Waldweg 1: Villa von Sanjay, Amir, Nadi & Orivia

  • Die Villa von Amir und seinem Butler Sanjay steht ganz in der Nähe des Nebelwaldes. Mit ihren drei Stockwerken und dem immensen Kellergewölbe ist sie das größte bewohnte Gebäude in Riverport. Während die Eingangshalle mit Marmor von höchster Qualität gefliest ist, so befinden sich in den anderen Räumen, abgesehen von der Küche und den Bädern, sorgsam gepflegte Teppiche und edles Parkett. Fenster und Türen sind mit Ornamenten verziert und auch die Einrichtung wirkt ziemlich edel. Im Erdgeschoss liegen die Küche, eine recht große Abstellkammer, ein großer Speisesaal und ein großes Bad. Des weiteren führt von der Küche aus eine Treppe hinab ins Kellergewölbe. Von der Küche aus gelangt man zur Terrasse hinter dem Haus, sowie dem großen Garten mit ihrem Swimmingpool und dem Glas-Pavillon. Im ersten Stockwerk befindet sich Sanjays und Orivias Zimmer mit einem kleinen Bad und auch das Gästezimmer, ebenfalls mit Bad, welches aber jetzt für Nadi hergerichtet wurde. Ebenfalls zu finden ist hier das Arbeitszimmer für Amirs Geschäfte und ein Fitnessraum.In der obersten Etage liegen Amirs Zimmer, wie auch sein begehbarer Kleiderschrank. Ein großes Wohnzimmer rundet das ganze ab. Zusätzlich verfügen sowohl der erste als auch der zweite Stock über einen Balkon. Das ganze Gebäude ist mehrfach vor Einbruch gesichert, seien es die einfachen Alarmanlagen oder die Fenster aus Panzerglas.


    Bewohner: Sanjay, Amir, Nadi, Orivia


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  • Mit einem gekonnten Griff rückte er noch ein letztes Mal die Teetasse auf dem Tablett zurecht, ehe Sanjay Amir's Gemach betrat. Vorsichtig schloss er die große Tür hinter sich und ging leisen Schrittes auf das große Bett seines Herren zu, auf dessen Nachttisch er langsam das Tablett absetzte. Nun machte er sich daran die großen Vorhänge beiseite zu ziehen und mit einer Kordel fest zu binden. „Langsam wird es Zeit. Es ist schon ganz schön spät mein Herr, sie sollten aufstehen!“, weckte er Amir mit schroffen, aber dennoch freundlichen Worten. „Heute ist der Tag an dem die Bewohner aus dem anderen Ort angekommen sind. Interessiert euch das nicht?“ Sanjay selbst war sehr gespannt auf ihre neuen Mitbewohner in Riverport, aber diese ließen sich sicher auch noch zu einem späteren Zeitpunkt kennen lernen wenn sein Herr bleiben wollen würde und er selbst hier vor Ort benötigt wurde.

  • Leider hatte Amir heute einen nicht sehr tiefen Schlaf hinter sich, sodass er die Anwesenheit seines Butlers schon bemerkte, als dieser das Tablett auf seinen Nachttisch stellte. Hastig zog er sich die dicke Bettdecke über den Kopf, als Sanjay die Vorhänge aufzog, und gab ein genervtes Grummeln von sich. Es war immer wieder eine kleine Folter, wenn er dies tat. "Lass mich.. es ist noch nicht Zeit, aufzustehen. Noch fünf Minuten..", murmelte der Adelige verschlafen. Allerdings lockte ihn der Geruch von frischem Kräutertee unter der Decke hervor. Dies war das einzig schöne an einem Morgen bzw. nach dem Erwachen. Es gab immer warmen Tee. Und natürlich den Besten, immerhin hatte sein Butler ihn zubereitet.
    "Das ist heute?" Amir ließ seine Beine aus dem Bett hängen und streckte die Hände in die Luft, ehe er einen Schluck des Tees nahm. "Ich weiß nicht.. sollte ich erfreut sein? Was, wenn das nur ein lautes, ungebildetes Pack ist?" Seufzend stellte er die Tasse zurück. "Aber du scheinst dich zu freuen, nicht wahr?" Ein kleines Lächeln schlich sich auf seine Lippen. "Vielleicht sollte man ihnen eine Chance geben.. vielleicht!"


