Die Gaststätte "Kleine Rübe"

  • 1699-darren-pngDarren & Yumi | in einem der Gästezimmer


    „Und was, wenn ich es nicht sehe? Weils da nichts gibt, was ich erkennen oder sehen muss? Meine Güte, nur weil du glaubst du bist ein schlechter Mensch, müssen das nicht alle um dich herum genau so sehen. Das eigene Selbstbild gleicht halt oft nicht dem, was andere in einem erkennen..“ Der junge Schauspielstudent dachte gar nicht groß über seine Worte nach, eher platzten sie aus ihm heraus weil er beinahe schon genervt war davon, wie Yumi über sich selbst dachte. Wie wenig sie anscheinend von sich hielt. „Aber es ist ja wirklich süß von dir, dass du dich weiter vor mir verstecken willst.. anscheinend machst du dir ja doch mehr Sorgen um mich, machst dir Sorgen dass ich wieder gehe wenn ich dich wirklich kenne? So.. alles von dir.. aber da brauchst du wirklich keine Bedenken haben..“ Darren hatte ein schwaches Grinsen auf seine Lippen gelegt, den Blick auf Yumi gerichtet, die ihre blonde Mähne etwas richtete. Es war wahrscheinlich ein Thema, dass zum falschen Zeitpunkt auf den Tisch kam. Weil er nicht ganz Herr seiner Sinne und Gedanken war, weil er vielleicht Dinge aus- und ansprach, die nicht ganz passend waren und in seinem Kopf doch Sinn ergaben. Aber so war das eben, wenn der Alkohol über den Körper herrschte. Da machte und sagte man manchmal etwas, das man nicht so meinte oder was man eben genau so meinte und sich sonst nie traute anzusprechen. Nicht, dass Darren sich je groß zurück hielt, sprach er vor der angehenden Psychologin auch oft das an, was in seinem Kopf vorging, doch wählte er seine Worte da doch meist anders. Die braunen Augen des Studenten verengten sich für einen Moment als die Blonde einen Kommentar zu seiner Aussage bezüglich ihrer zukünftigen Gedanken abließ. „Du bist einfach zu freundlich.. zu gütig.“, antwortete er darauf und nickte einige Male. „Wie kannst du ein schlechter Mensch sein wenn du dir um so etwas Gedanken machst? Wenn du ja nicht unhöflich sein willst.“ Mit Absicht und auch aus Spaß griff er dieses Thema wieder auf und schmunzelte. „Dann solltest du wohl nur noch mit mir Sex haben..“ Auch wenn die junge Frau diese Aussage nur gebracht hatte um ihn zu verletzen, um ihm zu zeigen wie sie drauf war, um ihm damit zu sagen wie absolut dämlich seine vorher gesagten Worte waren, irgendwie machte ihm diese Tatsache auch gar nichts aus. So kannte er Yumi. So und nicht anders. Er nahm diese Worte gar nicht mehr für Voll, warum auch? Ihre Taten sprachen sooft andere Dinge als ihre Worte und mittlerweile hatte er schon gelernt, damit umzugehen. Vielleicht sah er das anders sobald der Alkohol nicht mehr sein Denken und Handeln beeinflusste aber gerade eben fand er das eigentlich nur witzig. „So ist es den anderen gegenüber nicht unhöflich.“, fügte er grinsend hinzu als wäre es die einzige Alternative, die es dazu gab und für ihn war es das auch. Ein Schmunzeln glitt über seine Lippen während er sich langsam wieder aufrappelte und Yumi weiter nach Möglichkeiten suchte, die Dunkelheit in diesem Raum zu vertreiben. Was absolut nicht das war, was er damit sagen wollte aber das wussten beide, weshalb er nicht weiter darauf einging und er sich wieder auf die Studentin konzentrierte, deren Blick er eingefangen hatte. Ihre Worte schwebten über ihnen während sie sich ansahen, nur ihre Blicke sprechen ließen. Wer ihn beschützen sollte? Brauchte er denn jemanden? Der ihn beschützte, vor was eigentlich? Vor Yumi oder am Ende vor sich selbst? Irgendwie versuchte die Psychologiestudentin ihn ja zu schützen oder? Indem sie immer wieder auf Abstand ging. Ihm sagte dass es keinen Sinn hatte, dass sie gemeinsam keine Zukunft hatten. „Na, du beschützt mich. So, wie du es gerade doch auch versuchst, nur.. bin ich wohl ein bisschen stur, was das angeht..“, antwortete er und seine Stimme klang ein bisschen als hätte man ihm bei etwas ertappt. Er schmunzelte, sah in diese wunderschönen blauen Augen, in denen er sich nur zu gerne verlor.„Ah.. touché. Sei nur sicher, dass die Menschen dir das dann auch glauben..“, erwiderte der junge Kerl, ebenso grinsend, genoss das Hin und Her zwischen ihnen. Den Wechsel zwischen Ernst und Spiel. Als sie sich wieder näherte, hob er seinen Kopf etwas an, hielt seinen Blick in ihrem Gesicht bis er den leichten Druck spürte mit dem sie ihn zurück ins Bett befördern wollte. Damit er das machte, was sie sagte. Hinlegen und schlafen.„Okay..“, sagte er zunächst und griff im letzten Augenblick um das Handgelenk der Studentin. Fiel zurück auf den Rücken und zog auch Yumi mit auf das Bett, die genau auf ihm landete. Was vielleicht nicht unbedingt gut tat aber so war das eben. Dabei hatte sie auch ihre hübschen schwarzen Hörner verloren, die aber glücklicherweise nicht auf ihm sondern irgendwie neben ihm auf dem Bett gelandet waren. „Aber hier kann ich wenigstens das tun was ich vorhin gesagt habe..“, begann er, streckte seinen Arm aus und berührte mit seinen Fingerspitzen ihre Wange. Hätte im ersten Moment beinahe daneben gegriffen.. „Dich beschützen.“

  • [In einem der Gästezimmer} Darren & Yumi




    Irgendwie süß, dass er tatsächlich zu glauben schien, dass ihre Aussage etwas mit mangelndem Selbstvertrauen zu tun hatte - das sie sich selbst in einem falschen Licht sah. Die Lippen der Studenten formten ein leichtes Lächeln und sie schüttelte den Kopf als der Lockenkopf schließlich zu Ende gesprochen hatte nicht zuletzt um ihm zu zeigen, dass er sich völlig irrte. Aber kamen ihre Worte überhaupt an? Es schien beinahe so als würden sie von völlig unterschiedlichen Dingen sprechen. Wie konnten zwei Menschen so völlig unterschiedlich sein und auf anderen Ebenen doch harmonieren? Seine Worte waren aus ihm heraus geplatzt als wäre er es Leid dieses Thema zu besprechen und doch war es doch Darren, der immer wieder darauf zurückkam - irgendwie. Sie wollte ihm erst widersprechen - rein aus Prinzip aber sie ging einfach nicht mehr darauf ein. Sonderlich viel versprach sich die Blonde ohnehin nicht durch den Wortwechsel mit einem Betrunkenen. Es war wohl in etwa so zielführend wie ein Selbstgespräch. Als er seine These dann jedoch weiter spann, konnte sie nicht mehr still bleiben. "Hör auf." kam es ihr knapp über die Lippen und sie sah in seine dunklen Augen, die sie amüsiert musterten. Ihre Augenbrauen hatten sich zusammengezogen. "Ich brauche keine leeren Versprechen." Davon hatte Yumi in ihrem Leben schon genug. Immer wieder das Gleiche. Das Versprechen für sie da zu sein. Das Versprechen sie nicht in Stich zu lassen. Aber alle waren sie gegangen. Niemand war geblieben weil sie es nicht wert war. Weil sie es noch nie wert gewesen war. "Hör auf das zu sagen wenn du nicht die ganze Geschichte kennst..." Ihre Stimme war erst scharf - war zum Schluss aber wieder gedeckt - leise. Sie brauchte keine Bedenken haben, dass er ging wenn er sie kannte - alle ihre Ecken und Kanten? Bullshit. Das wusste er genauso gut wie sie selbst. Er ging einfach nur davon aus, dass er Recht hatte. Das es nichts gab was so schlimm um ihr den Rücken zu kehren. Sie wandte sich ab und schwieg schließlich - fragte sich warum sie sich das überhaupt erst antat - warum sie nicht längst einfach gegangen war. Sie warf mit verletzenden Worten um sich. Mit der Absicht ihn fern zu halten. Ein Stück weit um ihn zu beweisen das er sich irrte. Doch er nahm es gelassen. Er scherzte darüber als würde er all das nicht ernst nehmen - als wüsste er es besser. Ein Schmunzeln lag auf seinen Lippen als er vorschlug, dass sie doch einfach nur noch mit ihm schlafen sollte. Ihre Augen weiteten sich ein wenig - fast ein wenig überrascht wegen dieses Angebots, wo ihr Plan doch eigentlich lautete genau dies zu verhindern um Abstand zu gewinnen. Immer mehr. Bis er es Leid war. Bis er aufgab - denn das würde er. Irgendwann. Früher oder später. "Vergiss es..." kam es über die Lippen der jungen Studentin und ein Lachen verließ ihre Lippen und lies ihren Blick über sein Gesicht wandern. "So weit geht meine Nächstenliebe dann doch nicht..." Yumi hob eine Augenbraue und ein Lachen drang aus ihrer Kehle. Man mochte meinen sie redeten über Nichtigkeiten und doch war es stehts das Thema, dass immer wieder zwischen ihnen auftauchte. Die Tatsache, dass einer von ihnen mehr wollte als der Andere. Etwas exklusives. Eine Weile reichten einfach nur Blicke - Blicke und ungesagte Worte, die im Raum schwebten - irgendwo zwischen ihnen - irgendwo zwischen Ernst und Spaß. Er war es der schließlich die Stille durchbrach - wie so oft. Während Worte und Gefühle nicht ihr Ding waren - vielleicht noch nie gewesen sind - trug er sein Herz auf der Zunge. Irgendwie bewundernswert. Irgendwie naiv. Es war so unfassbar leicht ihn zu verletzen und doch offenbar nicht leicht genug für die Blonde. "Hmmh..." Yumis Mundwinkel zuckten nach oben und sie senkte den Blick für einen Moment bevor sie den Anderen wieder ansah. "...dann mach ich meine Aufgabe nicht sonderlich gut..." Er hatte keine gute Wahl getroffen. Das musste ihm doch klar sein oder nicht? Vielleicht war es einfach Zeit dieses Gespräch zu beenden. Vielleicht war es einfach Zeit zu gehen. Mit einer simplen Geste versuchte Yumi den Anderen wieder ins Bett zu befördern und offenbar schien er es dieses Mal auch über sich ergehen zu lassen doch die Blonde hatte sich zu früh gefreut. In letzter Sekunde spürte sie seinen Griff um ihr Handgelenk. Ein fester Griff. Sie konnte nicht schnell genug reagieren sondern sog nur scharf die Luft ein. "Darren...!" kam es überrascht über ihre Lippen als die Studentin unsanft auf dem angehenden Schauspieler landete. Ein Murren drang aus ihrer Kehle und sie wollte sich gerade beschweren als seine Fingerkuppen sachte über ihre Wange strichen als könnte sie unter seiner Berührung zerbrechen. Der Blick seiner braunen Augen wanderte über das Gesicht der Studentin und für einen Moment lehnte sich Yumi gegen seine Hand aber rollte sich schon im nächsten von ihm herunter und blieb seitlich liegen - dem Schauspielstudenten zugewandt - den Kopf auf die Matratze gebettet. Langsam streifte sie sich die Schuhe von den Beinen, welche mit einem dumpfen Ton zu Boden fielen. Sie hatte wohl verloren. Nun war es ihr fast unmöglich wieder zu gehen. Sie sah ihn direkt an. Erinnerte sich daran schon einmal neben ihm geschlafen zu haben. Ein ruhiger Schlaf. Sie war bis zum Morgen geblieben. Aus Faulheit - natürlich. "Kein kuscheln..." Die gleichen Worte wie damals und doch war vieles anders, oder? Er hatte sich ebenfalls in ihre Richtung gedreht - sein Gesicht war direkt vor dem ihren - nur wenige Zentimeter entfernt und ihre Lippen formten ein Grinsen.

