses Karma denn?" meinte sie schulterzuckend "Ist aber auch nicht weiter schlimm. Ist ja deine Sache ob du das so siehst und es ist meine Sache ob ich das verstehen will." fügte sie hinzu um die Diskussion endlich zu beenden. Dann setzte sie die Eliminierung ihres Essens fort.
    "Aff, und natürliff hab iff diff nur gewettet wei iff jemandn brauffe der mein Effen befahlt." meinte sie frech grinsend, während sie die Reste des Essens vom Teller kratzte, den sie übrigens in Rekordzeit geleert hatte."Fertig!" rief sie freudig aus, als sie sich den Mund mit dem Handrücken abgewischt hatte. Die Blondine strahlte Soseki an. Auch wenn er ihr eine Menge - aus ihrer Sicht - Quark erzählt hatte, hatte er damit ihre Stimmung gebessert und sie hatte es, durch diverse Zwischenfälle, tatsächlich geschafft in einem Restaurant zu sitzen ohne ständig den Drang zu haben sich zu bewegen.

  • Faszinierend, dachte der Brünette, während er Gwen beim Essen zu sah. Nicht nur, dass sie in einer unmessbaren Geschwindigkeit aß, nein, sie dieses Zeug überhaupt! Dass ihr das nicht zu scharf war? Ein Wunder? Oder gehörte Gwen einfach zu den Menschen, die unmengen scharfes Zeug in sich hinein stopfen konnten ohne auch nur eine Wimper zu verziehen? Mag sein. So wie sie dieses Essen vertilgte.
    Auf Gwens nächste Aussage reagierte der Brünette jedoch etwas geschockt. War das ihr Ernst? Oder wusste sie einfach nicht, wie sie dieses Gefühl einordnen konnte? Soseki verstand nicht ganz. "Wie fühlst du dich denn, wenn du jemanden vom Abkrazten bewahrt hast?", fragte er. "Es ist ja - hoffentlich - nicht so, als würdest du das jeden Tag machen."
    Der junge Mann wollte seinen Kopf wieder in seine Hände stützen. Jedoch bemerkte er, dass sein Rücken dafür viel zu sehr schmerzte. So musste er wohl oder übel so sitzen bleiben. Aufrecht und soweit vom Stuhl weggerückt, dass er die Lehne nicht berührte. Hoffentlich konnte er bald nach Hause gehen. Aber so schnell, wie Gwen aß, würde das nicht mehr lange dauern.
    Ein Lächeln huschte über ihr Gesicht, als sie sagte, sie habe ihn nur gerettet, damit er das Effen bezahlte. "Du hättest das Geld auch aus meiner Tasche entnehmen dürfen", sagte er grinsend. "Dir wäre es gewehrt." Obwohl das ihrem Karma bestimmt nicht gut tun würde? Aber jeder so, wie er will.
    Der Buddhist kramte in seiner Tasche nach besagtem Geld. Während er sich fragte, wie viel Trinkgeld für diesen Abend wohl angemessen wäre, schließlich hatte sich niemand von dem Personal um ihm gekümmert, als er beinahe erstickt wäre, hatte Gwen ihren Teller vollständig geleert. "Gut", sagte Soseki und hatte sich schließlich für einen Euro Trinkgeld entschieden. Mehr war nicht drin, mehr hatten sie sich nicht verdient. "Wollen wir dann jetzt gehen?", fragte Soseki. Jeder in getrennte Richtungen, wahrscheinlich? Für heute hatten sie ja genug Abenteuer erlebt.