  • Der weißhaarige Bedienstete musste bei dem Anblick seines Herren schmunzeln. Obwohl er ein Prinz und hoch angesehener Geschäftsmann war, benahm er sich doch noch immer wie ein Kind. „Nichts da, es ist schon spät genug!“, mahnte ihn der Butler und wartete, während sich Amir letztendlich doch von seiner Decke befreite und die Teetasse an sich nahm. „Steht sogar in der Tageszeitung. Aber die habt ihr ja vermutlich noch nicht gelesen, so wie ihr ausseht.“ Während Sanjay sich die zerzausten Haare seines Herren so ansah gab er ein leises glucksen von sich. „Ein paar neue Gesichter in der Stadt können nicht schaden, denke ich. Vielleicht trefft ihr dann auch endlich mal ein Mädchen, das euch gefällt.“ Den letzten Satz murmelte er nur leise vor sich hin, es war definitiv nicht das Lieblings Thema in dieser Villa. „Und jetzt etwas Beeilung, sonst ist der Tag vorbei bevor ihr aufgestanden seit! Wenn ich wiederkomme erwarte ich, dass ihr fertig seid!“, sprach er noch mahnend, ehe er sich Amir's Kleidung vom Vortag nahm und sich mit dieser aus dem Zimmer begab um sie reinigen zu lassen.

  • "In der Tageszeitung steht doch eh nur Müll.. meistens.. da ist irgendein Fest, das niemanden interessiert. Die Bibliothek veranstaltet ein Kinderlesen oder sowas.. langweilig!", gab der junge Prinz von sich, nahm nochmals einen großen Schluck Tee und erhob sich anschließend. Er warf seinem Freund einen giftigen Blick zu, als dieser auf das Thema Frauen ansprach. Es war wahr, eine junge Dame hatte man in diesem Haus schon lange nicht mehr gesehen. Aber Amir war nun mal nicht jemand, der sich an jede ran schmiss.. viel mehr war ihm das viel zu anstrengend. Frauen waren so anspruchsvoll!
    Schmollend verschrenkte der Weißhaarige seine Arme. Immer diese mütterlichen Floskeln von seinem Butler. Steh auf, geh nach draußen, lern neue Leute kennen, sei fertig bis ich da bin. Wie Amir das satt hatte! "Jaja..", murmelte er und guckte seinem Butler nach, als dieser sein Zimmer verließ. Ob er wollte oder nicht.. anziehen musste er sich so oder so. Somit schritt der junge Herr in sein Ankleideraum und blickte um sich. Neue Leute waren in der Stadt.. da sollte er wohl auf legere Kleidung zurück greifen. Aber was genau? Erstmal entkleidete sich der Geschäftsmann bis auf seine Unterwäsche, wechselte diese und warf sie ebenfalls in die Ecke. Unentschlossen zog er einige Oberteile und Westen aus den Regalen.. was sollte er nur anziehen!


  • Nachdem die alte Kleidung seines Herren in die Waschmaschine gewandert war, hatte Sanjay sich zurück in die Küche begeben um damit zu beginnen, das Essen vor zu bereiten. Vermutlich würde Amir noch etwas Zeit brauchen bis er sich endlich erhoben und die passende Kleidung für den Tag gefunden hatte, in der Zeit war das Essen drei Mal fertig. Zur Vorspeise würde es Blattsalat mit Orangen-Vinaigrette geben. Als Hauptgang folgten dann Tagliatelle mit gebratenen Steinpilzen und als Nachspeise gab es Panna Cotta mit kandierten Orangen. Nichts besonderes also, alles schnell gemacht. Länger als eine halbe, maximal eine Stunde würde er dafür nicht in der Küche stehen müssen. Das Panna Cotta hatte er bereits am Abend des Vortages vorbereitet, sodass er sich hauptsächlich nur noch mit der Hauptspeise beschäftigen musste. Dafür köchelten die Nudeln gerade vor sich hin und so hatte er einen Moment Zeit für sich, welche er dafür nutzte aus dem Fenster zu starren. Wenn er ehrlich zu sich selbst war, dann war im Moment eigentlich alles perfekt. So konnte es für den jungen Mann gerne bleiben, aber wer weiß was die Neuankömmlinge alles für Überraschungen bereit hielten. Mit einem Lächeln im Gesicht und einem Schulterzucken tat er das Thema wieder ab. Was solls! Würde doch bestimmt ganz witzig werden und wer weiß...vielleicht würde er ja auch jemanden kennen lernen...