  • 1699-darren-pngDarren & Yumi | in einem der Gästezimmer


    Für einen kurzen Moment hatte der Student seine Augen geschlossen. Versuchte sich zu sammeln, auch wenn es nicht wirklich gut funktioniert hatte. Wie denn auch, bei der Menge Alkohol, die seinen Körper noch beeinflusste. Sein Denken, sein Handeln. Vielleicht nicht mehr so viel wie noch auf dem Maisfeld, in dem sie aufeinander getroffen waren, aber dennoch war es nicht alleine er, der da sprach. Die zwei kleinen Worte ließen ihn aufhorchen, er schlug seine Augenlider auf. Beinahe wollte er schon nachfragen womit, es dauerte einen Augenblick, dann sprach Yumi weiter und der Musiker hob seine Augenbrauen. Hätte auch beinahe seine Augen verdreht aber ließ es dann doch. „Und was lässt dich denken dass ich nur leere Versprechen gebe?“ Darren erwiderte den Blick ihrer blauen Augen, konzentrierte sich darauf während alles um ihn herum wieder etwas verschwamm und unscharf wurde. „Hör auf das zu sagen.“ Das konnte er genauso gut wie die Studentin selbst. Vielleicht bekam er diesen scharfen Ton nicht hin, den sie gerade aufgelegt hatte aber trotzdem klang auch seine Stimme längst nicht mehr so amüsiert oder sonst etwas, wie vielleicht gerade eben noch. „Stell dir vor, es gibt auch Menschen die es ernst meinen. Die nicht wegrennen weil sie keine Lust mehr haben oder die dich alleine lassen wollen. Ich bin nicht wie er und auch nicht wie die anderen in deinem Leben.. aus deiner Vergangenheit.. oder Gegenwart. Du musst nur mal deine Augen aufmachen. Und zwar richtig.“ Zuerst schien er etwas genervt. Von ihrer Sturheit, von diesem verletzten Dickschädel, die ihn doch genauso beurteilte. Wenn nicht sogar verurteilte. Ihn auf eine Liste mit all den anderen schrieb. Weil sie es nicht anders kannte. Ja, Darren hatte das Gefühl mit einer Wand zu sprechen. Von der einfach alles abprallte und dennoch hörte er nicht auf weil er wusste, dass es irgendwann ankommen würde. Er musste es nur lange genug versuchen, lange genug dran bleiben und da konnte der junge Kerl schon ausdauernd sein. Zum Ende hin war seine Stimme leiser geworden, er hatte seine Augenbrauen zusammen gezogen und schmunzelte. „Ja ja.. ich bin ganz ganz anders als alle anderen.“, meinte er scherzhaft. Lachte darüber. Sowas sagte doch aber auch jeder oder? Jeder wollte anders sein, einzigartig, etwas ganz besonderes. Seine Lippen zierte schließlich noch ein Lächeln. „Du musst mir nur glauben..“ Aber so einfach war das dann auch nicht oder? Kurz stellte er sich die Frage, ob Yumi ihm überhaupt zugehört hatte. Immerhin hatte sie sich von ihm abgewandt, schien auch gar nicht so ganz da mit ihren Gedanken und auch er ließ seinen Kopf sinken. Wahrscheinlich verstrichen jetzt auch ein paar Sekunden oder mehr, so genau konnte er das gar nicht sagen, bis das Lachen der Anderen an sein Ohr drang, das er mit einem Grinsen und hoch gezogener Augenbraue erwiderte. „Hm, vielleicht noch nicht.. ich weiß ja, dass da drin ein ganz großes Herz schlummert.“, erwiderte der junge Schauspielstudent, hätte wahrscheinlich auf ihre Brust gedeutet wenn sie näher gewesen wäre und nicht noch im Raum stand. Aber das auch nicht mehr lange, da er sie bei ihrem Versuch ihn aufs Bett zu drücken ganz einfach mit sich zog. Das hätte sie aber auch erahnen können oder? „Oh sorry.. ich hatte Angst alleine zu fallen.“, kommentierte er seine Aktion überflüssigerweise und mit einem Grinsen als sich die junge Frau schließlich neben ihn legte und sein Blick ihr folgte. Sie gar nicht mehr aus den Augen ließ. „Man..“ Darren schob seine Unterlippe nach vorne, schmollte. Schließlich hatte Yumi ihm gerade etwas verboten. Etwas, was er gerade wirklich gerne tun würde und hey, wenn sie sich nicht an sowas halten konnte, an Verbote, Regeln und dergleichen, warum sollte er das dann tun? Als wäre es ihm in seinem betrunkenem Zustand nicht eh schon egal. War er doch eh schon mehrmals über die imaginäre Linie geschritten. Warum sich jetzt noch zurück halten. „Ich will aber.“, murmelte der Wuschelkopf und rutschte näher an sie heran, legte einen Arm um ihren schlanken Körper und zog sich näher an sie heran. Egal was noch passierte, er hatte diesesmal ja schon wieder gewonnen oder? Yumi war da, ganz sicher blieb sie und das, obwohl sie vorhin noch gesagt hatte, dass sie so gerne gewann. Hm, war wohl gelogen. „So warm..“ Seine Stimme war nur ein Flüstern, ein zufriedenes Lächeln lag auf seinen Lippen. Zuerst erfolglos tastete er mit dem Arm, den er um Yumi gelegt hatte, nach einer Decke. Erfolglos weil seine Hand erstmal nur über den Rücken der Studentin strich aber da konnte er natürlich eher nicht fündig werden. Doch schließlich konnte er nach etwas greifen, was sich letztendlich nur als großes Kissen herausstellte aber das war immerhin besser als nichts. Somit legte er das mit einem leisen Kichern auf die beiden, die eh so nah beeinander lagen, dass es auch irgendwie ausreichte. Zumindest für einen Teil ihrer Körper. Darrens Kopf lag an ihrer Brust und eigentlich wartete er nur auf Widerworte, wartete darauf dass sie sich wehrte, ihn die Decke über den Kopf warf und auf dem Stuhl schlief. Aber entweder sie machte nichts, ließ es einfach über sich ergehen, genoss es vielleicht auch.. oder er war schon längst eingeschlafen, da war er sich zu dem Zeitpunkt gar nicht so sicher.

  • [In einem der Gästezimmer] Darren & Yumi - Yumi vor der Gaststätte



    Er schlug seine Augen nieder, als wäre er kurz davor bereits im Sitzen einzunicken - sich dem Alkohol und seiner Wirkung hinzugeben. Wahrscheinlich fiel es ihm immer schwerer die Augen offen zu halten oder sich auf das Gespräch zu konzentrieren und doch schien der Student dagegen anzukämpfen. Ihre Worte rissen ihn wieder aus diesem tranceähnlichem Zustand. Er hob seine Augenbrauen - fragend weil er offensichtlich erst nicht verstand was genau er unterlassen sollte ihrer Meinung nach. Aber als sie weitersprach wirkte er fast schon genervt - genervt davon das seine Worte nicht zu ihr durchdrangen - es vielleicht niemals würden. Ein ewiger Streitpunkt . Schon von Anfang an von ihr klargestellt aber Darren glaubte ihr nicht - egal wie oft sie es sagte. "Was könntest du niemals verzeihen...?" Ihre eisigen blauen Augen sahen ihn an - standen im Gegensatz zu der Wärme, die sein Blick ausstrahlte. Suchte sie eine Herausforderung? Versuchte sie mit Gewalt ihm vom Gegenteil zu überzeugen - ihm zu beweisen das er sich irrte? Sehr wahrscheinlich. Wenn sie etwas getan hatte, dass er nie verzeihen könnte - dann würde er sich abwenden, richtig? Dann würde er seinen Weg gehen. Vielleicht mit diesem Mädchen. Vielleicht mit einem Anderen. Es war unwichtig. Abwartend sah sie ihn an - wartete auf die Antwort um mit voller Wucht zurückzuschlagen - als wäre es ein Wettbewerb - als wollte sie den Sieg um jeden Preis. Der scharfe Ton in seiner Stimme schwand nach und nach. Er sprach wieder leiser - scherzte letztendlich sogar und tatsächlich kostete es die Blonde ein Lachen. "Natürlich. Sind wir das nicht alle?" Er erkannte bestimmt selbst die Ironie in seiner Aussage - selbst im betrunkenen Zustand war ihm wohl aufgefallen, dass es lächerlich klang. Wie einer der Standartsprüche von all den x-beliebigen Menschen, die dort draußen herumliefen und einander Versprechen gaben, die sie sowieso nie vorhatten zu halten - sie leichtfertig aussprachen. Auch als Darren sie aufforderte ihm einfach zu glauben musste sie ihn zum wiederholten Male belächeln aber sagte letztendlich nichts dazu. Einfach glauben - einfach vertrauen. Natürlich. Ganz einfach. Das war es doch. Vielleicht glaubte er sie vertraute nicht mehr weil sie so verletzt worden war. Von Alex. Von ihrem Vater. Von so vielen Menschen die einmal Teil ihres Lebens gewesen waren und es nun nicht mehr sind - aus den unterschiedlichsten Gründen. In Wirklichkeit haben ihr diese Menschen nur gezeigt wie die Realität wirklich aussah - ihr die Augen geöffnet. Ein Grinsen zierte seine Lippen als der Dunkelhaarige glaubte zu wissen, dass es nur eine Frage der Zeit war bis sie sein Angebot annehmen würde - nur noch mit ihm schlafen würde - wegen ihres vermeintlichen großen Herzen? "Klar. Und wovon träumst du nachts?" kam es über die Lippen der Studentin und sie musste ein kleines bisschen auflachen aber sonderlich lange konnte sich Yumi nicht über seine Worte lustig machen, da er sie im nächsten Moment ins Bett befördert hatte. Vielleicht würde es doch nicht so einfach werden zu gehen - ihn hier zurück zu lassen. Das Bett fühlte sich so gut an. Ein schweres Seufzen verließ die Lippen der Studentin ehe sie dem Anderen fast schon drohte. Der schmollte aber nur, sah sie erst traurig und anschließend trotzig an ehe er die letzten Zentimeter überwandte und erst recht genau das tat was sie ihm gerade verboten hatte. Er kuschelte sich an sie, vergrub seinen Kopf an ihrer Brust und legte seinen Arm um ihren Körper. Sie hörte an seiner Stimme das er lächelte und automatisch musste auch sie lächeln - nicht zuletzt weil er einfach das tat wonach ihm war - unabhängig von ihren Worten - ihrer Drohungen - ihren Verboten. Im Grunde waren sie vielleicht doch nicht so unterschiedlich wenn man es aus einem anderen Blickwinkel betrachtete. Yumi schüttelte nur den Kopf und verharrte in dieser Position, spürte wie seine Hand über ihren Rücken wanderte, eine Gänsehaut über ihren Körper jagte ehe der Schauspielstudent ein Kissen auf ihnen platzierte, was wohl als Decke fungieren sollte da das gewünschte Objekt nicht greifbar war. Sie war sich fast schon sicher das Darren eingeschlafen war. Er schwieg. Sein Atem war leise - gleichmäßig. Er roch nach Alkohol aber auch nach sich. Yumi verharrte in der Position. Nahm die Situation ganz bewusst war - spürte seinen Arm, den er um sie geschlungen hatte und die Wärme, die von ihm ausging. "Ja..." stimmte sie dem Anderen leise zu. Ihre Stimme - nur ein Flüstern. Die Studentin vergrub ihr Gesicht ein kleines bisschen in seinen Haaren und schloss die Augen und schlief irgendwann ebenfalls ein. Tatsächlich fühlte sie sich ironischer Weise irgendwie beschützt. Nicht nur vor vermeintlichen Geistern...

    Sie hatte keine Ahnung wie spät es letztendlich war als die ersten Sonnenstrahlen durch das Fenster krochen und Vogelgezwitscher an ihr Ohr drang. Langsam schlug Yumi die Augen auf und bemerkte im selben Moment, dass Darren immer noch an sie gekuschelt schlief - fast so als hätte er sich im Schlaf keinen Millimeter bewegt. Vorsichtig entkam sie seinem Griff und rutschte an das Bettende, wo sie sich erst einmal lautlos streckte und ausgiebig gähnte. Kurz blickte sie auf den regungslosen Studenten zurück ehe sie in ihre Schuhe schlüpfte und anschließend den schwarzen Umhang wieder um ihre Schultern legte. Es dauerte nicht lange und sie hatte auch ihren Kopfschmuck ausfündig gemacht, welchen sie wieder auf ihrem Haupt platzierte. Der Blick ihrer blauen Augen wanderte noch einmal über den angehenden Schauspieler, der noch im Koma war wie es schien. Bei der Menge an Gift, das er in sich geschüttet hatte würde er sich besten Falls an gar nichts erinnern wenn er aufwachte. Kein neuer Grund für ihn zu hoffen und irgendwann würden auch die alten Gründe verblassen. Ihre Mundwinkel huschten nach oben und nach einem kurzen Blick in den Spiegel, einem mäßigen Versuch ihre Haare zu bändigen und einen halbwegs geglückten Versuch ihr Make up zu retten verließ Yumi das Zimmer, zog die Tür extra leise hinter sich zu, ehe sie die Treppe nach unten ging. Es gab ein üppiges Buffet, für all die Gäste, die nach der Halloweenfeier hier übernachtet hatten. Nicht das es die Blonde sonderlich reizte aber zu einem Kaffee sagte sie dann doch nicht nein, weshalb sie fast ein bisschen dankbar für das Angebot war. Mit gut gefüllter Tasse verließ Yumi die Gaststätte durch die Vordertür und setzte sich auf die Stufen vor dem Eingang. Den Kaffee platzierte sie neben sich während sie eine Zigarette hervorholte und ihren ersten Zug nahm bevor sie nach Busverbindungen nach Riverport auf ihrem Handy suchte.