  • Gwen zuckte mit den Schultern. "Ich hab noch nie jemandem das Leben gerettet und ich hoffe das kommt nicht allzu häufig vor. Wie gesagt, ich bin nicht hilfsbereit, nur dann wenn es niemand anders macht." damit hoffte sie, dass das Thema erstmal vom Tisch war.
    Die Blondine blinzelte einige Male, als Soseki sagte sie hätte das Geld auch einfach aus seiner Tasche hätte nehmen können, wieso hätte sie es denn nehmen sollen, entsprach das überhaupt seiner Religion? Entsprach es überhaupt irgendwelchen Sitten einfach Geld aus der Tasche einer Person zu nehmen die man gerade mal einen Abend kannte zu nehmen? Hielt er sie etwa für taktlos? War sie etwa taktlos aufgetreten? - Okay - Gwen war jetzt nicht das Mädchen das ständig nur ja und amen sagte und die besten Manieren hatte, überhaupt nicht. Aber so eine war sie ja nun nicht. "Das gehört sich doch aber nicht, oder?" murmelte sie, was wollte Soseki ihr damit eigentlich sagen? Während der Braunhaarige noch in seiner Tasche wühlte rief die junge Frau die Kellnerin zum Abkassieren. Sie setzte dieses typische falsche Kellner Lächeln und blinzelte um die 100mal pro Minute um noch ein gutes Trinkgeld aus Soseki herauszuquetschen. Gwen nervten solche Leute, sie könnte nie im Leben so einen Job machen, immer nett und freundlich sein egal ob man seinem Gast viel lieber den Kopf einschlagen würde und dann merkte man es dieser Tussi auch noch an wie falsch ihre Freundlichkeit doch war! Letztendlich hat ihr Augengeklimper jedoch ziemlich wenig gebracht, der Buddhist gab ihr ein mickriges Trinkgeld von 1 Euro. Gwen verkniff es sich laut loszulachen und lächelte die Kellnerin genauso falsch an wie diese es zuvor getan hatte. Dabei beobachtete sie die Dame genau um ihre Reaktion zu sehen. Einen kurzen Moment sah man die Enttäuschung in ihren Augen, dann war ihre Maske wieder da und sie bedankte sich höflich und wünschte den beiden einen schönen Abend. Dann entfernte sie sich schnell vom Tisch und brummelte etwas Unverständliches dabei. "Ja, es wird wohl Zeit." meinte die Blondine schließlich während sie aufstand und auf ihren rechten Unterarm schaute als hätte sie eine Uhr um.
    Zusammen mit Soseki bewegte sie sich auf den Ausgang des Lokals zu. "Okay, ich werd' dann mal nach Hause gehen.", fing Gwen an sich zu verabschieden "bist echt'n lustiger Typ, wir sehen uns bestimmt irgendwann nochmal und hoffentlich stirbst du dann nicht fast." meinte sie scherzhaft während sie sich schon zum Gehen wandte.
    "Tschau!" rief sie ihm noch zu und machte sich dann auf den Weg nach Hause.~

  • Ich sollte für die beten, dachte der Brünette seufzend. Wie soll sie bloß ihr Karma reinigen, wenn sie nur half, wenn es nötig war? Würde das ausreichen? Vielleicht ... Vielleicht wenn es öfters passierte. Wenn es die bösen Taten und Gedanken übermahnte. Aber ansonsten ... Beten!, rief er es sich in Gedächtnis. Ich werde für sie beten. Gleich, wenn ich zu Hause angekommen bin.
    Ein breites Lächeln huschte über die Lippen des Buddhisten. "Richtig!", sagte er mit strahlenden Augen. "Das war bloß ein Test. Und du hast ihn bestanden. Ich glaube nicht, dass deine Seele irgendwo im Universium versauert. Ich glaube an dich. Dein Herz sitzt am richtigen Fleck." Der junge Mann lächelte und nachdem er die Kellerin bezahlt hatte, ließ er sich von Gwen nach draußen begleiten. Soseki bedankte sich für den schönen Abend und für ihr Kompliment. Ein lustiger Typ? Na, wenn sie das sagte. Dann wünschte er ihr alles Gute und einen guten Heimweg, ehe er sich dann selbst auf dem Weg nach Hause machte.~


  • Sobald der Erbe das Restaurant betreten hatte, eilte einer der vielen Kellner herbei und führte den jungen Mann an einen Tisch etwas abseits. So wie von dem Weißhaarigen gewünscht. „Ein Glas Wasser bitte. Mit dem Essen warte ich noch.“, bestellte Amir und schickte den Kellner hinfort. Ob Suiren seine Einladung überhaupt annehmen würde? Nicht, dass er jetzt hier wartete und wartete und am Ende.. saß er doch alleine hier und hungerte weiter. Beeil dich, junge Dame. Amir stützte seinen Kopf auf die Arme und fokusierte seinen Blick auf die tanzende Flamme der weißen Kerze in der Mitte des Tisches. Hin und wieder wanderte sein Blick zur Eingangstür.