  • Bevor Amir jetzt noch ewig hier stehen würde, zog er sich die nächstbeste Hose an und holte noch ein weißes Shirt und eine dunkelblaue Weste hervor, die er sich überschmiss. Das würde schon passen. Denn seine Festtagskleider konnte er jetzt nun wirklich nicht anziehen. Während der Kerl irgendwie seine Haare zu bändigen versuchte, stapfte er die Treppen hinunter. Wohin war Sanjay denn jetzt verschwunden? Solange konnte es doch nicht dauern, Wäsche in den Keller zu bringen..! "Sanjaaay!?", brüllte der Weißhaarige durch die Villa und hoffte irgendwoher eine Antwort zu bekommen. Leise fluchend da seine Haare nicht so wollten, wie er, und nun schlimmer aussahen als zuvor, machte er sich weiter auf die Suche, bis er den Lichtschein aus der modernen Küche entdeckte und dorthin schlenderte. "Da bist du ja!" Neugierig warf er einen Blick in den brodelnden Topf und guckte anschließend zu seinem Butler, welcher fröhlich vor sich hin lächelte. "Was ist los? Weshalb bist du so guter Laune? Erfreust du dich etwa so an unseren neuen Nachbarn? Das hast du dir in den letzten Tagen gar nicht anmerken lassen."


  • Während er in Gedanken versunken war hörte er nicht wie Amir nach ihm rief. Erst, als dieser selbst in der Küche stand und ihn direkt ansprach, wurde Sanjay aus seinen Gedanken gerissen und schrak ein wenig zusammen. „Was?...Achso! Ja, ich denke das könnte etwas Abwechslung in unser Leben bringen. Vielleicht sollten wir uns beide mal etwas mehr unter die Menschen hier in dieser Stadt mischen, meint ihr nicht?“, fragte er vergnügt und schob einen Deckel zwischen den Topf und Amir's neugierige Blicke. „Dauert noch einen Moment. Ich dachte nicht, dass ihr so schnell aus dem Bett kommt.“, gab er zu, ehe er die Schranktür zur Rechten des Ofens öffnete um nach einer Pfanne zu greifen, in der er nun begann die Pilze zu braten. „Ich meine...ein wenig soziale Kontakte sind doch sicher nicht schlecht. So sehr wie ihr euch momentan in eure Geschäfte hängt braucht ihr auch etwas Erholung!“ Wenn er so manch einen Tag beobachtete, wie hart sein Herr schuftete, dann begann er sich doch Sorgen zu machen. „Das Leben besteht schließlich nicht nur aus Arbeit.“ Witzig, dass dieser Satz gerade von ihm kam.