  • 1699-darren-pngDarren & Yumi | vor der Gaststätte


    Ein leises Schmunzeln verließ seine Lippen. Lachte etwas über ihre Aussage, die wahrscheinlich gar nicht zum Lachen war. Natürlich war sie das nicht aber dennoch konnte er in diesem Moment nicht anders. Während seine Augenlider immer schwerer wurden und es deutlich anstrengender war diesem Gespräch zu folgen. Etwas Sinnvolles von sich zu geben. Wobei, wenn man Yumi fragte, gab es da am heutigen Abend wahrscheinlich generell nicht wirklich viel gutes und sinnvolles, was über seine Lippen gekommen war. „Wenn du aufhörst zu lächeln..“, gab er der Studentin als Antwort, auch wenn es gar keine richtige Antwort war. Es war weiß Gott nicht der richtige Zeitpunkt mehr für ihn um über solche Dinge nachzudenken. Was ihn an meisten verletzte.. so, dass er es niemals verzeihen könnte? Wahrscheinlich wäre es bei vielen im ersten Moment Betrug. Betrogen werden. Von dem Menschen, den man sein Herz geschenkt hatte. Lügen, demjenigen etwas vorspielen. Ja, solche Sachen fielen ihm gerade schon ein, doch war es alleine das? Eher nicht. Darren zog seine Augenbrauen zusammen als würde er angestrengt nachdenken. Jede Möglichkeit durchgehen, nach einer wirklich guten und auch richtigen Antwort suchen aber eigentlich versuchte er damit nur ein bisschen den Schmerzen und dem Pochen in seinem Kopf entgegen zu wirken. Indem er sich nur auf einen Punkt konzentrierte und sonst alles ausblendete. Funktionierte natürlich nicht ganz so gut, wie er es vielleicht wollte. Aber wie auch, wenn dieser wunderschöner Mensch in seiner Nähe war, die generell alles durcheinander brachte. Ein Lächeln zierte seine Lippen bei diesem Gedanken. Ja, Yumi hatte tatsächlich schon einiges an Chaos in sein Leben gebracht, viel angerichtet und auch, wenn es merkwürdig klang, aber genau das genoss er so. Behielt jeden dieser Augenblicke in seinem Herzen. Denn sie waren kostbar. Sicher sah die Studentin das anders, hätte vielleicht den Kopf darüber geschüttelt, aber das war ihm eigentlich relativ egal. „Hmm.. von dir..“ Das waren dann auch die schönsten Träume. Mit einem Lächeln im Gesicht, zufrieden und glücklich und immer noch betrunken, schlief der angehende Schauspieler auch ein. Darren schlief wahrlich wie ein Stein. Eng an die junge Frau gekuschelt. Ihm war warm, sowohl vom Alkohol aber auch aufgrund ihrer Nähe. Es war ihm egal, was sie immer sagte, was andere vielleicht sagten aber das Mädchen hatte längst nicht nur Kälte in sich. Wirklich nicht. Im Schlaf gab der Mann einige wirre Worte von sich aber er bewegte sich kein Stück. Keinen einzigen Zentimeter rutschte er von Yumi fort, krallte sich eher noch mehr an sie. Wahrscheinlich weil er selbst im Schlaf und halbtot vom Alkohol noch die Angst hatte, dass sie fort ging. Was sie ja irgendwann wieder tat, wie sie so schön verkündet hatte. Weil weglaufen ja auch die Lösung für alles war. Wie Alkohol. Meistens.. Die Kälte, die ihn nach einigen Stunden erwartete, war der Grund dafür, weshalb der Musiker langsam seine Augen aufschlug und sofort von schrecklichen Kopfschmerzen geplagt wurde. Er blinzelte einige Male und verzog das Gesicht, musste sich erst einmal zurecht finden. Doch je mehr er das versuchte, desto weniger ergab alles Sinn und warum und wieso er jetzt in diesem fremden Bett lag, das konnte er sich selbst am allerwenigsten beantworten. Ein erschöpfter, sowie schmerzerfüllter Laut kam aus seiner Kehle als er sich das Kissen, das verloren neben ihm lag, ins Gesicht drückte. Angestrengt versuchte der Kerl die Lücken von gestern Abend zu füllen, erinnerte sich nur noch an Bruchstücke, An Alessa, Rumi.. das Bild, das er verdrängen wollte, tauchte vor seinem inneren Auge auf und plötzlich war ihm unglaublich schlecht. Dass er gestern wirklich zu tief ins Glas geschaut und es ordentlich übertrieben hatte, das war gar keine Frage mehr und in diesem Augenblick hasste er sich dafür. Aber so war das auch immer. War ja nicht sein erster Kater. Sowas überlebte man schon. Darren atmete tief ein und hielt inne. Es haftete ein süßlicher Duft an dem Kissen, das er langsam von seinem Gesicht drückte und einige Zeit darauf starrte. Als würde es ihm eine Antwort geben. War er denn alleine in dieses fremde Zimmer gekommen oder hatte ihm jemand geholfen? Dieses Parfum kam ihm so bekannt vor. Sein Herz schlug ein kleines bisschen schneller. Auch, weil er sich in Zeitlupe aufrichtete und das schon gut anstrengend war. Mit einer Hand fuhr er sich über das müde Gesicht und erst durch die schaurige Dekoration in diesem Raum fiel ihm wieder ein, dass er diese Halloweenparty besucht hatte. Oder anscheinend immer noch war, denn den Hahn, den er von draußen rufen hörte, der passte eher weniger nach Riverport und ins Studentenwohnheim. Der Schauspielstudent erhob sich mit einem Ruck und brauchte einen Moment um sein Gleichgewicht zu finden, hielt sich derweil am Bettgitter fest während seine andere Hand auf seiner Stirn lag. So verharrte er ein bisschen, torkelte dann in das kleine Bad und spritzte sich etwas kühles Wasser ins Gesicht bevor er sich daran erinnerte, dass er doch eigentlich noch diese kunstvolle Theaterschminke im Gesicht gehabt hatte oder? Er selbst wäre dazu nie mehr in der Lage gewesen, das zu entfernen. War es also Alessa, die sich um ihn gekümmert hatte? Musste wohl. Aber wieso war sie schon gegangen und hatte ihn allein hier liegen lassen, das passte gar nicht zu ihr. Das passte eher zu Jemand anderen und plötzlich hatte er das Gefühl zu wissen, wem er dieses süße Parfum zuordnen konnte. Jedoch schüttelte er den Kopf, wanderte hinaus in das Zimmer und schließlich nachdem er sich noch einmal umgeschaut hatte ins untere Geschoss des Gasthauses. Seine Vermutung, immer noch an diesem Ort zu sein, bestätigte sich also und als ihm der Geruch von frischem Rührei und Speck in die Nase stieg, musste er kurz inne halten um nicht gleich die Häppchen vom gestrigen Abend auf dem Boden zu verteilen. Jedoch brauchte er eine Flasche Wasser. Und frische Luft. Darren fühlte sich trotz der nicht mehr vorhandenen Schminke in seinem Gesicht wie ein Zombie. War blass, hatte dunkle Augenringe und schwankte immer noch etwas hin und her. Deshalb musste er sich draußen, nachdem er den Gasthof verlassen hatte, auch erstmal am Treppengeländer fest halten und leerte die Flasche beinahe in einem Zug. „Oh man..“ Jetzt musste er erstmal irgendwie nachhause kommen und da einfach weiter schlafen. Der junge Kerl räusperte sich und wollte den Deckel wieder auf die Flasche drehen als ihm beides aus der Hand fiel und auf der Treppe landete. Zumindest die Flasche, denn der Deckel davon schwamm jetzt im Kaffee, der da herum stand. Neben Yumi. Und jetzt fiel es ihm auch wie Schuppen von den Augen. Oder? Irgendwie war alles so verschwommen. „Oh..“

  • [Vor der Gaststätte] Darren & Yumi



    Er hatte ihr keine richtige Antwort gegeben. Es war wohl noch idiotischer als gedacht mit einem Besoffenen zu diskutieren. Offensichtlich war der angehende Schauspieler sowieso in den Schmusekurs übergegangen und schmierte ihr weiter Honig ums Maul anstatt auf ihre Provokation zu reagieren - ihr das nötige Material für einen Rückschlag zu geben. Tatsächlich war sie trotzdem erst einmal sprachlos gewesen - hatte mit seiner Aussage nicht gerechnet. Die Studentin hatte nichts darauf erwidert, war nur seinem Blick ausgewichen. Vielleicht um zu verstecken, dass es doch etwas mit ihr machte wenn er solche Sachen sagte - unabhängig davon ob sie der Wahrheit entsprachen oder nicht. Ihr Herz schlug schneller wenn er solche Dinge sagte - wenn er sie so ansah - wenn er sie berührte. Vielleicht war es wirklich nicht länger nur etwas Flüchtiges aber das bedeutete dennoch nicht, dass es sich in eine andere Richtung bewegen sollte denn dazu gehörten immer noch zwei Menschen, die dafür bereit waren. Die Studentin sog den Nikotin ein und blies ihn anschließend wieder in die kalte Luft hinaus. Sie musste ohnehin noch ein wenig warten bevor der nächste Bus nach Riverport fuhr. Ihr Ausweg aus diesem Nest. Ein Ort, den sich ihre Eltern gesucht hatten um sesshaft zu werden und es dann doch nicht taten. Ihre Mundwinkel zuckten bei diesem Gedanken nach oben und beinahe wäre ein lachen über die Lippen der Blonden gekommen. Sie schüttelte den Kopf und senkte ihn anschließend, lies den Blick ihrer blauen Augen über den Boden wandern und als sie gerade dabei war über ihre Familie nachzudenken fiel ihr plötzlich ein, dass sie sich doch gestern mit Ben treffen wollte - ein Teil von ihr zumindest. Der Teil, der alkoholisiert war und vielleicht nicht darüber nachdachte ob sie ihn nicht letztendlich enttäuschen würde. Sie fluchte leise und öffnete Whats App aber aus irgendeinem Grund konnte die App einfach keine Verbindung aufbauen. Ein Seufzen entwich ihrer Kehle als Yumi ihr Handy wieder verschwinden lies. Was machte es schon für einen Unterschied? Sie würde so oder so den Preis für die mieseste große Schwester gewinnen. Die junge Frau runzelte die Stirn und nippte an ihrem Kaffee die Zigarette immer noch in der anderen Hand. Sie stellte das Heißgetränk wieder neben sich auf die Treppe, da sie sich beinahe die Zunge daran verbrannt hatte. Die Studentin zog ihre Beine an sich und schlang ihre Arme darum. Ab und an öffnete sich die Tür hinter ihr und ein Gast trat seine heimreise an - gezeichnet vom Vorabend. Daher schenkte sie dem Geräusch der sich öffnenden Türe keine Beachtung mehr - hing stattdessen ihren Gedanken nach als seine Stimme an ihr Ohr drang. Yumi schloss einen oder zwei Momente ihre Augen und bereute es vielleicht warum sie sich nicht dafür entschieden hatte den Kaffee mitzunehmen - auf dem Weg zur Bushaltestelle oder so. Seine Stimme klang kratzig - fast schon gequält und irgendwie kostete es Yumi ein Schmunzeln aber noch drehte sie sich nicht um sondern genoss ihr Gift - ihr Lebenselixier. Das Scheppern hinter ihr führte dann doch dazu, dass sie sich dem Schauspielstudenten zu wandte. Eine fast leere Wasserflasche kullerte die Treppe nach unten und kam unweit von ihr entfernt liegen, zog eine nasse Spur hinter sich her aber bekam nicht mehr als einen flüchtigen Blick der Studentin ab. Die sah stattdessen den blauen Deckel in ihrem Kaffee schwimmen. Ein Teil der Flüssigkeit war über geschwappt und Yumi somit um ihren Koffein beraubt. Sie seufzte fast übertrieben für die Situation und fischte den Deckel schließlich aus ihrer Tasse, runzelte die Stirn. "Der gute kostenlose Kaffee..." Gut die Hälfte des Heißgetränks hatte sich also verabschiedet und sickerte gerade in die Stufen, die zur Eingangstür führten. Yumi sah über ihre Schulter, in das blasse Gesicht des Anderen, der heute noch mitgenommener aussah als am Vortag. Der gute Alkohol. Auch am nächsten Tag hatte man noch etwas davon. Yumi konnte ein Lied davon singen und fand es doch relativ erfrischend mal nicht in dieser Lage zu sein auch wenn ihr spontan mindestens zehn Dinge einfielen, die sie gerne mit Alkohol wegspülen wollte. Der Blick ihrer blauen Augen wanderte über sein Gesicht als versuchte sie herauszufinden an wieviel er sich tatsächlich noch erinnerte. Ihre Lippen waren versiegelt. An je weniger er sich erinnerte desto besser - weniger gemeinsame Erinnerungen würden die ganze Sache leichter für ihn machen - würden ihn beim Loslassen helfen. Die Blonde führte die Zigarette an ihre Lippen und nahm einen Zug davon. "Wie willst du das wieder gut machen?" kam es fast schon herausfordernd über ihre Lippen - wohlwissend das heute mit ihm wahrscheinlich noch weniger anzufangen war als am Vorabend. In jeglicher Hinsicht.

  • 1699-darren-pngDarren & Yumi | vor der Gaststätte


    Die frische Luft in seinen Lungen fühlte sich gut an. Natürlich hätte er auch einfach oben in seinem Gästezimmer das Fenster öffnen können aber es dauerte wahrscheinlich seine Zeit bis der Gestand von Alkohol und Schlaf schwinden würde. Außerdem musste er auch gehen. War das Zimmer überhaupt umsonst? War er jetzt einfach gegangen ohne zu zahlen? Darren erinnerte sich schwach gehört zu haben, dass die Besucher des Festes diese besondere Halloweennacht nicht bezahlen mussten aber vielleicht hätte er noch einmal nachfragen sollen.. wobei ihn die Dame an der Rezeption auch offensichtlich gesehen hatte. Den besorgten und vielleicht auch vorwurfsvollen Blick hatte er deutlich gespürt und aus den Augenwinkeln heraus auch gesehen. Aber das war jetzt auch irgendwo egal, man hätte es ihm auch sagen können. Spätestens als er sich schnell die Flasche Wasser geschnappt hatte, die jetzt teils verschüttet auf der Treppe vor der Gaststätte lag. Vielleicht hätte er sich einfach mehr nehmen sollen. Ganz sicher sogar, dieses bisschen Wasser losch ganz sicher nicht den Durst den er hatte. Der normal war nach so einem.. naja, erfolgreichen Abend. Was den Alkohol anging zumindest. „Wenn ich die jetzt aufhebe, fall ich um... und komme so schnell nicht mehr hoch.“, seufzte der junge Kerl und schmunzelte leise, lehnte weiter am Treppengeländer während er den Blick senkte und auf den Blondschopf schaute. Der beißende Geruch ihrer Zigarette stieg ihm in die Nase. Das machte seine Kopfschmerzen jetzt irgendwie nicht besser und sein Plan frische Luft zu schnappen, war auch irgendwie dahin aber so war das eben in ihrer Nähe. Da funktionierten Pläne nicht immer so, wie man es wollte. Aber in den meisten Fällen war das ja auch gut so. Spannend und aufregend. Darren erwiderte den Blick der jungen Studentin, die sich etwas in seine Richtung gedreht hatte, über ihre Schulter sah und damit das ganze Elend anschauen konnte. Viel besser sah er im Moment wohl nicht aus. Immer noch wie ein Zombie aber ohne Make-Up. „Wie ich das wieder gut machen will..?“, fragte er und hob seine Augenbrauen. Kurz warf er einen Blick auf die Tasse Kaffee, die neben Yumi stand und jetzt nicht mehr ganz so voll war wie vorhin. „Sind wir nicht eher quitt damit?“ Der Musiker stieß sich langsam vom Geländer ab und trat die wenigen Stufen nach unten. Das alte Holz knarrte unter seinem Gewicht. „Nachdem du mich einfach so alleine gelassen hast..“ Auf den Pflastersteinen blieb er stehen und drehte sich herum, verschränkte die Arme vor seiner Brust und blinzelte einige Male. Naja, so ganz sicher wusste er jetzt nicht ob seine Theorie stimmte. Weil er sie ja nicht gesehen hatte. Neben sich im Bett.. aber das hier gerade fühlte sich nicht an wie eine Begegnung seit langer Zeit. Und ihr letztes Treffen war ja eigentlich schon einige Tage oder eher Wochen her, oder? Vielleicht irrte er sich auch, hatte völlig falsche Gedanken und naja, vielleicht spazierte Alex auch gleich durch die Tür, nahm sie mit sich und verschwand mit ihr zusammen. Arm in Arm, Händchen halten oder so etwas. Für ein paar Sekunden schaute er Yumi nur an, überlegte tatsächlich einfach zu gehen und sich zuhause richtig auszuschlafen aber etwas hielt ihn davon ab. Vielleicht einfach die Sehnsucht nach ihr. Die sich unter all die Gefühle, die er gerade spürte, mischte. Ganz präsent war. „Oder vielleicht täusche ich mich und irgendwer da drin benutzt das gleiche Parfum wie du.“, sagte er schließlich, hob seine Schultern und grinste. Setzte sich dann doch nochmal auf die Treppe, eine Stufe unter der angehenden Psychologin, drehte sich aber etwas zu ihr und sah in dieses hübsche Blau ihrer Augen.

  • [Vor der Gaststätte] Darren & Yumi




    Unweigerlich musste sie bei der Vorstellung, wie er hier mit Restalkohol in seinem Blut die Treppe hinunterstolperte und einfach liegen blieb grinsen. Irgendwie war es interessant diese Seite an ihm zu sehen. Diesen Gedanken hatte Yumi schon am Vorabend gehabt. Natürlich hatten sie sich eigentlich fast immer unter Einfluss von Alkohol gesehen aber entweder sie war mindestens so betrunken wie ihr Gegenüber gewesen und hatte diese Seite an ihm nicht näher inspizieren können weil sie mit sich selbst beschäftigt gewesen war oder aber er hatte immer mit Maß und Ziel getrunken. Eine Fähigkeit die Yumi eigentlich nicht besaß. Meistens trank sie einfach bis die Gedanken in ihrem Kopf stumm waren, die sie so nicht haben wollte. Das war jedoch ein Betrunkenheitsgrad der schon fast seinem Zustand vom Vorabend gleichkam. Ihre Blicke trafen sich als sich die Studentin zum Anderen umdrehte, der heute einem Zombie fast noch ähnlicher war als gestern. Darren hatte sich nicht die Mühe gemacht irgendetwas mit seinen Haaren anzustellen, weshalb sie ein heilloses Durcheinander waren und sie sein Gesamtbild dadurch noch besser abrundeten. Yumi musste kurz schmunzeln. Seine Bewegungen waren träge und man sah dem Studenten an, dass er sich einfach ein Bett wünschte in dem er seinen Rausch ausschlafen konnte. Deshalb hatte sie es eigentlich nicht für möglich gehalten ihm hier zu begegnen. Sie hatte damit gerechnet das er sicher noch einige Stunden dort oben liegen bleiben würde. Warum auch nicht? Für diese eine Nacht war das Zimmer kostenlos also konnte man doch auch seinen Rausch ausschlafen. Dafür waren sie doch da. Yumi war sich sicher, dass es in den anderen Zimmern nicht anders aussah. Ihre Aussage schien ihn zu irritieren, denn er zog verwirrt die Augenbrauen hoch - wiederholte ihre Frage. Wie gestern. Beim Anblick der halbvollen oder halbleeren Tasse würde er vielleicht erleuchtet werden, weshalb Yumi zu besagtem Objekt griff und es an ihre Lippen führte um einen Schluck davon zu nehmen. Man sollte meinen das er nun verstand worauf sie anspielte aber stattdessen war es nun an der Studentin die Augenbrauen fragend zusammenzuziehen als seine nächste Frage fiel. Ihr Blick folgte dem Dunkelhaarigen, der über die Stufen nach unten stieg und dabei wirkte als würde es ihn jeden Moment auf die Fresse legen. Kurz konnte man soetwas in der Art wie Überraschung in ihrem Blick erkennen. Er konnte sich also doch erinnern? Beinahe legte sich die junge Frau schon eine passende Ausrede zurecht - eine Ausrede die vielleicht nicht der Wahrheit entsprach aber stattdessen dazu führen würde, dass er nicht neue Hoffnungen schöpfte. Davon hatte er ohnehin schon zu viele wie er am Vorabend mehrfach bewiesen hatte. Vielleicht konnte man nicht alles so glauben immerhin hatte sie mit einem Betrunkenen gesprochen aber gerade die sprachen doch oft die Wahrheit, oder nicht? Weil man sich Dinge traute, die man im nüchternen Zustand niemals wagen würde. Ein weit verbreitetes Phänomen. An wieviel erinnerte er sich wirklich? "Was meinst du...?" fragte sie unbeeindruckt von seiner Anschuldigung, wenn man sie denn als solche bezeichnen wollte. Doch seine nächsten Worte verrieten, dass es doch nur eine Vermutung seinerseits war. Das er ihr Parfum erkennen würde - selbst wenn sie alle anderen Sachen mitgenommen hatte um keine Spuren zu hinterlassen - daran hatte Yumi tatsächlich nicht gedacht. Ihr Blick wanderte über sein Gesicht als er unweit von ihr entfernt Platz genommen hatte, sich zu ihr umdrehte und ein Grinsen seine Lippen zierte. Sie erinnerte sich an seine Worte vom Vorabend. 'Ich habe dich vermisst, Yumi...' Sie sah in seine dunkelbraunen Augen, die sie anblickten. War dieses Vermissen so ausgeprägt, dass er sich lieber hierhin setzte als sich einfach wieder in ein Bett zu begeben? Sein Kopf musste doch unheimlich dröhnen. Wahrscheinlich hatte er noch nicht einmal eine Kopfschmerztablette dabei und die Hälfte des Wassers hatte er ebenfalls auf dem Boden verteilt. Sie nahm einen Zug von ihrer Zigarette - inhalierte das Nikotin und versuchte diese Gedanken ganz schnell wieder zu vertreiben. Ob die Gaststätte auch heute noch kostenlos Alkohol ausschenken würde wenn jemand im Kostüm erschien? Unwahrscheinlich hmmh. "Awww... hast du etwa einen Filmriss?" vermutete Yumi auf Grund seiner wagen Aussage und versuchte dadurch auch ein kleines bisschen herauszufinden an wie viel er sich wirklich erinnerte. "Selbst trinken muss geübt sein..." riet Yumi dem Wuschelkopf und musste dabei Schmunzeln.