  • "Etwas Abwechslung.." Amir hoffte nur, dass sein Butler sich nicht zu sehr auf das Leben mit den Neuankömmlingen konzentrierte. Es gab schließlich jede Menge Arbeit in der Villa! Und.. er war doch immer noch sein Herr, er war wichtiger als die anderen. Der Junge schob die Unterlippe hervor. Nicht nur seiner Gedanken wegen, auch weil das Essen noch nicht fertig war. "Ist schon in Ordnung.", entgegnete er seinem Butler, lehnte sich an die Küchenzeile und strich sich eine verirrte Haarsträhne aus dem Gesicht. "Die Geschäfte erledigen sich nicht von alleine.. ich hätte auch gerne mehr freie Zeit für mich. Aber mein Vater hat mir jede Menge Arbeit zurück gelassen.. Ich hatte ja keine Ahnung, mit was für Tätigkeiten und Aufgaben sich mein alter Herr rumschlug!" Tief seufzend wand er sich zu Sanjay. Zu oft schon hatte er diese Worte verloren.. aber jammern half dem Erben nichts. Immerhin war er nicht der einzige Mann im Haus, der Tag für Tag schufftete. "Das Leben besteht nicht aus Arbeit..", wiederholte Amir nachdenklich und hielt einen Augenblick inne, "sobald wir gegessen haben, werden wir hinaus gehen. Nicht nur ich brauche einen freien Tag, auch du! Denke nicht, ich weiß nicht, wie hart du tagtäglich schufftest." Und das alles nur wegen ihm.
    Ein Moment der Ruhe kehrte ein, in dem der Kerl seine Augen über das köchelnde Essen schweifen ließ. "Sag.. kann ich dir behilflich sein..?" Wie ein kleines Kind dass unbedingt seiner Mutter helfen wollte, stand er nun da, wartend auf eine Antwort.. oder eine Aufgabe.


  • Es war unglaublich. Obwohl Amir seine Arbeit nicht mochte und sich wieder und wieder darüber beklagte, er zog es durch egal wie sehr es ihn auch belastete. „Es ist nicht leicht in solch eine Familie hinein geboren zu werden.“, stimmte er seinem Vorredner zu. Auch wenn sein Herr ein Prinz und er nur ein einfacher Bediensteter war, beide teilten das selbe Schicksal. Niemand von ihnen hatte sich ausgesucht was er war, Sklaven ihrer Vorfahren. Nichts desto trotz mochte Sanjay seinen Job. Kochen und Gartenarbeit machten ihm Spaß, nur das Putzen war ab und an ein wenig lästig, aber er würde niemals auf die Idee kommen sich zu beklagen. Er diente seinem Herren gerne.
    Tatsächlich hatte er es geschafft den Prinzen zum nachdenken zu bewegen und umso glücklicher machte es ihn als dieser den Plan für den Rest des Tages verkündete. „Vielen dank, mein Herr.“ Während er indessen in der linken Hand einen Kochlöffel in der Hand hielt und die nun fast fertige Soße rührte, begann er mit der rechten schon einmal den frischen Salat für die Vorspeise an zu richten. Da soll noch einer behaupten nur Frauen seien zu Multitasking fähig.
    Als Amir anbot ihm zu helfen (ich wollt grad 'ihm zur Hand zu gehen' schreiben und hab mich total versaut gefühlt xD) gab er buchstäblich vor Überraschung den Löffel ab, welcher sich für einen kurzen Moment in der Soße verlor ehe der Weißhaarige ihn wieder herausfischte. „Nein, nein, lass mich nur machen. Ist ja schließlich meine Arbeit und ich kann es doch nicht verantworten, dass mein Herr bei so einer Aktion einen seiner Finger verliert!“, gab er schmunzelnd zurück. Ein weiterer Grund, warum er seine Arbeit mochte. Das eher untypische Herrscher-Diener Verhältnis der beiden. „Ich bin sowieso jeden Moment fertig, ihr könnt schon einmal Platz nehmen.“, schlug er vor während er vorsichtig die Vinaigrette über den angerichteten Salat träufelte. Die Soße auf dem Herz wurde auf kleine Flamme gestellt um warm zu bleiben und die Tagliatelle bekamen ein wenig Öl dazu um nicht zu kleben. „Wo genau habt ihr geplant sollten wir unseren Feierabend verbringen?“