  • 1699-darren-pngDarren & Yumi | vor der Gaststätte


    Unter anderen Umständen, wenn er sich nicht gerade mit Kopfschmerzen und Übelkeit herum schlagen musste, er nicht das Gefühl hatte dass sein Körper jeden Moment keine Lust mehr hatte und er einfach umfiel weil ihm die Energie fehlte sich aufrecht zu halten, da hätte er vielleicht etwas mit der Überraschung, die in ihren hellen Augen blitzte, anfangen können. Jetzt schien er eher irritiert dadurch. Wobei das auch nicht ganz das richtige Wort war aber deuten ob Darren sie jetzt ertappt hatte oder ob Yumi sich einfach fragte, wie er darauf kam weil es absolut nicht stimmte, das fiel ihm gerade richtig schwer und so neigte er einfach seinen Kopf zur Seite. Der Student öffnete seinen Mund aber es kamen keine Worte hervor. Er hustete mehrmals hinter hervor gehaltener Hand und wünschte sich gerade noch einige Flaschen Wasser mehr hervor. Irgendwie fühlte er sich krank, wobei das jetzt auch alleine vom Kater kommen konnte. Oder er war gestern in der Kälte der Nacht noch draußen herum geirrt aber irgendwie erinnerte er sich im Moment nicht daran, die Gaststätte je verlassen zu haben. Der beißende Geruch des Nikotins kratzte in seiner Nase. Eigentlich machte ihm das gar nichts aus aber gerade eben hatte er einfach das Bedürfnis, die Zigarette der jungen Frau zu nehmen und ganz weit weg zu werfen. Davor auf jeden Fall noch auszumachen, natürlich, bevor er noch irgendwas damit in Brand steckte. Daher drehte der Schauspielstudent sich einfach herum, wand seinen Blick von ihr ab und stützte seinen Kopf auf seine Arme, die er auf seinen Knien bettete. Sein Kopf fühlte sich eh so verdammt schwer an. Er zog die Augenbrauen enger zusammen, hörte das Schmunzeln der Anderen und musste daher selbst etwas grinsen. Auch, wenn es eigentlich keinen Grund dazu gab, denn sich so zu besaufen, dass man am nächsten Tag keinerlei Erinnerungen mehr hatte, das war ja jetzt eigentlich nichts worüber man lachen konnte oder sollte, schließlich hätte er ja sonst was machen können. Aber es war auch nicht das erste Mal, dass er so etwas erlebt hatte. Nur war das letzte Mal, schon ziemlich lange her.. und da war der Grund auch einfach weil man den Alkohol noch nicht so sehr einschätzen konnte. Gestern war das anders gewesen. Gestern war der Grund anders gewesen aber wahrscheinlich nicht weniger idiotisch, wenn er so darüber nachdachte. „Ich hoffe dir ist klar, dass du mir jetzt dabei helfen muss.“, sagte er nach einer kurzen Zeit des Schweigens. Darren drehte seinen Kopf wieder ein Stückchen zur Seite. Zu ihr, schaute in das ebenfalls nicht ganz hellwache Gesicht der jungen Frau. Erkannte das Grinsen auf ihren Lippen und spürte sein Herz etwas schneller schlagen als er ihre Lippen betrachtete. „Oder willst du mich einfach mit dieser Gedächtnislücke hier sitzen lassen? Das würdest doch selbst du nicht tun.“ Ja, doch, wahrscheinlich würde Yumi das schon tun weil es sie im Grunde ja auch überhaupt nichts an ging oder? Seiner vorhin ausgesprochenen Vermutung, dass sie es gewesen war, die ihn dort in das Gästezimmer gebracht hatte, verfolgte er nicht weiter. Weil er es nicht wusste, sich nicht erinnern konnte und naja, vielleicht teilte Yumi ihre Vorliebe für dieses Parfum ja auch mit anderen. Alessa eben, das erklärte so einiges. Wo war das Mädchen eigentlich? Hatte er sie einfach sitzen lassen? Abermals schien der Musiker etwas abwesend, was dieses Mal aber nicht daran geschuldet war, dass er versuchte seinen Magen unter Kontrolle zu bringen. „Du hast mir wohl noch nicht genug beigebracht, Frau Lehrerin.“, sagte er schließlich, seufzte enttäuscht und lehnte sich ein bisschen nach hinten, legte seine Ellbogen auf den hinteren Stufen ab und bettete seinen Kopf in seinem Nacken. Darren schloss seine müden Augen und genoss für einen Moment den kühlen Wind, der über sie hinweg fegte. Die Tage wurden immer kälter, es fröstelte ihn etwas obwohl er noch diese einigermaßen dicke Jacke über seine Schultern trug. Aber das gehörte auch zu diesen Morgenden dazu, nachdem der Körper noch damit zu kämpfen hatte, das Gift abzubauen. Mit einer Hand tastete er seine Hosentaschen ab, dann seine Jackentaschen bis er seine Augen wieder öffnete und ein Seufzen seine Lippen verließ. Träge richtete sich der Student wieder etwas auf, streckte dabei den Rücken durch weil er zudem auch noch wirklich schlimme Rückenschmerzen hatte und stieß sich von der Treppe ab, sodass er etwas wankend wieder zum Stehen kam. Ein letzter prüfender Griff an seine hinteren Hosentaschen und er senkte seinen Blick auf Yumi. „Du hast nicht zufällig mein Handy gesehen..?“, fragte er, wahrscheinlich überflüssigerweise und ging auch gar nicht davon aus, dass die Blonde irgendeine Ahnung hatte, wo er sein Handy hingepfeffert hatte. Kurz versuchte er sich zu erinnern, wann er das Teil das letzte Mal in der Hand gehalten hatte aber da fehlte so viel was den gestrigen Abend anging, dass er sich überhaupt nicht erinnern konnte. Wie an so viel. Es störte ihn, nervte ihn richtig, dass er so viel gebechert hatte. Dass es überhaupt so weit gekommen war. Sein Blick ruhte in ihren blauen Augen. Hatte weiter das Gefühl, dass hier etwas nicht.. so ganz stimmte. „Ich.. hab nur keine Ahnung, wo ich überhaupt gewesen bin.. gestern Abend.“, kam es ihm zögernd über die Lippen. Nicht, dass es ihm irgendwie unangenehm war, das zu zugeben, okay vielleicht ein kleines bisschen, aber eventuell wusste die Psychologiestudentin ja mehr. Vielleicht so, rein zufällig?

  • [Vor der Gaststätte] Darren & Yumi



    Es kostete sie Mühe die Schauspielerin zu mimen - mehr als erwartet, da sein irritierter Gesichtsausdruck einfach herrlich war. Aufgrund des Restalkohols schien er auch mehr Mühe zu haben überhaupt zu existieren als das es ihm aufgefallen wäre, dass sie wohl mehr wusste als sie in diesem Moment zugab zu wissen. Aber es war besser so. Wenn er um das Gespräch wüsste - um die gesagten Worte - um die Tatsache, dass sie doch nachgegeben hatte und die Nacht bei ihm verbracht hatte - dann hätte er nur wieder einen Grund zu hoffen. Ihr Blick wanderte über sein Gesicht - erinnerte sich an die Tränen vom Vorabend. Kein Wunder, dass er heute so mitgenommen aussah. Das war nicht das Werk des Alkohols allein. Einen Teil von diesem zerstörten Antlitz hatte auch die Studentin verbrochen. Sie presste ihre Lippen aufeinander während sich Darren über die Stufen nach unten kämpfte - einen Hustenanfall bekam und sich anschließend den Kopf hielt, der wahrscheinlich mehr als nur ein bisschen dröhnte wenn man seinem gequälten Gesichtsausdruck betrachtete. Lange bekam die Blondine ihn ohnehin nicht zu Gesicht, da er sich abwandte. Sie zögerte einen Moment und brauchte erst ein wenig um zu verstehen, dass wohl der Rauch ihrer Zigarette den Anderen noch mehr Qualen bescherte. Sie zögerte, nahm einen letzten Zug und schnippte das Glimmstängel zu Boden, bevor sie darauf trat um auch das letzte Glühen auszulöschen. Sie war noch nicht fertig gewesen aber man musste seine Mitmenschen doch nicht unnötig quälen- zumal sie es auf anderen Ebenen wesentlich besser beherrschte. Wortlos fischte die Studentin in ihrer Handtasche nach einer Kopfwehtablette, die sie eigentlich immer dabei hatte. Abstürze wie Darren hier gerade zum Besten gab hatte Yumi wie Sand am Meer erlebt und war dementsprechend offenbar besser darauf vorbereitet als der Dunkelhaarige. Wortlos reichte sie ihm also die Tablette und die Tasse mit dem Kaffee um sie hinunterzuspülen. "Ist das nicht Hilfe genug?" antwortete sie auf die Forderung des angehenden Schauspielers und sie hob eine Augenbraue und ihre Mundwinkel formten ein Grinsen als sich ihre Blicke wieder begegneten. Tatsächlich war das genau ihr Plan. Ihn hier sitzen zu lassen - mit der Gedächtnislücke - im Ungewissen. Es machte doch keinen Unterschied und wenn die Chance bestand, dass er sich so eher von ihr zurückziehen würde und seinen Weg ging dann war es ein guter Weg den sie ging. Es war vielleicht einmal der Richtige. "Ich kann deine Erinnerung nicht auffrischen..." kam es über die Lippen der Studenten und sie streckte sich etwas. "Du hast deinen Abend gestern mit zwei anderen Mädchen verbracht - vielleicht können sie dir helfen." schlug Yumi wohlwissend vor, dass sie ihm wohl nur bis zu einem bestimmten Punkt helfen konnten weil er aus welchem Grund auch immer alleine in diesem Maisfeld gehockt war. Wahrscheinlich hatte er sie einfach verloren. Ihre Stimme war unbeeindruckt - fast schon monoton auch wenn der Gedanke, dass zwischen ihm und diesem Blondchen etwas gelaufen war ihr irgendwie zuwider war - aus welchen Gründen auch immer. Sie wollte dem nicht auf den Grund gehen. Nicht jetzt. Nicht irgendwann. Er sollte sich nicht erinnern. Wer wusste schon auf welche Gedanken er sonst im nüchternen Zustand kam wenn er ihren Gesprächsverlauf noch einmal durchging. Nicht das es etwas ändern würde aber ihn in Ungewissheit zu lassen erschien ihr wesentlich weniger aufwendig. Der Weg des geringsten Widerstands. Bevor er seine überanstrengten Augen schloss, es sich auf diesen Stufen bequem machte weil er offensichtlich der Müdigkeit erlag schüttelte sie nur den Kopf und ein gespielt enttäuschtes Seufzen verließ ihre Lippen. "Regel Nummer eins: Schlaf nicht im Freien ein - es könnte deine letzte Ruhe sein." Sie ging auf seine Aussage ein - sie in der Rolle der Lehrerin und er in der Rolle des Schülers. Wie lächerlich eigentlich. Si in einer Vorbildfunktion. Selbst in einem Rollenspiel erschien es ihr wirklich unpassend. Es dauerte etwas bis er sich wieder erhob - nicht weil er sich Zeit lassen wollte sondern weil er mit sich und seinem Körper ganz eindeutig zu kämpfen hatte. Nur beiläufig fiel der Studentin auf, dass Darren nach etwas auf der Suche war und offenbar nicht fündig wurde wie er auch schon in seiner nächsten Frage ankündigte. Scheiße. Yumi wich seinen Blick für einen Moment aus und lies ihn ein wenig in die Ferne wandern als würde sie selbst scharf nachdenken müssen ob sie sein Handy irgendwo liegen gesehen hatte. Natürlich hatte sie das nicht. Wie könnte sie auch? Sie hatten den Abend nicht zusammen verbracht. "Hast du schon drinnen nachgeguckt...?" schlug sie daher vor auch wenn sie es für unwahrscheinlich hielt, dass der Student es in der Gaststätte verloren hatte. Wahrscheinlich in diesem beschissenen Maisfeld. Mit großer Wahrscheinlichkeit an der Stelle an der sie ihn am Boden liegend gefunden hatte. Sie zögerte einen Moment bevor sie die nächsten Worte hervorbrachte. "Ihr wolltet ins Labyrinth. Vielleicht hast du es da verloren..." Yumi erhob sich ebenfalls von der Stufe und hüllte sich in den Mantel, da es doch recht frisch geworden war.

  • Darren (& Yumi) | in der Gaststätte1699-darren-png


    Die dunklen Augenbrauen des Mannes hoben sich etwas, fragend und genauso überrascht, als Yumi ihm ohne Worte zuerst eine eingepackte Tablette in die Hand gelegte und folgend auch die warme Tasse Kaffee. Darren wusste nicht ob er beeindruckt sein sollte, davon wie gut die junge Frau doch vorbereitet war oder ob er das mit etwas Sorge betrachten sollte. Wobei es jetzt auch nichts absolut ungewöhnliches war, Schmerztabletten und andere Medikamente mit sich herum zu tragen, wenn man eben für alles gewappnet sein wollte aber sie wussten doch beide ganz genau was der eigentliche Grund für diese Schmerztablette war. Warum sie diese in ihrer Handtasche hatte und so tollpatschig, dass sich die Blonde an allen Ecken und Enden und allen Möglichkeiten verletzte, so hatte er sie jetzt nicht kennen gelernt. Dankend nahm er das Medikament entgegen und beförderte es mit einem kräftigen Schluck Kaffee auch gleich in seinen Magen, wo es hoffentlich nicht zu lange dauerte, bis es seine Wirkung entfalten konne. Diese frische Luft hier draußen war zwar schön und gut aber die grelle Sonne, die heute auf jeden Fall nochmal heller war als sonst, trugen nicht gerade dazu bei, dass die Schmerzen verschwinden wollten. Vielleicht war es aber auch einfach die Tatsache, dass der Musiker wirklich viel darüber nachdachte, was am gestrigen Abend passiert war. Ob überhaupt irgendwas passiert war. Vielleicht hatte er sich einfach so volllaufen lassen und war anschließend gleich in das Gästezimmer getorkelt weil er es woanders hin gar nicht geschafft hatte. „Ich muss ja schrecklich gewesen sein, wenn sogar beide das Weite gesucht haben.“, sagte der Student, seufzte erst aber schmunzelte dann. Aber nur kurz bis er wieder inne hielt. Hatte er vielleicht wirklich etwas getan oder gesagt, was sich absolut nicht gehörte, warum Rumi und auch Alessa ihn sitzen hatten lassen? Darren erinnerte sich an den Kuss, unbewusst wanderten seine Finger an seine Lippen als könnte er die Lippen des Mädchens immer noch dort spüren. Es war ein Abschiedskuss gewesen. Das Ende dieser kleinen Liebschaft, die eigentlich gar nicht wirklich begonnen hatte. Diesmal war es eher er gewesen, der falsche Hoffnungen gemacht hatte. Aber wenigstens war Darren in der Lage, das zu beenden, einen Schlussstrich zu ziehen. Und zwar wirklich, nicht nur so halb. Nicht so, wie es manch andere machten. Weil sie es ganz einfach auch gar nicht wollten, nicht konnten. Aber das zu geben? Nein, niemals. „Du hattest uns also gesehen?“, fragte der angehende Schauspieler aber sah die junge Frau dabei nicht an. Beobachtete die fremden Personen, die aus der Gaststätte nach draußen traten, die sich unterhielten, über den letzten Abend oder über etwas anderes. Die unbesorgt und gut gelaunt ihren Weg nachhause antraten. Darren erinnerte sich an die Worte der jungen Blonden gestern, erinnerte sich daran was Alessa gesagt hatte. Dass Yumi eifersüchtig wäre. Kurz grinste er, musste schmunzeln über das Verhalten der Schülerin. Wenn sie etwas sagte, dann stand sie dazu, sagte es so, dass jeder ihr glauben musste. Dass einem gar nichts anderes über blieb. „Aber..“ Er schloss seinen Mund wieder, stand kurz davor Yumi nicht einfach diese Frage zu stellen. Ob es etwas mit ihr gemacht hatte, ob sie wirklich.. eifersüchtig gewesen war. Weil Alessa das eben so gesagt hatte. Aber genau wissen, konnte das natürlich niemand. Niemand außer die Psychologiestudentin selbst. Jedoch war diese Frage im Grunde doch auch völlig überflüssig oder? Als bekäme er eine Antwort darauf. Eine Antwort, die er hören wollte. „Naja, wie du siehst, ist niemand der beiden noch hier und ohne mein Handy kann ich sie auch nicht erreichen.. daher bleibst eben nur du.“ Darren drehte seinen Kopf zu ihr, suchte ihren Blick, sah in die hellblauen Augen und das vielleicht einen Moment zu lange. Was seinen Worten eine Tiefe gab, die er so gar nicht wirklich geplant hatte aber es stimmte auch. Es blieb nur Yumi. Nur sie alleine. „Im Maisfeld..?“, wiederholte der Kerl ungläubig nachdem er es auf seine Beine geschafft hatte. Wie viel fehlte ihm eigentlich vom gestrigen Abend? Ganz dunkel erinnerte er sich. An diesen ewig langen Weg, der wahrscheinlich überhaupt nicht so lange war aber wenn man betrunken war, konnte man mit Zeitangaben sowieso nichts mehr anfangen. Darren neigte seinen Kopf etwas zur Seite. „Und du bist uns wohl gefolgt oder woher weißt du das?“ Er schmunzelte und prüfte seine Taschen nochmal aber wurde natürlich trotzdem nicht fündig. „Ich.. gehe nochmal rein und frage nach. Wartest du.. auf mich?“ Es war ja nicht wirklich selbstverständlich, dass die Blonde einfach hier stehen blieb und Däumchen drehte. Aber etwas anderes blieb ihm auch nicht über, dennoch wollten sich seine Beine für den Moment nicht bewegen. Als wäre es der falsche Weg und es war auch eigentlich immer der falsche Weg, wenn er weg von Yumi führte aber sein Handy zu finden war jetzt auch wichtig und vielleicht konnte er damit ja auch etwas anfangen, Alessa schreiben und sie fragen was passiert war, zum Beispiel. Darren wartete nicht auf eine Antwort sondern ging an ihr vorbei zurück in die Gaststätte. Fragte dort an der Rezeption nach und holte auch nochmal eine Flasche Wasser. Und zwei Becher Kaffee für unterwegs. Das dauerte jedoch einen Augenblick, da er nicht der einzige war, der Lust auf das Gebräu hatte.