  • "Du sagst es." Damit legte er seufzend und bedrückt das leidige Thema Erbe, Familie und Verantwortung zur Seite und widmete sich wieder dem Geschehen auf dem Herd. Ein wohltuender Geruch hatte sich mittlerweile in der gesamten Küche ausgebreitet. Für ihn war es jedes Mal aufs Neue ein Wunder wie sein Butler das alles hinbekam. So viele Töpfe und Pfannen, in jedem brutzelte oder blubberte es, jedoch ging nie etwas schief. Nie wurde etwas schwarz, verkochte oder schmeckte wie Pappe. Der Erbe würde das wohl niemals hinbekommen.. er wüsste nicht mal, für welches Gericht er welches Küchengerät verwenden sollte. "Als ob ich einen meiner Finger verlieren würde! So scharf sind diese Messer doch gar nicht!" Schmollend schnappte er sich eins der langen Küchenmesser, beäugte es einen Augenblick kritisch und wedelte damit vor Sanjays Gesicht.. zumindest einige Sekunden lang, danach lag das Teil nämlich schon auf dem Boden. Gut, dass es alle Zehen in Ruhe gelassen hatte. "Oh..", murmelte Amir beschämt. "Das war so gewollt!" Hastig hob er das Messer auf, legte es brav beiseite und tat, was sein Butler von ihm verlangte. Hinsetzen, Schnauze halten. Ich.hab.Hunger!! Während das Essen noch mit Gewürzen und anderen Kräutern bestückt und verfeinert wurde, überlegte der Weißhaarige, wo denn der Verdauungsspaziergang hinführen sollte. "Uff.. du fragst mich Sachen. Eigentlich gibt es nichts in dieser Stadt, was mich anzieht.. oder ich habe die interessanten Ecken dieses ach so großen Orts noch nicht entdeckt..", plapperte er ungeduldig.


  • Vorsitig machte Sanjay einen Schritt zurück. „Damit sollte man nicht spaßen!“, mahnte er. Wann habt ihr denn zuletzt eines in der Hand gehabt? wollte der weißhaarige Butler gerade von Amir wissen, als das Messer auch schon aus seiner Hand glitt und in hohem Bogen den Flug in Richtung Füße antrat. Vielleicht war ihm das ja eine Lehre gewesen. Verständnislos schüttelte Sanjay den Kopf. Wie ein kleines Kind... „Aber natürlich.“ Der Sarkasmus in seiner Stimme war kaum zu überhören. Wenigstens gab Amir nun Ruhe und verließ die Gefahrenzone um die Küchenzeile herum. Schnell platzierte er die Tomätchen auf dem Salat und servierte ihn seinem Herren, ehe dieser noch vor Hunger aus den teuren Latschen kippte. „Soll ich euch einen Stadtplan bringen? Möglicherweise erleichtert euch dies die Entscheidung.“ Sanjay würde wohl, wenn man nach seiner Meinung fragte, am liebsten die Bar besuchen. Meist zog diese Neuankömmlinge am ehesten am. Entweder gingen sie auf ihr neues Leben anstoßen oder sie gingen sich aus Frust betrinken. Der Butler rührte noch einmal die Soße um, sodass sie nicht anbrannte, und begann in einer der Schubladen nach einer Karte zu suchen. Letzten Endes zog er einen leicht zerfledderten Stadtplan heraus, seine besten Zeiten hatte er wohl bereits hinter sich, und reichte ihn Amir. „Die Auswahl ist groß.“

  • Stumm nahm Amir den zerfletterten Stadtplan entgegen und breitete ihn sofort auf. Seine Augen flogen zwar über das Stück Papier, auf dem alle Straßen, Häuser und sonstige Plätze verzeichnet waren, aber so wirklich darauf achten, was wo war und wohin die beiden gehen konnten.. das tat er nicht. Wartend lehnte er sich nach hinten und ließ den Kopf in den Nacken fallen, während er die Augen schloss. "..Wie wäre es mit einer Party?"
    Wie von der Tarantel gestochen sprang der junge Geschäftsmann auf, beinahe wäre der Stuhl hinten über gekippt. "Das ist es!" Breit grinsend starrte er in Richtung Sanjay. "Eine Willkommensfeier für die neuen Bewohner Riverports. Damit wäre die Frage geklärt, wohin uns unser Weg führen soll und dein Wunsch, diese Menschen zu treffen, wäre ebenso erfüllt." Letzteres hatte sich der Kerl wohl selbst aus den Worten seines Butlers zusammen gedichtet.. aber es stimmte doch, so irgendwie. "Los, organisier alles!" Und kaum eine Sekunde später saß er wieder auf dem Stuhl, hibbelig wie ein Kind vor der Wohnzimmertür an Weihnachten. "Aber erst will ich essen." Und mit diesen Worten stürzte er sich auf seine Vorspeise.