  • [Verlassen die Gaststätte] Darren & Yumi



    Sie wusste nicht was der überraschte Gesichtsausdruck seitens des anderen Studenten sollte. Überraschte es ihn, dass sie so gut ausgerüstet war? Oder war er vielmehr irritiert von der Tatsache, dass sie ihm in gewisser Weise unter die Arme griff? So oder so lies er ihre Tat unkommentiert und nahm die Tablette dankend an bevor er sie mit dem Kaffee hinunter spülte. Es war nicht der richtige Zeitpunkt ihren Lebensstil zu bewerten. Nicht heute. Nicht morgen. Nachdem er sich am Vorabend so besoffen hatte würde dieser Zeitpunkt wohl nie mehr eintreffen und das war auch gut so. Yumi brauchte niemanden der ihr sagte wie sie zu leben hatte. Nicht das sie es sich sagen lassen würde. Offensichtlich bemühte der Schauspielstudent sich ziemlich die verlorenen Erinnerungen wieder zu finden. Filmrisse standen wohl nicht an der Tagesordnung bei ihm ansonsten wäre es ihm wohl egal. Vielleicht wünschte sich Yumi ein Stück weit das es ihm egal war, weil ihr alleine beim Gedanken daran die Diskussion von gestern fortzuführen schlecht wurde. Das war alles so unnötig kompliziert. Sie sprachen über Dinge, über die sie einfach nicht sprechen wollte und dabei wollte sie doch einfach nur ihre Ruhe - nichts von den Gefühlen irgendwelcher Menschen wissen. Seine Vermutung, dass er sich wohl schrecklich aufgeführt hatte in seinem Zustand und somit die beiden Mädchen vertrieben hatte lies Yumi unkommentiert und auch wenn er schmunzelte schien sich der Lockenkopf doch ehrlich Gedanken darüber zu machen. Wortlos sah sie ihn aus dem Augenwinkel an, erkannte dass er sich an die Lippen fasste. Er dachte an den Kuss, nicht wahr? Spürte vielleicht noch den Druck ihrer Lippen auf den seinen. Die Studentin wandte den Blick ab, senkte ihr Haupt. Dieses Bild tauchte wieder vor ihrem inneren Auge auf - das Mädchen - der Kuss. Wie gestern verspürte sie bei dem Gedanken daran ein mulmiges Gefühl in ihrer Magengrube aber sie lies sich nichts anmerken. Kein Wort verließ ihre Lippen. Er hatte sie als einen Fehler bezeichnet aber es waren nur die Worte eines Betrunkenen. Dieses Mädchen war ein Fehler? Wirklich? Warum lag dann genau jetzt ein Grinsen auf seinen Lippen? Hoffte Yumi in Wirklichkeit das sie mehr als nur ein Fehler für ihn war? Weil sie so gezwungen war ihn gehen zu lassen? Weil sie es sonst nicht konnte. Weil sie immer wieder aufeinander trafen. Weil sie es nicht sein lassen konnte aber gleichzeitig auch nicht weiter gehen wollte. Sie Eingangstür zur Gaststätte öffnete sich und erneut zogen Verkleidete an ihnen vorbei. Nicht mehr ganz so hübsch geschminkt wie am Vortag aber man konnte ihr Kostüm dennoch ganz gut erraten. "Ja." kam es knapp über ihre Lippen als er nachharkte aber doch mittendrin abbrach. Dieses winzige Wort einfach stehen lies. Aber? Sie fragte nicht nach. Sie baute darauf das sein nüchterneres Ich nicht die selbe frage stellte wie die betrunkene Version seiner Selbst. Eifersucht? Sie? War es das was sie verspürte beim Anblick der Beiden. War es das selbe Gefühl wie in der Bar als sie Alex mit diesem Mädchen sah...? Sie war eifersüchtig aber war auch nicht bereit die Gefühle der Anderen zu erwidern - ausgesprochene Gefühle - unausgesprochene Gefühle. Es machte keinen Unterschied. Sie standen zwischen ihnen. Er hatte keine Möglichkeit um mit den anderen Mädchen in Kontakt zu treten. Ohne Handy war er anscheinend verloren. Yumis Augen weiteten sich ein wenig als ihr Gegenüber seinen Satz beendete - ihre Blicke sich trafen. Vielleicht einen Moment zu lange als es notwendig gewesen wäre bis sie sich seinem Blick entriss und sein Seufzen ihre Lippen verließ. "Wow... die dritte Wahl..." Yumi nickte gespielt verständnisvoll. "Wie gut das ich keine Gefühle hab sonst könnte mich das glatt verletzen..." Ihre Lippen formten ein Grinsen, die ihre Aussage als Scherz enttarnten. Sie wollte nicht hören, dass es nicht so war - sie wollte nicht hören, dass sie erste Wahl war. Egal ob es so war oder nicht. Solche Aussagen brauchte sie nicht weshalb sie sich schließlich dem Gesprächsthema entzog und sich von der Stufe erhob, ihren Umhang enger zog. "Natürlich. Als hätte ich sonst nichts Besseres zu tun..." Yumi verdrehte die Augen auf Grund seiner Vermutung, sie wäre ihnen gefolgt. Sie erwähnte besser nicht das sie ebenfalls dort gewesen war. Am Besten hielt sie ihre Aussagen so vage wie möglich damit das Vergangene auch weiterhin in Dunkelheit gehüllt blieb und sie nicht wieder darüber diskutierten was das zwischen war oder ist oder was auch immer. Er wartete nicht auf eine Antwort ihrerseits als er wieder durch die Tür verschwunden war, durch die er vor wenigen Minuten getorkelt war. Ihre Lippen blieben stumm weil sie irgendwie das Gefühl hatte er sprach nicht nur von dieser Situation - was idiotisch war, denn genau davon redeten sie hier - von nichts sonst. Richtig? Sie sah ihm hinterher und senkte anschließend den Kopf - holte ihr Handy wieder hervor und checkte ihre Nachrichten aber Whats App wollte immer noch nicht funktionieren weshalb sie sich ein Stück von der Gaststätte entfernte in der Hoffnung es läge irgendwie am schlechten Internet. Vergebens. Kein Signal. Das restliche Internet schien auch irgendwie zu funktionieren also lag es wohl an der App selbst. Ein Seufzen verließ ihre Lippen und sie strich sich eine lose Haarsträhne hinters Ohr weil sie ihr die Sicht auf ihr Handy versperrten. Unweigerlich fragte sich Yumi wie enttäuscht Ben wohl von ihr war? Nichts Neues für sie eigentlich. Sie enttäuschte ständig Menschen. Unweigerlich fragte sie sich auch ob Alex ihr noch einmal geschrieben hatte und musste dabei fast über sich selbst lachen. Sie kannte die Antwort bereits und dafür musste Whats App nicht einmal funktionieren. Yumi sperrte den Bildschirm ihres Handys und lies es wieder in ihrer Tasche verschwinden, blieb abseits stehen und sah über die weiten Felder. Sie zögerte. Dachte vielleicht wirklich darüber nach einfach zu gehen aber letztendlich blieb sie doch und wartete auf seine Rückkehr. Er hatte die Gaststätte gerade verlassen - mit Kaffee und Wasser bewaffnet. Er schien sie nicht sofort zu bemerken immerhin war sie doch ein kleines Stück gelaufen. Ihre Mundwinkel zuckten kurz als er sich umsah und wohl schon damit rechnete dass sie sich verzogen hatte. Aber sie wollte mal nicht so sein. Der Student litt heute schon genug also steuerte sie auf ihn zu, fing seinen Blick ein als er seinen Kopf wieder hob. "Ist das die Wiedergutmachung?" Sie blickte auf den zweiten Kaffee in seiner Hand und hob fragend eine Augenbraue bevor sie ihm den Becher abnahm, den er mehr oder weniger sicher auf dem anderen balancierte. "Ich nehme sie an..." Gemeinsam machten sich die beiden Studenten in Richtung der Felder auf, wo sie hoffentlich fündig werden würden...

  • 1677-cylie-pngCylie & Chris | irgendwo bei den Tischen


    Ein bisschen wahllos stopfte der jüngere Zwilling sich die leckeren Häppchen auf dem Teller in den Mund. Ihr Handy lag direkt daneben auf dem Tisch damit sie sehen konnte, wann ihr Bruder sich dazu erbarmte ihr zu antworten. Cylie wusste nicht wo er sich herum trieb und mit wem, vielleicht hatte er es ja endlich geschafft und das Mädchen aufgerissen, von der er letztens so sehnsüchtig auf eine Nachricht gewartet hatte. Irgendwie ein merkwürdiger Gedanke, dass sie ihren Bruder irgendwann mal wieder teilen musste. Nicht, dass sie in irgendeiner Art und Weise von ihm abhängig war, auf gar keinen Fall, aber sie waren nun einmal Geschwister, Zwillinge, und es war nicht abstreitbar, dass sie einander brauchten. Manchmal mehr, manchmal weniger aber ohne einander war es auch irgendwie doof. Das merkte die Medizinstudentin gerade eben, wo ihr der beste Freund fehlte. Oder generell irgendwelche Freunde, mit denen sie sprechen konnte. War ja auch ein bisschen merkwürdig wenn sie mit Nick über ihn und ihre Gefühle redete. Wäre vielleicht am besten aber so einfach ging das nun mal nicht. Während Cylie in ihren Gedanken versunken war und eines der süßen Häppchen über den Teller schob, bemerkte sie die Ankunft ihres Bruders gar nicht und wollte gerade lautstark protestieren als sich eine Hand an ihrem fast leeren Teller zu schaffen machen wollte. Eigentlich hatte sie gar keinen Hunger mehr aber das war noch lange kein Grund einfach so über das Essen anderer herzufallen! Doch es fiel ihr relativ schnell auf, dass es sich dabei um ihren Zwilling handelte, denn nur der konnte so dumme Sprüche zu solch unpassenden Momenten hervor bringen. Das Mädchen schob ihre Unterlippe nach vorne, schaute ihn ein paar Sekunden trotzig an und seufzte dann tief. Wäre dann beinahe von der Holzbank gefallen auf der sie saß, da sie vergessen hatte, dass die gar keine Lehne hatte. "Irgendwann werde ich noch fett..", kam es der zukünftigen Ärztin über die Lippen während sie weiter schmollte, Chris nur dabei zu schaute wie er sich eins der Häppchen klaute und anscheinend gleich dafür bestraft wurde. "Hast du jetzt davon..", meinte Cylie nur dazu und grinste ihn tatsächlich an, bis sich ihr Zwilling wieder aus dem Staub machte. Beinahe hätte sie ihm schon nachgerufen aber er holte anscheinend nur Nachschub, da auch ihr Getränk schon lange leer war. "An Schmerzmittel komme ich auch ohne deine Hilfe ran, keine Sorge.." Das Mädchen schmunzelte und rückte etwas näher an den Tisch. So gut es ihr möglich war, da sie ihr Bein weiter ausgestreckt auf der Bank lagerte. Ihr gegenüber saß jetzt Chris, der auch gleich mit ihr anstieß. "Jetzt ist seine Ex-Freundin auch noch hier aufgetaucht.. und dumm wie ich bin, hab ich ihn gleich zu ihr geschickt." Cylie wusste selbst dass Chris wahrscheinlich eher weniger Lust auf dieses Thema hatte. Aber selber Schuld. Jetzt war er hier und musste sich das eben anhören. Weil sie jetzt gerade irgendwie sonst niemanden hatte. Bitter eigentlich. "Erst hab ich sie halb umgerannt und dann das.. ich hab das Gefühl das mit Nick und mir soll einfach nicht sein."