  • „Eine Party?“ Keine schlechte Idee! Auch wenn die Neuankömmlinge aus einem Dorf kamen, Partys mochten sie sicherlich trotzdem. Und besonders, wenn es sich um eine Willkommensfeier drehte. „In Ordnung.“, antwortete er nickend. „Sobald euer Essen fertig ist werde ich alles in Gang setzten.“ Mit diesen Worten begann er die Tagliatelle auf einen viereckigen Teller zu drapieren und die Soße mit den Steinpilzen dazu zu geben. „Ich wünsche einen guten Appetit.“, sprach er als er Amir die Hauptspeise servierte. „Ruft, sobald ihr fertig seid. In der Zwischenzeit begebe ich mich ans Telefon und versuche eurem Wunsch nachzukommen.“ Rückwärts gehend entfernte er sich aus der Küche und machte sich auf den Weg in Amir's Büro. Gut, was brauchten sie alles? Einen Barkeeper, für die Getränke, einen Catering-Service für das Essen – so gerne Sanjay auch kochte, für so viele Leute schaffte er das nicht – einen DJ für die passende Musik und vielleicht ein paar Kellner, sicher würde sich da jemand finden.
    Nachdem er jeden von ihnen telefonisch erreicht hatte und alles geklärt war, kam ihm die Idee den Neuzugang aus der anderen Villa eine persönliche Einladung zukommen zu lassen. Vielleicht ergaben sich dadurch ja ein paar neue Geschäftsbeziehungen (noch wusste er ja nicht wie die Neue wirklich drauf war), schaden könnte es also sicher nicht! Ein kurzer Anruf beim Bürgermeister bescherte ihm schnell den Namen jener Person, Suiren Choi, sowie eine Handynummer. Was so ein paar Kontakte doch ausmachen konnten.
    Erneut griff der Weißhaarige zum Telefon und wählte die Nummer der Asiatin.

  • Nach dem aufregenden Anruf wusste Sue, dass sie diese Party einfach mitplanen musste! Das sie jeden Moment vorbeischauen würde, hatte sie dem Anrufer kurz vor dem Auflegen mitgeteilt und war aus der Bar gesprintet. Den Alkohol spürte sie schon fast nicht mehr, also war das natürlich auch kein Problem. Jeder aus Destiny Valley hatte eine kleine Stadtkarte bekommen, weshalb sie dem Taxi-Fahrer auch die ungefähre Adresse sagen konnte. Natürlich gab es nur zwei Villen in Riverport, weshalb das Taxi sie auch direkt vor den Toren absetzte. Die Villa war ja viel größer als ihre eigene! Aber sie war wirklich wunderschön. Wie viele Leute hier wohl lebten? Suiren ging den Weg, welcher an den Seiten mit hübschen Pflanzen bestückt war, bis zur Haustür entlang und klingelte. Sie war ein wenig nervös, aber dennoch neugierig auf das, was sie erwartete!


  • Gerade hatte Sanjay dem Prinz das Dessert serviert, als es auch schon klingelte. Die junge Dame aus der anderen Villa hatte sich bereits angekündigt, trotzdem dachte er nicht, dass sie so schnell hier wäre. „Entschuldige mich.“, sprach er zu Amir und begab sich zur Eingangshalle um Suiren die Tür zu öffnen. „Willkommen, Miss Choi, bitte treten sie doch ein. Der junge Herr ist gerade noch mit Essen beschäftigt, sie müssen sich also einen Moment gedulden. Kann ich ihnen in der Zwischenzeit etwas zu trinken bringen?“, bot Sanjay höflich – wie er es stets gelehrt bekam – an.

  • Perplex starrte die Schwarzhaarige den Butler an. Nicht wegen seiner ein wenig ungewöhnlichen Kleidung, sondern wegen der extremen Höflichkeit. Nur ein "Was?" brachte sie raus, als sie die Villa betrat und die Tür hinter ihr geschlossen wurde. Natürlich war Suiren so eine Höflichkeit nicht gewohnt, da sie mit ihren früheren Butlern wie mit Freunden umgegangen ist. "Ach, mach mal halblang!" Sie klopfte Sanjay auf die Schulter. "Du kannst mich auch duzen, das ist mir lieber. Aber ein Wasser wäre super!" Schließlich hatte der Alkohol sie ziemlich dehydriert. Die Erbin ließ sich auf einen Sessel nieder und wartete auf den Prinzen.

  • Zufrieden schaufelte der weißhaarige Erbe das Essen in sich hinein und schaute seinem Butler nach, als dieser höflich wie eh und je die Küche verließ um seiner Bitte nachzugehen. Obwohl es ja eher eine Aufgabe.. Aufforderung, was auch immer, war. Mal wieder stellte sich Amir die Frage, ob er manchmal nicht zu fordernd gegenüber Sanjay war. Für einen Augenblick verging ihm der Appetit. Vielleicht sollte er damit aufhören, ihn so herumzuschicken. Immerhin waren sie doch eigentlich.. Freunde. Und diese bat man nicht täglich um tausend Dinge, ohne auch nur jemals eines zurückzugeben. Ein Nehmen ohne Geben? Amir wurde aus seinen Gedanken gerissen, als sein Butler ihn lächelnd seinen Nachtisch servierte. "Danke..", murmelte der Erbe und gerade als er nach dem Besteck greifen wollte, klingelte es an der Türe.
    Besuch zu dieser Zeit? Hoffentlich liegt dabei ein guter Grund. Schnell stopfte sich der Prinz das Dessert in den Mund, erhob sich und verließ die Küche, um seinen Gast zu begrüßen, wobei es sich um eine schwarzhaarige Dame hielt. "Willkommen.", begrüßte er die Asiatin mit einem schwachen Lächeln auf den Lippen, wand seinen Blick hinüber zu Sanjay und anschließend zurück zu der Fremden. "Was führt sie zu uns?" #

  • Während Sue noch auf den Prinzen wartete, saß sie geduldig in dem Sessel herum und sah sich dabei um. Nein Spaß, geduldig war sie ja gar nicht. Also stand sie auf und sah sich in der riesigen Eingangshalle um. Wunderschöne Gemälde zierten die Wand und gut gepflegte Blumen gaben dem Raum einen gewissen Touch. Fast schmiss sie eine sehr teuer aussehende Vase um, doch konnte sie gerade noch so retten. "Tha", sagte sie zu sich selbst und wollte sich gerade umdrehen, doch blickte dabei dem Prinzen persönlich ins Gesicht. "Oh... oh Oh! Tut mir leid dass ich Ihre Vase fast kaputt gemacht habe", murmelte sie leicht verlegen. Dieses Siezen und höflich sein war wirklich nicht ihre Sache, aber total blamieren wollte sie sich ja auch nicht. "Also, ich freu mich natürich erstmal über die persönliche Einladung zur Feier! Ich habe den Anruf Ihres Butlers vorhin erhalten und ich dachte mir... Vielleicht könnte ich halt ein wenig mitplanen?" DIe Schwarzhaarige fand es komisch sich selber so höflich zu sehen, doch sie versuchte ihr Bestes. "Naja, man könnte doch als Thema Weihnachten nehmen, oder nicht? So eine... Weihnachts-Willkommens-Party! Mit Glühwein und Plätzchen, und hübscher Weihnachtsbeleuchtung, einem riesigen Tannenbaum und mit irgendwem der sich als Weihnachtsmann verkleidet! Also ich fänd das genial."


  • Er nickte und verschwand in die Küche um der Schwarzhaarigen etwas zu trinken zu holen. Auf dem Weg in die Küche begegnete ihm sein Herr, welcher sich über den plötzlichen Besuch zu wundern schien. Jetzt blieb es nur noch zu hoffen, dass er nichts gegen die private Einladung auszusetzen hätte, aber warum sollte er. Mit ein Tablett in der Hand auf dem ein Glas Wasser stand begab er sich wieder zu den beiden und reichte es Miss Choi. „Bitte sehr!“, sprach er und ging wieder auf etwas Abstand um dem Gespräch beiwohnen zu können.