  • [Irgendwo bei den Tischen] Cylie & Chris



    Sie warf ihm einen bösen Blick zu, während sie weiter Süßkram in sich stopfte und wie ein verbittertes Teenagermädchen in der Ecke des Raumes vor sich hin schmollte. Offensichtlich war seinem Schwesterherz nicht nach Scherzen aber das hätte sich der Student auch denken können. Einen Versuch war es dennoch wert gewesen. Alleine schon für den bösen Blick des Mädchens. Ein leises Lachen kam ihm über die Lippen als sie ihre Unterlippe ein wenig vorschob und vor sich hin schmollte. Chris hob eine Augenbraue als seine Schwester schließlich noch eine Prophezeiung bezüglich ihrer Figur machte. „Ja wahrscheinlich...“ bestätigte Der Dunkelhaarige die Vermutung der Anderen. Sonderlich Ernst nehmen konnte er solche Aussagen sowieso nicht. „Aber bis dahin hast du noch genug Zeit dich mit einem plastischen Chirurgen anzufreunden...“ riet der junge Mann dem Trauerkloß und bereute den Diebstahl von ihrem Teller im nächsten Moment schon wieder weil er offenbar kein Händchen dafür hatte. Ausspucken war wohl nicht drinnen weshalb der Student das eklige Zeug doch noch mit Mühe und Not hinunter würgte. Offensichtlich amüsierte es Cylie, dass er so einen Fehlgriff gemacht hatte und nun war es an Chris ihr einen bösen Blick zu zu werfen. „...davon, dass ich hierher komme wenn du was brauchst?“ hinterfragte er schließlich ihre Aussage obwohl er doch ganz genau wusste was sie meinte. Der Student hob eine Augenbraue und schmunzelte daraufhin. „Hast Recht. Den Fehler mach ich nicht zwei Mal...“ Der Student wandte seiner Schwester ganz schnell den Rücken zu um sich und dem geplagten Wesen dort am Tisch etwas zu Trinken zu besorgen. So wurde er zumindest auch nicht schon wieder Opfer ihres bösen Blickes. Er war sich sogar ziemlich sicher, dass ein Getränk mit dem sie ihre Sorgen hinunterspülen konnte ihre Laune auch wieder ein wenig heben würde. Alkohol war doch bekanntlich ziemlich oft die Lösung, richtig? Als Chris zum Tisch zurückkehrte rückte sie schließlich gleich mit der Geschichte heraus nachdem sie ihm versicherte, dass er nicht hier war um sein Schwesterherz mit Medikamenten zu versorgen. Chris lehnte sich in seinem Stuhl zurück und nahm gleich nach dem Anstoßen einen kräftigen Schluck und hätte sich im nächsten Moment beinahe daran verschluckt. Sprachen sie hier von Leila oder hatte Nick zwischendurch noch eine andere Freundin gehabt? Seit dem sie nicht mehr zusammen in einer WG wohnten war Chris noch weniger über das Leben der anderen Jungs informiert. Nicht das er es je darauf angelegt hatte. „Leila...?“ hinterfragte Der Student schließlich die Geschichte seiner Schwester und war sich dabei nicht einmal bewusst ob Cylie überhaupt über ihre gemeinsame Geschichte Bescheid wusste. Es war in der Zeit gewesen als sie nicht sonderlich viel Kontakt hatten. „Wieso tust du das?“ hinterfragte der junge Mann und ein leises Lachen verließ seine Lippen. „Ich hätte dich für egoistischer gehalten...“ Ein Mundwinkel zuckte nach oben als er in die Richtung des Mädchens schielte. Erneut nahm er einen Schluck von seinem Getränk und hörte sich die Sorgen seiner Schwester an, die offensichtlich an Schicksal glaubte oder eben das Gegenteil davon. „Wenn man etwas will dann muss man auch dafür kämpfen und sich nicht immer zurücknehmen...“ Ob Nick sie überhaupt verdient hatte? Offensichtlich wusste der Kerl doch nicht einmal was er wollte wenn er seiner Exfreundin hinterher lief. Eine nicht abgeschlossene Geschichte? Sowas fehlte ja noch. Fakt war, dass er es nicht zulassen würde, dass er seiner Schwester wehtun würde...


  • 1677-cylie-pngCylie & Chris | irgendwo bei den Tischen


    Ihr Zwillingsbruder erntete einen weiteren bösen Blick. Wieso genau hatte sie ihm eigentlich geschrieben? Cylie wunderte sich mit jedem Wort mehr, das ihrem Bruder über die Lippen kam, warum sie ausrechnet ihm geschrieben hatte. Vielleicht weil sie momentan keine so gute Freundin hatte, mit der sie über solche Dinge sprechen konnte? Weil irgendwie alle so weit weg oder unerreichbar waren. Weil sie lange keinen Kontakt mehr gepflegt hatte und daran war sie auch irgendwie selbst Schuld. Schließlich hatte sie die letzten Wochen und Monate mehr Zeit mit Nick als mit sonst wem verbracht und das hatte sie jetzt davon. Einzig ihr Bruder war über geblieben, sehr schön. „Du bist ein Arschloch, das weißt du, oder?“, sagte sie ihm darauf und wenn ihr die Häppchen nicht so gut geschmeckt hätten, hätte sie ihm wahrscheinlich eins gegen den Kopf geworfen aber man spielte ja auch nicht mit Essen. Einen plastischen Chirurgen.. den brauchte doch eher er. Das Mädchen wartete kurz bis ihr Bruder wieder mit alkoholischen Getränken zurück war und überlegte kurz ob dieses Nervengift wirklich die Antwort auf alles war. Mit Sicherheit antworteten bei dieser Frage viele, sehr viele mit Ja aber stimmte es auch? Vermutlich eher nicht aber es machte den Moment einfacher und so gönnte sie sich einen kräftigen Schluck ehe sie ihren Blick wieder auf Chris richtete. Ihn etwas fragend anschaute als er diesen Namen aussprach. „Ja.. Leila. Wieso.. fragst du..?“ Tatsächlich waren ihr jegliche Liebesgeschichten von ihrem Bruder unbekannt. Vielleicht hatte sie viele davon auch einfach verdrängt weil es sie im Grunde ja auch nichts anging. Eine lange Zeit hatten sie sich nicht umeinander gekümmert, jeder war seinen eigenen Weg gegangen und in diesen Zeiten war bestimmt einiges passiert im Leben des jeweils anderen. Aber dieser fragende Ton in seiner Stimme machte sie doch etwas neugierig. „Ich weiß nicht. Weil ich vor Nächstenliebe nur so übersprudle? Frag mich was Leichteres.. ich dachte, dass es Nick vielleicht gut tut.“ Die junge Frau hob ihre Schultern. „Er schien auch etwas überfordert mit der Situation und so viel ich weiß hatten sie nie die Möglichkeit sich auszusprechen. Da Leila einfach gegangen ist..“ Cylie schob das letzte Häppchen auf ihrem Teller hin und her und hörte den Rat ihres älteren Bruders. Sie hatte ihren Kopf auf die Arme gestützt und hob ihren Blick, machte einen Schmollmund. „Danke für diesen wertvollen Hinweis, das weiß ich auch selbst..“ Mit einem lauten Seufzen richtete sie sich wieder auf und sah auf ihr verletztes Bein, das sie immer noch auf der Bank hoch gelagert hatte. „Was soll ich jetzt machen? Ihnen nachlaufen ist ja wohl eine eher schlechte Idee oder?“ Erwartete sie jetzt wirklich so etwas wie Beziehungstipps von ihrem Zwilling? Wie tief war sie gesunken?

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    Erneut ein böser Blick seitens seiner Schwester. Natürlich. Mittlerweile schien sie es auch wieder zu bereuen, dass sie ihm überhaupt geschrieben hatte. Aber wahrscheinlich war er ihre einzige Wahl gewesen. Alleine würde sie mit ihrem verletzten Knöchel wohl nicht laufen können. Der Anblick ihres bandagierten Beines lies ihn sich an jenen Tag zurückerinnern. In der Not halfen sie einander - waren füreinander da - funktionierten wie ein Team aber ansonsten waren sie alles andere als ein Herz und eine Seele. Sie neckten und zankten sich und machten nur zu gerne Scherze die unter die Gürtellinie gingen. "Das ist nichts Neues für mich..." Ein Grinsen huschte über die Lippen des Studenten und er fing den Blick seines Zwilling ein. War das eine von diesen Notsituationen? Vielleicht nicht unbedingt vergleichbar mit dem was die Beiden im Kloster erlebt hatten aber dennoch saß Cylie ganz schön in der Patsche, schien sich wirklich was aus Nick zu machen. Die Frage war nur ob diese Sache einseitig war oder ob der Kerl einfach nur absolut bescheuert war und es nicht gebacken bekam den ersten Schritt zu machen. Ein abfälliger Laut verließ die Kehle des Studenten und er schüttelte nur den Kopf. Dieses Geste galt vielmehr seinen eigenen Gedanken statt dem Gespräch mit seinem Schwesterherz. Natürlich hatte sie den Hauch von Interesse in seiner Stimme herausgefiltert - wahrscheinlich hatte er es ihr sogar leichter als gedacht gemacht, da er sonst relativ neutral an sie Sache heranging. Chris drehte das Getränk in seinen Händen und zuckte kurz mit den Schultern. Sie würde das wohl kaum als Antwort gelten lassen und weiter nachbohren weil es sie von ihren eigenen Problemen ablenkte. Praktischerweise. "Ach... da war mal was..." erwähnte Chris beiläufig als würde er über das Wetter sprechen aber still für sich wusste er das ihm die Sache mit Leila damals mehr bedeutet hatte. Zumindest mehr als ihr. Er senkte seinen Blick und nahm erneut einen Schluck von diesem abartig schmeckenden Getränk. Gab es hier kein Bier? Oder irgendwas, dass nicht einfach nur süß schmeckte? Fast schon suchend drehte sich der junge Mann in Richtung Buffet um aber wurde auf die Schnelle nicht fündig weshalb er sich wieder Cylie zuwandte. Er lauschte der Erklärung des Mädchens und hob eine Augenbraue. "Wovor hast du Angst?" fragte Chris schließlich gerade heraus und sein Blick wanderte über das Gesicht seiner Schwester. "Das sie wieder zusammenfinden?" Natürlich. Wovor sonst. "Wenn es so sein sollte, dann liegt es sicher nicht daran das du ihm zu ihr geschickt hast. Dann wäre es so oder so passiert..." Vielleicht war es leichter die Situation als Außenstehender zu betrachten. Ganz sicher sogar. Cylie zog eine Schnute. Ein sarkastischer Kommentar nach dem anderen verließ ihre Lippen. Da merkte man wohl wieder die Ähnlichkeit der Zwillinge. "Was weiß ich..." In Sachen Beziehungen war Chris noch nie sonderlich gut gewesen. Er brachte doch selbst keine auf die Reihe. Ob das an ihm lag oder an den Mädchen war eine andere Geschichte aber er war ganz sicher nicht der richtige Ansprechpartner für Liebesprobleme und das nicht weil es seine Schwester war die hier vor ihm saß. Er lachte kurz auf. "Als ob du mit dem Bein laufen kannst..." Ob wirklich das Bein dabei das größte Problem war, blieb dabei dahingestellt. Gerade in dem Moment kam eine Angestellte der Gaststätte mit frischen Shotgläsern am Tisch vorbei und war offenbar gewillt die Gläschen zum Buffet zu transportieren um für Nachschub zu sorgen. Chris hielt die junge Frau kurz an um ihr ein bisschen von der Last abzunehmen. Er schenkte ihr ein kurzes Lächeln und positionierte die Gläschen gleich zwischen sich und seiner Schwester. "Du trinkst einfach heute mit mir und morgen sieht die Welt schon ganz anders aus..." Die Mundwinkel des Pharmaziestudenten huschten nach oben und er schnappte sich eines der Gläschen um mit Cylie anzustoßen. Das die Welt morgen nach einem Saufgelage alles andere als rosig aussah war Beiden bewusst, oder?

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    Die grünen Augen des Mädchens wurden mit einem Mal ganz groß als ihr Bruder das aussprach, was sie sich bereits gedacht hatte. Oder zumindest irgendwie sowas, wieso sonst hätte Chris sich den Namen der jungen Frau überhaupt gemerkt. „Du hattest mal was mit Leila?“ So klein war diese Welt oder? Die Ex-Freundin ihres besten Freundes war also zugleich die Ex-Freundin ihres Bruders. Aber eigentlich sollte sie das auch gar nicht so sehr wundern, schließlich waren sie damals auch gar nicht aus Destiny Valley heraus gekommen und so begegnete man halt immer irgendwie den gleichen Menschen und fing etwas an, was man im Nachhinein vielleicht sogar bereute. Wobei wenn Cylie so genau nachdachte, war ihr das eigentlich nie wirklich passiert.. ob das jetzt gut oder schlecht war, darüber wollte sie gar nicht länger nachdenken. „War es denn etwas ernstes oder nur.. ein One Night Stand oder sowas?“ Cylie nahm einen Schluck von ihrem alkoholischen Getränk und war verwundert, dass das Glas schon fast wieder leer war und fand das zugleich irgendwie traurig, dass sie es doch so schnell geleert hatte. „Dass sie sich aussprechen und alles wieder so wie früher wird? Also.. natürlich freue ich mich für Nick, wenn sie wieder ein Paar werden weil.. naja ich weiß wie viel Leila ihm bedeutet hat oder.. es vielleicht immer noch gut aber..“ So müsste sie ihre eigenen Gefühle schließlich hinten anstellen und das war vielleicht auch nicht gerade das, was sie auf Dauer mitmachen wollte. Wobei ihr das Glück ihres besten Freundes natürlich auch viel wert war. „Wenn es Leila ist und nicht ich, dann ist das halt so..“, murmelte sie und beobachtete die Angestellte, die ihnen noch etwas Nachschub vorbei brachte. Cylie hob ihre Augenbrauen. „Ach ja?“ Sie nahm eins der gut gefüllten Gläschen in die Hand und hob es etwas an. „Morgen früh bin ich dann nur verkatert, das macht die Welt auch nicht unbedingt besser..“ Trotzdem schmunzelte die Studentin und kippte sich das Zeug in den Mund und genoss das brennende Gefühl, das es in ihrem Hals hinterließ. „Ich hätte einfach daheim bleiben sollen. Mit meinem Fuß hier in dieses Dorf zu kommen, war jetzt nicht die beste Idee.. dir ist klar, dass du mich später heim tragen musst oder?“ Etwas zweifelnd schaute sie zwischen den vielen Gläschen und Chris hin und her

  • [Irgendwo bei den Tischen] Cylie & Chris



    Er musste nicht einmal hinsehen um zu wissen, dass sie ihn mit einem neugierigen Blick musterte obwohl er seine Aussage so vage wie nur irgendwie möglich gehalten hatte. Es war wohl nicht verwunderlich, dass es sie interessierte. Wahrscheinlich nicht weil es etwas mit ihm zu tun hatte sondern vielmehr weil es etwas mit Nick zu tun hatte. Sie bohrte ein kleines bisschen nach, während sie immer wieder an ihrem Drink nippte, da sie seinen Vorschlag ihre Trauer besser im Alkohol zu ertränken offensichtlich doch angenommen hatte. Auch Chris nahm wieder einen kräftigen Schluck. Eigentlich war er nicht hier um seine vergangenen Liebesgeschichten wieder auszugraben und zu bedauern. Es hatte genug Mädchen nach ihr gegeben. Flüchtige Geschichten, die nicht von Dauer waren aber ja sie war in Erinnerung geblieben und das obwohl sie nicht so viel teilten. "Es war kein One Night Stand..." beantwortete er schließlich doch ihre Frage aber zugleich konnte er nicht in Worte fassen was es sonst gewesen war. Er dachte an die Zeit zurück. Es schien fast eine Ewigkeit her. Damals hatte er sich wirklich in sie verliebt gehabt. Sie waren ein Paar gewesen aber dennoch hatte er immer diese Distanz zwischen ihnen gespürt - nicht zu überwinden. Bis heute wusste er nicht woher diese Distanz kam und warum sie da war. Vielleicht wollte sie einfach nicht allein sein und hatte sich deshalb auf ihn eingelassen - seine Gefühle aber nie in dem Ausmaß erwidert. Chris leerte seinen Becher und verzog das Gesicht. Dieses Gesöff schmeckte widerlich süß aber wenn es dazu führen würde das er betrunken wurde war es doch ein gutes Mittel zum Zweck. Er hörte ihr zu, musterte ihr Gesicht als sie sprach und musste dann kurz auflachen. "Wow... du gewinnst wirklich den Preis für die beste beste Freundin der Welt..." Er überlegte ihr zu applaudieren aber lies es schließlich doch. Sie war verletzt und es war nicht notwendig weiter in dieser Wunde herumzustochern. "Ist dein Plan dann weiterhin seine Freundin zu sein? Still vor dich hin zu leiden...?" Die grünen Augen des Studenten fokussierten, die seiner Zwillingsschwester. "Das ist doch bescheuert..."Das konnte nicht gut gehen. Das war ihr doch bewusst, oder? Wahrscheinlich schon. Weshalb Chris erst einmal nichts mehr zu dem Thema sagte. Er hatte schon genug gesagt und seine Worte nicht wirklich in Watte gepackt. Hatte sie das etwa erwartet? Als auch sie das kleine Gläschen anhob und mit ihm anstieß musste er Schmunzeln. Natürlich hatte sie Recht. Wenn sie in dem Tempo weiter tranken würde der Tag morgen ganz grauenvoll werden. "Aber für eine kurze Zeit wird es besser..." Er grinste Cylie an und leerte das Gläschen in einem Zug, ehe er es wieder am Tisch abstellte. Der Dunkelhaarige verzog das Gesicht ein kleines bisschen. "Hey...das war nicht Teil des Deals." protestierte der Zwilling als Cylie tatsächlich von ihm erwartete, dass er sie dann im betrunkenen Zustand nach Hause trug. "Du hast so viel gegessen... wahrscheinlich wiegst du zehn Kilo mehr als letztens..." Ein leidender Ausdruck machte sich auf dem Gesicht des Studenten breit ehe ein Lachen über seine Lippen glitt. Den kleinen Giftzwerg schaffte er bestimmt auch nach ihrer Fressattacke. Ob sie es in einem Stück bis zur nächsten Bushaltestelle schafften war jedoch eine andere Sache.

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    „Oh..“ Der Mund der jungen Studentin blieb offen als wollte sie noch mehr dazu sagen aber im Moment fiel ihr gar nicht ein, was genau. Chris wirkte für den Moment irgendwie anders. Anders gut oder anders schlecht, das konnte sie gar nicht genau benennen. Für den Moment senkte sie ihren Blick und begutachtete das süße Gebräu in ihrem Glas, das sie hin und her schwenkte. „Davon wusste ich gar nichts.“ Aber so war das eben, wenn man sich eine Zeit lang nicht für das Leben seines Zwillings interessiert hatte und im Grunde war es doch immer noch so oder? Auch wenn sie wussten, dass der jeweils andere da war, wenn sie Hilfe brauchten, egal bei was, so lebte doch auch jeder für sich. Vielleicht war es wirklich an der Zeit das zu ändern, vielleicht sollte sie wieder mehr Interesse am Leben ihres Zwillings haben. Obwohl sie dabei bestimmt gar nicht mehr aus dem Kopfschütteln und Augenrollen heraus kam, stellte sich das aber auch ganz witzig vor. Die Frage war nur ob Chris sie überhaupt mehr in ihr Leben ließ und mehr teilen wollte. Ganz sicher nicht alles, so genau ins Detail wollte das Mädchen jetzt auch nicht gehen und wirklich alles wissen aber so.. ein bisschen zumindest? Für den Moment überlegte die Medizinstudentin ernsthaft den letzten Inhalt ihres Glases einfach über den Kopf ihres großen Bruders zu ergießen. Chris hatte ja wirklich ein Talent dafür Scheiße zu labern. In Augenblicken, in denen es sich gar nicht gehörte aber irgendwie war ihr das schon klar gewesen. „Oh danke, bekomme ich dann auch noch etwas? Eine Trophäe oder sowas? Die ich mir statt eines Pärchenbilds dann ins Regal stellen kann.“ Die junge Frau schien wirklich geehrt und begeistert, spielte das aber natürlich nur und verdrehte genervt ihre Augen ehe sie seufzte und mit den Schultern zuckte. „Muss ich wohl.. und dabei darauf hoffen, dass es irgendwann wieder in die Brüche geht?“ Für einen Moment nahm sie diesen Gedanken wirklich ernst aber hätte sich am liebsten selbst dafür geohrfreigt weil sie an so etwas gar nicht denken sollte. „Nein, nein, ich sollte natürlich hoffen dass er weiter glücklich bleibt aber.. ja, das ist bescheuert..“ Unter anderen Umständen wäre sie jetzt vielleicht wirklich aufgesprungen und ihm nachgelaufen, hätte ihn vielleicht ja noch erreicht bevor er Leila erreicht hätte aber sie war generell kein sportlicher Mensch und naja, mit den Verletzungen an ihrem Fuß kam sie wahrscheinlich einen Schritt bevor sie auf die Fresse fiel. Die angehende Ärztin plusterte ihre Wangen auf als Chris sich über ihren Vorschlag oder eher ihre Aufforderung beschwerte. „Sagst gerade du! Du stopfst dich in den Prüfungszeiten doch auch immer mit jedem Scheiß voll.. oder sind deine Klamotten beim Waschen eingegangen?!“ Cylie lehnte sich weit über den Tisch und piekste ihrem Bruder gegen den Oberkörper weil sie seinen Bauch gar nicht erreichen konnte. Das Mädchen lachte.

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    Natürlich kam diese Offenbarung überraschend für seine Schwester. Sie hatten ewig nicht am Leben des Anderen teilgenommen und hatten erst seit Kurzem überhaupt wieder Kontakt zueinander. In dieser Zeit hatte sich jeder für sich weiter entwickelt. Jeder für sich war seinen Weg gegangen und hatte seine Erfahrungen gemacht. Er wusste auch nichts von Cylie und wenn man bedachte, dass sie früher eigentlich ein Herz und eine Seele gewesen waren, war das echt traurig. Aber man konnte nichts erzwingen, richtig? Wenn man Jünger war, war es irgendwie leichter wieder zueinander zu finden und je älter man wurde, desto schwieriger schienen sich zwischenmenschliche Beziehungen zu gestalten. "Ja... ich rede nicht so gern über diese Dinge..." Er hatte seinen Blick gesenkt. In Wirklichkeit wussten Beide doch, dass es nicht nur daran lag. Chris war zwar ein Mensch der emotionale Sachen gerne mit sich selbst ausmachte aber in Wirklichkeit hätte ihn damals ein offenes Ohr vielleicht gut getan. Es klang vielleicht bescheuert aber irgendwie freute sich der Student schon fast darüber, dass sein Schwesterherz theatralisch seine Aussage ausschmückte - natürlich maßlos dabei übertrieb und sich anschließend mit einem Augenrollen und einem genervten Seufzen wieder in ihren Stuhl zurückfallen lies. Unbeeindruckt beobachtete Chris das Schauspiel und hörte sich ihren Plan an wie sie das in Zukunft handhaben wollte. Er hob kurz die Augenbrauen dabei griff zu dem nächsten kleinen Gläschen, welches zwischen den beiden Geschwistern am Tisch stand um auch dieses in einem Zug zu leeren. "Du stehst wirklich auf ihn..." Chris verzog das Gesicht als sie Flüssigkeit seine Kehle hinunter brannte und sah wieder in die Richtung des Mädchens. "Und was dann?" Chris stützte seinen Kopf auf seiner Hand ab und musterte Cylie. "Dann legst du dir zehn Katzen zu und stirbst einsam und alleine weil die Beiden doch für immer zusammengeblieben sind?" Er lachte kurz auf und schüttelte schließlich den Kopf um zu verdeutlichen wie absolut idiotisch dieser Plan war. Nicht das er wirklich daran glaubte, dass die Beiden nun wieder zueinander finden und dann gemeinsam alt werden. Generell tat Chris sich mit dieser Vorstellung ziemlich schwer aber das lag wohl auch daran, dass er noch nie Jemanden begegnet war mit dem er sich das vorstellen hätte können. So für immer. Chris wich ein kleines bisschen zurück als seine Schwester ihn in die Seite piekste und es wagte anzudeuten, dass er fett geworden war. Sie erntete einen empörten Gesichtsaudruck seitens des Studenten, der schon im nächsten Moment ihre Hand beiseite schlug. Nicht sonderlich fest aber doch bestimmt. "Spinnst du? Das sind natürlich Muskeln..." Der Dunkelhaarige hatte seine Augenbrauen zusammengezogen und warf Cylie einen bösen Blick zu bevor er seine Hände vor der Brust verschränkte und dann doch in ihr Lachen miteinstimmte.